Abendausgabe Nr. 65 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 33 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaffion: Sw. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Preis 40 Mark Donnerstag Vorwärts= Berliner Volksblatt 8. Februar 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Danboff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Unzufriedenheit in Paris. Der Auswärtige Ausschuß gegen Poincaré. Der Kohlenkrieg. Entkommunalisierung? Die Berliner Stadtverordnetenversammlung wird in ihrer heutigen Sigung auch mit den Stimmen der sozialdemo= fratischen Frattion voraussichtlich der Magistratsvorlage zustimmen, die eine Verpachtung der Berliner Paris, 8. Februar.( EE.) Der Kammerausschuß für aus- 1 Hafenanlagen an die bekannte Speditionsfirma Schenker wärtige Angelegenheiten trat gestern unter Vorsig van Georges u. Co. auf fünfzig Jahre vorsieht. In der nächsten Woche Cengues zujaminen. Diefer war von den KommiffionsmitglieHolländische und schweizerische Proteste. werden wahrscheinlich bereits die Vorlagen über die Um= dern beauftragt worden, sich bei Poincaré über die Ereignisse im Condon, 8. Februar.( WTB.) Morningpoft berichtet mandlung der großen städtischen Wersbe. Ruhrgebiet, die Zwischenfälle in Memel und die konferenz aus Düffeldorf, die Franzosen hätten Profefte von feiten der triebe( Gas, Wasser, Elektrizität und Straßenbahn) in Gevon Lausanne zu erfundigen. Er erstattete gestern Bericht über holländischen und schweizerischen Regierung er fellschaften mit beschränkter Haftung und reinstädtischem diefe Mission, worauf eine eingehende Debatte flattfand, an der u. a. halfen wegen der Wirkung der franzöfifchen Sperre auf den Trans- Kapital der Stadtverordnetenversammlung zugehen und ebenTardieu, Briand, Wetterlé, mandel und andere Kom- port von Kohle nach Holland und der Schweiz. Dies bedeute eine falls mit Zustimmung der sozialdemokratischen Fraktion ver miffionsmitglieder teilnahmen. Darauf wurde folgender Antrag fehr schwierige Frage für die Franzosen angesichts der Möglichkeit, abfchiedet werden. Diese Entscheidungen werden zweifellos Tardieus einstimmig angenommen: daß Kohlenzüge über Holland und die Schweiz nach dem unbe- über die Grenzen Berlins hinaus Beachtung finden, da sie von In der Gewißheit, daß die kommiffion ihrer Aufgabe entspricht, fehlen Deutschland geleitet werden könnten. Dadurch würde grundsäßlicher Bedeutung für die Entwicklung und den wenn sie von dem Ministerpräsidenten verlangt, ihr die zur der ganze 3wed der Blodade hinfällig werden. Ausbau städtischen Besizes mie für die Haltung der SozialAusübung ihres Mandats notwendigen Ausschlüsse zu erteilen, Bern, 8. Februar.( Schweizerische Depeschenagentur.) Eine demokratie zu diefen so außerordentlich umstrittenen Fragen, dringt sie neuerlich darauf, daß der Ministerpräsident guffimme, Delegation der Regierung von Basel Stadt wurde gestern nach deren Bedeutung angesichts der Finanzlage aller deutschen Jobald wie möglich vor der Kammerfommission zu erscheinen. mittag von den Bundesräten Motta und Haab empfangen. Die Städte auf der Hand liegt. Lengues wurde beauftragt, Poincaré diefe Resolution vorzu- Delegation mies nachdrücklich auf die Schädigung der wirt legen. Briand fehte die Ernennung einer Unterfommission( haftlichen Intereffen Bafels durch die Borgänge im durch, die einen Fragebogen redigieren soll, den Leygues Rheingebiet und die damit zusammenhängende Lahmlegung des Poincaré im Laufe der Begegnung vorzulegen hat. Auf diese Bahnverkehrs hin. Durch die Abschnürung des Berkehrs werde Weife häfte Poincaré, wenn er vor der Kammerfommission nicht Basel in eine ähnliche Lage verfekt, wie es zur Zeit des Welt erscheinen wollte, Gelegenheit, auf Fragen schriftlich zu ant- frieges der Fall mar. Die Delegation ersuchte den Bundesrat um worten. Marcel Hufin erklärt im„ Echo de Paris", es bestehe teine feine Intervention. Die Vertreter des Bundesrats aner Aussicht, daß Poincaré vor der Kommission erscheine. Sobald tannten die schwierige Lage Basels und erklärten, daß der Bundes er den Augenblick für gefommen erachte, werde er vor der Kammer rat bei den beteiligten Mächten Schritte zugunsten Basels unter die notwendigen Erklärungen abgegeben. nehmen werde. . " Diefer Borfall ist symptomatisch für die nervöse Un ruhe, die in den französischen politischen Kreisen herrscht. Ohne seine Tragweite zu überschäzen, fann man wohl fagen, daß er sich nie ereignet hätte, wenn Parlament und öffentliche Meinung mit dem Gang der Ereignisse an der Ruhr zu frieden mären und den offiziellen Optimismus teilten. Aller dings dürften das Scheitern der Lausanner Konferenz fowie die Ereignisse, die diesem Bruch vorangegangen bzw. Daily Chronicle" betont, daß in den vier Wochen, gefolgt find, gleichfalls eine starte mißftimmung in Paris während der die Franzosen das Ruhrgebiet bereits in Händen hervorgerufen haben. halten, Frankreich und Belgien jo gut wie eine Roble erhalten Allein die Tatsache, daß der einstimmig angenommene haben, und daß die Fähigteit Deutschlands, Reparationen Antrag des Auswärtigen Ausschusses von Tardieu einge zu zahlen, rielig vermindert worden ist. Die franzöfifche Bo. bracht worden war, ist bezeichnend für seine wenig freundliche franzöfifche Regiering scheine augenblicklich in der Stimmung zu freundlichef zerstöre vorfählich britische ebenso wie französische Werte. Die Tendenz dem Ministerpräsidenten gegenüber: Hat doch gerade fen, eine Gewalttat auf die andere zu häufen. Die Tardieu seit Beginn der Ruhroperation Poincaré und dessen Ausmeisungen dauerten unvermindert fort, unt fent fei ernstlich von Mitarbeiter tagtäglich auf das schärfite angegriffen, ihnen der Ausweisung aller Eisenbahner mit ihren Familien, mangelhafte Borbereitungen, Blaniofigfeit, unsicherheit usw. an 3abl 300 000 bis 400 000 Personen, die Rede. Dies grenze bereits vorgeworfen. Noch gestern früh schrieb er im„ Echo National", an Wahnsinn. London, 8, Februar.( WTB.) Zu dem weiteren Vormarsch der Franzosen in teutsches Gebiet schreibt 2 e ftminster Gazette", Die Franzosen schienen einen Ring um die Zone zu ziehen, die unter britischer Kontrolle ſtehe. Sie rückten anscheinend von Stadt zu Stadt vor und hätten die Blockade stärker und strenger gemacht, deutschen Arbeiter zu überwinden. Schnell werde die Zeit fommen, feien jedoch nicht in der Lage gewejen, den passiven Widerstand der wo das französische Bolt sich die Kostenrechnung werde ansehen müssen. die Reise Cunos ins Ruhrgebiet und die englische Ablehnung und Die Berpachtung der Berliner Hafenanlagen auf fünfzig Jahre könnte den Anschein erwecken, als ob auch in unseren Reihen Bestrebungen vorhanden seien, die nicht zu bestreitenden Entkommunalisierungstendenzen, die immer wieder von bürgerlicher Seite unterstützt werden, auch von jozialdemokratischer Seite gutzuheißen. Dabei auf die Darstellungen einzugehen, die die Rote Fahne" über diese Dinge zu geben beliebt, lohnt sich wirklich nicht. Die Fahne lebt nur von Lügen und Berleumdungen und würde ihre Gristenzberechtigung verlieren, wenn sie nicht des Morgens und Abends auf jeder Seite mindestens ein duizendmal die Sozialdemokratie für alle Schlechtigkeiten der elt verantwortlich machen kann. In Wirklichkeit ist der Weg, der bei der Berpachtung der Berliner Häsen nach eingehender und sorgfältiger, monatelanger Brüfung aller getäglich feiten beschritten wird, der einzige, der heute gebenen wirtschaftlichen Verhältnisse übrhaupt begangen werden fann, wenn man eine weit fichtige Kommunalpolitik treiben will, die den Interessen der Bevölkerung auf die Dauer dient. Die Stadt darf nicht fommunalisieren oder irgendwelchen Befih in ihrer Berwal tung belaffen, um nur dem Brinzip der Kommunalisierung 8 dienen. Sie fann nur da fommunalisieren, wo für die legungen gegeben sind, wo ein Erfolg des öffentlichen städtische Verwaltung die wirtschaftlichen Boraus Betriebes im Interesse der Bevölkerung mit Sicherheit zu erwarten ist und wo die Stadt in der Lage ist, auf Grund ihrer finanziellen und wirtschaftlichen macht den betreffenden Betrieb a ch gemäß und zmedentsprechend zu verwalten. Es unterliegt feinem Zweifel, daß die Verwaltung und Nußbarmachung der ungedes nachträglichen Unterzeichnungsangebotes Ismet Baschas, Die Wucherschraube im Ruhrgebiet. heuren neuerbauten Berliner Hafenanlagen die wirtschaftdas von Poincaré nach London übermittelt worden war, be- Effen, 8. Februar.