Abendausgabe !tc.75 ♦ 4H. Jahrgang Ausgabe B Nr.ZS Bezilgibedingunge» und Anzeigenpretse sind in der Morglnausaad» angegeben XeOotfiaa: SO. SS, ClndeSdrafie 3 Zarnsprecheu: VSahoss 292— 293 Set-SfSnfieSojiaiSmMtcal Setlin Serlinev VolksblAtt preis 50 Mark Mittwoch ?4.Zebruar 142A Oerlag und U»»eisenadteilung! «el»»»t««ei,»-» Uhr »«>»9«: Oenodtta.Scciao Genby. Snllo SO. SS. eintcnfltab* 3 Zarnlpracher: VSnhaff 23SS-23S2 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokrati Toben parte» DeutTchlands Die Unterhausöebatte. Bonar Law über Frankreichs Vernichtungspläne. Die Rede, die der englische Premierminister Bonar Law gestern im Unterhaus gehalten hat, gibt ein ziemlich vollendetes Bild von der Unfähigkeit der europäischen Volker, ihre Angelegenheiten in vernünftiger, ihnen allen dienender Weise zu ordnen. Es hat keinen Zweck, in diesem Augenblick der englischen Politik ihre in der Vergangenheit begangenen Fehler vorzurechnen, es ist auch überflüssig, weil England diese Fehler kennt und heute selber schwer an ihnen trägt. Herr Bonar Law steht die Lage geradezu trostlos, er findet aus ihr keinen Ausweg, und-nur gleichsam aus dem Gefühl her» aus, daß er seine Hörer nicht ganz ungetröstet entlassen könne, hat er zum Schluß das Hofsnungsfünkchen einer englischen Intervention schwach ausleuchten lassen. Er wird sich nicht wundern, wenn die Welt von nun an wie gebannt auf dieses Fünkchen starren wird. Donar Laws Rede enthält eine schwere M i ß b i l l i» gung der französischen Politik. Diese Mißbilli» gung wirkt auf uns Deutsche allerdings etwas enttäuschend, weil sie sich nicht auf die rechtlichen und moralischen Gründe stützt, die wir gegen die Ruhraktion Poincar6s geltend machen. Wir.erinnern uns, wie England während des Weltkriegs nicht nur mit Geld und Waffen, sondern auch mit dem Schwer- gewicht einer starken moralischen Autorität gegen Deutsch- fand gewirkt hat. England hat diesmal auf die Rolle eines Hüters der internationalen Moral verzichtet— aus begreiflichen Gründen, denn es will den schweren Konflikt, in dem es sich mit Frankreich befindet, nicht auf einer Bahn sich weiter entwickeln lassen, die für die ganze Menschheit eine ungeheure Gefahr bedeuten würde. Aus der anderen Seite hat'der englische Ministerpräsident das Vorgehen Frankreichs als etwas bezeichnet, was nach Talleyrands berühmtem Wort schlimmer ist als ein Verbrechen, als einen Fehler. Er' hat es verhängnisvoll und ge- fährlich genannt. Und er hat zugleich die tiefsten psycholo- gischen Gründe dieses politischen Fehlers aufgezeigt, indem er das Zweiseelenwesen der französischen Politik enthüllte, die auf der einen Seite ein Deutschland will, das bezahlt, auf der anderen aber ein Deutschland fürchtet, das be- zahlen kann. Als Hauptgrund für die Ablehnung des eng- lischen Vorschlags auf der Pariser Konferenz bezeichnet er die Sorge Frankreichs, Deutschland würde die Summe von 50 Milliarden Goldmark in 15— 20 Iahren bezahlen können und dann wieder stark sein. Ist diese Darstellung Bonar Laws richtig, so ergibt sich aus ihr mit zwinaender Folgerichtigkeit, daß eine Losung des deulsch-französischen Prob'ems über- Haupt nicht möglich ist, fo'ange nicht in der französischen Politik eine grundlegende Aenderung eintritt. Die gegenwärtige Politik Frankreicks verfolgt— immer nach Bonar Law— das doppelte Ziel, Deutschland zahlen zu lassen und eine Erholung Deutschlands zu ver- hindern. Wenn aber Deutschland sich nicht erholt, dann kann es nicht bezahlen, und wenn es nickt be'ahlen kann. wird es weiter gehindert, sich zu erholen. Frankreichs Politik ist danach die furchtbarste Politik, die je ein siegreiches Volt gegenüber einem besiegten getrieben hat, eine Politik, die das besiegt Bolt zum Widerstand zwingt, solange es nicht der völ- ligen Vernichtung anheimgefallen ist. Für diese Politik fordert nun.Frankreich Englands Unter- stützung, mit dem fadenscheinigen Dorwand, daß sich Deutsch- land einem gemeinsamen englisch-französishen Druck gefugt haben würde. Die Widerlegung dieses Vorwands liegt in Bonar Laws Rede selbst, denn kein Volt kann sich einer Politik fügen, deren Ziel seine Ver-> n i ch t u n g ist. Di« Arbeiter an der Ruhr würden sich genau so geweigert haben, unter englischen Baionetten zu arbeiten/ wie unter französischen und belgischen. Die Katastrophe wäre, also nicht weniger schlimm, sondern um so schlimmer ge- worden, wenn etwa England ebenso wie Belgien, im Ve-, wußtsein, einem Wahnsinnigen Vasallendienste zu leisten, seine Solda'en an die Ruhr geschickt haben würde. � In ersten Pariser Stimmen über die gestrige Unterhaus- debatte ist zu erkennen gegeben, daß Frankreich jede Lösung durch einen Schiedsspruch und jede englische Intervention ab- lebnt. Geben diese Stimmen die in Paris herrschend« Auf- fassnnq richtig wieder, so ergibt sich aus ihnen, daß die fran». zöstsch« Regierung den.?eil I des Vertrages von l"'' Lage vorläufig unentwirrbar. Denn ein neuer Sieg des bis l an die Zähne bewaffneten Frankreich über das waffenloses deutsche Volk wäre keine- endgültige Lösung, er würde das j Elend des deutschen Volkes und ganz Europas nur vermehren und in Deutschland Kräfte der Verzweiflung wecken, die angesichts der geschichtlich erwiesenen, auch heut« zu bevb- achtenden allmählichen Umlagerung der Machtverhältnisse auf die Dauer nicht ohne Hoffnung bleiben würden. Es gibt keine wirkliche Äsung, solange sich nicht alle Gegner bes imperialistischen Machtwahnsinns, innerhalb und außerhalb Frankreichs, alle Anhänger eines gerechten und dauerhaften Friedens zu einem Weltbund der friedlichen, gewaltlosen Aktion zusammengekunden haben. Nie hat sich die Notwendigkeit eines wahren Völkerbundes deutlicher gezeigt als letzt. Kein Staatsmann kann vor der Tatsache die Augen verschließen, daß nur eine solidarische Aktion der Welt den Frieden der Welt wiederherstellen kann, und keiner kann die Kräfte verkennen, die für die Lösung dieser Aufgabe in der internationalen Arbeiterbewegung, nicht zuletzt in der deutschen Sozialdemokratie, bereitstehen. Die Rede Donar Laws. London, tt. Februar.(Eca.) Donar Law wurde im Unter. aus mit lebhaftem Beifall begrüfst. Er kündigte zunächst ein Blau» uch mit dem genauen Bericht über die Laufanner Konferenz an, besprach kurz die Orientfrage und sagte dann zur Reparation», und Ruhrsraze: Ich komme zu der wesentlichsten Frage des Augenblicks, zu den ihverständnisse während der letzten Pariser DerHandlun- gen und über den Gegensatz zwischen dem englischen und dem fran. zösischen Standpunkt. Das allgemeine Motiv, erklärte er, war fol- gendee: Die Finanzlag« Deutschlands macht'ein Moratorium unvermeidlich. Ich glaube, daß dies auch die Ansicht Frankreichs ist. Als mir zu anderen Worten: die Franzosen wallten wohl den Namen, aber nicht die Tatsache eines Moratoriums annehmen. Unsere Bor. fchläge waren reiflich überlegt und hatten nicht bezweckt, Deutschland zu retten, sondern nur da» festzustellen, was Deutschland wirk- lich zahlen konnte. Das war der Sinn unseres Vorschlags. Wir wollten kern Moratorium geben, ohne die notwendigen Sicherheiten zu verlangen. Wi? schlugen zunächst vor, daß Deutschland einen sofortigen Versuch zu machen habe, um seine-, Wechselkurs zu stabilisieren und sein Budget auszugleichen. Hierzu sollte ein Rat von S Personen geschaffen werden, von denen vier ourch die Alliierten gestellt, die beiden anderen ein Amerikaner und ein europäischer Neutraler sein sollte: wenn Deutschland sich in irgendeinem Augenblick, selbst während der ersten S Monate weigern sollte, diese Politik zur Anwendung zu bringen, würden wir bereit sein, uns an die Seite Frankreichs zu stellen, um die not- wendigen Sanktionen zu ergreifen und die Durchführung dieser Politik zu erzwitigen. Vor allen Dingen müßte jedoch«in Moratorium von 4 Zähren gewährt werden, das durch dieses Schiedsgericht auf zwei Jahre hätte reduziert werde können. Ueber die Summen, die Deutschland in der Lage war zu bezahlen, waren wir unterrichtet, denn die ausländische Sachverständigenkommission, die von der deutschen Regierung ein- geladen worden war, hatte die Bedrngungen bekanntgegeben, unter denen ihrer Ansicht nach Deutschland zahlen könnt«. Wir beschlossen infolgedessen, den Betrag von 2Z� Milliarden Pfund Ster- l i n g festzusetzen, mit dem Unterschied, daß die letzte halbe Milliarde von her Entscheidung des Schiedsgerichtes abhängen sollt«, ob Deutschland diese letzte Zahlung ausführen könnte oder nicht. Unser Vorschlag— und ich bedaure dies sagen zu müssen— wurde von Frankreich verworfen, ohne wenigsten» als Grundlage für ein« Diskussion angesehen zu werden. der vom Völkerbund handelt, außer Kraft Versailles. gesetzt bat. und daß f» von der Entente nichts mehr wissen" will. Sie nimmt die friedenfchaffenoe Tätigkeit des Völkerbundes nicht an. sie lehnt auch den sreundschaftstcken Rat des All'ier'en ab. dem Frankreich feine Reft-rng im Kriege oerdankt, sie will von England nicht mehr gleichberechtigte Bundes- genoffenschaft. sondern Gefolgschaft. Es ist tlar. daß ein« Regierung, die von einem derart! überspannten Machtgedanken erfüllt ist. kein anderes Ziel der./ Rubraktion sehen kann als das de? Unterwerfung Deutsch- lanfcs. Für sie bedeutet eine ehrlich« Derständiaung zwischen den beiden Völkern schon den Sieg eines gefährlichen Feindes und die eigene Niederlag«. Da sich die Mehrheit der französt- fchen Kammer mit dieser Regierung solidarisiert, erscheint die Dollar 25000-24000. Die Reichsbank setzt« heute ihre Stützungsaktion zu- gunften der Mark fort. Sie warf heute beträchtlich« Mengen ausländischer Zahlungsmittel auf den Markt, um die Devisenkurse zu drücken. Der Kur« des Dollars ermäßigte sich infolge- dessen im Verlause der ersten Börsenstunden auf 23000 bis 2 4 000. In unterrichteten Krei'en rechnet man mit weiteren Rück- gängen, da bei dem jetzigen geringen Umfang« des Devisengelchästs das Vorgehen der Reichsbant so gut wie gar keinen Schwierigkelten begegnet. Am Effektenmarkt hat diese unerwartete Wendung ein» allge- mein- Deroute hervorgerufen. Di- heuttgen Kursstürze er- Innern lebhaft an die ähnlichen Vorgänge am schwarz n Donnerstag (1. Dezember lOSl). Dorläi fig lassen sich die großen Verlust«, dt» heute den