Nr. 106 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 53 Bezugspreis: Für den Monat März 5800 90%. Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig. Saar- und Memelgebiet sowie Oesterreich und Luxemburg 7800 M ,, für das übrige Ausland 9800 M. Boftbezugspreis freibleibend. Bostbestellungen nehmen an Belgien. Dänemark, England, Estland. Finnland. Frank. reich, Solland. Lettland. Luxemburg, Defterreich, Schweden. Schweiz Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage., Boll und Reit der Unter haltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage..Siedlung und Kleingarten erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 200 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Ronpareillezeile Toftet 1200 9. Reflamezeile 6000 MR. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 375 M.( zulässig zwei fettgebrudte Worte), jebes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jedes weitere Wort 150 M. 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Nicht geschildert haben die französischen Flugblätter die erflärung über die weitere Besetzung deutschen Gebietes. Stärte der französischen Armee. Die vorgeschobene Angst vor deutschen Angriffen, vor unserm 100 000- Mann- Heer, gestattet das nicht. Nichts gesagt haben die französischen Flugblätter davon, daß die Die Kanzlerreise verschoben. Der Reichstanzler hat, wie amtlich gemeldet wird, an den Ministerpräsidenten von Knilling folgendes Telegramm gerichtet: „ Der neue frevelhafte Rechtsbruch Franfreichs legt mir die Pflicht auf, den deutschen Protest in besonderer Sigung des Reichs. tags zu erklären. Der Präsident des Reichstags hat daher den Reichs. tag für Dienstag zu einer außerordentlichen Sigung zusammen. berufen. Das verbietet mir, den beabsichtigten Besuch in München am Montag auszuführen. Ich bedauere dies auf das lebhafteste, bin aber sicher, daß die Gründe hierfür gerade in dem von dem Einfall betroffenen Süddeutschland gewürdigt werden. Ich bitte, ben Besuch auf den ersten freien Tag verschieben zu dürfen, der zur Verfügung steht." Der Staatspräfident von Hieber ift in gleicher Weise davon ver. ständigt worden, daß der Reichstanzler auf den Besuch Stutt. garts am Dienstag verzichten muß. Köln, 3. März.( WIB.) Wie die Rheinische Zeitung mit teilt, wird der preußische Ministerpräsident Braun morgen nicht in Köln sprechen, weil neue politische Gründe die Kölner sozialdemo fratische Parteiorganisation veranlaßt haben, in letzter Stunde auf den Vortrag des preußischen Ministerpräsidenten zu verzichten. Der Reichstanzler Dr. Cuno gab gestern Breffevertreten gegen über folgende Erklärung ab: poll nach einem Messias ausschauen, der sie retten tann. Daß das entwaffnete Deutschland mit eigener Waffengewalt die französische Armee zu schlagen vermöge, glaubt wohl nicht einmal Ludendorff. Aber steht nicht nahe unseren Grenzen die rote Armee Sowjetrußlands? Verfügt Ruß land nicht über unendlich viel Menschen und Waffen? Wie 1813 foll auch diesmal von Rußland der Retter fommen diesem Lande". deutsche Entwaffnung der Anfang der allgemeinen Abrüstung sein sollte. Nichts gefagt davon, daß wir durch das Angebot des Rheinlandpalts allen Anlaß zu Angstphantasien zu beseitigen bereit waren. Nein, nicht die Sorge vor deutschen Angriffen, sondern de: Bille, die Rein Zweifel, Rußland verfügt über zahllose Menschen. herrschaft in Europa auf Menschenalter hinaus festzustellen, Waffen hapert es bereits, wenn man dazu nicht nur Gewehre wirtschaftliche und militärische Bor. Aber an denen fehlt es Deutschland auch nicht. Doch mit den ist die Triebfeder de: Poincaréschen Politif. Lothringisches zählt, sondern alle Apparate moderner Kriegführung. Und Erz und Ruhrkohle in franzöfifcher Hand ift bas Wirt mit dem Eisenbahnwesen steht es dort erst recht schlecht. fchaftsziel, Bertrümmerung Deutschlands in fraftlose Basallenstaaten das militärische Ziel. Wie man wichtige Gebiete Oberschlesiens in polnische Hände gespielt hat, so will man die Roblenfchäße bes Westens in die eigene Gewalt bringen. Dann ist Frankreich Herr in Europa. Das ist das große Spiel, worum es geht. An der Ruhr und am Rhein wird nicht nur Deutschlands Schicksal, sondern die Zukunft Europas ausgetragen. Unsere Arbeiter, unsere gesamte Bevölte. rung in den bedrängten Gebieten sind in ihrem passiven Bider stand die Dorfämpfer eines freien Europas. Wir haben geleistet, was wir leisten fonnten. Die deutsche In buftrie hat sich geschlossen hinter die Bläne gestellt, die wir zur Befriedigung der französischen Ansprüche aufgestellt haben. Wir haben die Pflicht zu einer vernünftigen Lösung der Repara. Das Einbruchsgebiet ist der Schauplaß eines Rampfes von der tionsfrage ftets anerkannt und Borschläge über Borschläge gegrößten historischen Bedeutung. Gegen den stärksten macht. Die französische Regierung wäre in der Lage gewesen, Geld Militarismus der Welt fämpft eine maffenlose Bevölkerung. durch eine internationale Anleihe zu erhalten. Sie hat das Gut Die Gewalt findet nicht unterwerfung, fondern paffiven achten der ersten Bantiers der Welt nicht beachtet, genau fo, wie Widerstand. Alle Menschen auf dem Erdenrumd, die sich mit sie die Verhandlungen in Cannes hat scheitern laffen. Der ents Abscheu Dom blutigen Kriegs- und Waffenhandwert abgewandt schlossene Abwehrwille der gesamten Bevölkerung gegen die Ge haten, begleiten den stillen Rampf an der Ruhr mit unbeschreib. maltmaßnahmen haben der Bariser Regierung eine ficher Spannung. Wird sich die Macht der Idee gegen den Drud der äußeren Gewalt behaupten? Wird der Herrschaft des Unrechts eine Grenze geſtedt werden? Ronnten wir das Unheil abwenden? Wir wissen heute, daß man in Frankreich fyftematisch auf den Einmarsch hingearbellet hat. Wir haben dafür das Zeugnis Blond Georges, des einftigen Rampfgenossen Poincarés. Wie sehen die Taten aus? Ich will sie nicht schildern. Keine Verschleierung kann sie vor der Welt verbergen. Was ist das Ziel des Einbruches? Erft war es der Fehlbetrag an Holz und Rohle. Dann die Durchsehung des gesamten Reparationsdittats Don London. Dann die Entschädigung für die französi. schen Ruinen und die Sicherung gegen deutsche An griffe. Am deutschen Willen zur Mitarbeit am Wiederaufbau Die Neubesetzungen. schwere Enttäuschung im Kampfe gegen einen industriellen Großstaat eine hoch Gerade der letzte Weltkrieg hat gezeigt, wie unentbehrlich entwidelte, traftvolle Industrie, eine gesunde Land= wirtschaft, ein dichtes und leistungsfähiges Eisen. bahnnet ist. In Rußland war es schon vor zehn Jahren schlecht damit bestellt. Der Krieg und dann erst recht der Bolfchemismus haben es völlig ruiniert. Der neuen ökonomischen Politit, der Nep", ist es bisher nicht gelungen, darin Wandel zu schaffen, trotz aller Reflamen, die für sie gemacht werden. Das bezeugten die Referate auf dem zehnten Sowjetfongreß, der vom 22.- 27. Dezember in Mostau abgehalten wurde, und die sehr eindringlich das ergänzen und unterftreichen, was Genosse Th. Dan in seinen jüngst erschienenen Schriften darüber sagt(" Der Arbeiter in Sowjetrußland", Gewerkschaften und Politik in Sowjetrußland", Diez Nachf.). droht chronisch zu werden. Die bebaute Bodenfläche verkleinert Die ungersnot ift feineswegs überwunden. Sie fich immer mehr. Sie betrug in Desfjätinen( etwas über ein Hektar): n 87 432 000 1918 1917 72 052 800 1920 62 307 500 1921 54 888 000 1922 49 190 500 berettet. Diefe ftille Abwehr ohne Brovotation ist die natürlichste Baffe eines friedlichen Boltes, das sonstige Baffen meder hat noch gebrauchen will. Diefer Widerstand wuchs aus dem die Regierung ein Wort gesprochen hatte. Bolle heraus, er war vorhanden, als die Franzosen einrüdten, ebe fortschreitet, läßt sich nicht so schnell wieder in sein Gegenteil Dieser Rüdgang, der ununterbrochen bis ins letzte Jahr verwandeln, denn auch das Vieh nimmt ab. Man zählte Pferde Stindvieh ? 50 306 900 waltpläne, die Befreiung deutschen Heimatbodens von den eingeWir haben alle nur ein einziges Biel: die Abwehr fremder Gebrungenen Truppen. Wenn der Tag der Befreiung fommt, dann muß aber auch wieder gutgemacht werden, mas jetzt an Unrecht gefchehen ist. Wir unterschätzen nicht unsere Gegner; wir wissen, daß die Abwehr noch neue große Opfer erfordert. Wir wissen aber auch, daß das deutsche Bolt sich fest auf die Bolksgenossen verlassen tann, die jetzt in der ersten Linie der Abwehr stehen. Standhaftigkeit, Be sonnenheit, Einigkeit: so müssen wir zur Freiheit tommen! Karlsruhe, 3. März.( WTB.) Der Warentransport ift bis auf weiteres unterbunden. Die Abfuhr von Lebensmitteln, Mehl und dergleichen wird gestattet, wenn den französischen 3o11. beamten 10 Broz. bes Bertes der Waren gezahlt werden. Bon der Absicht, die Hafenanlagen von Mannheim und Karlsruhe zu befeßen, haben die französischen Militärbehörden weder den Stadträten diefer beiden Städte noch der badischen Regierung Renntnis gegeben. Mannheim, 3. März.( WIB.) Die französische Besetzung er streckt sich auf den Handels- und Industriehafen. Der Berkehr über die Rheinbrüde nach der Pfalz und vom Handelshafen her ist von den Franzosen unterbunden worden. Ueber die Be schlagnahme von Material liegen bis jetzt an zuständiger Stelle noch teine Meldungen vor. Im übrigen hat sich der Betrieb im Hafen nicht verändert, da zur Ueberwachung der RheinSchiffahrt schon bisher dauernd französische Wachen auf dem rechten Genugtuung für die Effener Ausschreitungen. Rheinufer stationiert waren. Diese Wachen sind heute früh lediglich Bochum, 3. März.