( BIB.) Die Lieferung von Milch liche Leistungsfähigkeit der Stadt bei weitem überdeuteten für Boincaré zwei Ohrfeigen am gleichen Tage". ist in den letzten Tagen außerordentlich zurüdgegangen. Der steigt. Diefe Anlagen können nur dann ihrem Zwecke nuzDie einstimmige Annahme der Resolution Tardieus franzöfifche Einbruch wirft sich in einer für die Bevölkerung außer bar gemacht werden, wenn auf den deutschen wie auf den würde eine dritte Ohrfeige für Poincaré fein, wenn nicht ordentlich bedrückenden Weise durch fortgelegte, ganz bedeutende internationalen Güterverfehr ein Einfluß in folchem Briand durch seinen Zusakantrag die Schärfe der Stellung| Breiserhöhungen, besonders auf dem Bebensmittel. Umfang geltend gemacht wird, daß der augenblickliche Bernahme des Ausschusses gemildert hätte. Das hat er sicherlich martte, aus. Bei den Fetten z. B. stellt sich die Verteuerung liner Güterverkehr um ein Bielfaches, mindestens nicht aus Liebe zu seinem erbitterten Feind Boincaré getan, bis zum 7. Februar auf über 400 Broz, was sich in der um das Zehnfache erhöht wird. Es verdient ganz sondern um zu verhindern, daß eine für die französische Ruhr Lebenshaltung der Industriebevölkerung, die vor allem auf die im Gegensatz zu dem albernen Geschrei der Roten Fahne politit verhängnisvolle Berwirrung entstehe. Fettversorgung angewiesen ist, mit äußerster härte be. alle Anerkennung, daß der Berliner Magistrat bei biefer Einer Eca" Meldung zufolge foll die Sigung des Aus. mert bar macht. Aber auch in den Kreisen des Handels schaffen Frage von vornherein von einer flaren, eindeutigen und sorgschusses sehr stürmisch verlaufen sein. Offenbar bereiten diese fortgesetzten scharfen Preissteigerungen eine beden tliche fältig durchdachten wirtschaftlichen Fragestellung ausgegangen Die Gegner Boincarés ihren für Anfang Januar geplanten, age, weil an den Händler hinsichtlich des Betriebskapitals 2n. ist. Die Lösung, die jest gefunden ist, mag in den Einzelheiten durch den Einmarsch aber vorübergehend verhinderten Anforderungen gestellt werden, denen er aus eigenen Kräften nicht hier und da nicht jeden befriedigen Das liegt in der Natur sturm aufs neue vor. Einstweilen ist aber nicht anzunehmen, mehr genügen fann. einer jeden Lösung, bei der man gezwungen ist, mit einem daß ein etwaiger Regierungswechsel sich im Zeichen der Rückanderen Kontrahenten, der über eine starte wirtschaftliche fehr zur politischen und wirtschaftlichen Vernunft vollziehen Position verfügt, zu verhandeln. Auf jeden Fall ist sie die würde, er würde zunächst sogar eher eine Beriode ge. einzige, die dazu beitragen wird, das wirtschaftsleben Condon, 8. Februar.( EE) Die fürfische Regierung er- Berlins ganz bedeutend zu heben und damit der Bevölke steigerter Brutalität gegen Deutschland einleiten. In dieser Hinsicht, wie in allen anderen Fragen, müssen neuerte ihre Aufforderung an die allierten Kriegsschiffe, den bienen. wir uns frei von allen Illufionen halten. Es ist aber feine Hafen von Smyrna zu verlassen. In diefer zweiten Auf- ung und insbesondere auch der Arbeiterschaft zu Illusion, wenn wir aus dem Beschluß des französischen Aus forderung verkürzte sie die zum Verlaffen gegebene Frist dadurch, Bei der Entscheidung über die Reorganisation der großen wärtigen Ausschusses folgern, daß man in Frankreich mit der daß die Kriegsschiffe nicht bis Mitternacht, sondern bis Sonnenunter. städtischen Werksbetriebe war auf eine mangelnde wirtschaftEntwicklung der Dinge an der Ruhr im höchsten Maße un gang den Hafen zu verlassen haben. Die englische und frantiche und finanzielle Basis der Stadt nicht Rücksicht zu neh 3öfifche Regierung trafen geffern nachmittag ein Einvernehmen, daß sie fich dieser Aufforderung der türkischen Regierung nicht men. Die Vorschläge, die jetzt in Berlin in die Tat umgefekt werden sollen, find die Folge der praktischen Beobfügen wollen. Die Regierung von Angora wurde verständigt, daß achtungen und Erfahrungen, die alle in der Kommune Paris, 8. Februar.( WEB.) Der Sonderberichterstatter des die englischen und die franzöfifchen Kriegsschiffe den Befehl erhalten tätigen Genossen im Laufe der letzten Jahre mit der städtischen Journal" in Düsseldorf berichtet von neuen Schwierigkeiten, die hätten, fich zu verteidigen, wenn fie angegriffen würden. entflanden felen. Der Eisenbahnerstreit, der felt 48 Stun Paris, 8. Februar.( CE.) Aus Konstantinopel wird gemeldet: Berwaltung wirtschaftlicher Betriebe haben maden müssen. den allgemein geworden sei, habe zur Ueberfüllung der Bergwerts Der franzöfifche Ronful in Smyrna erbat von den Es ist bekannt, daß diese Unternehmungen, die zu einem Teil halden außerordentlich beigetragen und neue Schwierig- türkischen Behörden die Erlaubnis, die franzöfifche Kolonie an Bord erst nach der Revolution in städtischen Befit übergeführt wurden, unter den na chwirtungen des Krieges ganz auferdes französischen Kreuzers Blerre Boti" zu nehmen, der sidy ordentlich gefitten haben. Es ist eine grobe Irreführung ber Paris, 8. Februar.( TB.) Ueber die Berkehrstage im gegenwärtig im Hafen von Smyrna befindet. öffentlichen Meinung, die ein Teil der bürgerlichen Berliner Ruhrgebiet schreibt der Betit Parislen", der Transportstreif Breffe( in erster Linie die Scherl- reffe) unzweifelhaft habe, nachdem er sich zuerst auf die belgische Zone ausgedehnt habe, auch die französische Belegungszone ergriffen. Es scheine nicht wider befferes wiffen fagaus, tagein vornimmt, wenn fie dem Bublifum vorrebet, daß ein Teil diefer Unternehmun gelungen zu fein, die in den letzten Tagen von ihrem ursprüng. Der erfte Erfolg der angekündigten Maßnahmen. gen nur deswegen sich in Schwierigkeiten befindet, weil fie lichen Wege abgelenkten Rohlen und Rotszüge nach Die Absicht der Reichsbant, die Kreditgewährung bei den De unter tommunaler Berwaltung stehen. Märe die Ber Frankreich und Belgien zu führen. Infcige Stockung des nach dem pisenbeständen zu unterbinden, rief heute einiges Angebot in liner Straßenbahn noch ein privates Unternehmen, dann nicht belegten Deutschland gehenden Güterverkehrs felen die Bahn ausländischen 3ahlungsmitteln hervor. Das Angebot würde zweifellos ihr Zuftand noch bebeuten flech. höfe an zahlreichen Stellen verstopft. Das feien die gegen ist jedoch nicht besonders bringend und auch nicht groß. Es handelt ter fein, als er heute ist. Die Vororte würden überhaupt wärtigen, Schwierigteiten, die Minifter le Trocquer und General fich offenbar hauptsächlich um Lösung von Hauffepofitionen ber ohne Berfehrsmittel fein und die Tarife würden die legt Beygand bei ihrer Inspektionsreise hätten feststellen tönnen. Spekulation, Der Dollar wurde gegen Mittag mit 33 500 bis fchon hohen Tarife der Straßenbahn noch bedeutend über. 34 000 gehandelt. Die Umfäße waren nicht bedeutend. Die poli- fteigen. Unter städtischer Verwaltung ist diefes Unter tische Lage wird in Börsentreifen als unverändert angesehen. Die nehmen, das in einem zumindest fünfzig Prozent seiner Subachfrage nach Effekten, befonders für ausländische Rechnung, haft stanz zerrüttetem 3uft and der Stadt übergeben fast unvermindert an. Im Vordergrunde des Interesses fiehen wurde, wenigstens leiblich wieder instand gefekt. Zegtilattien. Bis zu dem tatastrophalen Marksturz im Herbst des verflosse 17 zufrieden ist. teiten verursacht. In einem Borifer Telegramm weisen" Times" auf die Stritit hin, die infolge der Desorgan: fation des Transport. wefens im Ruhrgebiet und der dadurch auf tie franzöfifche Industrie hervorgerufenen Wirkung an der Politik der franzö fischen Regierung geübt werde. Es feien Anzeichen der unge duld vorhanden, die nicht unberüdsichtigt gelassen werten tönnten. Neuer Konflikt in Smyrna. Dollar 33 500. Deutsche Protestnote. Der deutsche Geschäftsträger in Paris hat heute der französischen Regierung folgende Note übergeben: Zuständigkeit eigenmächtig zu erweitern. Rheinlandkommission den für ihre Anordnungen fehlenden Vertragss und Rechtstitel ersehen. Vielmehr zeigt dieses Borgehen erneut, daß die Interalliierte Rheinlandfommission sich zum Werkzeug der franzöfifchen Politif machen läßt. Auch gegen diesen Rechtsbruch legt die deutsche Regierung Berwahrung ein." Wegen der Mitwirkung der Interalliierten Rheinlandtommission find entsprechende Borstellungen auch bei der englischen und belgischen Regierung erhoben worden. Gefährliche Kindereien". nen Jahres hat eine ständige, systematische und in der Fach-[ den Gemeinden wirtschaftliche Arbeit erst ermöglichen, und literatur allseitig anerkannte wesentliche Auf- wenn sie in der praktischen Erfahrung sich den Stamm beruf Die von ihr ausgesprochene„ Billigung" macht die vertragsbesserung stattgefunden, die auch auf den laufenden Be- licher wie ehrenamtlicher Mitarbeiter heranziehen, die gewillt widrige Maßnahme der französischen Regierung nicht zu vertrieb von bedeutendem Einfluß gewesen ist. Wenn die und imstande find, öffentlichen Besitz wirtschaftlich im Interesse tragsmäßigem Recht und fann ebensowenig der Interalliierten Straßenbahn zurzeit unter ganz abnormen Verhältnissen in der Kommune zu verwalten und auszubauen. Schwierigkeiten geraten ist, so teilt sie dieses Geschick mit allen privaten Straßenbahnen im Reich, die zu einem großen Teil bereits eingestellt sind. Die Zukunft städtischer Verkehrsunternehmungen liegt überhaupt bei den heutigen Wirtschaftsverhältnissen nicht mehr bei den Straßenbahnen, sondern bei den elektrischen Schnellbahnen, in Berlin bei den Stadtbahnen Die französische Regierung hat in der vom 2. Februar datierten und der Untergrundbahn. Es ist in hohem Maße erfreulich, und am 4. Februar der deutschen Botschaft übermittelten Berbalnote Faß jezt auch der Berliner Oberbürgermeister Böß anläßlich der deutschen Regierung eine Verlegung des Vertrages von Verder Eröffnung der Nord- Südbahn in Aussicht gestellt hat, daß failles vorgeworfen, die dadurch begangen sein soll, daß die Reichsdie Stadt ihre ganze Energie aufbieten wird, um den Ausbau bahnverwaltung die Durchleitung der internationalen Züge Barisdes Untergrundbahnneges zu fördern, so daß mit Bukarest und Paris- München- Brag eingestellt hat. Sie hat zu der endlichen Vollendung der Nord- Südbahn in absehbarer gleich angekündigt, daß sie als„ Santtion" für diese angebliche Ver- Nationalistische Abenteurer im Sonderzuge unterwegs. Beit gerechnet werden kann. tragsverletzung die deutschen Städte Offenburg und Appen= Stettin, 8. Jebruar.