Nr. 52 40. Jahrgang Ausgabe Nr. 26 Bezugspreis: Fitr den Monat Februar 2600 97. voraus zahlbar. Unter Kreuzband file Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Eugenburg 3600 M., für das übrige Ausland 4600 M. Poftbezugspreis freibleiben d. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland. Frant. reich, Holland. Lettland. Luxemburg, Defterreich, Schweden. Schweiz, chechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Boll und Reit". der Unter. haltungsbeilage., Seimwelt" und der Beilage, Siedlung und Kleingarten" erscheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 80 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Ronpareillezetle Loftet 600 M. Rellamezeile 3000 M. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 180 M.( zulässig zwei feit gedruckte Worte), jedes weitere Borf 100 M. Stellengesuche das erste Wort 100 M., jedes weitere Wort 70 M. Worte über 15 Buchstaben zähion für zwei Borte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 150 M. Anzeigen für die nächste Summer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden. Straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 1. Februar 1923 Wer verletzt den Frieden? Deutsche Note nach Paris. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postichedkonto: Berlin 375 36- Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Der Raub im Osten. Es ist selbstverständlich, daß sich zu allererst bei Bekannt werden der Memeler Vergewaltigung die Frage aufdrängen mußte, ob die Gleichzeitigkeit des litauischen Die französische Regierung hat in ihren Noten vom 20., 22., 26.,| Deutschlands greife. Dem Scheine nach sei das richtig, und bis Einfalls und der französischen Ruhrbesehung eine 27. und 28. Januar der deutschen Regierung Verlegungen des zu einem gewissen Grade sei es wahr, aber was habe man getan, zufällige oder eine gewollte sei. Reichlich rätselhafte ErscheiFriedensvertrages vorgeworfen. Die deutsche Regierung hat mit um Erfüllung der Ansprüche auf dem Wege zu erlangen, den die nungen bei dem Memeler Abenteuer haben weitere Ursache einer Note vom 31. Januar geantwortet, in der erklärt wird, daß die Gewerkschaften gewiefen hätten? Wenn behauptet werde, daß die zu einer solchen Untersuchung gegeben. ongeblichen Bertragsverlegungen nichts als die unvermeidliche Folge punft vertrete, so dürfe man sagen, daß die franzöfifchen Gewert- tretung Memels feftfette, verzichtete im Unterschied zu den C.G.T. einen den deutschen Interessen entsprechenden Stand- Der Paragraph des Versailler Vertrags, welcher die Abdes von Frankreich verübten Bertragsbruches seien. Reparationen gewollt hätten, weil sie diese als eine der Grund- dung. Sie wurde einfach verlangt, weil man ja die Macht schaften und die Amsterdamer Internationale mit aller Kraft die anderen Abtretungsforderungen sogar auf die leiseste Begrünlagen für den Wiederaufbau Europas durch eine Versöhnung aller hatte, zu verlangen, was man wollte. Erst später hat CleVölker betrachteten. Anstatt sie zu hören, habe man menceau diese Amputation damit erklärt, daß Litauen eben Ausführungen dieser Aeußerung zu erinnern haben. einen Ostseehafen brauche. Man wird sich bei den weiteren Es handelt sich zunächst um das Fernbleiben der deutschen Mit gleder an den Sizungen des deutsch- französischen gemischten Schiedshofs. Dieses Fernbleiben wird in der deutfchen Antwortnote als eine notwendige Folge des Ruhreinmarsches erklärt. In einer weiteren französischen Note wird gerügt, daß die Hotel- und Gasthausbesiher in Berlin Bontott maßnahmen gegen die in Deutschland weilenden franzöfifchen Staatsangehörigen getroffen haben. Zugleich wird be hauptet, daß die Polizei diese Maßnahmen unterstützt und die Hotel- und Gasthausbefizer zu ihrer Durchführung verpflichtet habe. Dazu bemerkt die deutsche Note: Sfinnes und die Alldeutschen unterstützt. So habe das soziale und demokratische Deutschland der Arbeiter, das stets seinem Wunsche Ausdruck gegeben habe, Reparationen zu leisten, dieses Deutschland, das den Kampf gegen die Magnaten der Finanz- und Industriefapitäne führe, das die Republik verteidige, habe dem Reichstag ein Gesetz aufgenötigt auf Hast Du an das Ruhrgebiet gedacht, „ Daß ich viele Spiel und gloffen haben, franzöfifche Staat und zum deutschen Volksopfer gegeben? Hotel- Gasthausbesizer und auch in anderen deutschen Städten entschlossen Spenden nehmen alle Poffanstalten, Sparkassen und Banken an. Postschecktonto: Deutsches Volksoper Berlin 145 400. angehörige einstweilen nicht mehr als Gäste aufzunehmen, ist richtig. Nicht richtig ist es dagegen, daß dieser Entschluß von behördlicher Seite angeregt oder gar angeordnet worden wäre. Ebensowenig wird die Durchführung des Entschlusses von behördlicher Seite unterstüßt. Bielmehr hat die Deutsche Regierung den Organisationen der Hotel und Bildung von Kommissionen zur Sozialisierung der GroßGasthausbesiger ausdrücklich und bringend von industrie und der gemeinnütigen Unternehmungen. Gegen dieses allen solchen Schritten abgeraten. Soweit die Be- junge Deutschland hätten Stinnes und feinesgleichen sich erhoben. fizer diesen Rat nicht befolgt haben, handeln sie aus eigener Ini Die französische Regierung aber habe ihre Hände in Unschuld getiative. Ihrem Borgehen könnte nur durch gesetzgeberische Afte waschen. Nicht fo aber die franzöfifche Breffe. entgegengetreten werden, welche die Vertragsfreiheit beseitigen. Ein fitzergreifung der Industrie und der Regierung angefämpft werden, Der„ Lemps" habe erklärt, es müsse gegen die sozialistische Befolcher Eingriff in den privaten Berkehr wäre jedoch nicht angängig." die Sozialisten seien für die Lage in Rußland und Desterreich ver. Daß sich eine Verpflichtung der deutschen Regierung zum antwortlich, und wenn man sie ihre Pläne durchführen ließe, wäre Einschreiten gegen die Hotel, und Gasthausbesitzer aus dem Artikel es um Deutschland geschehen. Man sei in der französischen Presse 277 des Vertrages DON Bersailles ergebe, muß noch weiter gegangen und habe auszusprechen gemagt, daß es für bestritten werden. Dieser Artikel gewährt den alliierten und Europa nur eine Hilfe gäbe: die Wiederherstellung des alten assoziierten Staatsangehörigen den gesetzlichen und gerichtlichen Regimes. Die franzöfifchen Blätter hätten planmäßig den Schuß ihrer Person und ihres Eigentums in Glauben erweckt, daß eine deutsche Regierung, die die GroßDeutschland. Das Berhalten deutscher Privatpersonen in ihrem industrie perirete, größere Garantien böte als jede andere. privaten Berkehr mit Ausländern wird durch die Bestimmung Auf der Tribüne der Kammer, fuhr Jouhaur fort, habe ein Abge. nicht getroffen. Sie hat denselben Sinn und Zweck wie die gleich oder ähnlich lautenden Bestimmungen der Handelsverträge, die in ständiger Praris dahin ausgelegt worden sind, daß sie Ver. pflichtungen der vertragsschließenden Staaten, nicht aber Verpflich tungen ihrer Angehörigen begründen." Ebenso wird eine französische Beschwerde dagegen, daß der Effener Postdirettor sich weigerte. eine von der franzöfifchen Kohlenkommission in Essen verlangte Fernsprechverbindung mit Rotterdam herzustellen, zurückgewiesen. Eine weitere französische Beschwerde geht dahin, daß die französischen Nachforschungen nach Bermißten( Erhumie rungsarbeiten) wegen feindseligen Berhaltens der deutschen Bevölferung eingestellt werden mußten. Die Antwort sagt, es liege nicht mehr vor, als daß die bayerische Regierung den betreffenden Ausschuß gebeten habe, seine Arbeiten zu verschieben, um zwischen fälle zu vermeiden. Schließlich soll die deutsche Regierung allen deutschen Gesell schaften verboten haben, sich mit der Wahrnehmung fran. zösischer und belgischer Interessen zu befassen. Die deutsche Regierung erflärt, daß ein solches Berbot nicht besteht. Menn, wie behauptet wird, dem Direktor der franzöfifchen Schleppschiffahrt in Rotterdam eine diesbezügliche Mitteilung zugegangen fei, fönne es sich nur um ein Mißverständnis handeln. ordneter erklärt, er würde die Während Danzig dem Bölferbund unterstellt und von diesem ein englischer Oberkommissar dorthin entsandt wurde, bleibt Memel bis zur endgültigen Entscheidung seines Schicksals unter der Herrschaft der Botschafterkonferenz, welche ihrerseits Frankreich mit der Wahrnehmung der Regierungsgeschäfte und mit dem Schuh des Memellandes betraute. schläge Für die endgültige staatsrechtliche Gestaltung lagen drei Boräge vor: entweder follte ein neuer Freistaat etwa in der Art des Danziger errichtet werden oder die Eingliederung in Polen oder die in Litauen stattfinden. Am wahrscheinlichsten war es, daß die nahe bevorstehende Entscheidung sich für einen Freistaat aussprechen werde, unter Buerkennung besonderer Rechte an Litauen und Bolen, als am 11. Januar be fannt wurde, daß litauische Freischaren oder Truppen ins Memelgebiet eingerückt seien, die Stadt Memel umzingelt und furz darauf die französische Besatzung zur Rapitulation gezwungen hätten. Die litauische Regierung bestritt zwar jedmede Teilnahme ihrer selbst oder ihrer Truppen und hatte den stand der memelländischen Litauer gegen die deutschen Beamten schlechten Geschmack, das ganze Unternehmen als einen Aufdarzustellen. Inzwischen hat sie ihre Tonart wesentlich geändert, und wenn sie auch immer noch an der Behauptung ihre Richtbeteiligtfeins festhält, verlangt sie jetzt doch aufs entschiedenste Einverleibung Memels in das Kownoer Litauen, etwa unter Gewährung einer Art von Selbstverwaltung. Hat dieser kleine Raub einen Zusammenhang mit dem großen, der sich gegenwärtig im deutschen Westen vollzieht? Sind hauptsächlich die Franzosen der Förderung oder zumindest der Duldung des litauischen Rechts= bruches schuldig? Ganz gewiß haben sie mit der Ausübung verwüsteten Gebiete lieber auch ferner in ihren blutigen Ruinen daliegen sehen, als daß er die Beschäftigung deutscher Arbeiter das Memelland gegen Ueberfälle und Bergewaltigungen zu des Mandats über Memei zugleich die Pflicht übernommen, Boincaré erklärt:„ Sie haben Recht, die Lösung, die Sie fordern, inteln nach deutschen Berfehlungen fucht, fei festgestellt, daß beim Wiederaufbau zugäbe. In Gegenwart immens habe beim Wiederaufbau zugäbe. In Gegenwart immens habe schützen. In einer Zeit, wo die französische Regierung in aller statt dessen, erklärte Jouhaur, das Abkommen Luberfac- fie felbst in einem kleinen, ihrem Schutz anvertrauten muß ins Auge gefaßt und muß durchgeführt werden." Wenn Stinnes mit solcher Begeisterung angenommen worden sei, Land die schlimmste Verfehlung begangen hat, näm so deshalb, weil im Anschluß an diesen Vertrag ein Abkommen lich die, es an diesem Scuze pöllig fehlen zu lassen. Die Bezwischen dem Comité des Forges und der deutschen Schwerindustrie fazung war ganz ungenügend, ihre Versorgung mit Munition hätte zustande kommen können. Als dies schwieriger erschien, habe ließ alles zu wünschen übrig und die französischen Schiffe, die man geglaubt, es bedürfe nur eines Anfangs der Besetzung des längere Zeit vor Memel gelegen waren, hatten sich furz vor Ruhrgebiets, und man würde das gewünschte Ergebnis erzielen. dem lleberfall entfernt. Es ist kaum von der Hand zu weisen, man habe sich getäuscht, aber man beharre in dem unheilvollen daß all diese doch sonst vom französischen Militarismus Irrtum. Gei nicht erst in den letzten Tagen die Rebe davon ge nirgends gezeigte Schwäche mit einer gewissen Absichtwesen, Herrn Pinot zum Obertommiffar im Ruhrgebiet zu er nennen? Diese Persönlichkeit sei aber der Generalsekretär des lich feit herbeigeführt war. Comité des Forges und feine Gruppe für die Besetzung des Ruhrgebiets verantwortlich. Jouhaug erklärte weiter, die Arbeiter müssen die Würde ihrer Arbeit und ihrer Person verteidigen. Der Drohung der Bajonette hätten sie sich nicht zu beugen, in welcher Lage sie sich auch befänden. Denn wenn mitten im Frieden die Schächte und Fabrileingänge Nordfrankreichs plötz lich von ausländischen Bajonetten bewacht würden, so hätten die franzöfifchen Arbeiter als Franzosen die Pflicht, Widerstand zu leisten, und zwar energischen Widerstand. Souhaug wies zum Schlusse nach, daß die Besetzung des Ruhr. Jouhaug wies zum Schlusse nach, daß die Besetzung des Ruhr gebiets Frankreich finanziell teuer zu stehen kommen werde. Als einziger Ausweg erscheine ihm zur Stunde ein Appell an den Böllerbund. Jouhaux gegen den Poincarismus. Paris, 31. Januar.( WTB.) Auf dem französischen Ge. mertschaftsfongreß wies Leon Jouhaug auf den von ber C.G.. gemeinsam mit der Amsterdamer Internationale ver- Der Bölferbund tönne ohne Anwendung von Waffengewalt Pfänder tretenen Standpunkt hin, daß die Reparationsfrage eine Frage von zur Sicherstellung einer internationalen Anleihe unter seine Obhut internationaler Bedeutung und ihre Lösung auf dem Wege einer nehmen, und er besitze die erforderliche Autorität, um diese Anleihen internationalen Anleihe zu suchen fei. Er erinnerte daran, daß die zu verteilen, ohne den besonderen Ansprüchen eines jeden Landes positiven Borschläge, Deutschland die Begleichung feiner Reparations Eintrag zu tun. Schuld durch Sachlieferungen und die Gestellung von Arbeitsträften zu ermöglichen, von den Gewertschaften ausgegangen sei. Gegen diese Vorschläge hatten sich die Wirtschaftsgruppen Stedholm, 30. Januar.