Nr. 56 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 28 Bezugspreis: Für den Monat Februar 2600 M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet fomie Desterreich und Luremburg 3600 M., für das übrige Ausland 4600 M. Bostbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich), Schweden, Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 80 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle Loftet 600 M. Reklamezeile 3000 M. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 180 W.( zulässig zwet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 100 M. Stellengesuche das erste Wort 100 M., jedes weitere Wort 70 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 150 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden. straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 3. Februar 1923 Neue Blutopfer der Besatzung. Man schießt auf Arbeiter. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Dolchstoßlegende gefällig? Wichtiger als die notwendige Abwehr des französischen Gewaltstreichs, die nur von den breiten Massen der Arbeiter, Angestellten und Beamten durchgeführt werden kann, scheint Dolchstoßlegende gegen die Sozialdemokratie. Darum weiß der Tag" in seiner gestrigen Spätabendausgabe zu erzählen, Eisen, 2. Februar.( WIB.) In Brechten ist gestern Post und Schule in einen Generalstreit, worauf de: Ver- gewissen Rechtspolitikern die Präparierung einer abend 10,30 Uhr der Bergmann und Schuldiener Haumann haftete nachmittag wieder freigelassen wurde. von einem französischen Posten erschossen worden. Truppen ersucht. Brechten bei Dortmund, 2. Februar.( WTB.) Der Amtmann nicht anerkennt. Zillmann, der gegen die Erschießung des Bergmanns und Schuldieners Haumann protestiert hatte, ist von den Franzofen verhaftet worden. neuen Wie unser Recklinghausener Parteiblatt, der Boltsfreund" ,,, e in fleiner Teil der sozialdemokratischen Essen, 2. Februar.( WTB.) Zu der Erschießung des Berg- meldet, verlangte die Besatzungsbehörde in Bochum am vergan. Abgeordneten" habe die Absicht, die Regierung Cuno arbeiters Haumann in Brechten erklärt die Besatzungsbehörde, daß genen Dienstag die umgehende Lieferung folgender zu stürzen, um in ihr das angebliche Hindernis für sofortige Haumann nach der Art eines Betrunkenen sich an den fran- Gegenstände: 150 Fahrräder( beste Marte), 300 Mäntel, 2 Motor. Verhandlungen mit Frankreich zu beseitigen. Zum Beweis zösischen Bosten herangemacht habe. Dieser habe nach zweimaligem räder mit 8 Bereifungen, 1 Automobil, Marke„ Edith", 6- Sizer, für die Richtigkeit seiner Erzählung beruft sich der„ Tag" auf ergebnislosen Anruf von seiner Schußwaffe Gebrauch gemacht. 30 PE., nebst Zubehör, Bereifung, Wechselrad, Reparaturwerf ein Berliner Mittagsblatt, das über die Verhältnisse in der Die Aussagen der deutschen Zeugen befagen dagegen, daß zeug usw. Da diese Sachen in Bochum nicht vorrätig sind, Sozialdemokratischen Partei offenbar ebenfogut unterrichtet ist Haumann, der wenige Minuten vor seiner Erschießung von seiner fo fonnten sie auch nicht beschafft werden. Es wurden beson wie er selbst. Der Tag" hat dann die Infamie, von einem Wohnung fortgegangen war, durchaus nüchtern gewesen sei. dere Maßnahmen angedroht. Ein Beamter des städti- fleinen Kreis französisch orientierter Soizaldemokraten" zu Auch haben die in der Nähe des Tatortes befindlichen Bersonen schen Besatzungsamtes wurde mehrere Stunden festgehalten. sprechen, der wieder den Mut zu neuen Vorstößen im Reichsvon einem Anruf durch den Bosten nichts gehört. Der AmtOberbürgermeister Dr. Garres- Duisburg, der von den tag gefunden habe. mann und der Landrat haben bei dem Kommandanten Protest Eine schwerere Schädigung deutscher Landesinteressen als megen der Erſchießung eingelegt und um sofortige Ablösung der war, ist gestern wieder im Rathaus in Duisburg erschienen, sie durch solche Geschichtenträgerei verübt wird, läßt sich mit Franzosen verhaftet und ins unbefehte Gebiet gebracht worden um seine Amtsgeschäfte weiter zu führen, da er die Ausweifung stelligen. Aus innerpolitischen Gründen, um der verhaßten Mitteln des Papiers und der Druckerschwärze faum bewerkSozialdemokratie eins anzuhängen, wird der Anschein erEin neuer Erlaß Groeners. medt, als ob ein Teil der sozialdemokratischen Abgeordneten bereit wäre, Herrn Poincaré Liebesdienste. zu Berlin, 2. Februar.( WTB.) Der Reichsverkehrs- erweisen. Anders fann in dem gegebenen Zusammenhang minister hat an die Reichsbahnpräsidenten der befehten Gebiete der vorsichtig verleumderische Ausdruck, französisch orientierte folgenden Erlaß gerichtet: Bei allen Verhandlungen und Maß- Sozialdemokraten" nicht aufgefaßt werden. Wenn unter nahmen sind die von mir gegebenen Richtlinien vom 29. Januar französischer Orientierung" lediglich der Wunsch verstanden unter feinen Umständen in irgendeiner Beziehung ab 3u- fein sollte, schließlich mit dem französischen Volk zu einem fchwächen. Berufungen auf das Rheinlandabkommen ist unter gerechten und dauernden Frieden zu gelangen, dann wären Hinweis darauf entgegenzutreten, daß die jetzt verlangten Leistungen in diesem Sinne alle Sozialdemokraten französisch orien im ursächlichen Zusammenhang stehen mit dem rechtswidrigen tiert". Aber fein einziger Sozialdemokrat ist es in Einbruch ins Ruhrgebiet. Dies gilt auch von der verlangten Ge- dem Sinne, daß er über den Gewaltstreich des französischen legenheit zur Anleitung fremden. Personals. Eine folche darf Imperialismus milder dächte als irgendein anderer, oder daß mit unserem Willen oder gar mit unserer Hilfe in teinem Fall er von dem Recht des deutschen Volkes, sich gegen das ihm erfolgen. Die Herren Präsidenten wollen sich stets vor Augen halten, angetanene Unrecht zu wehren, minder fest überzeugt wäre. daß ihr persönliches Verhalten und die von ihnen ausgehenden An- Nur politischen Kindern kann man erzählen, daß ein ordnungen den Gradmesser abgeben für den geschloffenen uner- Teil der sozialdemokratischen Partei begierig wäre, die Erbschütterlichen Widerstand der Eisenbahner gegen den unerhörten schaft der Regierung Cuno zu übernehmen. Offenbar," meint Rechtsbruch der Franzosen. gez.: Groener. Essen, 2. Februar.( WTB.) Heute nachmittag fuhren zwei belgische Soldaten auf der Straßenbahn auf der Strede von Oberhausen nach Essen- Borbed. Die beiden Soldaten zeigten dem Schaffner Bonds, auf die fie fahren wollten. Der Schaffner verlangte, daß sie Straßenbahnkarten löften. Als die Soldaten sich weigerten, dem Folge zu leisten, sollten sie abgesetzt werden. Darauf griffen die beiden zu den Schußwaffen, verletzten den Führer schwer und töteten einen unbeteiligten Fahrgast, nämlich den Schuhmacher Stockhorst aus Effen. Die beiden belgischen Soldaten wurden von der deutschen Schutzpolizei festgenommen. Mainz, 2. Februar.( MTB.) Ein in Hechtheim wohnender städtischer Bediensteter wurde am Freitag abend, als er sich auf dem Heimwege befand, von franzöfifchen Militärpersonen überfallen und so schwer verlegt, daß er im städtischen Krankenhaus Aufnahme finden mußte. Heute abend tam es in einer Kasteler Wirtschaft durch den Leichtsinn eines franzöfifchen Soldaten zu einem bedauerlichen Unglüd. Ein Soldat des Besatzungsheeres ging in dem Cotal mit feinem Revolver unvorsichtig um. Die Waffe enllud fich und der Schuß ging einem in der Wirtschaft anwesenden Arbeiter namens o in den Unterleib. Der tödlich Verletzte wurde ins städtische Krankenhaus Mainz eingeliefert, wo er feiner schweren Verlegung erlag. Weitere Chronik der Gewalt. Der Oberpräsident der Rheinprovinz Fuchs ausgewiesen. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr wurde in Koblenz der Oberpräsident der Rheinprovinz Fuchs unter dem Vorwande einer Unterredung zum Vorsitzenden der Rheinlandkommiffion Tirard geladen. Nach Beendigung einer sehr furzen Besprechung, über deren Inhalt nichts bekanntgeworden ist, wurde der Oberpräsident beim Verlassen des Gebäudes, in dem die Rheinlandkommission ihren Sit hat, am Besteigen feines Kraftwagens gehindert und in ein fran3öfifches Auto genötigt. Er befindet sich jetzt auf der Fahrt nach Frankfurt a. M. Dem Oberpräsidenten wurde nicht einmal Gelegenheit gegeben, sich mit seinem Chauffeur zu verständigen. Die Rheinlandkommiffion hat ferner ihres Amtes enthoben: Oberregierungsrat Below, Oberregierungsrat Bölter, Regierungsrat Schulh, Regierungsrat Walter und Regierungsrat Waldschmidt. Umtmann Roeding in Weifmar ist von den Franzosen verhaftet worden, weil er sich geweigert hat, für die Bejagung& o hlenbezugsscheine auszuffellen. Vollständige Kohlensperre. der Tag", fühlen sich diese Abgeordneten dadurch verletzt, daß die Regierung Cuno immer mehr an B0= den gewinnt." Wir werden uns nicht dazu verlocken Effen, 2. Februar.( WTB.) Die Sperre um das Ruhr- lassen, den von der Regierung Cuno gewonnenen Boden auf gebiet fcheint jetzt völlig durchgeführt zu sein. Auch das seine Tragfähigkeit zu untersuchen, wir wollen nur sagen, daß och im Norden, durch das gestern noch einige Züge ge- feinem Sozialdemokraten vor zu großen Erfolgen, die bracht werden konnten, ist geschlossen. Die Rheinschiff- Herr Cuno erzielen könnte, bange ist. Erfolge, die im Ruhrfahrt liegt völlig still Vohwinkel besetzt. revier erzielt wurden, find in erster Linie der Arbeit der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften zu danken. Man Elberfeld, 2. Februar.( Eig. Drahtb.) Vohwinkel, südlich von fürchtet nicht einen Sieg, den man, wenn er erst einmal erElberfeld, ist heute nachmittag durch französische Kavallerie und In- rungen ist, für sich selber in Anspruch nehmen kann. fanterie befeht worden. Die Besehung scheint deshalb vorgenommen Aber was versteht man im Lager der Rechten unter worden zu sein, damit die Franzosen in den Besitz des Verschiebe- einem Sieg? das ist die Frage. Selbst wenn der Kampf bahnhofes tommen. Ebenso ist der Bahnhof Sinsen be- für Deutschland mit einem überraschend günstigen Ergebnis segt worden. Die Franzosen gehen neuerdings gegen die Eisen- endigen sollte, so wird es immer noch nationalistische Teufelsbahner an den Grenzbahnhöfen mit größter Rüdsichtslojig. ferle geben, die versichern werden, sie hätten ganz anderes teit vor. In Lünen- Nord und einer Reihe anderer Bahnhöfe haben fie verlangt, über die technischen Einrichtungen und insbesondere über die Handhabung der Signale durch die deutschen Eisenbahner unterrichtet zu werden. Die Eisenbahner haben sich geweigert, diesem Verlangen Folge zu leisten. Noch keine Behinderung der Lebensmitteltransporte. WIB. meldet aus Essen: Gegenüber umlaufenden Ge rüchten, daß die Lebensmitteltransporte das besetzte Gebiet nicht erreichen, sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß alle Lebensmittelfendungen für alle Stationen des besetzten Ruhrgebiets un gehindert einfahren und auch an ihren Bestimmungsort gelangen. Abgeblitzte Coste- Ingenieure. zuwege gebracht, wenn man ihrem Rat gefolgt wäre. Da ist zum Beispiel Herr Heinrich Niemeyer, der in der Deutschen Beitung" die Methoden der sizilianischen Besper von 1282 empfiehlt. Man nimmt den Franzosen die Waffen und schlägt sie damit tot, so daß keiner von ihnen übrig bleibt. Zur Vorbereitung verbreitet man aufklärende Flugblätter diesbezüglichen Inhalts im besetzten Gebiet. Dieser Herr Niemeŋer wird ganz gewiß in ein paar Monaten schreien, daß die Sozialdemokraten die Front von hinten erdolcht hätten, und einige tausend Narren und Schufte werden seinem Beispiel folgen. Jene Elemente der Rechten, die sich noch eine Spur von Berantwortungsgefühl gegenüber dem deutschen Bolt bewahrt haben, täten wirklich besser, den Tobsüchtigen in ihren Reihen die Zwangsjade anzuziehen, statt in den Reihen der SozialEssen, 2. Februar.( WTB.) Eine französische Ingenieur- demokratie nach Objekten einer fünftigen Dolchstoßhezze Umtommiffion hat an sämtliche Berginspektionen der staatlichen schau zu halten. Gruben das Verlangen gestellt, vom 1. Februar ab die koksliefe Die Sozialdemokratie wird sich durch all das von ihrem rungen für Frankreich aufzunehmen. Im Namen der Verwaltung geraden Weg nicht abbringen lassen. Sie wird weiter zur hat Oberbergrat Sarter mündlich und schriftlich das Verlangen fämpfenden Ruhrbevölkerung stehen, die Fleisch von ihrem abgelehnt mit dem Hinweis, daß die Beamten nur die Befehle Fleisch und Blut von ihrem Blut ist. Sie wird fortfahren, der deutschen Regierung zu befolgen hätten. Auf den Möllerschächten, mit jenen Waffen des moralischen Widerstandes, die man auf den Schächten Scholven und Zwedel find französische Ingenieure auch einem entwaffneten Bolf nicht nehmen kann, den Rechtserschienen, denen der Eintritt zu den Gruben nicht gestattet bruch des französischen Imperialismus zu bekämpfen und die wurde, da sie keine Erlaubnis der Verwaltung zum Betreten der Einheit der Deutschen Republik zu verteidigen. Sie wird sich aber auch flar darüber bleiben, daß jeder Kampf einmal an einem Verhandlungstisch sein Ende finden muß und daß Erreichabres gefährdet wird, wo unerreichbares erstrebt. wird. Die Vertreter der Bochumer Fahrzeugwerke Lumeg, die gestern verhaftet wurden, befinden sich weiter in Haft. Der Syndifus des Arbeitgeberverbandes verlangte im Auftrag der Bochumer Industrie die sofortige Freilassung der Verhafteten. Die mündliche Erklärung fonnte nicht beendet werden, da der franzöfifische General nach den ersten Sägen die Unterredung ab brach. Darauf wurde in einem Schre ben die sofortige Freilassung gefordert und gegen das gewalt- Gruben hatten. fame Vorgehen der Franzosen protestiert. Der Sonderberichterstatter des Brüsseler Peuple" schreibt in In Herdede ist auf einen Eisenbahnzug mehrmals geder Nummer vom 31. Januar, daß die wenigen nach Frankreich und schassen worden, weil er die Halteverordnung des franzöfifchen Belgien abgeleiteten Rohlenmengen aus den um