Effcktenspekulanten entstanden sind, kaum übersehen, da sich die Kursfestsetzung infolge des großen Angebots bis in die späten Nachmittagsstunden hineinzieht. Di« B rufsspekulanten zeigen heute noch keine Neigung, auf Grund der ermäßigten Kurse Käufe vorzunehmen. Man nimmt an. daß der kommende Freitag noch im Zeiche» der Depression stehe» werde. Seit meiner ersten Unterhaltung mit Herrn Poinoare in London habe ich mit Bedauern sestgestellt, daß die Aussichten für«in Abkommen sehr gering waren. Cr erklärte mir in Paris sehr genau, daß dies wirklich so sei. Asqurth fragt« in diesem Augenblick,«ms welchen Grund- lagen die französisch« Regierung die englischen Vorschläge zurück- gewiesen habe und ob diese Grundlagen bekannt seien. Bonar Law antwortete: Jawohl, diese Vorschläge waren derart, daß ich nur eine schwach« Hoffnung hatte, zu einer Ueberein- knnst gelangen zu können. In London erklärt« Poincare uns aus- drücklich, daß zwei Bedingungen für ihn wesentlich seien. Di« erst« bestand in der Besetzung des Ruhrgebiete». Dies konnten wir. nicht annehmen. Wir erhoben keinen Einspruch dagegen, eine gewisse Pression auf Deutschland auszuüben, aber wir wollten diesen Druck nicht unternehmen, um Deutschland zu zwingen, Derpflichlungen zu erfüllen, die deutlich über seine Leistungsfähigkeit hinausgingen. Andererseits gab Poincare uns gleichzeitig an, daß er wünschte, daß der von Deutsch« land zu verlangende Beirag nicht geändert würde, außer wenn irgend einer der Alliierten seine Forderungen reduzier«. Diese beiden Bedingungen schienen mir ein Abkommen unmöglich zu machen. Alsdann gingen wir nach Paris. Die Motiv« unserer Borschläg« waren folgende: Man erklärte uns zunächst, daß unser Vorschlag mit dem Versailler Vertrag nicht übereinstimme. Wir antworteten durch eine Rote, in der wir in unwiderleglicher Form darlegten, daß unser verschlag mit dem Versailler Vertrag nicht in Widerspruch stehe. Andererseits hätten wir aber auch kein endgültiges Angebot gemacht. Wir waren geneigt, über unseren Vorschlag zu diskutieren und notwendige Aenderung en vorzunehmen. Unser Vorschlag wurde aber gar nicht diskutiert, er wurde einfach verwoxsen, weil wi? für die Schiedskommission einen deutsche» Präjid-miea vorschlugen. War dies ein psychologi- scher Fehler? Ich weiß es nicht. Aus jeden Fall war unser Gedanke der, daß man bei der Festsetzung des Schuldbetrages, den man von Deutschland verlangen wollte, sich mit allen Vorsichtsmaßnahme�. umgeben müsse, um vor der ganzen Well unsere Unparteilich-" k e i t darzulegen. Meiner Meinung nach wurde unser Vorschlag aus ganz a d« r« n Gründen verworfen. Wir schlugen eine Summe von 2a Milliarden Pfund Sterling vor. Aber es schien unseren französischen Alliierten, daß es vielleicht Deutschland möglich sain würde, in 15 oder 20 Iahren die Gesamtheit dieser Summe zurückzuzahlen und sich alsdann in jeder Hinsicht in einer stärkeren. Situation befinden als vor dem Kriege. Dies Gefühl des Mangels an Sicherheit, das niemand au» dem Geist der Franzosen entfernen kann. stand im Vordergrunde und bildete die Grundlage für die ver- wersung unserer Dorschläge. Bonar Low verteidigte sich alsdann gegen den Vorwurf, daß er den Betrag der Reparationen reduzieren wollt« und ver- sichert seinen Willen, von Deutschland alles das zu«reichen, was ihm irgendwil menschenmöglich sei, zu bezahlen. Keine französisch« Regierung hätte vor der augenblicklichen französischen Kammer auch nur einen Tag länger bestehen können, wenn sie unsere Vorschläge angenommen hätte. Dorum möchten die französischen Politiker wie das französische Publikum gern Geld von Deutlchland, weil die Balancierung ihres Budgets davon abhängt. Gleichzeitig ober fürchten sie ein Deutschland, das stark genug wäre, um bezahlen zu können. Er, Bonar Law, habe angr� boten, die französischen und italienischen Schulden gegenüber Groß- britannien zu annullieren wenn der englische Vorschlag ange- i.ommen würde: wenn die FIn'nzlage Englands stark ist, so komme dies daher, daß das englische Volk ungeheure Steuern zahle. Frank- reich hat jedoch beschlossen, seine Pläne durchzuführen. Wir konnten nicht zu unseren Alliierten sagen:„Wenn ihr dies oder jenes tut, dann ist es mit der E n t e n t« v o r b e i." Das wäre nicht kkug gewesen. Als ich die Macht übernommen habe, hoffte ich, daß es mir möglich sein werde, an dem Wiederausbau Europas teilzu- nehmen. Ich habe mich immer für einen aufrichtigen Freund Frankreichs betrachtet. Aber ich hatte die Ueberzeugung, daß Frank- reich, wenn es nach seinem eigenen Plan handelte, etwas tue, was nicht nur für Deutschland, sondern auch für Frankreich v e r h ä n'g> n i s v o l l sein würde. Wir haben in der letzten Sitzung der Pariser Konferenz erklärt, daß«» nach unserer Meinung gefährlich und sogar verhängnisvoll für da» Wirtschaftsleben Europas fein würde/ wenn Frankreich feine Plane ausführt. So ist es auch gekommen. Was später eingetreten ist, ist genau das, was man befürchtet, aber es ist dies nochnichtdasEnde. Es ist durchaus wahr, daß Frankreich bisher noch keinen Nutzen vom Ruhrgebiet gehabt hat, aber es ist auch wahr, daß das Ruhr- gebiet die Schlagoder der deutschen Industrie ist und Frankreich Hot. indem es dies« Ader durchschnitten hat. ollen Staaten ein ebenso großes Uebel zugefügt, wie sich selbst, Deutschland aber das größte. Zeht wird eln Sampi der Ausdauer zwischen zwei Völkern gesührl. Was auch kommen möge, ich seh« nicht, daß die Zukunft glänzend für uns wäre. Di« französische Regierung hat sich auf dieses Ab en- teuer eingelassen, sse ist gezwuugen, die» bis zum Ende durchzuführen. Wenn es ihr gelingt, von der deutschen Regierung da« Erwartet« zu erlangen, dann bedeutet dies, daß die deutsche 9te- gierung da» Unvermeidlich« annimmt. Aus welcher Grundlage wird man verhandeln können? Die stanzösssch« Regierung wird niemals die bedeutend« Summe erhalten, die ss« verlangt. Das ist u n m S g l I ch. Aber ich muh als aufrichtiger Freund Frankreich- sagen, wa» die Franzolen aus dieser Operation erhalten können. Deutschland mit einer Bevölkerung, die in 20 Jahren mehr als doppell derjenigen Frankreichs überlegen sein wird, bedeutet sicher «ine D r o h u n g für das Land. Aber diese Drodung ist nickt akut, sie liegt tn der Ferne. Das Vorgehen unserer französischen Freund« hat d« Erfolg gehabt, di« Einigkeit der Parteien in Deutschland zu ftärfcn. Süknn diese Aktien den Erfolg hat. den Nationalismus in Deutschland zu vergrößern, dann allerdings wird die Gefahr für Frankreich spater auftauchen. Bonar Law machte dann die schon gemeldeten Ausführungen über die Frag« der Zurückziehung der englischen Truppen vom Rhein und sagte dazu! Sowohl die französische als auch die deutsche Regierung können leicht das Verbleiben unserer Truppen am Rhein unmöglich machen. Ich glaube, daß eine derartige Möglichkeit ein Unglück wäre. Solange die englischen Truppen dort sind, sind wir wenigstens in Kontakt mit der Situation und hoben wenigstens die Möglich- keit, zum Teil die Lag« zu kontrollieren, und obwohl man nicht voraussehen kann, wie alles enden wird, glaube ich, daß es sehr bedauerlich wäre, wenn da» Sude der Entente vorausgesehen werden könnt«. Dies würde die Zurückziehung unserer Vesatzungstruppen bedeuten. Herr Asquith schlägt vor, an den Völkerbund zu appellieren. Ich halte eine derartige Demarche für unnütz, da die Franzosen nichts davon wissen fem wird. Es kann fein, daß sie in mehreren Monaten eine derartige Intervention als möglich ansehen. In diesem Fall wäre der Augen- blick gekommen, diesen Versuch zu machen, aber nicht jetzt. Bonar Law schließt mit solgenden Worten: Bei einem Bruch der Entente würden wir nur verlieren, nicht gewinnen. Ich habe eine gewisse Hoffnung, obwohl ich nicht logen kann, worauf sie sich begründet, daß irgendein Ereignis eintreten wird, das uns gestatten wird, nützlich zu intervenieren. vie Debatte. Nach der RÄ>e Bonar Law» ergriff der Sprecher der Arbeiterpartei, Genosse Ramfay Macdonald, das Wort, der u. a. ausführte: Nicht nur die Besetzung des Ruhrgebiets, sondern die gesamte Idee, welch« die Sieger bei der Formulierung «hrer Politik beseelt«, Hab« den Zustand de» Chaos in Europa zu- stände gebracht. Alles, was getan worden fei, fei unmöglich ge- wesen. Zunächst seien unmöglich« Reparationen gefordert worden, sodann seien unmögliche Sanktionen angewandt worden, dann eine verstärkt« Sanktion, die die Fähigkeit des ge- straften Landes, die ursprünglichen Reparationen zu zahlen, ver- hindert habe; inzwischen werde durch Sanktionen der Rcparations- betrog vermehrt und schließlich sei man aus der Politik der Be- ftrofung eines unabhängigen Staates hinausgetmben inst» unbewußt in eine Politik de» Imperialismus und der Annexionen hineingetrieben worden. Macdonold sagte, er sei weder dafür, daß England Frankreich in allem unterstütze, noch daß es steh Frankreich direkt widersetz«. Ramsoy Macdonald erklärt« unter Bezugnahme auf die Lausanner Konferenz, es würde besser gewesen sei, wenn man Rußland mehr in Rechnung gezogen hätte.