Abendausgabe Nr. HH � 40. Fahrganz Ausgabe A Nr.?S «-zuzsbedimzllnge» mld Anze!grnpreise find in der MorginauZkiabe angegeben «edatt-oo: Sm. OS. Cinbeoftcuäe 3 Fernsprecher: vönhoft 292— 295 XeL'ifdceffKSojSal&etnottatBevKn 1�-f- v-w w Sevlinev VolksblÄki preis 40 Als?? Km Sonnabend 10. Jebruar 1923 'Verlag und«nieigenableiln»» Delchäftszeit 9-�5 Uhr Verleger: Dorwarts-verleg Gmdy. verlln SV». 0«. Linden firohe 3 Fernsprecher: VSnhoss 2500>2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokrat» fd�en Parte» Deutfchlands Ein Appell an England. Loudan, 10. Februar.(WTB.) Breitscheid, der hier einge.' troffen ist. erklärt« in einer Unterredung mit dem diplomatischen Berichterstatter der«Daily Siems" über die Lage an der Ruhr, seine einzige Hoffnung bestehe in einer Inikiakioe Großbritanniens oder Amerikas. Eine Vermittlung sei dringend notwendig, und es bestehe die Gefahr, daß sie zu spät kommen könne. Die gesamte sozialistisch«. Partei sei mit der deutschen Regierung in ihrem passiven Wider st and gegn die Politik des französischen Militarismus und des französischen Kapitalismus einig. Dem Berichterstatter zufolge erkannte Breitscheid jedoch an, daß dieser Widerstand nicht unbegrenzt aufrechterhalten werden könne. In der Zwischenzeit verstärkten die Franzosen so. wohl die nationalistische als auch die kommunistische Bewegung in Deutschland. s Breitscheid gab, wie der Berichterstatter schreibt, zu. daß die Industriellen es Unterlasten hätten, ihren Anteil an der Steuerlast zu tragen. Er habe mit dieser Tatsache vor Augen die Frage des Berichterstatters, ob der französische Vormarsch das ge. famte Deutschland geeinigt habe, verneint. Sein« Partei unter- stütze die ßkegierung unbedingt in ihrer gegenwärtigen Haltung, aber seine Partei sei sozialistisch und die Regierung eine Bour» geois-Regierung. Beide lebten Seite an Seite, mehr als Nachbarn denn als Kameraden. I Auf die Frage, ob Deutschland sich bereit erklären würde, zu verhandeln, während die Franzosen immer noch im Ruhrgebiet seien, habe Breitscheid entschieden bejahend geantwortet. Er habe erklärt, die deutschen Arbeiter würden niemals eine Weigerung, in ernstliche Verhandlungen zu treten, dulden. Zugleich sei es jedoch unmöglich für Deutschland, die I n i- tiatioe in einem Augenblick zu ergreifen, da es sicher sei, daß eine solche Bewegung in Frankreich als Zeichen der Schwäche aufgefaßt werden würde. England und die franzöfifcben Transporte. Londdn. 10. Februar.(EE.) Der französische Botschafter, Graf Et. Aulaire, begab sich gestern ins Foreign Office, wo er«ine Ba> fprcchung mit Sir Tyre Crowe, dem ständigen Unterstaatssekretär, hatte, der den abwesenden Lord Curzon vertritt. Di« Ereignisse in Smyrna wurden eingehend besprochen. Dann wurde St. Aulaire davon verständigt, daß die englische Regierung erst in einigen Tagen eine endgültige'Antwort auf die Forderung Poincares«teilen könne, die Äohlenzüge nach Frankreich und Belgien durch die eng- lisch« Besatzungszon« fahren zu lasten.— Gestern fand«ine Sitzung des englischen Kabinetts statt, wobei auch über die Frage des Kohlen- transports durch die englische Besatzungszon« gesprochen wurde. Der Oberkommandierende der englischen Besatzungstruppen, General Godley, wurde emgewiescn, in dieser Angelegenheit mit General De- goutt« Besprechungen abzuhalten. Erst danach will das englisch« Kabinett Beschluß fassen. London. 10. Februar.(MTB.)„Daily Telegraph" berichtet, daß in der gestrigen Sitzung des britischen Kabinetts die Lage im Ruhrgebiet und die Maßnahmen, die ausgeführt werden würden, wenn die Lage der britischen Garnison in Köln durch die Entwick- lung in den benachbarten Zonen sich schwierig« gestalten sollte, er- örtert wurde. Die Meinung innerhalb des Kabinetts sei während d« letzten Tage geteilt gewesen. Bericht« aus dem Ruhrgebiet zeigten, daß in der allgemeinen Lage keine wesentliche Aen. derung vor sich gegangen sei. Die örüsseler Ruhrkonferenz. Dans. 10. Februar.(TU.) Gestern nachmittag fand in Brüssel die Konferenz zwischen dem französischen Arbeits- minister Le Trocquer und den Vertretern der belgischen Regierung statt. Die Konferenz galt in erster Linie dem Zusammen- wirken der französischen und belgischen Eisen- bahnverwaltung im Ruhrgebiet. Nach einer Darstellung des„Intransigeant" hätte Minist« L« Trocquer bei seinem letzten Besuch in Essen zusammen mit General P a y o t einen Plan entworfen, der nichts Geringeres als die E i n g l i e d«» rung des Eisenbahnverkehrs des Ruhrgebietes in den fran- zösischen Eisenbahnverkehr unter gleichzeitig« Einbe- Ziehung der rhemischen und westfälischen Eisenbahnlinien bezwecken würde. Auf Grund dieses Planes soll der täglich« Verkehr von sechs internationalen Zügen durch das Ruhrgebiet und S0 Kohlen- . zügen aus dem Ruhrrevi« nach dem Westen gesicher: werden. Der Verkehr würde mit Zuhilfenahme sämtlicher Hauptlinien bewältigt werden und würde den Dienst von 10 000 französischen Eisenbahn- irern notwendig machen. Die französischen Beamten sollen im ständigen Verkehr mit ihrem Heimatland bleiben. Für ihre Ver- pflegung wird von Frankreich aus gesorgt werden. Man hofft, nach Einrichtung dieses Verkehrs und unter Zuhilfenahme der Wasserstraßen monatlich 1% Millionen Tonnen Kohle und Koks nach dem Westen befördern zu können. An die Spitz« der Organi- sation soll General Weygand berufen werden. ThevniS und Le Xrocquec nach Paris. Srfiffei, 10. Februar.(TU.) Der Ministerpräsident Theunis ist gestern abend zusammen mit dem franzosischen Arbeitsnlinister Le Trocauer nach Paris abgereist. Er wird heute eine Zusammenkunft mit Poincar� haben. Paris. 10. Februar.(WTB.) Ueber dl« Reise des belgischen Außenministers 2 a s p a r nach Paris schreibt„Echo de Paris" zu den Unterredungen dcr französischen Minister mit Ja spar: Wird von der Errichtung des Oberkoinmissariats im Ruhrgebiet die Red« fein, besten Vorzüge wir bereits auseinandergesetzt haben? Wohl sicher. Die Einwendungen der Brüsseler Regierung find doppelter Art. Diese ist in erster Linie der Ansicht, man.hätte in Düsseldorf und Essen kraftvoller und rascher vorgehen müssen in Erinnerung an Maßnahmen, die die Deutschen nicht ge- scheut haben, als die Deutschen Gebiete besetzt hätten. Warum läßt man derartige Präzedenzien soweit außer acht? Auf die Frag« lautet die französische Antwort: Gut, wir haben Langmut und Langsamkeit bewiesen, aber wir haben ein sehr großes Ergebnis erzielt. Wir haben trotz einiger oberflächlicher Protest« der«ngli- schen und amerikanischen öffentlichen Meinung unser Unternehmen im Prinzip verständlich gemacht. Das ist nicht zu oerachten. Jetzt können wir mit um so größerer Freiheit vorwärts gehen. Der zweite belgisch« Einwand betreffe die Organisation des Kommissariats selbst. Die Belgier verlangten die Er- nennung eines zweiten belgischen Kommissars. Wenn sie einmal in Duisburg und Ruhrort säßen, beabsichtigten „diese Vorhuten von Antwerpen" dort zu bleiben. Das feien Punkte, in denen eine Verständigung nicht unmöglich sein dürfe. Es handle sich darum, die berechtigten Forderungen der belgischen Alliierten zu berücksichtigen, chn« daß sowohl die uner- läßlich« Einheit Rieq Kommandos als die Einheit des vereinbarten Planes betroffen würde.— Die„Ere Nouvelle" äußert sich über die Gründe der Reise des Ministers Iaspar nach Paris in and«em Sinne. Sie schreibt: Man habe der belgischen Regierung sehr krie- gerische Absichten unterschoben. Man Hab« sogar die Haltung der- jenigen der französischen Regierung entgegengehalten. In diesen Nachrichten sei«in wenig Phantasie enthalten. Die Wirklich- keit laute anders. Die Besetzung des Ruhrgebietes begegne in Belgien einer aktiven und kräftigen Opposition. Iaspar wünsche eine rasche Lösung, da er nicht das Mittel habe, um daraus zu warten mit der Sicherheit, daß er die anfängliche Stellung auf- rechterhalten könnte. Iaspar über die Nuhraktion. Paris. 10. Februar.(TU.) D« belgisch« Außenminister Iaspar hieU vorgestern in L ü t t i ch eine Red« über die Lage i m R'u h r g e b i« t. Er sagte, daß Belgien zusammen mit den Ver- tretern Frankreichs an der Neuorganisation des Ruhrgebietes arbeite. Wenn aus dem Ruhrgebiet keine Kohl« nach den Ententeländern kommen könne, so solle auch keine nach Deutschland gelangen. Wir haben, so fuhr er fort, unsere Aktion unternommen, nachdem wir all« Mittel erschöpft sehen, um Deutschland zur Erfüllung sein« Derpslichtungen als anständiger Gläubizer zu bewegen. Nach- dem wir nun mit Energie vorgehen mußten und unsere Hand aus Pfänd« gelegt haben, wird Deutschland«fahren, daß wir es nicht mehr loslassen. Die belgische und französische Regierung werden gemeinsam bis ans Ende gehen, bis zu dem Punkte, wo Deutschland sich überzeugen wird, daß sein Widerstand vergeblich ist und un« ernsthafte Sicherheiten für die Erfüllung seiner Verpflichtungen liefern muß. Dann«»erden wir die Unterhandlungen auf neuer Grundlage wieder aufnehmen. poincarö vor üem Kammeransscbuß. Parks. 10. Februar.(EE.) Poincare hat sich entschlossen, nun doch vor der Kammerkommission für auswärtige Angelegenheiten zu erscheinen und Erklärungen über die auswärtige Politik abzu- geben. Vorher wird ihm der von der Unterkommission ausgear- bettete Fragebogen übergeben werden, auf den er, soweit ihm dies möglich sein wird, antworten will. Poincare wünscht jedoch, daß man ein« Debotie über seine mündlichen und schriftlichen Erklä- rungen vermeid«, damit nicht die Einzelheiten der Durchführung der französischen Pläne an die. Öffentlichkeit kommen. Am Schlüsse seiner Erklärungen wird Poincare ein Vertrauensvotum der Kammertonunission fordern. Die französisch« Presse schreibt diesen Umschwung in der Haltung des. Premierministers dem Ver- halten deutscher Zeitungen zu, die glaubten, daß der Beschluß der Kammerkommission eine Unfreundlichkeit gegen ihn enthalte.