Aachen liegenden In dem Augenblick, in dem sich die Möglichkeit zeigen Bergwerken, also aus tem altbefetten Gebiet, stammen. Danach wird, die Räumung des Ruhrrepiers, für das Postens nicht befolgte. Der Amimann Wiethoff in Sodingen wurde von den Fran- wären die 28 000 Tonnen Kohlen, mit denen Poincaré nach drei übrige befehte Gebiet mindestens die Einhaltung der vertragszosen verhaftet, weil er sich gemeigert hatte, Brot zu liefern und wöchiger Ruhrbesehung renommierte und die ungefähr ein mäßig vorgesehenen Räumungsfristen zu erzielen und zugleich meil er auch andere Befehle de: Franzosen ignoriert hatte. Als Fünfzigstel der Menge ausmachen, die Frankreich und Belgien eine wirtschaftlich vernünftige Lösung des Reparations Brotest gegen diefe Berhaftung traten gestern morgen alle 3e chen, ohne den Rechtsbruch von Deutschland gratis erhalten hätten, nicht problems zu erreichen, wird es feinen Sozialdemokraten Geschäfte und Wirtschaften wie auch die Verwaltung, einmal als Ruhrbeute" anzusehen! geben, der nicht für Verhandeln, Vertragen und Erfüllen ein treten wird. Weder legendäre Dolchstöße noch reale Revolver- schösse aus dem Hinterhalt werden uns dann hindern, unsere Pflicht zu tun. Auf der anderen Seite weiß jeder Sozialdemokrat, daß ein Erfolg der französischen Anexionspläne, eine dauernde Terrorisierung des entwaffneten Deutschland durch französische Bajonette nicht nur für das deutsche Volk, sondern für ganz Europa eine Katastrophe bedeuten würde. Nur jenes Zerrbild echter Vaterlandsliebe, das Nationalismus heißt, kann einen Teil des franzsifchen Volkes ermutigen, einem sol- chen Erfolg zuzustreben. Ihn mit allen Krästen zu verhindern, ist nicht nur zedes deutschen', sondern auch jedes i n t e r- nationalen Sozialdemokraten Pflicht. Der„Tag" möge ruhig fein! Kein Sozialdemokrat— und auch Herr Dr. Wirth nicht, dessen Namen in diesem Zusammenhang genannt wird— trägt das Verlangen, sich an Herrn Cunos Stelle zu setzen, um einen neuen Frieden zu unterzeichnen, der Frankreich das Rheinland und das Ruhr- reoier ausliefert und den deutschen Reststaat unter den Druck unerfüllbarer Zahlungspflichten und neuer Drohungen stellt! Denn jeder weiß, daß ein solcher Frieden noch wem- ger seinen Namen verdienen würde als der bisherige. Dauernder Frieden und Verständigung von Volk zu Volk, Recht und Freiheit auch für unser Volk, das ist's, wofür wir nie aufhören werden zu kämpfen. * Auch das Organ des Herrn S t i n n e s, die„Deutsche Allge- meine Aeihmg", beschäftigt sich'mit dem Schwatz von dem kam- menden„Verhandlungsministerium Wirth", aber nur zu dem Zweck,«m den f rüderen Reichskanzler in der gemeinsten Weife zu beschimpfen.„Mit dem Namen Wirth", heißt es da,„ist die Dar- stellung von Deutschland in seiner tiessten Er- ntedrigung untrennbar verbunden". Wirth sei„ein p o l i- tische? Wrack, für dessen Wiederkehr sich auch in den Kreisen des Zentrums keine Mehrheit finden würde.— Zwischen der Partei des Herrn Stinnes und der des Herrn Dr. Wirth besteht bekanntlich «in«„Arbeitsgemeinschaft". Ganz zu schweigen von der„nationalen Einheitsfront". Rutsche tzungerhilfe. Zwei Milliarden für die Zerstörung der deutschen Gewerkschaften. Die Kommunistische Partei hat bekanntlich den söge- nannten Reichsausschuß der Betriebsräte ge- gründet, um dem Bedürfnis ihrer Anhänger nach„Aktionen" zu genügen und um die Zerstörung der deutschen Gewerkschaften planmäßiger unter dieser Deckfirma be- treiben zu können. Bei der frivol angezettelten Bewegung in Ludwigshafen hat man eine deutliche Probe davon zu spüren bekommen, was diese Betriebsrätebewegung für die Lähmung der gewerkschaftlichen Arbeit zu leisten vermag. Da die eigenen Mittel der deutschen Kommunisten nicht ausreichen, so hat man von russischer Seite aus geholfen. Die«Rote Fahne" teilt mit, daß der allrussische Z e n» tralratderGewerkschaftender Zentrale der KPD. IVO 000 To ldru bei überwiesen hat, um den Kampf „gegen die eigene Bourgeoisie", d. h. nach kommunistischer Ansicht gegen die Gewerkschaften planmäßig zu führen. Die Zentrale ist angewiesen, diese Summe, nach deutschem Gelds 2 Milliarden Mark, dem Reichsausschuß der Betriebsräte zu überweisen. Höher kann die Schamlosigkeit wirklich nicht gehen. Die Kommunisten werden nicht leugnen können, daß die Kor- ruptionssummen, die hier von ihnen selbst öffentlich bekannt» gegeben werden, nur einen T e i l der Unterstützung darstellen, die die Kommunistische Partei aus Rußland bezieht. Die mit großem Tamtam von den deutschen Arbeitern fiir das hu n» gernde russische Proletariat gesammelten Papier- mark stehen jedenfalls in keinem Verhältnis zu den Summen, die dieselben Kommunisten aus Rußland in Gold beziehen. �tos öem besetzten Gebiet. Von Bideamus. Nebck. Grau und melancholisch dämmert der neue Tag herauf. Der TOjein, sonst ein gutmütiger alter Riese, der seinen Rücken be- hagllch in der Sonne schillern ließ, schleicht mürrisch und trübsinnig in seinem breiten Bette. Aus dem Nebelschleier tauchen die Silhouetten unförmiger Lastkähne. Dampfsirenen bellen sich drohend und warnend an. Von Ruhrort herüber leuchtet es von Zeit zu Zett bluttgrot durch den grauen Vorhang: die Hochofenfeuer der Phönixhütte. Auf den Straßen unseres kleinen Nestes das gewohnte Bild. Eine lange Bergarbeiterkarawane, die Kaffeekannen über die Schullern gehängt: die Frühschicht auf dem Wege zur Zeche, deren Iördertürme wie gespenstische Gerippe in den trüben Morgen ragen. Eine halbe Stunde später liegen die Straßen öde und die Häuser glotzen oerschlafen m den neuen Tag. Stille... die Stadt liegt im Halbschlaf.--- Aus dem Nebel löst sich das Spukgebilde: eine kompakte Masie kriecht durch die graue Undurchsichtigkeit. Ein Heerwurm wälzt sich heran; von westwärts. Unerbittlich trampelt es näher: Lange Ko° lonnen. Fußvolk. Berittene. Feldküchen und Munitionsprotzen und Kanonen. Borauf ein Offizier, desien Körper ein riesiger Fett» kloß ist. Die Augen flitzen beweglich umher. Jrqend etwas an diesem Manne sagt: Ich bin der Sieger! Der Marschschritt der Kolonne murmelt es, das Rasieln der Geschütze. Füße hämmern taktmäßig auf das Pflaster. Räder rollen schwerfällig. Pferde stampfen dampfend, schnaubend. Ketten klirren. Hin und wieder ein Wort in fremder Sprache. Die Soldaten hängen verschlafen auf den schweren Gäulen, die— vielleicht— aus deutschen Ställen stammen. Geschütze rollen holpernd über das dreck- nasse Pstaster, die drohenden Mäuler unter Zeltplänen verborgen. Gewehre recken dräuend ihre Mündungen in den Tag. Bon oen Leibkoppeln schreien Revolver:„Der Krieg ist da!" In einförmigem Takt stampft das Nebelgespenst durch die Straßen, der massigen Rheinbrücke zu, die nach Osten führt. Die Stadt erwacht, Menschen werden lebendig. Gruppen bilden sich, die schweigend schauen. Stumm lassen sie die Gewalt nach Osten; kein Fluch, kein Drohen in den Blicken. Gewehrläufe warnen! Das ist der Krieg. Wir wähnten ihn tot, aber er lebt. Er dehnt sich und reckt die Pranken zum vernichtenden Schlage, murrt drohend. Aber das Ungeheuer stampft vorüber, entschwindet im Nebel.— Noch eine balbe Stunde stehen die Gruppen, dann zer- streuen sie sich. Aber in den Blicken der Menschen geistert die große Frage.---- Auf dem Bahnhofe. Züge rollen heran. Offiziere, Ordonnanzen entfalten fieberhafte Geschäftigkeit. Sicherheitspostcn, deren Zweck dunkel ist. Der Götze Militarismus läßt seine Priester tanzen. Ma» schinengewehre kommen. Gewehre, Degen. Ein Aufwand an kriege» rischer Energie, der lächerlich wirkt einem wehrlosen, aller Waffen entblößten Lotte gegenüber. Fremd« Soldaten starren neugierig in die Auslagen der Ge- schäfte. Der„Poilu" aus dem weltfremden Gascognedorf rechnet mühsam in Frank- und Markkurs— und begreift: hier werden Schätze verschenkt!' Frankscheine fliegen. Die Erzeugnisse deutschen Schweißes, deutschen Elends wandern in französische Tornister und Wir sind gespannt, ob die Komntunisten. die den Etat ihrer Parteizentrale aus guten Gründen der Oeffentlichkeit vor- enthalten, wenigstens über diese Riesensummen des Fünfzehnerausschusses öffentliche Rechenschaft ablegen werden. Venn zwei üasselbe tun... Der Kommuni st ische Parteitag in Leipzig hat sich einstimmig gegen die Lohn st euer ausgesprochen und ebenso einstimmig von der Regierung ihre Aushebung verlangt Inzwischen ist in Sowjetrußland die Lohnsteuer eingeführt worden. Jeder Arbeiter, der über den tariflichen Höchstsatz hinaus entlohnt wird, hat neben der Einkommensteuer eine Lohnsteuer zu entrichten. Die Steuer vom Mehrverdienft ist stark progressiv ge- halten und beträgt: S Proz, bei LVO, 10 Proz. bei 2500 und 33 Proz. bei 5000 Rubel. Wie mit den politischen Gefangenen, den Todesurteilen, den Amnestierungen, den Betriebsräten, der Sozialisierung und anderen Dingen, so ist e« auch mit der Steuer. Was man in Rußland als Ausstuß höchster Weisheit des Kom» muniSmuS anbetet, wird in anderen Ländern als teuflische Er« findung deS Kapitalismus zur Ausbeutung des Proletariats verbrannt. völkische Unverfrorenheit. Herr Wull« von den Deutschvöttischen wollte in diesen Tagen in Ostpreußen verschiedene Propogandaversammlunx n abhatten, die der preußische Mnister des Innern, Genosse Severing, aus sehr be- greiflichen Gründen verbot. Die Partei Wulles hat deshalb an den Reichskanzler ein Schreiben gerichtet, m dem sie ihm„unerhörle Verfassungsbrüche" zur Kenntnis bringt. Sie beklagt sich darüber, daß die öffentlichen Versammlungen des Herrn �ffiulle verboten wurden, daß aber zur selben Zell der.Lentralverband jüdischer Staatsbürger" und die Kommunistische Partei Dersammiungen ab- halten konnten. Sie bittet daher den Reichskanzler,„gütigst" folgende Fragen zu beantworten:„1. Sind die Rosinen im Kuchen der Berfa ssung nur noch für Juden und Kommunisten da? 2. Ist die persönliche Freihevt für alles, was nicht Jude und Kommu- nist ist, aufgehoben? 3. Desgleichen Versammlungsfreiheit? 4. Wo darf ein Reichstagsabgeordneter feinen politischen Freunden Rechen- schast oblegen?" Der Reichskanzler wird hoffentlich diesen unverschämten Brief so behandeln, wie e» sich gehört. Eine Partei, dir die auf Grund der Schutzgesetze verbotene„Großdeutsche Arbeiterpartei" sich angliedert, die«ms unbekannten Quellen Millionen aufbringt, um Extrazüge zu der„roten Flut" Hitlers zu senden, deren Abgesandte außer mit Revolvern und Schlagringen mit Aktentaschen voller Zehntausender im Lande umHerreisen, einer solchen Partei steht es sehr schlecht an. sich darüber zu beklagen, daß es auch Regierungen gibt, die ihr auf die Finger klopfen, damit sie sich nicht an der Republik vergreifen können. • Aus München wird gemeldet, daß endlich auch dort eine völkische Versammlung oerboten worden ist. Der Oberst von Tylander vom sogenannten„Völkischen Rechtsblock" wollte reden und durfte nicht. Ein großes Unglück, über das Gräfe und Wull« Tränen ver- gießen werden. Des Spaßes halber sei hier angefügt, daß unsere vor einigen Tagen veröffentlicht« Bemerkung, auf dem Fahnenrummel der Hitlergarbe habe der„bekannte deutschnationale" ly» lander ein« Ansprache gehalten, uns eine Berichtigung„auf Grund des 8 11 des Preßgesctzes" eingebracht hat. Und zwar fühlt sich die Press«stell« der—„Deutschnationalen Dolkspartei" berufen, uns kategorisch zu erklären:„Dies ist unrichtig. Richtig Ist, daß Oberst von Zylander seit September 1922 nicht Mitglied der Deutschnatio- nalen Dolkspartei ist." Wir nehmen van dieser Berichtigung lediglich Notiz, um zu zeigen, zu welchem Grad von Anmaßung die Leute von der Partei Hergt schon gelangt sind. Daß Tylanber aus der„Bayerischen Mittelpartei"— das ist der Münchener Name der Partei Hergt— seit September ausgeschlossen ist, weiß jeder, der das Der- Offizierskoffer, Sie kaufen, kaufen, kaufen. Es ist alks geschenkt. Und der Deutsche sieht schweigend zu— und begreift den Wohnsinn unserer Tage.--- Am Abend. Franzosen, Franzosen. Ein hungriger Heu- schreckenschwarm fällt über die Stadt her. Im Augenblick ist sie leer» gekauft. Und die deutschen Frauen, die Hirne angefüllt mit phan- tastischen Zahlen, denken mit Grauen an die Preisschilder des Morgen.--- Der Höllenspuk ist vorüber. Drüben, überm Rhein, entschwindet das Gespenst des erwachten Krieges.-- Das Leben geht den gewohnten Gang. Wir arbeiten— und warten. Gerüchte springen auf, phantastisch und wahnsinnig. Auf den Arbeitsstätten hitzige Debatten. Der Bergmann arbeitet, tief drunten in der Erde aber er lauscht. Lauscht den Gerüchten, lauscht dem Streit erregter Dilettantenpolititer. Der Bergmann läßt die scharfe Hacke knirschend in die Kohle fahren: Nein— und abermal» nein! Ich bin deutsch! Wißt ihr dort drüben in Deutschland von der Seelennot de« Nheinlandes? Es geht um mehr als die bloße materielle Existenz — es geht um unser ideelles Sein! Es geht um das Deutschtum. Immerhin, die Majorität hat entschieden: Wir sind deutsch! Die Andersdenkenden sind wahnwitzige Phantasten, Narren. Aber denkt an uns Rheinländer in unserer schweren Not, ihr dort drüben in der deutschen Heimat!