Abendausgabe Nr. 10340. Jahrgang Ausgabe B Nr. 52 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise sind in der Morg nausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts SW Berliner Volksblatt Preis 100 Mark Freitag 2. März 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Der Griff nach den Eisenbahnen. Eine Verordnung der Rheinland- Kommission. Degoutte deklariert Verbrauchssteuern. Frankreich und das Saargebiet. Bon Heinrich Löffler. Die französische Politik läßt Bestrebungen erkennen, die darauf abzielen, Deutschland ein neues Diftat aufzuzwingen, das über jenes von Versailles noch weit hinausgeht. Man entsinne sich der Rede, die der Präsident Millerand, anläßlich der 25. Jahrfeier des republikanischen Komitees für Handel, Industrie und Landwirtschaft, in der vergangenen Woche hielt. Zeitungsmeldungen zufolge sprach zur gleichen Zeit das Mitglied des Kammerausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Ferry über die Zukunft des Saargebiets, um zum Schluß zu erklären, der Augenblick sei günstig, um die Saarfrage zu lösen, da jetzt das Reparationsproblem in seiner Gesamtheit aufgeworfen sei. Düsseldorf, 2. März.( Mtb.) General Degoutte hat für das Niemand dürfte im Zweifel sein, wie sich die französischen Ruhrgebiet eine neue Verordnung über die Einziehung von Ber- Annexionisten die Lösung der Saarfrage denten. Zunächst sei brauchssteuern auf Weine, Schaumweine, Zigaretten, Bigarren aber furz darauf hingewiesen, wie sie nach dem Versailler und verarbeitete Tabate erlassen, die künftighin auf Rechnung der Dittat geregelt ist. Maßgebend find Abschnitt IV, Artikel 45 alliierten Regierungen erhoben werden. Diese Verordnung gilt vor- bis 50 und die dazu gehörigen Anlagen des Diktats. Hierläufig nur für das Ruhrgebiet und die Brückentöpfe Duisburg und nach wurde das Saarrepier auf die Dauer von 15 Jahren Düsseldorf. Zahlungsverweigerung zieht nach der diesbezüglichen der deutschen Souveränität entzogen und die RegierungsVerordnung des Oberfemmandierenden Schließung der Geschäfte geschäfte einem den Bölferbund vertretenden Ausschuß übertragen", der aus 5 Mitgliedern, die vom Rate des Völkerbundes ernannt werden", besteht. Mit dem Ablauf von 15 Jahren nach dem Infrafttreten des Bersailler Vertrages wird die Bevölkerung des Saargebiets berufen, ihren Willen fundzugeben über folgende drei Fragen: a) Beibehaltung der durch den Versailler Vertrag geschaffenen Rechtsordnung; Paris, 2. März.( WTB.) Nach einer Havasmeldung aus immer noch zu den Besatzungsmächten gehört. 3war läßt der Koblenz hat die Interalliierte Rheinlandtommission Wortlaut der Ordonnanz die Schlußfolgerung zu, daß die unter dem Vorsitz des französischen Oberkommissars Tirard die Or- Eisenbahnen im englisch besetzten Gebiet unter deutscher donnanz unterzeichnet, die an Stelle der deutschen Eisenbahnver- Verwaltung belaffen werden sollen, doch droht diesem Gebiet waliung eine Regie der Eisenbahnen des befehten die Abschneidung vom Weltverkehr. Angesichts dieser Tatsache Gebietes einrichten will. In einer Anlage der Ordonnanz er- ist es schwer, sich vorzustellen, daß die englische Regierung noch innert die Rheinlandkommission an die Haltung der deutschen Regie- lange in ihrer passiven Haltung verharren tann. rung, der namentlich Sabotageatte sur Laft gelegt werden, die die Sicherheit und den Unterhalt der Befagungen sowie die Interessen der Bevölkerung in den besetzten Gebieten in Gefahr gebracht hätten. In dem ersten Artikel der Ordonnanz wird dem obertom. mandierenden General der allierten Armeen die er forderliche Vollmacht übertragen, hinsichtlich der Eisenbahnen zweckmäßige Borfehrungen zu treffen, um den Bedürfnissen der Befahungsarmeen und der Zivilbevölkerung Genüge zu schaffen. Artifel 2 überträgt die Regie der Eisenbahnen in den besetzten Gebieten dem technischen, tommerziellen und finanziellen Betrieb. Die Regie ist befugt, Einberufungen von perjonal vorzu- der Betreffenden nach sich. nehmen und kollettive oder einzelne Entlassungen zu veranlassen, doch kann sie durch Sonderentscheidungen gewiffe Streden oder Teile diefer Streden, die zunächst ihr unterstellt sind, aus ihrer Zuständigkeit abgeben. Die Regie steht zu den interallierten Behörden und kommiffionen im gleichen Verhältnis, in dem bisher die deutschen Behörden zu ihnen geffanden haben. Un der Spike der Regie wird ein französischer Diret for stehen, dem zwei Unterdirefforen, ein Franzose und ein Belgier, beig geben sind. Der Sitz der Regie wird koblenz sein, vorläufig arbeitet sie jedoch von Düffeldorf aus. Die Ordonnanz triff sofort in Kraft. Stadtverwaltung Herne lahmgelegt. Herne, 2. März.( Eigener Drahtbericht.) Auf Befehl des Generals Caron ist das Herner Rathaus militärisch be. fett. Beamte und Bürger werden mit Gewalt am Betreten des Rathauses gehindert. Die Beseßung ist erfolgt, weil die Stadtverwaltung pflichtgemäß die Mitwirkung bei der Durchführung französischer Befehle ablehnte. Durch diesen neuen Gewaltakt wird Herne schwer geschädigt. Das Geld für die täglichen Ausgaben kann nicht mehr beschafft werden. Die Stadt hat durch die Unterbindung der Finanzwirtschaft auf die Dauer Millionenver Iufte. Die Auszahlung von Unterstützungen an Arme, Bedürftige, Kriegerhinterbliebene, Alcinzentner, Wöchnerinnen ist ge. stört und gefährdet. Die Abrechnungen der für die Stadt arbeitenden Unternehmer, Handwerker und deren Arbeiter fann nicht fertiggestellt und die Lieferungen nicht bezahlt werden. Die gewaltfame Schließung der Spartasse ist ein Eingriff schlimmster Art in den privaten Geldverkehr. Alle Herner Einwohner, insbesondere die fleinen Leute, werden durch diesen Willfüraft betroffen. Der neue Schlag der Rheinlandkommission tommt nicht unerwartet. Sein Ergebnis fann fein anderes sein als die vollständige 3errüttung des ohnehin schon desorganisierten Eisenbahnwesens im belegten Gebiet. Man nehme den für die Gegner günstigsten Fall an, so würde es viele Monate dauern, bevor nach Ueberwindung zahlloser Schwierigkeiten ein einigermaßen ausreichender Betrieb unter frem der Regie in Gang gebracht werden könnte, vor Ablauf dieser Zeit dürfte aber nach menschlicher Voraussicht doch eine Lösung des Konflikts erreicht sein. Die selbstverständlich u. a. auch die Rückkehr der Eisenbahnen in die deutsche Verwaltung mit sich bringen muß. Andernfalls wäre die Ueberführung der Bahnen in französisch- belgische Verwaltung eine Handlung nicht des bisherigen versteckten, sondern eines ganz offenen An negionismus, zu der Frankreich angesichts des englischamerikanischen Widerstandes doch nicht so leicht übergehen weggenommen. mird. Sachlich handelt es sich also um eine Maßnahme nicht zur Regelung, sondern zur Unterbindung des Verkehrs, um eine Kriegsmaßnahme, die einerseits die militärischen Transporte fichern, anderseits die deutschen Eisenbahner und die Bevölkerung unter den Druck eines gesteigerten Terrors sezen soll. Noch immer Plünderungen. Bochum, 2. März.