— Di» nächste Sitzung der Kammerkommission wird am 21. Februar statt- finden. Srantmq im t>aaa. Haag. 10. Februar.(Eca.) Praaklng hak sich auf der Helm- reffe noch Schweden einige Siunden im Haag aufgehalten und eine Besprechung mit dem holländischen Minister des Aeußeru. Car- nebeec, der bekannlllch Vorsitzender der Völkerbundsversammlung ist. gehabt. Dies« Besuch Hot in diplomatischen Kreisen großes Aussehen«regt, mau hat jedoch über den Zuhält d« Besprechung noch nichts näheres erfahren. Intervention jetzt unzweckmäßig. Aeutzerungen des tscheckzischen Sluftenministers. Paris, 10. Februar.(WTB.) Die Pariser Rcdaktion des„New Dork Herald" hatte beim tschechischen Außenminister B e n e s ch angefragt, was es mit den Gerüchten über ein Eingreifen der Kleinen Entente in der Frage der Ruhrbesetzung auf sich habe. M nister Bmesch hat dem Blatt von Prag aus eine Antwort zugehen lassen, in der es nach einer Wiederholung der bereits In seiner Rede Im tschechischen Parlament gemachten Aeußerungen heißt, die Staaten der Kleinen Entente hätten es niemals abgelehnt, ihren Einfluß geltend zu machen, wo Meinungsverschiedenheiten zu mildern ge- wesen feien oder wo sich ein Ausweg zur Verständigung gezeigt habe. Aber er hhlte im jetzigen Zeitpunkt einen solchen Schritt für nicht zweckmäßig. Was die Tschechoslowakei anlange, so sei | man dort der Ansicht, daß es unter den gegenwärtigen Umständen ihre Aufgab« sei, an der Aufrechterhaltung des Friedens und d« Ordnung in ibr« unmittelbaren Rachbavschast mitzuarbeiten und zusammen init ihren Alliierten die erforderlichen Voeüchtsmahnahmen * treffen, damit jeder Aerjuch, die Besetzung des Ruhrgcbiets zu Ruhe- j störungen in Mitteleuropa auszunutzen,«m Keime«stidt werde. Recklinshausen. Von Friedrich Stampfer. Essen, 10. Februar. Eine der Hauptzwecke meiner Reise hierher war, der Kriegspropaganda entgegenzuwirken, die sich in einem Teil der deutschen Presse bemerkbar macht. Wiederholt sind von Berichterstattern unkontrollierte Gerücht« weitergegeben war- den, die sich nachher als übertrieben herausstellten und nur dazu dienten, die Stimmung noch mehr zu verbittern. Als ich gestern morgen die Nachrichten aus R e ck l i n g- hausen las, die so abenteuerlich und unwahrscheinlich klan» gen, glaubte ich die beste Gelegenheit gefunden zu haben, eine leichtfertige Berichterstattung geradezu auf frischer Tat zu er- tappen. Ich machte mich also mit dem Genossen Martmöller vom Bergarbeiterverband und zwei englischen Kollegen auf : den Weg nach Necklinghaufen. Was wir sahen und durch die Vernehmung glaubwürdiger Tatzeugen erkundeten, soll hier festgestellt werden: ! Unsere einstündige Fahrt ging durch friedlich arbeiiendes Land. Spuren der Besetzung machten sich nur ganz sporadisch bemerkbar. Erst in Reckiinghausen änderte sich das Bild, nun aber gründlich. Auf der Straße eine Militärpatrouille nach der anderen, Posten hinter Drahtoerhauen. Auf einmal hatte man das Gefühl, wieder mitten im Kriege zu fem. Die Vorgänge von Recklinghcrufen entwickelten sich au« einem Konflikt, der schon an so vielen anderen Orten des neu besetzten Gebietes große Erregung hervorgerufen hat. Un, die einheimische Bevölkerung vor dem drohenden Ausverkauf durch die Fremden zu schützen, weigerten sich die Lodeninhaber, den Franzosen zu verkaufen. Am Mittwoch wurden die fron- zösischen Offiziere stürmisch. Sie drangen in die Lüden sin und forderten drohend Ware. Geschäftsleute, die sich i weigerten zu verkaufen, wurden geschlagen und in da? iGefängnis abgeführt. Daraus ergaben sich An- Sammlungen, die gewaltsam auseinandergetrieben wur- den, wobei auch gegen Gruppen von drei bis vier Personen mit rohester Gewalt vorgegangen wurde. Mit besonderer Em- pörung erzählt man sich von einem Wachtmeister, der sich ge- wissermaßen ein Vergnügen daraus machte, mit drohend hoch- gehaltenem Revolver die Passanten, darunter alteFrauen, bis zur nächsten Straßenecke zu treiben. Im Laufe dieser Ereignisse wurden der Polizeipräsident pnd dessen Vertreter oerhaftet. Die Schutzleute wurden einer nach dem anderen muf der Straße gefangen ge- n o m m e n. Ein Teil von ihnen entzog sich der Gefangen- nähme durch die Flucht. Der Betriebsrat ErHardt vom Hauptbahnhof wurde gleichfalls festgenommen. Es wurde von ihm verlangt, daß er die Rädelsführer der Boykottbewegung nennen sollte. Man drohte ihm, man»verds ihn nackt ausziehen und schlagen, wenn er das Geheimnis nicht verrate. ErHardt hielt trotzdem stond. Auch andere Betriebs- räte und Vertrauensmänner des Bergarbciterverbandes wur- den verhaftet und gefesselt abgeführt. Alle diese Vorgänge ereigneten sich am Mittwoch abend. Inzwischen hatte sich das Stadttheater, in dem„König Lear" mit dem Berliner Schauspieler Gregor, als Gast, gespielt wurde, mit einem andächtigen Kunstpublitum gefüllt, das von den Vorgängen auf der Straße nichts ahnte Um 9 Uhr abends, bei Beginn des vierten Aktes, wurden plötzlich die' Türen aufgerissen. 25 Offiziere stürmten m i t gefchwungenerReitveitscheund dem Rufe:„Raus, raus!" in den Theatersaal hinein. Hageldicht klatschten die Schläge auf die ersten besten nieder. Das deutsche Publikum 'prang von den Sitzen und wurde von ungeheurer Panik er- faßt. Es entstand ein furchtbares Gedränge, viele retteten sich durch einen Sprung in das Orchester. Andere verließen das Theater durch die Notausgänge unter Zurücklassung ihrer Garderobe, inzwischen ertönten aus dem Vorraum des Theatersaales die Klänge dcr Marseillaise, die einer der Ossi- zier? gröhlend auf dem Klavier herunterhämmerte. � Die Augenzeugen stimmen darin überein, daß die franzö- fischen Offiziere keineswegs betrunken waren. Diele selbst erklärten ihr Vorgehen, indem sie in gebrochenem Deutsch sagten:„Solange uns nichts verkauft wird, machen wir eben Krach!" Der Kommandierende General hatte keine Entschuldi- gung für diese Roheiten. Sein salomonisches Urteil ging dahin, daß das Theater auch weiter geschlossen bleiben muß. Das Personal ist brotlos geworden und rechnet auf die RuHrHilse. Ich muß also feststellen, daß die Berichte über Reckling- Hausen nicht übertrieben waren, sondern viel eher hinter der Wirklichkeit noch zurückbleiben. Nicht minder schändliche Dinge, ja sogar noch schändlichere haben sich bei dem militärischen Ueberfall auf dem Bahnhof Wanne abgespielt. Die Entrüstung der Bevölkerung. die gewöhnt ist, ihre Köpfe hoch zu tragen, und die sich jetzt mit.Kolben und Reitpeitsche behandelt sieht, ist unbeschreiblich. Die Bewegung geht jetzt hier unter sozial- demokratischer Führung. Die nationalistische Welle ist zurückgedrängt, was gewisse Sicherheit gegen Unbesonnen- Helten gibt. Aber wenn dem Treiben der Soldateska nicht Einhalt geboten wird, kann niemand für das, was noch kom- men kann, die Verantwortung übernehmen. Ich wende mich von dieser Stelle an die zivilisiert? West, vor allem an die S o z i a l i st e n Frankreichs, damit sie Allerschlimmstcs verhüten und die Ehre Frankreichs retten, die hier von französischen Offizieren täglich desudelt tvird. Die Lage in Recklinghausen. Die Berkehrslage.. Zugeknöpfte Taschen. jeden Grund an, mit Reitpeitschen auf sie zu schlagen. Die Zee] Ewald in Herten ist wegen Ausweisung eines BetriebsDer Oberbürgermeister von Recklinghausen, Herr, ratsmitgliedes in den Ausstand getreten. Das allgemeine Boltsnotopfer für die besegten Gebiete Haman, Borsitzender des Westfälischen Provinziallandtages, machte stößt in etlichen ländlichen Kreisen auf Verständnislosigkeit und heute mittag Berliner Pressevertretern eingehende Mitteilungen auf zugeknöpfte Taschen. Die Herren Großagrarier scheinen den über die Lage in Recklinghausen, aus denen sich folgendes ergibt: meinen unverändert. Der Bahnhof Scharnhorst ist von Münster, 9. Februar.( Tul.) Die Vertehrslage ist im allge Batriotismus des Wortes noch immer über den Patriotismus Der französische General Laignelot hatte dem Polizeipräfi- ten Franzosen im Laufe des heutigen Tages, weil einige beslag. Der Tat zu stellen. Sie scheinen vor allen Dingen die Entwertung senten befohlen, die französischen Anordnungen zu befoigen und nahmte Kohlenzüge verschwunden sind, für 24 Stunden nach beiden der Papiermark nur beim Nehmen, aber nicht beim Geben zu fich zur Begründung auf die Artikel 42 und 43 der Haager Ron- Richtungen gesperrt worden. In Banne ist der Zugverkehr wie- fennen. Wie wäre es fonft möglich, daß beispielsweise im Streife vention berufen, deren Wortlaut, mit Schreibmaschine geschrieben, der regelmäßig.. Im ganzen find seit gestern 409 beladene Roh- Neuruppin fich der Gutsbesiger Don Wildberg mit fage. er dem Bolizeipräsidenten übergab. Die Haager Ronvention ift lenwagen beschlagnahmt und von den Franzosen über Redling und schreibe 25 deutschen Reichsmart an der Ruhrspende in dieser Niederschrift gefälscht. Der Artifel 42 Abs. 1 der Haager hausen- Süd abtransportiert werden. Der Postbetrieb leidet unter beteiligen wollte, während ein Großbauer desselben Kreises zu der Ronvention vom 18. Oftober 1907, auf deren Unterschreibung durch den fortgesetzten Uebergriffen der Befagungstruppen. In Effen horrenden Summe von 50 Mart bereit war. Deutschland sich der französische General ausdrücklich beruft, lautet: liegt der Bostbetrieb nach wie vor still. In Duisburg ruht in sehr enttäuscht, daß der Landrat diese von Patriotismus und Opfer. „ Ein Gebiet wird als befest betrachtet, sobald es sich unter der folge der am 7. Februar erfolgten Berhaftung des Telegraphen willigkeit dittierten Spenden furzerhand zurückgewiesen hat. Ber tatsächlichen Herrschaft eines feindlichen Heeres befindet." Die direktors Rinte der Betrieb, desgleichen liegt das Bastamt in Franzosen fetzten willkürlich folgende Worte hinzu:„ und, nach dem Duisburg- Meiderich wegen Besetzung ftill. In hom sollte auch einem Großgrundbefizer und einem Großbauern in dieser ftändigen Gebrauch, wird ein Gebiet als feindlich betrachtet, wenn burg- hochheim( linksrheinisch) ist der Oberpostmeister Biffen Zeit der Not, wo die landwirtschaftlichen Produkte nur mühsam es zum Schuße des öffentlichen Interesses, auch als Folge eines brod verhaftet, weil er der Befagungsbehörde die von ihr ange- und nur unter Zuhilfenahme der abenteuerlichsten Preissprünge Krieges, von einem fremden Heere besetzt wird." forderte Zeitungsabonnentenliste nicht ausgehändigt hatte. dem Dollarfurs angeglichen werden können, verübeln wollen, daß Mainz, 10. Februar.