--- Und die Denkenden grübeln über das Rätsel unserer Zeit. Starren in das unergründliche Sphinxantlitz der Welt. Fühlen das Fieber im Pulsschlag der Erde. Vernunft bäumt sich aus gegen den Irrsinn unserer Tage. Wir wollen ein freies Bater» land! Wir wollen Berföhnun gl Wirwollen Friede nl Friedens-- Frieden und Freiheit! Deutsche Bühnen und französische Kunst. Der Bühnenverein hat nach Pressemeldungen seine Mitglieder ve: pflichtet, französische Stücke vom Repertoire abzusetzen. Deutsches wie Staatliches Opernhaus haben ihre„C a r m e n"-Aufführungen abgebrochen, Mirbeaus „Geschäft ist Geschäft" ist nach kurzer Gegenwehr in dieser Woche vom Spielplan verschwunden, man erwägt vi« Absetzung von„Sopa- narola, weit es„noch Motiven Aobiueaus" gearbeitet Ist, M o» l i er« wird nicht mehr gespiell. Da erscheint es denn doch an der Zett, daß wir uns darauf besinnen, gegenwenundumwasder Kampf an der Ruhr und der Kampf, in dem wir alle miteinander stehen, eigentlich geht. Wie wir unserer Sache nicht schlimmer schaden könnten, als wenn wir die Radaupattioten etwa die Führung übernehmen lasten würben, so muß auch auf das entschiedenst- davor gewarnt werden, aus dem Abwehrlampf gegen die verbrecherisch« Politik einer französischen Regierung etwa emen Feldzug gegen fron- zösische Kultur und das französisch« Volk machen zu wollen. Wem ichaben wir, wenn wir in diesen Tagen dem Drama Molleres unsere Bühnen verschließen? Etwa Herrn Poincare? Oder den Eindring- lingen an der Ruhr? Rein, wir schaden einzig und allein uns selber, unserer Kultur und nicht zuletzt auch der Eindeutigkeit des A b w e h r k a m p f e s. den wir führen. Auch die Tantiemen, die für eine„Carmen-Ausführung noch zu leisten sind, sind kein Kampf. mittel, durch das wir die wirtschaftliche Kraft de, Gegners an der Ruh? stärken, sie können kein Hindernis für die Aufführung fein. Mr gnügen hat, die Sonderbarkeiten dieser Parteigebild« verfolgen zu müssen. Aber daß deshalb der Oberst lylander nicht mehr„deutsch- national" sein soll, ist eine Behauptung, die den streitbaren Bayern möglicherweise zu einem Duell Anlaß geben könnte, wenn das noch in der Mode wäre. Und daß die Partei Hergt jeden für nicht deutschnational gesinnt erklärt, der nicht ihr Parteimidglledsbuch hat, bedeutet eine Art des Selbstbewußtsein, die man in wirklich natio- nalen Kreisen mit Chuzpe zu bezeichnen pflegt. fimneftieforüerung für Eisenbahner. Di« Sozialdemokratisch« Fraktion hat im Reichstag folgenden Antrag eingebracht: «Der Reichstag wolle beschließen: Die Reichsregierung wolle auf die Begnadigung der wegen politischer Straftaten in Bayern im Jahr« 1919 und der strafrechtlich und disziplinarisch. wegen Teilnahme am Eisenbahnerstreik im Jahre 1922 Berurteilten sowie auf Einstellung der aus dem gleichen Grund schwebenden Disziplinar- verfahren hinwirken." Die Frage üer Reglementierung. Seit fast einem Jahre bemühen sich die Vertreter der Sozial- demokratie im Bevölkerungspolitischen Ausschuß des Reichstags, eine Einigung über das Gesetz zur Bekämpfung der Ge- schlechtskrantheiten zustand« zu bringen, das auch ein Ende mit der ganz einseitigen Verfolgung von Frauen in Form der Regle- mentierung von Prostituierten machen soll. Bisher konnte man wenigstens mit den Demokraten, zum Teil auch mit den Frauen an- derer Fraktionen zusammengehen. Run aber haben sich sämtliche bürgerlichen Parteien, vertreten zum Teil durch die weiblichen Mitglieder, zu folgendem Antrag zusammengefunden, der nicht nur ein« neue Reglementierung, sondern Schlimmeres als das be- deutet:„Personen, die zum Zwecke des Erwerbes gewohnheiismagig Unzuchl treiben, ist verboten, in. der Nähe von Kirchen, Schulen oder anderen sür den Besuch der Jugend bestimmten Oertttchkeiten oder mit Jugendlichen in der gleichen Wohnung zu wohnen. Desgleichen kann diesen Personen Wohnen und Aufenthalt in bestimmten G e- m e I n d e n verboten werden."- Es sollen also die Frauen, die zum nicht geringen Teü durch die Not des Krieges und der Nachkriegszeit zu ihrem traurigen Gewerbe gekommen oder dem Geld von Schiebern und Valutären erlegen sind, zusammen mit den anderen, deren Gewerbe es leider immer gab und das auszurotten bisher noch keiner Regierung und keiner politischen Richtung gelungen ist, von Ort zu Ort g e h e tz t und damit dem sicheren Verderben um so schneller ausgeliefert werden. Daß unsere Fraktion hieraus nicht eingehen konnte, ist selbstver- ständlich; sie Hai verlangt, daß der Iustizmwistet und der Innenminister persönlich im Ausschuß erscheinen und erklaren, ob sie gewillt sind, für diese Bestimmungen die politische Verantwortung zu übernehmen. Nach langem Sträuben hat sich die Mehrheit diesem Verlangen angeschlossen. Die Erwerbslosenunterstützung. Einer allgemeinen Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung hat der R e i ch s r a t am 25. Januar dieses Jahres zugestimmt. Danach werden die Höchstsätze fiir die Zeit vom IS. bis zum 27. Januar u m 2 D r i t t- l heraufgesetzt: von da ab ersolgt-ine wettere Erhöhung auf da- Doppctt« der vor dem 15. Januar geltenden Sätze. Eine ent- sprechende Verordnung des Reichsarbeitsministers, die_ die neuen Sätze im einzelnen festsetzt, wird demnächst im Reichsarbeitsblatt ver- öffenllicht werden. Durch die Herauffetzung erhöhen sich gleichzeitig die Forderungsbeträge der produktiven Erwerbslosen- fürs arge. Darüber hinaus ist der besonderen Teuerung und der ver- mehrten Not der Erwerbslosen des besetzten Gsoietes dadurch Rechnung getragen, daß die in Bettacht kommenden Länder«rmäch- Hgt worden sind, an die Erwerbslosen des besetzten Gebietes höhere Vettäge zu zahlen. Aus Mitteln der Erwerbslosenjürjorge wird ein Betrag zur Verfügung gestellt, der es ermöglicht, auf den Kopf des unterfiützten Erwerbslosen durchschnittlich 25 v. H. mehr zu gewahren als im unbesetzten Gebiet. Dies« Fürsorge soll den besonders Be- dürftigen unter den Erwerbslcsen zugute kommen, nach Möglichkeit insbesondere dadurch� daß ihnen Lebensmittel und andere Goch- leistungen unentgeltlich oder zu besonders günstigen Bedin- gungen geliefert werden. können unserer Sache nur dienen, wenn wir hier auf dem Gebiete künstlerischen Austausche» uns ebenso vor sinnlosen Ueberschwäng- lichkeiten hüten wie oort auf dem Kampffelde der Wirtschast. Der Himmel bewahre uns vor einem Franzofenhaß, der blindlings auf die ewigen Werte künstlerischen und kulturellen Schaffens einschlägt und damit den französischen Militarismus zu treffen glaubt. Was hat französischer Militarismus mit französischer Kultur zu tun? Das Strohfeuer eines solchen künsllich geschürten Hasses haben wir 1914 schaudernd erlebt und haben erfahren müssen, wie schnell es in sich zusammenbrach, wie schnell aus der Asche eine Flamme ebenso blind- wütiger Fronzöselei auf unseren Bühnen emporschlug. Hiergegen, gegen dos künstlerisch wertlos«, auf die gemeinsten Instinkte abzielende Schlüpsrigkeitsdrama— französischen wie deutschen Ur- sprungs(„Lissi, die Kokotte"!)— sollten wir uns heute wie damals wenden. Aber die Kunst soll auch in den Zeiten nattonaler Hoch- spannung international sein— soll es vielmehr ge r a d e in solchen Zeiten sein, damit di« national« Spannung nicht in Nationalismus überschlägt. Mehr Konsequenz, blttel Der„Vorwärts" hat— so wird uns aus Leserkreisen geschrieben— außerordentlich zutreffend darauf hingewiesen, daß die glücklichen Besitzer von Aktien nur ein Sech- zigstel und weniger ihres Vermögens zur Zwangsanleibe veran- lagen, also im besten Falle elnig« Tausendstel ihres Besitzes dem Staat gegen Zinsen zur Verfügung stellen. Er hat im Anschluß daran an die Ritter der Edelvaluta, di« sich bürgerltche Pattiotm nennen, die Aufforderung gerichtet, man möchte doch freundlichst da» Gesetz abändern. Ich frage: Ist das konsequent? Vom Stand- Eiunkt der sozialistischen Schule aus weiß man doch, daß die Herr- chenden Klassen nichts gutwillig dem Staate opfern. Also muß neser Appell wirkungslos bleiben. Man ziehe dann aber doch die einzig richtig« Konsequenz: Wenn der Staat den Wert der Aktien, die er zur Zwangsanleihe heranzieht, so gering veranschlagt, so verpflichte man ihn doch einfach, an alle Notleidenden diese wertvollen Aktien zu den Steuerkursen zu liefern. Sozialrentner, gemeinnützige Körperschaften, notleidende Gemeinden und nicht zuletzt die Arbetter, deren Löhne weit hinter der Geld- entwertung zurückbleiben, wären sehr zufrieden, wenn man ibnen für einen Lappen, auf dem 10 000 Mark gedruckt ist, zwei Aktien ver Deutschen Bank geben würde. Dem Reich wird es ja nicht schwer fallen, di« Aktien zu dem Preis« zu erhallen, den seine maß- (lebenden Sachverständigen al» den tatsächlich bestehenden in sorg» ättiger und unbestechlicher Erwägung festgestellt haben. Jedenfalls ist es verpflichtet, will es sich nicht der Preistreiberei schuldig machen, diese Papiere nicht teurer auf den Markt zu bringe:,, al» ee sie selber ür Steuerzwecke einschätzt! Bielen, die heute nicht wissen, wie sie ich Margarine kaufen sollen, wäre mit einem ganz kleinen Stück >er jetzt so sehr beliebten Dezugsrecht« bester geholfen als mit den chönsten Sammlungen, die man setzt veranstaltet Also mehr Kon. equenz. Eenostenl Verhelft unseren Notleidenden zu den Sach. werten, deren Wert für da» Reich nur gleich einem Butlerbrot, für die ober, die sie besitzen, wertvolle Einnahmequellen sind! Staatsoper. Da Carl Küntber, der Vertreter de» Don Octavio, plötzlich erlrantt ist, muh die erlte Aussührung des neuewsiudierten„Don Giovanni- aus Donnerstag, den S., verschoben werden. LnftlpielhauS. Di« Slstaussübrung von„Der Kammer« d> e n« r' beginnt heute Präzise Vj, Uhr. ?m Gebiet öes Kohlenkrieges. Von Kurt Heinig. Im D-Zug, der nach dem besetzten Westen jagt, macht f.ch das erste von dort ausstrahlende Fludium merkbar: in Vohwinkel ruft der Apfelsinenverkäufer den Dollarkurs des freien Verkehrs in die Zugfenster, die Einsteigenden sprechen von nichts anderem als dem Pr e i s st u r m. Das sind die V o r p o st e n der feindlichen Macht, die weit über das besetzte Gebiet hinaus sich empfindlich fühlbar machen. In Düsseldorf, einem der altbesetzten Brückenköpfe, werden die Spuren des französischen Krieges noch deutlicher sichtbar. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, von einer Straßen- Überführung auf viele Schienenpaare herabzuschauen, wenn sie nicht wie silberne Bänder glänzen. Das blitzende Gleis ist als Bild innerlich so zur Selbstverständlichkeit geworden. daß es kalt ans Herz geht, sie mit stumpfem gelbroten Rost überzogen zu sehen. Die Franzosen räumten gerade das Hauptzollamt Hubertus aus. Dicke brave französische Zöllner stehen auf der Straße herum, sie warten auf Befehle, sie sind ja nur gewöhn- liche Bauern in der Schachpartie, die jetzt im Ruhrreoier unter der Spannung der ganzen Welt gespielt wird. Die deutschen Zollbeamten schauen durch die Franzmänner durch, als wären sie Luft. Die Bevölkerung, schon seit langem an die Besetzung gewöhnt, nimmt die Ueberschüttung mit franzö- fischen Soldaten gefaßt und ruhig hin. Ihre Empörung wächst aus einer anderen Ursache, das ist die ungeheuerliche Ausbeutung der Konsumenten, die überall ge- trieben wird. Auf dem Wege nach Duisburg gibt es Gelegenheit, die militärische Aktion der Franzosen von ihrer technischen Seite aus kennen zu lernen. An den Bahnübergängen stehen die Posten zu zweit und viert, scheußlich g e l a n g w e i l t herum. Man sieht es den Poilus an, daß sie arme Schlucker, daß sie willenlose Masse sind, die nicht gefragt wird. Sie werden in der Straßenbahn und auf der Straße nur mit den Augen betrachtet. Hier beginnt schon eine andere Bevöl- kerüng als am Rhein, hier wandert der Franzose und Belgier in einer Atmosphäre, die mit stillem Haß geladen ist. Daraus erwächst bei den Besatzungsleuten im Verkehr mit der Bevöl- kerung, bei Benutzung der Verkehrsmittel, in den Lokalen, eine Unsicherheit, die wie ein Keim der erkannten Niederlage wirkt. Die höheren Chargen oersuchen sich zum Teil durch besondere Forsche aus ihrer eigenen Unsicherheit herauszu- retten. Die Sorte kennen wir von früher her. Für den auf- merksamen Beobachter ergeben sich dann mitunter beinahe komisch-lustige Feststellungen. Der einfache Soldat ist für jedes freundliche Wort dankbar. Sobald er nicht beobachtet wird, kann es einem sogar passieren, daß er sein Herz aus- schüttet. In Duisburg war es ein französischer Metallarbeiter, auf dem Wege nach Mülheim waren es zwei flämische Bauernjungen: sie sehnten sich herzlich nach Hause, und der eine hatte eine bittere Wut im Leibe, war er doch schon fünf Jahre Soldat. In C s s e n fühlt man. daß sich hier eines der Zentren des deutschen Widerstandes gegen die Invasion des bewaffneten französischen Imperialismus befindet. Man muß eine halbe Stunde die fran.zösischen Posten am Hauptpostamt vor dem Bahnhof beobachtet haben. Sie stehen wie zwei Prellsteine an die Mauer des Hauses gedrückt, an ihnen flutet Tag und Nacht der Strom der Bevölkerung vorüber, meist haarscharf bis zur Tuchfühlung. Die Ronde mit geschultertem Gewehr drängelt sich durch die Fußgänger. Die Ruhrbevölkerung ist nicht mit den Einwohnern des besetzten rheinischen Gebietes zu vergleichen. Diese vermögen das, was sie schmerzt, mit sorgender Hand zu verbergen, jene wollen ihren Schmerz fühlen, sie zwingen sich, ihn oerstärkt zu empfinden. Es geht a l l e T a g e im Ruhrrevier hart auf hart. Das muß man miterlebt haben, wie eine waffenstarrende Macht den oerschärften Belagerungszustand verhängt und oerlangt, daß um 19 Uhr abends kein Menscd mehr auf der Straße fei und wie die gesamte Bevölkerung mit wenigen Ausnahmen durch eine Handbewegung den Befehl des franzö fischen Generals wegwischt. Die Lokale bleiben offen, die Bevölkerung bleibt auf der Straße und die Besetzungsmacht fängt ott. zu denken und— verzichtet auf die Durchführung ihrer Befehle. Frankreich sammelt Erkenntnisse im Ruhrreoier. Auf dem Wege von Bochum nach Dortmund, dies- mal im Auto auf der Landstraße, kommt man in die dörf- lichen Quartiere der Eroberer hinein. Es läßt sich das gleiche Bild beobachten, wie auf dem Wege von Duisburg nach Mülheim, die Soldaten drücken sich massenweise herum, sie putzen an ihren Kriegsmaschinen herum, sie sind u n i f o r- mierte Arbeitslose, die einer ganzen Nation als Wirtschaftskräfte entzogen werden. Auf- fällig ist überdies der Unterschied in der Ernährung. Von den Offizieren braucht dabei nicht besonders geredet zu werden, sie leben selbstverständlich nicht im Elend, ihnen ist auch im Ruhrrevier alles, einschließlich Likördielen und Delitateh- geschäften, erlaubt. Aber der belgische Soldat sieht gegenüber dem