Abendausgabe Nr. 99 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 50 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemotrat Berlin Berliner Volksblatt Preis 70 Mark Mittwoch 28. Februar 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Bedeutsame Erklärung Bonar Laws Berliner Lohnkämpfe. Frankreichs unmögliche Forderungen. Deutschland soll einen Plan vorlegen. brechen, das gesamte Wirtschaftsleben in ihren Grundfesten London, 28. Februar.( WTB.) Im Unterhause fragte nicht in größere Schwierigkeiten gerate. Es sei besser, ein wenig Sir John Simon( Lib.) den Premierminister, ob seine Auf- länger zu bleiben als zu früh zu gehen. Curzon verglich die merksamkeit auf die Erklärung Millerands zur Ruhrfrage heutige Lage mit der Lage, die nach Waterloo bestand, und sagte, gelenkt worden sei, wonach Frankreich nichts zulassen würde, was es in vieler Hinsicht hätten sich England und Europa weit beffer er von seinem Ziel abdrängen könnte, und auf die Erklärung ipiel in einem Teile Europas, daß zwei große Nationen, Frankreich Poincarés, daß Frankreich das, was es ergriffen habe, nicht und Deutschland, deren harmonische Beziehungen für die Wieder loslassen werde, bevor die Schuld beglichen sei, und ob die herstellung des internationalen Friedens wesentlich seien, in einen brifische Regierung sich bei der französischen Regierung Sicherheit Streit verwidelt feien, der mit Rücksicht auf die große Berdarüber verschafft habe, welches das 3iel Frankreichs bei der Fort- fchiedenheit der Kräfte als Wettkampf physischer Kraft nicht sehung der Invasion des Ruhrgebiets sei, und welches der Betrag ernst sei, jedoch ernst sei wegen der Beidenschaften, die er der Schuld sei, deren Regelung Frankreich als Vorbedingung für die erzeugen fönne, und wegen der Fragen, die daraus entstehen könnten. Zur Lage im Innern erflärte Curzon, die Einfünfte Eng Zurückziehung verlange. lands deckten die Ausgaben, die Schuld werde allmählich verrringert und die Währung steige. Die Ausfuhr von Fertigwaren habe fast die Vortriegshöhe erreicht. Bonar Law erwiderte: Ich glaube, teine von beiden Ertlärungen enthält etwas Neues. Ich habe dem, was ich schon gesagt habe, nichts hinzuzufügen. In Erwiderung auf eine weitere Anfrage jagte der Premierminister, der Betrag der Schuld sei wahrscheinlich die Summe, die im Jahre 1921 festgesetzt wurde Simon fragte: Jif das die Summe, von der Bonar Law erflärt hat, fie tönne unmöglich gezahlt werden? Bonar Law erwiderte: 3.a wohl! Wir stehen in Berlin unmittelbar vor großen und schweren Arbeitstämpfen, die, wenn sie auserschüttern müffen. Die Unternehmer sträuben sich hartnäckig, die Löhne und Gehälter der Arbeiter und Angestellten der Teuerung anzupassen. So hat der Verband Berliner metallindustrieller bei den letzten Verhandlungen mit dem Deutschen Metallarbeiterverband die Behauptung aufgestellt, daß seit dem Lohnabkommen, das am 12. Februar in Kraft getreten ist, teine weitere Teuerung eingetreten wäre, daß die Gesamtausgaben der Arbeiter nicht gestiegen wären, und daß deshalb eine Erhöhung der Löhne nicht am Blatze wäre. Diese Behauptung haben wir bereits auf Grund der Teuerungszahlen des Statistischen Amtes der Stadt Berlin widerlegt. Eine nicht minder unerträgliche Haltung nahm der Verband Berliner Metallindustrieller bei den Berhandfungen ein, die die Gehälter der Angestellten für den Monat Februar regeln sollten. Curzon erklärte weiter, Polen mache Fortschritte, die Der Verband Berliner Metallindustrieller steht aber Tschechoslowatei habe ihre Währung stabilisiert, ihr Budget durchaus nicht allein in dieser Ablehnung einer Entlohnung ausgeglichen und bilde einen Faktor für den Frieden Europas. Von der Arbeiter und Angestellten, die es diesen ermöglichen Desterreich habe man noch fürzlich erklärt, daß es dem sofortigen würde, ihre Eristenz menschenwürdig zu fristen. Kaum ist Untergange zumante, und jetzt werde eine Anleihe von zwei Milder Streit in der Berliner Holzindustrie beigelegt, so lionen Pfund Sterling erfolgreich in der City von London und ent- nimmt die Unternehmerorganisation eine Haltung ein, die sprechend in den anderen großen europäischen Hauptstädten ausgegeben. Italien, das noch vor einigen Jahren ein Bild der Unordnung war und von der Revolution bedroht wurde, habe sein Prestige unter einem starten Mann, Muffolini, erhöht. Das Bild der mitteleuropäischen Staaten sei nicht das Bild der Verzweiflung, sondern der Wiederherstellung der Ordnung. Es gebe natürlich Nach einem eigenen Drahtbericht der„ B. 8. am Mittag" hat Bonar Law u. a. hinzugefügt: Das beste wäre, wenn Deutschland endgülfig erklären wollte, was es zu fun gedente, und daß es eine Summe nennt, die es zu bezahlen entschloffen ist, England ist natürlich berechtigt, die Aktion Frankreichs zu frififieren, aber deffenungeachtet wäre es sehr dafür, daß wie z. B. Rußland und der nahe Often sowie das Berkältnis zwischen Deutschland endlich einen vernünftigen Plan zur Klärung diefer ganzen Frage vorlege. Am besten wäre es, wenn die drei Nationen England, Frankreich und Deutschland jede eine Erklärung über die Cage abgeben, um eine Lösung zu finden, die alle zufriedenstellt und der Welt endlich den ersehnten Frieden geben würde. Bir fönnen nicht glauben, daß der Londoner UlsteinKorrespondent fich diesen Satz, dessen ungeheuere Bedeutung in die Augen springt, aus den Fingern gesogen hat. Um so unverständlicher ist es aber, daß das WIB.- Telegramm nichts darüber enthält. ,, Westminster Gazette" hebt hervor, Bonar Law habe in seiner Antwort auf die geftrige Frage Sir John Simons zugegeben, daß Frankreich beabsichtige, das Ruhrgebiet besetzt zu halten, bis es die unmögliche Aufgabe vollendet habe, 132 Milliarden Goldmart zu bekommen. Wenn Boincaré meine, was er fage, so müsse Frant. reich für immer im Ruhrgebiet bleiben. Westminster Gazette" schreibt weiter, im Parlament sei gestern allgemein die Tatsache erörtert worden, daß es Simons gelungen sei, aus dem Premierminister das Eingeständnis herauszubekommen, daß Frankreich beabsichtige, das Ruhrgebiet besetzt au halten, bis es das Unmögliche erreicht habe. Eine solche Lage sei natürlich unmöglich. Sowohl fonservative als auch liberale Mitglieder des Barlaments hätten gestern abend erklärt, daß die Lösung des Reparationsproblems und die Sicherung des europäischen Friedens nicht erreicht werden könnten durch die zahme 3u stimmung zu dem französischen Eingriff, in die die Regierung hineintreibe. Die Regierung fönne jetzt nicht mehr länger vorgeben, daß die Zeit für den Versuch noch nicht gefommen sei, die Entwicklung einer gefährlichen Lage zu vermeiden. Die Haltung der Arbeiterpartei werde jetzt im Lichte des Eingeständnisses Bonar Laws mit Interesse verfolgt werden. einige fdwarze Flede auf der internationalen Leinwand, Frankreich und Deutschland im Ruhrgebiet. Er wünschte, er fönnte hier Tageslicht sehen. Es sei leicht, die Bolitik der Regierung bezüglich der Ruhr als unverantwortlich und zögernd zu fritisieren, er zweifle jedoch, ob diese Politik für den Augenblick irgendwie anders sein könne. Er sei der Ansicht, daß, allgemein gesprochen, die öffentliche Meinung die Politik der Regierung verstehe und sie unterſtüße. Er glaube, daß die öffentliche Meinung Englands mit der Regierung der Ansicht sei, daß der militärische Einmarsch in das Ruhrgebiet, ob recht oder unrecht, auf jeden Fall unflug geradezu auf ihren Wunsch schließen läßt, die Arbeiter in einen neuen Streit hineinzutreiben. Das gegenwärtige Lohnabtommen in der Berliner Holzindustrie lief bereits am 23. Februar ab. Die Berliner Holzindustriellen erklärten in einem Schreiben, daß sie jede Verhandlung über die neuen Löhne ablehnen, solange nicht die in einzelnen Betrieben bestehendn Differenzen beigelegt seien. Nun ist es natürlich schlechterdings unmöglich, daß in einer Stadt wie Berlin nicht irgendwo in einzelnen Betrieben Differenzen und Konflifte bestehen. Die gegenwärtig bestehenden Konflikte, die übrigens nicht von großer Bedeutung sind, fommen ausschließlich auf Rechnung jener Unternehmer, die es ablehnen, die Abmachungen, die zwischen den Organisationen der Arbeitlich auf Rechnung jener Unternehmer, die es ablehnen, die geber und Arbeitnehmer der Berliner Holzindustrie abge schlossen worden sind, einzuhalten. Die Unternehmerorgani fation benutt also diese von den Unternehmern selbst ver ursachten Eingelkonflikte, um es zu einem Gesamtkonflikt zu treiben. war. Er glaube, daß die öffentliche Meinung Englands der Ansicht sei, daß die Regierung recht getan habe, nicht baran teilzunehmen, sondern die Stellung der britischen Truppen am Rhein Eine ähnliche Haltung nimmt der Berliner Großfolange wie möglich aufrechtzu erhalten, weil England ebenso handel ein. Die im Großhandel beschäftigten Handelswie alle anderen an der Lösung des Problems interessiert sei. Die arbeiter gehören zu den schlechtestbezahlten Arbeitern Berlins. Lösung der Reparationsfrage sei nicht Frankreich, Großbritannien Auch hier erklären die Arbeitgeber, daß eine Teuerung nicht und Italien allein vorbehalten, sie sei eine infernationale eingetreten fei, da ja, wie sie sagen, für Fette ein PreisFrage, an der alle gleichmäßig interessiert seien, und er fehe dem abbau stattgefunden habe. Nun weiß jeder, daß einerseits Lag entgegen, wo sie durch eine internationale Aktion der Großhandel in den letzten Monaten, ja man fann sagen Schuld an die Bereinigten Staaten als einen ersten entscheidenden seits beeinflussen die Löhne gerade im Großhandel die Preiſe Curzon bezeichnete zum Schluß die Regelung der britischen in den letzten Jahren, Riefengewinne gemacht hat; andererSchritt zur Einleitung der Stabilsierung und der Wiederherstellung so gut wie überhaupt nicht. Es gibt also hier für die Haltung des Bertrauens in der Welt. gelöst werde. Frankreichs Riesenschuld an England. Condon, 28. Februar.