( BTB.) Die schwedische Breffe und ihre Vertreter im Barloment erhoben, deren Einfluß für das veröffentlicht Aufrufe aller deutschen Bereine Stockholms, in denen Borgehen der französischen Regierung ausschlaggebend ge- sie ihre Landsleute und Freunde zu Geldopfern für die notwesen sei. Ich flage das Comité des Forges( der Hütten. Red.) an", leidende Ruhrbevölkerung auffortern. Auch von schwedischer rief Jouhaur, der Hebel jener stumpffinnigen Politit gewefen zu Geite erfolgen ähnliche Aufrufe. fein, die von der französischen Regierung betrieben wurde, der Hebel auch des Ruhrabenteuers". Es sei zwar Schweden hilft. den französischen Arbeitern zurzelf unmöglich, einzugreifen, Der deutsch- russische Vertrag in Kraft. aber man solle darum nicht annehmen, daß die Arbeiterklasse jene Bolitit ohne weiteres hinnehme. Möge die Besehung der Ruhr fort3m Berliner Auswärtigen Amt wurden gestern Mittwoch die bauern, die Stunde der Schwierigkeiten werbe fommen und mit ratifizierten Rapallo- Urkunden ausgetauscht. Das Protokoll ist vom ihr die Stunde der Verantwortung. Man habe sich darauf Außenminister v. Rosenberg und vom Sowjetbotschafter Krestinski berufen, daß man zur Bolitit der Gewalt wegen einer Berfehlung unterzeichnet. Auch die lässige Art, mit der seither nicht etwa die Liquidierung, sondern mur der Schein der Liquidierung des Rechtsbruches betrieben wird, läßt darauf schließen, daß die allmäh lich überall zur Katastrophe treibende französische Politik auch hier ein fleines Sonderkatastrophchen erzielen will, über dessen mögliches Ausmaß den Herren in Paris einstens allerdings die Haare zu Berge fichen können. Konnte Paris eine memelländische Lösung begünstigen, die Polen so sehr ins Fleisch schneidet, wie es die gegenwärtige Provisorische tut? Eine solche Begünstigung anzunehmen, ist nur möglich, wenn Frankreich beabsichtigte, auch im Osten Deutschlands den Frieden zu stören und eine Brandstelle zu Ichaffen, bei deren Löschung nicht nur die verschiedenen Par leicht ein Feuerfunte auf das deutsche, das ostpreußische Dach teien sich in die Haare geraten mußten, sondern auch gar zu überspringen konnte. Ist dies der französische Gedankengang gewesen, so muß man sagen, daß er nicht einmal so lang war, wie die Nase des betreffenden französischen Staatsmannes. Denn nicht nur liegt Memel dicht vor den Toren vor Königsberg; nicht nur kommt der Appetit leicht beim Essen und die Annerionsluft bei der, Reinigungsaktion; nicht nur fann ein Schritt ins Memelland gar zu leicht der erste auf einem Marsch nach Kowno sein; sondern hinter all den sichtbaren Vorgängen fönnen auch unsichtbare, aber um so wichtigere liegen, wie 8. B. eine Verständigung zwischen Litauen und Moskau oder zu mindestens ein Rückendedung Litauens in letter Not bei Rußland. Heute in dem aufs äußerste geladenen Often mit Streichhölzern zu hantieren, heißt wissentlich auf einen Krieg hinarbeiten. Alles hier, Grenzen, Völfer und Regierungen, befinden sich in so labilem Gleichgewicht, daß ein Hauch genügen fann, um das scheinbar gefestigte Ge bäude in Trümmer zu legen. Daher auch die bisher ent- schiedene Weigerung der Polen, aktiv an der Bereinigung des Memeler Nechtsbruchs teilzunehmen. Sie wissen zu gut, welches Echo jeder bewafsnete Schritt finden kann, als daß sie sich zum Landsknecht der Botschafterkonferenz, selbst gegen das Versprechen eines Gewinnanteiles, hergeben wollten. Bis jetzt hat also die französische Spekulation, wenn es eine solche war, versagt. Im Interesse der ganzen Welt möch- ten wir wünschen, daß es bei diesem Versagen bleibe und daß siiH bei dem ganzen Vorgong nichts anderes herausstellen möge, als was bereits durch tausend Vorgänge bewiesen ist: nämlich die Ohnmacht und die innerliche Lähmung der Gesamtentente, wenn es sich darum handelt, fried- licher Ordnung gegenüber blutiger oder unblutiger Willkür zum Recht zu verhelfen. Und schließlich bleibt noch die Frage: Wer stellt die gemeingefährliche Verfehlung Frank- reichs gegen den Verfailler Vertrag fest? Saperisther fiusnahmezuftanü. Tie Sozialdemokratie verlangt sofortige Aufhebung. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichs- tags hat folgenden Antrag eingebracht: .Der Reichstag verlangt, daß die auf Grund des Artikel» 48 Absatz 4 der Reichsoerfassung erlassene Verordnung der baye- rischen Staatsregierung vom 28. Januar 1923 sofort außer Kraft gesetzt wird." Dieser Antrag, der die Aufhebung des Ausnabmezu- standes in Bayern fordert, hat nach der neuen Geschäfts- ordnung des Reichstags den Vorzug beschleunigter VerHand- lung. Infolgedessen wird er schon am morgigen Freitag in Verbindung mit dem Haushaltsplan des Reichskanzlers zur Beratung gestellt werden. Die bayerische Regierung hat bezeichnenderweise der Reichsregierung noch keine offizielle Mitteilung von der Ver- hängung des Ausnahmezustandes gemacht, wie die Reichs- Verfassung das vorschreibt._ Oer Skanüal der Steuerkurse. Die Zwangs anleihe, die schon bei ihrer ersten De- ratung unter tätiger Mithilfe des jetzigen Reichswirtschafts- Ministers Becker-Hessen als Steuer außerordentlich entwertet worden ist, hat bekanntlich durch die Ausführungsbestimmun- gen vom 22. Dezember eine erneute Verschlechterung erfahren. Wir stellten seinerzeit fest, daß die Aktienbesitzer nur zu einem Elftel ihres tatsächlichen Vermögens veranlagt werden. Man hat die Durchschnittskurfe frühe- rer Jahre herangeholt, um nur einen möglichst niedrigen Ver- anlagungskurs zu finden. Durch die neuere Entwicklung hat sich dieses Veranla- gungsverfahren gegenüber den Aktionären zu einem r e g e l- rechten Steuerskandal ausgewachsen. Schwindelhast werden die Aktienkurse in die Höhe getrieben, niemand denkt daran» die Zwangsanleihe einzuzahlen, ehe nicht die Mark noch mehr entwertet ist. Die tatsächliche Belastung des 'Aktienbesitzes durch die Zwangsanleihs geht aus folgender Gegenüberstellung hervor, in der wir die jetzt amtlich fest- gesetzten Steuerkurse mit den letzten Börsenkursen einiger Papiere vergleichen. SIeuerkurS Letzter Börsenkurs Hapag....... S61 86 000 Deutich-Luxemvurg., 1862 82 000 ManneSmann.... 1896 1 06000 Deutsche Bank.... MS 34 000 Schlickert...... 960 68000 Zellstoff Waldhoff... 755_ 34 000 Durchschnitt 1209 77 000 Die Aktienbesitzer werden also noch nicht einmal ein Sechzig st el ihres gegenwärtigen Vermögens veranlagen. Gezahlt wird auch davon nur ein Bruchteil. Das ist das„sichtbare Opfer des Besitzes", das in k>er Zwangsanleihe seinen Ausdruck finden sollte! Dem Arbeitnehmer werden seine vollen 10 Proz. in vollwertiger Kauf- kraft vom Lohn abgezogen. Die Besitzenden„opfern" einen Bruchteil von einem Sechzig st el ihres Vermögens, also in den meisten Fällen nicht viel mehr als einige Tausendstel. Dem Reichsrat siegt die endgültige Festsetzung der Steuer- kurse ob. Er kann sich nur an das Gesetz halten, das nach der von den Bürgerlichen legitimierten Fassung einen so unglaublichen Steuerbetrug vorsieht. Wenn wirk- sich nur eine Spur von der Opferbcreitschaft bei den Besitzen- den auch gegenüber dem Staate in seiner höchsten Rot ge- zeigt werden soll, so erwächst den Parteien, die diesen Steuerskandal herbeigeführt haben, die Pflicht, ihn schleunigst durch eine Sesetzesänderung aus der Welt zu schaffen I_ Die Arbeit der Reichstagsausschüsse._ Der Haushaltsausschuß des Reichstags strich bei der Kanzlei des Justizministeriums und der Kanzlei des Reichs- gerichts je 10 Prczent.— Bei der Beratung des Eiats des Reichs- Ministeriums des Innern berichtete Abg. Dr. Schreiber(Z.) über die Arbeiten des Sparausschusses. Die große Aufgabe des Ministe- riums des Innern sei, die Pfleg« des deutschen Einbeitsgedankens vor allem in der Verwaltung hervortreten zu lassen. Auch in kirchenpolitischer Beziehung sei' eine größere Einheitlichkeit zu erwarten. Abg. Mumm(Dnat.) forderte, daß die Zuschüffe der Religion?- gesellschäften der Geldentwertung angeglichen werden.— Abg. M o- r a t h(D. Vp.) wünscht ein« Revidierung der Urlaubsdauer der Be- muten und Staatsangestellten und eine Umgestaltung der Beamten- gesetzgebimg, die als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet werden muffe. Reichsminister des Innern Dr. Oeser erwidert«, er wünsche drin- gend die baldige Verabschiedung des Beamtenrätegesetzes und habe selbst eine Entscheidung des Kabinetts beantragt. Zur Regelung der kirchenrechtlichen Fragen habe ein« Besprechung mit den Regierun- gen Sachsens, Thüringens und Draunschrveigs stattgefunden, die ergeben habe, daß bei de? Auslegung des Artikels 136 der Reichs- Verfassung Zweifel entstehen können.' Die Länder seien berechtigt, Feiertage cinzusühren und zu ändern, solange reichsgesetzlich nichts anderes bestimmt sei. Diese Tatsache habe Deranlassung gegeben, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die wichtigsten Feiertag« retchsgesetzlich festlegt. Ministerialdirektor Dr. Falk gab einen Bericht über die Diszi« plinarvcrsahren gegen Beamte im Reichsministerium des Innern. die sich lediglich gegen solche Beamte gerlchtet hoben sollen, die po- litisch im rechten Lager stehen. Der Ministerialdirektor wies dar- auf hin, daß es sich bei diesen Disziplinarsällen vielfach um die Her- absetzung der republikanischen Staotsform gehandelt habe..— Abg. Ersing(Z.) wünschte auf beiden Seiten etwas mehr Takt, um ein erträgliches Verhältnis zwischen der Beamtenschast und dem Volksstaat zu schaffen.— Die Genossen Müller und Stein. köpf begrüßten das Verhalten der Reichereglerung In der Frage der Disziplimmingen, die wegen Beschimpfungen der Republik er- folgt ssnd.— Am Schluß der Aussprache kam der Minister noch einmal auf die Frage der Stellung der Beamten zur Republik zu sprechen. Bei jeder Stoatsumwälzung sei auch eine Umwälzung der Bmvciltung vor sich gegangen. Die deutsche Republik aber habe es als ihre erste Aufgabe betrachtet, den bestehenden Beamtcnkörper zu konservieren. Maßgebend für diese Haltung sei das feste Ver- tränen auf die staatserhaltende Auffassung der deutschen Beamten- schuft gewesen. Im allgemeinen habe dieses Vertrauen auch Recht- fertigung gefunden. Wo Ausnahmen zutage treten, muß, so sagte der Minister, der Gedanke der Erhaltung' der Republik richtung- gebend sein für alle Maßnahmen. Im übrigen stehe man jetzt an einem psychologischen Wendepunkt, wozu der unerhörte Gewalt- streich der Franzosen im Ruhrgebict beigetragen habe. Jetzt sei es möglich, auch in der Beamtenschaft«ine vaterländische Einheits. front zu schaffen. Diese Bewegung werde das Ministerium durch Beranstaltung von Wandcrovrträgen und gegenseitiger Aussprache in der Gesamtbcamtenschaft von Herzen gern unterstützen. Es sei jederzeit zur Derständigung bereit, aber auch zur Abwehr und werde pflichtgemäß der Republik mit aller Entschiöicnhrit dienen.— Hieraus oertagte sich der Ausschuß. « Im Steuerausschuß des Reichstags kam es am Mittwoch bei der Beratung des Landes st euergesetzes zu einer leb- hasten Debatte über die Frage, ob die Umsatzsteuer von 2 auf 2iz Prozent erhöht und der Anteil der Gemeinden entsprechend vermehrt werden soll, oder ob man die Gemeinden an dem Ertrag der Kohlen- steuer mit 10 Proz. beteiligen soll. Unsere Genossen wandte» sich sehr entschieden gegen eine Erhöhung der Umsatzsteuer und sordmeu dafür die Teilung der Kohlensteuer. Staatssekretär Zaps wandte sich gegen diesen Antrag, der dem Reiche eine große Einnahme nehme, den Gemeinden aber eine Einnahme zuweise, deren Höhe großen Schwankungen unterworfen sei. Der Vertreter des preu- ßischen Finanzministeriums meinte, die vorgesehene Erhöhung der Umsatzsteuer spiele nur eine geringe Rolle. Genosse Hertz wandte sich abermals gegen die Erhöhung der Umsatzsteuer und gegen den geringen Eingang der Vernnlagungssteuern. Gen. Belms be- antragte für den Fall der Ablehnung der Beteiligung der Gemein- den an der Kohlensteuer, den Anteil cn der Umsatzsteuer auf*/» und an der Erbschaftssteuer auf die Hälfte zu erhöhen. Eins Einigung wurde nicht erzielt und die Abstimmung auf die nächste Sitzung vertagt. Angesichts der katastrophalen Geldentwertung hat die Reichs- regierung dem Reichstagsausschuß für Sozialpolitik eine neue Verordnung über die Erhöhung der Unterstützungssätze zugehen lassen. Beschlossen wurde, ab 1. Januar 1923 folgende Unter- stützungssätze zu zahlen: Für eine Invalidenrente 120 000 M., für eine Witwer- oder Witwenrente 108 000 M. und für eine Waisen- rente 60 000 M. Die Sätze erhöhen sich für jedes Kind einheitlich ohne Rücksicht auf die Kinderzahl um 15 000 M. Die Freigrenze für das Arbeitseinkommen ist aus 120 000 M. und die für Bezüge ans öffentlichen Kassen oder privaten Penssonskassen auf 38 000 M. erhöht worden.— Wenn diese Sätze auch weit über die von der Regierung vorgesehenen hinausgehen, so sind sie doch angesichts der furchtbaren Geldentwertung noch keineswegs ausreichend. Die Re- gierung wird schon in kürzester Zeit ein weiteres tun müssen und die Sozialdemokratie wird dazu beitragen, die unbeschreibliche Rot- läge weitester Bolkskreise nach Möglichkeit zu lindern. Dem Ausschuß liegt ferner ein Gesetzentwurf über die Erhöhung der Zulagen in der Unfalloersicherung und ein anderer über Hilfeteistung für Kapitalkleinrentner vor. Die Beratungen über diesen letzten Entwurf werden in den nächsten Tagen beendet werden. Der Ausschuß will die Vorlage so gestalten, daß sie mög- lichst alle die Bolkskreise exfaßt, die bisher von jeder gesetzlichen Der- sorgung ausgeschlossen waren._ Neues Grubenunglück in Gberschlesien. Bisher 35 Tote geborflen. In der Heinitz-Grube fOberschlesie») ereignete sich eine Explo- sionskatastroph«, die sich als ein Grubenunglück von s e l- tener Größe herausstellt. Der gesamt« Betrieb ist stillgelegt. Soweit bisher festgestellt werden konnte, erstreckt stch die Unglücks- flötte vom Gottgebeglück-Schacht bis zum Römhild-Schacht auf 540, 620 und 860 Meter Sohl«. Di« gesamt« dort arbeitende Belegschaft von etwa 800 Mann ist in Mitleidenschaft gezogen. Bisher wur- den 25 Mann, darunter drei als Leichen, gebor- gen.' Die Rettungsmannschaften des Werkes und fast aller um- liegenden Gruben haben die Rettungsarbeiten aufgenommen. Eine später« Meldung besagt: Bei der Explosionskotastroph« auf der Heinitz-Gmb« bandelt es sich um eine Kohlenstaub- explosiv n. Da das Brondfeld bereits kohlenoxydfrci ist, nehmen die Bergungsarbeiten ihren Fortgang. Bis nachmittags 3 Uhr wurden 150 Bergleute zutage gebracht. 