Nr. 68+ 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 34 Bezugspreis: Für den Monat Februar 2600 9. noraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar. und Memelgebiet fowie Cesterreich und Luxemburg 3600 M., für das übrige Ausland 4600 N. Bostbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien. Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Solland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz Tschechoslowakei und Ungarn. Der..Borwärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Reit", der Unterhaltungsbeilage..Seimwelt" und ber Beilage..Siedlung und Kleingarten" erfcheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 80 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 600 m. Reklamezeile 3000 M. ,, Aleine Anzeigen" des fettgedruckte Wort 180 M.( zulässig zwei fett. gedruckte Worte), jedes weitere Wort 100 M. Stellengesuche das erste Wort 100 M., jedes weitere Wort 70. Worte über 15 Buchstaben zähten für zwet Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 150 m. Anzeigen für bie nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 10. Februar 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckfonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Frankreich braucht Putsche. 3n Beantwortung einer Anfrage des Pariser New Bort Herald" erklärt der tschechoslowatische Außenminister Dr. Benesch wieder, daß im Augenblid ein Vermittlungsversuch nicht zweckmäßig wäre, um denn fortzufahren: die Tschechoslowakei sei der Ansicht, daß es unter den gegenwärtigen Umständen ihre Aufgabe sei, an der Aufrechterhaltung des Friedens und der Ordnung in Die geblendete Friedenstaube. Niemals waren die Umstände günstiger für eine befriedigende, vernünftige, endgültige Regelung der Reparationsfrage. In den Ententeländern bestehen jeht gewisse Borbetingungen, die vor einem Jahre noch nicht bestanden. Und die Ententeländer sind zu einem Anerbieten bereit, ja sie Paris, 9. Februar.( EE.) Die Düsseldorfer Berichterstatter| Klausel des Friedensvertrages gestatte dies? der„ Liberté" und anderer Nationalistenblätter behaupten, die deut- Zwei Artikel des Friedensvertrages beschäftigten sich mit den Berschen Geheimorganisationen, insbesondere die Brigade fehlungen Deutschlands, Artikel 428 und Artikel 376. Lepterer beEhrhardt, beabsichtigten einen Hand ffreich. Die Angriffe, ftimme, daß bei Streitigkeiten über die Auslegung dieses Para die die Orgesch seinerzeit gegen die französischen Truppen in graphen der Schiedsspruch des Bölterbundes anzurufen fei. bieten Deutschland tatsächlich einen VerOberschlesien gerichtet habe, tönnten sich jetzt wiederholen. Die Es scheine also nach dem Wortlaut des Vertrages, daß eine neue gleich an, den es auch vor einem Jahre von den Kontrollfommiffionen aufgelösten Freiforps hätten sich Berfehlung Deutschlands feine andere Santtion hätte nach sich ziehen noch nicht hätte erhoffen tönnen." wieder zusammengeschlossen. Die Brigade Ehrhardt werde in Han- fönnen, als entweder die Hinausschiebung der Besetzung in nover neu einberufen. den Rheinlanden oder die Anrufung des Völkerbundes. Das Diese Worte feßt Camille Lemercier an die Spitze Blatt wünscht, daß es sich täusche, denn es wäre weder für die eines Artikels, der durch die„ Deutsch- französische Wirtschaftss französische Sache noch für das französische Ansehen noch forrespondenz" in dem Willen, der Verständigung während für die Ruhe des Gewissens gut, daß im gleichen Augen des schärfsten Konfliktes zwischen Deutschland und Frankreich blid, in dem man Deutschland die Verlegung des Rechts vorwerfe, zu dienen, veröffentlicht wird Camille Lemercier ist sogeFrankreich selbst es mißachte und den Vertrag mißbrauche. nannter Radikalfozialist, außerpolitischer Hauptschrifileiter an der französischen Zeitung' Deuvre", die oftmals an den ihrer unmittelbaren Nachbarschaft mitzuarbeiten Gefängnis für Demonstranten. Maßnahmen der französischen Regierung nüchterne und und zufammen mit ihren Alliierten die erforderlichen Bor- Wegen der Düsseldorfer Kundgebungen sind eine Anzahl scharfe Kritik geübt hat. Die Sache, die der Autor verficht, erfichtsmaßnahmen zu treffen, damit jeder Verfuch, die Be- damals Berhafteter, weil sie aufrührerische Rufe ausgestoßen, die fordert eine Antwort. Camille Lemercier glaubt, daß in dem fehung des Ruhrgebietes zu Ruhe störungen in Mitteleuropa Besatzungstruppen durch Worte und Lieder beschimpft haben oder letzten von der Reparationskommission veröffentlichten Plan auszunuhen, im eime erfiidt werde. auch gegen Beamte des französischen Sicherheitsdienstes tätlich ge zu der Frage des Moratoriums, der übrigens der Reichsregieworden sein sollen, zu je 30, 15 und 8 Tagen Gefängnis verurteilt rung nicht überreicht worden ist, eine VerständigungsDie Rheinschiffer im Kampf. grundlage zu erblicken fei, 1. weil er gemäßigter ist Mainzer Demonstranten vom Thyssen Prozeß sind zu als der erste französische Plan, der der Pariser Konferenz Mainz, 9. Februar.( Eig. Drahtbericht.) Alle Versuche, die monatelangem Gefängnis verurteilt worden. Der Mainzer zahlreichen zwischen Bingen und Mainz liegenden Rheindampfer Staatsanwalt Dr. Karl Schröder hatte sich wegen feindseliger unterbreitet worden war, 2. weil die Zahlungen, die er eindurch Militär in Fahrt zu sehen, sind bisher erfolglos ge- Rundgebungen gegen die Befagungstruppen" zu verantworten, weil bringen würde, längst nicht den Finanzbedarf blieben. In Mainz hat die Besatzungsbehörde einige Schiffszüge er damals nach der Bormittagsverhandlung während der Abführung Frankreichs deden würden, 3. weil das Projekt von dem zusammengestellt, aber in Fahrt fonnten sie noch nicht gefeht werden, der Angeklagten auf dem Gange beim Vorbeigehen Thyssens Hoch!" deutschen Steuerzahler nichts verlange, sonda die Maschinisten fehlen, die sich nach wie vor im Gene- gerufen haben soll. Schröder wurde damals sofort festgenom dern nur fordere, daß die Großindustriellen, die sich an der ralftreit befinden. Dieser wirkt sich vor allem auch auf die Schweiz men, aber wieder auf freien Fuß gefeßt. Der Strafe entzog er fich gemeinsamen Not der beiden Völker bereichert haben, etwas In der empfindlichsten Weise aus. Bisher hat die Rheinland- durch Flucht ins unbefeßte Gebiet. Tas in seiner Abwesenheit von ihren Reichtümern ihrem Lande leihen, damit es Atem tommiffion zu den Forderungen der Rheinschiffer geschwiegen. Die gefällte Urteil lautete auf 1 Monat Gefängnis. schöpfen und sich erholen fann. Maschinisten und Heizer des Rheins und feiner Nebenflüffe haben aber in ihren Bersammlungen erneut beschlossen, den Kampf mit unverminderter Energie weiterzuführen. Verschärfung in Offenburg. Offenburg, 9. Februar.( WTB.) Die Cage hat eine Verfchärfung erfahren. Die Besatzung lehnt nach wie vor nicht nur die Zurückziehung der franzöfifchen Posten von den öffentlichen Gebäuden ab, sondern hat auch den Nachtverkehr von 8 1hr abends bis 5 Uhr morgens neuerlich verboten. Die Wirtschaften müffen um 8 Uhr schließen. Die Verbindung mit auswärts ist noch immer nicht aufgenommen. Der Eisenbahn- und Postverkehr ruhi nach wie vor. worden. # Der Zugführer in Wanne nicht gestorben. Bestrickende und bestechende Gründe! Wenn dem so wäre, Dortmund, 9. Februar.( WTB.) Der Personenzugverkehr über daß ein französischer Plan vorliegt, der nur das Großkapital Wanne- Gelsenkirchen ist wieder in Betrieb. Die Nachricht, daß ein belastet, und der dem deutschen Steuerzahler nichts abnimmt, Zugführer an den Folgen eines Schlages gestorben sei, bestätigt fich fo wäre jeder Deutsche, der nicht auf Grund dieses Blanes erfreulicherweise nicht. Der Zugführer, der von einem Franzosen Berhandlungen anstrebt, ein Verbrecher am Batereinen Kolbenschlag erhielt, brach allerdings bewußt. los zusammen und vurde sofort wegtransportiert; weil man den Niedergeschlagenen, der aus Bitten stammt und der auch dort hin gebracht wurde, später nicht mehr sah, glaubte man an seinen Tod. Die Besetzung des Bahnhofs Wanne durch die Franzosen am gestrigen Lage ist dadurch zu erklären, daß die Franzosen sich in den Besitz mehrerer beladener Rohlenzüge auf dem Bahnhof feßen wollten. Die Franzosen haben sechs vollbeladene Kohlenzüge und vier Lokomotiven in der Richtung Recklinghausen abgefahren. Sie werden sehr wahrscheinlich versuchen, diese Kohlenzüge über die vollkommen militarisierte Strede Recklinghausen- Glad bed- Duisburg nach Frankreich zu befördern. land. Eine Anleihe unter Heranziehung des Sachbesizes aufzunehmen, war die deutsche Regierung unter Leitung Births bereit. Die Großindustriellen versprachen mehr. Daraufhin drängten die Herren Poincaré und Barthou zum Sturze der Regierung Wirth- konnten aber dessen Politif nicht stürzen. Denn das Kabinett Cuno stellte fich außenpolitisch durchaus auf den Boden der Borschläge feines Borgän gers. Es arbeitete einen Moratoriumsplan aus. Er wurde abgelehnt. Ein englischer Plan, der immerhin diskutabel gewesen wäre, wurde in Paris shroff zurückgewiesen. Und erst unmittelbar nach dem Einmarsch in das Ruhrgebiet flog in Paris die Friedenstaube" auf, die Lemercier verherrlicht und die dem deutschen Bolte den Delzweig der langersehnten Berständigung bringen sollte. Die Franzosen haben den Bahnhof Scharnhorst für jeden Berkehr gesperrt, weil die Eisenbahner angeblich einen Rofs. Nichts ist verderblicher für eine wirkliche Verständigungszug in das unbefeßte Gebiet brachten. In Effen hat sich der politik, als wenn die Berständigungspolitifer Transportunternehmer Schaat bereit erklärt, den Besatzungs- felbst an der Wucht der Tatsachen vorbeigehen behörden Brennstoffe zu liefern. In einem einzigen Falle ist ihm und sich von der diplomatischen Dialektik des Quai d'Orsay eine solche Belieferung gelungen. blenden lassen. Folgendermaßen war der von uns bereits früher veröffentlichte Borschlg Frankreichs, der übrigens unseres Wissens nicht die einstimmige Billigung der Reparationsfommission gefunden hat: Der Grußzwang. 1. Es wird Deutschland ein Moratorium für zwei Jahre 1923 und 1924- bewilligt. 2. Als Gegenleistung für die Bereilligung dieses Moratoriums soll sich tas Reich verpflichten, seine Finanzen zu reor ganisieren und feine art zu stabilisieren. Es soll seine Finanzgebarung der Kontrolle der Reparationstommission und des Garantiefomitees unterwerfen. Die Ausgaben feines Budgets sollen streng herabgedrückt und seine Einnahmen aufs höchste angespannt werden. Protest des badischen Landtags. Karlsruhe, 9. Februar.( WTB.) In Gegenwart fämtlicher Minister nahm heute der Haushaltsausschuß des Badi schen Landtags Stellung zu der Befehung badischen Gebietes durch die Franzosen. Der Borsitzende, Abg. M arum( Soz.), führte u. a. aus: Da der Badische Landtag zurzeit nicht versammelt sei, sei es Pflicht des Haushaltsausschusses, ebenso feierlich, wie dies von der badischen und der Reidsregierung geschehen sei, Protest zu erheben gegen die widerrechtliche Besetzung badischen Gebietes durch Frankreich Empörung, Trauer und Schmerz seien die Gefühle, die alle Mitglieder des Ausschusses angesichts der Vorgänge in Ein Franzose schwer gestochen. Appenweier und Offenburg erfülle. Die Besetzung sei nicht Nach einem Bochumer Ill.- Bericht wurden dort am Freitagwegen der Einstellung zweier Züge erfolgt, sondern weil die Franzosen den Willen hatten, das Brüdentopfgebiet von nachmittag zwei franzöfifche Soldaten, die durch provozierendes Rehl zu erweitern und ihre Hand auf den Angelpunkt des badi- Auftreten die Straßenpassanten gereizt haben sollen, entwaffnet, schen Eisenbahnverfehrs zu legen. Die Bertreter des badischen Bol- als es schien, daß sie ihre Waffen gebrauchen wollten. Bei dem fes erwarten von den Badenern, daß sie mit derselben Ent- Handgemenge erhielt der eine Soldat mehrere Messerstiche. fchloffenheit, wie dies im Ruhrgebiet geschieht, gegen Die Berlegungen sollen dh wer sein. über allen Bedrängnissen aushalten. Gie geben zugleich den Volksgenossen die Zusicherung, daß vom Badischen Landtag, in Uebereinstimmung mit dem badischen Staatsministerium, alles geschehen Kraß zeigt sich der rein militaristisch- annegionistische Charakter wird, was notwendig ist, um die Leiden der Bevölkerung zu lindern der Ruhrbesetzung in dem Befehl, daß die Polizeibeamten die Entente und sie in ihrem Ausharren zu bestärfen. Der Ausschuß trat den offiziere grüßen sollen. Mit Stohle und Rotsgewinnung hat dieser Ausführungen bet. Staatspräsident Remmele gab seinerseits Befehl natürlich nichts zu tun, desto flarer ist seine Herkunft aus im Ausschuß Mitteilungen über die Lage im besetzten Gebiet und fabistischem Quälgeist, der die uniformierten Beamten des beraubten, über die Maßnahmen, die von der Regierung ergriffen worden wehrlosen Nachbarlandes zwingen will, entgegen der Anordnung find, und die die Billigung des Ausschusses fanden. ihres obersten Borgeseßten, des preußischen Innenministers, den Trägern der Fremdherrschaft noch die Ehrenbezeugung zu leisten. Erwacht das französische Rechtsgewissen? Die Polizeibeamtenverbände in Essen haben dem General Fournier Paris, 9. Februar.