( Eca.) Schahtanzler Baldwin erklärte gestern im Unterhaus, daß der Gesamtbetrag der franzöfischen Schuld, einschließlich der Warenlieferungen und verfchiedener anderer Leistungen 610 millionen Pfund betrage, d. h. nach dem augenblicklichen Kurs etwa 47 milliarden Frant( bzw. 12,2 milliarden Goldmart, Red. d.„ V."). Die Anilin- Patente. Im Hauptausschuß des Reichstages teilte am Mittwochvor„ Daily Chronicle" sagt, die Antwort Bonar Laws auf die mittag Reichswirtschaftsminister Dr. Beder mit, die Behauptung gestrige Frage Simons' schiene flar zu machen, daß die französische der Badischen Anilin- und Sobawerte, daß die Reichsregie. Regierung beabsichtige, dauernd im Ruhrgebiet zu bleiben. In rung im Jahre 1919 von dem Abkommen zwischen der Fabrit einem Beitartikel greift Daily Chronicle" die Haltung Bonar Laws und der französischen Regierung Kenntnis erhalten oder gar ihr in der Frage scharf an und schreibt zu dem gestrigen Eingeständnis Einverständnis damit erklärt hätte, sei falsch. Erst jest des Premierministers, gebe Bonar Law weiterhin offziell vor, zu fei die Reichsregierung von bem Abkommen unterrichtet worden. In der Aussprache wurde das Berhalten der Badischen Anilin glauben, daß Frankreich nur Reparationen wolle und daß die Haltung Englands gegenüber dem französischen Abenteuer wohl- und Sodawerke von Rednern verschiedener Parteien, auch der Ben wollend" fei? Bonar Law' habe keinen Finger gerührt, um die trumsfraktion, scharf verurteilt. Ein Zentrumsredner fagte, besten Seiten des Versailler Vertrages zu retten, in denen die Be- daß das Abkommen nicht nur der französischen Landwirtschaft, sonachtung der wesentlichen Nationalitätsgrenzen in Europa gefordert bern auch dem französischen Militarismus diene. Es achtung der wesentlichen Nationalitätsgrenzen in Europa gefordert fei tief bebauerlich, daß ein deutsches Wert ein solches Abkommen getroffen habe. wird. England nicht passiv. Rede des Außenminifters Curzon. der Unternehmer feinerlei Erklärung oder Entschuldigung. Die einzige Erklärung, die man auch hier geben fann und zu der man durch diese Haltung der Arbeitgeber gezwungen wird, ist der Wille, es zu einem Konflikt, zu einer Arbeitsnieberlegung zu treiben, um dadurch vielleicht wieder die Preise für die aufgestapelten Borräte in die Höhe zu treiben. Aehnlich liegen die Berhältnisse in einer ganzen Reihe von Industrien und Branchen. Wir können sie nicht im einzelnen hier durchgehen. Die drei von uns zitierten Beispiele genügen aber vollkommen, um zu zeigen, wie es mit der inneren Umstellung" und dem versöhnlichen Geist" der Unternehmer bestellt ist. In ihren Blättern rufen sie nach„ Einheitsfront" gegen die Ruhrbesehung, beteuern sie die Notwendigkeit der Burüdstellung der Einzelinteressen. Bei den Lohnverhandlungen vertreten sie unentwegt den unheiligen Egoismus der Arbeitgeberinteressen. Man scheint sich in Unternehmer und Regierungsfreisen ein merkwürdiges Bild von der Lage unserer Arbeiterschaft und unserer Angestellten zu machen. Gewiß ist die Arbeiterschaft mehr als irgendeine Bevölkerungsschicht entschlossen, den Impreialismus und Militarismus niederzuuringen. Aber sie ist auch entschlossen, in diesem Kampfe sich nicht mit der Rolle des Kanonenfutters zu begnügen. Und fie tann und wird es nicht dulden, daß die Unternehmer unter dem Vormande der Einheitsfront, nach den Kriegs- und Reparationsgewinnen nun auch Be= fagungsgeminne auf Kosten der unterernährten Arbeiterschaft machen. Die Unternehmer berufen sich bei Lohnverhandlungen auf den Dollar, wenn dieser gerade sintt oder zum mindesten Handgranate in das Maschinenhaus. London, 28. Februar.( WTB.) Der Staatssekretär für ausAttentat auf die Elberfelder Freie Preffe". wärtige Angelegenheiten Lord Curzon erflärte auf einem Klub- Elberfeld, 28. Februar.( Eig. Drahtbericht.) Auf das Gebäude effen in einer Rede zur türkischen Frage, die Frage, um die es unferes Elberfelder Parteiblattes die Freie Presse" wurde in der nicht steigt. Es fällt ihnen aber nicht ein, sich in gleichem fich in Lausanne handelte, werbe jeht in Angora erörtert, wo es wie nacht vom Dienstag zum Mittwoch ein Attentat verübt. In Maße auf den Dollar zu berufen, wenn diefer steigt oder wenn anderswo eine Friedenspartei und eine Kriegspartei, eine gemäßigte und eine extremistische Partei gebe. Seiner Ansicht nach werde bie den Maschinenraum wurde eine Stielhandgranate geworfen, fie bei einem Dollarrüdgang die Preiſe festlegen. Das läßt erstere, zu der nach seiner Ueberzeugung Ismet Bascha gehöre, die zum Glüd nicht explodierte. Die Täter find unerkannt sich an der Hand der Großhandelspreise feststellen. die Oberhand behalten. enffommen. Hausse am Effektenmarkt. Curzon fuhr fort, der Frieden der Welt fei noch nicht gesichert. An der Ruhr herrschte eine sehr verwickelte und bange Lage. Es berühre ihn peinlich, wenn er fast täglich den Appell an das britische Bolt lese, es möge fich überall zurüdziehen, vom Rhein und aus Konstantinopel, von den Meerengen, aus Jerufalem vollständig. Die Umfäße sind minimal, die Kurse halten sich schon Am Devisenmartte ruht der Verkehr gegenwärtig fast und aus Bagdad. Ihm sei die feit mehreren Tagen fast unverändert auf der gleichen Höhe. Um Es müsse bei der Frage eines allzu eiligen Zurüdnehmens englischer fo lebhafter war heute das Geschäft am Effettenmartie. Hier Truppen auch die dadurch auf den Weltfrieden ausgeübte Wir entwickelte sich eine stürmische auffe in einigen oberschlesischen fung erwogen werden. Es gebe Stellen, von denen sich England Bapieren, vor allem Hohenlohe. Diese Bewegung ergriff balb ben zurückziehen könnte und vielleicht werde zurückziehen müssen, aber ganzen Aftienmarkt und veranlaßte die Spekulation zu starten er wolle vorsichtig fein und sicher sein, daß das Land dadurch Räufen. Bolifit des allgemeinen Ausreißens nicht fympathisch. Die letzte Dollarhauffe tam Anfang Februar zum Stillstand. Seitdem. ist es gelungen, den Dollar auf ungefähr 22 000 bis 23 000 festzuhalten, also auf weniger als die Hälfte im Ber gleich zu dem Höchststande der legten Dollarhausse. Der GroßAbstieg nur widerwillig und sehr langsam gefolgt. Während handel hat wohl die Dollarsprünge mitgemacht, ist aber dem der Dollar in der Zeit vom 3. bis 13. Februar um 28 Proz. an der Berliner Börse zurüdging, erhöhten sich in der gleichen Periode die Großhandelspreise um 8 Proz. Boh! waren die Preise für Importmaren dem Dollar gefolgt, nicht aber die Inland waren. Erst in der Woche vom 13. bis 20. Februar trat eine allgemeine Sentung ein, die aber mit 7 Proz. mur die Hälfte des Dollarrüdganges in der gleichen Woche erreichte. Auch hier fonnte man wieder die Beobachtung machen, daß es die Inland waren gewesen sind, die viel langsamer zurückgingen, und zwar die der landwirtschaftlichen Produfte nur um 11 Proz., die der industriellen Inlandrohstoffe und Halbfabrikate nur um 8 Proz. Die Preise der Fertigfabrikate dagegen sind selbst noch in der Woche vom 13. zum 20. Februar um weitere 2 bis 3 Proz. gestiegen. Daraus ergibt sich aber mit unabänderlicher Notwendigkeit ein weiteres Anziehen der Kleinhandelspreise. Während also unsere Fabrikanten die Preise trotz des Dollarrückganges weiter in die Höhe trieben, verweigern sie gleichzeitig eine Anpassung der Arbeitseinkommen an die Teuerung. Und unsere Unternehmer fönnen sich wirklich nicht auf die billigen Auslandlöhne berufen. Im Vergleich zu den Arbeitern der industriellen Länder Europas- von den Ver einigten Staaten ganz zu schweigen befinden sich die deutschen Arbeiter in einer Paria stellung. Zum Beweise wollen wir einige Zahlen anführen, die einer Erhebung entnommen sind, die das Sekretariat der Bauarbeiter- Internationale angestellt hat. sie nur bas„ Beste für das Baterland" gewollt hätten. So werden selbstverständlich an der Besprechung teil. Der verantwortliche Leiter sie geschildert: des Patentamts, Herr Präsident von Specht, glaubte aber wegen 1. Lüttwig, ein hoch verdienter preußischer meiner Anwesenheit es mit seiner Amtspflicht vereinbaren und einer General, im Alter wohl den 70 nahe, muß seit drei Jahren so wichtigen Besprechung fernbleiben zu fönnen." fein Vaterland meiden. Soweit Genoffe Hoffmann. Das Verhalten des Präsidenten 2. Bauer, ein Mann reinen Strebens für sein Bater- v. Specht ist, gelinde gesagt, unzulässig. Es entstehen hier land, desgleichen. 