Nr. 78 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 39 Bezugspreis: Für den Monat Februar 2600 92. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Desterreich und Luxemburg 3600 M., für das übrige Ausland 4600 M. Poftbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank reich. Holland. Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage..Boll und Reit", ber Unter. haltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage.Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. " Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 120 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle Loftet 800 W. Reklamezeile 4000. Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 250 M.( zulässig zwei fett. gebrudte Worte), jedes weitere Wort 150 M. Stellengesuche das erste Wort 150 M., jedes weitere Wort 100 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwet Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 200. Anzeigen für die nächste Rummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GB.68, Linden. ftraße 3, abgegeben perden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nacm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Döuhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Freitag, den 16. Februar 1923 Protestkundgebung in Kopenhagen. Kopenhagen, 15. Februar.( Rigau- Bureau.) Die dänische So Es ist die Zukunft ganz Europas, die durch Frankreichs Wiederauf zialdemokratie hielt gestern eine Bersammlung für die Mitglie nahme des Krieges gegen den befiegten waffenlosen Feind bedroht der der sozialdemokratischen Bereine ab, die den 2000 Personen wird. Die Ereignisse lehren uns, bie fommunistische 3er faffenden großen Saal des Konzertpalais füllten; der Andrang war[ plitterung tief zu beklagen, die die Arbeiterklasse gerade in den fo groß, daß viele teinen Platz mehr fanden. Ländern geschwächt hat, von denen jetzt die militaristische Gefahr Der deutsche sozialdemokratische Führer droht. Laßt uns das gute Beispiel geben, das uns berechtigt, unseren Otto Wels Brüdern in diesen Ländern zuzurufen: Sammelt Euch im Rampfe für den Frieden! Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Boltschecktonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 8 Ein Vorschlag Renaudels. " Im Populaire" unterbreitet Genosse Renaudel den weg aus dem Ruhrtonflikt zeigen soll. Nach einem deutschen Sozialdemokraten einen Borschlag, der einen Ausuns zugegangenen Pariser Telegramm- das Blatt mit den Ausführungen selbst liegt uns noch nicht vor setzt Genoffe Renaudel auseinander, daß die deutschen Sozialdemokraten Ausführungen selbst liegt uns noch nicht vor mit Recht gegen die Belegung protestieren, daß sie zugleich aber auch sagten, die deutsche Regierung dürfe feine Gelegenheit vorübergehen lassen, um zu Verhandlungen zu hielt, von starten Ovationen begrüßt, mit der ganzen glüIn einer zum Schluß angenommenen Entschließung tommen. Zu diesem Zweck, fährt Renaudel fort, sollte die henden Leidenschaft, die ihn als Redner fennzeichnet, eine auf Tatfachen und Dokumente aufgebaute Rede für das unglüd- heißt es: deutsche Regierung schon jetzt in eine Diskussion willigen, und liche deutsche Volf. Er erinnerte zum Schluß daran, daß so- Parteien und einer Anzahl von Arbeiterversammlungen in Frant. daß bei einem günstigen Abschluß der Verhandlungen das Anschließend an die Protefte, die von den sozialdemokratischen zwar unter der bindenden Zusicherung von der anderen Seite, wohl das Ministerium Wirth wie das gegenwärtige Minifterium reich, Belgien und England gegen die militärische Belegung des Ruhrgebiet geräumt werde. Die deutsche Regierung Cuno auf dem Programm der Erfüllungspolitit be- Ruhrgebiets angenommen wurden, spricht die in Ropenhagen am müffe aber ihren Willen fundgeben, die Erfüllungsgründet seien. 14. Februar abgehaltene Bersammlung namens der dänischen Sozialpolitik fortzusetzen. Die französische Regierung ihrerseits Bels erklärte: Deutschland ist eine demokratische Republit, die demokratie das tiefste Bedauern über den durch die Besetzung müsse formell erklären, daß das einzige Motiv der Ruhrbe Arbeiterklasse hat sich in Deutschland größere Freiheit und geschehenen größeren Einfluß als in irgend einem anderen Lande ersetzung sei, die Reparationen durch Pfänder zu sichern und worben. Aber die Nationen, die den Krieg führten, um den deut aus. Die mit der Ruhrattion eingeleitete Politik erschwert die 3ahlungen zu erlangen. Man dente nicht an eine schen Militarismus und das deutsche Junfertum zu vernichten und europäische Wiederaufbauarbeit und schiebt sie hinqus und bedroht verlängerte Besetzung, und die Räumung werde auf alle Fälle den Bölkern ihre Freiheit zu sichern", bedrohen jetzt Deutschlands das ökonomische Leben der Länder, auch der neutralen, mit weiterem erfolgen, sobald Deutschland formelle Verpflichtungen überVolksherrschaft. Die deutsche nationalistische Presse bankt Berderben, weshalb diese Entwidlung mit der größten Besorgnis nehmen und die Pfänder oder Garantien geliefert habe, die Die dänische Sozialdemokratie begrüßt mit es für nötig halte und die die französische Regierung für beoffen Gott für Poincaré, deffen Politit die Reaktion in Deutschland zu betrachten ist. zum Siege führen werde. Ich rufe euch zu: Die deutsche demokratische Freuden die Sammlung der sozialdemokratischen Barteien, die jetzt friedigend erkläre. Sobald die beiden Barteien diesen Standzum Siege führen werde. Ich rufe euch zu: Die deutsche demokratische im Begriff steht, sich zu vollziehen, und spricht ihre Zustimmung punft angenommen hätten, müßten sie zustimmen, daß das zu der Friedens- und Versöhnungspolitik aus, die jederzeit das Pro Problem unverzüglich dem Völkerbund zum Schiedsgramm der internationalen Sozialdemokratie gewesen ist. Nur durch spruch unterbreitet werde und daß die Bereinigten Zusammenarbeit an einem pofitiven Aufbauprogramm fann der Staaten aufgefordert würden, sich daran zu beteiligen. Republik ist nicht verantwortlich Friedensbruch für die Auswüchse des deutschen Militarismus, hat aber gleichwohl die schwere Buße übernommen. Den Kampf, den die deutschen Arbeiter im Ruhrgebiet führen, führen sie nicht für die beut, Wiederaufbau der durch den Krieg verwüfteten Länder ftattfinden, Renaudel wisse wohl, daß seine Borschläge nicht als radikal schen Kapitalisten oder für die deutsche Regierung, fondern aus dem innerften Antriebe des eigenen Herzens. Geht die deutsche Industrie zugrunde, so wird ganz Europa in den Fall mitgeriffen. Wir halten noch in der Stunde der Berzweiflung an der Hoffnung fest, daß die Bernunft in der Welt fiegt. Wir wissen, daß erst der Sozialismus den vollen Sieg, des Rechtes bringt.( Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Der Bizepräsident der norwegischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Advokat Puntervold, gab der Zustimmung der norwegischen Arbeiter Ausdrud, worauf der Borsigende der dänischen Sozialdemokratie, Follethingsabgeordneter Stauning, mit einer anfeuernden Rede schloß. Er segte: Wir fühlen tiefft es Mitleid mit Deutschlands Arbeiterfiasse und wünschen von Herzen, mehr deutschen Arbeitertindern helfen zu fönnen. Wir wünschen, daß fein Bolt, auch nicht das deutsche, vernichtet wird. Wir fühlen, daß auch unsere Existenz auf dem Spiel steht. Zwei Aufrufe der Bergarbeiterverbände. Bielefeld, 15. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Sämtliche deutschen Bergarbeiterverbände veröffentlichen folgenden Aufruf an die Arbeiterschaft der Welt: und nur durch Frieden unter den Bölfern fann die Entwidlung von Rultur und Probuftion ermöglicht werden, die Lebensbedingung für alle Bölker ist. Die dänische Sozialdemokratie und die ganze dänische Arbeiterklasse grüßt die kämpfenden Bruderparteien genug angefehen werden fönnten, jedoch erlaubten fie eine Bresche in die Mauer zu legen, die die beiden Regierungen voneinander trenne, und dies sei wesentlich. Soweit der Vorschlag Renaudels. Wenn wir ihn recht in Frankreich, Belgien, England und Deutschland und fagt ihnen verstehen, so ist folgendes gemeint: Die beiderseitigen RegieSolidarität im Kampfe gegen die internationale tapitalistische Re rungen sollten sich zunächst einmal über ihre Verhandlungsaktion und den Militarismus zu. Die Waffen nieder! Nieder mit ziele grundsäglich einigen in der Weise, daß gegen die Festdem Kapitalismus! Es lebe die internationale Bruder fetzung eines durch Garantien gesicherten ReparationsproBrudersetzung schaft der Völker! gramms die Räumung des Ruhrreviers erfolgen soll. Damit ist offenbar auch gesagt, daß die Räumung sofort und vollständig erfolgen soll, sobald das Reparationsprogramm einverständlich festgesetzt ist. Die Festsetzung dieses Programms sowie sonstiger Einzelheiten des Ausgleichs foll dann aber nicht in Separatverhandlungen zwischen der deutschen und der französischen Regierung, sondern durch den öiferbund unter Heranziehung der Vereinigten Staaten von Amerika erfolgen. Stocholm, 15. Februar.( EP.) In einer Maffenversammlung der Arbeiter in Strömsund wurde eine Entschließung ange nommen, in der die Arbeiterschaft Schwedens aufgefordert wird, gegen die Fortsetzung der französischen Ruhroffupation zu protestieren. Ferner wird die schwedische Arbeiterschaft ersucht, dahin zu wirken, daß Schweden aus dem Bölfer bunde austrete, da der Böllerbund in internationalen Fragen versagt habe. Es handelt sich also um ein Spiel, an dem vier Bartner, Folge. Der Druck der Frembherrschaft trifft ganz besonders die deutsche Regierung, die französische Regierung, die amedie Arbeiter, die Frauen und Kinder, die alten Invaliden, Witwen ritanische Regierung und der Völkerbund, beteiligt sein sollen, und Waisen schwer. Größtes Elend ist die Folge der Be- und ihrer aller Bereitschaft zur Beteiligung ist die Voraus fegung. Dies jedoch nicht allein. Dies jedoch nicht allein. Die franzöfifche Militärherr fehung des Erfolges. Zunächst kommen die deutsche und die schaft schändet die Zivilisation. Sie verhindert den französische Regierung in Betracht. Die deutsche Regierung Mitten im Frieden ist die Bevölkerung des Rhein- und Ruhr iederaufbau Europas dadurch und hemmt das wirt. hat zur Verhandlungsfrage verschieden nuancierte und ver gebietes von der franzöfifa belgischen Militärmacht überfallen wor- fchaftliche Streben der Menschen nach Wohlstand und Kultur und fchieden auslegbare Erklärungen abgegeben, die jedoch keine ben. Die organisierte Arbeiterschaft ganz Deutsch- desorganisiert das ganze wirtschaftliche Leben Festlegung in dem Sinne enthalten, daß die Aufnahme lands hat getreu ihren Grundsägen und ihrer Tradition den der Welt zum Schaden aller Böller. Das Borgehen der Besatzungs. Don Verhandlungen erst nach Räumung der widerrechtlich beRempf gegen Imperialismus und Militarismus aufgenommen. truppen wird die Arbeiterschaft Deutschlands in ihrem Widerstands fegten Gebiete erfolgen darf. Wir glauben, daß die SchwieDiefen Stamp führt sie nicht mit militärischen Waffen und Gewalt, willen nicht schwächen. Im Gegenteil, er wird dadurch gestärft. rigfeiten auf der deutschen Seite die geringsten wären, wenn fondern durch passiven Widerstand gegenüber gewaltsamer Unter- Wir sind entschlossen, den Kampf gegen Imperialismus und Mili- es erft gelungen wäre, die anderen zu überwinden. drückung und Knechtung. Leider aber hat man in Deutschland aus der französischen Stellen in Baris die Absicht bestände, das Ruhrrevier für abBresse den Eindrud gewonnen, als ob an den entscheidenden Der französisch- belgische Militarismus zeigt sich bei seiner Aktion im Ruhrgebiet wie jeter andere Militarismus in seiner wahren Ge tarismus zu seinem Ende zu führen. An Euch, Arbeiter der Welt, wenden wir uns. stalt. Mißhandlungen, Ermordungen und Berge uns in diesem Kampf zu unterstüßen; denn unser sehbare Zeit in der Hand zu behalten, und als ob die leb waltigungen frieblicher Menschen sind feine Spuren. Einige Beispiele, wie brutal die Bergarbeiter behandelt werden, wollen wir euch hier aufzeigen: Sieg ist auch Euer Sieg! Verband der Bergarbeiter Deutschlands. Gewertverein chriftlicher Bergarbeiter Deutschlands. Polnische Berufsvereinigung, Abflg. Bergarbeiter. Gewerkverein Hirsch- Dunder, Abtig. Bergarbeiter. hafteste Abneigung ggen den Plan bestände, die Reparationsfrage dem Bölkerbund zu überweisen. Wir müssen auf Grund dieser Presseäußerung zu der Meinung gelangen, daß es in Paris zurzeit feine Regierung gibt, die bes reit wäre, den Vorschlag Renaudels in Erwägung zu ziehen. 