Nr. 70 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 35 Bezugspreis: Für den Monat Februar 2600 2. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar. und Memelgebiet sowie Defterreich und Luxemburg 3600 M., für das ilbrige Ausland 4600 M. Bostbezugspreis freibleiben d. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Eftland, Finnland, Frank reich, Solland. Lettland, Luxemburg. Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Reit", der Unter haltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 120 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 600 M. Reklamezeile 3000 Mr. ..Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 180 M.( zuläsfg awet fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 100 M. Stellengesuche das erste Wort 100 M., jedes weitere Wort 70 M. Worte über 15 Buchstaben zähten für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 150 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW.68, Linden. straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dontoff 2506-2507 Sonntag, den 11. Februar 1923 Deutschen Ministern ist das Ruhrgebiet gesperrt. Paris, 10. Februar.( WTB.) Poincaré hatte heule Abreise der italienischen Ingenieure aus Essen gemorgen von 10-12 Uhr mit dem belgischen Außenminister meldet, sondern ausdrücklich hinzugefügt hat, Coste hätte die eine Besprechung, der außerdem der belgische Gesandte, der Abreise mit allen Mitteln und durch das Versprechen einer Kriegsminister, der Arbeitsminister, der Finanzminister und Borzugsbehandlung zu hintertreiben versucht. Bei der poli der Minister für die befreiten Gebiete beiwohnten. Nach tischen Tragweite dieser Meldung hätte sie nur als ganz ein Schluß diefer Sigung wurde folgende ofe veröffentlicht, wandfrei feststehender Tatbestand in die Welt hinaus telewelche der deutschen Regierung übergeben werden soll: graphiert werden dürfen. Das haben wir damals ausdrücklich Die belgische und die französische Regierung haben fest- vorausgefeßt, als wir dieses WTB.- Telegramm besprachen. gestellt, daß der Besuch des Reichskanzler Cuno im Ruhr- Kein Wunder, wenn jetzt die französische Propaganda mit gebiet und feine dort ausgeübte Aftion einzig und allein den 3wed gehabt hat, gefährliche Erregungen, befonders Großindustriellen, Staatshervorzurufen. diesen Bedingungen fehen fich besten den induftrie en angeſtellen und Solange Frankreich an Ruhr und Rheinsteht, die französische und belgische Regierung, welche im Intereffe müßt Ihr zum Deutschen Boltsopfer geben der Bevölkerung stets bestrebt sind, wirren zu vermeiden, die einen blutigen Berlauf haben fönnten, genötigt, der Reichsregierung und den Regierungen der Länder mitzuteilen, daß die Reichsminister und die Minister der Länder nicht mehr ermächtigt werden, das Ruhrgebiet zu betreten. Diese Verfügung wird von denjenigen Mächten erlassen, die friedensbrecherisch und vertragswidrig Teile des wehrlosen Deutschlands befeht haben und denen die blutigen Taten von Recklinghausen, die Massenverhaftungen und Ausweisungen, die Anwendung aller Kriegsmittel und der Reitpeitsche gegen ein friedliches, unbewaffnetes Bolt zur Last fallen. Nichts ist darüber bekannt, daß Dr. Cuno etwa dazu aufgefordert hätte, der Gewalt mit Gewalt zu begegnen; das Gegenteil steht fest. Wenn jetzt Frankreich und Belgien den deutschen Ministern verbieten, ein bestimmtes deutsches Gebiet zu betreten, so zeigen sie der Welt damit lediglich, daß sie dieses Gebiet als Département de la Ruhr betrachten. Was England tun sollte. Spenden nehmen alle Postanstalten, Sparkassen und Banken an Postfcheck onto Deutsches Vollsopfer Berlin Nr. 145 400 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bosticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkaffe Lindenstraße 3 Notgesetze. Bon A. Grzesinsti. Die Beratungen, die innerhalb der Reichs- und preußischen Staatsrefforts über die wirtschaftlichen Notwendigkeiten auf dem Gebiet der Wucherbekämpfung gepflogen worden, sind von sichtbaren Ergebnissen noch weit entfernt. Die Erklärungen der Reichsregierung zur Ernährungslage und der Frage der Wucherbekämpfung am verflossenen Donners tag im Haushaltsausschuß des Reichstages zeigen zwar viel guten Willen, lassen aber leider nicht erkennen, daß sie die Hilfsmaßnahmen zur Abwehr der Ruhrinvasion ohne kleinliche Reffortsbedenken großzügig zu organisieren gewillt und in der Lage ist. Und dabei ist sich auch innerhalb der Reichsregierung niemand im unteren, daß die not an ins und des deutschen Volkes geht. daß es um oder Nichtsein Deutschlands dém kläglichen BTB.- Dementi operiert, um die Zuverlässig feit der gesamten deutschen Ruhrberichterstattung zu verhöhnen. Keine Strafe wäre, gerade vom nationalen Stand- müssen, zum mindesten die Lebensmittel für das besetzte punkt betrachtet, zu hart gegen diejenigen Deutschen, die die Schuld an dieser Falschmeldung tragen: denn sie haben ob i ettiv dem französischen nationalen Block den denkbar größten Dienst geleistet. Bon gewerkschaftlicher und insbesondere sozialdemokra tischer Seite ist wiederholt mit Nachdruck darauf hingewiesen worden, daß die großzügige Organisation der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung des gesamten besetzten Gebietes ein wesentliches Erfordernis für das Gelingen des gewaltigen Ringens im Westen bildet, und daß man sich trotz aller Abneigung gegen die Zwangswirtschaft wird darauf einrichten Gebiet zu bewirtschaften. Es ist allerhöchste Zeit, die erforderlichen, nicht einfachen Borbereitungen dazu zu treffen. Es darf sich nicht auswachsen, was bereits wieder begonnen hat, daß einzelne Kommunalverwaltungen für ihre Bevölkerung auf eigene Faust Lebensmittel auftaufen und so die Preise mit in die Höhe treiben helfen. Ich frage, was ist in den 4 Wochen, die seit der Ruhrbefegung ins Land gegangen sind, geschehen, um die gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung des bes setzten Gebietes mit Fleisch( Frisch- und Gefrierfleisch), Fetten, Kartoffeln, Milch usw. zu erträglichen Preisen für die Dauer sicherzustellen, ohne daß die Ware den breiten Schichten im übrigen Deutschland mehr als unbedingt notwendig entzogen wird? Die Lebensmittelversorgung und die Hilfsaktion über haupt zweckmäßig zu organisieren, ist schon um deswegen not wendig, um einer Berge udung der knappen und doch fo wertvollen Lebens- und Geldmittel vorzubeugen. Gegenständen des täglichen Lebensbedarfs rücksichtslos zu be Niemand bezweifelt die Notwendigkeit, den Bucher mit fämpfen und der Preistreiberei energisch entgegenzuwirken. Aber infolge innerer Reibungen und Gegensäge arbeitet die Verwaltungs- und Gesetzgebungsmaschine allzu langsam. Was muß geschehen? Bei dieser Gelegenheit möchten wir auf folgende Erflä rung hinweisen, die uns von neutraler, der deutschen Arbeiter flasse durchaus wohlgesinnter Seite dafür gegeben wird, daß fich die Gewalttaten und Erzesse im Ruhrgebiet immer mehr häufen. Unser Gewährsmann, der die Dinge an Ort und Stelle beobachten konnte, meinte, daß die französischen Soldaten, aus denen die Ruhrarmee besteht, größtenteils blut junge, 3 wanzigjährige Burschen seien, die anfangs Ein Manifest der Arbeiterpartei. tiel weniger schlimm gewesen wären. Aber sie seien sehr schlecht einquartiert zumeist in Schulen, auf Strohsäden Condon, 10. Februar.( WTB.) Die Unabhängige Arbeiter- ruhend, sie würden fortwährend alarmiert, gedrillt, müßten partei hat eine Rundgebung erlaffen, in der fie die franzöfifchen und stundenlang Bosten stehen und fönnten viel zu wenig belgischen Operationen im Ruhrgebiet verurteilt und erklärt, Frant- chlafen, als es ihr Alter erfordert. So sei es zu erklären, reichs Wunsch sei die Schaffung einer Rheingrenze aus strate- daß fie allmählich die Herrschaft über ihre Nerven gischen und wirtschaftlichen Gründen und die 3erstüdelung verloren und daß die Kugeln jetzt viel lockerer in den Deutschlands. Die Kundgebung spricht die Ansicht aus, daß diese Gewehrläufen fäßen als vor vierzehn Tagen. Anstatt nun Politik zur Zeit der Versailler Friedenskonferenz von den Bereinigten Staaten und von England in fategorischer Weise mi- von ihren Offizieren geschont und beruhigt zu werden, billigt worden jei, jetzt aber von England geduldet sei. Die die selbst eine viel behaglichere Existenz in Privatquartieren Kundgebung verlangt, England folle Frankreich zu verstehen geben, und Hotels führten, werden sie im Gegenteil weiter geplagt und aufgehetzt. Bereits früher habe ich darauf hingewiesen, wie dringend daß die Besehung des Ruhrgebiets ein Bruch des Bölterrechts fei. England folle ferner die Anerkennung irgendeiner Darstellung unseren Lesern zur Kenntnis zu bringen, als sie treibend wirkenden Auffäuferunwesen und aus dem Wir fühlen uns um so mehr verpflichtet, diese interessante notwendig ein rücksichtsloses Auftreten gegenüber dem preisAenderung der Grenzen Deutschlands ablehnen, allen Anfprüchen auf Reparationen entsagen und unter der Bedingung nicht nur pinchologisch und phyfiologisch durchaus plausibel selben Grunde die Minderung der Zahl der den Handel aus. einer all gemeinen Regelung, der Streichung der Schulden der erscheint, sondern auch die Erfahrungen bestätigt, die bereits übenden Personen ist. Das Reichsernährungsmini. Alliierten zustimmen. Die Kundgebung fordert, daß England sich im Weltfriege von allen„ befehten" Bevölkerungen gemacht sterium hat auf Grund des Ermächtigungsgesetzes vom an der Garantierung einer infernationalen Anleihe für den worden sind. Der einfache Soldat, der arme Teufel, der in 22. Mai 1916 die Möglichkeit, im Wege der Verordnung VorWiederaufbau der zerstörten Gebiete Frankreichs unier Aus- die Zwangsjacke der Uniform gesteckt wurde und viel lieber schriften zu erlaffen, die geeignet wären, das Ziel zu erreichen. fchluß aller übrigen Forderungen befeilige. zu Hause wäre, ist fast ebenso ein Opfer des Militarismus In erster Linie muß die Erlaubnis zum Handel mit Lebenswie die Bevölkerung, gegen die er verwendet wird. Deshalb und Futtermitteln, zu dem auch der gesamte 3 mischen Gewalttaten und Berichterstattung. wird und darf sich der Haß der Arbeiterschaft niemals gegen handel gehört, versagt oder zurüdgenommen werden kön diese willenlose Werkzeuge des gegnerischen Imperialis- nen, wenn Bedenten voltswirtschaftlicher Art Die Nachrichten über gewalttätige Exzesse der mus richten. Die Offiziere aber, die trotz ihrer angeblich entgegenstehen. In logischer Folge hiervon darf die erteilte Bejagungstruppen im Ruhrgebiet häufen sich seit einigen höheren Kulturstufe den gemeinen Soldaten zu Gewalttaten Handelserlaubnis nur für den Bezirk der Behörde, die sie Tagen in bedenklichem Maße. Grundsäglich stehen wir allen aufheben und zwingen, denen gilt der Zorn und die Berach erteilt, Geltung haben und darf nicht wie bisher örtlich undiesen Meldungen skeptischer gegenüber als die bürgerliche tung des Arbeiters. Und auch der Bericht des Genossen begrenzt sein; Ausnahmefälle sind höchstens beim alteingePreffe, von der man nicht erwarten kann, daß sie aus den Stampfer über Recklinghausen zeigt das deutlich genug, daß fefenen Handel zu rechtfertigen und nur dann, wenn besonErfahrungen der Kriegszeit in Fragen der internationalen es die französischen Offiziere sind, die die hauptsächliche, wenn dere Gründe vorliegen. Der Ankauf von Lebens- und Greuelpropaganda gelernt hat. Auch werden fast alle Mel- nicht gar die ganze Schuld an den Schandtaten tragen, die sich Futtermittel aller Art muß von einem bestimmten Zeitpunkte dungen dieser Art von bürgerlichen Nachrichtenagen- dort und anderswo abspielen. ab von einer neuzuerteilenden Erlaubnis abhängig gemacht turen verbreitet, deren Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit werden. Bei Versagung oder Zurücknahme der Erlaubnis sind Schwedische Ruhrkundgebung. Bedenken volkswirtschaftlicher Art besonders zu prüfen. UnAllerdings hat der Bericht des Genoffen Stampfer erläßlich ist eine Bestimmung, nach der auch der Inhaber einer Stodholm, 10. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Handelserlaubnis, eines Wandergewerbefcheines oder einer über die Vorgänge in Recklinghausen und Wanne den Beweis erbracht, daß leider vieles, was über Gewalttaten und der Zentralausschuß des Allgemeinen Schwedischen Gewerkschaftsbundes Legitimationskarte der besonderen Ankaufserlaubnis begleichen gemeldet wird, feineswegs übertrieben ist, hat beschlossen, den deutschen Gewerkschaften zu ihrem zähen Stampi darf. Ueber Beschwerden gegen die Versagung oder die Zuim Gegenteil. Doch muß. gerabe im Interesse Deutsch gegen die militärische Ottupation die wärmste Sympathie rücknahme der Ankaufserlaubnis müssen die Oberpräsidenten lands und damit die Meldungen über empörende Vorfälle, auszusprechen. Der Zentralausschuß erwartet, daß die franzö- bzw. Regierungspräsidenten allein und endgültig entdie sich ereignet haben, im Inland und im Ausland unbeschen und belgischen Gewerkschaften baldigit eingreifen scheiben können. dingten Glauben finden, mehr denn je darauf bestanden werden, um die franzöfifche militariffische Gewaltpolitik zum Das Verordnungsrecht der Reichsregierung reicht jedoch werben, daß nur fe ft stehende Tatsachen mit Bestimmt. Scheitern zu bringen. Dadurch würden sie mitarbeiten an der Aus- nicht aus, um alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen. heit behauptet und verbreitet werden. Wenn eine Meldung Bolillt der Böiterverföhnung und Böllerverständigung ermöglichen. Meichstag vorliegenden Notgesetz die fehlenden Vollmach. offung der Berbitterung und des Haffes und eine Infolgebeffen wird ernstlich zu erwägen sein, in dem dem au 90 Broz. wahr ist, die restlichen 10 Broz. aber nachträglich Der Zentra ausschuh hat ferner den Vorstand ermächtigt, fobald die ten mit formulierten Vorschriften zu geben. So wird der berichtigt werden müssen, so ist der Eindruck, der im Bolte und braußen schließlich entsteht, für unsere Sache schädlicher, gegenwärtigen Arbeitskonflikte in Schweden es erlauben, Mah. Reichswirtschaftsminister& B. die Befugnis erhalten müssen, als wenn die ganze Meldung unveröffentlicht geblieben wäre, nahmen otonomijscher und anderer Art zu ergreifen, um die die Bestimmungen über den Handel mit Lebens- und FutterDas gilt u. a. für die Meldung über die unerhörten Erzesse Gewerkschaften Deutschlands und auch die franzöſiſchen und belgi mitteln auf andere Gegenstände des täglichen Bedarfs anzuauf dem Bahnhof in Wanne: wir fürchten, daß die meisten schen Gewerkschaften zu unterſtühen, falls die letzteren in direkten wenden. Ich rechne als besonders bringlich hierzu den Fandel Menschen dies- und jenseits der Reichsgrenzen schließlich mehr ampf gegen die französische Gewaltpolifit treten. unter dem Eindruck des Dementis über den zuerst irrtümlich gemeldeten Tod des D- Bugschaffners gestanden haben, als unter dem Eindruck des ganzen Borfalles, obwohl dieser tatfächlich eine Schmach für die französische Okkupation ist. alles andere als erprobt ist. In diesem Zusammenhang sei nochmals auf die unglaub che Leichtfertigkeit hingewiesen, mit der WTB. nicht nur die Nicht gegrüßt und freigesprochen. Effen, 10. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Das Franzofen Iriegsgericht in Dorftfeld hat zwei Dortmunder Polizeibeamte frei gefprochen, die einen franzöfifchen Offizier nicht gegrüßt hatten und beshalb verhaftet worden waren. mit Tertilien und Baustoffen. Nicht minder preistreibend wie die wilden Auffäufer und die übergroße Zahl der Händler wirken die Häute-, Leder- und Holz auktionen. Berhältnismäßig wenige Personen be= ftimmen da, fozusagen hinter verfchloffenen Türen, unter der Wirkung eines künstlich geminderten Warenangebotes die Preise und treiben sie ständig nach oben. Diese Auktionen sind, ebenso wie die Butterauftionen, zu verbieten, schnell schwerer Bestrafung zugeführt werden. Das dem langt, daß solchen politischen Schädlingen" wie Breitscheid und es ist Vorsorge zu treffen, daß die Verbote nicht dadurch Reichstag vorliegende Notgefeß sieht im Artikel III die Aus- und Hilferding die Ausreise ins Ausland verweigert werde. umgangen werden, daß an Stelle der Form der Auktionen dehnung der Strafe auf öffentlichen Anschlag der Urteile Der ,, Lokal- Anzeiger" bemerkt, Breitscheid sei der Traandere, denselben Zweck erfüllende Machenschaften treten. vor. Es besteht bei der darin enthaltenen Beschränkung dition der Unabhängigen Sozialdemokratie treu geblieben, Uebertretungen sind unter Strafe zu stellen. auf Freiheitsstrafe von 3 Monaten oder mehr, oder Geldstrafe Deutschland in den Rücken zu fallen und den Franzosen die Nicht mit Unrecht wird nicht nur vom Einzelhandel, son- von 100 000 Mart oder mehr nach den vorliegenden Erfah- Stichworte für ihre Politik zu liefern". Die Deutsche dern auch in weiten Kreisen der Bevölkerung immer wieder rungen die Gefahr, daß die Bestimmungen mehr zugunsten Tageszeitung" endlich geht sogar über diese Gemeinheit darauf hingewiesen, daß sich die Maßnahmen der Wucher- als zu ungunsten des Berurteilten wirten werden. Die Richter, hinaus und erklärt, wenn man Breitscheid aus Paris bekämpfung meist gegen die Kleinhändler richten und Preis-| die im allgemeinen auf Anprangerung nicht gern erkennen, gesagt hätte, was man dort zu hören wünsche, so hätte er beeinflussung durch Großhandel, Industrie und Erzeuger meist werden um diese Wirkung zu vermeiden, öfter wie sonst mit sich nicht anders äußern fönnen. Mit einem Wort, was in unbeachtet bleibt. Besonders die von den Kartellen fest- ihrer Strafe unter der Prangergrenze bleiben. Es wäre, so dem Toben der deutschnationalen Presse zum Ausdruck kommt, gesetzten Preise sind ständig der Stein des Anstoßes, besonders sehr die moderne Strafrechtspflege und insbesondere auch die ist dasselbe Gemisch von Niedertracht, Gemeinheit und Dummauch, weil die Kleinhändler unter dem Zwange des Entzuges Sozialdemokraten im allgemeinen gegen Mindestgefängnis- heit, das wir aus den innerpolitischen Kämpfen der letzten der Lieferung die festgesetzten Preise vom Käufer zu nehmen strafen sind und für ihren Abbau gewirkt haben, in Rücksicht Jahre zur Genüge kennengelernt haben. verpflichtet sind. Das Reichswirtschaftsministerium prüft heute auf die Gemeingefährlichkeit der fraglichen Delikte doch zu Die Herrschaften irren sich aber, wenn sie glauben, daß die Preise von