( WTB.) Die Arbeitsruhe im Eisen er sich nicht mehr als einen viertel oder halben Gold pfennig bahndirektionsbezirk Mainz besteht weiter. Die Hauptver für die bedrängten Volksgenossen an der Ruhr absparen fann! fehrslinien und die Bahnhöfe bleiben weiter von französischem Mi. Wenn die Arbeiterschaft für ihre Spende einen vollen Stundenlitär besetzt, das die deutschen Eisenbahner am Betreten der Bahn lohn zur Verfügung stellt, so entspricht das eben ihrem verfluchten anlagen hindert. Mehrere Eisenbahnbeamte wurden bei der Aus. Solidaritätsgefühl, und die Herren Agrarier vom Schlage derer zahlung der rückständigen Löhne, Gehälter, Bitmen und Waisengelder usw. verhaftet. Hierbei wurden erhebliche Beträge, außer aus dem Kreise Neuruppin merden durch beschleunigte Preissteigedem ein für den gleichen Zweck vorhandenes Banttonto in Höhe von rungen dafür sorgen, daß die Arbeiterschaft auch weiterhin Ver. 61 Millionen Mart beschlagnahmt. Ein schlagender Beweis des von gleiche anstellen fann über ihre Opferwilligkeit und die Opferden Franzosen in Flugblättern fortgesetzt betonten Flugblättern fortgesetzt betonten Wohlwilligkeit anderer. wollens" für Beamte und Arbeiter. Artikel 43 der Haager Konvention lautet:„ Wenn die rechtmäßige Herrschaft faktisch in den Händen der bejegenden Macht ruht, so hat diese alle in ihrem Machtbereich liegenden Maßnahmen zu treffen, um die öffentliche Ordnung nach Möglichkeit herzustellen und zu sichern, und 3 war soweit fein zwingendes Bedürfnis befteht, unter Beachtung der Landesgesetze." Die Franzosen haben willkürlich aus dem Artikel 43 die legten Worte angefangen von und zwar" gestrichen, während bekanntlich General Degoutte bei der Befeßung ausdrücklich erklärt hatte, daß die Landesgesege in Kraft bleiben. Beiter berichtete der Oberbürgermeister, daß die Geschäftsleute in einer Zwidmühle Verhaftungen. = 0 find. Wenn Franzosen einen Laden betreten, dann bildet sich sofort Effen, 10. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Leiter der zum eine größere Ansammlung vor dem Laden, die genau fontrolliert, Krupp- Konzern gehörigen Zechen Konstantin der Große und Helene ob der Berkauf Boytott innegehalten wird. Würde ein Beissel sind heute früh in ihrer Wohnung verhaftet Geschäftsmann den Franzosen etwas verkaufen, so wäre feine Eriftens vernichtet. De: franzöfifche General fonnte fich morden, weil sie den Befehlen der Interalliierten Kommission nicht 3. B. in ganz Redlinghaufen nicht rasieren lassen. Nun folgten. hatte General Degoutte ausdrücklich verboten, daß die Bejagungstruppen Lebensmittel eintaufen, aber in der Praris mird fie einzelnen Soldaten aber soviel sie wollen. Weißbrot wurde in solchen Mengen aufgefauft, daß es sogar Zollbetrug. bas so ausgelegt, daß nur die Intendanturen nicht einkaufen dürfen, find neuerdings zu dem Versuch übergegangen, sich in den Befit Effen, 10. Februar.( Eigener Drahtbericht) Die Franzosen der deutschen 3olle zu sehen. So haben sie einen Dampfer, den Pferden der französischen Armee vorgeworfen der rheinabwärts nach Hamburg unterwegs war, in Düffeldorf anwurde. Infolge diefe: Erscheinungen dringen alle Gewerkschaften gehalten und Zölle verlangt. Der Kapitän hat die Zahlung verwurds. Infolge diefe: Erscheinungen dringen alle Gewerkschaften weigert. Ferner haben die Franzosen in das Zollamt Düsseldorf und Barteien, einschließlich der Syndikalisten und Kommunisten deutsch sprechende französische 301lbeamte in živit und Barteien, einschließlich der Syndikalisten und Kommunisten darauf, daß jeder Bertauf unbedingt unterbleibt. Bei den Vorgängen am vergangenen Mittwoch abend wurde gefeht. Ein Teil des Publifums, der die vorgegangene Veränderung zunächst die Polizei von den Straßen entfernt, indem man wegen nicht bemerkte, hat tatsächlich an diese falschen Beamten Zölle Rightgrüßens etwa 25 Polizeibeamte abführte. Bei entrichtet. bem Einbruch in das Theater wurden sogar Frauen mit den Reitpeitschen ins Gesicht geschlagen, das Publikum mußte feine Garderobe im Stich lassen und vor dem Theater stand noch ein Trupp Offiziere und Soldaten, die mit Reitpeitschen und Kolben auf die verjagten Theaterbesucher einschlugen, die dann noch bis in die Stadt hinein verfolgt wurden. Obwohl das ursprüngliche Verbot des Nachtverkehrs unter dem 3wang der Umstände aufgehoben werden mußte, fuhren Tants durch die Straßen, Die blindlings herumschossen, und es wurde auf harmlose Leute mit Kolben eingeschlagen. Dabei wurde ein Gemüsehändler, deffen Name feststeht, erschlagen. Auch zahlreiche Bergarbeiter wurden beim Schichtwechsel mit Gewehrkolben mißhandelt. Infolge dessen herrscht der Generalstreif und die ganze Bevölkerung ift einig in der Entschlossenheit zur Abwehr, aber auch in der Er Tennis, daß die Beantwortung der Gewalt durch Ge walt die schlimmsten Folgen haben müßte. Die franzöfifche Darstellung. De Redlinghausen, 10. Februar.( TU.) Der tommandierende General gibt in einem Anschlag bekannt, daß in der Nacht vom 8. zum 9. Februar verschiedentlich französische Posten beschoffen marben wären und daß ein Bosten durch einen Revolverschuß verlekt worden sei. Ein Teilnehmer an diesem Attentat sei verhaftet. Auf deutscher Seite wird mit aller Bestimmtheit behauptet, daß dieser Posten den Schüssen französischer Difiziere zum Opfer ge fallen ist. Ein Zwischenfall spielte sich abends in der Herner Straße ab. Anscheinend angetrunkene franzöfifche Offiziere zogen fingend durch die Straßen. Ihnen tamen zwei deutsche Polizisten entgegen. Blöhlich stürzten sich einige Offiziere auf die Leute und fingen ohne Freie Sezession. Gefährliche Saumfeligkeit. Verzögerung beim Personenschädengesek. Die Schwierigkeiten, die bei Anmeldung. von Ansprüchen auf Grund der Tumultschadengefeße gemacht merden, grenzen geradezu an Rechtsverweigerung. Früher galt hierfür das preußische Tumultschadengesetz vom 11. März 1850, monach die Ansprüche bei den ordentlichen Gerichten im Klagewege geltend zu machen Ansprüche besondere Ausschüsse und in zweiter Instanz Reichstumultschadengesetz erjest, welches für die Feststellung der waren. Diese Bestimmungen wurden am 12. Mai 1920 durch das das Reichswirtschaftsgericht bestimmte. Die Folge war, daß in Ermangelung einer leberleitungsbestimmung sämtliche bei ben ordentlichen Gerichten schwebenden Prozesse, soweit es sich um leibliche Schäden handelte, für erledigt erklärt, und die nicht unbeträchtlichen Kosten den Geschädigten auferlegt wurden. Die Einsetzung des zuständigen Ausschusses und damit die Durchsetzung der Ansprüche wurde in ganz unverantwortlicher Weise verzögert. Kaum hatte sich dieser neue Organismus eingespielt, da griff wiederum die Geseggebung ein, entzon durch§ 18 des Ber fonenschädengefeges vom 15. Juli 1922 die Entscheidung übertrug fie den Behörden, die für die Feststellung der nach dem den im Reichstumultschadengefeß hierfür bestimmten Instanzen und Reichsversorgungsgesehe zu gewährenden Gebührnisse zuständig sind. Der Erlaß von Ausführungsbestimmungen wurde der Reichsregie rung übertragen, fie sind jedoch bis heute nicht erschienen, so daß die Betroffenen wiederum nicht in der Lage find, die Durchsehung ihrer Die erste Tatsache ist der Eifer, mit dem die Blätter, die gefeßlich gewährleisteten Ansprüche zu betreiben. Das Reichswirt die Politif Poincarés unterstützen, gemeldet haben, daß Deutsch- schaftsgericht hat erst vor einigen Tagen mitgeteilt, daß es schon land zu verhandeln versuche, und seine Unterwerfung wiederholt, bei den zuständigen Ministern wegen Erlaffes der Aus führungsbestimmungen vergeblich vorstellig geworden sei. Diese Poincarés Propagandahelfer. In einem Leitartikel des Bariser Gemertschaftsblattes„ Peuple" vom 5. d. M. lesen wir: wei Tatfachen wenigstens muten uns fleptisch an gegen. über dem Optimismus, der in den offiziösen französischen Kreisen zur Schau getragen wird. vorbereite. Die zweite ist ähnlicher Art und zeigt sich in recht tomischem Saumfeligkeit der Reichsregierung fann mit Rücksicht darauf, daß Lichte: es handelt sich um die Berwendung eines heftigen res zu einem großen Teile gerade die Bedürftigsten sind, deren tifel der Roten Fahne" gegen das Kabinett Cuno. Es ist zumindest amüsant, zu beobachten, wie sich unsere Nationa listen auf das Organ der deutschen Kommunisten wie auf ein Evangelium berufen und gleichzeitig die verdammens merten Berfolgungen gegen die französischen Kommunisten begrüßen." Ansprüche auf diese Weise fabotiert werden, nicht scharf genug verurteilt werden. Es muß dringend verlangt werden, daß die fehlenden Ausführungsbestimmungen endlich erfaffen werden, damit die seit vielen Monaten ruhenden Verfahren zu Ende geführt werden tönnen. Der Krach im Kabinettsrat. Wie weit können WTB.- Berichte als zuverlässig 1. angesehen werden? Die Rote Fahne" hält sich für sehr revolutionär und inter nationalistisch, wenn sie alles, was auf deutscher Seite geschieht, in Bausch und Bogen verurteilt und die Besetzung des Ruhrgebietes als eine rein fapitalistische Angelegenheit hinstellt, die die deutschen Arbeiter nichts angehe. Boincarés besorgt und der schlimmsten Reaktion Vor- deutschösterreichischen außerordentlichen Kabi. Daß sie damit nur die Geschäfte fubdienste leistet, scheint sie nicht zu merken. Die französi fchen Nationalisten find aber nicht so dumm wie die RPD. Redat teure und nügen deren Ergüsse nach Kräften aus, um die Stimmung im eigenen Lande zu heben. are Wir haben zu dem WTB.