( WTB.) Bis zum gestrigen Tage find beim Besagungsamt in Effen 42 Raubüberfälle durch franzöfifche Soldaten bekannt geworden. Ueber jeden Fall ist ein Protokoll auf genommen worden und die Angaben werden jedesmal durch Zeugen bestätigt. Dem Kaufhaus Merkur und der Tabakhandlung Weiden wurden heute je ein Auto mit waren von den Franzosen Am 27. Februar wurden in Rellinghausen die Insaffen eines Straßenbahnwagens von einem Offizier und einem Soldaten durch sucht, zum Teil wurden ihnen Geld und Wertsachen abgenommen, ebenso dem Schaffner die Tageseinnahme. In Bonn wurde die Stationstasse überfallen, die Be. diensteten verhaftet und die Gelder weggenommen. b) Vereinigung mit Frankreich; c) Vereinigung mit Deutschland. Das Ergebnis dieser Voltsentscheidung kann im Saarbeden nicht zweifelhaft sein. Die unerschütterlich reichstreue Hallung der Bevölkerung ist bekannt. Auch Frankreich ist sich hierüber flar, trotzdem oder gerade weil es tatsächlich zurzeit im Saarrepier regiert. Als Erfaz für die zerstörten Kohlengruben in Nordfrankreich trat" Deutschland das volle und unbeschränkte, völlig fchulden- und lastenfreie Eigentum an den Kohlengruben im Saarbeden... mit dem ausschließlichen Ausbeutungsrecht an Frankreich ab". Um die restlose und ungehinderte Ausbeutung der Bergwerke durch Frankreich zu sichern, dürfte wohl damals bei ber Ausarbeitung des Versailler Dittats der für das Saargebiet schwebende Zustand geschaffen worden sein, den Frankreich mun gerne zu seinen Gunsten geändert sehen möchte. Benigstens möchte es noch hemmungsloser als bisher_im Saargebiet schalten und walten und nichts unversucht laffen, um dieses Land sich später aneignen zu fönnen. Bezeichnend für die Bielrichtung ist ein Artikel des Matin" vom 10. November 1922, Frankreich im Saargebiet". Da wird zunächst festgestellt, daß Frankreich alle politischen Parteien und ihre Beitungen, die in deutscher Sprache erscheinen", gegen fich habe. Natürlich können die Saarbewohner, abge. sehen von einigen Ausnahmen aus befizenden Kreisen, die fremde Sprachen studiert haben, andere Zeitungen als deutsche In Gelsenkirchen wurden der Kommanditgesellschaft Dreiring- nicht lesen. Ebenso habe Frankreich die Geistlichkeit gegen sich, Werte gestern 100 Riften Seife im Werte von 21 Millionen der die Liebe zu Deutschland hundertmal höher steht als Mart an der Ruhrbrüde in Steele weggenommen. In Steele Die Liebe zu Gott". Die jungen Geistlichen im Saargebiet An der Haltung der Eisenbahner dürfte durch haben die Franzosen heute erneut Personen- und Lasttraftwagen fämen meistens aus dem Seminar in München, wo der Ordonnanzen irgendwelcher Art nichts geändert werden. Aber somie andere Fuhrwerte angehalten und sich den Inhalt derselben, geistliche Unterricht nur von Maschinengewehrübungen unterdas Verkehrswesen wird durch sie zum Erliegen gebracht und insbesondere Fettwaren und andere Lebensmittel, an. brochen" würde. Ohne pathologische Uebertreibungen geht es die Ernährung der Städte aufs schwerste gefährdet. geeignet. In mehreren Fällen wurden die Kraftwagen nicht bei einem echten Annegionisten nicht ab. Aber, so wird dann Wielange will die Welt diesen Akten der Barbarei gegen un- freigegeben. fortgefahren, wenn Frankreich auch alles an der Saar gegen schuldige Menschen noch zusehen? Diese Frage richtet sich vor fich hat, so bat es doch die Gruben für sich. allem an England, das ja durch seine Stellung in Köln Ja, Frankreich ist im Besitz der Gruben, die von einer Bevölkerung von 700 000 Menschen allein 75 000 beschäftigen und bezahlen, die der Hälfte der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt geben. Ja, diese Gruben sind ein bedeutender wirtfchaftlicher Reichtum. Aber wir sind nur vorläufig im Besitz diefer Gruben," meint der Verfasser, denn im Jahre 1935 würde die Boltsabstimmung erfolgen, und da fönnte, wie weiter oben schon auseinandergefeßt, nach drei Richtungen entschieden werden. Wenn die deutsche Partei siege, so gebe Artifel 36 der Anlage dem Reich das Recht, alle Gruben, die Eine englisch- amerikanische Intervention ist nicht möglich, folange London, 2. März.( WTB.) In einem„ Durch Terror zur Eigentum Frankreichs geworden sind, im ganzen wieder zu= die Regierungen von London und Washington, namentlich aber die- Annegion!" überschriebenen Leitartikel führt„ Daily Chronicle" aus, rückzutaufen." Unser Eigentumsrecht ist also unsicher," sagt jenige von Washington, nicht volllommen die Stellungnahme die franzöfifche Politik im Ruhrgebiet ziele weiter darauf hin, nicht der Verfasser, denn es hänge ab von dem Ausgang der Abgeändert haben, die sie in der internationalen Schuldenfrage Unruhen zu verhindern, sondern hervorzurufen, um sie dann ftimmung im Jahre 1935." Aber," fährt er fort, dem Artieinnehmen. Aber hier liegt nicht die einzige Schwierigkeit. Wenn gewalttätig zu unterbrüden. Die letzte Phase, die dies beweise, jei tel 36 der Anlage zum Friedensvertrag folge ein Artikel 38, Amerita und England verlangen wollten, wir sollten heute das die Ausweisung der deutschen Polizei aus den großen Städten. Eine von dem er behauptet, daß er der einzig gute Artikel des Ruhrgebiet loslassen und den Kurs der am 11. Januar begonnenen Befahung, die Frieden und Ruhe zu haben wünsche, versuche fiets, Friedensvertrages ift." Natürlich wird der genannte Artikel Polifit ändern, dann müßten fie folgendes versprechen: die Dienste der bestehenden örtlichen Polizei zu behalten. Bisher von dem Verfasser zugunsten der französischen Annexionspläne jedoch hätten keinerlei Unruhen stattgefunden, abgesehen von den umgedeutet. Bitieren wir ihn deshalb wörtlich. Er lautet: durch die franzöfifchen Truppen selbst unternommenen Raubtaten Es besteht Einverständnis darüber, daß Frankreich und Deutschund Gewalttätigteiten. Es fei unmöglich anzunehmen, daß Poincaré land durch befondere Bereinbarungen vor dem für die eine Fortdauer dieser Ruhe wünsche; wenn jedoch Unruhen ent- Bezahlung des Rücklaufpreises der Gruben festgesezten Zeitpunkt Es versteht sich von selbst, daß man uns nicht zufriedenstellen stehen follten, so werde die zivilifierte Welt, die der bemerkenswerten die Bestimmungen der§§ 36 und 37 a b ändern können. fann, wenn man auf alle Fragen mit dem Worte Böllerbund" ant- Selbstbeherrschung der Westfalen nicht blind gegenüber ge- Hier hatt der Artikelschreiber des" Matin" ein und schreibt wortet. Garantien, die die Staaten, die sie unterzeichnen, ver- ftanden habe, wiffen, wem die Verantwortung zuzu- dann wörtlich: pflichten, wollen wir haben. Solange die amerikanische und die fchreiben fel.. englische Diplomatie in beiden wichtigen Fragen schwanken, ist Frantreich berechtigt, von Raffchlägen feine Nofiz zu nehmen. Wir bezweifeln, daß es felbst in Amerika und England eine für Frankreich fo wenig gerechte öffentliche Meinung geben wird, die solche Bemühungen nicht unterstützen will. Ruf an England und Amerika. befänden, Sonderverhandlungen mit Deutschland zu unternehmen. Auf die weitere Anfrage eines Parlamentsmitgliedes, Paris, 2. März.( WIB.) Echo de Paris" stellt heute die ob die Regierung irgendeine Mitteilung von seiten der deutschen Frage, unter welchen Bedingungen eine englisch- ametita- Regierung erhalten habe wegen ihrer Bereitwilligkeit, Berhandnische Intervention in den deutschen Angelegenheiten mög- lungen mit den Alliierten zu eröffnen, erwiderte er verneinend. lich fel. Nach einer Betrachtung über die internationale Schuldenfrage heißt es: Politik der Besonnenheit. 1. Eine Garantie für die regelmäßige Zahlung der vom Deutschen Reich geschuldeten Summen. 2. Garantie für die Sicherheit Frankreichs und Belgiens. 