( TB.) Als einziges Blatt beschäftigt sich einen Protest überreicht, in dem sie den Grußerlaß als rechts heute„ Ere Nouvelle"( rad. Soz.) mit der Frage, ob die französische ungültig erklären. Die Polizeibeamten seien freie StaatsRegierung berechtigt gewesen fei, die Besetzung des badischen bürger und feine militärische Einrichtung, für die sie die Gebiets vorzunehmen. In dem Artikel wird bedauert, daß französische Behörde ansehe. In den letzten Stunden seien zehn Poincaré diefe gute Nachricht" nicht am Sonntag abend auf dem Bolizeibeamte verhaftet worden, wogegen allerschärffter Bankett der republikanischen Presse anzufündigen gewagt habe, cb. Protest erhoben und die sofortige Freilassung verlangt wird. wohl die Besetzung schon Sonntag vormittag durchgeführt wurde. In Dortmund sind Polizeiobertommiffar Schuh, Polizei- 5. Die Einnahmen aus der Vermögensabgabe und aus der ,, Ere Nouvelle" meint, es wäre ihm vielleicht schwer gefallen, affistent Huck und die Polizeibetriebsassistenten Benninghoff und Beschlagnahme der Zölle, aus den Ausfuhrabgaben und den juristischen Charakter der Operation und den Nutzen, den er Kretschmann Freitag vormittag wegen Nichtgrüßens verhaftet aus der im Zahlungsplan vom 5. Mai 1921 festgelegten Sondera hiervon erwarte, zu erläutern, den gewöhnlichen Sterblichen, zu worden. Darauf hat die gesamte Polizeimannschaft eine Ent- ausfuhrabgabe von 25 Broz. gehen an das Garantie denen sich der Artikelschreiber auch rechne, wäre aber diese Aufschließung angenommen, in der schärfster Brotest eingelegt und be- fomitee, tas fie der deutschen Regierung zurüderstatten wird. flärung durch einen Juristen nicht überflüssig erschienen. Man sage tont wird, daß durch das Vorgehen der Franzosen das Pflichtgefühl 6. Von dem Ertrag der Industrieanleihe fließen 500 millio zwar, der Artikel 367 des Friedensvertrages sei verletzt worden, aber der Polizei nicht etwa gelockert, sondern noch eher gefestigt nen Goldmark in einen Fonds zur Stabilisierung der Mart, und feit wann übe man selbst Gerechtigkeit aus, indem werde. Die Beamtenschaft verlangt die fofortige Freilassung der 2500 Millionen gehen an die Reparationskommission, um unter man einen Brüdentopf ausdehne, und welche Berhafteten. die Ententemächte verteilt zu werden. 3. Das Reich foll sich außerplanmäßige Einnahmen befchaffen: einmal durch die Errichtung fiskalischer MonopoleAlkohol, Tabak, durch die Ronzessionierung gewisser öffentlicher Dienste Eisenbahnen- und durch die Ber pachtung der staatlichen Bergwerke, Forsten und Salinen, anderseits durch die( entgeltliche) Einziehung von einem Viertel des wirklichen gegenwärtigen Wertes der Industrie- und Handelsunternehmungen und der in Deutschland gelegenen Grundstücke. 4. Im Verlauf der beiden Moratoriumsjahre soll die deutsche Industrie dem Reich eine Anleihe von drei Milliarden Goldmar? gewähren, und Deutschland foll, sobald es ties kann, innere und äußere Goldanleihen ausgeben. Camille Lemercier fügt selbst hinzu: aftion. " = Der neue Dolchstoß. eben in Sachsen gestürzt haben. Um das an die Massen heranzus bringen" erfolgt dann die Anweisung: In allen proletarischen Versammlungen und Körperschaften muß die Forderung der Zwangsanleihe, geftüßt auf Sachwerterfassung... aufgestellt und die Spitzenorganisation zum Handeln aufgefordert werden." Allmächtiger, jegt wird's alfo fosgehen. In allen proletarischen Wirtschaftliche Abwehr. Eine unbeUnter der Initiative des Genossen weil diese Leute gutgläubig sind, verdienen sie ehrliche und So soll, wenn man von Einzelheiten absieht, Deutschland der En- offene Antwort. Aber dann werden sie es sich abgewöhnen tente, alles in allem, in jebem der Jahre 1923 und 1924 in Gold oder müssen, daran zu glauben, daß die deutsche Arbeiterschaft sich in Devisen den Betrag von 500 Millionen Goldmark und vor der Drohung der Gewalt zu Diensten für in Sachlieferungen den Gegenwert von 750 Millionen Gold- den Kapitalismus bereitfinden wird. Und ehe mart leiften. Deutschland würde außerdem gehalten sein, die man das nicht einsieht, ehe es gerade die VerständigungspoliReftitutionen durchzuführen und tie Kosten für tifer nicht verstehen, ist die Möglichkeit fruchtbarer Berhanddie Interalliierten Kommissionen, die Belungen noch in weiter Ferne. Denn wie soll man Verständnis Versammlungen! Wieviel Resolutionen werden da in den fabungsheere( einschließlich der Ruhrbesetzung. D. Red.) und von denen erwarten, die den guten Willen der Mehr- Bezirkssekretariaten ber KPD. getippt werden müssen, um diese des Ausgleichsverfahren zu zahlen. heit des Volkes feit mehr als drei Jahren trotz Entwaffnung" tion systematisch durchzuführen". Mit dem ersten Saße des amtlichen Entwurfs beginnt die und trotz verzweifelter Notwehr ignoriert und mit einer fcheidene Frage an die KPD.: Soll die Sachwerterfassung von Unwahrhaftigkeit des Vorschlages. Man spricht von einem waffenstroßenden friedlichen Aktion gegen das Ruhrgebiet beben" oder„ von unten" durchgeführt werden? Bedeutet die Moratorium und verlangt 3ahlungen, indem antwortet haben, wenn felbst diejenigen, die die beste Abficht Formulierung: 3wangsanleihe, gestützt auf Sachwerterfaffung, eine Abschwächung oder Verstärkung der alten, doch schon man der deutschen Volkswirtschaft 1250 Millionen Mark in zur Verständigung zeigen und für sie wirken, die Zeichen deutGold abzapft. Von einer endgültigen Regelung des Repa- fchen Geistes und deutscher Not nicht zu deuten vermögen reichlich opportunistischen Parole der Sachwerterfassung? Wer soll die Zwangsanleihe durchführen? Der Staat etwa? Oder foll rationsproblems, mie sie auch von internationalen doch bei der Gelegenheit die Diktatur des Proletariats durchSachverständigen als unerläßliche Voraussetzung gesetzt werden? Und im übrigen: Was ist eigentlich 3mangsanleihe, einer dauernden Stabilisierung der Mart angegeben wurde, geftüßt auf Sachwerterfassung? Um nähere Erläuterungen wird ist mit feinem Wort die Rede. Der Ertrag der Anleihe, die während des famosen Moratoriums" aufgenommen Die Sorge um die Haltung der Sozialdemokratie läßt den gebeten! werden soll, wird nur zu einem Sechstel gnädigst Deutschland armen Deutsch nationalen keine Ruhe. Die„ Kreuzüberlassen. Die Finanzkontrolle, der das deutsche Volt sich beitung" bemüht sich tagtäglich, die neue Dolch sto B interwerfen foll, ähnelt der österreichischen Stabilisierungs- Aeußerungen des Genossen Müller- Franten in der demokratie bei der Organisierung der Abwehr des Einfalls ins legende mit allen Mitteln vorzubereiten. Sie zitiert die Wir sagen nicht zu viel mit der Feststellung, daß die Sozial, Aber nicht das ist das Wesentliche. Diese Dinge sind schon Sigung des Reichshaushaltausschusses, der darauf hingewiefen Ruhrgebiet längst an erster Stelle sieht. Ruht im Ruhrgebiet die viel früber kritisiert worden. Wundern muß man sich jedoch, hatte, daß alles geschehen muß, um den Massen des Last des Kampjes zunächst auf den Schullern der Arbeiter und Bewas ein internationaler Pazifist von der deutschen Ar Volles den Kampf gegen den franzöfifchen Imperialismus amten, ja zeigt auch der Blid in die Werkstatt der Parlamente, daß beiterschaft erwartet, welche Zumutungen er an deren zu ermöglichen. Sie bezeichnet es als eine„ Der unsere Genoffen die stärkste Energie in der Abwehr entwickeln. So Erfüllungsbereitschaft stellt. Nebenbei: daß ein Branntwein bebende Irreführung", daß die Sozialdemokratie von standen die Berhandlungen des Hauptausschuffes des Preußischen monopol in Deutschland überhaupt eriſtiert, scheint man in dem Befig wirkliche teuerliche Opfer perlangt Bandages vom Freitag, die sich mit dem Ruhreinfall und feinen Frankreich, trotz aller Schnüffeleien der Agenten im deutschen und bezeichnet solche Forderungen als„ Klasseninteresse volgen befaßten, vor allem im Banne sozialdemokratischer Anregungen und Gedanken. Etat, noch gar nicht zu missen. Daß die Tabalsteuer bereits gegenüber dem nationalen", wodurch die ge Diterroth verlangten unsere Genossen vom Landtag, dafür zu jezt den Tabafverbrauch stärker belastet, als es je ein Tabat schlossene Front des Widerstandes zerbrachen forgen, daß das Staatsministerium den Abwehrkampf gegen den monopol tun könnte, scheint drüben ebenfalls nicht befannt zu würde. Dabei weiß die Kreuzzeitung" genau so gut mie franzöfifch- belgischen Ruhreinfall mit aller Kraft unterstüßt und den sein. Das Unerhörteste aber ist, daß man von der Arbeiter: jeder Mensch in Deutschland, daß das Steuerunrecht ersten wirtschaftlichen Folgen dieses Einfalls begegnet. In Erwartung fchaft verlangt, fie folle in den wichtigsten und grund in einer solchen Weise aufreizend wirkt, daß niemand größerer Arbeitslosigkeit als Folge des eintretenden Kohlenmangels legendsten ihrer eigenen Forderungen sich ins von den Maffen Opfer verlangen fann, der nicht gleich find größere öffentliche Arbeiten merbender Natur vorGesicht schlagen. zeitig dafür sorgt, daß die Opfer, die die Maffen stillschweis zubereiten und die zur Durchführung notwendigen Kredite bereitSeit Jahr und Tag geht der Kampf um die Entstaat gend feit langem unter dem Druck der Geldentwertung brin- Buftellen. Alle fpekulativen Elemente, die sich ohne legalen wirtschaftlichen Zweck am Devisenhandel beteiligen, sind durch wirt. lichung der Eisenbahn. Wie oft hat man gesagt, daß gen, in gleichem Maße auch vom Befit getragen fame gefchgeberische und erekutive Maßnahmen auszuschalten. Zur die berechtigsten eine Ber staatlichung etwa des Kohlenbergbaues- den werden. Die Kreuzzeitung" braucht nicht zu befürchten, daß Bieberbelebung des Sparbetriebes und um Zugriff der Entente auf das deutsche Bolksvermögen erleich das feindliche Ausland durch die Sozialdemokratie unsere Zu Bahlungsmittel den Zwecken der Wirtschaft zuzuleiten, ist die Aus. tere. Hiero Wunder- verlangt Frankreich die Ent staat ftände in verzerrter Geftalt" beleuchtet bekommt. Das Ausgabe mertbeständiger Anleihen anzuftreben. lichung der Reichsbahnen, die Berpachtung der staatlichen Berg tit zur Genüge Bescheid. Im Gegenteil, eine der ersten Bor- inftitutionen find entsprechend dem enorm gesteigerten Kreditbedarf land weiß leider über unfere ftanda löse Finanzpoli. Wucherbekämpfung ist zu verschärfen. Eine solche Politik ist die Politik der Schwerindu ausfehungen zur Stärfung der deutschen Position aller Wirtschaftskreise zu modernisieren, zujammenzufaffen und zu strie. Auf ihren Geschmack ist das Programm zugeschnitten. gegenüber dem Ausland wird eine energische und fundieren. Die infolge der Abtretung wichtiger Rohstoffprovinzen und der Ruhrbesehung enorm gesteigerte Rohstoffeinfuhr, insEine Regierung, die diese Politik verfolgt, würde von der gründifche, wirklich radikale Reform unserer befondere die Rohleneinfuhr, it in öffentlicher Hand zu. Arbeiterschaft bekämpft werden müssen. Die Arbeiterschaft Finanz und Steuerpolitik sein müssen. Wenn man fammenzufassen und die Berteilung nach Maßgabe der größeren aber aber ist es, der man derartige Bedingungen unterbreitet, ob schon vom Dolchstoß reden will, dann sollte man den Dolchstoß niederen Lebenswichtigkeit der Betriebe für die Gesamtwirtschaft zu wohl man wissen sollte, daß man damit ihren Willen zu einer in der Hand der Schieber und Wucherer, in der Hand der organisieren. Alle wärmewirtschaftlichen Reformbestrebungen find Berständigung vollkommen untergräbt. Ein seltsames Rezept! Geldentwertungsgewinnler und der planmäßigen Steuer nachdrücklichst zu unterstützen. Alle die Brennstoffwirtschaft wesentlich Daß Poincaré, der Widerspruchsvolle, nach ihm ner. la boteure fehen. Die dürften fich zweifellos mehr in der belastenden Sichtreklamen sind einstweilen zu verbieten. Genußfährt, wundert uns nicht. Er muß sehen, wie er zu zahlungen Nachbarschaft der Kreuzzeitung" als der der stätten, die als Schlemmerfotale angesprochen werden können, müssen geschlossen werden. Kleine Gewerbebetriebe mit einem unkommt und denen feinen Arm anbieten, von denen er Hilfe Sozialdemokratie befinden. verhälmismäßig großen Brennstoffverbrauch find in ähnlicher Weise erwartet. Wenn er aber die Mehrheit des deutschen Bolkes, wie in der zweiten Kriegshälfte bis zum Eintritt einer günstigeren die zur Erfüllung bis an die Grenzen des Möglichen bereit Lage auf dem Brennstoffmarkt zusammenzulegen. war, von sich stößt in dem Glauben, auf diese Weise von Deutschland mehr Geld zu erhalten, so ist das politischer Dilettantismus, wie er sich schon sehen lassen kann. Es ist derselbe Geist, der die Befehung des Ruhrgebiets herbei geführt hat, und der mit Gewalt erreichen will, was mit der rednerischen Beste nicht gelungen ist: die Front der Gegner zu teilen, um felbst zu herrschen. werke, Forsten und Salinen. Auf den plumpen Bauernfang des Ministerpräsidenten und Advokaten fallen nun sogar solche Menschen herein, die jich um die gute Sache der Berständigung bemühen Vemercier fennt sehr gut die Widerstände, die ein solches Pro gramm in Deutschland finden muß. Er deutet fie auch an, mit einer Handbewegung über sie hinwegzugehen. Heuchlerisch verkleidete Formen der brutalen Gewalt, gegen die fich die Arbeiterschaft auflehnen muß, woher fie auch fomme, laffen solche Politiker der Berständigung alle Tatsachen über. sohen, die der innerdeutschen Bolitit zugrunde liegen. Gerade tann. Der astrologische Schwindel. Die neue Parole. Die Die staatlichen