3ft dem aber wirklich so, dann bleibt der Vermittlungsvorschlag aussichtslos, solange nicht in der offiziellen Haltung Frankreichs ein entscheidender Um fchwung eintritt. Es wird dann der Fall des Bergarbeiters Haumann aus Brechten bei Brombauer, der von einem französischen Bosten hinterrüds und grundlos erschossen wurde, angeführt. Am 8. Februar wurden vier Bergleute in Redlinghausen auf dem Die gleichen Bergarbeiterverbände wenden sich in einem anderen Wege zu ihrer Arbeit von französischen Soldaten niedergeschlagen. Der Bergmann Walfer ist am 9. Februar morgens früh auf dem Aufruf an die Bergarbeiter des Ruhrreviers: Wege zur Beche von einem franzöfifchen Soldaten niedergeschlagen„ Die Ereignisse der letzten Tage, vor allem die Mißhand. und auf dem Boden lieger d wie ein Stück Bieh mißhandelt worden. Iung und Berhaftung von Funktionären der Arbeitnehme: Wie groß die Schwierigkeiten auf französischer Seite sind, Ein brutaler Gemaltaft ereignete sich am 11. Februar auf der Zeche organisationen, besonders der Bergarbeiterverbände, zeigen mit Prosper bei Botropp. Dort wurden friedliche Bergarbeiter Deutlichkeit, daß die Besagung versucht, die Arbeiterschaft zu provo. ergibt sich u. a. auch aus, einer neuesten Aeußerung des auf ihrem Arbeitsplatz von belgischen Soldaten überfallen, miß- zieren. Ihre bisherige ruhige, aber entschlossene Ab. Gaulois", in der folgendes erklärt wird: handelt, und unter fortwährender Drohung mit scharfgeladenen wehrtattit ist den Eindringlingen unbequem. Sie versuchen Es wäre wohl möglich, daß Frankreich unter gewissen Bedin. Waffen sollten fie zur Arbeit gezwungen werden. Als sie dies ab- durch einen allgemeinen Ausstand der Arbeite: und durch blutige gungen die Intervention eines Dritten annähme. Aber dieser lehnten, wurden sie mißhandelt und niedergeschlagen. Auf der Zeche Zusammenstöße mit ihnen ihr Ziel zu erreichen, was ihnen bis Dritte müsse sowohl Frankreichs Rechte als auch den Grundſaß der Ewald in Ertenschmidt wurden 14 Bergleute gezwungen, ein beschlagnahmtes Auto vier Kilometer weit von Erfenschmidt ießt nicht möglich gewesen ist An die Bergarbeiterschaft richten produktiven Pfänder anerkennen, die Frankreichs einzige Sicherheit nach Hornbug zu schieben. Sie wurden dabei durch Kolbenschläge wir beshalb die bringende Mahnung, sich nicht provozieren feien. In der besonderen Lage, in der sich Frankreich befinde, mißhandelt Bier Betriebsratsmitglieder wurden verhaftet. Die zu lassen, sondern Ruhe und Besonnenheit wie bisher zu be. tönne es sich tatsächlich nicht vor einem Schieds. übrigen 10 wieder freigelassen. wahren nur dadurch wird es gelingen, den Abwehrkampf gegen gericht auf dem Fuße der Gleichheit mit Deutsch. Diesen Schandtaten werden von den Offizieren der Besatzungs. die Fremdherrschaft siegreich zu beenden. Tand treffen. truppen täglich neue hinzugefügt. In entfeglicher und graufamer Dem französisch- belgischen Imperialismus und Militarismus Weber die Regierung Cuno noch irgendeine andere Beise wird die friedliche und wehr lose Ruhrbevölkerung von Offi- wäre nichts erwünsch'er als ein allgemeiner Aufstand. Kommu- deutsche Regierung wird darauf verzichten fönnen, bei fünf. zieren mit Reitpeitschen mißhandelt. Die Bewohner nisten und Unionisten, die fortgesetzt nach dem Generalstreit tigen Verhandlungen als gleichberechtigter Partner enerkannt merden auf offener Straße schonungslos durchgepeitscht. Von den übrigen Bergarbeiterstädten und Dörfern find ähnliche Fälle au ufen, unterstüßen bewußt oder unbewußt die Pläne zu werden. Andernfalls würden die Berhandlungen nicht ihren Namen verdienen, vielmehr würde das Ganze auf verzeichnen. Aus Essen wurden an einem Tage allein 22 folcher Poincarés. Fälle gemeldet. Das sind einige brutale Gewaltakte der Befagungs- Babri Ruhe und Besonnenheit und folgt den Beisungen der ge- Deutschland aber ist bis zum letzten Mann und bis zur letzten Kameraden, tretet diesen Generalftreitpropagandisten entgegen! die Entgegennahme eines neuen Diftats hinauslaufen. In truppen am Rhein und an der Ruhr. Wahrt Große Erbitterung der Ruhrbevölterung ist ihre wertschaftlichen Organisationent Frau die Ueberzeugung allgemein, daß es teinen Ausweg aus dem Elend Europas gibt, wenn nicht mit der Politik der Diktate, der Drohungen, der Erpressungen, der Gewalttaten endlich ein Ende gemacht wird. Besteht begründete Aussicht, dieses Ziel zu erreichen und ein wirklich geordnetes Nebeneinen.berleben der beiden Völker zu ermöglichen, so können auch die absonderlichsten Umstände kein unüberwindbares Hindernis für die Einleitung von Verhandlungen darstellen. Besteht solche Aussicht nicht, dann wird keine deutsche Regierung den Weg zu einem Verhandlungstisch nehmen wollen, an dem sie zu eben erst verübtem schändlichen Unrecht nur neue Demütigungen zu erwarten hat. Wir müssen also an Genossen Renaudel die Frage richten: Glaubt er, daß die französische Regierung bereit ist, den von thm gewiesenen Weg zu betreten oder daß eine neue franzöfifche Regierung in absehbarer Zeit dazu bereit sein wird? Könnte Renaudel diese Frage bejahen, so würde sich daraus ene ganz außerordentliche Erleichterung der Lage ergeben. Kann er das aber nicht, so wird er auch verstehen, daß die beutsche Sozialdemokratie erst dann imftande sein wird, die deutsche Regierung auf einem bestimmten Weg vorwärts zu stoßen, wenn sie die lleberzeugung gewonnen haben wird, daß von der anderen Seite her gleich starte Kräfte zum g'eichen Siei wirten. Die deutsche Sozialdemokratie will eine vernünftige Lösung des Reparationsproblems, fie mill die Verständigung zwischen dem deutschen und dem französischen Volk, und sie will die Erreichung dieses Ziels nicht pon Prestigefragen abhängig machen. Dieses Ziel wird erreichbar fein, wenn der Geist, der unsere französischen Genossen befeelt, auf die Polink Frankreichs maßgebenden Einfluß ge moren haben wird. Gelingt es Renaudel, die Hindernisse zu überwinden, die sich in Frankreich feinem Borschlag ent gegenstellen, dann werden auch in Deutschland die Hindernisse nicht unüberwindbar sein. Es ist aber ein großer Unterschied zwischen dem Geist Renaudels und jenem Geist, der im Ruhrrevier mit der Reitpeitsche umgeht. Mit ihm gibt es feine Berständigung, am wenigften für Sozialisten. Und darum wiederholen wir den Ruf an die franzöfifchen Genoffen, daß fie ihre Anstrengungen mit denen der Arbeiter der gesamten Welt vereinigen mögen, um dem brutalen Regiment das rechtswidrig und willkürlich im Ruhrrevier hauft, und das den Namen Frankreichs vor der ganzen We ein Ende zu bereiten. Celingt ihnen das, dann wird der Weg zu Verhandlungen weit offen fein. Der Attentatsplan auf Auer. 11 daraufhin wegen Beleidigung. Müller- Hansen lehnte die Führung| boten werden, wenn der Branntwein nicht zu eigenem Genuß ent des Wahrheitsbeweises ebenso ab wie die Zurücknahme der unwahren nommen wird. Sollmann verlangte ferner ein Berbot der Abgabe Behauptungen. Der Staatsanwalt, als Vertreter der An- von nikotinhaltigen Tabakwaren an Jugendliche bis zu 16 Jahren flage, vertrat die Ansicht, man fönne" nur" wegen des hohen und das Verbot der Abgabe von alkoholhaltigen Zuckerwaren an Alters des Angeklagten und seiner bisherigen unbe- Jugendliche. Die sozialdemokratischen Anträge fanden bei den bürgerlichen Parteien in Einzelheiten Bedenten, im großen und ganzen fcholtenheit von einer Freiheitsstrafe absehen. aber Zustimmung. Allerdings wurde die Abstimmung ausEr plädierte auf 100 000 m. Geldstrafe. Das Gericht gefeht, weil sich die bürgerlichen Fraktionen noch damit beschäferkannte auf 300 M. Geldstrafe, mit der Begründung, daß tigen wollen. die Straftat noch zur Zeit der alten Bestimmungen über die Geld- In dem Artikel 2, der der obersten Landesbehörde die Möglichftrafen begangen worden sei. In der Begründung heißt es weiter, feit gibt, Borschriften über die Einschränkungen von Luftdie Behauptungen in dem Artikel, die zweifellos über das zulässige barkeiten und Vergnügungen zu erlassen, begründete Maß hinausgingen, feien in der sige des Gefechts gefallen, Bergnügungen getroffen werden sollen, die beunruhigend oder aufGenossin Pjülf einen Antrag, den Satz zu streichen, daß nur solche die Deffentlichkeit werde aber durch diese Broschüre nicht reizend auf die Bevölkerung wirken. wesentlich beeinflußt. 