Nr. 74 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 37 Bezugspreis: Für den Monat Februar 2600 2. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig. Saar. und Memelgebiet fowie Oesterreich und Buremburg 3600 M., für das übrige Ausland 4600 M. Postbezugspreis freibleiben d. Bostbestellungen nehmen an Belgien. Dänemart, England, Estland. Finnland, Frank. reich, Solland, Lettland, Luxemburg. Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Reit". der Unter haltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage, Siedlung und Kleingarten" ericeint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 100 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 800 M. Reklamezeile 4000 M. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 250 M.( zulässig zwei fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 150 M. Stellengefuche das erste Wort 150 M., jedes weitere Wort 100 0. Worte über 15 Buchstaben zähten für zwei Borte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 200 m. Anzeigen für bie nächste Rummer milffen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden. Straße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Döuhoff 292-295 Verlag: Douboff 2506-2507 Mittwoch, den 14. Februar 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bostichecktonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion ber Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Wird England intervenieren? Bonar Law läßt alle Türen offen. Ich habe erklärt: Die Eozialdemokratische Partei ist für die sogenannte Erfüllungspolitik im Rahmen der deutschen eistungsfähigkeit eingetreten. Ich habe hinzugefügt, daß te der Meinung sei, Deutschland müsse auch in Zukunft an Reparationen leiften, was es leisten fönne und zu diesem Zwed ſeien Großindustrie und Landwirtschaft vom Staate stärker heranzuziehen London, 13. Februar.( WEB.) 3m Unterhause fagte| Die Thronrete gibt der tiefen Sorge wegen des ernsten Stan- gung ist, daß eine lange Dauer des gegenwärtigen Rampfes nicht Ser Premierminister Bonar Law zur Besehung des Ruhr- des des Arbeitslofenproblems Ausdrud, jagt, es feien nur Deutschland und Frankreich aufs schwerste schädigen, sondern gebietes, er sei davon überzeugt gewesen, daß Frankreich mit besondere Maßregeln ergriffen morden, um die Not zu lindern, und ganz Europa dem Ruin näherbringen würde. biefem Schritte etwas tun würde, was unheilvoll nicht weift hoffnungsvoll auf das jüngste Wiederaufleben des 3. Nach ihre und meiner Meinung hätte England mit nur für Deutschland, sondern für Frankreich felbst sein auswärtigen Handels, besonders mit den britischen Rücksicht auf die Zukunft Europas sowohl als auch mit Rücksicht würde. Was auch geschehe, er sehe teine lichte Stelle Dominions. hin. auf seine durch die franzöfifchen Pläne bedrohten wirtschaftlichen in der Zukunft. Die franzöfifche Regierung habe sich auf London, 13. Februar.( WTB.) Heute nachmittag 2 Uhr begann Intereffen Anlaß, einen Vermittlungsversuch zu unterIhren Plan verpflichtet und fei gebunden, ihn durch im ticht besegten Unterhaus die bedeutsame Debatte über die nehmen, juführen. England habe immer noch seine Truppen in Thronrede. Abg. Roberts( Unionist) brachte die Dankadreffe Köln, aber er, Bonar Law, wisse nicht, ob es möglich ein und erflärte in feiner Rede, es habe niemals in der Geschichte sein werde, sie dort noch lange zu belaffen. Die Frage sei noch Englands eine Zeit gegeben, wo die auswärtigen Angelegenheiten eine größere Rolle gespielt hätten als jegt. Ueber die Ruhrattion nicht akut geworden, aber jie werde es vielleicht werden. Frankreichs sagte er, die Herzen der Engländer feien bei den Die französische oder die deutsche Regierung würden es lliierten. Sie wünschten Frankreich Erfolg bei einer Aftion, vielleicht den englischen Truppen unmöglich machen, in die nach ihrer Ansicht allerdings feinen Erfolg haben Köln zu bleiben, aber das würde ein großes Unglüd tönne. Sie hofften, daß sie in diefe: Arsicht unrecht hätten Der als bisher. fein. So lange Truppen im Rheinland belassen würden, nächste Redner, Abg. Hughes Collingwood( Unionist) erhabe England Fühlung mit der Cage. Obgleich man nicht flärte, der freundschaftliche Geist, der feit so vielen Jahren fede Wendung vorausberechnen fönne, würde es sehr bekla- zwischen England und Frankreich bestanden habe, müsse gefördert genswert sein, wenn die Entente zu Ende ginge, und dauernd gestaltet werden. Alle hofften, daß eire Regelung der denn das würde es in welleftem Make( largely) bedeuten, Schwierigkeiten in Europa turch ein 3usammenarbeiten der Engländer und Franzosen zustandegebracht werden würde. wenn England seine Truppen zurüdzöge. Bonar Cam Hierauf ergriff Abg. Ramsey Macdonald( Arbeiterpartei) das Wort. fügte hinzu, er hoffe noch immer, daß irgend etwas ge- Er befaßte fich zunächst mit inneren Fragen und sagte, bie Arbeiter schehen werde, was England ermöglichen würde, mit hofften, daß praktische Versuche zur Behandlung der Arbeitslofen, Aussicht auf Erfolg zu intervenieren. Nach dem Bericht der Tu. hat Bonar Saw noch gejagt, er hätte gehofft, den Wiederaufbau Europas Schulter an Schulter mit Frankreich ausführen zu können. Was er befürchte, habe sich ereignet, und das ist noch nicht das Ende Die Ruhr fei die Schlagader des europäischen Juduftrielebens und Frankreich habe sich selbst mehr Schaden zugefügt als anderen. Bonar Law fprad) unter großer Aufmerksamkeit des ganzen Haules. lleber die vorhergehende Debatte berichten wir weiter unten. Nach der Rede Bonar Laws ging die Debatte weiter. # frage unternommen würden. Ramsay Macdonald wandte sich hierauf der europäischen Lage zu und erflärte, nicht nur die Besetzung des Ruhrgebiets, sondern die gesamte Idee, welche die Sieger bei der Formulierung ihrer Politik befeelte. habe den Zustand des Chaos in Europa zu stande gebracht. Deutschland verhindert, Reparationen zu zahlen. Inzwischen Gerade die Versailler Bestimmungen hätten werde durch Sanktionen der Reparationsbetrag vermehrt, und schließlich fei man aus der Politit der Bestrafung eines unab. hängigen Staates hinausgetrieben und unbemußt in eine Internationale Pflichten. Bon Artur Crispien. gesamten sozialistischen Internationale gur Einheitlich und klar ist die Stellungnahme der Ruhrbejegung: Sie brandmarkt in schärffter eife den imperialistischen Borstoß Frant reichs und fordert besonders das Proletariat Deutschlands auf, im entschloffenen Abmehrfampf gegen die neuesten Gewaltatte nicht zu erlahmen. Darüber hinaus stellt die sozialistische Internationale der Bo gungspolitit entgegen, die auf dem gemeinsamen Inter litik der Gewalt eine Friedens- und Verständigungspolitit entgegen, die auf dem gemeinsamen Intereffe des arbeitenden Bolles beruht. Die Bereinigte Sozialdemokratie Deutschlands hat ausdrücklich wiederholt ihre Uebereinstim festgestellt. Zulegt in der vom Barteiausschuß am 6. Femung mit den Beschlüssen der sozialistischen Internationale bruar 1923 einstimmig angenommenen Resolution. Politik des Imperialismus und der Annegionen hineingetrieben worden. Macdonald fagte, er sei weder dafür, daß England Frankreich in allem unterstütze, noch daß es sich Frankreich direkt widersete. Die einzige Sicherheit, die eine fontinentale Die von der sozialistischen Internationale gemeinsam geDie Erklärung des englischen Premierministers bietet ein Nation wie Frankreich gegen eine andere je haben würde, sei die flares Bild von der überaus schwierigen Lage und der Un- Sicherheit, die ihr geboten werte, wenn diese Nation vollkommen faßten Beschlüsse verpflichten die sozialistischen Parteien der einentschlossenheit der englischen Regierung. Ihre große gleichberechtigtes Mitglied eines wirklichen Bölker zelnen Länder, bei allen gegebenen Gelegenheiten an allen geeigneten Stellen und mit allen zweckmäßigen Mitteln die Bedeutung besteht aber darin, daß fie im voraus feststellt, die bundes sei. Asquith, der liberale ehemalige Premier, sagte: Das Re Politik der Verständigung zu betreiben. Die BoAbberufung der englischen Truppen aus Köln würde das Ende der Entente bedeuten, und vor allem darin, daß sie, wenn auch parationsproblem beherrsche noch immer die ganze zivilisierte Welt litik der Verständigung bedingt, daß die sozialistischen Parin überaus vor chtiger Form, die Möglichkeit einer und werfe feine Schatten über sie. Es bestehe feine Neigung, teien in allen beteiligten Ländern einen Druck auf ihre Reenglischen Intervention in Aussicht stellt. Sache Deutschland von der Zahlung der Reparationen leichten Herzens gierungen und auf die widerspenstigen bürgerlichen Barteien des deutschen Volkes ist es, durch Fortsetzung des passiven zu entbinden. Man könne auch nicht überrascht sein, daß Frant ausüben, um durch Verhandlungen die Ruhrkrise Widerstandes die These Bonar Laws zu erhärten, daß die reich sich um feine fünftige Sicherheit forge, aber es frage sich doch, so rasch wie möglich zu beseitigen und die Reparations Ruhrinvasion für Frankreich ein Unheil ist, zugleich aber eine ob es noch einen schlechteren Weg zur Erlangung dieser Sicher- frage überhaupt einer endgültigen Lösung zuzuführen. Atmosphäre zu schaffen, die das Eingreifen Englands zum heit geben fönnte, als sich an der Oftgrenze Swed einer Bermittlung ermöglicht. ein großes Elsaß- Cothringen Die einmütig formulierten Beschlüsse der sozialistischen Internationale zeigen auch auf, in welcher Meise die sozialiftischen Parteien der in Betracht kommenden Länder. fich betätigen, wie sie einander zum Segen der Bölker in die Hände arbeiten müssen. Die sozialistischen Parteien von Frankreich, Belgien und England haben den von ihnen bereits aufgenommenen Kampf gegen die den Frieden gefährdende Politit ihrer Regierungen mit aller Energie fortzusetzen. Im Interesse der Friedensgarantien, um das Reparationsproblem auf dem Wege friedlicher Berhandlungen zu lösen und einer weiteren Zerrüttung der europäischen Wirtschaft entgegenzuwirken, fehen fich die sozialiftischen Parteien der Ententeftaaten ferner für den sofortigen Rückzug Rudzug aller Offupationstruppen aus dem Ruhrgebiet und aus allen anderen besetzten Gebieten ein. Gleichzeitig ist es die Aufgabe der sozialistischen Barteien Deutschlands, nach wie vor die deutsche Regierung und die deutschen Kapitalisten zu zwingen, die Deutschland obliegenden Reparationen im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit zu erfüllen. Die Rede unseres Genossen Ramsay Macdonald anzueignen. Ministerpräsident Bonar Caw wies zunächst darauf bestärkt uns in der Gewißheit, daß die große englische Ar- hin, daß die Arbeitslosigkeit sinke und das Geschäftsleben sich beiterpartei für alle Bestrebungen, in Europa wieder geordnete ständig beffere. Zur Lage im Often fagte er, niemand in BriZustände zu schaffen und dem deutschen Bolt sein Recht werden tannien wolle Krieg, und er hoffe aufrichtig, und glaube fest, au lassen, eine starte Stüge bleiben wird. Diese Rede wie die daß auch feine Kriegsgefahr bestehe. Allerdings dürften die Türfen Erklärung Bonar Laws bilden gemeinsam die stärkste Bes nicht zu sehr auf die britische Kriegsmüdigkeit zählen. ftätigung dafür, daß sich die deutsche Sozialdemokratie mit Zum Reparationsproblem habe Britannien seinerzeit vorgeschlagen, ihrer Politik, die den Widerstand gegen die militaristische Ges daß Deutschland 2500 Millionen bezahlen solle. Auf dieser Basis malt im Ruhrrevier führend beeinflußt, zugleich aber auch nach möge verhandelt werden. Er glaube, das französische Gesicht der Möglichkeiten eines ehrlichen und vernünftigen Ausgleichs Unsicherheit fet der Grund für die Verwerfung der britischen Umschau hält, durchaus auf dem richtigen Wege befindet. Reparationsvorschläge auf der Pariser Konferenz gewesen. Thronrede und Unterhausdebatte. Londoner Blättern zufolge fagte 21oyd George in einer London, 13. Februar.( WTB.) Die Eröffnung des Barlaments Rede, die Annäherungsversuche, die er und seine Kollegen gemacht durch den König fand heute statt. Die Thronrede spricht das hätten, um eine Wiedervereinigung der beiben liberalen Bedauern darüber aus, daß auf der Bariser Konferenz fein all- Parteien zu erreichen, hätten bei den Anhängern Asquiths femen gemenes Abfommen erreicht worden sei, und sagt, die englische Re- Anklang gefunden. gierung habe in dem Wunsche, eine vollständige Regelung des Reparationsproblems zu beschleunigen, den Allierten Einen anderen Weg als den der Verhandlungen gibt Condon, 13. Februar.