KreditIn einem zweiten Antrag Dfterroth zum Haushalt der Handels. Die Staatsmänner und Realpolitiber haben jetzt in der Roten Fahne anscheinend die Oberhand. Man hat zwar auf der teilmeise beträchtlich über dem Weltmarktpreis stehenden Holzund Gewerbeverwaltung fordern unsere Genoffen die Herabfetzung dem Parteitag den Vertreter der äußersten Rechten aus der Zenpreise, insbesondere für Grubenholz, Bauholz und Holzarten für trate hinausbefördert, aber das hindert die nachrückenden Führer gewerbliche Zwecke. Gewerblichen, genossenschaftlichen und gemeinder KPD. absolut nicht, sich in jeder neuen Nummer ihres Bentral nühigen Unternehmungen, soweit sie Gewähr dafür bieten, daß sie organs in Opportunismus förmlich zu überbieten. Breisvergünstigungen nicht in gewinnfichtiger bzw. fpefulativer Weife Bill man einmal heran an die Massen, bann muß man mißbrauchen, find hölzer aus fiskalischen Forsten zu Borzugspreisen eben schon mit den Baralen so weit vom hohen Kothurn herunter zu liefern. Durch Bermittlung der Reichsregierung ist bei den steigen. Jetzt hat die Fahne wahrscheinlich auf höhere Inspiration übrigen deutschen Gliedstaaten mit Forstbefit ein gleiches Borgehen hin nun glücklich die neueste der Situation angepaßte Barole zur Bekämpfung der Preistreiberei auf dem Holzmarkt anzuftreben. entdeckt. Sie schreibt: Der ebenfo ungerechtfertigten wie lähmenden Entwicklung der Eisenund Stahlpreife muß mit allen tauglichen Mitteln entgegengewirkt, Die Arbeiterschaft verlangt, daß die Mittel zur und die staatliche Kontrolle über die Syndikate, Kartelle und Abwehr... pon den Sapitalisten aufgebracht werden. Dies fann Monopole muß auf gefehgeberischem Wege wirksam verstärkt werden. geschehen durch eine energisch durchgeführte Zwangsanleihe, die Sm Benehmen mit der Reichsregierung muß das Staatsministerium gestüht und gegründet wird durch sofortige Sachwerterfassung. dafür Sorge tragen, daß bei den Festseßungen der Kohlen- und Das fann natürlich nur von einer Arbeiterregierung geschehen. Ralipreise die zu erwartenden Materialpreissteigerungen nicht im Wahrscheinlich von der Arbeiterregierung, die die Kommunisten voraus abgegoften merden. c. F. Eine Schulbücherkonferenz im Kultusministerium. Die Ofter.| dung hervorruft. Dr. Flerner hat im übrigen von der gegenwärtig verfegung rückt näher und läßt in vielen Elternhäusern Bedenken wieder in einzelnen Teilen von Europa und den Bereinigten auffteigen, wie man die erforderlichen neuen Schulbücher mit ihren Staaten herrschenden Influenza- Epidemie gefagt, daß es sich hier fa fehr geftiegenen Breifen wird erfchwingen fönnen. Um in dieser um eine schwächere, sefundäre Form der Krankheit handle, die unEs ist bereits unzählige Male darauf hingewiesen worden, daß Schulbüchernot Abhilfe zu suchen, hat fürzlich im Ministerium für gleich harmloser als die letzte große Pandemie von 1918 auftritt und Theofaphie, Wyftizismus, Offultismus und ähnliche Wissenschaften Wissenschaft, Kunst und Bolfsbildung eine Beratung mit den maß im allgemeinen feine gefährlichen Komplikationen im Gefolge hat. fich zurzeit ausbreiten wie nie zuvor. Man darf sich aber nicht auf fich zurzeit ausbreiten wie nie zuvor. Man darf sich aber nicht aufgebenden Kreisen des Buchverlages und Buchhandels stattgefunden. Wilde Bühne. Die unter der Leitung Trude Hesterbergs die Hoffnung beschränken, daß diese Epidemien geistig aus dem Der Vorsitzende, Ministerialdirektor Kaestner, stellte zur Erörterung, ftehende Wilde Bühne" war einmal bestrebt, ihrem Brogramm eine Gleichgewicht gebrachter Echichten sich von selbst wieder verlaufen ob eine Beschränkung im Umfang der Schulbücher empfehlenswert gewiffe foziale und politische Note zu geben. Wie alle Berliner werden, fie müffen vielmehr energisch bekämpft werden, wenn sie nicht mehr Schaden anrichten sollen, als wieder gutgemacht werden sei, ob die Anschaffung der Bücher aus öffentlichem Besiz und ihre Kabaretts, die diesen Versuch unternahmen, ist auch die„ Wilde Hebertossung an die Kinder gegen eine Leih- und Abnugungsgebühr Bühne" von ihrem ursprünglichen Programm langfam abgeglitten. in Frage fame, ob die Förderung von Unterſtüßungsbüchereien, Das politische Lieb ist eben für die Kabarettbefucher ein garstiges Seit einiger Zeit fällt uns eine Methode auf, die die Begünstiger ber Bezug der Bücher direkt durch die Schulen zu empfehlen sei, Bied; fie wollen nicht verlegt, fondern unterhalten werden. Und da mystischer Nichtungen anwenden, um mit ihren Darlegungen auch in und ob endlich man sich an das Reichswirtschaftsministerium zweds ein Rabarett ohne Besucher nicht exiftieren fann, paßt es sich dem ernsthafte Zeitungen und Zeitschriften zu gelangen. Diese Methode besteht darin, in Besprechungen einschlägiger Bücher und Probleme Bereitstellung billigen Papiers und vor allem für Gewährung Geschmack derer an, die feine Bläge und die Kaffe füllen tönnen. die erwähnten Richtungen zunächst gelinde zu fritisieren, um sich herabgesetzter Frachten und Porti für die Bücher wenden sollte. Es wird harmlos, mill nichts weiter als unterhalten. Die Bilde auf diese Weise ein wissenschaftliches Mäntelchen umzuhängen, und Das Ergebnis der Erörterungen, in denen alle beteiligten Kreise Bühne" bemeift, wie ihr Februarprogramim zeigt, auch in der Unier. erst gegen den Schluß hin den affultistischen Pferdefuß unter dem sich ausführlich äußern fonnten, faßte Kaeftner folgendermaßen zu haltung noch guten Geschmack, und daß sie den Versuchen dieser Mantelchen hervorlugen zu laffen. Bei nicht ganz fattelfesten Lejern fammen. Einstimmigkeit herrichte Barin, daß das Schulbuch gefürzt, bewegten Zeitläufte fräftig widersteht und nicht, was es jetzt so ver wird auf diese Weise schließlich der Einbrud erweckt, daß alfo doch fomeit mie möglich erteilt und vereinfacht merden muß, daß ferner führerisch ist, in billiger patriotischer Stimmung macht, soll ihr be wohl etwas bran" fein müffe, und man hofft so, immer größere bas Ministerium die Genehmigungsbedingungen für die Schul- fonders gedankt sein. Kathe Kühl und Paul Graef brachten Scharen denkunficherer Leute in pseudorissenschaftliche Dunkel bücher erleichtert. Einmütig wurde der genossenschaftliche Bezug der neben Trude efterberg und Friß Kamgerd TemperaBücher durch die Schulen als fehr vorteilhaft bezeichnet, und das ment und Edywung auf die geschmackvoll eingerichtete Bühne. fammern hinüberzuziehen. Ein topisches Beispiel für diese Methode ist der Artikel Der Minifterium wird dafür den Schulen Anregungen geben. Eine Lobenswert ist, daß Arno Holz mit seinen Daphnis. ftaatlichen liedern" fich langfam einen Platz in unseren Kabaretts verGeist der Astrologie" con F. Langer im Berliner Tag e- Stärkung der Unterstüßungsbüchereien, auch aus blatt vom 31. Januar abends. Nach einer mehr als laumarmen Mitteln, wurde allgemein gewünscht. Schließlich herrschte Ein- fchafft. Refi Langer brachte zwei dieser Lieder zum Bartrag Kritik der Aftrologie sucht der Verfasser sie dem Leser mehr und stimmigkeit darüber, daß die Frage der Ermäßigung der Porti und und erntete damit perdienten Beifall. mehr näherzubringen, und schließlich kommt der Pferdefuß in folgen: Frachten dabei ganz wesentlich ins Gewicht fallen wird. Die Verdem Sage zum Vorschein:" Die Horoskope eines Goethe, eines treter vom Verlag und Sortiment stellten ausdrücklich ihre weitEmanuel Reicher, das bekannte Mitglied des ehemaligen BrahmEnsembles, pird vor seiner Rüdlehr nach Amerita ein Gallspiel im Richard Wagner, Wilhelm II., König Eduards, Karl von Habsburgs gehende Unterstügung in Aussicht. Renaissance Theater absolvieren und es mit einigen Rollen find von so erschütternder Eindeutigkeit und Klarheit, daß sie für den Ein neuer Grippe- Erreger entdeckt? Nach einer funtentelegra- cines alten Repertoirs eröffnen. Glauben an die Aftrologie werben." Die Berliner Liedertafel wird das im Dezember zur Uraufführung Es ist leider nicht das erste Beispiel dieser Art, denn das„ Ber- phischen Mitteilung von Dr. Simon Flerner, dem Leiter des New Yorter Rockefeller Instituts, ist es den Bakteriologen diefer bedeu- gebrachte Requiem von ugo Kaun unter War Wiedemanns Leitung liner Tageblatt" hat unter anderem auch schon größere Artikel über tenden Forschungsstätte gelungen, den Erreger der Grippe zu finden am 16. d. M. abends 8 Uhr in der hilharmonie wiederholen. die Kunst der Handliniendeutung usw. gebracht, die jeden kritischen und in Reinkulturen zu isolieren. So aufsehenerregend diese Mel- Den Lampefchen Alpenfilm lägt die Stulturabteilung der Ufa noch Lefer zum Kopfschütteln bringen mußten. Schon der alte Römer Cicero, den Mommsen als den ersten ung auch ist, wird ihr gegenüber bis zum Eintreffen näherer mals vorführen, und zwar am Sonntag, den 11. d. W., den 1. Teil und Sonnabend, den 17. b. M.. den 2. Teil um 5%, Uhr in der Urania. Journalisten der Weltgeschichte bezeichnete, hatte den astrologischen Einzelheiten doch Mißtrauen am Blake fein. Der Erreger der In- Ferner werden die Filme„ Eine Reise burch Norwegen ins ewige Eis"( am Schwindel durchschaut. In einer seiner Schriften wies er auf die fluenza ist, wie man weiß, seit 30 Jahren bekannt und im Jahre 24 II.) und„ Bilder aus Griechenland"( am 25. It.) nochmals vorgeführt. Euphorion- Kunstausstellung Sasanenstr. 85. Neben der Ausstellung große Berschiedenheit der Schicksale der Menschen hin, die gleichzeitig 1892 von Pfeiffer entdeckt worden. Er ist ein winziges fleines Stab( gegenwärtig kommen auf jede Gefunde eine bis zwei Geburten) chen, und es fragt sich, ob der jetzt in New York entdeckte Bazillus Artur Degner wird auch die gesamte neue Graphil von Mar unter demselben Stern" geboren werden. Er beweist ferner, daß nicht mit dem von Pfeiffer identisch oder diesem doch mindestens Bedmann gezeigt. Die Astrologen dem Pompejus, Crassus und Cafar hohes After und sehr ähnlich ist. Nach der amerikanischen Meldung ist die Entdeckung einen natürlichen Tod geweissagt hatten, was aber in allen drei des neuen Grippe- Erregers, wenn man so fager fann, besonders Fällen gerade umgefehrt eintraf. Aber freilich, wer da glaubt, daß den Aerzten Dr. Frederick Gates und Dr. Peter Olitzky zu danken, die Stallung der Geftirne im Augenblick der Geburt eines Menschen, die den Bazillus in Nährfubftanz gezüchtet haben. Er foll erst bei begutachtet nach einem völlig willkürlich erfundenen Schema, demi tausendfacher Vergrößerung sichtbar fein, würde danach nicht ein fogenannten Horoskop, das Schicksal dieses Menschen bestimmt, dem mal zu den feinsten bekannten Bakterien gehören. Der Bazillus ift nicht zu helfen, und er ist wert, daß ihm von betriebsamen Leuten wird nur in den ersten 36 Stunden nach dem Ausbruch der Krankheit gefunden; er hat seinen Eig in den Schleimhäuten des Nasen: Wenn im alten Rom zwei Wahrsager sich begegneten, so fanals und des Rachens. Durch die infolge der fatarrhalischen Inblinzelten sie einander verständnisinnig zu:„ Dem Bolte muß die fektion verringerte Widerstandskraft der Schleimhäute bildet fich für Dämlichkeit erhalten werden! Wovon sollten wir denn sonst das Batterium ein günstiger Nährboden, auf dem es fich mit rafen Wilm, der Schnelligkeit verbreitet, Bronchialfatarrh und Lungenentzün leben?!" Die neue Kunsthandlung, Tauentzienstr. 