3. Ehrhardt, dem die Republik sein Wirten für Ruhe und Fragen, die die Verfassung, die Kontrolle der Verwaltung, die Ordnung 1818/19 auf den Knien banten sollte, in Haft. Autorität des Staates und die Disziplin der Beamben berühren. Ein Mann von der Art, die wir von Feinden rings Umstellten Billigt der Reichsjustizminister die Weigerung des Herrn v. Specht, bitter nötig haben, nunmehr schon monatelang in Untersuchungs- mit einem Abgeordneten und Bertreter unferer Fraftion an einer haft, statt Muskeln und Sinn für Kampf straffen zu können. D amilichen Besprechung teilzunehmen, die sich mit der Beseitigung deutsche Parteiborniertheit! des Defizits feines Amtes beschäftigte. Und ist er mit der Haltung feines Staatssekretärs einverstanden, der die Ungehörigteiten des Herrn v. Specht billigte und deckte? 4. Pabst, ein Mann von erwiesenen Fähigkeiten mancherlei Art, die jezt bald drei Jahre brach liegen. 5. Rapp, nach zwei schweren und nutzlosen Lebensjahren im Ausland, unter traurigen Umständen im heißgeliebten Vaterlande in Untersuchungshaft gestorben. 6. Jagow, seit Jahr und Tag in Gollnow, für insgesamt 5 Jahre feines Einkommens und Vermögens ver Iuftig, obwohl das Urteil anerkennt, daß er aus Ueberzeugung unter dem Banne irregehender Baterlandsliebe und eines verführe rischen Augenblics sich dem Unternehmen angeschlossen habe". Diese Biedermänner, die ja nur einen fleinsten Teil des Butschistenkreises bilden, sollen jetzt auch noch außer Verfolgung gefetzt werden, nachdem es dem Ludendorff, dem Lützow und zahlreichen anderen Beteiligten gelungen ist, fich dem Strafrichter zu entziehen. Eine solche Forderung wird gestellt im Namen der Ein heitsfront! Deshalb follen die Proletarier an der Ruhr ihre förperliche Sicherheit aufs Spiel setzen und dabei vergessen, daß infolge des Kapp- Berbrechens gerade im industriellen Ruhrgebiet un zählige Opfer gefallen sind, weil die eid- und verfassungstreuen" Generäle, wie Watter, eine Erklärung zugunsten der verfassungsmäßigen Regierung hartnädig verweigerten? Schurken am Schreibtisch. Der„ Tag" war früher einmal ein rechtsgerichtetes, aber ein anständiges Blatt. Jetzt ist er längst, wie es viele andere Organe der Rechten find, zu ciner Stufe herabgesunken, die in Borfriegszeit faum von der Stummschen" Post" erreicht worden ist. So bring er es fertig, über die gestrige Reichstagsrede des Genossen Künstler folgendes zu schreiben: Genosse Künstler spinnt denselben Faden, der bei dem nicht immunen Genoffen Dehme außerhalb des hohen Hauses Denunziationen und Landesverrat ge nannt wurde. Nur ein Unterschied ist dabei. Dehme ließ sich, wie die Polizei behauptet, für die von ihm einer fremden Macht gelieferten Nachrichten bezahlen. Das hat Künstler nicht nötig. Er wird ja schon vom Reiche bezahlt, bekommt für seine Tätigkeit dide Abgeordnetendiäten. Dafür liefert er den Fran zosen und Belen durch seine Reichstagsrede" Material" über angesliche deutsche Rüstungen Die Erhebung bezieht sich auf die höchsten und niedrigsten Löhne, der gelernten und ungelernten Bauarbeiter im Juni 1914 und im Juni und November 1922. Wir beschränfen uns darauf, die Löhne der gelernten Bauarbeiter im November 1922 anzuführen und sie nach dem gegen wärtigen Wechselkurs in Mart umzurechnen. Wir können das um so mehr hun, als seit November 1922 in den von uns zitierten Ländern eine wesentliche Verschiebung dieser Entlohnung der Arbeiter nicht eingetreten ist. In Papiermart umgerechnet betrug also im November 1922 der Höchst- Nur seltsame Heilige fönnen solche feltsamen Forderungen John der Bauarbeiter in Frankreich 288 000 m. pro stellen. Allerdings zu dieser gleichen Fakultät gehört der deutschWoche, der niedrigste Lohn des gelernten Bauarbeiters betrug nationale Landtagsabgeordnete Dr. Kaufmann, der auf einer Herr Dehme, den wir im rechtlichen Sinn für unschul= 180 000 m. In Belgien schwankte der Wochenlohn Tagung seiner Berliner Parteigenoffen den lapidaren Gaz prägte: dig halten, ist gewiß feine Zierde der deutschen Journalistenzwischen 204 000 und 162 000 m. In England zwischen Zwischen uns und Frankreich wird es erst dann wieder Frichen welt. Aber dieser sichere Herr A., der im„ Tag" die Reichs400 000 und 200 000 m. pro Woche. In Schweden betrug geben, wenn auf beiden Ufern des Rheins die tagsstimmungsbilder schreibt, hat nicht das geringste Recht, der Wochenlohn zwischen 390 000 und 222 000 m. Und nun schwarzweißrote Flagge wieder weht!" zum Schluß das verelendete Desterreich. Dort betrug der Ob den Leuten, die solchen Unfinn reden oder schreiben, denn sich über ihn zu erheben. Wer so wie er in nicht zu über. Höchstlohn 501 080 Kronen gleich 166 000 m., der niedrigste gar nicht zum Bewußtsein tommt, welche Wirkung ihre Kund- bietender Verlogenheit Teile des deutschen Volkes gegenein314 000 kronen gleich 104 000 m. pro Woche. Wenn auch gebungen gerade bei den Arbeitern an der Ruhr auslösen ander heßt, während sich das Reich in schwerster Krise be= in Desterreich seitdem die Löhne etwas zurückgegangen sind, muß, die jetzt im Bordertreffen des Rampfes stehen nicht für findet, der beschmuht den Stand des Zeitungsso stehen sie auch heute noch erheblich über denen der deutfchwarzweißrot", nicht für die Kapp- Berbrecher, sondern für die schreibers und arbeitet gefliffentlich am Berderben an Land und Volk. schen Arbeiter. Deutsche Republik und ihren Bestand? Bir glauben diesen Zahlen nichts hinzufügen zu müssen. Sie zeigen deutlich genug, daß es für die Haltung der Unternehmer feinerlei Entschuldigung gibt. Die wirtschaftlichen und politischen Folgen der Kämpfe, die auf diese Weise heraufbeschworen werden, brauchen wir faum zu schildern. Sie fönnen von einer Tragweite sein, die weit über die Folgen gewöhnlicher Lohnkämpfe hinausreichen, zu vermeiden sind sie aber nur dann, wenn die Unternehmer sich noch rechtzeitig zu der Erkenntnis durchringt, daß die Arbeiter, schon aus Rücksicht auf Frau und Kind, von der Forderung einer einigermaßen menschenwürdigen Entlohnung nicht ablaffen fönnen. Freilassung der Kappisten? Der Sinn des Ruhrkampfes. Es gibt sonderbare Heilige in der Welt. Die Ronfervativen von ehedem, die sich jetzt der Schönheit halber„ Deutschnationale" nennen, rufen jeden Tag nach der„ Einheitsfront", um den franzöfifchen Einbruch ins Ruhrgebiet abschlagen zu können. Gleichzeitig aber fucht man täglich die Sozialdemokratie des Verrats an di ser eins gebildeten Einheitsfront zu beschuldigen und die neue Dolchstoß. heze genügend vorzubereiten. Ganz unter der Hand aber wollen die Herrschaften noch ihr besonderes Geschäftchen mit der Einheitsfront machen. Da wird zum Beispiel in der Pommerschen Tagespost", dem Organ der Deutschnationalen in Pommern, das Verlangen gestellt, es müßten schleunigst die bisher von der Amnestie ausgenommenen Führer und Urheber des Kapp- Butsches amnestiert werden, da Aufhebung der Schutzgesetze beantragt. Nachdem durch die Aufmerksamkeit Severings endlich über die Um den bayerischen Staatspräsidenten. vertraulichen Beziehungen von Reichswehroffizieren zu den illegalen München, 28. Februar.( Eca.) In der heutigen Landtagssizung Selbstschutzverbänden Bereinbarungen veranlaßt worden sind, die wurde der Antrag der Bayerischen Beltspartei, der von Regierung diese Beziehungen aus der Welt schaffen sollen, halten die Deutsch- die Borlage eines Gefeßentwurfes zur Schaffung eines selbständigen, nationalen die Zeit für gekommen, offiziell die Aufhebung der vom Volte gewählten Staatspräsidenten fordert, mit 74 Geseze zum Schuh der Republik zu fordern. Im Reichs- gegen 56 Stimmen angenommen. Für den Antrag stimmten die tag hat ihre Frattion ernsthaft diesen Antrag eingebracht. Es wird Bayerische Volkspartei und die Deutschnationale Mittelpartei, fowie fich zu zeigen haben, ob die Deutschnationalen innerhalb der bür die Deutsche Bolfsportei. danegen die Demokraten, der gerlichen Einheitsfront soviel Unterstützung finden, daß Bauernbund und die Sozialdemokraten. Da damit die fie es wagen dürfen, der republikanischen Bevölkerung angesichts notwendige 3 meidrit felmehrheit der geschlichen Mitgliederder Vorgänge im Ruhrrevier auch noch diesen Fauftschlag zu verzahl nicht erreicht ist, hat der Gesegentwurf, wenn er von der Refetzen. Ueber die Folgen mußten fie fich ganz klar sein! gierung vorgelegt wird, feine Aussicht auf verfaffungsmäßige Annahme. Ein streikender Feudalbureaukrat. Genoffe Reichstagsabgeordneter Hoffmann Schmargendorf schreibt uns: Als ich am Sonnabend, den 24., im Auftrage der Fraktion im Reichsjustizministerium an einer Besprechung über die erneute Erhöhung der patentamtlichen Gebühren teilnehmen wollte, machte mir der Staatssekretär Joel in Gegenwart des Oberregierungsrats Klauer eine überraschende Mitteilung. Mit Bezug auf meine Rede vom 14. über das Reichspatentamt fagte er, ich tönne einem so hohen Reichsbeamten wie dem Präfi. denten von Specht nicht zumuten, an einer Besprechung teilzunehmen, bei der ich anwesend wäre, nachdem ich fürzlich ihn im Reichstag so scharf angegriffen hätte. Ich entgegnete, daß Herr von Specht feine persönlichen Empfindungen hinter die fachlichen Aufgaben seines Amtes zurückzustellen habe. Ich nahm " München, 28. Februar.