( WIB.) verstärkt worden. So sind an der Jungbuschbrüde, am Elektrizitäts- anläßlich der in Effen erfolgten Ueberfälle von Ballanten General Degoutte hat mert usw. Boſten von etwa je einem Dußend Mann aufgestellt durch franzöfifische Soldaten und der gemeldeten plünderungen einen worden. Wie der Mannheimer Generalanzeiger" berichtet, find Oberst beauftragt, eine Untersuchung an Ort und Stelle vorzwei franzöfifche Rontrollboote mit Scheinwerfern die zunehmen. Das Besatzungsamt der Stadt Essen wird die ProfoNeckarmündung hinaufgefahren und liegen an der Neuen Neckar- folle dem Obersten zur Prüfung zur Verfügung stellen. Am Diensbrücke. Die Meldung, daß sich unter den heute in den Hafengebieten tag follen dann die Ueberfallenen von dem Obersten per von Mannheim und Karlsruhe eingerückten französischen Truppen fönlich vernommen werden. Die Schuldigen follen schwarzeTruppen befinden, bestätigt sich anscheinend nicht. Die Schuldigen sollen strengstens bestraft werden. Darmstadt, 3. März.( WTB.) Eine weitere Ausdehnung der Befehung Darmstadts ist bisher nicht erfolgt Die etwa 200 Mann starte Infanterieabteilung, die Teile des Bahnhofs 1916 1920 1921 1922 B 24 206 700 86 882 000 88 188 800 82 808 500 23 070 400 18 506 700 Ohne Pferde und Rinder feine Feldbestellung, kein Dünger. Wie mit der Landwirtschaft, steht's mit der Industrie. Die Metallindustrie, die für einen Krieg wichtigste, hat sich von ihrem völligen Zusammenbruch noch nicht erholt. Die Hochöfen produzieren nur noch 4 Proz. der Borkriegsproduktion. Einigen Aufschwung genommen hat die Textil industrie. Die Produktion von Baumwollgarn z. B. stieg im letzten Jahr von 1073 000 auf 2 972 000 Bud, die von Wollgarn von 466 000 auf 632 000 Bub. Doch bemerkt die " Ekonomitscheskaja Schifn" vom 24. Dezember 1922, daß die Baumwollvorräte nur noch bis zum März reichten und die Bollvorräte ihrem Ende entgegengingen. Die Staatsfinanzen scheinen sich etwas gebeffert zu haben. Aber mit welchen Mitteln wurde diese Besserung erzielt? " Mit Hilfe der versflavten Gewerkschaften hat man die Arbeitslohn steht in Rußland tief unter dem Eriftenzminimum. obntarife aufs äußerste herabgebrüdt. Der Arbeitslohn steht in Rußland tief unter dem Existenzminimum. Ueber eine andere, nicht minder erbauliche Methode, das ftaatliche Defizit zu mindern, berichtete Lunatscharffy dem Sowjetkongreß. Sie bestand darin, daß man die Schulen abbaute". Eine der wenigen Leistungen der Sowjetherr1921 war man so weit gewesen, daß Rußland über 82 397 schaft bestand in der Verbesserung des Schulmefens. Im Jahre Boltsschulen mit 6 860 000 Schülern verfügte. Im Oftober 1922 waren es nur noch 55 000 mit 4 750 000 Schülern. Die Bahl der Schulen ift geringer, als fie 1914 war! Nur noch fuchen. Lehrmittel und unter verhungernden Lehrern? Der Lohn der Und welchen Unterricht fönnen sie da erhalten, ohne Lehrer, die man nicht entließ, wurde noch weit mehr reduziert, Lehrmittel und unter verhungernden Lehrern? Der Lohn der als der der Arbeiter. Er macht nur noch 12 Proz. des EriSchule einem anderen Erwerb nachgehen, wenn er am Leben bleiben will. Befehung des Effener Hauptbahnhofs. besetzt hält, besteht aus Farbigen. Diese haben den Speisesaal franzöfifche Abteilung, die von Panzerwagen unterstützt war, ben/ 38 Proz der schulpflichtigen Kinder tönnen eine Schule bes Effen, 3. März,( TU.) heute früh um sechs Uhr hat eine starte der Lokomotivausbefferungswerkstätte, in dem 200 Betten für überhauptbahnhof in Effen besett und den Bahnhofsplay nachtende Eisenbahner aufgeschlagen waren, für ihre Zwede in An in weitem Umfang abgesperrt. Antommende Reisende müssen die pruch genommen. Die Eisenbahnübergänge bzw. die Eisenbahnbrüden wurden durch Maschinengewehrposten gesichert, den Stellwerten befinden sich überall französische Boften. Andere 3üge vor der Einfahrt in den Effener Hauptbahnhof verlassen. Auf ebenso die Berbindungswege. Gegen 11 Uhr vormittags Bosten sind bisher nach dem Bismardplat in Effen vorgerüdt, wo trafen brei Automobile mit einem größeren Stab höherer Offiziere fich schon seit längerer Zeit die besetzte Eisenbahnbireftion befindet. Itenzminimums aus. Das heißt, der Lehrer muß außer der ein. Der durch den Hauptbahnhof gehende Güterverkehr ist Döllig eingestellt worden. Der Personenverkehr bleibt auf- Bochum, 3. März.( WTB.) Der Hauptbahnhof Essen war am rechterhalten, soweit es sich um Durchgangsverkehr handelt. 3üge, Sonnabend abend 6 Uhr noch immer von den Franzosen be Eine Staatsleitung, die ihren Finanzen durch derartige die in Darmstadt münden oder ron Darmstadt ausgehen, werden je fetzt. Die Arbeiter der Milch versorgung wurden von den Methoden aufzuhelfen fucht, bezeugt, daß fie feine Ahnung doch nicht angenommen bzw. abgelaffen. Mit der Bersicherung der Truppen an der Ausladung von girta 10 000 2 iter Milch für davon hat, worauf die Kraft des modernen Staates beruht. Franzosen, daß fie den Eisenbahnverkehr nicht behindern wollen, steht die Stadt Effen verhindert. Im Laufe des Tages schleppten die Die Bolschewits wollen in Rußland zu einer neuen öfonomidie Tatsache in trasfem Widerspruch, daß sie die otomotiv Franzosen vom Hauptbahnhof das dort vorgefundene otomo schen Politit übergehen, aber sie verstehen den Kapitalismus fuppen völlig umftellt haben und feine Maschine heraus- tiven und Wagenmaterial ab. Auch Rohlenzüge find von ebensowenig, wie den marristischen Sozialismus, und gerade, oder hereinlassen. den Franzosen abgeschleppt. worden, I meil sie den ersteren nicht verstehen, haben sie auch den letzteren tauge, oder aber endlich, als fürchte ste, damit zu weit gegen- gen zu sein, als habe sie auf die Erfüllungspolitik verzichtet. Die zweite propagandistische Tat, deren wir bedürfen, ist eine energische Finanzreform, eine ausreichende Besteuerung des Besitzes, namentlich derjenigen, die aus der allgemeinen Unsicherheit und aus dem allgemeinen Mangel durch Spekulations- und Monopolgewinne grojje Reichtümer gezogen haben und noch ziehen. Auf diesem Gebiete haben die ! Regierungen und der Reichstag, dank feiner bürgerlichen Mehrheit, bisher völlig versagt und dadurch im Ausland den Anschein erweckt, als wäre Deutschland sehr wohl imstande, ungemessene Reparationen zu bezahlen, wenn es sich nur dazu verstehen wollte, die fetten Profite der Schieber, der Agrarier, der Jndustriemagnaten energisch zu beschneiden. Es ersteht der Anschein, als führten die Gegner Deutschlands Krieg bloß gegen feine Ausbeuter, nicht gegen sein arbeitendes Volk. Das ist nicht dazu angetan, die arbeitenden Mafien des Auslandes, namentlich nicht die Frankreichs, Belgiens, Italiens für die deutsche Sache zu begeistern. Eine energische Besteuerung der Reichen ist dringend not» wendig schon im Interesse der Gesundung der deutschen Wirt- schaft)ind der Finanzen des Reiches, des Staates, der Gemein- den. Sie ist eine der unerläßlichsten unter den Maßregeln. deren wir bedürfen, um zur Aufhebung der Inflation und zur Stabilisierung der Währung zu kommen. Sie ist aber heute auch dringend notwendig zur Stärkung der Position unserer Freunde im Ausland, deren Intervention im Ruhrprvblem wir so sehr brauchen. Erst wenn wir alles getan haben, um den besitzenden Klafien des Reiches so viel aufzubürden, als sie ohne Schädi- gung der Wirtschaft tragen können, erst dann werden wir im- stände sein, den arbeitenden Massen des Auslandes aufs ein- drucksvollste nachzuweisen, welches die wirkliche Leistungsfähigkeit Deutschlands ist. Und wenn diese Fähigkeit mich dann noch, woran nicht zu zweifeln, nicht ausreicht, die Forde- rungen der Herren Poincarä u Co. zu befriedigen, dann werden die Proletarier aller Länder, mich die heute noch von nationalistischen Informationen irregeleiteten, wissen, daß die Reparationslast nichts bedeutet, als die Versklavung der deut- schen Arbeiterschaft, eine Versklavung, die dank den internatio- nalen Zusammenhängen zur Herabdrückung der Arbeiterlage in allen Ländern kapitalistischer Produktion führen muß. Dann wird es leichter fein, die Sache der Intervention in England und Amerika durchzusetzen und die Opposition gegen das Ruhrvsrbrechen in Frankreich und Belgien unwidersteh- lich zu machen. Offenheit und Klarheit in der Erfüllungspolitik, rücksichts- loses Vorgehen gegen die kurzsichtige Habgier jener besitzenden Elemente, deren flammender Patriotismus die größten Opfer der andern verlangt, indes sie selbst aus jeder Rot des Vater- landes nur neuen Gewinn zu pressen suchen— und dabei noch stete Bereitschaft zu Verhandlungen, sobald solch« ohn« Demü- tigung möglich sind, das ist das, was von unserer Seit« aus dringend notwendig ist, unser Land zu retten. Nicht aber ein Bündnis mit Sowjetrußland. Und eben» soweing passives Warten auf einen plötzlichen Glücksfall, der uns aus dem Elend heraushilft. Ein Wink nach München. Die„Zeit" warnt vor nationalistische« Ansfchreitnnge« Die Reise des Reichskanzlers Cum nach München gibt. der volksparteilichen»Zeit" Veranlassung, den bekannten Münchener Kreisen zarte Winke für ihr Verhalten gegenüber dem Kanzler zu geben. Das Blast ist der Meiming, daß die Reise ein gewisses politisches Risiko in sich birgt. Denn: Was wir bisher an Kundgebungen w München erlebt, trug vielfach einen einseitig parteipolitischen Charakter. Unter dem Einfluß rechtsradikaler Kreise ist es bei solchen Kundgebungen vielfach zu