6. eröffnet am 12 cine mann, Drlit, Slevogt. Ausstellung von Handzeichnungen von State Rollwig, LieberFranz Brümmer, ein geborener Märfer, ift, 86 Jahre alt, in München gestorben. Als Boltsschullehrer in Nauen begann er seine leritographichen Arbeiten, unter denen besonders das Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten bemerkenswert ist. Wilhelm Böliches Gattin, Fran Johanna Sälsche, ist in Schreiberhau an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Auch ein Kriegsandenken. Der lettländische Landtag hat einem Belebentwurf zugestimmt, nach dem die noch nom striege her bestehenden gaufgräben beseitigt werden sollen. Sie durchziehen in zahlreichen Linien das ganze Land. Borerst sind dafür rund 2 Milliarden Watt ausgefekt. An den Arbeiten sollen in erster Linie die Arbeitslosen beteiligt werden Leipart an die französischen Gewerkschaften. Die Zurücksendung deutscher Noten. Deutschland wird weiter protestieren. Der deutsche Geschäftsträger in Paris ist angewiesen worden, Der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- doch nur die sein, daß dem deutschen Bolt die übernommenen Repa- der französischen Regierung folgende ote zu überreichen: I- undes, Genosse Th. Leipart, war von dem Vorstand be- rationsleistungen fortab gänzlich unmöglich gemacht werden. Mit auftragt worden, an dem foeben stattgefundenen französischen Und es ist in Deutschland nur eine Stimme, daß die franzöfifche Note der Deutschen Botschaft vom 31. Januar 1923 zurüdge. er om 4. Februar hat die franzöſiſche Regierung die Gewerkschaftstongreß teilzunehmen. Er konnte der Einladung Politik diese von jedermann vorauszusehende Wirkung mit Abwiefen und zugleich angefündigt, daß fie in 3ufunft teine der französischen Genoffen nicht Folge leisten, da ihm durch sicht herbeiführen will." Schreiben mehr entgegennehmen werde, die dem Worttie französische Regierung das Visum verweigert wurde. In Genosse Leipart weist darauf hin, daß die heutigen Macht- laut oder dem Sinne nach irgendeine Kritik der Feststellungen der einem Schreiben an den französischen Gewerkschaftsbund vom heber Frankreichs schon sehr frühzeitig die Politit mit der Reparationstommiffion oder der infolge dieser Fest31. Januar, das jetzt im torrespondenzblatt veröffentlicht Reparationsfrage perknüpften und sich fortgesetzt einer verftellungen getroffenen Maßnahmen enthielten. wird, schildert Genosse Leipart der Arbeiterklasse Frankreichs nünftigen Regelung dieser Frage hindernd in den Weg stellten. daß die zurückgesandte Note die Antwort auf mehrere Die deutsche Regierung weist demgegenüber zunächst darauf hin, die schwere Lage Deutschlands und die durch die Ruhrbesetzung Im Gegensah zu allen wirtschaftlichen Sachverständigen, die Noten enthielt, worin die französische Regierung der deutschen daß die zurückgesandte Note die Antwort auf mehrere keraufbeschworene fritische internationale Situation. Anknüp die geringe Leistungsfähigkeit Deutschlands feststellten und Regierung verschiedene Berstöße gegen den Bertrag von Versailles fend an die Kundgebungen der französischen Gewerkschaften Maßnahmen zur Stärkung des deutschen Kredits forderten, vorgeworfen hatte. In der Antwort der Deutschen Botschaft murde gegen die Ruhrbefezung schreibt er: begann Frankreich seine entscheidende politische der Sachverhalt aufgeklärt und der Vorwurf der Vertragsverlegung Aftion gegenüber Deutschland: entfräftet. Dabei ist ein Beschluß der Reparationstommiffion überhaupt nicht erwähnt, vielmehr nur hervorgehoben worden, daß das franzöfifcherfeits beanstandete Borgehen Deutschlands die unvermeidliche Folge des Vertragsbruches „ Sie selbst haben diese Maßnahmen der franzöfifchen und belgischen Regierung befämpft und dadurch zum Ausdruck gebracht, wie sehr Sie befürchten, daß auf diesem Wege neuer Haß statt Bölferversöhnung geschaffen wird. Sie wissen auch selbst, daß da durch Deutschland gehindert wird, die übernommenen Reparations verpflichtungen auszuführen. Bei den vielen Berhandlungen, die wir in den Jahren nach dem Kriege gemeinsam geführt haben, um den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete herbeizu führen, haben wir eine Verständigung gefunden. Sie wiffen, daß die deutschen Gewerkschaften eingehende Vorschläge unterbreitet haben, um fobald als möglich die Zerstörung des Kriegsgebietes zu beheben. Allein die franzöfifche Regierung hat diese Borschläge nicht zur Ausführung fommen laffen. Wenn auch heute noch weite Kreise in Frankreich und Belgien der Auffassung sind, daß Deutscylond nicht bereit sei, die übernomme nen Verpflichtungen, soweit es ihm möglich ist, durchzuführen, so darf ich bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, welche Lasten Deutschland aufgebürdet wurden, die dem Wiederaufbau der zerstörten Gebiete entzogen werden." Nach eingehender Schilderung der Aufwendungen Deutsch lands für die Besazungstruppen heißt es in dem Schreiben meiter: Betrachtet man die ungeheuren Kosten, die seither schon die Besatzungstruppen und die vielen Kommissionen hervorrufen, so kann fein 3meifel darüber herrschen, daß mit diesen vielen Milliarden ein großer Teil der zerstörten Gebiete zum Wohl der Geschädigten fängst häite wiederhergestellt werden können. Auch darüber dürfte fein Zweifel bestehen, wie sehr diese nußlose Verschwendung neuen Haß und neue Böiterverheßung hervorruft, ohne daß den wirklichen Geschädigten in den zerstörten Gebieten etwas genutzt wird. Ich habe mit aufrichtiger Genugtuung Ihre Arbeiten verfolgt, die dahingingen, die zerstörten Gebiete bald wieder wohnlich zu gestalten, und ich erinnerte schon daran, daß zwischen den französischen und den deutschen Gewerkschaften längst volle Einigkeit der Auffassungen hierüber besteht. Ich glaube aber auch, daß es notwendig ift, einmal offen auszusprechen, wie sehr der wirkliche Wiederaufbau gestört und verhindert wird durch folche Ausgaben, wie ich fie eben schilderte und wie sie seither vom deutschen Bolte völlig nublos auf gebracht werden mußten. Wer ernsthaft den Frieden unter den Bölkern anstrebt, darf seine Hand nicht dazu bieten, diese nuglofe Aussaugung des deutschen Voltes zum Schaden der wirklichen Reparationsleistungen noch länger fortzusetzen. " Ueber die Vernunft triumphiert die Gewalt, jene brutale Gewalt, welche das deutsche Bolt und besonders die teutsche Arbeiter schaft im Ruhrgebiet jegt in ihrem Nacken verspürt. Angeblich wegen der von der Reparationsfommission festgestellten Berfehlun gen Deutschlands, wonach Deutschland mit den auferlegten Lieferun: fei, den Frankreich und Belgien durch die militärische Besetzung des gen von Holz und Kohlen im Rückstand sei. Das ist ein lächerlicher Ruhrgebietes begangen haben. Barwand. Die deutschen Reparationsleistungen im Jahre 1922 be- Benn die franzöfifche Regierung in diefem erneuten Hinweis tragen an Barzahlungen und Sachlieferungen sowie im Ausgleichs auf den begangenen Vertragsbruch nicht nur eine Kritik ihrer eigenen verfahren zusammen 1605,7 Millionen Golemark. Außerdem hat parationsfommission sieht, so will sie sich damit anMaßnahmen, sondern auch eine Kriit der Maßnahmen der Re. Deutschland im Jahre 1922 in Ausführung des Versailler Bertrages scheinend die lezthin in Frankreich laut gewordene Auffassung zu noch sehr bedeutende Aufwendungen in Bapiermart gemacht, z. B. eigen machen, daß die Reparationsfommission durch ihren Beschluß 12,9 Milliarden für abgelieferte Binnenschiffe, 9,4 Milliarden für vom 26. Januar 1923 den deutschen Rechtsstandpunkt hinsichtlich der die Kosten der Interallierten Kommiffionen, 12,9 milliarden für Ruhrattion als unbegründet verworfen habe. Die ReparationsReftitutionen, Substitutionen und dergleichen, 15,1 Milliarden für fommiffion hätte danach mit der Feststellung einer allgemeinen Ver endere innere Ausgaben aus Anlaß des Vertrages von Versailles fehlung Deutschlands in Ansehung seiner Verpflichtungen gegenüber ( Berträngungsschaden usw.). Frankreich und Belgien zugleich die Rechtmäßigkeit der Ruhration festgestellt. Die deutsche Regierung hat ihre Stellungnahme zu dem Beschluß der Reparationsfommiffion dieser mitgeteilt und hat feinen Anlaß, fich hierüber noch mit der franzöfifchen Regierung auseinanderzufeßen. Nur muß fie der französischen Regierung das ihres eigenen Standpunktes zu bewerten. Eine solche Bewertung Recht bestreiten, jenen Beschluß als eine authentische Billigung ist schon deshalb verfehlt, weil eine Auslegung der Bestimmungen des Vertrages von Bersailles, auf die die franzöfifche Regierung ihr Borgehen ftüßen will, von der Reparationsfommiffion, wenn überhaupt nur einstimmig hätte befchloffen werden können. Diese Borausfegung war bei dem Beschluß vom 26. Januar nicht gegeben. Demgegenüber beträgt der Wert der Minderleistungen an Frantreich bei den Holzlieferungen etwa 2,5 Millionen Goldmart, bei den Kohlenlieferungen rund 21,5 Millionen Goldmark. Gesamte Minder: leistung 1922 alfo rund 24 Millionen Goldmark oder 1,5 Pro3. der Gesamtleistung. Dabei ist das Defizit bei den Holz unt Kohlenlieferungen zu einem beträchtlichen Teile auf höhere Gewalt und auf andere von Deutschland nicht zu vertretende Umstände zurück zuführen. Auf der anderen Seite hatte Frankreich nach dem Moratorium vom 21. März 1921, mo die deutschen Sachlieferungen auf 1450 Millionen Goldmark festgesetzt waren, das Recht, für 950 Millionen Sachlieferungen zu fordern. Warum tat es dies nicht, sondern versteifte sich auf die angeblichen Ver Davon abgesehen, muß die deutsche Regierung aber feststellen, fehlungen bei Holz und Roble? Beil Frankreich die daß die französische Regierung es jetzt ein für allemal ablehnt, deutsche Vorstellungen gegen die von ihr getroffenen oder noch beab= Sachlieferungen von Anfang an fyftematisch fabotiert hat, und zwar fichtigten Maßnahmen auch nur anzuhören. Die troß der Abkommen von Wiesbaden und Berlin, die große Erfranzöfifche Regierung erhebt damit den Anspruch, daß alles, leichterungen für den Bezug von mertvollen Materialien und Mawas fie nach ihrem beliebigem Ermessen getan hat oder fut, pon schinen für die zerstörten Gebiete gewährten. So tomme ich, werte Kameraden, wieder auf denselben Bunft, Die deutsche Regierung kann in diesem Berhalten, das allen Regeln Deutschland stillschweigend hingenommen werden muß. nämlich, daß es fich für das offizielle fapitalistische des friedlichen internationalen Berkehrs widerspricht, nur ein AnFrankreich gar nicht um deutsche Wiedergutmachungen, nicht zeichen dafür jeben, daß sich die franzöfifche Regierung im Beum den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete handeln kann. Denn wußtsein der Schwäche ihres Rechtsstandpunktes der Notwendigkeit die französische Politik ist direkt darauf gerichtet, die Wiedergut zu entziehen wünscht, in eine fachliche Erörterung des deutschen machungen und den Wiederaufbau zu verhindern. Jedenfalls ift Vorbringens einzutreten. dies die allgemeine Auffaffung bei uns in Deutschland, die ich mir erlauben wollte, Ihnen hiermit zu unterbreiten." Die pöllig widerrechtliche Ausdehnung der Be fehung auf das Ruhrgebiet wird aber diese nug- Wir können nur wünschen, daß die hier gemachten Auslofen Ausgaben jezt noch ungeheuerlich verführungen den weitesten Kreifen der französischen Arbeiterschaft mehren. zugänglich gemacht werden, damit diese gegen die Katastrophenpolitik Poincarés und feiner nationalistischen Kammermehrheit anzufämpfen vermag und den Boden für eine Vers ständigung zwischen dem deutschen und dem franzöfifchen Bolt vorbereitet. Die franzöfifche Politik versucht den gewaltfamen Einbruch in das deutsche Ruhrgebiet zu erklären als eine Folge der wider spenstigen Haltung Deutschlands in der Reparationsfrage. Aber die Wirkung der neuen Besetzung mit ihren ungeheuren Lasten fann Schwedische Proteste. gen über die Opportunität eines solchen Schrittes geteilt. Der Bundesrat behält sich für später volle Handlungsfreiheit por. Stodholm, 9. Februar.( WEB.) Eine zahlreich besuchte Branting hat in den Aeußerungen, tie wir am FreitagProtestversammlung in Djursholm nahm nach einer Rede des Stod morgen veröffentlichten, seine Hoffnung darauf gefeßt, daß bei den holmer Oberbürgermeisters Lindhagen( S03.) eine Entschließung an, worin scharfer Widerspruch gegen die Verlegung des internalio- Nationen, die den Bölkerbund bilden, Berständnis einziehen nalen Rechtsgefühls durch die Bergewaltigung eines wehr- werde. Die Darlegungen Brantings und Mattas, daß erst auf Anlojen Boltes, der Gram darüber, daß ein großes Bolt ohne Zaudern trag einer beteiligten Regierung der Bölkerbundrat eingreifen die Achtung seiner Freunde vergeudet, fowie die Be. fönne( d. h. prüfen, ob er eingreifen folle!), find also wohl nicht wunderung und Sympathie für die Ruhrbevölke dahin zu verstehen, daß ein Antrag Deuislands die Vermitt rung ausgesprochen wird. Die Eintrittsgelder im Betrage von lung des Bölkerbundes herbeiführen fönnte. 11 000 kronen, rund 90 Millionen Mark, werden, wie bei der Berfammlung in Derebro, der nofleidenden Ruhrbevölkerung überwiesen.In Helsingborg nahm eine von über 1000 Berjonen besuchte Versammlung eine Entschließung an, die tiefe Teil: nahme an den Leiden des deutschen Balles und das Bedauern ausspricht, daß nicht die Grundidee des Bölterbundes der be, ftimmende Faktor in den Friedensverträgen wurde. Sämtliche Entschließungen werden den Gesandtschaften der Großmächte in Stock holm zugestellt. Dänische Bruderhilfe. " dern lassen, den franzöfifchen Maßnahmen auch in Zukunft das ent Die deutsche Regierung fann und wird sich hierdurch nicht hingegenzuhalten, was ihnen nach Recht und Gerechtigkeit entgegengehalten werden muß. Wirtschaft Zur Frage der Fischversorgung. Zur Berschärfung der Ernährungslage hat nicht wenig der Um stand beigetragen. daß ausgerechnet in der Beit der hohen Fleischpreise auch kein halbwegs erschwinglicher Seefisch zu haben ist. Im allgemeinen betrug der Fischpreis immer ein Drittel des Fleischpreifes; heute ist er, am Fleischpreis gemeffen, wesentlich höher. Es handelt sich dabei natürlich nur um die Fische des Massenfonjums; die besseren Fischsorten gehen längst zum größten Teil ms Ausland. Seezunge- um nur ein Beispiel zu nennen foſtete auf der legten Hamburg- Altonaer ultion 15 000 bis 16 000 m. das Bfund. Unglüdlicherweise waren die lebten Fänge nicht sehr ergiebig, das Angebot alfo nicht besonders groß. Dazu kommt, daß ein Teil der Fischdampfer nach England geht, vor allem jene Dampfer, die mit englischer Kohle fahren. Noch por furzem war zu hoffen, daß eine beffere Bersorgung der Fischtampfer mit billigerer deutscher Kohle durchgeführt werden konnte. Die Belegung des Ruhrgebiets warf alles wieder über den Haufen. Die Fischversorfrage. 86 Broz. der Produktionstoften gehen auf die Sohle, und die Produktionstoften find nicht flein( 80 millionen pro Dampfer im Monat im Durchschnitt), was bei der Beurteilung des Preises nicht ganz übersehen werden darf. Dennoch muß betont werden, daß augenblicklich der Preis im Berhältnis zu den Bro Duftionsfosten zu hoch ist. Stimme aus dem Elysee.gung ist mie fo piele andere Fragen in Deutschland eine KohlenNeunstundentag von Deutschland gefordert. Paris, 9. Februar.