( Eca.) In der heutigen Sigung des Landtages ereigneten fich. Tumultszenen, wie sie in der Geschichte des bayerischen Parlaments ohne Beispiel sind. Zu dem Antrag der Banerischen Volkspartei auf Schaffung eines banerischen Staatspräsidenten verlas der kommunistische Abgeordnete Eisenberger eine Erklärung, in der die Barerische Bolkspartei des Hochverrats beschuldigt wurde. Gegen diese Bemerkungen entstand auf der Seite der Rechten ein ungeheurer Entrüstungssturm. Stürmische Pfui". Rufe und hinaus"-Rufe wurden laut. Eine große Anzahl von Abgeordneten der Rechtsparteien drängte erregt auf die Redner tribüne. Der Abgeordnete Graf von der Bayerischen Boltspartei stürmte auf Eisenberger zu und verfekte ihm einen Schlag. Bon der anderen Seite des Hauses eilte hierauf der Sozialdemokrat Josei Brobst hinzu und verfekte Graf mehrere Schläge und erhob drohenb einen Stuhl gegen ihn. In dem Lärm, der darauf folgte, versuchte der Präsident vergeblich, sich Gehör zu verschaffen. Erst nach einiger Zeit trat soweit Ruhe ein, daß Eisenberger seine Rede beenden konnte. beim Es ist ein männliches Stüd, bom Dichter ausgesehen, und auch mehr Rohlenoryd und saugen daher mehr von diesem giftigen Gas vom Zuschauerraum aus angeblidt. Der Dichter schlägt sich mit ein. Bon einer zu vier Fünftel gerauchten Durchschnittszigarre beResidenz- Theater:„ Professor Bernhardi" einem Problem. Man freut sich, daß es in Wiener Stadtluft hinein- trug das gebildete Rauchvolumen 0,303 Rubiffuß mit 7 Broz. Artur Schnikler wurde vor kurzem 60 Jahre alt. Man getaucht wurde. Alles wird dadurch fanfter, alles wird dadurch Kohlenorydgehalt. Ein Kubitfuß Kohlengas enthält soviel KohlenBeim Einatmen des Zigarrenrauches hob ihn nicht so geräuschvoll zur feierlichen Aufmerksamkeit der inniger an den Boden verknüpft. Schnitzler, selber ein Arzt, hat and wie vier Zigarren. als bringen flüchtige Destillationsprodukte weiter vor Menge empor, wie es Gerhart Hauptmann sich gefallen lassen mußte. piele Aerzte in dieser Komödie erkannt und gezeichnet. Man möchte Zigarettenrauchen, weshalb beim Inhalieren des Zigarrenraudes Ja, es schien sogar, als wenn man etwas fühl an dem jungen Manne fagen, der sechzigjährige Klassiker des Aerztedramas, hat die Stand- leicht lebelkeit auftritt. Bei Zigarettenrauchern lassen sich Zeichen vorbeiging, der eben den ersten Schritt ins Greifenalter tat. Die und Rangliste seiner Fachgenossen hochgerecht aufgeschrieben. der Kohlenorndaufnahme im Blute nachweisen, doch wechselt die Bühnen Deutschlands spielten in der letzten Zeit wenig Schnitzler, und Das Stüd ist sehr gut gezimmert. Die Theorie, die verhandelt Menge. Ein Freund des Verfassers hatte 3. B. 5 Broz. Rohlen wenn sie ihn spielten, erinnerten sie sich nur an den Standalerfolg wird, flingt ständig ins Ohr. Sie flingt, weil das Gleichgewicht der ogyd im Blut, während ein anderer ebenso starter Zigarettenraucher des„ Reigens" oder an die Molligkeit des füßen Mädchens, das nach Theaterszenen sehr behutsam und weise ausgewogen wurde. Bier nichts von diesem Gafe im Blute hatte. dem Urteil fluger Literaturforscher Schnitzlers unsterbliches Geschöpf ernste Afte haben einen fünften als Satirspiel, in dem alles von sein soll. Nun, er ist mehr als ein Schöpfer der feffelnden Schlüpf der heitersten Seite gestreift wird. rigkeit oder der mahnenden Gutmütigkeit. Er war auch ein Ge- Die Komödie ganz wienerisch zu spielen, gelingt dem Residenzfellschaftsfritifer, er hat sich sogar mit der Politik herumgefchlagen. theater nicht. Heinz Salfner, der Bernhardi, gibt seinem Arzt Nur pflegte er die Tendenz nicht sehr laut in den Mund zu nehmen. eine sehr schöne, von Ironie durchronnene Ausdeutung. Er ist gut Hatte er z. B., wie in diesem Aerztestück, vom Professor Bernhardi in seiner Rolle, er spielt nicht nur von außen her, was eigentlich die Induldsamkeit der Kirche gegenüber der Mildigkeit der medizinischen übrigen alle taten. Die übrigen rieben sich nur an der Fassade ihrer Bissenschaft festzustellen, so tat er es nicht mit der drohenden Fauft. Er belächelte, er hechelte mit Humor. Mar Hochdorf. Schiller- Theater: Kapitän Brosemann" von Mag Dreyer. Auch dieses neue Stüd des erfolgreichen Bühnenautors trägt den Stempel einer sympathisch- aufrechten Persönlichkeit. Wieder Milieu ter pommerschen Heimat; See- und Hafenluft; Kontrastierung vernünftig menschlicher Denkart mit borniertem Spießertum; eine Handlung, die auf theatermäßige Intriguentrids perzichtet und einen einfachen Gedanken mit warmem menschlichen Gefühl herausarbeitet. Sehr gut gesehen ist die Figur des Ontel- Kapitän, von Herrn Batrn vom Staatstheater vorzüglich verförpert. Er tritt für feinen Neffen ein, der zum Entfegen der Berwandtschaft Schauspieler werden und noch schlimmer fich mit einer Schauspielerin ver heiraten will. Die von dem reichlich grünen, im Grunde herzensguten Jüngling Angeschwärinte( einer jener eigensinnig- stachligen und gänzlich unsentimentalen Mädchencharattere, wie sie Drener liebt) hat tem schüchternen Berehrer gelegentlich einen Ruß gegeben. 3u ihrem peinlichen Erschrecken faßt er das als Einwilligung zu einer förmlichen Verlobung auf und hängt die Sache an die große Glode. Die hochmütig dumme Feindseligkeit seiner Familie, ins besondere der regierenden Tante, reizt ihren Troß und ihren Ko mödiantenstolz. Ihnen zum Tort geht sie auf die ihr aufgedrungene als Schußpatren des jungen Baares herbeigerufen, sticht ihr mit Verlobtenrolle dem Scheine nach ein. Der Kapitän, vom Bräut gam feiner überlegenen reifen Männlichkeit und feinem menschenkundigen Spott von vornherein aanz anders in die Augen. Der weiß doch, was er will, der fieht sie, wie sie ist. Fäden der Neigung spinnen hinüber und herüber, der Schuhpatron wird zum Rivalen. Aber Die Freundschaft und die Achtung, die die trei Menschen für einander fühlten, bleibt von dem Wechsel unberührt. So endeten die Bossenhafte ftreiften, mit einem voll nachhallenden Afford. Szenen, die in der Schilderung der Reedersleute hier und ta das Spiel erhob sich hier zur Höhe. Von den Darstellern ist neben Batry insbesondere Fräulein Stolte in der Figur des Theaterfräuleins zu nennen. Das Publitum folgte mit offensichtlichem Intereffe und spentete starten Beifall. dt. Runstchronit. Die Ausstellung der Atademie der Stünite Bon berlängert worden. Rolle. Sie spielten mit Maste, nicht mit ihrer Kraft. Und ein Birrwarr des Dialektischen herrschte, durch den man gerade Schnitzler Dieser Arzt, der seinen armen Patienten die letzte Lebensstunde immer verdirbt. Gewiß, das Gepulverte in dieser Komödie der Welt nicht durch den Zelotismus vergällen lassen möchte, ist wahrlich kein anschauungen gelingt immer. Der Regisseur muß aber über dieses Fanatiker oder Parteigänger. Der Sterbende, der von seinem Tode Selbstverständliche hinaus die Dinge und die Menschen nuancieren. nichts ahnt, ja, der von dem Wunder einer glückseligen Stimmung Da versagten der Regiffeur und die Schauspieler vollständig. furz vor dem Berscheiden begünstigt wird, gehe hin in Frieden. Bie fann es ein Menschenfreund von Rang und rechtlichem Empfinden gestatten, daß der Pfaffe zu diesem lebenden Leichnam tritt, um ihm Die Wissenschaft vom schnellen und langjamen Rauchen. Man Die letzte Delung aufzuzwingen? Das Stüd spielt im faiserlichen rät gewöhnlich den Rauchern, nicht so rasch und tief an den Zigarren Wien. Doktor Bernhardis Fall kompliziert sich dadurch, daß er und Zigaretten zu ziehen, weil dadurch der Genuß des Aromas jüdischer Abkunft ist. Aus dem Freidenferstück wird ein Raffen- und ist das langsame Rauchen dem schnellen vorzuziehen, wie neuere abgeschwächt wird. Aber auch vom gesundheitlichen Standpunkt Religionsstück. Kein Zweifel, für wen Schnißler Partei nimmt. Aber Untersuchungen über das im Tabakrauch vorhandene Rohlen es gibt auch im Barteinehmen eine gewisse Bornehmheit, die höchst og yd zeigen. Nach den Forschungen des englischen Arztes Henry moralisch wirkt. Die Bornierten und Streber in der Komödie werden E. Armstrong wird in den Naturwissenschaften darüber berichtet. farifiert, sicherlich, aber ein Psycholog setzt die Lichter so zart auf, Beim Rauchen verschiedener Zigarettenmarken, fowie von Bigarren daß er auch an die tieferen Herzenskammern der Berfinsterten Wahr- und Pfeifen, wurde durch künstliches" Saugen festgestellt, in das hinüberwechseln vollzieht sich in feiner menschlich freier Weise. heit heranbringt. Es gibt sogar einen Moment der Tragit in diefer welchem Maße giftige Gafe, besonders Kohlenoryd, im Rauch vor. Komödie. Der Arzt hat eben die Gefängnisstrafe abgefeffen, die handen sind. Es ergab sich, daß 80 Proz. Luft durch die Zigaretten. ihm seine vermeintliche Gotteslästerung eintrug. Der Priester, der Der Rohlenorydgehalt in dem Rauch ist start von der Geschwindig 50 Broz. durch Pfeifen, 30 Proz. durch Bigarren gesaugt werden. Hauptschuldige an dieser Berurteilung, fommt, um sich auszuföhnen. feit des Rauchens abhängig. Bei raschem Einsaugen der Luft Tun stehen sich gegenüber der Mann Gottes und der Mann mit werden Ausdehnung und Temperatur der glühenden Maffe geder freien Religion, der sich still, aber nicht minder energisch rühmi, steigert, und dadurch wird mehr Kohlenoryd gebildet. Bigaretten daß er auch den Born der tieferen Sittlichkeit suche. Und man weiß rauch enthält im allgemeinen zwischen 0,5 bis 1 Proz. Rohlenoryd. nicht, ob bei der pathetischen Rede und Gegenrede, die ein Ringen In einer weiteren Versuchsreihe wurde dann der im Munde ange um höchste Weltanschauung ist, der kirchlich- fromme oder der weltlich- fammelte