- Bericht über die Szenen im nettsrat fofort beim Abbrud in der Mittwoch- Morgennummer hinzugefügt, daß der Bericht uns reichlich parteiisch erscheine, wir aber in dieser späten Stunde uns nicht mehr in Bien nach dem tatsächlichen Hergang erfundigen fonnten. Die ausführlichen Auffassung und eine unendliche Bartheit der Oberflächenbehandlung die Wände luftig getüncht, und nun fonnte es losgehen. Aber der find die Borzüge feines marinornen„ Torfo"( 128). Heinrich. Geist ist willig und das Fleisch ist teuer. Man glaubte, ohne ZwangsSalze, als Schöpferin großzügig wuchtiger Gemälde befannt, maßregeln nicht auskommen zu fönnen. Zwei Stufen höher, durch Die Frühjahrsausstellung der Freien Gezeffion, zeigt in einem bronzenen Hermaphroditen"( 141) feines Verständnis einen Zaun vorm Plebs geschüßt, herrscht der Weinzwang, fichstewoll. he gegenwärtig in der Galerie Luz, Unter den Linden 21, statt- für die Bedingungen zierlicher Kleinplaſtik; namentlich in der Seiten- und ein Glas Lee foftet 700 Mart. Der Arbeiter läßt sich nicht findet, steht vollkommen im Banne der neuen Kunst. Hier ist auch P. R. Henning, eine Art fubistischer Rodin, läßt in Terratotten anficht ist diese schwungvoll elegante Statuette von bester Birtung. neppen, atchöh, Arbeitertabarett, es wär' so schön gewesen.... beim besten oder schlechtesten Willen nichts von jenem Abflauen der nach Lotte Bara( 142 und 143) und E. Mendelsohn( 144) aus leichten, sprühenden Kunst des Uebermuts, der Sinnlichkeit und AfImmerhin hält sich das Februarprogramm auf der Höhe der Bewegung zu spüren, das einige zurückgebliebene oder ungeduldige abstrakten Formgliederungen Borträtfragmente herauswachsen und tualität. Em my von Emmering fchießt mit ihrer muchtig Stunsthistorifer mit Gewalt fonstatieren wollen. Der Ehrenpräsident deutet den Weg zu einer neuen Architekturplaftit an. Harbert fantigen Vortragskunst den. Bogel ab. Ihr junger Textdichter und Mar Liebermann hat mit drei feintonigen impressionistischen Barbe steht mit der Gipsstatue der Tänzerin Suse Elsner( 135) Komponist Erich Eineg trifft mit seinen schlagfertigen Berliner Studien( Nr. 75-77) seine Visitenkarte abgegeben, Drlit( 92) und unter dem Einfluß des früheren Archipenko. Hermann Hallers Chansons den guten Rabarettftit; pointiert und grimmig mizig, be Ulrich Hübner( 64-66) wollten wohl auch nur der Pflicht der Stehendes Mädchen"( 138) erinnert an die Formsprache de Fioris, leuchten sie das heute. Erich Eineg hat ebenso wie feine Interpretin Höflichkeit genügen. Fast alles übrige ist Expressionismus" im ohne dessen große, über das Jrdische hinausführende Linie zu eine Zukunft. Die Stegreifreime des erstaunlich schlagfertigen Riweitesten Sinne. Die große Ueberraschung bringt Sarl Sofer erreichen. Renée Sintenis, die fieffte Ründerin der Tierseele, arb. Schwarz, Tanzdarbietungen, darunter das trefflich ge mit seinen„ Töchtern Lots"( 59). Hofer gehört nicht zu den Schöpfern ist mit drei bronzenen Fohlen"( 160-162), Emmy Roeder schulte Ballett Celln de Rheydt, und ein Zwischenspiel der neuen Kunstrichtung, er ist ein durch sie Angeregter. Aber das mit der Holzplastik Mutter und Kind"( 153) und dem Gipsporirät Raffle im Rabarett", das nur zu grob aufgetragen ist, Wert, das er hier zustande brachte, ist in der straffen, geschloffenen des Dichters Mar Hermann- Neiße( 154) vortrefflich vertreten. Gin ernteten reichen Beifall. Bucht seines Aufbaues, in der ganz neuen und unerhört fühnen hölzerner Frauentopf"( 152) von Ewald Mataré besticht Melodik seiner schwelenden Farbenglut, in dem ergreifenden Aus- durch die Delikatesse der Materialbehandlung. druck eines echten und tiefen Gefühls ein schlechthin vollendetes Alles in allem: Die Frühjahrsschau der Freien Sezession ist Meisterwerf. Mag Bechstein gibt in zwei Landschaften( 95 feine Eliteausstellung, aber sie hält ein sehr achtenswertes Niveau und 97) die Stimmung des schwindenden Tages in Farben wieder, und gibt erfreuliche Runde von fräftigem Borwärtsschreiten auf die nichts mit den Farben der abendlichen Natur zu tun haben und neuen Bahnen. doch den ganzen Kompler der Empfindungen hervorzaubern, die Sonnenuntergang und Abendruhe im Menschenherzen erzeugen, Man sieht: das Innerfte und Wesentlichste eines Natureindruds läßt fich malerisch gestalten, ohne daß die äußere Erscheinung des NaturJohn Schitowsti E. D-. Der feltenste Vogel photographiert. Wie aus Neuseeland ge meldet wird, ist es dort gelungen, einen faft völlig ausgestorbenen Bogel, den Notornis, nicht nur zu beobachten, sondern auch in der Nähe des Milford- Sundes zu photographieren. Nur vier Eremplare dieser seltensten Vogelart fint bisher gefangen worden. Zwei Stüd famen im Jahre 1849 nach London und wurden ausgestopft im Naturwissenschaftlichen Museum aufgestellt. Ein lebendes Exemplar wurde 1898 gefangen. Man unterscheidet zwei Arten Rüdergefieder, am Hals, Kopf und Unterleib purpurne Färbung. dieser nur in Neuseeland vorkommenden Vogelgattung, die zum Geschlecht der Rallen gehört. Die bekannte Art hat grünliches Der Bogel besitzt nur noch rudimentare Flügel, er tann nicht fliegen, läuft aber schnell. Erstaufführungen der „ Der Mastenball. bon Boggenheim. reit. Woche. Deutsches Obernbaus: Deutsches Künster Theater: Der Fürst Sonnab. Leffing- beater: Bürger. Demolierung des Berliner Opernhauses? bildes auf der Leinwand fichtbar wird. Die" Zwei Köpfe"( 103) für den Umbau der Staatsoper aufgestellt. Der Entwurf Das preußische Finanzministerium hat einen Entwurf des greifen Christian Rohlfs vereinigen stärkste, elementarste Ausbrudskraft mit den zarten Reizen einer flaren, vornehmen sieht, wie wir hören, eine völlige Aenderung des jezigen Baubestandes Koloriftit. Hans Burrmanns großes Stilleben"( 100) steht vor, ohne Rüdsicht auf die künstlerischen Eigen auf jener Grenze, wo sich Expressionismus und Dekoration scheiden; fchaften dieser Schöpfung Knobelsdorffs. Einen die seelischen Ausdruckselemente verschwinden fast ganz hinter sinn weiteren Entwurf hat, wie wir ebenfalls hören, der Landes. lichen Schmudformen. Davringhausen unterliegt noch allzu tenservator ausgearbeitet. sehr fremden Einflüssen. In„ Die Drei"( 23) flingen Erinnerungen Falls diese Nachrichten sich bestätigen sollten, find fie geeignet, Sippel- Luftfpielhaus: Das Prinzchen- Mont.( 19.) ans frühere Quattrocento wieder,„ Die kleine Stadt"( 24) schwimmt das allergrößte Befremden hervorzurufen. Wie kommen die ge- Rammerspiele: Fräulein Julie. Langelot und Sanderein. im Fahrwaffer der neu- italienischen Balori- Plastici- Richtung. Schade, daß dieser zweifellos reich Begabte, der in der Märchenillustration nannten Behörden dazu, hinter verschlossenen Türen mit Entwurf neuerdings ganz eigene Wege mit Glück eingeschlagen hat, fich als und Gegenentwurf zu arbeiten in einer Frage, die das berechtigte Maler nicht restlos zu befreien vermag. Bon anderen bekannten Interesse der ganzen fünstlerisch interessierten Deffentlichkeit erregen Künstlern verdienen Munch( 85-87), Campenbond( 13), muß und deren Lösung für das Stadtbild Berlins von ausschlag Bödstiegel( 9), Kaus( 67, 68), Dstar Doll( 81-83), See: gebender Bedeutung sein fann? Eine unverzügliche Klar wald( 109) ehrenvolle Erwähnung. Chichio Haller ist mit stellung der Angelegenheit ist dringend ereigenartigen, fehr eindrucksvollen Porträtpisionen( 43-45), 5 ein- forderlich. rich Dahmen mit einem„ Att"( 21) und Pferden in Hügellandzeigen. " schaft"( 22) vertreten, die nicht nur Produkte eines feinen fultivierten Das Arbeiterkabarett. Nicht in der Jägerstraße und nicht am Geschmacks find, sondern auch eine interessante persönliche Note 300, nein, fernab von den Stätten erlesener Repptultur war in der Unter den Biaftifern steht Ari pento obenan. Sein in verschiedenen Metallen gearbeitetes Relief einer Weiblichen Figur" ( 127) wirft nicht nur sinnlich durch die Reize des Materials, jon bern vor allem durch den wundervoll schwingenden Rhythmus der aufftrebenden Form. Schlichte, wahrhaft monumentale Größe der profaischen Golzstraße das Kabarett Blauer Bogel" erstanden und batte ungeahnte( Kaffen-) Erfolge erzielt. Unternehmergeist brütete und brütete, da schlüpfte im Norden von Berlin die Rote Nachtigall" aus dem Ei.„ Die Kunft dem Bolt, wir brauchen ein Ar beiterlabarett" gaderte es laut. In einem dürftigen, gebrüdten Raum wurden ein paar expressionistische Lampen gezimmert und Urania Vorträge. Sonn.: An der Rubr; Mont., Dienst.: mit Schnellang und zeandambier von Berlin nach New York; Mittw.: Steinachs Forschungen": Donn.: Colin Rob Meine Reife burd 8entralaften im Som mer 1922"; Breit.: Steinach 3 Forschungen II; Sonnab.: Mit Sang und Klang zwischen Schwarzwald und Alp". Museumsführungen. Sonntag, den 11., 9%, Uhr vormittags, finden wissenschaftliche Führungen durch Direttorialbeamte im Alten Museum( Griechische Bildnisse) und im Saifer Friedrich. uieum( Mittelitalienische Kunst) ftatt. Eintrittskarten zu 1 M. und me in 2 M. find vor Beginn der Führungen am Eingang der genannten Museen erhältlich. Die im Museum für Bölker. funde beabsichtigt gewesene Führung( Die Bölfer Melanesiens und Polynesiens) mug wegen Erfrankung des Vortragenden ausfallen. Der Berleg S. Geritmann, Lütomuser 5, hat seinem Berlage ein Antiquariat ancegliebert, in dem bauptsämlich wertvolle Gesamtausgaben, Erft- und Augusbrude der deutschen Slajfiter, sowie illustrierte deutsche, französische und englische Bücher des 15.