( WTB.) Der ehemalige Finanzminifter des Kabinetts Millerand( und Bertrauensmann des Bräfidenten der Republik. Red. d.„ B."), François marsal, hat gestern abend auf einem Bankeit des amerikanischen Klubs in Paris eine Rede gehalten, in der er im Hinblick auf die Besehung des Ruhrgebiets Fischangebot. Wie uns mitgeteilt wird, joll deshalb bei RonEin Drud auf den Preis ist nur möglich durch ein stärkeres u. a. jagte, er spreche nicht in amtlicher Eigenschaft, er fönne aber ventionalstrafen auch ein Teil der nach England gehenden FischAufnahme von Kindern aus dem Ruhrgebiet. so viel sagen, taß das französische Bolt von Deutschland nur die dampfer verpflichtet werden, nach Deutschland zu Die eingehende Berichterstattung des Kopenhagener Social- ur Berzinsung und Tilgung des von ihm auf Re- fahren. Ferrer muß die Fracht für die Fische, wie bei anderen demokraten" über die Ruhrbesehung und seine Beleuchtung ihrer parations tonto vorgefchoffenen Kapitals erforder- lebenswichtigen Gütern, ermäßigt werden. Dies wäre besonders Folgen hat bis jetzt 800 dänische Arbeiterfamilien veranlaßt, fich be- fiche Summe verlange. Deutschland fönne fich darüber, wenn es für Süddeutschland wichtig, wo ebenfalls große Fleischknappheit reit zu erklären, je ein kind aus dem Ruhrgebiet bei sich aufzu- wolle, leicht mit Frankreich verständigen. Wenn das deutsche und Teuerung besteht. Infolge der neuen Geldentwertung benehmen. Eine Vertreterin des Deulichen Rofen Kreuzes begibt sich tapital feinen Anteil an den Reparationen tragen fönne, i besonders viel; aber die Fracht wird bis zum März sicherlich erhöht deuten die Transporiteften( etwa 80 m. pro Pfund) nicht mehr in diesen Tagen nach Effen, um mit den Organisationen die Aus- dürfe man allerdings fagen, daß auch die deutsche Arbeit den werden. Es sind, wie wir erfahren, bereits Berhandlungen zur wahl der Kinder und die Vorbereitungen für ihre Reise zu den gast- brigen tragen fänne und müsse. Wenn man sämtliche Stunden, Senkung der Fischfracht im Gange. Sie sind um so notwendiger, freundlichen dänischen Urbeitern zu treffen. die der Krieg gedauert habe, zusammenzählen würde, würde es ge- als im März, wenn die großen Fänge vorgenommen werden, die nügen, wenn man für jede von ihnen von den deutschen Arbeitern Fleischknappheit infolge der durch den milten Winter verstärkten eine leberstunde zum Ausgleich verlange und alles wäre Biehzurückhaltung noch zunehmen muß. Leider ist der Seefisch in rasch liquidiert. Möglichkeiten dazu seien gegeben. Man müsse Deutschland fein Balksnahrungsmittel wie in England. Er wird aus der gegenwärtigen Lage heraus, fonft werde man nicht zum nur der Billigkeit halber getauft. Die Herabdrückung des FischWeltfrieden kommen. Solange die deutsch- französische Frage nicht preifes ift deshalb dringend notwentig. geregelt fei, werde es offenfundig feinen Frieden in Ruhrbefehung und Völkerbund. Bern, 9. Februar.( WTB.) Im Nationalrat brachte Grimm ( Soz.) folgende Interpellation cin: Der Bundesrat wird aufgefordert, mitzuteilen, wie er die aus der Der Bundesrat wird aufaefordert, mitzuteilen, wie er die aus der Europa geben und, wie alle anderen Bölker feien auch die Bergaben des Reiches haben in der legten Zeit fich etwas günftiger 2,8 Billionen schwebende Schulden. Die Einnahmen und Aus gegenwärtigen schwierigen Wirtschaftslage Europas für die Schweiz entstehenden Folgen zu bekämpfen gedenkt. Der Bundesrat wird einigten Staaten friedensbedürftig. Sie müßten also taran mit insbesondere erfucht, die Gründe bekanntzugeben, die ihn peranlaßt arbeiten. haben, angesichts der die europäische Wirtschaft und den Weltfrieden gestaltet, stehen aber noch immer in einem schreienden Mißverhältnis, das das rapide Anwachsen der schwebenden Schulden des Reiches erklärt. Diese beziffern sich jetzt auf 2,78 Billionen Bapiermart. Bahlungen an hie Reichstaffe. Während im Dezember 724,8 MilIn den drei Dekaden des Januar verbesserte sich der Eingang an liarden Mart. Im vorigen Monat waren alfo mehr als neun Zehntel liarden Mart Ausgaben noch 68,8 Milliarden Mart Einnahmen der Ausgaben ungeded, und es ist schon eine wesentliche Befferung, wenn im Januar etwas mehr als ein Fünftel der Ausgaben durch Einnahmen gedeckt wurde! An Zwangsanleihe find bisher 8,48 Milliarden Papiermart, umgerechnet nach dem durchschnittlichen Dollarfurs des Monats, in dem die Zahlung erfolgte, ganze 12,25 millionen Goldmart eingegangen. in fo unheilvoller We je bedrohenden Ruhr befeßung auf die Bucharin gegen kriegerische Verwickelungen. Einhaltung der Bestimmungen des Bölferbund pattes und der von der 3. Bölkerbundversammlung gefaßten Beschlüsse und damit auf Erfüllung des aus Anlaß der Völkerbundversammlung eröffneten allruffifchen Breffelangreß erklärte Bucharin, wie Moskau, 8. februar.( D.E.) Auf dem am 6. Februar in Moskau im Jahre 1920 tem Schweizer Bolt gegebenen Versprechens gegenüberstanden, war das Verhältnis im Januar 745,9; 159,2 Milim Jahre 1920 tem Schweizer Boll gegebenen Versprechens bas von der französischen Regierung unternommene Abenteuer im zu verzichten. Bundesrat Motta antwortete: Ruhrgebiet auch enden möge. io jei Sowjetrubland feinesDer Bundesrat hat die Frage einer Intervention geprüft. Die wegs gewillt, sich in einen neuen Krieg verstriden zu lassen. Resolut on der Völkerbundversammlung hat aber ausdrücklich zur Sowjetrußland müsse auf der Hut sein, daß es nicht von dem Borauslegung, daß die Intervention nur auf den Wunsch eines Schidial Deutschlands ereilt werde. Seine Hauptaufgabe bleibe der Beteiligten stattfinden darf. Im vorliegenden Falle die Sorge um den wirtschaftlichen Wiederausbau des Landes. trifft das nicht zu. Unter diefen Umständen lag für die Schweiz feine Veranlassung zu einem Bergehen por, um fp meniger, als sie auf Unterstützung von dritter Seite nicht rechnen konnte. Man mußte außerdem, daß Branting einen ähnlichen Gedanken auf gegeben hatte. Auch innerhalb der Schweiz waren die Meinun: Das Urteil gegen den früheren sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Dr. Way Bendiner ist infolge Berwerfung der Revision durch das Reichsgericht rechtsträftig geworden. Devisenturje. Unserer gestrigen Kurstafel sind noch folgende amtlichen Notierungen nachzutragen: 100 österr. Kronen 43,84 Geld 44,11 Brief; 1 ungarische Krone 11,85 Geld, 11,91 Brief; 1 bulgarisch Lewa 189,52 Geld, 190,48 Brief, 1 Bolenmart foftete im freier Berkehr etwa 0,86 m. Gewerkschaftsbewegung Allgemeiner Deutscher Beamtenbund. amtenschaft. Erste Tagung. offener. Die Gewerkschaften müssen zerstört werden, sagt er, und zwar von Grund auf". Dann erst wird das goldene Zeitalter anbrechen für alle Scharfmacher und Ausbeuter. Ende des Berliner Holzarbeiterstreiks. heim u. Stemh wird hiermit die Sperre verhängt. Es darf niemand unferer Bundesmitglieder dort Arbeit annehmen, da die Firma die tariflichen Lohn- und Arbeitsbedingungen verschlechtern will. Der Vorstand der Baugewerkschaft Berlin. Fachgruppe Feuerungsbau. Im Festsaal des Preußischen Landtages trat am 9. Februar der gestern den großen Eaal der Brauerei Friedrichshain und seine Eine riesige Versammlung der streifenden Holzarbaiter füllte Der Bergarbeiterstreit im Saargebiet. Bundesausschuß des im Juni vorigen Jahres in Leipzig gegründeten Galerien bis auf den legten Blaz. Selbst alle Nebenräume und ab 1. Februar, weitere 10 Frant ab 1. März. Ferner fordern fie: Die Saarbergarbeiter fordern eine Lohnerhöhung von 5 Frant Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes zusammen. Die 17 ange Zugänge waren dicht beiezt. Stopf an Stopf gedrängt nahmen die 1. Beffere Behandlung der Belegschaftsmitglieder; 2. Einhaltung schlossenen Verbände hatten 230 Vertreter aus dem ganzen Reiche entsandt. Genosse Falkenberg, der Führer der deutschen Be- Streifenden den Bericht des Bevollmächtigten der Ortsverwaltung. des Tarifvertrages beim Gedingeabschluß; 3. Regelung der Handamtenschaft, eröffnete die Tagung mit dem Hinweis auf die Bedeu- öfe, über das Ergebnis der Berhandlungen mit den werkerzulage; 4. Veröffentlichung der monatlichen Lohnstatistik der tung der neuen entschiedenen Gewerkschaftsbewegung der Be- Arbeitgebern vor dem Demobilmabungstommiffar einzelnen Inspektionen; 5. Nachprüfung der bis jetzt erfolgten Berzur Beilegung des Streits entgegen. Auf einen Einigungslegung aus Werkstätten und Maschinenfach in die Grube; 6. Mehr Aus dem vom Vorstand erstatteten Geschäftsbericht ging hervor, vorschlag des Gewerberats Körner erklärten die Arbeitgeber sich Entgegenkommen bei Verlegungen von einer Grube zur anderen daß sich seit der Gründung dem ADB. fünf weitere Ber: bereit, für die Zeit vom 28. Januar bis 3. Februar eine unter Berücksichtigung des Wohnsizes; 7. Bei Neuanlegungen Berüdbände angeschlossen haben, so daß der 2DB. jetzt aus folgenden Zulage in Höhe von 90 Proz., vom 4. bis 10. Februar fichtigung in erster Linie von Söhnen der Belegschaftsmitglieder. Organisationsgruppen besteht. Eisenbahn( 2 Verbände), Bost( 2), von 105 Broz, vom 11. bis 17. Februar von 120 Proz Trotzdem die Streifenden durch ihre Vertrauensmänner für Berwaltung und Justiz( 4), Bank( 1), Lehrer( 1), Techniker und und vom 18. bis 24. Februar von 125 Proz. zu bewilligen. Ruhe und Ordnung sorgten und nicht ein einziger Zwischenfall zu Mufiter( 4), Kommunalbeamte, einschließlich der beiden Technifer- Die fich hieraus ergebenden Tariflöhne betragen 928 m., 1000 m., verzeichnen war, erfolgte in der Nacht vom Mittwoch auf Donnersverbände( 5). Im übrigen würdigte der Bericht die Ende des 1073. und 1098 M. Eine Nachzahlung von 35 Broz. auf tag der Aufmarsch des französischen Militärs, und vorigen Jahres mit dem alten Deutschen Beamtenbund geführten die Januarlöhne zu gewähren, wurde von den Arbeitgebern ab- zwar vermutlich auf Verlangen der Bergwerksdirek Verhandlungen, die die Hoffnung auf eine Einigung der Be- gelehnt tion. Die Gruben wurden mit starken Militärabteilungen besetzt. amtenschaft zerstört hätten, da die Leitung des Deutschen BeDie Streilleitung hat sich mit diesem Angebot beschäftigt und Die Organisationen der Bergarbeiter haben diese Maßnahmen zu amtenbundes sich nicht gewillt zeigte, flare gewerkschaftliche Grund ist nach eingehender Prüfung der Sachlage zu dem Entschluß ge- einem Aufruf an die Streifenden veranlaßt, nun erst recht fäge anzuerkennen. Die Ende Dezember zwischen dem ADB., kommen, den Kollegen die Annahme dieses Einigungsvorschlages für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Wohnen bleiben und weiter ADGB. und dem AfA- Bund abgeschlossenen Vereinbarungen zu empfehlen. Nach einer über zwei Stunden währenden, zeit- ftreifen!" Die Grubenverwaltung hat erklärt, daß sie außer dem baben die Grundlage für ein Abkommen zwischen den beiden anderen weise sehr lebhaft geführten Aussprache stimmte die überwiegende Bugeständnis einer Lohnerhöhung von 3 Frank für die Schicht ab Spizenorganisationen zur Herbeiführung einer engen Gemeinschafts- Mehrheit der Versammlung für die Annahme des Angebots. 1. Februar feine weitere Lohnerhöhung machen könne und sich arbeit in allen gemeinsamen Fragen der Arbeiter, Angestellten und Die Differenzen find damit beigelegt und der Streit ist nach zehn- nach Ausbruch des Streiks an dieses Zugeständnis nicht mehr geBeamten geschaffen. tägiger Dauer beendet. bunden hält. Es erübrige fich, in die von den Bergarbeiterorganifationen gewünschten Verhandlungen einzutreten. Streitbrecher haben sich noch nicht gefunden. Zur Befehung des Ruhrgebiets wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen:" Der Bundesausschuß des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes erblickt in dem Einbruch der Franzosen und Belgier in friedliches deutsches Gebiet einen uner hörten Rechtsbruch, gegen den er mit dem gesamten deutschen Volk Verwahrung einlegt. Die im Allgemeinen Deutschen Beamtenbund vereinigte deutsche Beamtenschaft wird mit Entschiedenheit alle Maßnahmen unterstügen, die geeignet find, die schwierige politische und wirtschaftliche Lage der Bevölkerung des gesamten besetzten Gebietes zu überwinden. Aber wenn fie auch gewillt ist, alle notwendigen ideellen und materiellen Opfer zu bringen, um eine schnelle Beendigung der Besetzung herbeizuführen, so verurteilt sie andererseits aufs schärffte die Machenschaften jener reise, die mit Waffengewalt eine Entscheidung herbeiführen wollen. Der Bundesausschuß des ADB. übersendet der kämpfenden Kollegenschaft im besetzten Gebiet folidarische Grüße und erneuert roch einmal das Gelöbnis, daß die deutsche Beamtenschaft alles zu opfern bereit ist, um die Erhaltung der deutschen Republik zu fördern Die Gewerkschaften müssen zerstört werden! „ Der Kampfruf", das Organ der Allgemeinen Arbeiter- Union, ist ein kommunistisch- syndikalistischer Ableger, der den Kampf der Kommunisten gegen die Arbeiterschaft und ihre Organisationen mit erfrischender Offenheit führt, während die von Moskau geleiteten Kommunisten nach dem Rezept Lenins diesen Kampf unter der Maste der„ Einheitsfront" führen. Dieser Kampfruf" schreibt in seiner legten Summer, nachdem er die Gewerkschaftsfunktionäre aller un denkbaren Verbrechen antlagt: Aus dieser Umflammerung fann sich das Proletariat nur