( Eigener Drahtbericht.) Hier traf am Bas bei den städtischen Werfen augenblicklich vorgenom- weier befeßen werde. Die Besetzung der beiden Städte ist noch Mittwoch mittels Sonder jug, bestehend aus 14 Personenvorgenom- am men wird, zielt nicht auf eine Entt ommunalisierung am Tage der Uebermittlung der Note tatsächlich durchwagen und einem Gepädwagen, ein Trupp Abenteurer in Stärte von 335 mann ein. Sie waren militärisch Städtischen Besizes, sondern im Gegenteil auf seine Erhaltung, geführt worden. Ausbau und planmäßigere Bewirtschaftung hin. Die LosDie deutsche Reichsbahnverwaltung hat fich infolge Kohlen- organisiert, tompagnieweise eingeteilt, die Führer waren lösung der großen Wirtschaftsbetriebe aus der städtischen Ver- mangels und anderer durch den französisch- belgischen Einbruch in bewaffnet. Der Beförderungsschein, der in Straswaltung wird ihrer Leitung die volle Freiheit und das Ruhrrevier verursachter Verkehrsschwierigkeiten zur Einstellung burg( 2.-M.) ausgestellt mar, lautete auf 430 Kinder über mirtschaftliche Bewegungsmöglichkeit geben, einer großen Anzahl fahrplanmäßiger Zugverbindungen des inter- zehn Jahre Zahlung ist zu stunden. Die Berwaltung die die heutigen Wirtschaftsverhältnisse erfordern. Sie wird nationalen und des inner deutschen Dienstes gezwungen gesehen. Es der Reichsbahn hielt es nicht für nölig, den Behörden von der Anferner verantwortlicher persönlicher Initia ist richtig, daß sich darunter auch die beiden in der Note genannten funft diefes Transportes Mitteilung zu machen. Bom Betriebsrat tive der Leitung freie Bahn schaffen. Sie wird den mit der 3ugpaare befinden. Zeit und Umstände jedoch geben dieser Anord- wurde das Polizeipräsidium benachrichtigt. Eine halbe Hundertschaft Betreuung dieser Unternehmungen im öffentlichen Intereffe nung ber Reichsbahnverwaltung offensichtlich den Charakter einer nahm die Abenteurer in Empfang. Der Zug wurde von mehreren Bon einer Vertragsver. Kriminalbeamten durchsucht. Es stellte sich heraus, daß es sich um beauftragten ehrenamtlichen Stadtverordneten und Bürger- vorübergehenden Notstandsmaßnahme. deputierten in den neuzubildenden Aufsichtsräten größere legung fann daher keine Rede sein. Selbst wenn aber eine for eine Abteilung der berüchtigten Nationalsozialisten handelte. Die Führer wurden auf dem Polizeipräsidium vernommen und gaben an, möglichkeit planmäßiger, ausdauernder und male Verlegung des Vertrages vorläge, müßte es als das daß der Trupp, nach Ostpreußen unterwegs sei, um ansystematischer Arbeit an diesen Unternehmungen geblich von dort aus eine friegerische Bewegung gegen Frankreich geben. Der Kredit der Stadt wird zweifellos gehoben werden, bezeichnet werden, daß die franzöfifche Regierung eine Maßnahme einzuleifen. 50 000 mann feien auf drei verschiedenen Heerstraßen wenn die Verwaltungsform ihrer Wirtschaftsbetriebe die von so untergrordneter Bedeutung, wie die Einstellung zweier Bug zu demselben Zwed mobil gemacht. Während des Aufenthalts auf rechtlichen Garantien für eine gleichmäßige und sicher verbindungen, zum Anlaß nimmt, ohne weiteres ihre Truppen in dem hiesigen Hauptgüterbahnhof stellten die Herrschaften funktionierende Beschaffung der laufenden Einnahmen bietet. deutsche Städte einmarschieren zu lassen. ein Ultimatum, die Führer bis 3 Uhr zu entlassen. Nach einem Berlin wird legten Endes erst unter der neuen Form daran Allerdings hat die französische Regierung, um das schreiende Hornsignal formierten fie fich militärisch vor dem Zuge und stimmten gehen können, die ungeheuren wirtschaftlichen Vorteile, die die Mißverhältnis zwischen dem Beschwerdeanlaß und der von ein Hurra- Gebrülle an. Als darauf der anwesende Polizeioffizier Gingemeindung bereits heute für die Werksunternehmungen ihr verfügten Maßnahme zu verdeden, den Versuch gemacht, noch energische Maßregeln androhte, beffiegen fie die Wagenabteile. Wie bedeutet, noch viel planmäßiger durch zusammen- weitere angebliche Vertragsverlegungen Deutschlands heranzuziehen. polizeiliche Ermittlungen weiter ergaben, handelt es sich um jene legung, Vereinheitlichung und Verein Demgegenüber verweist die deutsche Regierung auf ihren früheren Leute, die bereits seit einigen Wochen im Lande umherspufen und fachung ihrer Betriebe auszunuzen. Heute bereits ist das Rotenwechsel mit der französischen Regierung. Sie stellt fest, daß in Berlin vom Reichswehrminifterium Einstellung in die ReichsFundament der Groß- Berliner Einheitsgemeinde, so sehr auch fie in jedem einzelnen Falle den gegen fie erhobenen Borwurf einer wehr verlangten. Im verschlossenen Juge wurden fie unter polizeidie Politiker daran rütteln möchten, aus wirtschaftlichen Verlegung ihrer Verpflichtungen in eingehender Begründung ent- licher Bewachung nach dem Munsterlager abgeschoben. In Pajewalt Gründen nicht mehr zu erschüttern. 3wei bis drei Jahre fräftet hat, ohne daß die französische Regierung auch nur versucht versuchten sie den Zug zu verlassen, so daß von dort und von Anklam planmäßiger Arbeit auf der neuen Basis werden durch die hätte, die deutschen Argumente zu widerlegen. polizeiliche Verstärkung herangeholt werden mußte. Erfolge, die auf Grund der neuzuschaffenden Vorausfegungen zweifellos durchgesetzt werden können, jeden Versuch der Stadt, ihren öffentlichen Besitz streitig zu machen, für immer ausschalten. I Jerrbild eines Friedenszuftandes Einen Rechts titel, auf den sie ihr vermeintliches Sanktionsrecht stützen will, führt die französische Regierung nicht an. Ihr stehen also in diesem Falle nicht einmal Scheingründe zur Verfügung. Die Erfahrungen, die die Stadt in den letzten Jah- In der Tat handelt es sich um einen Aft reiner Willfür und Gewalt, ren mit ihren Wirtschaftsbetrieben, nicht etwa nur mit den begangen unter Ausnutzung der Wehrlosigkeit des deutschen Boltes. großen Werfen, sondern auch mit den von ihr neugeschaffenen Die deutsche Regierung erhebt hiergegen vor aller Welt feier fleineren Gesellschaften( Anschaffungsamt, Brennstoffbeschaf lichen Protest. fungsgesellschaft usw.) gemacht hat, zeigen, welch un- Am Tage der Uebermittlung der Berbalnote an die deutsche geheures Arbeitsfeld sich einer Riesengemeinde wie Botschaft hat auch die Interalliierte Rheinlandfommission in Koblenz Berlin erschließen fann, wenn fie vorsichtig und plan- bem deutschen Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete mäßig, ohne ihre finanzielle Basis zu überschreiten, an die eine Note zugestellt, worin sie mitteilt, daß sie unter Billigung der Lösung solcher Aufgaben herangeht. Gewiß ist die heutige von der französischen Regierung eingeleiteten Besetzung von Offen Zeit mit ihren Schwierigkeiten für die Aufrechterhaltung der burg und Appenweier beschlossen habe, diese Gebiete unter das Liquidität städtischer Finanzen nicht geeignet für die Inan- Regime des Brückentopfes Rehl zu stellen und die Befugnisse ihres griffnahme großer, bedeutende Mittel erfordernder neuer Delegierten in Rehl entsprechend zu erweitern. Unternehmungen. Um so mehr aber muß das, was auf einem Das Rheinlandabtommen umschreibt ebenso wie den materiellen Hieb heute nicht erreicht werden kann, durch zähen Willen so auch den örtlichen Umfang der Befugnisse der Interalliierten und planmäßiges Borgehen Schritt für Schritt Rheinlandkommission. Nach Artikel 1 umfaßt das ihrer Zuständig. durchgesezt werden. Die Zukunft wird dem Gedan- teit unterworfene Gebiet nur diejenigen deutschen Landesteile, deren fen städtischer Gemeinwirtschaft gehören. Sie Besetzung im Artikel 5 des Waffenstillstandsablommens vom 11. Ro. wird ihm um so mehr gehören, wenn seine Berfechter den vember 1918 und im Artikel 7 des Zufazabkommens vom 16. Januar Erfolg dieser Arbeit sichern, indem sie die wirtschaftliche Betätigung der Gemeinden mit dem Geifte? aufmännischer und wirtschaftlicher Beweglichkeit erfüllen, wenn fie an der Ausarbeitung der rechtlichen Formen mitwirken, die 1 000 000 000 000. Bon Friedrich Wendel. Das deutsche Reichsdefizit hat die Höhe von 1,5 Billionen Mark erreicht. Nur wenige wissen, was sich hinter der Eins mit den zwölf Mullen verbirgt. Halten wir uns an praktische Erempel. Mam nehme an, in 2500 Berliner Bars genehmigen pro Lokal 40 Gäfte allabendlich je 10 Schnäpse. Das macht 1 Million Schnäpse pro Berliner Abend eine Ziffer, die sich in diesen Tagen des Volksnotopfers nicht allzu sehr von der Wirklichkeit entfernen dürfte. Um cber eine Billion Schnäpse im erwähnten Abendkonsum zu ver tilgen, hätte befagtes Publitum bereits vor 27 397 Jahren anfangen müssen zu faufen, also zu einer Zeit ungefähr, als die Ahnen des feligen Neandertal- Menschen noch nichts von den alkoholischen Errungenschaften ihrer Spätentel ahnten. Bollte jemand sich das Bergnügen machen, die Zahlen von 1 bis 1 000 000 000 000 auf einzelnen Betteln auszuschreiben, wobei wir ihm einen durchschnittlichen Schreibezeitaufwand von 2 Gefunden pro Biffer zubilligen wollen, so brauchte er 2 Billionen Setunden oder 333 Milliarden und 333 Millionen Minuten oder 55 Milliarden und 555 Millionen Stunden oder 6 341 958 Jahre ein Zeitraum, der, wenn die Abtragung der deutschen Schulden überhaupt für möglich gehalten wird, vielleicht ausreicht für ein solches Unterfangen. Allerdings: das Ausschreiben der Zettel würde auf Schmierigkeiten stoßen, der Mann würde Riefenmälder verfchreiben müssen. Eine Zigarette wiegt 1 Gramm. Eine Billion Zigaretten wiegt 1 