Kohle, Roheisen, Kali, Zement, Papier, Holz- erwägen, ob nicht mindest strafen zur Einführung ge- sie mit ihrem Geschrei Eindruck machen und irgendwelche Erstoff und Zellstoff. Es sollte die Pflicht auferlegt und aus- langen müßten. Auch die Geldstrafen wären der Geldentwerfolge erzielen werden. Mag sein, daß sie mit ihrem konzenreichende Geldmittel zur Verfügung gestellt bekommen, damit tung anzupassen und könnten zumindest ruhig dem 10fachen trischen Angriff gegen den Genossen Breitscheid und ihrer es durch tüchtige, unabhängige Sachverständige möglichst Betrag des übermäßigen Gewinnes entsprechen. Die öffent- neuen Dolchstoßlüge nur den Eindruck verwischen möchten, den sämtliche Verbands- und Kartellpreise, sowie Preisver- liche Bekanntmachung einer rechtskräftigen Verurteilung durch die umlaufenden Gerüchte über geheime Verhandlun einbarungen von Vereinen und Vereinigungen alsbald und eine Tageszeitung sowie der öffentliche Anschlag auf Kosten gen deutscher Industrieller mit den Franzosen im sodann fortlaufend einer objektiven, nicht vom Interessen- des Schuldigen sollte in allen Fällen angeordnet werden besetzten Gebiet auf die Deffentlichkeit ausgeübt haben. Wie standpunkt der Industrie beeinflußten Nachprüfung unterziehen können und dann angeordnet werden müssen, wenn die dem aber auch sei, wir müssen uns auf das entschiedenste verfonn. Die vom Reichswirtschaftsministerium gebilligten Preise Strafe einen Monat Gefängnis oder 100 000 Mart Geld- bitten, daß die deutschnationalen Katastrophenpolitiker bei den müssen dann öffentlich bekanntgegeben werden. Bei strafe übersteigt. Strafen wegen Zuwiderhandlungen gegen jetzigen schicksalsschweren Entscheidungen ihre reichsgefährlichen Feststellung übermäßiger Preise ist gegen die verantwortlichen wuchergesetzliche Bestimmungen sind ferner unter allen Treibereien fortsetzen. Die Arbeiter, die im Ruhrgebiet Vertreter der Verbände, Kartelle, Vereine oder Vereinigun- Umständen zu vollstreden und die Zubilligung von und im Reich den Abwehrkampf gegen den französischen Imgen, nicht gegen die Kleinhändler das Strafverfahren Bewährungsfristen ist auszuschließen. Von jeder rechtskräfti- perialismus führen, lehnen es auf das entschiedenste ab, in einer einzuleiten. gen Verurteilung wegen Zuwiderhandlung gegen wuchergesetz- Front mit den Etappenhelden vom Schlage eines Hergt und Es scheint mir ferner an der Zeit, die Frage der Bestra- liche Bestimmungen müssen die Strafvollstreckungsbehörden Helfferich zu stehen, die schon genügend Unheil über fung des Leistungswuchers erneut einer Prüfung zu den Handelserlaubnistellen Mitteilung machen, damit diese Deutschland heraufbeschworen haben. Sie wünschen ihre Ratunterziehen. Die Schwierigkeit der Materie ist nicht zu ver- in jedem Falle die Frage der Handelsuntersagung prüfen schläge nicht und weisen auch ihre Drohungen und Beschimpfunfennen, aber auch die Preisprüfungsstellen haben die Einbe- fönnen. Der unerlaubte Handel bei entzogener Handelserlaub- gen mit Berachtung zurüd. Soweit der furze Auszug aus den ziehung des Leistungswuchers in die Preistreibereiverordnung nis ist nur mit Gefängnis zu bestrafen, und die Polizei muß Ausführungen Breitscheids erkennen läßt, hat er den wiederfür dringend notwendig erachtet. Es ist für weite Kreise der das Recht der dringlichen Schließung des Geschäftes befom- holt ausgedrückten Standpunkt der Sozialdemokratischen Partei Bevölkerung einfach, unverständlich, daß für Leistungen bei men. Der unerlaubte Handel mit Lebens- und Futtermitteln durchaus gewahrt, daß einerseits der passive einer Warenlieferung, die den Preis der Ware erheblich in muß die Untersagung des Handels mit allen Widerstand gegen, Bergewaltigung und Rechtsbruch fortdie Höhe treiben, und für Leistungen anderer Art straflos Gegenständen des täglichen Bedarfs zur Folge gesetzt, gleichzeitig aber feine Brüde abgebrochen übermäßige Vergütungen verlangt werden können. haben. und feine Verhandlungsmöglichkeit Das Reichswirtschaftsministerium muß hier durch einen Be- Die Wut des Volkes über die Schieber und Bucherer säumt werde, damit Deutschland die Krise, in die es gestürzt schluß des Reichstages mit Fristsetzung gezwungen werden, ist so groß, daß auf schnellste Justiz großer Wert gelegt mer ist, überwinden kann. gesetzgeberische Maßnahmen zur Bekämpfung des Leistungs- den muß. Dazu sind die Wuchergerichte durchaus gewuchers vorzuschlagen. Nur durch Einbeziehung des Leistungs- eignet. Sie müssen aber vermehrt werden. Das Laienwuchers in die Preistreibereiverordnung ist es z. B. möglich, element muß die Zahl der Berufsrichter überwiegen, und die die zum Teil durch Machenschaften der Mühlen und Zwischen- Staatsanwälte, in derem Ermessen es gestellt ist, welche händler hervorgerufene reissteigerung des freien Sachen sie an die Buchergerichte bringen, müssen angewiesen Mehls und der Nebenprodukte des freien Getreides zu be- werden, den Wuchergerichten mehr Strafverfahren wie bisher obachten und nachzuprüfen. zur Aburteilung zuzuleiten. Die neue Dolchstoßlüge. ver= In einem Litartifel der nationalistischen„ Liberté" in Paris äußert sich Bainville über Breitscheid, daß er in seinen Londoner Aeußerungen feinerlei für Frankreich annehm bare Basis angeboten habe. Er sei zwar bereit, mit Frankreich zu verhandeln, bevor Frankreich das Ruhrg biet geräumt habe, aber iam übrigen biete er nur das an, was auch schon der Kanzler. Wirth angeboten habe, den Versailler Vertrag in den Grenzen des Möglichen durchzuführen. Troß diefes Angriffs eines der journalistischen Trabanten Poincarés, werden Deutsche Tageszeitung", Lofalanzeiger" usw. natürlich fortfahren, ihren Berleumdungsfeldzug gegen den Genossen Breitscheid zu führen. Ebert in Baden. Zur wirksamen Verfolgung des Wucher- und Schiebertums müssen die Befugnisse der Erefutive gestärkt werden. Hierzu gehört die bereits erwähnte Handelsuntersagung. Ein weiteres wirksames Mittel ist das Recht, zur sofortigen Veräußerung der bei Wucherern, Schiebern und uner- Die Sehnsucht der deutschnationalen Katastrophenpolitifer laubt Handel treibenden Personen vorgefundenen, beschlag- nach einer neuen Dolchstoßlegende ist erfüllt. Sie nehmen die nahmten Gegenstände schreiten zu können. Nach geltendem Aeußerungen des Genossen Breitscheid gegenüber dem Recht ist sie nur möglich, wenn sie sich auf Strafvorschriften diplomatischen Berichterstaiter der„ Daily News" in London stüßt, die auf Grund des Ermächtigungsgesetzes vom 4. August als Anlaß, um mit wüstem Geschrei über ihn und die Sozial- Reichspräsident Ebert begibt sich heute, begleitet von 1914 erlassen sind. Ein Grund für diese Beschränkung ist nicht demokratische Partei herzufallen. Sie haben zwar nichts ge- dem Reichsminister des Innern Deser und dem Reichseinzusehen. Es ist also notwendig, die Einziehung und Ber- tan, um den Widerstand Deutschlands gegen das Vorgehen schazminister Dr. Albert, nach Karlsruhe, wo im äußerung beschlagnahmter Gegenstände auf alle Strafvor des französischen Imperialismus zu stärken, sie haben viel- Laufe des Tages Besprechungen mit der badischen Regierung, schriften auszudehnen, in denen die Einziehung oder Verfall- mehr durch ihre Wucherpraris wie durch ihr natio den Behörden, Vertretern der badischen Wirtschafts- und Beerklärung von Gegenständen vorgesehen ist. nalistisches Geschrei die Kraft dieses Widerstandes ge- rufsverbände usw. wegen der durch den Einbruch der Franschwächt und den Imperialisten auf der Gegenseite täglich zosen in das badische Gebiet geschaffenen Lage stattfinden. neues Material für ihren Kampf gegen Deutschland geliefert.; Außer vor Freiheitsstrafen hat das Schiebertum vor nichts mehr Angst, wie vor dem Verlust seiner geschobenen Waren. Es ist doch vorgekommen, daß vor Gericht der Verteidiger eines Schiebers auf höhere Strafen für seinen Klienten plädierte, wie der Staatsanwalt beantragt hatte, aber entgegen dem Antrage des Staatsanwalts dafür eintrat, daß die beschlagnahmte Ware freigegeben werde. Leider fiel das Gericht auf den Trick des Anwalts hinein, und der Schieber hatte durch die Lagerzeit infolge der Beschlagnahme statt der Strafe obendrein noch besonderen Gewinn erzielt. Die des Buchers und der Schieberei Ueberführten müssen Ein Mensch. Bon Paul Gutmann. Nun aber halten sie den Zeitpunkt für gekommen, um unge- Der Reichspräsident hat anläßlich des Todes des ausgewiefenen achtet aller Phrasen über die„ nationale Einheitsfront" ihr Regierungsdirektors Stamminger folgendes Beileidstelegramm an wahres Gesicht zu enthüllen und mit wüsten Angriffen über den Oberbürgermeister in Heidelberg gerichtet: Die Nachricht, daß die Arbeiterklasse und ihre Vertreter herzufallen. der in brutaler Weise, trot schweren Leidens, aus Wir versagen uns, auf die Einzelheiten dieser pöbelhaften der Heimat verjagte Regierungsdirektor Stamminger dort Angriffe einzugehen. Die Kreuzzeitung" spricht davon, verstorben ist, hat mich tief bewegt Ich bitte Sie, die Familie daß die sozialdemokratischen Führer teils aus parteiegoisti- dieses im trenen Dienste fürs Vaterland gebliebenen schem Interesse, teils aus grundsäßlicher Niederträchtigkeit der verdienten Beamten meiner aufrichtigen Teilnahme zu verfichern. deutschen Abwehrfront in den Rücken gefallen seien und verReichspräfident Ebert." sittet dasaße und mit ihren Glogaugen mürrisch oder erbost vor| lichkeit; den Bruch eines Knochens, das Geschwür im Magen, den sich hinstarrten, erlaubte er sich, auf der Polsterbank zu stehen. Ja, tief eingedrungenen Granatsplitter, den Umfang einer Herzerweite er trampelte sogar mit seinen dicken, nackten Beinchen und machte rung. Die Röntgentechnik hat es durch Dosierung gelernt, die feineinen Lärm, als ob ihm der Wagen allein gehörte. Niemand aber, sten Unterschiede der menschlichen Gewebe zu unterscheiden und so Man wird es mir nicht glauben, aber es ist wahr und wahr selbst der strenge Schaffner nicht, wies ihn zur Ruhe. Der energische auch bei inneren Erkrankungen Aufschlüsse geben. haftig so, wie ich es sage: ich habe einen wirklichen Menschen ge- Herr, der mich zuvor beleidigt hatte, versuchte sogar, sein faltiges Weise, namentlich bei Hauterkrankungen, verwendet. Ihre Durch Auch zu Heilzweden sind die Strahlen in mannigfacher sehen. Selbst wenn meine Lefe: ungläubig den Kopf schütteln und einwenden, dieses Wesen gebe es nicht mehr, es sei eine Er- Attengesicht zu einem Lächeln zu verzerren. Die Glogaugen der bringungstraft ist auch sonst vielfach ausgenutzt worden für allerlei und einwenden, dieses Wesen gebe es nicht mehr, es sei eine Er übrigen Baffagiere bekamen plötzlich Leben. Eine dicke, mit Bril- praflische Zwede, sogar alte Delgemälde hat man damit nach Signa findung der Dichter und Träumer, eine foffiler Begriff längst ent- lanten überlabene Nachbarin, die bisher nur an Schweineschmalz turen und lebermalungendurchleuchtet. Den Schmuggler wie den schwundener Zeiten, muß ich meine Behauptung wiederholen, daß gedacht hatte, wurde anteilvoll und sprach huldreich mit meinem Diamantenverschluder entlarnt ihr Spürfinn, und es ist nicht abzumir das Glück zuteil wurde, einem echten Menschen zu begegnen. Freund. Er war die Seele des Wagens und hätte in seiner über- fehen, wozu sie noch in der Zukunft berufen sein können. Ich selbe: gehörte, wie ich offen bekenne, zu den ärgsten Skeptikern quellenden Menschenliebe am liebsten alle in seine roten, faft- Röntgen war fein Genie. Er hat, abgesehen von seiner Entin dieser Hinsicht, und wie oft rief ich mit Hamlet aus:" Pfui, pfui ftrozenden Arme gedrückt. Wie strahlte seine Mutter, eine abge- deckung, die nicht im Gefolge besonderer theoretischer Einsichten aufdarüber. Es ist ein wüfter Garten, der auf in Samen schießt, verarbeitete, blaffe Frau, die um ihn den Arm geschlungen hielt. worfenes Unkraut erfüllt ihn gänzlich." Ha, mußte ich nicht sogar mißtrauisch sein damals gegen dich, mein bester Freund, der du enttäuschten Zeitgenossen. Wie war er voll blühenden Lebens, wie worden wäre. Nun leuchtet er, siegreich alles durchdringend, hell Ja, er war ein Mensch, der einzige unter all den getretenen und Sein Name würde bei seinem Tode kaum erwähnt worden sein, mir die biedere Rechte mit dem halben Pfund Butter nur dann hinstrecktest, wenn ich dir zuvor von meinen Friedenszigarren abgegeben hatte? Diese Welt der falschen Beteuerungen, de: Hinter lift, der Uebervorteilungen, der großen, verlogenen Worte, der Brutalität, des Mißtrauens und der Rachsucht war mir zum Efel Es gibt also nech Menschen, und es lohnt noch zu leben, war geworden, und ich fann bereits über das geeignetste Mittel nach, die Empfindung, die jetzt aus all den luftigen Gesichtern sprach, die mich möglich; ft unauffällig zu empfehlen. Wenn etwa das Schicksal ihn umgaben. Deinen Kuchen, geliebter Junge, nahm ich nicht, mir so von ungefähr einen Stich durch die Tapete versetzen würde, aber du haft mir für einige Tage den Mut gegeben, dieses Leben wie es dem guten, alten Polonius geschah. Welch herrliche: Gedanke! Der geschätzte Dichter," würde es dann heißen, ist uns weiterzuleben und die Sache mit der Kontaktstange werde ich mir durch einen bedauerlichen Unfall zu früh entrissen worden. Er hätte noch Großes leisten können." Aber, wie gesagt, ich traf ihn, denn herrlichen Menschen, der mir, ohne daß er mich kannte, von seinem einzigen Etüd Kucher zu essen anbot, der mir, als ich ihn versehentlich anji: ch, nich: zurief:„ Verdammter Flegel!", sondern lachend mir die and reichte, der die Güte, die Heiterkeit, die Volltommenheit selbst war. nahm er nod; an allem teil, wie schüttelte er jubelnd den blonden Jungenkopf, wenn er, aus dem Fenste: blickend, etwas Neues sah, ein Lier, einen Baum oder einen Wagen, der sich von selbst fort bewegt. noch überlegen. über der Menschheit. wenn er nicht mit den nach ihm benannten Strahlen verbunden K. H. D. unter Prätorius mit großem Elan hingelegte Aufführung. Bolksoper:„ Der Schmuck der Madonna". Eine schwungvolle, Dank der dramatischen Steigerungstraft Hartmanns, einer carmenartigen Leidenschaftlichkeit Aline Sandens und der innig bittenden und betenden Ausdruckskunst Kornells fam in das veristische Wert Wolff- Ferraris eine Lebenswahrheit, die ihm in matterer Aufführung und gemäßigterem Tempo fehlt. Die Enfembles rafften fich zu bewegten Maffenattionen auf, und ein großer Erfolg war dem für Berlin nicht mehr neuen Werk beschieden. Es schwankt in der Musik zwischen Mascagni und dem Komponisten der Neugierigen Frauen"; leider fommt der lettere, der uns wertWilhelm Röntgen. Der Entdecker der X- Strahlen, Prof. Wil- voller ist, zu kurz. Und in dem Stück der Eifersüchte und Liebeshelm v. Röntgen, Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Nobel- raferei steht soviel Profanes neben Andächtigem, Heiliges neben Unheiligem, daß eine Beflemmung über das theatermäßig gar zu preisträger, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Es war im Jahre 1895, als der Name des bis dahin nur in effektvoll Gewollte den Zuhörer hemmt. Buleht siegt das gepeitschte Fachkreisen tekannten Phyfibers, der damals in Würzburg lehrte, Blut, und man ist um Spannungen reicher, denen wahrhafte Ermit einem Schlage durch die Welt drang. Kaum je hat eine Ent- lösung fehlt. Das schönste Stück, das sinnfälligste zugleich, nämlich In der Straßenbahn traf ich ihn. Ich hatte gerade die Zeitung dedung in unserer Zeit solchen Anteil gewedt, wie die der neuen das Ständchen des zweiten Aktes, wurde im Zwischenspiel da capo K. G. gelesen und war re: blüfft über das geniale Eystem, womit unsere Strahlenart, über die Röntgen damals in der Physikalisch- Medizini- verlangt und gewährt. Feinde uns der letzten Zebensmöglichkeiten berauben wollten. Ein schen Gesellschaft in Würzburg referierte. Die Eigenschaft der Insektenkomödie" im Theater in der Königgräher Straße. Herr war mir auf die Füße getreten und schrie mich entrüftet an, X- Strahlen, wie sie zuerst genannt wurden, feste Stoffe, darunter Schmetterlinge, Wittäfer, Ameisen und Eintagsfliegen als Symbole id, könnte mich auch besser in acht nehmen. Von der Plattform auch den menschlichen Körper, zu durchdringen und jenseits der für die Zeitgenossen. Zwei Brüder Czapek teschechischer Einfuhr dröhnte das laute Gefchimpf eines Fahrgastes herein, der mit seinem hört. Heute sind ihre Wirkungen jedermann vertraut, man weiß, worden sind. Nach dem Rokottenbettstück soll vielleicht das Kinderselben die photographische Platte zu belichten, schien zuerst uner find verantwortlich für all die Banalitäten, die uns aufgetischt Ellbogen drei Frauen und einen Greis beiseite gestoßen hatte, weil daß sie von den Kathodenstrahlen in der elektrischen Röhre erzeugt er behauptete. daß für in Plak sein müsse. Schon fielen mir meine werden und vieles mehr, ohne daß wir in den Kern der Sache ein- wiegenftüd eingebürgert werden. Wie es gemacht wurde, wird am Montag erzählt. Lieblingsworte Hamlets ein, und ich überlegte, ob nicht der elek- gedrungen wären. Die Röntgenologie ist längst zu einer umfaffentrische Strom ein sehr geeignetes Transportmittel nach jenem den Spezialwissenschaft mit dem ganzen Apparat einer solchen ge= dunklen Land sein würde,„ aus des Bezirk kein Wanderer wieder- worden, es gibt besondere Zeitschriften und Lehrstühle dafür, und tehrt". Eine Berührung etwa mit der Kontaktstange. der Entdecker hat schon zu Lebzeiten sein Denkmal bekommen. Kein Da sah ich ihn, meinen Freund, wie er mir zulächelte und moderner Arzt kann mehr ohne den Röntgenapparat, der eine bes winkte, als hätte er in mir seinen größten Wohltäter gefunden. ſondere Röntgentechnik ins Leben gerufen hat, auskommen: er ist eines der wichtigsten und sichersten Hilfsmittel für die Diagnose Seine Augen strahlten, sein ganzes rundes Gesicht war Lebens- geworden. Millionen haben im Krieg und nachher von ihm profitiert: freude, und aus seinem Mund kam ein lautes Jauchzen, als er mich was feine Sonde, kein Finger und kein Ohr des untersuchenden erblickte. Im Gegensatz zu den anderen Fahrgästen, die seh: ge- Arztes feststellen konnte, das zeigt er auf dem Schirm in aller Deut Die in M. H. Die Folgen der schlechten Futtermittelernte werden, jetzt in einem Rückgang des Viehbestandes bemerkbar. Breußen am 1. Dezember 1922 det anstaltete amtliche Viehzählung ergab gegen das Berjahr eine Verminderung des Bestandes an Rindvich von 9,21 auf 8,867 Millionen Stück. Auch die Rahl der Milchkühe ist zurückgegangen von 4569 000 auf 4 489 000. Der Bestand an Schweinen fant von 10,44 auf 9,58 Millionen, der der Schafe von 3,87 auf 3,07 Millionen. Weniger stark ist der Pferdes bestand, nämlich um 20 000 auf 2,52 Millionen Stüd zurückgegane Geldentwertung und Steuer. ? deren Leiter Traub allerdings Kappminister gewesen ist, während herauszugeben, was dieser verweigerte. Die Franzosen erklärten Herr Ludendorff ja nur zufällig die Butschbrigade morgens 6 Uhr ihn hierauf für verhaftet, doch wurde die Ausführung der Beram Brandenburger Tor getroffen hat und dann auch wohl nur zu haftung durch den englischen Posten verhindert, worauf der Beobachtungszwecken sich viel in der Kappschen„ Schieberbörse" auf- Bug ohne Laterne weiterfuhr. hielt, die sich in der Reichskanzlei hinter Tanks und Maschinenge wehren treudeutsch installiert hatte. Schuhpolizisten aus dem Ruhrbezirk ein, die wegen Grußverweige In Worringen traf gestern ein Transport von 50 deutschen rung verhaftet waren und wahrscheinlich vor ein Kriegsgericht ge= Nun berichten die Münchener N. Nachr." über Ludendorffs stellt werden sollten. Die Engländer weigerten sich, den Hug Triumphreise" durch Deutschösterreich u. a., daß Ludendorff nur durch ihr Gebiet weiterzuleiten, der Zug fuhr nach Neuß zurück, darum in einem Vorort vor Wien ausgestiegen sei, um einen nachdem die Polizisten von herbeigeeilten Bewohnern Worringens feftlichen Empfang zu vermeiden. verpflegt worden waren. In Hezendorf hält niemals ein Schnellzug, überhaupt fein Fernzug, und die Eisenbahner hätten niemals auf Wunsch des Herrn Ludendorff den Zug halten lassen. Aber die Polizei hat das getan, und Ludendorff mußte heraus, um dem„ festlichen Empfang" durch die drei Bataillone Arbeiterordner zu entgehen, die auf dem Südbahnhof bereitstanden, Wer lügt also derart in dem Münchener Demokraten" blatt? Methode Recklinghausen. wurde ein alter Berginvalide, der ruhig seines Weges ging, Redlinghausen, 10. Februar.