französischen auffällig schlecht genährt aus. In Düsseldorf und im besonderen in Duisburg kann man auch die Frauen der Franzosen kennen lernen. Es sind meist aus braven französischen Dorfgeschichten davongelaufene Fi- guren. Wenn auch dem Soldaten der niederen Grade der Schnapsgenuß verboten ist, eines darf er sich aneignen, soviel er mag, die deutschen Huren. Es ist ein appetitliches Er- lebnis, im Palastcafä zu Duisburg die französisch-deutsche Verbrüderung mitansehcn zu dürfen. Das Schwerste rückt jetzt an die Bevölkerung des be- setzten Gebietes von allen Seiten in einer Form heran, wie viele nicht erwartet haben. Der Lebens Mittelwucher hat einen Aufschwung genommen, wie ihn der brutalste Phantast in einem Hungerdrama nicht niederträchtiger er- finden kann. Es gibt keinen Ausdruck in der deutschen Sprache, der scharf genug wäre, um jene Schande zu kennzeichnen. Die Preise sind Eummlbälle geworden, mit denen die unsauber- sten Hände nach Belieben spielen. Da helfen alle Beschwichti- gungsaktionen nichts. Besonders gefährlich sind die Be- mühungen bestimmter Stellen, durch Versprechungen beruhigend zu wirken. Es muß ausgesprochen werden, daß zur Versorgung des Ruhrgebietes mit Nahrungsmitteln nur ein Bruchteil von dem geschieht, was im Interesse der Sache zu geschehen'hätte. Man stelle sich die Lage des Rubrarbeiters nicht zu einfach vor. Er erhält seinen Lohn nachträglich, vorher bekommt er nur Abschläge. Der Beamte erhält die notwendigen Teuerungszulagen und sein sonstiges Gehalt wesentlich rascher. Er kann schon wieder einkaufen, wenn der Arbeiter die letzten Pfennige aus der ver- gangenen Lohnperiode zusammenzählt, damit die Frau für die Kinder noch etwas zum Essen zu taufen vermag. Hier muß gründlich und großzügig und rasch eingegriffen werden, damit nicht der Prolet zuletzt den Schaden allein trägt. An General st reik und ähnlichen Unsinn denkt im Ruhrrevier kein ernsthafter Mensch. Empört ist man ganz allgemein aber über die unglaublichen Tartaren- Nachrichten, die im besonderen auch die Berliner Presse immer wieder verbreitet. Damit wird nicht geholfen, sagte man mir, das erzeugt im unbesetzten Deutschland eine falsche Meinung von dem wirklichen Gesicht des Kampfes im Ruhr- revier. Besonders übel empfindet man an der Ruhr die großen Worte, die von verantwortungsloser Seite immer wieder als Beweis dafür gelten sollen, daß jede Verhandlung mit dem Eindringling unmöglich sei, bevor er nicht, mit Schimpf und Schande bedeckt, sich zurückgezogen habe. S o sieht der Wille der Ruhrbevölkerung nicht aus. Sie steht auf dem Boden der ehrlichen Erfüllungs- p o l i t i k, sie weiß, daß das Kabinett Cuno feierlich versichert hat, in der Richtung Wirth weiterzuarbeiten. Sie hält es für selbstverständlich, daß sich Deutschland keinem ver- schließt, der es fragt, was es in der Lage sei, ehrlich zu er- füllen. Darin ist die Auffassung der Ruhrbevölkeruna ein- heitlich. Auch die Ruhrarbeiterschaft weiß, was sie will. Sie weiß auch, wer sie mißbrauchen möchte, und deswegen hält sie, von beachtlicher politischer Einsicht getragen, eine klare Front; sie ist frei von Phrasen und bereit, gerade zu st e h e n. Sie verlangt aber mit Recht, daß ihr das un- besetzte Deutschland den Lebensmittelwucher vom Halse hält. Sie hat allen Grund dazu, derlei Forderungen aufzustellen, sie weiß, daß es jetzt ernst wird. Sopkottvorschlag gegen Frankreich. s r t st i a nl a. 2. Febrvor.(TOIB.) Da» Sekretariat der norwegischen Sewerkschafien, der Zentralvarfland der norwegischen Arbeiterpartei flommunistisch) und der Zentratoorstand der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei haben«instimmig beschlossen, bei den schwedischen vnd dänischen Arbeiterparteien and Gewerkschaften Schritte zu unternehmen, um eine internationale Aktion gegen die Okkupation des Ruhrgebiets einzuleiten. Vonkoll und Blockade jeglicher Ausfuhr aus Frankreich und jeglicher Einsuhr nach Frankreich wurden vorgeschlagen, vi» jetzt scheinen sich die schwedischen und dänischen Parteien und Organisationen diesem Schrill jedoch nicht angeschlossen zu haben. Schwedisches Urteil. Stockholm, t. Februar.((Eigener Drahtbericht). In Oerebro demonstrierte eine große Versammlung gegen die Ruhrokkupation. „Sorialdemokraten' nennt die neue Phase der Ruhrokku- pation einen schonungslosen Hungerkrieg gegen Deutsch- land. Kein Mensch glaube, daß die französische Regierung di« Armeen der Kohlen wegen nach der Ruhr geschickt habe. Poincarä, zum Aeußersten entschlossen, müsse gewinnen oder ver- schwinden. Die Lage müsse mit der Niederlage des einen Partners abschließen. Die Aussichten für eine Vermittlung ver- ringerten sich tagtäglich. Vinnen kurzem werde die französische Regierung Vermitiungsanerbietungen nicht annehmen können, auch wenn sie wollte. Jetzt wolle sie nicht. Deutschland habe nicht den gering st en Anlaß, nachzugeben, es habe dabei nichts zu gewinnen. Das zeige am besten der letzte ftanzö- sischs Vorschlag über die Bedingungen des Moratoriums. Diese Ge- wißhcit beherrsche das ganze deutsche Volk und erkläre seine an Verzweiflung grenzende Entschlossenheit, nicht nachzugeben. Internationale Kundgebung in Amsterdam.- In Amsterdam veranstalten Partei und Gewerkschoftsbund am 7. Februar eine große Protest Versammlung gegen die Ruhrbesetzung; neben den Genossen Troelstra, Etenhuis und E e l e e r»- Belgien wird Gen. Dr. Lreitfcheid sprechen; er reist von dort muh London. Die Reichstagspause beschlossen. Aufhebung des bayer. Ausnahmezustandes angekündigt. Der Reichstag ermächtigte gestern Freitag die Regierung zm Ausgabe von Münzen bis 1000 Di. In der zweiten- Be- ratung des Reichshaushaltsplons war mit dem Haushalt de» Reichs- kanzlers der sozialdemokratische Antrag aus Aufhebung des Ausnahmezustandes in Bayern verbunden. Der bayerische Gesandte o. Preger erklärte dazu, die ver- hängung de, Ausnahmezustandes sei erfolgt, weil aus Anlaß des nationalsozialistischen Parieitage» eine erhebliche Gefährdung der öffentlichen Ordnung ernstlich zu besorgen gewesen wäre. Die Re- gierung habe die Maßnahme von vornherein al» ganz vorüber- gehend angesehen, vermutlich werde sie schon in den allernächsten Tage» den Ausnahmezustand aufheben können. �lbg. Müller-5rankea tSoz.): Nach dieser Erklärung liegt ein Anlaß zur Aussprache über unseren Antrag nicht vor. Wir nehmen die Erklärung der bayer!» schen Regierung so hin, wie sie ausgesprochen worden ist, und sind damit einverstanden, daß die Abstimmung über unseren Antrag aus- gesetzt wird. Hebt die bayerische Regierung den Ausnahmezustand in den allernächsten Tagen auf, so erledigt sich unser Antrag von selbst, im anderen Falle muß er da» Parlament beschäftigen. ßbg. SchmiSt-Serlin(603.) bespricht die verwüstenden Manipulationen an den deutschen Dörsenl Die Berliner Handelskammer bietet zu einer Umgehung der Devifenoerordnung die Hand, indem sie an alle möglichen Personen die Erlaubnis zum Devisenhandel gibt, die sich früher niemals mit Bankgeschäften besaßt hatten. Die Exporteure schädigen die deutsche Währung dadurch, daß sie die Exportdeoiscn zurückhalten, dafür zu hohen Kursen Devisen a u f k a u f e n und diese teuren Devisen der Reichsbant abliefern. Dies führt u. a. zu einer enormen Berteuerung des mit diesen Devisen von der Reichs- regierung eingekauften Getreides. Wir verlangen u. a. einen Ausbau der Devisenverordnung, ein wertbeständiges Papier und Devisenzentralifation. Der Deutschvöltische v. Gräfe wußte In dieser ernsten Situation nichts anderes vorzubringen, als elliche Klagen über schlechte Be. Handlung seiner nationalsozialistischen Parteifreunde und über das Verbot einiger deutschvölkischer Radauversawmlungen. Reichsminister de? Innern Dr. Oeser verliest die Antwort der Lübecker Regierung über das Auftreten des Httrn v. Gräfe und feiner Freunde an der Wasserkante. Dos ganze Haus nimmt die Verlesung mit lebhasten Zurufen und wiederholter Heiterkeit auf. Die Behauptung v. Gräfes, daß die in Gera von der Schupo aus dem Eisenbahnzug herausgeholten Nationalsozialisten nicht bewaffnet gewesen wären, wurde sofort vom Abg. hossmann-Saalfeld(Soz.) auf Grund eines Telephongefprächs mit dem thüringischen Minister- Präsidenten widerlegt. Der Reichstag oerabschiedet dann den Gesetzentwurf über Erhöhung der Zulagen in der Unfallversicherung. Dieses Gesetz bringt eine fünf- bi« siebenfache Erhöhung der bis» herigen Renten, um sie einigermaßen an die rasende Geldentwertung anzupassen. Verabschiedet wurden Aenderungen des Bantgesetzes und des Gesetzes betr. die Metallreserven der Privatnotenbanken; die Prioatnotenbanken erhalten für die Ausgabe von Noten dieselbe Erleichterung wie bisher die Reichsbank. Eine kurze, aber lebhafte und heftige Debatte entspann sich über die Frage, wie lange der Reichstag vertagt werden soll. Die bürgerlichen Parteien beantragten Vertagung erst bis zum 13. und dann bis zum 12. Februar. Genosse Hermann Müller widersprach entschieden. In einer so kritischen Zeit müsse der Reichstag zusammenbleiben. Gewiß sei zuzugeben, daß die Ab- geordneten der besetzten Gebiete nur unter großem Zeitverlust in ihre Wahlkreise gelangen könnten. Aber die Rücksicht auf die all- gemeine Lage, auch im unbesetzten Gebiet, müsse entscheidend sein.— Mit den Stimmen aller bürgerlichen Parteien gegen die Linke wurde die Vertagung bis zum 12. Februar beschlossen. Die Sozialdemokratie war nur geneigt, einer Vertagung bis zum K. Februar zuzustimmen. ..Gebote der TtoL" Durch ein Versehen ist im Leitartikel der gestrigen Morgenausgabe eine Zeile ausgefallen. Die betreffende Stelle(2. Seite Ende vom 3. Absatz) muß heißen:»Dabei wirre viel- leicht zu prüfen, ob nicht die bereits bestehende Stelle des Reichs- und Staatskommissar» in Dortmund entsprechend ausgebaut werden kann." Im übrigen bittet Genosse Grzessnfki uns noch, darauf hinzu- weifen, daß zur wirksamen Wucherbekämpfung die Zugeständnisse an den Wiederbeschaffungspreis wegfallen müssen, wie sie in den neuen angeblichen Richtlinien über den»angemessenen Preis" enthalten find.— Bei dem schnellen Umschlag, insbesondere der Lebensmittel, kommt bei der Berechnung des Verkaufspreises in vielen Fällen auch gar nicht mehr der Wiederbeschaffungspreis in Betracht, sondern es kann ruhig von dem Gestehungspreis ausgegangen werden. Ein entsprechendes Ergänzungsrundschreiben seitens der beiden beteiligten Minister scheint dringend erforderlich. Der Polizei, den Staatsanwaltschaften, ober auch den Gerichten wäre damit sicherlich sehr gedient. Das Rolgeseh der Reichsregierung, das durch den widerrecht- lichen Einbruch der Franzosen ins Ruhrgebiet oeranlaßt ist, fand die einstimmige Billigung des Wirtschoftspolitifchen Aus- schuffes des Reichswirtschaftsrates. Die Gesetz- entwürfe über den Handel mit edlen und unedlen Me- tallem erfuhren einige Verschärfungen, u. a. die, daß auch der Großhandel mit Unedelmetalten beschränkt werden sollte. Tirtsthcrft Sie Springflut der preise. Die Katastrophe der Mark, die mit der Besetzung des Ruhr- gebiet» hereinbrach, hat den Warenmarkt in größte Verwirrung ge- bracht. Der Dollar stieg im Laufe de« Januar von 7250 auf 49 000 Mark, also nicht ganz das 7foche. Die meisten Waren des Großhandels sind dieser rapiden Entwertung der Mark in raschem Tempo gefolgt. Hier— im Großhandel— ist die Verteuerung noch viel deutlicher sichtbar als im Kleinhandel, wo freilich die Preissprünge ohnehin groß und schnell genug sind, um die Lebenshaltung der breiten Bevöikerungsmassen außerordentlich zu senken, weil selbst die über wenig« Wachen hinaus abge- fchlossenen Lohnregelungen der Teuerung nicht zu folgen oermögen. Das Ausmaß der Teuerung, das den Lebensmitteln noch bevorsteht, lassen folgende Gegenüberstellungen der Marktpreise von Getreide und Vieh erkennen; e? kosteten an der Berliner Börse: L. Januar 1S23 81. Januar 1S23 Roggen... 281 M. je tzx 1270 M. je kg Weizen... 305»»» 13SO»», Gerste.... 260».. 1200,.» Hafer.... 267,,. 1080,,, MaiS.... 813,», 1460»», Auf den Viehmärkten wurde im Großhandel für das Kilo Lebend- gewicht gezahlt: Ende Dezbr. 1922 Ende Jan. 1S23 Ochsen(Hörster Schlachtwert) 920 M. je kg 2500 M. je kg Schweine«New. 100-120 kg) 1350... 4900... In ähnlicher Wesse verteuerten sich auch die industriellen Rohstoffe. Der M e t a l l m a r k t, auf dem die Valutabewegung sich sehr rasch auszuwirken pflegt, verzeichnete folgende Preisände- rungen: Anfang Januar Ende Januar 1923 2461 M. je kg 16 680 M. je kg 6250.,. 42 000.». 885... 6 050 ,,, 1275... 6750»,, Kupfer(Elektrolyt)..... Zinn...;..... Blei(Orig.