21 S Bei dem Artikel 3, der die Anprangerung der Wuche Dazu ist zu bemerken: Müller- Hausen ist der Herausgeber rer verlangt, entwickelte sich eine lange Aussprache. Die Sozialder Weisen von 3ion", jenes Werkes, das die unsinnigsten demokratie beantragte u. a., daß überall im Kleinhandel Preisund hetzerischsten Lügen gegen die Juden verbreitet und das in schilder an den Waren angebracht sein müssen, aus denen der mandjen Köpfen bereits die unheilvollste Verwirrung an- genaue Verkaufspreis der Ware ersichtlich ist, und daß Bestimmungen gerichtet hat. Die Rathenau- Mörder handelten u. a. unter erlassen werden, die den Terror der Kartelle und Syndikate gegen dem Einfluß dieser Lügen. Weiter find infolge des gegen Gothein demokratische Anträge wollen, daß bei jeder rechtskräftigen VerAußenseiter und unliebsame Konkurrenten treffen. Weitere sozialgerichteten Artikels Bersammlungen in Nürnberg und urteilung wegen wuchergesetzlicher Bergehen die HandelserlaubnisMünchen, in denen Gothein sprechen sollte, von Deutschstellen die Frage der Handelserlaubnis nachprüfen. völkischen gesprengt worden. Außerdem war die Folge des Sämtliche Warenpreise der Verbände, Kartelle und Artikels eine Flut von antisemitischen Zuschriften, Synditate sollen fortlaufend vom Reichswirtschaftsministerium die mit der Anrede Saujude" anjingen und ihn versicherten, daß hinsichtlich ihrer Berechtigung geprüft werden. Schließlich fordert die Kugel für ihn schon gegossen" sei. Der Artikel wirkte also ge- eine sozialdemokratische Entschließung u. a. die zentrale Bewirtradezu wie eine Bogromheze. Diese Tatsachen waren dem haftung von Milch und Milchprodukten, die FeſtGericht bekannt. Wenn das Gericht trohdem auf die obenerwähnte nahmen zur Bekämpfung des Leistungswuchers und Mitwirkung fehung von Höchstpreisen für 3uder, gefeßlichen MaßStrafe" mit der mehr als merkwürdigen Begründung erkannte, so von Verbrauchern bei der Festsetzung der Biehpreise. Die ist das ein neuer Beweis für die„ Objektivität" unserer Recht- fozialdemokratischen Anträge wurden von allen bürgerlichen Rednern sprechung. mehr oder weniger befämpft. Auch der Reichswirtschaftsminister und andere Regierungsvertreter erklärten, daß es bedenklich sei, im Rahmen dieses Gesetzes, das binnen weniger Tage verabschiedet werden müsse, folche schwierigen und weitgreifenden Probleme aufteilte mit, daß im Jahre 1920 von den Wuchergerichten 20 000 Berzurollen. Gegen die Anprangerung der Bucherer haben die bürgerlichen Parteien Bedenken. Ein Regierungsvertreter fonen verurteilt worden feien, davon 7600 zu Gefängnis und 24 ju Zuchthaus; im Jahre 1921 15 000 Personen, darunter 5500 zu Gefängnis und 10 zu Zuchthaus. Am Freitag wird die Debatte fortgesetzt. " Etatsberatung im Reichstag. Innern fort. Abg. Dr. Barth( Dnat.) begrüßte den einmütigen Der Reichstag feite gestern die Beratung des Haushalts des Brotest gegen den Ruhreinfall der Franzosen und verurteilte die Bolitit der sächsischen Regierung in bezug auf die Behandlung der Kirche und der Beamten. Sächsischer Minister Abg. Lipinski( S03.) meist die Angriffe als unberechtigt zurück. Es seien nur zwei Bußtage aufgehoben worden. Die Regierung schreite nur gegen diejenigen Beamten und sich gegen die republikanische Staatsform betätigen. Glücklicherein, die zur Mißachtung dieser Regierungsverordnung auffordern Werkwohnung und Mieterschutz. weise hätten sich die meisten fachsischen Beamten auf Im Wohnungsausschuß des Reichstages wurde am den Boden der Republit gestellt, so daß nicht, wie be- Donnerstag bei der Weiterberatung des Gelegentwurfes über hauptet wird, hunderte Beamte wegen ihrer politischen Gesinnung Mieterschutz und Mieteinigungsämter auf deutichentfernt werden mußten. Es sei auch nicht wahr, daß Sachsen die nationalen Antrag der§ 17 des Entwurfs dahin geändert, daß die schlechteste Polizei habe. Die sächsische Regierung übernehme die Werkewohnung vom Mieter nicht beibehalten werden kann, wenn München, 15. Februar.( TU.) Zu dem beabsichtigten Attentat volle Garantie für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Sicherheit. der Mieter durch sein Verhalten dem Vermieter gefeßlich be gegen den Abg. Auer erfahren die Münchener Neuesten NachAbg. Maretti( D. Bp.) erflärte, feine Partei behalte sich vor, gründeten Anlaß zur Auflösung des Dienst- oder Arrichten" noch folgendes: Der Oberrealschüler geftand bei der Ber- zu gegebener Zeit auf verfassungsmäßigem Wege eine Aenbe: beitsverhältnisses gegeben hatte, oder wenn der Mieter nehmung den geplanten Anschlag zu. Er sei zuerst auf den Ge- rung der Staatsform zu erstreben. In dieser Zeit werde das Arbeitsverhältnis aufgelöst hat, ohne daß ihm vom Vermieter danken verfallen, Auer zu vergiften. Als er die Unmöglichkeit der Streit der Monarchisten um die Staatsform zurückgestellt ein begründeter Anlaß gegeben war. Der in der ersten Lesung der Ausführung dieses Blanes einfah, babe er sich entschlossen, Auer Die Beamten hätten die Pflicht, dem Staat aufrichtig zu dienen gestrichene§ 24 wurde insoweit wiederhergestellt, daß der Heeresund Marineverwaltung das Recht zugestanden werden soll, ihr gezu erschießen. Er wollte nach seinem Geständnis Auer unter und seine Hoheitszeichen zu achten. einem Bormand in seinem Bureau aussuchen und dort den Anschlag Abg. Delius( Dem.) forderte schärfsten Kampf gegen den scham. hörige Wohnungen frei au machen. ausführen. Seine Festnahme erfolgte auf Anordnung der Mün- losen Bucher und schleunigste Berabschiedung des Notgesetzes. chener Polizei in Kempten, von wo er nach München eingeliefert Abg. Leicht( Bayr. Bp.) sagt, die nationalsozialistische Bewewurde. Der politische Stammtisch, dessen Mitglieder von dem Plan gung fei nicht föderalistisch, sondern zentralistisch. mußten, führte den Namen Treudeutsch. Der Borstand ist ein Maschinentechniker. Es ist ein Mann, der sich jeweils einer gerade modernen politischen Richtung anschloß. Der arme Alte. Abg. Eichhorn( Komm.) lehnte eine nationale Einheitsfront in der Frage der Ruhrbefeßung ab. Nächste Sigung: Freitag Schluß nach 6 Uhr. 2 Uhr. Das Personenschädengeſeh. Das Notgesetz im Rechtsausschuß. fachten Personeniaäben dem Reichsrat zur Beschluß In Ergänzung unseres Artikels in Nr. 69 vom 10. Februar wird uns von gutunterrichteter Seite mitgeteilt, daß der von der Reichsregierung fertiggeftelte Entwurf einer Berordnung zur Ausführung des Gesetzes über den Ersatz der durch den Krieg berurfassung vorliegt. Sobald die Zustimmung erteilt ist, wird unWas sich die Völkischen alles leisten dürfen. Der Rechtsausschuß des Reichstags beriet am Mitt- verzüglich mit der Durchführung der Versorgungsverfahren durch woch und Donnerstag den Entwurf eines Notgeseges. Genosse In der deutschvöllischen Zeitschrift Auf Vorposten" be- Sellmann begründete zu Artikel 1 die sozialdemokratischen Anträge, die jest zuständigen Behörden begonnen, die bereits burd entschäftigte sich Hauptmann a. D. Ludwig Müller, genannt v. 5) aufsen die verlangen, daß auch die geschlossenen Gesellschaften sprechende Weisungen mit dem neuen Arbeitsgebiet hinreichend ( ohne das Adelsprädikat scheint man in deutschvölkischen Streifen nicht( Klubs) Konzeffionen zum Ausschant geistiger Getränke nur erhalten vertraut gemacht sind. auskommen zu können), vor einiger Zeit mit der Person des mi- dürfen, wenn ein Bedürfnis nachgewiesen ist. Das Gefeß sei wirfungslos, wenn man nicht an diese Schlemmerflubs herantomme. Die Großhamburg Frage. Die für den 16. Februar anbe nisters a. D. Dr. Gothein. Der Artikel ftrogte von Beleidig un- Auch erfordere dies die Gerechtigkeit gegenüber dem redlichen Gastraumte Weiterführung der Verhandlungen zwischen Hamburg und gen. Lügen und Berleumbungen. Er enthielt u. a. den wirtsgewerbe, Das Berabfolgen oder Ausschenten von Branntwein Breußen über die Großhamburg Frage ist infolge der Ereignisse Borwurf der Käuflichkeit. Gothein verklagte Müller alias v. Haufen an Jugendliche bis zum 18. Lebensjahre fell auch dann ver- im Ruhrgebiet bis zum März bertagt worden. Novitätenmarkt. Ronzertumschau von Kurt Singer, 4 Sehr behutsam möchte man Carl Ehrenbergs zweite weichen Gesichtspunkten diese vorgenommen wird. Sollte Orchesterjuite anfassen. Das find zarteste, dünngliedrige Stimmungs die Berwirklichung des Projeftes in Aussicht stehen, so werden wir bilder, matt in ben Farben, geschmackvoll in der Erfindung, schwach auf diese Einzelheiten näher eingehen. in der Phantasie des Ausgestaltens. Zu trübe, zu regnerisch, selbst im Scherzo; wo aber tie Melodie an sich selber trunken werden könnte, wie in der Einleitung des Adagio, ta bleibt im Kern die Unterhaltungsgabe, die Erfindung stecken. Sein grobes, finnliches Effettchen, nicht einmal eine Nuance des Zeltmaßes drückt die Anständigkeit und die reine Gesinnung dieser fleinfirfonischen Arbeit. Unt gerade deshalb, weil sie so gar gefinnungstreu ist, sollte die Suite nicht hart angefaßt werden. Nach Ehrenberg ergriff 2 ben de roth den Tattstock und zeigte( erstaunlich, es zu erleben!), daß er in der großsinfonischen Mufit Richards des Zwelten( Tod und Berflärung") absolut zu Hause ist. d= Nur Die„ zahlungsunfähige" Boltsbühne. Einige Berliner Zeitungen Seit Siegfriet Ochs den Hochschulchor gegen den Philharmonischen eingetauscht hat, werd ihm tein so spontaner, herzlicher Beihatten dieser Tage die fenfationelle Nachricht gebracht, die Bolfs. fall wie im legten seiner Konzerte. Man muß diesen Erfolg befonbühne habe fich für unfähig erklärt, ihren Schaufpelern die feftders unterstreichen; denn Ochs hat ein Werf zur Aufführung gegejezte Mindefigage für Januar und Februar zu zahlen. Diese Nach bracht, das jedem anderen geübten Musiker ins Ohr rufen mürde: richt ist falsch. Die Voitsbühne fommt ihren Stünstlern gegenHände weg, du zwingft mich nicht!" Es ist der 69. Psalm von über allen Verpflichtungen nach und zeichnet sich vor den meisten Seinrich Raminti. In unerhörter Arbeit zerhämmerte Ochs anderen Berliner Theatern noch dadurch aus, daß fie die Gagen die Schwierigkeiten, die von keinem chorischen Opus der letzten das ganze Jahr hindurch, also auch während der Ferien zwanzig Jahr: annähernd erreicht werden, und erlöfte die frei und sahlt. organisch sich bewegende Melodie zur männlichen Herbheit, einen Internationaler Wettbewerb für Operndekorationen, Eine schwer lastenden, gefährlichen Kontrapunkt aus doppelten und dreiBéla Bartót, ben der Melos drei Abente widmet, ift ein große amerikanische Operngesellschaft, die Zuro Company, fachen harmonischen Verkettungen zu großer, padender Einheit. Führer der Atonalen. Was ich an Lied und Klavierstüc hörte, schreibt einen internationalen Wettbewerb für Zeichnungen zur AusDie Instrumentation ist reichlich did unterstrichen, das motivische zeigte ein Doppelantlig, nicht widerspruchslos und mit großer Selbst- tattung einer von folgenden vier Opern aus:" Aida"," CarMaterial einfach, Struktur und Farbe des Klangs folgen sprachlichen bewußtheit harmonische Derbheiten virtuos zusammenballend, auch men"," Faust" und" Rigoletto". Der Aufruf, der leider Gesegen; Der Anfang" Gott hilf" täuscht eine hypermoderne Ato- da, wo das Herz im Volkstümlichen liebevoll verjintt. Die legten etwas verspätet an die intereffterten deutschen Kreise fommt, nennt nalität vor, dod) wirft das und manches Detail des instrumental zehn Schaffensjahre haben Bartók anscheinend besonders kraß vom als Einlieferungstermin den 15. April, eine Frist, die hoffentlich, erfonnenen zweiten Teils wie eine Borbereitung zu der großartigen hergebrachten gelöst; denn seine Lieder aus früherer Zeit munden wie frühere amerikanische Wettbewerbe, im Interesse der deutschen Schlußfuge, deren reiches Themenmaterial dem Boraufgegangenen dem althergebrachten Geschmack beffer, ja sind Datapoftüde, pfalmo- Teilnehmer etwas hinausgeschoben wird. Um junge Künstler zu entnommen ist und die in höchste tonliche und dynamische Klänge diererd, finnend, ausgelassen, tänzerisch. Den grellen Improvifatio- ermutigen, werden die Preise gestellt, vier an der Zahl: 100, 75, au einem pierstimmigen Choral der Knaben austlingt. Noch wiegt men op. 20 fehlt das Mitreißende. Aber man müßte mehr von 50 und 25 Dollar. Die Urheberrechte an den