Nr. 76 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 38 Bezugspreis: Für den Monat Februar 2600 9. boraus zahlbar. Unter Areuzband für Deutschland, Danzig, Caar. und Memelgebiet somie Oesterreich und Luxemburg 3600 M., für das übrige Ausland 4600 M. Bostbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien. Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland. Lettland, Luxemburg, Defterreid), Schweden. Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Reit", der Unter. haltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage.Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 120 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillegeile Zoftet 800 M. Reklamezeile 4000 9. ,, Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 250 M.( zulässig zwei fett. gedruckte Worte), jedes meitere Wort 150 M. Stellengesuche das erste Wort 150 M., jedes weitere Wort 100 m. 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Zur Nede des englischen Premier-| Deden zur Verfügung gestellt, so daß fie gezwungen waren, in den Es hieße Selbstbetrug üben, wollten wir die Lage rosiger ministers Bonar Law schreibt das Journal des Debats": Kleidern auf dem bloßen Fußboden zu schlafen. Einige schildern als sie ist und Tatsachen zuungunsten der Franzosen Wenn die Deutschen jekt Widerstand leisten, so geschieht es, weil sie der Polizeibeamten wurden auf dem Transport verwundet. bewußt aufbauschen. Diese Methode wird leider in einem Teil sehen, daß ihre Gläubiger uneinig sind. Bonar Law führt unser Einem großen Teil der Beamten wurden weder die Schuhe der deutschen Presse beliebt, trotzdem die Erfahrungen mit Berhalten zum Teil auf politische Motive, die nichts mit den einem parationsregelungen zu tun haben, zurück. Tatsächlich hat er in noch die Strümpfe gelaffen. Der größte Teil ist ohne dieser Taktik aus dem Kriege schrecken sollten. Was hat es, einigen der franzöfifchen Zeitungen Artifel lesen fönnen, die bei Kopfbedeckung. um nur ein einziges Beispiel zu nennen, für einen Sinn. bei ihm einen derartigen Argwohn aufkommen lassen konnten. jeder Wiedergabe eines Zusammenstoßes mit den Franzosen Gamaschenhelden hat es bei uns immer gegeben und wird es immer Gelsenkirchen, 14. Februar.( Eig. Drahtbericht.) Heute nach auf dem Papier gleich Blut fließen zu laffen? Wir find geben, die manchmal viel Lärm machen; weil sie politisch sympathisch find, läßt man sie spredjen. Sie regieren aber nicht Frant- mittag tam auf dem Bahnhof in Gelsenkirchen ein französische Auffassung, daß die wahrheitsgetreue Wiedergabe der Gescheh reich, die ungeheure Mehrheit des Landes hört sie nicht an, denn Leutnant aus Düsseldorf an. Er hielt sich eine Zeitlang in der iffe im Ruhrgebiet das unmürdige Verhalten der Franzosen fie verlangt einzig und allein Zahlungen oder doch wenigstens mate- Bahnhofsvorhalle auf und ging dann zu einer Straßenbahn- und Belgier am besten fennzeichnet. Es liegt nur im Interesse rielle Sicherheiten. Wir haben im Orient einen ähnlichen Fehler station, um die Bahn zu benutzen. Hieran wurde er von einer unseres Abwehrkampfes, wenn sich die bürgerliche Presse, insbegangen wie die Engländer im Ofzident. Die Aufgabe der Kabi- Menschenmenge, die ihn bereits von der Vorhalle des Bahn- besondere die Berlins, diese Auffassung zu eigen machen nette von London und Paris muß im Augenblid barin bestehen, hofs aus verfolgte, gehindert. Er ging sodann zu Fuß in das würde, und es könnte nichts schaden, wenn die Regierung diesen doppelten Irrtum wieder gutzumachen. innere Stadtteil welter und bat zwei des Weges fommende in diesem Sinne auf das halbamtliche WolffTemps" meint, Bonar Law habe die den Franzofen zuge- Schupobeamte um Schuh. Er soll seinen Revolver Bureau ihren Einfluß geltend machte. schriebenen Motive und die Felgen, die er von dem Ruhrunter- hier bei abgeliefert haben. Die Polizeibeamten führten ihn Es entspricht lediglich der Wahrheit, wenn wir feststellen, nehmen erwarte, schwarz gemalt. Die deutsche Propaganda werde aus diesen Erklärungen alle Arten von Ermut gungen für den zur Polizeiwache im Rathaus. Kurz bevor sie hier anlangten, wurde daß sich die Situation von Tag zu Tag verschärft und daß ſoReichskanzler Cuno und alle Arten von Kritik gegen Boincaré her- der Offizier aus der ihn weiter verfolgenden Menschenmenge heraus wohl Deutschland wie Frankreich unter dieser Berleiten. Bonar Baw habe auch erklärt, daß die Franzosen um ieten mit Stöden über den Kopf geschlagen, so daß er eine schärfung wirtschaftlich in gleichem Maße leiden. Neuerdings Preis die Ruhr hätten besetzen wollen, und zwar weniger aus finan- unde erhielt. Die Polizeibeamten schafften ihn in das Rathaus, hat die Besatzung die Ausfuhrsperre auch auf Eisen- und Stahlziellen Rüdfichten als aus politischen und strategijchen Beweg wo er verbunden wurde und von wo er später zum Bahnhof zurüderzeugnisse ausgedehnt. Berschiedene Sendungen dieser Art gründen, und daß Poincaré schon im Dezember in London die Ruhr- geschafft worden ist. find bereits festgehalten, bisher jedoch noch nicht beschlagnahmi. befegung als Vorbedingung eines jeden Einverständnisses verlangt WIB. meldet über den Vorfall folgendes: Ein neuer Zwischen Die Eisen- und Stahlindustrie lehnt es ebenfalls ab, um Gehabe. Demgegenüber erklärt der„ Temps", Poincaré habe in fall ereignete sich heute nachmittag 4 Uhr, als ein französischer nehmigung zur Ausfuhr ihrer Erzeugnisse in das unbesetzte London feineswegs gesagt, daß die Ruhrbefegung die Borbedingung jedes Uebereinkommens fei. Er habe im Gegenteil wiederholt gefagt, Offizier, der am Hauptbahnhof stand und fich provo. Gebiet nachzusuchen und denkt zurzeit nicht daran, Ausfuhrman fönne Pfänder nehmen, ohne zu einer militärischen Belegung 3ierend benahm, mit der Straßenbahn in Richtung Bochum abgaben zu entrichten. Dieser Opferfinn, den die Arbeiterschaft zu schreiten, wenn England sich den anderen Alliierten anschließe. fahren wollte. Die Boltsmenge, die in dieser Stunde außerordent tagtäglich in Duzenden Fällen beweist, ändert aber nichts an Die Enthaltung Englands sei es gewesen, die in Deutschland falsche lich zahlreich war, verhinderte die Abfahrt, worauf der Offizier den der Tatsache, daß sich im lints rheinisch besezten Hoffnungen erweckt und Frankreich und Belgien gezwungen habe, Straßenbahnwagen verließ. Er wurde von der Menge in die Gebiet gegenwärtig ein st a rfer Rohlenmangel beihre Soldaten hinter ihren Ingenieuren einhermarschieren zu lassen. Hindenburgstraße abgedrängt. Bloglich zog er, ohne daß merkbar macht. Der Eisenbahnverkehr stodt hier; eine ganze Der" Temps" tritt der Annahme entgegen, daß die Franzosen den ihm irgendeine förperliche Belästigung zugefügt worden wäre, 3ahl von Kohlen- Lastautos sind von der Besatzung befchlagbritischen Reparationsplan aus Furcht, bezahlt zu werden, zurück- feine Pistole und richtete sie auf die Menge. In demselben nahmt, so daß Betriebseinschränkungen nicht ausgeschloffen gewiesen hätten. Liberté" schreibt, Bonar Law glaube, daß das Vorgehen Augenblick kam eine Bolizeistreife, der es nach vielen Bemühungen sind. Der Regierungspräsident hat bisher bei der Besatzung Liberté" schreibt, Bonar Law glaube, daß das Vorgehen Boncarés illusorisch sei, Poincaré sei dagegen überzeugt, daß das gelang, an den Offizier heranzukommen. Der Offizier über. vergeblich versucht, hier Abhilfe zu schaffen. System Bonar Law chimärisch sei. Bonar Law habe nur reichte den Beamten seine Pistole und bat, ihn zu eine Ausgangstür gezeigt: Das Ende der Entente. schützen. Obwohl die Polizei alles tat, um den Offizier vor de: Wenn die zurückziehung der englischen Truppen vom Rhein die Be- erregten Boltsmenge in Eajuz zu nehmen, gelang es nicht, ihn vor deutung haben solle, die Bonar Law ihr gab, tann sei dies nicht einigen Schlägen und Fußtritten zu bewahren. Der stichhaltig, es müßten Motive allgemeiner Art und nicht die Offizier wurde schließlich im Bolizeipräsidium untergebracht, wo ihm Evaluierung fein, die das Ende der Entente herbeiführen fönnen. eine fleine unde am Kopf, die er erhalten hatte, von Zweifellos fei die augenblickliche Lage Europas und der Welt einem Arzt verbunden wurde. Die Wunde wurde als unbedeutend schredlich verwirrt, was ein weiterer Grund fei, um nicht mit fon bezeichnet. Sobald Ruhe eintritt, wird der Offizier feinem Ziele fuſen Jdeen zu tommen. Eine solche fonfuse Idee fieht das Blatt tarin, daß Bonar Lars gesagt habe: Reparationen ohne Sicherheit, zugeführt werden. Gegenwärtig um lagern tausende von während er hätte einfach sagen müffen: Reparationen und Sicher Menschen das Polizeipräsidium. heit. Ein Deutschland, das feiner Zahlungspflichten ledig erklärt werde, auch feine Pfänder, Hypotheken und Garantien zu geben habe, werde rasch wieder ein gefährliches Deutschland werden. Eine neue Bluttat. Köln, 14. Februar.( WTB.) Der Lotomotiopuber Franz Eltgen vom Betriebsmert Jünterath wurde heute beim Ueberschreiten des Bahnförpers, zu dessen beiden Seiten er Eigentum hat, in der Nähe des Bahnhofs Jünlerath von einem franzöfifchen Poften ohne erkenntlichen Anlaß erschossen. Frankreich und die Kölner Zone. Paris, 14. Februar.( WTB.) Die Agentur Havas teilt mit: Der Arbeitsminister Le Troquer ift in Begleitung des Generals Pavot, des Direktors der Verbindungen in den bejehten Gebieten, des Direktors Javary der Eisenbahnen des Nordbezirks, des Generaldirektors der Eisenbahnen im Arbeitsministerium, Redakteur der Freien Bresse in Aachen, die bekanntlich du Caffel, und des Generalsekretärs des Obersten Rates der ebenso wie das Koblenzer Barteiorgan auf einen Monat verboten Eisenbahnen heute nachmittag um 3% Uhr von Pacis nach£ on- worden ist, Genosse Ernst Tascher, wurde am Dienstag mittag don abgereift, wo er mit Mitgliedern der englischen Regierung verhaftet, gefesselt abgeführt und aus dem besetzten GeRüdsprache über Benuhung der Schienenwege in der biet ausgewiefen. Auch seine Familie wurde ausgewiesen; ihr wurde eine Frist von drei Tagen gewährt. befehten 3one von Köln nehmen soll. Enalische Kabinettssitzung. Der passive Widerstand unerträglich. Die so systematisch von den Franzosen zum eigenen Nachteil hervorgerufene wirtschaftliche Zuspizung und die bereits entstehende Stimmung innerhalb gewisser Bevölkerungsfreije hat am Dienstag leider zu Unruhen in Krefeld geführt. Es sollen hauptsächlich Erwerbslose gewesen sein, die sich hieran beteiligten und mit der Polizei zusammengestoßen sind. Die Regierung kann die Wiederholung derartiger Bortommnisse verhindern, wenn sie die Not der Aermsten nach besten Kräften durch finanzielle Unterstützung lindert. Für Krefeld speziell muß der Anteil des Reiches an den Notstandsarbeiten den Verhältnissen unbedingt schnellstens ange paßt werden. Im übrigen erscheint es angebracht, daß die preußische Regierung den ihr untergeordneten Instanzen im besetzten Gebiet sofort Anweisung zur Auszahlung der Zufchüffe für die Behälter der Gemeindebeamten gibt. Neuerdings ist für das alt- und neubeleßte Gebiet der Geheimrat Burghardt aus dem preußischen Landwirts Köln, 14. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der verantwortliche schaftsministerium zum Ernährungsfommiffar ernannt worden. Bon feiner Energie und Entschlossenheit wird vieles von einem erfolgreichen Abschluß des Abwehrtampfes abhängen. Die in Aussicht genommene Bucherstelle in Dortmund, deren Wirkungsfreis für das neubelegte Gebiet bestimmt ist, fann dem Ernährungsfommissar gute Hilfe leisten. Wir find uns flar darüber, daß Burghardt eine schwierige Aufgabe übernommen hat. Die Verkehrsverhältnisse sind alles andere als glänzend. Die Beförderung von Lebensmitteln auf den Die Milch einfuhr für die Stadt Effen ist in den Straßenbahnen und mit Autos macht Schwierigkeiten, aber fie letzten Tagen sehr strat zurüdgegangen. Während sie in tönnen schließlich von einem Mann mit Entschlußkraft wenigLondon, 14. Februar.( WTB.) Heute fand in Downingstreet den Vorwochen 25 000 Liter pro Tag betrug, wurden in den letzten ftens teilweise überwunden werden. Von der Bersorgung der eine Bollfigung des Kabinetts statt, in der die Ruhr- und die Ostfrage Tagen nur 3000 Liter angeliefert. zur Erörterung famen. Zu der in der Presse viel beachteten LonBevölkerung mit Lebensmitteln hängt legten Endes alles ab. doner Reise des französischen Ministers le Trocquer und des GeneDiese Auffassung leitet auch die Franzosen. Deshalb igre rals Bayet wird gemeldet, daß die Haltung der britischen Regierung Taftif! Sie verhindern peinlich, die Lebensmittelzufuhr direkt bezüglich des Transports von Rohlen nach Frankreich durch die Köl- Effen, 14. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Durch Zufall zu unterbinden, aber ihre Maßnahmen lafen feinen Zweifel ner Zone unverändert sei, das Kabinett sei der Ansicht, daß das fran- iff uns ein Brief eines franzöjligen Offiziers, der darüber, daß sie darauf ausgehen, um mindesten für die Ber zösische Ersuchen eine wichtige Prinzipienfrage aufwerfe und daß in Effen stationiert ist und der an dessen Frau gerichtet war, in die forgung mit dem täglichen Bedarf Schwierigkeiten zu machen. die anderen Bahnlinien für die Kohle, die Frankreich aus dem Hände gefallen. In dem Brief heißt es u. a., es jei gar kein Gedanke Nur ein Beispiel: Der Ernährungskommissar hat am Mittwoch Ruhrgebiet erhalte, genügten. Das neue Steigen der Mark und das daran, daß seine Frau nach Deutschland tommen könne. Er und versucht, den Bahnhof Henglay menigstens für die Milchzufuhr gleichzeitige Fallen des Frankenfurses wird viel beachtet. Blätter- feine Kameraden jehnten sich furchtbar nach der Eifel zurüd. Dort freizubekommen. Die Franzosen hatten die Güte", diesem meldungen zufolge find sie in erster Linie eine Folge der gestrigen fei die Bevölkerung doch ganz anders. Der passive wider- Buni insofern nachzukommen, als sie gestatten wollten, daß Aeußerungen im englischen Barlament über die Ruhr und die Re stand, der im Industriegebiet von Tag zu Tag zunehme, werde täglich drei Wagen mit Milch Hengtay pasfieren. Dieses Zuparationsfrage. Für das Fallen des Franken jei eine weitere Er- Seradezu unerträglich. Sein Menich verkehre mit ihnen, geständnis, das nicht einmal die Transportfoften lohnt, fennflärung die, daß Franfreich gezwungen merde, Mark zu laufen, um einer würdige fie aus nur eines Blides. Dazu tame die Sorge, zeichnet die Absicht der franzöfifchen Militärs llar. Hier ent die Löhne der Bergarbeiter im Ruhrgebiet zu bezahlen. was aus der ganzen Geschichte werden solle. Große Sorge machten gegenzuarbeiten haben sich die Gewertschaften zur ihm auch die Mannschaften. Die Zucht lodere fi, auf- flicht gemacht. Bunässt werden sie schon in den allernächsten Die Gefangenen von Gelsenkirchen. rührerische Reden würten laut, es ereigneten fich Fälle von Tagen mit großan elegien AufklärungsDefertationen. Besonders viele Leute, die zu einer 56tägigen arbeiten beginnen. Gelsenkirchen, 14. Februar.( WTB.) Die gestern von Uebung eingezogen feien, murrten und erklärten, daß kein Gott fie den Franzosen hier verhafteten befinden sich in Redling- halten könnte, daß sie nach Ablauf der Tage schnellstens hausen. Von den verhafteten Polizeibeamten find 31 Mann wieder nach Frankreich zurückkehren würden. Die fran- Nach zuverlässigen Schägungen find insgesamt seif ins Gefängnis geworfen worden. Der Oberbürgermeister, der 3ösischen Eisenbahner, die aus den friedlichen Verhältnissen Beginn der Ruhrbefehung von den Franzosen und Belgiern Bürgermeister, der Polizeipräsident, der Reichsbankdirektor und der herausgerissen feien, murrten und ficken es auch an der nöfigen 49 000 Tonnen Kohle und Koks abbefördert worden, Polizeimajor wurden in einer gemeinsamen 3elle unter- Arbeitsfreudigkeit fehlen. Auch die belgischen Soldaten feien unzu- und zwar nach Frankreich auf dem Landwege 21 000 Tonnen, gebracht. Für die Nacht wurden den Beamten weder Stroh noch verlässig; man hätte fürzlich zwei Regimenter auswechseln müffen, darunter 17 000 Zonnen Kots, auf dem Lafferwege 16 000 Tonnen, darunier fein Stofs; nach Belgien auf ber Eisenbahn 1 Steuerhinterziehung anregen müffe. Die Steuer. 