-Hütten-Weichblti) Zink(Hütten-Rohzink)... Die Rückschläge, die bei den Waren des freien Markwer- kehrs zu verzeichnen sind, seitdem der Dollar wieder unter seinem am 31. Januar erreichten Höchssstand gesunken ist, schwächen die Gesamtbewegung der Preise nur wenig ab. Im Kleinhandel sind sie schon deshalb mcht zu spüren, weil hier das durchschnittliche Preis- Niveau, das bei einem Dollarstand von 40 000 sich herausbilden muß, noch nicht erreicht ist. Die. Syndikatspreise für Eisen wurden im Laufe des Monats mehr als verdreifacht. S t a b e i j e n in Thomasqualität stieg von 270 auf 860 M. das Kilo und hat da- mit den 8000fachen Vorkriegsstand erreicht. Eine ähnlich starke Per« teuerung erfuhr das Zeitungsdruckpapier, das jetzt am KOOOfachen Vorkriegspreis angelangt ist, so daß die Rückvergütung aus der Hilfskosse, die der Not der Presse steuern sollte, auf einen winzigen Prozentsatz zusammengeschrumpft ist. Die Verteuerung der Textilrohstosfe wird gekennzeichnet durch die Steigerung des Baumwollpreises von 4820 M. Ende Dezember auf 33 915 M. Ende Januar. Auch die Preise der kün st lichen Düngemittel sind im letzten Monat erheblich heraufgesetzt worden, und zwar Haupt- sächlich infolge der gewaltigen Verteuerung der Kohle, die eine ganz natürliche Folge der Besetzung des Ruhrgebiets ist. Die Kalipreise stiegen um 150 Proz., die Stickstoffpreise wurden im Laufe des Monats reichlich verdreifacht. Das Kilogramm Stickstoff im schwefelsauren Ammoniak erfuhr im Laufe des Monats eine Preis- erhöhung von 1334 auf 4547 M. Von wichtigen Baustoffen ist der Zement auf den 2383fachen Bortriegspreisstond angelangt. So gewaltig diese Preiserhöhungen auf allen Gebieten erscheinen, bleiben sie doch im großen und ganzen hinter den Weltmarktpreisen zurück. Die Markentwcrtunq ging so schnell vor sich, daß selbst die- jenigen Industrien, die am Monatsanfang die Weltmarktpreise über- schritten hatten, jetzt weit hinter ihnen herhinken. Je mehr sich aber auch schon die jetzigen Großhandelspreise auf den Kleinhandel über- tragen, desto größer wird die Notwendigkeit der Konsumein- s ch r ä n k u n g bei den breiten Schichten der Bevölkerung. Die Springflut der Preise trifft am schwersten diejenigen, die nicht oder doch nur wenig imstande sind, ihre Bezüge der.Geldentwertung an- zupassen, während der Sachbesitz in dieser Zeit der Flucht aus der Mark erhöhte Gewinne erzielt._ Auch eine Folge der Ruhrbesetzung, die Frankreick billigen Koks für seine Hütten bringen sollte, ist es, daß jetzt die franzö- fische Behörde für Koksverteilung nach dem Wegfall der deutschen Lieferungen gezwungen ist, die Kokspreise um 45 Frank je Tonne oder mehr als 40 Proz. des Grundpreises herauszusetzen. Devisenkurse. Unserer gestrigen Kurstabelle sind noch folgende amtliche Notierungen nachzutragen: 1 finnische Mark 997,50 Geld, 1002,50 Brief, 100 österr. Kronen(abg.) 55,36 Geld, 55,64 Brief, 1 ungarische Krone 15.11 Geld. 15,19 Brief; 1 bulgar. Lewa 225,43 Geld, 226,57 Brief: 1 jugoslawischer Dinar S82D4 Geld, 383,95 Brief; 1 Polenmark galt im frei«, Berkehr 1,08 bis 141 M. Gewerkschaftsbewegung nünftiger Gewerkschaftsgenoffe etwas gemein haben. Die Ge- werde sie einstimmig abgelehnt, folange von Mostau wertschaften haben ihren Aufbau unter dem Sozialistengeset voll aus die Gewerkschaften politischen Zweden dienstbar zogen, ihre Kämpfe unter den denkbar schwierigsten Berhältnissen gemacht würden. Die Wiedervereinigung sei nur möglich im Rah geführt, als an ein fommunistisches Parteigebilde in Deutschland men des französischen Gewerkschaftsbundes(( CGL.) und der Liebeswerben der Kapedisten. noch fein Mensch dachte, als noch feine russischen Gelder nach Amsterdamer Internationale. Zu ihrer Verwirklichung werde auf Der Parteitag der KPD. hat geruht, an die Mitglieder des Deutschland tamen, und sie haben gewaltige Fortschritte gemacht Wunsch der Gewerkschaften ein außerordentlicher Kongreß abge ADGB. und des AfA- Bundes ein Manifest zur Gewerkschafts- und große Erfolge erzielt. Sie lehnen es ab, sich von der neu- halten werden. Diese Resolution wurde, nachdem u. a. Jouhaur frage" zu erlaffen. Da man vor der Verwirklichung der Absicht gebackenen KPD. belehren zu lassen und weisen die Zumutung fie unterstützt hatte, vom Rongreß gegen drei Stimmen ange= noch etwas entfernt ist, die gesamten Gewerkschaften der weit von sich, sich diesem höchst unklaren und zweifelhaften Partei- tommen. Rommunistischen Partei zu unterstellen, um sie gebilde auszuliefern, das als Schmaroßergebilde von der Notausschließlich deren Zweden dienstbar zu machen, bemüht man lage des russischen und des deutschen Voltes lebt fich, diese Absicht zu umschreiben. Obschon man weiß, daß der und zehrt und diese Notlage nur vergrößern fann und sie vergrößte Zeil der Gewerkschaftsmitglieder in größern will, um seinen Auftraggebern sich gefällig zu erweisen. Deutschland von fommunistischen Parteiparolen nichts Verhandlungen in der Holzindustrie. Die Berliner Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeitermissen will, wendet man sich an alle Gewerkschaftsmitglieder, nicht nur an die der KPD. nahestehenden Mitglieder, in der Erwartung, die einer sehr niedrigen Einschäzung der sozialdemo= tratischen Gewerkschaftsmitglieder gleichkommt, schließlich doch verbandes teilt mit: noch einen ganzen Teil vor den Karren der KPD. zu spannen. Daß die Gewerkschaftsführer trotz der„ Diftatur des Proletariats" dazu nicht zu bekommen sind, damit rechnet auch die RBD.- Zentrale und konzentriert deshalb ihre ganze Agitation darauf, die Arbeiterführer" wie sie in dem Agitations aufruf für die KPD. angesprochen werden nach allen Regeln der Kunst, d. h. nach den 21 Bunften, herunterzureißen, wie wir dies durch die tagtäglichen Anstrengungen der Roten Fahne" längst gewöhnt sind. Die Tätigkeit der Gewerkschaften ist ihrer ganzen Natur nach reformistisch; fie muß es sein, oder sie ist als Gewerkschaftsarbeit unmöglich. Wenn die Kommunistische Partei ihre Anhänger und darüber hinaus die gesamten Gewerkschaftsmitglieder auffordert, dafür zu sorgen, daß den Reformisten das Handmert gelegt wird", so bedeutet das nichts anderes, als daß die Gewerkschaften ihrer notwendigen Reformtätigkeit entzogen und für die Weltrevolutions Attionen der KP D. mobilgemacht werden sollen. T Es ist zwischen den beiderseitigen Verbänden vereinbart, daß am Sonntag vormittag 10 Uhr neue Verhandlungen stattfinden. Wir ersuchen weitere Arbeitseinstellungen zu unterlassen. Am Montag abend 8 Uhr findet in den Kammersälen, Teltower Straße eine fombinierte Generalversammlung statt. verwaltung trifft sich dort um 6 Uhr. Die neuen Schuhmacherlöhne. Die Drts Streifaufruf der Saarbergleute. Die Verbände der Bergarbeiter und Metallarbeiter, samt dem christlichen Metallarbeiterverband haben an die Belegschaften der Saargruben folgenden Aufruf gerichtet: Die unterzeichneten Organisationen hatten angesichts der wachsenden Teuerung im Dezember auf Wunsch ihrer Mitglieder den Tarifvertrag zum 15. Januar 1923 gekündigt und die Bergwerksdirektion um Verhandlungen zwecks Lohnerhöhungen gebet n. Die Bergwerksdirektion hat in den Verhandlungen am 13. und 16. Januar die Erhöhung der Löhne abgelehnt. Die Funktionäre der unterzeichneten Verbände haben sich seit dem 16. Januar eingehend mit der augenblicklichen Lage befaßt und nach reiflicher Ueberlegung den Streit zum 5. Februar beschlossen. Wir fordern die gesamte Belegschaft der Saargruben auf, diefer Parole Folge zu leisten und ab 5. Februar restlos der Arbeit fernzubleiben. Für die erforderlichen Notstandsarbeiten werden von den Organisationen Leute bestimmt Bei den am 31. Januar in Frankfurt a. M. stattgefundenen und erhalten diese einen dementsprechenden Ausweis. Wir haben zentralen Verhandlungen wurden folgende Vereinbarungen getroffen: die Regierungskommission ersucht, von Entsendungen von Polizei1. 2obnausgleich. Jeder in der letzten Januar- Lohnwoche und Militäraufgeboten Abstand zu nehmen, da wir selbst für 3r Betriebsbelegschaft gezählte und zurzeit noch zum Betriebe in Ordnung im Revier sorgen werden." einem Arbeitsverhältnis stehende Arbeiter oder Arbeiterin erhält eine fofort zahlbare Lohnausgleichssumme, die wie folgt bemessen wird: Drtsflaffe I Drtsklasse II Drtstlase III männl. weibl. männl. weibl. männl. weibl. Arbeiter Diese Partei, die die Gewerkschaften zu ihren Partei. weden mißbrauchen will, deren ganze gewerkschaftliche über 21 Jahre Quertreiberei eine wirkliche Gefahr für die Eristenz und 18-21 die Aufgaben der Gewerkschaften bildet, will den Ge- 16-18 wertschaftsmitgliedern eine 15-16 D " 糖 P 0 • Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung. Am Sonnabend werden zwischen einem Unterausschuß des Reichstags und der Reichsregierung Verhandlungen über die Erhöhung der Arbei Iosenunterstügung stattfinden. Für die Arbeitslosen in den befeßten Gebieten ist wegen der dortigen Ueberteuerung eine beson dere Zulage vorgesehen. Sobald der Reichstag zusammentritt, soll über die erhöte Arbeitslosenunterstützung beschlossen werden. Für das Schwer- und Leichlfuhrwerksgewerbe find zwischen den Tarifkontrahenten mit Geltung vom 1. bis 15. Februar 1923 die Löhne neu bereinbart. Gegen Mitgliedsausweis fönnen die Lohnabzüge im Deutschen Verkehrsbund, Engelufer 24/25, 3Zimmer 3 oder 31, entgegengenommen werden. m. M. M. M. Mm. M. 7170 5380 6890 5160 6530 4950 5740 4300 5510 4130 5280 3960 4300 3230 4130 3100 3960 2970 2510 1890 2410 1810 2310 1730 unter 15 1800 1350 1720 1290 1650 1240 Für Heimarbeiter wird die Lohnausgleichssumme auf 25 Broz. des in der letzten Januar- Lohnwoche erzielten Wochenverdienstes festgesetzt. II. 2ohnerhöhung. Die bisherige auf die jeweiligen Achtung, Maler! Das Haupttarifamt für das deutsche Maler. Teuerungszulage bon gewerbe bat am 31. Januar einen Schiedsspruch gefällt, wonach Wochenverdienste gewährte prozentuale 2200 Proz. wird für die Zeit vom 1. bis 15. Februar 1923 ein- der für Januar festgelegte Lohn für Maler in Groß- Berlin für die fchließlich auf 5000 Broz. erhöht. Außerdem wird die seit- Beit vom 3. bis einschl. 16. Februar 1923 um 343 Mart pro Stunde berige feste Stundenzulage für einen männlichen Arbeiter über erhöht wird. Die nächste Verhandlung findet am 12. Februar statt. 15. Februar einschließlich auf 224 M. erhöht, im übrigen geftaffelt firma Ignaz Safubte, Berlin SD, Elisabethufer 7/9, ist für 21 Jahre in Ortstlasse I von 112 M. für die Zeit vom 1. bis Achtung, Rollfuffcher und Speditionsarbeiter! Die Speditions für Alters, Geschlechts- und Ortsklassen nach den Bestimmungen organisierte Rolfuticher und Speditionsarbeiter bis auf weiteres des Reichstarifvertrages. Bei Heimarbeitern wird der feit geiperrt, da sie sich beharrlich weigert, die tariflichen Löhne zu berige prozentuale Buschlag von 2700 Broz. für die Zeit vom 1. zahlen. Solange die Sperre über den Betrieb besteht, darf kein Deutscher Februar einschließlich auf 6000 Proz. erhöht. organisierter Arbeiter dort Beschäftigung annehmen. Verkehrsbund, Bezirksverwaltung Groß- Berlin( Transportarbeiterverband). Die Branchenleitung. ungeheure Gefahr für die Gewerkschaften Dorzaubern, um sich als die edelmütige Retterin vor dieser Gefahr zu empfehlen. Sie, die die Gewerkschaften zum Tummelplay der Kommunisten zu machen bestrebt ist, will den Gewerf schaftsmitgliedern vormachen, die Gewerkschaften würden zum Tummelplatz der Fascisten", wenn sie sich nicht der Diktatur der KPD. unterordneten. Der Kommunistischen Partet ist es in Italien vortrefflich gelungen, durch ihre Aktionen auch die Gemerkschaften zum Tummelplaz der Fascisten zu machen. Sie würde es auch in Deutschland dahin bringen, wenn ihr nicht das Konzept verdorben wird. „ Die Geschloffenheit der Gewertschaften ist nötiger als je erflären ganz richtig dieselben Elemente, die kein Mittel unversucht lassen, und sei es noch so verwerflich, die frühere Geschlossenheit der Gewerkschaften, die sie heute schon durch ihre Zellenbauerei unterwühlt haben, systematisch zu Der tarifliche Mindestlohn für einen männlichen Arbeiter zerstören, die die Einheitsfront" im Munde führen, die fom über 21 Jahre in Ortstlase I beträgt somit pro Stunde vom munistische Einheitsfront meinen und die Einheitsfront 1. bis 15. Februar: 3m 8eitlohn 1040 m., im Aktordlohn der Gewerkschaften rücksichtslos durchbrechen. Mit welcher Frivolität 1142 M. diefe Partei verfährt, geht daraus hervor, daß sie ihr Helden- Wie aus Obigem zu entnehmen ist, erfolgte diesmal der Lohnstud in Ludwigshafen, die Aftion des wilden Streits, abschluß nur für die erste Hälfte des Monats Februar. durch die sie die Notlage von 30 000 Arbeitern mit ihren Familien 3weds Lohnfestlegung für die zweite Hälfte des Monats Februar furz vor den Weihnachtsfefttagen heraufbeschwor, fich noch als ihr sind die Verhandlungen bereits auf den 12. Februar nach NürnBerdienst anrechnet und die Gewerkschaftsführer des Berrats" berg anberaumt. zu bezichtigen wagt, weil sie sich diese Aktion von der KPD. nicht aufzwingen lassen wollten, die die Kommunisten hinter dem Rücken und gegen den Willen der Gewerkschaften inszenierten. Sie scheut fich nicht, zu ihrem Bauernfang unter den Gewerkschaftsmitgliedern Französischer Gewerkschaftskongreß. Der französische Gewerkschaftstongreß hat gestern eine Resolu tion angenommen, die gegen die systematische Sabotage des Ge. setzes über den Achtstundentag in allen Industriezweigen protestiert. mit ihrem Heldenstück in Sachsen, dem erneuten Sturz der Ar- In der von den tommunistischen Gewerkschaften aufgeworfenen beiterregierung, zu prahlen. Frage der Wieder herstellung der Einheitsfront hatte der Rongreß, „ Die Eroberung der Gewertschaften", die Gemert- mie bereits gemeldet, eine Kommission eingesetzt. Diese hat ihm Die ungeheure Preissteigerung im Ruhrgebiet- der Margarine preis stieg z. B. in den letzten Tagen um 1300 m. pro Pfund bat eine Lohnverhandlung für den Bergbau notwendig gemacht. Nachdem in einer Verhandlung eine grundsägliche Einigung erzielt wurde, find die eigentlichen Lohnverhandlungen auf den 5. Februar angesetzt worden. Baugewerkschaft. Fachgruppe Glaser. Der Lohn für Glafer beträgt ab 1. Februar bis mit 14. Februar 820 M. pro Stunde. Silfsarbeiter! Montag 7 Uhr Versammlung bei Lehmann. Berantwortlich für den redatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts- Verlag, G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Bierzu 1. Beilage. schaften als Instrument der kommunistischen Aktions-, Putsch- und eine Resolution unterbreitet, über die folgende Angaben ge- Bei Husten, Asthma und Lungenleiden hergestellt. Zu haben: Weltrevolutionsmacher, der russischen Regierungsagenten und ihrer macht werden: Die Kommission hat den Vorschlag der kommunistideutschen Gefolgschaft von Wirrköpfen und Revolutionsromantifern, schen Gewerkschaften hinsichtlich der Wiedervereinigung 3ur Dr. Wegschelders Brust- Teech Original- Vorschrift das ist das Ziel der KPD. Damit fann und darf kein ver- Renntnis genommen. Was die Einheitsfront" anlange, so Elefanten- Apotheke, Berlin SW, Leipziger Straße 74, am Dönhoffplatz Qualitätraucher A BATSCHARI BC bevorzugen stets CIGARETTEN NO PUHONNY Deutsch Opernhaus Trianon- Th. 71/2 U.: Theater, Lichtspiele usw. Der Troubadour 6pernhaus 7 Uhr: Fledermaus Schauspielhaus 72 Uhr: Täglich 8 Uhr Große Volksoper Erika in m Theated Westens Lissi, die Kokotte Komische Oper d. D. Freischütz Volksbühne St. 21 U. b. kl Pr Pers.unter 18 Jahren 712 Uhr: Die Ratten Raub d. Sabinerinn. haben keinen Zutritt Intimes Theater Sonnt. nachm. 