70 Verunglückt« mußten dem Lazarett zugeführt werden. Die Zahl der Toten und Verletzten läßt sich noch nickt bestimmen. Da die Rettungskolonnen ibre Hilfeleistungen nocb nicht beenden konnten, befinden sich noch 800 Verunglückte unter Tage. Bisher wurden 35 Tot« geborgen. Nationalistische Nlesterstecher. In der Nacht zum Mittwoch gingen drei Herren, die aus der französischen Schweiz stammen, über den Potsdamer Platz in Berlin und unterhielten sich in ihrer Muttersprache. Ein« Horde nacht- schwärmenden Pöbels fiel über sie her und brachte einem von ihnen mit einem Messer eine Verletzung am Kinn bei. Der Verletzt« fft ein Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes. der sich in seinem menschenfreundlichen Amt große Verdienste am deutschen Bolk erworben hat._ Wahlpflicht t Der R e ch t 5 a u S s ch u ß deS Reichstags nahm am Miltwock gegen wenige Stimme» den Gesetzentwurf der Deutschnationalen über die Einführung der Wahl» p f l i ch t an. Die hakenkreuzlschreiber. Bon R o b u r. Die ersten Ehristen gaben stch in der Lerfolgungszeit einander dadurch zu erkennen, daß sie mit ihren Wandcrstäben die Figur des Fisches im Sande zeichneten. Di« Freimaurer, die noch immer gern an ihren Ueberlieferrmgen festhalten, benutzen unter vier Augen eine Handbewegung, als geheimes Zeichen der Zusammengehörigkeit. Unsere Bölkischen, die gar nicht verfolgt werden und die gegen die Geheimbündelei— der anderen zetern, klammern sich an die Haken eines heraldischen Kreuzes. Die Spitzen dieses Hakenkreuzes sind nach innen, die„Spitze" aber gegen die Juden gerichtet. Und doch ist die Logik der Völkischen der des Witzblattjuden ähnlich, der auf die Behauptung eines Ariechen, daß die Hellenen Telegraph gehabt haben, weil bei den Ausgrabun- gen in Athen Draht gefunden sei, entgegnete:.Auch in Palästina hat man gegroben, aber nichts gefunden. Das beweist, daß die alten Juden drahtlose Telegraphi« hatten." Mit demselben Rechte könnten die Völkischen behaupten, daß Simon wohl nur aus dem Grund« das Kreuz de» Christus getragen, weil» der Christus zu Golgatha folgenden Judemnenge trotzen wollte»nd«heim«n das Holzkreuz ein Hakenkreuz zeichnete. Auch der große Konstantin, der zum Siege und Ruhme nur daher ge- langte, daß« rechtzeitig vor der Entscheidimgeschiacht am Himmel ein Kreuz stch mit der Aufschrift:„In diesem Zeichen wirst Du siezen", hat nicht ein Kreuz, sondern ein Hakenkreuz gesehen. Es wäre nur eine Folgerichtigkeit, wenn man in den Lehrbüchern die Kreuzzüge in Hakenkreuzzüg« umgewandelt hätte, denn auch damals gab es schon Juden und verlorene Kriege. Wie wäre es, wenn die Völkischen die Bevorstehende Umänderung der Berliner Straßennamen ausgenutzt hätten, um den Kreuzberg in einen Hakenkreuzberg umzuwandeln? Vorläufig begnügen sie stch damit, daß sie ihr Hakenkreuz an den Wänden jener kleinen Anstalten anbringen, wo die Männer mit dem Gesicht nahe an der Wand zu stehen pflegen. Diese Hakenlreuzlschreiber begehen ober eine historische Unvorsichtigkeit, indem sie dazu entweder Blei- stift oder Kreide benutzen. Denn wir leben in einer Zeit, wo alles, aber auch alles, möglich ist. So ist es nicht ausgeschlossen, daß der Kreuzberg, ein zeitweilig erloschener Dultan, bald zu neuer Tätigkeit erwacht und Berlin mit Lava und Asche verschüttet. In tausend Jahren wird man mit den Ausgrabungen Berlins beginnen. Die Gelehrten werden Bände über die Art und Bestimmung der kleinen runden Blechhäuschen schreiben, die Hakenkreuzzeichen werden aber dann von der Lava verwischt sein. Es wäre daher den Bölkischen zu empfehlen, ihr» Hakenkreuze in den Rotunden al krcco anzubringen, was auch zur Zier dieser trostlosen Wände viel beitragen würde. Als ich vor kurzem im Frühstückssaale des„Kölner Hofs" in Frankfurt a. M. mein« Rechnung beglich, wurde mir ein Zettel präsentiert, auf dem ein Hakenkreuz gedruckt war. Ich sragt« den Oberkellner über die Bedeutung dieses Abzeichens. Er mustert« mich vom Kopf bis zu Fuß und sagte:„Wir sind gute Deutsche, Herr!" und fügte halblaut hinzu:„Wegen der Juden, gell?" An meinem Tisch saß aber ein Holländer, der sich auch über das Hakenkreuz auf seiner Rechnung wunderte.„Wir sind gute Pazifisten, Herr," ant- wartete der Oberkellner und als der Holländer gegangen war, wandte er sich an mich mit der entschuldigenden Bemerkung:„Wegen der Valuta, gell?" Siaal and küastlernol. Der Wirtschaftliche Verband bildenderKünstler hielt Im ehemaligen Herrenhaus fein« Gene- raloersammlung ab. Zunächst wurde eine Resolution an den Reichs- Präsidenten abgesandt, in der der Verband das Versprechen gibt, in diesen sür das Baterland so harten Zeiten fest hinter der Regierung zu stehen. Nach verschiedenen Berichten der einzelnen Organlsatlonea sprach der Maler und Archiekt Willy Dreßler über „Staat und Künstlrrnot". Er führt« etwa folgendes aus: Wenn wir auch über den schweren, über uns hereingebrochenen Stunden unser eigenes Leid vergessen sollen, so müsse man doch der Rot der Kunst gedenken, die da« ganze Boll betrifft. Gerade in trüben Jahren wurden den Künsten und Wissenschaften große Opfer gebracht: so ließ Friedrich II. z. B. in den schwersten Zelten die herrlichsten Bauten erstehen, und vor 114 Jahren nach dem Zu- sammenbruche begründet« man die Universität Berlin. Wenn alle Künstler streiken würden, so stände fast die ganze Industrie still, und über 20 Millionen Deutsche wären brotlos, denn zwei Drittel alles Materials wird erst durch Künstlerhände nutzbar gemacht. Etwa«tn Zehntel der Künstler haben das Existenzminimum der Ar» bester, neun Zehntel sind tn bitterer Not, und viele sind dem Verhungern nahe. Weshalb werden den Kunst- lem so große Schwierigkeiten in den Weg gelegt durch Gesetze, die ans Ungel)«ucrlich« grenzen? Warum stellt der Staat für die gc- samt« Kunst nur 2 Millionen in den Etat und warum wird das geistige Eigentum des Künstlers nicht besser geschützt? Der Redner endete seinen Protest mit dem mit großem Beifall aufgenommenen Ausruf:„Der Titel Reichskunst wart beduetet ein Programm und verpflichtet zur Tat. Wir haben keine Lust zu bitten, wo wir das Recht zu fordern haben!" Di« Wablen und die Berichte über das Anwachsen der Zahl der fördernden Mitg'ieder sowie über Stiftungen, die dankbarst begrüßt wurden, beschlossen die Generalversammlung. Aus der Geschichte des Handschuhs. Hoben die Handschuh« wirk- stch ein« Geschichte? Man bat kein« ganz zuverlässige Kenntnis darüber, wo und wie, ober sicher ist es. daß es lang« her ist, seit man da»«st« Paar Handschuhe anzog. Auf den Gedenksteinen der Pharaonen sind Handschuhe unter den Gaben dargestellt, die be- siegte Völker vor den Thron des Siegers trugen.— Eine praktische Anwendung hatte man für die Handschuhe zur Zeit, als man den Gebrauch von Messern und Gabeln noch nicht kannte: man zog Handschuhe an, wenn man warme Speisen aß: sie schützten so schön vor dem Verbrennen de? Finger! Um das Jahr 1000 begann man in Deutschland Seidenhandschuhr an Stell« der plumpen Leder- Handschuhe zu verwenden, die bis dahin allein im Gebrauch ge- wescn waren, und gleichzeitig kam die symbolische Verwendung de» Handschuhs auf. Er wurde als Zeichen der Unterwerfung eines aufrührerischen Bosalls unter seinen Landesherrn angewandt, als Herausforderung des Ritters gegen seinen Nebenbuhler oder einen anderen, der sein Recht verletzt hatte. Die adligen Damen versahen iboe Handschuhe mit Stickereien und Juwelen oder streuten wohl- riechende Pplver darauf— zur Freude für den, der die Hand küßte. Daß man das Pulver auch in minder liebenswürdiger Ab- ficht streuen konnte, zeigt das Beispiel der Katharina von Medici, die auf dies« Art die Mutter Heinrichs IV, Johanna von Navarra. vergiftet«. Die Zahl der höfischen Handschuhanekdoten ist Legion.� Der Graf von Essex trug aus seinem Barett den Handschuh, mit dem ihm die Königin Elisabeth die historische Ohrfeig« gegeben hatte, als sie entdeckte, daß ihr Günstling sie betrog. Dieselbe Königin versuchte«inst, Shakespeare dadurch in Verwirrung zu bringen, daß ste ihm iyren Handschuh vor die Füße warf, als er gerade einen König spielt«. Shakespeare stutzte einen Augenblick, dann nahm er den Handschuh aus und überreichte ihn würdevoll der Königin, in- dem er sagt«:„Obgleich wir eine so hohe Würde bekleiden, beugen wir uns doch, um den Handschuh auszuheben."— Königin Christine war eine so schwärmerische Bewunderin von Corneille, daß sie einen ihrer Handschuhe, den der berühmte Dramatiker geküßt hatte, unter Gla« und Rahmen setzen ließ und darunter schrieb:„Diesen Hand- schuh hat der große Dichter des„Eid" geküßt." ver Kampf um die Clnheitsstenographie. Der Bildumjsaus- schuf) des Reichstages beschäftigte sich mit den Bestrebungen zur Schaffung einer Einheltsstenographie. Gegen eine Minderheit wurde«ine Resolution angenommen, welche die Bemühungen der Reichsregierung zur Vereinheitlichung der Kurzschrift dankbar be» grüßt, sie für dringend erforderlich erklärt und auf Grund des „Jull-Entwurfs" für erwünscht hält. Ein Scheitern der schwebenden Einigungsverhandlungen wäre sehr bedauerlich. Moderne tschechoslowakische Klaviermusik spielt Dr. V. S t e p a n, der am gestrigen EmpsnngSabend des Ilchechollowastschen Gesandten Tu'ar eindrucksvolle Proben seiner Kunst vorsiibrt«, tn iemem heute statt« findenden Konzert im Beethovensaal. Kunstgeschichtlich« Lichtbildervorträge. Der„Per band de» Studierenden der Kunstgeschichte� veranstaltet zugunsten seines SUPendlensond» eine Reibe von Borträgen. Nebrere namhafte hiesige und auswärtige Kunsthistoriker habe» ihr« Rstwirtung zugesagt. KS weiden im Kebiuar iprechen: tlm 2. Prof. S ch a e s er, Direktor de» Aegy-stischen MuieumS;.Grundzüqe der äghbtischen Pia st it.' Am S. Dr. Boy,.Kusto i am Kailer. Friedrich Museum:„Neues über > Michelangelo d a Tarnvaggio und den Naturalismus.' »Im 16. Pros. Frank!-Halle:„Stile des Städtebaues.' Am '23. Dr. S e i g e I t-Leipzig!„Die Wandlung de« Leben»- gefübl« der Malerei der All-Slnesen.'— Die Bortrög« finden stall im Hörsaal I im Aulagebäud«, gegenüber der Univerfltät am Kalser-Franz-Ioscpb.PIatz. Beginn 8 Uhr abend». Kartenverkaus im Kunst» bistorischen Seminar im Aiilagebände und an der Abendkasse zum Preise von 260 und 109?N. Ttudentetilailrn 50 M. „Kreta und Mykenki'. Lichtbildervortrag von Prosessor Rodenwawt im Kunstgewerbemuieuin Freitag t- Uhr. Zum Beste» der„Ruhrhilfe' werden am Sonntag. 4. Februar, vorm.!1Y, Uhr, in sämtlichen Usa-Theatern Morgen Vorstellungen stattfinden. In allen Theatern Verden Parlamentarier zu Wort tonunen. / Nachgeben od* London, 31. Zanuar.(EP.) per»Daily Match- zufolge ivird die frauzSfischc Regierung heute ein lllkimatum au die deutsche Regierung sendeu. worin diese aufgefordert wird, ihren Wider- stand gegen die Vesahungsbehördcn aufzugebeu, andernfalls die oerfchärflen Sanktioneu durchgeführt würden, und zwar vor allen Dingen die Errichtnag eines Zollkordons zwischen dem de- schien und unbefetzten Deutschland. Die Militarisierung üer Eisenbahnen. Mißerfolge. Der hauplbahnhof von Wiesbaden, sowie die Dahn- Höfe von Dingen und Bingerbrück wurden von französischem Militär besetzt. Die Züge, die von auswärts noch einliefen, wurden nicht mehr weltergeleitet. Die Eisenbahner haben die Arbeit ein- gestellt, so dah jeder Verkehr ruht. In Ludwlgshafen hoben die Vefahungsbehördeo den Forderungeu der Eisenbahner uach Wiedereinsetzung des Präsidenten und der Beamten der Direktion. Zurücknahme des Requifltionsbesehls und Zurückziehung der militärischen Wachen von den Lahnanlagen entsprochen. Das Personal ist daraufhin von den deutschen zuständigen Stellen und den Vertretern der Organi- fctioneu aufgefordert worden, deu Dienst nach den Befehlen der deutschen Regierung weiter zu versehen. In gleicher Weise haben stch auch die Vorgänge auf den übrigen pfälzischen Bahnhöfen ab- gespielt. Zufolge des geschlossenen Widerstandes der Eisenbahner wurden überall die französischen Posten aus den Bahnhöfen wieder aufgehoben. Der Bahnhof Wedau(Kreis Siegburg) ist wieder frei- gcdeu worden. Die verhafteten wurden entlassen. Darauf wurde der verkehr wieder aufgenommen. Der Güterb ahnhof Köln-Drechen, der von den Franzosen besetzt worden war. ist auf Einspruch der Betriebsröte wieder geräumt worden. Die Hauptzollämter wurden von den französischen Ve- amlen beseht. Die deutschen Beamten in Trier arbeiten für sich weiter, lehnen aber jede Unterstützung der Besetzung ab. Essen, 31. Zanuar.