Entwürfen werden bei diesem jungen Komponisten die Reife des Ausbrucks und die Bartók gehört haben, um mehr sagen zu können. Das Theater der natürlich für jene Breise nicht mit erworben, es wird aber die ErTiefe der Empfindung nicht den technischen Wert des Psalms auf. Woche zerschlug uns diese interessanten Abende. Von den Solisten wartung ausgesprochen, daß der Zuro- Operngesellschaft ein erstes Aber zum erstemmal offenbart sich hier: es gibt eine Möglichkeit, fei Eugen Linz mit besonderer Hochachtung genannt: man dachte Recht für den Ankauf der Ausführung überlassen wird. modernes Klangempfinden mit dem Rüstzeug Bachscher Linien- bei der massiven, knorrigen Interpretation des Brahmsschen B- Dur- Seidhmungen, feine Mobelle, und zwar in farbig genauer Ausfühführung zu vereinen. Die Aufführung war großartig und hätte Klavierkonzerts an Edwin Fischer. Und Kunwald dirigierte in rung, höchstens 45 Zentimeter groß, werden erwartet. Die pratwiederholt werden müssen, wenn sich nicht selbst tiefer magemutige alter Meisterweise. tische Ausführbarkeit und die fünstlerische Einfachheit bei BerückChor nach solchem Angriff auf Kehle, Atem und Aufmerksamkeit sichtigung moberner Lichteffekte werden als besondere Erfordernisse erit erholen müßte. Eine Ausstellung deutscher Meisterwerke. Die Marées- Gefell- genannt. Ein zweites neues Chorwerk: Werner Wolffs Ave schaft, im besonderen ihr Leiter Julius Meier Gräfe, gibt Hoffentlich gelingt es den Meistern und Jüngern der deutschen Maria", von Bruno Kittel aufgeführt. Nein, nur angejagt. Wegen in einer Schrift, die für die deutschen Kultusministerien und die Theaterdekorationsfunft, die auf den internationalen TheaterausDefekts des Orgelmotors fällt die Nummer aus. Schade! Kenner Leiter unserer öffentlichen Sammlungen bestimmt ist, die Anregung. ftellungen in Amsterdam und London so schöne Erfolge hatten, der Partitur lobten das Werf als gut und neu und schön, Alles das den Beitrag Deutschlands zur Kunst Europas" in auch vor dem amerikanischen Forum vorteilhaft abzuschneiden. Die ist Arno Rentschs Ermunterung", Mufit zur Dde einer Ausstellung fichtbar werden zu lassen, deren Berwirt- deutschen Operngastspiele mit ihren in Berlin gefertigten DefoHölderlins, nicht. Geist alter Akademie, wo treibst du dich umher? lichung schon für den nächsten Winter erhofft wird. Eine Kleine An- rationen, die jetzt in Nordamerika herumreisen, fönnen da vielSelbst den hymnischen Gefilden hellenischen Geistes bleibt die zahl von auserlesenen Meisterwerken 50 Gemälde, 50 Plastiken leicht den Boden ebnen helfen. Trockenheit des Lehrers nicht erspart. Das Stüd hat feine Größe, und 60 Zeichnungen würde genügen, um das deutsche Kunsttennt feine Barianten mufitalischen Nachempfindens und bleibt in schaffen vom Mittelalter bis zur Gegenwart zu tenn höchst anständiger, unanfechtbarer Arbeit mit allen Notenköpfen zeichnen. Die Ausstellung solle zuerst in München, dann in Berlin weit unter dem Himmel, nach dem wir uns sehnen. Preis und gezeigt werden. Die nicht unerschwinglichen Kosten für das Unter Gebot fonnte auch Kittels Chor nicht hergeben, der sein Bestes tat nehmen müßte der Staat hergeben und er tönne das mit gutem und sauber fang und uns unzufrieden entließ. Alexander Burg- Gewissen tun, denn es handle sich nicht um ein sensationelles Erstalle: wandelt, wie Rentsch und alle Unmodernen, in den Lied- eignis für interne Aesthetenkreise, sondern um eine Angelegenheit fpuren Brahms'. Aber wenn auch eine beffere Sängerin als die des ganzen deutschen Bolles, das durch diese Ausstellung vor aller nach Ausdruck strebende Sopranistin Stella Giesner feine Helferin Welt von dem Vorwurf der Barbarei gereinigt werden würde. gewesen wäre über die Müdigkeit und Unfinnlichkeit dieser Wir find allerdings der Meinung, daß das deutsche Bolt es chleppenden Melodie hätte sie nicht hinweggebracht. Sehr refpet nicht nötig hat, sich gegen blödsinnige Borwürfe feindlicher Chau tabel dagegen ist Burgstallers Sonate in fonzertierendem Stil( von viniften ernsthaft zu verteidigen, und wir meinen ferner, daß Kulenkampff- Bost unb Balesta Burgstaller mit eifernder Tüchtigkeit München schon lange nicht mehr die deutsche Kunstmetropole ift bund geistiger Arbeiter gegründet. Die Gründung wurde von ben Ein Notbund geistiger Arbeiter. In München wurde ein Notgespielt). Der langfame Sak, groß und schön gefungen, hat ein und daher feine Bevorzugung vor Berlin unbegründet erscheint. Landesverbänden der Aerzte, Redtsanwälte und üniter altes, aber vornehmes und gefälliges Profil, und tas Finale schwingt Aber gegen den Plan an sich wäre prinzipiell nichts einzuwenden. vollzogen. Der Beitritt anderer Verbände wird erwartet. Den Borfits in einem gefunden feurigen Rhythmus dahin. Begabung für Ob feine Ausführung Nugen oder Schaden bringen würde, hängt führt der frühere Sustiaminister Müller Meiningen. Rwed des Bundes Kammermusit? Herzlich willkommen! I davon ab, wer die Auswahl der Kunstwerke trifft und nach ist die ideelle und materielle Unterstügung der notleidenden freien Beruje. Staatliche Bildstelle. Ant Deutschen Kunstverlag, Wilhelmstraße 69, und Aufnahmen von Prof. Hamann: Die Blastit pon Digmbin, bom 16. februar bis 3. März wochentäglich von 9 bis 6 Uhr ausgestellt. Eintritt frei, Die Galerie Dr. Goldschmidt Dr. Wallerstein, Schöneberger Ufer 36a, zeigt von Mitte Februar bis Mitte März neue Gemälde und Aquarelle von panel Feininger, Walter Selbig, Mag Raus und Karl Schmidt- Rottluff, dazu Holzschnitte und Plastiken von Gerhart Mards. Spielzeit auf mehrere Monate verpflichtet. Gugen Klöpfer wurde dem Bessing Theater für die nächste ble täglichen Löbne auszubezahlen, it für die Bergfeste un Dirtschaft Clynes begründet den Abänderungsantrag. die täglichen Löhne auszubezahlen, ist für die Bergleute und MetallProteststreik in Essen. arbeiter allein schon ein Betrag erforderlich, der nach heutigen Condon, 15. Februar.( WIB.) Unterhaus. Der Arbeiter- Wechselkursen einer halben Million Dollar entspricht." führer Clynes eröffnete die heutige Debatte über die Antwort auf die Thronrede und brachte den bereits gemeldeten bändeDer Verkauf deutscher Patente. rungsantrag der Arbeiterpartei über die auswärtigen Ange- Effen, 15. Februar.( WTB.) Die Beamtenschaft der hiesigen Eine Erklärung der Badischen Anilin- und Sodafabrik. legenheiten ein, indem er erklärte, die Rede Bonar Laws über Frant- Stadtverwaltung beschloß, zum Zeichen des Protestes gegen die BerDrei Jahre sind seit dem Verkauf deutscher reich und Deutschland sei freimütiger als alles, was das Unter- haftung des Bürgermeisters Schaefer in einen 24stündigen Protest Batente zur Fabrikation von Stickstoff an Frankreich haus seit einiger Zeit gewohnt war ju hören. Frankreich sei offen- streit einzutreten. Aus gleichem Anlaß fällt der Unterricht in den verflossen. Die französische Kammer hat sich mit dem Vertrag, bar immer noch von Furcht beherrscht, und diese Furcht würde so lange Schulen aus. Auch die hiesige Geschäftswelt wird heute die Ge- mie wir berichteten, befaßt. Erst jezt, nachdem die Angelegenandauern, als das hauptsächlichste französische Werkzeug die Gewalt schäfte zum Zeichen des Protestes für mehrere Stunden schließen. heit einen Sturm der Entrüstung entfesselt hat, sieht sich die fei. Zur Orientfrage bemerkte Clynes, wie auch immer die Essen, 15. Februar.( WTB.) Seit heute mittag durchfahren Badische Anilin- und Sodafa brit zu einer ErBeschlüsse der Regierung von Angora fein würden, die Arbeiter- zahlreiche Panzerautos die Straßen der Stadt. Das Rattlärung veranlaßt. Sie teilt unter anderem mit: partei werde sich jeder Diplomatie widersehen, die darauf ausginge, haus wurde in den frühen Nachmittagsstunden umzingelt und be- Durch die im Versailles Friedensvertrag erfolgte britisches Blut wegen auswärtiger Delfelder zu vergießen. fetzt. Gegen 4 1hr fuhren Panzerautos zum Theaterplatz. Eine egnahme ihrer Batente wurde die neue deutsche synthetische Stidgroße Anzahl französischer Soldaten drang in das Theater ein, wo ſtoffindustrie schuilos. In Amerika und England sind infolgeBier Abgeordnete der Labour Party erbaten Bäffe, ein Doppelpoften aufgestellt ist. Der Zweck der Bewegung ist noch bessen auch Konkurrenzfabriken entstanden um Ende diefer Woche in das Ruhrgebiet zu reisen. Frankreich, welches die Sticstofffabrit in Oppau während Effen, 15. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In Bitten an der langen Monate des Waffenstillstandes durch einen Etab von der Ruhr bot der französische Ortskommandant einer Abordnung von Kontrolloffizieren( Ingenieuren und Chemikern) besetzt hielt und Bergarbeitern, die wegen Beschlagnahme von Deputattohle aile Einzelheiten des Verfahrens durch zahlreiche Kommiffionen bei ihm vorstellig geworden war, den Berkauf von Lebens- ftudieren ließ, verschaffte sich hierdurch neben den Patenten mitteln zu billigen Preisen an. Obwohl die angebotenen Waren Renntnis des gesamten Fabrikationsganges. das Pfund Schmalz mit 1600 M., das Pfund Spect mit 3400 m. nur ungefähr die Hälfte der üblichen Preise aufwiesen, wurde das Röderungsangebot abgelehnt. 募 Der Schritt Le Trocquers in London. Noch keine Entscheidung. London, 15. Februar.( EE.) Das englische Kabinett beriet heute nachmittag erneut über die Frage, ob der Forderung der französischen Regierung, Kohlenzüge durch die englische Besahungszone leiten zu dürfen, stattgegeben werden könne. Nach der heute morgen abgehaltenen Besprechung Le Trocquers mit Bonar Law, Lord Curzon und Lord Derby wurde beschlossen, morgen vormittag 11 Uhr eine neue Konferenz mit Le Trocquer abzuhalten. London, 15. Februar.( WTB.)" Star" erfährt, daß die franzöfifche Regierung sich nicht begnüge, um die Besetzung der sechs Meilen Bahnlinien an der Nordwestecke der britischen Zone zu er fuchen, sondern daß fie auch die Belegung der Hauptlinien innerhalb und außerhalb Kölns beanspruche. unbekannt. Unter dem Zwang dieser Berhältnisse mußte es als ein Erfolg bezeichnet werden, daß es im Einverständnis mit der deutschen Regierung gelang, mit den Franzosen im November 1919 ein AbIn Gevelsberg bei Hagen wurde gestern abend eine Ber- tommen zu treffen, demzufolge eine französische Fabrik nach fammlung des Kriegervereins, in der der befannte General dem Haber- Bosch- Berfahren zur Deckung des franzöfifchen Bedarfs Maerder eine Ansprache hielt, gesprengt. Dabei gab es einige errichtet werden sollte. Für den deutschen Inlandsmarkt bedeutete Berlezte, anscheinend auf beiden Seiten. Schutzpolizei aus Hagen das Abkommen mit den Franzosen die ungestörte Weiterentwick stellte die Ordnung wieder her. lung des Betriebes in Oppau und damit die Sicherstellung des Stidstoffbedarfs der deutschen Landwirtschaft in den lezten drei Jahren. Wenn die Franzosen heute von Deutschland über die Mengen München, 15. Februar.