(Widerspruch.) Di« Vernunft werde schließlich dazu raten, Rußland anzuerkennen. Wir hoffen, sagte der Redner, daß der Vertrag mit der Türkei unterzeichnet wird. Ich bitte den Ersten Minister um Auskunft, ob irgendeine Mitteilung zwischen der sranzösischen und der britischen Regierung erfolgt ist über die Stellung Englands im be» fetzten'Kölner Gebiet, und ob irgendwie zum Ausdruck ge- bracht worden ist, daß die Anwesenheit der Engländer im besetzten Kölner Gebiet gebraucht werden soll, um Frankreich irgendwie zu helfen. Macdonald fragte weiter, ob Verhandlungen eröffnet worden feien mit Bezug auf die Anwerbung britischer Arbeiter für die Ruhr- kohlenbergwerk«, die Ruhreisenbahnen odex irgendwelche Industrien, ob irgendwie ein Versprechen gegeben oder irgendeine Mitteilung bindender Art oder so gut wie bindender Art darüber erfolgt fei, welches die wahren Zwecke Frankreichs bei der Besetzung de» Ruhr- gebiet» waren. Beschränke Frankreich diese Operationen auf den Empfang von Reparationen oder sei es ein erster Schritt für die Proklamierung einer unabhängigen Rheinrepublik? Welches sei setzt die Stellung Englands- in der Reparatilmskoünnisslon? Bleibe Bradbury weiter darin? Welches f« die Stellung des britiscken Vertreters in der Rheinlandkommflion, werde er weiter aktiv oder passiv die Verantwortung dafür teilen, was die Rheinlondkommission nach den Instruktionen der Alliierten, die getrennt von England handelten, zu tun beginne? Hierauf ergriff Asquith da» Wort. Er sogt«, die Thronrede sei keine sehr ermutigend« Einleitung einer Aera parlamentarischer Ruhe. Er wolle stch nur auf die Ruhrsrag« beschränken. Der Teil der Thronrede, der sich auf die Politik der britischen Regierung in dieser Frage beziehe, sei ein Zugeständnis der llnfähigkett Europa». nach vier Iahren diplomatischen Geplauders und einer Reihe inter- nationaler Konferenzen dos Reparationsproblem zu liquidieren oder zu einer endgültigen Regelung zu gelangen. Da» Reparation»- Zeitbilöl Von Willi Birnbaum. Zahlen regieren die Welt, mein Freund! Bedarf es eines Be- weises? Sieh dich nur«in klein wenig um, höre auch nur mit einem Ohr hin. was man um dich herum redet— und du wirft mir die Beweisführung erlassen. Alle Männlein und Weiblein in unserem lieben Heimatlande üben ihren Geist fleißig am Einmaleins— und nicht einmal am kleinen: das ist nur für Abc-Schützenl— und haben es mittler- weile darin zu großen Fertigkeiten gebrocht. Es bewährt sich eben auch hier der Satz: Uebung macht den Meisterl O— und wie reden die Menschen heuer so gelehrt! Hast du vor dem Krieg viel gehört von Valuta, Dollarstand, Effekten, De- visen, Relativlöhnen und ähnlichen schonen Dingen! Ich versichere dir, du hättest 99 vom Hundert zu jedem Begriff einen dickbäuchigen Kommentar in die Hand drücken müssen. Heute schlügt jeder Lehr- bub menschenfreundliche Seelenwandler, die Rot ist halt«in großer Lehrmeister. Tatsachen beweisen!... Und immer dickbäuchiger werden die Zahlen» immer mehr Nullen drängen ganz keck sich hinter die Nenner— unaufhaltsam. E, ist beängstigend, wie breit sich die Ziffern allenthalben machen. Aber Freundchen, ich rate dir, reg« dich nicht darüber auf— wenn du einen Händler oder Fabrikanten vor dir hast. Ich weiß es genau: Er rechnet flugs wie eine Rechenmaschine dir au».— am Dollarstand umgerechnet—, daß du nie so billig kaufen kannst wie eben jetzt. Und mit bedeutungsvoller erhobener Stimme und Zeigefinger rät er dir— zu kaufen, denn die neuen Fabrik- oder Rohmaterialien- preise seien schon wieder in schwindelndem Steigen. Aber bitte— sei Menschenfreund!—, verschon ihn mit der Gegenfrage, ob er sein« Angestellten oder Arbeiter auch nach dem Dollar entlohnt. Sag nicht, mein Lieber, Zahlen hätten keine Bedeutung, die hättest du schon als Schuljung« gemalt und dir nichts dabei gedacht, höchstens, daß dir die Fünf poetischer erschien als die prvfan« Eins, die Acht wie der Doppelring deiner Kinder-Eisenbahnschien« und die Rull so bedeutungslos. Di« Ziffern sind lebcndiggeworden« Unge- Heuer, wenn sie breitspurig dir auf Preistäfelchen ins Aug« grinsen. Und wie haben sie auf Menschenhirn« und-gemüter gewirkt! Die Hausfrau treiben sie zur Verzweiflung, den Mann erfüllen sie mst lähmendem Entsetzen, dem Kinde rauben sie den Schmelz frohlebiger Jugend, selbst dem Poeten. Künstler furchen sie sich tief in Seele und — Magen! Geh unter Menschen, zu Besuch, Festlichkeiten, ver- scm-mlungen— und sag« mir am Schluß des Quartal», in welcher Zusammenkunft man nicht mit Zahlen jongliert habe. Zeig« einem Freund« ein Buch oder Bild, da» du liebst, preise es ihm— und sei verwundert, sofern er dir nicht antwortet, dein« Bücherei fei ? p r o b l e m überschatte noch immer die zivilisierte Welt. Es bestehe � keinerlei Neigung, Deutschland die Neparationsleistungen allzu leicht ; zu machen. Man brauche nicht erstaunt zu sein, daß Frankreich wegen seiner Sicherheit in der Zukunft besorgt sei, aber es gebe kaum einen schlechkeren weg. 1 Sicherheit zu erhalten, als das Vorgehen Frankreichs an seiner Ost- grenz«, wo es möglicherweise für eine Reihe von Iahren ein zweites Elfoß-Lothringen in Besitz nehme. Am besten wäre es, wenn die britische Regierung der sranzösischen und der deutschen Regierung den Borjchlag machte, zu gestatten, daß das Problem in allen Teilen vom V ä l k er b u n d verhandelt werde. Asquith sagte in seiner Rede noch, von keiner Partei im Hause sei die moralische Verpflichtung Deutschlands in Frage gestellt worden, und es habe keine Neigung bestanden, irgend- eine Umgehung dieser Verpflichtungen seitens Deutschlands zu er- mutigen oder zu verzeihen. Die Frage, um die es sich in Wirklich- keit handle, sei, wie die Erzwingung dieser Verpflichtungen in ge- eigneter und praktischer-Weise gesichert werden könne. Was auch immer erzwungen werden solle, es müsse geschehen unter der Be- dingung, daß da» deutsche wirkschastsleben nicht zerstört oder gefährdek und dadurch das gesamte Gebäude des internationalen Handels unter- graben werde. Er habe vor drei Jahren die Höchstsumme, die von Deutschland gezahlt werden könne, auf zwei Milliarden Pfund geschätzt, und habe setzt keinen Grund zu der Annahme, daß die Schätzung zu niedrig sei. Er sei stets ein ergebener Freund Frankreichs gewesen. Er zögere jedoch nicht zu erklären, daß seiner Ansicht nach die große Mehrheit der Bevölkerung Englands, so mitfühlend sie auch dem französischen Standpunkt gegenüberstehe und so mißtrauisch sie auch bezüglich der Ehrlichkeit der deutschen Ab- sichten sei, von Herzen den Beschluß der britischen Regierung b i l l i g e, an dem Ruhrobenteuer sich nicht zu beteiligen. iVeifall.) Da? Mitglied der Arbeiterpartei B u x t o n, ergriff nach Bonar Law das Wort und führte aus, er habe vor kurzem und auch vor zwei Iahren im Haufe eines Bergorbeiter» in Ellen gewohnt und könne aus eigener Anschauung sagen, der Druck auf Deutschland bedeute Hunger und Elend für MMonen. Auf feiten der deutschen Bevölkerung bestehe kein Wunsch zu Gewaltakten. Die deutsche Arbeiterklasse, ins- besondere die Bergarbeiter, seien bestrebt, die Bewegung innerhalb der Grenzen passiven Wider stände? zu halten. Aus dieser Erfahrung heraus könne er chen Berichten widersprechen, daß die Streikbewegung im Ruhrgebiet von außen gefördert oder veranlaßt oder durch Angebote oder Versprechungen ermutigt worden sei, sei es von feiten der deutschen Regierung oder von anderer Seite. Die französisch« Regierung sei nicht auf Reparationen aus. Es sei sehr wahrscheinlich, daß, wenn eine Lösung dieses Problems gefunden werde, es in der Gestalt eine» lledersinkommrns zwischen den franzöfischenn und deutschen Industriellen sein würde, wodurch die ersteren einen vorherrschenden Einfluß aus die gesamte Eisen- und Stahlindustrie in diesem Teile des Kon- tinents erlangen würden. Der Premierminister habe als seine Meinung bezeichnet, daß die jetzt von Frankreich befolgte Politik gefährlich und sogar katastrophal für da» europäische Wirtschalts- leben sei. Wenn Bonar Law so denke, wie könne er dann eine neutrale abwartende Politik gegenüber dieser Gefahr annehmen? Buxton sagt«, er könne sich dem Schluß nicht wider- setzen, daß die britische Regierung den Zielen des französischen Im- perzaltsmus in Westeuropa heimlichunterstützung gewähre, um ein guick pro quo mit Bezug aus die Ziele de» britischen Im- perialismus im Rahen Osten zu erhalten. Der Arbeitersührer Tom Shaw erklärte, als Mitglied eines Ausschusses, der sich nach Deutschland begeben Hab«, um die Wahr- hett über die Dinge heraujzufinden, Hobe er festgestellt, daß eine Durchschnittssteigerung in den Preisen des täglichen Bedarfs wie Straßenbahnfahrten usw. um das 250fache stattgefunden habe, während die Löhne der Arbeiter nur um das S4fache gestiegen seien. Was die 19 Proz. der Reparationskohle betreffe, die Deutschland versäumt Hobe, Frankreich zu liefern, so sei dies zum großen Teil auf die Tatfache zurückzuführen, daß Frankreich selbst einen Teil der Kohle zurückgewiesen habe unter der Begründung, daß die Qualität nicht gut genug sei. Es sei eine bekannt« Tatsache, daß die Metallindustrie in Lothringen den Koks aus dem Ruhrgebiet brauche. Es fei ebenfalls Talsache, daß, wenn Frankreich da» Ruhr- gebiet dauernd besetze, es fast die gesamten Erzquellen Europas in der Hand hoben würde. Ein deutsche» Angebot. Nordfrankrcich wieder aufzubauen, sei von Frankreich abgelehnt worden. Denn es für die britische Regierung möglich sei, in Verhandlungen mit mindestens soundsoviel tausend Äark wert Wenn du zur Hochzeit eine» deiner Bekannten gewesen bist verlaß dich darauf, er zieht am folgenden Tag« ein« Bilanz, überrechnend, was sie ihm gekostet, was sie eingebracht, ob sie Defizit oder Ueberschuß ergeben habe. Und wenn die Menschen in« Kino pilgern, selbst dann noch sind sie kühl« Rechner: Licht und Heizung. Buch oder Zeitung zu Haus« kosten mehr als ein Eintrittsgeld. Mit dieser Argumentation mußt du rechnen, Freund! Also sag« mir nicht unser Zeitalter hätte keinen Einfluß auf Hirn und GcmLt... Aber dennoch gibt e» Tage und Stunden, wo man. de» Tag- getriebe» müde, zu luftigen Höhen de» Geiste» wandert, zu den Tiefen der Seele steigt, und— unerreichbar den Zeitschwingen auf- recht steht und weit in romantische Gesild« schaut... Dann wehre ich allen Eindringlingen erdbehasteter Schwere mit dem Goctheschen Wort, da» weithin sichtbar auf dem Büchergestell in braunem Rahmen zu lesen steht:»Der Mensch soll nicht klagen über seine Zeit, dabei kommt nicht» heraus, die Zeit ist schlecht: Wohlan, er ist da, sie besser zu machen!"'_ Die.Masken" In der Alhambra. Immer neue russische Unter- nehmungen tauchen Jn Berlin auf. Ein neues russisch-deulfches Theater spielt jetzt in der Alhamibra am Kurfürstendamm. Es hat dieselben Vorzüge und denselben Charme, den seine Lorgänger auf diesem Gebiet aufwiesen: den aus der russischen Voltslunst über- nommenen Sinn für lebhafte Farbenwirkung(rot und schön sind im Russischen identisch!), die Cieöe zum volkstümlichen Lied und Spiel, dl« Freude am Kostüm(diesmal ist's die Krinoline, die den Dvrwcmd für die farbig« Aufmachung bietet) und das fein« musika- lisch« Gefühl. Das vorgeführte Genre bewegt stch in den nun schon bekannten Bahnen. Besonder» gefielen: ein, Quadrille und der perodiftische Chor, der«ine Serie von ulkigen Typen aufweist Die Derbindung mit dem deutschen Publikum wußte der Conferencier aus lustige und fein« Art herzustellen.