„ Daily News" veröffentlicht eine Eres nicht, für Deutschland ebensowenig wie für auf dem Gebiete der alliierten Schulden meitreichende Zugeständnisse gemacht, es fei aber trotzdem unwöglich gemejen, zu flärung Breitfcheids, in der es heißt: Die furze Wieber Frankreich, um die Ruhrfrise aus der Welt zu schaffen einem allgemeinen Abkommen zu gelangen. Daher seien die fran- gabe der Unterredung, die er mit dem Berichterstatter der„ Daily und die Reparationsfrage zu regeln. Ob der Krieg geführt zösische und die belgische Regierung mit ihrem eigenen Blan vor- News" gehabt habe, habe zu Mißverständnissen Anlaß wird von bewaffneten Soldaten gegen paffiven Widerstand gegangen, und Italien begünstige ihre Aftion. Die britische gegeben. Es liege ihm daher daran, eine Reihe von Punkten, die leistende waffenlose Arbeiter, Angestellte und Beamte, oder Regierung sei nicht imstande, an den Ruhroperationen mitzu- er in de: erwähnten Unterredung ebenfalls angeführt habe, noch ob sich mit allen Mordwerkzeugen modernster Kriegstechnit ausgerüstete Armeen gegenseitig abschlachten, in jedem wirten oder an ihnen teilzunehmen. Sie handle aber in solcher einmal ausdrücklich festzulegen: Wise, daß sie die Schwierigkeiten der Alliierten nicht vermehre. 1. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ift mit der Fall fann das Ende nur sein: Beilegung des KonDie Rede weist dann auf die Weigerung der Türfen hin, ten Regierung und den bürgerlichen Parteien einig flittes durch Berhandlungen! Lausanner Bertrag zu unterzeichnen, und spricht die hoff über den Grundfaz der Abwehr des französischen und Je früher Verhandlungen aufgenommen und je rascher nung cus, deß die Türken unterzeichnen werden, wenn der voll belgischen Einbruchs durch passiven Widerstand. Sie wende fich Konflikte beigelegt werden, um so besser für die Gesamtheit ständige Bericht über die Verhandlungen der Konferenz in gegen jeden Verfuch der nationalistischen Elemente, Gewalt anzu der Völker. Während des Weltkrieges predigten in jedem Angora eingetroffen sein wird. Tie Regelung ter englischen wenden und hofft, daß die Politit der Gewaltlosigtett Lande die fapitalistischen Regierungen und Barteien das Schulb bei Amerika wird mit Befriedigung verzeichnet, da sie den das französische und das belgische Bolt von der Undurchführbarkeit Durchhalten bis zum Sieg. Viele Friedensmöglichkeiten wur den verpaßt und sabotiert. Immer neue unerhörte Opfer Entschluß des britischen Volkes beweise, seinen Verpflichtungen ihres Borhabens überzeugen werde. gerecht zu werden. Einschränkungen in ben öffentlichen Ausgaben 2. Sie fordert von der Regierung, daß fie jede wirtliche foftete die verderbliche tapitalistische Kriegs- und Durchhalte feien wegen der finanziellen Laften des Landes dringend erforderlich. Möglichkeit für Verhandlungen ergreift, da fie der Ueberzeu- politit, bis die allgemeine Qual und das millionenfache Leid Eine neue Erklärung Breitscheids. Immer wieder ist es bie fapitalistische Welt, die entspricht diefer Notwendigkeit in gebührendem Sinne, troß der die Bölker in, Konflikte, Krisen und Katastrophen führt, sie jämmerlichen Flegeleien französischer Reitpeitschen- Offiziere und-Sol mit Mord und Brand und Anarchie heimsucht. Und immer daten.( Das Berprügeln deutscher Männer ist z. B. Algemeingut wieder sind es die von Sozialisten geführten der franzöfifchen und belgischen Offiziere in den verschiedensten flaffenbewußten Maffen, die Auswege aus der Städten geworben. Aus Effen famen heute eine ganze Reihe von topitalistischen Katastrophenpolitik bahnen müssen- bis einst Meldungen, die Vorstehendes berichteten.) Ruhe und Beder völkerverderbende Kapitalismus vom menschheiterlösenden lonnenheit aber werden nicht gefördert durch Einbildungen von Sozialismus abgelöst sein wird. Journalisten, die schon seit Tagen ein Pulverfaß, zumal in Effen, in die Luft fliegen fehen. Erst dann werden Friede und Wohlfahrt auf der Erde wohnen. Dem kapitaliſtiſchen Ehrenstandpunkt des Konkurrenz tampfes bis zum Weißbluten sehen die Sozialisten den pro letarischen Ehrenstandpunkt der friedlichen gemeinsamen Kulturarbeit der Völker aller Länder entgegen. Diefer profetarische Ehrenstandpunkt steht unendlich faffung sind. höher als der fapitalistische, denn er ist diftiert vom Lebensinteresse der Menschheit! Vor schweren Tagen. Die Der Zwischenfall von Gelsenkirchen. unerträglich geworden waren. Und jetzt wieder erleben wir,| nen endgültig ein Ende gemacht wird. Diese[ funft nur unter dem Aufwand großer Rosten und nach leberwindaß die Kapitalisten in Frankreich wie in Boraussetzung zu schaffen, ist die Aufgabe der Sozialisten dung großer Schwierigkeiten möglich. Deutschland dem Durchhalten bis zum Sieg hüben und drüben. Die schwersten Tage in dem augenblicklichen Ringen das Wort reden. Drüben heißt es: Erst bedingungslos Das ist der Weg, den jeder Sozialist fest und sicher gehen stehen noch bevor. Nichts könnte den Franzosen angenehmer Unterwerfung, dann Verhandlungen! Hüben: Erst Zurüd muß, unbeirrt durch Lug und Trug, durch Verleumdungen sein, als Vorkommnisse, die zu neuen militärischen Zwangsziehung der Soldaten aus dem Ruhrgebiet, dann Verhandlun- und Verfolgungen. Dann handelt er in dem stolzen Bewußt- maßnahmen auch nur den geringsten Anlaß bieten könnten. Daher gen! Den französischen Kapitalisten verbietet es sein, der Menschheit zu dienen. gilt Ruhe jest als erste Pflicht! Der übergroße Teil der Bevölkerung ihre Ehre, vor der Aufnahme von Verhandlungen ihre Truppen aus dem Ruhrgebiet zurückzuziehen, den deutschen Kapitalisten verbietet es ihre Ehre, zu verhandeln, so lange das Ruhrgebiet besetzt ist. Das alte nur zu bekannte Spiel. Es gibt wohl feinen Sozialisten, der sich über den wahren Charakter dieser kapitalistischen Ehre einer Täuschung hingibt, der nicht weiß, daß in diesem Fall statt Ehre zu lesen ist: Profitinteresse. Die sozialistische Internationale hat es flar genug ausgesprochen, daß die Befezung des Ruhr gebiets, die unter dem Vorwand des Wiederaufbaues der zerstörten Gebiete erfolgt, in Wirklichkeit nur einen Teil bildet des großen Kampfes der verschie Franzosen verlangen 100 Millionen Mark Sühne denen Gruppen der großkapitalistischen Gelsenkirchen, 13. Februar.( WEB.) In einer außerDortmund, 13. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Am Dienstag ordentlichen Stadtverordnetensitzung teilte der dienstälteste Beigeord Schwerindustrie Deutschlands und Frank haben die Vertreter der Behörden, der Industrie und des Handels nete, Baurat Arendt, mit, daß der franzöfife major heute reichs um den Besitz der wichtigsten Kohlen- und Eisen- aus dem Ruhrgebiet in Hamm Besprechungen über zentren, und daß die Arbeiterflasse heute ebenso wie die allgemeine Lage geführt. vormittag von der Stadt die 3 ahlung von 100 Millionen Insbesondere wurden die im Kriege das Opfer diefer fapitalistischen Profit Sperrmaßnahmen Mart bis morgen mittag forderte als Sühne für den Zwischender Besatzung sowohl für Kohle mie gier ist. metallurgische Produkte erörtert. Es wäre unrichtig, au sagen, daß fall mit den beiden Gendarmerieoffizieren. Dieses wurde von der man sich in dieser Besprechung nicht über die Folgen dieser belgische Stadt abgelehnt. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß, franjöfifchen Tattit flar geworden ist. Aber trotzdem bleibt fest entfenden und wegen der Freilaffung der Berhafteten zu verhandeln. felt morgen eine Abordnung zu General Degoutte nach Duffeldorf zu zustellen, daß sämtliche Bertreter der genannten Instanzen über den Ausgang des gegenwärtigen Rampfes optimistischer Auf- wurden der Oberbürgermeister Wedelstedt, der Bürgermeister Gelsenkirchen, 13. Februar.( WIB.) Heute nachmittag Antoni und der Polizeipräsident Stieler unter großem AufIn Wesel und Emmerich find am Dienstag vormittag belgische gebot von Truppen und Tanks verhaftet. Außerdem wurden Der jetzt wider aktueller gewordene Krieg der Kapitalisten Truppen eingerückt, und an anderen Stellen haben sich die Franzosen der Major der Schuhpolizei punom und der Vorsteher der Reichsum den Besitz von Kohle und Eisen, deffen Zentrum im Ruhr neue Gewaltatte erlaubt. Sowohl die Entfernung der deutschen bant, 3 uri, verhaftet. Die Truppen befehten das Rathaus und um den Besitz von Kohle und Eisen, deffen Zentrum im Ruhrgebiet liegt, wirkt, mie jeder Krieg, schädlich und verderblich. 3ollbeamten in den Grenzstädten Wesel und Emmerich, die Aufsicht die Post Starte Truppenteile lagerten auf den Straßen. Gegen Er verschlingt mehr Kosten als die Reparationsverpflichtungen über den Verkehr in den Häfen dieser Städte, wie auch die menschen vier 2hr nachmittags ist die gesamte französische Bejagung wieder erfordern, er zerrüttet die Produktion, er desorganisiert das unwürdigen Roheiten an anderen Stellen des Industriegbietes, aus Gelsenkirchen abgerüdt die besetzten Gebäude wurden geBerkehrswesen, er drückt noch mehr materiell und ideell die scheinen uns nur als Fortlegung der bisherigen bel räumt. Mit Ausnahme der schon früher hier gelegenen Besatzung Lebenshaltung der breiten Volksmassen herab, er sät neue gif französischen Tattit gewertet werden zu fönnen. ist der alte Zustand wiederhergestellt. Ueber das Schicksal der verZwietracht unter die Völker und führt zum Chaos, wenn ihm wefel ist Uebergangsstation für die holländische Zufuhr nach dem haftet abgeführten Polizeibeamten ist immer noch nicht das mindeſte nicht rechtzeitig ein Ende gemacht wird. Industriegebiet und Norddeutschland; Emmerich besitzt den with befannt. Offenbart sich hier nicht der ganze kapitalistische tighten Umschlags- und Uebergangshafen für den internationalen Effen, 13. Februar.( WIB.) Heute nachmittag gegen 3 Uhr Bahnsinn? Weil sich die französischen und die deutschen Verkehr von und nach Holland und weiter von und nach England. erschienen im hiesigen Geschäftshause der Continental HanKapitalisten nicht über eine gemeinsame Nutzung von Kohle Durch die Kontrollmöglichkeit, die man über diese wichtigen Ber- nover drei franzöfife Offiziere und mehrere Soldaten und Eisen eiingen konnten, stören sie die Produktion von Kohle bindungen seit heute hat, ist ber Bertebr belgischer Bill- und verlangten Pneumatifs. Auf die Frage nach der Bezahlung und Eisen einigen konnten, stören sie die Produktion von Kohle für ausgeliefert, wird vor allem die weitere Bersorgung zeigte einer der Offiziere auf seine Pistole. Die beiden GeMenschen darben und frieren, arbeitslos werden, verelenden deutschen Gebietes mit Lebensmitteln aus Holland von der Gnade schäftsführer wurden verhaftet. Einer der Verhafteten wurde oder Ungnade gut oder schlecht gelaunter Offiziere abhängm. Da und dem Hunger verfallen! Dor feiner Abführung schwer mishandelt. Wer sich diesem gemeingefährlichen Wahnsinn entgegen mit fann in erster Linie der Ring der indiretten Unterbindung der stellt, wird prompt von den Kapitalisten als Baterlandsverräter Lebensmittelzufuhr eine nicht zu unterschätzende Erweiterung erfahren. und Störer der imaginären nationalen Einheitsfront be Endgültige Auswirkungen müssen natürlich abgewartet werden. Schimpft. Gegen den wird die üblich gewordene Mordheze Bebauernswert bleibt gerade unter diesen ilmständen, daß den eingeleitet. Das ist in Deutschland nicht anders Franzosen und Belgiern durch die Stillegung der fünf als in Frankreich! Nicht umsonst warnt die sozialistische größten Fernsprechzentralen des Internationale die Arbeiter aller Länder vor der Bergif- gebietes, darunter Effen, Duisburg und Oberhaufen, in gemiffem tung durch die Lügen der bürgerlichen Bresse, Maße bei der Durchführung ihrer Pläne gedient wird. Heute sind jener Breffe, die ebenso wie im Kriege bereits wieder begonnen Düsseldorf und Aachen noch hinzugefommen. Die Gerechtig hat, die größten Ungeheuerlichkeiten zu verbreiten, um die feit erfordert den Hinweis, baß ein Teil der Aemter durch Gewalt Bölfer gegeneinander zu hetzen. maßnahmen der Franzosen ftillgelegt wurde. Sowelt das aber In Frankreich wie in Deutschland wie in allen nicht der Fall war, und sich das Personal in den Streit treiben ließ, irgendwie in Betracht kommenden Ländern hat jeder erwarten wir, daß die Arbeit bald wieder aufgenommen wird. Jeder Sozialist die fiicht, fich im Sinne der Be- Streit auf der Eisenbahn, soweit sie noch in Betrieb ist, und den schlüsse der sozialistischen 3nternationale zu Telephonämtern muß in dieser Zeit zweimal überlegt sein. Bor betätigen. Jeder Sozialist in jedem Lande muß bemüht, allen Dingen ist die wirtschaftliche Schädigung Deutsch fein, die verantwortlichen Mächte unter Ausschaltung aller lands burch eine Arbeitsniederlegung und damit die Schwächung fapitalistischen Ehrenstandpunkte zu raschen Verhandlungen zur der Abwehrfront überhaupt mit dem evtl. Berlust an Prestige, der Wenn man diefe Bekenntnisse in Zusammenhang bringt mit Lösung der Ruhrstage wie der gesamten Reparationsfrage zu durch die Bermriflichung des einen oder anderen französischen An der Reise des ungarischen Monarchisten fztenburg zwingen. Voraussetzung einer solchen Lösung