- 18. Jahrhunderts ausgestellt find.. 17 fegungen der Wiener Arbeiter- Zeitung und der damit nicht in Siderspruch stehende amtliche österreichische Bericht ergeben nun folgenden Tatbestand: Praktische Fürsorge. H bination mit einer anderen höheren Schule, etwa mit dem jezt frei. werdenden Köllnischen Gymnasium Wandel zu schaffen. Über " Das Agitationsorakel. Zur Verpachtung der Berliner Häfen. Die Zeitungen berichteten in den letzten Tagen davon, daß die dieser Unterricht einer höheren Schule darf natürlich nicht Es war über das Beamtenabbaugesek nach langwierigen Ber- 11- Uhr- Bolizeiftunde keineswegs dem Berliner Nachtleben und dem leiden, diesen Schülerinnen und diesen Lehrkräften darf man handlungen bereits eine Einigung mit den Sozialdemokraten über Schlemmen gewisser Kreise Abbruch getan habe. Bez die Geistes- zumuten, die von der Berufsschule und ihrer arbeitenden Jugend nicht einen Bruchteil der räumlichen und zeitlichen Schwierigkeiten das Mitbestimmungsrecht der Beamten erzielt worden, so daß also perfassung der Leute, die im. Gelde schwimmen, fennt, wird einen als Selbstverständlichkeit verlangt, werden. für die Sozialdemokraten ein Grund zur Obstruftion gar nicht vor solchen Erfolg der Herabsetzung der Polizeistunde im Ernste auch Berufsschule ist ja so etwas Nebensächliches! Wir fragen: lag. Das Gesetz tam zur Spezialdebatte und bei dieser hat nach nicht erwartet haben. Nicht erst jetzt herrscht auf der einen Seite Wie lange wollen die Behörden, will insbesondere das Provinzialder Geschäftsordnung der Vorsitzende zu bestimmen, ob die Para- das nackte Elend und auf der andern Seite ein bis zur Perversität schultollegium, wie lange wollen die städtischen Körperschaften graphen einzeln für sich oder ganze Teile der Vorlage gemeinsam neigendes Wohlleben, das war mit gewiffen Schattierungen im diesem Standal noch zusehen? Die Berufsschule ist kein Stieftind beraten werden. Der Vorsitzende, Vizekanzler Dr. Frant( Groß- Stassenstaat schon immer so. Der Krieg und seine Folgen haben mehr und darf nicht länger. fo behandelt werden. Sie ist ein deutsch) ordnete aber an, daß das ganze Gesez auf einmal zur die beiden Gegenpole Elend und Prasse: tum gesteigert und die Ber- gleichberechtigtes, vielleicht das wichtigste Glied innerSpezialberatung fomme, was also nur eine Wiederholung der hältnisse dergestait verschoben, daß bestimmte Kreise, die früher aus gehört und lasse die höhere Schule für sich selber sorgen! halb des gesamten Schulwesens. Man gebe ihr endlich, was ihr Generaldebatte gewesen wäre. Die Sozialdemokraten protestierten verstiegenem Hochmut praßten- wir erinnern nur an die foge. sofort entschieden, die Mehrheit gab aber dem Bizefanzler recht und nannten Liebesmähler de: Offiziere einen verteufelt tiefen Sturz beging dadurch einen Bruch der Geschäftsordnung. Wäh erlitten haben. Gerade diefen Leuten steht es aber heute sehr schlecht rend die Sozialdemokraten leidenschaftlich weiterprotestierten, veran, sich über Schlemmer aufzuregen, denn gestern gehörten sie selbst las der Bizefanzler, als ob nichts geschehen wäre, die ein noch zu der geschmähten Klasse und waren sehr gerne mit bei der Ein seltsames Orateln geht nach dem Beschluß der Berliner gegangenen Anträge. Genosse Seiß, der neben ihm stand, zog Partie, ohne Gewissensbiffe zu empfinden. Sie wurden vollgültig Stadtverordnetenversammlung über die Berpachtung der Häfen durch ihm das Blatt meg, indem er ihm gleichzeitig fameradschaftlich auf abgelöst durch die Kriegs, Revolutions, Retorsions- und Ganttions die bürgerliche Presse. Es ist natürlich nur als rein die Schulter flopfte und ihm zuredete, doch gefchäftsgewinnler. Durch den Krieg erfuhren aber auch die Kreise, bei politisches Agitationsbedürfnis zu werben, wenn diese ordnungsmäßig zu verfahren. denen Frau Earge ständiger Gast ist, ungeheuren Zuftrom durch Presse geflissentlich übersieht, daß der„ Borwärts" ebenso gut wie das Heer der Kriegsbeschädigten und hinterblie die Freiheit" feit beinahe einem Jahre auf die besonderen Schwie benen. Und was wurde dem unglüdlichen Kanonenfutter währigkeiten hingewiesen haben, die einer Uebernahme der für den heuti rend des Krieges nicht alles versprochen? Wie wurde den braven gen Bedarf viel zu großen neuen Berliner Hafenanlagen in städtische Feldgrauen" in der Zeit, in der sie Leben und Gesundheit aufs Berwaltung entgegenstehen, solange die Stadt nicht aus eigener Spiel feßten, geschmeichelt? Der so viel zitierte Dank des Bater Kraft die wirtschaftliche Möglichkeit hat, den Güterverkehr zu ver landes" besteht darin, daß besonders Schwerkriegbeschädigte und zehnfachen. Wenn die Kommunister auf diese Feststellung des GeHinterbliebene immer tiefer im Glend verftiten. Nicht hoch genug noffen Schüning mit dem Zwischenruf reagierten, dann solle ist deswegen die Einrichtung der Fürsorgestelle des Be- man doch zugunsten de: Kapitalisten abdanten, so haber gerade sie zirksamtes Friedrichshain zu veranschlagen, die einen alle Beranlassung, zu schweigen. Mit derselben Firma, die jetzt die Teil der Teuerungszuschüsse den Kriegsbeschädigten und Hinter- Häfen in Berlin übernimmt, hat die Berliner Sowjet. bliebenen in billigen Lebensmitteln zur Auszahlung russische Handelsvertretung den Abschluß eines. bringt. Das ist möglich, weil durch die Fürsorgestelle im Oftober Ronzessionsvertrages auf eine in der Nähe vorigen Jahres große Mengen von Lebensmitteln eingekauft worden most aus gelegene Baggonfab: it in Aussicht find. Diese Lebensmittel werden heute zu den damalig geltenden genommen. Und die Sowjetregierung ist nicht in der Lage, Breifen mit ganz geringen Aufschlägen für die Kosten der Ber- der Firma bei diesem Konzessionsvertrage ähnlich scharfe Bedingun padung usw. den Beziehern von Teuerungszuschlägen überlassen. gen zu stellen, wie es Berlin bei seinem Hafenvertrage getan hat. Beispielsweise werden abgegeben: Bohnen für 170 m., E: bsen für Daß die sozialen Bedingungen, unter denen die Arbeiterschaft 185 M., Reis für 190 m., Haferflocken für 190 m., beftes Weizen- lebt, fich überhaupt nicht vergleichen lassen, versteht sich von selbst. mehl für 160 m., Suder für 90 m. je Bfund. Damit ist aber feineswegs die Liste der billigen Lebensmittel erschöpft. 3u er wähnen ist noch, daß es sich nur um gesunde und vollme: tige Bare handelt, und daß die Lagerung dieser Lebensmittel durch Entgegenkommen der liefernden Firma als geradezu muster. gültig zu bezeichnen ist. Dr. Frant aber sprang auf, um Eeiß zurüdzustoßen. Nur weil Seth einen Schritt zurüdtrat, tam es nicht zu Tätlichkeiten, doch steigerte das Berhalten Franks die Erregung unserer Genossen so, daß einer von ihnen, der alte Buchdrucker Schiegl, eine Aschen fchale auf den Tisch warf! Das war alles, und damit vergleiche man die Schilderung des Biener MTB.- Berichts, der geradezu die Sozialdemokraten als Raufbolde erscheinen ließ, obwohl die dabei in übles Licht gestellten Genoffen Seitz und Schiegl beide schon hoch in den fünfziger Jahren stehen und Seit überdies infolge einer Knieverlegung sich gegen märtig faum bewegen fann! Wenn WTB.- Berichte immer so zuverlässig sind, dann fann fich jede Regierung gratulieren, die fich dieses Bureaus als offiziöfes Hilfsmittel bedient. Allgemeiner Deutscher Beamtenbund. 2. Verhandlungstag. Der Bundesausschuß des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes fetzte heute vormittag feine Berhandlungen fort, um mit Nachdrud das Interesse de: Deffentlichkeit auf den Befreiungstampf des Be amtentums zu lenken. Händeler vom Bundesvorstand eröffnete die Tagung und begrüßte zunächst die Vertreter des Reichsjuftiz ministeriums, Reichswehrministeriums, Reichsinnenministeriums, so mie die Bert: eter ber jozialdemokratischen Reichs. und Landtags: frattionen. Der Borsigende richtete an die Bertreter die Bitte, das auf der Tagung Gehörte im Sinne der Beamtenschaft zu verwerten. 211s erster Rebner erhielt Dr. Botthoff zu dem Thema Altes und neues Beamtenrecht" das Wort. Sein ausführliches Referat gipfelte in folgende Leitfäße: 1. Die Neuordnung des Beamtendienstrechtes ist ein wichtiges Etüd der Durchführung der republikanischen Berfassung. Sie fann mur in Zusammenhang mit der Neubestimmung der Stellung des Beamten innerhalb der Bolfsgemeinschaft und mit der Neuordnung des Arbeitsrechtes richtig erfaßt werden. T Daß nicht alle Bezirksämter dem Vorbilde des Bezirksamts 5 gefolgt find, ist eigentlich zu bedauern. Mit einer gewissen Genugtuung erfüllt es uns, daß die Mehrzahl der Bezirksamtsmitglieder dieses Verwaltungsbezirks aus Sozialisten besteht. Giftmord in Friedenau. Wenn die bürgerliche Bresse zum Teil der Meinung ist ,,, die Sozialdemokratie habe die Undurchführbarkeit des fommunalen Betriebes eines gewaltigen Unternehmens zugestehen müssen“, oder es fei der Beweis erbracht worden, daß die öffentliche Bewirtschaftung nun einmal rund heraus gejagt, zu nichts tauge" und daß ,, mit dem elenden Trödel der öffentlichen Bewirtschaftung so bald wie möglich ein Ende gemacht werden müsse", so fönnen sich diese Herrschaften durchaus beruhigen. Ganz im Gegenteil: die Sozialdemokratie denkt gar nicht daran, auch in Berlin nicht, den Gedanken der öffentlichen Bewirtschaftung aufzugeben. Im Gegenteil, dadurch, daß wir die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt nicht mit Dingen belasten, denen sie heute unter ganz besonderen Verhältnissen nicht gewachsen ift. was mit sozialdemokratischen Prinzipien gar nicht zu tun hat, fondern nur eine Frage wirtschaftlicher Tatsachen ist, werden wir in der Stadt die Hände freibetommen, um die WirtschaftsOpium und Morphium für einen verliebten Zecher. betriebe der Stadt befreit von dem bis jetzt auf uns liegenden Ein räuberischer Giftmord, der an die Ermordung des Ameri finanziellen Drud der Hafenfrage, er ft recht ausbauen 2. Das neue Beamtendienstrecht muß auf derselben Grundlage faners Nowad erinnert, rief in der vergangenen Nacht den Mord- zu fönnen. Eine nicht zu überbietende Gemeinheit leiftet sich in aufgebaut werden wie das Etaatsbürgerrecht und das Arbeitsrecht: bereitschaftsdienst der Kriminalpolizei nach Friedenau. diesem Zusammenhang die Germania", deren Lokalredakteur auf fozialer Demokratie gemäß den vom Rechtsausschuß In einer Litörstube in der Rheinstr. 