( WTB.) In der heutigen Bolligung mengen an Stickstoff verlangen, so ist diese Forderung von aus dem Versailler Friedensvertrag hinaus die zehnfachen, des Landtags erregte eine Erklärung des demokratischen Deutschland zurückgewiesen worden, weil die Franzosen auf Grund Redners Dr. Müller Aufsehen, wonach seine Partei dem Kultus- des abgeschlossenen Vertrages die Möglichkeit hatten, schon vor freien politischen Betätigung der Lehrerschaft das Gehalt der Franzosen den Vertrag fofort ratifiziert und eine Stickstoffabrik erminister wegen verfassungswidrigen Berhaltens gegenüber der drei Jahren eine Stid ft of fabrit zu bauen. Hätten die weigern müsse. Die Sozialdemokraten hatten bei der Ausschuß- richtet, so würden sie schon seit Jahr und Tag ihren Bedarf aus Ausschuß- richtet, Demokratenopposition in Bayern. beratung des Kultusetats eine ähnliche Erklärung abgegeben. Volkswohlfahrtspflege. ver= eigener Produktion haben decken fönnen. Es ist deshalb für jeden rechtlich denkenden Menschen unverständlich, daß heute Frankreich trotz des Bertrages mit der Badischen Anilin- und Sodafabrik aus dieser eigenen Bersäumnis eine Berfehlung Deutschlands konstruieren will. Der Bertrag mit Frankreich vom November 1919 ist seitens de: Badischen Anilin- und Sodafabrit abgeschlossen worden nicht in der Abficht, irgendwie Geldgewinn zu machen, sondern einzig und allein, um die fabrikationshindernde Fessel der feindlichen Besetzung der Fabrit zu sprengen. Nachdem dieses Ziel erreicht war, hat die Fabrik nichts getan, um auf eine praktische Ausführung des Bertrages hinzuwirken, mit dem Ergebnis, daß bis heute über drei Jahre nach Vertragsschluß noch nicht mit dem Bau der französischen Fabrik begonnen ift. Die einberufenen Eisenbahner müssen daran glauben. Paris, 15. Februar.( WTB) Kommer und Senat haben heute nachmittag eine schriftliche Mitteilung des Kriegsministers zur Kenntnis genommen, wonach die Regierung beschlossen habe, das zu Uebungszwecken einberufene Eisenbahn- und Tele: graphenpersonal vorläufig unter den Fahnen zu behalten. Es handelt sich um die nach dem Ruhrgebiet beorderten Militäreisenbahner und-telegraphisten. Zur Begründung der Maßnahme führt der Kriegsminister an, das Personal sei zwar zum Bei der Beratung des Haushalts des Ministeriums für Boltsgrößten Teil aus Freiwilligen zusammengesetzt, der Rest be wohlfahrt wies Genosse Dr. Beyl auf die unhaltbaren Zustehe jedoch aus Mannschaften, die Militärverpflichtungen unter- stände, die fich für die ärztliche Versorgung der Bevölkerung aus der lägen und zu ll ebungszweden einberufen worden seien. Da materiellen Situation der Krantenfassen ergeben haben, hin die deutschen Beamten im besetzten Gebiet heute an zahlreichen und verlangte ein Eingreifen des Ministeriums angesichts der Stellen die Mitarbeit verweigerten und die Freiheit und Sicherheit" Behandlungsfperre" in Berlin. Er wies ferner auf die Stellen die Mitarbeit verweigerten und die Freiheit und Sicherheit Berhältnisse des Landesgesundheitsrats hin. Die Zu der Befagungstruppen gefährdeten, sei eine Verstärkung des stände in unseren Krankenhäusern, auch in den städtischen, ursprünglichen französischen Personals erforderlich, die ausschließ die unerhörte Leuerung aller Lebensmittel, der Mangel an Wäsche lich mit Hilfe von Freiwilligen durchgeführt werden solle. Es werde und sonstigen Bedarfsartikeln nerfange unbedingt jofortiges indessen bis zur Ablösung der zuerst erwähnten eingezogenen Mann Eingreffen. Sonst ist eine schwere gesundheitliche Katastrophe schaften durch die neuen Freiwilligen eine gewisse Frist erforder zu erwarten. Unsere meiteren Forderungen gehen auf eine volle Tich sein. Besoldung aller Kreisärzte, denen jede NebenbeschäftiDemnach wurde der Vertrag nicht in der Absicht, sondern Die Regierung habe auf Grund des Gesetzes vom 21. März gung untersagt werden sollte, damit sie ihre ganze Zeit der gefund nur mit dem Erfolg des Geldgewinns abgeschlossen. Wie 1906 deshalb die vorgesehene Einbehaltung der zu einer Heitlichen Fürsorge ihrer Kreiſe widmen können. Wir fordern eine dem auch sei, unverständlich bleibt, daß man hier ohne Be1906 deshalb die vorgesehene Einbehaltung der zu einer schleunige Reform der Apotheten und 3rrengefeß denken Batente an den Erbfeind" verkauft hat. Wir haben lebung einberufenen nicht freiwilligen Mannschaften beschlossen.| gebung, die Angliederung fämtlicher staatlichen denken Patente an den„ Erbfeind" verkauft hat. Wir haben Die Frist bis zu ihrer Ablösung werde im Einklang mit den Bor Bäder an das Wohlfahrtsministerium, während sie seinerzeit darauf hingewiesen, daß sich die Bergarbeiter ähnschriften des gleichen Gesetzes auf 14 Tage(?) geschätzt. Kammer heute noch drei und vier verschiedenen Ministerien unterstellt find. lichem 3mang nicht unterworfen haben, und erleben es heute, und Senat haben diese Erklärung zur Kenntnis genommen. Endlich fordern mir beträchtlich erhöhte Beihilfen für die mie auch die Unternehmer des Ruhrgebiets ein derartiges AnTuberkulose behandlung, statt 10 Millionen 100 mil sinnen ablehnen. Mag man selbst anerkennen, daß die Badische lionen; für die Erforschung der Krebsfrantheit statt Anilin- und Sodafabrik unter außergewöhnlichem Druck geRom, 15, Februar.( Ep.) Eine offiziöse Mitteilung 50 000 Mt. 1 Million; für die Beratungsstellen für Gestanden hat, so hätte sie, wollte sie patriotisch handeln, den Erder Agentur Bolta hebt hervor, daß die Anspielung der englischen Schulzahnpflege, für die nach dem Willen der Regierung fönnen. So freuen sich die Aktionäre, und das ganze bleibt fchlechtsfrante ftatt 500 000 Mr. 5 Millionen; für die lös aus dem Bertrag der Allgemeinheit zur Verfügung stellen Thronrede auf die Haltung der italienischen Regierung zur von 3 Millionen für allgemeine Förderung der SchulgesundheitsRuhrfrage nicht ganz der Wirklichkeit entspreche. Italien habe pflege nur einige Brocken abfallen follen, 10 Millionen Marf; endlich ein Privatgeschäft, das dadurch nicht geadelt wird, daß nicht das Vorgehen Frankreichs und Belgiens unterstützt. für das Zentralfomitee für ärztliche Fortbildung man feinen Inhalt mehrere Jahre hindurch der deutschen Italien habe im Streit über die deutschen Wiedergulmachungen 20 Millionen Mart. Deffentlichkeit geflissentlich vorenthalten hat. teine unzweideutige Haltung eingenommen, fondern sich Als Abhilfe schlagen wir vor: nur in beschränktem Maße an der technischen Kontrolle im Ruhrgebiet beteiligt, ohne aber an den militärischen oder polifischen Operationen teilzunehmen. Es verfolge somit eine der englischen ähnliche Haltung. Im übrigen liege es auf der Hand, daß Italien keine andere Politik verfolgen tönne. Die Beteiligung Italiens an der technischen Kontrolle entspreche seinen Intereffen an der Kohlenlieferung. Italien präzisiert seine Stellung. Durchführung der Güterblockade. * " Die Feffiehung der falipreise. Sofortige Bereitstellung eines großen Fonds beim Wohlfahrtsministerium, aus dem die Kaffen fofortige, verzinsbare Darlehen erAm 13. d. M. tagte, wie bereits gemeldet, die vom Reichshalten zur Abwendung der dringendsten Not. brochen werden. Die Kassen sind keine Versorgungsanstalten für die Sechserkommission. Nach einer voraufgegangenen Sitzung der Ferner muß mit dem System der freien Arztwahl gefalirat zum Zwecke der Festsetzung der Kalipreise eingesetzte erste. Eine befchränkte 3ahl von Aerzten nach der Zahl Bertreter des Kalisyndikats mit den Bertretern der landwirtschaftder Mitglieder und anständige Bezahlung( etwa nach lichen Körperschaften beschloß die Sechserkommission eine PreisGruppe 13 der Beamtenbesoldung) ist die Forderung, die die Kassen erhöhung von zirta 70 Proz. Die Arbeitnehmerverstellen müffen. treter gaben dabei die folgende Erklärung ab: Der Minifter äußerte sich zustimmend und teilte mit, daß er beabfichtige, Berireter der Kassen und Aerzte zu gemeinsamen Beratungen einzuladen. Die Notlage der Krantentassen wurde eingehend vom Genossen Scholich beleuchtet. hoher Zinsen nicht möglich. Nachdem sämtliche Vertreter der Kaliindustrie und des Kalisynditats die beantragte Preiserhöhung für das mindeste be= trachten, was zur Inbetriebhaltung der Werke notwendig ist, nachdem ferner der Vertreter des Herrn Reichswirtschaftsministers die dringende Motwendigkeit der Preiserhöhung in dem beantragten Umfange anerkannte, erffären sich die Arbeitnehmervertreter bereit, für die auf der Grundlage der Einigung zwischen Kallfyndikat und landwirtschaftlichen Körperschaften erfolgte Preiserhöhung zu stimmen. Auch nach der letzten Kalipreiserhöhung bleibt die Erhöhung der Breife bei weitem hinter den Preiserhöhungen für Stickstoff und Phosphate zurück. Für die Landwirtschaft ist die Kalibüngung immer noch der billigste Kunstdünger. Devisenfurse. Inferer gestrigen Kurstafel sind noch folgende amtliche Notierungen nachzufragen: 1 finnische Mart 502,74 Belt, 505,26 Brief; 100 österreichische Stronen abgestempelt 27,08 Geld, 27,22 Brief; 1 tschechische Krone 573,56 Geld, 576,44 Brief; 1 ungarifche Strone 7,18 Geld, 7,22 Brief; 1 bulgarische Lewa 106.73 Geld, 107,27 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 191,52 Gelb, 192,48 Brief. Letzte Nachrichten. Effen, 15. Februar.( WTB.) Die Berkehrslage ist im großen und ganzen unverändert. Die Güterblockade wird deutlich schärfer. Alle Produkte aus Eisen, auch fleine Eisenteile Die Notlage der Kassen ist sowohl durch die große Geld= als Stüdgut verpackt, werden zurückgehalten. Die Franzosen er entwertung wie auch durch ein höchst un praktisches Bor= brechen die Stückguiwagen, öffnen die Riften usw. Auch sämtliche gehen der Gesetzgebung entstanden. Der Gesetzgeber erhöhte Waren aus Eisen, die für das Ausland bestimmt sind, werden plöblich, um die Goldentwertung auszugleichen, die Grundlöhne, zurückgehalten. So befinden sich in Lünen- Nord drei Wagen mit am liebsten mit rückwirkender Kraft. Sofort stiegen alle Leistungen Maschinenteilen, die für Argentinien bestimmt sind. Die Granzosen der Kassen ungeheuer. Dagegen erfolgte der gerechte Ausgleich für haben auch alte und gebrauchte Druckereimaschinen nicht durchgelassen. Die Stassen, die Erhöhung der Beiträge, nicht so schnell. Aus Diez wird gemeldet, daß die Güterblockade vollständig 3wei bis drei Monate vergingen, ehe die Kassen durch eine alte, durchgeführt ist. Auch Sand und Kalt werden nicht mehr überlebte Gefeßgebung und Berordnungen die erhöhten Beiträge er. durchgelaffen. Der Güterverkehr liegt bis auf Lebensmittel dort hielten. Auch eine notwendig werdende Erhöhung bis zu 10 Braz. vällig still, Man nimmt an, daß die Güterblockade allmählich auch des Grundlohnes verhinderte die Gesetzgebung. Bei bestimmten Erauf den übrigen Stationen in raditaler Weise durchgeführt wird. höhungen ist nicht nur die Mehrheit der Arbeitnehmer, sondern auch die der Arbeitgeber erforderlich. War diese nicht zu erreichen, so In einer Besprechung mit den Bertretern des New Yorker mußte die Erhöhung unterbleiben. Bei einer großen Kaffe follte die " Herald", der„ Chicago Tribune" urfd des New Yorfer Borwärts" Erhöhung auf 10 Broz. erfolgen. Die Mehrheit der Arbeit erflärte heute morgen Dr. Grüner folgendes: Das Heraufkommen geber lehnte das ab und beschloß, nur bis 9 Proz. zu gehen. einer Arbeitslosentrifis, eine Möglichkeit, die als under- Jegt hat die Aufsichtsbehörde die Beiträge unter gleichzeitiger herab. meiblich betrachtet wird, mürbe nicht die Einstellung der Gehalts- fehung der Leistungen zwangsweise auf 11 Bros. festgesetzt. Darlehen 1 Polermart galt im freien Berkehr etwa 42 Bf. und Lohnzahlungen nach sich ziehen. Er leugnete die franzöfifcheur Bezahlung des Arzthonorars zu erhalten ist selbst bei Zahlung Behauptung, daß in seinem Regierungsbezirk bis jetzt bereits 2500- Die Ausgaben für Krankengeld für das 4. Vierteljahr 1922 beArbeitslose wären. Grüner sagte, das erste Ergebnis einer allge- tragen bei etwa 13 größeren und Kleineren Stassen 33 Broz. gegen meinen Verhinderung der Ausfuhr vom besetzten nach dem unbe- 17% Proz. im Jahre 1921; die Kosten für Arznei und Heilmittel setzten Gebiet Deutschlands würde sich erst nach zwei oder stiegen von 12 Broz. auf 27 Broz. Das Honorar für die Aerzte stieg drei Wochen bemerkbar machen. Er fügte hinzu:" Selbst wenn im gleichen Zeitraum von 13% Proz. auf 38 Broz. der Beiträge. Berlin. 