Ausschreitungen gegen Angehörige anderer Parteien gekommen, insbesondere geg«n SlnhSnjj« der Sozialdemokratischen Partei. Die Angriffe aus das Organ der Münchener Sozialdemokraten, auf die„Münchener Post", geben da- von Kunde. Das Zerreißen schwarzrotgoldener Fahnen gehört dabei anscheinend auch zu den Aufgaben, die man von rechtsradikaler Seit« als deutschnational ansieht. Die„Zeit" warnt die Münchener deshalb davor, die An- Wesenheit des Reichskanzlers zu derartigen Ausschreitungen zu benutzen. Denn Dr. Cuno sei zwar der Reichskanzler eines bürgerlichen Kabinetts, aber er führe die Geschäfte nach außen als Vertreter des ganzen deutschen Volkes„mit Aus- nähme seiner links- und rechtsradikalen Hetzer". Es würde der Auffassung des Reichskanzlers durchaus wider- sprechen, wenn man etwa versuchen würde, ihn als Träger ganz be stimmte? parteipolitischer Tendenzen hinzustellen. Dieser Satz kann nicht anders als gegen die letzten Ans- führungen des Fraktionsführers der Bayerischen Dolkspartei, des Abgeordneten Held, gerichtet angesehen werden. Herr Held hat es bekanntlich für zweckmäßig gehalten, von dem Fortbestand der Regierung Cuno die Reichstreue Bayerns abhängig zu machen. Wenn irgend etwas geeignet war, den Kanzler„als Träger ganz bestimmter .parteipolitischer Tendenzen" hinzustellen, so war es zweifellos die Art, wie Herr Held von ihm zu reden nützlich fand. Die Mahnung der„Zeit" ist deshalb ganz offensichtlich gegen diese sonderbaren bayerischen Redensarten gerichtet. Und wenn da- neben auch noch einige gute Lehren für die sozialdemokratische Provinzpresse abfallen, die angebsich nicht ganz zuverlässig im Kampfe gegen den französischen Einbruch sei, so sind diese Lehren zwar an sich überflüssig, weil unberechtigt, aber sie sind augenscheinlich nur eingeflochten, um den bayerischen Herr- schaften die bittere Pille zu versüßen. Staatsbeamte unü Krankenversicherung. Wo bleibt die Mittelstandshilfe der Bürgerliche«? Die Sozialdemokraten hab«n im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags beantragt, die B e a m t e n in die all- gemeine Krankenversicherungsvflicht einzubeziehen. Die An- tragsteller ließen sich von dem Grundgedanken leiten, daß weite Kreise der Beamtenschaft heute zu dem wirklich n o t l e i- denden Mittelstand gehören und daß es dringend ge- boten ist, ihr praktische Hilfe zu bringen, wo immer es möglich ist. Da die Honorare, die die Aerzteschast im freien Verkehr von ihren Konsultanten zu fordern genosigt ist, die finanzielle Leistungsfähigkeit eines großen Teils der Beamten bei weitem übersteigt, ergeben sich aus diesem Zustand G e- fahren, die durch die Einbeziehung der Beamten in die all- gemein« Bersicherungspslicht leicht behoben werden können. Es ist bezeichnend, daß die bürgerlichen Ber- t r e t e r im Sozialpolitischen Ausschuß den sozialdemokra- tischen Antrag kurzerhand ablehnten. Hier zeigt sich ihre Mittelsiandssrcundlichkeit in einem nicht gerade sehr günstigen Licht. Wie so oft versagen sie, wenn es gilt, an Stelle der Worte einmal praktische Lzilfe z» leisten. Das scheint auch der volksparteilichen„Zeit" einige Schmerzen zu bereiten. Sie versucht im Anschluß an den Sitzungsbericht die Haltung der Bürgerlichen zu entschuldigen und gerät bei dieser Ge- legenheit von einem Bedenken ins andere. Wir glauben, mit prinzipiellen Bedenken ist dem Mittelstand wenig gedient. Wer heute helfen will, muß rasch zugreifen. Wenn nun gar die„Zeit" den sozialdemokratischen Antrag als eine Etappe in dem Kampf der Sozialdemokratie gegen das Berufs- beamtentum bezeichnet, so ist das eine Unterstellung, für die sie den B e we i s zwar schu ld i g bleibt, die aber um so deutlicher ihr schlechtes Gewissen verrät. Diese Ver- leumdung ändert nichts an der Tatsache, daß die Sozial- demokratie mit ihrem Antrag dem Beamtentum zu Hilfe eilen wollte und daß diese Hilfe von den Bürgerlichen verhindert wurde. nicht verstanden. Wenn ihre Unfähigkeft, sozialistische Produktion auszubauen, die Unmöglichkeit des Sozialis- mus dartun würde, dann müßte ihre jetzige Unfähigkeit, eine kapitalistische Produktion zu entfalten, die Unmöglichkeit des Kapitalismus beweisen. Jegliche Großindustrie, ob kapitalistisch oder sozialistisch, bedarf einer intelligenten, selbständigen, kraft- vollen Arbeiterschaft. Die kapitalistische Industrie bedarf außerdem noch des Vertrauens, des Vertrauens zum Staat, in dem sie tätig ist, des Vertrauens zu den einzelnen ihrer Unternehmungen. Die Bolschewiks haben beides gründlich zerstört und sah- ren fort, es zu zerstören, wie die mit aller Kraft betriebene Herabdrückung der Arbeitslöhne und Auflösung des Schul- wefens bezeugt. Zu all diesen inneren Unmöglichkeiten kommt die Tat- fache, daß es keinen unzuverlässigeren Bundesgenossen geben kann, als die russische Sowjetrepublik. Wollten wir an ihre Hilfe appellieren, sie würde kein Bedenken tragen, uns in die wildesten Abenteuer hineinzureiten, um uns im entscheidenden Moment zu verraten und im Stichs zu lassen. Aber selbst wenn sie entschlossen wäre, um Deutschlands willen den Krieg an Frankreich und seine Alliierten im Osten zu erklären und durchzuhalten bis zu erfolgreicher Abwehr Frankreichs, so könnte sie uns nicht helfen. Denn dies Land mit seiner zerrütteten Industrie und seinem ganz mangelhaften Verkehrssystem ist ganz unfähig zu einer e r so l g> reichenOffensive gegen einen so stark gerüsteten Gegner wie Frankreich und seine Alliierten. Es vermochte 1S2V nicht einmal mit Polen allein fertig zu werden, und es sollte jetzt die Kraft haben, Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei und die ihnen rasch zuströmenden Franzosen zu schlagen, etwa mit Hilfe der"rwachenden Ungarn und der Hitlergarden? Die Idee, das Triumvirat Trotzki, Horthy und Ludendorff sei berufen, Deutschland zu befreien, ist ein wesenloser Traum — und kein schöner. Er würde mit einem fürchterlichen Erwachen Deutschlands enden. Ist aber die Alternative dieses Traumes nicht die Not- wendigkeit, zu kapitulieren? Nein, so schlimm steht es doch nicht. Es ist gewiß, der heroische Widerstand der Arbeiter an der Ruhr, der das wirtsamste Mittel der Abwehr bleibt, kann nicht ewig dauern. Einerlei, ob Breitjcheid in London diesem Gedanken Aus- druck gegeben hat oder nicht, er ist richtig. Er spricht nur das aus, was jeder Offizier weiß, daß keine belagerte Festung unbegrenzt aushalten kann, daß sie schließlich kapitulieren muß oder im Sturm genommen wird, wenn nicht eine Armee von außen sie entsetzt. Damit ist nicht die Anfforderung an das Ruhrrevier ausgesprochen, zu kapitulieren, sondern nur die dringende Aufforderung an das übrige Deutschland, Kräfte zu schaffen, die imstande sind, es zu entsetzen. Sie sind im Auslande zu schaffen, in Amerika, England, Italien, in Frankreich und Belgien selbst. Wir bedürfen dringend ihrer polftischen Hilfe. Aber wir werden sie nicht bekommen, wenn wir nicht selbst uns rühren. Wir bekommen sie nur durch energische Propaganda, aber nicht Propaganda bloßer Worte, sondern durch Propaganda der Tat. Nicht der Gewalttat, die wirkt propagandistisch bloß gegen uns. Vor allem zweier Taten im Inland bedürfen«ür zur Verstärkung der Kraft unserer Freunde im Ausland. Bei jedem Kriegsausbruch der neueren Zeit haben es die Regierungen für notwendig befunden, ihre Völker und die Welt über die dem Krieg vorhergebenden Verhandlungen und Forderungen zu informieren, in Weiß-,.Gelb-, Blau- usw. Büchern. Poincarc; hat bereits ein Gelbbuch über die den' Ruhrkonflftt einleitenden Verhandlungen herausgegeben. Die> Reichsregierung aber schweigt. Sie hat das Angebot noch nicht veröffentlicht, das sie den Verbündeten vor dem franzö- sischen Einbruch machte. Dies Schweigen macht den übelsten Eindruck, erweckt den Schein, als sei es der Regierung nicht«rnst damit gewesen, oder als sei sie sich selbst dessen bewußt, daß ihr Plan nichts Der faljche Dionpfos. Von Jose pH us. Dionysos war bekanntlich der Gott des Weine« und der Nackt- kultur. Er lebte in den Wäldern mit Nympbentalletten und Faun- klibs, aber auch in Weingärten, ein Freund der Winzer und ins- blondere der Winzerinnen. Dionysos war einer der lustigsten Götter, die ich kenn«: er hatte ein rundes Bäuchlein vorgeschnallt, wie eine Kalbfelltrommek, und trug im braungelockten Haar einen ulkigen Kranz. So sah er rittlings auf einem Faß, und sein rundes Gesicht war ein inkarniertss Wohlgefallen am Leben. Er war ein Gott, der auf Autorität keinen Anspruch machte und auf den Re- spekt der Sterblichen pfiff. Er kannte die Distanz nicht, die Zeus zum Beispiel immer zu behalten bemüht war, die Distanz zu Dingen, Menschen und Halbgöttern. Zeus donnerte. Dionysos trank. Jeder andere Gott hatte irgendeine Tugend: Apollo war im höchsten Grade musikalisch, Athene war ein strategisches Genie, Hephaestos ein famoser Kunstschlosser, und selbst Hermes, der das geringste An» sehen genoß und das bürgerliche Strafgesetzbuch mißachtete, hatte wenigstens die Tugend der beflügelten Leichtfüßigkeit. Einzig und allein Dionysos hatte keine Tugenden, nicht einmal«in klares Be- wußtsein. Er torkelte durch die Unsterblichkeit, unverantwortlich und in unordentlichen Kleidern, und war auch sonst unanständig. Ich erinnere nur an die Dionysosfeste, die anderwärts Bacchanale hießen, aber ganz genau dieselbe Polizeiwidrigkeit waren. Dieser Dionysos, beziehungsweise der römische Bacchus, ver» törperte die antiken Vorstellungen van