ist, daß die finnens entstehen könnte, vorsichtig abzuwägen. Die Beamtenschaft nach München und mit dem Treiben der Hafenkreuzler in Wien, Reparationsforderungen wirklich der Leistungsfähig der Telephonämter darf nicht vergessen, daß den Führern in diefem die jetzt die ganze Stadt mit ihren Plakaten überschwemmen, dann feit der deutschen Wirtschaft angepakt werden Abwehrkampf die Möglichkeit der Beschlußfassung über neue Ab- zeigt sich, wie die nationalistischen Reaktionäre in Deutschland, und daß der Politik der Gewalt und der Gewalt- wehrmaßnahmen infolge des Telephonftreits nur noch schwer möglich Desterreich und Ungarn die Not des deutschen Volkes für sich aus. drohungen, der Santtionen und Ottupatio ift. Burzeit ist jede schnelle Berständigung über eine Busammen- nußen wollen. Von Gottes Gnaden deutscher Schriftsteller Ein Telephongespräch zwischen Doorn und Wiringen. Der Egkronpring teilte einem amerikanischen Ausfrager mit, auto gekauft habe. daß er vom Ertrag feiner Erinnerungen" sich ein ein Hier WIR!" Hier Wilhelm. Wie geht es, Papa, was treibst Du?" Hm, entsetzlich zu tun. Die Schriftstellerei... Und Du?" " Dante gehorsamst, schreibe gleichfalls Tag und Nacht." „ Soda will ich Dich nicht in der Arbeit stören." " O bitte, Papa, Du störst nicht im mindesten. Das Schriftliche besorgt bei mir Karl Rosner. Ich gebe nur ab und zu Anregungen." " Darf man erfahren, was es diesmal wird?" Ich denk mir fo, Papa, es wird diesmal ein 24/60 PS. Mercedes- Phaeton mit Limousinenauffaz, Dynamobeleuchtung und fünffacher Bereifung. Das Kleinauto von den„ Erinnerungen" war doch zu wenig." " Du mißverstehst. Ich meine den Inhalt des Buchs!" # Industrie jetzt auch Bücher?" blödsinnige Bande sein, die deutschen Schriftsteller. Lieft Du übrigens Ja, gewiß, d. h. Ilsemann lieft fie und sagt mir, was drinsteht. Während ich Holz säge. Fades Zeug zumeist!" Nicht wahr, furios. Die Keris haben Schriftstellerei als Beruf gelernt und bringen's doch zu nichts. Unfereins feßt sich nur mal hin und schlägt die Gesellschaft auf der ganzen Linie." " Fürstenblut bleibt eben Fürstenblut." " Ludendorffs Absichten in Wien. Die antimargistische Einheitsfront. Wien, 13. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die„ Deutsch. öfterreichische Tageszeitung" veröffentlicht heute ein Interview mit Ludendorff, aus dem hervorgeht, daß Ludendorff nigt nach Wien gekommen war, um zwei Rriegstameraden aufzusuchen( wie er der Polizeidirektion erflärt hatte), sondern um eine antimargistische Einheitsfront zu gründen. Er sagt: In der jetzigen Not des deutschen Boltes ist es notwendig, den Kampf gegen den inneren Feind, den Margismus zu führen, da Deutschland militärisch zu schwach ist, um Frankreich an der Ruhr entgegenzutreten. In diesem Konflikt wird sich schon ein Ausweg finde.. Deshalb foll aber die Einheitsfront hier gegründet werden, die uns alle umfassen soll einschließlich der Schwarzgelben, Legitimisten, Hafenfreuzler ufm." eine ausführliche Vortragsdispofition über Karl Marg" aus der Feder des Genoffen Kautsty heraus, die gleichzeitig auch geeignete Literaturhinweise sowie Borschläge für die Ausgestaltung des Ge denfabends und eine Reihe geeigneter Gedichte enthält. Das Heft erscheint als Heft 3 der Schriftenfolge Arbeiter Bildung" und ist für alle Organisationsleiter, Referenten und Parteifunktionäre von Be deutung. Die Schrift ist gegen Einsendung von 150 m. pro Eremplar und 20 m. Porto oder unter Nachnahme durch den Zentralbildungsausschuß der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ( n. Weimann), Berlin E. 68, Lindenstr. 3, zu beziehen. " Famos gesagt. Rosner muß mir auch sowas reinschreiben. Etwa an der Stelle, wo ich den Landsturmfer! anhauche, der schlechte Ehrenbezeugung gemacht hat. Glänzende Szene, Rosner hat sich felbft übertroffen. Ich stehe da in imponierender Haltung.. Die Neuordnung der National- Galerie. Die große Arbeit der " Die Du mir abgegudt haft. So wie ich fannst Du's noch lange Neuordnung der Berliner Rational- Galerie in ihrem alten Hause nicht. Ah, still mal. Ja. Hermine ruft, fie langweilt sich. fann nun als abgeschloffen betrachtet werden. Geh.- Rat I u st i hat Auf Wiedersehen, mein Junge, und überanstrenge Dich nicht." " Danke, Papa, gleichfalls." Mich. von Lindenheden. " umgestaltet worden. damit den Sammlungen von etwa 1800 bis zum Beginn unserer Zeit eine Form gegeben, die den allerhand Zwischenzuständen des letzten Jahrzehntes ein sehr erfreuliches Ende macht. Die Reuord nung führt bis zu Hans Thoma, der in einem Saale des Erdgefchoffes mit den Bildern aus dem Befize der Galerie und in einem zweiten Raume mit zeitweiligen Leihgaben vorzüglich vertreten ift. Im Eingangeraume des Erdgeschosses empfängt nunmehr Feuerbachs Bastmahl des Plato den Eintretenden: der frühere Blaftiffaal der Galerie ist zu diesem Zwede recht glücklich mengel unten, in ben oberen Stockwerten zuerst Leib und Feuerbach, Böcklin, Marées, gegenüber Trübner, dann rüdwärts die ganze Runft des 19. Jahrhunderts bis hinauf zu den Kaffizisten, bis zu Graff, Tischbein usw., das ist nun der wohlgeordnete Bestand der Sammlung, beren Räume in threr neuen, d. h. zum Teil in der wiederhergestellten alten Ausstattung fich finnvoll aneinanderreihen. Zwei besonders schöne Neuerwerbungen fallen dabei auf: ein Hugo von habermann aus der dunkeltbnigen Zeit der 70er Jahre, eine Geigenspielerin", die den Münchener Kreis vorzüglich vertreten tonn, und ein Hagemeister, das Landschafts bild von 1878 mit dem Backofen, neben der späteren havellandschaft eine besonders fräftige Probe seiner Runft. Stadttheater in Redlinghaufen. Das fleine Stadttheater in Redlinghausen hat sich durch seine Aufführung des König Lear" Ach so. Da muß ich doch gleich mal Rosner fragen. Er fikt am 7. Februar einen Blah nicht nur in der Theatergeschichte, fonnebenan. Rosner. was schreibe ich eigentlich jetzt? Ja, Brofa, dern auch in der Weltgeschichte erworben. Niemanb hätte bemerkt, das ist doch selbstverständlich! Ich meine: Titel, Inhalt? Papa, baß diefes kleine Schauspielhaus über einen der besten Spiel Rosner sagt, daß ich meine Erlebnisse im Schüßengraben rausbringe." pläne von allen beutfhen Theatern verfügt, wenn nicht der ReitAergerlich. Du kommit mir damit total in die Quere. Ber- peitschen- lleberfall der franzöfifchen Offiziere ble Aufmerksamkeit der maffelst mir das ganze Geschäft. Simmermann fagt mir eben, daß Welt dorthin gelenkt hätte. Run haben auch englische Journalisten 19. Jahrhunderts bis hinauf zu den Klaffizisten, bis zu Graff, ich über genau dasselbe Thema bereits über 30 Drudbogen geschrieben diefen Spielplan in Augenschein genommen, und sie werben ihren Lesern berichten, daß die sozialdemokratischen Arbeiter von RecklingDu, Papa, über Deine Erlebnisse im Schüßengraben? Aber haufen das Theater steht einmal in der Woche den Gewerkschaften Du warst doch gar nicht.. zur Verfügung bei Shatespeare, Goethe und Hebbel zu Hause sind. Der historische Ueberfall ereignete sich bei Beginn des vierten Aftes. Edgar( pricht: habe.' " Du vielleicht? Uebrigens sollte Dir die einfachste Sohnespietät gebieten, zu meinen Gunsten zurückzutreten." " Bedaure. Habe bereits Dollarvertrag mit Amerika." Und ich Pfundvertrag mit Englandpresse." Was zahlt denn die?" Na, es macht sich. Dies verlogene, gewiffenlose Krämervolt wollte erst nur 50 000 Pfund bieten. Weil es sich aber um deutschfeindliche Presse handelt- Ludendorffs Empfehlung, hab ich 20 Proz. Erbfeind- Aufschlag durchgesezt." Berdammt, mir scheint fast, ich habe mich von den Yankees bluffen lassen." Na siehst Du. 60 000 Pfund find doch ein schöner Bazzen, den man nicht so aus der Hand gibt. Und ne junge Che foftet auch Geld." „ Lassen wir das, Papa. Du weißt, Cilln liebt teine Gespräche über dies Thema Bir werden uns schon einigen. Den Mercedes muß ich natürlich haben. Aber, weißt Du, neulich hab ich mich doch gewundert." " Wielo?" Ja, besser so, verachtet sein im Stillen, Als stets verachtet und zugleich geschmei helt! Das äußerste niedrigste Geschöpf des Glücks Bebt immerdar in Hoffnung, nicht in Furcht. Der schlimme Tausch trifft nur den Glüdlichen; Der Wermste fehrt zur Freude. Darum willkommen, Du förperfose Luft, die ich umfaffe! Der Arme, den du tief hinabgeschleudert, Ist deinen Stürmen nichts mehr fchuldig Doch wer fommt da? In diesem Augenblid erschien statt des blinden Glofters auf der Bühne im Theatersaal felbst die franzöfifche Reitpeits hen- Kolonne, die das Publikum aus dem Saal hinaustrieb. Es ist unschwer zu erfennen, wo in diesem Fall diekultur und wo die Barbarei ge wesen ist. f. St. Bas da in der Zeitung, daß für deutsche Schriftsteller gesammelt Zur Karl- Mars- Jeler. Am 14. März jährt sich zum vierzigsten wird, weil sonst verhungern. Bersteh ich nicht. Wo wir jo schönes Male ber Todestag von Karl Mart. Für die Arbeiter Geld mit der Schriftstellerei verdienen. Hätte das nur wiffen sollen, organisationen, insbesondere die Bildungsausschüsse, wird dies ein ehe ich Kronprinz wurde. Wirklich Laß mir Rosner fommen, geb zwei, drei Anregungen und schon durch eine Feier oder einen Gedenfabend zu ehren. Der 3entral rennt mir alles mit Dollars und Pfunden die Türe ein. Koloffal bildungsausschuß der Vereinigten Sozialdemo einfache Sache. Warum machen's Kerls nicht ebenso? Müssen' netratischen Partei Deutschlands gibt für diesen Zweck P Runftausstellung Karlsruhe. Reichspräsident bert hat Bei seiner Anwesenheit in Starlsruhe bas Ehrenpräsidium der von Mat bis Dftober 1923 ftattfindenden großen deutschen Kunstausstellung für freie und angewandte Kunst übernommen. Galerie Casper, Kurfürstendamm 233. Neu ausgestellt: Gemälbe Stollektionen. Eri Büttner, Prof. Kurt Hermann; augerdem das graphische Bert Paul Baeftes. Die Gesellschaften für Sexual reform und Gefchlechtsfunbe veranstalten Donnerstag abend 7% im Ernst- hädel- Saal, In den Belten 9a einen Disfuffionsabend über den erotischen Umfleibungstrieb( Transvestitismus). Eintritt 400 M., für Mitglieder 50 M. Das ethnographische Estland. Die Mitte Januar in Eftland ftattgehabte its ahlung bat befanntlich eine Gesamtbevölkerung von 1 100 479 Menschen ergeben. Von der nicht estnischen Bevölkerung find 58 000 Ruſſen, 16485 Deuifche, 6358 Zetten, 5230 Juden, 4660 Schweden Geringer als allgemein vorausgelegt ist die Zahl der Deuten mit nur 13 Bros. der Gesamtbevölkerung. Der größte Teil lebt in Reval, der Rest in den Kreisstädten Dorpat, Folin usw., oder ist hier und da auf dem flachen Lande dünn berstreut. die Reise ües Reichspräjlüenten. Ansprachen in Mannheim«nd Darmstadt. Bei einer eindrucksvollen Kundgebung der unbedingten Reichstreue aller Mannheimer Volkskreise im Rachaus am gestrigen Dienstag vormittag sprach Reichspräsident E b e r t Worte des Dankes und der Ueberzeugung, daß an diesem entschlossenen und opferfreudigen Willen des badischen Volkes alle Versuche einer Trennung von Nord und Süd zerschellen werden: er versicherte, daß das Reich mit allen Kräften dazu beitragen werde, wo es möglich ist, Schäden und Wunden zu heilen. Darauf wurde eine große Abordnung der Pfalz emp- rangen. Auf die Begrüßungsansprache des bayerischen Staatskommissars dankte der Reichspräsident zunächst auch im Namen der ihn begleitenden Minister und fuhr fürt: Wir hätten unsere Pflicht nicht ordentlich erfüllt, wenn wir Mannheim verlassen hätten, ohne die Gelegenheit zu finden, mit den Vertretern der pfälzischen Bevölkerung in Fühlung zu kommen. Der pfälzischen Bevölkerung, die seit vier Jahren unter vem schweren Druck der Besatzung leidet und mit deutscher Mannhaftigkeit all die Bedrängnisse ertragen hat, gebührt die aufrichtige B e w u n d e- r u n g des gesamten rechtsrheinischen Deutschlands. Wir wissen, daß die Gegner stark auf E i n f l u ß m ö g l i ch k e i t e n in der Psalz rechneten. Um so mehr freut uns der energische und kraswolle Wider- stand, der von den Pfälzern einmütig und in allen Schichten der Bevölkerung diesen Bestrebungen entgegengesetzt wurde und wird. Wir freuen uns, daß die Pfalz fest in allen ihren Gliedern, treu und entschlossen auch in den schwersten Zeiten zu Reich und Vaterland steht. Die Pfalz hat schwere Opfer gebracht, schwere Opfer auf wirtschaftlichem und auch auf persönlichem Gebiet. Es befinden sich in unserem Kreise Beamte, die in treuer Pflichterfüllung von dem Gegner aus ihrer Heimat vertrieben wurden, Bürger, die restlos ihre vaterländische Pflicht erfüllt haben, selbst Frauen, die dem Vaterland treue Dienste erwiesen haben und die deshalb ihre Heimat verlassen mußten. Sie begrüße ich besonders herzlich und danke ihnen s m Namen des Reiches für die dem Vaterlande geleisteten Dienste. Sie dürfen versichert sein, daß nicht nur die Reichsregierung, sondern auch die gesamte rechtsrheinische