4 U. Hedda Gabler 8U Frau Adas 6. m. b. H. Die G'schamige Lustspielhaus 712 Uhr z. 1. Male Lessing- Th. Kammerdiener U.: Kleines Th. Tägl. 8 Uhr: Ein Polterabend. Heute und morgen Metropol- Theater Die Unmoralischen Das Fest der Handwerker 7 Uhr: FAUST NewYork- Berlin Carola Toelle, Olga Limburg Theater 1. d. Montag 7 Der Stg. 3: Die Bajadere Falkenstein, Kaiser- Titz Neues Operett.- Th Sonnt. nachm. 4 U. Königgrätz. Str. Pfarrhauskomödie Der neue Gilbert Biberpelz 8 Uhr: Die wunder- Deut. Künstler- Th. Täglich 7 Uhr lichen Geschichten Allabendlich 7, U. d. Kapelim. Kreisler Magdalena/ L. Klasse Katja, die Tänzerin Komödienhaus mit Margit Suchy, 1.Ruth, Beckersachs, Deutsch. Theat. Gross, Mamelok Tiedtke, Paulsen, ( 7) Dir.: James Klein( 72) Internat. Revue in 25 Bildern Europa spricht davon 200 Mitwirkende! 6 Balletts! Mr. Jackson vom Alhambra- Theater in London mit seinen engl. Girls sowie die bekanntesten Dar steller von Bünne und Film Vorverkauf ununterbrochen dmirals- Varieté 730 Febr.- Programm unübertrefflich 8: Kameraden/ Uhr: Improvi- Neues Th. am Zoo Der Blaue Vogel Circus Edel- und Orska, Berliner Th. 7.15: Madame sationen Gilberts Operette Erwachen Goltzstraße Altmetalle 38, Ackerstr. 38. Central- Theater WINDRIEN 7 Uhr: Othello Urania Theater 8 Uhr Mit Sang u. Klang d. Schwarzwald u. Alb. Kl. Saal 52 Oswald Spenglers Tatmenschentum im Lichte Goethes u. Dantes. 8 U.: Elektr. Oefen DeutscherMetallarbeiter- Verband Griskrankenkasse für das MAURERGEWEBBE zu Berlin Mahngebührentarif[ 27936 Für einen Beitrag bis zu 1000. 100 M. mehr als 1000 M. bis zu 2000 2. 200 Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. für jede weiteren angefang 1000 R 50" Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm.4 Uhr. Emil Thöns, Borf. R. Freund, Schriftf. Telephon: Amt Norden 833 bis 836 und 6592 bis 6595. " VarietéSpielplan Genehmigt gemäß§ 28 11 ber RBD." Rauchen gestattet! Etablissement Cafe u. elektr. Beleuchtg. elka Ste. 2%: Frühlings Dorine u. der Zufall Nollendorf 1613 höchstzahlend 1/2 Uhr: Improvi: Neues Volkstheater/ Allabendlich Pompadour Kammerspiele Der Neffe als Onkel Hilde Wörner, Ro- 8: Der Kreis Renaissance- Theat. Das 3. Programm sationen im Juni 71/2: Laun.d.Verliebt. U. berts, Bötel, Haskel Stg. 2 Gespenster 7 Uhr: Die Juden 3 Busch gl. 7 Stg. a. 30. Neuer Monat! Neue Circ.- Sensationen 8: Der Kreis Schiller- Th Charl. Casino- Theater Manegeschaust Residenz- Th. Gr.Schauspielh. Uhr Der Schöpfer Uhr: Der neue Schlager ( Karlstraße) Thalia- Theater Zum blauen Kakadu Täglich 8 Uhr Fremdenlegionär Theater a. Kottb, Tor Tägl. 72 and Sonnt.nachm. 3U. EliteBerlin, den 2. Februar 1923. Versicherungsamt der Stadt Berlin Hauptstelle 5. B.( L. S) Dr. Meyer Allgemeine Ortstrantenfase Berlin- Wilmersdorf. Der 13. Nachtrag zur Kaffenfakung ift am 16. Januar 1923 pom Oberversiche tritt am Montag, den 5. Februar 1923 in Kraft. Friedrich str. 60 Ecke Leipzig. Str. Drudegemplare find im Kaffenlotal, Varieté- Kabarett Schalter 10, erhältlich. in Heitere Spiele Berlin Wilmersdorf, u. Margaretensaal ben 31. Januar 1923. Abends 7: Neues Febr.- Prog. Fridolin der schönste Mann Sänger von Groß- Berlin! U. a. 4% Täglich 4 Langholzens Schwiegersöhne! Wohnungstausch NachmittagsVorstellungen in und nach Berlin am schnellsten durch eine Anzeige im 8. 8 GroßGroner Wohnungsanzeiger Es lebe das Leben: Die törichte 7 Uhr: Ein Jahr von H. Sudermann Jungfrau ohne Liebe Ida Wüst, Else Wasa. Schroth, Stg. 2: Maschinen. Th. a. Nollendorfpl. Klein, Bötrcher Sonnt. nachm. 4: Schlafwagenkontr. stürmer 72: Die törichte Jungfrau Walhalla- Th. Theater des Ostens Tägl. 734: ( Rose- Theater) Heirate Deine Frau. Lüge Nr. VII 73% Uhr: Königin SCALA der Stg. 32 U.: Dein Mund Theaterin d.Kommandant.- Str 8 Uhr: Katte Wallner- Theater Uhr: Der kühne Schwimmer 3 Uhr. Internat. Varieté Sonnt. 380 z halb. Preis.d.voll.Prog Reichshallen- Th. Allabendlich 7/2 Uhr, Sonntags nachm 3 Uhr halbe Preise STETTINER Säng. BonhoffBrett'l Anf.72U. Berliner als einzige Spezialzeitung für möblierte Zimmer, Wohnungen u. Tauschwohnungen Verbund. mit d. ,, Gr.- Berliner Wohnungsanzeiger" ist der R. Engelhardt, Borsigender. [ 177/4 Fr. Wiemann, Schriftführer. Achtung! Bauanschläger Achtung! Sonntag, den 4. Februar, vormittags 92 Uhr, im em Reichenberger Hof". Brauchenversammlung Reichenberger Straße 147: Tagesordnung: Bericht über die Lohnverhandlung für Februar. 2. Ber bandsangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Stimmzettel abgeben über Lohn oder Akkordarbeit. Jeder Kollege muß anwesend sein. Mitgliedsbuch legitimiert. Aufnahme neuer Mitglieder. Montag, den 5. Februar, nach. mittags 5 Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstraße 17/18: Garderobe Brandenverſammlung auf bequemste Teilzahlung Herren- DamenAnzüge, Paletots Paletots, Kostüme, Schlüpfer Röcke Kleider. Regenmäntel, Burschen- Anzüge Gute Ware, solide Preise, grosse Auswahl. M.Beiser, Lothringer Str.67 Anzeiger für Grundstücks- und Geschäftsverkäufe Ungeheuer Bei allen Zeitungshändlern und Kiosken zu haben. Verlag und Hauptanzeigenannahme: Zeitungszentrale( ZZ.) Aktiengesellschaft Jerusalemer Str. 5/6: Fernsprecher: Dönhoff 3310-3312 der Bauschlosser und der Kollegen aus den Betrieben für gelochie Bleche. 1. Bericht der Tagesordnung: Tariftommission. 2. Stellungnahme bazu. Das Erscheinen aller Kollegen ift Pflicht; da der Gaal um 7 Uhr ge räumt fem muß. ist punttliches Erscheinen notwendig. 139/10 Die Ortsverwaltung. Ortstrantentaffe der Buchbinder und verw. Gewerbe zu Berlin. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die in der Ausschußßigung vom 29. 1. 23 be gestiegen im schloffene Satzungsänderung vom Ober Preise sind versicherungsamt genehmigt ist und mit alle Lebens- bem 1. Januar 23 in Kraft tritt. mittel und Gebrauchsgegenstände tönnen nach Ablauf einer Woche im Raffen Drudegemplare der Gagungsänderung KLEINE ANZEIGEN lofal in Empfang genommen werden. im, Vorwärts" sind Der Borstand.[ 1775 dagegen immer noch R. Gottesmann, Borsigender. billig! Nr. 56 ♦ 40. Fahrgang Seilage öes vorwärts SonnabenS, 3. Jebrnar 1023 Sejchweröen i Das unzufriedene Serlin Vorschläge Kleinigkeiten. Ob einer mit Berlin und seinen Zuständen zufrieden oder un- zuftieden ist. das hängt vielfach davon ab, ob seine Nerven, wie mir mal ein Arzt sagte,„hübsch in Fett gebetlet sind oder nicht". Bei mir ist das leider nicht der Fall, und da infolgedessen die Nerven auf Reizungen viel eher reagieren als die anderen Zeit. genossen, so könnt« ich aus der Unzufriedenheit überhaupt nicht herauskommen, wenn ich nicht, wie man so sagt, mir ein dickes Fell oder eine gewisse Wurstigkeit angeschafft hätte. Immerhin, es gibt Fäll«, wo man nicht ein, sondern mehrere Dickfälle haben mutzte. Warum z. B. schmeißen die Berliner einschließlich der beamteten Eisenbahntürschlietzer die Türen der Stadt-, Ring, und Dorortbahnen mit einer Vehemenz zu, als wollte ein jeder beweisen, daß er trotz der von Entente Ungnaden uns verordneten chungerdiät über eine bedeutsame Muskulatur ver- füge? Ein anderes: Ich komme in fröhlichster Laune vom Bahn- steig, da läuft mir quer über den Weg eine schmale hagere Gestalt mir b.-eiten himbecrroten Biesen, ein General st absoffizier. Nicht wahr, das ist bei einigermaßen fröhlicher Morgenstimmung peinlich, denn man fragt sich sofort: Wozu? Warum? Was macht der Herr eigentlich? Wofür bekommt er sein Gehalt? Und in demselben Augenblick geht auch ein„Grüner" an dem Offizier vor- bei. doch ein grün bekleideter Schutzpolizei b e a m t« r. Ein B e> amter, wenn ich bitten darf. Und der„Beamte" gibt sich einen hörbaren Ruck, schmeißt die Hand an die Mütze und grüßt den Offizier st ramm militärisch. Ich frage mich als Staats- bürger: Wozu grüßt der Beamte den Offizier so militärisch? Was geht den Beamten der Offizier an? Rätsel über Rätsel, die sich einem aber zu lösen beginnen, wenn man die Herren Polizeioffi- ziere selber sieht, bei denen offenbar alle», aber auch alles„Offizier" sein soll, selbst die Sporen, von denen man wirklich nicht weiß, wozu sie die Herren in ihren Amtsstuben brauchen. Vielleicht dazu, um den— Amtsschimmel zu reiten? Ein drittes: Das Vostamt W. S in der Linkstraße ist ein sehr angenehmes Amt. Wenn man in die Linkstraße einbiegt und bemerkt, daß einem Herr T. ent- gegenkommt, den man durchaus nicht riechen kann, dann geht man einfach in das Poitamt W.g hinein und hindurch, kommt sogleich am Potsdamer Bahnhof heraus und befindet sich in einer reineren Atmosphäre. Wer ober dazu verdammt ist, mit dem Postamt W. S geschäftlich zu verkehren, der schaffe sich zuvor Nerven aus Draht an. Vor den Schaltern drängt sich ehrerbietig und still ein« Menge, die darauf wartet, bedient zu werden. Hinter den Schaltern aber herrscht fast ausnahmslos ein Gerede, Gerufe und Geschnatter wie in keinem anderen Postamt Berlins. Man denkt unwillkürlich an den fürchterlichen Redebetrieb in der Börse. Nötig ist das aber in einem Postamt ganz und gar nicht. Warum achtet die Direktion des Amtes nicht auf sa etwas? Worüber die Herren und Damen hinter den' Schaltern sich manchmal so laut und angeregt unter- halten, daß es ganz Berlin hören kann, das kann man vielleicht »in andermal mitteilen. Für heute sei es genug. Li. Zllkershilfe der Reichspost. Trotz dem eigenen chronischen Riefendesizst will die Reichspost- Verwaltung anscheinend nicht zurückstehen, wenn es heißt, etwas für die Notleidenden beizusteuern. Sie lieh zu diesem Zwecke zwei Wohltätigkeitsmarken drucken und von dem erzielten Erlös sollen der Alters- und Kinderhilf« vro Serie 12 M. zufließen. Die Auflage soll 5 Millionen Serien benagen haben. Wenn man diese Marken aber haben will, um auch sein Scherflein zum wohl- tätigen Zweck« beizusteuern, kommt man in arge Verlegenheit, denn auf keinem Postamt sind diese Marten erhältlich. Gleich von An- fang an wurden sie„rationiert" und in wenigen Tagen waren sie ausverkauft. Die Zuweisung an die Postämter soll in lächerlich ge- ring« Anzahl«folgt sein. Dies« Tage sah ich nun diese Marken im Schaufenster ein« Briefmarkenhandlung zum Preis« von 260 M.I Also auch hi« ein trauriges Zeichen unser« Zeit, daß selbst auf Kosten uns«« Alten und Kind« die einträglichsten Geschäft« ge- macht w«den. Während die Anmsten der Armen pro Serie 12 M. «halten sollen, profitiert d« Händler 220 M.! Ein« Berliner Briefmarkenhandlung soll 3 Millionen S«ien«halten haben. Es ist dringend nötig, daß die Postverwaltung od« das Komitee für Alt«s- und Kinderhilf« sich hi«zu äuß«n würde. Denn schließlich darf eine wohltätige Sache nicht dazu dienen, um einzelnen Händ- lern die Tasche zu füllen. P. Die Ablieferung der Steuerbücher. Ich möchte die zuständigen Finanzbehörden ersuchen, die Ab- lief«lingsfrist d« Steuerbücher für 1923 solange zu v«längern, bis alle Steuerzahl« im Besitz der Büch« sind. Ferner müßte die Verfügung«lassen werden, daß eventuell schon erfolgte Abzüge so- fort umg«echnet werden nach dem Personenstand des Steuerzahlers und der gehörigen Ermäßigungen, da für zuviel abgezogenes Geld am Ende des Jahres doch nichts mehr zu kaufen ist. Laut Bescheid des Finanzminist«? an das Lohnbureau der mich beschäftigenden Firma sollten mindestens bis 13. Novemb« 1922 sämtliche Büch« ausgeteilt fein. Heute, 2% Monate nach dem T«min, ist«in sehr groß« Teil noch nicht im Besitz des Steu«buches trotz Fahrgeld- ausgab« nach Finanzamt und Bezirksamt. Die Lohnbureaus stützen sich auf die Strafbarkeit nach dem Gesetz, und d« Lohnempfänger büßt Hund«te von Mark ein. Arbeitet infolge der allgemeinen Lage die Frau noch mit, sv setzt es doppelte Strafe für die Bum- melei d« Finanz- und Bezirksämt«. Di« Behörden müssen sich schnellstens dazu äußern. G. P. Das Abonnemenk im Großen Schauspielhaus. Als im Sommer d. I. vom Großen Schauspielhaus in den Zeitungen die großen Annoncen betreffs des Abonnements«schienen, wird mancher Parteigenosse das Angebot mit Freuden begrüßt haben, denn es sollten 6 Vorstellungen für 84 M. gegeben werden. Wann die Vorstellungen sein sollten, war wohlweislich nicht gesagt und auch d« Hundertste wird danach gefragt haben, denn wenn ich ein Abonnement habe, nehme ich an, daß es fortlaufend ist und daß ich mindestens jeden Monat eine Vorstellung habe. Die Di- rektion ab« war schlau« als jemals ein Theat«direttor war, sie hat die 6 Vorstellungen folgendermaßen verteilt: 2 vor Weihnachten und die and«en 4 von März bis Juni; die ganzen Wintermonate, wo man nicht fort kann, sind nur für die oberen Zehntausend und Schieb« bestimmt, die Sommermonate ab«, wo man sich lieber im Freien aufhält, die sind für die Proletarier da, damit die Theat« gefüllt w«den._ S). M. Der aussterbende �Rollmops". Früher und im Frieden sah man kaum einen der vielen Roll- wagen groß« Speditionsfirmen, auf dem nicht, imm« lustig, imm« zu tollen Streichen aufgelegt und die Passanten anulkend, imm« quieklebendig, der Rollmops herumvoltigterte. Freilich, das sah alles viel leicht« und lustig« aus als es in Wahrheit war. Mit dem Körper und Kräften d« eben«st aus der Schule entlassenen jungen Menschen wurde Raubbau getrieben. Sie mußten, war Not am Mann, mit zufassen, Kisten und Kollis schleppen, vor allem ab« wurde dem„Rollmops" d« Schlaf geraubt. Vom frühesten Mar- gen bis in die sinkende Nacht rollten sie durch ganz B«lin und erhielten dafür einen Hungcrlohn, so daß ihnen oft genug d« Magen bis auf die