95 Frankreich hat also das Recht, von heute an über den endDie Aeußerungen bes Organs Lloyd Georges find ein gültigen Besiz der Gruben mit Deutschland ein Abtom. wichtiger Beweis dafür, wie sehr die von der Ruhrbevölkerung men zu treffen. Es hat das Recht, Deutschland zu sagen: Ihr geübte Politit der Selbstbeherrschung und Befchulbet mir Milliarden über Milliarden Goldmart und bezahlt fie onnenheit die Stellung Deutschlands im Auslande ge- mir nicht. So ift es selbstverständlich, daß wenigstens die Milliarde festigt hat. An dieser Politik gilt es unter allen Ulm Goldmart, auf die ihr selbst den Besitz der Saargruben bewertet ständen festzuhalten, ungeachtet der trampfhaften Be- habt, uns bleibt, welches auch das Ergebnis der Condon, 2. März.( WEB.) Bonar Cam feilte gestern im mühungen nationalistischer Heimfrieger und Etappenhelden, Rolfsabstimmung 1935 fein wird. Wenn das AbkomUnterhause auf eine Anfrage mit, er habe keinerlei Andeutungen von den Abwehrkampf der Ruhrbevölkerung für ihre Sonderzwecke men auf biefer Basis abgeschlossen würde, so würde es uns feilen Frankreichs oder Belgiens erhalten, daß diese sich in der Lage auszunuzen. wenigstens den endgültigen Befiz der Gruben # geben und, was wir heute nicht haben, das Recht, hoch über dem bisherigen Stande der 3insverf Der Sturm auf die Münchener Post". fie zu vertaufen. Das wäre eine Milliarde, die uns wohl er- dienstmöglichkeiten festzusezen? Der Antwort fommen wünscht sein dürfte, denn viele werden kaum zu uns gelangen. wir näher, wenn wir des pflaumenweichen Schreibens Landfremde, Hitlerleute und Arbeitsscheue als Attentäter. Daraus ist ersichtlich, wie sich die französischen Imperia- des Reichswirtschaftsministers an die Industrie- und Handelstreife München, 2. März.( Eig. Drahtbericht.) Gestern abend um liften die Zukunft des Saargebiets denken. Der gegenwärtige gedenken, in dem diese angefleht werden, endlich einmal bei der 5 Uhr zog, wie wir bereits furz berichteten, ein Trupp von Zeitpunkt wird von ihnen für sehr geeignet gehalten, um das Preisbemessung auf den Dollarstand Rücksicht zu nehmen. Hier 200 Burschen, darunter die vorübergehend in der Polizei ein= zu erlangen, was bei den Beratungen über den Versailler Ver- wie dort will man eben freundlich und gutwillig mit dem Kapital quartierten sogenannten Ruhrflüchtlinge, die heute im amtlichen trag nicht durchgesetzt werden konnte, weil man glaubt, jezt auskommen. Die Regierung fcheut sich leider, gegen die Auswüchse Polizeibericht als arbeitsscheue, aus dem Reiche zu ein gewaltiges Druckmittel zu besigen. In genau derselben des Wirtschaftslebens entschiedener zuzupaden, fie fürchtet vor allem fammengezogene Elemente" gekennzeichnet werden, vor Richtung bewegt sich ein von der Regierungskommission er die Anwendung eines gewissen Druces auf widerspenstige Wirt das Gebäude der Münchener Post", überfletterten das über gangenes Berbot, ab 1. April in deutscher Mark zu entlohnen, schaftsmachthaber. Eine derartige Politik erscheint uns namentlich zwei Meter hohe eiserne Tor, drangen unter Sprengung aller Türen Waren gegen deutsche Mark im Saargebiet zu handeln, oder angesichts unserer augenblicklichen Gesamtlage äußerst be dentin die Expeditions, Verlags- und Redaktions. sonst irgendwie die deutsche Mark als Zahlungsmittel im lich. Sie schmeckt zu sehr nach der Finanzpolitik des Krieges. räume, schlugen mit einem schweren Stück Holz eine BuchSaarrevier zu führen. Einziges Zahlungsmittel Während man im Ausland, namentlich in England, die besigen halterin zu Boden und verlangten unter Drohungen den foll ab 1. April der französische Frant sein. den Kreise zu schweren Kriegslast en heranzog, scheute Widerruf einer Notiz, in der sie als arbeitsscheue Elemente" beDaraus ist ersichtlich, daß Frankreich nichts unversucht lassen man in Deutschland davor zurüd, um sich das Kapital ja nicht zu zeichnet waren. Durch die tesonnene Haltung unserer Parteigenossen will, das Saarrevier für sich zu gewinnen. ,, Dergrämen". Wandelt man heute auf ähnlichen Pfaden? Vestigia im Hause und das rasche Engreifen der Polizei wurden größere terrent!( Die Spuren schrecken!) Demolierungen verhindert. Innerhalb der Räume wurde eine Man scheint in Stegerwalds Kreisen doch gegen die allzu größere. Anzahl der Burschen verhaftet und polizeilich abtransporvolksparteiliche Wirtschaftspolitik der Herzöge der deutschen tiert. Der üleberfall ist nicht, wie man von gewisser Seite glauben Hochfinanz und Industrie etwas bedenklich geworden zu sein. machen will, einer spontanen Erregung über tie Notiz entsprungen, Auch die Freunde Stegerwalds, die so eifrige Befürworter der fondern war, wie man jeẞt feststellen tann, planmäßig von großen Koalition im Reiche waren, werden hoffentlich jetzt den Münchener Hafenfreuzlern vorbereitet. verstehen, warum sich die Sozialdemokratie gefträubt hat, den Vorspann für die Interessenpolitik des Privatkapitals ab= zugeben. Sachlich verdienen die Ausführungen des Organs der christlichen Gewerkschaften volle Zustimmung. Daß die deutsche Regierung nichts von ihren Rechten aus dem Versailler Vertrag, auch someit sie auf das Saargebiet Bezug haben, preisgeben tann, ist klar. Auch fann fie fein Abkommen mit Frankreich vereinbaren, wonach dieses das Recht erlangt, die Saargruben etwa zu verkaufen. Diese Gruben gehörten zuvor dem Staate Preußen, waren also Gemeingut des preußischen Boltes und müssen es auch wieder werden. Mitarbeiter- Interessenten. Intimes aus dem Steuerausschuß des Reichstages. Es ist bezeichnend für die bürgerliche Presse, daß kein einziges Blatt von unseren Darlegungen über den Sinn Kommunistische Flunkereien. Die Landtagsfrattion hat im Landtage folgende Anfage eingebracht: " In Unterfranken find in letzter Zeit in verschiedener. Gemeinden starte Trupps Don fremden, nichtbayerischen Ber fonen eingetroffen, die sich als Flüchtlinge aus dem Ruhrgebiet ausgeben. Diese Behauptung konnte einer Nachprüfung nicht standDie Rote Fahne" betreibt seit einigen Tagen eine syfte halten. In der aufdringlichsten Weise wurde von ten Führern des Borstoßes des Abg. Dr. Fischer- Köln( Dem.) gegen matische Heze gegen die Genossen Breitscheid und dieser Trupps Quartier und Verpflegung verlangt. In einem Falle den Gesellschaftsstempel Kenntnis genommen hat. Um welche Hilferding, denen sie vorwirft, daß sie im Auftrage der hat man sich auf Adolf Hitler berufen. Verschiedene GeBeträge es sich anläßlich der Fusion der Petroleum A.