( Mtb.) Auf der Martisistraße, von Besatzungssoldaten mit Reitpeitschen und Gewehrfolben schwer mißhandelt, so daß er blutüberströmt zusammenbrach. Als Anwohner sich um den Hilflosen bemühen und ihn in cinen Hausflur tragen wollten, wurden sie mit vorgehaltenem Bajonett daran gehindert. Der Steuerausschuß ds Reichstages beriet am Sonnabend die Bestimmungen über die Berücksichtigung der Geld: entwertung bei der Zahlung. Der Regierungsentwurf will die beschleunigte Zahlung durch die Einführung von Berzugszinsen in Höhe von 10 Proz. pro Monat erreichen, verzichtet aber darauf, die Steuerliche Bevorzugung der Veranlagungspflichtigen durch die späte Bahlung irgendwie auszugleichen. Von den bürgerlichen Barteien wurden gegen die Regierungsvorlage, insbesondere über die Höhe der Berzugszinsen, starke Bedenken geltend gemacht. Auch äußerten sie die Auffassung, daß ein Umbau des ganzen Einfommensteuersystems dringend erforderlich sei. Positive Vorschläge aber lagen von ihrer Seite nicht vor. Nur die Sozialdemo fratie hatte einen Antrag eingebracht, der an Stelle der festen Berzugszinsen von 10 Proz. Berzugszinsen in Höhe des Goldzollaufschlags vorsicht. Dieser Goldzollaufschlag foll auch für Verzögerung der Steuerzahlung auf Grund des§ 4 der Reichsabgabenordnung und für Steuerstundungen und Zahlungsauffahübe gelten. Für die Einkommensteuer des Jahres 1922, sofern In Herne ist ein uniformierter Polizeibeamter, der die vor der Steuerpflichtige nicht dem Lohn- und Gehaltsabzuge unterliegt Das französische Außenministerium hat der deutschen Botschaft bzw. soweit nicht Vorauszahlungen entrichtet sind, soll der Steuer in Paris die Noten vom 1. und 4. Februar, die sich auf rechts- einem Lokal zusammengeströmte Menge zu beruhigen und zu zerbetrag mit dem durchschnittlichen Goldzollaufschlag des Jahres 1922 widrige Anordnungen der Rheinlandkommission und die streuen versuchte, von den Franzosen verhaftet und abge multipliziert werden. Abschnürung des Ruhrgebiets bezogen, zurüdgesandt. In führt worden, ebenso ein Kriminalbeamter und mehrere Zivilisten. Dieser Antrag wurde vom Genossen Her eingehend be- einer Begleitnote teilt es mit, es könne bei dieser Gelegenheit nur leute sind nach längeren Berhandlungen mit dem General wieder Die am letzten Mittwoch in Recklinghausen verhafteten Kaufgründet. Der Vorschlag der Regierung sei zwar eine Verbesserung seine Erklärungen vom 3. Februar wiederholen; die französische Re- freigelassen worden. Auch die drei festgesetzten Arbeitervertreter des gegenwärtigen Zustandes, lasse aber noch immer die Möglichkeit gierung fönne fein Schreiben annehmen, das ausgesprochen wurden aus der Haft entlassen. Sie sollen am tommenden Sonnoffen, daß der fäumige Zahler sich die Vorteile der Geldentwertung oder zwischen den Zeilen irgendeine Kritik an den abend vor ein Polizeigericht gestellt werden. zunuze mache. Den zahlreichen Fehlern der Steuergesetzgebung der von der Reparationsfommiffion regelrecht festgestellten Versäumletzten Zeit dürfe jetzt nicht noch ein neuer hinzugefügt werden. nissen oder an den infolge dieser Feststellung und gemäß den BeDie Last der Geldentwertung müsse ausschließstimmungen des Versailler Vertrages getroffenen Maßnahmen lich auf dem Steuerpflichtigen ruhen. Jede andere enthalte. Proteste werden zurückgesandt. Regelung führe zur Verschärfung des Steuerunrechts. das zu be- Die deutsche Regierung bemerkt dazu, daß sie weiter feitigen ja auch die angebliche Absicht der bürgerlichen Parteien sei. protestieren wird. Man müsse deshalb auch, über die Regierungsvorlage hinausgehend, den Vorteil, den die Steuerpflichtigen unberechtigt aus der verspäteten Zahlung und aus der Geldentwertung des Jahres 1922 gewonnen haben, durch eine Anrechnung der Geldentwertung bei der Zahlung wieder gut machen. Ohne eine solche Milderung des Steuerunrechts würde es der Sozialdemokratie sehr schwer gemacht werden, dem Geseze ihre Zustimmung zu geben. Die Darlegungen des Genossen Herz riefen eine eingehende Diskussion hervor. Fast alle bürgerlichen Redner äußerten ihre Uebereinstimmung mit dem Grundgedanken, machten aber die stärksten Bedenken gegen den vorgeschlagenen Weg geftend. Die Debatte endete mit der Ueberweisung dieses Teils der Regierungsvorlage und des sozialdemokratischen Antrages an einen Unterausschuß. Die Erhöhung der Wohnungsbauabgabe. Der Wohnungsausschuß des Reichstages hat am Sonnabend die Entscheidung über die Höhe der Wohnungsbauabgabe gefällt. Sie beträgt das Dreißigfache der Friedens. miete. Ein Beitrag von 40 Mart pro Kopf der Bevölkerung soll davon an den Ausgleichsfonds abgeliefert werden. Eine in Paris, London und Brüssel überreichte deutsche Note protestiert gegen die rechtswidrige Berordnung der Rheinlandtommiffion, die bestimmt, daß die deutschen Beamten wegen Mitwirkung an den französisch- belgischen Maßnahmen von deutschen Behörden in feiner Weise zur Berantwortung gezogen oder in ihren Rechten beeinträchtigt werden dürfen, die die Strafverfolgung von Personen, Firmen und Gesellschaften wegen aller Handlungen untersagt, die auf Grund jener Verordnungen erlaubt seien und Buwiderhandlungen mit Geldstrafe bis zu 50 Millionen Mark und mit Gefängnis bis zu 5 Jahren bedroht. Der Pariser Kriegsrat. Den französischen Soldaten in Recklinghausen ist verboten worden, sich nach fünf Uhr abends auf der Straße aufzuhalten. Tagesliste friedlicher Maßnahmen. Effen, 10. Februar.( Eig. Drahtbericht.) Am Sonnabend früh 6 Uhr erschienen vor den Zechen Helene und Amalie Autos mit 6 franzöfifchen Offizieren und 20 Soldaten. Die Zechentore wurden besetzt. Der Direktor, Bergassessor Beißer, wurde in seiner Wohnung festgenommen und nach Effen- Bredenen gebracht. Das hörder Volksblatt" ist wegen eines Artikels, der angeblich gegen die Würde der Besatzungstruppen gerichtet sein soll, auf 8 Tage verboten worden. Dem verhafteten Zechen- Generaldirektor Hoppstädter ließ man faum Zeit, fich anzufleiden. Seiner Frau, welche nach dem Ort der Unterbringung fragte, fette man als Antwort eine Gewehr= mündung vor den Kopf. Die Belegschaft streift 24 Stunden zum Protest. Der troß schwerer Krankheit ausgewiesene Regierungsdirektor Stemminger- Pfalz ist gestorben. Den Oberbürgermeister von Oberhausen, Dr. Havenstein, fesselte man bei der Verhaftung und entfesselte ihn erst auf den Protest aller Beamten. Paris, 10. Februar,( Havas.) Bei den heutigen Berhandlungen am Quai d'Orsay haben sowohl Jaspar als auch Poin= Der bei den Wiesbadener Kundgeburgen von hinten auf caré erflärt, die beiden Regierungen seien vollständig einig über der Flucht Angeschossene ist durch Kopfschuß lebensgefährlich die in den deutschen besetzten Gebieten zu ergreifenden Maßnahmen. verlegt. Berhaftet wurde der Bergmann August Gras in Brechten, Sowohl Frankreich wie auch Belgien würden sich erneut bemühen, das Verkehrswesen zu verbessern. Im Laufe der Unterredung ist als er zum Begräbnis feines von einem französischen Posten ervon einer Abänderung in der Leitung der Besetzung im Ruhr- schossenen Kameraden Hauser wollte. gebiet nicht die Rede gewesen, General Degoutte zentralisierte In Wiesbaden haben die Franzosen den Sekretär des im vollen Einverständnis mit den beiden Regierungen alle Macht- Deutschen Eisenbahnerverbandes und Kartellvorsitzenden des ADEB., befugnisse. Eine Verschärfung der Maßnahmen zum Schußze Gen. Bode. verhaftet. der Eisenbahnen sei vorgesehen. Schließlich ist vereinbart worden, einen direkteren Kontakt zwischen den belgischen und den französischen Ministern herzustellen. Es find häufigere Reifen nach Paris und Brüssel in Aussicht genommen. Es ist möglich, daß Poincaré fich erforderlichenfalls zu Besprechungen nach Brüssel begeben wird Die Hakenkreuzler in Wien. Wien, 10. Februar.( Eig. Drahtbericht.) Hier hält sich jetzt der in Deutschland steckbrieflich verfolgte Kappist Oberst Bauer auf. Bor einem Jahr ist hier eine Ortsgruppe des Bundes Oberland" gegründet worden. Sie veranstaltete jetzt eine Gründungsfeier, in der der bayerische Hakenkreuzler Hah von der Leitung des in Deutschland verbotenen Verbandes national- maßnahmen zur Verhinderung der Ein- und Ausfuhr im Ruhr Nach einer Eca- Meldung forderten die Belgier weitere gefinnter Soldaten", aber im Namen dieser Leitung Sprach. gebiet, sowie zur weiteren Isolierung der ganzen IndustrieDie Währungsfrage scheint für eine sichere Besprechung zwischen den allierten Regierungen noch nicht genügend vorbereitet. Wer lügt? 99 Herr Ludendorff hat bekanntlich letzthin an die Deutschrationale Reid; stagsfraktion gedrahtet: Vorwärts lügt", obwohl " 1 zone. unser Bericht über eine Münchener Rede dieses Todfeindes und Poincarés Vormund des Völkerbundes. Pensionärs der deutschen Republit genau mit dem Bericht der deutschnationalen München- Augsb. Abendztg." übereinstimmte, Deutschland völkerbundnnwürdig. ' Der Bergassessor Redmann in Arenberg wurde ohne Angabe von Gründen in seiner Wohnung verhaftet. Eine Aufforde= rung zu Kohlenlieferungen oder irgendeine Vorladung ist an ihn zuvor nicht ergangen. Reckmann wurde in einem geschlossenen 2iuto nach unbekanntem Ziel weggeschleppt. Kaffenraub.wixs Trier, 10. Februar.( WTB.) Auf der Hauptkasse der Reichs bahndirektion wurden die Vertreter des ausgewiesenen Direktionspräsidenten aufgefordert, bei. Deffnung des Geldschrantes behilflich zu sein, was sie ablehnten. In ihrem Beisein wurde hierauf der Geldschrank mit Brechwerkzeugen geöffnet und fünf Millionen Mart fortgenommen. Französisch- russische Anknüpfung. Paris, 10. Februar.( WTB.) Laut„ New York Herald" bers lautet, daß Senator de Monzie binnen furzem an der Spizze einer besonderen Handels- und Finanzmission nach Moskau geben Die Börse habe die Nachricht als ersten Schritt zur werde. eventuellen Anerkennung der Sowjetregierung ausgelegt. Havas stellt fest, daß man in offiziellen Streisen feine Erflärung über die Richtigkeit der Nachricht, daß Frankreich demnächst einen Politiker nach Moskau entsenden würde, abgeben wolle. Wahlerfolg der englischen Arbeiter. Paris, 10. Februar.( WTB.) Der Präsident der Liga für Menschenrechte Ferdinand Buisson hatte fürzlich an Poincaré gen, während sich die Zahl der Ziegen von 2,54 auf 2,44 Mill. Stück die schriftliche Anfrage gerichtet, welches die Haltung Frankreichs verminderte. Aus allen diesen Zahlen spricht die Einschränkung der fein würde, wenn der Bölterbundrat beschließen würde, Biehhaltung infolge der Knappheit an Futtermitteln. Ist sie bei Deutschland zuzulassen. Der Ministerpräsident antwortete der Schweinezucht, die sehr viel zu menschlicher Nahrung benötigte darauf: Die franzöfifche Regierung war immer der Ansicht, daß der Lebensmittel in Anspruch nimmt, schon deshalb minder bedenklich, Bölferbund seine Aufgabe nur unter der Bedingung, daß er uniweil das Schweinefleisch wegen seines hohen Preises für breite persal wird, infolgedessen auch Deutschland aufnimmt, erfüllen Bevölkerungskreise fast gar nicht mehr in Frage kommt, so ist die kann. Aber die Aufnahme eines Staates, der nicht Urmitglied ist, Verminderung des Rindviehbestandes, befonders im Hinblick auf die in den Bölkerbund ist Bedingungen unterworfen, die der VerMilch not, doppelt bedauerlich. Es fommt noch hinzu, daß auch trag aufstellt. Außerdem muß ein solcher Staat nach den BestimLondon, 9. Februar.( EE.) Gestern fand in Whitechapel inder Nachwuchs an Rindern durch Abschlachtung wesentlich, nämlich mungen des Bertrages greifbare Sicherheiten von seiner Absicht, seine internationalen Berpflichtungen zu um rund 8 Prozent, zurüdgegangen ist. erfolge des Lotes des Arbeiterabgeordneten Mathem eine Nachmahl füllen, geben. Desterreich, Bulgarien und Ungarn, die sich dem statt. Gewählt wurde der Arbeiterkandidat Gosling mit 8398 Bölferbund gegenüber in gleicher Lage befanden, wie Deutschland, Stimmen, während auf den liberalen Killen 6298 und auf den Brosind diesen Bedingungen nach ge fommen und zugelaffen worden. Vor allem Ungarn hat feierlich die Annahme des Artikels 1 des bibitionisten Holden 130 Stimmen entfielen. Charakteristisch ist, daß Vertrages ausgesprochen und die Pflichten übernommen, die daraus die Mehrheit der Arbeiterpartei diesmal 2300 Stimmen betrug, wäys entspringen( und tüchtig gerüstet unter französischem Mörder- rend sie sich bei den letzten Wahlen nur auf 428 Stimmen belief. protektorat. Red.). Deutschland jedoch hat bis heute die Forde rung noch nicht erfüllt, und es hat durch seine Handlungsweise be= Sanktionen gegen Arbeiter. wiefen, daß es noch nicht gewillt ist, sich den Verpflichtungen zu unterwerfen, die es in einem Vertrage unterschrieben Der Deutsche Wertmeisterverband schreibt uns: Am Donnerstag hat, in welchen der Vertrag des Völkerbundes einverleibt ift. Bis mittag sprach auf unserer Geschäftsstelle in Stuttgart der Werkjezt konnte daher noch keine Rede von seiner Zulassung sein. Die meister Jakob Menz aus Asbach( Westerwald) vor und erzählte: Franzosen müßten sich als erste beglückwünschen, wenn eine Alende- Seit vier Jahren bin ich bei der Maschinenfabrik Asbach als Weister rung in der Haltung Deutschlands eintreten würde, die diesem tätig. In der letzten Woche wurde der Ort von den Franzosen erlaubte, neben den Mächten, die ihren Verpflichtungen nach kommen, im Bölferbund vertreten zu sein. Es steht besonders Herrn Poincaré gut an, sich als Hüter des Friedensvertrages aufzufspielen, den er so fraß gebrochen hat. Entdeckungen in Deutfchoftafrika. Ueber eine im Jahre 1921 unternommene wissenschaftliche Expedition der Engländer in unserem ehemaligen estafrikanischen Gebiet stattete por furzem ihr Führer Mr. Barns in der„ frikanischen Gesellschaft" in London den ersten Bericht ab. Als besonderes Arbeitsfeld hatte sich die Expedition die Untersuchung der außerordentlich zahlreichen er loschenen Krater um den Tanganjitasee erwählt es gibt da auch noch viele tätige Vulkane- und hat nun in der Tat überaus intereffantes Material zu Tage gefördert. Unter den Kratern ist der größte der Ngorongoro: er hat 19 Kilometer im Durchmesser und 56 im Umfang: er ist damit auch der größte Krater der ganzen Erde. Seine Böschungen sind fehr steil, bis zu 600 Meter. Sein oberer Rand ist von einem dichten Gürtel von Wäldern eingefaßt, die dadurch besondere Be besetzt und meine Wohnung in meinem eigenen Hause deutung gewinnen, daß in ihnen und ebenso in den weiter nach unten gelegenen Lichtungen ungeheuer viel Wild lebt: Riesen= von den Franzosen für militärische Zwecke beschlagnahm t. schweine, Buschböde, Rhinozeroffe, Elefanten. Die für den Raum Mit Frau und zwei Kindern wurde mir eine Küche und ein kleiner schier unglaubliche Menge erklärt sich einmal dadurch, daß nie ein Raum, der bisher als Vorratstammer benutzt wurde, als Jäger unter ihnen aufgeräumt hat, dann aber auch weil das Wild Wohn- und Schlafräume überlassen. Ich protestierte gegen die nie aus dem Kraterteffel wegen der steilen Wände heraus fann. Beschlagnahme, ganz besonders dagegen, daß für vier Personen Hinzu kommt, daß sich eine reiche Fülle an Nahrung, besonders an dem prächtigsten roten und weißen Klee bietet. Der Krater ist von London, 10. Februar.( Reuter.) Die britische Regierung hat ein so fleiner Raum zum Schlafen und Wohnen zur Verfügung tiefen Schluchten durchzogen, und auf dem Grunde steht ein großer auf die Anfrage der französischen Regierung, welche Erleichterungen gestellt wurde. Während der Auseinandersetzung darüber kam es See. In anderen Kratern fand Mr. Barns Gorillas in Menge von für die Durchfahrt von Zügen mit Reparationsfohle vom Ruhrgebiet zwischen mir und dem Dolmetscher zu Tätlichkeiten. Dem Dolbesonderer Größe; einer war über 1,80 Meter hoch. Der Forscher im Falle eines Generalstreits auf den deutschen Eisenbahnen metscher gefellten sich einige französische Soldaten zu; fie mißmeint, daß diese Gegenden um den Tanganjika auch der prähisto- gewährt werden könnten, da die Hauptlinien vom Ruhrgebiet durch handelten mich mit Gewehrkolben und Faustrischen Wissenschaft gutes Material liefern werden. die von den englischen Truppen besetzte Zone gehen, bisher noch schlägen derart, daß ich zu Fall fam. Auf dem Boden liegend, teine Antwort erteilt. Die amtlichen Londoner Kreise sind der wurde ich von den Soldaten mit Fußtritten traftiert.