•— r. keine Derlei Huna de, Schiller-Preise». Da» Preußisch« Staat». Ministerium hat beschlossen, die Verteilung de» Schiller-Preise» für dieses Lohr auszusetzen, gleichzeitig hat es dem Antrag des preu- ßischen Kultusminister» auf Verdoppelung de« Preises für den nächsten Termin zugestimmt. E» sei bemerkt, daß die Verleihung des Schiller-Preise» schon öfter ousoesetzt worden ist. In den Iahren 1869—1889 Ist der Schiller-Preis überhaupt nicht ver- liehen worden, weil die Kcmmisston kein Werk für vollkommen ge» eignet hielt. DI« für die diesmalige Verteilung de» Schiller-Preise» gebildete Kommision Hot sich in ihren Borschlägen nicht einigen können. Während der enger« Ausschuß die Tragödie.See- s ch l a ch t" von Reinhard Görinq krönen wolü«, ist von mehreren Mitgliedern des Gesamtausichusse, der Dramatiker Burt« für da» Schauspiel„K a t t e' in Vorschlag gebracht worden. Vier von den sieben Mitgliedern der Kommission sprachen sich auch für ein« Teilung de» Preises zwischen Fritz von Unruh und G ö- ring aus. Frankreich zu treten und die Mitwirkung der ameritani- schen Regierung zu erhalten, so könne vielleicht eine Möglich- keit für den Frieden bestehen. London, 14. Februar.(WTD.) In semer Red« im Ober- Haus sprach Lord Curzo« zunächst über die Lausanner Kon« ferenz. Er sagte: Kein einziges europäisches Problem kann durch eine einzige Ration allein gelöst werden. Frankreich kann im R u hrg« b ie t ijdcs deuische Problem nicht allein lösen, und weder wir noch Frankreich können da» O r i« n t p r o b l�e m allein regeln, nicht nur. weil die Türken keine Gelegenheit vorüber gehen lassen, um ein« Macht gegen die andere auezuspielen, sondern auch, weil alle Mächte dasselbe Interesse an der Lösung dieses Problems haben. Großbritannien sei immer noch bereit, den Friedensver» trag früher oder später zu unterzeichnen. . Bezüglich der Ruhrbesetzung sagt« er, die gegenwärtlz« Haltung der britischen Regierung sei ein« wohlwollende Neutralität Die Besetzung habe bisher keine Vorteile gebracht. I m Gegenteil, alle deutschen Zahlungen und Sachlieferungen seien eingestellt worden. Es gebe in ganz England niemanden, der nicht die größte Sympathie für Frankreich füh!« und der nicht unzufrieden damit sei, daß Frankreich die ihm geschul- deie Entschädigung noch nicht erhallen habe. Die britische Regierung wünsche nichts zu tun, was geeignet wäre, das Gelingen der fron- zösischen Aktion zu erschweren, obwohl sie ihr nicht z u st i m- m e n könne. Di« Log« der britischen Truppen im Kölner Gebiet sei aber sehr sch w i« r i g. Jeden Augenblick könne ein« unerträgliche Spannung entstehen, und es dürfe nicht oerhehlt werden, daß die Spannung katsächllch schon sehr groß sei. Die Regierung sei aber der Meirnrng, daß die britischen Truppen nicht zurückgezogen werden sollten. Das wünschten weder die Franzosen noch die Deutschen. Was die Frage be- treffe, warum England nicht interveniere, so erkläre er, dies könne nur geschehen, wenn beide Parteien damit einoer- standen seien. Wenn man jetzt eine Intervention anbieten würde, würde Deutschland sagen, es könne ihr nur zustimmen, wenn die Besetzung de» Ruhrgebietes aufgehoben würde. Unter einer derartigen Bedingung würde aber wieder Frankreich keiner Intervention zustimmen können. Die Zeit könne aber kommen, wo vielleicht«ine andere Antwort erfolgen werde. Ein Versuch, der vor zwei Wochen in Pari» unternommen worden sei, um eine Intervention des Völkerbundes zu ermöglichen, sei mißglückt, da nach dem Statut des Völkerbundes eine solche Frage nur durch die betreffend« Regierung oder Nation bei dem Völker- bund anhängig gemacht werben könne, während ein derartiger Vorschlag seitens eines Außenstehenden Nicht in Erwägung gezogen werden könne. Es brauch« ober nicht betont zu werden, daß die britische Regierung warm« Sympathie für eine Intervention des Völkerbundes hege. Lord Greg habe darauf hingewiesen, daß es notwendig sei, daß-Deutschland in den Völkerbund ein- trete. Dieser Gedanke sei bereits von britischer Seite unterstützt worden, und er Hofs«, daß seinerzeit die Bedenken beseitigt sein würden. Wie aber di« Ding« jetzt ständen, könne man schwerer- warten, daß Frankreich einer Zulassung Deutschlands zu- stimmen sollte. Es befinde stch aber noch eine ander« groß« Ration außerhalb des Bundes, deren Mitarbeit von großer Bedeutung wäre. Wie sehr sich auch die öffentliche Meinung in Amerika gegen ein Ein, greifen in die europäischen Angelegenheiten sträube, so würden doch die amerikanitch-n- Interessen immer näher davon berührt. England habe von Zeit zu Zeit Anzeichen wahrgenommen, die dar- auf wiesen, daß Amerika einen anderen Standpunki einnehmen werde. Er selbst sei nach wie vor der Ansicht, daß«nie Interven- tion Amerika» große Beoeutunq haben würde, gleichviel ob si« durch Vermittlung des Völkerbundes erfolg«. Man brauche nicht zu denken, daß er, Eurzon. in irgendeiner Weise gegen den Ge- danken einer interna ivnalen Aktion zur Lösung der Reparation?- frag« sei. im Gegenteil,«r sei der Meinung, daß dies« Frage irüh-r oder später durch ein« international« Aktion entscheiden werden müsse. Der flbänderuirnsantrag der Arbeiterpartei. London, 14. Februar.(IDT 8.) Clyn.es wird morgen im Name« der Arbeiterpartei einen umfassenden Abänderungs- lmlrog zur Aniwortodress« über die europäisch« Lage einbring.'n. Die Erörterung über diesen Antrag wird am Freitag sortgcseht werden. ver Abänderungsankrag der Arbeiterpartei erklärt, die aagen- blickilche ernste und gefährliche Lage der Ving« in Europa und im nahen Osten sei die sichere Quelle künftiger Ein Jubiläum der SNefelwichse. Es gibt so manch«„Kultur- errungenschaft", ohne die wir ün» unser alltägliche» Leben gar nicht mehr denken können, und wir wundern uns, zu erfabren, daß diese Dinge verhöltnismiißig jung sind. So sind wir z. B. jetzt in der Lag«, den 100. Geburtstag der Stiefelwichse zu feiern. In dem Namen„Wichse" ist noch innner dos alt« Dach» enthalten, da» ur- sprünAlich zum Schwärzen der Stiefel verwendet wurde. Das Schwarzen der Schuh« kam vor einem Vicrtcljahrtausend in Mode. Damals wurden die großen Schaftstiefel bei den Herren modern, und um diesem derben Kleidungsstück etwa» Eleganz zu verleihen, wollte man die Stiesel nicht mehr in der Naturfarbe trogen, sondern be- strich den Schaft mit zerlassenem Wach» und plättet« ihn dann mit einem Sauzahn spiegelblank: die übrigen Teile schwärzt« man glänz- lo» mit Kienruß. Diese» schwierig« Verfahren erhielt sich dann durch das ganze 18. Jahrhundert. Aber vor 100 Jahren etwa verosfent- lichte ein berühmter Pariser Schuster Sotowski ein aufsehen- erregende» Werk, betitelt„Ein Blick auf die Unvollkommenhcüen des Schuhwerks". Er wandte sich gegen die allzu weite und allzu eng« Fußbekleidung, bekämpfte die„Hühner- oder Krähenaugcn", di- da- durch hervorgerufen wurden. Damals kamei- faltige Stiegel und Schuh« ohne Naht auf, die den Druck verringern sollten. Am meisten aber ärgerte man sich über die Wichs«. Si« bestand damals au» einer Mischung von Eiern und Ofcnruß, und di« elegantesten Damen mußten sich di« Hände und die Kleider beschmieren, wenn si« die Füßchen in solche Schuh« steckten. Endlich aber nahte Erlösung von allen Wichsesorgen. Ein erfindungsreicher Engländer, namens Hunt, stellt« eine Wichs« her. die au» Syrup, Gummi. Baumöl. Beinschwarz und Schwefelsäure bestand und di« wegen de« pracht- vollen Glanzes, den si« hervorrief. Glanzwichse' genannt wurde. Der glückliche Schöpfer dieser neuen„Mischung" wurde zum schwer- reichen Manne und brachte e» sogar zum Parlamentsmitglied. »er.««nstniarf nnter neuer Lettuna. si>erdwand Nvenartu» h-t P>«.ftunttmait-* nach 36 iäbtintr«ibeU niedelgeleqt. «ein».achfolaer wird Doisqang Schumann, der. w:e Avenariu» lagt. mit dem.slurtümavl* juiammen auf. und fozufaaei»'in lfm hinein. gewachsen iit.«venarin» seih', bleibt S«nui»aet>kr der.ffunUwarf. Unteinedmungen. Seine Haiivtdaft will er»um Kamps gegen den Dell- waHn von der deutschen Riederträchllgleit«wsezen. »er»an, abend von Gerda«»im am l«. Zeiruar Im Blüthner- Laal beginn» nicht um Uhr. sondern um 8 Uhr. »mannet vketckier wird nach sag �ehnfädllarr«bwesendeit von Be-.lin Don, rrSIag im Nenaifiance. Theater a, istteten.«t spie.t den Lt'ser Frenkcl in Tichiritofls Schauspiel.Die Judeick. .p?««»« der«affenbchqienltrr findet w»erlin am 17. in der Universuat Halt. Zur verband»«« liebt da« Tbema.Vererbung und Erziehung'. Resei enten find Pias. Poll und Sludienrai Schlemmer. Deutsche Kunst für Japan. Die Japaner, deren Keichmack fest einiger Zeit sich der weklUchen Kunst zmrendei. geben schi daran, auch die deutsch« Kunst unserer Zeit in ihrcm eigenen Lande oo. zuführen.(Staue Ausilellunren unserer Kunst wer en demnächil in Kode, Tokio und siolo» bama slatifinden. Tie dort gezeigien Werte, die von. Wenzel bt» ,u den' Neuesten reichen und in Deutschland angekaus» wurden, lallen dann drei groben Museen neuerer Kunst in Japan einverletdt werden. Das tenere Sterben. Ariege und bedeute eine ernste Verschärfung der Arbeitslosigkeit und eine Verminderung der Löhne in Großbritannien. Der Antrag gibt dem Bedauern Ausdrud, daß feine Polifit in diesen Fragen Die Teuerung wächst, und immer brohender erhebt das Gespenst angegeben werde, die dem fortschreitenden wirtschaftlichen Ruin des Maffensterbens sein Haupt. Der Wohlfahrtsminister Hirifiefer Europas Einhalt tue, die eine allgemeine, Streichung der hat fürzlich im Breußischen Landtag auf die Folgeerscheinungen der infernationalen Schulden vorsche, als wesentlichen Tell Unterernährung hingewiesen. Aerziliche Hilfe nüht da nichts mehr; einer umfaffenden allgemeinen Regelung, die den Bölferbund fie wird ohnehin infolge der gestiegenen Honorarjäße in Krankheits zum Vertreter aller Böller mache und ihn sowohl zur Berföhnung Familie ein Todesfall ein, so bedeutet das geradezu eine Katastrophe fällen immer feltener in Anspruch genommen. Tritt aber in einer verwende als auch zum Schiedsrichter in dringenden und frischen für weite Kreise der Bevölkerung. Die Kosten für Sarg, für FuhrFragen, wie der der Befehung des Ruhrgebietes, fowie wert, für Beerdigungsgebühren find ungeheuer. Bei einer noch so für die baldigfte Reuerwägung der Beftimmungen- ins- einfachen Beerdigung beziffern sich die Kosten auf 120-150 000 m. besondere der wirtschaftlichen der Friedensverträge, die, Rommt Feuerbestattung in Frege, fo find die Ausgaben zwar gefolange sie in Wirksamkeit seien, die auf wirtschaftlichen Wiederaufbau ringer als bei Erdbestattung, aber auch sie steigen sprunghaft infolge und Frieden gerichteten Bestrebungen aller Regierungen zunichte der bauernd steigenden Kohlen und Kotspreise und der persönlichen machen würden. Roften. Die Vernunft auf dem Marsche. Proteft des Lyoner Stadtrates gegen die Ruhrbefehung. Paris, 14. Februar.