-G. Regierung nach England und Frankreich gereist seien. Noch meinden haben in Unkenntnis der Verhältnisse Quartier und Berund der Rüttgerswerke handelt, geht aus einer Veröffentlichung in seinem heutigen Leitartikel behauptet das kommunistische pflegung verabfolgt. Andere versuchten durch Gewährung von Geldpflegung verabfolgt. Andere versuchten durch Gewährung von Gelddes„ Berliner Börsen- Couriers" in Nr. 100 hervor. Danach Blatt, es stehe fest, daß Hilferding und Breitscheid im Auf- beträgen aus Gemeindemitt In diese Trupps loszuwerten. Sind der hätte die Steuer am 26. Februar 3,7 milliarden trage der Cuno- Regierung" ihre Reise unternommen hätten. Staatsregierung diese Vorgänge bekannt? Was gedenkt sie zu tun, Mart betragen. Mit welchen Mitteln gegenwärtig im Reichs- Demgegenüber stellen wir fest, daß die Reise des Genossen um solche Belästigungen der Bevölkerung fernzuhalten?" tage Steuerpolitik gemacht wird und wie stark die Inter- Hilferding zum französischen Parteitag in Lille schon am effenten an der Steuergesetzgebung direkt mitarbeiten, zeigt 20. Dezember v. J. in der Sigung des Parteivorstandes folgende Bemerkung der„ Germania": beschlossen wurde, als von einem Ruhrkonflikt überhaupt nicht " In einer privaten Aussprache beklagten sich Mitglieder des die Rede sein konnte. Wir stellen ferner fest, daß die Reise des Steuerausschusses darüber, daß die Interessenpolitik in der Genossen Breitscheid nach London, die im Einvernehmen mit Steuergesetzgebung sich derart auswachse, daß man sich nicht einmal den leitenden Parteikörperschaften unternommen wurde, einmehr scheue, fogar die Syndizi der Organisationen zig und allein den 3wed verfolgte, mit der englischen mit zu den Verhandlungen der Abgeordneten zu bringen." Arbeiterpartei in engere Fühlung zu treten. Hoffentlich veranlassen diese Feststellungen die Rote Fahne", sich andere Objekte für ihre Flunkereien auszusuchen. Bei dieser Feststellung kann man sich nicht darüber wundern, daß das Geldentwertungsgeset so ver schlechtert worden ist, daß die Sozialdemokratie aus innenund außenpolitischen Gründen jede Berantwortung dafür ablehnt. Die Schonung des Besizes. Was hat Bonar Law gesagt? Preußische Abgeordnete ausgewiesen. Im Preußischen Landtag machte zu Beginn der heutigen Sigung Präsident Leinert Mitteilung von neuen Gewalttaten des französischen und belgischen Militarismus gegen Mitglieder des Preußischen Landtages: Abg. Frau Schiffgens( S03.) wurde von den Belgiern zunächst mit Berhaftung bedroht und ist dann mit ihrer Familie aus Aachen und dem befeßten Gebiet aus. gewiesen worden.( Lebhafte Pfuirufe.) Die Ausgewiesenen mußten innerhalb drei Tagen Aachen verlassen und durften nur das Allernotwendigste, wie Kleider und Wäsche, mitnehmen. Ferner ist in Abwesenheit des Abg. Lönark( 3tr.) feiner Wir hatten gestern verlangt, daß über die amtlich be- Ehefrau ein Ausweisungsbefehl unter Androhung der Berhaftung und friegsgerichtlicher Aburteilung für den Fall der Rückkehr zustrittene Aeußerung Bonar Laws im Unterhause, daß gestellt worden. Als der Abg. Dr. Lönarz nach Bitburg zurücfehrte, Deutschland einen Reparationsvorschlag machen möge, Auf- wurde er von schwarzen Franzosen verhaftet und flärung geschaffen werde. Hierzu teilt nun die B. 3. am troß feines Proteftes und feines Hinweises auf seine Abgeordneten. Mittag", die diese Meldung verbreitet hatte, mit, daß es sich immunität auf die unwürdigste Weise mit zwölf anderen Bürgern hier um einen telephonischen lebermittlungsfehler ins unbesetzte Gebiet abgeschoben. Ich erhebe erneut nachdrücklichst handle, der sich bei der Uebergabe der Londoner Meldung in Protest gegen diese neuen Bergewaltigungen von Abgeordneten und deren Pariser Bureau eingeschlichen habe: stelle fest, daß sich der Landtag diesem Protest einmütig anschließt. " In einem Artikel,„ Die Gefahren der Goldanleihe", weist " Der Deutsche" auf die schweren Bedenken hin, die gegen die Privilegierung des Besizes durch ein wertbeständi ges Anlagepapier geschaffen werden. So sehr wir die meisten dieser Bedenten teilen, hat die Entwicklung doch gelehrt, daß die Goldanleihe auch gegen den Willen der Regierung fommt und in den Kohlen- und Roggenanleihen bereits Borläufer gefunden hat, die nicht mehr aus der Welt zu schaffen sind. Bej richtiger Ausgestaltung der Goldanleihe und bei fonfequenter Fortführung der Währungspolitit iſt zu hoffen, daß fie trotz aller Mängel, die ihr heute noch anhaften, zu einer Stüße des Martturfes werden wird. Die Leute, die sich jetzt an ihr bereichern, würden aus einer meiteren Verschlechterung der Mart noch mehr Profite ziehen. Ein ähnlicher Hörfehler scheint auch bei der vielerörterten Außerordentlich bemerkenswert aber ist, was der Berfasser Rede des Botschafters Harvey vorgefommen zu sein. Das des Artikels zu der Gesamtrichtung der Wirt- Blatt bestreite im übrigen entschieden, daß es fich bei diesen schaftspolitik des Kabinetts Cuno anführt: Meldungen um irgendwelche Preffemanöver" gehandelt habe. Die Anleihe an und für sich, das geben wir unumwunden zu, ist unbedingt nötig. Aber warum in aller Welt hat man sich nicht Dollar 22800. ,, Unser Korrespondent hatte unmittelbar an die von ihm wiedergegebene Stelle der Bonar Lawschen Rede einen Kommentar geknüpft, der die Ansicht maßgebender politischer reise über die Aeußerung des Ministerpräsidenten zusammen- Am Devisen marite herrschte heute fast völlige Geschäftsfaßte. Die stilistische Wendung, die Rede und Kommentar trennte, stille. Der Dollar wurde wieder mit 22800 gehandelt. Der ist nun in Paris bei der stenographischen Aufnahme der, Drahtung Geidmarkt zeigt eine gewisse Erleichterung insofern, als große Büberhört und so das Ganze als Aeußerung des Ministerpräsidenten träge flüssigen Geltes angeboten find. Allerdings find die Zinssäke weitergegeben worden." noch sehr hoch. Man zahlt bei Hingabe von Schahanweisungen 9 bis 11% Proz. und gegen Effeften 14 bis 20 Broz. Die Börje verfolgt mit einer gewissen Sorge die sehr langsame Abwicklung der Ultimogeschäfte im Produkten- und Metallhandel. Immerhin ist die Tendenz des Effettenmarktes ziemlich fest. Es lagen größere Raufaufträge aus der Provinz vor, während die hiesige Spekulation fich einem Mailänder Damit begnügt, den Zinssaß niedriger und mindestens nicht fo Bolizei den Chefredakteur des Avanti" Serrati verhaftet hat die noch fehr zurüdhält. Die meisten Industriepapiere weisen geringe Frühlingsahnen. Bon Egon H. Straßburger. Die Dichter von ehedem schüttelten die Verse mit Lenzmotiven lachend oder mit ernster Miene aus dem poetischen Handgelenk. Es waren hauptsächlich Leute mit kapitalistischem Hintergrund; Bersfabrikanten, deren Väter größere Bankguthaben befaßen... Heute ift tein Hintergrund vorhanden, heute steht die Not der geistigen Arbeiter mehr im Vordergrund. Aber wenn jetzt die ersten Frühlingsboten in Gestalt von Krokus und Veilchen uns erfreuen, dann werden bie arm gewordenen Boeten wehmütig lächelnd und im Traumland eine Stunde verharren, während die Prosaiter für 15 000 Mart ftandesgemäß zu Mittag essen. los... Geibel, Heine, Lenau haucht uns Odem ein! Die Welt fann froher werden, tann uns wieder lächeln... Und ist es bei dieser Freudekonjunktur zu verstehen, wenn man in der Zeitung lieft, daß sich gestern in Berlin acht Menschen teils erhängt, teils vergiftet haben?! Erhängt und vergiftet, während die prozige Mode durch die Straßen promeniert... Trotz Wärme in teueren Belzen, der Magen leer, das Blut müde, die Nerven zerstört! Und die Zukunft wie die Gegenwart hoffnungslos... Den Wermsten hilft kein Frühling mehr... Steigerungen auf. Ein Sowjetfilm vor der Filmprüfftelle Berlin. Die DeutschAmerikanische Film- Union, die den Vertrieb der in Rußland sozialisierten Filmindustrie für Deutschland hat, legte fürzlich der Filmprüfstelle Berlin einen Film vor, der Szenen vom 4. Rongreß der 3. Internationale brachte. Empfänge, Paraden, Rongreßredner wechselten in bunter Folge. Bei der Parade der Petersburger Garnison, die Trogli abnahm, fah man Fanfarenbläser und dazu den Zwischentitel: Fanfaren schmettern das Sturmlied der Revolution"," Die Internationale". Dann sah man die Soldaten portreten und den bekannten Eid der Roten Armee nachsprechen, der gleichfalls als Zwischentitel gezeigt wurde:" Ich schwöre meine Gedanken auf das große Ziel der Befreiung