6000 Tonnen, darimter 300 Tonnen Rots, auf dem Waffermege 6000 Tonnen, darunter fein Kofs. Dagegen wurden Nach den vom Steuerausschuß des Reichstags am Mittwoch behörden müssen Gelegenheit haben, in jedem Augenblick einzu vor dem französischen Einmarsch auf Grund der Reparations- gefaßten Beschlüssen sind die Gehalts- und Lohnempfänger an sechs greifen. Die Einwände, daß die Aufhebung des Bandgeheimnisses bedingungen insgesamt etwa 16 000 Tonnen täglich an Frant- vollen Arbeitstagen im Februar von Steuerabzügen beben Steuerbehörden feinen Erfolg gebracht habe, werde durch die reich und Belgien geliefert, so daß die jetzt erzielte Kohlen- freit. Der Reichsfinanzminister ist ermächtigt, in Fällen, in denen Begründung der Vorlage durch die Regierung selbst widerlegt, in der die Wiedereinführung des Bantgeheinmiffes als nicht unbedenk menge nur wenig gegenüber den früheren Lieferungen be- es zur Angleichung an eine Lohnzahlungsperiode erforderlich ist, den lich bezeichnet wird. Der Sturmlauf gegen den bisherigen Zustand brutet. Zeitraum anderweitig zu bestimmen. Die Abzüge von der Lohnftener find ab 1. März 1923 wie folgt festgefeßt: Die Erleichterung der Lohnsteuer. Finanzamter besonders heute bebentlich fei und genadezu zur Die Markbesserung. Zur Stühungsaktion der Neichsbank. Am 31. Januar erreichte der Dollar an der Berliner Börse den Rekord mit einer amtlichen Rotierung von 49 000. Genau 14 Tage darauf, am 14. Februar, ift er bis auf 23 500 gefunten. In einer Zeit der schärfsten Straftanspannung des deutschen Boltes, des größten Devisenbedarfs der Industrie und des Nahrungsmittelimports, erhöhte sich der Wert der Marf binnen zwei Wochen von einem Elftausendstel auf ein Fünfeinhalbtausendstel seines Borkriegswertes. Bei Monatseinfommen: Bel wöchentlicher Lohnzahlung: Für den Edemann... 800 M. Für den Ehemann. Für die Ehefrau Für die Ehefrau.... Für jedes Kind..... 4000 Für jedes Kind. Werbungskosten. Werbungskosten..... 4000 800 89 W 29 192 M. 192 960 960 20 17 SP Die Neuregelung hat bei einem Arbeiter, der verheiratet ist, mei Kinder und ein möchentliches Einkommen von 50 000 m. hat, folgende Wirkung: Bochenlohn 9 10 Broz. Steuer 19 50.000 2. 5.000 9 SP N an Steuern. Von der Steuer fommen in Abzug 3 264 1786 Es find also zu zahlen Dies bedeutet gegenüber der bisherigen Steuerleistung aus dem gleichen Einkommen( 3884 M.) eine Erleichterung um mehr als 2000 M. Die vom Steuerausschuß beschlossene Wenderung des§ 46 des Einkommensteuergeseges macht den Versuch, die Steuerabzüge der Geldentwertung wenigstens einigermaßen anzu paffen und Steuerunrecht bei den Lohn- und Gehaltsempfängern abzumildern. Schon vor Monaten hat die Sozialdemokratische Fraktion der Reichsregierung keinen Zweifel darüber gelassen, daß etwas geschehen müsse. Auch die Spizenorganisationen der Gemertschaften haben die Reichsregierung mehr als einmal darauf hinge wiesen, daß der gegenwärtige Zustand unhaltbar und schleunigste Abhilfe nötig ift. Die Reichsbant hat seit etwa 10 Tagen eine umfassende Stügungsaktion für die Mart unternommen, indem fie Devisen verkaufte und so der fortwährenden Abwärtsbewegung der Mark Einhalt gebot. Roch teine drei Monate find es her, als die Sozialdemokratie mit verschärftem Nachdruck eine derartige Stüßungsaktion für die Marf forderte und daß der Reichsbankdirektor Havenstein sie für unmöglich erklärte. Heute ist sie da. Und da nicht anzunehmen ist, daß Herr Havenstein die Bestände der Reichsbank an fremden Bechseln den schönen Augen des Kabinetts Cuno opfert, wird man vermuten müssen, daß sie durch den Ausfall der Reparationszahlungen jetzt erhebliche Devisenbestände zu einer derartigen Berfügung freibekommen hat und daß sie für den Fall eines Rückschlages gesichert ist. So erfreulich das Borgehen der In einer fürzlich stattgefundenen Besprechung von Bertretern Reichsbank ist, so sehr muß man sich doch fragen, welchen des ADGB. und Mitgliedern der Sozialdemokratischen Reichstags Grund fie früher für ihren Peffimismus gehabt hat und fraktion mit dem Reichsfinanzminister hat sich dieser zu einer warum sie nicht schon der Kurssteigerung des Dollars mit genderung des bisher bestehenden Einkommen. entschiedenem Nachdruck entgegengetreten ist. steuergeseges bereit erklärt und eine entsprechende Vorlage Die Preise sind mit dem Dollar sprunghaft in die Höhe angekündigt. Der nunmehr an den Steuerausschuß gelangte Ent gegangen und zögern jetzt mit dem Rückgang, der eintreten müßte, außerordentlich. Am Effettenmarkt ist bereits der Sozialdemokratischen Fraktion wurde in den Berhandlungen müßte, cußerordentlich. Am Effektenmarkt ist bereits wurf fah eine Erhöhung der Abzüge um das Dreifache vor. Von der K ra ch da. Erhebliche Rückgänge der Aktienkurse zeigen, darauf hingewiesen, daß diese Erhöhung des Steuerabzuges der Krach Sie beantragte, den dienten Einbußen erleidet. Aber die Preisentwicklung ist Gelbentwertung nicht Rechnung trägt. noch durchaus nicht eindeutig. Wohl haben sich bereits einige Steuerabzug nach Maßgabe des§ 46 auf das Bierfache Rohstoffindustrien zu Preisabschlägen herbeigelaffen, fo die du erhöhen. Die Mehrheit des Ausschusses schloß sich diesem Großeifenindustrie, wohl haben sich auch die Preise des freien Antrage an, nicht ohne daß von demokratischer und deutschnatio Marktes zugleich mit der Berbilligung der Einfuhrwaren etwas nater Seite der Versuch gemacht wurde, die steuerfreien Arbeitstage gefentt, aber von einem Rückgang der Lebenshaltungs im Februar zu beseitigen. toften ist recht wenig, fast gar nichts, zu spüren. Die Milderung des Lohnsteuerunrechts, wie sie die neube. Dadurch, daß die Reichsbank den Bersuch einer Stügung fchloffene Abänderung bringt, haben die Lohn- und Gehaltsder Mark so verspätet unternommen hat, hat sie eine große empfänger ber fozialdemokratischen Fraktion des Reichstags zu Schuld auf sich geladen. Die Schuld wird ihr nicht übermäßig danken. Es ist au hoffen, daß der Reichsrat den Beschlüssen des angetreidet werden, wenn sich herausstellt, daß die Devisen Steuerausschusses zustimmt. bestände der Reichsbant groß genug sind, um nun auch den daß auch hier das Spetulantentum endlich einmal die verDoller längere Zeit niedrig zu halten. Sollte aber die Kraft der Reichsbant bald nachlassen und der Dollar wieder steigen, so märe mit der ganzen Aftion nicht mehr erreicht als eine große Verwirrung des Warenmarktes, der ohnehin schon im Zeichen von Absatzschwierigkeiten steht, eine Ber mehrung der Arbeitslosigkeit und ein Druck auf die Löhne der Arbeiter. Dann würde es sich bitter rächen, daß man nicht meitergehende Maßnahmen zur Stabilisierung der Mart, wie sie seit langem von der Sozialdemokratie und neuerdings von den maßgebenden Ausschüssen des Reichswirtschaftsrates gefordert merden, rechtzeitig getroffen hat. Es ist daher ein Gebot der Stunde, das Bersäumte mit größter Beschleunigung nachzuholen und mit der Schaffung von wertbeständigen Anleihen sowie mit der Beschränkung der Devisenspekulation die fachlichen Borbedingungen zur Stabilisierung der Mark zu schaffen. Gesinnungstreue. Bon Hermann Hieber. Was J. Steiner- Sullien an dieser Stelle über seine Er lebnisse bei Beginn des Weltkrieges aus Frankreich berichtet hat, crimert mich an meine eigenen Erfahrungen in England. Es handelt sich zwar nicht um Kriegsopfer" in meinem Galle, wohl aber um ebenso tüchtige und grundanständige Beweise von internationaler Solidarität. Die Wogen des Nationalismus gingen hoch in London. Ber als Angehöriger eines feindlichen Staates als alien enemy" auf der Insel zurüdgeblieben war, mußte fich Dorfehen. Zwar hatte Churchill im Barlament versichert, den hilflosen Fremden in unferer Mitte foll fein Haar gekrümmt werden" und außer ber Anmeldung bei der Polizei und Beschränkung der Bewegungsfreiheit auf fünf Meilen vom Wohnsis aus war den Deutschen, Defterreichern und Ungarn im Auguft noch feine Zumutung gestellt worden. Aber die Spionenfurcht, von der. Stapitalistenpreise, namentlich Northcliffes Daily Mail", diefem niederrrächtigsten und ftrupelinfeften aller Hebblätter, aufgepeitscht, verfolgte den Deutschen auf Schritt und Tritt. Niemand mollte auf die Greueinachrichten aus Belgien hin einen Sunnen" mehr in feine Wohnung aufnehmen, niemand mehr mit ihm geschäftlich zu tun haben. Es ist während des Krieges vor gekommen, daß bei einen hochfeudalen Besteffen ehrenfefte und wohlgeborene Lords, als sie eine deutsche Fabritmarke an ihrem Tafelgeschirr entdeckten, Teller und Schüffeln zertöpperten wie Bausbuben und sich dann noch als nationale Helden vortamen. Die befannten Nürnberger Pflastersteine" verwantelten fich plöglich in belgische Honigfuchen und was dergleichen Unsinn mehr ist: Stampf den Feindbundswaren! P Heute fann man über so etwas lachen auch über das Sement dach einer Fabrit in einem Londoner Borort, daß bie, Daily Mail" Bankgeheimnis und Steuerhinterziehung. habe seine Ursache darin, daß die Veranlagung zur Ver mögenssteuer und zur 3 wangsanleihe bevorstehe, des. halb wolle man auf gesetzlichem Wege die Steuerhinterziehung fant tionteren. Die Sozialdemokraten müssen mit aller Entschiedenheit die Vorlage der Regierung ablehnen, noch viel mehr aber den vom Reichswirtschaftsrat eingenommenen Standpunft. Sie verlangen die Auslegung der Steuerlisten, aus der dem ehrlichen Steuerzahler fein Radteil erwächst. Die Redner der bürgerlichen Parteien waren übereinstimmend der Meinung, daß die Ausbebung des Bankgeheimnisses unhaltbar fei und erklärten ihre Zustimmung zur Regierungsvorlage, durch welche das Recht der Kontrolle der Bankdepots teilweise preisgegeben wird. Bezeichnend für die Steuermoral der Befizenden war die Neußerung des Abgeordneten elfferich, der erklärte, daß bei der Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes die Ver. mögen eben anderweitig verstedt und dem Zugriff der Steuerbehörde entzogen würden. Linten der§ 18 der Reichsabgabenordnung gestrichen. Der In der Abstimmung wurde gegen die Stimmen der fozialdemokratische Antrag auf öffentliche Auslegung der Steuer. ezialdemokratische Antrag auf öffentliche Auslegung der Steuer. listen verfiel der Ablehnung. Gegen die Reichsverderber. Die In einer Verfügung des Ministers des Innern Gan. Sepe ring heißt es: Nachdem durch Verfügung vom 15. November 1922 die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei in Preußen ver. boten worden ist, haben sich Bereinigungen unter dem Namen Lesegesellschaft des Bölkischen Beobachters" zusammengeschlossen. Der in München erscheinende Bölkische Beobachter" ist das Organ der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Lesegesellschaften, die ihre Zusammenfünfte in der genannten Zeitung bekanntzugeben pflegen, fegen fich zum weitaus überwiegenden Teil aus ehemaligen Mitgliedern der erwähnten Orga nisationen zusammen, find also fachlich nichts anderes als die ver. botene Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei unter dem Dec. einigungen und gegen die Teilnehmer an solchen Zusammenkünften namen neuer Vereinigungen. Die Ortspolizeibehörden haben gegen die Mitglieder solcher Ber einigungen und gegen die Teilnehmer an solchen Zusammenkünften gemäß§ 19 Abs. 2 des Gesetzes zum Schuße der Republik Straferfahren einzuleiten und fünftig derartige 3usammen. fünfte mit polizeilichen Machtmitteln zu verhindern. Priester und Marxist. Zum Tode Dr. Wilhelm Hohoffs. ber marrichen Theorien, die sich, feiner Meinung nach, mit den Der bekannte fatholische Pfarrer Dr. Wilhelm Hohoff ist vor einigen Tagen in Baderborn, feiner Heimat, hochbetagt gestorben. Er ist bekannt geworden durch seine Auseinandersehung mit Bebel, die letzterer in der Schrift„ Christentum und Sozialismus" veröffentlicht hat. Hohoff war einer der hervor ragendsten Margtenner der Gegenwart und ein eifriger Berfechter Steuergesetzen war Mittwoch Gegenstand der Beratungen des quin nahezu decken. Das Gesez zur Berücksichtigung der Geldentwertung in den Gedankengängen des mittelalterlichen Theologen Thomas van Steuerausschusses des Reichstags. Besonders eingehend faffung, daß ein überzeugter Katholik sehr wohl ein überzeugter Er vertrat vor allen Dingen die Auf. wurden dabei die Maßnahmen betr. bas Bantgeheimnis be= sprochen. Nach der Regierungsvariage foll der§ 189 der Reichs. Sozialift und ein Mitglied der freien Gewerkschaften sein könne. abgabenordnung geftrichen und die Berordnung über Maßnahmen Diese Weberzeugung, die in den Zeiten des Erzbischofs Ketteler gegen die Kapitalflucht geändert werden. Der§ 189 der Reichs- und der anderen katholischen Sozialisten die landläufige war, brachte abgabenordnung schreibt vor, daß öffentliche und private Banten ihn in einen Gegensatz zur späteren Kirchenpolitif, die sich mit der ihrem Finanzamt ein Berzeichnis ihrer Kunden ein- fapitalistischen und agrarischen Wirtschaftsweise abgefunden hatte. zureichen haben, das auch die im Laufe des Jahres erfolgten Zu Man jetzte ihm zu, da er aber als stiernackiger Westfale nicht zu gänge enthalten muß. Gegen diefe Bestimmung haben die Inter- Kreuz friechen wollte, zerschnitt man das Tischtuch zwischen dem effenten Sturm gelaufen und die Regierung hat dem Drängen teilweise nachgegeben. Der Reichswirtschaftsrat ging noch weiter und katholischen Sozialisten und dem offiziellen Katholizismus. Im verlangte die vollständige Biebereinführung des Bankgeheimnisses. August 1922 wurde in einem Erlaß des Generalvikariats Paderborn Genosse Herz wies in der Eizung des Steuerausschusses mit Nach das Verhalten Hohoffs der Sozialdemokratie gegenüber als druck darauf hin, wie jede Einschränkung der Kontrolle durch die ärgerniserregend und verwirrend" bezeichnet und erging die Aufforderung an die Bersammelten, Bürgschaft zu feisten ständlich. Wagner verstand das fehr gut, und jo hat er mit Be für internierte Genossen feindlicher Staatsangehörigteit. Und nie bacht feine Phrasierungsvorschriften und Berbindungsbögen in der ist dieser Ruf ungehört verhallt. Neben den Engländern waren die Partitur permerkt. Warum davon abweichen? Im übrigen war tätigsten und eifrighten Barteimitglieder die Russen: mit Betroff. sonst gerade dies Vorspiel wunderschön gelungen, vor allem in den der eine Deutsche aur Frau hatte, und( später) zum Sowjetgefandten zarten Stellen der Hörner. Der Solift Braum war mir eine gein England ernannt, aber van der Regierung ausgewiesen worden wisse Enttäuschung nach den Eindrücken, die ich von der Bühne her ist, und mit Tichiifcherin bin ich damals zusammengekommen. von ihm empfangen habe. Der Riesenstimme mangelt die feinere Erstaunlich für einen Dentfchen war die Liberalität, mit der Beherrschung des Technischen: die Resonanz ist sehr wechselnd, sp die Redefreiheit geschütt blieb. Bei den Sonntagsversammlungen flingt einmal ein Ton herrlich, der nächste, auf einem ihm un unter freiem Himmel, auf Parliament Hill und in Regents Bart, hat günstigen Sprachiaut, völlig farblos; der grundmusikalische ftets die Bolizei trop scharffter antimilitaristischer Ausfälle die Vortrag und das dramatische Charakterisierungsvermögen müssen Rednertribüne gegen vaterländische Heißsporne beschüßt, wenn die darüber trösten. Aber ob diese Stimme sich so noch lange in gleicher verfuchten, unsere Redner anzufallen. Selbst Soldaten in Uniform Größe und Ausdrucksfähigkeit erhalten wird? Ein Glüd übrigens habe ich 1915 noch gegen den Krieg prebigen hören, Bir Deutsche für das Publikum, daß Braun so deutlich ausfpricht! Für 100 m. hatten natürlich in der Deffentlichkeit nichts zu melden; mit um so betam man ein 6 Beilen enthaltendes Programm, das nur die größerem Intereffe haben wir den Gang ber Ereignisse in der