retten, wenn es die Gewertschaften von Grund auf zerstört Gin Wechsel der Beamten hilft da nichts. Das Organisationsprinzip der Gemertschaften, die Verhältnisse, die Bureautratenstellung, machen jeden Beamten, wenn er erst die Möglichkeit dazu hat, zu dem, was die heutige Bureaukratie ist. Nur der betriebsweise Zusammenschluß zu Betriebsorganisationen gibt dem Proletariat seine Geschide in die eigene Hand. Die Lohnbewegung im Gastwirtsgewerbe. In den drei Mitgliederversammlungen des Zentralverbandes der Hotel, Restaurant- und Café- Angestellten, die am Mittwoch stattfanden, wurde über den Schiedsspruch des Schlichtungsaus schusses berichtet. Der Schiedsspruch sieht für alle Kategorien, mit Ausnahme des Personals der Saal- und Gartengeschäfte, eine Erhöhung der Löhne von 60 bis 74 Proz. vom 2. bis 15. Februar, von 92 bis 110 Broz. vom 16. Februar ab vor. Der Schiedsspruch wurde besonders in seinem zweiten Teil scharf fritisiert. Die drei Versammlungen nahmen hierzu folgende Entschließung an: Die am 7. Februar 1923 tagenden Mitgliederversammlungen des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten nehmen den gefällten Schiedsspruch über die Februarlöhne, trotzdem diefe in feiner Weise ausreichend find, an. Die gegenwärtige Lage im Gastwirtsgewerbe verhindert, daß auf anderem Wege ein anderes Ergebnis erzielt werden könnte. Die Versammelten fordern in Anbetracht der durch die Verordnungen über die 11- Uhr- Polizeistunde und das Tanzverbot eingetretenen Schädigungen für die Arbeitnehmer im Gastwirtsgewerbe, daß seitens der maßgebenden Regierungsstellen mit den Arbeit. nehmerorganisationen in Verhandlungen eingetreten wird, um die Angestellten vor noch größerem Schaden zu bewahren. Saal- und Gartengeschäfte eine Erhöhung der Januarlöhne nicht Der gefällte Schiedsspruch wird abgelehnt, soweit er für die porsieht. Die Arbeitnehmer müssen es als eine ungeheuerliche Zumutung bezeichnen, fie für Löhne des vergangenen Monats zu befofort mit dem Arbeitgeberverband in neue Verhandlungen über schäftigen. Die Organisationsleitung wird deswegen beauftragt, die Löhne für die Saal- und Gartengeschäfte einzutreten. Da sich in der faarländischen Industrie bereits ein empfindlicher Kohlenmangel bemerkbar macht, rechnet man mit starten Einschränfungen in der Industrie. Die Tillinger Hütte unter dem franzöfischen Generaldirektor Roederer, deren Aktionäre ebenfalls zum großen Teil Franzosen find, hat bereits am Dienstag einen Teil der Arbeiter sämtlicher Schichten nach Hause geschickt, offenbar zu dem 3wed, die Hüttenarbeiter gegen die Streifenden auszuspielen. Die Streiflage ist unverändert. Der Bergarbeiterstreit in Cothringen ist nach einer Havas Meldung aus Forbach in den Gruben von Petite Rosielle sowie in den Gruben von Saar- et- Moselle und la Hoube am Donnerstag morgen allgemein gewesen. Die Zahl der Streifenden betrug 22 000. Bis jegt sei fein Zwischenfall zu verzeichnen. Die freien Gewerkschaften machten mit den kommunistischen Verbänden gemeinsame Sache. Die Bergarbeiter rechneten darauf, daß infolge der Unterbrechung der Koblenzufuhr aus dem Ruhrgebiet ihre ieit Dezember formulierten Forderungen erfüllt werden. Truppen feien an Ort und Stelle( was in einem Militärstaate die Hauptfache ist!) um die Ordnung zu sichern",( die ohnedem von den Streifenden am besten gesichert wird). Man habe den Ein nicht länger, als man die Bergleute auf die Erfüllung ihrer druck, daß der Streit ziemlich lange dauern werde.( Wahrscheinlich Forderungen warten läßt.) Deutsche Berke A.-G., Spandau und Saselhorst. Arbeiter und Angestellte, Gewerkschafts- und Parteifunktionäre der VSPD.: Wichtige Gigung Montag, den 12. Februar, nachmittags 4 Uhr, im fleinen Gaal des Rafinos. Partei- und Gewerkschaftsausweis legitimiert. Abgelehnt muß der Schiedsspruch ferner insoweit werden, als er einen Abzug von 10 Broz. für diejenigen Arbeitnehmer, die Dienstkleidung erhalten, vorfieht, weil dieser Teil des Schiedsspruches gegen die Bestimmungen des Manteltarifes verstößt. Das Schiedsgericht hatte kein Recht, die vertraglichen Bestimmungen des Mantel- Berantwortlich für den redakt. Teil: Bietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: tarifes bei der Entscheidung über ein neues Lohnabkommen zu Borwärts- Buchdruderci u. Berlaasanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Linden ft.$ ändern. Die Arbeitnehmer werden daher aufgefordert, irgendwelche Abzüge dieser Art nicht anzuerkennen, Keine Differenzen bei Aschinger. $ Th. Glede, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b.$.. Berlin. Drud: Sieran 1 Beilage. Alle Macht den Betriebsräten!" schrien und schreien die Mostomiter. Beichnet nichts auf die Listen der verräterischen GewerkBei Husten, Asthma und Lungenleiden fchaften, sondern fammelt für unseren Kampffonds!" ruft in der Roten Fahne" der fragwürdige Ausschuß der kommunistischen Be- Der Zentralvorstand der Hotel, Restaurant- und Café An Dr. Wegscheiders Brust- Tee hergestellt. Zu haben: nach Original- Vorschrift triebsräte. In dieser Tonart geht es täglich weiter. Die Abgesandten gestellten teilt uns mit, daß die in Nr. 53 des Vorwärts" kritisierte Elefanten- Apotheke, Berlin SW, Leipziger Straße 74, am Dönhoffplatz der Münzstraße halten in den Gewerkschaften Kilometerreden Verrechnung der Prozente nach dem 7. des folgenden Monats, die gegen die Bonzen" und die Rote Fahne" schimpft täglich als Tarifbruch bezeichnet worden war, abgeändert ist. Berhandfpaltenlang über die Gewerkschaftsführer. Während aber die Mosto- lungen zwischen dem Betriebsrat und der Firma fowie der Drwiter nach dem bekannten Rat Lenins die Wahrheit verschweigen ganisationsleitung haben zu einer Verständigung geführt. und behaupten, diese Hetze gegen die Gewerkschaften und die Bereinigte Sozialdemokratie werde betrieben, um die Einheitsfront her- Achtung, Bauarbeiter! Ueber die Feuerungs- und HochbauErstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe fertig und nach Maß Billige Preise zustellen und eine Arbeiterregierung zu bilden, ist der Kampfruf" arbeiten der Binfraffinerte Oberipree in Firma Roig MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 Leciferrin flüssig und in Tabletten Nervenstärkend- blutbildend EDEL- LIKORE Delpey EDEL- LIKORE WEINBRAND pey Weinbrand seit A- Delpey& CoA G Berlin, N24 Johannisstr 18/19 82 Likörfabriken Fruchtsaft- Presserei Weinbrennerei • Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus Volksbühne 7½ Uhr: 71 Uhr Dentsch. Theat. Trianon- Th. Täglich 8 Uhr Tosca Mein Leopold/ Penthesilea Erika Glässner in Sig. 2 Gespenster Uhr Schauspielhaus Lessing- Th. ntionen im Juni 7 Uhr. Macbeth He ite u. morg Kammerspiele Liebelei/ Die Lore Der Kreis Иo ag 7 Der Stg. 2: Die Büchse der Pandora 3: Der Kreis Biberpelz Residenz- Th. Dent. Künstler- Th. Täglich& Uhr Es lebe Bissi die Kokotte Theater i. d. Deutsch Opernhaus| 7 Uhr: Königgrätz. Str. Die toten Augen 7 Uhr zum 1. Male Große Volksoper Aus d. Leben der im Theat. d.Westens Insekten U. zum 1. Male: Komödie Schmuck d Madonna Stg. 22 U. b. kl. Pr. von J. u. K. Czapek Raub d. Sabinerinn. Alb.Steinrück, Charl. Intimes Theater Schultz, Charl.A 1der 8 U.: Frau Adas G. m. Frieda Richard.Her- b. H. Die G'schamige mann Picha, v.TwarLustspielhaus dowski, Hans Herrmann, Marx, Reh8 kopf, Klupp, Reuter U. Der Mustergatte Metropol- Theater Komödienhaus New York- Berlin 3: Kameraden Stg. 3: Die Bajadere U.: Abel, Delschaft Neues Operett.- Th 71: Komische Oper ( 7) Dir.: James Klein( 72) Internat. Revue in 25 Bildern Europa spricht davon 200 Mitwirkende! 6 Balletts! Mr. Jackson vom Alhambra- Theater in London mit seinen engl. Girls sowie die bekanntesten Dar steller von Bünne und Film Vorverkauf ununterbrochen Nervösen, Erschöpften bringt das nervenstärkende, blutbildende Leciferrin wieder Kraft und Lebensfrische. Schon eine vier- bis sechswöchentliche Kur zeitigt nach ärztlichen Feststellungen sichtbare Erfolge. Leciferrin ist, an den heutigen Preisen der Lebensmittel gemessen, billig und eignet sich daher auch als tägliches Kräftigungsmittel, ebenso zur Unterstützung der Kinder- und Wöchnerinnen- Ernährung. Galenus Chemische Industrie Frankfurt am Main : D neue Gilbert Walhalla- Th. Central- Theater Berliner Th. Ratja, die Tänzerin 7.15: Madame mit Margit Suchy, Tä l. 7: 7 Uhr: Die Pompadour Muth, Beckersachs, Heirate Deine Frau Macht d. Finsternis Hilde Wörner, RoPaulsen, Tiedtke, Gross, Mamelok berts, Bötel, Haskel Neues Th. am Zoo 72: Jean Gilberts Operette Dorine u. der Zufall Neues Volkstheater 7 U. Michael Kramer Der Blaue Vogel Renaissance- Theat. Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 Pers.unter 18 Jahren Al abendlich haben keinen Zutritt U. Allabendlich 7, U. Gr.Schauspielh. Kleines Th. Magdalena/ L. Klasse ( Karlstraße) 71 Die törichte Jungfrau stürmer Tägl. 8 Uhr Die Unmoralischen das Leben! Theater des Ostens. Maschinen Lustso. v. L.Schmid von H. Sudermann( Rose- Theater) 72: Die törichte Marietta Olli, Bötrcher, Wasa. Leis, Keller- Nehri U.: Lige Nr. VII Jungfrau Carola Toalle, Olga Limbarg Falkenstein, Kaiser- Titz Sonnt. nachm 4 U. Pfarrhauskomödie Das 3. Programm SCALA dmirals Varieté 70 Febr.- Programm unübertrefflich 7%, Uhr Die Juden Zum Besten der Ruhrspende! Schiller- Th Charl. Uhr Der Schöpfer Thalia- Theater 11 Unr: ohne Liebe Admiralspalast in Jahr Sonntag, den 11. Febr., mittags Th. a. Nollendorfpl. 73 Uhr: Königin 4 der Straße Stg. 3: Vetter aus Dingsda Uhr. Internat. Theaterin d.Kommandant.- Str 11 Uhr: Großes Orchester- Konzert des Orchesters des Deutschen Opernhauses. Varieté Uhr: Katte Leitung. Professor Rudolf Krasse.t Sonnt 380 z halb. Preis.d voll.Prog Wallner- Theater Uhr: Der kühne Schwimmer Solist Kammersänger Karl Braun ( Staatsoper) Der Vorverkauf hat begonnen On falten Tagen wirft eine Taffe Kaffee, Tee, Rafae ufw. befonders wohltuend. Zum Süßen verwendet man vorteilhaft Süßstoff- Tabletten. Sie sind gut, billig und befömmlich. Cine Tablette genügt für eine Taffe. Schachteln mit 100, 200 u. 500 Stud. Grhältlich in Rolonialwaren, Drogenhandlungen und Apotheken Wien Berlin Unterhaltungs- Varieté 8 Uhr varieté- Programm! Jogersta 630 4 Uhr Das große Das größ'eNachmitt.Fabarett Be lins! Verstärkt. Programm Casino- Theater 8 Uhr: Der neue Schlager Zum blauen Kakadu Circus BUSCh 1.71tg. a 3L. Am Sonntag Nachm 3 U. Die Nibelungen Kind frei! Abends 7 Unr Fremdenlegionär Reichshallen.Th. Allabendlich 7' Uer, Sonntags nachm 3 Uhr halhe Preise STETTINER Urania Theater 8 Uhr Ctablissemen Zičika Mit Sang und Klang ika zwisch Schwarzwald u. Alb. Klein. Saal 8 U: Elekt. Babnen Theater a. Kottb, Tor Tägl. 7/2 und Sonnt.nachm. 30. EliteSänger U. a. Langholzens Schwiegersonne! Säng. Em Triedrib JonhoffBratt'l of.70 NRIEN VarietéSpielplan Rauchen gestattet 18. Februar. 11 Uhr Meisters., Rothener Str.38 Neue Dichtungen v Friedric Sif. O Ecke Leipzig. Str. Varieté-Kabarett in Heitere Spiele u. Margaretensaal Abends 7: Neues Febr- Prog. Fridolin der schönste Mann von Groß- Berlin! 4% Täglich 44 NachmittagsVorstellungen Plandscheine, Gold-, SilberErnst Toller. Platin- Bruch del- und Edelkauft höchstzahlend Altmetalle Holzmarktstr. 5. höchstzahlend 38 Ackerstr. 38. Passage Nr. 68 40. Jahrgang Wochenende. Beilage des Vorwärts Die Engländer haben ein Wort, das für sie der Inbegriff des Friedens, der Ruhe, der Stille und Erholung ist: weekend, auf deutsch Wochenende. Weekend fezt im Infelreich am Sonnabendmittag um 1 Uhr ein und endet am Montagfrüh. In der Zwischenzeit will der Engländer von Arbeit nichts hören und sehen und das 40 Stunden lang. Sonnabend, 10. Februar 1923 Berliner armen Kinder veranstaltet. Der Aufruf hat bisher Steuerbehörde und das Wohnungsamt zu anderweitiger Berfügung 250 Millionen Mart ergeben. Chefredakteur Dr. Wilhelm über die Räume benachrichtigt. Feistner erschien dieser Tage perfönlich beim Oberbürgermeister Böß im Berliner Rathaus, um den bisherigen Sammlungsertrag aur Verfügung zu stellen, damit er über die Verwendung bestimme. Oberbürgermeister BöB sprach im Namen der Stadt Berlin den allerherzlichsten Dank aus. Der Berliner Milchskandal. Der Totschläger als Zaubermittel. Alles aus„ Liebe". Es ist schon immer höchst zweifelhaft gewesen, ob Liebe durch Prügel oder gar noch schlimmere Mittel einem Menschen eingebläut werden kann. Trotz aller Mißerfolge, die in dem Vorgehen selbst begründet liegen, versuchen verschmähte Liebhaber immer wieder Der Staatsanwalt hatte Das deutsche Wochenende war schon vor dem Krieg recht fümWir haben bereits gestern darauf hingewiesen, daß die un Am Sonntag waren noch früh und mittags die Läden auf, damit von etwa 200 auf jezt glücklich 700 M. für das Liter alle Ver: Angeklagte Sempel wegen Körperverletzung zu verantworten, weil merlich und begann im besten Fall am Sonnabendabend um 5 Uhr. geheure Steigerung des Milchpreises in den letzten Wochen auf solche wenig liebreiche Art ihren Schaz" an sich zu fesseln. Bor der 10. Straffammer des Landgerichts III hatte sich der die kaufmännischen und die Hausangestellten nur ja nicht zu üppig anfassung gibt, mit allen Mitteln dem entgegenzuwirken. Leider in ihren Ansprüchen auf Sonntagruhe würden. Dann kam der liegt uns die genaue