(WTB.) Die Lesahungsbehörde hat mit- geteilt, daß der Punkt 2 der Verordnung vom 2g. Zanuar, der den Verkehrauf der Straße von 10 Uhr abends bis K Uhr früh verbietet, nicht beachtet zu werden brauche, da sich seine Un- durchführbarkeit infolge der eigenartigen Verhältnisse im Industriegebiet ergeben habe. Buffallenüe Zunahme üer Verhaftungen. Aus der französisch-belgischen Besatzungszons wird eine ganze Reihe von Beamtenmaßregelungen gemeldet, die sich besonders gegen die Zoll» und Finanzbehörden richten. Die französische Politik geht offenbar dahin, den deutschen Verwaltungsapparat stillzulegen und ihn zunächst an seiner empfindlichsten Stelle zu treffen. Wir lassen eine Liste folgen, die auf Bollständigkeit keinen Anspruch erhebt. Oberzollsekretär Ramlnski, erster Kossenbeamter vom Zoll- omt hafen-Neuh wurde verhaftet, weil er die Kassenbücher nicht herausgeben wollte. Beim Finanzamt Düsseldorf wurden Steuer. inspektor Poppenburg und Steuerinspektor Stempel ge- walisam ausgewiesen. In Aachen wurde beim Hauptzollamt Aus- landsverkehr Oberzollinspektor S p r a n ck gewaltsam aus einem Zimmer entfernt. Das Amt wurde von zwanzig belgischen Soldaten besetzt, so daß der Dienst eingestellt werden mußte. Don den Beamten verlangt« man die Uebergabe der Akten. In Krefeld wurden der Lorsteher des Zollamtes Güterbahnhof Oberzollsekretär Langheinrichs und in Uerdingen Oberzollinspektor C l a- (ins verhaftet. Beim Hauptzollamt Krefeld stehen weitere vier Derhaftungm bevor. In Duisburg wurden der Oberzollinspektor B a l d o w und der Oberzollinspektor Rief verhaftet. Beim hauntzollamt Kreuznach wurden die Oberzollinspektoren Stau- der und Meirich und der Oberzollsekretär Scholz verhaftet, weil sie sich weigerten, den Kassenschlüssel herauszugeben. In Trier wurde Oberzollinspektor Schaffner vom Hauptzollamt Römerbrücke verhaftet. In Prüm wurde der Ober. zollsekretär Sommer verhaftet und per Dahn weggebracht. Der Oberzollsekretär K o i y r b a. der bereits am 2K. Januar verhaftet Soziale Kragen im Reichstag. Protest gegen das kulturwidrige Nuftrete» der Franzosen. Auf der gestrigen Tagesordnung des Reichstag» stand der von killen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten eingebrachte Antrag über die durch die Besetzung des Ruhrgebiets veranlaßte Schließung von Schulen. Der Antrag wendet sich„gegen jede Kürzung und Schädigung des Unterrichts, da sie eine schwere Einbuße an kulturellen und erzieberischen Werten bedeutet: ebenfalls wendet sich der Reichstag gegen die Besetzung von Jugend» Heimen, die einen Eingriff in die Jugendbewegung und Jugend- fürsorge darstellt. Der Reichstag fordert die Rcichsregierung auf, gegen diese Uebevgriffe der Besatzungsdehörde scharfen Einspruch zu erheben-. Abg. Dr. Schreiber(Z.) zählt eine lehr lange Reihe von Orten aus, in denen Dolksschulen und höbere Lehranstalten sowie Lehrerwohn- gebäude beschlagnahmt und r�setzt worden sind und wo imolgedessen der Unterricht ganz oder zum Teil eingestellt werden mußte. Diese unheilvolle Entwicklung greift auch bereits auf den Bezirk Münster über. Eine allgemeine Verwüstung und Zerstörung des iinterrichts ist die Folge. Neben den SchulhÄufern haben die B»- satzungetruppen auch Krankenhäuser in rücksichtsloser Weise beschlagnahmt. Ebenso unerhört sind die maßlosen Ansprüche der Truppen auf anderen Gebieten. In Duisburg werden z. B. pro Tag Z Liter Milch für die Angehörigen der Besatzungstruppen gefordert, während für die Deutschen nur% Liter vorhanden sind. Wir fordern alle ausländischen Spender, die der Kultur des deutschen Kindes zur Hilfe kommen wollen, auf, gegen diese kulturelle Per- tümmerung des deutschen Kindes feierlichen Einspruch zu erheben. Ohne weitere Debatte wird der Antrag vom gesamten Hause einstimmig angenommen. Es folgt dann die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die Kleinrentnerfürforge. Der Ausschuß hat nicht nur die Kleinrentner, sondern auch diejenigen, die Ihnen gleichgestellt sind, dem Gesetz unterworfen und den Kreis dieser Fürsorgeempfänger genau umschrieben. Es sollen darunter fallen alle die in Not Ge» ratenen, die durch Arbeit ihren Lebensunterhalt erworben haben, die wissenschaftliche, künstlerische oder gemeinnützig« Arbeit ver- richteten, und jene, die infolge geistiger oder körperlicher Gebrechen nicht mehr arbeiten können. Die Vorlage sah eine Erstattung der Kosten des Gesetzes an die Gemeinden in höhe von 8 0 Proz. durch das Reich vor. Der Ausschuß beschloß eine Erhöhung der Erstattung aus gy Proz. Ministerialdirektor Schllebea bittet im Namen des Reichssinanz- Ministers, es bei 80 Proz. der Erstattung zu lassen, da es aus den verschiedensten Gesichtspunkten nicht erträglich sei, den Bettrag der Gemeinden für die Kleinrentnersürsorge mir mit IV Proz. zu be» rncBat. : Zolltrennung! worden, jedoch auf den Protest der Bevölkerung hm wieder frei- gelassen war, wurde erneut oerhaftet. Vom houptzollamt Kaisers- lauiern wurde der Vorsteher Zollrat Kost verhaftet, weil er das Ansinnen der Franzosen, unter ihrer Leitung zu arbeiten, trotz großer Versprechungen wiederholt ablehnte. Beim Hauptzollamt Bochum wurden der Vorsteher Zollamtmann B inhold, Ober- zollsekretär S« u b o l d t und Zollsekretär S ch a r d t verhaftet. Französische und belgische Kommissionen sprachen bei den Zoll- ämtern Duisburg-Südbohnhof, Duisburg-Rhein, Rheydt, München- Gladbach, Kaldenkirchen, sowie den dazugehörigen Zollnebenstcllen Niederhof, Anderwalds, Straelen vor und fragten die Beamten, ob sie unter ihrer Oberaufsicht arbeiten wollten. Die Beamten blieben ihnen die gebührende Antwort nicht schuldig. Don der Besatzungsbehörde verhaftet wurden ferner: Re- gierungsrat Schweden, Präsidialfetretär K l i m p e l und Re- gierungsobersekretär P o st e r t von der Regierungebehörde in Bochum,«in Beamter und ein Angestellter von der Reichsbank in Aachen sowie Regierungsrat B e r t s ch, der Leiter des Ausfuhr- amtes in Essen, der Oberbürgermeister von Herne, Dr. Spar- l e d e r. der Bürgermeister von Uerdingen a. Rh. A l d e h o f f, der Bürgermeister von Cleve Dr. Wolfs, Gewerkschaftssekre. tär Klein»Cleve und 25 Studenten der Technischen hoch- schule in Aachen. Mit der Ausweisung in diesen Fällen ist zu rechnen. Weitere Maßregelnngen. Ausgewiesen wurden: Zollsekretär Broese, Zollsekretär S ch a l o e r und Referent Wenderle in Ems. Sämtliche Ange- stellten des Ausfuhramts in Ems, etwa 600, haben die Arbeit nieder- gelegt. All« wurden beim Berlossen des Amtes genau untersucht. Auch waren Maschinengewehre aufgefahren. Eine große Menschenmenge hatte sich in der Nähe des Ausfuhramts angesammelt und empfing die Angestellten mit stürmischem Beifall. Nur zwei weibliche Angestellte haben sich bereit erklärt, weiter zu arbeiten. Ausgewiesen wurden ferner: Bürgermeister Stahl- Geisenheim, Oberförster K« m p i- Nassau, Oberförster Müller» Nassau, Oberförster K r o s ch- Diez, Oberförster S ch e u r e n- Land- kreis des Unterlahnkreises. Zollrat R o s eb r o ch- Düren, Zoll- inspektor Boß- Trier, Zollrat Wagner- Trier, Zollrat D o e r r» Worms, Oberzollinspektor B ä u m« r- Worms, Runger, Direktor des Hauptzollamtes Ludwigshafen, Rost, Direktor des hauptzoll- amts Speyer, und Stern, Direktor de» Hauptzollamts Landau. Weiter sind ausgewiesen worden: Oberzollinspektor Baum- Jülich, Zollrat D e i ch m a n n. Kaldenkirchen, Zollrat Bäsch. Lintorf, Oberzollinspektor W i n t e l m a n n, Zollinspektor Koch, Zollsekretär I a t o b s e n, alle drei aus München-Gladbach, Oberzollinspektor Heuer und Zollrat S o e r b o l d t aus Rheydt, Zoll- amtmann de l a Motte- Krefeld, Oberzollsekretär R e i m a n n- Weeze und Zollsekretär Z e r e n s k i aus Neust. In Wiesbaden wurden der Oberforstmcister v. Hammer» stein und der stellvertretend« Zolldirektor Seslig von der fran« zöstschen Besatzungsbehörde ihre, Amtes enthoben. Beide Beamten versehen ihren Dienst trotzdem weiter. Ttillegung der Zollamter. Düsseldorf. 81. Januar.(WTB.) Die Zollämter Hubertus und Hofen, sowie die dazu gehörigen Unterstellen wurden heute früh von den französischen Bosatzungsbehörden militärisch besetzt. Ferner wurden auch die folgenden Zollämter besetzt: Hauptzollamt Neuß, Zollamt Neuß-Hafen, houptzollamt München- Gladbach, Zollamt Krefeld-Hafen, Zollamt Duisburg-Parallelhafen. Sämtliche deutschen Zollbeamten haben den Dienst darauf eingestellt, �o daß der Betrieb völlig still liegt., Grüstner protestiert. Regierungspräsident Dr. Grützner protestiert in einem Schreiben an General Devingnes gegen den Befehl, daß die Per- folgung von politischen und Preßvergehen der Zustimmung der Be- satzungsbehörden bedürfe. Dies fei ein Eingriff in die deutschen Hoheitsrechte und eine Völkerrechts» widrige Maßnahme, die offenbar politische Zwecke verfolge. Abg. Frau Schroeder(Soz.): Trotz oller Bemühungen der Parteien ist es nicht gelungen, den ß 1a so zu fassen, daß er unserer An- schauung entspricht. Der Kreis der berechtigten Fürsorgeempfänger muß noch weiter gefaßt werden. Wir werden die weitergehenden Anträge der Kommunisten unterstützen und selbst beantragen, daß all«»ohne eigene Schuld" in Rot geratenen Personen im Sinne dieses Gesetzes fürsorgeberechtigt sein sollen. Nach Zustimmungserklärungen der Abgg. Obersohren(Dnat.) imd Frau Matz(D. Bp.) erklärt Abg. Dr. Külz(Dem.): Die Anträge der Kommunisten und Sozialdemokraten schießen wiet über da» Ziel hinaus oder sind überflüssig oder gar undurchführbar. An der Frage, ob die Gemeinden IV oder 20 Proz. der Unkosten bestreiben sollen, werden wir das Gssetz nicht scheitern lassen. Nach kurzen Bemerkungen der Abgg. Schwarzer(D. Dp.) und walzahn(Komm.) wird das Gesetz in zweiter und dritter Leiung mit der Aenderuna verabschiedet, daß da» Reich 8V Proz. der Kosten an Re Gemeinden zurückerstattet. Nach debatteloser Erledigung der zweiten Lesung des Jugend» gerichtsgesetzes wird der Gesetzentwurf über Berücksichtigung der Geldentwertung In den Steuergesetzen dem Steuerausschuß über- wiesen.— Nächste Sitzung: Donnerstag 2 Uhr. Einigungsverfuch in Lausanne. Lausanne, 31 Zanuar.(V2l.) ver englische Pressechef Mac Cläre erklärte heute abend den Zournalisten, daß dle Ausflchteu für den Friedensschluß lm Augenblick wie 10: 4, also g u l wären. Lausanne, 31. Januar.(WTB.) Ueber die heutig« Boll- sitzung der Konferenz wurde ein« amtliche Mitteilung nicht heraus- gegeben. Man erfährt über den Derlouf der Sitzmtg folgendes: Curzon, Bomoard und Garront wiesen eingehend und nachdrück. lich auf die zahlreiche» Konzessionen hin, die die Wiierten in ihrem Friedensvertragsprojett den Türken gemacht habin, und betonten, welck)« große Verantwortung die Türkei durch eine Ablehnung auf sich laden würde. Curzon streif!« dabei die V«rantwortuna der Türke! am Kriegsausbruch Ismet Pascha antwortete in einer längeren Red«, die große Ueberraschuna hervorrief, weil er gegen das gesamte Mandatssystem Protest crte und als Wortführer aller Mandatsvölker und auch der A« g y p t e r zu sprechen schien. Er beantwortete die Ueberreichung der Friedensbedmgungen mtt dem Ersuchen um eine Frist von acht Tage«. hierauf wurde die Sitzung geschlossen. Nachmittags versuchten die drei alliierten Delegationssührer ein Einvernehmen über die Ismet Pascha zu erteilend« Antwort zu finden. Don französisch« Seite versichert man. daß die acht- täglge Frist bewilligt werden wird und daß die Debatte stch vor allem darum dreht, ob die drei alliierten Führer während dieser Frist in Lausanne bleiben sollen oder abreisen werden unter Zurücklassung von Vertretern. Di« Franzosen treten lebhaft für die erste Lösung ein, die Engländer bestehen ossenbar auf dem früheren Programm. Di« Beratung der alliierten Delegationssührer dauerte eine Stunde. Um zwei Uhr mittag»' wurde die Vollsitzung wieder auf- genommen. Im Namen der Alliierten erklärte Lord Curzon, daß es nicht möglich sei, die türkische Forderung nach einer achttägigen Frist völlig anzunehmen. Er werde auf jeden Fall noch bis Sonntag abend in Lausanne bleiben, und er hoffe, daß man diese Zeit aus- nutzen werde, um die bestehenden Schwierigketten beizulegen. Ismet Pascha entgegnete, daß er sich bemühen werde, innerhalb der verkürzten Frist zu einer Lösung zu gelangen. Damit wurde die Sitzung geschlossen. Lausanne, 31. Januar.(EP.) In bezug aus das am Dienstag in Lausanne veröffentlichte Telegramm der französischen Regierung an die Regierung von Angora, wonach die französische Regierung den heute den Türken zu übergebenden Friedensvertrag nicht als endgültigen Text ansehen und ihre Delegation in Lausanne zur Fortsetzung der Verhandlungen belassen will,«klärt die englische Dclegatton, daß sie dieser Information, die eine flagrante Ver- l e tz u n g der alliierten Vereinbarungen darstellen würde, keiner- l e i Glauben schenken könne, und daß die Beröffentlichung dieser Nachricht ohne vorherige Verständigung mit der englischen Regierung oder ihrer Delegation erfolgt sei und daß die englische Regierung nicht die Absicht habe, ihre bereits getroffene Disposition abzuändern. London, 31. Januar.(EP.) Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, veröffentlicht die türkische Presse den Friedensvertragsentwurf und erklärt diesen allgemein als ganz unannehmbar. Um Unruhen zu vermeiden, ist die türkische Gendarmerie in Konstant!