Bresse fünf Nummerntitel nannte, aber den fehr schwer faßbaren philos und in den Parteiversammlungen verfolgt. fophischen Wortlaut der Gefänge nicht enthielt. Die Texte zu bruden ist eine Forderung, die immer wieder aufgestellt werden muß; nur dann fann der Hörer Genuß und Berständnis haben. Bie hat gerade Wagner hierüber gezürnt! Er perlangte ja, daß man vorher genau feine Dichtungen lese! Lieber etwas Geld mehr nehmen oder die Mufitalien und Mobereklamen fürzer halten! Das zahlreiche Bubfiumt spendete lebhaften Beifall. Dr. A. G. Später habe ich die British Socialist Party" aus den Augen verloren. Nach meiner Freilaffung aus der ersten Internierung in ber Dlumpia" und in ber Themsemündung auf dem Schiff Ronal Edward" habe ich zwar noch meinen englischen Genossen über all die Scheußlichkeiten jener Internierungslager, in die Krante aus den Spitälern heraus und Greise von 70 Jahren gefchleppt worden waren, Bericht erstattet. Aber nach dem Untergang der Lufitania" tauchte ich bis nach Ende des Krieges in einem norbenglischen Lager und schließlich auf der Insel Man unter, um von dort nach Deutsch land abgeschoben zu werden. Aber noch heute denke ich mit Dant barfeit an die herzliche und echt kameradschaftliche Aufnahme zurüd, die mir meine Genoffen von der Kentish Town Branch" der„ British Socialist Party" haben zuteil werden laffen. Ein ruffifches wiffenjóaftliches Institut in Berlin, Am 17. findet die Eröffnung des Ruffischen Wissenschaftlichen Instituts in Berlin ftatt. Das Institut veranlaitet Sochschulturse und öffentliche Berlejungen, Geplant find vorläufig drei schaft) und ein 3yfius von Vorlesungen über Fragen der russischen Sektionen( Geisteswissenschaften, Rechtswissenschaft und VolkswirtLandwirtschaft. Das Professorentollegium besteht aus namhaften, zurzeit in Deutschland weilenden russischen Gelehrten. Von deutscher Seite gehört dem Gelehrtenausschuß des Instituts Prof. Hoetsch als als einen Standort für schwere Geschuhe, von den Deutschen eigens Sonzert im Admiralspalast. Am Sonntag ließ Kraffett Bertreter der Deutschen Gesellschaft zum Studium Osteuropas an. angelegt, heraustnobelte! Gleichzeitig wurden aber Inter- von Mitgliedern der Kapelle des Deutschen Opern Der automatische Soldat". Einem Bertreter von Berlingske nierungslager aufgemacht, in denen die armen Teufel von hauses unter Mitwirkung von art Braun ein feierliches Tidende hat der norwegische Ingenieur fon, der Erfinder der Geeleuten verfchwoanden, bie man bei Kriegsausbruch von englischen Brogramm spielen. Der Dirigent ist als ausgezeichneter Mufiter Handgranate, eine Unterredung gewährt über ein Projett, mit dem Schiffen heruntergeholt hatte; ferner Kellner und Barbiere, die het bekannt. Sein Programm bot erprobte Werke: Beethovens Fünfte er tünftige Kriege zu vermeiden suchen will. Er will ihrer Berührung mit den verschiedensten Bevölkerungsflaffen als Sinfonie in C- Moll, das erschütternde Seelengemälde, das den den Frieden sichern durch den automatischen Soldaten", besonders spionagenerdächtig angesehen wurden. Stampf des Menschen mit einem gewaltigen Schicksal malt, den d. h. die Absperung eines jeden Landes durch ein undurchdringliches In dieser Zeit, Ende August 1914, als es schon langsam anfing Rampf, in dem zuerst im wechselnden Streit der musikalischen Minenfeld. Auf die Frage, wie man auf diese Weise Dänemark mulmig zu werden und die schöne Versicherung des Right Honorable Themen der Mensch erliegt, bis er sich durchringt und sieghaft, allen beschüßen könne, erklärte der Ingenieur, man tönne das Land durch Winston Churchill vom Schutz der Hilflosen usw. immer unwahr Gewalten zum Troßz, fich erhält. Die Ausführung war des Lobes ein Minenfeld an der deutsch- dänischen Grenze abfrerren und in fcheinlicher wurde, melbete ich mich eines Morgens mit meinem wert: Man fann natürlich von einem Orchester, das den Onern derselben Weise die ganze feeländische Küste sichern; das würde Dresdener Parteiausmeis in der Kentish Town- Filiale der British betrieb ausführt, nicht die Feinheiten verlangen, wie sie die Phil- genügen. Socialist Party. Schon in der nächsten Berjammlung, wenige harmonifer ober ein anderes, auf finfonische Musit mehr geschultes Tage später, murde ich ohne weiteres zugelaffen. Ein Bostbeamter Orchester aufweisen. Aber der Eifer war groß, fogar monchmal in Uniform leitete die Berjamamiung und rief schließlich auch meinen zu groß, wenn die Kontrabasse, im Bestreben, recht viel Ton zu Namen auf, teilte mit, daß ich mich als deutscher Parteigenoffe zur geben, in den bementen Achtelnoten( des Themas im dritten Sak) Aufnahme gemeldet hätte und rahm mich, da lein Widerspruch ich statt Slang mehr Geräusch produzierten, doch darüber zu rechten erhob, in die englische Partei auf, dabei nachdrücklich betonend, daß wäre verfehlt. Besser in feinem Element war man in den Glanz ich genau mit derselben Herzlichkeit von ihnen will- stücken aus den Meistersingern", die den zweiten Teil des Pro Commmen geheißen wurbe mic einer aus ihrer eigenen gramms bildeten, den Borfpielen zum 1. und 3. Aft und zwei Nation. In dem schlichten Berjammlungstolai der Borstadt großen Gesangsszenen des Hans Sachs. Warum Straffelt aber dem Jaßen neben Engländern Ruffen, Belgier, Standinavier mit Defter ersten Horn erlaubte, in der großen Melodie( Bach auf, es nahet reichern und Denischen brüderlich zusammen. Fast in jeder Sizung gen den Tag") eine neue temeinteilung vorzutragen, bleibt unver Trauer, Troft und Hoffnung werden die Leitgedanken des Ron. ertes fein, das am lommenden Sonntag in der Wandelballe bes Reichstages auguuiten ber noileibenden Frauen der Staatsoper und dem Domchor haben namhafte Stünftlerinnen und und Kinder des Rubrgebietes stattfindet. Neben der Stapelle Künstler ihre Mitwirkung zugesagt. eisernährungsminister Dr. Luther wird in einer Ansprache auf die Bedeutung des Ruhrgebietes und die Leiden jeiner Bevölkerung binwetjen. Das Stonzert beginnt püntlich um 5 br. Starten sind noch in beschränkter Sahl am Sonntag im Reichstag zu haben. Im Lustspielhans fällt am 16. die Abendvorflellung aus. Scharf verurteilt. Später gob Hohoff eine Erklärung ab, in der er] bebauert, daß man sich von gewisser Seite zu firchenpolitischen Zweden auf ihn und seine Schriften berufe. Kirchenfeindschaft war auch gemiß nicht Hohoffs Sache, dazu war er zu tief im Statholizis mus verwurzelt. Nicht Kampf zwischen Katholizismus und Sozia lismus, sondern Berbindung der beiden war sein Streben. Auch die Redaktion des„ Borwärts" betlagt in Dr. Wilhelm Hohoff den Berlust eines Freundes, der sein Interesse en ihrer Arbeit bis in die lehte Zeit hinein durch freundliche Zuschriften befundet hat. Kommunistisches, allzu kommunistisches. Sie ohrfeigen sich selbst. Die Kommunisten schlagen die lächerlichsten Burzelbäume, um anders zu sein als die andern. Sa auch in der Frage der Verhaf. tung der Zechendirektoren. In Nr. 17 vom 20. Januar 1923 schrieb das kommunistische Ruhr Echo" in Essen zum Streit auf den staatlichen Möller- Schächten: Die Kulturpolitik der Sozialdemokratie Eine Rede Sollmanns im Reichstag. Die gestrige Eihung des Reichstags eröffnete Präsident nur Rechte, feine Vorrechte; Toleranz. nicht Unterdrückung. 26be mit einem Nachruf auf den am Dienstag verstorbenen Ab- Religionsfriege tönnen wir in der jetzigen Lage Deutschlands nicht geordneten Bogtherr. Er hat dem Hause von 1903 bis 1908. brauchen.( Lebhafte Zustimmung.) Es ist richtig, daß in Deutschdann von 1912 bis 1918 und legt wieder feit 1920 angehört. Er land niele Kulturzentren außerhalb der Reichshauptstadt liegen. gehörte, so fagte der Präsident, zu den eifrigsten Mitgliedern des Das Reichsministerium wird die Eigenart der Länder zu achten Hauses. Er hat auf fulturpolitischem und sozialpolitischem Gebiet haben. Andererseits aber haben auch die Länder in das Reich sich mit Eifer sich den Aufgaben ergeben, bie er für seine Bartei als einzugliedern. Das Thema: Deutsche Hochschule und richtig erfannt hatte. Gestern abend noch weilte er im Hause; er neuer deutscher Geist ist eines der schwierigsten. Es ist hatte es frisch verlassen, und über Nacht hat der Tod sein entbeh nerhängnispell, daß sich die Hochschulen geistig in einem starten rungs- und arbeitsreiches Leben ausgelöscht.( Die Mitglieder hörten Gegensatz zu unserer Reichs- und Landesverfassung befinden.( 3u den Nachruf stehend an.) ftimmung.) Auch alle diejenigen verrichten ein Heroftratenwert, die tragsetat, der die Mittel für die Reuregelung der Be- und moralisch zu erobern suchen.( Sehr richtig! fints.) Wir beNach Erledigung einiger fleiner Anfragen wird der 11. Nach die Gegenfähe vertiefen. Die Republit muß die Hochschule geistig amten besoldung anfordert, ohne Debatte dem Haushalts- beklagen die Kluft zwischen Studenten und Ar ausschuß überwiesen, und die Borlage über die Renderung des Boft beitern. Die Borurteile und Mißverständnisse müssen hinwegAuch die Berhaftung der Zehendirettoren hedgefeges, das die Stammeinlage auf 1000 M. erhöht, in zweiter geräumt werden. Deutsche Wissenschaft und deutsche Arbeit gefann ein berechtigter Grund zur Arbeitsnieder Lesung erledigt. hören zusammen.( Lebh. Zustimmung.) Große Teile unferer Stu fegung sein. Derartige Gewaltmaßnahmen fömmen ebenso- Einstimmig wird in allen drei Lesungen ein Antrag fämtlicher dentenschaft erwerben sich ihr Wissen hungernd, frierend und hart gut morgen Arbeiter und eine Angestellte der Bergwerke treffen, Parteien angenommen, die Unterstügungsbeträge der arbeitend. Viele Hörfäle leeren sich, weil Eltern und Studenten wie sie heute den Direktor getroffen haben. Aus diesem Grunde Erwerbslosenfürsorge vom 1. November 1921 auf das die Studiengelber nicht mehr aufbringen können. Zahlreiche Stu ist die Abwehr der Arbeiterschaft der Möller- Schächte durchaus 1½fache zu erhöhen. Dazu werden zwei Entschließungen ange- denten arbeiten nicht nur in den Ferien als Werkstudenten, verständlich und berechtigt." nommen, die von der Reichsregierung die Erhöhung der Unter sondern verdienen sich auch während des Semesters als Borstehende kommunistische Weisheit erschien ihnen jedoch recht fügungsläge für Erwerbslose spätestens ab 19. Februar in dem Schuhmacher, Buchbinder, an der Schreibmaschine, an der Hobel. bald nicht revolutionär genug und so schreibt dasselbe Ruhr- Echo" vom Sozialpolitischen Ausschuß beschlossenen, und von uns gestern bant, in der Küche ihr fümmerliches Brot. Wir müssen verhindern, gemeldeten Ausmaße und die Ausarbeitung eines Schlüsselverfah- daß diese sozial rasch deklassierten Schichten in die Hände von poliin Nr. 36 vom 12. Februar 1923 folgendes: rens fordern, das als Grundlage für die automatische Erhöhung der tischen und sozialen Scharlatanen fallen. Erwerbslofenunterstüßung dienen soll. BA „ Solange die deutsche Bourgeoisie gegenüber den Franzosen nicht zu Kreuze gefrodjen sein wird, und keinen Gegenbefehl an ihre Bürgermeister, Direktoren usw. herausgibt, solange werden noch viele Kapitalsknechte sich weiter von den Franzosen verhaften laffen und in der nächsten Zeit werden fich diese Fälle wahrscheinlich noch mehr häufen. Wie muß fich die flaisenbewußte Arbeiter schaft zu diesen Berhaftungen stetten? Es ist flar, baß fie teine Ursache hat, ihren verhafteten Blutfaugern eine Träne nachzuweinen, baß ihreiwegen die Franzofen diese Leute am nächsten Laternenpfahl aufhängen fönnten." Die Kommunisten find wirklich Originale; fie stehen nicht nur im Gegensatz zu der Meinung anderer Boitsgenossen, sondern auch im Gegenfaß zu ihrer eigenen Meinung. Einmütig im Protest. Belgisch- französische Gewerkschaftskonferenz. Am Sonntag trafen sich, wie der Brüsseler Peuple" berichtet, in Lille Vertreter der Gewerkschaftszentralen Frankreichs und Bei giens, um die Lage der Arbeiterklasse beider Länder zu prüfen und sich über die Mittel auszusprechen, deren Anwendung in der jetzigen Situation in Frage fommen fönnten. Dabei ergab sich, daß die Stellung der Gewerkschaften beider Länder gegenüber dem Repa. rationsproblem und der auswärtigen Bolitit der belgischen und französischen Regierung die gleiche ist. Einmütig wurde biefe Politit verurteilt und verlangt, daß die Reparationsfrage dem Schiedsspruch des Bölferbundes unterworfen werde. Um auffiärend im Sinne dieser Lösung des Problems zu wirken, wurde beschlossen, gemeinsame Kundgebungen in Bel gien und Frankreich zu veranstalten. Tschitscherin über den Ruhrkonflikt. Kowno, 14. Februar. Ueber den augenblicklichen Stand des Ruhrkonfliktes veröffentlicht Tschitscherin in der halbamtlichen ruf fischen Presse folgende Auslassung: Der Angelpunkt nicht nur in der Ruhrfrage sondern auch in dem nech immer nicht gelösten Orientproblem ist der Stand der jegigen englisch- franzöfifchen Beziehungen. Der heute offen zutage tretende scharfe Gegenfat zwischen England und Frankreich spiegelt sich wieder in zahllosen Formen in allen Fragen der Weltpolitif, im Weften sowohl wie im Often. Vor diesem Gegensatz tritt tatsächlich zurück der deutsch- französische Streit in der Reparationsfrage und in ihren Nebenerfchei nungen. Was die russische Politit anbetrifft, so werden auch ihre Schritte von der Entwicklung des englisch- franzöfifchen Antagonis. mus abhängen. Der Notenkrieg. Das franzöfifche Außenministerium übermittelte gestern dem deutschen Geschäftsträger in Paris folgende Note: Mit Schreiben vom 27. Januar hat die Deutsche Botschaft auf Anordnung ihrer Regierung die französische Regierung mit einem 8wischenfall befaßt, der sich am 23. Januar in Kirchende zugetragen hat und in dessen Werlauf ein deutscher Arbeiter verwundet worden sein soll. Das Haus seht dann die Beratung des Haushalts des Reichsjustizministeriums fort. Abg. Dr. Mofes( Soz.) befpricht die Tätigkeit des Reichsbegna digunasausschusses, der sich demnächst auch mit dem Fall Hölz zu beschäftigen habe. Der vom früheren Reichsjustizminister Rabbruch hergestellte Entwurf eines neuen Strafgeleg buches sollte veröffentlicht werben. Daß immer noch Es ist fein Ruhm für die deutschen Hochschullehrer, daß so viele Studenten der armfeligen nationalistischen Agitation unterliegen fonnten. ( Lebh. Suftimmung fints.) Was geschehen kann, um der republitanischen Staatsgesinnung auf den Hochschulen Boben zu verschaffen, findet unsere Unterstützung. Wir erworten, daß das Reichsministe rium sich bemüht, eine Notgemeinschaft der Kunst zu mit Recht von Klaffenjuftiz gesprochen bilden.( Zustimmung.) Es ist eine der traurigsten Erscheinungen werden fann, hat seinerzeit niemand anders als der national. unferer hochkapitalistischen Untultur, daß alle Afterkunft, als Cochonliberale Abgeordnete Dr. Heinze, der heutige Reichs- nerien, Gewinne aufhäuft wie nie, während die wirkliche Kunst justizminister, zugegeben. Nach den Ausführungen des Ministers mit feinem Sinn und prophetischem Blicke verhungert und ver wird man wohl noch sehr lange auf die Reform des Strafvollzugs fümmert.( Bebh. Juftimmung.) Das Reich muß hier helfen, so gut warten müssen, was vom Standpuntte des Arztes aus fehr zu be- es geht und muß auch private Hilfsquellen zu erschließen suchen. dauern ist. Wie bedenklich der bisherige Strafvollzug auf die Kri. Dasselbe gilt für die Erhaltung und Förderung der minalität wirft, geht aus der unverhältnismäßig hohen und immer Handwerkskunst. Man sollte ferner versuchen, die Jugend weiter steigenden Zahl der Rückfälligen hervor. Ein Gebot der vor titschigen und zofigen Beranstaltungen, vor Glücksspielen, vor Wenn das Reichsministerium auf Menschlichkeit ist es, den unehelichen Kindern zu ihrem Automatenhallen zu bewahren. Menschenrecht zu verhelfen. Unmöglich muß es gemacht werden, diesem Gebiete gefehgeberifche Borschläge zu machen hat, werden daß Frauen im Zuchthause niederfammen. Die Tragödie der wir sie prüfen. Allerdings darf unter feinen Umständen wirkliche schwangeren Frau im Gefängnis ift eine schwere Anffage gegen die Runft getroffen werden.