Lebenslust und ewigem Rausch. Die Menschen lebten aus dem Bollen und unbewußt. Wenn es donnert«, zitterten sie vor Zeus, und tranken ste, sagten ste zum Dionysos: Du. Sie kannten keine Blitzableiter und brauchten nicht erst konventionelle„Bruderschaft" zu trinken. Ihre Freude am Körperlichen war harmlos und reine Lyrik, ohne Tendenz und ohne Kausalnexus mit Bcwußtteinsoorgängen. Die Freude war neben Atmen, Essen, Liebe, einfache Lebens- ävßerung. Sie war kein„Amüsement"(Amüsement ist tue Kom- merzialisierung der Lebenslust, der Kettenhandel mit Freude). Dio- nyfos aber war nicht Direktor eines Wald- und Wiesenvarietts. « Vor einigen Tagen las Ich den Satz eines bekannten deutschen Schriftstellers, dessen Namen ich in diesem Zusammenhang nicht gerne nennen möchte. Der Satz wurde vor dem Kriege geschrieben und lautet ungefähr: Wir erlebcn jetzt, zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, eine zweite, beziehungsweise dritte Renaissance. Der Schriftsteller hat sich hoffentlich überzeugt, daß nur_ eine Art Pseudo-Renaissance angebrochen war. Eine Zivilisations- renaissance, das heißt eine kommerzmlisierte. Auf dem Lebensgefühl allein basierten kapitalskräftig« Unternehmungen, sogenannt» Ver» gnügungsstätten. Ein permanenter Freudendienst wurde„einge- richtet". Er hielt sich in gewissen Grenzen. Cr war verlogen, wie jede dieser Zivilisationserscheinungen. Aber er war geregelt. Er wurde zuerst zuchtlos nach dem Kriege. Aber er blieb verlogen. Und er berief sich auf— die Renaissance, um sein Recht auf Zucht- losigkeit zu begründen. Ich las jüngst ein Kapitel Lurckhardtscher Renaissance. Und sah die vollmenschheit jener Zeit, die in rot durchpulste» Händen die Fahnen de» Lebens schwang. Jeder ihrer Morgen war ein Freudengebet an Gott. Ihr« Stunden rollten rot und bunt und angefüllt mit Sonne in rasendem Rotationsschwung. Jede Nacht war ein einziges, riesengroßes, in warm« Bläu« und silbernen Sternenglanz gehülltes Freudenfeuer. Alle«, Ding und Tier und Mensch war Bejahung. Alle diese Aeußerungen überschüssiger und überschäumender Lebenskraft geschahen bewußt. Nicht lyrisch-harmlos, wie in der klassischen Zeit, sondern mit der mächtigen Tendenz: sag' ja! ja! ja! Vollendung deines Wonnebedarfs, Sättigung deines Lebenshungrrs und gleichzeitiges Ueberströmenlassen deiner Kräfte in Umwelt: Mensch, Wald und Ding. Es war ungefähr die(beschränktem Menschenstnn allerdings nicht verständliche) jenseitige Tendenz alles Elementaren: die unbe- greisliche aber nichtsdestoweniger vorhandene Absicht eines stürzen- den Meteors, eines schlagenden Blitzes, einer rollenden Lawine, einer künstlerischen Schöpfung. Aus der reinen Freude an der Körperlichkeit war eine künstlerisch gebändigte Sinnenwillkür gc- worden. « In Berlin aber und in dem Mitteleuropa der Gegenwart re- giert der falsche Dionysos. Er trägt Monokel und Frack. Eein«� Sinnenlust ist pervers, weil sie nicht aus dem Uebeftchuß kommt/ sondern aus der Armseligkeit seines Flackerlcbens. Die Nymphen sind Ballettmädchen, schlecht bezahlte, und die Faune sind Zuhälter. Mit welchem Recht beruft man sich auf Dioniffos? Dionysos, der alte, dicke, liebe Kerl, liegt im Weinlaub eines klassischen Hains begroben und ist unendlich traurig über seine' Kari- katur in den Dielen Mitteleuropa». Er schüttelt den Kops und sagt: Nie hat eine meiner Nymphen Celly geheißen.... Radiolelephoni«. Aus einem Bierabend, den der Landwirt- schaftsminister Dr. Wendorss gab, und an dem der RelchsprSfi- den» Ebert, Ministerpräsident Braun, sowie zabl- reiche Minister, Parlamentarier, Staatssekretäre und prominente Persönlichkeiten aus Wissenschaft. Handsl und Industrie teilnahmen, hielt Dr. Hesper einen Vortrag über Radiotelephonie sowie ihre Bedeutung und Ausbreitung in der ganzen Welt. Hier- bei wurde in besonderer Weise des unter Leitung von Staatssekretär Dr. H. Bredow neu geschaffenen, mustergültigen Reichsradio- verkehrs gedacht. Im Anschluß daran fanden mit einer behelss- mäßig aufgestellten kleinen Salonantenne und eleganten Empsangs- apparatur ausgezeichnete Sprallp und Musikübertragungsvorführun- gen von Dr. L o e w e statt, die großes Interesse und allgemeinen Beifall fanden. Sin beseitigte, kaiserbildni». Als vor zwanzig Iahren der Bau für die Kunsthochschule in der Hardenbergstraß« eingeweiht wurde, erhielt über dem Hauptportal des Hauses für die bildenden Künste ein prunkvoll vergoldetes Reliefbildnis WIl- Helms II. in einer üppigen Kartouche seinen Platz. Von Wilhelm stammte ja auch die Inschrift oben an der Fassade, über deren Latein jeder besser« Quartaner sich lustig mochte. Das Relief war nach einem Entwurf de» Maler» Woldemar Friedrich offenbar von einem Delorationsbildhauer ausgeführt worden. Di« Bestimmung de» neuerding» ergangenen Erlasse», daß nur solche Bildnisse und In- schriften erhalten bleiben dürfen, die in ihrem künstlerischen Charakter unlöslich mit dem architektonischen Zusammenhange verbunden sind, konnte für dieses Kaiserrelies deshalb nicht gelten, weil es emen künstlerischen Charakter überhaupt nicht besaß. So hat man es jetzt verschwinden lassen müssen. Die Kartouche erhält dafür als Inschrift den Namen der Hochschule. Das gleiche Schicksal wäre noch zahlreichen andere« Emblemen zu wünschen, mit denen Wilhelm sich die Unsterblichkeit zu sichern suchte und von denen kaum ein einzige»„künstlerischen Cha- rakter" trögt. Die.Erinnerungsallee" l« Lorenz. In Floren» ist dieser Tage eine„Erinnerungsallee" feierlich eingeweiht worden, die den im Weltkriege gefallenen Florentiner Soldaten gewidmet ist. Diese Allee besteht aus 700 Bäumen, von denen jeder einzelne zur Erinnerung an einen gefallenen Florentiner ge» pflanzt wurde. Die Hauptseierlichkeit fand auf dem Platz von Santa Croce statt, wo 10 Zypressen gepflanzt worden sind, um den Tod der florentinischen Soldaten zu ehren, die die höchste militärisch« Auszeichnung, die goldene Tapferkeitsmedaill«. erholten hatten. Ob es geschmackvoll ist. wie Soldaten nach dem Grad» ihrer Tapferkeit zu rangieren, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls ver- dient die Ehrung der Gefallenen durch Erinnerungsalleen und Er» innmingshaine zweifellos de« Vorzug vor den plastischen Miß- gebilden' in Stein und Bronze, die als Kriegerdenkmäler die deut- schen Städte und Dörfer verunzieren. Melallslugzeuge. Bereits im Jahr« 1912 traten verschiedene Flugzeugwerke mit dem Plan hervor, Metallflugzeuge zu bauen. Man versprach sich von der ausgiebigen Verwendung von Metallen im Flugzeugbau vor allen Dingen eine bedeutende Erhöhung der Gesamtfestigkeit und dachte wohl auch an da» Panzerslugzeug des kommenden Krieges. In Deutschland waren es u. a. Haefelin und Dr. Huth, die allerdings ohne großen Erfolg Metalleindecker bauten. Werke, wie die Allgemeine Elektrizitäts-Gefellschaft, Euler-Frcmkfurt am Main und Emil Icannin bauten das Rumpfgerüst und auch Teile der Zelle aus Stahl, verwendeten aber zur Bespannung und Verkleidung des Ganzen noch wie vor Leinwapd oder Sperrholz. Die AEG.-FIugzeuge sind heute noch in der Weise gebaut. Die Flugzeugwerke von J-ennin und August Euler bestehen nicht mehr. Zu Anfang des zweiten Kriegsjahres stellte in Dessau Professor Junkers sein erstes Metallflugzeug fertig, das in seiner damaligen Ausrüstungsform bereits die Grundlage des heutigen Iunkers-Ber- tchrsflugzeuZes zeigt. Die Maschine � war eines der ersten ver- syannungslosen Flugzeuge mit freitragenden Flügeln. Dem ersten Iunkers-Eindecker, dessen erster Flug im Dezember 1915 stattfand, sind verschiedene andere Typen gefolgt. Das heutige Iimlers-Reise* flugzeug ist ein Eindecker für vier Fluggäste. Cr ist ausschließlich au» Speziallelchtinetoll nach den Patenten von Pros. Junker» her- gestellt. Auch zur Bespannung der Flächen und zur Verkleidung des Rumpfes dient Duraluminium._,_ Die Verwendung von Metoll als Baustoff hat nacb der„Technik für Alle" verschiedene Vorteil« anderen Systemen gegenüber. Ersten, bietet das Metallflugzeug Witterungseinflüssen gegenüber Widerstand. Nur zu leicht verziehen sich die Flächen eines anderen Flugzeuge, durch Temperaturwechsel und Witterungseinstüss«. Wir Hab« es Arbeiterschaft und Wiederaufbau. Eine Unterredung mit dem Reichspräsidenten Ebert. Der Vertreter des„ Budapesti Hirlap", Dr. Eduard Balyi, hatte vor einigen Tagen eine Unterredung mit dem Reichspräsidenten Ebert. Genoffe Ebert äußerte sich bei dieser Gelegenheit über die Arbeiterfrage in Deutschland folgendermaßen: Die Wildunger Ausweisung. Die vom Landrat Dr. Nicolai in Wildungen verfügte Ausweifung des Genossen Erdmann Maslo ist vom preußischen Minifterium des Innern sistiert worden. Eine legungen find, fonnte bisher noch nicht feftgestellt werden. Anzahl Personen wurden außerdem von dem Banzerwagen angefahren und zur Seite gestoßen, tamen aber mit leichten Ber legungen oder mit dem bloßen Schrecken davon. Washingtons Haltung unverändert. Wir tragen zunächst unserem Bericht über den Liebesdienst dieses Landrats für die Wildunger Feinde der Republik nach, daß die von dem 42jährigen Gen. Maslo nach 20jährigem Aufenthalt in London, 3. März.