( EE.) Der Lyoner Stadtrat nahm mit einer Mehrheit, die aus Raditalsozialisten und Sozialisten zusammengefeht war, folgende Resolution an: Ueberzeugt, daß die Pollit, die zur militärischen Befehung des Ruhrgebietes führte, durch einen republikanischen Willen hätte vermieden werden können, der die Entwicklung des Einvernehmens der Demokratien begünstigt hätte, protestieren die Stadträte von Lyon gegen einen Nationalismus, der es nicht gestattete, ein Einvernehmen zu suchen. Sie hegen den Wunsch, daß an die Stelle gewalttätiger Cöfungen eine neue juristische Ordnung treten möge, und sie fordern, um die Reparationszahlungen zu erleichtern, daiz ein wirtschaftlich- finanzielles Einvernehmen fludiert werde und daß die Lösung aller nationalen Konflikte, ins besondere jener, die sich aus der Liquidierung der Kriegsfchulden zwischen den Staaten ergeben, dem Völker bunde übergeben werden. Belgien drängt auf Rheinwährung. Paris, 14. Februar.( EE.) Das Journal" will wiffen, daß der belgische Ministerpräsident Theunis schon heute in Paris eintreffen und mit Poincaré Besprechungen um die Einführung der rheinischen Mart" haben werde. Die französische Regierung 3ögere noch immer. Wenn man plötzlich verkünde, die deutsche Mart habe feine Geltung mehr und sei durch eine rheinische Mart ersetzt, so würde dies nicht ohne Berwicklungen durchgeführt werden fönnen, außer, daß man sich entschließen sollte, die gesamte Berwaltung des besetzten Gebietes zu übernehmen. Derartige Gefühls momente laffe die belgische Regierung außer acht. Sie erkläre, daß, wenn die Uebernahme gewiffer Pfänder, 3. B. der Einnahmen der Eisenbahnen, nur Papiermart brächten, alle gemachten Anstrengungen im voraus wertlos mären. Wahrscheinlich werde man eine Entscheidung treffen, die einer effektiven Verwertung derjenigen Pfänder gleichkomme, die die Alliierten befizen; dann fönnte der technische Dienst der Banque de France sehr bald in der Lage sein, das neue Bapiergelb de France sehr bald in der Lage sein, das neue Bapiergeld in Umlauf zu sehen.( Es soll nämlich schon gedruckt sein. Red.) Die neue Banknote würde durch effeftive Garantien unterſtügt werden und infolgedeffen große Balutafchwingungen nicht zu befürchten sein. Finanzminister de Lastenrie glaubt, daß die Befagungs tosten monatlich 40 millionen Frant betragen werden, wozu noch andere Ausgaben für verschiebene militärische Dienste tommen, so taß man mit einer Jahresausgabe( 1) von 750 Millionen Frant zu rechnen hätte. Ewald Vogtherr. interfonfeffionellen, von der Stadt mit getragenen Schule eine Gefährdung der privaten fonfessionellen Frauenschulen erblicken. Die Gegner der Kommunalisierung finden sich also auch auf sozialem und fulturellem Gebiete zufammen! Die Sozialdemokratie hat der vorläufig halben Lösung des Problems eigener sozialer städtischer Schulen im Ausschuß zugestimmt, und es steht zu hoffen, das die Demokraten in dieser Frage nicht am Strang tonfeffioneller Grundsägen geradezu ins Gesicht schlagen. Bedauerlich ist, daß mit Wohlfahrtspflege ziehen werden. Sie müßten ja sonst all ihren dem Zentrum, das sonst in Wirtschaftsfragen durchaus vernünftigen Erwägungen zugänglich ist, hier gar nicht zu reden ist; evangelishe und fatholische Engherzigkeit mandern in Rulturfragen von jeher Arm in Urm. Ein Pfund Kartoffeln 60 z ark. Programmäßig einsehender Wucher der Landwirte. Die öffentlichen Körperschaften fönnen sich der Pflicht nicht länger entziehen, hier regelnd und mildernd einzugreifen. Das wird Die vor mehreren Tagen angefündigte Kartoffelpreiserhöhung nach verschiedenen Richtungen hin möglich sein. Zunächst auf dem ist inzwischen Tatsache geworden, da im Kleinverkauf das Pfund Kar. Gebiete der Gebührenerhebung. Man teilt uns mit, daß Berhand- toffeln heute 60 m. loftet. Die Preisprüfungsstelle hat sich an das tungen schweben, in welcher Weise die Gebühren auf den städtischen zuständige Ministerium gewandt, um von diesem Maßnahmen gegen Friedhöfen herabgefeht werden können. Man will die Grüfte nicht die enorm hohen Kartoffelpreise zu verlangen. Hügel in Fortfall tommen laffen fann. In vielen anderen Städten Rätte beriefen und die Mieten nicht öffnen wollten, um den Froit mehr so tief wie bisher herstellen, man erwägt, ob man nicht die Bährend die Bauern sich sonst auf die im Januar übliche findet man Gräber ohne Hügel, bei uns in Berlin hält die Bevölte nicht in die Lagerbestände eineringen au laffen, entschuldigten sich rung am Hügel fest. Ferner beratschlagt man über die Herstellung die Produzenten diesmal mit dem anhaltenden Regenwetter. Es eines Einheitsfarges. Und felbst wenn diese einen Mittel eine fleine fei ihnen nicht möglich gewesen, mit ihren Gespannen durch das aufBerbilligung herbeiführen würden, so würden sie immer nur für die gemeichte Erdreich an die Kartoffelmieten heranzukommen und so ftädtischen Friedhöfe Geltung haben können. Die Mehrzahl der Fried- wurde die Ware in steigendem Maße zurüdgehalten. Nachdem jetzt höfe find aber im firchlichen Besiß. Leider haben die Gemeinden bei der Frost eingesetzt hat, sei es überhaupt nicht möglich, Kartoffeln ben firchlichen Behörden immer starken Widerstand gefunden, das aus der Erde herauszunehmen und zu den Bahnstationen zu bringen. Friedhofwefen durch die Gemeinde zu vereinheitlichen. Mie heute die Dinge stehen, muß eine baldige radikale Alende der Kortoffelhändler auf dem Lande Breise von 4000-4500 m. an Alle diese Schwierigkeiten werden fedoch schnell überwunden, sobald rung eintreten. Die Gemeinde muß in den Stand gesetzt werden, legt. Die Landwirte haben nämlich das scheinbar richtige Rechen einheitlich das Bestattungswesen zu regeln. Der Staat und feine exempel aufgemacht, daß bei der tatsächlich vorhandenen Knappheit Gefeßgebung muß den Gemeinden Bollmachten geben, das Be an Futtermitteln und besonders an leie, ein Teil der Kartoffeln erbigungswesen obligatorisch zu regeln. Die Bezirksversammlung für die Bichfütterung zurücknehalten werden muß. Die Landwirte des Bezirks Webbing hat in ihrer letzten Sigung einen Antrag rechnen. daß 5 Beniner Kartoffeln in ihrem Nährwert einem Zentner der sozialdemokratischen Frattion angenommen, der vom Magiftrat Rörnerirucht gleichzusehen find. Nun Bostet ein 3entner Roggen Maßnahmen verlangt, die eine Herabsetzung der heute ins Unge augenblidlich etwa 40 000 m. und so ist das erstrebenswerte Ziel heure gewachsenen Beerdigungsfoften herbeiführen und der ferner ber I ändlichen Erzevner, den Rartoffelpreis auf der forbert, daß die Gemeinde des Bestattungswesen in eigene Hand Grundlage des Roggenpreises au errechnen und nach nimmt. Um letzteres zu erreichen. müssen die Staatsbehörden mobil dem Verhältnis 5: 1 bie Kartoffeln langsam auf 8000 m. in die gemacht werden, damit sie den Gemeinden die nötigen Vollmachten Höhe zu treiben. Die bisherigen Rartoffelpreise, die die Landwirtfür obligatorische Leichenbestattung erteilen. Es iſt fo weit gefchaft erhalten hat, werden von Fachleuten als vollkommen auskommen, daß bei den steigenden Holzpreisen heute schon in manchen reichend bezeichnet. Orten die Leichen ohne Sorg in eine Grube tommen oder nur mit einem Paradefarg, der nach Perlaffen des Grabes durch die Ange. hörigen wieder zu neuer Verwendung aus der Gruft heraus nommen wird. In manchen Städten werden heute schon bei ben Einäfcherungen Pappfärge verwendet, obwohl diese auch hoch im Preise stesen. Unter allen Umständen aber muß auf dem Gebiete des Be. ftattungswefens eingegriffen werden und muß den Gemeinden die Befugnis erteilt werden, das gesamte Beerdigungswesen obliga. torisch einheitlich zu gestalten. Verlängerung der Polizeistunde. Der Buchdruder Rudolf Benz, Berlin SW., Heimstr. 22, bittet uns mitzuteilen, baß er mit bem in unferer Notiz: Ein falscher, Leitungsrevisor genannten Rudolf Benz nicht identisch ift. Konfum- Genoffenschaft Berlin und Umgegend. Das von ber außerordentlichen Generalversammlung am 1. Februar d. 3. anges nommene neue Statut ist unterm 12 Februar in das Genoffenfchaftsregifter eingetragen und hat damit Rechtstraft erhalten. Erhöhungen der Bädernreise. Der ständige Ausschuß zur Fest fehung der Breife in den städtischen Badeanstalten hat folgende er neute Preisfeftfegung mit Wirkung vom 12. Februar 1923 ab beDie bisherige scharfe Durchführung des Tanzverbotes und fchloffen, die zwar eine schwere, aber leider unmöglich zu umgehende ber 11.Uhr Bolizeistunde hat sowohl auf feiten der Arbeit Befaftung der Konsumenten bedeutet. Es werden nunmehr fosten: 1 annenbad 600 m.( Selbsttoftenpreis 700 M.), 1 Brause. nehmer wie der Arbeitgeber zu wirtschaftlichen Schädigungen geführt, bad für Erwachsene 300 m., für Studierende, Pflichtfortbildungs. die schwerer find, als man annehmen durfte. Manche Saalbefizer, Schüler usw. 200 m., für Kinder 150 M.; 1 Schwimmbad für die ganz und gar auf das Sonntagsgeschäft mit Tanz angewiesen Erwachsene 400 m., für Studierende, Pflichtfortbildungsschüler usw. waren, stehen vor dem Ruin. Es ist nunmehr den Bemühungen der 300 m., für Kinder 200 m., für Schultinder bei flaffenmeifem Be Organisationen gelungen, die Verhandlungen mit dem Ministerium fuch 50 m. Sonntags wird auf die genannten Preise ein Aufschlag bes Innern und dem Bolizeipräsidium soweit zu fördern, daß ein amt. von 50 Proz. erhoben. licher Erlaß, der die Polizeistunde durchgehend auf 12 Uhr verlängert und in der Woche drei Lanzabende zuläßt, unmittelbar bevorsteht. Den Gastwirten und Saalbe fizern foll aufgegeben werden, Sorge dafür zu tragen, daß aller strengste Seibsttontrolle gegen Auswüchse geübt wird. Der Fall Glasomerski. Die Straßenbahn foffet in Leipzig vom 11. februar ab 300 M Welch ein Trojt für uns glüdliche Berliner! Die Generalversammlung des Zoologischen Gartens wird foeben auf ben 20. März, nachmittags 5 Uhr, in ben Statlerlaal der Restauration einberufen Außer den Regularien febt auf der Tagesordnung: Beschlußfaffung über be origabe bes rbbanredis an einem Ge lanbeteil, fowie geftlegung der Bezugspreise für Attien Nebenkarten in diesem Jahre. Sprech Chor für die Proletarischen Feierstunden. Besonderer Umstände balber fann die lebungsiunde am Donnerstag nicht abgehalten werden; fie findet bestimmt am Sonnabend, den 17., abends 7 Uhr, in der Aula der Sophienschule, Beinmeisterftr. 