Rauch direkt analysiert. Alte abgelagerte Zigarren lassen die Luft leicht durchtreten und dadurch erklären sich bei ihnen die fromme das ewige Recht gefunden hat. Priester und Arzt stehen niederen Kohlenorybwerte. Für die Entwicklung des Kohlenoryds Das Ruhrkonzert, das die Drchester aus brei Städten des Rubra vor einem Abgrund, jeder an einem anderen Rande. Sie wollen find neben der Geschwindigkeit des Rauchens und der Länge der gebietes Effen, Fochum und Dortmund unter Zeitung ibrer Dirigenten nicht in die Schlucht des Abgrundes bliden. Sie wollen fich nur glühenden Masse Dichte und Festigkeit der Zigarrenwidlung die Fiedler, Sieben, Schulz- Dornburg im Großen Schauspielhause am Sonntag die Hände reichen. bestimmenden Faftoren. Rasche Raucher erzeugen demnach viel aufführen, beginnt 11, Uhr( nicht 11 Uhr). da bom bis zum jungen Menzel, ist auf vielfachen Bunsch Stresemann über die deutschen Vorschläge. Festsetzung der Mietezuschläge. mietengesetz ist, nachdem der Oberpräsident seine Zustimmung gegeben Sie fich gar teine Mühe." Borf.: Doch, Boch, sie ist gleich hier, Sie werden sie gleich sehen." Die Bernehmung mußte jedoch verschoben werden, da der begleitende Kriminalbeamte nicht zur Stelle In einer volksparteilichen Versammlung in Dortmund, Abänderungen durch den Oberpräsidenten. über die WTB. einen längeren Bericht verbreitet, äußerte war. Das städtische Zentralamt für Wohnungswesen teilt mit: Die fich Dr. Stresemann über die deutschen Vorschläge u. a. neue Abänderungsbefanntmachung des Magiftrots zum Reichs- Bandenführer Tyska wieder festgenommen. folgendermaßen: Man hat gesagt, die Deutschen betrieben eine Art betrügegeben hat, heute in einer Sonderausgabe des„ Gemeindeblattes" reden machte, ist wieder einmal hinter Schloß und Riegel gebracht. Ein Abenteurer, der in der Deffentlichkeit schon viel von sich rischen Bankrotts. Dabei weiß man genau, daß der Parise: veröffentlicht worden. Die neuen Säge gelten nach den Bestim- Der Elektromechaniker Haffo v. Tysta spielte in der Zeit nach der Konferenz ein Vorschlag vorlag, in dem viel mehr angeboten wurde, nuungen des Reichsmietengefeges ab 1. März d. J. Die neue Be- Revolution in Berlin eine unrühmliche Rolle. Er gehörte als Bize als der unparteiische amerikanische Bankier Morgan als das Höchst tanntmachung ändert den bisherigen Zustand sowohl materiell als feldwebel der republikanischen Soldatenwehr an, verließ sie heimlich, maß der deutschen Leistungsfähigkeit angesehen hatte. Die Regie auch hinsichtlich der Höhe der Hundertfäße und Höchstgrenzen. In behielt aber feine Ausweispapiere und den Waffenschein. Mit leh rung wollte bei Gewährung eines Moratoriums die gesamte Summe Geschäfts- und Industriehäusern ist der bisherige Begriff der ge- gesinnten Leuten bildete er nun eine Bande, die eine zeitlang der Kriegsentschädigung fofort verzinsen, auch wenn die internatio werblich( im Sinne der Gewerbeordnung) genutzten Räume" fort- der Schrecken der Berliner Spielflubs war. Bon Tysta fundschaftete nale Anleihe nicht zustande fam. Sie wollte die erste und zweite gefallen, und durch einen Begriff„ gewerblich zu Bureau-, Geschäfts- aus, wo sich zur Nachtzeit reiche Leute zum Spiele versammelten, Rate selbst aufbringen, wenn nur die dritte Rate vom internatio- oder ähnlichen Zweden genuste Räume" ersetzt. Das heißt: Die brach dann mit seiner Truppe plötzlich in die Räume ein, hielt die nalen Markt aufgenommen würde. Wäre der Vorschlag so schlecht Inhaber dieser Räume haben die Löhne der Hausange- Schach, beschlagnahmte"" die Spielgelder unt plünderte die Spieler unter dem Rufe Hände hoch" mit vorgehaltener Waffe in gewesen, wie man glauben zu müssen versucht ist, dann hätte Poin- ftellten bis zu der jeweils vom Demobilmachungstommiffar für ganze Gesellschaft möglichst gründlich aus. caré ihn fiche: längst veröffentlicht und darauf hingewiesen, verbindlich erklärten Höhe zu tragen. Der auf die Wohnung des fich wurde er mit 6 Mann festgenommen und zu einer FreiheitsDie Industrie hat sich mit der gesamten Wirtschaft, auch mit Hauswarts für die Sammelheizung entfollende kosten strafe verurteilt. Nach ihrer Berbüßung verschwand er aus Berlin, der Landwirtschaft, bereit erklärt, die Verzinsung der Summe zu anteil ist von fämilichen Rauminhabern( außer dem Hauswart) um anderswo ein Abenteurer- und Schwindlerleben fortzusetzen. garantieren, die Cuno anbot. Deutschland tann als Reich keine nach dem Verhältnis der Grundmieten zu tragen. Die Strom Jett hatte ihn die Kriminalpolizei in Karlsruhe wegen verschiedener Kriegsentschädigung anbieten. Das Reich ist bankrott, deshalb woll- to st en find für den Fahrstuhl in voller Höhe zu zahlen. Der Kreis Betrügereien wieder festgenommen. Von Tyska ist in Berlin in ten die Führer der Wirtschaft fur ihre Unternehmungen die Ver- der großen Instandsegungsarbeiten ist durch den mehreren größeren Prozessen mit politischem Anstrich auch als Zeuge zinfung garantieren Das Beste, was wir haben, die deutsche Wirt. Oberpräsidenten auch auf Teilarbeiten am Aeußern des Hauses ausaufgetreten. schaft, stand als Garant da. gedehnt worden. Teilarbeiten gelten jedoch nur dann als große Instandsetzungsarbeiten, wenn sie einen Kostenaufwund von mindestens 500 v. 5. der monatlichen Grundmiete erfordern. Besetzung Elberfelds? EndDie Kriegsblinden und ihre berechtigten Forderungen. Ob die Darstellung des Herrn Stresemann über die Bor furzem hielt der Bezirt Brandenburg des Bundes er. Haltung der Industrie in der Garantiefrage in allen Einzelblindeter Krieger Deutschlands in den Germaniaheiten zutrifft, lassen wir dahingestellt. Auch die Frage, ob Die Hundertjähe und Höchstgrenzen haben im einzelnen folgende prach fälen eine außerordentlich stark besuchte Versammlung ab, die„ Führer der Wirtschaft" in den kritischen November- und Abänderungen erfahren. Es find festgesetzt worden: Für 3injen um Stellung zur Neuregelung der Kriegsblindenversorgung zu Dezemberwochen politisch glücklich operiert haben, mag Reinigungsmaterial und der Kosten für Hausangestellte in ein aus dem Kriegsbeschädigtenausschuß erschienen. Der Vertreter des steigerung 15 Broz., für Berwaltungstoft en einschließlich nehmen. Bon jämtlichen Barteien des Reichstages maren Vertreter für heute unerörtert bleiben. Hervorgehoben muß indes die fachen Häusern 450 Pro3., in Häusern mit warmwasser Bundes aus dem Reichsausschuß der Kriegsbeschädigtenfürsorge Tatsache werden, daß der Führer der Deutschen Boltspartei versorgung oder Sammelheizung oder Fahrstuhl 500 Pro3, berichtete über die Novelle und die Forderungen der Dr. Stresemann in einer öffentlichen Erklärung die dies in Häufern mit Sammelheizung, Warmwafferper. Rriegsblinden bei der Neuregelung, die in der Hauptsache mal hoffentlich auch von seinem Organ" Die Zeit" veröffent- forgung und Fahrstuhl 600 Proz., in Geschäfts- und In- barin bestehen, den vollständig Erwerbsunfähigen, ins lichyt werden wird die Bereitschaft der Industrie und Land- bustrie häusern für nicht gewerblich zu Bureau, Geschäfts- besondere den Kriegsblinden bei der Versorgung das Eristenzwirtschaft bekundet, die Garantie für die deutschen Zahlungen oder ähnlichen Zweden benutzte Raume 600 Pro3., in Geschäfts- und minimum zu gewähren. In Desterreich erhalten die StriegsIndustrie häusern für gewerblich zu Bureau, Geschäfts- oder ähn blinden 220, in England 155, in Frankreich, Italien, Amerita zu übernehmen. lichen Zeden benutte Räume ausschließlich der Kosten für die 135 Broz. des Existenzminimums( wobei die zweite Auslegung des Hausange bellten 350 Pro3. 31 Häusern der letzten Art find wie Erstenzminimums in ben valutastarten Ländern zu berüdsichtigen bisher die Löhne der Hausangestellten von den Mietern zu tragen, ift), während sie in Deutschland nach der neuen Novelle Paris, 28. Februar.( TU.) Der„ Infranfigeant" schreibt: jedoch sind bei der Umlegung der Löhne solche Räume nicht zu nur 45 Broz. und bei Nachweis der Bedürftigkeit und Erwerbs. Paris, 28. Februar.( TU) Der„ Intransigeant" schreibt: berücksichtigen, die nicht gewerblichen, Bureau-, Geschäfts- oder ähnlosigkeit 75 Broz. des Eristenzminimums erhalten sollen. Wenn die Engländer uns teine Jugeständnisse machen, werden wir lichen Zweden dienen. Für laufende Inffandfehungsarbeiten ist ein Bisher erreichte die Versorgung ohne Teuerungszulage nur feine andere Möglichkeit haben als die, einen Weg in das Ruhr- Hundertsah von Tausend Prozent festgesetzt worden. 5 Broz, und mit sämtlichen Leuerungszuschüssen 25 Broz. des gebiet über Elberfeld zu fuchen. Eriftenzminimums. Der Bedürftigteitsnachweis wurde von den Kriegsblinden besonders bitter empfunden, ba sie durch den Nachweis das brüdende Gefühl der Armenpflege haben. Der Bedürf tigteitsnachweis habe bei Kriegsblinden solange feine Berechtigung, als ihnen nicht das Existenzminimum gewährt werde. Die Kinderzulage müsse bedeutend erhöht und ebenso müsse eine Frauenzulage gewährt werden. Bon der VSPD. führte Genoffe Albrecht aus, Daß seine Partei stets die Forderungen der Kriegsblinden unter ftüße, und erklärte im Auftrage der erschienenen Kollegen, daß sie die Berechtigung der sämtlich vorgebrachten Forderungen anerfannten. In der Disfuffion versprachen die Kriegsblinden, ihr jahrelanges Mißtrauen zurückzustellen, und gaben der Hoffnung Ausdruck, daß das deutsche Bolt diesmal durch seine Vertreter ihre not, wenn auch nicht ganz aufhebe, so doch mindere. 