Kalkulation des Milchamts für die wedung der Liebe gefehen hatte. Der Angeklagte hatte im März er in der Anwendung des Totschlägers das Zaubermittel zur Er. Krieg, der Tag um Tag, nahezu 1500 Tage lang, an den Nerven neue Steigerung nicht vor. Es muß aber erneut in diesem Zu- vorigen Jahres die Filmschauspielerin W. fennengelernt. Er hatte des Volkes fraß. Dann die Revolution, das letzte Aufbäumen eines jammenhang darauf hingewiesen werden, daß die Zustände im Ber- Einlaß in ihre Wohnung dadurch erhalten, daß er sich als Be. in Hunger und Verzweiflung verfommenden Bolkes. Dann die liner Milchamt derartige sind, daß man sie in einem normalen amter des Wohnungsamtes ausgegeben hatte. Der An. Faustschläge der Sieger auf die ungedeckten Leiber des Bolkes. Betrieb nur noch als Schweinerei bezeichnen würde. Bor drei geklagte, der mehrfach vorbestraft ist, machte der jungen Dame, ob. Immer weiter hinein in Hunger, Not, Entbehrungen und Elend. Wochen wurde von unserem Bertreter in der Ernährungs- wohl er verheiratet ist, einen Liebensantrag, worauf sie ihn aus. Und endlich die Regierung des christlichen Volkes der Franzosen, wie deputation Aufschluß über die Verwendung der über die unmittel- lachte. Trotzdem entspann sich eine fleine Freundschaft zwischen baren Selbstkosten hinausgehenden Spannen, die das Milchamt beiden, und eines Tages besuchte der Angeklagte die Filmschau ein Borfämpfer bereit zum Knockout. So sieht heute in Berlin und zurzeit erhebt, verlangt. Die zuständigen Vertreter erklärten, fie spielerin wieder. Bei dieser Gelegenheit erzählte ihm die W., daß in jeder deutschen Großstadt jedes Wochenende aus und am tönnten teine Auskunft geben, aber in 14 Tagen fie fich in aller Kürze nach Schweden zu verheiraten gedente. schlimmsten wohl im neu besetzten Gebiet selber. Und was tam nicht würde man im Schyweiße des Angesichts eine Bilanz ausgefnobelt Daraufhin zog der Angeflagte H. einen Totschläger aus der außerdem noch in dieser letzten Woche hinzu, um den Berg des Un- haben. Bierzehn Tage verftoffen, die Ernährungs- Tasche und versetzte der Filmschauspielerin einen so heftigen Schlag heils noch höher zu türmen? In Oberschlesien mähte der Knochen- deputation trat zusammen, was nicht da war, war die auf den Kopf, daß sie bewußtlos zusammenbrach. Der Angeklagte mann mehr denn hundert braver Bergleute um. Frauen und Bilanz. Man hatte zwar bis in die Nacht hinein gearbeitet, hatte wurde in derselben Stunde noch verhaftet und fam sogleich in Unter Rinder stößt er in wütende Not. Kurz vorher sind dort unten aber leider den Abschluß nicht schaffen können. Jetzt warten die fuchungshaft, weil man zunächst Ra u bmord annahm. Vor dem Duplizität der Ereignisse gleichfalls ein halbes hundert Arbeiter Stadtverordneten mit Schmerzen auf die Unterlagen, die ihnen an Schöffengeicht wurde er wegen schwerer Körperverlegung zu neun ums Leben gekommen. In dem friedlichen Markstädtchen Freien- dauernd in den nächsten Tagen" zugehen sollen. Optimisten Monaten Gefängnis verurteilt. walde müssen 5 Menschen an verludertem Fleisch zugrunde gehen, glauben, daß man in vierzehn Tagen in der Ernährungsdeputation damals nur zwei Monate Gefängnis beantragt. Gegen dieses Urteil eine Bilanz zu sehen bekommen wird, weniger optimistisch an- hatte der Angeklagte Berufung eingelegt, so daß die Sache vor der hundert andere schweben tagelang zwischen Tod und Leben. Die gehauchte Zeitgenossen vermuten, daß das Ernährungs- oder Milch- Straftammer zum Austrag lam. Der Gerichtsfachverständige Dr. Opfer der Ratastrophe im Mosse- Haus werden zur Ruhe bestattet amt diese Leistung niemals vollbringen wird. Es ist, wir Bürger wollte auf Grund eines ausführlichen Gutachtens den§ 51 und an den Gräbern, die blühende Menschenleben umschließen, wiederholen das noch einmal in voller Deffentlichkeit, ein un- in Anwendung gebracht haben, da nach seiner Meinung der Angestehen untröstliche Mütter. Der Knochenmann geht um.... Ach erhörter und durch gar nichts zu rechtfertigender flagte die Tat im höchsten Affett eines Dämmerzu was, der Knochenmann! Ist es nicht ant Ende überall Zustand, daß eine städtische Behörde wie das Milchamt, das auf standes begangen habe. Auf diesen Standpunkt stellte sich auch die Nachlässigkeit, die Fahrlässigkeit, das Laufenlassen der Grund bestimmter ministerieller Verfügungen die Milchverfor der Berteidiger des Angeklagten, Dr. Halpert. Nach mehrDinge, die das Unheil verschuldete?. Die Behörden ordnen strenge gung Berlins einheitlich zu regeln hat, nicht in der Lage stündiger Verhandlung führte der Staatsanwalt aus, daß nach seiner Untersuchung an." Man fennt das schon. Aber tote Menschen ist, über Einnahmen und Ausgaben, über Verwendung feiner Meinung irgendwelche mildernden Umstände nicht in Frage tämen. fönnen sie nicht mehr lebendig machen. Die Behörden? Es gibt Gelder, dem mit der Aufsicht betrauten Stadtverordneten innerhalb Er bedauere sehr, den Strafantrag des Amtsanwalts vom Schöffen solche, über die das Bolt bereits wütend lacht! Die Geheimen Re- acht Tagen jede gewünschte Auskunft zu geben. Die Stadt hat eine gericht, der zwei Monate Gefängnis beantragt habe, nicht über. cierungsräte! Bon der Impotenz zur Moralität ist nur ein ganze Reihe absolut und tadellos funktionierender Wirt- schreiten zu dürfen; in Wirklichkeit habe der Angeklagte eine weit schaftsbetriebe, bei denen die Aufsichtsratsmitglieder höhere Strafe verdient. Auch das Gericht stellte sich auf den StandSchritt, und der heißt: 11 Uhr Polizeistunde. Das Bolt wird früh jederzeit, in jedem Moment über jede gewünschte An- punft des Staatsanwalts und verwarf die Berufung des Angeins Bett geschickt. gelegenheit über die gesamte finanzielle Situation, Einnahmen, flagten, fönne auch die Angelegenheit nicht weiter an das Schwur. Ausgaben, Geschäftsgebaren uff. restlose Auskunft bekommen, wie gericht geben, da weder Notaucht noch Raub angenommen Die Berufung wurde deshalb fostenpflichtig versich das im übrigen für jeden anständigen. Wirtschaftsbetrieb von werden könne. selbst versteht. Der zuständige Dezernent weiß über diese worfen, der Antrag des Angeklagten über evtl. Strafaufschub wurde Dinge seit langem Bescheid. Er muß wissen, daß je mehr die Preise an die erste Instanz zurücverwiesen. für Milch anziehen, um so mehr die Bevölkerung eine sorgfältige und gewissenhafte Verwendung der von ihr Das Reichspostmuseum bleibt am Sonntag, 11. Februar, megen aufgebrachten Zuschläge mit vollem Recht verlangen der im Lichthofe stattfindenden Einweihungsfeier einer Gedenktafel tann. Wir werden später noch auf bestimmte Einzelheiten dieser für die im Weltkriege gefallenen Beamten des Reichspostministeriums Wirtschaft zurüdtommen. Die Sozialdemokratie hat jeben und in den Kolonien geschlossen. falls feine Luft, die Verantwortung für diese Sorte von Betrieb zu übernehmen. Und wenn die Polizei mit Engel( brecht) zungen redete, die internationalen und nationalen Schieber veranstalten ihre heimlichen Orgien bis in die Morgenstunden weiter. Wucher! Bucher! schreit und jammert das Bolt! 4000 Papiermark Geldstrafe, antwortet der Richter. Das ist unser Wochenende! Mit diesen Gedanten gehen wir in den Sonntag hinein. Was wird die nächste Woche bringen? leber Alkohol und Kultur spricht Dbersoulrätin Genoffin Dr. Beg feiber am Montag, den 12. Februar, abends 8 Uhr, in der Schulaula Bankstr. 47( nabe Brunnenplat). Die Teilnahme an diesem vom Bezirks. amt Bedding veranstalteten Vortrag ist unentgeltlich. Was geht im Ruhrgebiet bor? Genosse Pfarrer Bleier spricht über dieses Thema Dienstag, den 13. februar, abends 7 Uhr, LeibnizOberrealschule, Charlottenburg, Schillerstr. 125/127( Rabe Rnie, Stadtbabnb. Savigny- Blaß und Zoo). Das Referat ist die Zusammenfassung der Einbrüde einer Rundreise im Januar durch das Ruhrgebiet. Verkehrsfeindliche Verkehrseinschränkungen. Der infolge der Ruhrbesehung vorgenommenen Berfehrseinschränkung find zuerst die bei der reisenden ärmeren Bevölkerung so sehr beliebt gewordenen beschleunigten Personenzüge zum Opfer gefallen. Man fann sich des EinAushebung eines eisenbewahrten Nepplokals. druds nicht erwehren, daß die Eisenbahnverwaltung die günstige Gelegenheit benußt habe, um diesen Fortschritt aus fistalischen Der Kampf gegen die Nacht und Nepplokale wird von der Gründen zu beseitigen, ohne Rücksicht darauf, wie schwer gerade Kriminalpolizei mit aller Schärfe durchgeführt. Wieder wurde ein dadurch die breitere Masse der reifenden Bevölkerung geschädigt folches Lokal, das einen regen Nachtverkehr unterhielt, ausgehoben Die Arbeiterschaft muß sehr darauf drängen, daß nach Be- und geschlossen. In der Mogstr. 67 bestand ein Betrieb, in dem das hebung des Kohlenmangels, mindestens aber bis zum Frühsommer Leben erst nach der Polizeistunde anfing. Troh unerhört hoher diese Züge wieder eingestellt werden, denn nur dann ist ihr die Preife war der Verkehr recht lebhaft. Besonders anlockend mochten Möglichkeit gegeben, größere Reisen unter einigermaßen erträg- wohl gewiffe Borführungen mit Damen" sein. Als in der vergangenen Nacht eine Streife der Kriminalpolizei dem Betrieb einen den Tod in den Flammen fand. lichen Verhältnissen zu unternehmen. Besuch machen wollte, stießen die Beamten auf eine Eisentür, die auch noch durch eine vorgelegte Eisenstange ge= Während diese Hindernisse beseitigt wurden, ver fichert war. schwanden die meisten Gäste auf einem Wege, der zunächst nicht 20. Bei einer genauen Durchsuchung entdeckten die zu finden war. Unter einem zusammengeBeamten aber auch ihn. wird. Flammentod einer vierköpfigen Familie. In der Nähe von Schindellegi( Schweiz, Kanton Schwyz) ist das Haus der Familie Gunjer niedergebrannt, wobei die vierköpfige Familie Banif in der Staatsoper. Während der Vorstellung des Don Giovanni in der Staatsoper löfte fich während der letzten Szene die Abdichtung eines Dampfrohres. Das Geräusch des aus strömenden Dampfes beunruhigte das Publikum und ein Teil desselben erhob sich, um das Haus zu verlassen. Nachdem man wenige Augenblide später das Rohr vom Kesselhaus rollten Teppich fanden sie eine Lute zur Kelleraus abgesperrt hatte, konnte die Vorstellung ihren Fortgang nehmen. treppe. Die Gäste waren schnell nach dem Keller hinunter ge- 85. laufen und von dort durch einen anderen Ausgang zum Teil entEine deutsch- böhmische Millionenfpende. Die Reichenberger fommen. Die Wirtsleute legten sich noch aufs Leugnen. Das half 91. Zeitung" in Reichenberg in Böhmen hat eine Sammlung für die ihnen jedoch nichts; alle ihre Vorräte wurden beschlagnahmt, die Wasser einzunehmen. Der Bahnsteig war plöglich voll von Männern in Khafi, die mit den Füßen stampften und laut rufend auf und ab gingen. ( Rachdrud verboten. Der Malik- Berlag, Berlin.) 33] Drei Soldaten. Bon John dos Passos. Aus dem amerikanischen Manuffript überfekt von Julian Gumperz. ,, Nun, im großen und ganzen, Leutnant, sind Ihre Leute in guter Ordnung." Einige Augenblicke später kam der Sergeant herein. Regenmäntel anziehen und antreten!" Eine ganze lange Zeit standen sie im Regen aufmar schiert. Es war ein bleierner Nachmittag. Die Bolten hatten einen schwachen, tupfernen Schein. Der Regen schlug ihnen ins Gesicht. Fuselli sah den Sergeanten forschend an. Endlich erschien der Leutnant. Achtung!" schrie der Sergeant. Die Leute wurden aufmerksam, und ein neuer Mann wurde am Ende der Linie eingereiht, ein großer Kerl mit vorstehenden Kalbsaugen. Fuselli, vortreten! Sie schließen sich der Stabstompagnie an." Fuselli sah, wie sich Ueberraschung auf den Gefichtern der Rameraden spieglte. Er lächelte blaß zu Meadville hinüber. Sergeant, führen Sie die Leute zur Station." Rechts schwenkt, Marsch!" schrie der Sergeant. Die Kompagnie marschierte ab im strömenden Regen. Fuselli ging zu den Baraden zurüd, nahm sein Gepäd und feinen Regenmantel ab und wischte sich das Wasser aus dem Geficht. Wo fahrt Ihr hin?" fragte Fuselli. Plöglich hatte Fuselli ein bekanntes Gesicht gesehen. Er schüttelte zwei Leuten mit braunen Gesichtern die Hand. ,, Hallo, Chrisfield! Hallo, Andrews!" rief er. Bann seid Ihr hier rüber gekommen?" " ,, Ungefähr vor vier Monaten," sagte Chrisfield, der ,, D, Fuselli forschend mit seinen schwarzen Augen ansah. ich erinnere mich jetzt, du bist Fuselli. Wir waren im Ausbildungslager zusammen, erinnerst du dich, Andy?" ,, Sicher," meinte Andrews. Wie gehts?" fein," antwortete Fuselli. Ich bin hier in der optiAbteilung." ,, Wo ist das, zum Teufel?" schen " " 1 Grade hier." Fuselli zeigte hinter die Station. ,, Wir sind vier Monate in der Nähe von Bordeaug ausgebildet worden," sagte Andrews ,,, und jetzt wollen wir mal sehen, wie es ausschaut. Groß- Berliner Parteinachrichten. Kreis. Seute, Sonnabend, den 10. Februar, 7 Uhr, Sigung des Kreisbildungsausschusses in Reinidendorf, Hauptstr. 46, 8immer 60. Erscheinen sämtlicher Mitglieder des Bildungsausschusses Pflicht. Heute, Sonnabend, den 10. Februar: Abt. Tempelhof. Die Beerdigung des Genoffen Frans Saut findet nachmittags 3 Uhr auf dem Gemeindefriedhof, Germaniastraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Abt. Reukölln. 