15. Februar.( WTB.) Heute abend, furz nach 7 Uhr. hunderte, tausende oder auch hunderttausende Arbeiter feiern hielt vor dem Bostamt Teltow ein Automobil, dem etwa sieben bis müßten, so werden sie doch fortfahren, ihre Löhne voll weiter Die Teuerungszuschläge der Kriegsbeschädigten. Der Reichsneun junge Burschen im Alter von 25 Jahren entstiegen, die sich zu beziehen. Dies ist das Ergebnis, welches zwischen Arbeit. Sigung am Donnerstag auf Antrag der Sozialdemokratie eine anwesenden Damen in Schach hielten. Um sich untenntlich zu zu beziehen. Dies ist das Ergebnis, melches zwischen Arbeit. tagausiauß für die Kriegsbeschädigtenfragen beichloß in feiner sofort in das Bostamt begaben und dort mit Armeepistolen die. gebern und Arbeitnehmern einerseits und der Reichsbank anderer- wesentliche Erhöhung der Teuerungszuschläge für die Kriegs- machen, hatten sie schwarze Masten vor das Gesicht gebunden. feits getroffen wurde. Die Bergwerksbefizer und Fabrikanten der beschädigten und hinterbliebenen. Außerdem tritt eine BerNuhr haben sich darauf vorbereitet, mit genügenden Krediten breifachung der Menten ein, bis die Frage der Renten Sie raubten die Bestände an Brief- und Wertmarken im Betrage in fremden Währungen für den Ankauf von Rohmaterialien und der Teuerungszuschläge im Monat März durch eine Novelle von etwa zwei Millionen Mart. Dann wollten sie den und anderen Waren im Auslande zu forgen, um auf viele Wochen zum Reichsverforgungsgeles neu geregelt werden wird, Beamtinnen, melche den Fernsprechbetrieb aufrecht erhielten, die hinaus an den Zahltagen gerade stehen zu können. Wenn dieser" Jum Schuhe der Republit." WIB. meldet: Auf die beim Handtaschen wegnehmen; sie befannen sich aber und erklärten großFundus, welcher von Einzelfaufleuten und Gesellschaften gezeichnet Staatsgerichtshof zum Schuße der Republit eingelegten Beschwerden mütig, daß sie sich an Brivateigentum nicht bereichern murde, erschöpft ist, wird die Regierung einschreiten, und der verschiedenen Ortsgruppen des Bundes der Niederdeut mollten. Um eine Benachrichtigung der Polizei zu verhindern, hatten zwei Drittel der Löhne bezahlen, wie sie von jeder einzelnen In- ich en genen die von den Ministerien in Mecklenburg- Strefie die Fernsprechleitungen zerschnitten; dann be Medlenburg Schwerin, dustrie zu der betreffenden Zeit festgefeht find. Falls die Gehälter lib, Lippe Detmold, stiegen sie den Kraftwagen und fausten davon. Obwohl man die erhöht werden, wird sich auch der Regierungsanteil automatisch ent- Preußen und dem Senat der freien Stadt Sambura erlaffenen Polizeiverwaltungen in den umliegenden Ortschaften Dahlem, Niko Verbote und Auflösungsverfügungen hob der Staatsgerichtshof die lassee, Wannsee und Lichterfelbe benachrichtigte, fonnten die Täter sprechend erhöhen. Verbote der betreffenden Landeszentralbehörden grundsäßlich auf, weil Die Anzahl der Arbeiter, welche durch Erzeugungseinstellung der Beweis nicht erbracht ist, daß die vom Bund angestrebten nicht mehr gefaßt werden. Sämtliche Automobile, welche diese die Arbeit würden einstellen müssen, wäre etwa 1200 000 in Biele gegen das Gesetz zum Schuße der Republik verstoßen. Berwurden angehalten und die Personalien de Düffeldorf und im Ruhrgebiet. Hierin find 550000 worfen wurde nur die Beschwerde gegen das vom preußischen Mi. Insassen geprüft. Die Räuber befanden sich aber bereits.. Bergleute und 380000 Metallarbeiter enthalten. Um nisterium des Innern ergangene Berbot. 4 Sicherheit. Raubüberfall auf Postamt Teltow. Gewerkschaftsbewegung Der " Ruhrhilfe. Gewerkschaftliche Nachrichtendienst des ADGB. bringt über die Organisierung der Ruhrhilfe" folgende aufflärende Mitteilung, die wir wiederzugeben uns schon deshalb für verpflichtet halten, um den von den Kommunisten ausgestreuten Behauptungen den Boden zu entziehen. Die Organisaion zur Durchführung der Ruhrhilfe" ist nunmehr erfolgt. Der Berwaltungsrat besteht aus 15 Arbeit geber und 15 Gewe: ffchaftsvertretern unter dem paritätischen Vorsiz des Kom.- Rats Dr. Frand und des Genossen Adolf Cohen( Vorstand des ADGB.). Die Geschäftsführung ruht in den Händen eines engeren Borstandes von fünf Arbeitgeberund fünf Gewerkschaftsvertretern unter dem Vorsitz von Dr. Ha bersbrunner und Adolf Cohen, dem die Geschäftsführer der Zentralarbeitsgemeinschaft und ein Banffachverständiger beigegeben sind. PP Der Geschäftsführende Borstand hat seine Tätigkeit aufgenommen. Die Geschäftsstelle befindet sich Berlin SW.48, Wil helmstr. 130 II. Als Zentralstelle für die Zusammenziehung der eingehenden Spenden ist unter der Bezeichnung Ruhr hilfe' beim Girofonto der Reichsbant in Berlin, Niederwallstraße, ein besonderes Konto eröffnet. Zugleich ist ein Post schedfonto Ruhrhilfe", Boftscheckamt Berlin Nr. 57 200 errichtet worden Alle für die Ruh- hilfe" bestimmten Spenden fönnen also bei jeder Bant, Spartasse, Genossenschaft usw. zur Gutschrift auf obiges Konto bei der Reichsbant, Berlin, oder auf obiges Bostichedionto eingezahlt werden. " Es sind in Gewerkschaftstreifen Fragen laut geworden, ob die Ruhrhilfe" einzig für die Opfer im Ruhrgebiet bestimmt sei. Es heißt in den Richtlinien ausdrücklich:„ Die Organisation und die Mittel der„ Ruhrhilfe" sollen in weitestem Maße zur Linderung der durch die Besetzung und Abschnürung deutschen Gebietes am Rhein und Ruhr, sowohl im besetzten wie im übrigen Reichsgebiet en stehenden wirtschaftlichen Not dienen." Das Birtungsgebiet wird sich damit auf das gesamte deutsche Reichsgebiet nach Maßgabe der notwendig werdenden Hilfe erstreden. Es ist jogar anzunehmen, daß außerhalb des eigentlichen Ruhrgebietes, vor allem im altbefepten Gebiet, die allgemeine Notlage bald dringlicher sein wird, als an der Ruhr selbst. " Um ein Gegeneinanderarbeiten und Ueberschneiden mit der Sammlung Bolksopfer" und den besonderen Hilfsmaßnahmen der Regierung zu vermeiden, nehmen Bertreter der Re: gierung mit beratender Stimme an den Verhandlungen des Geschäftsführenden Borstandes teil; außerdem ist eine wechselseitige Vertretung in den geschäftsführenden Borständen der Ruhrhilfe" und des Boltsopfers" hergestellt. Welche besonderen Verwendungsformen für die Mittel de: Ruhrhilfe" gewählt werden müssen, muß sich erst aus der Braris ergeben. Die Notlage wird vermutlich schon sehr bald Mittel fü: die verschiedensten Zwecke erforderlich machen, besonders für eine großzügige Kinderhilfe( Bekleidung und Beföftigung, Verfendung von Kindern aufs Land und ins Ausland). Fürsorge für Ermerbslose, Erwerbsbeschränkte, Arbeitsun, fähige und dergleichen, Fürsorge durch Bereitstellen und Heranschaffung von Lebensmitteln usw. Daß die Mittel der Ruhrhilfe" diesen Fürsorgezweden, unter Ausscheidung von Berwaltungstoften, restlos nutzbar gemacht werden, dafür bürgt der paritätische Berwaltungsrat und der Vorstand. Aus tommunistischen Kreisen sind natürlich geflissentlich die tollsten Gerüchte verbreitet worden, z. B. die Mittel sollten der Ent morebitanten Diesen, ober es follten damit die von den Franzosen gegen die Bergwerksbefizer ver hängten Straten bezahlt werden. Damit wollte man die Fürsorgetätigkeit bei den Arbeitern in Mißtredit bringen. Auf solchen han ebüchenen Unsinn fällt fein vernünftiger Arbeiter hinein. Trotzdem sei noch einmal in aller Form darauf verwiesen, daß die einkommenden Spenden in weitestem Maße zur Linderung der Not in allen deutschen Gauen dienen follen. Und darum ist die größtmögliche Zentralisation der Sammlungen notwendig. Es muß durch eine gemeinsame Sammlung, die unter streng paritätischer Berwaltung steht, verhindert werden, daß nebenher Sammlungen laufen, die einen großen Teil der Spenden, zu- Der Verbandsvorstand der graphischen Hilfsarbeiter ist jetzt in mal des Auslandes, an sich ziehen und deren Verwendung einer argen Klemme. Aber nicht er allein. In Berlin hat der fich indirett gegen die Arbeiterbewegung richtet. Obmann der Hilfsarbeiter in der Reichsdruckerei, der 4000 Mitglie Dieses sehen die Ortsausschüsse und Gewerkschaftsmitglieder, wie der vertritt und ein strammer Kommunist ist, dem Berliner Bevoll sich zeigt, auch durchaus ein. Nach einigen anfänglichen Schwierig mächtigten seine 3ustimmung zur Bertagung des Verbands. feiten, die hier und dort auftauchten, weil man die Notwendigkeit tages ausgedrückt. Wie wirds ihm ergehen! Die graphischen Hilfs= einer gemeinsamen Aktion nich: erkannte und nicht flar sah, daß für arbeiter werden allerdings, da sie leider keinen Respekt vor der eine pazitätische Kontrolle der Gelder Gorge ge= Roten Fahne" haben, sich im Sinne ihres Vorsitzenden bei der Urtragen war, münden die Sammlungen und Spenden nunmehr fast abstimmung entscheiden. überall in die„ Ruhrhilfe" ein. Grundsatz ist, daß jeder Arbeiter zur Linderung der Not Schiedsspruch für die Schuhreparaturbrauche. mindestens einen Stundenlohn opfert, während die Der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin bat am Mittwoch für Arbeitgeber die Zehlung des Bierfachen eines Stundenlohnes die Schuhmacher der Reparaturbranche Groß- Berlins folgenden der Gesamtbelegschaft zusagten. Zu beachten ist, daß nach einer Schiedsspruch gefällt: Die im Nachtrag 2 vom 24. Januar 1923 Erklärung der Regierung die Spenden in voller Höhe zum Zusatzvertrag zum einheitlichen Min mallohniarif der Schuhsteuerfrei sind. Soweit olfo vereinbarungsgemäß der Abzug macher Groß- Berlins festgesezten Löhne werden erhöht für die der Spenden vom Lohn erfolgt, ist für diesen Teil des Lohnes die Zeit vom 12. bis 18. Februar um 60 Proz., für die Zeit vom 19. Einkommensteuer nicht abzuziehen. bis 25. Februar um 90 Proz Der Mindestlohn beträgt demnach für neue Arbeiten 880 M. bzw. 1045 M., für Reparaturen 720 bzw. 855 M. Für orthopädische Betriebe erfolgt ein Aufschlag von 10 Proz. Der Schiedsspruch in der Metallindustrie angenommen Der vom Schlichtungsausschuß gefällte Schiedsspruch für die Metallindustrie