133 000 Mann. London, 28. Februar.( EP.) Auf eine Anfrage im Unterhause erklärte Bonar 2 aw, daß Frankreich gegenwärtig an der Ruhr eine Armee von 133 000 mann stehen habe. Mobilisierung der Eisenbahner. Brüffel, 28. Februar.( EP.) Die Militärbehörden haben eine größere Anzahl von Eisenbahnern, Post- und Telegraphenangestellten für das Ruhrgebiet mobilisiert. Dem Personal ift gleichzeitig mitgeteilt worden, daß es im Weigerungsfalle der gerichtlichen Berfolgung ausgesetzt sei. In einer Versammlung franzöfifcher Eisenbahner in der Nähe von Essen wurde von fast allen Rednern betont, die französische Re gierung habe die Eisenbahner ausdrücklich zu dem Zweck eingeholt, die deutschen Eisenbahner zu unterstützen. Sie seien daher überrascht gewesen, als sie nun dazu mißbraucht wurden, die deutschen Eisenbahner aus ihrer Arbeit zu verdrängen. 720 99 Bei großen Instandsehungsarbeiten fann das Mieteinigungsamt Bufchläge bis insgesamt 1000 Broz, der Jahresgrundmiete bewilligen. Die Höchst grenze beträgt für Müllabfuhr 1500 Pro aent, für Schladenabfuhr 1500 Proz., für Versicherung gegen Feuer 1000 Proz., für Versicherung gegen Glas- und Wasser leitungsschäden sowie gegen Haftpflicht zusammen 800 Proz., für den Fahrstuhl 400 Broz. der monatlichen Grundmiete. Der Vorschuß ist auf die 50fache Grundmiete erhöht worden. Die Mieter, die bereits am 1. Januar 1923 für das Bierteljahr den mietzins entrichtet haben, sind verpflichtet, den Unterschiedsbetrag am 1. März nachzuzahlen. Was der 1. März bringt. Der 1. März beschert uns wieder eine ganze Reihe von Tarif und Preiserhöhungen, die im einzelnen von uns bereits berichtet worden sind, bie mir aber noch einmal kurz zusammenfassen. Elfenbahnen( Fernverkehr) 4. Klasse 16 M., 3. Klaffe 24 m., 2. Klasse 48 m. und 1. Klasse 96 m. pro Kilometer. Eine Bahnfteigfarte foftet 80 m. Prozeß Novarra. In unserem Prozeßbericht über den Prozeß Novarra ist uns Stadt, Ring- und Vorortbahnen: Einzelfahrtarien ein Irrtum unterlaufen. Nicht der Stadtverordnete Heitmann, 3. Rlajse 1. 3one 160 m. und weiter bis zu 320 m., 2. Klaffe 1. Bone ber für unsere Fraktion Mitglied des Aufsichtsrats der Berliner 320 M. und weiter bis zu 640 M. Monatstarten 3. Klasse Anschaffungsgesellschaft ist, soll als Entlastungszeuge in dem Pro4000 bis 8000 m. je nadh 3one, 2. Klaffe 8000 bis 16 000 m. je ze Novarra vernommen werden, sondern ein Herr Heimann, nach Zone. Geschäftsführer der Firma R. M. Maaßen, der seinerzeit die Aufsicht über die alte, während des Krieges gegründete R. B. G. innehatte. Unsere Genoffen im Aufsichtsrat ter Berliner Anfchaffungsgesellschaft früher mit großer Energie gegen die Wirtschaft in der alten legen Gewicht auf die Aufklärung dieses möglicherweise unangenehmen Mißverständnisses, da die sozialdemokratische Frattion R. 2. G. Sturm gelaufen hat. Jetzt ist bekanntlich diese aus der Kriegszeit übernommene Gesellschaft reorganisiert und eine Tochtergesellschaft des Berliner Anschaffungsamtes, dessen faufmännisch füchtige und zuverlässige Leitung von allen Seiten anerkannt wird. Korre- Monatsfarten 15 000 bis 40 000 m. je nach der Zahl der Linien. Straßenbahn: Die Einzelfahrt 250 M., Bochenfarten 2500 m, Umsteigekarte 350 m. Das Verfahren gegen Gehme. Paris, 28. Februar.( Eca.) Eine Anzahl Berliner fpondenten der franzöfifchen Bresse beschäftigen sich mit dem Ber fahren gegen Dehme. Der Korrespondent des Petit Parisien" sicht in dieser Verhaftung ein Zeichen nationalistischen Terrors, dem es gelungen fei, ein Meinungsverbrechen" herzustellen. Auch der Rorrespondent des Journal" nimmt Dehme in Schutz. Er er flärt, die Beröffentlichungen der Roten Fahne" feien für die ausländischen Korrespondenten Berlins nichts Neues gewesen. Walter Oehme schickt uns eine Darlegung, die zunächst die Angaben der DTA. über ihr Verhältnis zu Dehme für unwahr erklärt und dann u. a. sagt: Es ist unwahr, daß der Bericht über angebliche Meutereien in der Reichswehr sich auf Münster bezog. Es handelte sich um die in der Bresse damals allgemein erörterten Meutereien in Allenstein, sowie um eine Aeußerung, die der Reichswehr minister Geßler mir persönlich als Erklärung dieser Erscheinungen im Reichstage gemacht hatte. Gas: 420 m. pro Rubikmeter nach Bestandaufnahme im Februar. Elektrisches Licht: 800 m. pro Kilowattstunde mit Wirkung von der Bestandsaufnahme im Februar. Postgebühren: Postkarte im Ortsverfehr 20 m., im Fernverkehr 40 M.; Briefe im Ortsverkehr 40 bis 120 m. je nach Gewicht, im Fernverkehr 100 bis 180 m.; für Drucksachen 20 bis 150 m.; für Geschäftspapiere 100 bis 150 M.; für Barenproben 100 bis 120 M. Fernfprechgebühren: Die Berechnung erfolgt nach Friedenspreis. Hierzu tritt ein Teuerungszuschlag von 2900 Broz. zur Friedens gebühr. Das billigste Einzelgespräch bis zu 5 Kilometer Entfernung Don 3 Minuten Dauer foftet somit 29 m. Mieten: Die vom Magistrat beschloffffenen neuen Buschläge haben die Genehmigung des Oberpräsidenten mit einigen Ein schränkungen zugunsten der Mieterschaft erhalten. Prozeß Röber- Morvilius. Um einen kleinen Gummiball. Der Amtsgerichtspräsident und der Oberstaatsanwalt bei dem Amtsgericht Berlin- Mitte ersuchen uns auf Grund des§ 11 des Preßgesetzes um Aufnahme nachstehender Berichtigung: Der Artikel„ Um einen fleinen Gummiball" in Nr. 40 der Morgenausgabe des" Borwärts" vom 25. Januar 1923 betreffend die Berurteilung einer Aufwartefrau zu 5 Tagen Gefängnis wegen eines aus Liebe zu ihrem Kinde in einem Warenhause verübten Diebstahls eines fleinen Gummiballes ist in folgenden Punkten un richtig: 1. Die Angeklagte hatte nicht nur einen fleinen Gummi ball entwendet, sondern auch noch eine Wachstuchtasche, ein Paar Strümpfe, ein Buch, 2 Stüd Seife, 1 Glasschälchen, 2 Duzend Sicherheitsnodeln, 2 Tuben Creme, 1 Magnet, im Gesamtwerte Schon lange vor Beginn der heutigen Sigung drängte sich ein pon damals 3713,75 m. 2. Der Amtsanwalt hat zur Begründung zahlreiches Publikum vor den Eingangstüren zum Zuhörerraum des feines Antrags auf Verurteilung des Angeklagten zu einer Woche einen Schwurgerichtssaales. Pünktlich um 9 Uhr eröffnete Band- Gefängnis nicht gefagt, daß er eine Freiheitsstrafe beantrage, da die Angeklagte eine Geldstrafe doch nicht bezahlen tönne, sondern gerichtsdirettor Schimmel die heutige Sigung. Er teilte mit, daß die den Antrag mit der Gemeingefährlichkeit der Warenhausdiebstähle, Es ist unwahr, daß ich einem Mitglied des französi- Angeflagte Frau Anna Förster, die bekanntlich nach Holland der Zahl ber von den verschiedenen Tischen entwendeten Gegen schen Generalfonfulats Sigungsberichte des Reichswirt eingetroffen sei. Gegen Frau Förster wird am Freitag verhandelt Rindes begründet. Der Berteidiger hat vielmehr um Verhängung geflüchtet und dort aufgegriffen worden war, heute morgen in Berlin schaftsrats verkauft habe. Bielmehr sind die für die Bereingetroffen ftände und der Ausführung der Diebstähle in Gegenwart des öffentlichung bestimmten, im Buchhandel täuflichen, der Sodann hält der Borsitzende dem Angeklagten Ehemann Röber einer niedrigen Gefängnisstrafe gebeten, da die Angeklagte eine Geldstrafe nicht bezahlen könne. Es ist unwahr, daß die Transatlantic News Transmission der politischen Polizei als übel beleumundet bekannt ist. Der untersuchende Kommissar Mercier, mit dem der Vertreter der DIA. allein gesprochen hat, bestreitet energisch, eine solche Aeuße rung getan zu haben. 1 holländischer Gulden Devisenkurse. 1 argentinische Papier- Beso 1 belgischer Frant 27. Februar werden. Jugendveranstaltungen. Sport. DIA. von der Preffestelle des Reichswirtschaftsrates gelieferten vor, daß er entgegen seinem bisherigen Bestreiten schon längst geBerichte nach Bermertung in der DTA. mit Wissen des verantwort- wußt haben müsse, daß seine Frau stehle. In Elberfeld sei am Zu dem Leichenfund an der Mühlendammschleuse wird mit lichen Redakteurs, Herrn Frert, einem französischen wirtschaft. 8. Dezember 1916 die Frau Rober, die damals Schneider hieß geteilt, daß der Rumpf heute nachmittag abduziert werden wird. lichen Unternehmen zur Verfügung gestellt worden. ( in zweiter Che), bei einem Warenhausdiebstahl angehalten worden, Alter und Geschlecht hat man noch nicht feststellen fönnen, ebensowenig und zwar nach dem polizeilichen Bericht in Begleitung eines Matrofen den Ort, wo das Berbrechen begangen, und die Stelle, wo der namens Röber. Es wird dann das Urteil aus Düsseldorf verlesen. Rumpf in die Spree geworfen worden ist. Auf Veranlassung der Danach ist Frau Röber in Begleitung von Anna Förster abgefaßt Kriminalpolizei ist jetzt der Wasserschuß aufgeboten worden, um das worden und bei ihrer Durchsuchung wurden verschiedene Sachen in Gewäffer nach den noch fehlenden Zeichenteilen abzusuchen. Im ben Kleibern und Strümpfen verstedt gefunden. In den Wohnungen Laufe des Tages wird eine Bekanntmachung an den Anschlagsäulen 28. Februar wurden Koffer, die ebenfalls gestohlen waren, angefüllt mit Sachen, erscheinen. die aus Berliner und rheinischen Warenhäusern zusammengestohlen Käufer Berkäufer Räufer Berläufer waren, gefunden. Es find etwa 50 3eugen geladen. Bei Ber( Geld-)( Brief-)( Geld)( Brief-) Kurs Kurs nehmung bes Ingenieurs Schltebting gerät Frau Röber in Kurs Rurs Efftafe. Sie springt auf, schließt die Augen und ruft: Endlich sehe die Arbeitsgemeinschaft findet erit am Sonntag in der Schule Petersburger Berbebezirk Often. Sugenbheim, Frankfurter Str 16. Mitgliederversammlung 8967.52 9012.48 8967.52 9012.48 ich ihn wieder! Als dann der Zeuge seine Aussage gemacht hat, die Straße 4 statt. 