der Arbeitenden zu richten, für die Sache des Sozialismus und der Völkerverbrüderung Produktionsschule, Arbeitswissenschaft und Lehrerbildung. Ueber( dies sprachen sie, nebenbei bemerkt, mit vorgestrecktem Bajonett) dieses Thema sprach Prof. Dr. S. A. Lewitin aus Mostau, meine Kräfte und selbst mein Leben zu wagen. Die 4. Rammer eingeladen vom Bund der entschiedenen Schulreformer", in der bei der Filmprüfungsstelle Berlin verbot diefe Zwischentitel, well Aula des französischen Gymnasiums vor einem zahlreich erschienenen sie geeignet seien, die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu ge Publitum. Prof. Lewitin berichtete über persönliche Erfahrungen fährden! Die Vorsitzende der Kammer, Genossin Wachenheim, machte Sperlingsgezwitscher vor dem Fenster. Lauter Berliner Spaßen- und Versuche im Ekaterininsky- Institut, in dem er von 1917 bis 1921 von ihrem Recht der Amtsbeschwerde gegen diese Berbote Gebrauch familien... als ob sie Berliner Redensarten studiert hätten fo hauptsächlich qualifizierte Arbeiter zu Lehrern ausbildete. Daneben Sie mies darauf hin, daß die Internationale das Lied der Arbeiter hört es sich freundlich an. Liebliches Durcheinander!! Börsenneuig- richtete er eine Arbeitsschule ein, die den Arbeiterstudenten als Ber- sei die als beste Stüße der bestehenden Staatsordnung gelten und feiten im Bogelreich! Ob der Dollar stabil bleibt, ob die Franzosen fuchsfeld diente. Aus dem Problem der Lehrerbildung erwuchs ihm daß es überall gesungen werde, ohne Störungen hervorzurufen. Der noch mehr Heldentaten begehen, ob die Pariser im Ruhrsiegesrausch natürlich das der Arbeiterbildung überhaupt. Schon vorher hatte Schwur einer Armee auf den Sozialismus werde in Deutsch and noch weitertaumeln! Der Sonnenstrahl des Himmels fällt schräg abweichend, an seiner Boltsuniversität in einem der Industrie- lich, warum der Nachhall eines solchen Schwurs die öffentliche er dieses, dem Prinzip der Arbeiterschule getreu, vom Herkömmlichen faum zur Nachahmung reizen. Es sei darüber hinaus auch unerfindauf das Blech vor dem Fenster, und die Jalousien mit ihrem winter- pororte von Mostau, zu lösen versucht. Der Arbeiter darf bei seiner Ordnung gefährden könne. Die Filmoberprüfungsstelle gab der Belich dicken und feisten Staub sehen aus wie goldene Balastjalousien. intellektuellen Ausbildung feinesfalls feinem eigentlichen Berufe, schwerde statt. Somit tönnen die staatsgefährlichen Titel gezeigt Aber Deutschland ist arm wie Lazarus, und alles Frühlingsspaßen in dem er sozial und ökonomisch Wurzel geschlagen hat, entrissen werden. gezwitscher in Baß- und Soprantönen hilft über diefe Tatsache nicht hinweg. * * % * Am 29. Mai läuft die Frist der bei Infrafttreten des Gesetzes ernannten Beifizer ab. Vielleicht nimmt das Reichsministerium des Innern diesen Borfall zum Anlaß, vor der Neuernennung die Beifizerſiſte zu revidieren, um den nicht reaktionären Boltsteilen eine gebührende Vertretung bei der Filmprüfung zu sichern. werden. Deshalb wurden die Vorträge an der Boltsuniversität in den Arbeitsräumen der funktionierenden Fabriken selbst abgehalten. Das leitende Prinzip der Arbeitsschule von Prof. Lewitin war Die Menschen sind eingepfercht... die Beamten wie Arbeiter, das harmonische Zusammenwirken von Kopf- und Handarbeit, wobei die Nähmamsellchen wie die Röchin... Und säufelt der Frühlings- Erzeugnisse der Technik( von den einfachsten bis zu den voll wind auch noch so frohlockend durchs Geäft, die Welt hat kein Ge- tommenſten) als Lehrstoff sowohl für berufliche als auch für theoretische Ausbildung dienten. Daher standen im Mittelpunkte die fühl mehr für Lenz und Resedaduft. Diese Welt stöhnt unter„ methodischen Arbeiten"( Herstellung von Werkzeugen, Maschinen, Ein Arus Holz- Abend findet am 3., abends 7%, Uhr, im oneSchmalz und Butterpreisen. Dereinst saß der Jüngling auf der Modellen und technischen Apparaten wie z. B. elektrische Defen, berger Rathaus statt. Arno Holz und Else Beyer werden Bant im Tiergarten und pfiff seinen Operettenschlager in harmloser Karbidlampen, Sensen, Sägemaschinen und dergleichen). Die inter- aus den Werken des Dichters vortragen. Weise, heute beschweren Gedanken sein junges Gehirn: Wird die effanten Lichtbilder, die Prof. Lewitin vorführen ließ und eingehend Der Architekt Hugo Licht, belannt namentlich als Erbauer des Wirtin die Miete sehr erhöhen, und wie soll es mit der Ehe werden?" erklärte, veranschaulichten die Arbeiten, die von Arbeiterstudenten neuen Leipziger Rathauses, it im Alter von 82 Jahren - Ja, mein Junge, die Birtin richtet sich nach den Rohlen Eng- und Schülern gemeinsam planmäßig betrieben, von höchfter wirt- geftorben. Ja, mein Junge, die Birtin richtet sich nach den Kohlen Eng- schaftlicher und erzieherischer Bedeutung waren, zu einer Zeit, da Giner, der nicht heiraten kann. Charlie Chaplin dementiert die lands, und Ida, die Braut, wird mit dir nicht das Eheglück ge- Werkzeuge, Maschinen und dergleichen in Rußland überhaupt nicht Nachricht seiner Verheiratung mit Bola Negri. Er ſei zu arm, um sich zu nießen fönnen, denn der Möbelhändler hat neue Aufschläge... zu haben waren. berheiraten. Man müsse arbeiten und dürfe sich nicht um Gefühle be Unerschwingliche Preissteigerungen. Aber die Finken und Spaßzen Prof. Lewitin weist mit Nachdruck auf die weittragende welt- brein. Denn wenn er nicht beiraten fann, wer folls dann noch können Charlie ist ein Spakrogel und ein guter Reflameheld_obenfragen weder nach Miete noch nach Möbeln: sie pofaunen Berliner wirtschaftliche Bedeutung einer höheren Ausbildung des gewerbs Uebrigens wurde er fürzlich auch als Kommunist ausposaunt. War das Frühlingslieder in die Welt hinaus: Tiergarten- Symphonien! tätigen russischen Volkes hin. Rußland muß als Abfahmarkt für auch nur. um ion interessant" zu machen? geistige und technische Kultur für die ganze Welt betrachtet werden Ausgrabungspause bei Quror. Das bei Lugor entdeckte Grab Ich habe mich heute frühlingshaft geschmückt... ich bin heute und ist in dieser Hinsicht in erster Linie auf Deutschland angewiesen. Tuttanth Amens it jest versie elt worden und bleibt bis zum Herbit verein Elegant mit drei belegten Broten in der Manteltasche... Ich zwischen Deutschland und Rußland auf dem Gebiete der Wissen- das Grab aufgeführt worden. das überdies mit einer Lait von Hunderten Die Herstellung und Aufrechterhaltung gegenseitiger Beziehungen schlossen. Zu dem Rwed ist ein luft, waffer und diebesficheres Tor um leiste mir heute etwas... denn die Kohlen sind seit gestern zu schaft und Kulturtechnik wird deshalb nicht nur für den wirtschaft von Zonnen aufgeschüttete Erbe bebedt minbe. Das Gelände wird von Ende. Mit der wärmeren Luft war das Kohlenreservoir erschöpft. lichen Wiederaufbau Rußlands, sondern auch für den Deutschlands einem Kordon ägyptischer Truppen abgesperrt und bis zum Herbit streng Nun muß es Frühling werden, nun find wir eine Handvoll Sorgen fördernd sein. bewacht. Dann sollen die Aufschlußarbeiten wieder aufgenommen werden. * fümmern. Ein Abschluß. Dez Abschluß des letzten Berliner Sechstagerennens drängt zu ber folgerden fritischen Betrachtung eines aufmerksamen Beobachters: nämlich schwankend und unsicher, waren und Einschränkungen im Bergleich zu seinen bei der früheren Bernehmung abgegebenen Erflärungen enthielten. mären. b) Der Entlastungszeuge