( Menz Ansicht, daß die beiden Linien, die vom Ruhrgebiet nach Frankreich geht infolge der Mißhandlung nur schleppend und klagt über führen, ohne die britische zone zu berühren, mit Leichtigkeit für Schmerzen im Rücken und in der Hüftegegend.) Kurze Zeit nach den gegenwärtigen täglichen Kohlenverkehr genügen dem Borfall wurde ich mit sofortiger Wirkung ausgewiesen. Meiner Familie wurde eröffnet, daß sie innerhalb acht Tagen das besetzte Gebiet zu verlassen habe. England und Kohlenbeutezüge. Mary- Gedächtnisnummer. Zum vierzigften Todestag von Karl Marr erscheint eine in Tiefdruck illustrierte Marr- Nummer im Verlag der Buchhandlung Vorwärts. Kopernifus efern in Ostpreußen. 213 19. februar fährt sich würden und hoffen, daß die französischen amtlichen Stellen die zum 450. Male der Geburtstag von Stopernihus, dem Begründer der neueren Aftronomie. In Thorn ist er geboren, in Frauenburg hat er den Schwierigkeiten, denen die britischen Behörden sich im größten Teil feines Lebens zugebracht, und so bat Citpreußen besonderen Rheinland gegenübersehen, nicht dadurch vermehren werden, Grund, des großzen Sohnes des alten Drdenslandes zu gedenken. Wie daß sie auf ihrer Forderung auf Durchlaß von Kohlenzügen durch wir hören, planen die Königsberger Universität und die Braunsberger Akademie Feiern. Die St. Lorenz- Kirche in Nürnberg vom Verfall bedroht. Die berühmte St- Lorenz- Stirche, eine der herrlichsten golischen Baudenkmäler Nürnbergs, droht dem aänzlichen Ruin anheimzufallen. Seit 20 Jabren schon wurden ununterbrochen Stüßungs- und Sicherungsarbeiten vor genommen, die in Zufunft nicht mehr fortgejezt werden können. Der Berein zur Erhaltung der Kirche wendet sich an das-Ausland, vor allem an Amerika. das britische Gebiet bestehen. In der englischen Zone. Auf die Frage, wie sich sein Arbeitgeber zu diesem Vorfall stellte, erklärte Menz, daß der Betrieb, der bisher 50 Arbeiter be= schäftigte, von den Franzosen ebenfalls beschlagnahmt, infolgedessen aufgelöst und die Arbeiter entlassen wurden. Für das Frauenwahlrecht in Frankreich hat sich der Wahlrechte Köln, 10. Februar.( WTB.) Borläufig werden keine Wagen mehr in das unbesetzte Gebiet hineingelassen, da vorgestern mehr ausschuß der Stammer mit 12 gegen 2 Stimmen ausgesprochen und Wagen in das bejezte Gebiet als aus ihm herausgefahren sind. In mit 8 gegen 3 Stimmen bei zwei Enthaltungen vorgeschlagen, das Brühl forderten bei Ankunft eines franzöfifchen Militärzuges aftive und das passive Wahlrechtsalter für Frauen auf 25 Jahre französische Eisenbahner den Borsteher auf, eine 3ugschlußlaterne festzusetzen. Gewerkschaftsbewegung Partei und Angestellte. Der Werbeausschuß für Angestellte in der Bereinigten Sozial demokratischen Partei Deutschlands hatte zu vergangenen Donnerstag nach den Musikerfälen zu einer öffentlichen Bersammlung der Angestellten eingeladen. Der große Saal war völlig gefüllt. Reichs tagsabg. Aufhäuser referierte über das Thema:„ Die politische und wirtschaftliche Entwidlung". falle ständig und damit werde auch eine Verbilligung der Lebens- Die französische Bergwerksdirektion hat jeßt den Bergarbeitern mittel eintreten. Die Vertreter der Arbeiter haben keinen Zweife! gedroht, sie durch Militär zur Arbeit heranzuholen. Der Be. darüber gelassen, daß durch das Verhalten der Berliner Metall- lagerungszustand soll nachhelfen. Eine Tantabteilung industriellen erneut große Schwierigkeiten in der ist bereits eingetroffen. Metallindustrie entstehen können. Wenngleich heute feststebt, daß Deutscher Holzarbeiterverband. Infolge des Streits fönnen bie die Löhne in den anderen Industriegruppen wesentlich höher find, als die in der Berliner Metallindustrie, so versuchen doch die Delegiertenwahlen zur Generalversammlung am 12. Februar nicht Metallindustriellen, die bei ihnen beschäftigten Arbeiter immer mehr stattfinden. Die Neuwahlen werden am 26. Februar in den be der Verelendung preiszugeben. Auch aus der neuen Haltung der fannten Lokalen und zu den bereits festgelegten Zeiten vorgenom Unternehmer haben die Kollegen die Konsequenzen zu ziehen und men. Die genaue Angabe der Lofale erfolgt im tommenden Mit teilungsblatt. müssen sich nach jeder Richtung hin, fampfbereit halten. Die infolge des Beschlusses der fombinierten Gene ralversammlung vom 5. Februar für die Streifenden gefa m. melten 10 Proz. vom Wochenlohn sind sofort im Bureau zweds Berteilung an die streifenden Kollegen abzuliefern. Die Ortsverwaltung. Ruhrhilfe der Berliner Arbeitgeber. Die Lohnbewegung der Handelsarbeiter im Großhandel führte zwar nicht zu einem einheitlichen Vertrage, doch fonnten in zweitägiger Ber handlung die Lohnfäße für alle angeschlossenen Branchen auf berfelben Bajis geregelt werden. Es wurde im Durchschnitt ein Zuschlag von zirka 120 Broz. für die erste Hälfte und von 150 Broz. für die zweite Hälfte des Monats Februar auf die vereinbarten Januarlöhne er zielt. Für die Branchen: Chemikalien, Dele und Fette, Glas und die Tarife ab Montag 4 Uhr im Deutschen Berkehrsbund, EngelKeramit, Altmetall, Eisenturzwaren und Werkzeugmaschinen, Textil, Lederwirtschaft, Samen, Kolonialwaren, Fourage und Dung werden ufer 24/25 II, Zimmer 31, gegen Borzeigung des Mitgliedsaus weises verausgabt. Ueber den Abschluß der Bewegung wird in weifes verausgabt. Ueber den Abschluß der Bewegung wird in Der Referent hob hervor, daß die Ruhrbefehung zum großen Teile mitverschuldet sei durch die einflußreichsten Kreise des Unternehmertums in Deutschland, die der Regierung Wirth die Stellung Aus dem Bureau der Gewerkschaftskommission Berlins und von Pfändern für den Schuldenaufschub verweigerten und sich der Umgegend wird uns geschrieben: Für die Angestellten im Berliner Einzelhandel fam in einer heutigen Regierung gegenüber in dieser Frage bis heute noch umgegend wird uns geschrieben: Die Opferwilligkeit der Arbeitgeber kennzeichnet ein Rundnicht geäußert haben. Kapitalistische Kreise hätten fein Recht, schreiben des Verbandes Berliner Metallindustrieller, in dem dessen Verhandlung am Sonnabend folgende Vereinbarung zustande: Den fich auf Rechtsgrundfäße, die durch Frankreich verletzt worden sind, zu Mitgliedern zur Pflicht gemacht wird, die von der Arbeit- Angestellten wird eine Vorabzahlung in Höhe von etwa 80 Broz. berufen, weil sie während des Krieges selbst die Verlegung von nehmerschaft selbst eingeleitete Sammlung für die bis zum 15., spätestens aber am 17. Februar, geleistet. Die aus der Januargehälter auf die noch zu vereinbarenden Februargehälter Rechtsgrundsägen propagierten. Der notwendige Abwehrkampf Opfer des völkerrechtswidrigen Einbruchs des franzöfifchen Milita- gerechneten Säge find am Montag beim Zentralverband der Angegegen jeden Militarismus werde von der Arbeitnehmer schaft jetzt besonders im Ruhrgebiet geführt. Es sei ein Zwei- rismus ins Ruhrgebiet zu verbieten. Mit diesem Samm stellten, Belle- Alliance- Str. 7/10, erhältlich. Zwei- fungsverbot beweisen die Unternehmer nur ihre schon längst frontenfrieg. In erster Linie gegen den franzöfifchen Kapi bekannte Unluft, selbst Opfer zu bringen, und daß sie nur einen talismus, in zweiter Linie gegen die deutschen Natio Borwand suchen, sich davon zu drücken. Denn hätten sie felbst ben nalisten, die die Ruhrbefehung sehr gern für ihre politischen Willen, auch ihr Scherflein freiwillig dazu beizutragen, die not Sonderziele benutzen möchten. Nicht das Unternehmertum führt im leidenden Bolksgenossen im besetzten Gebiet zu unterstügen, dann Ruhrgebiet den Kampf gegen den französischen Militarismus, fon- fönnten fie es nicht davon abhängig machen, daß diese Sammlung dern Arbeiter und Angestellte. Die Angestellten nicht zuletzt seien gemeinsam durchgeführt wird, sondern es müßte ihnen daran die Träger des Abwehrkampfes. Auguft Thyssen hat vor der gelegen sein, daß recht viele Mittel zusammenkommen. Die gegen tag aufgehoben wird. Das Unternehmertum rufe nach der werden. Es ist doch zu schön, wenn man einen Vorwand hat, sich Ruhrbefehung gefordert, daß das Gesetz über den Acht stunden: feitige Kontrolle kann auch durch getrennte Sammlungen geübt Einheitsfront; wenn das ehrlich gemeint wäre, hätte Thyssen der angeblich freiwilligen" Bahlung des vierfachen Betrages des längst in einem neuen Brief fordern müssen, daß auf Grund des Lohnes zu entziehen. Es mag genügen, diesen Opfermut" des glänzenden Abwehrkampfes der Arbeitnehmer die Unternehmer nun- Berliner Unternehmertums tiefer zu hängen und der Beurteilung mehr für die gesetzliche Festlegung des Achtstundentages eintreten. Der Deffentlichkeit zu überlassen. Man höre auch jetzt noch von vielen Lohnfämpfen von Arbeitnehmergruppen, woraus hervorgeht, daß ein erhöhter Verständigungswille bei den Arbeitgebern trotz Ruhrbefehung und der von ihnen geforderten Einheitsfront nicht vorhanden ist. Die Arbeiter und Angestellten sollten sich nicht von nationalistischen Phrafen umnebeln Lassen, sondern den Abwehrkampf gegen jeden Milita rismus und gegen jede Unterdrückung zielklar durchführen. Die außenpolitischen Borgänge dürften die Arbeitnehmer nicht davon abhalten, innenpolitisch den bei der deutschen Preisentwicklung um fo nötiger gewordenen Klassenkampf mit aller Energie weiterzuführen. Um im Strudel der heutigen Zeit die Interessen der Arbeitnehmer und damit die Interessen der Allgemeinheit zielflar wahrnehmen zu können, sei eine Einheitsfront auf dem Boden der Partei nötig. Sowohl die Links- als auch die Rechtsbolfchewisten können dem Volk keine Hilfe bringen. Es gelte, die Reihen der Partei zu stüßen, es gelte, die bürgerliche Breffe aus den Häusern zu verbannen und dafür die Arbeiterpreffe zu abonnieren. Die Unternehmertonzerne stoßen jetzt große Papiermartbestände nach dem Ruhrgebiet und nach dem Auslande ab. Das ließe darauf schließen, daß man Papiermark in ausländischer Währung anlegt, um für den Fall eines ungünstigen Ausganges gegen den Abwehrkampf gesichert zu sein. Der Rapitalismus ist und bleibt international. Deshalb dürfen wir uns auch nicht von irgendwelchen Einheitsparolen einfangen lassen. Die Diskuffion bewegte sich in der gleichen Richtung bis auf einen fommunistischen Redner, der als Allheilmittel die Schaffung der Arbeiterregierung empfahl, worauf ihm Genosse Aufhäuser im Schlußwort erflärte, daß die Sozialdemokratie fich ben Zeitpunkt für die Uebernahme der Macht in eigene Hände nicht von dem Gegner vorschreiben ließe. Die Sozialdemokratie wünsche auch eine Arbeiterregierung, aber nicht eine solche, die in der Luft schwebe, sondern die, von dem überzeugten Willen der Arbeiter und Angestellten getragen, eine Lebensdauer garantiert. In der Bersammlung wurde eine große Anzahl Aufnahmen für die Partei gemacht. Der Werbeausschuß für Angestellte bittet die bereits in der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands organifierten Angestellten( Handlungsgehilfen, Werkmeister, Technifer), ihre Privatadressen mit Angabe des Betriebes, der gewerkschaftlichen Organisation sofort schriftlich zu übermitteln nach Lindenstraße 3( Bezirkssekretariat). den Branchen berichtet. Die organisierte Berliner Arbeitnehmerschaft darf und wird Auf den Zechen des Waldenburger Reviers in Schleften fich, weder durch diese Drückerei des organisierter Unternehmertums, werden jetzt von den Bergarbeitern ebenfalls Ueberschichten vernoch durch das Verbot irritieren lassen, sondern ihm zum Troß die fahren, die zum Ausgleich für den Berluft von Ruhrtohle dienen Don der Gewerkschaftsfommission und dem Drts- follen. Die Ueberschichten werden geleistet durch Anhängen einer fartell des Afa- Bundes eingeleitete Sammlung achten Stunde an die regelmäßige Arbeitszeit. durchführen. Jetzt erst recht muß fie beweisen, daß es ihr mit ihrer Solidarität gegenüber den Opfern der Ruhrbesetzung ernst ist und daß sie es ablehnt, vom Unternehmertum Weisungen entgegenzunehmen. Schiedsspruch für die Maßschuhmacher. Verhandlungen im Lothringer Bergarbeiterstreit wurden bis Montag vertagt. Außerordentliche Bezirksversammlungen der Schuhmacher finden morgen in ben bekannten Lotalen ftatt. Die Ablehnung unserer Forderung durch die Innungen. Branchenversammlung der Zuschneider morgen 5% Uhr, Röpenider Straße 127a. Bersammlung der Stepperei und Vorrichtetei in und außer bem Saufe für die Straßen, Ball- und Lugusschuhindustrie Dienstag 5% Uhr, Bersammlung der Maschinen-, Handzwider und Zwide. Röpenider Str. 1273. Bersammlung der Maschinenrinnen Dienstag 6 Uhr bei Boeker, Weberftr. 17.arbeiter und Fertigmacherinnen Dienstag 5% Uhr, Residenziale, Landsberger Straße 31. Zentralverband der Schuhmacher. Graphische Hilfsarbeiter und arbeiterinnen. Dienstag 5 Uhr im Dresdener Garten, Dresdener Str, 45, Bersammlung der Buchdrudfunktionäre. In An betracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht jedes Funktionärs zu er fcheinen. AfA- Funktionäre bez Gesundheitsindustrie. Dienstag pünktlich 7 Uhe tionärtarte und Mitgliedsbuch eines AfA- Berbandes legitimieren. Verband bez Gemeinde- und Staatsarbeiter, 1. Bezirk( Mitte). Der Ortsvorstand. Der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin hat am 9. Februar in der Lohnstreitsache der Maßschuhmacher einen Schiedsspruch gefällt, der die Löhne wie folgt neu regelt: Der Mindestſtundenlohn beträgt für einen männlichen Zeitlohnarbeiter und als Affordbasis für neue Arbeiten für die Zeit vom 5. bis 18. Februar 1000 M., für die Zeit vom 19. Februar bis 4. März 1200 m.; für weibliche Zeitlohnarbeiter 985 bzw. 1185 M.; als Affordbasis für Reparaturen 940 bzw. 1140 m. Eine Nachforderung für die Zeit ab 19. Februar ist zulässig, wenn die Steigerung der Lebenshaltung mehr als die erfolgte eft. 2. Wahl der Bezirksleitung. Alle im Bezirk wohnenben Mitglieder Lohnzulage beträgt. Dem Schiedsspruch haben sich beide Parteien unterworfen. im Empfangsraum bes Butab, Werftstr. 7, wichtige Versammlung. ufu- FuntDienstag 6 Uhr im Königsgraben 2, Bezirksversammlung. 1. Ruhrbeſegung und Arbeiter müffen erscheinen. Die Bezirksleitung. Bertrauensleute ber reinen Buchbindereien, Geschäftsbuchfabriken und bes Briefumschlagbranche. Dienstag 4% Uhr im Gaal 5 des Gewerkschaftshauses, Vom Bergarbeiterstreif im Saargebiet. Engelufer, Bertrauensmännerfizung. Bericht von den Weimarer Lohnverhandlungen. Achtung, Tiefbaubelegierte! Dienstag 5 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 8, Die Metallarbeiterorganisationen protestierten gegen das Borgehen der Dillinger Hütte, die die Feuerleute ohne Lohnzahlung Berlammlung aller im Tiefbaugewerbe beschäftigten Betriebsräte und Bau beurlaubt" hat.- Die Hauptstreifleitung hatte infolge ber mili belegierten. Erfcheinen ift bringend notwendig. Mitgliedsbuch und Ausweis 3.: oznom. Parte ber Betriebsrätezentrale legitimieren. Retallarbeiter, 21. Bezirk( Oberschöneweibe usw.). Dienstag 4% Uhr in der tärischen Belegung der Gruben eine Aussprache mit der obersten Polizeiverwaltung. Diese erklärte, die Regierungstom- Schule in Rieberfoneweibe, Berliner Straße, Zusammenkunft eller Genossen der Amsterdamer Richtung, die Mitglieder des Deutschen mission habe dem Militär feine Anweisung zu ihrem Borgehen ge- Metallarbeiterverbandes Find und aum 21. Bezirk gehören. Wichtige Tages. Das Militär sei nur zum Schuße der Gruben, ordnung. Jeder Betrieb muß unbedingt vertreten fein. geben. der franzöfifchen Beamten und deren Familien.( Wie im Ruhrgebiet nur zum Schuße der französischen Ingenieure!) Die Streitleitung ersuchte die Belegschaften, die erforderlichen Notstandsarbeiten bis auf weiteres zu verrichten. Bei der Saarregierung protestierte die oberste Streifleitung megen der militärischen Besetzung der Gruben. Der Protest erwähnt, daß in Püttlingen reitendes Militär ruhig ihres Weges gehende Streifende von der Straße verjagte. Ein Bergmann wurde mit einer Reitpeitsche geschlagen, ein anderer mit dem Bajonett bedroht. Die Bemühungen um Streifbrecher hatten den Erfolg, daß Neue Differenzen in der Berliner Metallindustrie. 44 Obdachlose als arbeitswillige Hafenarbeiter geworben wurden. Für den Monat Februar waren in der Berliner Metallindustrie Die abgelegten" Bergleute, die bisher auf der schwarzen Liste bis einschließlich 25. Februar die Löhne festgelegt, mit der Maß- standen und keine Arbeit befamen, werden jetzt in ihren Wohnungen gabe, daß erneut in Berhandlungen eingetreten werden soll, wenn aufgesucht, um ihnen Arbeit Streitbrecherarbeit anzubieten, eine wesentliche Teuerung eintreten wird. Da dies zweifellos ge- die sie dankend ablehnen. Man geht daher energischer" vor: In schehen ist, fanden am 10. Februar erneute Verhand Spiesen drangen zwei Soldaten in die Wohnung eines Bergmannes, Lungen statt. Sie führten jedoch zu teinem Ergebnis, um ihn zur Arbeit zu zwingen. Auch in Pflugscheid und in Engelweil sich die Metallindustriellen auf den Standpunkt stellten, fangen drangen Soldaten in Bergarbeiterwohnungen zu demselben zu hoc feten; die Forderungen feien uferlos". Der Dollar straße vertrieben. Berantwortlich für ben rebatt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: b. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 2 Beilagen und Die Bücherschan". Gold- Crange KAHLBAUM einmal verfucht, immer bevorzugt Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe fertig und nach Maß Bililge Preise baß die vom Metallarbeiterverband aufgestellten Forderungen Zweck ein. Streitposten wurden durch Militar von der Provinzial- MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 Rudolph Hertzog Berlin C 2 Breite str. Brüderstr. Damenkleidung Schwarze Mäntel für Frühjahr u. Sommer Größte Auswahl in vorteilhaften Preislagen Fortlaufender Eingang von Neuheiten aus Tuch, Gabardin, Wollserge und ähnlichen Stoffarten mit aparter Biesenstepperei Leichte Sommermäntel Alpaka, Eolien, Mohär, Krepp- Marokain in vielen Ausführungen aus schwarzem Vornehme Straßenkleider Farbige Mäntel aus Donegal, Covertcoat, Tuch, Gabardin usw. in feschen Formen und modernen Farbentönen Regenmäntel aus Loden u. imprägnierten Wollstoffen in sportfarbig oder braun, in bewährten Qualitäten aus Kammgarn, Popelin, Gabardin, in vielen Macharten, mit persischen und türkischen Stickereien aus China- Krepp, Krepp- Marokain, Satin- Grenadin, Hochelegante Seidenkleider Foulard usw. 