Bevölke. rung diese Dienste nie vergessen wird. Schwer werden die kommen- den Wochen sein. Wir haben den Kampf nicht gesucht, im Gegen- teil, wir haben ihn zu vermeiden gesucht mit allen Möglichkeiten. Ter Kampf ist uns aufgezwungen worden. Rücksichtslos ist der Gegner in unser Vaterland eingebrochen. Wir wären unserer Verantwortung nicht bewußt gewesen, wenn wir ihm nicht mit unseren wirtschaftlichen Kräften nach Möglichkeit Widerstand geleistet und zur Verstärkung des Widerstandes nicht mit allen Kräften entschlossen wären, mit der letzten Kraft, die in uns lebt. Die Geschichte wird diese Tage und die Treue Deutsch- lands mit goldenen Lettern verzeichnen.» Helfen Sie uns in diesem Kampfe, es gilt die deutsche Freiheit und Zukunft. Aus der Karlsruher Rede des Reichspräsidenten fei nach dem Bericht der„Voss. Ztg." noch folgende Stelle nachgetragen: Es ist selbstverständlich, daß dieser Kampf nicht um des Kampf es willen geführt werden darf, sondern daß man auch im schwersten Kampf die Augen offen halten muß, um n a ch M ö g l i ch- ketten zu sehen, wie dem deutschen Volk die schweren Zeiten dieses neuen Krieges abgekürzt werden können. Die Reichsleitung ist siib dieser ihrer Berantworwng wohl bewußt und wird immer die Frage im Auge behalten, wie man zu einer ver» nünstigen Regelung der Dinge kommen könne. ?n darmftaök. Von den Mannheimer Veranstaltungen, die ebenso wie die Karlsruher vor allem der Aussprache der Reichsleitung mit dem Volke der besetzten und bedrohten Gebiete gedient haben, begab sich der Reichspräsident mit den Ministern nach Darmstadt, wo gleichfalls die Vertreter aller Volkskreise versammelt waren. Nach einer Ansprache des hessischen Staatspräsidenten Genossen Ulrich ging Reichspräsident Eberl ausführlich auf die gegen- wärtige Lage und seinen Besuch in Karlsruhe und Mannheim ein, wo er volle Unbereinstimmung zwischen den Regierungen der Länder und der Reichsregi.'rung festgestellt habe. Er sprach dann von der schweren Not und Bedrückung der besetzten Gebiete, ehrte die Opfer brutaler Willkür und fuhr fort: Wir waren in Berlin erschüttert insbesondere über die brutale Behandlung, die der Präsident des hessischen Parlaments, Adelung, erfahren hat. Wir verurtellen den Einbruch der Franzosen in süddeutsches Gebiet ebenso wie den in das Ruhrgebiet. Die dasür gegebenen Vorwände der Nichlliefe. ning einiger tausend Tonnen Kohle und der Einstellung zweier Luxus- züge sind fadenscheinig. Wir sind überzeugt, daß es sich hier um die Austragung des jahrhundertelangen Kampfes um den Rhein handell und um das alle Bestreben der Franzosen, einen Keil zwischen den Norden und Süden des Deutschen Reiches zu schieben. Die Zeiten, wo es auch nur den Gedanken geben konnte, den Norden und Süden Deutschlands zu trennen, sind jetzt endgüllig vorüber.(Allgemeine lebhaste Zustimmung.) Der Reichspräsident schloß mit einem Appell, zusammen- zustehen ohne Unterschied der Weltanschauung. Jeder müsse seine Gedanken und Fähigkeiten zusammenraffen, denn es drehe sich um die E x t st e n z und die E i n i g k e i t des Reichs. Die Parole müsse sein: Ein Wille, ein Weg und ein Ziel. Es gilt die deutsche Zukunft zu sichern. Stürmischer Beifall folgte den Ausführungen des Reichs» Präsidenten. In der Aussprache erstatteten die Vertreter des be- setzten Gebietes Bericht über die gerade in letzter Zeit ae- steigerten unmenschlichen Drangsale und Be- drückungen, bekundeten aber gleichzeitig den entschlossenen Willen zur Abwehr und in diesem schweren Kampf um die deutsche Zukunft auszuharren. fMt einem begeistert aufge» nommenen Hoch auf das deutsche Vaterland schloß die Ver- sammlung. Abends 9 Uhr trat der Reichspräsident die Rück- reise nach Berlin an. Unter französisthen Terror. Zu Essen wurde ein tSjähriger Obersekuudaaer von einer ftanzSsischeu wache weggeführt, wobei ihm ein Unter- offlzier den Revolver an die Schläfe hielt. Am Eingange der Post erhielt der Sekundaner mit der R e i l p e i t s ch e eiueu Schlag über die Hand und wurde später in einem Zimmer durch Fußtritte und Schläge ml« der Reilpeitsche über den Sopf mißhandelt. Ein Ofstzier der Schupo erreichte schließlich Freilassung de» Zungen. In D o ch u m hat der ftanzäsische Kommandant die Heraus- gas« de» Täter», der»inen französischen Soldaten verletzt hatte, von der Stadt verlangt, widrigenfalls er mit drakonischen Maßnahmen vorgehen würde. Es hat sich daraufhin ein Mann bei der Besatzungsbehörde gemeldet, der angab, bei der Schlägerei beteiligt gewesen zu sein und einen französischen Soldaten, der ihm in die Hand gebissen hatte, eins in das Gesicht. versetzt zu haben. Der Mann ist nach seiner Vernehmung dem ordentlichen deutschen Gericht zugeführt worden In Lünen stehen Franzofen an Straßenkreuzungen, um Kraftwagen zu beschlagnahmen. Ueber die Straße ist ein Drahtseil gespannt. An der Emser Brücke sind zwei Panzer- auto- mit Maschinengewehren und Geschützen aufgefahren. In fol- genden Orten wurden Personenkraftwagen beschlag- nahmt: Aplerbeck 1, Hörde 8, Wisnar 6, Wetter 9; in Hengstey wurden sämtliche Personen angehalten und nach Waffen durchsucht und mit Anhalten und Beschießen der Züge gedroht. Es werden wieder eine ganze Reihe von Verhaftungen und Ausweisungen gemeldet. Für Stundung der Kohlensteuer. Die Kritik, die von unserer Parteipresse an der von der Reichsfinanzvcrwaltung gewährten Stundung der Kohlen st euer im Betrage von annähernd 30 Milliarden geübt wird, sucht man in den Interessentenkreisen damit zu entkräften, daß zu dieser Zahlungserleichterung auch der da- malige Reichswirischaftsminifter, unser Parteigenosse R o- b e r t Schmidt, die Zustimmung gegeben habe. Diese Darstellung ist unrichtig, da über die Stundung die Reichsfinanzverwaltung zu entscheiden hatte und das Wirt- fchaftsminifteirum nicht einmal zu einem Gutachten aufgefor- dert wurde. Als man aber im Wirtschaftsministerium Kenntnis von dem Vorgang erhielt, ist gegen die Maßnahme Einspruch erhoben worden. Bedenklich erschien insbesondere, daß diese Stundung einer so erheblichen Summe ohne Berechnung von Zinsen eintrat. Es ist gewiß nicht von der Hand zu weifen, daß zur Zeit, als die erste Stundung erfolgte, Schwierig- keiten in der Kapitalbeschaffung vorhanden waren, die bei der Lohnzahlung Stockung hervorrufen konnten. Aber diese Sorge zu beheben war in erster Linie Aufgabe der Berg- Herren, nicht der Reichsfinanzverwaltung. Ergebnislose Wahl. Noch kein Miuisterpräsident in Sachsen. Dresden, 13. Februar.(Eigener Drahtbcricht.) Auf der Tages- orknung der heutigen Landtagssttzung stand wieder, wie vor acht Tagen, die Wahl des Ministerpräsidenten. Dem Wahl- akt selbst ging eine lebhafte Debatte voraus, in deren Bcrlauf die sozialdemokratische Fraktion eine Erklärung abgab, die sich zunächst gegen die Tendenzmeldungcn bürgerlicher Blätter über die Stellung der Sozialdemokrat!« zur Regierungsbildung wendet und dann fest- stellt, daß die Kommunisten durch den neuen Versuch, die sozialistische Regierung zu beseitigen, den Bürgerlichen einen Emfluß im Staate eingeräumt haben, der ihnen keineswegs zukommt. Die dann vor- genommene Wahl des Ministerpräsidenten verlief wiederum er- f o l g l o s. Auf den Genossen Buck entfielen 49 Stimmen, Dr. Kayser von der Deutschen Boltspartei erhielt 19, der Deutsch- nationale Hoffmann 18, der Kommunist Böttcher 9 und der Demo- krat Seyffert 8 Stimmen. Di« sozialdemokratische Fraktion ist sofort nach Beendigung der Sitzung zusammengetreten, un» zur Lage und den sich aus ihr ergebenden Notwendigkeiten Stellung zu nehmen. Dresden, 13. Februar.(WTB.) Nach Wiederaufnahme der Landtagssitzung teille der Präsident mit, daß vorläufig die Wahl des Ministerpräsidenten nicht erneut auf die Tagesordnung ge- setzt werden soll. Bis zum Zustandekommen einer Einigung der Parteien in dieser Frage führe vorläufig die jetzige Regierung die Keschöst« weiter. Di« nächste Sitzung des Landtags ist am 1ö. Fe- bruar. Auf der Tagesordnung stehen Etatskapitel und kleinere Vorlagen. Leipzig, 13. Februar.(Cca.) Der sächsische Kuüusminister Fl e i hn er hat eine Verordnung erlassen, in der er anordnet, daß alle Strafverfolgungen wegen Zuwiderhandlungen gegen die Verordnungen ISS und ISS(Schulandachten und Wegbleiben vom Unterricht an nichtstaatlichen Feiertagen) vorläufig e i n z u- stellen sind._ keine Reformen! Reichsjustizminister Heinze im Reichstag. In der gestrigen Sitzung des Reichetags wurde die Beratung des Justizetats fortgesetzt. Dazu liegt folgende Entschließung der sozialdemokratischen Fraktion vor:„Die Reichsregic- rung wolle auf die Begnadigung der wegen politischer Straf- taten in Bayern im Jahre 1919 und der strafrechtlich und diszi- plinorisch wegen Teilr-ahm« am Eisenbahnerstreik im Jahre 1922 Verurteilten sowie auf Einstellung der aus dem gleichen Grund schwebenden Disziplinarverfahren hinwirken." Nachdem die Abgg. Dr. Kahl(D. Vp.) und B r o d a u f (Dem.) gesprochen hotten, führte Neichsjustizminister Dr. Heinze aus: Der Entwurf des Strafgesetzbuchs liegt dem Kabinett vor. Leider wird er wahrscheinlich in den nächsten Monaten nicht vorwärts kommen, da sich im Kabinett kaum soviel Zell erübrigen läßt, um das bedeutungsvolle Werk mit der gebotenen Gründlichkeit durchzuarbeiten. Unter der Ungunst der Zeit leidet auch die Reform der Strafgerichte.(Aha! links.) Ein Gesetzentwurf darüber liegt bereits dem Reichsrat vor. Mit der Verabschiedung einer Neuregelung der Strafgerichte werden auch die bayerischen Bolksgerichte ihr Ende finden. Nach einer vorgenommenen Prüfung sind wir Lbigens zu der Anficht gekom- men, daß die Bolksgerichte der R e i ch e v er f a siu n g nicht widersprechen.(Lebhafte» Hört, hört! link».) Nach der Ver- fassung kann zwar niemanc gezwungen werden, den Eid in rclig.ö- ser Form zu leisten, ober die Verfassung schreibt nicht vor, inwieweit der Richter Belehrungen über den religiösen Eid zu erteilen hat. Der vom Abg. Rosenfeld angezogen« Beschluß des Schöffengerichts Berlin ist daher rechtlich nicht zu beanstanden.(Große Unruhe links.) In Anbetracht der Tatsach«, daß die Prozesse immer mehr aus der ordentlichen Gerichtsbarkeit In die Schiedsgerichtsbarkeit abwandern, erwägen wir, ob nicht das Schiedsgerichtsverfahren mit größter Beschleunigung besonders geregelt werden soll, indem wir es an die oi-dentlichen Gerichte angliedern. Die Aeberlastung des Reichsgerichts macht uns erhebliche Sorgen. In allernächster Zeit schon wird demReichs- tag ein Entwurf zugehen, der diese unenreuttchen Zustände bessern soll. Gleichzeitig mtt dem Gesetz über die Entlastung des Reichsgerichts soll auch die Zustöndigteit der Amtsgerichte ganz wesentlich erhöht werden. Auf die Not der Anwaltschaft wird Rück- ficht genommen und jedes Mittel angewandt werden, um den Unter- gang dieses für das deutsch« Rechtsleben unentbehrlichen Standes zu verhindern. Zu der Forderung nach einer Beschleunigung derZipilprozeßreform ist zu sagen, daß auch in der jetzigen Zivilprozeßordnung eine Beschleunigung erreicht werden kann, wenn gewiss« Dinge oermieden werden. In der Berücksichtigung der Gelt- entwertung bei Zivilprczessen kann die Rechtsprechung sehr viel tun. Die Gerichte sollten mehr Gebrauch machen von der Bestimmui� de» Bürgerlichen G-setzbuches, daß ein Schuldner, der in Verzug geroten ist, den Gläubiger neben den 4 Proz. Berzugszinsen auch andenveitigen Schaden, der durch den Verzug entstanden ist. zu ver- guten hat. Die Frage der Ehescheidung läßt sich durch i die Rechtsprechung nicht allein löse». Ich oerkenn« nicht, daß aus! diesem Gebiete erhebliche Schwierigkeiten vorliegen und Erteichte» rungen erwünscht sein können, aber diese Frage berührt das G c- wissen weitester Volkskreise auf das intensivste, und wenn diese in einer Aenderung eine Vergewaltigung des Gewissens sehen, kann ich nicht über das Gewissen dieser Volkskreise hinweggehen. Jeden- falls ist die Frage nicht so nolwendig, daß sie sofort gelöst werden müßte. Ebenso halte ich eine Beschränkung des Erbrechts entfernter'Verwandten für nicht so dringend.(Beifall rechts.) Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Bcyerle(Bayr. Bp.) und Dr. Herzfeld(Komm.) bezeichnet Abg. v. Graefe(Dnat.) die � Darstellung des thüringischen Minister- Fröhlich über die Vorgänge auf dem Bahnhof Gera als unzutreffend. Abg. Ledebour(U. Soz.) fordert, daß die Zeugen vom Geri.yt darüber belehrt werden, daß sie den Eid ohne religiöse Formel leisten können. Zu stürmischen Eni- rüstungskundgebungen kommt es dann, als der Redner sagt, die deutsche Justiz müsse gerade jetzt die Kriegsverbrecher Luden- dorff und Hindenburg zur Verantwortung ziehen; denn sie mit ihrem geistig minderwertigen Hintermann Wilhelm II. hätten in Nordfrankreich auch mutwillige Zerstörungen angerichtet. Wäh- rend des Tumults kommt es zu lebhaften Auseinander» s e tz u n g e n zwischen einzelnen Abgeordneten der Rechten und Linken, insbesondere zwischen den Abgg. Thomas und Schwarzer(Z.). Schwarzer nennt Ledebour ein Subjekt, und dieser antwortet ihm mit einem„verleumderischen Schuft", was de» Bizspräfidcnten Bell veranlaßt, die beiden Abgeordneten zur Ord« nung zu rufen. Allmählich tritt wieder Ruhe ein und Ledebour kann seine Red« mit der Forderung noch rechtlicher Gleichstellung der unehelichen-mit den ehelichen Kindern schließen. Thüringischer Staatsminister Fröhlich bedauert die Kampfes- weife des Abg. Graefe, der die thüringische Regierung wieder ange- griffen habe, ohne den Schatten eines Beweises für feine Behaup- tungen zu haben. �. Ilm%7 Uhr vertagt sich das Haus auf Mittwoch 2 Uhr(Weiter- beratung)._ TLrtflchcrft Die Sorgen einer Luxusindustrie. Außerordentlich bezeichnend« Schlaglichter auf das U n g e- s u n d e der gegenwärtigen Geschäftslage_ wirft der Geschäftsbericht des Deutschen A u t o m o b i l h ä n d l e r- V e r» b a n d« s, der soeben veröffentlicht wird. Der Verband hat nämlich Erhebungen darüber veranstaltet, wie sich der Kundenkreis im Automobilhandel zusammensetzt. Schon einleitend stellt der Be- richt fest, daß nach der Aeuherung einer der größten Automobil- Handelsfirmen der Abnehmerkreis vorzugsweise in der Groß- industrie zu suchen ist.„Sie berichtet, daß für fertig dastehend« Wagen besonders an Tagen nach erheblichen Kursausschläge u. in Wertpapieren Käufer zu finden waren... Der Kauf eines Kraftwagens ist heute in Deutschland häufig ein« Erscheinungsform der Flucht vor der Mark, der Anlage von Kapital in wert- beständigen Sachwerten..." Automobile als Gebrauchswagen werden immer seltener, es sei denn, daß es sich um besonders zahlungsfähige Käufer hau, delt. Besonders die sogenannten„vornehmen Rentner" können sich heute einen Kraftmaaen nicht mehr leisten. Der Bericht fährt fort: „Die Käufer, die heut« für das Automobil in Betracht kommen. gruppiert eine der von uns befragten Firmen folgendermotzen und bestätigt damit das von anderer Seite hundertfach Wiederholte: s) in Deutschland lebende oder vorübergehend anwesend» Ausländer mit starken Valuten; d) geschäftliche Unternehmungen, zu denen auch die gcofie Menge der Neureichen gehört, die selbstverständlich irgendeinen Beruf, sei er auch noch so zweifelhafter Natur, haben; c) Gutsbesitzer, bei denen sich eine lebhaste Neigung zur Anschaffung von Kraftwagen geltend macht, da der Unterhalt der Pferde, die auch in der Ruhe der kostspieligen Pflege und Fütterung bedürfen, sich immer ungünstiger gegenüber dem Auto- mobil, das unbenutzt keinerlei Ausgaben verursache, stellt. In der zweiten Gruppe treten neben der Großindustrie, die wohl vornan steht, unter dem Einfluß der besonderen Konjunkturlage«ine Reih« von Geschäftszweigen auf, die früher jedenfalls in diesem Umfange nicht zu den Automobilkäufern gehört haben, wie Bieh- Handel, Holzhandel, M ü lle r e> a e w e r b«, Lebens» mittelhandel. Beachtenswert ist, daß auch kleiner« Ge- werbetreibende, die regelmäßig auswärtig« Kundschaft zu l>esuchen haben, neuerdings das Kraftfahrzeug mit Borliebe benutzen. Trotz steigender Betriebskosten war es eben doch gegenüber den ja gleichfalls im vergangenen Jahre stark erhöhten Eisenbahnfahrpreisen zeitweilig immer noch das billigere Verkehrsmittel, abgesehen davon, daß es auch eine rationellere Zeitausnutzung gestattet. Der gleich« Grund ist auch entscheidend für e:ne zunehmende Verwendung durch Reisevertreter größerer Firmen. Und ebenso hat die Verteuerung der Eisenbahnfrachten der Verbreitung des Lastkraftwagens Vorschub geleistet." Diese Hinweise zeigen, wo die wirklich z a h l u n g s k r ä s- tigen Käufer von Automobilen zu suchen sind. Während in stei- gendem Maße von neuen Reichen und von Geschäftsleuten Autos gekauft werden, sind nach dem Bericht Aerzte heute in der Regel gar nicht mehr imstande, sich einen Kraftwagen zu kaufen, um ihre oft ausgedehnte Praxis auf dem Land« auszuüben. Sie müssen zu dem im Betrieb« billigeren Motorrad übergehen oder das ge» wohnliche Fahrrad benutzen. Dies« Entwicklung ist eine Folge davon, daß sich die Betriebs- kosten der Unterhaltung der Automobile ständig verteuern, aber�auch davon, daß die oben gekennzeichneten Kreise eben mehr Geld übrig haben, um sich die Anlage ihres Kapitals in einem Auto gestatten zu können. Das ist wertvolles Material für die Steuergesetzgebung. Es kommt hinzu, daß die Automobilhänoler und Fabrikanten durch die Einführung der Gleitpreise ihre Absatzpreis« so hoch ge- schraubt haben, um die Benutzung des Auto» zu beruflichen Zwecke» zu ermöglichen. Di« Kaufkraft derjenigen Kunden, die früher «inen Kraftwagen benutzten, ist eben zu sehr gesunken, als daß sie sich noch den Luxus eines Auto» leisten könnten. Es ist daher vollkommen irreiührend, wenn der Bericht be- hanptet, der Kraftwagen fei heute nicht mehr ein Luxusfahrzeug, sondern ein dem wirtschaftlichen Berufsverkehr unmittelbar dienen- des Transportmittel. Jedenfalls trifft das für den Personen- wagen nicht zu. Es wäre der Fall, wenn die deutschen Auto. Mobilfabrikanten es oerständen, die Preise ähnlich zu senken, wie es den Amerikanern gelungen ist, wo in einzelnen Staaten jeder fünfte Einwohner ein Automobil besitzt Solange aber die rigorose Preispolitik nicht nur der Automobilfabrikanten selbst, sondern auch der Hersteller ihrer Rohstoffe und der Produ- zenten von Betriebsmaterialien diejenigen von der Benutzung eines Autos ausschließen, die es beruflich am nötigsten brauchen, wird der Kraftwagen ein Luxusvertehrsmittel fein. Nach diesen Darlegungen ist es begreiflich, daß die Automobile Händler für den Geschäftsgang m diesem Jahr« lebhafte Besorg. nisse haben, da man immer fürchten muß, daß mit einer Stabili» sterung der Mark die einzigen Käufer, die heut« noch da sind, Valuta- ausländer, Großindustrie, Spekulanten und Großgrundbesitzer, auch noch ausfallen werden, oder aber ihr« in spekulativer Absicht ge- kauften Wagen beim Rückgang der Preise wieder veräußern und damit die drohend« Absatzstockung noch verschärfen. Devisenkurse. Unserer gestrigen Kurstafel sind noch folgende amtliche Notierungen nachzutraaen: 100 österreichische Kronen 39,30 Geld. 39,50 Brief; 1 ungarische Krone 10.57 Geld. 10,63 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 274,51 Geld, 275,69 Brief. Eine polnisch» Mark kostete im Freiverkehr etwa 0,69 Mark. Gewerkschaftsbewegung Der Konflikt in der Metallindustrie. Schuhindustrie statt. Der prozentuale Lohnzuschlag beträgt für die| beitnehmer durch die bekannten Befchlüsse der GewertihaftsZeit vom 16. bis 28. Februar 1923 für Betriebsarbeiter 6000 Broz., tommission Berlin und des AfA Bundes, Ortskartell für Heimarbeiter 7530 Proz. Die feste Stundenzulage ist auf Berlin, unterbunden worden war, um unter dieſem getrennten 336 M. erhöht für einen männlichen Arbeiter über 21 Jahre in Vorgehen der Gewerkschaften nicht die gute Sache leiden zu lassen." Drteklasse 1, im übrigen gestaffelt nach Alters, Geschlechts- und Daraus geht hervor, daß, wo in Einzelfällen derartige Samm Heute finden im Reichsarbeitsministerium Verhandlungen Drtstlasien nach den Bestimmungen des Reichstarifes vom lungsverbote erfolgt sind, die durch den Verband Berliner Metallzwischen den Bertretern des Verbandes Berliner Metallindustrieller 11. März 1922. industrieller vertretenen Arbeitgeber dabei unbeteiligt sind oder und des Deutschen Metallarbeiterverbandes statt, um eine Neurege Der Mindest stundenlohn in Drteklasse 1 für einen aber gegen die Anweisung ihres Verbandes handelten. Tung der am 28. Januar zuletzt festgesezten Löhne vorzunehmen. männlichen Arbeiter über 21 Jahre beträgt somit ab 16. Februar Die direkten Verhandlungen sind an dem Widerstande der Unters im Zeitlohn 1312 M., im Afford 1434 M. nehmer, die Löhne der Teuerung anzupassen, gescheitert. Die Herren Metallindustriellen berufen sich darauf, daß der Dollar in den letzten Tagen zurückgegangen ist. Tatsächlich ist der Dollar heute nur wenig über dem Stande am 28. Januar. Unfere werten Inferenten 20 machen wir darauf aufmerkfam, daß die jeweiligen Anzeigenpreife regelmäßig am Kopf des Vorwärts" angezeigt find Befondere Benachrichtigung bel Preisänderungen erfolgt nicht VORWÄRTS- VERLAG G.m.b. H. Differenzen in der Stuck- und Gipsbranche. Wie aber steht es mit den Preisen? Nach den Feststellungen des Statistischen Amts der Stadt Berlin betrugen die vierwöchigen Lebenshaltungskosten für eine fünfföpfige Familie am 24. Januar 148 700 m.; am 31. Januar waren sie bereits auf 186 000 m. oder um 24 Proz. gestiegen. Die Steigerungszahl der ersten Februarwoche liegt uns zur Stunde noch nicht vor. Nach den Ermittlungen des Archivs der Gewerkschaftskommission war am 5. Februar eine erneute Steigerung der Lebensmittelpreise von 35 bis 40 Proz. zu verzeichnen. Rechnet man die Ausgaben für kleidung, Heizung, Beleuchtung usw. hinzu, dann dürfte eine meitere Steigerung von mindestens 40 Broz. eingetreten sein. Innerhalb der ersten beiden Wochen ist also zweifellos eine Steigerung von 65 Proz. eingetreten. In der zweiten Februarwoche hat die Preissteigerung weitere Fortschritte gemacht. Sie läßt sich natürlich ohne genaue statistische Unterlagen nur annähernd einschäzen. Einige Eine start besuchte Mitgliederversammlung der Fachgruppe wichtige Lebensmittel sind wohl im Laufe der letzten Woche nicht Stud- und Gipsbau, melche am Montag stattfand, nahm den gestiegen, um so schärfer aber war die Teuerung bei allen jenen Jahresbericht entgegen. Hierauf fand die Neuwahl der GruppenArtikeln, wo sie sich erst im Laufe einer längeren Periode durch leitung statt, deren Ergebnis in der Hauptsache die Wiederwahl der zulegen pflegt. Dazu gehören vor allem alle Bekleidungsartifel. alten Gruppenleitung zeitigte. Großen Unwillen und starte Erbilte Aber auch die Preise für Kohle, Gas, Milch, Brot usw. sind ganz rung rief die Bekanntgabe der von den Arbeitgebern zugestellten erheblich gestiegen. Man kann also annehmen, daß seit den letzten Abänderungsvorschläge zum Zarifvertrage hervor. Lohnverhandlungen in der Metallindustrie die Preissteigerung Diese stellen, zumal bei den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen, 100 Broz. betrug. Die Lebenshaltungskosten für eine fünfföpfige ganz bedeutende finanzielle Verschlechterungen dar. Familie in Berlin dürften nahe an 300 000 m. für vier Wochen be- Die Diskussion. brachte zum Ausdruck, daß die Mitglieder unter tragen. In diese Lebenshaltungsfosten sind jedoch die Ausgaben feinen Umständen sich derartige Verschlechterungen gefallen lassen für Steuern, Fahrgelo, Verbandsbeiträge usw. noch nicht ein werden. Die Gegenvorschläge seitens der Gruppenleitung Die Ber gerechnet. Die Ausgaben müssen um mindestens 30 Proz. erhöht wurden mit einigen Ergänzungen angenommen. werden, will man das stritte Existenzminimum errechnen, fammlung nahm einstimmig eine Entschließung an, in der es heißt: Der Stundenlohn müßte also 2000 m. betragen, womit er nicht er= Die Versammlung erblickt in den Borschlägen der Arbeitgeber, heblich hinter dem Lohn von 1914 zurückbleiben würde. welche in ihrer Gesamtheit nicht nur Verschlechterungen der einzelnen Nun wenden die Herren Unternehmer ein, daß sie mit dem Tarifpofition, sondern auch in der Entlohnung ganz bedeutsame Dollar rechnen müssen. Vor drei Wochen jedoch, als der Verschlechterungen aufweisen, eine Provokation seitens der ArbeitDollar fast ebenso hoch stand wie heute, dachten sie feineswegs geber. Die Kollegen verpflichten sich, mit allen ihnen zur Verfügung daran, die Arbeiter nach dem Dollarstande zu entstehenden Machtmitteln dem Verlangen der Arbeitgeber entgegenlohnen. Damals beriefen sie sich auf die Teuerung und machten zutreten und dafür zu forgen, daß die Bestrebungen der Arbeitgeber, fich gar kein Gewissen daraus, ten Uebergewinn, der sich aus der die traurigen Lebensbedingungen noch mehr zu verschlechtern, in Differenz zwischen den Kleinhandelspreisen und den Großhandels- den weitesten Kreifen der Bauarbeiterschaft befannt werden. preisen ergab, einzustecken. Nun, da die Kleinhandelspreise inzwischen sich der Steigerung der Großhandelspreise erheblich genähert haben, berufen sich die Unternehmer auf den provisorischen Stillstand tes Dollars Eine derartige Argumentierung ist unzulässig und für die Arbeiter unerträglich. Entweder die Unternehmer bezahlen die Arbeiter so, wie fie felbst bezahlt werden, d. h. nach dem Dollarstande, oder man berücksichtigt bei der Festsetzung der Löhne die Steigerung der Kleinhandelspreise. Nur das eine oder das andere ist möglich. Es geht aber auf keinen Fall an, daß die Unternehmer fich bald die Steigerung des Dollars zunuze machen, die Arbeiter aber auf die Kleinhandelspreise verweisen, und dann wieder auf den Dollarstand verweisen und die Kleinhandelspreise nicht berücksichtigt wissen wollen. Es ist außerdem zu bemerken, daß bei der letzten Lohnfestlegung in der Berliner Metaliindustrie die Preissteigerung bei meitem nicht berücksichtigt worden ist und daß damals schon die Metallarbeiter mit ihren Löhnen ganz erheblich hinter der Teuerung zurüdgeblieben fint. Mit dem Raubbau, den die Industriellen feit Jahr und Tag mit der Gesundheit ihrer Arbeiter treiben, muß endlich Schluß gemacht werden. Lohnvereinbarung in der Schuhindustrie. Am 12. Februar fanden in Frankfurt a. M. die Lohnverhand Lungen zwischen den Kontrahenten des Reichstarifvertrages für die IVO PUHONNY A BC ,, Ruhrhilfe der Berliner Arbeitgeber". Bu der in der legten Sonntagsnummer des Vorwärts"( Nr. 70) veröffentlichten Zuschrift erhalten wir vom Verband Berliner Metallindustrieller folgende preßgefeßliche Berichtigung: „ Es ist unzutreffend, daß der Verband Berliner Metallindustrieller feinen Mitgliedern zur Pflicht gemacht hat, die von der Arbeitnehmerschaft selbst eingeleitete Sammlung für die Opfer des völkerrechtswidrigen Einbruchs ins Ruhrgebiet zu verbieten. Im Gegenteil hat der Verband Berliner Metallindustrieller fogar ausdrücklich seinen Mitgliedern anheim gestellt, die Arbeit nehmer dazu aufzufordern, Spenden für die Rubrhilfe" abzugeben oder sich zu diesem Zwede Abzüge vom Lohn refpeftive Gehalt vornehmen zu laffen und diese Ependen an die Ruhrhilfe" oder an das Deutsche Volte opfer" abzuführen. Achtung, Gewerkschaftsfunktionäre! Zu der Funktionärveriammlung am Freitag abend 6 Uhr im Kriegervereinshaus, Chausseestr. 