Mathy, von dem es im Urteil heißt, er mache einen sehr ruhigen und besonnenen Eindruck, hat bestimmt befundet, er habe irgendwelche den Reichspräsidenten beleidigende Endeffekt: müde Augen, zerschlagene Glieder nach Nächter Aeußerungen des Angeklagten nicht gehört, er fei aber letzterem stets ſtumpfsinnigen Schauens. Einige mögen sich die Frage stellen, wes. so nahe gewesen, daß er sie hätte hören müssen, wenn sie gefallen halb fie dabeigeblieben waren, warum sie nicht schon nach den ersten Stunden des ersten Abends das unsäglich ermüdende Einerlei c) Das Gericht hat das freisprechende Erkenntnis erlassen, weil des Räderkarussells fattgefriegt haben. Die fleinen, ebenfalls in es den Zeugen, Arbeiter Kahlert, wegen seiner festgestellten per Gleichförmigkeit erstarrenden Aufpeitschungen zu schnellerem Fahren fönlichen Unzuverlässigkeit nicht für glaubwürdig er durch die in Masse gestifteten Prämien bedeuteten sportlich nichts, achtete. Reineswegs hat es, wie der beanstandete Zeitungsartitel persönlich waren sie entwürdigend. Reisende erzählen von der Ju- fälschlich behauptet, die Auffassung zum Ausdruck gebracht,„ es halte gend halbzivilisierter Völker, wie sie nach Geldstücken, die von einen Arbeiter für so minderwertig, daß er nicht den Kern eines Globetrottern in das Meer geworfen werden, sich in gefährliche, einfachen politischen Gesprächs crfassen könne." Wir hatten den Bericht einer Berliner Korrespondenz entvon Haifischen durchfurchte Tauchtiefen wagen, ihr Leben um einer Münze willen aufs Spiel fetzt. Ja, es geht bei uns zivilisierter Gericht Wert darauf legt, in aller Deffentlichkeit zu dokumentieren, nommen. Wir freuen uns, feststellen zu können, daß das betreffende zu. Menschen hehen sich ab, um ein paar ausgesetzte Zigaretten, ein Kleid, ein Paar Schuhe, einige Flaschen Kognak zu erringen. ein Kleid, ein Paar Schuhe, einige Flaschen Kognak zu erringen. daß es nicht der Auffaſſung iſt, daß ein Arbeiter an sich so minder Kizel für die fatten Spender, daß sich ein Riesenraum, gefüllt mit tönne. Damit erübrigen sich auch die von uns an die GerichtsRizel für die fatten Spender, daß sich ein Riesenraum, gefüllt mit wertig ist, daß er nicht den Kern eines einfachen Gesprächs erfassen Menschen, an dieser Hetz' amüsiert. Das Publikum, das die Ränge verhandlung geknüpften Bemerkungen. füllt und das dem hart arbeitenden werktätigen Stande angehört, will das und sieht es gern, wenn es recht toll da unten zugeht. Ruft nach neuen Prämien" gleich den Geldstücken, die den„ halbzivilisierten" ins Meer geworfen werden. 11 Das Ganze ist alles in allem ein Niedergang, eine Profanierung der Lust am Schauen, eine Steigerung de: gröbsten und primitiv ſten Instinkte, wie sie ärger faum gedacht werden kann. In den Dienst des großen Rummels sind eine Menge Menschen gestellt, die nützlicher und produktiver Tätigkeit ferngehalten werden, weil es in allen Gesellschaftsklassen ein Publikum gibt, das dergleichen mit Inbrunst verfolgt. Dieses Publikum, diese Schaulustigen, finden sie nichts, was ihrer gespannten Aufmerksamkeit mehr wert gewesen wäre als 6 Tage Räderfarusell? Nichts, was ihnen bessere Unterhaltung verschaffen fönnte, nichts, was dem Geist und dem Körper höhere Befriedigung gewährt hätte? Nichts? Werden sich einige diese Fragen vorlegen und es versuchen, fie ehrlich zu beantworten? Für die Zukunft wäre einiges damit gewoonne Prozeß Röber- Morvilius. Der rabiate Sackträger. Die Im Kampf mit der Kriminalpolizei erschossen. Bei einem Angriff auf einen Kriminalbeamten wurde gestern abend der 33 Jahre alte aus Barwid gebürtige Arbeiter Josef Hoschtowsti aus der Oldenburger Straße 8 erschossen. Bolizeibetriebsaffiftenten Binder und witte trafen, als fie abends mit ihren Diensthunden eine Streife machten, am Bahnhof Beuffelstraße einen Mann und eine Frau, die einen schweren Sad trugen. Sie wiesen sich als Beamte aus und ließen sich den Inhalt des Gades zeigen. Er bestand in Lappen, die die Träger des Saces in Charlottenburg erworben haben wollen. Während die Beamten den Mann und die Frau noch weiter befragten, tam Hoschtowski, ebenfalls mit einem Sad, dazu und mischte fich ein. Sie wiesen sich auch ihm gegenüber aus und ließen auch ihn den Sad öffnen. Er enthielt auch Lappen. Hoschtowski erklärte, diese von einem Zigarren händler in Plögensee bekommen zu haben. Weil der Verdacht eines unredlichen Erwerbs vorlag, sollten die Angehaltenen zur weiteren Feststellung nach der Wache mitgehen. Hoschtowski aber widersetzte fich. Wilke warnte ihn und wies auf seinen Diensthund hin, der ihm gefährlich werden tönnte. Als nun der Hund wirklich zu Sprang, zog Hoschtowski ein dolchartiges Meffer und er st a ch ihn. Jezt griff Wilfe zu, um ihn festzunehmen. Da wandte sich Hoschtowski mit dem Meffer gegen den Beamten und verlegte ihn erbebraden bei, choß auf den Angreifer und traf ihn so schwer, daß er zufammenbrach und bald darauf star b. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhaufe gebracht. Knoll, Seif 8 Jahren auf der„ Ladentour". Für heute sind zwei Verhandlungstermine angefeht. Zuerst gegen Frau Anna Förster in der Hauptantlage wegen fortgefeßten Bandendiebstahls, den fie in Gemeinschaft mit den Frauen Rober, lich durch mehrere Stiche.. Binder sprang feinem verlegten Rame Hüls, Morvilius und Edert ausgeführt haben soll. Neben ihnen figen auf der Antlagebant: Georg 3 under, der auch in der Gesamtantlage als Hehler fungiert, und der Geschäftsführer no II, um sich wegen der Begünstigung der Flucht der Frau Förster nach Holland zu verantworten. Eine blufige Ehefragödie spielte sich vor dem Hause Urbanstr. 3 ab. Hier streďte der Arbeiter Adolf Sell aus der Alexandrinenftr.87 seine von ihm getrennt lebende Ehefrau auf offener Straße durch einen Bauchfuß zu Boden. Dann jagte er sich selbst wei Kugeln in den Kopf, so daß er ebenfalls schwer verlegt uiammenbrach. Beide Eheleute wurden noch lebend nach dem urban- Krankenhaus geschafft. Ghezwiftigkeiten sollen der Grund zur Tat fein. Gewerkschaftsbewegung Der Kampf in der Berliner Metallindustrie. Dom 3m überfüllten Eaale des Deutschen Hofs" nahmen gestern abend die AfA- Funktionäre der Metallindustrie Stellung zu den nochmaligen Berhandlungen mit dem BBMJ. Die Verhandlungen mit den Arbeitgebern zogen sich bis in den späten Abend hin, so daß die Versammlung erst 1% Stunden nach der festgesetzten Zeit eröffnet werden konnte. Den Bericht der Verhandlungskommission gab Genosse Flatau. Redner ging noch einmal auf die Verhandlungen, insbesondere den zweiten Schiedsspruch 23. Februar 1923 ein. Da diefer Schiedsspruch die Angestellten nicht befriedigte, hatten wir um nochmalige Verhandlungen mit dem BBMI. gebeten. Durch Schreiben wurden uns Verhandlungen zu. Behälter nicht in Frage fäme. Bei den Verhandlungen gefagt, doch mit gleichzeitiger Andeutung, daß ein hinaus. gehen über die im zweiten Schiedsspruch festgelegten gaben denn auch die Arbeitgeber durch Herrn Oppenheimer die im erklärt, daß Anzeichen von einer Stabilisierung der Preise vorhan Antwortschreiben vertretene Meinung zur Kenntnis. Wieder wurde den wären. Schließlich gaben die Arbeitgeber die Zusicherung, sie wären bereit: 1. Am 14. März den Angestellten, mit Ausnahme der Wochen löhner und Lehrlinge, eine Abschlagszahlung auf das Märzeinkommen in Höhe von 20 Broz des Februar- Bruttoeintommens, abgerundet auf volle 1000 m. nach oben, zu gewähren, welche Ende März zur Verrechnung fommen follte. 