Million Tonnen. Die Last von 1 Million Tonnen entspricht der Ladefähigkeit von 100 000 Güterwagen oder 2500 Normal- Güterzügen( ben Bug zu 40 Wegen gerechnet). Diese Züge( jeder ist 600 Meter lang) würden, wollte man sie ohne Zwischenraum aneinanderkuppeln, eine Strede von 1500 Rilometer einnehmen, was einer Zugschlange Berlin- Paris und zurüd entsprechen würde. Ein Rettenraucher, der sein Lafter auf 50 Zigaretten pro Tag steigern coollte, würde an einer Billion Zigaretten 54 794 246 Jahre zu rauchen haben 1919 vorgesehen ist. Die Städte Appenweier und Offenburg liegen außerhalb dieses Gebiets. Reine Bestimmung des Rheinland. abfommens oder des Bertrags von Versailles gewährt der Interalliierten Rheinlandkommission das Recht, das Gebiet ihrer Die Brille ist des Lindström Lust... ( Nach bekannter Weise.) Die Brille ist des Lindström Luft, Die Brille. Das müßt tein großer Feldherr sein, Dem niemals fiel die Brille ein, Die Brille. November achtzehn hat er's fernt, November. Da riß er aus in finstrer Nacht, Die Brille ihn unfenntlich macht, November! In Defterreich ging es auch recht scharf. In Desterreich. Wie da das Bolf ten Zug gestürmt, Da wär er gar zu gern getürmt, In Desterreich! Doch ach, die blaue Brille fehlt, Die Brille. Da raunt ihm die Toilettenfrau: „ Ich hab auch eine Brille, schau! ' ne Brille!" Urb als er auf der Brille faß, Der Brille. Da hört er einen dunkeln Sang, Er ging den ganzen Zug entfang: Ach du mein Erich, Erich, Erich, Romm gelehrig,-lehrig,-lehrig Auf die Brille, Dort ist's stille! Da sehn dich nicht die Horden Und da wird dich keiner morden. Sind's die Augen rimm' ne Brille. Mich. von Lindenheden. In der Sackgasse der Machtpolitik. Eine Unterredung mit Hilferding. Paris, 7. Februar.( WTB.) Dr. Hilferding, der die deutsche Sozialdemokratie auf dem franzöfifchen Barteitag in Lille vertreten hat, gewährte dem dort anwesenden belgischen sozialistischen Abgeordneten Bierard ein im Brüsseler„ Beuple" veröffentlichtes Interview, in dem Pierard ihm zunächst die Frage stellte: Wie glauben Sie, daß sich ein Ausweg aus der gegenmärti. gen Lage finden läßt, da die Sozialisten gegen die Besetzung des Ruhrgebietes find? Hilferding antwortete, es sei sehr schwer geworden, eine Lösung zu finden. In Deutschland glaube man allgemein, daß Frankreich teine wirtschaftliche Lösung mehr suche, sondern eine Macht politif betreibe mit dem Ziel, von Deutschland Gebiete loszutrennen, die für deffen allgemeine Wirtschaft von her vorragender Wichtigkeit seien, und zwar um Frankreich seine mili tärische und industrielle Vorherrschaft in Europa zu sichern. diese Auffassung zu rechtfertigen, müffe man sich auf gewiffe Ent hüllungen aus dem Bericht Dariacs oder auf die in Petersburg veröffentlichten Dokumente beziehen, die die Berhandlungen zwischen Frankreich und Rußland über das linke Rheinufer mitten im Kriege nachwiesen. Bis jetzt feien sämtliche von der deutschen Regierung gemachten Reparationsangebote von Frankreich als undiskutabel abgelehnt worden. Das Eingreifen einer anderen Macht oder des Bölferbundes sei fehr schwierig geworden. Im Das wie hat es gegärt, wie hat es geglutet in ihm, da er mit Aeschiglos wetteiferte und trotzdem versuchte, Zeugnis abzulegen von seiner persönlichsten Erfahrung! Seine Erfahrung lautete aber fo: Menfchen, die sich nicht erreichen fönnen in ihrer Liebe, werden blutdürftig. Das ist eine Wahrheit, vorausgeahnte Psychoanalytikerwahrheit wenigstens so weit die Traumwelt des Menschen in Betracht tommt. Darum ist auch die Penthefilea die Tragödie der Schlafwandelnden und beseffenen Kreaturen, genau so wie das Rätchen von Heilbronn das Luftspiel dieser schwierigen Menschen gattung ist. Herr Revy, der Regisseur, ließ nicht die Schicksalstragödie spielen. Er gab nicht den Lon der Barnung und Berdunkelung und der feelischen Verftlanung. Das Berlieben des Halbgottes und der Kriegerin mar Zufall, nicht Swang, weil die Dichtigkeit des Was Dialogs gelodert wurde. Echon der Eingang verjagie. Odysseus von der Verbissenheit der beiden Besessenen erzählt, das darf feinen Moment als malerische, nur romantische Erzählung gebracht werden. Das muß finstere Warnung sein, beinahe Prophetie aus dem Jenseits. Ferdinand Hardt, der Odysseus, ein fonft begabter Sprecher, von seinem Regisseur falsch unterrichtet Dann das Paar der Verstrickten. Fr.ulein Straub hing am Ohr Gottes, aus ihr redete die altertümliche Schicksalsgötlin. Ihre Momente der Verklärung und der Grausamkeit folgten der Inspiration. Aber es flammerte fich Herr Hartmann, der Achill, viel zu oberflächlich an diese gotigebundene Erfüllerin seines Lebens. Dieser Achill spielte zeitweise wie ein hübscher Offizier mit seiner Dame. Aber Achill darf nicht spielen, nur das Schicksal spielt mit ihm. Dumpf oder leuchtend, aber nur eines darf er sein, ez darf niemals pendeln. All diese Weißerchen, die da mit Bogen und Pfeil so gefchidt umgehen, und die Griechen abschießen, haben runde Schultern, schlanke Arme, dünne Stimmchen, Mirenröckchen, Ballettschritte. Es ist ein Hauptspaß, dies Gehüpfe liebliche: Soldatinnen zu sehen Aber der Traum von der antifen Amazonengröße wurde üppiger geträumt, mehr als fleischiger Rubenstumult, weniger als blumiges Rainerballett. Max Hochdorf. Ein Menzel- Standbild vor dem Alten Museum. In der Borhalle von Schinkels Altem Museum wird nun das Standbild auf. geftellt werden, das der preußische Staat Menzel errichtet. Es ist ein Wert von Professor Peter Breue:, dem Berliner Bildhauer. Der Rünstler, der dafür seine Erinnerungen an Menzel und nach dem Leben gechaffene Bildnisse wie das von Reinhold Die Tertzeile des Borwärts" enthält durchschnittlich 50 BuchBegas verwerten fonnte, stellte Menzel in ganzer Figur dar. Der staben. Sind, die Spalte zu 120 3eilen gerechnet, 18 000 Buchstaben" Penihejilea" im Deutschen Theater. Gott hält in der rechten Meister steht etwas breitbeinig da, in dem langen Mantel, den er pro dreispaltige Tertseite. Mit 1 Billion Buchstaben fönnte man Hand Benthefilea und in der linken Achilles und er schleudert das zu tragen pflegte, und sieht mit der Scharfäugigkeit feines Alters 55 555 555„ Vorwärts"-Seiten füllen oder 6 944 444 achtfeitige Aus- friegerische Weib und den Halbgott aufeinander, ganz wie es ihm gerade vor sich hin. Denn er ist beim Zeichnen: die Rechte hält den gaben veranstalten, was 19 290 Jahrgängen des„ Borwärts" ent- behagt. Also find fie Spielbälle der Schidfalslaune. Db Benthefilea Stizzenblod und mit der Linken Menzel fonnte bekanntlich linkssprechen würde. Ich wünsche dem„ Borwärts" dieje 19290 Jahr- dem Achill in die Brust fintt, ob sie ihre Zähne in seinen Leichnam ebenso bequem zeichnen wie rechts wird er im nächsten Augenblic gänge!( Bielleicht trägt der fompakte Wunsch mir ein Borzugs hineinbeißt, es geschieht alles, ohne daß von dem Manne und der mit dem Bleistift festnehalten, was er erspäht. Das Standbild fommt Frau eine Gegenwehr geleistet würde. Das ist der Sinn der an die eine Schmalseite der Borhalle zu stehen. honorar für diese elende Rechnerei ein!) Benthefilea. Heißer Dichterfinn, der die Menschen zur Mammuts Das anschaulichste Bild von einer Billion aber friegt man, wenn man sich ans Nächstliegende hält und annimmt, daß der Geduldsfaden der Arbeiterschaft eine Billion Meter lang ist. Den könnt ihr bann 25 000mal um den Aequator legen! größe aufbauscht, der die Berge aufeinandertürmt, wortwörtlich mit Schulfunaussteilung. In der 6/7. Boltsschule am Bartburgplat Worten, woriwörtlich mit Gefühlen, wortwörtlich mit Begebnissen, in Echöneberg eröffnet der Bund für Schultanstausstellungen am 11. vor: die an die Wände des Zulässigen, des tragisch noch Faßbaren, des mittags 11 Ubr cine Kunstausstellung Stand der Malerei und Graphic tomisch nicht Umfippenden rühren. Wie hat es gebohrt in Kleift, der Gegenwart M nationale Prestige spiele eine Rolle dabei. Pflicht der sozialistischen! Parteien sei es, eine für diese Bermittlung günstigere Atmosphäre zu schaffen. Massenkundgebungen in Holland. Die Zukunft der städtischen Wirtschaftsbetriebe. Um die Verpachtung der Häfen Berlins. # Bierard vermies, den Erklärungen Hilferdings über die machtpolitischen Ziele gegenüber, auf die legte Rede Poincarés auf Dem Bankett der republikanischen Journalisten Frankreichs. Hil- Bor dem Forum der in der Berliner Gemeindeverwaltung ta-| Gituation, in der Berlin sich heute befindet, bleibt nur die Häfenferding erwiderte, Poincaré habe sich gehütet, neben dem Annexions- tigen Genossen und Genossinnen, der zur Partei gehörenden Stadt verpachtung übrig. Sie sichert uns die Erhaltung der gedanken auch die Bildung eines autonomen rheinischen Staates zu und Bezirksverordneten, magistrats- und Be- Häfen als städtisches Eigentum, und bei ihr sind auch verdammen, der den französischen Kapitalismus in den Stand fezen zirksamtsmitglieder tie Interessen der Arbeiterschaft am besten gewahrt.