( Beifall.) Als das Gefeß zum Schuß heutige Gesellschaft. Für diese armen Opfer stellt sich nicht leicht der Republit verabschiebet wurde, befürchtete man bei den ein haftunfähigmachendes Leiden ein, wie etwa bei der morphia Rechtsparteien Hehe gegen nicht republikanisch gefinnie Beamte. niftlichen Gräfin Schlieben oder dem Junter Oltwig Von solcher Hebe haben wir bisher nichts gemerkt. Immer noch . Hirschfeld. Der Minister follte auch dem Strafvollzug in find republikanische Beamte vielfach mehr bedroht als mon den Ländern fein Augenmert zuwenden. archistische.( Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. Rieker( D. Bp.) fordert dringend Maßnahmen gegen die Not der Anmälte. Abg. Giebel( Soz.): Die Gehälter der Anwaftsange stellten find bis heute nur um das 200fache gegen die Friedenszeit gestiegen. Bureauvorsteher beziehen Gehälter bis zu 40 000 m. Dem Tarifgedanken macht die Anwaltschaft nicht die gerinafte Ronzeffion. Dieser Widerstand muß gebrochen werden. Reichsjustisminister Dr. Heinze erflärt, dauernd auf eine Ver. befferung der Anfiellungsbedingungen des Bureaupersonals der An moltichaft, vor allen Dingen auf eine vertragliche Regelung, hinges wirft zu haben. Der Minister anerkennt die Reformbedürftigkeit des Strafvollzuges, bestreitet aber, daß wir darin gegenüber anderen Ländern im Rückstand find. Abg. Hoffmann( So.) verlangt Reformen im Patentamt, das an Ueberbureaukratie leide und in dem die republikanischen Beamten zurückgeseht und die monarchistischen offensichtlich begünstigt werden. Der Bra fident bes Patentamtes treibt eine Vetternwirtschaft. Reichsjuftizminister Dr. Heinze erflärt, der Präsident des Batentamies sei der wohlwollendste Borgefehte. Bon Begünstigung feiner Berwandtschaft fönne keine Rede sein. Das Gehalt des Ministers fowie die Ausgaben und Einnahmen des Haushalts mer den bewilligt. Das Haus wendet sich dann der Beratung des Haushalts des Reichsministeriums des Innern zu. Abg. Dr. Schreiber( 3tr.): Wir weisen einen Sentralismus und Unitarismus zurück, der die Landesregierungen als überflüssig ab schieben möchte. Auf den großen Gebleten der Heimatkultur und der fünstlerischen Stemmestultur hat auch der politife Föde ralismus seine Lebenskraft gefunden. Frankreich irrt sich, wenn es glaubt, in Baden eine Neckarlinie aufrichten zu können. Aber die Gliedstaaten müssen sich auch dagegen mehren, daß der föderas liftische Gedanke zum Deckmantel nationalistischer Bestrebungen mißbraucht wird. Wir wollen feine Gesinnungsschnüffelei, aber Achtung vor der Republik und ihren Symbolen. Wer die schwarzrotgoldene Fahne, die das alte Reichspanier ift, die auf Barrikaden geflattert und die Leichname unserer Freiheitsfämpfer gedeckt hat, beschimpft, ist ein Bube und nicht wert, deutscher Beamier zu fein.( Starte Zustimmung links.) Das Reichsminifterium des Innern als Zentralnero ber ganzen Reichsverwaltung hat den Reichsgetanken und die Einheit des Reichs zu pflegen. Mit vorbildlichem Latte maltet auf diesem Gebiete der Reichs prä. sident seines Amtes. Wenn das Reich jo in Gefahr ist wie jetzt, brauchen wir einen starten zwingenden Reifen um das Föderativ gebilde unferes Reiches. Es ist teine Zeit für partibularistische Eigen. brödelei. Diejenigen, die vielen teutschen Beamten, Lehrern, Er ziehern, geistigen Arbeitern den deutschen Freistaat berefeln, find die wahren Reichsfeinde. Ber jetzt mit Bewunderung pon den proletarischen Kämpfern an der Ruhr spricht, der singt damit zugleich ein Coblieb auf die deutsche Republik, die sich unblutige Lorbeeren erwirbt, die niemals verwelfen werden, wie der Kampf auch ausgehen wird. Meinen Sie( nach rechts), diefer Kampf fei möglich in einem Staat mit dem Dreillaffenwahl recht, in Gemeinden, in Kreifen, wo eine vollsfrembe Bureaukratie die Maffen von der Berwaltung ferngehalten hat wie früher? Nur weil die Massen das Bewußifein haben, ein wichtiger Teil dieses Staates zu fein, führen sie den Kampf mit diefem Schneid,( Lebhafte Zustimmung links.) Die Maisen verlangen dafür feinen Dank und teine Heldengelänge, aber es ist tlar, deß ihr Einfluß in der Politik, in der Wirtschaft, in der Berwaltung Deutschlands so fein muß, mie es ten Rettern des Reiches gebührt. Im Westen foll der gemeißelte Gaß aus der Verfassungsurkunde von Weimar Geltung behalten: „ Die Staatsgemalt geht vom Volle aus." Vom deutschen Bolte, Das Wort fie sollen lassen nicht von den Generälen Frankreichs. stahn! Dieses Wort gilt nicht nur für den französischen Militaris. mus, sondern auch für alle diejenigen in Deutschland, die dem Bolte Die bayerische Regierung follte fehr schnell den Trennungsflrich ble Staatsgewalt wieder entreißen möchten.( Lebhafte Zustimmung.) zwischen sich und Hitler ziehen. Wir fordern, daß das Reichsministerium in sozialem und demoBon einer Berwaltungsreform ist nicht zu reden, folange nicht eine fratischem Geiste geführt wird. Die Gefahr für das Reich ist groß, Reform der Dollarwährung erfolgt ist. Denn am un aber wir trauen dem Hölderlinfchen Wort, wo die Gefahr fang aller Verwaltungsreformen steht Geld und immer wieder Geld. groß ist, die Rettung mächst. Wir stehen nicht am Grabe der deut Das Walten der Bapiermark bedeutet auch wissenschaftliche Not und, schen Nation. Das Reich mag vorübergehend erschüttert werben, wenn die Währungsnot noch länger anhäft, auch wissenschaftlichen unüberwindlich ist ber staatsbildenbe Wille der ganzen deutschen Für das besetzte Gebiet barf es nicht nur eine Ruhrhilfe Jugend, die auf deutschem Boden lebt und von deutscher Kultur gegeben, es bedarf dringend einer Rhein- und Ruhrhilfe. Ein furcht- egnet wird.( Lebhafter Be fall.) Diefer soziale und demokratische Das Auswärtige Amt hat de: Franzöfifchen Botschaft auf barer Mißbrauch der deutschen Net wird in Rheinland getrieben. Wille wird alle Biterstände besiegen. Gerade mir Sozial. die Note vom 31. Januar wegen der Einstellung der Die Franzosen unterstüben di fozial Schwachen zu politischen Demokraten müssen eine gemiffe Stärkung des Nationalitantes Schnellzugsverbindungen Varis- Köln- Berlin- War Sweden. Die Gelder dafür müssen von uns aufgebracht werden, wünschen, weil in einem national zertlüfteten Bolk der Klajfen schau und Berlin- Endtfuhnen- Riga wie folgt geantwortet: so daß es sich hier um einen boppe'ten Mißbrauch der deutschen lampf gefchwächt und an feiner rein fachlichen und zweckmäßigen Wie der Franzöfifchen Realerung bereits auf eine bei der Not handelt. Das Ministerium des Sanern muß zu feinem Teil Auswirtung gehirdert wird. Die innere Bol tit der deutschen Repu Deutschen Botschaft in Paris angebrachte Beschwerde über die Ein- dazu mitwirken, daß das heilige Feuer der Baterlandsliebe in blit soll der kräftigung aller mirtschaftlich und kulturell aufbauenden und dem demokratischen Staate dienenden Elemente dienen. Unsere stellung andere: Schnellzugsverbindungen mitgeteilt wurde, haben Deutschland nicht erlöscht. Lane als deutscher Staat man beinahe troftlos erscheinen. Die So Die durch die Beschung des Ruhrgebietes verursachten und inzwischen zialbemofrafle aber als ein Glied der sozialistischen Internationale durch die Belegung weiteren deutschen Gebietes verschärfien Berfehrsichwierigteiten die Reichsbahnverwaltung zu starten Einschrän Die Angriffe des Zentrumsredners Dr. Schreiber auf die Zivil- verliert nicht den Glauben an den deutschen Menschen, vor allem an fungen der fahrplanmäßigen Rugverbindungen gezwungen. So fommissare bei der fächsischen Polizei find unberechtigt. Diese Kom die deutsche Jugend. Dieser Glaube an die deutsche Zukunft läßt hoben am 1. februar etwa vieraiq vem Hundert der deutschen misfare haben die Tätigkeit, Konflikte durch Vermittlung zu ver- uns troy alledem fagen: Uniröstlich ist's noch allermärts, Schnellzüne eingeftellt werden müssen. Die Einschränkungen find hüten. Wenn die sächsische Regierung diese Einrichtung getroffen Doch sah ich manches Auge fließen naturgemäß in erster Linie bei denjenigen 3ünen eingeführt worden. hat, fo ist das ein Fortschritt, fein Rüdfchriit. In fulturpolitischen Und flopfen hörf ich manches Herz. die, wie die Lurus- und Schlafwagenzüne, nur von verhältnismäßig Fragen, die das Reichsministerium zu behandeln hat, find wir für wenigen Reisenden benukt zu werden pflegen. Dazu gehören unter Duldfamkeit nicht nur gegenüber den religiöfen Gemeinschaften, sonanderen auch die Rüge, die bisher die allierten Wagen in der Rich dern auch für dieselbe Duldsamkeit gegenüber den Organisationen,( Bebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Nächste Sizung: Donnerstag 2 Uhr( Weiterberatung). tung Barichau- Riga und Prog- Bukarest durch deutsches Gebiet die fich abseits von Kirche und überlieferter Religion gestellt haben. Wir wünschen für alle Teile 6 Uhr. befördert haben. Aus der von der Militärbehörde sofort eingeleiteten Unterfuchung über biefen Zwischenfall ergibt sich, daß die franzöfifche Bache ihre Pflicht erfüllt hat, indem sie auf einen Siviliften schoß, der sich trotz der vorgeschriebenen Anrufe ihr näherte. Die Tat sache, daß in der Nähe der Stelle, von der der verwundete deutsche Zivilist weggeschafft worden ist, en Revolver gefunden wurde, recht fertigt die Haltung der franzöfifchen Wache vollkommen." Die Einstellung der Züge ist eine durch Frankreichs und Belgiens Borgehen erzwungene Notstandsmaknahme, die aufgehoben werden wird, wenn und insoweit die Verhältnifie es geftatten. Gleichlautende Erklärungen erhielten die belgische und die pol nische Gesandtschaft. Gewaltmaßnahmen gegen die Boykottbewegung. Essen, 14. Februar.( WTB.) Divisionsgeneral Fournier hat dem Oberbürgermeister der Stadt Effen in einem Schreiben mit geteilt, daß er auf Grund der Weigerung der Hotelbesiger und Raufleute, Angehörige der allierten Armee zu bebienen, folgende Maßnahmen getroffen habe: 1. Das Hotel Hanbelshof" wird requiriert. 2. Den alliierten Militärpersonen wird das Recht eingeräumt, fich in allen dem Bublifum geöffneten Lofalen bedienen zu lassen. Tod. Abg. Sollmann( S03-): Schluß 3m Beigerungsfalle wird das Bofal geräumt. Erforderlichen| Maßnahmen der Bevölkerung, tie diese zum Selbstschuß spontan ergreift, fönne unmöglich übernommen werden. falls wird emalt angewandt. Französische Propaganda. 3. Den alliierten Militär- und Zivilpersonen wird das Recht eingeräumt, in allen dem Publikum geöffneten Geschäften zu kaufen, was sie nötig haben. Falls die Geschäftsinhaber den Verkauf per weigern, werden die Geschäfte geflossen. Erforderlichen falls wird Gewalt angewandt. Koblenz, 14. februar.( WTB.) Hier werden von den Fran. zofen an Minderbemittelte Speisen verabfolgt, ebenso Kohlen aus dem besetzten Gebiet. Die Empfänger müssen einen Revers unterschreiben, dessen Stopf auf die Französisch. Die Antwort auf das Schreiben des Generals Fournier ist Rheinische Republit lautet. Ebenso wird im Bezirk Trier bereits fertiggestellt und wird im Laufe des Tages bem General von ben anb mirten, die Vorspanndienste von den Besetzungszugestellt werden. Darin wird deutlich zum Ausdrud gebracht, daß truppen benutzen wollen, die Unterschrift unter gleichen Reversen die Franzosen als Eindringlinge betrachtet werden und das verlangt. In Ludwigshafen ist ein Berbebureau durch die ble Erregung der Bevölkerung über das Berhalten ber Franzosen Belegungstruppen eingerichtet worden, das hauptsächlich für die berechtigt sei. Eine Berantwortung der Behörden für die Melbungen von Elsaß- Lothringern und Saarbewohnern bestimmt ist. Gewerkschaftsbewegung Schiedsspruch in der Metallindustrie. Gehaltszahlung für die Angestellten in den Beleuchtungs- und Nach langwierigen Beratungen im Reichsarbeitsministerium Jnstallationsgefchäften. Wie uns der Zentralverband der Angestellim Konflikt in der Metallindustrie wurde schließlich ein Schieds- ten mitteilt, ist auf Grund einer Vereinbarung den Angestellten auf Hilfe für Poincaré. ipruch gefällt. Danach beträgt der Stundenlohn in Klasse I Wunsch in diesen Betrieben am 15. Februar eine Atontozahlung ohne Frauen und Kinderzulage 1100 M Die Union der Hand- und Kopfarbeiter wendet sich in einem anderen Klassen erfolgt nach den bisherigen Prozentfäßen. Die auszuzahlen. Die Abstufung der auf das Februargehalt in Höhe von 80 Proz. des Januargehaltes neuen Aufruf an die Mitglieder des Bergarbeiter- Verbandes und Alfordiäge werden nach den Löhnen der Zeitlohnarbeiter um FFFLES an den Borstand des Verbandes, mit ihnen eine gemeinsame Front gerechnet. Nähere Mitteilungen erfolgen in der Funktionärverzum Kampf gegen den internationalen Kapitalismus herzustellen. fammlung.( Siehe Inserat.) Sie will zunächst für das Ruhrgebiet einen General. streit der Bergarbeiter im Anschluß an den Streit der Saarberg genommen: Lohnkampf der Musiker. Rabelwert Oberspree. Freitag nachmittag 4 Uhr im Lokal von Auft, Mathilden-, Ede Luisenstraße, Frattionssigung aller Kollegen und Rolleginnen, die der VSPD. angehören. Mitgliedsbuch der Par. tei und Gewerkschaft legitimiert. Laubstummen bei Baranowski, Grüner Weg 9. Zentralverband der Schuhmacher. Freitag abend 7 Uhr Versammlung der Adtung. Zimmerer! Freitag abend 6½ Uhr findet bei Fenfara, Melchior. missionsmitglieder treffen sich um 6 Uhr im Bureau zwecks Vorbesprechung. halten. Die Zahlstellenversammlung tagt dann am Montag abend pünktlich 8entralverband bez Masinisten und Heizer. Branche Elektrizität. Frei. tag abend Uhr findet im Gewerkschaftshaus, Engeluser 24-25, Gaal 1, unsere Sonnabend oder Sonntag find in allen Bezirken Bezirksversammlungen abzu6% Uhr im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 12. Die tommunistische Presse hat den Kampf der Bergleute an der Saar schon von seinem Ausbruch als ein Manöver bezeichnet, vom Arbeitgeberverband im Gastwirtsgewerbe geplante völlige RechtDie Berliner Mufiterschaft hat sich zum Abwehrkampf gegen die welches nur gemacht werde, um den Franzosen Schwierigkeiten zu losmachung der Musiker zusammengefunden. In einer von zirka bereiten. So schrieben Ruhr- Echo" und" Westfälische Arbeiter 2000 Musikern besuchten öffentlichen Bersammlung am Sonnabend zeitung“ am 5. Februnr, die Meldung von dem bevorstehenden wurde nach voraufgegangener gebührlicher Brandmarkung der Abftraße 15, die Funktionärtonferenz ſtatt: die Vorstands- und Schlichtungskom. Gaarstreit weise darauf hin, „ daß man diesen Streit als Mittel zur Verschärfung der sichten der Unternehmer folgende Entschließung einstimmig anfranzöfifchen Kohlenschwierigkeiten benußen will, um fo ei: te bessere Basis für die Verständigung mit der französischen Regie. tagende öffentliche Mufiterversammlung protestiert auf das schärffte Die am Sonnabend, den 10. Februar 1923, in den Mufiferfälen rung zu gewinnen. Zentrum und Sozialdemokratie, welche nicht gegen die von den Unternehmern im Gastwirtsgewerbe ohne jede Branchenversammlung statt. Tagesordnung: Bortrag des Kollegen Imme über ganz ohne Einfluß auf diesen Streit sein dürften, werden das Mitwirkung der Musikervertreter ganz einseitig festgesetzten Lohn Verdampfungsversuche und Prämiensystem in den Zentralen der St. G.. alte, morsche Schifflein der Erfüllungspolitik wieder besteigen, und Arbeitsbedingungen. Die Versammlung erklärt, daß solche Fest- straße 30, eine Branchenversammlung statt. da der kühne Wikinger Cuno fein nationales Kampfschiff mit fegungen fich durchaus als ein Berstoß gegen die guten Sitten, gegen duftriebäufer. Freitag abend 7 Uhr findet bei Schulz, Elifabethitt. 30, eine hörbarem Kuck auf den Grund steuerte." Recht und Gefes erweisen und allein deshalb schon niemals als Branchenversammlung statt. Die Branchenversammlung der Branche Chemie bindend für die Musiker anerkannt werden können. am Freitag fält aus! Wir verweisen die Rollegen auf die allgemeine Funts tionärversammlung der Chemischen Industrie. Branche der Textilindustrie. Gonnabend abend 6% Uhr findet im Gaal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, eine Branchenversammlung statt. Branche Metallindustrie. Branchenversammlung statt. Die Tagesordnung wird in der Bersammlung Sonnabend abend 6 Uhr findet bei Ottmann, Dresdener Str. 105, unfere bekanntgegeben. Brandje Baugewerbe. Sonnabend abend 5% Uhr findet bei Sulz, Elifabethstr. 