- nopel verstärkt worden. Dos Todesurteil gegen den polnischen präsidentenmörder Hot der Staatschef mit folgenden Worten unterzeichnet:»Ich finde weder in meinem Gewissen noch in den Akten einen Grund, der mir erlaubt, das Urteil des Gerichts zu ändern". Das Urteil ist Mittwoch vormittag durch Erschießen v o l l st r e ck t worden. Wirtschaft Die ZNarkkalasirophe. Im März 1921, zur Zeit der Abstimmung in Oberschlesien, ginn durch die deutsche Presse ein Aufsatz aus der Feder eines an führen- der Stelle des Reichsbankdirektoriums stehenden Beamten, der stch ganz besonders mit der polnischen Valuta beschäftigt«. Mit vollem Recht wurde damals gesagt:„Es bedarf keines Beweises, daß der Usbergang zu einer lo entwerteten und kreditunwürdi- gen Valuta die schwersten Nachteil« für ein Land mit stch bringen muß. Insbesondere würde«in industrielles, auf den internationalen Verkehr angewiesenes Land wie Oberschlesien die Grundlagen seiner wirtschaftlichen Existenz selbst zerstören, wenn es di« Markwährung mit einer derartigen Valuta vertauschte." Es verdient festgehalten zu werden, daß die leitenden Stellen unserer Reichsbank sich üb« d i e G e fahren der Valutaentwertung schon zu einer Zeit völlig klar waren, als der Dollarkur» sich ungefähr auf 62 M. stellte und der Notenumlauf der Reichsbank ungefähr 68 Milliarden betrug. Seitdem ist der Dollarkurs aus mehr als 30 OVO M. gestiegen, und der Banknotenumlauf hat die höhe von rund anderthalb Billionen erreicht. Man kann nicht behaupten, daß die Leiter unseres Zentralnoteninstituts stch gegen eine solche Entwicklung mit der- jenigen Energie zur Wehr gesetzt hätten, die im Interesse der deutschen Volkswirtschaft von ihnen zu erwarten ge- wesen wäre. Man hat dem Verhängnis seinen Lauf gelassen und durch die Suspendierung der gesetzlich vorgeschriebenen Dritteldeckung für den Notemimlaus auch seinerzett noch die letzten schwachen Schranken niedergerissen, um der Inflation freie Bahn zu schaffen. Die Wirkungen dieser Wirtschaftspolitik steht man heute nur zu deutlich auf allen Gebieten unserer Wirtschaft. In den letzten Tagen hat die polnische Mark, die im Jahre 1921 vorüber- gehend noch unter den Kurs von 3 deutschen Reichspfeuniaen hinab- sank, an den deutschen Börsen einen Kurs von 100 Pfennigen erreicht. Im Verlauf von knapp zwei Jahren ist also die deutsche Mark auf das Niveau der polnischen herabgesunken: es ist dabei zu berück- sichtigen, daß die polnische Währung im Vergleich zum Dollar und anderen Edelvaluien in diesen zwei Iahren durchaus nicht gestiegen, sondern sogar noch gefallen ist. Die Entwertung der deutschen Mark hat sich ober, wie die jetzigen Kurse zeigen, noch viel rascher voll- zogen. Auch die ö st e r r e i ch i s ch e Krone, auf deren ZZerfall wir Reichsdeutschen bisher sehr mitleidig hinsahen, steigt im Vergleich zur Mark von Tag zu Tag, und wenn die Entwicklung im bisherigen Tempo weiter geht, haben wir auf dem Gebiet« des Geldwesens sehr bald österreichische Zustände im wahrsten Sinne des Wortes. Di« für die Währungspolittt in Deutschland verantwortlichen Stellen können sich bis zu einem gewissen Grade mit dem Hinweis auf die ver- heerenden Wirtungen der Reparationszahlungen entschuldigen. Mußten doch allein in der zweiten Ianuardekade 1923 rund 58,6 Milliarden Papiermark zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen in ausländischer Währung in Ausführung des Friedensvertrags ausgegeben werden, während die gesamten Reichseinnahmen im gleichen Zeitraum nur 58,3 Milliarden Mark betrugen Seit dem 1. April 1922, d. h. seit Beginn des laufenden Finanzjahres, wurden für Reparationszahlungen rund 830 Milliarden Papiermark aufgewendet, außerdem beanspruchte die Fnedenovertragsabrechnungssteue allein ln der letzten Dekade noch 130 Milliarden Mark für Zahlungen in Papiermark. UrB'r diesen Umständen kann der weiteren Entwicklung des Markkurfes schwerlich ein günstige» Horoskop gestellt werten, zumal die im Januar erfolgte Ruhrvesetzung der deutschen Wirtschaft und den Reichsein- nahmen einen weiteren schweren Schlag versetzt hat. Es darf aber nicht»«schwiegen w«den, daß die Einnahmen auf Konto Zwangsanleihen In den letzten Monaten nur sehr gering waren und daß der neueste Ausweis über die Finanzgebarung des Reiches in d« zweiten Ianuardekade 1923 überhaupt keine Einnahmen aus der Zwangsanleihe mehr reqistriert. V. W.B. Fesiwerlanleihen. Das unter Führung der Preußischen Staatsbank(Seehandlung) stehende Bantentonsortium wird in der nächsten Woche eine weit«« Serie van 5 p r o z. Roggenrentenbriefen der Ro�genrentenbank Aktiengesellschaft zu Berlin zur öffentlichen Zeichnung auflegen. Der Zeichnungspreis wird sich auf etwa 15 Proz. unter dem gegenwärtigen Marktpreis für märtischen Roggen stellen. Starke Erhöhung der Düngemittelpreise. Die Preise für künstliche Düngemtttel wurden in den letzten Tagen stark heraufgesetzt. So wurden die Kallpreise um das Anderthalbfache erhöht, sur Bestellungen, die bis zum 10. Februar beim Syndikat eintrafen, wird ein Preisnachlaß von 20 Proz. gewährt. Die Preise für Stickstofs- düngemtttel verdoppelt. Devisenkurse. Unserer gestrigen Kuretafel sind noch folgende amtlichen Notierungen nachzutragen: 1 finnische Mark 1177,05 Geld, 1182,95 Brief: 1 jvponischer Pen 22 393.87 Geld, 22 506,13 Brief: 1 brostlianisck)« Milrels 3236,87 Geld, 5263,13 Brief: 100 österr. Kronen 66,13 Geld. 45,47 Br:es: 1 tschsch. Krone 1346,62 Geld, 1353,38 Brief: 1 ung. Krone 18,05 Geld, 18,15 Brief: 1 bickg. Lewa 274,31 Geld. 275,69 Brief: 1 juaoslaw. Dinar 416,45 Geld. 418,55 Brief. 1 pota. Mark galt i» frei« verkehr t» W. Gewerkschaftsbewegung immer rund 50 Proz. des Verbandsbeitrages als Gaubeitrag zu er Die Kommunisten gegen die Ruhrarbeiter. Unsere Mahnung an die Arbeiterschaft, die Reihen zu schließen und die kommunistischen Zerstörer der Gewerkschaften in die Schranken zu weisen, ist der Roten Fahne" in die Knochen gefahren. Sie bemüht sich, in einem spaltenlangen Artikel den Nachweis zu führen, daß auch die Kommunisten auf die Besserstellung der Arbeiterschaft, auf den Kampf gegen das Kapital und die Reaktion bedacht seien. Daß die Kommunisten im selben Augenblick Hand in hand mit den den schlimmst en Scharfmachern die sozialistische Regierung von Sachsen gestürzt haben, vergißt das fommunistische Blatt. Die Arbeiter werden ein weniger furzes Gedächtnis haben. Das Blatt erzählt seinen gläubigen Lesern, daß wir es feien, die den Burgfrieden mit dem Unternehmertum" predigten und daß wir den Arbeitern empfehlen, ihre Lohngroschen mit denen der Stinnesleute zusammenzuwerfen". Nun wird auch dem dümmsten Leser der" Roten Fahne" nicht mehr unbekannt sein, daß wir in dieser wie in allen anderen Gewertschaftsfragen uns darauf beschränkt haben, die Beschlüsse der Organisationen zu veröffentlichen, während die Rote Fahne" nach altem Brauch das Gegenteil tut. Sie fordert ihre Anhänger auf, auf die Listen der Gewerkschaften nicht zu zeichnen, sondern auf die Sammellisten eines fragwürdigen Reichsausschusses der deutschen Betriebsräte" Gelder für einen fommunistischen Kampffonds zu zeichnen. Mit anderen Worten, die vom französischen und belgischen Militarismus drangfalierten und ausgehungerten Ruhrarbeiter sollen schnöde im Stich gelaffen werden. Dagegen soll den fommunistischen Gewertschaftssprengern das Leben möglichst angenehm und leicht gemacht werden. Wir begnügen uns mit der Feststellung dieser Tatsachen. Wir sind überzeugt, daß die Arbeiterschaft den fommunistischen Helfershelfern der internationalen Reaktion die gebührende Antwort erteilen wird. trages als Gaubeitrag gezahlt worden. Der Gauvorstand schlage vor, heben und den Beitrag zurzeit auf 800 m.( 550 M. Verbands- und 250 Mt. Gaubeitrag) pro Woche festzusetzen. Die Versammlung stimmte dem Borschlag zu. Sodann wurden die Wahlen der Beifizer für das Schiedsamt vorgenommen und ein Antrag, den„ Weckruf" als Publikationsorgan zu benutzen, abgelehnt. Eisenbahnbeamtentagung. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerffchaft Berfin. Sonntag vormittag von 10 bis 12 Uhr in den bekannten Abstimmungslokalen Ürabstimmung über das neue Lohnabkommen. Wir ersuchen unsere Mitglieder, sich an der Abstimmung zu beteiligen. Der Vereinsvorstand. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. Seute abend 27 Uhr bei Wilke, Sebastianstraße 39( dicht an der Alter Jakobstraße), Bersammlung aller bei der Attiengesellschaft für Bauausführungen beschäftigten Verbandsmitglieder. Die legten Borgänge bei der Firma." Wir ersuchen alle unsere Mitglieder, zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert; ohne dieses tein Zutritt. Der Borstand. Betriebsräteschule. Morgen Freitag beginnen folgende Kurse, an denen noch neue Hörer teilnehmen können: Zentrum: Sophien- Lyzeum, Weinmeisterftr. 16-17. Allgemeiner Einfüh rungskursus"( 8 Uhr). Arbeitsrecht und Bürgerliches Gesezbuch( BGB.)" ( 6 Uhr).„ Buchhaltung und Bilanz"( 8 Uhr). Südosten: Leibniz- Gymnasium, Mariannenplag. Allgemeiner Einführungsturfus"( 6 Uhr, Zimmer 18).„ Einführung in Staats- und Rechtslehre"( 8 Uhr, Zimmer 18). ,, Das Wesen der modernen Produktion"( 8 Uhr, Simmer 17). Wirtschaftsgeschichte der lezten 100 Jahre"( 6 Uhr, Zimmer 17). Often. Textil- Fachschule, Warschauer Plag Nr. 115). Inhalt und Pragis des modernen Arbeitsrechts"( 28 Uhr, Zimmer Nr. 6-8. Wesen und Entstehung der Betriebsvertretung"( 6 Uhr, Zimmer Nr. 115). Hörerfarten( zum Preise von 50 M., für Arbeitslose unentgeltlic)) In einer am vergangenen Sonntag von den Bezirken Breslau, Stettin, Often und Oberschlesien nach Frankfurt a. d. O. einberufenen Beamtenkonferenz sprachen zwei Bertreter des Hauptvorstandes über die Bedeutung der Einheitsorganisation" und die Ziele der Be amtenbewegung des Deutschen Eisenbahner- Verbandes". Beide Referate wurden von den anwesenden Delegierten der obengenannten Bezirke recht beifällig aufgenommen, ein Beweis dafür, daß alle Beamtenfunktionäre den Kern der Sache erfaßt hatten. Die einsetzende Debatte zeigte, daß die Wege, die der DEB. beschreitet, um alle wirt schaftlichen, sozialen und rechtlichen Ziele der deutschen Eisenbahnbeamtenschaft zu erreichen, beschritten werden müssen und richtig sind. Nachstehende Entschließung wurde einstimmig angenommen und gibt Zeugnis von der Erkenntnis der ernsten Stunde. werden in der Betriebsrätezentrale( Abt. Räteschule), Engelufer 24-25, 2. Hof L, ,, Die am 28. Januar 1923 im Gewertschaftshaus zu Frankfurt ausgegeben. Lehrberatungs- Sprechstunden, außer in den Bureaustunden, Mona. d. Oder tagende Konferenz der im Deutschen Eisenbahner- Verband tags und Freitags von 4-7 Uhr. Auch können die Kollegen die Kurse direkt auffuchen und den Hörerbeitrag doft an den Vertrauensmann bezahlen. Ale organisierten Beamten der Bezirke Stettin, Osten, Oberschlesien und freigewerkschaftlich organisierten Arbeiter und Angestellten können die Kurſe Breslau sehen durch die sinnlose, völkerrechtswidrige Besekung großer besuchen. Freigewerkschaftliche Betriebsräteschule. Teile des Ruhrreviers die Zerstörung der deutschen Wirtschaft und damit die Existenz vieler Millionen fleißiger und friedliebender Menschen bedroht. Achtung, Feuerwehrfunktionäre! Heute nachmittag 2 Uhr Zusam mentunft aller Funktionäre der Feuerwehr der BSPD. im Jugendheim, Lindenstr. 3. Erscheinen Pflicht. Nicht die tapitalistische Klasse Deutschlands, sondern nur die merktätige Bevölkerung des befehten und unbesetzten Gebietes wird noch tiefer in unsagbares Elend hineingestoßen, trozdem gerade lettere ftets für die Wiedergutmachung der Kriegszerstörungen und in saverlands Festfälen, Neue Friedrichstr. 36, Zimmer 5, Bersammlung. Ets den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas eingetreten ist. Die Bersammelten sprechen den vom Einmarsch betroffenen Rollegen und Volksgenossen im befegten Gebiet ihre wärmste Sympathie aus. Diese können versichert sein, daß wir ihre Lage verstehen und alles aufbieten werden, um dem Recht gegen die Machtpolitit französischer und belgischer Militaristen und Imperialisten zum Siege zu verhelfen." Kapitalistische Kniffe. AfA- Mitglieder in Wagen- und Karosserie- Fabriken! Heute abend 7 Uhr scheinen dringend notwendig. Mitgliedsbuch eines AfA- Verbandes legitimiert. Deutscher Wertmeister- Berband. Bersammlung aller in Buchbindereien be häftigten Werkmeister am Freitag, den 2. Februar, nachmittags 5 Uhr, bei Schulz, Hollmannstr. 18. Bericht der Tariftommission. Bezirksverein Berlin 10. Fachgr. Metallindustrie. Freitag 7 Uhr Mitgliederversammlung im Karl- Schraderfag 3 hr im Klubhaus, Ohmstraße, Bortrag: ,, Reichsmietengefet". Haus, Malplaquetftr. 14-16. Bezirk 15, Fachgruppe Papierindustrie. Freiwertschaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 5. Zentralverband der Maschinisten und Seizer. Morgen, Freitag, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 1, allgemeine Funktionär Versammlung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Es ist Pflicht eines jeden dienstfreien Kollegen, pünktlich zu der Versammlung au erscheinen. Die Ortsverwaltung. Achtung, Zimmerer! Morgen Freitag 6% Uhr Funktionärtonferenz im GeAm Sonnabend in allen Bezirken schaftshauses, Rahlstellenversammlung. aitos Bebeller Sonntag vormittag 9 Uhr, Saal 1 des Gewerk. duftrie findet am Freitag abend 6 Uhr in der Königsbant, Große Frankfurter Straße 117, ftatt. Tagesordnung: Bericht über die Lohnverhandlungen. LegitiAchtung, chemifaje Arbeiter! Die Funktionärkonferenz der chemischen JuDie Buchdrucker fordern nene Lohnverhandlungen. Die Generalversammlung des Vereins der Berliner Buchdrucket und Schriftgießer hatte Dienstag abend eine umfangreiche Tagesordnung zu erledigen. Der Vorsitzende Braun gedachte zunächst mit marmen Worten der Berunglückten bei dem gräßlichen Bauunglüc Laut dem Gefetz über die Entlohnung der englischen bei der Firma Mosse. Die Versammlung ehrte das Andenken der Berg arbeiter erhalten die letzteren nur Minimallöhne, jo jäh ums Leben gekommenen Angestellten in üblicher Weise. So- und der Lohnzuschuß soll von den Ueberschüssen gedeckt werden. dann warnte Braun vor der arbeiterschädigenden Tätigkeit eines Die Bergwerkbesitzer verstehen aber ihre Rechnungen io zu führen, angeblich Internationalen Arbeitsamtes in der Eberswalder Straße. Daß feine Ueberschüsse in Erscheinung treten. Ganz besonders beAn der Urabstimmung über den neuen Manteltarif beteiligten sich 56 754 Mitglieder. Für den Tarif stimmten 33 071( 58,92 Broz.), lagen sich die Bergarbeiter darüber, daß die in der letzten Periode dagegen 23 060( 41,08 Bro3.); ungültig waren 623 Stimmen. erfolgte vertitale Konzentration der Bergindustrie, d. h. Ueber das Zustandekommen des neuen Lohnabkommens gab die Verbindung der Bergwerke mit der Hütten- und Montanindustrie, Braun einen ausführlichen Bericht. Er streifte dabei die wirtschafts- ein an sich produktionstechnisch zu billigender Vorgang, ibre 2öhne holten, im Norden vielfach starken Niederschlägen und frischen westlichen politische