Schuhsohlen hing. Jedenfalls ab« war der„Rollmops" eine spezifisch berlinerische Erscheinung, ein Berlin« Typ, d« in den älteren Berliner Possen viel bedichtet und besungen worden ist. Er hatte vor allem die Aufgabe, den Rollwagen und seine Güter zu bewachen, wenn der Kutsch« abwesend war, eine Rolle, die nicht allzu schwer durchzu. führen war und weil damals die Diebesgefahr npch nicht ein« so große war wie heute. Viel« dies«„Rollmöpse" waren sich auch ihr« wichtigen Aufgabe und Bedeutung durchaus bewußt. Aehnlich bekleidet wie der Kutsch«, mit lang«, ledern« Schürze, Klapp- mütze und halblangen Stiefeln, hatten sie dem Kutsch« genau ab- geguckt, wie« sich räuspert und spuckt und taten sehr würdevoll. Woh« d« Name Rollmops kommt und wie er abzuleiten ist, ist, wie ja häufig bei volkstümlichen Ausdrücken, schwer genau zu sagen. Höchstwahrscheinlich hängt er mit Rollen zusammen, und der Mops soll wohl darauf hindeuten, daß diese jungen Leute an Stelle eines Hundes den Wagen bewachen mußten. Andere Deut« wieder haben das Wort in Zusammenhang gebracht mit dem anderen, wirk. lichen Rollmops, den man essen kann und zu dessen Herstellung nur ganz junger und zarter Hering genommen werden muß. Heute ist der„Rollmops" fast ganz aus dem Straßenbild ver- schwunden. Das hängt einmal damit zusammen, daß di« jungen Menschen, wenn sie die Schule verlassen, auskömmlicher« und wem- g« anstrengendere Berufe ergreifen. Und es ist zum anderen dar- aus zu erklären, daß heute bei der Ueberhandnahme des Diebes- und Raubgesindels der„Rollmops" einen wirksamen Schutz des Wagens und fein« Schätze nicht zu bieten vermag. Naubüberfall am hellen Tage. Am Freitag mittag wurde die in d« Augsburg« Straße wohn- hafte Witwe Jacoby von drei maskierten Räubern überfallen und geknebelt. Es gelang der Ueberfallenen, das Fenster zu gewinnen und um Hilfe zu rufen. Darauf stürmten Passanten die Treppe hin- auf, mußten aber vor den fliehenden Einbrechern weichen. Zwei Männern gelang es, zu entkommen, der dritte wurde v«foigt. vor dem Portal des Kaufhauses des Westens gestellt, wo er sich im letzten Augenblick ein« Kugel in die Schläfe jagte, die seinen sofor- tigen Tod zur Folge hatte. Wie es sich herausstellte, hatte einer von den Einbrechern geklingelt und war von ein« der beiden Haus- angestellten eingelassen worden, da der Betreffende ein Bekannt« der einen Hausangestellten war. Gleich darauf wurde das Mädchen von einem d« V«brech« mit einem Eisen nied«geschlagen. D« Mann drang mit zwei Komplicen in das Schlafzimm« der Frau Jacoby ein, wo die drei von der Frau ihre Brillanten verlangten. Frau Jacoby«klärt« sich dazu b«est, wurde aber zunächst ge- fesselt und geknebelt. Als die Einbrcch« sich in das Nebenzimm« begaben, gelangt es d« Frau, sich zu befreien und aus dem Fenster um Hilfe zu rufen. Die schwer verletzte Hausangestellte ist in das Krankenhaus gebracht worden. vom Chauffeur zum Millionär. Großhehlerei in Teppichen. Silber und Schreibmaschinen. Der vielgenannte Chauffeur, spätere Schlagsahneersatz-Fabrikant. Millionär, Villenbesitzer und schließlich Inhaber der in den Kreisen der Lebewelt bekannten„<)u»r»nte d'or" in der Ulricusstr. 40 in Hamburg, Edmund Preyll, sollte sich gestern vor der 2. Straf- kammer des Landgerichts I zusammen mit seinem Bruder, dem Chauffeur Emil Preyll und dem Flugzeugführer Kurt Kroll wegen Hehlerei verantworten. Es handelte sich um die Hehlerei von gestohlenen Teppichen, die nach der Anklage f u h r e n w e i f« in die Wohnung des Preyll in der Wilhelmstr. 147 in Berlin geschafft fein sollen. Jahrelang hatte Preyll es verstanden, die Durchführung des Strafprozesses zu hintertreiben, da er seit zweieinhalb Jahren den„wilden Mann" spielte, eine Rolle, die er auch in der gestrigen Verhandlung konsequent durchführte. Preyll Hot ein bewegtes Leben hinter sich. Gelernter Koch, wurde er während des Krieges Chauffeur des Vizekanzlers v. Payer. Nach dem Kriege verlegte er sich in einem kleinen Laden, Wilhelmstr. 1e, auf di« Fabrikation von Schlag. sahne-Crsatz und tonnte sich bald eine Sechszimmer- wohnung einrichten. Dan» erwarb er die Villa eines früheren Staatsanwalts in Düsseldorf, und nach einiger Zeit siedelte er nach Hamburg über als Besitzer des „(Zlisrsnte d'or", nachdem er sich eine der„Pensionärinnen" dieses Instituts, die„schwarze Asta", geheiratet hatte. Bei seinem Umzug aus Berlin waren die großen Mengen Tafelsilbers und Teppiche ausgefallen. Ein Schwager Preylls, der mit diesem verfeindet war, erzählte dem Hausverwalter Jahn, daß diese Teppiche aus Einbrüchen stammten. Jahn erstattete An- zeige, und ein« Haussuchung bei Preyll fördert« viele echte Teppich« und Tafelstlber mit Familienwappen zutage. Bei einem Neffen Preylls wurden zahlreiche Schreibmaschinen gefunden. All diese Gegenstände stammten aus Einbrüchen: Preyll behauptete aber, sie auf Auktionen gekauft zu haben. Der hauptsächlichste Einbruch war bei der Firma Ouantmeyer u. Eycke verübt worden. Di« sZiachdnlck«erboten. Der Äi-Iit-Serl««. ArrNil.) Drei Soldaten. LTZ von Zohn dos Passos. Vus dem ammlenifdjcK Manuskript wers-dt von Zalla«<#»«»»»». Sie wanderten schlaff durch die Straßen von Fontaine- bleau, sahen in die Schaufenster hinein, starrten die Frauen an. die auf Bänken in Parks hcruinlagen, wo das schwache Sonnenlicht durch das Spitzenwerk der Zweige purpurrötlich und gelb hindurch drang.„Wollen noch einen trinken," sagte l�r Flieger. Fuselli sah auf die Uhr. Sie hatten noch Stunden Zeit bis zur Abfahrt. Ein Mädchen mit einer losen, schmutzigen Schürze wischte den Tisch ob.„Weißwein," sagte der andere Mann. Fusellis Kopf war voll der goldenen und grünen Seide und der Zeichnungen, auf denen nackte, fleischige Cupidos sich unanständig dehnten.„Eines Tages." sagte er laut zu sich selbst,„werde ich einen Haufen Geld verdienen und in einem solchen Hause mit Mabe wohnen. Nein, mit Pvonne oder mit irgendeinem anderen Mädel." „Müssen tatsächlich Hurenflegel gewesen sein, diese Leute," sagte der Flieger. Dann blinzelte er das Mädchen mit der schmutzigen Schürze an. Fuselli erinnerte sich an ein Trinkgelage, das er in dem „yno-rnZi»"-Film gesehen hatte, wo Leute in Badekleidung mit großen Schalen in den Händen herumtanzten. „Kognak," sagte der Flieger. Er faß im Zuge, seine Ohren summten, und um seinen Kopf log es wie ein schweres eisernes Band. Es war dunkel, nur ein kleines Licht flackerte an der Decke. Einen Augenblick glaubte er, es sei ein Goldfisch in einer Schale. Aber es war ein Licht. „Hallo. Fuselli," sagte Eisenstein.„Wie geht's?" „Ganz gut." erwiderte Fuselli mit stickiger Stimme. „Wie hat dir's gefallen?" fragte Eisenstein ernst.„Sehr schön da, will oft hingehen." „Weiß nicht," murmelte Fuselli.„Will schlafen." Sein Bewußtsein wurde trübe und wirr. Er erinnerte sich an weite Säle mit grün und goldener Seide, großen Betten mit Kronen darüber, wo Napoleon und Iosephine zu schlafen pflegten. Wo waren sie? Oh ja, das Empire! Dann waren da Blumen und Früchte und Cupidos, alles vergoldet, und ein dunkler Gang und Treppen, die dumpf rochen, wo er und der Flleger hinunterstiegen. Er erinnerte sich, wie es sich anfühlte, die Nase hart auf dem roten Plüschteppich der Stufen zu reiben. Dann waren da Frauen mit offenen Arbeitsröcken, oder waren das die Bilder an der Wand? Und da war auch ein Bett mit Spiegeln herum. Er öffnete die Augen. Eisen- stein sprach mit ihm. Er mußte schon längere Zeit gesprochen haben. „Sehe die Sache so an," sagte er.„Ein Mann braucht das, um gesund zu bleiben. Wenn er mäßig ist und vor- sichtig..." Fuselli schlief wieder ein. Er wachte auf und begann plötzsich zu denken, er müsse sich das kleine blaue Buch: „Feldordnung" borgen. Es würde auf jeden Fall nützlich sein. Der Korporal war ins Hospital geschafft worden.„Tuber- kulose," wie Sergeant Olsten sagte. Man würde auf jeden Fall einen neuen aktiven Korporal ernennen. Er starrte auf das kleine, flackernde Licht an der Decke. „Wie kamst du zu dem Paß?" fragte Eisenstein. „Na, der Sergeant besorgte mir ihn," antwortete Fuselli geheimnisvoll. „Du stehst dich mit dem Sergeanten gut!" sagte Eisenstein. Fuselli lächelte mißbilligend. „Kennst du den kleinen Stockton?" „Den kleinen Kerl mit dem weißen Gesicht, der in der Aus- rüstungsabteilung am anderen Ende der Baracken arbeitet?" „Ja," sagte Eisenstein.„Ich wünsche, ich könnte etwas tun, dem Jungen zu helfen. Der kann die Disziplin nicht ver- tragen. Du sollst mal sehen, wie der zusammenfährt, wenn der rothaarige Sergeant da drüben ihn anschreit... Sieht jeden Tag kränker aus." „Er hat doch eine gute, leichte Beschäftigung," sagte Fuselli. „Du meinst, die ist leicht. Ich habe vorgestern zwölf Stunden gearbeitet," sagte Eisenstein unwillig,„um die Be- richte fertig zu machen. Der Junge hat sie verloren, und nun reiten sie ewig auf ihm herum. Das tut web, das mit ansehen zu müssen. Der müßte nach Hause in die Schule." „Sollte lieber Medizin nehmen" gab Fuselli zurück „Warte du nur, bis wir in den Gräben abgeschlachtet werden. Werden mal sehen, wie du deine Medizin verträgst," sagte Eisenstein. „Alter Esel," murmelle Fuselli und machte sich wieder zum Schlafen zurecht. Das Horn schreckte Fuselli aus seinen Decken, noch halb- tot vor Schlaf.„Ich habe wieder Kopfschmerzen, Bill," mur- melte er. Er bekam keine Antwort. Da erst bemerkte er. daß das Lager neben seinem leer war. Die Decken waren am Ende sauber zusammengefaltet. Eine plötzliche Angst erfaßte ihn. Wie sollte er ohne Bill Grey auskommen! Es würde niemand da sein, mit dem er umgehen könne. Er starrte auf das leere Lager. „A— chtung!" Die Kompagnie war aufmarschiert im Dunkeln, mit den Füßen in den Schlammpfützen der Straße. Der Leutnant ging die Front auf und ab, seine Rockschöße standen von seinem Körper ab wie ein Schwanz. Er hatte eine Taschenlaterne, mit der er der Kompagnie ins Gesicht leuchtete. „Falls irgendeiner weiß, wo William Grey sich befindet, der hat sofort Bericht zu erstatten, sonst werden wir ihn wegen unerlaubter Entfernung aus dem Lager auf die Liste fetzen. Ihr wißt, was das bedeutet." Der Leutnant sprach in kurzen, schrillen Sätzen, hackte die Enden seiner Worte wie mit einem Beil ab. Niemand sagte etwas. „Und ich habe euch noch eine andere Mitteilung zu machen, Leute," sagte der Leutnant.„Ich ernenne hiermit den Ge- fteiten Fuselli zum stellvertretenden Korporal." Fusellis Knie wurden schwer unter ihm. Er glaubte, er müsse schreien und tanzen vor Freude. Er war froh, daß es dunkel war, so daß niemand sehen konnte, wie sehr erregt er war. „Sergeant, lassen Sie die Kompagnie abtreten," sagte der Leutnant und schraubte seine Stimme mühevoll in den ge- wöhnlichen militärischen Ton zurück. „Kompagnie abtreten!" befahl der Sergeant gutmütig. Die Kompagnie ging zerstreut in einzelnen Gruppen über das große Feld durch den Schlamm hindurch zu den Baracken. 4. Uvonne drehte das Omelett mit einem Ruck herum. Es kam zischend in die Pfanne zurück, und sie trat vor ins Licht und trug die Bratpfanne vor sich her. Hinter ihr war der dunkle Ofen und darüber eine Reihe von Kupferkesseln, die aus der blauen Dunkelheit schwach herüberglitzerten. Sie ließ das Omelett aus der Pfanne herausschnellen auf den weißen Teller, der in der Mitte des Tisches stand.„Tiens," sagte sie, und strich sich ein paar Haare mit dem Handrücken aus der Stirn zurück. „Du kannst fein kochen," sagte Fuselli und stand auf. Er hatte sich auf einen Stuhl in der anderen Ecke der Küche herumgeflegelt und von dort Pvones schlanken Körper im engschließenden schwarzen Kleid und blauer Schürze beob- achtet: wie sie ins Licht trat und dann wieder heraus beim Zu- bereiten des Essens. Ein Geruch von gebratener Butter mit einem leisen Zusatz von Pfeffer erfüllte die Küche und ließ ihm das Wasser im Munde zusammenrinnen.„So ist es richtig," sagte er zu sich selbst,„wie zu Hause."(Fortsetzung folgt.) Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Heute abend, pünktlich 6 Uhr, gemeinsame Sigung mit den in Berlin gewählten Reichstags- und Landtagsabgeordneten im Jugend* 11. Kreis. Schöneberg- Friedenau. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde! Heute, Sonnabend, den 3. Februar, abends 6 Uhr, in der Aula der Comenius Schule, Frankenstr. 10, Winterfest( Lichtbildervortrag, Handarbeitsausstel 14. Kreis. Neukölln. Sonntag, den 4. Februar, Besichtigung der Neuköllner lung). Die Eltern der Rinder sind eingeladen. Feuerwehr. Treffpunkt 10 Uhr vormittags vor der Feuerwache, Emser Straße. Schreibmaschinen stammen zum größten Teil von einem vor der 7. Straffammer des Landgerichts I. Wegen gewerbsEinbruch im Auswärtigen Amt. In der gestrigen Ber- mäßiger Hehlerei hatte sich der Inhaber der Altmetallbörse des handlung spielte Preŋll wieder den„ wilden Mann", so daß ein Nordens, Kaufmann Emil Stern, zu verantworten. Die Metallförmlicher medizinischer Kongreß von Sachverständigen notwendig arbeiter im Norden Berlins wurden durch Plakate Sterns direkt geworden war. Auf die Fragen des Vorsitzenden, Landgerichts zu Diebstählen angeregt. Wegen der Gemeingefährlichkeit des Andirektors Langels, gab Preyll unzusammenhängende, verworrene geklagten und mit Rücksicht auf die wie Pilze aus dem Boden Antworten. Nach der Methode Bernotats sind auch in dieser schießenden Metallankaufsstellen in Berlin erhielt der Angeklagte heim, Lindenstr. 3. Besprechung der politischen Lage. Anklagesache die Atten verschwunden. Der Verteidiger zwei Jahre Zuchthaus bei sofortiger Verhaftung. beantragte Aussehung des Verfahrens, weil Preŋll geistestrant sei. Angestelltenversicherungsfarten. Außer der Hauptausgabestelle der Der Sachverständige, Oberarzt Dr. Stenharz von der psychia- Angestelltenversicherung C. 2, lofteritr. 