55 war seit einigen Tagen allerdings schon immer in einem offenkundigen Gegensatz zur Haldes Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes beschlossenen Richtlinien. 3. Durch die organische Eingliederung des Beamtendienstrechts eine gewiffe Rosa Gentschow erschienen, die die Wirtin der Liförstube iung der 3 entrumsfrastion im Rathaus gestanden hat. Das in die Neuordnung des allgemeinen Arbeitsrechtes werden meder gefragt hatte, ob sie ihr nicht ein Logis verschaffen tönne, ta ihre Blatt magt folgenden Eag zu schreiben: hoffen wir, daß die flare die besonderen Anstellungsbedingungen des Berufsbeamtentums, Mutter dem Morphinismus verfallen und nach Dalldorf gebracht wirtschaftliche Erkenntnis der Hauptgrund für die Stellungnahme noch die besonderen Beamtengefege beseitigt Arbeitsrecht gilt nur, worden lei. Gestern abend Jaß sie wieder in der Siförstube, als auch der Sozialisten gewesen ist. Ihre feindlichen Brüder, die Kommunoch die besonderen Beamtengesetze beseitigt: Arbeitsrecht gilt nur, der 39 Jahre alte Butterhändler Paul Hempel aus der Beschteftr. 9 nisten, redeten leider allzu deutlich von dem Rascheln der tschechischen soweit nicht Beamtenrecht anderes und zwar besseres bestimmt. 4. Bom einheitlichen demokratischen Beamtenrecht ist zu Stegli als Gaft dort erschien und mit der Gentfchow in eine Kronen und verdarben damit etwas laut die rein wirtschaftliche nur eine fleine Gruppe von Hoheitsbeamten, und nur in denjenigen anregende Unterhaltung geriet, wobei verschiedene Litöre getrunken Melodie". Wir hoffen, daß die Zentrumsfraktion von dieser offen. Beziehungen auszunehmen, in denen sie als organisierte Arbeit wurden. Nachdem man eine Weile gezecht hatte, schichte sie die fundigen Berleumdung offiziell abrückt. Die Bossische Zei nehmer dem von ihnen selbst vertretenen Arbeitgeber, dem Gemein- Aufwärterin der Wirtin mit einem Fläschchen nach der Apotheke, tung" bringt heute eine Darstellung über die Pläne der neuen um es nach einem Rezept, das auf dem Fläschchen aufgeklebt war, Hafengesellschaft. Danach ist ins Auge gefaßt, Berlin zu einem wefen, entgegentreten würden. Zu dem Bunkt„ Beamtenstreifrecht" legte Dr. Botthoff folgende füllen zu laffen, und gab ihr 4000 Mt. mit. Aus diesem großen Stapel- und Transit plaz auszubauen. Irans Richtlinien vor:„ Die Brobe auf den Zeitgeist, ist die rechtliche. Ord. Fläschchen go fie hempel etwas in fein Glas, nach- porte englischer Kohle sollen in Berlin eingelagert und nung des Arbeitskampfes. Die Beamten haben, wie alle Arbeit dem sie die Absicht geäußert hatte, ihn in seine Wohnung zu von dort an die Bedarfsgebiete weitergeleitet werden. Durch den nehmer, verfaffungsmäßig das volle Vereinigungsrecht einschließlich begleiten. Als Hempel nach dem Genuß fchwer unwohl wurde, Ausbau Berlins zu einem Stapel, und.ll mschlageplatz fotGie nahm fie ihren fleinen Koffer und ging mit dem Bemerken weg, len die Hafenpläge Hamburg und Stettin entlastet und bes Nichtverbotenfeins von gemeinsamen Kampfhandlungen. fömmen aber nach geltendem Rechte noch weniger als alle anderen daß sie nach Berlin fahren wolle. Nach kurzer Zeit fehrte sie noch auf der anderen Seite weite Gebiete des Binnenlandes Arbeitnehmer Gebrauch von der Streitbefugnis machen, ohne die einmal zurück und fragte, was mit Hempel geworden sei. Dieser schnell und sicher mit Baren versorgt werden. Pflicht aus dem übernommenen Dienstverhältnis zu verletzten und stelle gebracht und dort gleich nach der Aufnahme gedamit dem Arbeitgeber das Recht zu dessen Aufhebung zu geben. torben. Der Mordbereitschaftsdienst der Kriminalpolizei nahm Es bedarf daher einer Regelung des Kampfrechtes, die dem sofort die Ermittlungen und Untersuchungen auf. Die Gentschow Rollektivdharakter des Arbeitsverhältnisses, einschließlich des Be- wurde in der Saarstraße ermittelt und von Kriminalkommissar amtenverhältnisses, Rechnung trägt und unter gewissen Bedingungen Engelbrecht nach dem Polizeipräsidium gebracht und dort verhört. die Gewerkschaften ermächtigt, ihre Mitglieder vorübergehend von Es wurde festgestellt, daß empel 200000 bis 300000 m. der Arbeitspflicht zu entbinden. bei sich gehabt haben muß. Beider Leiche aber fand man Bergwerkskatastrophen überall. nichts mehr. Auch die Verhaftete hatte fein Geld bei sich. Das Der nordamerikanische Kontinent ist von zwei schweren BergFläschchen wurde in der Liförstube im Spülbecken des Klosetts aufwerkstatastrophen heimgesucht worden. Aus der Hauptstadt Denver gefunden. Die Berhaftete gibt zu, es hineingemorfen zu haben, des nordamerikanischen Staates Kolorado wird gemeldet, daß innachdem sie das Rezept abgefragt hatte. Die Flüssigkeit, die sie folge einer Explosion in einem Steinfohlenbergwert in Dawson Hempel ins Glas getan hatte, bestand aus einer Mischung von 122 Bergarbeiter verschüttet wurden. Die Rettungsmannschaften Opium und Morphium und genügte, mehrere Menschen zu haben bisher 100 Tote geborgen. Denver ist der Handels. töten. Die Verhaftete behauptet nun, daß hempel in einer mittelpunkt für einen großen Teil des nordamerikanischen Bestens, Diese Richtlinien werden dem Vorstand des ADB. als Ma Berliebtheit ihr Glas ausgetrunten habe. terial überwiesen. Hierauf erklärte Genoffe. König.( Swine Die Verhaftete ist die Tochter eines früheren Ritter münde) im Namen der sozialdemokratischen Landtagsfrattion, daß guts befibers und hat die höhere Töchterschule besucht. Nach die Frattion alles tun werde, um die neuen Gedanken und Anre- dem frühen Tode ihres Baters fam sie mit ihrer Mutter nach Berlin gungen der Tagung gefeßlich zu verwirklichen. Dasselbe erklärte und geriet hier mit deren Wissen auf Abwege. Schon mit Genoffe Hoffmann für die fozialdemokratische Reichstags. 13 Jahren fuchte sie unter den Linden Umgang mit Genoffe Aufhäuser vom AfA- Bund, betonte, daß Männern. Sie wurde wiederholt aufgegriffen, tam auch in Für besonders die Angestelltenschaft den Berhandlungen der Bundesaus forgeerziehung und ist schon wegen Betruges und Beischlafdiebstahls Schußtagung mit großem Intereffe folge, weil sie erwarte, daß diese bestraft. Ihre Mutter befindet sich in der Tat in ter Irrenanstalt Tagung endgültig die Beamten in die große Einheitsfront mit den Dalldorf. Angestellten und Arbeitern eingliedern werde. Die Bermeidung von Arbeitskämpfen, die den Staat und die Wirtschaft erschüttern, fann nicht von Verboten erhofft werden und nicht van Zurüdsegung der Arbeitnehmer mit Beamteneigenschaft hinter anderen, sondern nur vom demokratischen Rechte, das fried liche Wege zur Beilegung von Gesamtstreitigteiten eröffnet und den Berufsvereinen Mitverantwortung für den Fortgang der Betriebe auferlegt.". frattion. Devisenkurse. 1 holländischer Gulden 1 argentinische Papier- Bejo 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 finnische Mark.. 1 schwedische Strone 1 japanischer Jen 1 italienische Lire . 10. Februar 9. Februar Räufer Berfäufer Räufer Bertäufer ( Gelb-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Rurs 5685.75 Aurs Rurs Aurs 5714.25 5660.81 5785.50 5814.50 5710 68 8179.50 8220.50 8129.62 817.95 822.05 832.91 14962.50 15037.50 14962.50 1476.80 1483.70 1486.27 Stieftind Berufsschule. Der Berliner Magistrat wird heute in einer außerordentlichen Sigung den von der Stadtverordnetenversammlung abgeänderten Bertrag gutheißen, so daß em Montag mit der Unterzeichnung und Auszahlung der dann fälligen anderthalb Milliarden an die Stadttasse gerechnet werden kann. namentlich für den Bergbezirk Kolorado. Ein weiteres schweres Bergunglüd wird aus Britisch- Columbien gemeldet. Dort erfolgte eine Schlag mettererplosion in einem Kohlenbergwerk in der Nähe von Cumberland, durch die 39 Bergleute getötet wurden. Die Leichen von 29 Opfern find bereits geborgen. Zehn liegen noch im Bergwerk. Von den Toten sind zwanzig Weiße, die übrigen Chinesen. Ein deutscher Dampfer im Kattegatt gefirandet. Der deutsche Dampfer„ Chiff" aus Hamburg ist gestern vormittag bei Bol fats südlich von Samsö gestrandet. Der Dampfer, ein Schiff von 1300 Tonnen, befand sich auf der Reise von Rotterdam nach Wie noch immer die Schule der arbeitenden Jugend den Horsens mit einer Ladung Phosphor. In den mittleren Laderaum " höheren" Echulen gegenüber als Stieffind betrachtet wird, beweisen 17 mann erreichte mit eigener Hilfe in zwei Booten des Schiffes ist Wasser eingedrungen. Die Besagung von die standalösen Zustände in der kaufmännischen das Land. Der Kapitän, der sich am Rafetenapparat eine VerBerufsschule hinter der Garnisontirche. Es ist legung zugezogen hatte, fand Aufnahme in einem Krankenhause. geradezu bewunderungswürdig, mit welcher Geduld die Deffentlichfeit und die beteiligten Kreise nunmehr Woche auf Woche, Monat auf Monat der endgültigen Beseitigung dieser Zustände entgegenfehen. Aber es erscheint uns jetzt doch an der Zeit, daß endlich ernst gemacht wird." Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ein wenig fälter, zeitweise aufflarend, jedoch überwiegend trübe und neblig bei ziemlich frischen östlichen bis südöstlichen Winden. Keine erheblichen Niederschläge. Sport. 12269 25 12330.75 12269.25 12330.75 11871.50 11428.50 11371.50 11428.50 1685 77 1694.28 1695 81 1704.25 Die 30 Klaffen der kaufmännischen Berufsschule fönnen nicht 5689.99 untergebracht werden, weil 7 Schulräume burch die Mädchen5739.32 Studienanstalt in der Weinmeisterstraße mit Beschlag belegt sind. 8170.38 Der Unterricht für die arbeitenden Mädchen der Berufsschule muß Ringkämpfe im Sportpalast. Die Kämpfe fanden bei gähnender 887.09 deshalb auf die Seit von 2-7 Uhr gelegt werden, die Mädchen sind Leere des Hauses statt. Als erstes Paar betraten Westergaard 1537.50 alfo gezwungen, im 3eitalter des Jugendschuhes und Schmidt und Romanoff die Matte. Nach schwerem Kampfe gelang 1493.78 bes Achtstundentags von 8-% 2 Uhr im Geschäft tätig zu es eftergaard in 53 Minuten den zäben Gegner durch Armzug auf beide 144188.75 144861.25 143640.144360.