ist gestern abend von den Berliner Funktionären des Metallarbeiterverbandes angenommen worden. Die neuen Säge betragen: Arbeiter über 21 Jahre: Klaffe I 1100 m., Klasse II 1070 M., Klasse III 1040 M., Klaffe IV 1000 m., Klaffe V 970 M. Arbeiter von 18 bis 21 Jahren: Klasse 1 935 M.. Klasse II 910 M., Klasse III 880 M., Klaffe IV 850 M., Klaffe V 825 M. Die Affordarbeiter erhalten auf ihre Affordbasis einen festen Stundenzuschlag in Klasse I von 375 M., in klasse II von 365 M, in Klaffe III von 360 M., in Klaffe IV von 340 m., in Klaffe V non 330 M. Das gilt für alle Arbeiter vom 18. Lebensjahre ab. Weibliche Arbeiterinnen über 21 Jahre erhalten 745 M., zur Affordbasis einen festen Stundenzuschlag von 255 M. Arbeiterinnen von 18 bis 21 Jahren erholten einen Stundenlohn von 630 M., Stundenzufchlag zur Affordbasis 255 M. " Männliche Jugendliche von 14 bis 15 Jahren erhalten 230 M., von 15 bis 16 Jahren 260 M., von 16 bis 17 Jahren 310 M., Don 17 bis 18 Jahren 440 M. Weibliche Jugendliche von 14 bis 15 Jahren erhalten 220 M., von 15 bis 16 Jahren 235 M., von 16 bis 17 Jahren 280 m., von 17 bis 18 Jahren 410 m. Wieder ein ,, Berrat". zohnbewegung der Bergarbeiter in Frankreich und Belnien Bisher haben die deutschen Kohlenbelieferungen auf die Löhne der Arbeiter in Frankreich, Belgien und England gedrückt. Nun diese Lieferungen seit einem Monat ausbleiben und auch noch meiter ausbleiben werden, benutzen die Bergarbeiter Belgiens und Frankreichs die für sie günstige Situation, um eine Erhöhung der Löhne zu fordern. Daher der Streik in den lothringischen Gruben und die auch in den anderen Kohlenzentren Frankreichs einsetzende Bewegung. Eine gleiche Meldung aus Brüssel fagt, daß im größten Teil der belgischen Bergwerksbezirke die Bergleute eine Lohnerhöhung von 25 Broz. gefordert haben. Im Borinage, dem größten Kohlenzentrum Belgiens, find bereits am Mittwooch 3000 Bergleute in den Streit getreten. Achtung, VSPD.- Buchdruder! Heute nachmittag 5 Uhr Gigung des Attionsausschusses bei Baum, Stallschreiberstr. 47. 8utritt haben nur die Mitglieder des Aktionsausschusses. Bollzähliges Erscheinen not mondig. Der Borstand. Baugewerkschaft. Fachgruppe Glaser. Montag abend 7 Uhr im Gewerk. schaftshaus Mitgliederversammlung. Bericht der Lohnkommission. In dieser Bersammlung muß jeder Kollege erscheinen. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Lehrergewerkschaft im ADB. Die nächste Sigung findet nicht Sonnabend, sondern am Dienstag, den 20., abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer, Saal 5, statt. Aus der Partei. In Nr. 6 der„ Solidarität", des Verbandsorgans der graphischen Hilfsarbeiter, wendet sich der 1. Verbandsvorsitzende Genosse Pucher an die Mitglieder mit der Frage, ob der in diesem Jahre nach dem Statut fällige Verbandstag stattfinden soll oder nicht. Verbandsvorstand und Gauleiter haben beschlossen, die Mitglieder darüber durch Urabstimmung entscheiden zu laffen. Die unflaren wirtschaftlichen Verhältnisse, die es einem Verbandsparlament unmöglich machen; sich auch nur für kurze Zeit auf be- Materialzusammenstellungen des Zentralbildungsausschusses. stimmte Beschlüsse festzulegen, die bereits erfolgte grundfäßliche ZuZur Förderung der Bildungsarbeit und zur Unterstügung der ftimmung der Mitglieder zur Tarifpolitik des Verbandes und nicht aulegt die finanzielle Lage der Organisation, die ihre Gelder lieber Tätigkeit unserer Referenten und Funktionäre gibt der Zentral für Kampf- und Unterstützungszwede den Mitgliedern zur Verfü- bildungsausichuß in zwanglofer Folge unter dem Titel„ Arbeiter gung halten will, als viele Millionen zur Abhaltung der jetzt nicht bildung" Materialzusammenstellungen heraus, von denen soeben Es bringt eine ausführliche Disposition unbedingt notwendigen Generalversammlung auszugeben, sind die eft 3 erichienen ist. Gründe für die von den Verbandsinstanzen vorgeschlagene Bertas für einen Vortrag über Karl Marg von Karl Kautsty an gung. Da die endgültige Entscheidung darüber bei den Mitgliedern läßlich des 40jährigen Todestages unieres großen Meisters am liegen foll, find auch die statutarischen Bestimmungen eingehalten, 14. März. außerdem Anregungen und eine Auswahl geeigneter ist das Mitbestimmungsrecht der Organisationsangehörigen gewahrt. Gedichte für eine würdige Marg- Gedenkfeier. Ferner find erMan sollte annehmen, daß diese ganze Angelegenheit nur die schienen zwei neue Kuriusdispositionen und Aivar MarMitglieder des Verbandes der graphischen Hilfsarbeiter angeht. von quardt:„ Geschichte des Sozialismus vom Altertum bis zur der man Kenntnis nehmen kann oder auch nicht. Nur hat leider Neuzeit" und Klubs: Werden und Geschichte der deutschen SozialGenosse Bucher vergessen, vorher bei der Redaktion der Roten demokratie". Jedes Heft foftet 150 M. und ist zu beziehen gegen Fahne" anzufragen, ob auch sie mit der geplanten Maßnahme ein Boreiniendung des Betrages und 20 M. Porto oder unter. Nach Perfiander it wir für diefe Unterlaffungsfünde von dem tom nabme ruich den Benitalbildungsausiauß der Bermunistischen Blatt angepöbelt. Ihm und der gesamten Berbands- einigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands( R. Weileitung werden da so einige Wahrheiten" gesagt: Er will sich mann), Berlin SW 68, Lindenftr. 3. Interessenten, die die regel vor der Abrechnung retten, die mit tödlicher Sicherheit auf dem mäßige Buiendung der neu erscheinenden Materialien wünschen, Verbandstag erfolgen muß. Die von ihm in den letzten drei Jahren wollen dies bei der Bestellung mit vermerken. Geldiendungen find betriebene Bolitif des willenlosen Hinterhertaumelns hinter den zu richten auf das Konto Heinrich Schulz Nr. 15 604 beim Postbanterotten Tarifgemeinschaftsillusionen der Buchdrucker hat den fchedamt Berlin. Hilfsarbeiterverband zu einer zweitklassigen Berwaltungsstelle dieses Verbandes gemacht Inszenierung dieser Gemeinheit Bum Schluß ruft das Blatt die graphischen Hilfsarbeiter auf, den „ angftschlotternden Bureaukraten nicht die Abrechnung zu ersparen". 14 " 1 17 Berantwortlich für den redatt. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: b. Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. A Er raucht Batschari er ist Qualitätraucher! BC xg| Deutsch Opernhaus Residenz- Th. Theater, Lichtspiele usw. 6pernhaus 712 Uhr Volksbühne 7% Uhr Madame Butterfly Mein Leopold Schauspielhaus U: Der Maskenball Große Volksoper m Theat d.Westens 6% U.: Die Walküre Tel. 8 Uhr & s lebe Intimes Theater das Leben! 8 U.: Frau Adas G. m. Marietta Oll, Batcher, Wasa. b. H. Die G'schamige Klein, Keller- Habri Lustspielhaus Heute wegen Vorbereitung zur Premiere geschlossen Trianon- Th. Neu einstudiert Lessing- Th. Metropol- Theater 7 Uhr 712 Uhr: 7/2 NewYork- Berlin Wilhelm Tell Liebelei/ Die Lore St. 3: Die Bajadere Bürger Schippel Neues Operett.- Th. Täglich 8 Uhr Lissi Deutsch. Theat.bd 7 U. z. 1. Male 2: D. neue Gilbert die Kokotte Thenthesilea Sonnt. 7½: Bürger Katja, die Tänzerin haben keinen Zhen Sbd. Improvi Schippel sationen im Juni Mtg 7: Llebelel. mit Margit Suchy, Kammerspiele 8: Der Kreis Die Lore Muth, Beckersachs, Paulsen, Tiedtke Deut. Künstler- Th. 3. Die kimine Sünderin Gross, Mamelok Stg. Sbd. 8: Der Kreis Uhr zum 1. Matem. Harald Paulsenst, Jos. Dera Der Fürst von Gr.Schauspielh. Pappenheim ( Karlstraße ( Adalbert, Hesterberg) 71: Die törichte Sonnab b Mont. Jungfrau Sbd. 7% Die to richte Jungfrau Neues Th. am Zoo 72: Jean Gilberts Operette Zutritt Komische Oper ( 7) Dir.: James Klein( 712) Internat. Revue in 25 Bilderi Europa spricht davon 200 Mitwirkende! 6 Balletts! Mr. Jackson vom Alhambra- Theater in London mit seinen engl. Girls sowie die bekanntesten Dar teller von Bünne und Film Vorverkauf ununterbrochen Kleines Th. Wien Berlin Tägl. 8 Uhr: Die Unmoralischen Dorine u. der Zufall carola Toe: le, Olva Der Fürst von Pappenheim Neues Volkstheater Limburg, Falken732: Laund Verliebt. Stein, Kaiser- Titz Sonntag, d. 15. Febr. Walhalla- Th. 2 Uhr: Maschinenstürmer Täel. 4 Der Neffe als Onkel Renaissance- Theat. Theater i. d. Heirate Deine Frau Gastsp. Em. Reicher Königgrätz. Str. 7.30: Aus d. Leben d. Insekten Komödienhans Kameraden Der Blaue Vogel Goltzstraße 9 Berliner Th. Nollendorf 1613 7.15: Madame Pompadour Hilde Wörner, Roberts, Betel, Haskell U. 7% Uhr: Die Juden Schiller- Th. Charl. Theater des Ostens ( Rose Theater) U.: Loge Nr. VII U. Großstadtluft Central- Theater Thalia- Theater 7 Uhr: Die 1 Uhr: Ein Jahr Macht d. Finsternis ohne Liebe Th. a. Nollendorfpl. 7 Uhr: Königin SCALA der Straße Stg. 3: Vetter aus Dingsda Theaterin d.Kommandant.- Str Uhr Internat. Allabendlich Uhr: Katte Varieté Das 3. Programm Wallner- Theater Uhr: Der kühne Schwimmer Sonnt. 30z halb. Preis.d voll.Prog Jagersi 63 Unterhaltungs- Varieté Das proße 8 Uhr variete- Programm! YY 4 Ohr Das größteNachmitt.. abarett Be lins! Verstärkt, Programm ADMIRALSPALAST Sonntag, 18. Febr., mittags 11 Uhr: Tonzert der Kammermusik- Vereinigung der Kapelle der Staatsoper Solistin: Hertha Dehmlow rogramm D- dur Divertimento. Mozart. Quintett- Danzi. Aus dem Forellenquintett- Schubert Der Vorverkauf hat begonnen. WIN BRIEN VarietéSpielplan Rauchen gestattet! Theater a. Kottb, Ter| Tagl. 72 und Sonnt.nachm. 30. EliteSänger U. a. Langholzeas WO PUHONNÝ Steinachs dmirals- Varieté Uranianferate im 70 Febr.- Programm Forschungen A Schwieger- Eine Warnung söhne! Spielplan vom 16.- 22. z. 23 UFA PALAST A. ZOO Eln Glas Wasser TAUENTZIENPALAST Der Franenkönig an die deutsche Jugend Manegeschaustück Fremdenlegionär unübertrefflich Casino- Theater Vorwärts fichern Erfolg! 8 Uhr: Der near Schlager Ortskrankenkasse für die Gewerbe der Tischler Zum blauen Kakadu Etablisseme Caf und Pianofortearbeiter zu Berlin. Auf Grund der Verordnung über Grundlöhne usw vom 2. Februar 1923 und Beschluß des Vorstandes wird der Die Sensation Berlinska Grundlohn der höchften Stufe auf 3600 W2. 7114 im 7414 Circus U. T. KURFÜRSTEND Busch Schlagende Wetter MOZARTSAAL Nora KAMMERLICHTSP. Der Rhein U.T. NOLLENDORFPL. Stadt In Sicht U. T. FRIEDRICHSTR Unter Wilden and wilden Tieren U.T ALEXANDERPL Dämon Zirkus. U.T. WEINBERGSWEG Die Lannen der Nelly Burks U. T. SCHÖNEBERG Vom 16.- 19. 2. 23: Rose Bernd Vom 20.- 22. 2. 23: Stadt In Sicht U. T. HASENHEIDE D. steinerne Relter Frieamcast. feftgefegt Diese Aenderung tritt am 19. Februar 1923 in Straft. Nähere Be Ecke Leipziger St ftimmungen über Ein eilung der LohnVarieté Kabarett itufen, Höhe der Beiträge und des Kranten in Heit. Spiele u gelbes werden den Arbeitgebern durch Margaretensaal Rundschreiben zugesandt Der Borstand. Fr. Meersbach D. Guhl. Reichshallen.Th. 4/4 und 7³/ 4Uhr Allabendlich 72 Uhr, Sonntags nachm 3 Uhr halbe Preise STETTINER Säng. DonhoffBrett' Anf.720. BTC Potsdamer Str. 3 furmstr. 12 las Mäde aus der Hölle mit Lya Mara Emel Triedrich sprin 1. Februar, 1/2 Unr Meisters., Köthener Str 38. Neue Dichtungen v Ernst Tolier. 