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Es ist tatsächlich wahr, vom Jähr bis zum Greis, alle fuhren fie schon auf ihr und alle werden irgendwann und irgendwie einmal auf ihr fahren, die von Friedrichsfeldc bis Friedenau den großen Rummelplatz Berlin durchzieht, die, wenn alle anderen Nummern schon sanft im Strohenbahn-Bahnhof schlummern, immer noch über den Asphalt brummt und verspätet«> und verschwiemelte Bummler und Gesellschaftsschnorrer aufnimmt, und morgens früh, früher als ihre Kollegen, schon mit neuer Leiberfracht von Heim und Haus zu Arbeitsstelle und Fabrik die bedauernswerten Menschlein befördert. Sie ist eine liebe Tante, die 69, und wer mit ihr einmal«inen Bummel macht, fühlt sich belohnt; denn die alte Dame zeigt ihm in Zeit von knapp zwei Stunden Berlin von der Wiege bis zum Grabe, von der Laubenkolonie bis zum vsrkaiseralleeten Westen; sie führt ihn vorbei sowohl am Krögel wie an Mampes Zweig- fabrik, am ksssen Alex wie am fpicßerigen Rentnerhäuschen, am roten Rathaus wie an Tietz und Wertheim, Kaschemmen und Dielen. Der öerliner und seine Straßenbahn. Man kann es deutlich beobachten, die Fahrgäste sind wie man sagt Äluftundschast und wenig Abonnement, unter ihnen gibt es interessante Spezies. Ein« Kategorie amüsiert mich immer be- sonders: die So-Als-Ob-Fritzen und Drückeberger. Sie sind geistig mit meinem Freund Karlchen verwandt, der immer sogt:„Bezahl erst dann, wenn de wirklich nicht mehr drum'rum kommen kannst! Aber auch dann nur nicht zu früh!* Da steigt z. B einer am Potsdamer Platz ein und drückt sich wie«in armer Waisenknabe in eine Ecke. Jetzt sind wir am Spittelmarkt; der Schaffner kommt. Da nähert sich ihn: unser Freund, fragt höflich «no bescheiden, ob der Wagen auch nach der Soundsostraße fahre. Natürlich tut er das nicht und erschrocken springt unser Freundchen ab, indem er ganz konsterniert noch erklärt, daß er sich also doch ..geirrt* habe. Ein ganz nettes Zeichen der modernen Psych«! Und entschieden interessant für das Verhältnis. Wie sie sich sonst noch miteinander stehen? Gott, man weiß es ja! Wie„sie* noch immer gern mit Lastwagen und des öfteren auch mit Passanten— ineist hat„sie" nicht, sondern wie überhaupt im Leben immer„d i e anderen schuld!"— in nähere Berührung tritt oder vielmehr fährt, so springen„sie" immer noch falsch ob, natürlich mit der Rechten statt der Linken am Griff, stauen sie ssch immer noch mit Vorliebe zwischen Hinterperron und Eingang, benutzen sie zum Aufsteigen immer noch am liebsten mit manchmal akrobatischer Elechmz und mehr oder minder Glück in voller Fahrt befindliche Wagen und schimpfen nattirlich stets und immer auf Verbindungen, Wagen. Fahrtpreis«, Schaffner, langes Warten und was sich so alles tut. von 5rieSrichsfelSe bis fllex. Der Schaffner sieht mich sonderbar an. Er denkt sicher, was will der? Ich bin der einzige im Wagen und schwelge in dem Gefühl, eine ganze Elektrische für mich allein zu haben, was übrigens gar nicht mehr soviel zu sagen hat, da es eben schon ziemlich oft vorkommt. Draußen sieht es gar nicht nach Groß-Berlin au», eher nach Pommern: kleine Häuschen, sehr viel Gegend. Hier fehlt nur noch Unkel Bräsig. und Niggenbranrborg ist da. Eine Frau mit Viktualien und eine mit einem Kind steigen ein; fie erzählen sich, was man jetzt alles mehr verdienen kann und daß die Butter w«der teurer wird.„Is doch ejal! Ie'ooft wird fe doch!* Ich schreck« zusammen; links taucht ein Schild auf„Hier können Familien Kaffee kochen!* Mein Gott, das war einmal! Damals zog man mit einem Taler und einer Braut bewaffnet nach Schlacht«ns«e und schwoofte wie«in Herrgott in Frankreich. Links taucht eine Laubenkolonie auf. Der Wagen bekommt Zuzug: Leute aus den Lauben, einfach« Leutchen, die draußen etwas ge- arbeitet und rumgebastelt haben. Sie erzählen sich davon und freuen sich kindlich. Glückliche Menschen! Die Umgegend wird kultivierter: Lichtenberg. Merkwürdig viel Jugendstil tut sich auf Von den Häusern fällt der Verputz ab, wie von den Menschen, die hier zusteigen. Es ist nicht allzuviel an ihnen: blaß und mager. I ärmlich und verhärmt. Paar Arbeiter, die von den Löhnen und den teuren Preisen sprechen; paar Frauen, die über den neuen erhöhten Gaspreis jammern; prar Kinder, die kindlich lallen und die Nasen an den Scheiben platt stubsen. Der Wagen saust die Frankfurter Allee herunter; ihr Straßenbild ist die prole- tarische Parallele zur Leipziger. Der Wagen wird voll— es ist um Bureauschluß herum— von Angestellten und kleinen Leutchen. Dazwischen zwei Bilder, die besonders auffallen: das eine«in Schieber, Galiziertyp, in Pelz und modernen Schuhen, brutal, voll- gefressen und mit lauernden Schokalaugen; das andere ein Arbeiter, den sein« Frau anscheinend mit ihrem kleinen Kinde von der Arbeitsstelle abgeholl hat. Der Dater hat das Kleine auf den Knien stehen: es spiel: mit Vaters Bart und lallt und lacht und greift nach den Haaren mit prallen Fäustchen. Und der Vater lacht und die Mutter lacht; und im Wagen wird es einen Augenblick still, mäuschenstill, und auf allen Gesichtern liegt etwas wie ein heim- liches, glückseliges Lächeln. Es gibt keine Lebensmittelmiscre mehr, keine Ruhrbesatzung, keine Teuerung, kein« Not! Nur das Kind ist und sein Lallen und Lochen! Und alle lächeln glückselig mit; nur der Schieber sieht nichts von allem, sieht durch die Menschen, die Wagenwand hindurch, als hinge irgendwo dahinten«in Zettel mit Zahlen, Kursen und Namen. Immer voller drängen sie sich jetzt herein. Der Alexanderplatz näh«rt sich und der Wagen bremst vor dem Verkehr, der sich vor ihm staut und an ihm vorüberdrängt. Ueber allem steht unbeweglich starr die Be r o l i n a zwischen Tietz und Aschinger, Polizeipräsidium und Schcunenviertell. Durchs Zentrum zum Westen. Reu« Fahrgäste steigen ein. Sie kommen vom Bahnhof, aus den Warenhäusern, von Arbeitsstellen. Mir gegenüber setzt sich ein Pärchen, ein Brautpaar, das einkaufen war; sie erzählen von ihrer Aussteuer Ich höre Zahlen, di« mich merk- würdig stimmen:«in Schlafzimmer 5 Millionen, ein Wohnzimmer noch für 3. Millionen, eine Küche 350 000 M. Sie sind stolz, wie billig sie eingekauft haben:«ine Küchengarnttur. die nur 45 000, «ine Waschgarnitur, die nur 40 000 gekostet haben. Ich frage mich kopsschüttelnd, wieviel denn heute ein Mädchen mitbekommen muß, wenn es sich ausstatten will. Und ich denke daran, wie einstens di« Braut auf eine Aussteuer stolz war, die Summasummarum 15 000 M. gekostet hatte. Eins fällt mir auf, wie wir durch das Geschäftsviertel fahrm: wieviel gekauft wird! Ringsum Frauen und Männer mir Paketen und Paketchen! Man will sein Geld los werden und hamstert; man hat nicht viel Zu- trauen zu den Produkten der Reichsdruckerei. Ich mach« meine Ohren auf und erfahre zwischen Spittelmarkt und Pols- dam er P latz ungefähr alle Preise, von Schuhen bis Dauerwurst, von Voilestoff bis zu Goethes gesammelten Werken. Die Fahrgäste werden distinguierter wie die Straßen, durch di« es geht: gut bürgerlich mit einem Schuß Lebonaparfüm. Auch kleine Szenchen inachen sich:«in Herr, der unentwegt seine Zeitung liest, wird von einem Drängenden fast umgeworfen.. Sie schimpfen, der eine:„Un- Verschämtheit! Anstandsgefühl gibts nicht mehr! Natürlich!', der andere:„Lesen Se doch Ihre Zeitung zu Hause oder fahren Se Auto! Sie haben doch nicht mit Ihren 150 Märker den Wagen gepachtet! Ne« sowas!" Eine Dame, älter als dreißig, äußert sich pikiert, während es die G r u n e w a i d st r a ß e herausgeht, in demselben Sinne; sie muß nämlich stehen, während ein Iüngelinge- ling mit verschwiemelter Vorderfront vor ihr sitzt. Der Jüngling hört es(die Dame sprach ziemlich laut) und lächelt blasiert gleich- gültig, als ob er Graf Keyferling wäre. Di« ältere Dame bekommt aber einen Sitzplatz. Am Bayerischen Platz steht dafür an ihrer Stell« ein« jüngere Dame, die stark duftet, ein kessäs Löckchen vorn« baumeln und ihre Lippen mit roter Farbe lackiert hat. Sie steht nicht lange, da steht der lackierte Affe von Iüngelingeling auf, zieht sein Sporthütchen und bietet dem Dämchen den Platz an, der mit einem bezaubernden Lächeln quittiert wird. Jedenfalls in der K a i s e r a l l e« sind die zwei im Bilde und kurz vor Friedenau steigen st« zusammen aus. Sie strahlt und er blickt wie Bruno Kästner, stereotyp und leinwandmäßig! Die braven Friedenauer Bürger im Wagen sehen sich kopfschüttelnd an. In der Eck« schläft «in« pergamentgewordene aktenverstaubte Registraturseele, müde von der Tagesarbeit, während linkÄ und rechts Höuserluken vorbei- gleiten und das Vorortbild sich breit macht, wie in Friedrichsfelde, von wo wir kamen. Die-Registraturseele wird wach, greift nach der Aktentasche und sieht durch die Fensterscheibe, indes der Schaffner oben über der Klingelschnur vom Bord sein Iournalbuch nimmt und die letzten Billettnummern einträgt. Endstation! Sich dehnend und reckend stehen sie auf, brav ordentlich packen sie ihre Mappen unter die Arme und ruhig und bedächtig— wie Ruhe erste Bürgerpflicht ist— steigen sie aus und wandern heimwärts, wo Abendbrot und Pan- toffeln und Lehnstuhl schon warten. Und morgen wird es wieder so sein und übermorgen auch und so weiter, bis die Tretmaschine sie als abgebraucht entläßt, und neue ihren Platz einnehmen. Es ist fast dasselbe überall; nur ein Unterschied ist: in Friedrichsfelde draußen ist es primittoer und naiver, hier gesetzter und philiströser, im Zenttum zappeliger und nervöser. Alle aber saßen sie in einer Elektrischen und einer wännte dem anderen in der 69 den Platz! Sie ist eine liebe Nummer die 69 und hoffentlich erhält sie der Magisttat noch recht lange! /lltpreußisth! Im Schaltervorraum des Postamtes am Potsdamer Platz stehen mehrere Telephonautomaten, zu denen der Andrang häufig so groß ist, daß das Publikum, bevor es in die Zelle und an die „Quasselstrippe" kann, längere Zeit vor der verschlossenen Türe des Automaten stehen muh. Dieses Warten ist natürlich ermüdend, namentlich wenn man bereits weite Wege hinter sich hat. Indessen, der Herr Postminister ist ein höflicher Mann und er wünscht, daß dem- Publikum mit Freundlichkeit entgegengekommen wird. Also hat man neben dem einen Telephonautomaten an der Linkstraße zwei Klappsitz«, ähnlich denen in den Theatern, an der Wand neben der Treppe angebracht, die zum Schaltcrvorraum führt. Das ist schön und praktisch und entschieden nur zu loben. Aber nun kommt das Humoristische an der Geschichte, das, muß man sagen, echt Altpreu- ßische, und da ja bekanntlich Preußen durch seine alten guten und biederben Sitten groß und mächtig in der Welt geworden ist, zieht man unwillkürlich den Hut und verbeugt sich tief in Ehrfurcht. Ueber den beiden Klappsesseln ist ein weißes Emailleschild an» gebracht, auf dem in schönen, schwarzen Buchstaben zu lesen ist: Nur für Personen, die auf Ferngespräche warten! Man muß ein wenig nachdenken und genau überlegen, um das echt buredukratisch Engherzige, bureaukratisch Ueberflüssige, mit einem Wort, das Alt- preußische, in seiner ganzen Schönheit und Reinheit würdigen zu können. Daß diese Stühlchen dazu angebracht sind, damit sich eim Müder darauf setzt und daß sie, da sie sich neben der Tetephonzelle befinden, für die Wartenden auf ein Ferngespräch bestimmt sind, ist für jeden unbefangenen und durch keinerlei Bureaukratie be- nommenen Menschen selbswerstärtWich und brauchte nicht besonders dazu und darüber geschrieben zu werden. Nun steht aber über den Stühlen: Nur für Personen, die auf Ferngespräche warten. So! Wenn man also müde ist, vielleicht infolge von langem Warten am Schalter und die Stühle sind nicht besetzt von Personen, die in die Teiephonzelle wollen, was natürlich auch vorkommt, dann darf man nicht auf den Stühlen seinen müden Körper ausruhen. Der brave Untertan— ach und wie viele gibt es heute und immer noch, denen das Altpreußische tief in den 51noch«n steckt— wird unter solchen Umständen nicht wagen, auf einem der Stühle Platz zu nehmen, sondern sich schön und bescheiden auf die daneben befindlichen Treppenstufen setzen. Denn der brave Untertan muh befürchten, daß der zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Schaltervorrtzum patrouillierende Postbeamte ihm sagt:„Auf dem Stuhl dürfemSie nicht sitzen, weil Sie nicht auf ein Ferngespräch warten!" Der Berliner aber hat ganz recht, wenn er sagt:„Ordnung muß nicht nur sein, die muß auch sind!" Keine Schulferien wegen Kohlenmangels! Die Maßnahme d«S Berliner Magistrats, die dazu geführt hat. wegen KoblenmangelS in einer Anzabl Berliner Schulen aus Spar- samkeitSgriinden den Unterricht e in z-u st e l l en. hat bei dem Minister für W'sienslbqft. Kunst und Volksbildung auf keinerlei B i lli g u n a zu reckmen. Der Minister ist im Gegenteil der Auf- sassung deS Oberbrästdenten beigetreten, der eS abgelebnt hat, die Schließung von Schulen während des laufenden Vierteljahres aus den angefnhiten Gründen zu genehmigen. In, übrigen war schon aus dem allgemeinen Erlaß des Kultusministers vom 14. Dezember 1S'22 an die zuständigen Behörden in Berlin und im Lande zu er- sehen, daß derartigen Anträgen nicht entsprochen werden würde. («achdruck verböte«. Der Malik-Aerlas. Serlin.) Drei Soldaken. 34) von 3ohn dos Passos. Sil» baa«uiirilanisch«» N-niiskript weis-tzt vo» Ivliair«u«?er». „Dummes Zeug... pure Dienstverweigerung... Sie sind verhaftet, verstehen Sie?" rief er zum Bett zu. Es kam keine Antwort. Der Regen schlug hart auf das ��.Lassen Sie ihn auf die Wache bringen, mit Gewalt, falls nötig," schnauzte der Leutnant. Er ging zur Tur.„Und, Sergeant, setzen Sie sofort die Papiere auf für das Kriegs- gericht." Die Tür fiel krachend hinter ihm zu. „Jetzt macht ihm einmal Beine," sagte der Sergeant zu den beiden Wachen. Fuselli eilte, daß er fortkam.„Manche Leute sind verrückte chunde," sagte er zu einem Maftn an dem anderen Ende der Baracke. Er sah aus dem Fenster hinaus auf die hellen Bündel Regen, die unablässig vons Himmel herabströmten. „Schmeißt ihn aus dem Bett raus!" schrie her Sergeant. Der Junge lag mit geschlossenen Augen, das kreidebleiche Gesicht halb von der Decke verborgen; er xoar sehr still. „Run, willst du wohl aufftchen und zur Wache gehen oder müssen wir dich dahin schleppen?" rief der Sergeant. Die Wachen faßten ihn ziemlich behutsam und zogen ihn herauf, vis fein Körper ungefähr in eine sitzende Stel- lung kam. „So, nun schmeißt ihn aus dem Bett raus." Die schwache Gestalt im Khakihemd und weißlichen Hosen wurde für einen Augenblick zwischen den beiden Männern hochgehalten. Dann siel sie wie ein welker Haufen Blätter auf den Boden. „Er hat das Bewuytsem verloren!- i.Zum Donnerwetter noch einmal... Morison, geh mal zum La-arett und hole jemand von dort." „Es ist keine Ohnmacht... der Junge ist tot," sagte der andere Mann. Der Sergeant hall den Korper wieder auf das Bett legen.„Der Teufel soll diese verfluchte Geschichte holen," brummte er... Die Augen hatten sich geöffnet. Sie legten eine Decke über seinen Kopf. III. Maschinen. 1.'- Felder und nebelgraue Wälder glitten langsam vorbei an den fahrenden Güterwagen, die über die Schienen holperten und stolperten, stundenlang an Abhängen und Wiesen an- hielten, wo eine ungelzeure Ruhe herrschte und wo man durch das Gewirr der Soldatenstimmen hindurch die Lerchen im Himmel singen hören konnte; die dann wieder über Brücken ratterten und an den Ufern tiefgrüner Flüsse vorbeifuhren, wo die Pappeln gerade sich mit frischen Blättern bekleideten und in denen von Zeit zu Zeit ein Fisch hochsprang. Die Männer, die sich in die Türöffnungen hineingedrängt hatten. lehnten ermattet und stumpf einer auf die Schultern des anderen gestützt, beobachteten, wie die Aecker vorbeiglittcn und die Wiesen, wo das grüne Gras goldig war vor Butterblumen, und schauten sich die Städtchen an mit ihren kleinen roten Dächern, die in knospenden Bäumen und Bergen von Pfirsich- bluten säst untertauchten. Durch den Geruch des Dampfes, des Kohlenstaubes und ungewaschener Körper in Uniformen hin- durch kam der Dust feuchter Felder, frisch gedüngter Acker- stücke, von Vieh und Weideland, auf dem die Blumen gerade in Blüte standen. „Möchte gern'mal für'ne Weile in diesem Land leben, Andy." sagte Chrisfield. „Wir können ihnen ja sagen, sie sollen uns hier frei- lassen." „Wie dies hier kann die Front nicht ausschauen," meinte Judkins und steckte seinen Kopf heraus zu Andrews und Ehrisfield, so daß die Borsten seines unrasierten Kinns Chris- field in die Backen kratzten. Er hatte einen großen, viereckigen Kopf mit kurzgeschnittenem, Hellem Haar und porzellonblauen Augen, di? unter weißen Lidern aus dem roten, sonnver- brannten Gesicht herausschauten, einen eckigen Kiefer, der unter einem kleinen Bart ein wenig grau aussah. „Sag, Andy, wie lange sind wir schon in diesem rotzigen Zuge...?" „Was ist denn los? Du wirst wohl alt, Chris?" fragte Judkins lachend. Chrisfield hatte seinen Platz verlassen, um sich zwischen Andrews und Judkins durchzuzwängen. „Wir sind auf diesem Zuge vier Tage und fünf Rächte, und wir haben noch die Ration für einen halben Tag bei- uns. Wir müssen also bald irgendwo hinkommen," sagte Andrews. „So wie hier kann es an der Front nicht ausschauen." „Auch dort muß Frühling sein, wie hier," sagte Andrews. Flockige, grünlich gefleckte Wolken bewegten sich über den Himmel, wurden manchmal dunkel und ttefblau. und ein kleiner Regenguß kam an den Hügeln herunter, manchmal aber hellten sie sich ganz auf und wurden weiß im klaren Sonnenlicht, dann warfen die Pappeln blaue Schatten, und der Rauch der Lokomotive bekam einen gelben Schein. „Komisch, wie klein alles ist," sagte Chrisfield.„Draußen in Indiana würden wir ein Kornfeld dieser Größe überhaupt nicht anschauen." .Ich möchte Indiana'mal im Frühling sehen," sagte Andrews. „Nun, du lpirst schon kommen, wenn der Krieg aus ist und wir nach Hause gehen, nich' Andy?" „Natürlich komme ich." Sie kamen durch die Vororte einer Stadt. Rechen kleiner Backstein- und Stuckhäuser erschienen an den Straßen entlang. Es begann zu regnen. Der Himmel leuchtete in gelben und lila Farben- Die Schieferdächer und die grauen Straßen der Stadt glänzten heiter im Regen. Die kleinen Fleckchen im Garten waren ganz hell smaragdgrün. Dann schaute man auf Rechen und Reihen roter Schornsteine, die über nassen Schieferdächern standen. In der Ferne erhob sich der pupur- graue Turm einer Kirche und die unregelmäßigen Formen alter Gebäude. Sie passierten eine Station.