30, eine Mitgliederversammlung eller im Baugewerbe be. sprechung der Lohnrevision". Pünktliches Erscheinen ist unbedingt notwendig, schäftigten Maschinisten, Seizer und Berufsgenossen statt. Tagesordnung:„ Beda das Zimmer um 8 Uhr geräumt sein muß. um. Betriebsrätewahlen in der Berliner Metallindustrie. bandes teilt mit: Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiter- BerBranche der Holzindustrie. Freitag abend 7 Uhr findet bei Schulz, ElisabethBranche der Geschäfts- und In Aus der Partei. Groß- Thüringen zur politischen Situation. Am Sonntag, den 11. Februar, fand im Boltshaus in Weimar eine Konferenz der führenden Parteitörperschaften Thüringens statt. Nach einer lebhaften Diskussion wurde folgende Entschließung mit 20 gegen 9 Stimmen angenommen: Die Konferenz des Bezirksvorstands und der politischen Redakteure der BSPD. Groß- Thüringens erklärt: In derselben Nummer brachten die beiden Blätter die Mitteilung aus Saarbrücken, daß die Regierungskommission im Saa Die Versammlung nimmt mit Entrüstung davon Kenntnis, daß gebiet, um den Streit abzubiegen, drei Frank Zulage pro Schicht die Unternehmer es wagen, den Musikern einen„ Abkehrschein" in zugesagt habe.( Die Forderung der Bergarbeiter befrug fünf Frank die Hand zu drüden, um damit die Musiker unter die Gesindeordnung fofort und weitere zwei Frant ab 1. März.) Diese Mitteilung ver zu stellen. fahen die beiden Blätter mit der hämischen Bemerkung:„ Also trop Die Versammlung erfennt an, daß einem solchen UnternehmerBewilligung der Forderung Streif. Diese Meldung bestätigt unsere tum gegenüber nur eine restlos geschlossen zusammenstehende Auffassung, daß der Saarstreit als wirtschaftlicher Flankenstoß Mufiterschaft ein Baroli bieten tann. Die Bersammelten bekennen gegen die Ruhrpolitik der Franzosen gedacht und gemacht wird." fich zu solcher Einheit und übertragen die Bertretung ihrer Inter Diese tommunistische Behandlung des Streits der Saarberg effen einmütig der Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Mufiter. leute ist eine ungeheure Unverschämtheit. Seit Monaten leiden die Verbandes, welcher allein nur als Tarifvertragskontrahent für den Saarbergleute unter den abgebauten Löhnen und der wachsenden Musikerberuf in Frage kommen fann, mit dem Auftrage, dafür zu Leuerung. Seit Monaten mühen sie sich um Verhandlungen und sorgen, daß für die Musiker Lohn- und Arbeitsbedingungen zustandeBefferung der Verhältnisse, und hier lügen die Kommunistenblätter fommen, die der heutigen wirtschaftlichen Lage sowie der heutigen das Angebot von drei Frant in eine Bewilligung der Forderung Gesetzgebung durchaus entsprechen. Schon daraus sieht man, was von diesen Leuten zu halten ift. Die Verdächtigung der Bergarbeiterverbände den Franzosen gegenüber ist ein Kapitel für sich. Wir haben dazu nur festzustellen, daß die Saarbergleute ihre Lohnbewegung felbständig eingeleitet und selbst darüber entschieden haben. Dem Borsitzenden des Bergarbeiterverbandes, Husemann, wa Bon verschiedenen Seiten wird uns die Mitteilung, daß bei der es Aufstellung der Kandidatenlisten für die Neuwahl der Betriebsräte Nach vier Wochen Ruhrbesehung, angesichts des fich unaufhaltnicht einmal möglich, Einreiseerlaubnis in das Saargebiet zu be- von einem Teil der organisierten Kollegen dem anderen Teil be fam verschärfenden Wirtschaftsfrieges wird es immer klarer, daß tommen. Und nun fordert die Union die Bergarbeiterchaft in dem neuen unterbreitet werden. Wir machen noch einmal ausdrücklich auf die schaftlichen und politischen Katastrophe führen muß. So notwendig ftimmte Verpflichtungen und Bedingungen zur vorherigen Annahme die weitere, schier unbegrenzte Fortdauer dieses Zustands zur wirtAufruf auf, gemeinsam mit der Bergarbeiterschaft des Saargebiets Beschlüsse des erweiterten. Beirats fowie auf die ver der organisierte Abwehrkampf im Ruhrgebiet ist, zu den gewünschten auch im Ruhrgebiet den Generalftreit zu erklären. fchiedenen Richtlinien und Anweisungen des Borstandes in bezug Erfolgen wird die paffive Resistenz nicht führen, wenn der Kampf Dieser Generalstreit soll zum Ziel haben neben der Sechsstunden- auf die Betriebsräteneuwahlen aufmerksam. Borschlagsliften, die auf nicht gleichzeitig durch eine entsprechende zielflare Außenpolitik der schicht, der Beseitigung des Steuerabzuges vom Lohn, einer Ueber Grund von Bedingungen und Berpflichtungen zustandegekommen Reichsregierung abgekürzt und beendet wird. Das ist nur möglich teuerungssumme von 100 000 m. usw. auch den sofortigen Abzug find, gelten nicht als freigewertschaftliche und werden von der Ber- durch eine Rückkehr zur Erfüllungspolitik, der wichtigsten Voraus der Besagungstruppen von der Ruhr. fegung für den Beginn erfolgreicher Berständigungsverhandlungen. Generalftreit im Ruhrgebiet bedeutet Maffen auf die Straßen Wiederholte einmütige Beschlüsse unserer Organisation haben Deshalb ist es die vornehmste Aufgabe der VSPD. und im bringen, das bedeutet die Gefahr eines großen Durcheinanders im festgelegt, daß die Betriebsräte in erster Stelle Funktionäre besonderen der Reichstagsfraktion, ihren ganzen Einfluß auf die Gebiet und bedeutet ganz sicherlich eine gewaltige Erschwerung der unserer Organisation find. Das ergibt zwingend, daß die Regierung Cuno, losgelöst vom Einfluß der Schwerindustrie, im Lebenshaltung der Bevölkerung, eine unbeschreibliche Bermehrung Aufstellung der Borschlagslisten für Neuwahlen im freigewert. Sinne der Fortsetzung der Erfüllungspolitik und der ehrlichen Berder Nahrungsforgen für das ganze Gebiet. Wer eine folche Politi? fchaftlichen Funktionärtörper der Betriebe erfolgen handinugsbereitschaft geltend zu machen. befürwortet, wie es die Union tut, arbeitet direkt den muß. Aufstellung von Borschlagslisten in allgemeinen Be- Jede Konzession an den Nationalismus ist mit der Auffassung Franzosen in die Hände. Er könnte es nicht beffer machen, triebsversammlungen, in denen nicht freigewerkschaftlich organisierte des Sozialismus und den Lebensinteressen des Proletariats, der wenn er im Einverständnis mit ihnen handelte! Arbeiter fowie Indifferente und Gewerkschaftsgegner Zutritt haben, Angestellten und Beamten unvereinbar; sie hat unter allen UmDie Sorgen der Postverwaltung. find nicht zulässig. Die auf diese Art zustandegekommenen ständen zu unterbleiben. Die neue Dolchstoßlegende ist mit der EntBorschlagslisten werden von der Verwaltung nicht anerkannt. larvung und rücksichtslosen Bekämpfung der nationalistisch- kapitaDas schaffende Bolt ist voller Sorgen um die Gestaltung der Sollte trotzdem in einzelnen Betrieben versucht werden, diese Grund- listischen Katastrophenpolitiker energisch abzuwehren. Dinge im Westen, und jeder legt das größte Gewicht darauf, daß dem lagen der Neuwahlen nicht zu beachten, bitten wir, dies fofort Den unzweifelhaft vorhandenen Bertruftungsbestrebungen franzöfifchen Militarismus eine Einheitsfront der Arbeiter und der Berwaltung zu melden, damit mit ihrer Hilfe eine ben zwischen der deutschen und französischen Schwerindustrie zum Zwed Beamtenschaft entgegengestellt wird. Die deutsche Postverwaltung Boraussetzungen entsprechende freigewerkschaftliche Liste zustande gemeinsamer Ausbeutung des Proletariats ist der Grundsatz der hat andere Sorgen: für fie fommt es scheinbar darauf an, die Be- gebracht wird. fozialistischen Wiedergutmachung und der Sozialisierung der Wirtamten untereinander zu verheßen. So ist die Postverwaltung in fchaft entgegenzustellen. dieser ernsten Zeit auf der Suche nach Beamten, die gewillt sind, zu Verrätern an ihren Arbeitskameraden zu werden und sich schon jetzt in die von der Postverwaltung geplante Technische Nothilfe einstellen zu lassen. Jedes Postamt ist vom Reichspestministerium angewiesen, für sich vorzugehen. Das Poftamt W. 9 3. B. richtet an die Treuergebenen" folgenden Aufruf: betr. Motbetrieb. Zum Aushang ,, Alle deutschen Regierungen in einmütigem Zusammenwirten mit dem ganzen Bolt, insbesondere mit der gesamten Beamten- und Arbeiterschaft, stehen Schulter an Schulter in Abwehrstellung gegen den äußeren Feind, der uns im Frieden" brutal überfallen hat. In solch ernster Zeit an einen Streit der Reichsbeamten zu denken, erscheint eigentlich um fo unnötiger, als fast alle Spizenorgani fationen der Beamtenschaft den Streit als Rampfmittel für Beamte abgelehnt haben. Trogdem soll auf höhere Anordnung hin für alle Fälle im En vernehmen mit der arbeitsbereiten Beamtenschaft vorgesorgt werben, daß bei einer etwaigen Arbeitsniederlegung die lebensnotwendigen Betriebszweige des Post- und Telegraphendienstes aufrechterhalten werden können. werben. Um diesen Notbetrieb vorbereiten zu können, soll zunächst das arbeitswillige Personal zahlenmäßig ermittelt werden. Rund 70(?) Meldungen von Beamten aller Gruppen unseres Poftamts liegen bereits auf eine erste mündlich gehaltene Umfrage hier vor, es sell jetzt aber allgemein und öffentlich zur Meldung aufgefordert Jeder Beamte, der den Streif nicht für das geeignete Kampfmittel zur Durchsetzung von Wünschen der Reichsbeamten hält und der Mut genug hat, sich zu dieser Ueberzeugung zu bekennen und seinen Dienst zu tun, auch wenn von einer anders denkenden Minderheit zum Streit aufgefordert werden sollte, wolle fich bis Montag, ben 19. Februar, bei seinem Stellenvorsteher oder bei einem der Vertrauensmänner der arbeitsbereiten Beamten melden. Als solche haben sich zur Verfügung gestellt: Wer aus bestimmten Gründen nicht wünscht, daß sein Name befannt wird, kann dies dem Vertrauensmann erklären. Der Amtsleitung kommt es nur darauf an, die 3 a hl der arbeitsbereiten Beamten zu kennen. Für Verpflegung und Unterkunft wird während des Notbetriebes geforgt, falls Uebernachtung und Berpflegung im eigenen Heim wegen Berkehrsstodung nicht möglich sein sollte. Auch erhält jeder Nothelfer sonstige Mehrausgaben vergütet." waltung nicht anerkannt. Achtung, Gewerkschaftsfunktionäre! Für die innere Politik der BSPD. hat das materielle Interesse Zu der Funktionärberfammlung am Freitag abend 6 Uhr im der Arbeiterklasse ausfchaggebend und bestimmend zu sein. Im Striegervereinshaus, Chausicestr. 94, sind wir genötigt, usweise Hinblick auf die mit beispiellofer Schnelligkeit um sich greifende auszugeben, weil der Saal nur 2000 bis höchstens 2500 Personen Berelendung des Proletariats, der Angestellten und Beamten ist von faßt. Diese Ausweise sind an die Ortsverwaltungen nach der Reichsregierung zu fordern: dem Stärkeverhältnis der Organisationen verteilt. Wir erwarten, 1. Durchgreifende Maßnahmen gegen die Preisdiktatur der daß die Ausweise nun aber auch ausgenutzt werden. Neben diefem Broduzentenmonopole und gegen den verbrecherischen Wucher des Ausweis find auch Funktionärtarte und Mitgliedsbuch freien Handels. refp. Starte boraulegen. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Allg. freier Angestelltenbund Ortsfartell Groß- Berlin. 2. Beschleunigter Beginn einer aftiven Währungspolitif, in deren Mittelpunkt der Kampf gegen die zügellofe Devisenspekulation zu stehen hat. 3. Sofortige gefeßliche Borbereitungen zur Erfaffung der Sachmerte, die unerläßlich ist zu erfolgreicher Wiederaufnahme der Erfüllungspolitik und der Behebung des deutschen Finanzelends. Ausbau der Steuergesetzgebung in der Weise, daß die geordnete Eintreibung der Befiksteuer gesichert ift. Der Streit der Eaarbergleute. Die Streiflage ist unverändert. Es mehren sich jedoch die Fälle von Beläftigungen der Arbeiter durch franzöfifche Soldaten. Streit posten wurden vom Militar auseinandergetrieben, andere wurden von Militärpatrouillen visitiert und nach Waffen fluffung der Arbeiterentlassungen, Aufnahme der produktiven Er4. Schnellste Hilfe für die Arbeitslosen durch direkte Beein durchsucht. Streifende wurden von französischen Soldaten mit auf- werbslosenfürsorge, Anpassung der Unterstützungssäge an die Löhne. gepflanztem Seitengewehr zur Grube gebracht, wo sie ihre Berfonal Die Partei hat diese Forderungen gegenüber der Regierung papiere abgeben mußten. Spizel machen sich überail bemerkbar und Cuno mit Ernst und Entschiedenheit zu vertreten. Gleichzeitig haben versuchen, die Namen derjenigen Bergleute festzustellen, die sich im alle Funktionäre der Partei für die Forderungen in dem arbeitenden Streitbureau befinden. Bei den Höchlingschen Eisenwerfen macht Bolt eine intensive Tätigkeit zu entfalten, damit den Vertretungen sich der Kohlenmangel start bemerkbar. Bisher sind von fünf Hoch- der Partei in den Massen der notwendige Rückhalt gegeben wird. öfen drei in Mitleidenschaft gezogen. Die Arbeiter werden mit Motstandsarbeiten beschäftigt. Die Leitung des Neunkirchener Berantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Eisenwertes hat den ganzen Betrieb stillgelegt. Nach zuverlässigen Borwärts- Buchbruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag, G. m. b. S., Berlin. Drud: Mitteilungen sind jedoch die Arbeitsmöglichkeiten noch nicht erschöpft. Sieran 1 Bellage Nach aus Lothringen vorliegenden Meldungen ist das ganze lothringische Rohlengebiet militärisch belegt worden. Der Zentralverband der Maschinisten und Heizer teilt uns mit, daß der in der Mo: genausgabe des Berliner Tageblatt" vom Mittwoch, den 14. Februar, angemeldete Heizertursus nichts zu tun hat mit den auf Grund der vom Reichswirtschaftsministerium herausgegebenen Richtlinien gegründeten Heizerschulen. De: im ,, Berliner Lageblatt" angemeldete Heizerfurfus ist, wie das Handelsministerium mitteilt, nur als Bortrag für Bedienungspersonal der Zentralheizungsanlagen gedacht. Anmeldungen für den ordentlichen Heizerfurjus nimmt nach wie vor nur der 3entralverband der Maschinisten und Heizer, Berlin, Engel Ufer 24/25 entgegen." Infernationales Arbeitsrecht. Regierungsrat Dr. Fuß beim Internationalen Arbeitsamt in Genf hält am 19., 20., 22. und Der Augenblic wo Postbeamte mit Einſegung ihrer ganzen 26. Februar, abends don 7 bis 9 Uhr an der Berliner UniExistenz sich durch Arbeitsverweigerung gegen frembe Ber- verfitat, Hörsaal 89, allgemein zugängliche Gastvorlesungen über gewaltigung wehren, ist wirklich besonders glücklich gewählt für ein Internationales Arbeitsrecht und die Interetwaiges Borgehen. Kommt es denn der Reichspostverwaltung nicht nationale Organisation der Arbeit. Der Zutritt ist und in den Sinn, daß fie mit ihrem Borgehen diese Abwehr sabotiert?! toſtenlos. こ Besies Sellenpulver Dixin erleichtert Ohne Chlor வகை 50ist spavaom.argishi Dixin u.bequem! Dixin Henkel Aus bestem Roh DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Sie husten nun schon wochenlang und haben immer noch nicht das ichtige Mittel dagegen gefunden. Wir raten Basser eine preiswerte, prompt wirkende Haftenmedizin jelbst herzustellen. 