94, find wir genötigt, Ausweise auszugeben, weil der Eaal nur 2000 bis höchstens 2500 Personen faßt. Diese Ausweise sind an die Ortsverwaltungen nach dem Stärkeverhältnis der Organisationen verteilt. Wir erwarten, daß die Ausweise nun aber auch ausgenutzt werden. Neben diesem Ausweis sind auch Funktionärtarte und Mitgliedsbuch resp. Karte vorzulegen. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Allg. freier Angestelltenbund Drtstartell Groß- Berlin. Warnung vor Zuzug nach Danzig. Der Allgemeine Gewerk schaftsbund der freien Stadt Danzig ersucht um Fernbaltung des Zuzuges von Handwertern aller Art. Seit einiger Zeit fuchen die Firmen Schichau, Klawitter, Waggonfabrik uit. Arbeitsfräite, vor allen Dingen Handwerker für den Schiffbau, in allen Städten Deutschlands. Sie bedienen sich zum Teil des Danziger Arbeitsamts, das dann Arbeitskräfte von den deutschen Arbeitsämtern fucht. Die dorthin gelodten Arbeiter erleben große Enttäuschung, weil die fürchterliche Teuerung in Danzig nur ein elendes Leben Alles ist fast zweimal so teuer als in Deutschland. ermöglicht. Die Unternehmer wollen mit Hilfe auswärtiger Arbeiter die Löhne niedrig halten. Achtung, Fleischer! Am Donnerstag abend 7 Uhr findet bei Boeker, Weberstraße 17( tleiner Saal), eine Versammlung aller im Zentralver band der Fleischer organisierten Genossen der. VSPD. statt. Die Tages. ordnung ist eine sehr wichtige. Es werden daher alle Genossen ersucht, bestimmt zu erscheinen. Als Ausweis gilt das Mitgliedsbuch der Partei und des Verbandes. Siemens u. Salske, Blodwert. Freitag nachmittag 4½ Uhr wichtige Zusammenkunft aller BSPD.- Arbeiter und Angestellten bei Sundheim, Siemensstadt. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Heute nachm. 5 Uhr findet im Lehrervereinshaus, Aleganderstr. 41( Alleganderplaz), eine Mitgliederver. fammlung statt. Tagesordnung: 1. Die nationalfoziale Bewegung. Referent Dr. Ernst Schwarz. 2. Distuffion. 3. Verschiedenes. Es ist unbedingt Pflicht Etui, aller Kolleginnen und Kollegen, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Rarton, Kartonnagen- und Bellpappbranche. Donnerstag nachmittag 5 Uhr findet im Kleinen Saale von Boeters Festfälen, Weberstr. 17, eine Bertrauens männerßigung statt. Tagesordnung: Bericht von den neuen Lohnverhandlungen. Jeder Betrieb muß vertreten fein. Tarife zum Preise von 5 M. werden am Gaaleingang verkauft. Zentralverband der Angestellten. 8igaretten. Mitgliederversamm lung Donnerstag abend 7% Uhr Neue Philharmonie", Röpenider Str. 96-97. Die Funktionäre nehmen an der von der Gewerkschaftskommission und bem fu- Kartell einberufenen Bersammlung am Freitag abend 6 Uhr im Kriegervereinshaus, Chauffeeftraße 94, teil. Ref. Genoffe Edo Fimmen, Amster dam. Die Mitglieder der Ortsverwaltung müssen, die Sigung der Ortsverwal tung im Verbandsbureau besuchen. Zu der Deutscher Metallarbeiter- Verband. Achtung, Mitglieder der Ortsverwal tung! Wegen der am Freitag stattfindenden Funktionärverfammlung im Kriegervereinshaus fällt die Sigung der mittleren Ortsverwaltung aus. Funktionärversammlung im Striegervereinshaus haben familie mitgeber ber erweiterten Berwaltung, der Generalversammlung und Betriebsratsvorsigende Butritt. Die besonderen Ausmeise, welche zum Eintritt berechtigen, sind bei bem Kollegen R. Behrend am Gaaleingang erhältlich. Die Ortsverwaltung. Berantwortlich für den redatt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Es ist ferner unrichtig, daß der Verband Berliner Metall. Th. Glode, Berlin. Verlag: Borwärts- Berlag, G. m. b. H., Berlin. Drud: industrieller irgendwelche Bemühungen unternommen hat, um die Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenſtr. 3. Hierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage Heimwelt". mittel, die für die Linderung der durch den Einfall ins Ruhrgebiet verursachten Not zusammen fommen, auch nur im geringsten zu schmälern, im Gegenteil hat der Verband Berliner Metallindustrieller beschlossen, daß die ihm angeschlossenen Arbeitgeber für jeden befchäftigten Arbeitnehmer einen Betrag von 2500 Mart für diesen Zwed zahlen. Er hat auch veraltete Wunden, heilt die milde und wohltuende diesen Beschluß gefaßt, nachdem die, von der ZentralarbeitsgemeinSanitätsrat Dr. Strahls Haussalbe fchaft befchloffene gemeinsame Aktion der Arbeitgeber und der Ar-| Elefanten- Apotheke, Berlin SB., Leipziger Str. 74( Tönhoffplatz.) Hautausschlag, offene Füße( Krampfadern) BATSCHARI bringt handgemachte CIGARETTEN in höchster Vollendung Deutsener Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Anschläger Robert Stoldt am 9. Februar geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet Donnerstag. ben 15. b. m, mittags 122 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt Rege Beteiligung erwartet 142/13 Dir Ortsverwaltung. Allgemeine Ortskrankenkasse für den Verwaltungsbezirk XI Berlin Schöneberg- Friedenau. Sonntag verftarb nach kurzem. Deutscher Metallarbeiter- Verband schwerem Kran- Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. fenlager unier Geschäftszeit vorm.9 Uhr bisnachm.4 Uhr. einziger Bruder, Telephon: Amt Norden 833 bis 836 Schwager, Ontel und 6592 bis 6595. und Großontel. ber langjährige chfung: Goldschmiede htung! Kassierer des Ber I ner Pratertheat. Rich. Bodenburg tm 68 Lebensjahr Die trauernd. Hinterblieb. Seute. Mittwoch. den 14. Februar. abds. 7 Uhr, im ,, Dresdener Garten", Dresdener Straße 45: Versammlung we Beerdig.: Don- aller Kolleginnen und Kollegen nerstag, nachm. des Linden und Spittel. 4 Uhr, von d Halle martttonzerns. des Georgenfried- Tagesordnung: 1. Bericht der Ber botes, Belgensee, Rölfeftraße. handlungskommiffion. 2. Distuffion. Alle Beschäftigten werben ersucht, betimmt zu erscheinen. Hauptstelle: Schöneberg, Grunewaldstr.30 Ziegenielle. bis 25 000 Mahngebührentarif. Kaninfe le 3 500 9 • 99 Hasen elle 6500 Mitglieder der Ortsverwaltung! Das Bersicherungsamt der Stadt Berlin hat nachstehende Mahngebühren genehmigt. Wilde Kanin a) für den Betrag bis zu 1000. 100 Roßhaare b) für einen Betrag von mehr als 1000 bis 10000 M c) für jede weiteren angefangenen 1000 m. mehr. 200 " " 99 2500 Wegen der am Freitag, den 10 000 16. b. M., stattfindenden FunkFrauenhaare 100 750 tionärversammlung im Kriegerg Schweinshaare bis 100 vereinshaus fällt die Sinung Der mittleren Ortsverwaltung 50 Füchse, Schafwolle etc. Tagespr. aus. Zu der Funktionärversamm Diese Mahngebühren werden vom 15. Februar 1922 an erhoben. Berlin- Schöneberg, 14. Februar 1922 Der Borstand. A. Schuldt, Bo sigender. G. Lorenz, ftellvertr. Schriftführer. kauft der lung im Kriegervereinshaus Paul Schulze baben fämtliche Witglieder der Malmöer Str. 25 erweiterten Verwaltung, ( Bahnhof Schönhauser Allee). Generalversammlung und Be triebsratsvorsitzende Zutritt. Die besonderen Ausweise, welche zum Gintritt berechtigen, bei dem BRILLANTEN Seifenhändler! Stollegen R. Behrend am ZaalPlatin, Goldu. Silber- Bruch kauft zu höchsten Tanespreisen Sohow" Juwelen- Ges. m.b.H. JerusalemerSt.19-20 Preise im Schaufenster Doppelriegel Pa. eingang erhältlich. harte Ware, u staunend billigen Preisen. Großer Schlager in Tollettefeifen. la Faßfelfe, kg 800. Seifen ulver, Sobe billigt. Büttner, Große Frankfurter Str. 130. 142/14 Die Ortsverwaltung. 600 Juwelen- Einkaufsstelle 000 Eingetr. Firma ges. gesch. Allen voran beim Einkauf von Brillanten, Platin Gold- u. Silber- Bruch Uhren, Zahngebissen, Ketten, Münzen, Bestecken die renommierte Firma Juwelier H.Wiese Artilleriestraße 30 5 Min. vom Bhf Friedrichstraße Tel Norden 1030-1437-5390-11153 u. Passauer Str. 12 ( Ecke Augsburger Straße) 5 Minuten v. Wittenbergpl.- Zoo Steinpl. 11803 Tel.- Adr.: Piatinwiese M.Skigin, Brückenstr. 13 Waschseifen Achtung! Zabngebisse, pro Zahn 5000, 6000, 7000-200 000 Brillanten Auslandskurse Faßleife Elgene Schmelze Billigft. Bezugsquelle Billigft. Bezugsquelle Haushalt Toilettenfür Handler. Kernseifen Romeike& Schlesener Seifenvertrieb Ziedstraße 20 Kurzestr. 13, Alexanderpl. Stettiner Bahnhof. Kriegsanleihe wird zum Kurse v.110% nur geg.Legitimat. In Zahlung genommen. 3 billige Tage! Gepreßte Plüschmäntel, graubraun, auf la Futter 9 82 000 Astrachanmäntel auf Clothfutter • 96 000 Covercoatmäntel, moderne Formen 65 000 78 000 30 000 39 000 Reinwollene Strickjacken. 93 000 • Reinwollene Röcke, blau, mod. gestr. 52 000 56 000 Herren- u. Damen- Gummimäntel, best. 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Man mute uns nicht zu, daß wir alle Fälle, die uns befannt werden, hier anprangern. Nur eine Auswahl können wir hier geben. Mittwoch, 14. Februar 1923 werden. Es ist zu hoffen, daß auf einer solchen Grundlage eine Gehaltsabschlagszahlungen für städtische Angestellte. Berständigung zwischen den Fraktionen zu erzielen sein wird, da Ein Freispruch. Auch Kartoffelwucher? Die Preisprüfungsstelle hat sich in Anbetracht der katastrophalen Preisentwicklung auf dem Kartoffelmarkt an das zuständige Ministerium gewandt, damit Maßnahmen getroffen würden, die das weitere n steigen der Kartoffelpreise verhindern sollen. Nachdem es der Preisprüfungsstelle trop wiederholter Einwirkungen nicht gelungen ist, die Notierung von Angemessenheitspreisen beim Erzeuger zu erreichen, müssen jetzt andere Wege gefunden werden, die es verhindern, daß dieses wichtige Nahrungsmittel, deffen Bedentung durch die teuren Brotpreise für die Bevölkerung noch gestiegen ist, eine weitere unbegründete Preissteigerung erfährt. andernfalls die Steuerordnung mit den zurzeit geltenden zu hohen In der Stadtverordnetenversammlung hat die sozialdemokratische Säßen bestehen bleiben müßte. Jedenfalls wird die Sozialdemo- Fraktion folgenden Dringlichkeitsantrag eingereicht: fratie ihre Hand nicht dazu bieten, daß man die jetzige Situation„ Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen, den Madazu ausnußt, den Gewerbebetrieben mit großen Erträgen gistrat zu ersuchen, an die Hilfs- und Tarifangestellten wöchent neue steuerliche Erleichterungen zu verschaffen. Gerade für diese fiche Abschlagszahlungen auf die Monatsgehälter Betriebe ist die Steuer durchaus tragbar, da sie je nach dem Ertrage des Vorjahres eingeschätzt und von dem ent- zu zahlen. Durch die ständige Geldentwertung in Berwerteten Gelde und dem erhöhten Ertrage des laufenden bindung mit dem täglichen Steigen der Preise aller Jahres bezahlt wird. Selbst eine Besteuerung von 25 Prozent Lebensmittel und Bedarfsartikel kommt diese Kategorie von Angedes Ertrages würde also schon nach dem heutigen Stande der Mart stellten in eine unhaltbare Situation, die dringend der Abhilfe und des Warenumfazes noch nicht 2 Prozent vom diesjährigen bedarf." Ueberschuß ausmachen. Da die Gewerbebetriebe außerdem das Privileg haben, ihre Einkommensteuer in entwertetem Gelde Die Reichs post, die bei solchen Aufzählungen niemals zu zahlen, so stehen sie sich trotz allem Geschrei steuerlich insgesamt fehlen will, empfiehlt sich zuweilen noch als unforrigiert„ faiferlich" noch wesentlich besser als die große Masse der Lohn- und Ge= auf den vorgedrudten Karten zur Reklamierung