- fein, um dann von 2-7 Uhr zum Unterricht zu gehen. Niemand Schultern zu drehen. Auch Debie berteidigte fich zäbe, mußte aber den 30822.75 30977.25 31022.25 31177.75 wird sich wundern, daß sie einem solchen Unterrichtsbetrieb durch noch die Ueberlegenheit von Rawan in 35 Minuten. durch Schleuder 1910.21 1919.79 1920.18 1929.82 eine Art Streit begegnet sind, indem sie nur bis 5 Uhr daran anerkennen. Den interessantesten Stampf lieferten sich der Berliner ein 3499.25 3508.75 teilnehmen. Der Unterricht hat also auf die Hälfte verkürzt werden und der Münchener Reiber; fie löften sich in higigen Angriffen gegenseitig 5864.63 müssen, die Berufsschule tann ihr Ziel nicht erreichen, ihre Arbeit ab, bis es dann entlich dem Berliner gelang, den Münchener in 25 Min. 4887.19 leibet auf bas empfindlichste, unter lebhaftestem Protest der Lehren. burch Untergriff aus dem Stand zu besiegen. Das am Sonntag stattfindende 125 Kilometer Mannschafts. 44.11 ben wie der Lernenden, und das alles nur, weil man fich nicht entfahren vereinigt folgende 11 Mannschaften am Start: Lewanow- Strupkat; 932 66 937.34 schließen fann, ihr ihre eigenen Räume zur Verfügung zu Dekat Ties Hahn; Schrage Stellbrinf; Bittig Mantheh; Magnussen 11.91 ftellen, weil man sich scheut, durch eine Berlegung der Physikklassen Badebnich; R. Huschte Behrendt; A. Huschte Kobl; Carli Sawall; 190.48 ber höheren Mädchenschule diesen Schülerinnen einige Unbe Rizetto Temer; Bects- Rolles; Schrefeld Häusler. Das Rennen quemlichkeiten zu bereiten. Es wäre so leicht, hier durch eine Kom- beginnt um 7 Uhr. 1 Pfund Sterling 1 Dollar.. 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1. Soweizer Frant. 8491.25 5810.43 1 spanische Beseta 4887 87 100 österr. Kronen( abgeft.) 43.14 1 tichechische Krone 922.68 1 ungarisme Krone 11.92 11.85 1 Bulgarische Lewa 184.53 189.52 1 jugoslawischer Dinar 807.28 308.77 4862.81 43.84 3508.75 5839.57 5885.87 4862.18 43.36 927.32 11.98 185.47 # Gewerkschaftsbewegung Die innere Umstellung" der Unternehmer. Bom Deutschen Textilarbeiterverband wird uns folgendes ver. trauliche Rundschreiben übermittelt: Der deutsche Arbeitgeberverband für Industrie, Gewerbe, Handwerk, Land- und Forstwirtschaft, Handel und Berkehr. Bertraulich. Berlin, den 21. Januar 1923. An die Herren Geschäftsführer der örtlichen Arbeitgeberverbände Schlesiens. Der Reichswirtschaftsrat beschloß die Ueberweisung des Ar Der Reichswirtschaftsrat beschloß die leberweisung des Ar. beitszeitgefeßzes an den Sozialpolitischen Ausschuß, damit dort eine Einigung erzielt wird. Bo Bertreter christlicher Gewerkschaften Reichswirtschaftsratsmitglieder sind, find diese örtlicherseits nach den von uns angegebenen Richtlinien zu beeinflussen, damit diese nicht mit den freien Gewerkschaften fonform gehen. Das von uns Ihnen zugesandte Material fontra Achtstundentag muß möglichst mit nächster Bost uns zugesandt werden. Die von uns Ihnen im Rundschreiben Nr. 16/23 angegebenen Richtlinien gegen die freien Gewerkschaften werben immer noch nicht genügend beachtet. Auf alle Fälle müssen bie Gegenfäße zwischen Gelernten und Ungelernten durch die Lohnpolitik, die auch vor den Schlichtungsausschüssen mit Nachdruck zu vertreten ist, gespannter werden. Wir weisen nochmals barauf hin, daß Delatoren( Angeber) aus den Reihen zuper lässiger Arbeiter und Angestellter, die uns gut gefinnt find, erzogen werden müssen. Durch Gefchente und Nebengratifitationen werden fie unbewußt deprimiert und bie uns genehme Aufklärung bei den Belegschaften leisten. Nach den bei uns eingegangenen Berichten fönnen durch Bropagandagegen 3ahlung zu hoher Beiträge bei den roten Gewerkschaften die besten Erfolge erzielt werden. Zurzeit sind die freien Berbände noch im Befih nicht unbedeutender Kampffonds, die ihnen geftatten, örtliche Rämpfe längere Zeit durchzuführen. Eine Schwachung der gewertschaftlichen Finanzen könnte uns nur die Möglichkeit geben, die Arbeiterschaft nach der frühe. ren Art zu entlohnen. Wo die Konjunktur nicht besonders günstig ist und finanzielle Berluste durch Schuhverbände gedeckt müffen Streits ausgedehnt werden, werden, mas bie Rassen der Gewerkschaften bedeutend schwächen würde, was gleichbedeutend mit einer Lah mlegung der anbauernden Lohnbewegungen zu betrachten ist. Denn nur start fun dierterote Berbändetönnen uns gefährlich werden. Deshalb muß versucht werden, diese zu zersplittern und deren Mitglieder durch Delatoren von jeder er höhten Beitragsleistung abzuhalten. Wo mehrere Gewerkschaften in einem Betriebe vorhanden find, müssen die finanziell am gesündesten betämpft werden, denn diejenigen, die nur geringe Beiträge leisten, tönnen uns nie unbequem werden, und sollen auch diefe der Arbeiterschaft burch britte Personen emp fohlen werben. Wo irgend vom Arbeitgeber Einfluß ausgeübt werben tann, müssen sich die Betriebsräte aus den tranten, ein. fchließlich christlichen und hirsch dunderschen Dr. ganisationen retrutieren. Durch geschickte Operation laffen sich aber auch die Vorstandsmitglieder der freien Gewertschaften beinflussen, so daß diese selbst gegen jede Erhöhung der Beiträge sind. Dies agitiert an einzelnen Orten vortrefflich, ohne daß sich die Mehrzahl der Arbeiter deren Folgen bewußt ift. Soweit das Rundschreiben, das eines Kommentars nicht bedarf, Spigel und Lodspiel sollen gezüchtet, finanziell frante" Organisationen gefördert, eine demagogische Propaganda foll gegen hohe Beiträge entfaltet, Streits sollen ausgedehnt merden, ganz nach tommunistischem Rezept. Diefe Seelenverwandt. fchaft wird feinen aufgeflärten Arbeiter überraschen. Das ist die innere Umstellung der Unternehmer, die es uns sicher danfen werden, wenn wir ihr Rundschreiben der Deffentlichkeit zugänglich machen. Reinfall der Kommunisten. Bolenste machte noch davon Mitteilung, daß am Sonnabend mit dem Magistrat über die Löhne für die Gemeindearbeiter perhandelt werden soll. Ein Gesuch der Lohnfommission, ten Ge meinbearbeitern einen Vorschuß von 20 000 M., Arbeiterinnen und Jugendlichen einen dem prozentualen Berhältnis entsprechenden, Borschuß zu zahlen, ist angenommen worden. uns mit: Wirtschaft Der Verband Sozialer Baubetriebe erhöht sein Stammkapital auf 100 Millionen Mart. Der Aufsichtsrat des Verbandes Sozialer Baubetriebe hat beschlossen, das Stammfapital des Berbandes non 25 auf 100 Millionen Mart zu erhöhen. Die Geschäftsführung wurde Lohnerhöhung in der Zigarrenherstellung. beauftragt, die Erhöhung so rasch wie möglich in die Wege zu Leiten. Der Gau Berlin des Deutschen Tabatarbeiter- Berbandes teilt In der Aufsichtsratssigung gab Genoffe Baeplom die Erklärung ab, daß der Deutsche Baugemertsbund im Laufe dieses Am 2. Februar wurde in Eisenach folgende Bereinbarung fü: Jahres voraussichtlich allein 100 Millionen Mart zur Förderung der den Monat Februar abgeschloffen: Die bestehenden Teuerungs baugewerblichen Sozialisierung bereitstellen werde. Jedoch molle er arbeiten und für Havanna- Virginia anstatt den bisherigen 3078 Berband Sozialer Baubetriebe einbringen, um den anderen Gewerf Bulagen werden erhöht, so daß insgesamt zu zahlen find für Akkord. davon zunächst nur den kleineren Teil als Stammfapital in den Prozent: vom 1. bis einschließlich 15. Februar 4200 Broz, vom schaften Gelegenheit zu geben, dem Baugewerksbund mit der Reich 16. bis einschließlich 28. Februar 6000 Pzoz. Zeitlohnarbeitern nung von Stammkapital nachzukommen. Den größeren Teil gedente anstatt den bisherigen 3037 Broz. vom 1. bis einschließlich 15. Fe- der Baugewerksbund anderweitig zur Förderung der Sozialisierung bruar 4000 Bros., vom 16. bis einschließlich 28. Februar 5700 Bro3.; zu verwenden. Die Erhöhung des Stammtapitals ist im besonderen gerade und halbschräge Stumpen, Virginia und Kielzigarren anstatt nötig zur Ausdehnung der produttiven Tätigkeit des Ber ben bisherigen 2975 Proz. vom 1. bis einschließlich 15. Februar bandes, der heute bereits mehrere Schlackensteinwerfe, eine Ziegelei, 3800 Broz, vom 15. bis einschließlich 28. Februa: 5500 Proz ein Sägewert und ein Schieferbergwert betreibt. Es ist nun Pflicht aller Tabatarbeiter und Tabatarbeiterinnen dafür zu sorgen, daß die neuen Lohnvereinbarungen in allen Be trieben ftritte durchgeführt werden. Eine weitere Bflicht aller jene: unorganisierten Tabatarbeiter und vor allen Dingen jener unorganisierten verheirateten Tabaktarbeiterinnen ist es, fich zu organisieren. Pflicht eines jeben organisierten Arbeiters ist es, wenn seine Frau arbeitet, dafür zu sorgen, daß fie sich auch zu organisieren hat. Wenn hier jeder seine Pflicht erfüllt, dann wird es der Organisation auch möglich sein, noch bessere Lohn- und Ars beitsbedingungen zu schaffen. Gehaltsdifferenzen der Rechtsanwaltsangestellten. dem Echlichtungsausschuß Groß- Berlin haben zu feinem Ergebnis Die Berhandlungen zur Festsetzung der Januargehälter Do: geführt. Sie werden in der nächsten Woche vor dem tariflich ve: einbarten Schlichtungsausschuß fortgesetzt. Wenn irgend möglich, foll die Regelung auch die Februargehälter mit umfassen. Die Auszahlung der neuen Beamtengehälter soll Ende nächster Woche beginnen, falls der Reichsrat am Montag der Erhöhung zu stimmt. Der Hauptausschuß des Reichstages hat gestern die Bor fchläge über die neuen Teuerungszahlen gebilligt. Deutsch- Oberfchlefiens Steinkohlenförderung, auf die Deutschland nach der Ruhrfohlenfperre in erhöhtem Maße angewiesen ist, zeigte im Januar gegen Dezember eine erfreuliche Steigerung von rund 22 000 auf 25 000 Tonnen täglich. Die Gesamtförderung erhöhte fich von 733 690 auf 786 994 Tonnen, wovon 405 406 Tonnen, 30 326 Tonnen mehr als im Dezember, nach dem westlichen Deutschland versandt wurden Schon wieder Eifenpreiserhöhung. Nachdem schon einmal int dieser Woche die Eisenpreise erhöht worden sind, nimmt jeßt ber Stahlbund die Kohlenpreiserhöhung zu einer erneuten Heraufsetzung der Preise. Ein Kilo Stabeisen in Thomashandelsgüte Auch die Stickstoffpreise erfuhren im Zusammenhang mit der Kohlen. toftet jetzt 1331 M., in Siemens- Martin- Handelsgüte 1531 m. preiserhöhung eine erneute Steigerung von 4547 auf 7796,80 m. pro Kilogramm Stidstoff im schwefelfauren Ammoniaf. Die allruffifche Genossenschaftsbant. In Mostau fand am 27. Januar die Gründerversammlung der, Allrussischen Ge nofienfchaftsban!