16/17, statt. Alle Mitglieder müssen bestimmt und pünktlich erscheinen. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Beitweise aufllarenb, jedoch überwiegend trübe mit wiederholten Schneefallen, etwas gelinderem Frost und schwachen veränderlichen Binden. Wir bitten Plötzlich und alle Welt überraschend hat der Lob am Dienstag Ein Sittlichkeitsprozeß aus Oberschöneweide. ben Reichstagsabgeordneten, Genossen Ewald Bogtherr, Bor dem Schwurgericht des Landgerichts I begann heute vor Minister des Freistaats Braunschweig, aus dem Leben geriffen. Nochmittag der Prozeß, der sich mit der Angelegenheit des Pfarrers an der Reichstagsfizung vom Dienstag hatte er teilgenommen und war die Deffentlichkeit und die Geridte mit den gegen Pfarrer Glaso Glafomersti in Oberschöneweide beschäftigt. Seit acht Jahren sind noch in fröhlicher Stimmung, als er von seinen näheren Bekannten merffi erhobenen Beschuldigungen in Bewegung gelegt worden und Abschied nahm. Er folgte der Einladung eines befreundeten Rauf haben nunmehr zu einer Antlage gegen den 47 Jahren alten Stuffa mannes in Steglitz zum Abendessen und wurde von diesem begleitet, teur Ernst Malchom megen Gittliteitsverbrechens und als er sich nachts in feine Wohnung begeben wollte. Untermegs murde gegen die jetzt 22jährige Belba Rojide wegen Meineides geführt. Bogtherr auf dem Auguftaplah in Lichterfelbe plöglich von einem Der Sachverhalt ist folgender: Die Röfide hatte am 10. November Groß- Berliner Parteinachrichten. Unwohlfein befallen und mußte sich auf einer Bant niederlaffen, 1915, 8 wei Tage vor Bollendung ihres 14. Lebens. während der Freund bemüht war, Hilfe zu holen. Als er zurüd. labres ein Kind zur Welt gebracht. Sie hat wiederholt Die Einigungsmarken find nunmehr feit über vier Monaten lehrte, war Bogtherr inzwischen verstorben. Augenscheinlich hatte Glafomeriti sei, bel bem sie damals Konfirmandenunterricht Abteilungen immer noch nicht vollständig abgerechnet worden. angegeben, daß der Bater biefes Kindes Pfarrer im Umlauf. und troy mehrfacher Aufforderung von einer Anzahl ein Herzschlag seinem Leben plöglich ein Ziel gefeßt. Die Leiche batte. Es wurde auch ein Verfahren gegen den Geistlichen wegen Bersönliche Mahnungen fosten aurzeit viel Borto. wurde vorläufig nach der Leichenhalle des Partfriedhofes in Lichter Sittlichkeitsverbrechens eingeleitet, bald aber wieder eingestellt. deshalb auf diesem Wege nochmals bringend um die fofortige felde gebracht. Glasomerfti befchwor, baß er niemals etwas mit feiner Konfirmandin Abrechnung diefer Marken. Mit Bogtherr verliert die Fraktion der Bereinigten Sozialdemo- au tun gehabt hätte. Später nehm sich der Aufklärung des Falles tratie einen alten und stets arbeitsbereiten Genossen, der auf eine auf das Betreiben des Pfarrers Glasomersti zurüdführte. Nunmehr 1. ein früherer Pfarrer, Brofessor Schöler, an, ber seine Entlassung lange parlamentarische Erfahrung zurüdblickte. Im November 1859 nahmen fich bie Oberschöneweiber Zeitungen der Angelegenheit an, in Landeshut( Schlesien) geboren, widmete er fich nach Beendigung und es erschienen mehrere Artikel über den Fall, wobei sich ergab, 2. feiner Schulzeit dem faufmännischen Berufe und unterhielt zu Betaß ein gewiffer Malchow, der damals bei der Mutter der Röfice 77. ginn der neunziger Jahre ein Eisenwarengeschäft in Berlin. Bon gewohnt hatte und mit ihr in Beziehungen geftanden haben soll, der 1889 bis 1899 gehörte er der Berliner Stadtverordnetenversammlung Bater bes Rinbes sein soll, und die Anschuldigungen gegen an, und in der Wahlperiode von 1893 bis 1898 war er für den damaligen britten Berliner Wahlkreis in den Reichstag gewählt. Epäter hielt er sich längere Zeit in Stettin auf, von wo er im Jahre 1912 erneut in ben Reichstag entfandt wurde Nach der Revolution wurde er wieder vom Wahlkreis Pommern in das Barlament der Republik gewählt. J. A.: Aler Bagels. Abt. 7, Uhr Mitgliederversammlung in der Schule Auguftstr. 68. Thema: Die Heute, Mittwoch, den 14. Februar: politische Lage. Ref.: Gen. Bernhard Krüger. t. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Ohngemach, Rommandantenstr 88, Ast. Schöneberg, 4. Vez. 7%, Uhr Mitgliederversammlung bei Will, MartinBortrag: Die politische Lage. Ref: Gen. Emil Lehmann Luther- Str. 69. Thema: Die politische Lage. Ref.: Gen. Artur Säusler. Morgen, Donnerstag, den 15. Februar: Pfarrer Glafomerffi jeder Gruntlage entbehrten. Jest soll die Sache 107. Abt. Alt Gllenide Faltenberg. 7%, Uhr Mitgliederversammlung bei Meyer, in einem auf vier Tage berechneten Brozeß endgültig geklärt werden. Malchom ist ein vielfach vorbestrafter Mensch. Es ist ein großes Zeugenaufaebot zur Stelle. Der Angeklagte Großfeuer am Kurfürstendamm. Innerhalb der alten Partei hat Bogtherr immer auf dem linten fürstendamm 174, Ed: Dahlmannstr., aus noch unbeIn der Nacht zum Mittwoch fam in Charlottenburg, Rur. Flügel gestanden. Und als während bes Krieges die Sozialbemo tannter Urfadye ein großes Feuer zum Ausbruch und verursachte den fratische Arbeitsgemeinschaft" aus der Gesamtfrattion ausschied, Behren aus Charlottenburg, Wilmersdorf und Berlin viel Arbeit. wurde Bogtherr Fraktionssekretär der neuen Gruppe, der Vor- Die Gefahr wurde in der zehnten Abendstunde erst bemerkt, als die läuferin der späteren USB. Fraftion. Als Mitglied der USB. wurde Flammen schon hell und weithin sichtbar aus dem er auch beigeordneter Staatsfetretär im Reichsmarineamt während Da che des modernen Wohnhauses mächtig emporioberten. der Regierung der Boltsbeauftragten. Vor einigen Monaten wählte Die Charlottenburger Feuerwehr aus der Ranfeftraße war schnell thn der Landtag in Braunschweig, wo er bis bahin bas Parteiblatt fireftor Babadt ließ unverzüglich fechs Schlauchleitungen von zur Stelle. Andere Löschzüge folgten auf weiteren Alarm. Brandber USP. redigierte, zum Justiz minifter. Dies Amt hat er Motorsprißen über die Treppen und mehreren mechanischen Leitern mur furze Zeit ausfüllen fönnen. vornehmen und unausgefeht löschen. Die Flammen hatten an dem Die Partei betrauert in dem so plöglich Dahingeschiedenen einen Inhalt der Bodenverfchläge und der Dachkonstruktion so reiche Genoffen von großen Beiße und nie ermüdetem Eifer für die Nahrung gefunden, daß längere Zeit Wasser gegeben werden mußte. Sache der Arbeit. Die schweren Seiten des Parteilebens haben ihn Erft in später Nachtftunde war bie Gefahr gebannt. oft in scharfem Rampje gerade gegen feine früheren und jetzigen Parteigenoffen von der alten Sozialdemokratie gesehen, aber über dem Streit der Meinungen stand doch bas gemeinsamen Intereffe, ben Sozialismus zum Siege zu führen. Und so grüßen wir ben Kameraden, den ber Tob, ja plöglich aus dem Leben rig. Er hat zu redlichem Teile mitgewirft, um die fozialistische Weltanschauung zu verbreiten. Wir leberlebenden wollen an die Arbeit gehen, um das Bert zu vollenden! Nachfolger Bogtherrs im Reichstag ist nach dem Wahlvorschlag ber früheren Usp. ber xpedient August Müller in Stettin, Eine soziale Frauenschule. Am Faltenberg. Thema: Die ökonomischen Gründe der Ruhrbefegung. Ref.: Gen. Bernharb Rrliger. Teltem 1. Gonn dg, 18. februar, Gruppenfonferenz in Gütergos beim Genofen Stoinstt Referat: Was bringt ber preußische Staatshaushalt für 1923 für bas Proletariat?" Referent: Gen. La Grange. holländischer Gulden Devisenkurse. 1 argentinische Papier- Befo belgischer Frant 1 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Strone 1 finnische Mart. 1 japanischer Den 1 italienische Vire Die Stadt Berlin ist auf dem Bege, ihrem Berufsschulwesen 1 Bfund Sterling eine Schule für die Arbeit auf fozialem Gebiete einzugliedern. Da 1 Dollar. die Finanzverhältnisse der Stadt zurzeit die Schaffung einer eigenen 1 französischer Fran! Schule verbieten, fo foll vorläufig eine weitgehende Anlehnung der 1 brasilianischer, Milreis ältesten, von Alice Salomon geleiteten Sozialen Frauen. 1 Schweizer Frank. Schule an die Stadt herbeigeführt werden. Geplant ist die Gründung 1 spanische Befeta einer Arbeitsgemeinschaft, in der die Stadt, das Rote Kreuz und die 100 österr. Stronen( abgeft.) Gruppen für soziale Arbeit vertreten sein sollen. Diefer halb. 1 tichechische Strone fommunalisierung", bie der Stabt einen entscheidenden Einfluß 1 ungariide Strone fichert, ohne bie Ausgaben zu start anwahlen zu lassen, widerstreben 1 bulgarische gewa bie Rechtsparteien, weil sie in der Vorzugsstellung einer 11 jugoslawischer Dinar. 14. Februar 13. Februar Käufer Berkäufer Räufer Berkäufer ( Gelb-)( Brief-)( Gelb)( Brief) Kurs Kurs Kurs Surs 9226.87 9273.18 10922.62 10977.88 8678,25 8721.75 10224.37 10275.68 1281.91 1238.09 1508.71 1516.29 4839.12 4360.88 5211.92 5288.07 4889. 4411.- 5236.87 5268.18 6159.56 6190.44 7831.62 7368.38 612.46 615.54 728 17 781.88 11172-11228.- 13266.75 13838.25 1117.20 1122.80 1336.65 1843.85 108226 25 109778.75 129675.- 180325, 23441.25 23558 75 27630.75 27769.25 1406.47 2643 87 4389.3650.85 1418 58 1708.21 1716.79 2656.63 3142.12 8157.88 4411. 5211.98 5288.07 8669.15 4339.12 4360.88 89.80 39.50 10.57 10.63 160.50 161.41 274.81 275.69 Gewerkschaftsbewegung Die Gewerkschaften in England. 