Lage, die durch die Besehung des Ruhrgebietes eingetreten nachteilig beeinflußt. Die Bergwerke verrechnen nämlich die Koble Binden. ist und hob alle Schwierigkeiten hervor, die sich einem besseren Lohn- daß die Ueberschüsse möglichst der legteren zu allen, um auf diese Berantwortlich für den redakt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: und Erze für die angegliederte verarbeitende Industrie derartig, abschluß entgegenstemmten. Die Obleute mehrerer Großbetriebe hatten schon vorher zum Lohnabkommen Stellung genommen und Art die Bergarbeiterlöhne zu fürzen. Aehnlich gehen übrigens h. Glocke, Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag, G. m. b. S., Berlin. Drud: nachfolgende Resolution eingebracht, die bereits in den meisten Be- auch die deutschen Rechenbefizer vor, wenn sie die Erhöhung der Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. zirksversammlungen am Montag Annahme gefunden hatte: Kohlenpreise mit den gesteigerten Materialpreisen begründen die sie, als ihre eigenen Lieferanten, vorher in die Höhe getrieben Die versammelten Obleute der Großbetriebe erklären das für die Zeit vom 29. Januar bis 18. Februar getroffene Lohnablommen für durchaus unzureichend, da weder für die rüdliegende Januarabmachung, noch für die heutigen TeuerungsDerhältnisse auch nur annähernd ein Ausgleich geschaffen ist. Es mird sofortige Wiederaufnahme der Verhandlungen durch die in Frage fommenden Instanzen über eine mindestens 100prozentige Lohnerhöhung rückwirkend ab 15. Januar gefordert, worüber um gehend in einer Generalversammlung zu berichten ist. Ferner verlangen die verfammelten Obleute fofortige Einstellung der Sonntagsarbeit in den Wertpapierbruckereien sowie Verbot der Ueberstunden wegen der jetzt herrschenden Arbeitslosigkeit in unserem Gewerbe." haben. Verlängerung der Arbeitszeit im englischen Bergbau? Die Organisation der englischen Zechenbesizer sowie der Ge neralrat des Gewerkschaftstongresses beschäftigen sich, dem Jha" zufolge, gegenwärtig sehr eingehend mit der Frage der Verlänge rung der Arbeitszeit, d. h. der Rückkehr zum Achtstundentag im englischen Bergbau. Die Grubenbesizer sind der Uebergeugung, daß eine Ausdehnung der Arbeitszeit bei der augenblic lichen unerhörten Nachfrage nach englischer Kohle aus allen Ländern unbedingt notwendig ist, gleichzeitig aber auch, um die Produktionskosten herabzusetzen. Soweit sich bisher übersehen läßt, haben die Bergarbeiterführer eine Opposition der von ihnen vertretenen Verbände gegen die Arbeitsverlängerung angefündigt. Doch dürfte die endgültige Entfcheidung darüber erst in der zweiten Februarwoche fallen. heftige mationstarte und Mitgliedsbuch find vorzulegen. Verband der Fabritarbeiter. Ortsverwaltung Groß- Berlin. Wetter bis Freitag mittag. Mild, überwiegend trübe mit wiederSierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage Heimwelt". * Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbo' rg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer NÄCHSTE ABFAHRTEN: America President Harding George Washington President Roosevelt ...... 7. Februar 11. April 14. Februar 21. März 21. Februar 28. März 28. Februar 4. April Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Verlangen Sie Prospekte und Segellisten Nr. 83 Frankreich an der Spitze der sozialpolitischen Realtion maridhieren, UNITED STATES Die einsehende lebhafte Aussprache war fachlich, aber äußerst scharf. Dem Abkommen wurde die Zenfurunannehmbar" er= teilt. Was soll man zu dieser Zulage sagen, wenn innerhalb der legten Tage die Lebensmittel um mehr als 100 Broz. gestiegen sind! Acht Jahre lang haben wir unsere besten Körperträfte geopfert; es Die gesetzliche Arbeitszeit in Portugal. muß doch endlich einmal daran gedacht werden, das Berlorene wieder aufzufrischen. Die Resolution wurde schließlich angenommen. Während die großen und führenden" Nationen England und Die Arbeitslosen, deren Zahl zurzeit mehr als 1300 be= trägt, fordern in einem Antrage Einreihung in den Produktions- versuchen viele der fleinen Nationen an den sozialpolitischen Erprozeß und eine strenge Kontrolle der Ueberstunden. rungenschaften des Weltkrieges festzuhalten. So hat z. B. der Ein weiterer Antrag verlangt die Abführung des Betrages von portugisische Arbeitsminister fürzlich eine Verordnung zur Regelung zwei Lohnstunden pro Woche zur besseren Unterstüßung der Arbeitszeit erlassen, die den Normalarbeitsing auf a chi der Arbeitslosen. Nach einer längeren Aussprache wurde ein Antrag Stunden festießt. Zwar erlaubt die Verordnung Ausnahmen angenommen, wonach die Generalversammlung die Druckereitassierer in gewissen Fällen( wie z. B. dringliche Arbeiten, Inventur, verpflichtet, Listen aufzulegen, in die jeder Bollarbeiter pro Stassenabschluß usw.), fichert aber überall das Kontrollred t Woche mindestens den Betrag eines Stundenlohnes zu den Gewerbeaufsichtsbehörden zu. Die Verordnung, die auch die gunsten der Arbeitslosen einzuzeichnen hat. Verteilung der Ruhepausen regelt, erstreckt sich auch auf die BERLIN W& Unter den Linden 1 LINES BERLIN NW 40 Invalidenstraße 93 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen Sie husten nun schon wochenlang Ueber die Beitragsgestaltung referierte der Kaffierer Schleffstaatlichen Betriebe und soll durch paritätische Organisationen des und haben immer noch nicht das richtige Mittel dagegen gefunden. Wir raten Ier. Er wies hin auf die hohen Anforderungen, die an die Gautaffe ge- Staates, der Unternehmer und der Arbeiterschaft durchgeführt Shnen, aus 30 Gramm echtem Fagofot- Extrakt durch Aufkochen mit Bid Zucker stellt würden. Vor dem Kriege feien zwei Drittel des Verbandsbei- werden. und Wasser eine preiswerte, prompt wirkende Huftenmedizin selbst herzustellen. Echter Fagofot- Egtraft ist sicher erhältlich in allen Apotheken. Opernhaus Theater, Lichtspiele usw. Some Er raucht Batschari er ist Qualitätraucher. Volksbühne 7 Uhr: Die Lüge Lessing- Th. Deutsch. Theat. Residenz- Th. Kleines Th. 6801-6900 7. Abonn.- Vorstellg. Täglich 8 Uhr Uhr: Kabale Es lebe das Leben und Liebe von H. Sudermann Deutsch. Opernhaus Neues Th. am Zoo Der flieg. Holländer Borine u. der Zufall Neu einstudiert Frte. 7 U. z. 1. Male da Wüst, Else Wasa. Schroib, 7: Jean Gilberts Operette Schauspielhaus 7% Uhr: Groß. Volksoper im Theat d Westens 7 Uhr: Neues Volkstheater Käthen von Heilbronn 112 Uhr Sardanapal 7 Don Pasquale Renaissance- Theat. Theater i. d. 712 Uhr: Improvisationen im Juni Tägl. 8 Uhr: Die Unmoralischen IVO PUNONNÝ Circus Caf Busch Tgl. 7, Stg. a. 3U Von Lustspiel Der Blaue Vogel Der große Klein, Bätzcher Lothar Schmidt Sonnt. nachm. 4 Carola Toelle, Olga Limburg Falkenstein, Kaiser- Titz Geschäft ist Geschäft Kammerspiele Schlafwagenkontr. Sb. u. Sonntag 18: Der Kreis Geschäft ist Geschäft Frtg 8 Uhr: Glas Wasser Intimes Theater Uhr Die Juden Königgrätz. Str. Dent. Künstler- Th. Das SU- Frau Adas G. Schiller- Th Charl. 3 Uhi. Die wunder- Alabendlich 1, U. Gr.Schauspielh. Komische Oper 8 U.: m. 8 lichen Magdalena/ L Klasse b. H. Die G'schamige Uhr Der Schöpfer d. Kapellm. Kreisler Lustspielhaus Thalia- Theater 7: Die törichte Jungfrau J. Der Mustergatte Unr: Ein Jahr Komödienhans Trianon- Th. Die tōU.: ohne Liebe Täglich 8 Uhr Metropol- Theater Th. a. Nollendorfpl. Kameraden Erika Glässne. in U.: New York- Berlin, Uhr: Königin der Straße Ste. 3 Die Bajadere Sig. 32 U.: Dein Mund. Neues Operetten- Th. Theaterin d.Kommandant.- Str Geschl, Morgen 3/2 1, Uhr: Kattel ( Erstaufführung): D. Gilbert- Operette Wallnor- Theater Orska, Abel Lissi Berliner Th. die Kokotte 7.15: Madame Pers.unter 18 Jahren Pompadour Katja, die Tänzerin Uhr: Der kühne Hilde Wörner, Rorichte Jungfrau sonnt 4. Febr.. 2 U. Die Maschinen. stürmer haben keinen Zutritt SCALA Urania Uhr Jnternat berts, Kiper, Hasket Schwimmer 8 Theater des Ostens Central- Theater Walhalla- Th. Theater& Uhr ( Rose- Theater) 7% Uhr: Tägl. 74: entstehen. Kl. Saal 8 Uhr: FloriansHochzeit Othello Heirate Deine Frau Ur Gymnast. Körperschulung Varieté ( 712) Dir.: James Klein( 712) Internat. Revue in 25 Bilder Europa spricht davon 00 Mitwirkende! 6 Balletts Mr. Jackson vom Alhambra- Theater in London mit seinen engl. Girls sowie die bekanntesten Darsteller von Bünne und Film Vorverkauf ununterbrochen Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 Allabendlich Das 3.Programm NEN Februar 1923 Bin Spielplan Voil seltener Vielseitigkeit! dmirals- Varieté 12 7.30 Febr.- Programm L unübertrefflich hervorragende Kunstkräfte Rauchen gestatte Erfolg! Die neue Manage- Sensat. Fremdenlegionar di neuen CircusSensationen Reichshallen.Th. A BC Casino- Theater PATENTE Mielka Mallers Prinzeßchen Pr. Bogdahn, Geshalind Friedrichstr. 60 Vake Leipzig St Ecke Leipzig.Str. Varieté- Kabarett in Heitere Spiele u.Margaretensaal Abends 7: Neues Febr. Arnold Rieck Program Allahandilch 7½ Bur, Sonntags Melita Klefer nachm 3 Uhr hathe Preise Fridolin STETTINES Sang. der schönste Mang BönhoffBrett'l Anf.7% U Theater a. Kottb, Tor Tägl. 7'/ 2 und Sonnt.pachm. 3U EliteSänger Der große JangarErfolg a. a. Die Ver söhnung von Groß- Berlin. Diedr. Ulpts Stolzenfels- Quartett Let e Schleusenet 2 Hansen Tanzbilder 2 Kapellen 41% Täglich 414 NachmittagsVorstellungen 8: 2 Febr. z. 1. Male: Z. blauen Kakadu Geschäftst Treuh.- Verein berat. Ing. SW 61, Gitschin. Str. 3.* Zahngebisse einzelne Zähne, auch zerbrochene, Gold- und Silberbruch, Brillanten, Uhren, Ketten. Ringe kauft Malitzki& Weiss Warschauer Str. 5, a. d. Franki. Allee. Tüchtige Näherinnen u. Plätterinnen melden sich sofort auf eine Kleine Anzeige im ,, Vorwärts" Nr. 52 40. Jahrgang Beilage des Vorwärts Die Litfaßfäulen als Gesicht der Weltstadt. Die westliche Villenstadt. Man darf wohl sagen, daß das Geficht der Litfaßsäulen das Gesicht Berlins wiederspiegelt und daß man das Leben der Groß stadt ziemlich gut und genau aus den Plakaten der Litfaßsäulen studieren kann. Das ewig Wechselnde im großstädtischen Leben und Treiben findet seinen Niederschlag in den stets wechselnden Plakaten an den Säulen. Diese Plakate sind stets andere geworden und haben einen anderen Inhalt, je nachdem die Zeit einen anderen Inhalt erhalten hat, andere Ideen auf der Tagesordnung standen, andere Interessen vorwalteten und maßgebend waren. Der Wechsel der Zeiten. Man Der 10. Bezirk Zehlendorf. Donnerstag, 1. Februar 1923 Schieferlagers. In den Annoncen versprach Mattern ungeheure Löhne, den Bau von Siedlungen usw., wenn sie sich an dem Unternehmen finanziell" beteiligten. Die ,, Webeco", die das Geschäft angeblich machen wollte, sollte zu diesem Zwed in eine Aftiengesell schaft umgewandelt werden. Leider fielen zahlreiche Personen auf diesen Riesenschwindel hinein. Schon am 1. April verkrachte das Unternehmen. Mattern verschwand. Bald darauf aber gründete daran, sich mit dem Kleber anzubiedern". Ein Abonnement für er eine„ 5) er basol- Parfümerie- und Seifenfabrit". einen bestimmten Tag und einen bestimmten Blaz wird ebenfalls Dann versuchte er einen Klub für Ausländer( Cuba) zu nicht angenommen. Für die Säulen in Berlin, Charlottenburg gründen. Dann folgte die Ato- American- Typographund Schöneberg muß jeden Tag neu angemeldet werden, und hier Office" zum Bertrieb von Schreibmaschinen und Bervielfältigungswird an jedem Tag neu geklebt dagegen, die nicht verstadtlicht sind und für die ein besonderes, an die Deffentlichkeit, in dem er alle Leute mit dem Namen„ Seifert“ Auf den Säulen in den Vororten apparaten. Schließlich trat Mattern im Mai 1920 mit einem Aufruf fongeffioniertes Unternehmen besteht, fönnen die Blafate bis drei unter den verlockendsten Bedingungen zur Gründung eines Tage hintereinander an den Säulen bleiben. In Berlin gibt es" Geifert Konzerns" aufforderte. Der zweite Angeklagte 1500, in Charlottenburg 280 und in Schöneberg Franke foll Mattern bei vielen seiner Geschäfte geholfen haben. Das 140 Säulen. Dazu kommen noch mehrere hundert Säulen Gericht verurteilte Mattern zu 5 Jahren Gefängnis und in den westlichen, südlichen, nördlichen und östlichen Vororten. 5 Jahren Ehrverlust unter Anrechnung von 7 Monaten Untersuchungshaft. Der Angeklagte Franke wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Franke wurde sofort in Hast genommen. Zur Generalversammlung der Konsumgenossenschaft. Der neue Wahlmodus. Die Preise für die plakate. der Art des Druces. Der Webeco"-Konzern. Im Frieden mar das Studium der Litfaßsäulen nicht besonders aufregend und interessant. Da standen die Plakate der Theater, der Breis hänge ab von der Stelle an der Säule, an der das Zunächst muß bemerkt merden, daß es irrig ist, anzunehmen, die Ankündigungen von Konzerten, Borträgen und ab und zu jene Blafat flebt. Es ist ganz gleichgültig für die Preisfestsetzung, ob ominöfen Ankündigungen: Klara! Kehre wieder! Es ist alles verziehen! Deine unglückliche Mutter!" Oder so ähnlich. Daneben das Plakat ganz hoch oben angebracht ist, wo nur eine Giraffe prangten dann und wann und leuchteten mit ihrer grellroten Farbe hinreichen fann, oder ganz unten flebt, wo das Plakat immer in In der am Donnerstag, den 1. Februar d. 3., abends 6 Uhr weithin die Plakate des Polizeipräsidiums, durch die der Bevölke- Gefahr ist vor den Hunden, die das Bein heben. Der Preis richtet im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16/23, stattfindenden rung Rundgebungen von dem neuesten Mord, oder sonst einem fich lediglich nach der Größe des Platats. Man unterscheidet sechs Generalversammlung der Konsumgenossenschaft Berlin und Um schweren Verbrechen, eine Belohnung ausgeschrieben und das Bild Größen, wobei Größe I das kleinste plakat, Größe VI das größte gegend stehen Angelegenheiten von so großer Tragweite und Wichdes Täters veröffentlicht wurde. Sehr selten sah man plafate mit bedeutet. Ein Plakat an den Säulen zu haben, ist eine ungemein tigkeit zur Verhandlung, daß kein VSPD.