„Dijon", las An- d'rews. Auf den Bahnsteigen standen französische Soldaten in ihrer blauen Uniform, mit vielen Zivilisten durchsetzt. „Donnerwetter, das find ja fast die ersten richtigen' Zivi- listen, seit ich über See kam," meinte Judkins. Sie hatten die Sation verlassen und fuhren an endlosen Güterzügen vorbei. Endlich machte der Zug halt. Eine Pfeife ertönte. „Keiner aussteigen!", schrie der Sergeant aus dem ersten Waggon. „Die wollen uns wohl hier in dem Rotzwagen halten, wie Stücker Vieh?", murmelte Chrisfield. „Möchte'mal aussteigen und'n bißchen m Dijon spa» zieren gehen." (Fortsetzung folgt.) Der neue Straßenbahntarif. Weitere Linienänderungen und Einstellungen ab Monfag. pao Wucherer am Pranger. Wegen Metallhehlerei. Die Verkehrsdeputation stimmte gestern dem Antrag der Vers waltung auf Erhöhung der Straßenbahnfahrpreise zu. Die neuen Tarife treten von Montag ab in Kraft. Es beträgt der Preis Die polizeilichen Maßnahmen gegen die Preistreiberei im mitteln. Uhrisacher Hih, Berlin, Kanzowftr. 11, Ankauf gestohlener für eine Einzelfahrt auf den Stammbahnen 200 2., auf den Lebensmittelhandel und gegen sonstige die Allgemeinheit schädigende Edelmetalle. Vorortbahnen 150 m., für Kinder, Lehrlinge, Schüler, Kriegs- lebertretungen im Handel haben bereits eine ganze Reihe von Erbeschädigte ufw. 100 m. Der Umsteigefahrfchein auch zur Hochgebnissen gezeitigt. Handelsverbote sind, wie amtlich mitund Nordjüdbahn 300 m. Der Umsteigefahrichein auf den Vorort geteilt wird, seit dem 10. Januar gegen folgende Boltsschädlinge erbahnen 200 M. Die neu eingeführten Wochenfarten für täglich atvei billige Fahrten innerhalb einer Kalenderwoche fostet auf den Hauptlinien 2000 m, auf den Vorortlinien 1500 m. Wegen Preistreiberei. Auf den Linien 9, 16 und 116, auf denen versuchsweise ein Teilstredentarif eingeführt ist, beträgt der Tarif 150 und 200 M. Die Ausdehnung der Versuche mit Teilstreden wird in Bälde erfolgen. Wie die Straßenbahn mitteilt, treten am Montag auch eine Reihe weiterer 2inienänderungen ein. * Goldmarkbilanz der Straßenbahn. Vom Beginn des neuen Geschäftsjahres ab, also am 1. April 1923, wird die Straßenbahn höchstwahrscheinlich als G. m. b, H. verwaltet werden. Es ist beab fichtigt, neben der Papiermarkbilanz dann auch eine Gold martbilanz zu führen, aus der die Lage des Unternehmens fich viel flarer ersehen lassen wird als aus den zum Teil fehr irreführenden Bapiermarkziffern, die sich oft gar nicht miteinander vergleichen lassen. gangen: Metallhändler Kummer, Berlin- Lichtenberg, Jungstr. 23. Händler Sarge, Berlin, Wicleffstr. 31. Metallhändlerin Gertrud Stopf, Berlin, Pappel- Allee 53/54. Gehilfe Billi Stopf, Berlin, Pappel- Allee 53/54. Metallhändler Wilhelm und Emma Klingel. höfer, Reinickendorf, Schillingstr. 8. Händler Sutale, Berlin, Kartoffelhändler Techow, Berlin, Winsstr. 42, Preistreiberei Reichenberger Str. 24. Händler Krause, Berlin- Neukölln, Prinz mit Kartoffeln. Händlerin Havlid, Berlin, Oppelner Str. 31, Handjern- Str. 80. Metallhändler Küchler, Berlin, SchönholzZurückhaltung von Zucker usw., Breistreiberei. Agent Bagt, straße 5. Produktenhändler Klatt, Berlin, Schulstr. 52. ProBerlin- Charlottenburg, Krumme Str. 39, Preistreiberei und Retten- duftenhändler Nehls, Berlin, Soldiner Str. 68. Metallhändler handel mit Soda und Arzneimitteln. Kaufmann andre, Berlin, Gleß, Berlin, Adalbertstr. 40. Händler Hoffmann, Berlin, Raiser Wilhelm- Str. 32, Breistreiberei mit Lebensmitteln. Rauf Schreinerstr. 19. Metallhändler Marten, Berlin, Große Hammann Fölste, Berlin, Beuffelftr. 36, Preistreiberei mit Zuder. burger Str. 2. Händlerin Anna Finger, Berlin, Müllerstr. 111 Kartoffelhändler e ese, Charlottenburg, Sybelstr. 27, Breistreiberei mit Kartoffeln. Vertreter Stern, Berlin, Heinersdorfer Warenbeschlagnahme wegen Zurüdhaltung. Straße 19, Schokoladenfälschung, Preistreiberei usw. Kaufmann Alkohol und Sprit: Bei Schüttenberg, Schöneberg, Sedan Bighetti, Berlin, Chauffeeſtr. 36, Schokoladenfälschung, Preis- straße 73, 2144 Liter Kümmel, Wert 12 Millionen Mart, Ware be treiberei usw. Frau Lea Jachimowitsch, geb. Zellermeyer, schlagnahmt; bei Bidfett, Rottbufer Damm 4, 500 Liter BrennBerlin- Reinickendorf, Residenzstr. 118, Schokoladenfälschung, Breis fpiritus beschlagnahmt; bei Jakobsohn, Weißensee, Lehdertreiberei usw. Kohlenhändler Schade, Berlin, Müncheberger ftraße 16/19, 2000 Flaschen Aquavit, Wert 4 Millionen Mart, Bare Straße 20, wegen Preistreiberei und Zurüdhaltung von Rohlen. beschlagnahmt; bei Metternich, Sebaftianstr. 4, 170 Liter Raufmann Steube, Berlin, Admiralsstr. 40, Breistreiberei mit Brennspiritus, Ware beschlagnahmt; bei Lesinsky, Elbinger Straße 55, 186 Liter Brennspiritus, Ware beschlagnahmt; bei Zucker. Infolge der bereits ab 9. d. M. eingetretenen Erhöhung der Wegen sonstiger Uebertretungen. Broduktionspreise ist eine entsprechende Herauffeßung der KleinReichelt, Eisenbahnstr. 4, Monopolware, feine Beschlagnahme. verkaufspreise für Briketts und Kofs erforderlich geworden. Diese Kaufmann Weißtohl, Berlin, Waldstr. 57, Schleichhandel Beschlagnahmen von Kohlen erfolgten bei folgenden Händlern: betragen mit Wirkung vom 12. d. M.: Küchen- und Ofenbrand:( Bekleidungsstüde). Bädermeister Luzemann, wiederholte Her- Leuber, Rohlenhändler, Neukölln, Laubestr. 3. Mann, Kohlen. Briketts je Zentner ab Lager 6340 M., frei Keller 6600 M., Gastofs ftellung mindergewichtigen Brotes. Reiche, Berlin, Dircksenstr. 22, händler, Schöneberg, Regensburger Str. 131a. Mar Eichler, Fechner, Stegliz, Birtouschstr. 36. 10 960, 11260 m. Bei fuhrenweiser Lieferung: Briketts 6340 M., unerlaubter Großhandel mit Kartoffeln und Getreide. Kaufmann Stallschreiberstr. 7. 6550 M., Gastols 10 960, 11 220 m., Westfälischer Schmelztofs Rümmel, Berlin- Schöneberg, Atazienstr. 7a, Großhandel ohne Schulpfe, Kohlenhändler, Berlin, Steinmeßftr. 51. Gold. 13 350, 13 610 M., Lichtenberger Schmelztots und Berliner Rammer- Erlaubnis. Kaufmann Bernhard Bis, Neukölln, Kaiser- hammer, Berlin, Rykestr. 6. ofentots 13 350, 13 610 M., Oberschlesischer Schmelztoks 12 480, Friedrich- Straße 5, Berschiebung von Schreibmaschinen nach 12 740 M., Niederschlesischer Schmelztofs 12 680, 12 940 m. Holland. Kaufmann Süße, Berlin, Wittenbergstr. 2, unerlaubte Einfuhr( Geldstrafe von 2% Millionen). Kaufmann Betz, Wilmersdorf, Raiser- Allee 169, wegen unerlaubter Einfuhr( Geldstrafe von 10 Millionen). Profurist Liermann, Berlin- Wilmersdorf, Sigmaringenstr. 15, Schleichhandel mit Kartoffeln. Kaufman Haber, Berlin, Rosenthaler Str. 52, Schleichhandel mit LebensErhöhte Kohlenpreise. 9 Das Leberwachungsamt der Stadt Berlin teilt mit: Da damit zu rechnen ist, daß die Kohlenhändler versuchen werden, ihre Waren zurückzuhalten, um dadurch einen höheren Bertaufspreis zu erzielen, so wird empfohlen, bei allen Fällen der Nichtbelieferung mit Kohlen sich sofort an das nächste Bolizeirevier oder telephonisch an das leberwachungsamt der Stadt Berlin( Ferns sprecher: Magistrat 450) zu wenden. worten. Schwere Jungen. 4 wurde erstickt und angebrannt im Bett vorgefunden. Ein Arzt ftellte den schon eingetretenen Tod der alten Frau fest, die vermutlich früh Licht angezündet hat und dabei den Betten zu nahe gefommen wor. Außerdem wurde bei einer Firma Schulze- Lichtenberg Mehl im Werte von 10 Millionen Mart und bei einer Firma after u. Co., Friedenau, Kaffeemischung beschlagnahmt. Das ist zunächst nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Diefer Reigen bluffaugerischer Zeitgenoffen kann durch tatkräftige Mithilfe des Publikums bald vervollständigt werden. Friedrichshain, Marlustr. 49, zugeben zu lassen. Bei Feststellung der Täter erfolgt die Auszahlung der oben ausgefekten Belohnung. Museumsführungen. Sonntag, den 11. februar, 9, 1hr vorm, finden wissenschaftliche Führungen durch Direktorialbeamte im Alten Museum( Griechische Bildnisse) und im Kaiser Friedrich. museum( Mittelitalienische Kunst) statt. Eintrittstarten zu 1 M. und Programme zu 2 M. find vor Beginn der Führungen am Gingang der ge nannten Muſeen erhältlich. Die im Museum für Völlerfunde beabsichtigt geweſene Führung( die Böller Melanesiens und Polynesiens) muß wegen Erkrankung des Vortragenden ausfallen. Aerzte und Krankenkassen. Zu den Berhandlungen über die neuen Honorare der Krantenfassenärzte wird uns in Ergänzung unserer in Nr. 65 veröffentlichten Notiz mitgeteilt, das der preußische Wohlfahrtsminister für den Monat Februar die Gebühr für die Beratung auf 425 M, für den Besuch auf 850 M. festgesetzt hatte. Die Vertreter der Aerzte erflärten sich be- Folgende sozialistische Geistliche sprechen am Sonntag, den 11. Febr.: reit, zu diesen Honoraren die faffenärztliche Tätigkeit im Februar Paftor rande um 6 Uhr abends in der Heilg.- Kreuz- Kirche am Blücher fortzusehen unter der Boraussetzung, daß Anfang März für den Blat. Pfarrer. Smidt um 10 Uhr vorm. in der Thomas- Kirche am Februar( ebenso wie Anfang März für den Januar) Teuerungs- Mariannen- Play, Lic. Dr. Biedow sti um 6 Uhr abends in Neukölla zuschläge durch Vereinbarung oder durch ein Schiedsgericht jeft in der Philipp Melanchton- Kirche, Stranoldstr. 16. gesetzt würden. ' Zengen vom 9. November 1922 gesucht. Am 9. November v. J. abends gegen 8 Uhr wurde vor dem Wannseebahnhof in Berlin ein Herr, ber feinen etwas entfernt stehenden Freund anrief, von zwei Schutzpolizei beamten verhaftet und zur Bolizeiwache im Botsdamer Hauptbahnhof 70 000 transportiert. Personen, die Zeugen dieses Borfalles gewesen sind, be fonders der Herr, der fich als Rechtsanwalt legitimierte und sich dem Ber hafteten zur Verfügung stellte, nerben gebeten, ihre Adresse dem Rechts. anwalt Bolfgang Heine, Berlin NW 21, Turmitr. 4, zur Verfügung zu ftellen. Auslagen werden vergütet. „ Aus der Werkstatt eines Schwerverbrechers." In Feffein wurde dem Schöffengericht Berlin- Mitte ein schwerer Junge, Friedrich Räslein, geradeswegs aus Tegel vorgeführt, wo er bereits eine Gefängnisstrafe zu verbüßen hat. Mit ihm hatte sich sein Bruder Ernst R. wegen schweren Diebstahls zu verantDen beiden Angeklagten wird vorgeworfen, in der Reichenberger Straße im Mai des Jahres 1920 einen schweren Einbruchsdiebstahl bei einer Näherin verübt zu haben. Eine Haussuchung bei der Mutter des Angeklagten ergab, daß einige gestohlene Sachen zutage gefördert wurden, Auf Befragen erklärte der Angeklagte Friedrich Räslein: ,, Ich denke_ja_nicht daran, gestohlene Sachen bei meinen eigenen Berwandten unterzuDer Anlauf von Gold für das Reich durch die Reichsbant und ftellen. Als mehrfach Vorbestrafter bin ich nicht mehr so unvor- Boft erfolgt in der Woche vont 12. bis 18. b. M. zum Preise von fichtig". Noch eine zweite Straftat wurde dem Angetlagten vor- 140 000 m. für ein 3wanzigmartstud geworfen. Einige Zeit nach dem Einbruchsdiebstahl soll er ein für ein 3ehnmartstud. Für ausländische Goldmüngen werden Fuhrwerk der Genossenschaft Berliner Milchfahrer, das reichlich mit entsprechende Breise gezahlt. Der Ankauf von Reimsfilber Lebensmitteln aller Art bepadt war, einfach von der Straße weg- münzen durch die Reichsbank und Bost erfolgt vom 12. d. M. ab geholt haben und es bei dem ihin bekannten Gastwirt Blaking bis auf meiteres zum 2900fachen Betrage des Nennwertes. untergestellt haben. Anderen Tages wurde der ausgeräumte Wagen Bezirksbildungsausschnß Groß- Berlin. Für sämtliche Nach Ueberschwemmungskatastrophe in Budapest. ohne Pferd auf einer Landstraße aufgefunden. Der Gastwirt P. mittagsvorstellungen im Neuen Theater am 800 im Monat Februar wird faß wegen Hehlerei in der gleichen Angelegenheit auf der Antlage- ein Sniglag von 50. pro Starte erhoben. roletarische Jafolge des fortgefezten Steigens der Donau ist ein großer bant. Das Urteil des Sachverständigen, der den Angeklagten eierstunden am Sonntag, den 25. Februar, vorm. 11 Uhr, im Teil Budapests, und zwar in erster Linie die Altstadt, von einer Friedrich Räslein längere Zeit beobachtet hatte, ging dahin, daß Großen Schauspielhaus, Karlstraße. Zum ersten Male bringt der Sprech- Ueberiwemmung heimgesucht worden, die zu einer der Angeklagte zwar erblich belastet und degeneriert sei, im befannten Stellen, im Bureau des Bezirtsbildungs ausschusses, Lindenstr. 3, Rettungsarbeiten eingeleitet worden. Ein Teil der in den be chor das Chorwert Turm der Gemeinschaft. Starten à 280 M. an den Katastrophe führen kann. Bon den Behörden find fofort übrigen aber einen ausgeprägt icharfen Intellett befize. 2. of, 2 Tr., Zimmer 8, in der Buchhandlung Borwärts. Lindenstr. 21. Das bewies der Angeklagte auch mit seiner Verteidigungsrede, die man füglich unter dem Titel: Aus der Werkstatt eines Schwerverbrechers" bezeichnen tönnte. Der Staatsanwalt beantragte wegen Diebstahls im Rückfalle zwei Jahre Gefängnis - und fünf Jahre Ehrverlust. Den Einbruchsdiebstahl bei der Näherin före man ihm nicht nachweisen. Für alle anderen Angeflagten beantrage er Freisprechung. Das Gericht erkannte auch gegen den Angeklagten Ernst Räslein und den Gastwirt Bläzing gemäß dem Antrag des Staatsanwalts auf Freispruch, verurteilte aber den Hauptangeklagten Friedrich Räslein wegen des nachgewiesenen Fuhrwerksdiebstahls zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust. Schulstreik in Berlin SW. Die 149. Gemeindeschule für Mädchen( Bergmannstr. 28) ift seit beinahe drei Jahren mit Bureaus der Erwerbs. lofen- und Sozialrentnerfürsorge des Bezirksamts Kreuzberg belegt. Seit 2 Jahren bat der Elternbeirat alle behördlichen Instanzen bom Bezirksamt bis zum Unterrichtsministerium mit Gesuchen um Freigabe der Schule für die Kinder überschüttet, aber ohne Erfolg. Jeyt, nachdem alle Mittel erschöpft sind, bat die Elternschaft zu dieser Frage Stellung genommen und hat beschloffen, den Weg der Selbsthilfe zu beschreiten. In einer Elternberiammlung, die in der Aula der 60. Gemeindeschule stattfand, wurde nach eingehender Aussprache der einstimmige Besalus gefaßt, bom 12. Februar ab in den Schulstreit zu treten. Die Kinder sollen nicht eher wieder die Schule besuchen, als bis der Magistrat erklärt, das Schulhaus sofort der ursprünglichen Beftimmung wieder zuführen zu wollen. Zu der Vergiftung des Butterhändlers Hempel wird noch mit geteilt, daß die verhaftete Rosa Gentschow angegeben hatte, daß fie ihre Mutter mit einem Krantenwagen nach der Jrren anstalt Dalldorf gebracht habe. Das hat sich als unwahr herausgestellt. Wahrscheinlich hat ihre Tochter ihr das geraubte Geld Hempels zugestedt, um es möglichst rasch auf die Seite zu bringen, und sie ist damit verschwunden. Die Mutter ist als Morphinistin und hoch staplerin schon länger bekannt. Bei einem Wohnungsbrande ums Leben gekommen ist gestern früh um 7-Uhr eine ältere Frau Meinede in ihrer Wohnung Bergstraße 36. Dort waren Betten und Möbel in Brand geraten. Als die Gefahr bemrkt wurde, stand die Wohnung schon in Flammen und die Räume waren völlig verqualmt und Frau Meinecke Rose Liechtenstein, Dienstag, den 27. februar, abends 7 Uhr, im Zentral- räumen und in Rotwohnungen untergebracht werden. Das Steigen Die Macht der Finsternis von Tolstol, in der Hauptrolle drobien Stadtteilen wohnenden Bevölkerung mußte die Wohnungen Theater, Alte Jakobitrage. Preis pro Starte 580 R. Garderobe und der Donau dauert an. Man erwartet, daß am Sonntag der Höhe. Theaterzettel frei. Karten find zu haben im Bureau des Bezirksbildungspunkt überschritten sein wird. ausschusses und bei den Bezirksausschußmitgliedern der Abteilungen. Bir bitten die Dbleute der Streisbildungsausschüsse die Starten für die Zwei deutsche Fremdenlegionäre erschossen. In Dren( Algerien) Märzvorstellungen umgehend abzuholen. Friedenau. Sonnabend, den 17. februar, abends 7%, Uhr, in der Aula der Gemeindeschule, Offen- wurden zwei deutsche Soldaten der Fremdenlegion, Weißholz und bacher Straße( Wilmersdorf) 2ustige Musit". Die Dperette von Offenbach bis Lehar. Mitwirkende: Dr. Ernst Joll( einleitende und ver Bode, wegen Raubmordes an einem Soldaten erschossen. bindende Worte und Klavier), Frau Gertrud Wolf( Gesang), Hermann Hopi( Cello), Profeffor Zeiler( Bioline). Solotänzerinnen aus der Schule Zanere- Rohrmojer. Eintrittstarten à 100. bei Rudbed, Odenwalder Straße 26, Aufg. 1, 2 Tr., bei den Bezirksführern und im Zahlabend. 10 000 Mark Belohnung. Aus der früheren Badeanstalt in der städtischen Hausgruppe Beisbachstraße sind in der Nacht vom 9. zum 10. Februar durch Metallbiebe 6 16 mere mellingbahne mit Sebeln entmendet worden. Wer den Täter nachweist oder Angaben über den Berbleib der Hähne machen kann, wird gebeten, Mitteilungen dem Bezirksamt Lebensmittelpreise der Woche. Zufuhr: Fleisch reichlieh, Geschäft mäßig. Fische gering, Geschäft flott. Obst und Gemüse ausreichend, Geschäft rege. In der Woche vom 4. bis 10. Februar galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: t Groß- Berliner Parteinachrichten. Für den Kampffonds der BSPD. wurden im Reichspensions amt, Abt. Breußen, auf einer selbstgefertigten Sammelliste 12 100 m. gesammelt und abgeliefert, worüber hiermit auf Wunsch öffentlich mit bestem Dank quittiert wird. J. A.: Alex Pagels. 3. Kreis Bilmersdorf. Heute abend 6 Uhr in der Oberrealschule am Seepar! Boltslieder- Abend ,,, Gemischter Chor Groß- Berlin". Cinlaßkarten bei den Abteilungstaffierern und an der Abendkasse. Einlaßtarten müssen heute Dienstag, den 13. Február, abends 7 Uhr, bei Leid abgerechnet werden. mann, Solfteinische Str. 12, engere Kreisvorstandssigung; um 8 Uhr er weiterte Rreisvorstandssigung. Erscheinen Pflicht. 13. Rreis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe und Lichtenrabe. Montag, den 12. b. M., 7 Uhr, Sihung des Bildungsausschusses für alle vier Orte im Rathaus Mariendorf, Zimmer 26. 14. Rreis Reufölla. Montag, den 12. Februar, 7 Uhr, Funktionärversammlung in der Aula des Gymnasiums, Raiser- Friedrich- Straße, Bortrag des Ge noffen Röhn: Die Nöte der Arantentassen". 93. Abt. Die Bezirksführer pünktlich erscheinen wegen Materialausgabe. fonferenz im Arbeitsamt, Schreiberhauer Straße. Streis Steinidendorf. Montag, den 12. d. M., 7 Uhr, im Rathaus Reinidens dorf- Oft, Sigung des engeren Kreisvorstandes. Rindfleisch 2500-3500 M. ohne Knochen 2500-3500 M. Schweinefleisch 3200-3600 M. Kalbfleisch 2000-3500 M. Hammelfleisch 3000 bis 3500 M. Geräucherter Schinken 7500-8000 M. und Speck 5500 17. Streis Lichtenberg. Montag, den 12. d. M., 7 Uhr pünktlich, Funktionär. bis 6000 M. Puten 3500-3600 M. Hühner 3500-3800 M. Gänse 3300 bis 4500 M. Enten 4000-4500 M. Schellfisch 1400-2200 M. Kabeljau 20. 