1900 betrug die Mitgliederzahl der englischen Gewerkschaften ebwas weniger als zwei Millionen, und 1910 stand sie noch unter 2,5 Millionen. Der Borfriegsaufschwung brachte sie dann Ende 1913 auf über vier Millionen. Nach einem Stillstand stieg sie dann während der Kriegsjahre sehr rasch und betrug Ende 1918 6 664 000. Die Aktivität der Arbeiterbewegung nach dem Krieg hatte noch ein größeres Anwachsen zur Folge. Die Gesamtmitgliederzahl stieg auf über acht Millionen am Ende des Jahres 1919 und erreichte Ende 1920 beinahe 8,5 Millionen. Diese Bahl bezeichnet bis jetzt die Hochwasserlinie" der gewerkschaftlichen Organisation. Schon im Jahre 1921 trat der Rüdgang ein, und die Zahl der Mitglieder begann schnell zu fallen und war noch vor Ende des Jahres auf 6 793 000 zurüdgegangen. Der Rückzug dauerte auch noch über das Jahr 1922 an, so daß die Zahl der auf dem Gewert schaftstongreß von 1922 vertretenen Gewerkschafter etwas mehr als fünf Millionen betrug, also um 1,25 Millionen weniger als im Bor. jahr. Am Ende des Jahres 1922 überstieg die Gesamtmitgliederzah: der Gewerkschaften sicherlich nicht sechs Millionen. Dies erscheint als ein enormer Rückgang im Vergleich zu der riefigen Gesamtzahl von 1920. Aber es muß baran erinnert werden, daß die Verhältnisse der Nachkriegsjahre ganz besonderer Art waren. Zieht man diese Verhältnisse in Rechnung, so bleibt die bemertens merie Tatsache, daß die Gesamtzahl der Gewerkschafter doch fast um die Hälfte größer ist als vor dem Kriege. Außerdem find deutliche Anzeichen in vielen Gewerkschaften festzustellen, daß der Rüdgang nunmehr zum Stillstand gebracht ist." Der Gewerkschaftstongreß vertritt von den annähernd seche Millionen Gewerkschaftern ungefähr fünf Millionen. Die der Arbeiter partei angeschloffenen Gewerkschafter zählen beinahe vter Millionen. Der Unterschied tommt daher, daß viele Verbände, besonders der Bauindustrie, der Arbeiterpartei nicht angeschossen sind. Andere zahlen, an die Partei für weniger Mitglieder Beiträge als an den Gewerkschaftstongreß. 1914 betrug die Mitgliederzahl der dem Be mer'chaftstongreß angefdyloffenen Gewerkschaften 2 866 000 und die jenige der Arbeiterpartei 1 572 000. Das Gesamtvermögen der eingetragenen Gewerkschaften betrug 1920 etwas weniger als 16 000 000 Pfund Sterling, eine faum merkliche Abnahme gegen das Vorjahr. Während der beiden vergangenen Jahre machte sich natür ich ein encrmer Rückgang der angefommelten Geder, vor allem durch große Ausgaben für Arbeitsfofenunterstügung, bemerkbar. Ende 1920 betrug das Bermögen pro Mitglied durchschnittlich 2,5 Pfund Sterling. Die Gefam einnehmen des Jahres blieben nur wenig hinter 13 000 000 Pfund Sterling zurüd, und der durchschnittliche Wochenbeitrag betrug pro Mitglied 7% Penny. Im Durchschnitt entfallen für das Jahr 1920 auf jedes Mitglied 9,6 Schilling Streifunterstügung, 4,8 Schilling Arbeitslosenunterstügung und 12,8 Schilling Berwalbungsunkosten. Während die Anzahl der Gewerkschaften durch Bildung neuer Berbände unter bisher unorganisierten Arbeitergruppen, namentlich geistigen Arbeitern, zunimmt, fommt es häufiger zu Konzentrationen der Mitglieder in wenigen größeren Verbänden infolge der er schmelzung von Gewerkschaften. Ende 1920 hatten allein 17 große eingetragene Verbände eine Gesamtmitg'iederzahl von 3 500 000, also mehr als die Hälfte der Mitaliederzahl aller einge tranenen Verbände. Es kann bestimmt gefant werden, daß die Hälfte der Mitglieder der gesamten Gewerfchaftsbewegung in etma 20 Verbänden organisiert ist, während 50 Verbände die überwäl tigende Mehrheit der Gewerkschafter umfaffen. Die Zahl der Berbände, die maßgebend find für die Gewerkschaftspolitit, ist jedoch bedeutend kleiner, denn Verbände, wie der der schottischen Bergarbeiter, ber Spinner und Weber, werden bei dergleichen AufstelJungen stets als befondere Berbände behandelt. Die weibliche Mitgliederzahl der Gewerkschaftsverbände stieg von 442 000 oder 10 Prozent der Gesamtzahl im Jahre 1913 auf 1228 000 oder 18 Prozent im Jahre 1918, fie erhöhte fich denn viel lanofamer nach dem Kriege und erreichte im Jahre 1920 die Behl von 1 362 000 oder 16 Prozent und ning im Jahre 1921 auf 1033 000 oder 15 Prozent zurüd. Die Zahl der organisierten Frauen ist trotzdem wohl Doppelt so hoch als vor dem Kriege. ,, Eine tendenziöse Falschmeldung". Unter diefer Stichmarte verbreitete die„ Telunion" gestern nach mittag folgende Mitteilung der Bereinigung ber deutschen Arbeit. geberverbände: " Durch die linksstehende Bresse geht eine vom„ Borwärts übernommene Mitteilung über ein Unternehmerzirkular", welches der Deutsche Arbeitgeberverband für Industrie, Gewerbe, Handwert, Land- und Forstwirtschaft, Handel und Verkehr in Berlin vertraulich am 21 Januar 1923 herausgegeben habe und welches an die Ge schäftsführer der örtlichen Arbeitgeberverbände Schlesiens gerichtet fein foll. Einen deutschen Arbeitneberverband des oben angeführ ten Namens gibt es nicht. Der Inhalt des angeblich versandten Rundschreibens entspricht nicht den in der Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände herrschenden Ansichten. Da die Beröffent lichung ganz augenscheinlich dazu dienen soll, Unruhe und Mistrauen 3 erregen in einer Zeit, in welcher die Ueberbrüdung vorhandener Meinungsverschiedenheiten mehr denn je erforderlich ist, legen wir Wert auf obige Feststellung." All emeine Ortstrantentafe Achtung für Bin.- Mariendorfu. Um. Auf Grund der Berordnung über Grundlöhne uim vom 2 Februar 1923 und Beschluß des Borftandes wird ber Höchftgrundlohn auf 8600 Mart festgesett und die einzelnen Lohnstufen von 1 bis 10 anders geregelt. Rundschreiben mit der neuen Einteilung und den weiteren Beftimmungen merden den Arbeitgebern ab Donnerstag ben 15. b m, direkt zugestellt. Der Borstand. Schulze, Riedel 177/18 Hosen Bei dieser Gelegenheit sei zunächst erwähnt, daß bei unserer erften und 1100 m. in der zweiten Februarwoche, beharri habe. Da Beröffentlichung des uns vom Deutschen Textilarbeiterverband eine Einigung nicht zu erreichen war, mußte vor dem Schlich übermittelten Rundschreibens in Nr. 69 des Borwärts"( Die tungsausschuß verhandelt werden. Dicfer fällte einen Spruch, innere Umstellung" der Unternehmer) versehentlich der Schluß nach dem in der ersten Februarwoche erhalten sollen: Rohrleger und fortgefallen war. Er hatte folgenden Wortlaut: Bauflempner 850 M., Junggesellen aus dem Helferstande 841 M.. Diese Latiit bei jeder sich bietenden Gelegenheit Lehrlinge aus dem Helferstande 831 M., Helfer 812 M., Lagerarbeiter in Anwendung zu bringen, ist Pflicht jedes einzelnen Arbeitgebers. 803 M., Junggesellen im ersten Jahre 765 M., im zweiten 782 m. ir bitten, uns monatlich über die damit erzielten Erfolge sowie Für die zweite Woche sollen folgende Lohnfäße gezahlt werden: über jede Beränderung in den Arbeitergewerkschaften zu berich- 900, 891, 881, 859,50, 851, 810 und 828 M. Die Landzulagen und die ten. Auch das Material über den Achtstunden tag muß Atfordsäge werden entsprechend erhöht. Eine Nachzahlung auf die weiter gesammelt werden, damit uns diefes reichlich zur Verfügung Januarlöhne lehnt der Spruch ab. Bon einer Diskussion wurde sieht. Die von der Generalversammlung in München abgesehen. Da inzwischen auch die zweite Februarwoche bereits ab beschlossenen Bei räge, 900 M. pro Bierteljahr und Argelaufen ist und neue Verhandlungen bevorstehen, sollen für diese beiter, find im veraus, fpätestens bis 30. Januar, an Dr. zufriedenstellende Forderungen aufgestellt werden. Brünner, Berlin B. 9, Potsdamer Str. 4, zu senden. gez. Dr. v. Rarger." Was den Titel des Arbeitgeberverbandes betrifft, der in dem Rundschreiben angegeben ist, scheint es sich um einen Fehler in der Abfchrift zu handeln. Die" Deutsche Arbeitgeber 3ei tung" führt in ihrem Kopfe die gleichen Bezeichnungen auf, die in dem Titel des Rundschreibens angegeben sind. Dr. v. Karger, Berlin. 50, Nürnberger Str. 7, zeichnet verantwortlich für die Beilage de Deuschen Arbeitgeber- Zeitung"" Blätter für Arbeitsrecht, während Dr. Brönner, Berlin W. 9, Potsdamer Str. 4, für die Beilage Steuerblatt" zeichnet. Bis zur vollständigen Aufklärung der Angelegenheit müssen wir uns mit diesen Feststellungen begnügen. " Der Bergarbeiterftreit im Saargebiet. Die Streitlage ist nach wie vo: unverändert. Die ganze Attion verläuft in Ruhe und Ordnung wie bisher. Am Sonntag fanden im ganzen Saargebiet stark besuche Versammlungen statt, in denen der entschlossene Wille zum Aushalten zum Ausdruck fam. Das militär versuchte verschiedentlich die Arbeiter zu prophozieren. Die noch ausstehenden Löhne sollen am 15. und 16. februar aus. gezahlt werden. Die Bergwertsverwaltung hat bereits einer An zahl von Bergleuten die Bapieze nebst rückständigem Lohn über. sandt. Auch diese Maßnahme ist ruhig hingenommen worden und hat auf die Streifenden feinen sonderlichen Eindrud gemacht. Der Streit macht sich im Verkehrsleben start bemerkbar. Dez Betrieb der Straßenbahn ruht vollständig. Die Geschäfte Der Deutsche Metallarbeiter- Verband zur Ruhrhilfe. haben die Offenhaltung der Läden auf 72 Stunden beDer erweiterte Bcirat des Deutchen Metallarbeiter- Verbandes fchränkt. Auch die Duzbacher Hütte ist zu Betriebseinschrän nahm vorige Woche Stellung zur Besehung des Ruhrge- tungen im Hochofcnbetrieb übergegangen und hat eine größere Anbietes. Die Beratung ergab Einmütigkeit über die von zahl meit jugendlicher Arbeiter beurlaubt. Es wird ihnen vom der Arbeiterklasse einzunehmende Haltung. Das gilt auch von den Wert eine Unterstüßung gezahlt. Infolge Rohlenmangels hat auch Geldsammlungen, dem Beschluß der letzten Ausschußigung des das Eisenwert St. Ingbert die erste Feierschicht eingelegt. ADGB. und der vom Vorstand des Deutschen Metallarbeiter- Ber. Ab Donnerstag wird auch der gesamte Betrieb der Neunbandes in dieser Frage eingenommenen Stellung. Einstimmige firchener Sütte stillgelegt. Bon heute ab find bereits alle Annahme fand nachstehende Entschließung: Arbeiter unter 21 Jahren, die nicht einzige Ernährer sind, beurlaubt worden. Sie erhal en eine Unterstügung in der Höhe des Krantengeldes. Die halberger Hütte in Brebach stellt heute e.nen weiteren Hochofen ein, so daß nur noch zwei in Betrieb sind. Auch in Neunkirchen hat die Grubendirektion die Stromlieferung auf das allernotwendigste eingeschränkt. Der Arbeiterilasse des Ruhrgebiets, die sich getreu den internationalen Beschlüssen gegen militärische Gewal herrschaft, Unterbrüdung und Zwang wendet, versichert der Erweiterle Beirat des Deutschen Metallarbeiter- Berbandes seine volle Sympathie und Unterstügung. Um einen Rampffonds zu bilden und den Arbeitern in Kämpfen In einem Aufruf an die