( EE.) Nach einer hier vorliegenden Wie die wirtschaftliche Solidarität der Völker die Vor- Deutschland beantragte Einbürgerung abgelehnt worden ist. Agenturmeldung aus Washington wird im Weißen Hause erklärt, bedingung der Gesundung der erkrankten Weltwirtschaft im Der Oberöstereicher Hitler hatte es leichter, unausweisbarer daß kein Ereignis eingetreten sei, das die Haltung der Bereinigten allgemeinen ist, so fann auch das einzelne Land nur durch die Bürger des Deutschen Reiches zu werden! Wir erwarten, daß die Staaten in der Ruhrfrage beeinflussen könne. Was die Verhandlunharmonische Mitarbeit der gesamten Bevölkerung seinen Brüfung des Falles Maslo durch das Ministerium sich auch auf die gen über die Rückzahlung der amerikanischen Besatzungsfoften Wiederaufbau mit Erfolg in Angriff nehmen. Gegenüber Berweigerung der Einbürgerung erstreckt. Freilich genügt noch angehe, so glaubten die Regierungsfreise, daß man diesmai mit der cnderslautenden Mitteilungen möchte ich entschieden betonen, immer der Einspruch irgendeiner deutschen Staatsregierung, um Reparationsfommission zu einem Abkommen gelangen werde. daß sich dieses Grundfazes auch die deutsche Arbeiter. schaft voll und ganz bewußt und zu einer solchen Mitarbeit stets entschlossen ist. Daß Deutschland trog der großen Verwüstungen seiner Kräfte und trotz der ungeheuren Berpflich tungen, die ihm der Friedensvertrag auferlegt hat, heute doch noch einen Fattor in der Weltwirtschaft darstellt und seine Grundlagen im großen und gangen intatt erhalten hat, verdankt es mit in erster Linie seiner Arbeiterschaft. Für Deutschland bildet die Regelung der Repara. tionsfrage heute das größte Staatsinteresse. Es ist be fannt, wie lebhaft die Arbeiterschaft bemüht war, eine Regelung dieser Frage herbeizuführen. So hat sie sich zum Wieder. aufbau der zerstörten Gebiete Nordfrankreichs im Verein mit der französischen Arbeiterschaft bereit erklärt. Allerdings sind ihre diesbezüglichen wiederholten Borschläge von der französischen Regierung abgelehnt worden. Ferner hat sie, um die Kohlenlieferungen an die Entente zu ermöglichen und der Kohlennot der Heimat abzuhelfen, sich zu Ueberschichten entschlossen. Wenn man weiter bedenkt, daß das Deutsche Reich außer seinen anderen ungeheuren Leistungen auf Grund des Waffenstillstands- und Friedensvertrages Sachlieferungen im Werte von ungefähr 12 Milliarden Goldmark an die Entente ausgeführt hat und daß daneben noch das Warenbedürfnis des Inlandes und eines großen Teils des Auslandes befriedigt werden konnte, so fann man daraus die Leistung der deutschen Arbeiterschaft ermessen, die um so anerkennenswerter ist, als sie von Menschen vollführt worden ist, deren Leistungsfähigkeit infolge der Nöte und Entbehrungen der letzten Jahre an und für sich start geschwächt ist. Es darf dabei auch nicht außer acht gelaffen werden, daß die deutsche Arbeiterschaft neben diesen wirtschaftlichen Lei stungen auch auf staatlichem und sozialem Gebiete fich in hervorragender Weise zum Nutzen der Gesamtheit betätigt hat. Infolge ihrer weitverzweigten Organisation war fie in der Lage, dem Staate auch sonst hervorragende Dienste zu leisten. In diefer Bereitwilligkeit zur Mitarbeit dokumen tiert sich vorbildlich das Staatsbewußtsein, von dem die Arbeiterschaft im allgemeinen beherrscht wird. In der augenblicklichen schweren Krisis, die die deutsche Republit durchmacht, ist deren Existenz gewissermaßen in diefem Staats bewußtsein der deutschen Arbeiterschaft verantert. Der mit allen militärischen Mitteln durchgeführte Anschlag der fran zösischen Regierung gegen die Souveränität und Integrität der deutschen Republit begegnet in erster Linie dem ent schlossenen Widerstande der deutschen Arbeiter, an dem er, so hoffen wir, auch endgültig scheitern wird. Es soll nicht geleugnet werden, daß auch die deutsche Arbeiterschaft infolge der politischen und wirtschaftlichen Entwid lung leider nur zu oft gezwungen worden ist, ihre Sonder intereffen zu verteidigen. Dieser Kampf bedeutet aber feine Berneinung, sondern vielmehr eine Bejahung des Staates als solchem, da er im Grunde genommen für solche Rechte geführt wird, die dem deutschen Arbeiter die Mitarbeit am Staatsleben ermöglichen sollen. Von der Notwendigkeit dieser Mitarbeit ist aber heute jeder vernünftig denkende Mensch in Deutschland überzeugt. Wer, in unzählbaren Wunden Jener Fremden Sohn empfunden, Brüder, wer ein deutscher Mann, Schließe diesem Kampf fich an! Selarich von Meift. Gebt zum deutschen Bolfsopfer, es ist unser einziges Kampfmittel für die Selben an Ruhr und Rhein. Einheitliche Sammelstelle für alle in Preußen auf fommenden Spenben find der Preußische Landesausschuß für das Deutsche Bollsoofer, Geschäftsstelle: Berlin 56, Oberwallstr. 1a; Banffonto Preußische Staate bank Nr. 101 759; Postichedtonto Berlin Rr. 100 20 bzw. deffen Provinzialausschüsse. jede Einbürgerung zu verhindern. So das Ausländerrecht, das noch vor dem Krieg im faiserlichen Deutschland gemacht wurde und das unverändert fortbesteht. Gleichzeitig bestreite das Weiße Haus die Richtigkeit von Nachrichten, denen zufolge die Vereinigten Staaten ihren Einfluß zur Berhin. derung eines europäischen Bündnisses zwischen Frankreich, Jialien und Beig en zu dem Zwed geltend gemacht hätten, um Großbritannien von den fontinentalen Angelegenheiten fernzuhalten. Die Gerüchte von dem Abschluß eines europäischen, gegen England gerichteten Wirtschafts- und Finanzbündnisses feien völlig unbegründet. Auch kein Weltschiedsgericht. Washington, 3. März.( Reuter.) Staatssekretär Hughes hat dem Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten auf einen an ihn gesandten Fragebogen geantwortet, der vorzeitige Abschluß eines Uebereinkommens wegen obligatorischer Rechtsprechung des Internationalen Gerichtshofes bei internationalen Streifigkeiten würde der Auffassung des Senats widersprechen, gebracht werden sei. Der Ausschuß habe seinen Entschluß bekräftigt, wie fie bei früheren Gelegenheiten in deutlicher Form zum Ausdruc in der gegenwärtigen Tagung des Kongresjes den Vorschlag, daß Amerita dem Internationalen Gerichtshof beitreten soll, nicht zu behandeln. Nun hat sich die Deutsche Zeitung" mit unserer Mitteilung beschäftigt. Sie mißbilligt sowohl die Denunziation ihres Bruder. blattes in Balded, wie die Ausweisung selbst, gibt aber dem Ber. bacht Ausdrud, daß Gen. Maslo ein läftiger Tscheche sei. AbDer englische Konferenzvorschlag. gesehen davon, daß selbst ein Nichtdeutscher nach zwanzigjährigem Brüffel, 8. März.( Agence Belge.) Die sozialistische Fraktion Leben in Deutschland wohl ziemlich so einge deutscht sein wird beriet über den Vorschlag der englischen sozialistischen Abgeordneten, wie z. B. der allbeutsche Engländer Houston Stewart Chamberlain, wonach eine internationale interparlamentarische Konferenz einbe findet ausgerechnet bie Deutsche Zeitung" die Heimatsbezeichnung rufen werden soll, um eine Einigung in der Reparationsfrage zu „ Deutschböhme" verdächtig. Sie befindet sich dabei in voller versuchen. Die sozialistische Fraktion beschloß, den englischen GeUebereinstimmung mit der tschechischen Regierung, die diesen noffen ihr Bedauern darüber auszudrücken, daß die belgische Ausdrud bei ftrenger Strafe verboten hat. Bu ihrer Beruhigung Arbeiterpartei mit diesem Borschlage nicht früher befaßt worden fei aber der„ D. 3." mitgeteilt, daß Gen. Maslo in Schwarzentat fet, um ihn in aller Ruhe zu prüfen. Unter grundsätzlicher Billi. bei hohenelbe geboren ist. Wenn die D. 3." dieses Riefen- gung des Planes ihre: englischen Kollegen gibt die sozialistische gebirgstal als tschechisch ansieht, so bereitet sie damit ihren Ge Fraktion ihrem Wunsche nach einer auf vorheriger Verständigung finnungsgenossen jenseits der tschechoslowakischen Grenze eine wahre beruhenden gemeinsamen Aktion Ausdruck, stellt jedoch Herzensfreude. fest, daß es ihr in jedem Falle unmöglich sei, die belgische Kammer, mit dem Plane zu befassen, bevor das Unterhaus selbst sich über ihn ausgesprochen habe. Den Einspruch gegen den Zuzug hafenkreuzlerischer Ruhrflüchtlinge" von jener Sorte, die in München unser Parteiblatt stürmen wollten und bei ihrer Abschiebung der Begleitpolizei drohten, zu den Franzosen überzulaufen", bezeichnet das Berliner Hitlerblatt als Handlangerdienst für die Juden. Dabei hat gerade die rechtsstehende Tel.