2. Die zu 1 des Schiedsspruchs genannten Angestellten sollen einen Borschuß von 30 Proz. des zu 1 bezeichneten Februareinkom. mens, abgerundet auf volle 1000 m. nach oben, erhalten, welcher zu Ende April und Ende Mai zur Verrechnung fomint. 3. Wochenlöhne: mit Monats. oder längerer Kündigungsfrist erhalten den Vorschuß zu 2 mit der Maßgabe, daß der Borschußz verrechnet wird, beginnend mit der ersten Aprilwoche bis zum Schluß der Maiwoche. Wochenlöhner mit fürzerer Kündigung erhalten am 14. März einen Vorschuß von einem Wochenlohn. 4. Scheidet ein Angestellter vorzeitig aus, so tommt der Vorschu bei seinem Ausscheiden zur Verrechnung. 5. Die endgültigen Februargehälter kommen zur Abrechnung bei den zu 1 und 2 genannten Zahlungen. Im übrigen gelte für sie der Schiedsspruch vom 23. Februar, über den sie nicht hinausgehen tönnten. Genoffe Flatau empfahl im Auftrage der Bezhandlungsfommission die Annahme des 3 weiten Schiedsspruchs. Die Diskussion verlief zeitweilig recht stürmisch. Die meisten Redner traten für den Streit ein, ja aus der Versammlung wurden Etimmen laut, den sofortigen Streif zu beschließen. Man wolle teinen Vorschuß, sondern anständige Bezahlung. Der Kampf fei unvermeidlich. Tosender Beifall braufte durch den Saal, als Luftig vom Butab im Namen des Bundesvorstandes folgende Erklärung abgab: Nachdem fämtliche fagungsgemäßen Boraussetzungen erfüllt sind, hat der Borstand des Bundes die Genehmigung des Streits in der Berliner Metallindustrie erteilt. E: erwartet nummehr, daß alle übrigen beteiligten Gewerkschaften bis spätestens Montag, den 5. März, ebenfalls ihre Bustimmung gegeben haben. Es wurden dann zwei Entschließungen einstimmig angenommen: 1. Die Hauptvorstände der in der Af zufammengefaßten Berbände werden ersucht, sich auf den Beschluß des Butab zu stellen. 2. Die am 1. März 1923 verjammelten AfA- Funktionäre der Metallindustrie nehmen den am 23. Fetruar gefällten Schieds. [ pruch an. Dadurch ist die durch die Ablehnung des zwei. ten Schiedsspruchs vom 20. Februar geschaffene Situation feineswegs geändert und die Kampfstimmung nicht beeinflußt. Die Funktionäre richten an die örtlichen und zentralen Leitungen den dringenden Ruf, alle der gegenwärtigen Lage in der Metallindustrie entsprechenden Maßnahmen unverzüglich zu treffen und den Termin des notwendig werdenden Kampfes Keine Patetfendungen aus dem besetzten Gebiet. Die Ober- fo zu bestimmen, daß der Kampf spätestens am Montag, den 5. März, aufgenommen werden kann. postdirektion gibt bekannt, daß wegen der bestehenden Beförderungsschwierigkeiten die Annahme von Pädchen und Bafeten ins unbefeßte Gebiet und ins Ausland bis auf weiteres ein. gestellt find. Nach den Vernehmungen zur Person erklärte Frau Förster, daß fie fich der fortgesetzten Diebstähle schuldig gemacht habe, als sie diese nur mit Frau Hüls begangen habe, nicht aber mit ihrer Schwester. Sie gibt darauf zu, daß fie feit Jahren gestohlen habe. Frau Hüls habe sie zum Diebstahl verführt. Die Angeklagte gibt zu, daß sie an allen größeren Waren, Rauf und Spezialhäusern Berlins, deren Liste der Borsitzende erst Die Gaspreise in fleineren Städten. Unser Saalfelder Parteiverliest, gestohlen habe. Sie bestreitet jedoch, auf Bestellung gestohlen zu haben. Zu einem zusammenstoß zwischen dem blatt gibt einen Ueberblid über die Gaspreise in einer Reihe Gericht und der Berteidigung fam es, als der Vorsitzende thüringischer und sächsischer Orte. Es foftete im Februar das die Angeklagte Frau Förster ermahnte, anstatt mit ihrem Ver- Kubikmeter Gas in Saalfeld 680 Mt., Gotha 990 Mt., Ilmenau teidiger Rechtsanwalt Brandt zu sprechen, fieber aufzupassen, 877 m., Oberweißbach 680 M., Delze 650 Mt., Nezickau 750 Mt., fich feine Informationen geben zu laffen und die Wahrheit zu sagen. Reichenbach, 720 Mt. Glauchau 650 Mt., Gößniz 650 Mt., Meerane Rechtsanwalt Brandt fah darin einen starten Berdacht gegen 660 M., Delenis 670 mt, Mittweida 650 Mt., Rudolstadt 700 mt. fich. Der Vorsitzende erklärte darauf, daß die Aften einen Bermert Demgegenüber ist also Berlin zur Stunde verhältnismäßig billig, enthielten, wonach der Verteidiger Frau Förster durch einen troßdem der hobe Gaspreis zu einer fait unerträglichen Belastung Trid aus dem Gefängnis geholt habe. Der Verteidiger widersprach für die minderbemittelte Bevölkerung geführt hat. entschieden dieser Behauptung. Als Zeugin wirb Frau Martha Brager vernommen. Sie hat in einer anderen Straffache, wie fie behauptet, unschuldig in Untersuchung gefelfen. Sie war in einer Belle mit Frau Röber zusammen und diefe babe ihr. Tag und Nacht alles mögliche erzählt. ll. a. habe sie ihr gefagt, daß fie mit ihrer Schwester feit acht Jahren auf die Ladentour" gehe und daß der Ehemann Förster Mithilfe geleistet habe. Frau Röber habe ihr im Gefängnis auch erzählt, daß der Glasermeister 3under feit Jahren ein Verhältnis mit ihrer Schwester Förster habe. Die Angeflagte bezeichnet das als unwahr. Die Berhandfungen wegen der Gefangenenbefreiung werden dann auf Dienstag 9% Uhr vertagt. Das Gericht beschloß die Haftentlassung des Angeflagten Knoll, da Fluchtverdacht nicht mehr vorliege. Nach kurzer Baufe begann wieder die Hauptverhandlung gegen Frau Röber und die übrigen Angeklagten. タラ Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Gemeinschaft proletarischer Freidenker, Bezirk Groß- Berlin. Eröffnung der 2. proletarischen Freidenkerschule Neukölln, Rütlistraße, heute abend 7%, Uhr. Leiter Genosse Lehrer Fridag: Allgemeine Erziehungsfragen. Schweres Unwetter in England. Konflikt auch in der chemischen Industrie. In der chemischen 3ndustrie sind die Lohnverhandlungen am 28. Februar geldheitert. Genau wie in der Metall- und Holzindustrie erklärten die Unternehmer, daß teine Veranlassung vorläge, weitere Lohnerhöhungen eintreten zu lassen. Der Dollarstand sei stabil, die Kauftraft der Mart beteutend gestiegen, die Lebensmittelpreise feien herabgegangen, eine allgemeine Berbilligung aller anderen Bedarfsartikel sei eingetreten resp. in den rächsten Tagen bestimmt zu erwarten. Wenn die Unternehmer aus Gründen, Die englischen Inseln sind in den beiden letzten Tagen von die in der Ruhrbesetzung zu suchen seien, für den Betriebsarbeiter schweren Regenstürmen heimgesucht worden. Aus dem in Fachgruppe II bei den lehten Lohnverhandlungen 1220 m. be. ganzen Lande werden große Ueberschwemmungen gewilligt hätten, fo tönnten jegt weitere Bulagen nicht gemacht werden. meldet. Der Atlantische Ozean war der Schauplak eines Gee. Eine weitere Erhöhung der Löhne sei auch abzulehnen, um tie Besturms mit einer Windgeschwindigkeit von 120 Meilen in der strebungen der Regierung Tuno nicht zu stören! Die Unternehmer Stunde. Der Dampfer Berengaria" der Cunard- Linie, der am erflärten sich aber bereit, die je gt bestehenden Löhne auf 27. Februar früh von der Insel Wight abfuhr, um nach Southampton weitere vierzehn Tage festzulegen, und münschten, daß zu und Klein zu fahren, fonnte diesen Hafen erst am 28. Februar erreichen. diesem Zwed eine fleinere paritätische Kommission verhandeln soll. Das lehnte die Verhandlungskommission des Verbandes der Fabrikarbeiter als zwedlos ab, da sie auf dem Stantpunkt steht, daß die zurzeit in Berlin gezahlten Löhne gegenüber ben Löhnen