Bevölterung weist die und Not beizustehet, hält de: Erweiterte Beirat auch eine finanzielle Hauptstre kleitung darauf hin, daß sofort nach Ausbruch des Streifs unterstüßung sowohl aus freiwilligen Sammlungen der Gemert alle zur Aufrech erhaltung der elettrischen Stromversorgung not. schaftsmitglieder wie aus mit ein der Organisation für notwendig. wendigen Arbeiter gestellt worden seien. Die Arbeiten Diese Unterstügung muß jedoch erfolgen auf der Basis proletarische: fcien aber von der Berwaltung abgelehnt worden. Die laffenfolidarität in selbständiger, freigewerkschaftlicher Verwaltung Bergverwaltung sei durchaus in der Lage, den nötigen Strom zu und Kontrolle der Unterstützungsgelder. Der Erweiterte Beirat liefern, sie beabsichtige nur, durch die Girementziehung die Be empfiehlt allen Mitglieder, zur Unterstügung einen Stundenlohn völkerung in Gegensag zu den Streifenden zu bringen. zu opfern. Die gesammelten Gelder find an den Berstand des Deut fchen Metallarbei er- Verbandes abzuführen, soweit nicht bereits özlich mit den übrigen Gemertschaften cine andere Bereinbarung getroffen wurde. Der Erweiterte Beirat fann jedoch einem gemeinfamen Unterfügungsfonds mit den Unternehmern, wie ihn der Mehrheitsbeschluß der letzten Ausschußßigung des ADGB. vorfieht, seine Zustimmung nicht geben. Eine solche Zustimmung ist unmöglich angesichts der immer schärfer hervortretenden Kampfstellung der Unternehmer gegen die Arbeiterklasse, so u. a. in ihrem Kampfe zur Beseitigung des Achstunden ages, ihrer finanziellen Unterstützung der Nationalsozialisten und Gelben. Die durch den Beirat vertretenen, einer Revanche und Ha politit durchaus abgencig en Metallarbeiter wünschen in Uebereinftimmung mit der übergroßen Mehrheit des deutschen Boltes und den Arbeitern aller Länder der Welt den alsbaldigen und praf tischen, von allen unproduktiven Maßnahmen freien Beginn des Wiederaufbaues der durch den Krieg zerstörten Wirtschaft. Nach mie vor bereit, eine im Rahmen des Möglichen sich haltende Wic. dergutmachungspolitit zu unterstützen, beren Roften auf die Schultern der Leistungsfähigen zu legen sind, erwarten sie von der deut en Regierung, daß jede fich im vorstehenden Sinne bietende Gelegenheit zur Anknüpfung von Verhandlungen. benutzt wird. Schiedsspruch im Buchdruckgewerbe. vas Zentralschlichtungsamt der deutschen Buchdrucker hat gestern in später Nachstunde folgenden Schiedsspruch gefällt: 1.„ Für die Zeit vom 19. Februar bis zum 3. März beträgt der tarifliche Lohn in der Spize 57 000 m. 2. Bis zum 20. Februar ist eine einmalige Wirtschaftsbeihilfe in Höhe von einem Eechstel des Tarif lohnes der laufenden Woche zu zahlen. 3. Es wird empfohlen, auf dem Wege der Vereinbarung für das besetzte Gebiet eine Sonder: zulage zu bewilligen," Bie wir erfahren, sind damit die Berhandlungen noch nicht beendet; sie werden heute weitergeführt. Rob: leger und Bauklempner. Eine start besuchte Bersammlung der Rohrleger, Helfer und Bauflempner, am Dienstag in Kliems Festfälen nahm den Bericht über die Lohnverhandlungen für Februar entgegen, der vom Branchen eiter Miederfirchner erstattet Redner schilderte den Berlauf der Verhandlungen mit den Arbeitgebern in eingehender Weise, hob deren Einwendungen gegen die von den Bertretern der Arbeiterschaft aufgestell' en Forderungen hervor und er. Härte, daß die Berhandlungstommission auf den Forderungen: Nachzahlung auf die Januarlöhne, sowie 950 M. Stundenlohn in der Juwelen- Einkaufsstelle 0 Wirtschaft Förderung der Siedlungstätigkelt. Der Ausschuß für Siedlungsund Wohnungswesen des Borfigen Reichswirtschaftsrates hat einen Initiativantrag zur Beschaffung und Erhaltung von Haus- und Kleingartenland eingebracht. In dem Antrag wird der Erlaß der für erforderlich gehaltenen Gesetzesbestimmung bzw. der Revision der dafür in Frage kommenden Geseze beschleunigt verlangt. Waldenfee- Anleihe. Die Anleihe für den Ausbau der bane. rischen Waffergroßfréfte, die als Walchenfee- Anleihe zurzeit Fei allen Banken zur Beichnung aufliegt und auf die wir feinerzeit hinwiesen, hat bereits in der ersten Hälfte ihrer zweiwöchigen Zeich nungsfrist einen über Erwarten günftigen Erfolg gezeitigt. Es ist deshalb nicht unwahrscheinlich, daß ein früherer Schluß der bis zum 20. februar vorgesehenen Zeichnungsfrist erfolgt Alle bisher bei den Vermittlungsstellen und der Gammelstelle vorliegenden Zeichnungen auf die Walchenfee- Anleihe gelten nach den Mitteilungen der Bayerischen Staatsbant als im vollen Betrage zugeteilt. Die Zeichner der Anleihe werden hierauf aufmerksam gemacht, weil es bei der großen Zahl der erfolgten Zeichnungen nicht mäglich ist, alle Buteilungen fofort einzeln zu bestätigen. Bekämpfung des Häuferausverkaufs in Rumänien. Der rimänischen Kammer wurde ein Gefeßentwurf vorgelegt, wonach der Ber fauf von Häusern an Ausländer oder ausländische Ge sellschaften im ganzen Lande, verboten ist. Ausländer fönnen zwar Grundstü de faufen, aber mit der Berpflichtung, spätestens binnen zwei Jahren Häuser oder Unternehmungen darauf zu errichten. Exportfieigerung in England. Der Board of Trade"( Handels. amt) gibt die Ein- und Ausfuhrziffern für den Monat Januar be. tannt. Danach erreichte die Ausfuhr in diesem Monat einen Gefcmtwert von 76,9 Millionen Pfund Sterling. Diese Ausfuhr ziffer ist die höchste feit Februar 1921. Wahrscheinlich spielen hierbei die Roblenlieferungen nach dem Kontinent eine große Rolle. Ebenso ist die Einfuhr feit Dezember gestiegen, und zwar um 4 788 234 Pfund auf insgesamt 99€ 99 855 Pfund. Auch im Schiffsverfehr zeigt sich ein Mehr von 625 038 Tonnen- Einfuhr auf bem Wasserwege gegenüber den Ziffern des Januarmonats 1922. Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bictor Echiff, Berlin; für Anzeigen: Sh. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Achtung M.Skigin, Brückenstr. 13 Strickjacken BRILLANTEN eder Art in allen Größen und Qualitäten kau en Sie am besten un i billigsten in der Münch.- Gladbacher Hosen- Zentrale Berlin, Rügener Str. 25 ( Bauer Lad), nane Bhf. Gesundb. Fahrl'nien: 5,8, 35, 36, 37, 40, 41, 42,99, III, 27,140 Rein Versand nach auswirts. Fahraeldvernifung Zabngebisse, pro Zahn ailer Art 5000, 6000, 7000-200 000 Sportgarnituren, Jumper usw. Bri lanten Auslandskurse Billigste Bezugsquelle Fabri iederlage Bruno Richter, har. 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Nordosten: Immanueltirchstr. 24. Suboften: Laufiger Blag 14/15. Brinzen Moabit: Wilhelmshavener Str. 48. Milling, Erasmusjit. I. Wedding: Müllerstr. 34a, Ede Utrechter Straße. Rofenthaler und Oranienburger Borstadt: Wattftr. 9. Gelundbrunnen: Bastianstr. 7. Peaezsbart Sonberr Landsberger Str 10. Ertner: Emil 3wang, Scharnweberstr. 11. Fichtenau: Araeßte Bismardstr. 1. Lichterfelbe- DR, Lantwig: S. Benze! Cantwig. ftraße 15. Lichterfelbe eft: Berndt Stegliger Str. 19. Fallenberg: Salamant Faltenberg. Gartenstadtftr. 10. Mahlsdorf: ilhelm Rura, Sönower Str. 177. Frebersborf- Petershagen: Otto Bilinsti Fredersdorf. Arndtfraße. Friedenan: Rheinftr. 27 de Rönnebergstraße. Mariendo: t Aucun vein Shanfteefti 299 Marienfelbe: Greulich Berliner Str. 148. Reuenhagen ente Riegelfz. 71. Mentolin I: Nedarite. 2. Friedrichshagen: Soffmann Friedrichshagen. Aurae Rentölln 11 Siegfriedftr. 28/29. Straße allee 45. Grünau: Bfner. Röpenider Str. 105. Salensee, Grunewald: Frau Road Rios! Henriettenplak. Schönhauser Borstadt: Greifenhagener Str. 22. Brivatwohnung: Ratharinenftr. 4. Ablershof: Frl. Walter, Genossenschaftsstt. 6, patie... Heinersdorf: Frau Goldbach Niederschönhaufen SchloßAlt- Glienice: Gad, Friebrichftr. 46, III. Baumschulenweg: Frau Rópte Riepholzftr. 180. Laben. Bennigsdorf: Frau Rorbattniti Rothenauftr. 8. Kernan Röntgental Revernid Schonbrüd Rarow und Buch Soppegarten: Rauf Soppegarten- Birkenftein. Barzelle Seinrich Brofe Bernau Mühlenr 5 Biesbori: Danneberg Bittoriaftr 11. Robennistbal Alin immiid Pismardtr 8. Bohnsbort: Botlemann Genossenschaftshaus Baradies. Ratlshorst: Reinhold Berndt, Balbomallee 4. Buchholz, Blantenbura: aaner Blantenburg. Burgwall. Raulsto: t: Boat Creberedfraße 18. ftraße 63. Charlottenburg 1: Sefenheimer Str. 1. Charlottenburg II: Tauroggener Gir 11. Str. 119. Rönigswufterbaufen: E. Meyer Botsdamer Str. 9. Ropenid, Sirichgarten: hlaa Rieker Str. 6( Laden) Bichtenberg 1: Lichtenberg. Bertenbergftt. 1. Str. 62. Charlottenburg III, Eichlamp: Jo adimi, Raiserdamm 102, Sichtenberg II, Rummelsburg, Stralak: Lichtenberg. Bor 1 Charlottenburg IV: Bufentat, Augsburger Str. Bortier. 7, Lichtenbere II. Griebrichsfelbe: Weanfurter Ree 185. Saben. 12ichtenberg IV: Sewer, Robert. 4, Gartenhaus. Balsteftr 86 Biethen- Steglig: zo ft. Düppelftr. 35. Sibende namie Tegel, Borligwalde, Steinidendorf- West, Tegelert, Joers. felbe, Con adshöhe, Wittenau, Baibmannsluft, Herms. borf, Hohennraendorf, Birkenwerber: Baul Rienaft, Porfigwalde Räufchftr 10. Teltow:$ äfel Ritterstr. 29. Tempelhof: Kaifer Wilhelm- Str. 18. Tempelhof: Randler Sobenzollernforto 5. Trebbin: Göring. Bahnhofite, 62. Treptow: Beis Riefholafte. 18.2 Weißenfee: Greunte Berliner lee 84. Renkölln III: in.ler. Sobrechii.r. 40, D. I. Bieberschöneweibe: Schindler Fennftr. 23. Rentöln- Brig: Mittag Bris, Chauffeeftr. 82. Rownwes: 31 Ягов и реге Ettenbahufte 10 Oranienburg. Beint. Loenhardt Stralfunder St Bilbau Soherlenme: Rubelow. Mathildenftr. 5. Bable Tropins Oberschöneweibe: Robert Bout antom imann Mühlenft 70. Sahnsdorf: eichert forfitt. 7. Reinidendori Danbola 167 Reinidendo: Rofenthal: Seinrich Gststt. ftraße 28. 5 Phen Edmargendorf: Rehab Brette Str. 3. Gaöneberg: Belziger Str. 27. Gillmann Carmen- Eblva- Straße 57. Bilh Imshagen, Sekenwinkel Sulae Bilhelmshagen. Bilhelm fit. 81. Wilmersbo f: Frau silhelmsaue 27. T Tübinger Str. 2a. Woltersbort: Sarbamidenbamm 22. Saupt- Beblends 1. Schlachtenfee, Mittasies. Rehlendorf Keltewer Strake 8. ene Genzin, Mittenwalde, Chentendert, Riederichme, Mühle, Rernsdorf. Cablow: Friebewald. Gengig Chauffeefte. 54. Staaten: Site Cichenmintel 16. Siemensstadt: Sic! io, Reigt. 23, s. 2 St. Seuthen, Miersdorf: A. Beffen: itt. Bahnhoffte. 25. Bahnhofftt. 2 Sämtliche Literatur fowie alle miffenfchaftlichen Berte werben weliefert. Seantens Eat bis Gemattstellen neidioles.