- Union" gemeldet, daß das Auftreten dieser Ruhrflüchtlinge" in München zu vielen klagen geführt habe; 16 von ihnen fizen wegen Landfriedensbruch im Münchener Gefängnis. ie müssen fie gehauft haben, wenn man sie selbst in München einsperren muß! " Die D. 3." nennt unseren Berantwortlichen einen österreichischen Juden, was offenbar ein Zeichen der Begeisterung für die Bereinigung Deutschösterreichs mit Deutschland ist. Wir sind lieber in Gesellschaft österreichischer Juden" als französischer Lockspitzel und gemeiner Berbrecher, wie jener Münchener Oberhafenfreuzler, die gottgefandte Boltsbefreier waren, bis man sie schließlich fallen lassen mußte, weil sie Baldurs Licht nicht mehr vertrugen. Heil! Kleinrentnerfürsorge. über die Kleinrentner fürsorge verpflichtet die Gemeinden Amtlich wird mitgeteilt: Das soeben veröffentlichte Reichsgefez oder an ihrer Stelle Gemeindeverbände oder Länder zur Gewährung der Fürsorge. Fürsorgeempfänger sind bedürftige, alte oder erwerbsunfähige Personen, die infolge eigener oder fremder Vorsorge ohne die eingetretene Gelbentwertung oder sonstige Kriegsfolgen nicht auf öffentliche Fürsorge angewiesen wären, sofern sie oft erlebt, daß Flugzeuge, nachdem fie längere Zeit im Regen oder Schnee ftanden, abgebaut werden mußten, weil die Spieren sich der zogen und die Flächen sich voll Waffer gesogen hatten. Ein Metall- bie flugzeug fann unter Umständen Tage und Nächte lang auf freiem Feld stehen, ohne Schaden zu nehmen. Tragflächen und Rumpf fönnen sich nicht verziehen und brauchen nicht vor dem Flug befonders nachgespannt zu werden. Für Zwischenlandungen find also teine Schuppen oder Belte nötig. Dies bedeutet eine nicht geringe Geldersparnis. Außerdem bietet Metall gegenüber Holz und Stoff eine erhöhte Bruchsicherheit. Auch die Feuersicherheit wird erhöht. Etwaige Bergaferbrände tönnen mit Hilfe von Handfeuerlöschern leicht Total erstidt werden, ohne daß sonstige Teile des Flugzeuges gefährdet werden. Neuentdeckte Bögel. Bei der wissenschaftlichen Sichtung der Sammlungen der Shadleton- Bomett Expedition, die jetzt im Britischen Museum für Naturgeschichte vorgenommen wird, hat man unter der großen Masse feltsamer Gesteine, Pflanzen und Tiere zunächst einmal drei neue Landvögel feftgestellt. Das eine ift eine Ammerart, die den Namen Rowettia" erhalten hat. Das Tier tommt von der einsamen Gough- Insel und stellt sich als ein fleines Geschöpf dar, auf dem Rücken dunkelolivengrün gefärbt, auf der Brust zartrofa. Man nimmt an, daß diefer Bogel eine Tier. Plaffe für fich bleiben wird. Eine andere Neuentdeckung in der Bogelwelt ist eine Art Fint von der Nachtigall- Insel. Es ist zweifelhaft, ob diefer Bogel nur eine neue Art oder eine neue Klaffe verförpert. Der dritte Bogel, der sich bisher nicht recht in eine der vorhandenen Klassen hat einreihen laffen, ist ein droffelähn. liches Tier, das auf den Tristan, Inacceffible- und Nachtigall Infeln gefunden wurde und vielleicht ein entfernter Better" unserer Drossel ist. a) durch Arbeit ihren Lebensunterhalt erworben haben oder b) eine Tätigkeit in häuslicher Gemeinschaft ausge übt haben, die üblicherweise ohne Entgelt erfolgt, aber im Falle der Einstellung fremder Kräfte vergütet werden müßte, oder Condon, 3. März.( EP.) Der Herzog von Northcumberland hielt gestern in Newcastle eine Rede, worin er erflärte, der Ruhrkonflitt tönnte nicht gelöst werden, folange nicht internationale Maßnahmen für die Sicherheit Frantreichs getroffen worden seien. Dies tönnte 3. B. durch eine defensive Allian 3 der Alliierten geschehen, der sich auch merita anschließen müßte, mit dem Versprechen, daß es im Falle eines deutschen Angriffes feine Flotte und sein Heer für den Schuh Frankreichs zur Verfügung stellen würde. Italiens Sozialdemokratie lebt. Rom, 3. März.( EP.) Die sozialdemokratische Parteileitung hat sich am Freitag in Rom versammelt und protestierte energisch gegen die zahlreichen Berhaftungen von Bürgern, die sich nur des Ausspruches eines der vorherrschenden Meinung widersprechenden Gedankens schuldig gea macht hätten, sowie gegen die fortschreitende Entlassung von die Finanzlage". Ferner wendet sie sich dagegen, daß die RegieParteiangehörigen aus dem Staatsdienst unter Berufung auf rung die bestehende Krise auf Kosten der Massen lösen wolle und andererseits dem Kapitalismus und der Spekulation beiftehe. Die Partei billigt die Veröffentlichung des Grünbuchs, protestiert jedoch gegen die späte Eröffnung der Kammer( 16. Mai), Die Verfolgungen. Mailand, 3. März.( EP.) Die am Freitagabend in der Redattion des Avanti" abgehaltene Sigung des sozialdemokratischen Berteidigungsfomitees ift um 11 Uhr durch das Einc) eine wissenschaftliche, tünstlerische oder gebringen eines Rommissars mit einigen Karabinieri gestört worden. meinnüßige Tätigteit ausgeübt haben, die ihre Arbeits- Die Mitglieder des Romitees wurden einer persönlichen Untersuchung traft Jahre hindurch wesentlich in Anspruch genommen hat, oder unterzogen, worauf sich der Kommissar entfernte. Kurze Zeit darauf d) infolge geistiger oder förperlicher Gebrechen erschienen fascistische Miliz und Karabinieri und löfte ihren Lebensunterhalt durch Arbeit nicht erwerben konnten. Mer ohne eigenes Verschulden sich eine solche Versorgung noch die Gigung auf. Sie nahmen 13 Verhaftungen vor, darunter benicht gesichert hat, tann gleich behandelt werden, wenn er sich durch jahrelange Arbeit eine wirtschaftliche Stellung errungen hätte, in der ihm dies ohne Geldentwertung oder ohne sonstige Kriegsfolgen mög. lich gewesen wäre. Art und Umfang der Fürsorge sollen sich der Fürsorge für Sozialrertner angleichen. Die Loslösung der Rheinbahnen. landtommiffion ist Breaud zum Direttor der Regie der rheiParis, 3. März.( Eca.) In Berfolg des Defretes 149 der Rheinnischen Eisenbahnen ernannt worden. Ein Defret über die Befugnisse des neuen Direktors ist heute vormittag dem General Degoutte zugegangen. Herr Breaud wird vor Antritt feines Amtes mit dem belgischen Eisenbahnminister Fühlung nehmen. Er wird zu diesem Zwed Paris heute abend verlassen und sich nach Brüffel begeben. aris her Die Spielfarte als Banknote. Es dürfte wohl nur wenigen bekannt sein, daß die Banknoten denselben Ursprung haben, wie das Köln, 3. März.( TU.) Seit gestern werden von den FranNotgeld. Sie entstanden nämlich ebenfalls im Kriege aus Mangel 3ofen Fahrtarten ausgegeben. Die dafür verlangten Preise an Hartgeld. Im Jahre 1684 fehlte es den französischen Truppen find außerordentlich hrch, etwa 100 m. für den Kilometer 3. Klaffe. in Ranada an Geld. Der Intendant de Meulles mußte sich nicht anders zu helfen, als indem er„ Bons"( Gutscheine) auf Spiel- Koblenz, 3. März.( TU.) Aus Anlaß der Besetzung der Flaschen farten schrieb und sie zugunsten feiner 400 Mann ausgab. Die hälfe auf dem rechten Rheinufer sind die Eisenbahnstationen Bevölkerung nahm die Scheine willig, und später erkannte der Linz, Untel, Erpel, Caßbach, Ehrenbreitstein, Ballendar, Fahr- IrrRönig Ludwig XIV. deren Gültigkeit an. Er beeifte fich allerdings licht, Leurdorf und einige andere fleine Stationen der rechten Ufernicht, fie einzulösen, aber zuleht mußte er sich doch dazu entschließen. bahn befest worden. Der Nachfolger de Meulles' gab dann auch seinerseits wieder Gutscheine aus, die in Wirklichkeit Banknoten darstellen, und diese Operation murde noch bis 1760 fortgefeht. Inzwischen hatten einige Kaufleute aus Boſton, die in Queebec gewesen waren, 1690 dem Staate Massachussetts vorgeschlagen, feine öffentliche Schuld mit Bapiergelb zu bezahlen. Da die Buritaner feine Spielfarten hatten, benutzte man unbedruckte Rartons, bie einfach beschrieben wurden. Diese Scheine wurden später wieder eingezogen. Im XI. Konzert der Voltsbühne am 10. März, abends 7 Uhr, In der Garnisonfire wird der Dom or unter Leitung von Bro. feffor Hugo Ribel u. a. die große Balestrina- Messe( Missa assumpta est Maria) zum Vortrag bringen. Günther Stamin, Drganist an St. Thomae Leipzig, spielt Drgelwerle bon Bach und Reger. findet sich der frühere Deputierte und Verwaltungspräsident des " Avanti", Bazzi, ferner der Chefredakteur Pietra Nenni und ter Getretär Gerratis, Pietro Belli. Die Berhaftungen erfolgten auf Grund eines gestern im Avanti" erschienenen Artikels, worin die Berhaftung Serratis als ein trauriger politischer Racheakt bezeichnet wurde. In Novi- Modena find 13 Beamte der früheren Gemeindeverwaltung verhaftet worden, weil sie im Frühjahr 1921 eine Note Miliz bilden wollten. Hakenkreuzlereinbruch in Wien. Wien, 3. März.( Eigener Drahtbericht.) Heute nachmittag kam es anläßlich hatenkreuzlerischer Störungsversuche in einer Protestversammlung gegen die Judenheze, die vor dem Rathaus tagte, zu Tätlichkeiten, wobei einige Personen verlegt wurden. Die Hatenfreuzler zogen sodann zur Redaktion der Zeitung„ Der Tag" und drangen ein, trafen aber die Redakteure nicht an. Das Druderei personal stellte sich den Einbrechern entgegen und zwang fie 3 um Rüdzug. Polizei rüdte an und sicherte die Redaktion gegen weitere Ueberfälle. Vermittlung im Saarstreik? Saarbrüden, 8. März.( WIB.) Laut„ Neuen Saar- Kurier" haben die Fraktionen des E a arländischen Landrates an Bom Tank überfahren. bas internationale Arbeitsamt in Genf telegraphisch Bochum, 3. März.( WTB.) Ein französisches Banger. das Ersuchen gerichtet, im Bergarbeiterstreit eine Ber automobil tam heute mittag furz nach 12 Uhr in schneller Fahrt mittlung einzuleiten. Die Alberger Hütte in Brebach hat indurch die Unterführung am Effener Hauptbahnhof in der Richtung folge Kohlenmangels sich genötigt gesehen, der gesamten Belegschaft nach der Stadt und fuhr mitten in die menge, die sich an zu fündigen. Dadurch fällt auch die Gaslieferung für die Stadt fäßlich der Besetzung des Hauptbahnhofes dort angesammelt hatte. Saarbrücken endgültig aus. Das elektrische Licht versagt in der Drei Personen, ein Erwachsener und zwei Knaben, tamen Stabt schon seit vier Wochen.