8428.87 8471.13 8428.87 8472.18 für die Angeklagten einigermaßen entlastend war, wirst die Röber 1206.97 1218.03 1216.95 1223.05 ihm Rußhände zu. Bors.: Aber Frau Röber, markieren Sie doch 4179.52 4200.84 4139.62 4160.38 bloß nicht so, Sie waren doch eine ganze Weile vernünftig!" Angeft. 4408.95 4431.05 4389. 4411. Röber: ,, Aber Herr Borfigender, das ist doch mein Schatz. Wenn Sie 6009.93 6040.07 6009.93 6040.07 müßten!"( Heiterfeit im ganzen Saal.) Der nächste Zeuge Kaufmann 617.45 620.55 610.47 613.53 ubwig Knoll hat von Förster für etwa 40 000 m. Waren ge10872.75 10927.25 10842.72 10927.25 fauft, darunter gefchliffene Kristalloasen, seidene Stores, 1084.78 1090.22 1087.27 1092.73 Golfjaden usw. Staatsanwalt Rußmann: Herr Zeuge, haben Sie 106483.12 107016.88 106483.12 107016.88 wirklich geglaubt, daß die Sachen, die Sie gekauft haben, alle in 22643.25 22756.75 22643.25 22756.75 einem Spielflub zu haben waren? Waren Sie der Ansicht, daß man 1398.49 bort Golfjaden und feidene Stores befommt?" Beuge: Ich war 2606.50 noch nie in einem Spielklub, habe aber angenommen, daß die Sachen 4255 62 dort perfekt waren. Der Zeuge bleibt wegen Verdachtes der Mit 8543.84 täferschaft unvereidigt. Dann wird Frau Förster aufgerufen, 81.98 die Schwester der Angeklagten Röber, die in Holland verhaftet und 668.32 671.68 nach Berlin gebracht worden ist. Man hat bei der Festgenommenen 7.42 größere Barbeträge gefunden, die in zwei Bateten auf dem Gerichts130.33 tisch deponiert werden. Als Frau Röber hört, daß ihre Schwester Berlin und Umgegend. Mild und vielfach heiter, aber veränderlich, 217.85 im Saale erscheinen soll, ruft fie: Meine Schwester tommt nicht, mit etwas Regen und lebhaften füdwestlichen bis westlichen Winden. 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Krone 1 finnische Mart. 1 japanischer Jen 1 italienische Lire 1 Bfund Sterling 1 Dollar.. 1 französischer Frant 1 brasilianischer Milreis. 1 Schweizer Frant. 1 spanische Beseta 100 österr. Stronen( abgest.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarische Rewa 1 jugoslawischer Dinar 1876 55 1383.45 1891.51 2493.75 2506,25 2593 50 4244.36 4265 64 4234.38 3528.65 3546.35 3526.16 31.93 81.77 31.77 7.50 7.54 ]] 7.38 129 67 216.45 Stand des Sechstage- Rennens. Nach der 14. Wertung( 2 Uhr morgens), bei der Hahn und Adolf Huichle je zweimal und Zieh einmal als erster durchs Biel gingen, ergab fich folgendes Bild: Bauer Ties 210 Punkte, Hahn- Strupkat 179 B., Gebr. Suichte 173 B., eine Runde zurüd Aberger- Techmer 112 P., Stell brint- häusler 55 B., Schrefeld 35 B., Manthey- Behrend 25 P., BilligRohl 14 P., zwei Runden zurüd Bawfe- Stuschfow 1 B. Nach dieser Wertung und Nein as eine neue Mannschaft und der erstere entfesselte durch einen bildeten die infolge Ausscheidens ihrer Bartner freigewordenen Schrefels Borstoß eine wilde Sagd, bei der eine halbe Stunde lang alle Fabrer im Felde waren. Da Neinas den Vorsprung nicht halten fonnte, rüdte das übrige Feld wieder auf, mit Ausnahme von Stellbrink- Häusler, die eine weitere Runde eingebügt hatten. Wetter für morgen. gültiger Weise aufrechterhalten. Die Bergverwaltung, die gleitet waren. Die Abordnung trug die Notwendigkeit vor, fofort Gewerkschaftsbewegung mit legalen Mitteln dem Streit nicht beikommen tann, ersuchte um eine internationale Untersuchung über die wirtAn die Arbeiter bei Schwarzkopff, Wildau. Wir erhalten folgende guschrift: Die Rote Fabne" glaubt in ihrer Morgenausgabe vom 22. Februar den Wildauer Schwarzkopff- Arbeitern sagen zu müssen, daß der derzeitige Betriebsratsvorsitzende H. Lange, trop wieder. holter Rügen, sich den Anordnungen der Kommunisti ichen Partei nicht gefügt und parteticädigend gewirft babe, so daß sein Ausschluß aus der Partei un bermeidlich sei. die Hilfe der Regierung. Die Regierung holte französisches Militär schaftslage im Bergbau anzustellen. Bonar Law lehn te heran und es bleibt ihr nur noch das äußerste Mittel, der Belage= es ab, den Forderungen der Abordnung Folge zu geben, weshalb rungszustand. Die vier Organisationen, die um das Koalitions- die Delegierten beschlossen, alle englischen Bergarbeiterdelegierten recht tämpfen, erließen an die Belegschaften der Saargruben nach auf den 27. März zu einem besonderen Kongresse folgenden Aufruf: zusammenzuberufen, wo wichtige Entscheidungen fallen sollen. Kameraden! Deutscher Berkmeister- Berband. Bezirk 15. Papiervergrbeitende Zwei volle Wochen stehen wir schon im Streit. In musterhafter 3ndustrie. Am Freitag um 5 Uhr: Versammlung, Klubhaus, Ohmstr. 2 Weise werden Ruhe und Ordnung aufrechterhalten. Unerschrocen und unerschüttert steht die gesamte Belegschaft der Saargruben im Kampfe, mit dem festen Willen, auszuhalten, bis ihre gerechten Forderungen erfüllt sind. Wirtschaft Der deutsche Außenhandel im Januar. entwickelte sich der deutsche Außenhandel im Januar mengenmäßig Nach den vorläufigen Angaben des Statistischen Reichsamts wie folgt: Berichwiegen wird, daß die Feststellung dieser meinen Aus- Das Fehlen der Kohlen macht sich im gesamten Wirtschaftsleben fchluß bedingenden Tatsachen in einer Fraftionsfißung erfolgte, in des Saargebiets sehr nachteilig bemerkbar. Ohne Grund hat welcher ich nicht von Anfang an anwesend fein fonnte. Wie die die Grubenverwaltung die Lieferung elektrischen Stromes eingestellt Gründe ausieben, weshalb ich nach Meinung der KPD. Fraktion bzw. start gekürzt. Trotzdem steht die gesamte Deffentlich ausschlußreif bin, dafür ein paar Beispiele aus legter Zeit. In feit auf der Seite der streitenden Bergarbeiter. Darob werden einer Betriebsratsfigung am 14. februar wurde einstimmig, Arbeitgeber und Regierungsfommission nervös. Gie sehen, daß Die Einfuhr stieg von 43,3 Millionen Doppelzentner im also mit den Stimmen der KPD. Kollegen befchloffen, eine tie gerechte Sache der Bergarbeiter gut steht und diesen der Sieg Betriebsversammlung abzuhalten, ohne Hinzuziehung eines betriebs. winft. Nun soll, wie wir erfahren, in legter Stunde der Sieg der Dezember auf 47,3 Millionen Doppelzentner. Die Ausfuhr ging fremden Referenten. In der allgemeinen Funktionärsigung an streifenden Bergarbeiter durch Eingreifen scharfer Maßnahmen ver. Dagegen von 17,6 Millionen Doppelzentner im Dezember auf demselben Tage wurde versucht, und zwar von einem KBD. hindert werden. Erfundene Berichte über Belästigung 13,1 Millionen Doppelzentner zurüd. Nun bietet allerdings der Betriebsrat, der am Vormittag an dem Beichluß mitgewirkt hatte, Arbeitswilliger, aufreizendes Auftreten Landfremder sollen die Berg Dezember nur geringe Bergleichsmöglichkeiten, weil ja in diesem den Beschluß umzustoßen. Ganz selbstverständlich trat ich diesem arbeiter schädigen. Ein Heer von Spigeln, die sich gegen Monat vor allem die Ausfuhr durch die Aufarbeitung einzelner Beriuch entgegen und erreichte dadurch die Sanktionierung des feitig selbst nicht trauen und einander beschuldigen, ist beauftragt, Rüdstände fünftlich gesteigert wurde. Das gleiche Berhältnis, ZuBeschlusses des Betriebsrates durch die Funktionärversammlung. Material gegen die Streitenden zu sammeln. Solches nahme der Einfuhr und Rückgang der Ausfuhr, zeigt sich aber auch, Wenn man also offensichtlichen Blödsinn bekämpft, ist man bei der material soll gegen die Streiferden zeugen. Denn der Arbeitgeber wenn man den Januar mit dem Monatsdurchschnitt des GesamtKPD. ausschlußreif. perlangt, geftüßt auf derartige Unterlagen", von der Regierungsjahres 1922 vergleicht. Eingeführt wurden im Monatsdurchschnitt im Vorjahre 38,2 Millionen Doppelzentner, ausgeführt 18,0 MilDie führende Organisation im Betriebe ist der DMB. Dieser fommiffion die Verhängung des Belagerungszustandes. erließ an seine Mitglieder einen Aufruf, die im befezten Gebiete Die Blafate sind bereits gedruckt. Mit Hilfe des Belage. lionen Doppelzentner. Die Berschiebung des Januarhandels gegenim Kampf stehenden laſſengenossen materiell zu unterſtüßen. im Kampf stehenden lassengenossen materiell zu unterstüßen.rungszustandes sollen die legalen gefeglichen Mittel über dem Monatsdurchschnitt des Vorjahres ist vor allem darauf Weil ich diesen Aufruf meiner Organisation propagierte, bin ich der Streifenden( Streikposten, Versammlungen, Bresse) zer zurückzuführen, daß die Einfuhr von Steinkohlen er schlagen werden. Durch Einschüchterung, Aufhebung der per- heblich zugenommen hat( 10,5 bzw. 18,7 Millionen Doppelausschlußreif. Die wiederholten Rügen" und mehrere Vorgänge ähnlicher Art, wie die hier geschilderten, haben mich veran- fönlichen Freiheit sollen die Bergleute zur Grube gebracht werden. 