( Beifall.) und Bürgerdeputierten, würde, die deutsche Metall- und chemische Industrie ohne Annegion wurde am Mittwoch die brennende Frage der Betriebsform für ter Redezeit der Stadtverordnete Genosse Amberg das Wort. In der Diskussion erhielt als erster Redner und mit unbeschränk zu kontrollieren. Die Beschlagnahme der fiskalischen Gruben und die Wirtschaftsbetriebe der Stadt behandelt. Nicht gegen die Umwandlung städtischer Betriebe in Gesellschaften der Dominialforsten erscheint Hilferding als erster Schritt bei dieser Der Referent, Stadtverordneter Genosse Reuter, betonte, daß m. b. H. wandte er sich, sondern gegen die Absicht, die Häfen friedlichen Durchdringung. Auf eine weitere Frage Pierards ant die Ueberführung von Betrieben in die öffentliche Hand auf jede Berlins in Erbbauvertrag auf 50 Jahre an private Unwortete er, sämtliche deutschen Bermittlungsvormögliche Weise erstrebt werden muß. Die jetzige Zeit ist dieser For- ternehmer zu geben. Auch die Stadt fann gut arbeiten, das schläge, z. B. derjenige, den Staatssekretär Herrmann nach Lon- derung in politischer Hinsicht günstig, aber in wirtschaftlicher zeigt die Straßenbahn, deren Kern nie so gesund wie heute gewesen Den überbracht habe, seien stets hochmütig zurückgewiesen worden. Hinsicht ist die Durchführung gerade jezt besonders schwer.( Bu ist. Ihre technischen Anlagen sind jegt in so gutem Zustand wie Jede endgültige Lösung sei unzertrennlich mit der Streichung Stimmung.) Gerade die schon kommunalisierten Betriebe hatten unter früher nie bei der privaten Gesellschaft. In anderen deutschen Städten der interalliierten Schulden verknüpft. Auf diese Seite der notgedrungenen Raubwirtschaft der Kriegsjahre zu leiden, wie haben schon 37 Straßenbahnen, die größtenteils in den Händen des Problems habe aber Deutschland keinerlei Einfuß. Im übrigen daß die finanzielle Notlage der deutschen Städte ihnen die Beschaf unsere Gaswerte wirtschaften Ueberschuß heraus, aber wenn der wir es in Berlin auch bei der Straßenbahn sehen. Dazu kommt, privater Kapitalisten find, ihren Betrieb als unrentabel eingestellt. könne man sagen, daß die Alliierten ihre Forderungen nicht bestimmt fung flüffiger Mittel erschwert. Keine Rede fann davon sein, daß Kämmerer Anteile davon beansprucht, werden ihnen die Mittel zu formulierten. Berlin banterott sei. Auch um die Straßenbahn stände es besser, Erneuerungsarbeiten geschmälert. Daß sie in Berlin technisch nicht wenn sie nicht die Erneuerungen statt aus Anleihen aus laufenden auf der Höhe sind, ist die Schuld früheren Kommunalfreisinns. Einnahmen hätte decken müssen. Die Möglichkeit der Rom Die Güter der Stadt brachten trotz maßloser Geminne privater munalisierung hängt nicht allein von der ziffernmäßigen Landwirtschaft ein Defizit, aber Administratoren selber beteiligten Der Protest des niederländischen Proletariats. Stärke der Sozialisten im Magistrat und im Stadtparlament ab, sich nachher an den Bachtungen dieser Güter, um Profite zu machen. Amsterdam, 8. Februar.( WIB.) Gestern abend wurden sondern von den Erfolgen städtischer Betriebe und von dem Ur- Durch die Häfenverpachtung wird, führte Genosse Amberg aus, in 25 Städten Hollands Protestversammlungen gegen die Besetzung teil der Bevölkerung über diese. Nötig ist eine planmäßige Reor unser Kommunalprogramm umgeworfen und gegen des Ruhrgebiets abgehalten, die von der Sozialdemokratischen Ar- ganisation, eine Umwandlung der Betriebe in Gesellschaf das fozialistische Prinzip derstoßen. Man sollte sich gedulden, bis ten m. b. H., die aus der allgemeinen Verwaltung herausgenommen für Handel und Wandel wieder bessere Zeiten kommen. Das pachbeiterpartei und von dem Niederländischen Gewerkschaftsbund ein- werden. Sie erhalfen so bei größerer Beweglichkeit die Möglichkeit tende Konsortium erhält ein Monopol und darf selbständig einzelne berufen waren. An der Versammlung in Amsterdam waren 3000 rascher Entschlüsse, und statt der Beamten kommen der Kaufmann Teile der Speicheranlagen weiterverpachten, was die Stadt ebensoPersonen beteiligt. U. a. sprachen der Führer der holländischen und der Technifer zur Geltung. Die Stadtverordnetenverfamm- gut tun fönnte. Gegen die Beggabe der Häfen hat sich die GeSozialdemokratie, Trölsira, der hervorhob, daß Holland in dem lung wird größtenteils ausgeschaltet, z. B. auch für die Tariffrage. wertschaftstommission erflärt, deren Einspruch nicht unStreit zwischen Deutschland und anderen Ländern nicht Partei Aber ihr bleibt die Kontrolle der ganzen Finanzgebarung des Be- beachtet bleiben sollte. nehme, aber auf dem Standpunkt stehe, daß derartige Fragen nicht triebes gewahrt, wenn er ihr alljährlich die Bilanz zur Genehmi- Auch Genosse Ashölter forderte Beachtung dieses Einmit Gewalt, fendern durch internationale Vereinbarungen gelöst gung vorlegen muß. Die G. m. b. 5. erleichtert die Zusammen- fpruchs. Die Umstellung der Straßenbahn in eine G. m. b, h. werden müßten. Auch der belgische Sozialdemokrat Eedelaers legung der bei der Zusammenfassung Groß- Berlins übernommenen müsse auch die Leitung in andere Hände bringen, sonst sei feine wandle fich gegen die Ruhrpolitik der franzöfifchen und belgischen fo daß für die Ausgabendedung nicht nur die Tariferhöhung bleibt. jähriges Monopol für bedenklich und die Entschädigung von Einzelbetriebe. Auch erhält sie leichter Anleihetapital, Befferung zu erwarten. Genosse Mühlmann hielt ein fünfzigRegierungen und erklärte, die belgischen Sozialdemokraten wünsch Wenn wir so die Berliner Werte auf eine neue Basis stellen, werden 5 milliarden für zu gering. Er fragie, ob nicht Berlin durch eine ten eine Lösung durch den Völkerbund. Breitscheid- Deutsch- fie Erfolge haben, wie es z. B. der fleine Betrieb des Anschaffungs. Hafenanleihe um die Berpachtung herumtommen fönne. Land dankte namens der Ruhrbevölkerung für die finanzielle Unter- amtes schon zeigt. Bon dem Erfolg hängt es ab, ob wir der Stadt verordneter Genosse Lohmann betonte, daß Gewerkschaftspolitik ffügung durch die holländischen Arbeiter. Zum Schluß wurde eine ihre Betriebe erhalten können und neue ihr zuführen dürfen. Wir und Parteipolitif in Einklang stehen müssen. Aber auf die Dauer Entschließung angenommen, in der der Wunsch ausgedrückt wurde, müssen den Gedanken der Gemeinwirtschaft so durchführen, daß er fönne man nicht Bolitik für eine einzelne Arbeitergruppe treiben, Lie niederländische Regierung möge als Mitglied des Bölferbundes nicht mehr zurüdgedrängt werden kann.( Beifall.) sondern das Gesamtmohl müsse leitender Gesichtspunkt sein. Als zweiter Referent behandelte Etadtrat Genoffe Shuning erfolgversprechender Eigenbetrieb sei für die Häfen zurzit unmögfeine Gelegenheit zur Herbeiführung einer internationalen Vermittlung zur Beendigung des Ruhrkonflities vorübergehen lassen. Die das in der heutigen Stadtverordnetensizung zur Entscheidung lich. Stadtrat Genosse Schlichting führte aus, do; nur die Versammlung schließe sich den Arbeitern von Frankreich und Bet- stehende Projekt, die Häfen Berlins durch Berpachtung an not und die jetzige Unmöglichkeit, einen Konfurringpf gegen ein Unternehmertonfortium rentabel zu machen und zugleich die das Schiffahrtsfapital zu führen, uns zur Verpacht der Häfen gien in der Verwerfung einer Politit der Gewalt an, da dieje nur Warenlagerung in Berlin zu beffern. Die Berliner Häfen sind, zwingt. Daß wir hiermit gegen das sozialistische Prin das Elend ganz Europas vermehre. In verschiedenen Städten ver- vermehrt noch um den Westhafen, für die bisherige Warenlagerung zip verstoßen, habe auch Amberg nicht nachweisen können. Gefuchten Arbeitslose und Sozialanarchisten die Bersammlungen zu viel zu groß. Um fie voll ausnuten zu können, müssen sie mit noffe Sabath, Borsigender der Gewerkschaftskommission, ver ftören, so daß die Polizei mehrfach eingreifen mußte. der Binnen und Seeschiffahrt in Berbindung mißte bei den Werken der Stadt die rechtzeitige und rich gebracht werden, die vom Privattapital beherrscht sind. Die tige Organisierung unter Ersetzung der bureaukratischen Stadt allein hat feinen Einfluß auf den Güterverkehr außerhalb Beamten durch Männer der Pragis. Auch die Häjen fönnte der Grenzen Berlins und Deutschlands, kann die Benutzung der Berlin allein betreiben, wenn es die richtigen Personen aussuchte. Stettins Einlagerungsmonopol. Das Konsortium, an das die Häfen ordneter Genosse a ß stellte feft, daß gegen das Prinzip der Berhäfen nicht erzwingen und ist machtlos gegen Hamburgs und Sonst müßten wir mit unserem Sozialismus einpacken. Stadtrerverpachtet werden sollen, fann und will die Hamburger und Stettiner Einlagerung der für Berlin bestimm pachtung auch Genoffe Amberg nicht Einspruch erhoben habe; denn ten waren umgehen, so daß direkte zuführung nach Berlin auch er wolle bei Eigenbetrieb die Verpachtung von Teilen zuauf dem Wasserwege unter Benuhung unserer Häfen möglich wird. Das Konsortium übernimmt die Häfen auf 50 Jahre, zahlt 1% Milliarden sofort und gibt weitere 3% Milliarden zur Fertigstellung des Westhafens. Die Steigerung des Hafenverkehrs fommt der Berliner Warenversorgung zugute und ermöglicht auch die Beschäftigung von mehr Arbeitern in den Häfen. Beim Eigen betrieb behielte die Stadt leere Häfen, deren Unrentabilität ihr die gerade bei häfen sehr rasch erforderlichen Erneuerungen un möglich machte. Hier die Dinge gehen zu lassen, wie sie wollen, fo daß die Häfen in Berfall geraten, wäre eine Politik der Berant: Das Konsortium muß die wortungslosigkeit.( 3uftimmung.) Schäden, die eine ständig überwachende technische Kommission der Stadt feststellt, auf eigene Roften beseitigen. Bei der finanziellen Das englisch- amerikanische Abkommen. London, 8. Februar.