( Eine Bestätigung der Meldung bleibt unter den Roloß, vor dem die Menge schreiend auseinander abzuwarten. D. Red.) ftob. Bei der äußeren Untersuchung ergab sich vorläufig, daß der Erwachsene am ganzen Körper Schürfwunden hatte und daß der Gogolew, und fein Stellvertreter Blinow find im Amtszimmer Der sowjetukrainische Bolfskommissar für Post und Telegraphen, rechte Arm gebrochen war. Die beiden Schulknaben trugen Ber- des Kommiffars von einem Unbekannten ermordet worden. Der legungen am Schädel bzw. im Geficht davon. Wie schwer die Ber- Täter ist entflohen. Gewerkschaftsbewegung Kampf in der Metallindustrie. Der Konflikt im Holzgewerbe. Noch sind infolge des letzten Streits im Holzgewerbe nicht sämtliche Arbeitnehmer wieder eingestellt und schon droht der Ausbruch eines neuen Konflitis. Das VerhandlungsStelle. Don einigen Rednern wurde gefordert, unverzüglich in den brust die Vertreter der Arbeitgeber bei den heutigen BerhandStreit einzutreten. Da aber nach einer Mitteilung von Arm lungen sich bereiterklärt haben, am Montag nachmittag nochmals mit den Vertretern der Arbeiterschaft zu verhan Die Verhandlungen, die heute im Reichsarbeitsministerium ftatt. ergebnis vor dem Demobilmachungsomt, welches zum Abbruch des beln, beschloß die Versammlung auf Anraten Rochs, bie 2bDie Verhandlungen, die heute im Reichsarbeitsministerium ftatt- Streifs führte, befriedigte die Arbeitnehmer feineswegs. Jedoch ftimmung zu vertagen und das Ergebnis der am Montag stattfin gefunden haben, um die Löhne der Metallarbeiter der Teuerung an glaubten diese, daß bei dem nächsten Lohnabkommen eine bessere denden Berhandlung abzuwarten. zupassen, sind gescheitert. Die Unternehmer haben je de Lohn Einsicht bei den Arbeitgebern malten würde. Bis zum 24. Februar erhöhung abgelehnt. Die Unparteiischen haben nur die waren Tariflöhne mit 1097 m. an der Spike festgelegt. Somit Streichung der geleisteten Borschüsse in Borschlag gebracht, ftanden die Berliner Holzarbeiter, denen doch wahrlich die Qualifi Der Reichsangestelltentarif dem Scheitern nahe! was sowohl von den Arbeigebern wie den Arbeitnehmern abgelehnt fation als Arbeitskraft in ihrer Industrie nicht abgesprochen werden Nach achtmonatigen Verhandlungen sind am Freitag die Verworden ist. Bemerkenswert ist, daß die Unparteiischen sich dabei fonnte, in der Entlohnung zu anderen Industrien mit an lekter handlungen über den Reichstarif für die Angestellten der Reichsauf die Regierung berufen haben, die angeblich ange Der Deutsche Holzarbeiterverband stellte zum Abschluß verwaltungen zu einem vorläufigen Stillstand gekommen. In ordnet hat, daß im März teinerlei Lohnerhöhung vor eines neuen Lohnabtommens eine Ausgleichsforderung von 75 Broz. der Frage der Beibehaltung einer Tariffchiedestelle über die Ein genommen werden soll. Wir sind der Meinung, daß es sich hier nur mit der Makgabe auf, für weitere zwei Wochen einen Tarif zu gruppierungen, die fünftigen Berechnungen des Vergütungsdienstum ein Mißverständnis handeln kann. Wir halten es für aus: tätigen. Rund fieben Tage brauchten die Arbeitgeber, um über- alters und den Geltungsbereich wollten die Vertreter der Reichsgefaßt haben kann. Wir geben die obige Mitteilung wieder, damit haupt eine Antwort geben zu können und war diese im ablehnenden regierung die Angestelltenorganisationen vor eine erneute Ents Sinne, da noch in zwei Betrieben, anläßlich des lekten Streifs, fcheidung des Reichskabinetts stellen, obwohl diefes bereits anläẞdie Regierung Gelegenheit hat, Stellung dazu zu nehmen. Differenzen vorhanden waren. Daß mehrere Arbeitgeber die Mit- lich der Kündigung des bisherigen Tarifs zu dieser Frage Stellung Ueber das Verhalten der Unparteiischen wie der Arbeitgeber ist glieder des Holzarbeiterverbandes gemakren elt hatten, wurde genommen hat. Der Vorschlag der Organisationen, ein Schieds fein Wort weiter zu verlieren. Wenn man weiß, daß in Berlin von ihnen nicht erwähnt. wohl aber glaubten fie. alles daran fezen gericht vom Reichsarbeitsministerium einzuseßen, wurde zur Kennt gegenwärtig das Eristenzminimum für eine fünftöpfige Fazu müffen, einem ihrer Mitolieder zu untersagen, beffere Arbeits- nis genommen mit dem Bemerken, daß es auch hier zuerst einer milie 100 000 m pro Woche beträgt und daß der Spißgenlohn fräfte ihrer Leistung entsprechend zu entlohnen. Durch wiederholte Kabinettsentscheidung bedürfe. Die Organisationen fonnten dem in der Metallindustrie augenblicklich noch nicht zwei Drittel Bemühungen des Holzarbeiterverbandes gelang es, den lekten Stein nicht folgen und erklärten die Verhandlungen in den oben erdieses Existenzminimums beträgt, dann genügt es vollkommen, diese des Anstoßes zu beseitigen, um Verhandlungen zu ermöglichen, die wähnten Buntten für abgeschlossen, indem sie sich gleichzeitig volle Tatsache hier wiederzugeben, um die Stellungnahme der Arbeitgeber dann auch endlich am zweiten Freitaa, b. h. eine Woche nach dem Handlungsfreiheit vorbehielten. wie der Unparteiischen dem öffentlichen Urteil zu überlassen. Ablaufstermin des lehten Lohnabkommens stattfanden. So ist denn in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation durch die eigenartige Stellungnahme der Regierungsunterhändler ein bedeutsames Tarifwert dem Scheitern nahe gebracht. Die Arbeiterschaft der Metallindustrie und darüber hinaus ein immer größerer Kreis der Berliner Arbeiterschaft steht unmittel bar por schweren Kämpfen. Sie wird in diesen Kämpfen auf ihre erprobte Difaiplin, auf ihre Geschlossenheit und Einigteit zählen müssen. Sie wird alle Querulanten zum Schweigen bringen und den Beschlüssen der Organisation gemäß handeln. Terror und Preistreiberei. Wie das nanze Verhalten der Arbeitgeber fahen auch ihre Anaebote aus. 15 Broz. Lohnerhöhung im Durchschnitt für drei weitere Lohnwochen follten genügen, um die in der lekten Vertragsperiode eingetretene Preissteigerung auszugleichen.! Nach längeren ergebnisfofen Verhandlungen bequemten sich die Herren zu einem ultimativen Borschlag, der 20 Bros. für die erfte, weitere 10 Broz. für bie zmeite und meitere 10 Broz. für die dritte Lohnwoche vorsah, so dak die Berliner Holzarbeiter in der zweiten Märzlohnwoche glücklich einen Lohn in der Höhe für fich in Anspruch nehmen fofften, mie ihn das Gros ber Berliner Industrien bereits seit Mitte Februar hat. Bom Zentralverband der Fleischer wird uns geschrieben: Unter allen Umständen soll die Fleischversorgung Berlins leiden, haben die Kapitalproßen der Fleischwirtschaft beschlossen. Angefangen In dieser Situation tagte eine Funktionärversammlung bes vom Landbund, der seinen Mitgliedern empfahl, tein Bieh Holzarbeiterverbandes in Kliems eftfälen. Mit Entrüstung wiefen nach Berlin zu liefern, bis zu den En grosschlachtern, die Versammelten das provozierende Anaebot zurüd und brachten die den geftrigen Viehmart? im Bunde mit der Viehmarktdirektion zum Ausdrud, unbefümmert der zu bringenden Opfer vor einem gesprengt haben. Ohne den Dezernenten des Vieh- und Schlacht- erneuten Rampf nicht zuridzuschreden. Die Verwal. hofes in Kenntnis zu sehen, fab sich die Direktion veranlaßt, den hung wurde beauftrant, den lehten Schritt einer Berständigung bei profithungrigen Engrosfchlächtern zu Hilfe zu fommen. Und was einer unparteiischen Stelle zu imternehmen und von dem Ausgang war das Motiv? Die Furcht vor dem Preissturz Der erneuter Berhandlungen die Mitgliedschaft umgehend in Kenntnis geftrige Biehmarkt war besser mit Bieh aller Gattungen beschickt als zu fehen. bie Märkte seit Wochen. Die Folge wäre ein Rückgang der Breise gewesen. Seit dem vorigen Markt haben die Engrosfchlächter menig Fleisch abgegeben, da die Preise im Sinfen waren. Unter allen Um ftänden wird versucht, die Preise hochzuhalten, und da muß die AusSperrung herhalten. " Nur heute noch aushalten und fein Bieh taufen, dann haben mir gefiegt," fagte der Syndifus der Arbeitgeber in einer gestrigen Bersammlung. Und dieser Herr Dr. Schüß will zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Im Anschluß an obigen Ausspruch empfahl derselbe Herr die Arbeitnehmer auf dem Schlacht und Biehhof aus. zusperren. Die zwet Fliegen find alfo: hobe Fleischpreise, 8erschlagen der Arbeitnehmer organisation. Die Folge davon ist, daß nunmehr eine ernste Gefährdung der Fleischversorgung zu befürchten ist. Was sagt der Magistrat bazu, daß 1. die Interessen der Berliner Bevölkerung von einer fleinen Gruppe von Arbeitgebern mit Füßen getreten werden? 2. o tommen die Futtermittel her, die zur Durchfütterung des Biebes bis zum Mittwoch notwendig sind und deren Bestand nur auf lleber. ständer berechnet ist? 3. hat man für diese im Interesse der Er. nährung feine andere Verwendung? 4000 Ladenfleischereien Berlins werden in den nächsten Tagen ohne genügende Fleischpor. rate sein. Bei Barentnappheit fritt bekanntlich Erhöhung der Breise ein. Sieht der Magistrat und die Polizei diefem Treiben tatenlos zu, obwohl 5000 Schweine, 2000 Rinder, Taufende von Kälbern und Schafen auf dem Biehhof stehen? Der Kommandeur der Berliner Bolizei, Herr Oberst Raupis, gab die Anweisung heraus, daß die Käufer auf dem Biehmartt gegen jede Belästigung zu schüßen seien. Unter den Augen der Bolizeibeamten wurden die Käufer durch terroristische Mittel belästigt und durch tätliche Angriffe verhindert, Käufe zu tätigen. Bas sagt Herr Oberst Kaupisch dazu? Bas würde einem Streifpoften geschehen, der derartig vor. gehen würde? Immer flarer tritt das Ziel der Arbeitgeber hervor, das sie mit Immer flarer tritt das Ziel der Arbeitgeber hervor, das sie mit diefem von ihnen heraufbeschworenen Rampfe verfolgen. Die Dr. ganisation der Arbeitnehmer war ihnen schon lange ein Dorn im Auge. Die Arbeitnehmer sind durch nichts wankend zu machen. Sie fämpfen um ihr Recht, um ihren Lohn- und Manteltarif. Sie wer den diesen Kampf durchführen bis zum Ende. Um Beachtung des heutigen Inserats merden die Betriebsräte der Großabnehmer in Fleischwaren gebeten. Kaufmännische Angestellte der Fleischwarenindustrie. Die ausgesperrten und gelündigten Angestellten melden sich am Montag im Laufe des Tages im Streitbureau Böfers Festiäle, Weberstr. 