1500-1900 M. Seelachs 1200-1600 M. Dorsch 800-1100 M. Flundern 600-1400 M. Rotzungen 3800-4500 M. In Eis: Karpfen 2200-2500 M. Hechte 2600-3000 M. Plötzen 500-1500 M. Zander 3500-4000 M. Lebende Bleie 2400 M. Hechte 2600-2800 M. Karpfen 3400-4000 M. Schleio 4000-4600 M. Zander 4500 M. Eier 350-370 M. das Stück. Naturbutter 6200-6500 M. Margarine 4750-6000 M. Schweineschmalz 6500 M. Erbsen 1100-1400 M. Weiße Bohnen 900-1000 M. Linsen 1400 M. Weizenmehl 1000-1300 M. Graupen 950 M. Maisgries 800 M. Buchweizengrütze 1000 M. Haferflocken 1000-1100 M. Kartoffelmehl 750 M. 3. Reis 1100-1500 M. Kartoffeln 450 M. zehn Pfund. Blumenkohl( ausKohlrabi 300 M. die Mandel. ländischer) 1500-2000 M. der Kopf. Kohlrüben 45-50 M. Wirsingkohl 180-200 M. Rotkohl 230-250 M. 4. Grünkohl 250-300 M. Rosenkohl 450-500 M. Spinat 450-500 M. Mohrrüben 45-55 M. Rote Rüben 60-80 M. 8. Sellerie 50-70 M. EBẞäpfel 250-500 M. Apfelsinen 200-300 M. und Zitronen 120-180 M. das Stück. Weißkoh! 100-110 M. Qualitätraucher A BATSCHARI BC Morgen, Montag, den 12. Februar: Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Groß- Berlins. 7 Uhr Hauptversammlung im Rathaus, Königstraße, Zimmer 63. Tages ordnung: 1. Raffenbericht. 2. Jahresbericht. 3. Borstandsmahl. 4. Bot. trag des Genoffen Dr. Herring: Das Berufsschulwesen un die Berufs Schulpolitik in Preußen". Nur Mitglieder haben Zutritt. abt. 7 Uhr beim Genoffen Dietrich, Linienftr. 122, Funktionärsizung. b.( Stadtbeat, ternbeiratet e Gigung der Bezirksführer, Betriebs, vertrauensleute, sowie sämtlicher Funktionäre im Lotal Stein, Luisenufer, Ede Budower Straße. Ausgabe der Funktionärtarten.( Die alten Karten mitbringen.) 6t. 7 Uhr bei Aullad, Kaiserstr. 41, erweiterte Borstandssigung mit fämt. lichen Funktionären. Mittwoch, bt. 7 hr bei Wiemers, Bülowstr. 58, Bezirksführerügung. den 14. d. M., 7 Uhr, in der Schulaula Ballasstr. 15, Mitgliederversamm Tung. Vortrag des Genossen Werner: Die Lage im Ruhrgebiet". Die Bezirksführer werden gebeten, einzuladen. bevorzugen stets CIGARETTEN NO PUHONNY. 9. 6. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Artushof, Perleberger Str. 59. Thema: Ruhrbelegung und Partei". Referent Genoffe Peffier. Wahlen. 14. Abt. 7 Uhr Funktionärionferenz bei Dietrich, Swinemünder Str. 36. Er. scheinen sämtlicher Funktionäre ist Pflicht. Berteilung der Löffler- Broschüre. 15. Abt. 7 Uhr Sigung der Parteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute bei Andersson, Stralsunder Str. 19. 16. Abt. 7½ Uhr bei Krüger, Suffitenfit. 34, Gigung aller Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. 17. Abt. 7 Uhr Funktionärkonferens bei Miller, Tegeler, Ede Triftstraße. 18. Abt. 7½½ Uhr Konferens aller Funktionäre in der Sayule Biesen-, Ede Bankstedge. tionäre. 20. Abt. 7% Uhr bei Fritsch, Drontheimer Str. 4, Stzung sämtlicher Funt 21. 11% the Funktionärsizung bei Paul, Reinickendorfer Str. 91. Vorstand trifft sich schon um 7 Uhr. 22. Abt. 7 Uhr Gigung der Parteifunktionäre bei Hönisch. 23. Abt. 7½ Uhr Funktionärsigung bei Grunewald, Kameruner Str. 19. 24. Abt. 7% Uhr Bezirksführernigung bei Röhler, Greifswalder Str. 80b. Der 25. Abt. 7 Uhr in der Oberrealschule Pasteurt. 45, Hof regts, Funktionär. fizung, Ale Funktionäre milfsen erscheinen. 27, Abt. 7 Uhr Sigung der Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute int zum Zahlabend am Mittwoch, den 14. d. M., einladen. 29. Abt. 7 Uhr bei Wilhelm Burg. Prenzlaner Allee 189, Funktionärtigung. 30. Abt. 7 Uhr Funktionärsihung bei Mahntopf, Carmen- Sylva- Str. 124. 31. Abt. 7% Uhr Funktionärtonferenz bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36. Zimmer 15 der Schule Sonnenburger Str. 20. Die Bezirksführer wollen Die Einäscherung des Genossen Wilhelm Berg findet heute nachmittag 4 Uhr im Krematorium Gerichtstraße ftatt. Treffpunkt bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, um 3 Uhr. 32. Abt. 7½ Uhr Elternverſammlung der 18. Gemeindeschule, Koppenſtr. 84. 40. Abt. 7% Uhr ber Reufner, Hagelberger Str. 20, Sigung aller Funktionäre, Thema: Organisatorischer Aufbau der Schule". Ref. Gen. Lehrer Böhm. Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. 42. bt. 7 Uhr bei Söhlke, Bergmannstr. 69, Funktionärfonferenz. 43. bt. 7 Uhr Bezirksführerfisung bei Rode, Dieffenbachftr. 36. Funktionäre. 44. Abt. 7 Uhr Gigung aller Funktionäre in der Soule Reichenberger Str. 5. 45. Abt. 7½ Uhr in der Oberklasse der Forster Schule Gizung sämtlicher 16. A6t. 7 Uhr Sigung der Abteilungsleitung, Bezirksführer, Bezirkstaffierer und Funktionäre im bekannten Sotale. Abrechnung und Empfang der neuen Beitragsmarken. 48. bt. 7 Uhr bei Raftan, Gitschiner Str. 62, Funktionärfonferenz. Karl- Plak 5. Ersaeinen Pflicht. 51. bt. Charlottenburg. 74 Uhr Funktionärtonferenz bei Barabasch, Friedrich. 125. Abt. Beißenice. 7½ Uhr im Sigungsfaal des Rathauses Funktionärver ben bekannten Lokalen einzuladen. Der 3. Bezirt tagt diesmal im total 124. Aht. Mebisbott. 7½½ Uhr im Lotel Anders, Bahnhofftrage, Funktionär Junasozialisten. 7½ Uhr Gesamtveranstaltung im Jugendheim, Sindenfit. 3. fammlung. Die Gruppenführer werden gebeten, zu den Zahlabenden nach Wittstrud, Langhansstr. 62. fisung. Alle Untertaffierer milen erscheinen. Arbeitsausschus Bortrag des Genossen Robalama: ,, Die Lage Georgiens". und Kreisvorsigende treffen fich dafelbft pünktlich 7 Uhr. Sozialiſtiſcher Studentenbund. 8 Uhr in der Suristischen Sprechstunde, Binder fivaße 3, Bortrag des Genoffen Dr. Wolfert über Weltwirtschaftslage". Jungsozialisten und Arbeiterjugend willkommen. Pflight. Brag, M. 8. 9. Dorstandes und der Bezirksführer. 11 nomittags 4 Uhr im Krematorium Baumschulen meg ftatt. Referent Genoffe Arille. Wirtschaft Währungspolitik oder halbe Maßnahmen? Dor, der Geldentwerfung zu schüßen, so muß der Taumel am DeDifenmarkt sehr schnell nachlassen. Das hat auch der Großhandel betont, der in einer Eingabe an den Reichswirtschaftsminister verlangt hat, daß man Goldwechsel und Golda Die stürmischen Kurstreibereien am Devisenmarkt erfuhren in Ponten bei der Reichsbank gefeßlich einführen sollte. Diese Vorder letzten Woche eine Unterbrechung. Der Dollar, der am Schläge laufen auf nichts mehr und nichts weniger heraus, als Ende der vorigen Woche noch 37 250 notierte, nachdem er seiner darauf, eine Art 3 wischenwährung neben der Papiermart Refordstand von 50 000 verlassen hatte, ging langsam im Kurs einzuführen. Man kann ihnen widersprechen aus Besorgnis, daß zurück und notierte gestern 30900. Die rückläufige Bewegung der es dann um die deutsche Währung endgültig geschehen ist. Aber Devisenkurse ist in der Hauptfache auf zwei Gründe zurückzuführen: daß die deutsche Währung ja nur noch für den Arbeiter und der auch dieser Einwand ist nicht stichhaltig, wenn man daran denkt, einmal, zwingt die Kreditknappheit die Industrie Teile ihrer De Berbraucher criftiert, während alle übrigen Schichten bereits mehr Difenbestände zu veräußern, zum anderen aber hat die Reichsbank Verbraucher cristiert, während alle übrigen Schichten bereits mehr ganz wesentliche Beträge von fremden Zahlungsmitteln auf den oder minder mit Goldpreisen oder mit Goldmart arbeiten. Arbeiter Markt geworfen, um den Kurs zu senken. Die Stügungsaktion der und Verbraucher werden für ihren guten Glauben um die KaufReichsbank dürfte wohl am meisten zur Senfung der Kurse bei- fraft thres Zohnes und ihrer Ersparnisse geprellt oder gar der. getragen haben. Sie ist nur ein Ausschnitt aus den Maßnahmen, Spefulation in die Arme getrieben. Die Einführung einer. derdie in der letzten Zeit erörtert wurden und von denen man sich eine der Mart den Boden ebnen, ohne diese vorweg zu nehmen. Man artigen Zwischenwährung würde einer endgültigen Stabilisierung Abhilfe der Devisenpreistreibereien verspricht. wird den Schritt wagen müssen, will man überhaupt jemals daran denken, die Mark zu stabilisieren. Die Vorschläge des Großhandels sind übrigens bereits bis zu einem gewissen Grade in den Anregungen des Reichswirtschaftsrates berücksichtigt. Bon fich aus hat allerdings die Reichsbant außer diesen Deviſenverfäufen blutwenig getan, um geortnetere Währungsverhält nisse herbeizuführen. Es ist aber ganz selbstverständlich, daß eine dauernde Besserung des Markturses von zeitweiligen Stüßungsmaßnahmen nicht erwartet werden kann, besonders so lange, als der Devifenmarkt überhaupt nicht wesentlich eingeengt ist schmelzung der ihm angehörigen Werke zu einer Aktiengesellschaft Klöffner- Werke 2. G.' Der Klöckner- Konzern hat durch Vers und die Geschäfte in fremden Zahlungsmitteln nicht auf diejenigen die Unternehmungen zu einem einheitlichen Trust organi Personen beschränkt sind, die damit eine volkswirtschaftlich wertvolle fiert. Es sind dies der Lothringer Hütten- und Bergwerksverein, Tätigkeit verrichten. Nach dieser Richtung ist aber außer der De- diz Bergbau- A.- G. Königsborn, Georg- Marien Bergwerks- und Difenverordnung, die noch dazu sehr unzulänglich durchgeführt wird, Hüttenverein, das Hasper Eisen- und Stahlwert, das Fassoneisennichts von Bedeutung geschehen. In einem Rundschreiben hat. aller Walzwert Mannstädt und die Düsseldorfer Eisen- und Drahtwerte. dings die Reichsbant ihre Kunden aufgefordert, Devisen nicht Die Generalversammlungen genehmigten den Zusammenschluß. Die mehr zu beleihen und so die Devisenhamsterei zu zwingen, Auflösung der Gewerkschaften Viktor, Idern, General, Quint, deren mitteln abzustoßen. Dieser Schritt ist gut gemeint, wird aber, da er finden. Der bisherige Lothringer Hütten- und Bergwerksverein, wenn sie Papiermark brauchen, ihre Bestände an fremden Zahlungs- Anteile fich gleichfalls im Befih des Lothringer Hüttenvereins be sich auf eine Mahnung beschränkt und nicht von anderweitigen in dessen Händen sich die Mehrheit der Aktien der übrigen UnterMaßnahmen unterstützt wird, nicht lange wirffam bleiben. Gute nehmungen befindet und auf den dem Beschlusse gemäß die übrigen Mahnungen gegenüber den Banken sind bisher wenigstens nicht Werte übergehen, ändert seinen Namen in Klöckner- Werte A. G." lange befolgt worden. Frauenveranstaltung. am Montag, den 12. Februar: Welcher Art die ergänzenden Maßnahmen sein müssen, hat die Berbilligung der Fracht für Kunstdünger. Das Reichsernährungs57. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr bei Thured, Wielandstr. 4. Thema:„ Die Sozialdemokratie in ihren Vorschlägen zur Währungsreform längst ministerium teilt mit: Die mit Wirkung vom 22. Januar 1923 ein Aufgaben der Frau in der Partei. Erscheinen sämtlicher Genosfinnen dargelegt, ehe die legte Katastrophe der Mark hereinbrach. Damals getretene Herabsehung der Frachten für fünstliche Düngemittel be Uebermorgen, Dienstag, den 13. Februar: sind diese Forderungen nicht erfüllt worden. Um so bezeichnender trifft Superphosphat mit 20 Broz, Stickstoffdünger mit 6. Abt. 7½ Uhr Mitgliederversammlung bei Büttner, Schwedter Str. 23124. ist es, daß jezt der wirtschaftspolitische und finanzpolitische Aus- 10 Broz. der bisherigen Frachtsäze. Auch fabrikatorisch hergestellte Thema:" Der Zweifrontenkampf der deutschen Arbeiter". Referent Genoffe schuß des Borläufigen Reichswirtschaftsrates eine Ralifalze sowie 40prozentiges Kalidüngesalz haben eine weitere Ermäßigung um 10 Proz. erhalten; Kalf mergel hat eine über 38. Abt.74 Uhr bei Gohlke, Friedrichsberger Str. 22, Gigung des Abteilungs. Reihe von Maßnahmen gegen den Berfall der deutschen Währung den bestehenden Ausnahmefrachtfak hinausgehende Ermäßigung von 39. Abt. Die Ginäſcherung des Genossen Baul Busch, Simeonftr. 31, findet borgeschlagen hat, die sich gegenseitig ergänzen, und die sämtliche 20 Prozent und gebrannter Düngefall eine solche von 10 Broz. Grundgedanken der von der GSozialdemokratischen Partei verfoch- erfahren. Da die Höchstpreise für Superphosphate und Stickstoff.. 54. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr Abteilungsversammlung im Botal Bum benen Forderungen enthalten. Die meisten dieser Vorschläge wur- bünger eine Lieferung frechtfrei Verbraucher vorsehen, hat die Birnbaum", Galvaniſtr. 13. Thema:„ Ruhrbefehung und Sozialdemokratie". ben sogar mit großer Mehrheit angenommen. Sie verlangen, daß Reichsregierung ihrerseits Maßnahmen getroffen, um den landwirt74. Abt. Zehlendorf. 7½ Uhr Abteilungsversammlung bei Midlen, Botsdamer die Reichsbank im Ausland in erhöhtem Maße Martbestände schaftlichen Verbraucher in den Genuß der Frachtermäßigung zu Straße 25, Bortrag des Genoffen Dr. Schönherr:„ Barteipolitik und Ruhr- antauft, daß sie ferner eine Devisenreserve zur Befrie- fezen. Dies geschieht bei Superphosphat in der Weise, daß die vor 89. 96. Stentölin. 7½ Uhr Vorstands- und Funktionärkigung bei Stahl, gung des Einfuhrbedarfs schafft, daß man Auslandsfretite genannte Frachtermäßigung bei Festsetzung des vom Reichsministe rium für Ernährung und Landwirtschaft zu bestimmenden Höchst 119. Abt. Sitenberg. Die Beerdigung des verstorbenen Genoffen Mag Michael herbeizuführen sucht, daß man ferner die Devisenspekulation mög- preises jeweils berücksichtigt wird. Bei Stickstoffdünger wird findet nachmittags 2 Uhr auf dem Friedhof Lichtenberg, Bornikstraße, statt. lichst durch Errichtung einer Devisenzentrale start einschränkt. Da der unmittelbare Bezieher, der die Ware vom Erzeugerwerf erhält, 120. st. Friedrichsfelde. Bünktlich 7 Uhr Mitgliederversammlung in der ben laufen mehr finanzpolitische Maßnahmen wie die einer ener- nach wie vor den Frachtbrief einlösen und hierbei die bereits er. Mädchenschule, Wilhelmstr. 29. 1. Bortrag des Genoffen Albert Sorlig: Die hiftorische Leistung von Rarl Marg". 2. Distuffion. 3. Parteiange- gischen Einschränkung der Reichsbanftredite, die mäßigte Fracht bezahlen, jedoch bei Uebersendung des Frachtbriefes Tegenheiten und Broschürenausgabe. Ausgabe wertbeständiger Anleihen, die Eröffnung an das Stickstofffyndikat einen Betrag vergütet erhalten, der der von Goldtrebiten gegen Devisen bei der Reichsbant und die nicht ermäßigten Fracht entspricht. Trok der schwierigen Finanzbeschleunigte Einziehung der bestehenden Steuern und schließlich lage des Reiches find diese Bergünstigungen gewährt worden, um eine startere Erfassung der durch den Export an Deutsch verstärkte Produktion und vermehrte Anwendung von Kunstdünger land tommenden Deifen. zu erzielen. bejegung" Frauenveranstaltung am Dienstag, den 13. Februar: 20. Areis. T½ Uhr Sigung der Funktionärinnen in Reinidendorf- Best, Borts haus, Scharnweberstr. 114. Jeber Ort muß vertreten fein. Geschäftliche Mitteilungen. Der Dampfer, Dropefe", der Royal Mail Line, der sich durch feine por alglichen Eigenschaften bei den Passagieren der Rew- Yort- Route besonders beliebt gemacht hatte, ist neuerdings in ben Bacific- Dienst eingestellt worden. Briefkasten der Redaktion. . Serung 36. Fragen Sie einen praktischen Arzt, ob ein derartiger Ber. fuch Erfolg verspricht. D. B. Wilmersdorf, Uhlandstraße 42. 23. R. 01. Wir raten zu nochmaliger Beteiligung an einem Rurfus. Nie. mals empfehlen wir bestimmte Aerzte. F. R. 86. Bielleicht versuchen Sie es bei einem Museum. Meldung bei der Generaldirektion der Museen. Better bis Montag mittag. Größtenteils troden und neblig ohne erhebliche Niederschläge, später besonders im Nordosten zeitweise etwas auftlarend. Temperaturen um den Gefrierpunt. 運動 In der Tat muß eine positive Währungspolitit, die allein auf die Dauer einen Erfolg verbürgt, in der Richtung der gefennzeichneten Borschläge laufen. Bisher hat man fich darauf beschränkt, ein Notgesetz gegen die Devisenspekulation anzukündigen. Was und ob überhaupt etwas aus diefer Ankündigung wird, steht bisher noch nicht fest. Die Schaffung wertbeständiger Anleihen wird nur von privater Seite und von Landesregierungen weiter betrieben, und diese neuen Papiere finden auf dem Anleihemarkt eine überraschend gute Aufnahme. So. waren die sächsischen Kohlenanleihen binnen weniger Stunden überzeichnet und auch die Roggenpapiere der Roggenrentenbank und des. Didenburgischen Staates stießen auf eine überaus starte Nachfrage. Wenn alle diejenigen, die auf ein und das ist heute jeter, wertbeständiges Geld angewiesen sind auch der fleinste Sparer, die Möglichkeit finden, ihre Ersparnisse RUDUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Günstige Angebote Bettfedern Lustig AnkaufsAbteilung Prinzenstraße Seit 37 Jahren MAX BUSSE Brunnenstraße 18 Gegründet 1878 An der Invalidenstraße Ankauf und Verwertung von Brillanten Gold-, Silber-, Platinbruch Persil Ohne Chlor! Wäscht. undrierrig Marken M kauft Markenhandlung Kosack, Burgstraße 13. ünzen kauft Münzenbandlung Ball, Wilhelmstraße 46. Zähne Don 600 E in nut erstkl an Ausführ., Teil. zahl. Spez. Zähne ohne Gaumenplatte Hempel Linienstr 220, nahe Schönh. For. 9-7 Gonntag 10-12 ünzen kauft Münzenhandlung fehlgehen! in allen Abteilungen Drum prüfe, wer sich ewig bindet! Als Selbsthersteller liefere ich in Qualität und Preis einzig dastehend Trauringe 1 Ring Dukatengold v. 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Wir müssen praktische Wirtschaftspolitik Montag morgen, und in diesem Stundenkreis ballt sich viel schweres Gezur Gemeinwirtschaft betreten wirt. Schlußztagung. Wir müssen dahin wirken, fommt. Die drei, der alte Schiffer, feine junge Frau und fein Gehilfe, listen, eines Mörders, zu drei einfachen Menschen auf ihren Wohnfahn Ueber Grundfragen daß die im Deutschen Beamten- Wirtschaftsburd vorhandenen lebten bordem bei fleißiger und redlicher Arbeit ruhig dahin. Der Artist Beamtenbesoldung Bundeseinrichtungen zweckmäßig zusammenarbeiten mit den außer aber, der nur seine Zigarette und feine Lüfte tennt und sich bedenkenlos sprach Dr. Bölfer. Heute noch, so führte er in seinem Vortrag halb des Deutschen Beamten- Wirtschaftsbundes bestehenden gleich über alles hinwegjest, wird das Schicksal dieser Leute. Der alte Schiffer aus, beſtehe ein ein Streit darüber, ob die Besoldung nach der wertigen Einrichtungen genossenschaftlicher Art.