( Wielobant) statt, in welche die Bank der Stoniumgenossenschaften( Bolobant) umgewandelt wird. Auf der Bersammlung waren 220 genossenschaftliche Organisationen ver treten. Als Gründer find beteiligt: die Pofobant, der Zentrosiojus ( allruifischer Genossenschaftsverband), die Genossenschaften der Ar beifer, des Transportwesens, die militärischen, landwirtschaftlichen, Unter den 7 Mitgliedern der Di reftion befinden sich je 2 Bertreter der Konsum, der landwirt. ichaftlichen und der industriellen Genossenschaften und 1 Vertreter der Staatsbant. Der„ Wsetobant" soll ein langfristiger Kredit vom Finanzfommissariat eröffnet werden; 50 Proz. dieses Kredits müssen für die langfristige Kreditierung des Wiederaufbaus der Landwirtschaft und der Heimindustrie verwandt werden. Die fefobant übernimmt jämtliche Aftien und Bassiva nach der Bilanz zum 1. Januar. Die Eisenbahner im Saargebiet und zwar, der Deutsche Eifenbahner- Verband, die Gewerkschaft deutscher Eisenbahner und der Algemeine Eisenbahnerverband haben der Regierungsfommiffion, Flachsbaugenossenschaften u. a. Abteilung für öffentliche Arbeiten, eine Eingabe unterbreitet, die Bezüge der Arbeiter und der Unterbeamten aufzubessern und alsbald darüber Berhandlungen einzuleiten. Die Entwidlung der wirtschaft lichen Verhältnisse im Saargebiet, besonders die immer mehr zu nehmende allgemeine Einführung des Franken, habe die Lage der Eisenbahner wesentlich verschlechtert. mitgliederversammlung in den Residenz- Feltfälen", Landsberger Str. 31. Jahress Bangewerkschaft. Fachgruppe Stud- und Gipsban Montag abend 6%, Uhr bericht Neuwahl der Gruppenleitung Abänderungsvorschläge der Arbeitgeber zum Tarifvertrag. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Gruppenleitung. Theater der Woche. Die neue raffische Absahkrise. Der russische Markt steht schon feit dem Herbst im Zeichen einer wirtschaftlichen Depression, tie in einer allmählich sich verschärfenden Absatzfrise für die Erzeugnisse der Staatsindustrie zum Ausdrud tommt. Nach einer Rundfrage des Obersten Bolkswirtschaftsrates scheinen nur Sibirien, die Kir gifenrepublik und einige westliche Gebiete mit sehr guter Ernte von der Abfaktrise nicht betroffen zu sein. Als Hauptursache ist die chwache auftraft der Landbevölkerung zu bes trachten. die einerseits auf die Berrüttung der Bauernwirtschaften infolge der Mißernte, andererseits aber auch auf die im Berhältnis zu den Industrieprobuften niedrigeren Preise der landwirtschaft. lichen Produkte zurückzuführen ist. Weitere Ursachen sind die schlechte Organisation des Handelsapparats und die Kreditnot der Industrie. Immerhin hat die Abfaktrise bisher nicht den Umfang vom Frühjahr 1922 erreicht. Bom 11. bis 19. Februar. mein Leopold. 16. Die Ratten. Bollsbühne: 11., 13., 14. und 18. Das Wintermärchen. 12., 15., 16. und 19. Opernhaus: 11. Tannhäuser. 12. Figaro. 13. Lohengrin. 14. Don Giovanni. 15. Oberon. 16. Madame Butterfly. 17. Sledermaus. 18. Bauberflöte. 19. Jüdin. Schauspielhaus: 11., 13., 17. Rätdjen 16., 18. Wilhelm Tell. 19. Peer Gynt. Don Heilbronn. 12., 15. Polterabend. Ein Fest der Handwerker. 14, Sidalia. Deutsches Theater: 11., 14., 15., 17. und Rammer 18. 3mprovisationen im Juni. 12., 13., 16. und 19. Benthefilea. spiele: Der Kreis. Um 19. Fräulein Julie. Langelot und Sanderein. effing- heater: 11.. 18. und 14., 16. und 19. Liebelet. Die 2ore. 12. Der Theater in ber Rönig. Biberpelz. 15. Fauft. 17. und 18. Bürger Schippel. größer Straße: Aus dem Leben der Jnfetten. Deutsches Opernhaus: 11. Die Subin. 12. Eugen Onegin. 13. Tristan und Sfolde. 14. Stefland. 15. Die Fledermaus. 16. und 17. Der Mastenball. 18. Die Meistersinger von Nürn berg. 19. Die Bohème. Schiller- Theater: 11. Die fünf Frantfurter. 12., 13., Berantwortlich für ben rebatt. Teil: Bieter Schiff, Berlin; für Anzeigen: 15. Der Schöpfer, 14., 16., 18. und 19. Die Großitabiluft. 17. Rofe Bernd. Th. Glede, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Großes Schauspielhaus: Die törichte Jungfrau. Neues Bolts- Theater: 11., Borwärts- Buchdruckerei ú. Berlagsanstalt Vaul Singer u. Co., Berlin, Linbenkt. 8 13., 14., 16., 17., 18. und 19. Die Laune des Berliebten. Der Neffe als Dntel. 12. und 15. Michael Kramer. Große Bollsoper im Theater bes Bestens: 11., 13., 15., 17. und 18. Der Schmud der Mabonna. 12. Der Freischülg. 14. Lohen Renaissance Theater: grin. 16. Die Waltüre. 19. Der Barbier von Sevilla. Die Juden. Die Tribüne: Der Gedante. Deutsches Künstler- Theater: 11. bis 14. Magdalena. 1. Rlaffe. 15. Geschloffen. Ab 16. Der Fürst von Bap penheim. Romödienhaus: Ramevaden. Berliner Theater: Madame Bompa Stianon Theater: Lissi, die Rokotte. Refidenz Theater: Es lebe bas Bentral- Theater: 11., 14., 15., 17. und 18. Die Macht der Finsternis. Theater in ber Kommandantenstraße: Ratte. Endlich! Die Leiter. Frau Abas G. nt. b. S. dour. Leben. 12., 13. und 16. Othello. Neues Operetten- Theater: Katja, bie Tänzerin. Thalia- Theater: Cin Theater am Rollendorfplay: Die Königin der Straße. ifchen. Walhalla- Theater: Wallner- Theater: Der Fühne Schwimmer. Seirate beine Frau. Rofe Theater( Theater bes Oftens): Loge Nr. 7. Reues am 800: Dorine und bet Rafino- Theater: Bum blauen Ratadu. Zufall. Schloßpark- Theater Steglig: Kleines Haus: Jugend. Rachmittagsvorstellungen: Bollsbühne: 11. und 18. Ueber die Straft, 1. Seil. Deutsches Theater: 11. Gefpenfter. 18. Das Glas Baffer. Rammerspiele: 11. Die Büchse der Pandora. 18. Frühlings Erwachen. Theater in ber Rönig. effing- heater: 11. und 18. Man lann nie wissen. erre: 11. Die wunderlichen Geſchichten des Rapellmeisters Kreisler. Deutsches Opernhaus: 17. Der 8igeunerbaron. 18. Ronzert. Schiller Großes Schauspiel Theater: 17. Wilhelm Tell. 18. Die fünf Frankfurter. Renes Bolts- Theater: 11. Garda haus: 11. und 18. Die Maschinenstürmer. Deutsches Künstler- Theater: 11. und 18. Benn napal. 18. Michael Kramer, wit Toten erwachen. Romödienhaus: 11. Bringeffin Olala, Berliner Trianon Theater: 11. Hedda Gabler. Theater: 11. Tiefland.. Bentral Theater in der Rommanbantentraße: 11. unb 18. Cine glüdliche Che.-Intimes Theater: 11. Allein Theater: 11. und 18. Die Pfarrhaustomödie. End. lich! Die Peitsche und...? Die G'shamige. Metropol- Theater: 11. und 18. Die Bajabere, Theater am Rollenberfplag: 11. Der Better aus Dingsda. Ballner- Theater: 11., 14., Kleines Theater: 11. Die Pfarrhauslomödie. 17. und 18. Minna von Barnhelm. Walhalla- Theater: 18. 2a Traviata. Stofe- Theater( Theater des Oftens): 11. Sänsel und Gretel. 17. Der Ratten fänger von Hameln. Die am 26. Januar vertagte Generalversammlung des Berbandes der Gemeinde und Staatsarbeiter wurte am Freitag in Boeters Festsälen fortgesetzt. Als erfter Punkt stand Aufstellung der Kan bibaten zur Ürwahl der Ortsverwaltung und der Festbefoldeten" auf der Tagesordnung. Die erweiterbend Ortsverwaltung hatte 3ntimes Theater: Alcin Die O'shamige. Romische Oper: Europa spricht davon! Suftspielhaus: für tiefe Wahlen eine Lifte aufgestellt, und die Generalversammlung Der Mustergaite. Ab 17. Das Bringchen. Metropol- Theater: New York- Ber hatte mit den Stimmen und auf Betreiben der Kommunisten be lin. schlossen, die Kandidaten in der Urwahl wählen zu laffen. Die Jahr ohne Liebe. -Theater am Kurfürstendamm: Die Mary. Kleines Theater: Die Unmora Don der erweiterten und Ortsverwaltung aufgestellte Lifte, die auch piele tommunistische Mitglieder enthielt, wurde von den Kommunisten bekämpft. Sie wollten alles haben. In der Hoffnung, turch eine Zufallsmehrheit in der Generalversammlung die tommunistische Liste burchdrücken zu fönnen, verlangten sie nun plöglich fofortige Vornahme der Wahl und Umstoßung des Beschlusses der vorherigen Bersammlung. Unsere Genossen hatten schon vom rein finanziellen Gefichtspunkt aus feinen Grund, den Kommunisten diesen Wunsch zu verfagen. Im Laufe der Diskussion stellte deshalb Genosse Sch a um berg ten Antrag, den Beschluß der Generalversammlung auf Urabstimmung aufzuheben und die Wahlen sofort vorzunehmen. Dieser Antrag wurde angenommen. Freilich war das Resultat der Wahl derart, daß die Kommunisten mit langen Gefichtern abzogen. Von der Liste der Ortsverwaltung wurde nur ein Ran didat nicht gewählt der aber war ein Rommunist, an teffen Stelle Genoffe Schaumberg gewählt wurde. Gewählt find: Bolenste( 254 Stimmen) als erster, Bogodzinski( 235) als zweiter Bevollmächtigter, Hoffmann( 230) als erster Kaffierer, Gürne( 251) als Setretär, 3u unbesoldeten Mitgliedern wurden gewählt: Süß ( 261), Riel( 262), Schwanebed( 251), Rammermeier( 258), Schaum berg( 228), Lorgler( 246), Henschte( 262). Die beiten zulegt Genannten und der Kaffierer find Kommunisten. Der Kassierer dankt seine Bietermahl hauptsächlich dem Umstand, daß er schon seit zwanzig 55. bt. Charlottenburg. Sonntag vormittag 9 Uhr Flugblattverbreitung der Jahren diesen Bosten innehat. Levy, ber als fommunistischer Liftenführer gegen Bolenste fandidierte, erhielt 194 Stimmen. Platin-, Gold- und Silberhruch Zahngebisse, Uhren, Ketten, Rings sowie Altmetalle kauft sämtl. Engrospreisen zu M. ZEISKE Berlin O., Schreinerstr. 32 ( Laden) 1 Minute vom Bhf. Frankf, Allee Pahrgeldvergütung Größtes Absatzgebiet für Händler Wo laß ich meinen Anzug machen? Wer garantiert für guten Sitz u.Verarbeitung? 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