65/67, ftellen nunmehr auch( amttrischen Abteilung der Charité, hielt den Angeklagten, für voll ver- liche Polizeirebiere Berlins Karten zur Angestellten antwortlich. Den gegenteiligen Standpunkt nahmen die Gerichts versicherung aus. Um die täglich überfüllte Hauptausgabeſtelle zu ärzte, Geh. Medizinalrat Dr. Hoffmann und Dr. Lehnsen sowie entlasten und stundenlanges Warten zu vermeiden, wird dringend ge auch der Leiter der staatlichen Jrrenanstalt Friedrichsberg in Ham- raten, von der Einrichtung bei den Polizeirevieren Gebrauch zu machen. burg, Prof. Dr. Wengand, ein, der P. dort lange in Behandlung In der Theatervorstellung der Arbeiterjugend am Sonntag, den gehabt hat. Schließlich wurde der Leiter der Psychiatrischen Klinit 4. Febr., nachm. 3 Uhr, im Neuen Theater am 300 wird nicht„ Der ledige der Charité, Geheimrat Dr. Bonnhöffer, herbeigerufen, der sich of" von Anzengruber, sondern Der Weibsteufel von Schönherr zur Aufmit einigen Einschränkungen auf den Standpunkt seines Assistenten führung gelangen. Eintrittskarten zum Preise von 250 M. einschließlich stellte. Das Gericht beschloß darauf, das Verfahren gegen Edmund Theaterzettel und Garderobe find im Theater zu haben. Die Abonnenten Breyll abzutrennen und gegen die beiden anderen Angeklagten ge mit dem Preisausbrud von 200 m.", eine solche von 50 m. entrichten. müssen im Theater eine Nachzahlung von 200 M. und die Einzelfarten, trennt am Montag weiter zu verhandeln. Ueber den Geisteszustand Edmund Breyll soll ein Obergutachten des Obermedizinalfollegiums eingeholt werden. Die Haftentlassung wurde abgelehnt. Die arbeitende Mutter. In der Arbeitsgemeinschaft deutscher Reichspost- und Telegraphenbeamtinnen sprach Genoffin Dr. Wegscheider 3iegler, M. d. L., über:„ Die Staatsbürgerrechte und pflichten der Beamtin". Gie wies auf Grund des typischen Eigenlebens als verheiratete Lehrerin und Mutter darauf hin, daß die an sich so berechtigte bürgerliche Frauenbewegung in ihren Auffassungen zu eng war und schließlich eine Fräuleinbewegung wurde. Man nahm und nimmt zuweilen auch heute noch an der verheirateten Beamtin und Angestellten, niemals aber an der verheirateten Arbeiterin Anstoß. Man hat nie danach gefragt, ob für die Landarbeiterin, die Waschfrau und die Blätterin Mutterschaft und Beruf eine Ueberlastung bedeuten. Selbstverständlich gebührt dem Kinde und der jungen Mutter Schuß, und mit dem Schuß der jungen Mutter sollen wir es sehr ernst meinen, aber er darf nicht so geartet sein, daß er Mutter und Kind die Existenzmöglichkeiten nimmt. Die ganze Frauenbewegung geht einen falschen Weg, wenn sie nicht die Frau als Ganzes nimmt. Die Auffassungen ändern sich. Früher ließ man eheliche Mutterschaft und Schule nicht gelten, heute fieht man die uneheliche Mutterschaft als Schande an. Die verheiratete Lehrerin hat jezt ihre Heimat in der Schule gefunden. Wir müssen uns bei dem Problem der unehelichen Mutterschaft fragen, ob das uneheliche Kind und seine Mutter eine Förderung oder Schädigung der Gesamtheit ist. Zweifellos ist auch heute noch das uneheliche Kind 20. 20. Kreis. Reinidendorf. Sonntag, den 4. Februar, vormittags 9 Uhr, im Jugendheim Seebad, Reinickendorf- Oft, Kreisvertreterversammlung. Kreis. Reinickendorf, Tegel, Rosenthal und Hermsdorf. Achtung, Funktionärinnen! Montag, den 5. Februar, 7% Uhr, in Reinickendorf West, Bolts. haus, Echarnweberstr. 114-116, Funktionärinnentonferenz. Bichtige Tagesordnung. Jeder Ort muß vertreten sein. 12. 57. Kreis. Montag, den 5. Februar, 8 Uhr, Gigung des Kreisvorstandes in Steglit an bekannter Stelle. Heute, Sonnabend, den 3. Februar: bt. Charlottenburg. 7½ Uhr Funktionärßigung bei Kapfchinski, Arumme Straße 47. Jungfozialisten. Gruppe Reutöllu. Fahrt nach der Dubrowforst. Treffpunkt 5 Uhr Ringbahnhof Neukölln. In der Treptow- Sternwarte finden folgende Veranstaltungen statt: Sonntag, 4. Febr., 4 Uhr: Shadletons Südpolegpedition"( Film); 6 Uhr: Bilder aus dem Tierleben"( Film); 8 Uhr: Der Flieger"( Film); Diens. tag, 6. Febr., 7 Uhr: Sternbilder und praktische Anleitung zu ihrer Auffindung( Vortrag mit Lichtbildern von Direktor Dr. Archenhold). Mitt. Morgen, Sonntag, den 4. Februar: moch, 7. Februar, 8 Uhr: Stampf mit dem Berge"( Film); Sonnabend, 15. Abt. Nachmittags 5 Uhr Familienabend bei Goldbach, Binetaplah 7, Rezis 10. Febr., 8 Uhr:" Bunder des Schneeschuhs"( Film). Die Fleischvergiftungen in Freienwalde. tationen. 45. Abt. 10 Uhr Sigung des Borstandes bei Bertsch, Biener Straße. 52. Abt. Charlottenburg. 9% Uhr Agitation und Flugblattverbreitung von Lokal Pape, Kaiserin- Augusta- Allee 52. Erscheinen aller Genoffen Pflicht. 85. Abt. Tempelhof. 10 Uhr Mitgliederversammlung im Genossenschaftswirts. haus, Dorfstr. 50. Gen. Hermann Müller spricht über: Die Befegung des Ruhrgebiets und ihre Folgen". Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Die nach dem Genuß verdorbenen Pferdefleisches in Freien malde erfrankten Personen befinden sich glücklicherweise auf dem Wege der Befferung und dürfen als gerettet angefehen werden. Die amtliche Untersuchung wird sehr forgfältig ausgeführt und wird Doraussichtlich scharfe Maßnahmen seitens der Stadt und der Regierungsstellen zur Folge haben. Da nun von den Abdeckereien mertwürdigerweise trotz der enormen Geldentwertung für einen PferdePadaver nur 1000 bis 2000 Mart gezahlt werden, sieht die Land- Seute abend 7 Uhr veranstaltet die Abteilung Moabit in der Aula dee bevölkerung zu, daß selbst sterbende Pferde und Rinder noch not- Rirschner- Oberrealschule, Zwingliftr. 2, ihr 5. Stiftungsfest, beſtehend aus: Chore geschlachtet werden und das Fleisch verkauft wird, da der Roßgefang, Ansprache, Rezitationen, Liedern zur Laute, Reigentänzen und Auffüh chlächter für ein Pferd, dessen Fleisch noch verwendet wer zum Preise von 25 M. find am Eingang zu haben. rung des Jugendspiels Blüthende Erde" von E. R. Müller. Eintrittskarten Den fann, 100000 Mart und mehr zahlt. In dem vorliegenden Fall hat der Schlächter Refzuleit für das auf dem Gute Reichenow erworbene Pferd, trotzdem ter Leib des Tieres schon start angeschwollen und das Tier bereits im Sterben war, noch 185 000 Mart gezahlt. Die Maßnahmen der Behörden werden fich also in erster Linie auf einen mit unnachsichtige: Strenge durchgeführten fanitären Schutz des fonsumierenden Publikums zu erstrecken haben. Wenn die amtliche Fleischuntersuchung in irgendeiner Stelle eine Lücke aufweist, denn damit wird den verbrecherischen Morgen, Sonntag, den 4. Februar: Salenfee. Besuch des Museums für Meereskunde. Treffpunkt 9 Uhr BahnBahnhof.- Rosenthaler Vorstadt. Wanderung nach Oranienburg. Trefffpunkt hof. Karlshorft. Besuch des Bau- und Berkehrsmuseums. Treffpunkt 9 Uhr 48 Uhr Stettiner Borortbahnhof. Schönhauser Borstadt. Besuch des Märki schen Museums. Treffpunkt 9 Uhr Bahnhof Schönhauser cherr Wanderung nach Königswusterhausen. Treffpunkt 47 Uhr Blücherplay. Südwesten. umgehen mit Leben und Gesundheit der Bevölkerung Vorschub Vorträge. Vereine und Versammlungen. Benthenhilfe. Allee 15. Organisationsfragen. " Briefkasten der Redaktion. Bund religiöser Sozialisten Deutschlands. Folgende fozialistischen Geist lichen fprechen am Sonntag, den 4. Februar: Pfarrer Dehn vormittags 10 he in Moabit in der Reformationskirche, Wiclefftr. 33; Pfarrer Bleier 6 Uhr nachDer Oberschlesische Hilfs bund, der die Zentralorganis mittags in der Trinitatistirche in Charlottenburg über das Thema: Chriftenfation für alle oberschlesischen Sammlungen ist, hat auch zur Linde- tum und Arbeitsruhe"; Lic. Dr. Biechowski 10 Uhr vormittags in der Philipp. rung der Notlage der Hinterbliebenen der Grubenunglücke von Melanchthoniste Gemeinde. Sonntag, Dormittag Freireligiöse 11 Uhr im Leffing- Museum, Beuthen und Hindenburg die Sammelerlaubnis erhalten. Er er- Brüderstr. 13. Vortrag des Herrn D. Roth: Die Entstehung des Lebens in der läßt einen Aufruf, in dem es heißt: Kaum haben sich die Gräber Urgelle Gäſte willkommen. Montag 7 Uhr Bezirksversammlung Pappel über die in Hindenburg verunglückten 53 Bergleute gefchloffen, da trifft die erschütternde Nachricht ein, daß in Beuthen( Oberschl.) 112 Bergleute in treuester Bflichterfüllung ums Leben ge tommen sind. Es ist zu befürchten, daß noch viele andere durch diese Katastrophe für ihr ganzes Leben arbeitsunfähig und zum Krüppel wurden. Tausende von Eltern, Frauen und Kindern sehen, aller Mittel entblößt, sich gerade in der Zeit schwerster Lebensbedingungen dem Nichts gegenüber. Trotz des großen Deutschen Boltsopfers für das Ruhrgebiet" werden sicherlich auch hier alle Deutschen gern eine fleine Gabe unglücklichen Volksgenossen zu tommen lassen. Einzahlungen nehmen auf das Konto Beuthen hilfe" die Preußische Staatsbank( Seehandlung) und alle Filialen, sowie das Postschecktonto Berlin Nr. 56 900 fogleich entgegen. schlechter daran als das eheliche, früher waren die Unterschiede jedoch stärker. Heutzutage ist eine eheliche Verbindung geleistet. faum möglich. Im beinahe verruchten Leichtsinn werden heute noch, oft nur, damit man Anrecht auf eine Wohnung hat, Ehen geschlossen. Doch müssen wir bedenken, daß bei der heute noch so festen Bindung durch die Ehe und bei der großen Umwälzung, die in den Seelen der Menschen vorgeht, es sehr oft die ehrlichen sind, die die Ehe ablehnen. Wenn eine Frau aus ihrem Kraftbewußtsein heraus, das ehrliche Arbeit gibt, durch ihrer Hände oder ihre Geistesarbeit ein Kind durchbringen will, auch ohne den Mann, dann müssen wir sagen, gesegnet fei diese Frau. Es wird feine mütterlichere Mutter geben. In jeder Frau steckt eine größere Schöpferfraft und eine starke Opferwilligteit. Heute mu man die Stunde nehmen und was die Stunde bringt und Werte schaffen. Es ist alles neu geworden und will vieles neu merden. Wir müssen aus der Not eine Tugend machen, und heute ist es Not, daß keine Mutter gekränkt und ein Kind noch mehr in Not getrieben wird. Die Frau muß mitarbeiten an der Umgestaltung des Arbeitsprozesses. Da heißt es, studiere deinen Betrieb, arbeite selbst mit, fümmere dich ums Ganze. Alles foll be seelt werden durch die Frauen, und in der Schädigung einer Mutter oder eines Kindes liegt wahrlich nicht unsere Pflicht. Die Geschlechtsmoral der arbeitenden Frau ist noch in der Entwicklung. Ein Stand aber darf die Erfüllung seiner staatsbürgerlichen Bflichten nicht darin sehen, wenn er die wenigsten unehelichen Kinder hat. Der Einsturz eines hohen eisernen Schornsteins rief gestern mittag die Berliner Feuerwehr nach der Ecke der Koch- und Friedrichstr. 41/42( Friedrichshof), wo durch den Einsturz auch Mauermert mitgerissen worden war. Restteile des Mauerwerks, die nach zustürzen drohten, entfernte die Feuerwehr. Ein zweiter Schorn stein drohte Blumenstr. 43 einzustürzen. Der 7. Bug fonnte dort die Gefahr beseitigen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, befindet sich der Leiter des Grubensicherheitsamts im Handelsministerium seit Freitag vormittag zur Teilnahme an der Untersuchung auf der Grube. Der Handelsminister und der Oberberghauptmann werden Sonnabend früh ebenfalls dort eintreffen. zieflide ustunft wird nicht erteilt. Jeder für den Brief. bei. Cilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 8, laften bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer 1. Hof part. links, vor. Schriftstüde und Berträge find mitzubringen. 2. 107. 1. Der Verkauf darf nur zu den jeweils festgesetten bzw. gelten. den Breifen stattfinden. 2. uns nicht bekannt. E. R. 14. 1. und 2. Ja. trächtigt wird. 3. und 4. Ja, sofern dadurch der brauchbare Zustand der Mieträume beein F. F. 53. 1. Das Schriftstück braucht von Ihrem Schwieges vater nicht selbst geschrieben zu werden. 2. Nein. 3. Die Gegenstände müssen 2. 51. Als einzeln aufgeführt werden. 4. Die Urkunde iſt ſtempelpflichtig. Friedensmiete gilt der vom Mieteinigungsamt festgefeßte Betrag, Jedenfalls ist das die Ansicht des Berliner Einigungsamts. E. F. 12. Die Beröffent lichung ist noch nicht erfolgt. P. 2. 7. Rennwett, und Lotteriegesez vont 8. April 1922 und die bazu erlaffenen Ausführungsbesti.. Ge. Cine nota duftrieverlag Spaeth u. Linde, Berlin, Königstr. 52. rielle Beurkundung ist nicht erforderlich. Zeugen brauchen nicht zugezogen zu werden. Es genügt eine von Ihnen unter Angabe des Ortes und Tages eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung. S. 62. Die Heimkehr des letzten deutschen Kriegsgefangenen Oskar Wetter bis Sonntag mittag. Ein wenig fühler, zeitweise beiter Otto Reuter aus Sachsen wird aus Mannheim gemeldet. Reuter aber veränderlich mit einzelnen Regenschauern bet mäßigen westlichen traf Donnerstag abend, 11.15 Uhr, aus Toulon in Ludwigshafen Winden. ein, wo er von der französischen Begleitmannschaft dem Leiter des deutschen Schutzbundes für die Avignoner übergeben wurde. Punkt 12 Uhr traf der Sonderwagen der Elektrischen Straßenbahn mit dem legten deutschen KriegsZuchthausstrafe für einen Metallhehler. Einen Beitrag zur Be- gefangenen auf der rechtsrheinischen Seite der Rheinbrücke Menschenhand nehmenden Metalldiebstähle lieferte gestern eine Verhandlung menge mit begeisterten Hochrufen begrüßt wurde. Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe fertig und nach Maß Billige Preise gründung der Notwendigkeit des Gefeßentwurfes gegen die über- Mannheim- Ludwigshafen ein, wo er von einer großen Meniden MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 Möbel Bar od. Teilzahl. billige Preise Wohnz., Schlafz., Speisez., Herrenz. Bunte Küchen Einzelne Möbel Kostenl. Lagerung Möbel- Cohn Gr. Frankfurt. Str. 58 5 Minuten v. Alexanderplatz Fil.: Badstr. 47/48 5 Min. v. Bahnh. Gesundbr Süßstoffpreise im Februar 1 H.Packung Süßkraft von reicht. 1 Pfund Sucker Tabletten haben die Süßkraft von je11, Würfel Zucker. M. 105, Vorzüglich zum Kochen, Backen usw. Alt- MetallAnkauf zu höchst. Preisen Curow, Neukölln Jonasstr. 68 a d.Bergstr., 2 Min. v. Bhf. 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