nicht gelieferter haltsempfänger, denen ihre Steuern jeweils in voll. Beitungen. Das geschah z. B. auf dem Postamt Berlin SO 36 wertigem Gelde abgezogen werden. noch Mitte Januar, auf dem Postamt Berlin S 59 noch Ende Januar. Im Januar sab ein Freund unferes Blattes eine Empfangsbescheinigung des Zollamtes I in Berlin( Köthener Der Arbeiter hatte nicht den nötigen Bildungsgrad". Straße), die im Dezember ausgestellt war und noch zwei Stempel Königliches Zollamt" trug. Auch bei der Eisenbahnber Vor der 3. Straftammer des Landgerichts II hatte sich der waltung fönnen die alten Stempel aus der töniglichen Zeit Kaufmann Christian Sieß unter der Antlage der Beleidigung noch nicht überall abgeschafft sein, sonst wäre es nicht möglich, daß des Reichspräsidenten Ebert zu verantworten. Der Vor auf dem Hauptbahnhof Crefeld ein folcher Stempel noch vor fall, auf Grund dessen der als Zeuge anwesende Arbeiter Kahlert furzem geführt wurde. die Anzeige erstattet hatte, war folgender: Sieß war am 7. November Das ehemals„ Königlich" Preußische 1921 mit einem Bekannten, dem früheren Kapitänleutnant Marthy, Landesfleischamt nannte sich so noch Ende Januar auf der Kommandant des U- Bootes 3 gewesen war, bei einem Früh An der Ede Albion und Ehihstraße in Schöneberg fuhr ein einem Briefumschlag, der zur Poft gegeben wurde, ohne schoppen gewesen. Der Angeklagte befand sich, als beide das Lotal Rraftwagen des Autohauses Fromm in den Chausseegraben. Das daß vorher das„ Königlich durchstrichen worden wäre. Die staatliche Saline Schönebed a. b. Elbe beigt noch verließen, in derart animierter Stimmung, daß er bei einem Zeitungs- Auto überschlug sich und begrub die drei Infaffen unter Der eigentliche föniglich auf Salzpadungen, die offenbar erst 1922 gefüllt verkäufer, der ein reaktionäres Blatt feilhielt, halt machte, und mit sich, die sämtlich schwer verlegt wurden. lauter Stimme die sich Ansammelnden aufforderte, dieses Blatt zu Führer des Kraftwagens Franz Ohm aus der Spehnerstr. 27 bat wurden, weil sie sonst wohl nicht zu dem zeitüblichen horrenden taufen. Um diese freundliche Ermahnung zu befräftigen, ließ er schwere innere Verlegungen und eine Brustquetschung davon Breis verkauft worden wären. Nicht einmal die schmalen Verichluß- bann, wie der Staatsanwalt ausführte, den Inhalt eines Leitartikels getragen. Der Monteur Otto Pöst nit aus der Großaörschenstreifen mit dem Aufdrud„ Königliches Salzamt Schönebec", die der Zeitung los. Im weiteren Berlauf der Auseinanderfegungen foll ftrage 24 erlitt fäwere Stopf- und Beinverlegungen. Beide wurden um die Badungen geklebt wurden, sind erneuert oder wenigstens er dann, nach der Angabe des Zeugen Kahlert, gerufen haben: nach dem Norbert- Krankenhauſe in Schöneberg gebracht. Der dritte forrigiert worden. Sogar eine Königliche Gerichtstaffe" des Königlich Preußischen Amtsgerichts in Charlotten- Nieder mit der Schieberrepublif! Der größte Schieber, der Jniasse, dessen Personalien bisher noch nicht ermittelt werden burg tonnte man noch Ende Januar bewundern. Von einem Reichspräsident Ebert, figt oben!" Hierbei soll er auf das damals fonnten, fand in einer Klinik in Schöneberg Aufnahme. Nach den Brief lachte sie dem Empfänger ins Geficht, ungeachtet unserer aktuelle Thema der Neuwahl des Reichspräsidenten eingegangen sein. angestellten Ermittlungen soll Ohm dem Böstnik die Führung des republifaniichen Staatsverfassung, deren Ansehen gerade die Ge- Marthy, der die inkriminierten Aeußerungen nicht gehört haben Das Gericht fam nach ausführlicher Bernehmung des Zeugen Wagens anvertraut haben. richte schützen sollen will, zur Freisprechung des Angeflagten, da es sich nicht zu Soweit solche Dinge nicht auf die Absicht einer dreisten Ver- der Auffassung befennen konnte, daß der Zeuge Kahlert, der über die bönung zurückzuführen sind, liegt mindestens eine pflichtwidrige monarchistische Gesinnung des Angeklagten empört war, ben Nachlässigkeit vor. Sie fönnten sich nicht immer wiederholen, Bildungsgrad" besaße, der nötig sei, um den Inhalt eines wenn die schuldigen Personen wirfiam aur Verantwor Gesprächs genau wiedergeben zu können. tung gezogen würden. Soll man dem Empfänger eines folchen Schriftftüdes empfehlen, an die betreffende Verwaltung eine Beschwerde zu richten? Da wären wir wirklich neugierig auf den Bescheid! Geschäft mit der Geldentwertung. 27 Wenn es auf die Fähigkeit ankommt, den Inhalt eines Gesprächs genau wiederzugeben, so wird es keinen Zeugen geben, der es mit dem Telegraphon oder ähnlichen Apparaten aufnehmen könnte, und es befäße dann niemand den nötigen Bildungsgrad", um überhaupt folche Aussagen vor Gericht machen zu können. Es darf natürlich Um die neue Gewerbesteuerordnung. niemand wagen, den guten Glauben der Richter, völlig objektiv gehandelt zu haben, zu bezweifeln. Allein, die Auffassung" eines Bekanntlich will die Stadt Berlin vom 1. April ab mit dem Gerichts, das einen Arbeiter für so minderwertig hält, daß er nicht fchematischen System der Zuschäge zur staatlichen Gewerbesteuer brechen; sie hat eine eigene Steueroidmung schon vor Jahresfrist den Kern eines einfachen politischen Gesprächs erfassen fönnte, erausgearbeitet, die die Lasten dieser Steuer sozial gerechter scheint doch recht merkwürdig, besonders im Hinblick auf die Tatsache, verteilen sollte. Durch die Geldentwertung des letzten Halbjahres daß dieser Arbeiter für das Ansehen der Einrichtungen der Republik find aber die Staffeln der neuen Ordnung so weit überholt, daß energisch eintrat. Richter, die solche Auffassungen" haben, dürfen bie soziale Tendenz nicht zur Auswirkung tommen würde. Es fich nicht wundern, wenn bei dem einfachen Manne aus dem Bolte muß also schleunigft eine Berständigung über die Anpassung der das Bertrauen zur Gerichtsbarkeit ins Grenzenlose fintt. Steuerstaffel zwischen den städtischen Körperschaften versucht werden, wenn die Steuer nicht nach den tatsächlich geltenden überholten Sägen erhoben werden soll. Diese Zwangslagen wollen nun die bürgerlichen Fraktionen zu einer weitgehenden Ermäßigung Die am 15. Februar in Kraft tretende bundertprozentige Erder gesamten Steuer ausnuten, während auf der anderen Seite die höhung der Gütertarife wird sich voraussichtlich noch in dieser Steuerverwaltung eher einer Erhöhung zustrebt. Für die Sozial. Woche in einer abermaligen verteuerung der Haus demokratie fann es sich nur dorum handeln, die Säße der brand koble auswirken. Für die Konsumenten bedeutet diefe Steuer möglichst genau den tatsächlich eingetretenen Ertragsver- abermalige Verteuerung der Hausbrandkohle nach der erst vor änderungen anzupassen. Hierbei ist namentlich darauf Bedacht zu einigen Tagen erfolgten legten Preiserhöhung eine neue nehmen, daß die kleinen Betriebe mit einem faum zum were Belastung. In ihrem Interesse ist es dringend an Lebensunterhalt ausreichenden Ertrage möglichst geschont werden. gebracht, daß von den zuständigen Behörden das Inkrafttreten der Die hierfür in Betracht kommende niedrigste Steuerstufe soll, ent- zu erwartenden neuen Preise noch eine ganze Reibe von Tagen gegen dem Magistratsvorschlage, von 25 000 auf 75 000 m. Jahres über den Beginn der abermaligen Frachtberteueertrag erhöht werden. Im übrigen soll den Berechnungen die Er- rung hinausgeschoben wird, damit die zu alten Breifen wägung zugrunde gelegt werden, daß sich der Ertrag in Papier eingekauften Roblen erst einmal aus den Lagern verschwinden und mart im 2. Quartal 1922 etwa verdoppelt, im dritten verfünffacht nicht mit in die Preiserhöhung einbezogen werden können. Auf und im vierten verzwanzigfacht hat. Entsprechend würde also der jeden Fall darf von den zuständigen Stellen fein Mittel unverfucht durchschnitliche Gesamtertrag des Vorjahres vier- bis fünfmal so gelaffen werden, um in dieser schweren Zeit die Koblenverbraucher hoch als bei der Berabschiedung der Steuerordnung angenommen vor Uebervorteilung zu bewahren. ( Nachbrud verboten. Der Malit- Berlag, Berlin.) 86] Drei Soldaten. Bon John dos Passos. Vor nenen Kohlenpreiserhöhungen. Ja, morgen nacht werden wir wohl mehr darüber wiffen," meinte Andrews. Einen Augenblic standen sie schweigend und lauschten auf das Murmeln des Baches. " Gott, wie still ist es hier. Das tann doch nicht die Front fein. Riech' mal." Was ist denn?" Aus bem amerikanischen Manuskript überfest von Julian Gumperz. Wie Chrisfield mit geschlossenen Augen dalag, eng Riecht wie ein Apfelbaum, der in Blüte steht irgendwo." gegen Andrews' schlafenden Körper gepreßt, fonnte er das Gesicht des Mannes deutlich sehen, die Augenbrauen, werden. " Laß uns wieder reingehen, ehe unsere Deden talt die über der Nase sich schlossen und das Kinn, das von dem Andrews starrte noch immer hinauf nach der Sterngruppe, schweren Bart fast schwarz war. Schließlich ließ die Span- die er vorhin mit Orion bezeichnet hatte. Chrisfield hielt ihn nung in seinem Bewußtsein nach. Einen Augenblick dachte er an Frauen, an ein blondhaariges Mädchen, das er vom Zug aus gesehen hatte, und plößlich erdrückte ihn Schlaf, und alles wurde weich und warm und schwarz, und nur die eine Empfindung blieb: die Kälte auf der einen und die Wärme des Körpers auf der anderen Seite. Mitten in der Nacht wachte er auf und troch aus dem Zelt. Andrews folgte ihm. Ihre Zähne schlugen ein wenig aneinander, und sie dehnten ihre steifen Beine. Es war falt, doch der Nebel war gewichen. Die Sterne schienen hell. Sie gingen ein flein wenig in das Feld hinaus, von der Gruppe der Zelte fort. 2. Ein schwaches, raschelndes und atmendes Geräusch wie von zusammengepferchten Tieren tam von dem schlafenden Regiment. Irgendwo plätscherte ein Bach. Sie horchten auf, aber sie fonnten teine Schüsse hören. Sie ftanden Seite an Seite und fahen in die Unendlichkeit der Sterne hinauf. Ein scharfes, zischendes Geräusch entstand im Grase, als Chrisfield fein Waffer ließ. " Da ist der Orion," sagte Andrews. Bo?" " Diefer Haufen Sterne dort heißt Orion. Siehst du sie? Soll so aussehen, wie ein Mann mit einem Bogen. Doch ich sehe ihn immer wie einen Kerl, der über den Himmel schreitet." Biele Sterne heute, nich? Donnerwetter, was ist das?" Hinfer den dunklen Hügeln erhob sich ein Glühen und fant dann wieder hinab, wie in einer Schmiede. noch am Arm. Sie frochen wieder in das Zelt zurück, rollten sich zusammen ein und fielen sofort wieder in schweren Schlaf. Soweit er sehen fonnte, erblickte Chrisfield Tornister und Köpfe, die mit dem Marschrhythmus auf und nieder gingen. Ein feiner, warmer Regen fiel und vermischte sich mit dem Schweiß, der ihm vom Gesicht hernieder rann. Die Kolonne marschierte schon eine lange Zeit eine gerade Straße hinunter, die von vielem Berkehr verbraucht und aufgeriffen war. Felder und Hecken, auf denen gelbe Blumen in Blüte standen, wichen einer Reihe Pappeln. Die hellen, nassen Baumstämme und steifen 3meige, mit Grün beladen, reihten sich unaufhörlich aneinander, so unaufhörlich, wie das Schreiten der Füße und das Knarren des Gepäcks, das ihm unaufhörlich in den Ohren tönte. ,, Sag, gehen wir an die Front?" " Berdammt, wenn ich das wüßte." ,, Es gibt hier ja gar teine Front." Die Säße tamen furz und schweratmend heraus. Die Kolonne schwenkte auf die andere Seite der Straße, um einem Zug Laftkraftwagen auszuweichen. Chrisfield fühlte, wie der Schmug über ihn hinmea sprigte, als Wagen nach Wagen an ihm vorbeiratterte. Mit dem naffen Rücken der einen Hand versuchte er den Schmug aus seinem Geficht zu wischen, doch seine vom Regen erweichte Haut fonnte das nicht ertragen. Er stieß einen Fluch aus. Sein Gewehr drückte schwer wie ein eiserner Tragbalten. Ein schweres Automobilunglück. Erfroren aufgefunden. In den Obstplantagen des Kreises Teltow in Zehlendorf wurde die Leiche des 54 Jahre alten Architelten Emil Miller aus Hönigen am Rhein aufgefunden. Nach ärztlichen Bekundungen ist M. erfroren. Er scheint sich in den Obstplantagen berirrt zu haben. Der Dieb im Hause. Das Ueberfallkommando Schöneberg wurde nach dem Hause kolonnenstraße 41 gerufen, wo sich verdächtige Gestalten auf dem Dache gezeigt hatten. Als die Beamten eintrafen, fanden sie auf dem Dache den in demselben Hause wohnenden 15jährigen Schlosserlehrling Franz S. und seinen Freund, den 15jährigen Bureauburschen Hans P., damit beschäftigt, die Dachrinnen abzumontieren. Die beiden hoffnungsvollen Bürschchen wurden der Kriminalpolizei zugeführt. Der Butterladen als Nachtlofal. Bor kurzem wurde nachts im. Keller des Hauses Frobenstr. 25. wo sich das Buttergeschäft von Lange befindet, ein Nachtlofal ausgehoben. Der Veranstalter war der Kaufmann Geßner aus der Besselstr. 22. In dem Lokal wurden von zwei weiblichen Personen Radttänge aufgeführt. 