7 Uhr Funktionärsigung beim Genoffen Müller, Reuterftraße 11, Berbandsbücher und Funktionärtarten mitbringen. Mach daß du aufstehst, sofort!" brüllte der Sergeant. Es war ein großer Mann mit schwarzem Haar, der aussah wie ein Holzfäller. Er beugte sich über den Bettkasten. In dem Kasten auf einem Bündel von Decken lag Stockton mit freideweißem Gesicht. Seine Zähne schlugen zusammen und seine Augen waren rund und traten scheinbar vor Schrecken aus ihren Höhlen hervor. Ich sage, mach, daß du aus deinem Raften rauskommst," brüllte der Sergeant. Der Junge schwieg. Seine bleichen Wangen zitterten. ,, Was zum Teufel ist denn mit ihm los?" " Warum schmeißen Sie ihn denn nicht einfach raus, Sergeant?" Stehe sofort auf!" schrie der Sergeant wiederum, ohne auf die Worte der anderen achtzugeben. Die Herumstehenden gingen weg. Nur Fuselli beobachtete aus einiger Entfernung fasziniert weiter. ,, Gut, dann hole ich den Leutnant. Diese Sache gehört vors Kriegsgericht. Hier, Morton und Morison, Sie haften mir für den Mann." Die Sirene pfiff, und die Maschine stieß Wollen weißen Der Junge lag still unter seiner Dede. Er schloß die Dampfes aus. Biel Glück!" sagte Fuselli. Doch Andrews und Chris- Augen. An der Bewegung der Decke, die mit seiner Brust Biel Glück!" sagte Fuselli. Doch Andrews und Chris- auffield waren schon weg. Er sah sie noch einmal, wie der zug auf- und niederging, fonnte man sehen, daß er schwer atmete. hinausfuhr, zwei braune, schmuzige Gesichter zwischen anderen auf?" sagte Fuselli. Du kannst doch nicht gegen die ganze Stockton, du dummes Schwein, warum stehst du nicht braunen, schmußigen Gesichtern. Der Dampf zog vorbei in die helle Morgenluft hinauf, Armee aufboden." der letzte Wagen verschwand in der Kurve. Fuselli faß auf dem einen Ende seines Bettkaftens. Er hatte sich gerade rafiert. Es war an einem Sonntagmorgen, und er hoffte auf einen freien Nachmittag. Er rieb sein GeDie Schienen gligerten golden im Sonnenschein des ficht noch einmal mit dem Handtuch ab und stand auf. Draußen frühen Morgens. Fufelli verfolgte mit den Augen den fiel der Regen in großen filbrigen Strömen, so daß das GeStrang, bis er sich in den nassen Wiesen verlor. Der Bahnräusch auf dem Teerpapier der Baradendächer fast betäubend steig der Station, wo die Pfüßen glänzten und vom Winde wirkte. bewegt wurden, war ganz leer. Fufelli begann mit den Fuselli bemerkte an dem anderen Ende der Bettreihe Händen in den Taschen auf und ab zu marschieren. Er sollte eine Gruppe Leute, die alle dasselbe anzustarren schienen. hier einige Zufuhren, die mit dem Morgenzug erwartet wur- Er streifte seine Aermel herunter, nahm den Waffenrod über den, ausladen helfen. Er fühlte sich frei und erfolgreich, seit den einen Arm und ging in die Reihe hinunter, um zu dem er der Stabstompagnie angehörte. Endlich, fagte er schauen, was los ist. Durch das Geräusch des niederknatternzu sich selbst, hatte er einen Posten, wo er zeigen fönne, was den Regens hindurch hörte er eine schwache Stimme sagen: er mert sei. Ich kann nicht, Sergeant, ich bin frank. Ich werde Er ging auf und ab und pfiff schrill. Ein Zug fuhr langsam in die Station ein. Die Maschine hielt an, um nicht aufstehen." ,, Der Junge ist verrückt," sagte jemand neben Fuselli. Der Junge antwortete nicht. Fuselli ging weg. Er ist verrüdt," brummte er. Der Leutnant war ein rundlicher Mann mit einem roten Gesicht, der feuchend hereintam. Hinter ihm die große Ge stalt des Sergeanten. Er blieb stehen und schüttelte das affer von seinem Hut. Noch immer knatterte der Regen betäubend auf das Dad). ,, Achtung, Mann, sind Sie trant? Dann melden Sie fich fofort," sagte der Leutnant mit betont liebenswürdiger Stimme. Der Junge sah ihn trübe an und gab teine Antwort. ,, Sie sollten aufstehen und stramme Haltung einnehmen, wenn ein Offizier mit Ihnen spricht." Ich fann nicht aufstehen," fam die schwache Stimme. Das rote Gesicht des Offiziers verfärbte sich. ,, Sergeant, was ist mit dem Mann?" fragte er wütend. Ich kann nichts mit ihm anfangen, Herr Leutnant; ich denke, er ist verrückt geworden." ( Fortsetzung folgt.) Jungfozialisten. Gruppe Baumschulenweg: 7 Uhr im Zeichenfaal der Gemeinde. schule Kiefholzstraße, Vortrag der Genoffin Klara Bohm- Schuch: Die Er ziehung des Kindes zum Menschen und Sozialisten". Montag, den 12. Februar, abends 75 Uhr, Gesamtveranstaltung im Jugendheim Lindenftraße 3. Die Lage Georgiens." Morgen, Sonntag, den 11. Februar: 6. Abt. 9% Uhr Funktionärsihung bei Dobrohlam, Swinemünder Str. 11. Charlottenburg. 53. Abt. Bormittags 9% Uhr Flugblattverbreitung von folgenden Lokalen aus: 1. Bezirk von Schweitert, Erasmusste. 2; 2. Bezirk von Lur, Huttenstr. 26; 3. Bezirk von Hamer, Sidingenste. 55. Beteiligung aller Genossen ist Pflicht. 57. Abt. 9 Uhr Flugblattverbreitung vou ben bekannten Lokalen aus. Erscheinen aller Genossen Pflicht. 73. Abt. Schmargendorf. 10 Uhr erweiterte Borstandigung im Jugendheim, Breite Straße. Ericheinen Pflicht, da wichtige Tagesordnung. Birkenwerber. Nachmittags 3 1hr findet in Birkenwerder im Gesellschaftshaus eine Gruppenkonferenz statt. Tagesordnung: 1. Die nächsten Aufgaben der BSPD. Referent Sekretär John- Spandau. 2. Gruppenangelegenheiten. Alle Funktionäre der Nordbahn- Gruppe müssen erscheinen. Junglozialisten. Gruppe Süben: Fahrt nach Botsdam- Werder. Treffen vormittags 8 Uhr am Potsdamer Bahnhof( Haupteingang.) Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Achtung, Abteilungsvorsitzende! Heute abend 7 Uhr findet im Jugendheim, Lindenstr. 3, eine Borsigendenkonferenz statt. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. Tagesordnung: 1. Das Reichsjugendwohlfahrtsgefeb.( Referentin Genoffin Todenhagen.) 2. Die Oster. agitation.( Berichterstatter Genoffe Ludwig Diederich.) 3. Bericht vom Bezirksvorstand und vom Bezirksausschuß. 4. Verschiebenes. Die Ausweise milffen mit dem Abteilungsstempel versehen sein. Aenderungen im Abteilungsvorstand müssen dem Jugendfefvetariat noch vor der Konferenz mitgeteilt werden. Bertretungen sind nicht zulässig. Der Bezirksvorstand. Morgen, Sonntag, den 11. Februar: Rorbost: Führung durch das Märkische Museum. Treffpunkt 10 Uhr Aleganberplay. Brenzlauer Borstadt: Wanderung Frohnau- Niederneuendorf Baufin- Seegefeld. Treffpunkt 18 Uhr Bhf. Prenzlauer Allec. Treptow: Wanderung Sangelsberg über Braunsdorf nach dem Scharmügelfee und zurüd rach Fürstenwalde. Treffpunkt 346 Uhr Bhf. Treptow. Melchow- Schwärzeste- Biesenthal. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Wedding, Gingang Webbing: Wanderung Besten: Wanderung Liepnißfee. Treffpunkt 6 Uhr Bhf. Lindower Giraße. Bülowstraße. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Der Chot trifft sich am Sonntag abend um 6 Uhr am Königstor zur Mitwirtung auf dem Unterhaltungsabend des Bezirksamtes Wedding. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Männergesangverein Berlin- Mitte. Sonntag, den 11. 6. M., vormittags 10 Uhr, im Bürgerheim, Alte Schönhauser Str. 23-24, Generalversammlung. Erscheinen aller, auch der passiven Mitglieder, Pflicht. Gemeinschaft proletarischer Freidenker, Bezirk Groß- Berlin. Die Prole18. Februar, abends 7 Uhr, in der Schule, Niederwallstr. 12, ab. tarische Freidenlerschule hält ihre nächste Arbeitsgemeinschaft Dienstag, den Leiter Genosse Dr. Krische. Themen: Entwicklung der Gestirne, Entstehung, Kennzeichnung und Geheimnis des Lebens. ( General-) Versammlung am 27. Februar, abends 6 Uhr, im Bureau der Firma Berliner Asyl- Berein für Obdachlose. Einladung zur ordentlichen BereinsSimon Böhn, Unter den Linden 12. Arbeitersport. Solidarität des Arbeitersports. Hodenspiele am Sonntag. Gruppe West: Charlottenburg I- AGC. I in Westend um 10-12 Uhr, Lichtenberg I- Wilmersdorf I in Lichtenberg, Hirschbergplak, 2½- 4 Uhr. Gruppe Oft: Fichte 10 I- Fichte 3 I, 10%-12 Uhr, Schönhauser Allee, Fichte- Ost I -Fichte 1 1, daselbst von 3-4% Uhr, Schönholz I- Lichtenberg 1 I, 10%-12 Uhr. Gruppe Cüb: Moabit III- Staaten 11, 1%-3 Uhr in Wilmersdorf, Wilmersdorf II- Roland II, 10%-12 Uhr daselbst, Charlottenburg II- AGC. II, 9 bis 10% Uhr in Westend. Gruppe No: b: Fichte 1 II- Schönholz II, 1½- 3 Uhr, Schönhauser Allee, Fichte 3 I- Lichtenberg 1 II, Schönhauser Allee, 9-10% Uhr. Sämtliche Spielführer werden darauf hingewiesen, die Resultate am selben Nachmittag an die Geschäftsstelle des Turnvereins Fichte, Köpenider Straße 108-109, wie bisher, nur pünktlicher einzusenden. Turnverein Fichte", Berlin. Sonntag, den 11. Februar, Winterfest der 16. Männerabteilung der Turnvereins Fichte" im Ledigenheim, Pappelallee 15. zirkskartells, dessen Reinertrag zur Finanzierung des Kartells verwandt wird Anfang 4 Uhr. Arbeiter- Sportkartell, 6. Bezirk( Kreuzberg). Die Veranstaltung des Befindet am Sonntag, den 25. März, in Wanzliks Prachtsälen, Am Treptower Part 27, statt. Das Programm wird von sämtlichen, dem Kartell angeschlossenen Vereinen bestritten. Wegen der Aufstellung des Programms muß jeder Verein oder jede Abteilung, die an der Veranstaltung mitwirken wollen, am Montag, den 12. Februar, abends 7 Uhr, einen Bertreter nach dem Lokal von Zier, Luifenufer, Ede Bringefinnenstraße, entfenden. Alle sportDer Berliner Arbeiter- Schachtlub veranstaltet Ostern fein erstes Internationales Schachturnier in Berlin. Aus allen Teilen des Neiches In einer feiner letzten Sigungen hat der Vorstand des Fran- liner Schächer rechnen auf die Solidarität der Sportgenoffen in bezug auf Die Ber fowie aus dent Auslande liegen bereits zahlreiche Anmeldungen vor. zösischen Arbeiter- Sportbundes folgende Entschließung gefaßt: Im Sergabe von Quartieren gegen eventuelle Entschädigung. Anfragen erbeten an Einklang mit der beim letzten internationalen Kongres in Leipzig. Fölber, Neukölln, Weserstr. 54; für den 3. Bezirk an Fr. Mayer, N. 20, Drontheimer Gtr. 31 III. beschlossenen Erklärung über den zu führenden Kampf für den Weltfrieden befundet der Arbeitersportbund Frankreichs seine völlige Solidarität mit allen den Organisationen, die tagtäglich an der Herstellung und Feftigung des wahren Völkerfriedens arbeiten. Indem der Arbeitersportbund Frankreichs Protest erhebt gegen die Auswüchse des Welttapitalismus, macht er seine Mitglieder darauf aufmerksam, daß es ihnen sowohl ihre Pflicht als auch ihr Intereffe gebietet, niemals zu vergessen, daß die Sicherheit des Bölkerfriedens nur in einem festgefügten Verband der Arbeiter aller Länder wohnen kann. Er rechnet auf die unverbrüchliche Hingebung seiner Mitglieder an das stolze Werk des Völkerfriedens, damit ein jeder feine Pflicht erfülle gegenüber den Kriegsgefahren, die geboren lichen Regierungen, welch letztere im völligen Einvernehmen mit werden aus der imperialistischen, militaristischen Bolitik der bürgerihrem natürlichen Helfer, dem Kapitalismus handeln." Der Berliner Schwimmverein Freiheit" hält am Sonntag, den 11. Februar, nachmittags 3 Uhr, im Stadtbad Brenzlauer Berg, Oberberger Str. 56, unter Das Programm Mitwirkung der Brudervereine ein Schwimmfest ab. weist ein Schaufchwimmen, wie Reigen, Schwimmen in allen Acten, Rettungsund Tauchvorführungen, Gruppenspringen, Wasserballspiel auf. liebenden Kreife der arbeitenden Bevölkerung Berlins find eingeladen. Freie Turnerschaft Bichtenberg. Sparta Sichtenberg I trifft sich am Sonntag zum Tenten Gerienspiel auf dem Sportplah in der Hirschberger Straße. 1. Rreis. Gonntag 8 Uhr vormittags Rinderturnwarte- Lehrstunde in Weißensee, Turnhalle Pistoriusstraße. Fahrt bis Bhf. Weißensee. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Bezirkssportworte- Sigung am Montag, Mittwoch 7 Uhr Turnratssitzung Niederwallstr. 12. Freie Schwimmer Neukölln. Die für heute angelegte Mitgliederversamm Tung findet trok gegenteiliger Nachricht im geftrigen Morgenblatt, wie ursprünglich festgesetzt, statt. The Grail, N., Bernauer Str. 73. Wetter bis Sonning mittag. Etwas milder. Ielt bemöllt, mit leichten Niederschlägen bei mäßigen füdöstlichen, später südwestlichen Winden. Der weltberühmte LUCCA- LIKOR wieder erhaltlich Vertretung und Lager für Groß- Berlin: M. Schlewinsky, Berlin- Wilmersdorf, Babelsberger Str. 48. Telephon: Amt Pialzburg 9942, 9943 Berliner Adreßbuch 1923 erscheint demnächst Fester Vorzugspreis nur bis zum 15. Februar 1923 gültig 35000.- M. 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Die Beerdigung findet Sonnabend. den 10. Februar, nachm. 8 Uhr, von ber Leichenhalle bes Emmaus Kirch hofes in Reutölln, Hermannstr., aus statt Unse: Rollege, ber Dreher Max Gaumert ift am 7. Februar gestorben. Die Einäscherung findet am Montag, ben 12 Februar, nachmittags 4 Uhr, Arematorium Baumschulenweg. im Riefholzstraße, ftatt. Unsere Kollegin, die Metallarbeiterin Minna Helbig starb am 6. Februar Die Beerdigung findet am Montag, ben 12. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Zeichenhalle des JohannisKirchhofes in Plögensee aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachrufe. auf dem Grundstüde Berlin, Brenzlauer drucker u. Schriftgießer Straße 10, bereits felt mehreren Jahren Bezirts- Berfammlungen m Betrieb befindlichen Darmfortieranstalt Möbel Sable höchfte Preise: Kupferleitung, Spulen, Dynamodraht, Klingeldraht, Silcnt. Fahrgeld vergütet. Rubin, Oranienstraße 199. Morigplag 4016. Gelegenheit. 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