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Man kann mit Fug und Recht daran zweifeln. Seit Monaten ziert die Tagesordnung der Berliner Stadtverordnetenversammlung ein fozialdemokratischer Antrag, der vom Magistrat die Instandsetzung des Friedhofs der Märzgefallenen fordert. Dieser Antrag hat seine eigene Geschichte. Er war vor beinahe einem Jahr von den Kommunisten eingebracht worden. Im Haushaltsausschuß wurde er des wegen angenommen, weil die Vertreter des„ freiheitlichen Bürgertums" nicht wagten, gegen diesen Antrag zu stimmen. So wurde er angenommen nur mit den Stimmen der Kommunisten und Sozial demokraten. Im Plenum stimmten alle bürgerlichen Parteien gegen den Antrag, der letzten Endes doch nur eine Ehrung für die Gefallenen einer Revolution war, an der sich seinerzeit auch beträchtliche Teile des freiheitlichen Bürgertums beteiligten. Peinliche Erinnerungen. Diese Haltung des demokratischen Bürgertums wedt die Er innerung daran, daß zu früheren Zeiten in Berlin der Freifinn doch noch eher gemillt war, sich ein wenig seiner Vergangenheit zu erinnern. Der Antrag auf Errichtung eines Denkmals für die Märzgefallenen wurde bereits 1897 von bürgerlicher Seite in der Berliner Stadtverordnetenverfanımlung gestellt. Die Stadtverordnetenverfammlung stimmte damals der Einsetzung einer gemischten Deputation zu. Die Deputation fah allerdings von der Errichtung eines Dent mals ab und empfahl lediglich die Instandsetzung des Friedhofs, die Herstellung eines Eingangsportals mit schmiedeeisernen Toren. Da die Beschlüsse der gemischten Deputation der damaligen Stadtver ordnetenversammlung nicht weit genug gingen, wurde auf Antrag des freisinnigen Stadtverordneten Dr. Langerhans beschlossen, einen Denkstein zu setzen mit der Inschrift: „ Den Gefallenen des 18. März 1848 Die Stadt Berlin." Toten eine würdige Ehrung zuteil werden zu lassen? Sonst fönnte man wirklich fragen: Wozu haben wir einen sozialistischen Magistrat? Eine 75- Jahrfeier der Märzrevolution. Donnerstag, 15. Februar 1923 anlegen, weil die Fabriten durch ihre ausgedehnten Kühlräume natürlich in der Lage sind, das Fleisch wochenlang einzulagern und die Ansicht vertreten, daß die Viehpreise auch in den nächsten Wochen noch weiter anziehen werden. Aus ähnlichen Spekulationsgründen haben, wie wir erfahren, auch eine Anzahl Berliner Großich I ä ch ter sich mit Fleisch eingedeckt, das vorläufig eingelagert wird, um später entsprechende Konjuntturgewinne er zielen zu können. Es ist sehr leicht möglich, daß die Hoffnungen dieser saubern Herrschaften, die strupellos mit der Not des Ruhrreviers Schind luder spielen, zu schanden werden. In kurzem dürfte die Belieferung des Ruhrreviers von ausländischen Lebensmitteln im Gange sein und man wird sich dann allerwärts schön hüten, für inländisches Fleisch Bucherpreise zu zahlen. Herabsehung des Goldankaufspreises. In Zusammenarbeit mit den übrigen maßgeblichen republikanischen Organisationen ist erreicht worden, daß nahezu in jeder größeren Stadt Deutschlands in den Märztagen der Beschehnisse des Jahres 1848 gedacht wird. Als crfte der deutschen Großstädte hat sich die Stadt Frankfurt a. M. in enger Zufammenarbeit mit dem Republikanischen Reichsbund Frankfurt a. M. zu einer großzügigen Ausgestaltung dieser Feier in der Paulskirche bereit erklärt. Diese Feier, zur Erinnerung an die Tagung des Entgegen ihrer bisherigen Gewohnheit hat die Reichsbank den Frankfurter Borparlaments, wird in den Schlußtagen des März Anfaufspreis für Edelmetall, den sie sonst imme: für eine Woche 1923 in allergrößtem Rahmen stattfinden. In der Reichshaupt festzulegen pflegte, jetzt inmitten der Woche abgeändert und nicht stadt wird, von der Liga Junge Republit und allen in Frage unbeträchtlich herabgesett. Die Maßnahme ist eine fommenden republikanischen Verbänden vorbereitet, im Plenar Folge der enormen Besserung der Baluta, die auch die Preise von fa al des Reichstags am Sonntag, den 18. März, eine Riesen Edelmetallen ins Wanten gebracht hat. Amtlich wird dazu mitge fundgebung der deutschen republikanischen Jugend stattfinden. Nach teilt: De: Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank der Bekräftigung des Bekenntnisses der Bäter von 1818, nach der erfolgt vom 15. Februar einschließlich für den Rest der Kalender. Weihe zahlloser Flaggen in den Farben schwarzrotgold und einem woche zum herabgelegten Preise von 100 000 2. für ein Zwanzig. Appell an die die öffentlichen Aemter beherrschende ältere Generation Martstud, 50 000 21. für ein Zehn- Markstück. Der Ankauf von werden die Vertreter des jungen Deutschland sich im Rahmen eines Reichsfilbermünzen ist ebenfalls auf das Zweitausendfache des gewaltigen Fackelzuges an die Gräber der Märzgefallenen von 1848 Nennwertes herabgeegt worden. Der bisherige, seit letzten Mona begeben, um dort ihr Gelöbnis der Treue zur deutschen Republit zu tag gültige Ankaufspreis stelle sich auf 70 000 m. für ein Zehn bekräftigen. Aehnliche Borbereitungen werden aus Hamburg, Markstüd, 120 000 m, für ein Zwanzig- Marfstück und bei Silber Breslau, Königsberg, Leipzig, Stuttgart, Rarismünzen auf den 2900fachen Betrag des Nennwertes. ruhe, München, Nürnberg, Dresden, Duisburg, Hannover usw. gemeldet. Die an diesen Kundgebungen intereffierten politischen Organisationen und Kulturverbände find gebeten, sich an das Präsidiu n der Liga Junge Republik( Geschäftsstelle BerlinNeukölln, Hobrechtstr. 58) zu wenden. gegangen. Unter der Anklage des Meineides. Aussagen einer Bierzehnjährigen, die Mutter wurde. In dem weiteren Fortgang des Sittlichkeitsprozesses aus Obers schöneweide beschloß das Gericht zunächst, den Angeflagten Mal.. chow abführen zu lassen, um die Angeklagte Röside unbeeinflußt vernehmen zu können. Teilweise stockend und zögernd, aber mit großer Bestimmtheit geftand die Angeklagte ein, daß ihre Bezichtigung des Pfarrers Glasomeriti eine unwahre gewesen sei. Der " Dollar fällt.- Fleischpreise steigen. Preistreibereien der Händlerclique.- Amerikanisches Schmalz 40 Proz. billiger als deutsches Schmalz. Bater des Kindes sei niemand anders als Malchow gewesen. Mal Die bereits gestern geäußerten Befürchtungen, daß troß der how habe bei ihrer Mutter in Oberschöneweide gewohnt und sie anhaltenden Besserung der Mark die Viehgroßhändler und Kom- verführt. Sie sei ganz unerfahren gewesen und habe nicht gewußt, missionäre durch Zurüdhaltung von Bieh und durch was mit ihr geschehe. Als sich die Folgen bemerkbar machten, habe andere Manöver die Fleischpreise weiter in die Höhe sie zunächst geglaubt, fie habe einen Bandwurm; erst durch die Hebamme fei sie über ihren wahren Zustand aufgeklärt worden. treiben würden, haben sich in vollem Umfang bestätigt. Auf Malchom habe sie veranlaßt, niemand zu sagen, wer der Vater sei. dem gestrigen Biehmarkt sind die Preise für fette Schweine um Die Hebamme habe es durchaus aus ihr heraushaben wollen und Natürlich gab es auch damals reaktionäre Gemeindevertreter, 500 M., für Hammel und Kälber ebenfalls um 500 m. in die Höhe schließlich erklärt: Wir wissen ja, wer der Bater ift; ein Straßen die sich gegen diesen Antrag wandten. Aber die Mehrheit stimmte bahnschaffner hat Dich ja mit dem Pfarrer Glasomersti gesehen." ihm mit 77 gegen 18 Stimmen zu. Der Magistrat trat diesem Dem Markt wohnte der Leiter der Bucherabteilung beim Als sie das Malchow mitteilte, habe dieser erklärt:" Nun, dann Beschluß der Stadtverordnetenversammlung damals nicht bei. Dahinter steckten die Einflüsse der reaktionären Verwaltungsbureanu- Bolizeipräsidium, Regierungsrat Hinkel, felbft bei, der besonders die haben wir ja einen Vater, so nehmen wir also den Pfaffen. trafic. Das zeigte ich, als furz darauf die Stadtverordnetenver- einzelnen Fälle nachprüfte, die von den Beamten seiner Abteilung Auch vor ihrer Bernehmung habe sie Malchow genau instruiert, wie sammlung beschloß, am 18. März am Grabe der Märzgefallenen gemeldet wurden. In nicht weniger als 12 Fällen hat die fie fich verhalten folle und habei die Rolle des Richters übernommen. einen Kranz niederlegen zu lassen. Daraufhin eröffnete der Oberneugebildete Preisprüfungsfommission der Polizei Anzeige Er fagte ihr dabei, fie solle bei dem Lokaltermin im Konfirmanden. präsident in einem Resfript dem Magistrat folgendes:„ Ein wegen Wuchers erstattet, da die Martilage feineswegs den zimmer die Dinge so schildern, wie sie sie wisse, und wenn sie nicht solcher Beschluß würde die Befugnisse der Stadtverordnetenverfamm geforderten Breifen entsprach. Der Aufftrieb mar im allgemeinen mehr aus und ein miffe, follte sie einen Ohnmachtsanfall vortäuschen. lung überschreiten, da er nichts anderes als eine politische Demon- nicht allzu start, doch fonnte man die Nachfrage auch nur als gering Als das Kind gestorben war, fei die Mutter mit ihr nach Berlin bezeichnen, da die Engros- Schlächter und die Ladenschlächter sich gezogen. Malchow, den die Mutter schon vorher aus der Wohnung stration zur Berherrlichung der Revolution sei und somit über den bei dem unerwarteten hinaufschnellen der Preise sehr vorsichtig ver- entfernt hatte, habe sie dauernd verfolgt und sie habe mit ihm das Kreis derjenigen Angelegenheiten hinausgehen würde, welche nach hielten. Der Preisaufschlag, der bereits in Hamburg vor einiger Berhältnis in dessen Wohnung fortgesetzt. Nach dem Tode der der Städteordnung der Stadtverordnetenversammlung zuge Tagen zu verzeichnen war, wurde von den Großhändlern damit be Mutter habe sie längere Zeit unangemeldet bei Malchow ge miesen sind." Unter dem Druck diefes Eingreifens beanstandete der gründet, daß die Landwirte für das Vieh ab Stall 3000 m. und wohnt, weil sie von der Fürsorgestelle gesucht wurde. Anfang Ja Magiftrat den Beschluß der Stadtverordneten mit aufschiebender Wirkung. Das war im Jahre 1898. Ein Jahr später traf die mit mehr verlangen. Die Wucherpolizei hat in allen Fällen nuer sei sie doch in Fürsorge gekommen, aber schon im Mai enttelegraphisch eine Untersuchung durch die zuständigen Ortsbehörden wichen und habe dann wieder bei Malchow gewohnt. Als sie in teilung ein, daß der Berliner Polizeipräsident die nachgesuchte Bar- anstellen lassen, ob die von den Kommissionären und Händlern an die Fürsorge tam, sei sie wieder schwanger gewesen. Mit einem erlaubnis zur Instandsetzung der Gräber der Märzgefallenen verjagt gegebenen Verkaufspreise der Produzenten auch den Tatsachen et anderen Manne als Malchow habe sie nie intim verkehrt. Auf die habe. Im Verwaltungsstreitverfahren wurde die reaktionäre Ber- prechen. Auch gegen diese Produzenten wird eine gezichtliche Frage nach dem Ausgang ihrer Schwangerschaft verweigert die Anfügung vom Oberverwaltungsgericht in letter Instanz bestätigt. intersuchung wegen Preistreiberei eingeleitet. Die geklagte jede Aussage, das Kind sei nicht geboren. Sie habe ständig. Fachleute waren übereinstimmend der Ansicht, daß die gestern ge- unter dem Einfluß von Malchow gestanden. Die Angeklagte wurde Immerhin zeigt sich doch das eine: damals herrschte in der Ber- forderten Biehpreise feineswegs der wirklichen Marktlage und der dann unter Ausschluß der Deffentlichkeit über ihre Beziehungen zu liner Stadtverordnetenversammlung bei den Angehörigen der bürger. Markbefferung entsprechen. Es flingt beinahe unglaublich, wenn Matchom vernommen, wobei auch ihre Aussage über ihre angeb man feststellen muß, daß amerikanisches Schmalz gestern lichen Beziehungen zu Pfarrer Glasomersti besprochen wurde. Die lichen Parteien doch noch ein anderer Geist. Sie bekannten sich, von Hamburg mit 4000 bis 4200 n. angeboten wurde, während Angeklagte hatte damals ganz detaillierte Angaben über ihre Kon wenn auch schüchtern, doch wenigstens zu ihrer Bergangenheit. Heute| Schweinerückenfett in Berlin 6200 bis 6500 m. loftet. Die Groß firmandenstunden gemacht, die sie jetzt als unwahr bezeichnet. verhindern die bürgerlichen Parteien selbst ohne Zuhilfenahme von händle: begründen ihre unfinnigen Preise mit der unverschämten Nach einer längeren Bause wurde der Angeklagte Ernst MalAufsichtsinstanzen solche Beschlüsse. Und der Magistrat? Bird Behauptung, daß sie im Ruhrrevier jeden Preis how wieder auf die Antiagebant geführt und es wurde ihm die er wirklich den 75. Gedenktag der 48er Revolution vorübergehen bekommen und daß die Großeintäufer der Kon- Aussage der Mitangeklagten vorgehalten. Der Angeklagte erklärt lassen, ohne von sich aus alles getan zu haben, um den gefallenen fernenfabriken ebenfalls jede gewünschte Summel mit Entschiedenheit, daß er bestreite, der Vater des Kindes zu sein. Sie lagen beide im Stroh und schlossen die Augen. Ihre„ Ja, das würde besser sein, als so... warten, warten, Baden brannten noch vom Regen. Alles schien sehr friedlich. warten." Die Kameraden um sie herum sprachen leise und schläfrig. Sie gingen weiter, das Zwitschern der Lerchen über Draußen fam ein neuer Regenguß herunter und schlug meich ihnen, das Geräusch ihrer Füße im Klee und das schwache auf die Ziegel des Daches. Chrisfield glaubte, noch nie in limpern einiger Kupfermünzen in Chrisfields Tasche und in seinem Leben habe er es so bequem gehabt, obschon seine der Ferne das unregelmäßige Surren eines Aeroplans. Bein durchnäßten Schuhe die kalten Füße drückten und feine Knie Weitergehen beugte sich Andrews des öfteren hinunter und feucht und falt waren. Doch in dem ermüdenden Geräusch pflückte ein paar weiße Kleeblumen. Der Aeroplan fam plötz des Regens und der Stimmen, die ruhig um ihn herum lich näher und stürzte in einer großen Kurve über dem Feld. sprachen, schlief er ein. Er träumte, er sei zu Hause in In- Alles ertrant in feinem Gebrüll. Sie konnten den Führer diana, doch an Stelle seiner Mutter, die sonst immer am Herd und den Beobachter genau erkennen, ehe noch das Flugzeug in der Küche tochte, war dort die Französin, die vorhin im wieder aufstieg und in den purpurnen Wolfenfeßen des Torweg gestanden hatte, und neben ihn stand der Leutnant Himmels verschwand. Der Beobachter hatte einmal mit der mit einem fleinen roten Buch in der Hand. Plößlich begann Hand gewintt, als sie vorbeifuhren. Sie standen still in dem der aus voller Lunge zu schreien:" Du verdammter.. dämmerigen Feld, starrten hinauf in den Himmel, wo noch Aber er fonnte scheinbar nichts anderes sagen. Du ver immer einige Lerchen zwitscherten. Nehmt euer Zeugs mit nach oben!" dammter..." begann er wieder. Der Leutnant sah ihn an, Möchte schon einer von den beiden sein," fagte Oben famen fie auf einen dunklen Boden, wo die Luft zog die schwarzen Augenbrauen, die sich über der Nase trafen, schwer war vom Geruch des Heus und eines Kuhstalles, der zusammen. Es war der Sergeant Anderson. Chrisfield zog So?" darunter lag. In den Eden war ein wenig Stroh, und die fein Meffer und lief gegen ihn an. Aber dann war es Andy, „ Ich würde alles darum geben, aus dieser beschissenen jenigen, die zuerst tamen, breiteten ihre Decken darauf aus. fein Schlaffamerad, den er gestochen hatte. Er warf die Infanterie rauszufommen. So ist's tein Leben, wie ein Neger Chrisfield und Andrews warfen sich in eine Ecke, von wo fie Arme um Andys Körper und weinte... Er machte auf, behandelt zu werden." durch ein Loch hinunter in den Hof sehen konnten. Dort Eßgeschirr flirrte überall um ihn in dem dunklen Heuboden. Nee, das ist fein Leben." liefen weiße und geflecte Hühner mit schnellen Bewegungen Die Kameraden waren schon dabei, die Treppe hinunterzu- Wenn sie uns wenigstens an die Front schiden wür herum. Eine Frau in mittleren Jahren stand in dem Torweg gehen. den Aber alles, was wir tun, ist Drill und Schießen des Hauses und sah die Haufen fathigekleideter Soldaten miß- Die Lerchen erfüllten die bläuliche Luft mit einem be- und Drill und Bajonettübungen und wieder Drill. Kann einen trauisch an, die jetzt fangiam fich in alle Türen der Scheunen ständigen Klingen fleiner Glocken. Chrisfield und Andrews ja verrückt machen. hineinschoben. Ein Offizier ging an fie heran mit einem fchlenderten über ein Feld, das auf dem Rücken eines Hügels fleinen roten Buch in der Hand. Ein Gespräch über irgend tag. Unten im Tal fonnten sie eine Gruppe roter Dächer ist das Flugzeug wieder." etwas ging peinlich langsam vor sich. Der Offizier wurde und das weiße Band der Straße sehen, wo lange Züge von fehr rot. Andrews warf seinen Kopf zurüd und lachte. Lastkraftwagen vorwärts frochen wie Käfer. Die Sonne war Chrisfield lachte auch, er mußte faum warum. Ueber ihren gerade hinter den blauen Hügeln auf der anderen Seite des Stöpfen ton.ten sie die Tauben auf dem Dache hören: ein Tales untergegangen. Die Luft war voll von dem Gerud) beständiges schläfriges Ru- tu- tu- tu. Der Geruch in der des Klees und des Hagedorns der Hecken. Sie zogen den Scheune veränderte sich allmählich, und man roch das Effen, Atem tief ein beim Durchqueren des Feltes.