( WTB.) Aus Washington wird gemeldet: Bräsident Harding hat dem Kongreß das zwischen dem britischen Schazkanzler Baldwin und der amerikanischen Fundierungstommission erreichte Abkommen über die britische Schuld an Amerifa vorgelegt. Harding bezeichnete das Abkommen als die erste lichte Stelle auf dem von dem Gewölf des Krieges bedeckten Himmel der schuldbeladenen Welt. Die Regelung fei in ihrer Wirkung ein Interpfand gegen Krieg und Kriegsausgaben und stelle eine strenge Befolgung jener Produktions- und Sparsamkeitsregeln dar, die durch die Begleichung von Berbindlichkeiten die Stabilität erhöhten. Der Präsident riet dem Kongreß, die Borlage schleunigst anzunehmen. Der Bericht der amerikanischen Schuldentommission seht die Haupt umme ter zu fundierenden britischen Schuld mit 4 074 818 000 Dollar an. Die bis zum 15. November 1922 abgelaufenen und roch richt bezahlten Zinsen betragen bei einem Zinssatz von 4% Proj. 629 836 000 Dollar; hiervon sind abzuziehen die von Großbritannien geleisteten Zahlungen in Höhe von 100 526 000 Dollar. In feiner Adresse an den Kongre B hat Harding die Entscheidung der Echuldenfommission gebilligt und erklärt, das AbtomUnmittelbar nach Berlesung der Adresse des Präsidenten brachte Senator Smoot eine Bill ein, die das Schultengesch in dem Sinne abändert, daß Borsorge sowohl für die Annahme der Regelung mit Großbritannien als auch ähnlicher Regelungen mit anderen Ländern getroffen wird. -> durch die Brust geschossen. Heimtüdische Ermordung eines Polizeibeamten. laffen. Stadt Ein Im Schlußwort wies Genosse Schüning darauf hin, daß dem Konsortium über die 5 Milliarden hinaus weitere Leistungen zur Laft fallen. Die Unternehmer tragen das Rifito, die Stadt ist durch das Heimfallrecht gesichert. Genoffe Reuter entgegnete in feinem Schlußwort dem Genossen Eabath, gerade um des Nommunalisierungsgedankens willen dürfe man, wo die Vorbedingungen fehlen, nicht fommunalisieren. In den Gesellschaften m. b. H. habe die Stadt eine Mehrheit und könne bei der Auswahl der leitenden Personen entscheidend mitreden. Mit einer furzen Zusammenfassung des Ergebnisses der Diskussion schloß der Vorsitzende Genoffe Schlegel die Konferenz. Krantenfaffen und die Parteien zu Berhandlungen über diesen Buntt einladen werde, erklärten die Aerzte, daß sie die endgültige Entscheidung dem am Sonntag in Leipzig zusammentretenden Beirat ihres Berbandes Im Dienst erschossen wurde in der vergangenen Nacht der überlassen müßten. Zur Erörterung fam ein vom Arbeitsministe men stelle den ersten großen Schritt in ter Richtung auf eine Rege: 28 Jahre alte aus Striegau gebürtige unverheiratete Unterwacht- rium vorgelegter Entwurf über Grundlagen zu einer Arbeits. zwischen lung der durch den Weltkrieg erwachsenen internationalen Verpflich- meister der Schutzpolizei Willi Steiner, der auf dem Revier gemeinschaft tungen dar. Harding sprach der britischen Schuldenfundierungs- 105 in der Dranienstraße beschäftigt war. Steiner, ein ruhiger und Aerzten. Während die Aerzte und die Regierung sich auf den tommission seine Anerkennung aus, die, während sich vielfach der Ruf besonnener Beamter, sah, wie sich gegen 1½ Uhr zwei Männer in Standpunkt stellten, daß dieser Entwurf zunächst in Form eines nach Streichung der Weltkriegsschulten erhebe, von der Haustürnische des Grundstüds Oranienstraße 130a verdächtig Bertrages in Kraft zu setzen sei, verlangten die Krantenfassen eine der man irrigerweise(?) eine Förderung des Friedens erwarte, nach zu schaffen machten und ging auf sie zu. Als die beiden ihn tommen gefeßliche Regelung ihrer Beziehungen zu den Aerzten. Amerifa gekommen sei, um die Gültigkeit der britischen Verpflichtun fahen, gingen fie weg. Steiner holte sie an der Jakobitirche ein, Sie bestanden auf der von ihnen geforderten Abänderung des§ 182 trat an sie heran und stellte fie, wie ein Wächter, dem die beiden der Reichsversicherungsordnung in dem Sinne, daß sie von der Verpflichtung, Krantenhilfe als gen anzuerkennen. Sach= Männer auch schon aufgefallen waren, beobachtete, in aller geseglichen Ruhe zur Rede. Plöglich hörte der Wächter mehrere Schüffeleistung zu gewähren, befreit werden, um sie durch eine fallen und fah den Wachtmeister zu Boden finten. Barleistung ablösen zu dürfen. Bei der gegenfäßlichen Auf2lls er nun hinzulief, ergriffen die beiden Männer die Flucht nach faffung der beiden Parteien über diesen Puntt tonnte eine Einigung der Gitschiner Straße zu. Als er fie verfolgte, fchoffen sie nicht erzielt werden. wiederholt auf ihn, ohne jedoch zu treffen. Auch der Wächter gab mehrere Schüsse ab. Er hörte auch einen auffchreien und glaubt, daß er einen der Berfolgten getroffen habe. Trozdem entfamen beide nach der Gitschiner Straße zu. Sie find noch nicht ermittelt. Steiner war durch Schüsse aus einer 9- millimeter- Armeepiftole in die Brust getroffen und sofort tot zu fammengebrochen. Die Mordkommission der Kriminalpolizei wurde benachrichtigt und die Kommissare Dr. Anuschat und Quees nahmen mit ihren Beamten sofort die Ermittlungen auf. Auf die Ergreifung der Täter wurde eine Belohnung von 20 000 m. ausgesetzt. Es sind wahrscheinlich gewerbsmäßige Einbrecher, die es auf das aus 130a abgesehen hatten. Der von dem Wächter Ange. fchoffene wird wahrscheinlich gezwungen sein, fich irgend wo Derbinden zu lassen. Alle diejenigen, die von dem Berbrechen etwas wahrgenommen haben oder sonst zur Aufklärung beitragen fönnen, werden ersucht, sich umgehend bei den Kommissaren Anuschat und Quees im Polizeipräsidium zu melden. Unbemittelten werden alle Untosten ersetzt. Zuspitzung im Saargebiet Nach der„ Saarbrücker Saarbrüden, 8. Februar.( WTB.) Zeitung" hat sich die Lage im Saarrevier verschärft. Den Organi sationen war von der Polizeiverwaltung zugesagt worden, daß nur die Ortspolizei zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung ein gefeßt werden solle. Trotzdem die Ordnung nirgends gestört wurde, find Militärkräfte verwendet und die Gruben militärisch befeht wor. ben. Die Maßnahme hat zur Verschärfung der Stimmung beige tragen, zumal es an verschiedenen Stellen zu Gewalttaten der Franzosen gekommen ist. 1 holländischer Gulden Devisenkurse. 1 argentinische Papier- Bejo 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Krone 8. Februar 7. Februar Käufer. Berkäufer Käufer Berläufer ( Geld-)( Brief-)( Geld)( Brief-) Kurs Kurs Kurs Kurs 6184.50 6215.50 8827.87 8872.18 860.34 ,, Beschlagnahmungen" aus der Spartakistenzeit. neun Monaten erhalten Vor dem Schwurgericht des Landgerichts I hatte sich der Ara beiter Erich Kluge zu verantworten. Die Verhandlung ergab das typische Bild jener verworrenen Tage, die kurz nach dem Ausbruch der Revolution in allzugroßer Unsicherheit auch in Berlin sich be merkbar machten. Im Februar des Jahres 1919 war der Angelagte mit mehreren Stomplicen zu einem Haus in der Lindenstraße gefahren, um dort Beschlagnahmungen" vorzunehmen. Die Angelegenheit hatte das Schwurgericht schon einmal im Dezember 1919 beschäftigt, bei welcher Gelegenheit die Komplicen des gestern Angeklagten Gefängnisstrafen bis zu hatten. Der Angeklagte Kluge konnte wegen Rrantheit, die er sich im Felde zugezogen hatte, erst gestern zur Aburteilung herangezogen werden. Bei dem fraglichen leberfall hatte der Angeflagte nur die Anweisung erhalten, mit einem, unterbeffen auch schon verurteilten, Romplicen in der Küche aufzupassen, daß feiner aus der Wohnung heraus fönne. Trotzdem es sich um einen Fall aus der Zeit handelte, in der alles drunter und drüber ging, ließen es fich die Geschworenen angelegen sein, den Angeklagten die Schärfe des Gesetzes spüren zu lassen; sie nahmen Erpressung in Tateinheit mit gefeßwidriger Amtsanmaßung an und das Gericht verurteilte demgemäß den Anklagten Kluge zu 6 Monaten Ge fängnis, die allerdings durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurden. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Beränderlich, überwiegend bewölkt mit leichten Schneefallen und scharfen östlichen Winden. Temperatur um den Gefrierpunkt schwankend. Aerzte und Krankenkassen. Verhandlungen über die neuen Honorare. Am 6. und 7. Februar fanden im Reichsarbeitsmini 13366 50 13433.50 14663.25 14736.75 ft erium unter Borsiz des Ministerialdirefters Griefer und in 12468.75 12581.25 13366.50 13438.50 Anwesenheit von Bertretern des Statistischen Reichsamts und des 1795.50 1804.50 2044.87 2055.13 Breußischen Wohlfahrtsministeriums Berhandlungen zwischen den 6832.87 6867.13 pigenverbänden der Aerzte und Krankentassen 6184.50 6215.50 6982.50 7017.50 statt. Man beschäftigte sich zunächst mit der Festsetzung der kassen9675.75 9724.25 räztlichen Honorare. Da eine freie Bereinbarung über die 864.66 942 63 947.37 Januarsäge zwischen Aerzten und Krantentassen nicht erzielt 15860.25 15939.75 17456.25 17543.75 werden fonnte, trat ein vom Reichsarbeitsminister eingefehtes 1770.56 1771.44 Schiedsgericht zusammen, das den Aerzten für die faffenärztliche 158103.75 158896.25 172567.50 178432.50 Tätigkeit im Januar einen Teuerungszuschlag von 100 m., 250 m. 33416.25 33583.75 36508.50 36691.50 bam. 500 m. zubilligte. Danach erhalten die Kassenärzte 350 m. 2044.87 2055.18 2319 18 2380.82 für die Beratung und 700 m. für den Besuch. Bei Zahlungsverzug 6. Kreis, Kreuzberg. Freitag, den 9. Februar, 7 Uhr, Kreisvorstandssigung bet 3740.62 3759.30 4139.62 4160.38 follen außerdem Verzugszinsen in Höhe des jeweiligen Reichsbant6942.32 bistonts gezahlt werden. Für den Monat Februar erflärten 5764.38 fich die Aerzte zu den angegebenen Honoraren zur Fortsegung 52.89 ber faffenärztlichen Tätigkeit bereit, menn Anfang 1092,73 März ebenfalls für den Februar entweder durch Bereinbarung 14.54 oder durch ein Schiedsgericht die notwendigen Ieuerungs219.55 zuschläge zugebilligt würden. Als dann der Vertreter des 347.87 Reichsarbeitsministers mitteilte, daß der Minister Anfang März 1604.1 finnische Mort. 1 japanischer Jen 1 italienische Lire 1596 1 Pfund Sterling 1 Dollar. 