( Konsumgenoffen- und der Artist finden den Tod, von den jungen Leuten weiß man indessen, Leistungsfähigkeits- oder der sogenannten Alimentationstheorie zu fchaften, Soziale Baubetriebe.) Es wäre dafür zu sorgen, daß die daß fie so viel Straft aufbringen werden, um sich eine Zukunft zu zimmern. erfolgen habe. Grundfäglich sei anzuerkennen, daß jedem Be Behälter in einer Geldstelle zusammenfließen und nicht sofort ganz Galeen war als Regisseur mit unendlich seinem Einfühlenkönnen am Werk. amten ohne Unterschied eine Existenzlicherheit gewährt in die Hände der Beamter: übergehen. Das brächte zwar eine Ein- Borzüglich gelang es ihm, das Leben der drei einfachen Menschen in seiner werden müsse. Dieser Gedanke müsse ohne Rücksicht auf die Leis schränkung der Bewegungsfreiheit, aber zugleich eine finanzielle an guten und belebenden Einfällen. Som stand ein Photograph zur Seite, rührenden Schlichtheit verständnisvoll zu schildern. Seine Regie ist reich ftungsfähigkeit anerkannt werden, denn die Hauptsache bleibe, die Kräftigung der Beamtenbewegung. Auch in der Warenversorgung der flar und meisterhaft das Leben an Bord des Kahnes und die kahit Arbeitskraft der Massen nicht noch mehr als bisher schon zu ge- muß mehr als bisher getan werden. Die vielen einzelnen Wohl- bilder festzuhalten verstand. Die Darsteller Edith Bosca, Friedrich fährden. Wenn nicht einmal die nackte Existenz erhalten werde, fahrtsorganisationen müsser zu großzügigen Gebilden zusammen- Taeger, Harry Nestor und Otto Treptow lebien restlos ihren Rollen. Und fei ein Aufstieg unserer Wirtschaft unmöglich. Das Bedürfnis für gefaßt werden. Notwendig ist bei allen diesen Wirtschaftskämpfen durch die fein auseinander eingestellte Arbeit von Regiffeur, Photograph das nackte Lebensminimum jei bei allen Beamten gleich start, man eine enge Fühlungnahme zwischen Beamten, Ar- und Schauspieler ist es dem Film vergönnt, die Zuschauer in seinen Bann müsse beshalb auch allen einen Erfah der Teuerungsausgaben ge- beitern und Angestellten. Die Einigkeit zwischen diesen au ziehen. währen. Daneben fönnten prozentuale Bezüge zugebilligt werden. drei großen Gruppen ist die beste Gewähr für der. Sieg der Be- programm bietet, fiebt man, wie durch sie nicht nur dem Körper eine Bei den Aufnahmen von der organischen Körperschulung, die das BeiAn fich könnte die Verbindung beider Gesichtspunkte gerechtfertigt amtenfchaft. erscheinen. Wohltat erwiesen, sondern auch beachtenswerte Gelenfigkeit erzielt und Kraitersparnis betrieben wird. Kurt Heinig behandelte den 3. Punkt der Tagesordnung: Wirtschaftspolitik in Gegenwart und Zukunft." Die heutige Generation, die überwiegend von 1870 bis 1914 groß geworden ist, ver suche immer wieder die wirtschaftlichen Fragen an die im Jahre 1914 bestandenen Berhältnisse anzufnüpfen. Diese Anknüpfung fet unmöglich, weil unsere früheren weltwirtschaftlichen Beziehungen unterbunden sind. Deutschland war vor dem Kriege ein Exportland und mußte damals schon etwa 40 Broz. seines Bedarfs an Nahrungsmitteln einführen. Die Einfuhr war infolge der reichlich vor handenen Verkehrsmittel aus allen Teilen der Welt möglich. Nach dem Kriege, der die Berkehrsmittel und alle Verbindungen zerstörte, find wir fast ausschließlich auf die heimische landwirtschaftliche Bros duktion von Nahrungsmitteln angewiesen. Dazu kommt, daß uns weite Landstrecken, die uns als landwirtschaftliche Ueberschußgebiete früher reichliche Nahrungsmittel liefern fonnten, turch den Verfailler Friedensvertrag entriffen sind. Auch in den Nachbarländern ist die Nahrungsmittelproduktion zum Teil durch den Krieg zerstört worden. Früher hat uns Rußland für viele Millionen von Goldmark Eier, Butter, Getreide, Gerste und Federvieh geliefert, heute herrscht selbst dort Nahrungsmangel Wir sind in eine Zeit der reinen nationalen Wirtschaft zurückgekehrt. Dagegen hat sich in den Ländern, nach denen wir vor dem Krieg exportieren fonnten, eine nationale Industrie entwickelt Auch die Gesellschaftsschichten unferes Landes find infolge des Krieges andere geworden. Der Unternehmer von heute hat nur noch ein Interesse daran, zu egportieren, gegen ausländische Valuta zu liefern und die Arbeit mit Papiermart löhnen zu bezahlen. Der Mittelstand ist zusammengebrochen. Der alte Staat steht noch am Anfang der Entwicklung. Wir wünschen, daß er mit der Entwicklung geht. Darüber müssen wir uns flar fein, daß wir aus eigener Hilfe aus den vorhandenen Schwierig feiten nicht herausfemmen, daß dazu die Lösung des franzöfifchen Broblems gehört. Es tommt darauf an, daß jeder einzelne fich der Entwicklung bewußt wird und daß auch die Masse weiß, was sie will und was geschehen muß, um eine Umgestaltung der Wirt schaftspolitik vorzubereiten und in der Zukunft durchzuführen.( Lebbafter Beifall.) waren, von denen die eine ein engeres Zusammenarbeiten der Nachdem dann noch zwei Refolutionen angenommen Bundeseir.richtungen im Deutschen Beamtenwirtschaftsbund mit den bestehenden genossenschaftlichen Einrichtungen, wie Konsumgenoffen schaften und dergleichen verlangt, und die andere die baldige Verabschiedung des Gelegentwurfes über den befferen Ge= brauch landes fordert, wurde vom Borfizenden Stetter( Gemeinde- und des deutschen Bau und WirtschaftsStaatsarbeiterverband) die öffentliche Tagurg mit dem Wunsch geschlossen, daß die vorgetragenen Getanten und Ideen sowohl bei der Beamtenschaft wie auch in den Parlamenten und in den ministerien Beachtung und Anklang finden. zu einer zweiten nichtöffentlichen Tagung zusammen. Nach der öffentlichen Sigung trat dann der Bundesausschuß 3u einer zweiten nichtöffentlichen Tagung zusammen. Filmschau.UE freuliche Belanniſchaft machte, ist ein febr guter Film. Dr. Johannes Der Frauenkönig“, mit dem man im Tauentienpalant er. Brandt, sicher und geschmadvoll im Zugriff, baute das Manuskript nach dem Roman Die drei Lieben des Gaston Meder" von Reinhold Eichacker. Die Geschichte von dem verträumten Friseur, der durch das Girren der großen Frauenwelt in den Himmel der Liebe geboben und in die Hölle des Verbrechertums geschleudert wird, ist hier mit absoluter Logit in innerlich gebundene Bilder aufgelöst. Die Gestalt des Hochstaplers bleibt unaufdringlich sympathisch, wozu auch die alle Züge vermenschlichende Darftellung durch Georg Alexander Wesentliches beitrug. Sebr forgfältig mit überaus fesselnden Nuancen durchleuchtet. Für ihn gibt man gern ein berausgearbeitet ist die Figur des intriganten Gegenspielers, die Roberts Dugend Schünzel- Typen. Auch die Frauenrollen, sehr individuel besetzt, find durchweg dankbar. Die Regie Jaap Speyer gibt dem Ganzen un ermüdliches und hinreißendes Tempo und überrascht oft durch ganz filmisch ersonnene Einfälle. Nur der Austlang des auch im szenischen Rahmen wertvollen Films enttäuscht und wirkt wie ein erwünschtes Zugeständnis an verlogen- biedere 2ösungsbedürfnisse. p- s. * Regelmässige Verbindung e. b. von Bremen über Southampton, Cherbo rg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer NÄCHSTE ABFAHRTEN: President Harding George Washington President Roosevelt America . 14. Februar 21. März 21. Februar 28. März 28. Februar 4. April 11. April 16. 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Der bayerische Staat hat sofort nach Beendigung des Krieges den schon lange geplanten Ausbau seiner wertvollen Wasserkräfte in Angriff genommen. Inzwischen hat der Koblenmangel, den die Zwangslieferungen an die Entente für den fohlenarmen und verkehrsungünstig gelegenen Süden besonders fühlbar gemacht hatten, die hohe vaterländische Bedeutung des bayerischen Wasserkraftausbaues bewiesen. Zunächst wurden das ,, Walchenseewerk" und die„ Mittlere Jar" „ Bayernwerk" begonnen, deren Kräfte durch das weitergeleitet, überall im Lande verteilt und, soweit ein Ueberschuß besteht, auch an die Nachbarländer abgegeben werden. Von den Gesamtanlagen der drei Werte( erster. Ausbau) sind 65% bereits fertiggestellt. Wenn nicht höhere Gewalt eintritt, ist bestimmt damit zu rechnen, daß Walchenseewerk und Bayernwert gegen Ende des Jahres 1923 in Betrieb kommen und erhebliche Einnahmen bringen werden. Die Mittlere far wird nach Lage des Baufortschrittes im Laufe des Jahres 1924 betriebsfertig sein. Das Grundfapital der Gesellschaften beträgt insgesamt 2 Milliarden Mark. Die bayerische Staatsregierung hat die Bürgschaft für Rapital und ginien übernommen. Die Schuldverschreibungen sind im gesamten Gebiete des Deutschen Reiches zur Anlage von Mündelgeldern geeignet. Die banerische Staatsregierung hat die Anlegung der Gelder der Gemeinden und Drtichaften, der gemeindlichen und der örtlichen Stiftungen, dann der Kultusstiftungen und Kirchengemeinden in diesen Schuldverschreibungen gestattet. Die Schuldverschreibungen lauten auf den Inhaber und gelangen in Stüden zu zur Ausgabe, M. 5000.-, 10 000.-, 20 000.-, 50 000.-, 100 000.- und 500 000.Die Verzinsung beginnt am 1. März 1923; die Zahlung der Zinsen erfolgt halbjährlich jeweils am 1. März und 1. September, und zwar hinsichtlich der Septemberzinsscheine nach Maßgabe der am borangegangenen 28. bzw. 29. Februar geltend geweſenen Reichsbantistontrate und hinsichtlich der Märzfälligkeiten zum Reichebantdiskontsag vom 31. August des vorangegangenen Jahres. Es wird also beispielsweise der Zinsschein zum 1. September 1928 auf Grund des Reichsbankdiskonts vom 28 Februar 1923 abzüglich 2% bezahlt und in gleicher Höhe beim Handel der Schuldverschreibungen die Stüczinsenberechnung vorgenommen. Die Schuldverschreibungen werden zum Nennwert im Wege der Auslosung oder Kündigung, beginnend mit dem Jahre 1928, in dem Ausmaße eingelöst, daß die gesamte Anleihe bis zum Jahre 1963 zurüdgezahlt ist. Die Auslofungen erfolgen im Monat März zum 1. September eines jeden Jahres, erstmals im März 1928 zur Heimzahlung am 1. September 1928. Die Schuldner find befugt. vom 1. März 1928 ab berstärkte Auslofungen vorzunehmen oder auch die sämtlichen noch ausstehenden Schuldverschreibungen mit einer Frist von 6 Monaten zu fündigen. Die Anleihe foll an der Börse eingeführt werden. Die vorstehend beschriebene mündelsichere Walchenseeanleihe" wird hiermit zur öffentlichen Zeichnung unter folgenden Bedingungen aufgelegt: Zeichnungsstellen sind die Bayerische Staatsbank München nebst den übrigen Bayerischen Staatsbankniederlaffungen, sowie die sämtlichen deutschen Banten, Banfiers, Bankgeschäfte betreibenden Genossenschaften, die Girvzentralen und die Sparfaffen Zeichnungsscheine sind bei allen vorgenannten Stellen zu haben. Die Zeichnungen lönnen aber auch ohne Ver wendung von Zeichnungsscheinen brieflich erfolgen. Der Zeichnungspreis beträgt 100 Prozent unter Verrechnung von 10 Prozent Stüdzinien. Sendungs- und Versicherungsspesen geben zu Lasten des Zeichners. vom 6. bis 20. Februar 1923 statt. Die Zurechnung der gezeichneten Beträge Die Zeichnung findet in der fann ab 6. Februar 1923 erfolgen. Bezahlte Beträge gelten als voll zugeteilt. 19tis Die Stüde werden mit möglichster Beichleunigung fertiggestellt. München, im Februar 1923. Gegr. 1863 Soeben erschien! Bayerische Staatsbank. Soeben erschien! RUSSISCHE KORRESPONDENZ Nr. 11/12 279 Seiten mit 12 Mehrfarbendrucken und 32 Reproduktionen nach russischen Originalen Aus dem Inhalt: Die gegenwärtige Lage und unsere Aufgaben von N. LENIN/ Die Wirtschaftslage Sowjetrußlands vom Standpunkt der Aufgaben der Sozialistischen Revolution von L. TROTZKI/ Fünf Jahre Rote Diplomatie von G. TSCHITSCHERIN/ Die eiserne Kohorte der Revolution von N. BUCHARIN/ Der gegenwärtige Stand der Metallindustrie von S. WEIZMAN/ Die russische Elektroindustrie vonA. KOLOSSOW/ Der Arbeitslohn in den Jahren 1913-1922 von S. STRUMILIN/ Die Finanz- und Steuerpolitik von M. ALJSKI/ Das Budget der Republik von S. KISTENEW/ Nachwehen des Interventionismus von A. JOFFE/ Das russische revolutionäre Plakat von W. POLONSKI/ Aus der neuen russischen Literatur: Partisanen, eine Erzählung von W. IWANOW/ Wirtschaftsbeilage/ usw. Verlag Carl Hoym Nachf. Louis Cahnbley, Hamburg 8 Grundpreis des Heftes 6.50 Mk. 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Teleph.: Norden 833 bis 836 und 6592 bis 6595. tung! Weihnachtsunterstüßung!! Bon dem gesammelten Geld zur Unterstützung der Erwerbslofen ist noch ein Nest zu verteilen 6 Für die Berteilung gelten jolgende Richtlinien: Unterstilgung erhalten alle Kollegen und Kolleginnen, die echt nur mit Firma Wochen Mitglied find, für diese Zeit ihre Beiträge entrichtet Otto Reichel Berlin 43 haben und in der Woche vom 5. bis 10. Februar arbeitslos Eisenbahn- Straße 4. oder Invalide find, oder sich als Krante im Krankenhaus oder einer Heilanstalt befinden. Schokoladen, Die Auszahlung erfolgt in der Woche vom 19. bis 24 Februar. jeweils von 9 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags im Berbandshaus. Linienftr. 83/85, Barterresaal, Schalter 1. große Auswahl be Ausweise über Erwerbslosigkeit, sowie bei Kranten eine Betannter Marten. icheinigung über den Aufenthalt in einer Heilanstalt, und bei Billight. Bezugsquelle Invaliden über Erwerbsunjähigleit nebft Mitgliedsbuch sind bei flir Rantinen und der Kontrolle vorzulegen. Wiedervertäufer Ohne genügenden Ausweis erfolgt feine Auszahlung. Paul Grindel. Die Ortsverwaltung macht ausdrücklich darauf aufmerksam, daß der festgefeßte Termin zur Abhebung der Unterwügung einSchokol- Großhandl. gehalten werden muß, da der Restbetrag nur soweit reicht, als wie der Unterſtügungstermin angefest ist. Dircksenstr. 47, Nachzügler fönnen unter teinen Umständen berücksichtigt 142 2 Die Ortsverwaltung. werden. Berlin C. 25, am Bahnhof Börse. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berein Berliner Buch. Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85 drucker u. Schriftgießer Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm.4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833 bis 836 Zusatz zur Tagesordnung der General Bersammlung am und 6592 bis 6595. Dienstag, den 13. Februar, abends 7 Uhr, in Aliems Festfälen, Safenheide: 20. Februar im Gewerkschaftshaus: Branchenversammlung faffierer ber Reichsbruderei beantragen der Rohrleger, Helfer und Bauflempner. Tagesordnung: 1. Bericht über unsere Lohnverhandlungen. 2. Berbands- und Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. 9 Die Rommissionsmitglieder treffen fich um 5 Uhr; die Bertrauensleute um 6 Uhr im selben Lokal. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Mittwoch, den 14. Februar, nachmittags 5 2hr, im Lofal von Wagner, Rottbuser Straße 19: Versammlung aller Funktionäre der Kundenbetriebe, die dem Verband der Metallschleifereien angehören. Die Bertrauensleute und Druckerei die Abänderung des Beschlusses der Generalversammlung vom 30. Jan. d. J. über freiwillige Sammlungen zur Unterftügung der Arbeitslosen. Sie beantragen Schaffung einer festen Norm resp. Er. höhung des Gaubeitrages zur Unterfrügung der Arbeitslojen." 26/8 EngrosLager Der Gauvorstand. Damenwegr. 1894 Winter- Konfektion berabgesetzl Mittwoch, den 14. Februge, nach- flauschalster, Seidenpläschmäntel mittags 5 Uhr, in den ResidenzFelijälen", Landsberger Straße 31: Branchenversammlung der Emaillierer und verwandten Berufe. Tagesordnung: 1. Die bestehenden wirtschaftlichen Verhältnisse und die Aufgaben der Gewerkschaften. 2. Die Lohnverhältnisse unserer Auf Grund der Verordnung über Grundlöhne ufw. vom 2. Februar 1923 gestalten sich die Lohnstufen und Beiträge Dom 12. Februar 1923 wie folgt: Raffenmitglieder Grund- Beitrag mit einem Tages lohn täglich 142/10 entgelt von stufe 9. M. Lehrlg. ohne Entgelt 200 18 bis 450 mM einscht. 400 36 450,01 bis 850, 800 72 HI 850,01 1250, 1200 108 群 IV 1 250,01 1 650, 1650,01 1600 144 39 2050, 2000 " 180 2650,- 2600 234 V 2050.01 " VII 2 650,01 3250, 3200 " VIII 3 250,01 und mehr 3600 Affenmantel Astrachanmäntel, Krimmermäntel, Strickjacken, Katzenjacken, Tuchmäntel 12 500 15 500 18 500 22 000 25 000 36 000 45 000 65 000 85 000 unferer Branche Neue Frühjahrs3. Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt Die Ortsverwaltung. Allgemeine Ortstrantenkaffe für Berlin- Lichterfelde Gemäß Berordnung des Reichsarbeits 177/6 298 ministers vom 2. Februar 1923 und Bor 324 standsbeschluß wird der Grundlohn für Als Krankengeld wird die Hälfte des Stufe 10 von 1800 M. auf 3600 Mt. herGrundlohnes gewährt. Entsprechend der aufgelegt. Der Beitrag für Stufe 10 be Grundlohn- Erhöhung steigen auch die trägt demnach ab 1. Februar 1923360 M. Der Vorstand. übrigen Barleistungen der Raffe. Mit pro Tag. glieder, deren Grundlohn die bisher bei Der Kaffe vorgeschriebene Höchftgrenze übersteigt, haben erit vom 29. Tage nach bem Infrafttreten der Aenderung, also vom 13. März 1923, ab Anspruch. Für Bersicherte, welche bisher der Lohnftufe X angehört haben und deren Tagesentgelt über 1650 M. der Krankenkasse auf Grund von Tarifbestimmungen ufw be fannt ist, wird die Zuteilung zu der neuen Lohnfumme VIII von der Krankenkasse vorgenommen. Für diese Personen find Bugehörigkeit der Versicherten zu den Stahlmatratz., Kinderbetten dir an Priv. neuen Lohnstufen V bis VII in Betracht Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. tommt, werden die Arbeitgeher hiermit Metallbetten Ummeldungen nicht nötig Ständiges Lager Den 150 Standuhren üb. i.all.Holz. u. Stilart. Schriftliche Garantie 14 Karat Gold- Armband- Uhren fowie Herren- Uhren, Gold. Trauringe. Jawelen, Silberkästen nach Gewicht. Alpaka- Bestecke Alte Juwelen, Gold- a. Silberwaren werden zu höchsten Tagespreison angekauft. aufgefordert, innerhalb einer Woche die zur Berechnung der Beiträge erforderlichen Lohnangaben mittels der üblichen Formulare bei der Hauptstelle in Schöneberg, Grunewaldftr. 30, bam. bei der Geschäftsftelle in Friedenau, Rheinstr. 9, zu machen. Erstattet ein Arbeitgeber troß diefer Aufforderung die Meldung nicht friſt zeitig, so fann für seine Beschäftigten der Raffenvorstand bis zur ordnungsmäßigen Meldung den Grundlohn in der Höhe festiegen, der für die Berficherten der gleichen Art in Betrieben gleicher Art gilt, und ohne Pflicht zur Rüderstattung die entsprechenden Beiträge erheben. Druditüde der neuen Bestimmungen ftehen nach einigen Tagen in dea Rassen lokalen zur Berfügung. Der Borstand. 177/7 A. Schuldt, Borsigender. G. Lorenz, stellvertretender Schriftführer Karl Wutke Elektromaterial Uhrmachermeister Invalidenstr.16 Gde Gartenstraße ( Stett. Bh.) Gegründet 1900, und Apparate für Start- u. Schwachstrom, Celfungsdrähte, Cigen, meßinftrumente, 3ähler, Telephonapparate, Glühlampen jeder Art, Elettromotoren, Anlasser tauft W. Noster, Berlin, Brückenstr. 15a. Fernsprecher: Morigplay 8710. Konfektion unter jetzigem Herstellungspreis. Tuch- Wickelmäntel. Kostüme. Covercoat- Paletots. Alpaccamäntel. 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