„ Es ist schön, gern eingekommen, aber nichts mehr davon gehört. Sonit das in der Feldküche fertiggestellt wurde. von der Masse da fortzukommen," sagte Andrews. Chrisfield " Hoffentlich geben fie uns was Anständiges zu essen, ging schweigend weiter und zog seine Füße schwer über den bin hungrig wie ein Drescher." " Ich auch," sagte Andrews. ( Nachdrud verboten. Der Malil- Verlag, Berlin.) 37] Drei Soldaten. Von John dos Passos. Aus dem amerikanischen Manuftript überfekt von Julian Gumper " Front?" puffte der Leutnant heraus. Er war ein kleiner Mann, der wie ein Jockey mit rauhem, rotem Gesicht aussah, das jetzt in Aerger fich purpurn färbte. „ Man wird uns wohl hier einquartieren," meinte jemand. Sofort wiederholten es alle:„ Wir werden hier wohl ein quartiert werden." Sie marschierten eine lange Weile in Formation. Das Gepäck schnitt ihnen in den Rücken und in die Schultern. Endlich rief der Sergeant Befehle aus: " Du kennst doch ihre Sprache ein wenig, Andy." Andrews nickte mit dem Kopfe. " Wir fönnen vielleicht ein paar Zigaretten von der Dame da unten bekommen, oder irgend etwas anderes. Ber fuch's mal nach dem Essen." Klee. Eine bleierne Dumpfheit lastete auf ihm, wie eine schnürende Dede um seine Glieder, so daß es ihm Anstrengung verursachte, zu gehen, Anstrengung, zu sprechen, doch darunter schienen ihm seine Musteln sich zu spannen und zu zittern, als ob er vor einem Kampf um ein Mädchen stände. Warum zum Teufel schicken sie uns denn nicht nach Dorn?" sagte er plöglich. Chrisfield. Wozu darüber sprechen, Chris?" Andrews lachte.„ Da o?" " Da hinten. Gerade an dem Waldende." " Dort ist der Flugplay." Die haben' n schönes Leben." Bin im Uebungslager um' ne Versetzung zu den Flie wäre ich nicht mehr in diesem Dreck." „ Es ist herrlich schön auf dem Hügel an diesem Abend," fagte Andrews und schaute träumend auf den hell orangefarbenen Streifen Licht, wo die Sonne untergegangen war. Gehen wir hinunter und trinken' ne Flasche Wein." " „ So ist's recht. Ob wohl das Mädchen heute nacht auch unten. ist?" ( Fortsetzung folgt.) Des Mädchens habe er sich auch nach dem Tode der Mutter aus reiner Menschenfreundlichkeit angenommen, denn er habe sie gemissermaßen von Kindesbeinen an mit erzogen. Auf Borhalten des Borsitzenden erklärt der Angeklagte:„ Mir ist es niemals eingefallen, den Pfarrer Gjafomeriti als Bater des Kindes zu bezeichnen. Ich bin aber der unschuldige Dritte." Bors.: Angeflagte Röfide, was fagen Sie dazu?" Angefl( mit großer Bestimmtheit): Ich habe nur mit ihm verkehrt und mit feinem anderen, er ist der Bater des Kindes und der Pfarrer Glafo. mersti ist es nicht. Alles, was er sagt, ist durchaus Lüge." Die Oberin Schilling aus der Fürsorgeanstalt in Brenziau, in der die Angeklagte Röfide 1920 untergebracht mar, stellt ihr das Zeug nis aus, daß sie sich gut geführt habe. Die weitere Beweisaufnahme in der gestrigen Gigung betraf die Umstände, durch die die falschen Gerüchte über Pfarrer Glasomersti in Oberschöneweide in Umlauf gekommen sind. Die Berhandlung wurde auf heute früh vertagt. Bestechung bei der Fettstelle Groß- Berlin. Eine einträgliche Nebenbeschäftigung". Wirtschaft Stidstoff für Getreide. Der ermordete Schuhpolizeiwachtmeister Steiner wurde geftern nachmittag unter außerordentlich großer Beteiligung namentlich der Kameraden auf dem Garnisonfriedhof in der Haienheide aur legten Nube bestattet. Das Verbrechen an dem pflichttreuen Beamten ist leider noch nicht weiter aufgeklärt. Schuß- und Kriminalpolizei Der Gedanke, den Landwirten für Umlagegetreide anstatt Bapierbieten erneut alles auf, um der beiden Mörder habhaft zu werden. Die Dbduktion und anderweitige Feststellungen haben bestimmt er geld Stidstoffdüngemittel zur Bezahlung zu geben und so die Pro. Der eine aus einer buttion von Lebensmitteln im Inland zu steigern, stößt in der geben, daß beide Verbrecher gefchoffen haben. Driginal Armeepiftole, aliber 9 mm, der andere Landwirtschaft auf wachsenden Widerspruch. In der preußischen aus einer umgeänderten Armee pistole, Kaliber Hauptlandwirtschaftskammer, die sich jetzt mit dem Gesezeniwurf der 7,65 mm. deren Batronengülse flaschenförmig ist. Es wird nun, preußischen Staatsregierung zu dieser Frage beschäftigte, hielt der weil die Zäter ohne Zweifel dem gewerbsmäßigen Verbrechertum Borsitzende der Brandenburgischen Landwirtschaftskammer, Herr angehören, bei den Einbrechern, Suhältern, Straßenräubern uim. in v. Oppen, dazu ein Referat, in dem er sich mit den bekannten allen Quartieren der ganzen Stadt nach Besißern solcher Pistolen Redewendungen gegen jede Berschärfung der 3wangsgeforicht. Mitteilungen aus dem Bublifum auch nach diefer Rich wirtschaft" wandte und sich schüßend vor das private Stidstofftung, fönnen für die Aufklärung des schweren Verbrechens febr monopol stellte, dafür aber höhere Preise verlangte, damit die Land wertvoll fein. Sie werden von den Kriminalkommiffaren Dr. wirtschaft den vom Privattapital geforderten Preis für Stickstoff* Anuschat und Quees in den Zimmern 96 und 52 des Polizei- dünger auch bezahlen könne. Mit diesen Argumenten und mit ber prafidiums entgegengenommen und ebenso wie die anderen An- Forderung nach freier Getreidewirtschaft fand er bei den in der gaben streng vertraulich behandelt. Auf die Ergreifung der Täter Hauptlandwirtschaftskammer vertretenen Großgrundbesitzern Anflang. Eine Aufsehen erregende Bestehungsangelegenheit fit eine Belohnung von 100000 Mar! ausschließlich für Gegen diese Darlegungen wandte sich der preußische Landwirt. bei der Fettstelle Groß- Berlin stand vor der ersten Mitteilungen aus dem Publikum ausgelegt. schaftsminister Dr. Wendorff und lehnte es ab, im gegenwärtigen Straflamme: des Landgerichts I zur Verhandlung. Angeflagt Vom eigenen Hausdiener um 1600000 m. beffohlen wurde Augenblick auf Einzelheiten der Borlage einzugehen. Er stellte dann waren der Kaufmann Deutschmann, der Molkereibefizer Seibie Lebensmittelfirma 3tefemer in der Neuen Friedrichstr. 38/40. gegenüber den Ausführungen verschiedener Borredner fest, daß es ling und der Moffereidirektor Weiß. Heiling betrieb in der Der Hausdiener Czeslaus Auß aus der Dresdener Str. 74 brang sich bei dem Gelegentwurf nicht um eine überraschende Maßnahme Emdener Straße eine Käferei. Deutschmann war bei der während der Mittagspause durch das Abortfenster in das Geschäfts- des preußischen Landwirtschaftsministeriums handele. Die Grundgedanken dieses Gefeßentwurfs feien seit Jahren Gegenstand der Fettstelle Groß- Berlin als Sachverständiger für das Mol total ein und räumte ungestört den Kaffenschrank aus. öffentlichen Auseinandersetzung der landwirtschaftlichen Kreise ge. fereifach angeftellt und hatte für diese Eigenschaft die Käsereien Bezirksbildungsausschak Groß- Berlin. Dienstag, den 20. Febr., wesen, und noch im Herbst des verflossenen Jahres habe das preußische in Berlin zu beaufsichtigen. aberbs 7 Uhr, findet im Bureau des Bezirkebildungsausschusses, LindenDeutschmann soll mun, und gibt das auch zu, von Heiling ftraße 8, 2. Sof. 2 r., Bimmer 8, eine wichtige Sigung des Kleinen Landwirtschaftsministerium den Versuch gemacht, einen ähnlichen Die damals gemachten 30 000 m. in der Zeit von 1919-1920 erhalten haben. Ebenso gibt Bildungsausiouffes ftatt. Anwesenheit aller ist unbedingt er. Gefeßentwurf hinsichtlich der Bezahlung des Umlagegetreides mit Für sämtliche Nachmittagsvorstellungen im Stidstoff zur Durchführung zu bringen. Beiß zu, 20 000 m. erhalten zu haben. Beide Angeklagten erklären forderlich. jedoch, daß sie geglaubt hätten, Neben beschäftigung betreiben een beater am 80s wird ein Zuschlag von 50 M. bro Starte erhoben. Vorschläge feien zwar abgelehnt worden, aber, wie wohl nicht allProletariie Feierstunden am Sonntag, den 25. Februar, gemein befannt sei, im wesentlichen aus politischen Gründen. zu dürfen, da sie ihre Dienstpflichten nicht zugunsten des Heiling vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielbaus, Starlitraße. Bum ersten Der Minister verteidigte den Entwurf mit der bestehenden Not verletzt hätten. Rechtsanwalt Bahn machte für Weiß geltend, daß Male bringt ber Sprechchor bas Chorwer! Surm der Gemeinschaft: Lage, die es erheische, auch Maßnahmen vorzuschlagen und in Erer nicht als Angestellter einer Wirtschaftsorganisation verpflichtet Starten à 280 M. im Bezirtsbildungsausschuß, Lindenftr. 3, 2. Hof 2 Tr.; worden sei, da es unterlassen worden wäre, dies, wie die Borschrift Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2; Buchhandlung Freibeit, Urbanite. 7; wägung zu ziehen, die mit den wünschenswerten Zuständen nicht in sei, durch Handschlag zu bewirken. Die anderen Angeklagten, die Landsgemeindehaus Abteilung Buchhandlung, Sophienite, 21; und den be- allen Punkten zusammenzubringen find. Die fatastrophale Die Macht der Finsternis bon Entwertung unseres Geldes habe es notwendig gemacht, durch die Rechtsanwälte Dr. Frey und Dr. Puppe verteidigt Zolitoi, in der Hauptrolle Role Liechtenstein, am Dienstag, den 27. Febr., dafür zu forgen, möglichst wenig Auslandsbevisen für merden, behaupteten, daß, da Heiling jehr oft auswärts gewefen abends 7 Uhr, im Zentraltheater, Alte Jafobitraße. Breis pro Karte die Ernährung des Boltes aufzuwenden. Seiner Ueberzeugung nach fei, es auch im Interesse der Allgemeinheit gelegen habe, durch die 580 M. Garderobe und Theaterzettel frei. Starten im Bureau des Bil- fei es durchaus zweckmäßig, Rohstoffe, d h. Düngemittel, einzuführen Aufsicht die Güte der Waren herbeizuführen. Bezeichnend für den bungsausschusses und bei den Bildungsausschuhmitgliedern der Abteilungen und damit das Getreide im Lande zu erzeugen. Für die Summen, ganzen Vorgang ist der Briefwechsel, der zwischen Die Obleute der Kretsbildungsausschüsse müssen die Starten für die die wir für Stickstoffdüngemittel ins Ausland geben, tönne man im Deutschmann und Heiling geführt worden ist. Die Beweis. Märzvorstellungen umgehend abbolen. nächsten Jahre die dreifache Menge an Getreide er= aufnahme ergab, daß Deutschmann die dienstliche Berpflichtung hatte, Die österreichische Anschluffrage whb heute, Donnerstag, den zeugen als ohne dieselben. Die Beseitigung der Zwangswirt. den Betrieb des Angeklagten Heiling im Interesse der Fett 15. februar, um 7 Uhr, im Höifaal 140 der Universität in einem bom stelle Groß- Berlin zu beaufsichtigen und den Käse Deutschen Studentenbund veranstalteten Bortragsabend bebandelt. Herrschaft fönne nur erfolgen, wenn die Getreideerzeugung für das Inabzunehmen. Nachdem diese beiben Angeflagten miteinander in Sermann sie na I, der zweite Vorsitzende des Desterreichisch- Deutschen land ausreichend sei. Der Entwurf fei als Notgesetz gedacht, nicht als eine dauernde Regelung. Als solche hält sie auch der MiBerbindung getreten waren, zog Deutschmann auch den Angeklagten Bolts bundes, hat bas Referat übernommen. Beiß ins Bertrauen, da dieser die Belieferung der Lohnfäferei nifter für völlig verfehlt. Die Bevölkerung sei durchaus bereit, der Helling mit Rohstoffen direkt unter sich hatte. Die Heiling zuge Landwirtschaft einen angemessenen Breis zu zahlen, wenn sie die Gewißheit erhält, daß die Landwirtschaft ihre Erzeugung steigern wiesenen Vorteile machten erhebliche Vermögensvorteile und damit die Sicherheit für die Bolfsernährung schafft. aus, in der Zeit vom Februar bis September 1919 haben die beiden Angeklagten Deutschmann und Weiß 67 000 M. Provision erhalten. Diese Zahlungen wurden in den Büchern Heilings zunächst verschleiert und, als das auch noch gefährlich erschien, in einem be fonderen Kontobuch geführt, das jetzt verschwunden ist. Helling war burch die ihm gewährten Ueberlieferungen von Rohmaterialien in der Lage, einen großen Teil des von ihm hergestellten Räses 8u hohen Breifen im Privathandel abzusehen. Er hat in furzer Zeit aus diesem Geschäft allein einen Reingewinn von 450 000 Beiß durch ein Versehen nicht als Beamter verpflichtet worden. Mart erzielt. Wie die Beweisaufnahme ergab, war der Angeklagte Nach längerer Beweisaufnahme, in der die Stadträte Rieß und Simonjohn vernommen wurden, kam das Gericht zur Verurteilung des Angeklagten Heiling zu 2 Monaten Gefäng. nis, welche Strafe in eine Buße von 500 000 m. umgewandelt wurde. Deutschmann erhielt 120 000 M. Geldstrafe, Weiß wurde freigesprochen. Die Gelder der Republit". fannten Verkaufsstellen. Genoffe Pastor France spricht heute in der Gesellschaft für republifanija- demokratische Bolitik um 8 Uhr abends in der Arndt- Schule, Stoch. ftraße 13, zur gegenwärtigen politischen Lage. Gäste willkommen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Auch dieser eindringliche Hinweis auf die volfswirtschaftlichen Notwendigkeiten und insbesondere auf die Sicherung der Wolfsernährung hielt die Bertreter der Landwirtschaft nicht Die Einigungsmarten find nunmehr feit über vier Monaten ab, sich scharf gegen den Gefeßentwurf auszusprechen. Man will im Umlauf, und troh mehrfacher Aufforderung von einer Anzahl eben nur freie Wirtschaft, Wucherfreiheit. Die agrarische Abteilungen immer noch nicht vollständig abgerechnet worden. Breffe behauptet, daß nur die jüdischen Händler an der Börse Bersönliche Mahnungen fosten zurzeit viel Borto. Wir bitten die hohen Breise machten. Bisher war uns nicht bekannt, daß deshalb auf diesem Wege nochmals dringend um die fofortige Ab- Herr v. Oppen, Herr v. Wangenheim und dessen Freunde zum Juden3. A.: Aler Pagels. tum übergegangen sind und Börsenhandel betreiben. rechnung diefer Marten. . 3. Kreis. Webbing. Freitag, den 16. Februar, 7 Uhr, Bersammlung ber Mieterausfchiffe im Schulfaal, Bank, Ede Biesenstraße. Thema: Das Reichsmietengefeg". Ref. Genosse Stadtrat Bugly. Heute, Donnerstag, den 15. Februar: s., 90. und 01. st. Rentälu. Berteigenoffen, die sich für die Jugendarbeit zur Verfügung stellen wollen, werden zu einer Borbesprechung heute abend 8 Uhr im Jugendheim, Münchener Str. 52, eingeladen. Sungsozialisten. Gruppe Friedrichshain. 7% Uhr bei Nitschke, Weidenweg 64, Bortrag: Revolutionäre Dichter". Gruppe Treptow. 7½ Uhr Jugendheim, Eisenstr. 3, Vortrag über Bolt und Staat". Ref. Gen. Friedländer. Gruppe Neukölln. 7% Uhr im Jugendheim, Nogatite. 53. Diskussion über ,, Das Parteiprogramm". Gruppe Süben. 7% Uhr im Jugendheim Bär waldstraße 64, spricht Gen. Kurt Seinig über: Deutschlands Butunft". Frauenveranstaltung am Donnerstag, den 15. Februar: bt. 7½ Uhr bei Krüger, Engelufer 23, Frauenabend. Referat der Genoffin Morgen, Freitag, den 16. Februar: 3. Gerhardt. ht tabtbezirke 130 bis 144, 148 The Belprechung der Beamten aines Krüger, Engelufer 28, ames Bildung eines Werbeausschusses und Wahl Obmannes. Die Beamten sind darauf aufmerksam zu machen. Mitglieds buch als Legitimation mitbringen. 7, Bannice. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Reichsadler, Rönigftraße 26. Thema: Die politife Sage und die BSPD.". Nef. Genosse 95. Abt. Neukölln. 