177.20 Möbelfabrik Rob. Seelisch Berlin 0 112, Rigaer Str. 71-73 a, 5 Min. vam Bhf. Frankfurter Allee empfiehlt zu bekannt billig. Preisen bei solider Ausführ Gegründet 1876 Komplette Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer einfachen uno Desseren Genres Küchen arbig und naturiasiert in allen Preislagen Nr. 7S*> 4S. Jahrgang Seilage öes vorwärts Ireitag. IS. Februar 1H2Z Die Kohlennot der Serliner Schulen. Ter Stadtverordnetenvorstehcr-Stellvertreter„glücklich" gewählt. Gcstern hotte sich die Versammlung zunächst mit einer Reihe von Dringlichkeiisanträgen zu befassen, da von s'chs vorgelegten Anträgen dieser Art nur einer auf Widerspruch stieh. Ein Antrag der Sozialdcmolrctcn, der den Magistrat ersucht, wöchentlich? Slbschlagezahlungen auf die Nonaksgehalte der chilfz- und Tarifvertragsangestellten zu leisten, wurde vom Genossen R a d k t« mit dem Hinweis auf die rapiden Fortschritte der Geldentwertung imd mir der Notwendigkeit einer allgemein durchzuführenden Abhilfemaßregel begründet, da auch die Not eine ollgemeine sei. Oberbürgern, eister B ö ß konnte nicht umhin, die Berechtigung der Forderung anzuerkennen, wies aber auf die Zwangslage hin in der sich der Magistrat befinde, der bei seinen bezüglichen" Bemühungen bei den obersten Reichsinftanzen kein Gehör gefunden habe: es feien schließlich den Städten Vorschüsse bzw Darlehen in Aussicht gestellt worden: aber bis zur Erfüllung einer dieser Zusagen vergehe crfahrungsmöhig unendlich viel Zeit. Der Antrag Heimonn wurde dem Tarifausschuß überwiesen.— Drei die Berliner Milchbewirtschaftunq betreffende Anträge der Wirt- schaftsportn sollten in der nächsten Sitzung erörtert werdem — Ein Antrag der Demokraten ersucht,„in der Erwägung, daß die wachsende Verteuerung der notwendigsten Lebensmittel die Volks- ernährung immer weiter beeinträchtigt und zu einer schweren Ge- fährdung der staatlichen Ordnung führen kann", den Magistrat mit größtem Nachdruck bei den Reichs- und Staatsbehörden dahin vor- stellig zu werden, daß oll« brauchbaren Maßnahmen zu einer Der- billig ung des unentbehrlichen Lebensbedorfs schleunigst durchgeführt werden. Insbesondere soll die Reichsregierung darauf hingewiesen werden, daß eine wesentliche Ermäßigung der Gütertorise auf den Reicksbahnen für Brotgetreide, Kartoffeln, Gemüse, Fleisch, Vieh und Milch unter allen Um- st ö n d e n und unverzüglich erfolgen muß: die dem Reichstege vorgelegten Verschärfungen der Maßnahmen gegen den Wucher mit Lebensmitteln solle sofort oerablchiedet und rückstchts- los angewandt werden. Endlich soll der Magistrat für aus- reichende Milchversorqung und für wesentliche Herab- setzuna des Milchpreiscx für Säuglinge, Schwangere, kleine Kinder imd Sieche Sorge tragen. Einstimmig nahm die Versammlung diesen Antrag an.— Tagegen fand ein Antrag der Kommunisten, der die Beseitigung des wachsenden Mißverhältnisses zwischen den Bezügen der Staats- und der städtischen Arbeiter zum Gegenstande hatte, auf der Rechten Widerspruch und wird erst über acht Tage verhandelt werden. Hierauf wurde von der 67 Punkte umfassenden Tagesordnung diesmal der allergrößte Teil in raschestem Schrittmaß erledigt. Der Antrag der Sozialdemokraten betr. den Friedhof der ZNärzgefavenen ging an einen Ausschuh. Die Dringlichteitsvorlage wegen des Ab- schlusses eines neuen Gr underwcrbsvertrages mit' der Knorrbremse- A.-G. in Lichtenberg wurde angenommen. Einen Antrag des Zentrums betr. Nachprüfung aller von der Stadt an gemeinnützige Vereine und dergleichen gewährten Unter- stützungen überwies die Versammlung dem Haushaltsausschuß. Ein weiterer Antrag, gemeinsam von den Kommunisten, Demokraten, Sozialdemokraten und dem Zentrum gestellt, will den Magistrat er- suchen, diejenigen Schulen, die aus Mangel an Kohlen bereits den Unterricht eingestellt haben, sofort mit dem erforterlichen Heizmaterial zu beliefern und dafür zu sorgen, daß sämtliche Schulen so mit Kohle beliefert werden, daß der Unterricht bis zu den Osterferien ohne Unterbrechung durchgeführt werden kann. Der Oberbürgermeister gab Kenntnis von einem im wesentlichen diesem Verlangen entsprechenden Magistrats- beschluß. Aus der Debatte ging indessen hervor, daß der Magistrat sich trotz der früheren Abweisung zum zweitenmal um die Genehmi- gung von drei Wochen Kohlenferien an den Oberpräsidenten gewendet hatte. Schorf gerügt wurde auch die mangelnde Kontrolle bei der jetzigen Art der Kohlenbelieferung der Schulen; Dr. Löwen- st e i n sprach geradezu von einem„Schlendrian", der eingerissen sei. Auch dieser Antrag gelangte zur e i n st i m m i g e n A n n o h m e. Sodann fand der Nachtraq zur Vergnügungssteuer- o r d n u u g Annahme. 20 Millionen für das„Deutsche Volksopfcr" will der Magistrat spenden. Genosse Czeminski erklärte, die Fraktion habe zuerst gegen die Zustimmung Bedenken gehabt, sei aber bei der Entwicklung, die die Dinge im Ruhrrevier genommen hätten, und angesichts der Möglichkeit, daß die Folgen der Ruhrbesetzung sich bald auch auf die Berliner Arbeiterschaft aus- wirken möchten, davon zurückgekommen. Hoffentlich werde der Magistrat in diesem Falle auch dafür sorgen, daß dem Teil der Bevölkerung, der besonders Not leide, geholfen werde und daß auch den Vertretern der Arbeiterschaft Gelegenheit zur Kon- rolle der Verwendung der gesammelten Gelder gegeben werde. Dr. Rosenberg(Komm.)'lehnte jede Beteiligung an der Spende ab. Die 20 Millionen wurden bewilligk, ein Antrag der Kommunisten, die Summe dem Reichsausschuß der deutschen Kommunisten zu überweisen, abgelehnt. Mit 93 gegen 8�! Stimmen wurde beschlossen, die Forderung von 13 Millionen Mark für 300 Müllkästen für Neukölln dem Ctatsausschuß zur Vorprüfung zu überweisen. Die Vorlage wegen Gewährung von Zuschüssen an das Zemkesche Privatlyzeum in der Fruchtstraße wurde ange- nommen, nachdem ein Antrag der Sozialdemokraten auf Ausschuß- beratung mit 96 gegen 9-t Stimmen gefallen war. Die Beratung der ru Anfang eingebrachten Dringlichkeitsanträge betr. die Milchbewirtschaftung wurde verschoben, weil die Er- nährungsdcputation mit derselben Materie noch in Beratung bc- griffen ist. Der Antrag der Deutfchnationalen wegen Veibehaltung der 2. Klasse in den städtischen Krankenhäusern wurde einem Ausschüsse überwiesen. Genosse Dr. W e y l trat den Argumenten der Wortführer dieses rückschrittlichen Verlangens. Dc'thleffen(Dnot.) und Dr. Falkenberg(DWP.) entgegen. Um'AO Uhr schritt man zur wiederholt vertagten Wahl des zweiten Vorsteher- Stellvertreters, für welche der Vorsteher die Vor- schrist der Beschlußfähigkeit außer Kraft gesetzt hatte. Gewählt wurde Dr. Meyer(Dem.) mit 91 von 94 abgegebenen Stimmen. Die Kommunisten protestierten gegen diese nach ihrer Ansicht ungültige WahlÄScgen Beschlußunfähigkeit fand die Sitzung gegen 9 Uhr ein vorzeinges Ende._____ Eine Zufluchtsstätte für Mutter unö Kinö. Eröffnung des Neuköllner Zäuglings- und Mütterheims. In Neukölln ist trotz allen durch die Not der Zeit verursachten Erschwerungen ein der Säuglings- und Müttersürsorge dienendes Werk zustande gekommen, das den Groß-Berliner Wohlfahrts- einrichtungen sich als ein wertvolles Glied einreiht. Das Säuglings- und Mütterheim des Verwaltungsbezirks Neukölln, das am Marien- dorfer Weg gegenüber der Brandenburgischen Hebammenlehranstalt errichtet worden ist, konnte gestern durch einen Festakt eingeweiht werden. Als Dezernent des Neuköllner Gesundheitswesens gab Stadtrat Dr. S i l b e r st e i n einen Ueberblick über Entstehung, Zweck und Bedeutung der neuen Anstalt. Schon in der Kriegszeit wurde 1917 der Plan gefaßt, ein Säuglings- und Mütter- heim zu schaffen, das mit der Ljebammenlehrstätte und Gebäranstalt in eine gewisse Verbindung gebracht werden sollte, und kurz noch Kriegsende kam es dann 1919 zu Beschlüssen der Neuköllner Ge- meindebehörden. Die Brandenburgische Prooinzialverwaltung unterstützte das Werk. Die Ausführung begann 192», nmßte wegen Mangel an Mitteln 1921 unterbrochen werden, wurde 1922 wieder aufgenommen und ist jetzt beendet, G daß die Anstalt in Benutzung genommen werden konnte. Das Säuglings- und Mütterheim soll au« der Hebammenlehranstalt e».ttlassene Neu- geborene samt den Müttern bei vorhandenem Bedürfnis auf einige Monate übernehmen, soll auch kranken oder schwächlichen Säuglingen aus Familien eine ge- ordnete Pflege und die Möglichkeit der Ernährung mit Muttermilch bieten und soll weiter eine Lehrstätte zur A u s b i l d u n g von Hebammenschülerinnen in Säuglingspflege sein. Weacn Mangel an Mitteln muß man sich auf Belegung mit nur 60 Säuglingen und 20 Müttern statt mit 130 Säuglingen und 40 Müt- tern beschränken. Angesichts der in letzter Zeit beobachteten Zunahme der Säuglingssterblichkeit Neuköllns ist sehr zu wünschen, daß in nicht zu serner Zeit die volle Belegung der Anstalt möglich wird. zumal da sofort nach Eröffnung die bisher vorhandenen Betten sämtlich belegt werden mußten. Mit Dankesworten gedachte Stadtrat Dr. Silberstein des früheren Neuköllner Stadtbaurats Z i z l e r(jetzt Oberbaurat in Mannheim), von dem die Bau» entwürfe herrühren. Prof. Dr. O r g l e r, der ärztliche Leiter des Heims, machte nähere Mitteilungen über den Betrieb. Als Ver- treter des Magistrats Berlin beglückwünschte Stadtmedizinglrat Dr. R a b e n o w den Verwaltungsbezirk Neukölln, der mit dieser Anstalt ein nachahmenswertes Muster hingestellt habe. Uebcrhaupt zeige die Verwaltung des Arbeiterortes Neukölln, fügte Rabenow hinzu, gutes Verständnis für die Aufgaben der Gesundheitspflege. Um da; Ge« singen dieses neuen Werkes habe sich besonders Stadtrat Dr Sil» b erst ein unermüdlich und erfolgreich bemüht. Prof. 5) am. m e r f ch l a g, Direktor der Hebammenlehranstalt, überbrachte Glück- wünsche der Provinzialverwaltung. An die Eröffnungsfeier schloß sich ein Rundgang durch das ganze Heim an. Dos Licht der hellen Winter» sonne durchflutete die in sauberem Weiß strahlenden Räume Die Säle und Zimmer für die Säuglinge liegen nach Süden, wo ihnen fast den ganzen Tag reichliche Besonnung zuteil wird. Loggien vor den Räumen dienen als offene Liegehallen, in denen die Kleinen in ihren Betten den Aufenthalt im Freien genießen können. Auch die Wohnräume der im Heim untergebrachten Mütter liegen nach Süden. Besonder« Sorgfalt ist darauf verwendet worden, die Gefahr der Einschleppunq an st ecken. der Krankheiten abzuwehren. Zur Beschaffung ein» wandfreier Milch stehen dem 5)eim die besten hygienischen Ein- richtungen zur Verfügung._ Neue Polizeistunde ab Tonnabend. DaZ Polizeipräsidium ist vom Minister des Innern ermächtigt, die Polizei st unde auf 12 Uhr nachts beroufzu» setzen, die bisherige Beschränkung geschlossener Gesellschaften be« züglich der Tanzcrlaubnis auszuheben und öffentliche Tanzlustbor» keilen an drei Tagen der Woche von 8 Uhr abends ab zu gestalten. Welche Tage in Frage' kommen, sollen die Juteresseiiteuverbönde beule— Freilag— in einer Besprechung- mit der Abteilung IV des Polizeipräsidiums in Vorschlag bringen. Die neue Verfügung soll im Lause des heutigen Freitags erlassen werden und tritt am Sonnabend in Kraft. der Meineiüsprozeß von