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frank. 100 österr. Stronen( abgeft.) 1 tschechische Krone 1 nngariice Krone 1 bulgarische Lewa 200.99 202.01 1 jugoslawischer Dinar 1 spanische Beseta 6907.68 5735.62 52.61 1037.27 14.46 218.45 846.18 Groß- Berliner Parteinachrichten. Reim, Urbanftr 29. Bohnsdorf, Sozialbem. Wahlverein BSPD. Heute Donnerstag 8 Uhr bei Birth, Bahnhofstraße: Deffentliche Versammlung. Thema: Ruhr befehung und Arbeiterschaft. Referent: Bjarrer Bleyer. Jungsozialisten, Ortsgruppe Baumschulenweg. Sonnabend, 10. Febr., im Jugendheim, Ernststr. 16: Bortrag der Genoffin Clara Bohm- Schuch. Gäfte willlommen. Sherlock Holmes fun. Durch Schundromane verdorben. Gewerkschaftsbewegung Preise und Löhne. Auf den Spuren seines. Vorbildes Sherlod Holmes fuchte ber erft 16jährige landwirtschaftliche Bureauschreiber Bruno N. zu mandeln, der sich gestern wegen versuchten Raubes vor der 9. StrafDie Leuerung im Monat Januar mor eine ganz außeror fammer des Landgerichts I zu verantworten hatte. bentliche. Am 31. Januar betrugen die vierwöchigen Angeregt durch eifrige Lettüre von Deteftioromanen, Ausgaben für eine fünftöpfige Familie für Ernährung, Hei faßte der junge Mann eine solche Neigung für den Detektivberuf, zung und Beleuchtung, Bohnung und Bekleidung 186 000 mt. Es daß er ihn zu seinem Privatvergnügen neben feiner eigentlichen handelt sich hier aber noch lange nicht um ein Existenz Beschäftigung betrieb. Seinen Spürfinn suchte er in ganz besonderer minimum. Bei diesen Ausgaben sind die Steuern, Berbands. Beise an Kontrollmädchen zu erproben, auf die er bei abend beiträge, die Ausgaben für Wäschereinigung, Fahrgeld, Zeitung usw. lichen Spaziergängen Kriminalbeamte aufmerksam machte. Um fich noch nicht berüdsichtigt. Um das Eristenzminimum zu er durch eigenen Augenschein von dem Betrieb in gewissen Hotels zu rechnen, müssen noch mindestens 30 Bros. der Lebenshaltungstoften überzeugen, begleitete er eines Nachts das 28jährige Kontrolimädchen hinzugerechnet werden. Diese Zahlen stügen sich auf die Berech Minna S. nach einem Absteigequartier in der Koppenstraße. Auch nungen des Statistischen Reichsamtes, ausgenommen die Zahlen für hier spielte er zunächst den Detektiv, verlangte Legitimationspapiere Bekleidung, die vom Archiv der Gewerkschaftskommission und des von seiner Begleiterin und erfundigte sich nach dem Preis und der Ortskartells des AfA- Bundes besonders berechnet sind. Die Steige Herkunft ihres feidenen Jumpers. Plöglich versetzte der Amateur" rung gegenüber Dezember beträgt 163 Proz. Nach den Ermittlun feinem Studienobjeft" hinterrüds mit einem Schlagring zwei gen des Archios ergab fich am 5. Februar eine weitere Steige Schläge auf den Kopf, fo daß das Mädchen blutüberströmt zu rung ber Lebensmittelpreise um 35-40 Broz. Bezieht man fich fammenbrach. Dann suchte er schleunigst zu entfliehen, wurde aber auf die Steigerung der Großhandelspreise, dann ist anzunehmen, auf die gellenden Hilferufe der Ueberfallenen festgenommen. Sein daß die Preissteigerung für Bekleidung usw. voraussichtlich noch Gebaren und insbesondere seine Erfundigungen nach dem Preis stärker fein wird als die für Ernährung. ihrer Kleidungsstüde ließen den Berdacht eines Raubver. fuches entstehen, und er wurde auch unter diese Anflage gestellt. Nach seinen Angaben jedoch hat der„ Detektin".es aber nur mit der Angst bekommen, da er nicht wußte, was er nach Erledigung Jeiner Recherchen mit seiner Bgleiterin anfangen solle und wie er fortkommen fönne. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Polzin ließ die An flage wegen Raubes fallen, da das Motiv nicht aufgeklärt fei und beantragte Berurteilung wegen gefährlicher Rörper. Derlegung zu einem Jahr Gefängnis. Das Gericht erfannte auch auf diese Strafe und beschloß, den Angeklagten fofort in Haft zu nehmen. Eine Strafausfegung wurde abgelehnt. Wie Landgerichtsdirektor Schimmat im Urteil ausführte, müsse einen jungen Burschen, der so leichtsinnig mit dem Leben von Mitmenschen Spiele, eine harte Strafe treffen, die er ohne. Verzug anzutreten habe, um ihn die Bestrafung noch fühlbarer zu machen. Der Fall diefes Sechzehnjährigen, fo roh fich feine Tat auch ausnimmt, hätte boch wohl beffer vor das Jugendgericht gehört. Die wahren Schuldigen sind die Berleger der Schundromane und Gestalter der Schundfilme. Im Monatsdurchschnitt betrugen die oben angeführten Lebenshaltungskosten, bie, wie schon bemerft, tein gift en 3 minimum find, 123 900 m. oder 75,5 Proz. mehr als im Dezemberdurchschnitt. Gegenüber dieser ungeheuerlichen Breissteigerung sind die Löhne und Gehälter trok erheblicher Aufbesserung wieder zurüdgeblieben. Bon den 55 Tariflöhnen, die uns vorliegen, find nur fünf, die die Lebenshaltungskosten pom 31. Januar, die inzwischen durch die Teuerung bereits über holt wurden, erreichen. Es sind aber darunter eine ganze Reihe von Löhnen, die nur die Hälfte oder kaum zwei Drittel der nötigsten Lebenshaltungskosten betragen. 27 Hierauf wurbe zur Aussprache geschritten, an ber sich vornehm lich kommunistische Retner beteiligten. Von diesen sprach Torgler fast eine volle Stunde, obgleich die Bersammlung mehrfach durch lebhafte zurufe bekundete, daß sie seine Ausführungen nicht mehr hören wollte. Schließlich forderte er eine Arbeiterregierung", da nur diese Not und Elend beseitigen fönne.( 3urufe: Sachfen!") Torgler erwiderte hierauf, die Sozialdemokraten hätten dort unter Hinzuziehung von 2 Kommunisten eine Regierung bilten wollen, bas würde aber feine Arbeiterregierung, sondern eine fozialdemo fratisch- kommunistische Koalitionsregierung gewesen sein.( Stürmische Heiterfeit.) Da ned) 16 Redner eingeschrieben waren, wurde die Bersammlung um 10% Uhr vertagt. Jahresversammlung der Buchbinder. Am Dienstag abend fand im Deutschen Hof" die Jahresver fammlung der dem Verband der Buchbinder und Bapierverarbeiter angehörenden Buchbinderbranche statt. Weber den ersten Bunkt der Tagesordnung, Jahresbericht, referierte Czerny. In seinen Zus führungen hob er hervor, daß im verfloffenen Jahre schwere Kämpfe durchzuführen und große Arbeitslasten zu bewältigen waren. Wäh rend früher die Berträge mit den Arbeitgebern für drei Monate ab geschlossen wurden, mußten infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse im letzten Jahre alle zwei Wochen neue Verhandlungen geführt werden, und troh aller Lohnerhöhungen war es nicht möglich, einen Ausgleich der gewaltigen Teuerung gegenüber zu schaffen. Der bedeutendste Kampf im Berichtsjahre war der mit den Api- Verbänden um die von diesen verlangte 48stündige Arbeitswoche. Leider find wir in diesem Kampf nach dreiwöchiger Dauer unterlegen. Redner wandte sich insbesondere noch gegen das Ueberstunden un mesen, auf dessen Beseitigung hinzuwirken bei einer rückläufigen Ohne Bewilligung der Ronjunttur dringend erforderlich sei. Branchenleitung dürfe Ueberstundenarbeit nicht verrichtet werden. Die folgende Aussprache nahm den größten Teil des Abends für sich in Anspruch. In seinem Schlußwort sagte Czerny den weiblichen Mitgliedern möglichste Berücksichtigung zu. Bei der Wahl eines Branchenleiters wurde Czerny wiedergewählt. Ebenso die bisherigen Mitglieder( Beisizer) der Ortsverwaltung: Fräulein Schal. fert, Herzog, Kämmerer und Peter. Wie noch mitge teilt wurde, beträgt der Attorbzuschlag für Buchbinder ab 1. Februar 13 480 Prozent. Löhne der Blumens und Federarbeiterinnen. In einer gut besuchten Bersammlung der Blumen. und Federn. arbeiterinnen am Mittwoch im Gewerkschaftshaus berichtete Rüder vom Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands über die Angesichts diefer sprunghaften Teuerung, verursacht nicht allein durch den Sturz der Mart, sondern durch die Hinaufschraubung aller Preise durch die Landwirtschaft sowie durch die Syndifate und Ringe der Halb- und Fertiginduftrie, wie durch die ungeheuerlichen 3wischengewinne des Handels und der Spekulation, ergibt sich eine weitere Berelendung der arbeitenden Bevölkerung. Was die Arbeitgeber betrifft, so verstehen sie es ohne weiteres, jeben Das Schaufenster als moderner Pranger. Marfiturz zur Erhöhung der Breise zu benutzen. Etwas an Deres aber ist es mit dem Löhnen. Da wird gehandelt und geEin Radikalmittel gegen die immer mehr überhandnehmenden feilscht, die Verhandlungen werden hinausgezogen, vom Schlichtungs. Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern. Es sind für Monat Berfälschungen eines ebenso wichtigen wie leider bald unerschwing- ausschuß zum Demobilmachungskommiffar, vom Demobilmachungs. Februar folgende Bereinbarungen getroffen worden: lichen Bolfsnahrungsmittels wie die Milch wurde gestern von der fommissar zum Reichsarbeitsministerium, vom Einigungsvorschlag Die Lehrzeit für Lehrlinge beträgt ein Jahr. Sie erhalten ab 10. Strafkammer des Landgerichts I unter Borsiz des Landgerichts zum Schiedsspruch verschleppt. Die Preise werden verdoppelt, ver. 1. bis 15. februar im ersten Bierteljah: wöchentlich 2340 m., im direktors Dr. Steinhaus gegen eine gewerbsmäßige Milchbreifacht, die Arbeiter aber sollen sich mit den alten Löhnen oder mit zweiten Bierteljahr 3060 M., im dritten Bierteljahr 3510 M. und panscherin angewendet. Es mar dies die Molkereibesizersfrau Hedwig Weftphal, die sich in Gemeinschaft mit ihrem Ehemann prozentualen Zuschlägen abfinden, die weit hinter der Teuerung im vierten Vierteljahr 3960 mAb 16. bis 28. Februa: 3150, 4100, zurückbleiben. Mit anderen Worten: Während die Unternehmer 4700 und 5300. Arbeiterinnen unter 18 Jahren erhalten nach Mar W. wegen vorfäglicher Nahrungsmittelperihre Preise verdoppeln und verdreifachen, zahlen sie ihren Arbeitern der Lehrzeit ab 1. bis 15. Februar im ersten Jahre 7920 m., im fälschung zu verantworten hatte. Letztere hatte in der ersten Löhne, die im Berhältnis zur Teuerung nur die Hälfte oder ein ameiten Jahre 9090 m., im dritten Jahre 10 260 M. Bom 16. bis Berhandlung vor dem Schöffengericht alle Schuld auf sich genommen Drittel der früheren Löhne ausmachen. 28. Februar 10 600, 12 150 und 13 700 M. Facharbeiterinnen über und zugegeben, daß sie seit längerer Zeit die Milch durch Typisch für dieses Vorgehen ist die Haltung der Unternehmer 18 Jahre vom 1. bis 15. Februar 12 150 M., Dom 16. bis 28. Feeinen größeren Zusag von Wasser getauft" hatte. Des Großhandels. Hier werden Phantasiegewinne ges bruar 16 150 m. Ueber 21 Jahre 16 290 bzw. 21 750 m. leber Dies hatte das Gericht aber nicht gehindert, den Ehemann trozdem macht. Der Marksturz bringt den Großhändlern Geminne, die in 24 Jahre 18 180 bzw. 24 350 Hilfsarbeiterinnen von 14 bis als den Hauptschuldigen anzusehen. Dieser murde zu einem Monat Gefängnis verurteilt, während die Frau mit 2000 m. Geldstrafe die Milliarden gehen. Das hindert aber dieselben Leute feineswegs, 24 Jahre erholten je nach dem Alter vom 1. bis 15. Februa: 5800 bis 12 150 M., vom 16. bis 28. Februar 7800 bis 16 150 m. davoniam. Hiergegen legte Justizrat Golgen Berufung ein und die bei ihnen beschäftigten Handelshilfsarbeiter mit Meltere über 24 Jahre 14 400 bzw. 19 200 m. Musterarbeiterinnen machte vor der Straffammer geltend, daß jeder positive Nachweis 19 980 b3m. 26 550 M. Färberinnen 18 630 bis 30 400 m. Ausfür eine Mitbeteiligung des Ehemannes fehle. Das Gericht kam die Woche noch anfangs Februar abzuspeisen. Die Herren Unter, fchläger 20 700( mit Kindern) bis 38 400 m. Ausschlägerinnen auch bezüglich des Mannes mangels Beweises zu einer Freisprechung, dagegen wurde die Berufung der Frau mit der Maßgabe verworfen, nehmer haben es verstanden, die Verhandlungen immer wieder hin- 16 290 bis 25 450 M. Außerdem werden Leistungszulagen daß das Urteil in dem Schaufenster des Geschäfts auszuziehen, und die Schlichtungsstellen bis hinauf zum Reichs, für Gehaltsarbeiterinnen gewährt. Für Affordarbeiterin ren sind der Angeklagten öffentlich auszustellen fei. Gegen arbeitsministerium haben diefer standalöfen Haltung noch insofern besondere Gäge aufgestellt, die auch für Heimarbeit gelten. Ueberstunden werden 25 Prez. Aufschlag vergütet. Wiederspruch derartige Berfälschungen fei im Intereffe des Boltsgesundheit mit Borschub geleistet, als sie sich bisher nicht dazu verstehen konnten, wurde nicht erhoben, so daß die Süge nach längerer Aussprache an einem solchen Radikalmittel vorzugehen. einen Schiedsspruch zu fällen. Die Einigungsvorschläge, die gemacht Euge wurden, stehen in gar feinem Berhältnis zu der tatsächlich einge genommen wurden. tretenen Teuerung. Ober gibt es einen Menschen mit gesunden Sinnen, der von einer Notfage" des Großhandels fprechen tann? Erhöhte Unterstützungssätze. Hungerlöhnen von 16 000 m. Die fortfareitende Berteuerung aller Gegenstände des not- So sieht nun die innere Umstellung" der Unternehmer aus, wendigsten Lebensbedarfs hat eine Erhöhung der Unterfiügungs- con der der Reichswirtschaftsminister gesprochen hat, und so ift es höchftfäße notwendig gemacht. Der Magistrat hat folgende neue mit dem versöhnlichen Geift" bestellt, den bas Reichsarbeitsmini Unterstügungshöchftfäge, die von den Wohlfahrts- und Jugend- fterium bemerkt haben will. Wir fönnen unsererseits nur erffären, tommiffionen felbständig bewilligt werden dürfen, beichloffen: daß die Haltung der Unternehmer von wenigen Ausnahmen ab1. 2aufende Unterstügungen. Einzelne Perfonen bis gesehen eingegeben ist von einer tur3fichtigen Gewinn 6000., finderlofe Ehepaare bis zu 9000 m2, Familien mit unsucht, die zu ihrem eigenen Schaden ausfchlagen muß und die die eriachienen Stindern bei einem sind bis zu 12 600 m., für jedes Arbeiterschaft der Berelendung preisgibt. Wenn mit diesem System weitere kind 8600 M. 2. BfIegegeld für ein Kind bis au nicht gebrochen wird, dann kommen wir zu den schwersten wirtschaft 4000 m. 3. 8 uiapunterstübungen an laufend unterstüste lidhen Rämpfen, zu Erschütterungen unseres Wirtschaftslebens, die in Berfonen innerhalb drei Monaten einmal bis zu 8000.. über turzer Frift zum Triumph des französischen Imperialismus führen die Sätze zu 1 hinaus. 4. Einmalige Unterstügungen an andere müssen. Berionen bis zu 3000. Bei Beurteilung diefer Unterfügunge höchſtiäße ist zu berücksichtigen, daß neben der Barunterstüßung in vielen Fällen freies Mittageffen gewährt wird und daß für BeKleidung usw. erhebliche Mittel aufgewendet werden. Metalldiebe und Kircheneinbrüche. Das schändliche Treiben gewiffer Metallauftaufsstellen und Schmelzen wird besonders auch den Gotteshäniern aller Bekenntnisse immer gefährlicher. Die Kircheneinbrüche nehmen in einer geradezu er fredenden Weife überban d. Früber batten es die Verbrecher, die die Kirchen heimsuchten, hauptsächlich auf Gold und Silber und Teppie abgesehen. Sie verschmähen das natürlich auch jest nicht, bergreifen sich neuerdings aber auch an den einfachsten Metallen von Bronze, Beißblech und dergl., sogar die Pfeifen rauben sie aus den Orgeln. In den lezten Wochen ist fast fein Gotteshaus in Berlin und Umgegend berichont geblieben. Ebenso aber geht es auch in der Provinz und im Reiche zu. Tuberkulofefürforgestelle in Reinidendorf. Heute wird im Begirtstrantenhaus, Teichstraße, in Reinickendorf eine Tuberkulose. fürsorgestelle für den Bezirk eröffnet. Die Sprechstunde findet je weils am Donnerstag von 24 bis 5 Uhr statt und ist für jeden Ratsuchenden fostenlos zugänglich. Max Busse Gegründet 1878. Neu eröffnet Ankaufsabteilung für Neu eröffnet Gold-, Silber-, PlatinBrillanten gegenüber dem altbekannten Haupt Geschati Brunnenstraße 18 an der Invalidenstraße. 3eitungspapier gebind., kg 300, Saus. 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Im Moselabschnitt hat sich die Bergwerksdirektion zu einer Lohnerhöhung von zwei Frant für Erwachsene und 1,25 bis 1,40 Frant für die Minderjährigen bereit erklärt. Die Bergarbeiter bezeichnen diefe, Lohnerhöhung als unmöglich und fordern die Aufstellung eines neuen Lohntarifs. Die Kommunisten und die unabhängigen Bergarbeiter sind ebenfalls zum Streit entschloffen. Troh biefes deutlich erkennbaren wirtschaftlichen Charafters bes Streits versucht eine französische Lesart auch hier die Wirkung „ deu'scher Machinationen" zu verzeichnen. Die Meldungen von einem drohenden Generalstreit der fran 3öfifchen Bergarbeite: beruhen auf einem Beschluß des fommunisti. chen Verbandes. Dazu ist zu bemerken, daß diese Organisation tur 3000 Mitglieder zählt, die in der Hauptsache in den unbedeutenden fothringischen Rohlengruben beschäftigt find. Dort allein ist mit einem effektiven Streit zu rechnen. Auch die Eisenbahne: des Saargebietes find in eine Lohn. bewegung eingetreten. In einem gestern an die Regierungsfommission, Abteilung für öffentliche Arbeiten, gerichteten Schreiben fordern die drei Eisenbahnerverbände die Erhöhung de: Bezüge der Arbeiter und Unterbeamtenschaft entsprechend den derzeitigen Teue. rungsverhältniffen. Der ZDA., Ortsgruppe Berlin, hielt seine Jahresgeneralver. fammlung am Mittwoch in den Mufiterfälen ab. Der Jahresbericht wurde vom Vorsitzenden ter Ortsgruppe Berlin, Hugo Cohn, er ftattet. Der Redner zeigte in großen Bügen ein Bild von den Borgängen, mit denen sich die Organisation im verflossenen Jahre zu Die Zahl der Mitglieder betrug am Schluß des befassen hatte. Jahres 66 299. Die Zahl der Lohnbewegungen stellte sich auf 1137 ( im Vorjahre 404). Trotz aller Gehaltsbewegungen war es nicht möglich, mit der sprunghaft steigenden Teuerung Schritt zu halten. Die oft angeregte Lohnzahlung nach einer gleitenden Stala hat sich nach den damit in Breslau gemachten Erfahrungen nicht bewährt. Unfer Gintreten für die Befferung der Löhne für die Jug nblichen ist nicht ohne Erfolg geblieben. Besonders erfreulich ist Berantwortlich für ben rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: die Entwickelung unserer Jugendbewegung. Die Zahl der Th. Slade, Berlin. Berlag Borwärts- Verlag G. m. b. S. Berlin. Beteiligten ist von 4627 im Jahre auf 5715 im Berichtsjahre ge- Rorwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin. Lindenütt. 8 stiegen. Redner ftreifte ferner furz die Borgänge im Ruhrgebiet und fchloß mit dem Wunsch, daß es der Organisation beschieten sein möge, im laufenden Jahre zu neuen Erfolgen zu schreiten. Ueber die Kaffenlage sprach der Kassierer Weyland. Nach seinem Bericht balanciert der Jahresabschluß in Einnahme und Ausgabe mit 66 660 118 m. Dem Hauptvorstand wurden 27 292 403 m. überwielen. Gold, Silber, Platin- Bruch Zahngebissc kaufen zu unüberbietbaren Preiser da Selbstverwertung I. Skalitzer Str. 31 Lad II. Kaiser- Allee 210 Eing. 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