7 Uhr Borstandsfigung an bekannter Stelle. Sunglozialisten. Ortsgruppe Rorden. T½ Uhr im Jugendheim, Schönstedter Straße 1( am Brunnenplay), Vortrag des Genossen Weide: Kulturftrömungen und Jugendbewegungen". Gäfte willkommen. Erscheinen aller Mitglieber ist Pflicht. B. Meier. Mit den Mirren der Novemberrevolution beschäftigte sich das Amtsgericht Charlottenburg. Der Schriftsteller Wilhelm Herzog, her Herausgeber des Forum", hatte den Herausgeber der Welt bühne" Siegfried Jacobsohn wegen Beleidigung verflagt. Dem Brozeß log folgende Borgeschichte zugrunde. Balb nach Ausbruch 3. der Revolution hatte der Bantier Schwabach mit dem fommuniftischen Schriftsteller Herzog die Zeitschrift Die Republif" gegründet. Schon nach wenigen Wochen schied Schwabach aus und das Geschäftsunternehmen ging in die Genossenschaft der Arbeiter. räte über. Die finanziellen Schwierigkeiten wurden jedoch so groß. daß abermals nach wenigen Wochen die Zeitung ihr Erscheinen einstellen mußte. Jacobsohn hatte nun in der Weltbühne" in etwa 12 Artikeln Herzog wegen des Zusammenbruches der Zeitung Republik" heftig angegriffen, hatte ihn einen Revolutionsjobber" genannt und behauptet, fein fommunistischer Befähigungsnachweis habe lediglich in der Unterschlagung von Arbeitergeldern bestanden. In der Verhandlung erklärte Jacobsohn, nachdem Einigungsver handlungen gescheitert waren, daß er diese Vorwürfe gegen Herzog 40, aufrecht erhalten müsse. Justizrat Bittor Fränkt, als Mitverteidiger Herzogs, marf dem Beklagten vor, daß er ein haltloses Ge rücht in seiner Zeitschrift verbreitet habe, ohne sichere Unterlagen au befizen. Ein Bublizist, der so leichtfertig handle, fönne nicht Ueber biefes für alle republikanischen Bolizeibeamten wichtige Thema fpricht ernst genommen werden. Jacobsohn erklärte daraufhin, daß Herzog außerhalb des zwischen ihm und dem Bantier Schwabach getroffenen der Landtagsabgeordnete Benoffe Rabold in zwei öffentlichen Versammlungen Bertrages Gelder habe unterschlagen tönnen und beantragte deshalb die Ladung der Abgeordneten Crifpien und Dr. Rosenheute Donnerstag und morgen Freitag, abends 7 Uhr, in den Brunnenfälen, feld, sowie des Geschäftsführers Müller. Das Gericht beschloß bingt erforderlich: ebenfalls find Angehörige anderer Beamten und Berufs deshalb die Verhandlung zu vertagen. Großfener in Lübars. Frauenveranstaltung am Freitag, den 16. Februar: 6, 7 Uhr im Bazenhofer, Belle- Alliance- Str. 47. Thema: Familie und soziale Erziehung. Ref. Frau Soffmann- Gwinner. Sozialdemokratie und Polizei Brunnenstraße 15. Das Erscheinen aller denkenden Polizeibeamten ist unbe gruppen befonders eingeladen. Jugendveranstaltungen. Heute, Donnerstag, den 15. Februar: Reutila I. Jugendheim Münchener Str. 503, Diskussionsabend: Unfere Rieberidonewelbe, Jugendheim Gemeindeschule Berliner Straße, 8eitung". Südwesten. Achtung! Die Beranstaltung Schönheiten ber Mark. Bortrag; Webbing. Jugendheim findet doch im Jugendheim Lindenstraße 8 statt, Gemeindeschule Ruheplasstraße, Lefeabend: Die Theorien des modernen Stralauer Biertel Jugendheim Gemeindeschule Naglerfie. 3, Sozialismus". Bortrag: Das Judentum". Gin weithin sichtbares Schadenfeuer von größerer Ausdehnung alarmierte am Mittwoch abend die Berliner Feuerwehr und zahlreiche freiwillige Wehren der nördlichen Vororte, sowie der Ge meinden des Kreises Niederbarnim. Es brannten in der Platanenstraße auf einem Holzplatz in Lübars große Mengen von Baumaterialien aller Art für Siedlungszwecke. Die Wehren von Lübars, Waidmannsluft, Rosenthal, Reinickendorf, Schildom, Hermsdorf und anderer Gemeinden rückten in den Abendstunden aus. Die Bere liner Feuerwehr entsandte den 24. Löschzug. Als die Wehren an der sehr entlegenen Brandstelle antamen, hatten die Flammen schon eine solche Ausdehnung erreicht, daß die Wehren angesichts des Baffermangels sich darauf beschränken mußten, die Nachbar- 17. grundstücke zu schüßen und das Feuer einzufreifen. Mit zahreichen Schlauchleitungen fonnte schließlich der Brand eingedämmt und in Später Nachtſtunde gelöscht werden. Der Schaden soll ganz bedeutend sein. Leider ist ein großer Teil der vernichteten Baumaterialien nur ganz ungenügend versichert. Die Entstehungsursache wird auf unvorsichtigkeit bei der Heizung einer Wächterbude zurückgeführt Ein Zentner Brifetts 6945 Mart. Durch die heute eintretende hundertprozentige Erhöhung ber Bahnfracht ist eine entsprechende Herauffegung der Kleinverkaufspreise für Brifetts erforderlich geworden. Die Brifett pretie stellen sich mit Wirkung vom 17. ds. Mis wie folgt: Briketts je Zentner ab Lager 6945 M., frei Keller 7225 M. Bei fubren weiser gieferung 6015 m., 7180 M. Ueber die Erhöhung der Kokspreise ergeht in den nächsten Lagen entsprechende Belannt machung. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Berein für Gefundheitspflege im Südwesten Berlins. Am Sonnabend, ben februar, findet in der Aula der Oberrealschule zu Steglis, Elifenftr. 3, abends 8 Uhr, ein Sohnren- Abend zum Besten der Errichtung eines Schwimmbabes im Stegliger Luftbade statt. Profeffor Dr. Sohnren wird aus eigenen Werten vortragen. Sozialdemokratischer Männerchor Brenzlauer Tor. Die nächste Uebungs unbe findet Freitag, den 16. d. M., 8 Uhr, bei Schneider, Prenzlauer Allee 43, ftatt, Pünktliches Erscheinen Pflicht. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft still. Fische knapp, Geschäft ziemlich rege. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. Am Mittwoch galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleison 2800-3500 M., ohne Knochen 3600-4600 M. SchweineKalbfleisch 2900 fleisch 3600-6000 M. Hammelfleisch 3500-4600 M. bis 3700 M. Rindertalg 5600-6250 M. Rückenfett 6600-6800 M. Schellfisch 1500-2100 M. Kabeljau 1200-1800 M. Rotzungen 1200-1600 M. Grüne Heringe 1200-1450 M. In Eis: Schleie Dorsch 800-1000 M. 8000-3500 M. Hechte 2400-2800 M. Lebende Schlele 4000-4300 M. Naturbutter 6000-6500 M. Margarine 3500 bis es ist ganz felbftverständlich, daß die Kohlenhändler die Bei Hechte 3750-4200 M. 4800 M. Schweineschmalz 5000-5400 M. Hafergrütze 1175 M. Kartoffelihnen lagernden Bestände noch zu den alten Preifen mehl 850-925 M. Weißkohl 110-120 M. Wirsingkohl 135-170 M. Das Bublifum muß felbit eine firenge Rosenkohi 600 M. Mohrrüben 40-50 M. Kohlrüben 35-48 M. Grünabzugeben haben. Stontrolle üben und jeden ihm befannt werdenden Fall sofort une kohl 200-300 M. Rotkoh! 180-225 M. Zwiebeln 50 M. Edäpfel 250 nachsichtlich der Wucherpolizei zur Anzeige bringen. bis 500 M. Apfelsinen 275-350 M. das Stück Das Kohlensyndikat bleibt bestehen. Die Verlängerung der Geltungsdauer des Vertrages des rheinisch- westfälischen Stohlensyndikats ist bis zum 30. September b. J. beschlossen worden. Starte Zunahme des Banknotenumlaufs. Der Reichsbantausweis vom 7. Februar stelyt wieder im Zeichen der mit Hochdruck arbeitenden Notenpresse. Der Umlauf an Banknoten stieg in der ersten Februarwoche um 268 Milliarden auf 2,52 Billionen Mart. Gleichzeitig war auch die Reichsbant starten Kreditansprüchen ausgefeht. Sie vermehrte ihren Bestand an Handelswechseln um 203,9 auf 901 Milliarden Mart, den an Reichsfchahanweisungen um 315 auf 1924 Milliarden Mart. Das Geldguthaben, das die Reichs bant bei der Bank von England befigt, wurde bisher zum Zwed der Stügung der Mart nicht in Anspruch genommen. Goldrechnung in Polen. Die polnischen Bestsparkassen beginnen ab 15. Februar mit der Annahme von Einlagen, die in polnischen Boldgulden(= 1 Goldfrank) nach dem jeweiligen Kurse verDie Auszahlungen werden in polnischen rechnet werden sollen. Bapiermart ebenfalls nach dem Tagesturje erfolgen. Auf diese Weise sollen die Einlagen vor Entwertung geschüßt werden. Den Spartassen werden sich voraussichtlich in den nächsten Tagen auch zwei Banten anschließen. Der Plan der Goldrechnung bei den Kreditoperationen der Polnischen Darlehnskasse, der vom Finanzminifterium ausgearbeitet worden ist, sieht eine Umrechnungs. weise für den polnischen Goldgulden in Papiermark vor, wonach sowohl der Kurs des Goldfrant als die Getreidepreise berücksichtigt werden sollen; die Festsetzung des Umrechnungskurses foll zweimal im Monat erfolgen. Polnische Währung in Osteberschlesien. Der Wojewodschaftsrat Don Ostoberschlesien hat sich mit dem Plan des polnischen Finanzminifteriums zur Einführung der polnischen ährung in Oftoberschlesien neben der deutschen ab 1. März ein verstanden erklärt. Bon der Kattomizer Handelstammer foll täglich der obligatorische amiliche Umrechnungsturs festgesetzt werden. Devisenturse. Unserer geftrigen Rurstafel find noch folgende amtlichen Notierungen nachzutragen: 100 österreichische Kronen aba geftempelt 32,41 Gelb, 32,59 Brief; 1 tschechische Krone 703,23 Geld, 706,77 Brief; 1 ungarische Krone 8,84 Gelb, 8,90 Brief; 1 bulgarische Lewa 127,68 Geld, 128,32 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 237,40 Geld, 238,60 Brief. 1 Bolenmart galt im freien Berfehr etwa 52 Bf. Wetter bis Freitag mittag. Beitweise aufflarend, jedoch überwiegend bewollt mit wiederholte, meist gezingen Schneefallen, gelinderem Frost und meist schwachen veränderlichen Winden. * Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherberg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer NÄCHSTE ABFAHRTEN: George Washington President Roosevelt President Harding America 21. Februar 28. März 28. Februar 4. April 21. März 25. April 11. April 16. Mai Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Verlangen Sie Prospekte una Segellisten Nr. 83 UNITED STATES LINES BERLIN: W 8, Unier den Linden 1; NW 40, Invalidenstraße 93; W9, Budapester Straße 5 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen MillionenPreisausschreiben in Dollar ( 100 Dollar und 5 Millionen Mark) 3ett heißt es: Nerven baben! Durchhalten! Das feßt eine gute Ernährung voraus. Essen und Trinken aber ist heute teurer denn je. Es ist jedoch unbedingt notwendig, daß dem Körper die erforderlichen Nährstoffe zugeführt werden. Denn Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen! SABZ Nehmt Leciferrin Es gibt Kraft und Lebensfrische, auch ist es, an den heutigen Preisen der Lebensmittel gemessen, billig! Es ist das Kräftigungsmittel der Gegenwart! 100 Dollar und 5 Millionen Mare verteilen wir unter folgenden Bedingungen an alle, die Leciferrin zur Ergänzung der täglichen Nahrung nehmen. 1. Es muß der Nachweis erbracht werden, baß mindestens 5 Flaschen Leciferrin ober 6 Schachteln Leciferrin- Dragées verbraucht wurden, benn ein geringeres Quantum ist lediglich ein Tropfen auf ben heißen Stein. Der Nachweis tann am besten burch die Ablieferung ber leeren Flaschen bzw. Schachteln erbracht werden. 2. Die Flaschen müssen bis zum 31. Mai 1923 in dem Werk Mainfur ber Galenus Chemischen Industrie, Postadresse Fechenheim, abge liefert werden. Die Flaschen sind im gereinigten Zustande, gut berpadt, einzusenden. Für Schachteln genüg: das Decel Elifett. Porto wird auf Wunsch vergütet. 3. Es muß ein furzer, höchstens 100 Worte umfaffender Bericht mit gefandt werden, ber die nerdenstärkende, blutbildende und fräftigende 1. Dreis.. Wirkung beweist. Diese Einsendungen sind in geschlossenem Brief. um chlag unter dem Kennwort Leciferrin Dreisausschreiben" an Galenus Chemische Industrie, Wert Maintur, post Fechenheim, zu richten. 4. Einen der nachfolgenden Preise erhält, wer diese Bedingungen erfüllt. Einsenden von Bildern und Zeichnungen ist anheimgestellt. Preisgekrönte Einfendungen werden Eigentum der Galenus- Werte. Sonstige gute Entwürje behält sich die Firma bor, für Reflame zwede zu erwerben. Richtgeeignete Illustrationen werden auf Wunsch zurückgesandt. 5. Ueber die besten Einsendungen entscheidet das Preisgericht, dessen Urteil unanfechtbar ist. 50 Dollar 2. Preis.. 3. Preis.. 4. Dreis.. 25 Dollar 15 Dollar 10 Dollar Außerdem 50 Troffpreise zu je 100 000 Mark Die Beträge sind bei der Disconto.Gesellschaft, Frankfurt a. M., hinterlegt. Die Veröffentlichung der Preisträger erfolgt im Juni 1923 in der Berl. Illuftr. 3tg.". Preisrichter: 1. Schriftsteller Fedor von Zobeltik, Berlin 2. Prof. 3. B. Ciffarz, Städt. Kunstgewerbeschule Franff. a. M. 3. J. K. Delavilla, Maler u. Graphifer, Frankfurt a. M. 4. K. Gubalfe, Propaganda Chef im Ullsteinhaus, Berlin 5. Aus dem Direktorium der Galenus Werke: Bernhard Franz GALENUS CHEMISCHE INDUSTRIE FRANKFURT A Tietz BILLIGE Lebensmittel Fette Soweit Vorrat Gemüse 10 Schweineschmalz 4800.- Möhren Möhren.............. Pfund 55.amerikanisches. Pjand 55.Pfand 55.Rinderfett.... Pfand 4000.- Rote Rüben...... Pfand Kokosfett 4200.- Sellerie.............. Pfand .... Pfand Margarine Pfund 4800.- Kohlrüben........ Pfund ........ Pfund 35.Tafel- Margarine 2600.- Weisskohl....... Pfand 110.2- Pfund Stück Sprollen 1200 Kaninchen 1200 Pfand Theater, Lichtspiele usw. 6pernhaus 7 Uhr: Volksbühne 7 Uhr: Oberon Mein Leopold Schauspielhaus Lessing- Th. Ein Polterabend 7 Uhr: FAUST Das Fest der Handwerker Frtg. 7%: Liebelei. Die Lore 7 Uhr: Deutsch. Theat.bd 7 U. z. 1. Male: Bürger Schippel 7301-7400 Sonnt, 71: Birger Schippel 7. Abonn.- Vorstellg 7 Uhr: Improvi sationen im Juni Deut. Künstler- Th. Freitag 72: Penthesilea Kammerspiele 8: Der Kreis Frtg. 72: Improvi. sationen im Juni Gr.Schauspielh. ( Karlstraße) 72: Die törichte Jungfrau Frte. 7: Die torichte Jungfrau Sonntag, d. 18. Febr. 2 Uhr: Maschinenstürmer Theater 1. d. Heute geschlossen Frtg. 7 U. z. 1. Male: Der Fürst von Pappenheim Sonnab b Mont.: Der Fürst von Pappenheim Der Blaue Vogel U. Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 Allabendlich Xonigrätz. Str. Das 3. Programm 7.30: Aus d. Leben d. Insekten Theater des Ostens gefr. Pjd. Leipziger Str. Fleisch Alexanderplatz Kalbsrücken..Pfund 1700.Kalbskamm..Pfund 1800.Kalbskeulen. Pfund 2000.Rinderherzen 1900.Rinderkamm Pfand 1900.Rinderbrust..Pfund 2000.Pland 2400.prima, gepökelt....... Pfund Gehacktes Ueber die aufsehenerregende Erstaufführung des phantastischen Schauspiels: ,, Aus dem Leben der Insekten" im Theater i. d. Königgrätzer Straße schreibt Alfred Kerr im Berliner Tageblatt: ,, Es gab einen Erfolg, der im Anfang stark und gegen den Schluß brausend war." Täglich 7.30 Uhr. Komische Oper ( 7) Dir.: James Klein( 72) Internat. Revue in 25 Bildern Europa spricht davon 6 Balletts! 200 Mitwirkende! Mr. Jackson vom Alhambra- Theater in London mit seinen engl. Girls sowie die bekanntesten Darsteller von Bühne und Film Vorverkauf ununterbrochen Admirals- Varieté unübertrefflich 730 30 Febr.- Programm ( Rose- Theater) Ortstrankeutaffe für das Bad7/ U.: Loge Nr. VII drudgewerbe zu Berlin Walhalla- Th. Komödienhaus 8: Kameraden Berliner Th. 7.15: Madame Heirate Deine Frau Pompadour Hilde Wörner, Roberts, Bötel, Haskel Deutsch. Opernhaus 7 Uhr. Tägl. 74: Central- Theater 7 Uhr: Die Macht d. Finsternis Casino- Theater Die Fledermaus Uhr: Der neue Schlager Große Volksoper Zum blauen Kakadu im Theat. d.Westens 7 U.: Schmuck d. Madonna Intimes Theater 8 U.: Frau Adas G. m. h. H. Die G'schamige Auf Grund der Berordnung über Grund13hne usw. vom 2. Februar 1923 hat der Borstand in der Gigung vom 12. Februar 1923 beschlossen, auf die bestehenden zehn Lohnstufen weitere vier aufzubauen. Diese Lohnftufen erhalten einen Grundlohn von 2000, 2600, 3200 und 3600 R. Nach diesen Sägen werden die Leistungen der Kaffe berechnet. Mitglieder, deren Grunblohn te bisher bei der Staffe vorgeschriebene Höchstgrenze übersteigt, haben erft am 29. Tage nach dem Infrafttreten der Aenderung, also vom 12. März 1923, Anspruch auf das höhere Krankengelb. Ueber die Meldungen sind die Herren " Arbeiter Berlins! Sonntag, den 18. Februar, vormittags 10 Uhr, im Saalbau Friedrichshain und Kliems Festsale, Haserheide 2Matinces Mitwirkende: Männerchor Friedrichshain, Sängerder Wedding, M. d. A.S.B., Turn- u. Sportverein Fichte, E. Friedrich, Rezitationen, Mandolinenorchester Napoli, I. Bandonionklub, Streichorchester Ansprache: Bundesvorsitzender Karl Tiedt Saaleröffnung vorm 9 Uhr, Anfang 10 Uhr Eintrittspreis 100 Mk. Während den Darbietungen bleiben die Türen geschlossen! Internationaler Bund der Kriegsopfer Gauleitung Berlin- Brandenburg Vorverkauf: Karl Bergmann, Oranienstr. 160- International Bund Görlitzer Str. 46, Internationaler Bund Tegeler Str. 15, Marggraf, Sekretariat Münzstraße 24, III, sowie bei allen Ortsgruppenkassierern des Internationalen Bundes beitgeber durch Rundschreiben direkt untersichtet. Druchtilde dieſer vorläufigen Ungeheuer SCALA Raffenlokal zu haben. 8. Der Mastergatte Jnternat. Artur Scholem, Lustspielhaus 8 U.: The New York- Berlin Uhr: Borsigender. billig! **** Sawelt Vorrat Wurstwaren Corned beef and ausgew. 3800.4400.amerikan., aus Zungen gewogen. Pfund Mettwurst. Br. Art 5500.Rotwurst Thing 3800...Pfand n. Thüring. Art.Pfund Sülzwurst.... 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