18 Perionen mußten den Weg zur Wache des 32. Polizeirebiers antreten; zwei von ihnen wurden dem Polizeipräsidium übergeben, da sie fich nicht legitimieren Tonnten. Die Bäderherberge der Kraufstraße. Zu den vor kurzem berichteten Szenen aus der Herberge der Berliner Bäder- Innungen teilt die Bäder- 3wangsinnung in Berlin mit, daß die noch bestehende Schantwirtschaft und das Uebernachtungslokal des Gast mirts Reichel einftmals die alte Bäckerherberge war. Seit Ver. legung und Verschmelzung des Arbeitsnachweises der Innung mit dem städtischen Facharbeitsnachweis in der Friedrichstraße Anfang 1919 hat diese Wirtschaft feinerlei Zusammenhang mehr mit reisenden oder arbeitslosen Gesellen. Sie ist und war stets ein Privatunternehmen des Bächters. Die reizende Schilderung des Sternberger Landes, von Franks furt- Lagow, Stroffen, des Weinlandes der Mark uiw. wird Dstar Bone am Mittwoch, den 14. februar abends 8%, Ubr, im Saale des Kunstgewerbemuseums, Bring Albrecht- Straße 7/8, unter Vorführung von 120 Licht bildern in natürlichen Farben aus seinem Byllus„ Die malerische Mark Brandenburg" vortragen. über den Blaz, der mit kleinen gelben, runden Pflastersteinen bedeckt war. Die Kirche hatte einen Spigbogen in der Tür, den Cafés waren die Namen farbig aufgemalt. Männer und Frauen schauten aus Türen und Fenstern. Die Kolonne verlangsamte sichtlich den Schritt, doch marschierte sie weiter, und als die Häuser seltener wurden und am Wege weiter auseinander standen, schwand den Leuten die Hoffnung auf einen Halt. Die Ohren waren taub geworden von dem unregelmäßigen Trapp der Stiefel auf der Steinchaussee. Die Füße waren schwer wie Blei, die Schultern, schwielig geworden, wurden wund vom unaufhörlichen Schweiß. Die Köpfe hingen hinunter, die Augen hefteten sich auf die Hacken des Bormannes, die fich hoben, um wieder niederzufallen, endlos. Marschieren wurde für jeden zu einem persönlichen Kampf mit seinem Gepäc, das irgend etwas Lebendiges bekommen hatte, bösartig und übermächtig geworden schien. Der Regen hörte auf, und der Himmel wurde ein wenig lichter, nahm dann eine etwas gelbliche Färbung an, als ob die Wolfen, welche die Sonne verbargen, dünn geworden seien. Die Kolonne hielt in der Nähe einer Gruppe von Aeckern und Scheunen, die an der Landstraße entlang lagen. Die Beute streckten sich in allen Richtungen längs des Weges und bedeckten mit der Schmutzfarbe ihrer Uniformen das helle Grün des Grafes. Chrisfield lag in dem Feld neben der Straße und preßte fein helles Gesicht in den weißen Früh lingsflee. Das Blut pochte ihm in den Ohren. Seine Arme und Beine schienen auf dem Boden festgewurzelt zu sein, als ob er nie in der Lage sein würde, sie wieder zu bewegen. Er schloß die Augen. Langsam stieg ein Frösteln in seinen Körper auf. Er setzte sich auf und ließ den Tornister fallen. Irgendeiner gab ihm eine 3igarette, und er zog ein wenig füßlichen Rauch ein. Andrews lag neben ihm, den Kopf auf feinem Tornister, rauchend, seine blauen Augen schauten selt= som aus dem flammenden Rot seines schmutzbesprizten Gesichtes heraus. Chrisfield nahm die ihm angebotene Zigarette und suchte in seiner Tasche nach einem Streichholz. Eine Pfeife gellte. Langsam erhoben sich die Männer vom Boden und marschierten in Linien auf. Die Kompagnien marschierten getrennt ab. Chrisfield hörte, wie der Leutnant zum Sergeanten fagte:„ Berdammte Geschichte das. Warum haben sie uns nicht an die erste Stelle geschickt?" Sie tamen in eine Stadt; durch offene Türen fonnten fie „ Die Front muß in der Richtung sein," sagte Andrews behagliche Küchen mit glänzenden Kupferkesseln und mit fröstelnd. sauberen Steinböden sehen, vor den Häusern waren fleine Ich denke, wir werden das morgen wissen" Gärten, voll von Krotuffen und Hyazinthen. Sie marschierten der Sergeant. So fommen wir wohl gar nicht an die Front?" brummte ( Fortsetzung folgt.) Doppelte Postgebühren. Am 1. März werden die neuen Bost gebühren in Kraft treten, die im allgemeinen eine Berdoppelung erfahren haben. Nur Pakete und Fernpostkarten sind diesmal aus 5. genommen worden. Für Briefe wird eine Gewichtsstufe von 250 bis 500 Gramm eingeführt. Die Strafgebühr 14. für unzureichend frantierte Brieffendungen wird auf das 1½fache des Fehlbetrages herabgefegt. Nach Erledigung der notwendigen 16. Vorarbeiten wird der Tarif für Pafete wieder nach Entfernungszonen gestaffelt werden. Auf Boitanweisungen fönnen in 6. Zukunft bis 100 000 Mart gefchickt werden. Die Gebühr für Bablfarten über hohe Beträge wird wesentlich herabgesetzt. Die Gesprächsgebühren für den Fernsprecher werden 2. verdoppelt, während die Grundgebühren unverändert bleiben. Ein Wohltätigkeitskonzert zum Besten der Ruhrkinder veranstaltet am Mittwoch, den 14. februar, nachmittags 2, Uhr, das Be. zirksamt Charlottenburg im Deutschen Opernhause, Charlottenburg. Kunstgemeinde Neukölln. Sonnabend, den 17. Februar, 8 1hr Liederabend: Emmi Hedmann- Bettendorf( Staatsoper). Am Klavier: Clemens Schmalſtich. Sonntag, den 25. Februar, 2, Uhr, im Staat lichen Schauspielhaus Gendarmenmarkt Der Diener zweier Herren" von Goldoni".„ Der Arzt wider Willen von Molière. Starten zu allen Veranstaltungen im Boltsbildungsamt Rathaus, Bimmer 257. Gärtner, Bissmannstr. 14 und in den bekannten Berkaufsstellen. Einäscherung des argentinischen Hauptflugplahes. Der Hauptflugplag Argentiniens in Bahia Blanca ist einem Riesenbrande zum Opfer gefallen. Der Schaden beträgt weit über 500 000 pesetas. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, G. B. Deffentliche Bersammlung am Straße 34. Serr Auerbach spricht über: Antisemitismus und Frontbund". Mieterverband Deutschland. Gruppe Andreasplag. Donnerstag, den 15. Februar, in der Königsbant, Große Frankfurter Str. 117, Mieterratsvollverfammlung des 5. Berwaltungsbezirks. Ausweis und Mitgliedsbuch legitimiert. Mittwoch, den 14. Februar, 8 Uhr, in Lindners Konzerthaus, Pantow, Breite Theater Liditiplele EfW. Opernhaus 7 Uhr Don Giovanni Schauspielhaus 7 Uhr: Hidalla Deutsch. Theat. 7201-7300 7. Abonnem.- Vorst 71% Uhr Improvi sationen im Juni RARITAT SPECIAL RARITAT EXTRA 3. 26. 27. Groß- Berliner Parteinachrichten. Kreis. Friedrichshain. Donnerstag, den 15. Februar, 7 Uhr, findet eine Sigung des erweiterten Kreisvorstandes mit den gewählten Delegierten des Kreis. Reutöln. Bildungsausschuß. Donnerstag, den 15. Februar, 8 Uhr, Bezirtstages in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, ftatt. Sigung an bekannter Stelle. rei. Aöpenid. Donnerstag, den 15. b. M., 7 Uhr, in der Dorotheen. schule, Rimmer 1, Sigung der sozialistischen Elternbeiräte. Kreis. Kreuzberg. Die Abteilungen werden aufgefordert, je 2 Genoffen zue Seitungstommiffion zu wählen. Dieselben find verpflichtet, an den Sigun gen teilzunehmen, die jeden 2. Freitag im Monat, abends 8 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, stattfinden. Kreis. Tiergarten. Freitag, den 16. b. M., Generalversammlung der freien Schulgemeinde in den Arminiushallen, Bremer Str. 73. Heute, Mittwoch, den 14. Februar: t.( Stabtbezirke 129 bis 144). 7 Uhr Saal 5 bes Gewerkschaftshauses, Engelufer 25, Abteilungsversammlung. Thema: Die freie Shule". Ref. Genoffe Emil Anief. Abt. 7% Uhr bei Wichmann, Weißenburger Str. 1, Abteilungsversamm Yung. Thema: Das Reichsmietengefez und feine Ausführungsbestim bt. Der Bahlabend aller Gruppen findet gemeinsam in der Aula Sonnenmungen". Ref. Gen. Möger. burger Str. 20, 7 Uhr, statt. 45. Abt. An Stelle des ertranften Genossen Dr. Rahle spricht in der Aula Förster, Ede Reichenberger Straße, pünktlich 7 Uhr abends, Genoffe Robert Dismann, M. d. R., über: Ruhrbefegung und Sozialdemokratie". 47. Abt. Zur Erledigung der Kaffengeschäfte haben die Bezirksführer bereits 88. Abt. Lichtenrabe. 7 Uhr Mitgliederversammlung im Zeichenfaal der Schule um 17 Uhr in der heutigen Mitgliederversammlung zu erscheinen. Roonstraße. 91. Abt. Neukölln. 7% Uh: Bezirksversammlungen: Bezir! 20, 21, 39, 40 bei Köfter, Bissmannstraße; Bezirke 37, 38, 41, 42 bei Mäufeler, Münchener Straße 23; Begirte 48, 49, 50 Gemeindeschule, Mahlower Straße. 99. Abt. Brig. 7 Uhr Bezirksversammlungen in den bekannten Zahlabend. Iotalen. Ueberall Borträge. 107. st. Alt- Glienide. Die Mitgliederversammlung findet nicht Mittwoch, fondern Donnerstag ftatt. 142. Abt. Tegelort. 8 Uhr Lokal Serrmann, Scharfenberger Str. 31, Mit. gliederversammlung.. Petershagen. 7% Uhr im Lokal von Kultowski, Sennidendorfer Straße, Mit gliederversammlung. Thema: Die politische Lage". Ref. Abg.. Richter, Berlin. HALPAUS Die unúbertroffenen Volksbühne CircUS 7 Uhr: Donnerst. 7301-7400 Das Wintermärchen Busch 7. Ahonn- Vorstellg 7 Uhr: Improvi 74 Stg. a. 30 sationen im Juni Lessing- Th. Manege7 Uhr: Sensation Kammerspiele Liebelei/ Die Lore Fremdenlegionär 8: Der Kreis Do. 8: Der Kreis Donnerst. 7: Faust Frtg. 7: Liebelei. Gr.Schauspielh. Die Lore ( Karlstraße) 7: Die törichte Jungfrau Do. 7: Die to richte Jungfrau Sonntag. d. 18. Febr. 2 Uhr: Maschinenstürmer Theater 1. d. Königgrätz. Str. Sbd 7 U. z. 1. Male: Bürger Schippel Neue Circ.- Sensationen Vorvkf ab 10 U Deat. Künstler- Th. Metropol Varieté Heute und morsen geschlossen Frtg. 7 U. z. 1. Male: Der Fürst von Pappenheim Sonnab b Mont. 11/2 Der Fürst von Pappenheim Behrenstr. 54 712 Uhr: Walter Steiner 4 Bronnets Annie Klemchen 3 Luftgrazien Dancing Dolls und 5 weitere 7.30: Aus d. Leben d. Residenz- Th. Varieté- Sensat. Insekten 8 Uhr Kombdienhaus is lebe 8: Kameraden das Leben! Berliner Th. WINOBRIEN Mariette Oil, Bircher, Wasa. Klein, Keller- Hebri VarietéSpielplan 7.15: Madame Trianon- Th. Rauchen gestattet! Pompadour Hilde Wörner, Roberts, Bötel, Ilaskel Täglich 8 Uhr Lissi Deutsch. Opernhaus die Kokotte 7 Uhr Pers.unter 18 Jahren Tiefland haben keinen Zutritt Große Volksoper im Theat d Westens Kleines Th. 7 Uhr: Lohengrin Tägl. 8 Uhr: Intimes Theater 8 U.: Frau Adas G. m. Die b. B. Die G'schamige Unmoralischen Lustspielhaus 8 U.: Der Mustergatte Carola Toelle, Olza Limburg, Cigaretten Gold RARITAT DELIKAT RARITAT LUXUS Silber- Brillanten Hodam Platin, alte Münzen Linkstraße 46 Morgen, Donnerstag, den 15. Februar: 108. Abt. Köpenid. 7 Uhr Dorotheenschule, Zimmer 1, Sigung der foglalififchen Elternbeiräte. Königswusterhausen. 7 Uhr im Neuen Schüßenhaus öffentliche Bersamm lung der sozialistischen Arbeiterjugend Königswusterhausen, Niederlehme und Bildau und des sozialdemokratischen Wahlvereins Königswusterhaufen. Ref. Pfarrer Bleier. Sozialdemokratie und Polizei! Ueber diefes für alle republikanischen Bolizeibeamten wichtige Thema fright ber Landtagsabgeordnete Genoffe Rabolb in zwei öffentlichen Bersammlungen am Donnerstag und Freitag, abends 7 Uhr, in ben Brunnensälen, Brunnen. straße 15. Das Erscheinen aller denkenden Bolizeibeamten ist unbedingt erfor berlich; ebenfalls find Angehörige anderer Beamten- und Berufsgruppen befonders eingeladen. Jugendveranstaltungen. und 8 Uhr in der Aula der Boddin- Schule eine Rinovorstellung. Zur Borfüh Der Drisausschuß für Jugendpflege Rentölln veranstaltet heute abenb 6 rung gelangt Hanneles Simmelfahrt". Eintrittstarten zum Preise von 50 M. für Jugenbliche und 150 M. für Erwachsene find am Cingang zu haben. Am Sonntag findet vom Ortsausschuß Neukölln eine Besichtigung des Museums für Meerestunde statt. Treffpunkt 410 Uhr vor dem Muſeum, Georgenstraße 36. Heute, Mittwoch, den 14. Februar: Faltenberg. Jugendheim Roefeftraße, Schule, Distuffionsabend: Jugend und Bartei". Friedrichsfelbe. Jugendheim Berliner Str. 44, Vortrag: Der Orient". Gesundbrunnen. Jugendheim Gemeindeschule Gothenburger Str. 2, Doffeftraße 22, Bortrag: 8wed und Siele ber Gewerkschaften“. Bortrag: Religion und Gottesbegriff Sichtenberg- Mitte. Sugendheim Rosenthaler Jugendbewegung". Vorstadt. Jugendheim Gemeindeschule Gipsstr. 28a, Bortrag: ,,, Die bürgerliche Schöneberg III, Lindenhof. Sugendheim Schule in ber Siedlung, Borttag:„ Sozialdemokratie und Schule". -P Wetter bis Donnerstag mittag. Zeitweise etwas aufularenb, jedoch überwiegend bewölkt und besonders im Binnenlande vielfach leichte Schnee fälle bei mäßigem Frost und nachlassenden östlichen Binden. Teppiche, herrliche Berfermuster, Di- Möbeleinkauf. Birtschaften, ganze wanbeden. Brüden. billige Gelegenheit. Nachläffe, Aleidungsstüde, Bobenrummel, Reschte, Neukölln, Raiser Friedrich. höchftzahlenb. Meyer, Immanuelkirch ftraße 5 III. 181/17 ftraße 25, Quergebäude L. Alegand. 231. Werkzeuge u. Maschinen Rinderwagen, Riappfportwagen, Rinberdrahtbettstellen, Rinderstühle, neue unb gebrauchte, verkauft Schwarzmann, Rottbuserdamm 93. Möbel Batentmatragen 47 000.-, AuflageNägel, Solalchrauben. Maschinen Schrauben, Schmirgelleinen tauft Eis hela. Friedrichsgracht 1. Nägel, Schrauben Lauft Wodtke, Ammatragen, Metallbettstellen, Chaise. terbamerstraße 21. longues. 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