der che mischen Industrie in anderen Geftionen viel zu niedrig feien. Die tariflich vorgeschriebenen Schlichtungsinstanzen find angerufen. = Jugendveranstaltungen. Billige Kartoffeln für Minderbemittelte. Zu der Notiz des städtischen Nachrichtenamtes über die Ausgabe billiger Kartoffeln an Minderbemittelte durch die Bezirksämter teilt das Bezirksamt Friedrichshain mit, daß lediglich ständige Unterstüßungsempfänger, Sozial- und rentner bei dieser Kartoffelverteilung berücksichtigt werden können. Die Verteilung der Gutscheine für ständige Unterſtüßungsempfänger geschieht durch die Vorsteher der Wohlfahrtskommissionen, für KleinVerein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. rentner durch das Wohlfahrtsamt Friedrichshain, Rigaer Str. 102/103, für Sozialrentner durch die Sozialrentnerfürsorge des Arbeitsamts Rorbring. Jugendheim, Gemeindeschule, Scheerenbergstraße. Die Mitglieder Friedrichshain, am Stralauer Platz. Die Kartoffelausgabe für perfammlung findet heute Abend nicht statt Dieselbe findet am Dienstag, den ständige Unterstützungsempfänger und Kleinrentner erfolgt am 5., 6. März 1923, abends 7 Uhr, im Jugendheim ftatt. 6., 8. und 9. März täglich von 8 bis 12 Uhr im Rinderstall J des Bentralviehhofes, Eldenaer Str. 37. Die Ausgabe billiger Kartoffeln an Sozialrentner beginnt am Montag, den 12. März, an derselben Ausgabeftelle. Groß- Berliner Parteinachrichten. Wetter für morgen. Das Lehrlingshalten im Friseurgewerbe. Die jahrzehntelangen Klagen der Friseurgehilfenorganisation über die Lehrlingszüchterei im Friseurgewerbe baben endlich zu Jungsozialisten, Ortsgruppe Schöneberg- Friedenau, heute abend 7%, Uhr im einer gewissen Beschränkung der Zahl der zu haltenden Lehrlinge Jugendhort, Feurigftr. 35: Bolitischer Diskussionsabend". in Preußen geführt und damit zur Anbahnung erträglicherer Zu stände auf diesem Gebiete. Das war insbesondere deshalb notwendig, weil die Gehilfen nicht mehr wie früher, sich jederzeit selbständig machen können. Das erfordert hente erhebliche Mittel und außerdem fehlt es auch an den dazu nötigen Ladenlofalen. Da das Gewerbe ohnehin start überfest war, auch mit Selbständigen, bedeutet dieser Nachteil für die Gehilfen, von denen viele Tausende dem Beruf den Rüden tehren mußten, für die Geschäftsinhaber ein großer Vorteil. Um so mehr mußten die Gehilfen fordern, daß nicht dauernd dem Berufe mehr Lehrlinge zugeführt werden als notwendig ist. Der Arbeiter hatte nicht den nötigen Bildungsgrad". In der Beilage des„ Borwärts" Nr. 74 vom 14. Februar Berlin und Umgegend. Bielfach beiter, vorübergehend wieder stårler 1923 hatten wir unter der Ueberschrift:„ Ein Freispruch. Der bewollt mit etwas Regen und ziemlich lebhaften zwischen Südoft und West Arbeiter hat nicht den nötigen Bildungsgrad" iwantenden Binden. über eine Gerichtsverhandlung in der Straffache gegen den Kaufmann Christian Siet megen Beleidigung des Reichs. präsidenten, welche am 13. Februar 1923 vor der III. Straf. fammer des Landgerichts I stattgefunden hat, berichtet. Der Präsident des Landgerichts I sendet uns hierzu folgende Berichtigung, die sich gegen folgende Säße des betreffenden Artikels mendet: 1. Das Gericht fam nach ausführlicher Bernehmung des Zeugen Mathy, der die inkriminierten Aeußerungen nicht gehört haben will, zur Freisprechung des Angeklagten, da es sich nicht zu der Auffaffung befennen fonnte, daß der Zeuge Rahlert, der über die monarchistische Gesinnung des Angeflagten empört war, den Bildungsgrad" befäße, der nötig sei, um den Inhalt eines Gesprächs genau wiedergeben zu können. 1 Devisenkurse. 2. März hollänbiicher Gulden argentinische Papier- Beso 1 belgischer Frank 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Strone 2. Allein die Auffassung" einer Gerichts, das einen Arbeiter 1 finnische Mart. für so minderwertig hält, daß er nicht den Rern eines einfachen Ge- 1 japanischer Yen sprächs erfassen tönnte, erscheint doch recht merkwürdig, besonders 1 italienische Zire im Hinblid auf die Tatsache, daß dieser Arbeiter für die Einrich- 1 Pfund Sterling 1 Dollar.. tungen der Republit energisch eintrat. 1 franzöfifcher Frank Diese Sachbarstellung ist unrichtig. In Wahrheit liegen die 1 brasilianischer Milreis Dinge vielmehr folgendermaßen: a) Der einzige Belastungszeuge, Arbeiter Rahlert, sah sich 1 Soweizer Frant. genötigt, bei seiner Bernehmung im Hauptverhandlungstermin einen 1 ipanische Beseta wesentlichen Teil feiner im Vorverfahren aufgeftellten Beschuldigun. 100 österr. Stronen( abgeſt.) gen( Angeklagter follte nämlich nach der früheren Behauptung die 1 tichechische Strone Borte: Ebert ist der größte Lump" gebraucht haben) ausdrücklich 1 ungarische Krone als unwahr zu widerrufen. Dazu fam, daß nach Feststellung des 1 bulgarische Lewa Berichts die übrigen Auslaffungen jenes Zeugen ebenfalls bedenklich, 1 jugoslawischer Dinar 1. März Räufer Berkäufer Käufer Verkäufer ( Gelb-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Kurs 8977.50 9022.50 9002.43 8453.81 8496.19 8428.87 1211.96 1218.04 1214.45 4158.57 4170.48 4179.52 4364.06 4385.94 Kurs 9047.87 8471.13 1220.55 Wie wir erfahren, hat fürzlich mit den Vertretern der Innungsverbände und des Arbeitnehmerverbandes im Handelsministerium eine Besprechung stattgefunden, deren Ergebniffe in folgender An ordnung auf Grund 128 Abs. 2 GD. zufammengefaßt werden: In jedem Betriebe darf nur ein Lehrling gehalten werden. In gemischten Betrieben( perren- und Damen4200.48 friseurgeschäften) ein zweiter Lehrling nur dann, wenn einer der 4408.95 4431.05 beiden Lehrlinge( laut Lehrbertrag) im Damenfache ausgebildet 6014.92 6045.08 6034.87 6065.13 wird. Die bestehenden Lehrverhältnisse werden durch diese An623.43 626.57 623.43 626.57 ordnung nicht berührt. 10872.75 10927.25 10872.75 10927,25 1091.26 1096.74 1094.75 1100.25 106732.50 107267.50 106981.87 107518.13 22728.03 22841.97 22743.- 22857.1378 55 1383.45 1388.52 1395.48 2581.15 2543.85 2531.15 2543.85 4259.32 4280.68 4264.81 4285.69 3536.13 3553.87 3538.63 31.92 31.92 32.08 672.81 11 7.58 1 1 7.62 7.53 130.67 226.43 Eine entsprechende Ministerialverordnung dürfte in nächster Zeit zu erwarten sein. Hoffentlich folgen die übrigen Frei staaten diesem Beispiele Breußens, zumal der Handwerks. und Gewerbekammertag auch deren Handwerkskammern diese Anordnung als Richtlinien überweisen wird. 3556.87 Deutscher Werkmeisterverband. Sämtliche Betriebs- und Vertraueniente, sowie Funktionäre der Fachgruppe Metallindustrie haben heute( Freitag) abend, 32.08 7 Uhr, Bersammlung in den Musikerfälen, Raiser- Wilhelm- Straße: Lage in der 676.19 Metallinduse. 7.57 131.33 Berantwortlich für den redatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: 227.57 Borwärts- Budbruderet u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. Kolossaler Preissturz in Herrenhüten! Wollfilz- Hüte mit echtem Leder. Velouret- Hüte mit echtem Leder. Elegante Hüte mit echtem Leder. 6500.8500.12000.Prima Haar- Hüte mit echtem Leder..... 18000.Mengenabgabe vorbehalten Seiden- Schals Krawatten Hosenträger in reicher Auswahl Neukölln Hauptgeschäft: Bergstraße 9-10 Gold, Silber, Platin- Brud Zahngebissc kaufen zu unüberbietbaren Preisen, da Selbstverwertung I. Skalitzer Str. 31 Lad. II. Kaiser- Allee 210 Eing. Regensburger Str. Korb- u.Rohi möbel Eig. 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