3enter) und daß gleichzeitig deren Ausfuhr stark zurückgegangen ist. ( 4,2 bzw. 0,9 Millionen Doppelzentner). laßt, der Komödie eines neuen Schiedsgerichtsverfahrens vorzubeugen und der Partei, in welcher man absolut feine eigene Meinung haben darf, den Rüden zu fehren. Hermann Lange, Betriebsratsvorfigender. Kameraden! Sollte die Regierungstommiffion wirklich, ohne daß dazu irgendwelche Gründe vorliegen, angesichts der Ruhe und Ordnung im Gebiet, lediglich weil die Grubenverwaltung das zur Nieder ringung der Bergleute wünscht, diese scharfe Maßnahme ergreifen, dann heißt es recht: Hart werden! Reiner Macht darf es Der proletarische Selbstschuh. Der Ortsausschuß des ADGB. in Erfurt hatte sich fürzlich gelingen, uns in dem festen Entschluß, auszuharren, wanfelmütig mit einem Antrag der Kommunisten zu befassen, auf Einführung zu machen. Die ganze Bevölkerung muß gegen einen solchen Blan von Richtlinien zu einem proletarischen Selbstschutz, die im Einver- der Regierung schärfsten Cinspruch erheben. Für uns gilt ständnis mit den Betriebsräten und mit Zuftimmung des( unter aber, wenn der Belagerungszustand verhängt wird, und trotz der tommunistischer Leitung stehenden) Kartellausschusses aufgestellt feien. Dann erfolgten Entziehung der legalen Mittel zur Durchführung Auf die Fragen eines Genoffen, was der Selbstschuk soll( wo- des Streits und Bedrohung der persönlichen Freiheit, dann erst recht rüber die Richtlinien" nichts besagen), als was er aufgezogen werden die Parole: Durchhalten!" foll, wo die tontrarevolutionären Organisationen seien, erscholl der Zwischenruf von den KPD.- Leuten: Ihr ge. hört auch dazu!" " Streifbrecher nach dem Ruhrgebiet? In der letzten Zeit gingen Mitteilungen durch die Blätter, daß Der Vorsitzende erklärte, die KPD. fei nicht offiziell(!) polnische, tschechische, serbische und ungarische Bergarbeiter an dieser Sache beteiligt. Der Selbstschutz solle eine rein legale auf dem Wege nach Frankreich seien. Wie der Internationale Tätigkeit entfalten; er müsse ein Instrument der gesamten Arbeiter Gewerkschaftsbund( Siz Amsterdam) uns mitteilt, vermutete er, daß schaft sein. Ein anderer Kommunist erklärte auf die gestellte Frage, diese Bergarbeiter möglicherweise für das Ruhrgebiet be tie KPD. stehe auf dem Boden der Republik. Die Amsterdamer" stimmt fint und wandte fich an die betr. gewerkschaftlichen Landes dürften mit der KPD. nicht zusammengehen, da es ihnen von der zentralen mit der Bitte um Untersuchung. Am 22. Februar erhielt Bereinigten Sozialdemokratischen Partei verboten sei. Der Beschluß: er von der Gewerkschaftskommission Deutschösterreichs ein Schreiben, „ den Bezirksleitungen wird die Pflicht auferlegt, die Arbeit der Ge monach 30 von franzöfifchen Agenten in Bifet( Böhmen) werkschaftsfunktionäre durch Beauftragte der Bezirks Parteile is angeworbene Arbeiter in Innsbrud angehalten worden seien. Diese tung nachzuprüfen" ist nicht etwa von einem fozialdemokratischen Arbeiter waren angeblich für Zirkusarbeiten angenommen worden. Barteitag, sondern von dem Leipziger Parteitag der Kommu- In der Woche vorher sollen auf der gleichen Strecke 9 serbische Bergnisten gefaßt werden. arbeiter durchgefahren sein. Da sie einzeln reiften, feien sie der Genosse Schulle erklärte schließlich, daß die fonterrevolutio- Aufmerksamkeit der dortigen Genoffen entgangen. nären Amsterdamer" auf Grund der Erfahrungen beim Rapp- Nach weiteren Mitteilungen tut die deutsch österreichische Butsch eine Beteiligung an dem tommunistischen Selbst Gewerkschaftstommission, was in ihren Kräften steht, schuß ablehnen, daß sie es ablehnen, fich der KPD. unter um den Zuzug von Streifbrechern nach dem Ruhrgebiet fernzuhalten. zuordnen. Die Kommunisten hatten nachträglich zwei Ver- Der Internationale Gewerkschaftsbund hat nunmehr auch an die treter der Jugendfelbstschukorganisation der KPD. in die Sigung übrigen gewerkschaftlichen Landeszentralen das bestellt. Während der eine der Jugendlichen für die Richtlinien" Erfuchen gerichtet, das gleiche zu tun. Wünschenswert wäre es, daß eintrat, fang draußen die KPD.- Jugend die Internationale. Den diefem Ersuchen Folge gegeben werde. Es bedarf ohne Zweifel RBD.- Herrschaften wurde gelagt, daß solche bestellte Arbeit großer Umsicht, da die Streifbrecherwerber jedenfalls teine. List feinen Eindruck machen fann; wenigstens feinen günstigen. Scheuen werden, um zu ihrem Biele zu gelangen. Auch gegenüber dem Bormonat hat die Einfuhr von Steinfohlen weiter zugenommen. Ferner sind mit erheblichen Steigerungen zu erwähnen: Braunkohlen, Bau- und Nuhholz, Eisen und Eisenlegierungen; dagegen ist die Einfuhr von Delfrüchten und Sämereien und Eisenerzen nicht unerheblich zurückgegangen. Auch ebensmittel wurden im allgemeinen in vermehrtem Maße eingeführt. Vor allem ist die Zunahme der Einfuhr von Roggen ( plus 1 Million Doppelzeniner) zu erwähnen. Fertigwaren wurden dagegen fast durchweg in geringerer Menge eingeführt. Hervorzuheben sind vor allem Textilien und Eisenwaren, deren Rüdgang vielleicht zum Teil durch den Einfall in das Ruhrgebiet verursacht sein dürfte. An dem Rüdgang der Ausfuhr sind besonders beteiligt: Legtilien, Delkuchen, Bau- und Nuhholz, Steinfohlen und andere Brennmaterialien, Zement, Rali und Eisenhalbzeug und fast sämtliche Fertigwaren. Verschlechterung des Arbeitsmarktes. Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage Deutschlands haben sich auch im Laufe des Monats Januar weiterhin verschlechtert. Rach den monatlichen Berichten, die das Reichsarbeitsblatt auf Grund von Unterlagen aus typischen Industriebetrieben Deutschlands zu sammenstellt, ist der Arbeitsmarkt in Deutschland zurzeit erheblich ungünstiger, als er in der gleichen Zeit des Vorjahres gewesen ist. An der folgenden Uebersicht fann die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarttes zum Schlechteren berfolgt werden. Von den be richtenden Betrieben enifielen auf: Auguft 1922 September Ditober November Dezember Januar Januar 1922 # 0 gut befriedigend schlecht beschäftigten Betrieben 53 Proz. 31 Proz. 15 Proz. 51 32 17 " 44 39 17 " 43 38 19 • 85 45 20 81 43 26 • " • 9 41 Proz. 40 Proz. 14 Prog. 1923 Der Kohlenbergbau und der Erzbergbau waren im Den Achtstundentag in Italien bat Mussolini den Januar in Deutschland gut beschäftigt und werden das vorausfichtlich auch zufünftig sein, weil der Rohstoffmangel eher au- als abgenommen hat. Auch die Eisen und Metallindustrie, ebenso wie der Maschinenbau und die chemische Industrie haben im ganzen befriedigende Berichte eingeliefert. Jm Binnen fchiffabrtéverkehr sind wohl verschiedentlich Erschwerungen aufgetreten, die jedoch im wesentlichen in den Schiffahrtshindernissen in der Winterszeit zu erklären sind. Allein in der Abstimmung wurde die Entschließung der Rom. munisten mit 22 gegen 20 Stimmen angenommen. Die Kapedisten zeigten sich nun großmütig, indem sie unseren Genossen die drei Ver faizistischen Syndikaten durch die Einbringung des Gefeßes betretersize, die das Kartell nach den Richtlinien im Selbstschuh" treffend den achtstündigen Arbeitstag als bevorstehend angefündigt haben soll, überlassen wollten. Da auch die fommunistischen mit dem Bemerken, daß der achtstündige Arbeitstag auch eine vollDelegierten ablehnten, soll der Kartellausschuß die drei Glüdlichen bestimmen. Aber nach diesem Muster soll die„ Einheitswertige achtstündige Arbeit bedeuten soll. front hergestellt werden; die Kommunisten nehmen das Heft in 190 000 Arbeitslofe in der Tschechoslowakei wurden dem Ab. die Hand und einige Sozialdemokraten als Aushängeschild in den geordnetenhaus bei der Verhandlung der Interpellation über die " Betrieb". Vorausgefeßt, daß es parteigenössische Gewerkschafter Wirtschaftsfrise für Januar 1923 angegeben. gibt, die ihnen auf den Leim gehen, wozu sich ein halbwegs überzeugter Genoffe niemals findet. Das verbietet schon der Selbst schuß der Gemertschaften gegen die RKPD. Belagerungszustand im Saargebiet? Seit über 14 Tagen steht die Belegschaft der Saargruben im Wirtschaftskampf. Die Einmütigkeit und Geschlossenheit ist noch dieselbe wie am ersten Tage. Ruhe und Ordnung wird in muster. Die Arbeitslosenziffer in England betrug am 19. Februar 1340 200, b. i. 23 751 weniger als in der voraufgegangenen Woche und 145 678 meniger als am 1. Januar dieses Jahres.. Demgegenüber ist bei einer ganzen Reihe von Industrien eine mehr oder minder große Verschlechterung der Abfagverbältnisse und damit auch des Arbeitsmarktes zu verzeichnen, ſo u. a. im Belleidungsgewerbe, im Nahrungsmittelgewerbe, in der Lederindustrie usw. Eine drohende Krifis im englifchen Bergbau wird in folgendem Vorgange erblickt: Bonar Law empfing die Mitglieder des Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Erefutivlomitees der Bergarbeitergeweifschaft, die von mehreren h. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag 6. m. b. 5., Berlin. Drud: Abgeordneten aus Wablfreifen, in denen Bergwerte liegen, be- Rormärts- Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin. Lindenfit. Arbeitsnachweis gefeiz Gewaltiger mit Nebenbeftimmungen erläutert von Dr. fur. et phil. BERGER Oberreglerungsrat Im Reichsarbeitsminifterium und W. DONAU Regierungsrat im Reichsamt für Arbeit vermittlung E'n unentbehrliches Hilfsmittel 10r Behörden, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur praktischen Einführung u. Anwendung des feit 1.Okt. d. J. In Kraft getretenen Geletzes. 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