- Genossender dumpfen Mitteilung, bei deren Lektüre manchem das Gruseln teure Angelegenheit. Es können hier nicht alle Preise angegeben schaftsmitglied den Besuch der Bersammlung anfam, daß ein zum Tode Verurteilter auf dem Hofe des Gefäng- werden. Man bekommt aber einen Begriff, wenn man hört, daß versäumen darf. In erster Linie, so schreibt man uns, ist nisses in Blößenfee hingerichtet worden sei. Freundlicher und fried- das kleinste Platat, das sehr winzig ist, 200 m. foftet, wenn es an es die Mitte vorigen Jahres durch die gefeggebenden Körperschaften licher waren die zartrosa Plakate der Eisenbahndirektion zu Pfing- nur 100 Säulen geklebt wird, Größe II, ebenfalls noch ganz ge- beschlossene Ergänzung des Genossenschaftsgesetzes, die einschneidende sten und vor Beginn der großen Ferien über den Verkehr von Mart. Größe III 350 M., Größe IV 550 M., Größe V 1100 m. macht. ringes Format, tostet immer für 100 Säulen gerechnet 250 Alenderungen des Statuts der Berliner Genossenschaft notwendig Sonderzügen zu so niedrigen Preisen, daß sie uns heute unwahr- und Größe VI 2400 M. Dazu müssen nun aber noch die sehr be- fchaftsgeleges verpflichten alle Genossenschaften mit mehr Die ergänzenden Paragraphen des Genossen= fcheinlicher anmuten, als das unwahrscheinlichste Märchen. Heute hat die Zeit andere Sorgen, und auch die Litfaßsäulen deutenden Preise für das Papier und den Druck gerechnet werden, als 10 000 Mitgliedern, für ihre Generalversammlungen nunmehr sehen anders aus. Bunächst sei erwähnt, daß die Litfaßsäulen ver- die natürlich sehr verschieden sind, je nach der Güte des Papiers und das Bertretersystem einzuführen. Der Sagungsentwurf stadtlicht find. Was früher Privileg einer Firma war, und zwar regelt die Vertreterwahlen für die künftigen Generalversammlungen ein recht fettes Privileg, hat heute die Stadt übernommen, um auf in der Weise, daß die Wahlen in den Bertaufsstellendiese Weise dem Stad jäckel eine nicht geringe Einnahme zuzuTrotz alledem ist die Sehnsucht nach der Säule sehr groß, ihre bezirken erfolgen mit der Maßgabe, daß auf je 250 faufende führen. Diese Berstadtlichung ist aber aus dem Grunde fehr wesent. Wirksamkeit eine sehr gute, und der Kleber muß ein geschickter Mitglieder ein Vertreter entfällt. Von Bedeutung ist, daß die Vers lich und wünschenswert, weil die Firma, die früher das ausschließ- Mann sein, um alle Blafate auf die Säufe heraufzubekommen. treterwahlen nach dem Verhältnisprinzip erfolgen, wodurch liche Privileg hatte, eine oft unerträgliche Zentjur ausübte. auch Minderheiten die Möglichkeit erlangen, Vertreplatatierte wohl unbedenklich Ankündigungen, daß ein Hund sich ter in die Generalversammlung zu entsenden. Auf der verlaufen habe, meigerte sich aber nicht selten, Anschläge aufzu gleichen Grundlage der Verhältniswahl wird sich fünftig die Wahl nehmen, die Mitteilung machten von sozialdemokratischen der Aufsichtsratsmitglieder durch die Generalversammlung voll Versammlungen. Beschwerden fanden natürlich feine Gegen. Das größte Schwindelgenie der Jehtzeit. ziehen, so daß der Aufsichtsrat sich aus Bertrauenspersonen aller liebe, denn flugs erklärten der Minister des Innern und der Polizeis Einer der raffiniertesten Betrüger, dessen Schwindeleien noch in schreitende Geldentwertung macht es zur gebieterischen Notwendig Richtungen zusammenseßen wird. Die in rasendem Tempo fortpräsident, derartige Blafate find staatsgefährlich". Heute sind wir, Erinnerung sein dürften, hatte sich vor der 2. Straffammer des Land- feit, den Geschäftsanteil von 2000 auf 6000 Bapiermark Gott sei dant, über diesen Unfug hinaus und erhaben, und heute gerichts I zu verantworten. Die Anflage richtete sich gegen den zu erhöhen, wenn nicht die genossenschaftliche Entwid. fehen auch die Lifaßsäulen wesentlich anders aus. Nachdem die pielen Plakaten über die Taufende von politischen Versammlungen Schriftsteller" Hermann Mattern und den Kaufmann Walter lung aus Mangel an Betriebstapital zum Stil! stand verurteilt sein soll. Zahlreiche Genossenschaften im bald nach Ausbruch der Revolution von den Säulen verschwunden Franke wegen Betruges in zahllosen Fällen. maren, die Zeiten immer toller und teurer wurden, manifestiert Der Hauptangeflagte Mattern hatte zahlreiche Schwindel. Bande haben bereits Geschäftsanteile ben 10 000 m. und darüber fich diese Tatsache auch durch die Blafate der Litfaßsäulen, die unternehmungen gegründet, durch die viele Personen geschädigt beschlossen. Leider wurde von fommunistischer Seite der lebensübersät sind mit Ankündigungen von immer neuen Goldankaufs- wurden. Wie der Bücherfachverständige Michaelis in der Ber- notwendigen Geschäftsanteilerhöhung wie einzelnen Bestimmungen ftellen, die alle, die höchsten Preise versprechen. Und die Geld- handlung feststellte, handelt es sich bei Mattern um das größte der gesetzlichen Neuordnung des Statuts mit stärtster Oppofition beentwertung erkennt man auf das bequemste und leichteste durch die Schwindelgenie der Jehtzeit", das ihm in seiner Ge- gegnet, welche sich nach Ablehnung eines Teils der fommunistischen Litfaßsäulen, auf denen täglich viele millionen für gestohlene Ge- richtspragis vorgekommen sei. Die einzige Einnahmequelle des An- Anträge bis zur Obstruktion steigerte. Es ist die große Gefahr vorgenstände verheißen werden. Das Berbrechertum hat außerordent geflagten bildeten die Einlagen von Angestellten, mit handen, daß die vor dem Krieg durch Einigteit und Ge= lich überhand genommen, und die Litfaßfäule als getreues Spiegel. denen er feinen persönlichen ungeheuer großen Aufwand bestritt. fchloffenheit der Konsumenten aufgebaute machtvolle bild der Zeit erzählt immer wieder von Belohnungen des Polizei. Nach dem„ Schneeballsystem" beglich Mattern die Forderungen Selbsthilfe- Organisation der Konsumgenossenschaft durch unverantpräsidenten für Ergreifung von Verbrechern. Aber auch rein alter, ihn hartnäckig bedrängenden Gläubiger aus den Einnahmen, wortliche Leichtfertigkeit und 3erstörungssucht der Kom äußerlich haben sich die Litfaßläulen geändert. In ihrer alten und die ihm stets neue Opfer verschafften. Zuerst hatte der Schwindler munisten hier nur ruiniert wird, den Krämern, den Händlern, bisherigen Gestalt reichen sie nicht mehr aus für die Fülle der im September 1920 eine Gesellschaft zum Vertrieb von Schreib- den Grossisten zur Freude. Deshalb gilt es für alle BSBD.- KonsumReklame, und so hat man unlängst noch gewissermaßen ein maschinenschränken, die„ Herma- Schrank- Gesellschaft". genossenschafter, am Donnerstag abend auf dem Posten zu fein Stockwert auf die Säule gefeht. gegründet. Dann betätigte er sich in Berlagsgefchöften. Zur Zeit, und sich so früh wie möglich in das Versammlungslokal zu als der Wettkonzern- Schwindel in Blüte stand, warf sich begeben. Die Generalversammlung beginnt um 6 Uhr. Zutritt auch Mattern auf dieses Gebiet und gründete auch ein solches Unter- haben nur eingeschriebene Mitglieder gegen Vorweisung des Mitnehmen. Einen großen Schwindel verübte er jedoch mit dem gliedsbuches. ebeco- Waren und Börsenfinanzierungs- Konfortium". Für dieses Unternehmen wurde die denkbar größte Die Bühlarbeit der Monarchisten wird auf jede nur mögliche Reklame gemacht. Es wurden Filialleiter und Agenten mit Kapitalbeteiligung gewonnen. Diesen redete Mattern ein, daß Lebens- Weife betrieben und mit ungefchwächtem Eifer fortgefeßt. Zurzeit mittel- und andere fleine Handelsgeschäfte betrieben werden follten, ist anscheinend eine Aktion im Gange, für eine Rückkehr des für die die„ Bebeco" im großen eintaufen und verkaufen sollte. Den früheren Kronprinzen nach Deutschland so etwas größten Schwindel aber leistete sich der Angeflagte mit folgendem wie eine Volksfundgebung" austande zu bringen. Unter dem Unternehmen. Mitte März v. 3. murde ihm ein Schieferlager Berfonal der Chirurgischen Universitätsklinik in der im Rheinland zum Abbau angeboten. Das gab ihm Gelegen Biegelstraße wurde vor furzem von einer nicht bekannt gewordenen heit, die Anwerbung von Arbeitern und Angestellten im allergrößten Berfon ein Schriftfiüd in Umlauf gefegt, das offenbar biefem Zwed Stil zu betreiben. Er fuchte fofort 50 000 Mann zum Abbau dieses dienen sollte. Es begann: Er ging hinein, zog seine Müge etwas auf die eine Seite, so daß sein dices, lockiges Haar ihm auf die Stirn fiel. Die fleine Glocke der Tür schellte. Der Weg des plakates. Eine Firma hat ganz originell ausfehende, Laternen ähnliche Auffäße an den Litfaßsäulen anbringen lassen, auf denen sie ihre Erzeugnisse anpreist. Dieser Aufbau fällt in die Augen. Jeder mann schaut unwillkürlich nach oben, liest die Anfündigungen der Firma, und der Zweck der Reflame ist voll erreicht. Mer an den Säulen plafatieren will, muß dieses anmelden. Um einen beson ders guten Platz an der Säule zu erhalten, tut man gut, ein paar Tage vor dem Termin, zu dem das Blatat an den Gäulen sein foll, die Anmeldung zu bewirken. Doch fann man einen ganz be. stimmten Platz nicht vereinbaren, dem Kleber muß beim Anbringen Der Plakate freie Hand und ein gewiffer Spielraum gelassen werden. Wer also vorteilhaft placiert sein will an der Säule, tut gut ( Nachdruck verboten. Der Malit- Berlag, Berlin.) 25] Drei Soldaten. Bon John dos Passos. " 7 # Das Mädchen kam aus dem inneren Zimmer. Sie gab ihm gleichgültig die Hand. " Wie gehts, Yvonne? Gut?" Sein gebrochenes Französisch beluftigte sie. Sie zeigte lächelnd ihre fleinen perligen Zähne. ,, But," sagte sie. Beide lachten kindlich. ,, Sag, willst du mein Mädel sein, Yvonne?" Sie fah ihm in die Augen und lachte. ,, Berstehe nicht," sagte sie. Willst du mein Mädel sein?" Aus dem amerikanischen Manuskript überfest von Julian Gumperz. In einer engen Straße auf der anderen Seite des Platzes hielt er vor einem fleinen Gemüsegeschäft an und schaute hinein, blieb aber sorgfältig außerhalb des Lichtstreifens, in dem man die grünen und grauen Wände gegenüber sehen konnte. Ein Mädchen saß stridend neben dem kleinen Ladentisch. Sie hatte ihre beiden fleinen schwarzen Füße ehrbar auf die Ecke einer Rifte mit roten Rüben gesetzt. Sie war sehr flein und schlant. Das Lampenlicht lag auf ihrem schwarzen Haar, das Sie schrie vor Lachen und patschte ihm ins Gesicht. fest um den Kopf gelegt war. Ihr Gesicht war im Schatten. " Komm'," sagte sie, noch immer lachend. Er folgte ihr. Einige Soldaten lungerten plump um den Ladentisch, folgten Im inneren Zimmer war ein großer eichener Tisch und einige ihren Bewegungen mit Augen, wie Hunde einen Teller mit Stühle. Am Ende saßen Eisenstein und ein französischer Fleisch bewachen, mit dem in der Küche hantiert wird. Nah Soldat aufgeregt in ein Gespräch pertieft, so aufgeregt, daß einiger Zeit rollte das Mädchen ihr Stridzeug zusammen und sie die beiden anderen gar nicht bemerkten. Yvonne nahm fprang auf die Füße. Man fah ihr Gesicht, ein ovales, weißes den Franzosen am Haar und erzählte, immer noch lachend, Gesicht mit großen schwarzen Wimpern und einem frechen was Fuselli gesagt hatte. Mund. Sie sah die Soldaten an, die im Kreise um sie herum standen, verzog dann ihren Mund zu einer Grimasse und verNein. Sie dürfen solche Dinge nicht sagen," sagte er fchwand in dem hinteren Zimmer. Fuselli ging an das andere auf englisch und wandte sich an Fuselli. Ende der Straße, wo eine Brücke über einen kleinen Fluß führte. Er lehnte sich auf das falte, steinerne Geländer und fah in das Wasser, das, nur wenig sichtbar, unten zwischen den Eisstücken sich hindurchwand. " Dieses Leben ist eine Hölle," murmelte er. Er zitterte in dem kalten Winde und blieb doch über das Wasser gebeugt. In der Ferne ratterten ununterbrochen Er lachte. Fuselli war wütend und setzte sich mißmutig an das Ende des Tisches, ließ aber die Augen nicht von Yvonne. Sie zog das Strickzeug aus ihrer Schürzenfache, hielt es fcherzhaft zwischen den Fingern, sah nach der dunklen Ecke des Zimmers hinüber, wo eine alte Frau mit einem Spizenhäubchen auf dem Kopfe schlafend saß, und dann ließ sie sich in den Stuhl fallen. Bumm!" sagte sie. Züge und gaben feinem Bewußtsein das Gefühl weiter, ver- Fuelli lachte, bis ihm die Tränen tamen. Sie lachte Der hat noch gefehlt! " Wir wollen unferen Kron mend rot war und daß in seinen Augen ein Fladern glänzte, das er vorher nie gesehen halte. 27 Was meint ihr, Revolution?" fragte Fuselli verwirrt. Der Franzose heftete seine schwarzen Augen forschend auf ihn. " Ich meine, Schluß mit den Berbrechern. Die fopitalistische Regierung stürzen die foziale Revolution. " Aber, ihr lebt doch schon in einer Republit, nicht wahr?" " Genau so einer Republik, wie ihr auch." Du sprichst wie ein Sozialist," sagte Fuselli.„ Man er zählt mir, daß sie in Amerika die Leute erschießen, wenn sie so fprechen." " Du siehst," sagte Eisenstein zu dem Franzosen. " Sind fie alle so?" " Fast ohne Ausnahme. Es ist hoffnungslos," sagte EisenStein und vergrub sein Gesicht in den Händen. Ich denke oft baran, mich zu erschießen. Erschieße lieber andere," sagte der Franzose. ,, Das wird nüglicher sein." er. Fuselli bewegte sich unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Bo habt ihr Kerls dieses Beugs überhaupt her?" fragte Seine Augen trafen sich mit Yvonnes, und sie lachten beide. Yvonne warf ihr Stricknäuel ihm an den Kopf. Es rollte hinunter, und sie suchten beide fichernd unter dem Tisch, um es wieder aufzufinden. 3weimal glaubte ich, es würde geschehen," sagte der Bann?" Franzose. " Bor einiger Zeit fezte sich eine Division in Marsch auf Paris... und als sie in Berdun war... eine Revolution wird kommen... Frankreich ist das Land der Revolutionen!" " Dann werden wir da sein, um euch niederzuschießen," sagte Eisenstein ingrimmig. Bartrt, bis ihr im Krieg wart. Ein Winter in den Schüßengräben macht jedes Heer bereit zur Revolution." zweifelter Entfernungen. Die Turmuhr schlug acht. Die Glocke hatte den weichen Klang einer Gitorre. In der auch. Sie sahen eine Weife sc, schauten einander an und Aber es gibt feine Möglichkeit, uns die Wahrheit beiDunkelheit konnte Fuselli fast das Gesicht des Mädchens sehen, ficherten, während Eisenstein und der Franzose weiter zubringen, und in der Tyrannei wird der Mensch zum Tier, das seine breiten, frechen Lippen zu einer Grimasse verzog. Sprachen. Plötzlich hörte Fuselli einen Saz, der ihm Schrecken zu einer Schraube in der Maschinerie. Denk daran, das ihr Er dachte an die dunklen Baraden und an die Männer, die einjagte: da saßen auf ihren Lagerstellen. Er fonnte noch nicht zurück- Was würdet ihr Amerikaner tun, wenn in Frankreich gehen, fein ganzer Körper war geftrafft von dem Verlangen Revolution ausbricht?" nach Wärme und Weichheit und Ruhe. Er schlich die enge ,, Mir würden fun, was man uns befehlen wird," sagte Straße zurück, fluchte monoton und trübe. Vor dem Gemüse- Eisenstein bitter. Wir sind eine Herde Stiaven." geschäft blieb er stehen. Die Männer waren weggegangen. Fuselli bemerkte, daß Eisensteins bleiches Gesicht flam17 daß freier feid als wir. Wir sind schlimmer dran, als die Ruffen." „ Es ist seltsam. Ihr müßt doch etwas Gefühl für Zivilisation haben. Ich habe immer gehört, daß Amerikaner frei und unabhängig sind. Werdet ihr euch denn immer in die Schlächterei treiben lassen?". ( Fortsetzung folgt.) bringen wiederhaben!" und schloß:„ Wir wollen ihn seiner| den 4. Februar, im Deutschen Opernhaus anstatt Die Entführung Familie zum Osterfest 1923 wiedergeben." Das Personal wurde aufgefordert, das Schriftstück zu unterzeichnen. Man sieht, wie wenig das Gesetz zum Schutz der Republik die monarchistische Wühlarbeit zu hindern vermag. Die Fahrt auf dem Puffer. 19 Erscheinen Pflicht. Morgen, Freitag, den 2. Februar: bt. 7½ Uhr bei Dietrich, Linienstr. 122, Zusammenkunft der Funktionäre. Abt. 7% Uhr Funktionärversammlung bei Kaiser, Gozkowskyftr. 34. Pünkt. liches Erscheinen sämtlicher Funktionäre, auch der neugewählten Beamtenwerbeausschußmitglieder ist Pflicht. 117. Abt. Lichtenberg. 7 Uhr beim Genossen Krüger, Sirrschmidtstr. 33, Borstandssigung. Sämtliche Funktionäre müssen erscheinen. Mitgliedsbuch ist zur Ausstellung der neuen Funktionärbarten unbedingt mitzubringen. aus dem Serail,.Die bertaufte Braut" von Smetana. Infolge der Erfrantung der Hauptdarstellerin gelangt im Monat Februar 1. gruber Der Weibsteufel von Schönherr in erster Besetzung zur im Neuen Theater am 300 anstelle Der ledige Hof" von Anzen- 11. Aufführung. Die ausgegebenen Karten für„ Der ledige Hof" bebaiten ibre Gültigkeit. Für sämtliche Vorstellungen im Monat Februar wird ein Zuschlag von 50 M. pro Starte erhoben, wofür ein Programm verabfolgt wird. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Heute abend 7 Uhr Uebungsstunde in der Aula der Copbienschule, Weinmeisterstr. 16/17. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand! Sonnabend, ben 3. Februar, pünktlich abends 6 Uhr, gemeinsame Sigung des Bezirksvorstandes mit den in Groß- Berlin gewählten Reichstags- und Land. tagsabgeordneten. Besprechung der politischen Bage. Abteilungsvorstände! Die Nordsüdbahn hat den Bahnhof Hallesches Tor zu einem der verkehrsreichsten gemacht. Der Andrang der Fahrgäste in den Morgen wie Abendstunden ist so starf, daß der Rustand geradezu als lebensgefährlich bezeichnet werden muß. Es geht nicht an, daß bei der Hochbahn dieselben Zustände eintreten wie bei der Stadtbahn, wo das Trittbrettfahren eine Zeitlang außerordentlich beliebt war. Bei der Hochbahn fann man allerdings eine Trittbrettfahrt nicht machen, doch am 8ugende, wo sich eben falls ein Betrieswagen befindet, ist der Puffer. Jufolge des Andranges, hervorgerufen durch das Umsteigen der Fahrgäste von der Nordiüd zur Hochbahn, tam am gestrigen Spätnachmittag ein Mann auf den Gedanken, den Buffer des legten Betriebswagens zu befeßen und darauf den Verfuch zu machen, durch die von der Außenseite befindliche Tür in den Zugführerraum zu gelangen, und der Versuch flappte. Der Mann war in 8ivil. Db er ein Hochbahnangestellter ist oder nicht, bleibt gleichgültig Jedenfalls sollte man diesem Unfug sofort entgegenstenern, sonst macht dieser Versuch bald Schule und Unglüdsfälle werden dann nicht zu den Seltenheiten rechnen. Hoffentlich wird die nossenschaftsmitglieder ber VSPD. Fertigstellung der für die„ Nord- Süd" benötigten Wagen mit größter Beschleunigung durchgeführt, so daß durch eine schnellere Zugfolge den Bedürfnissen des Verkehrs in einwandfreier Weise Rechnung getragen werden kann. Verschwinden einer 15jährigen. Seit dem 26. Januar wird die 15jährige Schülerin Eugenie Feierabend, die bei ihren Eltern im Hause Kleinbeerenjir. 20 wohnte, vermißt. Es fann nur mit der Möglichkeit einer Verführung, Verschleppung oder eines Unglüdsfalles gerechnet werden. Das junge Mädchen ist 1,62 Mtr. groß und schlank, hat hellblondes, auffallend startes Haar mit langen Zöpfen, die mit einer Spange und einer fornblumenblauen Schleife zusammengehalten waren, volles Gesicht, blonde Augenbrauen, auf der Nase einige Sommersproffen, vollständige Bähne, von denen die oberen Schneidezähne weit auseinanderstehen. Es war bekleidet mit einer schwarzen Samtkappe, schwarzem Tuchmantel, blauem Cheviotkleid mit einem Tailleneinsatz aus schottischer Seide, schwarzen wollenen Strümpfen, schwarzen Schnürschuhen und E. F. gezeichneter Wäsche. Sie hatte eine braunlederne, auf dem Rüden zu tragende Mappe bei sich. Nachrichten, die zur Ermittelung des Mädchens beitragen fönnten, werden erbeten an den Kriminalfommissar Gahmig im Zimmer 46 des Berliner Polizeipräsidiums. Die Schwimmhallen bleiben geöffnet. Der Magistrat hat beschlossen, die Schwimmhallen der städtischen Vollebadeanstalten im bisherigen Umfange bis auf weiteres offen zu halten. Das Märkische Museum wird am Donnerstag, den 1. Februar, für die Besichtigung wieder geöffnet, und zwar wird es wie früher täglich, außer Sonnabends, von 10-3 Uhr zugänglich sein.. Bezirksbildungsausschus Groß- Berlin. Die Obleute unb Kassierer der Streisbildungsausschüsse werden dringend gebeten, fämt liche Beträge in dieser Woche bestimmt abzurechnen. Sonntag, 53 Besies Solfenpulver Dixin erleichlori babes Ohna- Chieruiti Die in ber legten Borständekonferenz bekanntgegebene Broschüre, Rebe bes Genoffen 2öffler, gehalten in der Funktionärversammlung am 24. Januar, ist fertiggestellt. Die Broschüre kann in der Zeit von 9 bis 5 Uhr im Sekretariat, Lindenstr. 3, in Empfang genommen werden. schaft find, werden auf die heute abend in der Brauerei Friedrichshain statt. Die Mitglieder unserer Partei, soweit fie Mitglieder der Konsumgenoffenfindende Generalversammlung der Genossenschaft aufmerksam gemacht. Die außerordentlich wichtige Tagesordnung erfordert die Anwesenheit aller Ge Achtung, Feuerwehr! Heute, Donnerstag, den 1. Februar, nachmittags 2 Uhr, Sigung der Funktionäre im Jugendheim, Lindenstr. 3. Erscheinen aller 7. Kreis. Charlottenburg. Freitag, den 2. Februar, 7½ Uhr, Sigung der AbFunktionäre Pflicht. 11. 14. 19. teilungsleiterinnen bei Lange, Spielhagenftr. 16-18. Erscheinen Pflicht. Bildungsausschus. Karten für Beranstaltungen sind beim Genossen Bilt, Nordhausener Str. 10, abzuholen. Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Am Sonntag, den 4. Februar, nachmittags 3 Uhr, findet im Neuen Theater am 800, Jebenstraße, eine Theatervorstellung statt. Zur Auf führung gelangt: Der ledige Hof" von Anzengruber. Eintrittskarten zum Preise von 200 M. find im Jugendsekretariat, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen, zu haben. Die Theater- Abonnenten müssen im Theater 170 m. nachzahlen. Am Sonnabend, den 3. Februar, abends 7 Uhr, veranstaltet die Abteilung Moabit in der Aula der Kirschner- Oberrealschule ihr 5. Stif= tungsfest, bestehend aus: Chorgesang, Ansprache, Rezitationen, Lieder zur Laute, Reigentänze und Aufführung des Jugendspiels ,, Blühende Erde" von E. R. Müller. Mitgliederversammlungen am Donnerstag, den 1. Februar: heim, Gemeindeschule Berliner Straße. Südwesten. Jugendheim Lindenstr. 3, Baumschulenweg. Jugendheim Ernststr. 16. Nieberschöneweide. Jugend2. Sof, 3 Treppen. Webbing. Jugendheim Gemeindeschule Ruheplasstraße. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Arcis. Echöneberg- Friedenau. Freitag, den 2. Februar, 7 Uhr( nicht 7½ Uhr), in der Aula der Schule Feurigstr. 57, Kreisvertretertag. Ref. Gen. Dr. Serg über: Die gegenwärtige politifche Lage". Neuwahl des Kreisvostandes. Kreis. Neukölln. Freitag, den 2. Februar, 7% Uhr, Kreisvertreterversamm- schafttundliche Unterricht für Kinder vom 10. bis 14. Lebensjahre findet dort lung im Realgymnasium, Kaiser- Friedrich- Straße 210. Kreis. Pantow. Freitag, den 2. Februar, 7½ Uhr, im Jugendhelm Bantom, Breite Straße 32, Kreisdelegiertenversammlung. Tagesordnung: Neuwahl des Kreisvorstandes. Der Kreisvorstand wird ersucht, um 7 Uhr dort But Tein. Heute, Donnerstag, den 1. Februar: Jungsozialisten. Gruppe Tempelhof- Mariendorf. 7% Uhr Lotal Sanfen, Tempelhof, Boruffia-, Ede Neuestraße, Bortragsabend. Gruppe Süben. 7% Uhr im Jugendheim, Bärwaldstr. 64, Diskussionsabend: Die natio nale Frage". Gruppe Friedrichshain. 7% Uhr Schule Straßmannstr. 6, ordentliche Mitgliederversammlung. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft schleppend. Fische knapp, Geschäft rege. Obst und Gemüse ausreichend, Geschäft flan. Am Mittwoch galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 1400-2200 M., ohne Knochen 2100-2750 M. Schweinefleisch 2300-8100 M. Kalbfleisch 1550-2275 M. Hammelfleisch 1750 bis 2400 M. Rindertalg 4000-4300 M. Schellfisch 900-1300 M. Seehecht 1000-1200 M. Kabeljau 1000-1200 M. In Eis: Zander 2000 M. Barsche 1000-1200 M. das Stück. Naturbutter 5000 M. Margarine 2900-8600 M. Schweineschmalz 6500 M. Kokosfett 3800 M. Reis 700 M. Kartoffeln 250 bis 260 M. zehn Pfund. Weißkohl 80-85 M. Wirsingkoh! 150-155 M. Rotkohl 140 M. Kohlrüben 60 M. Mohrrüben 45 M. Blumenkohl 400 bis 600 M. der Kopf. Aepfel 195-200 M. Zitronen 100 M. das Stück. Lebende Schleie 2000-2100 M. Eier 800 M. Dixin Henkel Henkel's Soltenpulver Dixin wirkt desinficiarand. Tull ist sparsom ergiebig u.bequem! 250g Aus bestem Renstortent Gemeinschaft proletarischer Freidenker. Ortsgruppe Steglig. Mitgliederver sammlung mit Vortrag am Freitag, den 2. februar, abends 7% Uhr, im Klassenzimmer des Gymnasiums Heesestraße. Gäste willkommen. Der gemeinjeden Mittwoch), von 4 bis 5 Uhr statt. Anmeldungen zur Jugendweihe werben bort entgegengenommen. Lehrerin: Genofsin Krische. Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, Gruppe Berlin- Rorboft. Generalversammlung am Freitag, den 2. Februar, abends 8 Uhr, in den Unions- Festsälen, Greifswalder Str. 221-222. DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Satyrim ein anregendes und kraitigendes Yohimbin- Hormon- Präparat cer gegen Schwächezustände, Nervenstörungen, Neurasinenic Akt- Ges. Hormona, Düsseldorf- Grafenberg. Zah reiche ärztl. Anerkennungen. Prospekte gratis. Erhältlich in Apotheken! Stets vorrätig in Berlin: ElefantenApotheke. Leipziger Str. 74; En el- Apotheke, Kanonierstr. 44; Hohenzollern. Apotheke, Königin- Augustr- Sta. 50; Wittes- Apotheke, Potsdamer Str. 84 das dankbare Seifenpulver Ist sparsam im Gebrauch und billig. ALLEINIGE HERSTELLER, HENKEL& CIE, DUSSELDORF Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Dreher Otto Köhn jun. am 25. Januar gestorben ist. Die Einäfcherung findet Sonnabenb den 3. Febr. nachm. 3% Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Unser Kollege, der Schloffer Alfred Brüchner ift am 29. Jantar gestorben. Die Beerdigung findet am Sonn abend, den 3 Febr., nachm 21 Uhr, von der Beichenhalle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Chre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Sie Ortsverwaltung. KrausePianos Zur Miete Ansbacher Str. 1, Erka Kurfürstenstraße MarkenZigaretten Berliner Kindl Brauerei Aktiengesellschaft Die Dividende sowie ein Jubiläumsbonus für das Geschäftsjahr 1921/22 ist auf 48% für die Stamm- Aktien und Seppiche, herrliche Verfermufter, Di- 1 Kaufe alle Arten Säcke, Padleinwand, wandeden. Brüden, billige Gelegenheit. Nähgarn. giller, Swineminderstraße Reschke, Neukölln, Raiser- Friedrich. Humboldt 489. ftraße 5 III. Anzüge, Krenzfüchse, auf 50% tür die Prioritäts- Stamm- Aktien festgesetzt worden. Belzwaren spottbillig. Die Einlösung der Dividendenscheine 1921/22 erfolgt nidendorferstraße 105 demnach für die Stamm- Aktien zu je M. 300.- mit Reine Lombardware. M. 144.-, für die Stamm- Aktien zu je M. 1000.- mit M.480.- und für die Prioritäts- Stamm- Aktien mit M. 500.vom 29. d. M. ab in Berlin bei der Dresdner Bank oder den Herren Gebr. Arnhold oder den Herren Bercht& Sohn Möbel 181/ 17* Gettkorken, Weintorten, Granniol tauft Oftrowski, Philippftr. 20. Rorden 10992. Fahrradantauf, Linienstraße 19.[ 1498* Stannislpapier, Getttorten, Gäde Babbelboot gesucht. Ellert, D. 17, Garderoben, fauft Fröschke, Invalidenstraße 8. Beymestr. 2. 2786b Leihhaus Rei- Sädeeinlauf. Nähgarn aller Art ( Nettelbeckplaz) fauft Tobias, Aderstraße 162. Norden Posten Altpapier, Bücher, Stripturen Zeitungen, Kilo 220.- Taufe jeden 8730. Laden. Fahrvergütung. fowie Weinflaschen, Setiflaschen, Kognak. 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