17. Zentralverband der Angestellten. AEG. Rabelwerk Oberspree. Arbeiter und Angeftelte, die der BEPD. angehören, Dienstag nachmittag 3% Uhr in der Schule Rott. mener, de frischenstraße, wichtige Frattionsfigung. Partei- und Ge. wertschaftsbud legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Sentralverband der Angestellten, Sektionsleitungen der Metallindustrie. Seute vorm. 10 Uhr im Zweigbureau, Rommandantenstr. 63/64, Fortsetzung der Aussprache vom 2. März. Ausweis mitbringen. Zentralverband der Schuhmacher. Montag abend 7 Ubr außerordentliche Besirisverfammlungen der Schubmader finden in ben bekannten Lofalen statt. Dienstag Versammlung der Schäftemacher abends 6 Ubr Stopenider Str. 127a Donnerstag nachmittag 5% Uhr im Gaal 5 des Gewerkschaftshauses, Engel. ufer 24/25, Verlammlung der Betriebsräte und obleute der Echuhindustrie und des handwerks. Mögen die Berliner Holzindustrieffen sich des Ernstes der augenblidlichen Situation bewukt sein. Die Berliner Holzarbeiter werden sich mit diesen Bettelpfenninen nicht abspeifen lassen. Sie ver. langen Löhne, um die Existenz ihrer Angehörigen leidlich sicher schäftigten. Tagesordnung: Bericht und Stellungnahme zu den stattgefundenen zustellen. Streitbeschluß der Speichereiarbeiter. Verband der Buchbinder and Bapierverarbeiter. Montag nachmittag 5 Uhr im Großen Saal des Gemerffchaftsbaules wichtige Branchenversammlung aller in den reinen Buchbindereien. Geschäftsbuch- und Briefumschlagfabriten Be Lobuverhandlungen. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Filiale Groß- Berlin, B. Ber waltungsbezirk. Montag abend 6% br in der Aula ber Gemeindeschule, Tilsiter Straße 4/5. Bezirksverfammlung aller im 5. Berroaltungsbezirk ( Friedrichshain) mobnenden oder beschäftigten Rerbandsmitglieder. IV. Be airt( Prenzlauer Berg). Mittwod abenb 7 Ubr bei Klug, Berlin K., Dan siger Straße 71 Bezirksversammlung. de Monatsverlammutung ift Mittwoch 8% über in den Mabemischen Bierhallen Intereffenverband angestellter Zahnärzte.( AIA- Bund.) Die nächste ordent ( Dorotbeen, Ede barlottenstraße). Zentralverband der Angestellten. Chemischer Großbandel( außer Dele und Fette) öffentliche Berfammlung Dienstag 4% Uhr Neue Philharmonie, Röpettider Straße 96/97. Rach eingebenden Darlegungen der Verbandsvertreter fiber das negative Ergebnis der beim Temobilmachungsfommiffar statt gefundenen Perbandlung wurde das Verhalten der Pobnkommission von der geftrinen Vollversammlung einmitia gebilligt.& in. timmig wurde fohann der Streif befchloffen mit der Makaabe, die inawifben nen angebotenen Verbandlungen wahr zunehmen und die Verbandeleitung au beauftragen, den Reitpunkt des Eintritts in den Streif au bestimmen. Ferner foll am Montag früh in allen Betrieben eine bichlagzahlung 10 000 Mart, die fogleich aur Muszahlung au bringen ift. aefordert werden. Im Betriebe des Vorfißenden des Vereins Berliner miffionsfivung im Reichenberger Hof. Meichenberger Straße. Speichereibetriebe ist dieses Geld bereits zur Auszahlung gelangt. Streifgefahr in der Zigarettenindustrie. bon Deutscher Holzarbeiterverband, Berwaltungsstelle Berlin. Muffinftru falen, Hafenbelde. Tagesordnung: 1. Jabresbericht und Neuroabl der Branchen Tommiffion. 2. Stellungnabme zum Bau- und Verbandstag. 3. Vorschläge der Mandidaten aum Gau- und Rerbandstag. Dienstag abend 7 Uhr Kom mentenarbeiter! Branchenverfammlung Mittwoch nachm. 5 Uhr in Kliems Feft DUNLOP Gummibereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! In einer start überfüllten Versammlung der Arbeiter und Arbei rerinnen der Zigarettenindustrie am Sonnabend nachmittag in den " Sophienfälen" berichtete Roch über die Lohnverhandlungen mit den Vertretern der Arbeitgeber. Aus seinem Bericht ging hervor, daß alle Bemühungen, zu einer Einigung zu gelangen, erfolglos geblieben find. Der angerufene Schlichtungsausfchuß fölfte dann am 28. Ferbuar einen Spruch, nach dem die Löhne für die Zeit vom 22. Februar bis 15. März um 25 Broz. zu erhöhen find. Hiernach würden sich die Löhne für Arbeiterinnen auf etwa 31 000 bis 33 000 m., für Arbeiter auf rund 48 000 bis 52 000 Mart, und für besonders qualifizierte Arbeiter ctmas höher stellen. Bon den neuen Löhnen müssen die Vorschüsse, die der Arbeiterschaft schon gewährt worden find, zurridgezahlt werden.- Die Berhandfungstommiffion fei nach reiflicher Ueberlegung zur 2 blehnung diefes Spruches gekommen, der feinen Ausgleich der riesigen Teuerung gegenüber gewähre. Es bleibe nun der Versammlung überfaffen, sich für oder genen die Annahme zu entscheiden. Bon den Funktionären sei alles für einen Kampf der Arbeiterschaft vor= bereitet worden. Zur Stunde werde aber von Mitgliedern des Hauptvorstandes des Deutschen Tabatarbeiterverbandes noch einmal Berantwortlich für den redakt. Teil: Bletor Schiff, Berlin: für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: verhandelt. Die anschließende Diskussion zeiate eine große Miß- Borwärts- Budbrudevei u. Berlaasanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin, Lindenftr. 8 stimmung über das geringe Entgegenkommen der Arbeitgeber, und| Oierzu 2 Beilagen. Stoffe für Herren- u.Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf melerweise G. m. Koch& Seeland: b. H. Gertraudtenstraße 20-21 RUDOLPH HERTZOG BREITESTRASSE BERLIN C. BRUDERSTRASSE Schuhwaren zu außerordentlich günstigen Preisen Damen- Wildleder- Gitterspangenschuhe grou, mode a. schwarz, spitze, moderne Form Damen- Wildlederschuhe aller Art Einzelpaare Damen- Brokat- Salonschuhe Einzelpaare 39500.M 29500.M 22500.Damen- Lack- Abend- Spangenschuhe mit Gold- und 52500.Silber- Brokat- Einlage, verz. Absätze( Lack- Sandalet e u. einf. Spange] M Damen- Lack- Salon- Sandaletten u. Spangensch. In den verschiedensten Ausführungen Damen- Boxcalf u. Chevreaux- Schnürhalbsch. 46500.aller Ausführungen, Rahmenarbelt, moderne Formen Damen- Boxcalf u. Chevreaux- Schnür halbsch. Einzelpaare Herren- Boxcalf- u. 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Eine bürgerliche politische Partei, sie nenne sich wie sie wolle, wird niemals imstande sein, die mit unerhörter Wucht auf dem Tolle lasten- den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Nöte zu beseitigen. Nur eine denrokratifch-sozialistische Partei wie die unsere wird das können. Diese Erkenntnis holt die Menschen, ei�sn nach dem anderen, heran. Eine außerordentlich wirksame Art der Werbung war und ist' die von Mund zu Mund. Wer nur einigermaßen in die Welt der Demokratie und des Sozialismus eingedrungen ist, dem fällt es leicht, den Gegner zu widerlegen, ihn für die Partei zu gewinnen. Eine ganz große Fähigkeit in der Werbung von Mensch zu Mensch im kleinen Kreise besitzen die Frauen. Wenn erst einmal eine Frau— man erlebt das immer wieder mit Freude und Bewunderung— von der Kraft der demokratisch-sozialistischen Ideen durchdrungen ist. wenn, wie es so oft vorkommt, ihrem empfänglichen Gemüt die großartigen Perspektiven blitzartig auf- gegangen sind, dann bildet sie für die Partei eine Werbekvast ersten Ranges. Zusammensetzung. Die Sozialdemokratie ist heute die Partei aller wirklich arbeiten- den und schaffenden Kräfte. Dazu gehören natürlich außer den n-erkkaligeu ZNännern auch die Beamten, die Angestellten und auch die freien künstlerischen und akademischen Berufe. Der 9. November hat gerade den Unterbcamten die Befreiung von einem— die alten Jahrgänge des„Vorwärts" beweisen das— kaum noch zu ertragenden Joch der Bevormundung, der Bespitzelnng und der Unterdrückung gebracht. Und während ein großer Teil der Beamten scheinbar unrettbar in den Netzen, der nationalistischen Parteien verstrickt bleibt, hoben die entschiedenen und kraftvollen Elemente, die klaren und weitfehenden Köpfe den Weg zu unserer Partei gefunden und helfen hier, der so dringend notwendigen Ein- gliederung des Beamten in den Volksstaat den Weg bereiten. Volks- lchullehrer, Rektoren, Lehrer höherer Lehranstalten, Direktoren, Universitätslehrer und Geistliche sind heute in der Partei und arbei- ten in Reih und Glied. Dazu kommen viele Frauen und viele Jugendliche. Der Aufbau der Partei ist'verhältnismäßig ein- fach. Aus den in Unterbezirke eingeteilten Abteilungen bilden sich die Kreise und aus diesen wieder die Bezirke, von denen es gemäß der Einteilung Groß-Berllns zwanzig gibt. Die großen Bezirks- organifationen Retzen sich teils nach der provinziellen Einteilung Preußens, teils nach deutschen Latzdesteilen und teils nach der Wohn- dichtigkeit zusammen. Neben der horizontalen Schichtung von unten nach oben weist die Parteiorganisation auch eine vertikale auf. d. h. ein« nebeneinander gelagerte Schichtung aller in der Partei pro- duktio stehenden Kräfte. Diese Lagerung findet ihren vollendeten Ausdruck in den Bezirken. Die Vermalkung der Bezirke wird durch einen Bezirkssckrejjir und einen Kassierer mit verhältnismäßig geringen Hilfskräften ausgefüllt. Die Urzelie. Das Fundament der Partei sind die einzelnen Abteilungen. In den Abteilungen finden sich die ganzen innerhalb eines abgegrenzten Ortsteiles vorhandenen politischen Kräfte zusammen. Di« Abieilirng wiederum ruht keineswegs auf den wenigen im Vorstand befind- lichen Personen allein, obwohl die Persönlichkeiten, die im Vor- stand sitzen, für den Geist, der in der Abteilung herrscht, ousschlag- gebend sind. Aber in den Aeiten schwerster politischer Unterdrückung und Bedrängung stellte es sich als unmöglich heraus, daß der Vor- stand allein imstande war, in der Gesamtzahl der Mitglieder auch den einzelnen zu erfassen, zu beobachten und zur Mitarbeit an, zu- spornen. Es mußte also ein« weikere Gruppe verantwortlicher Mit- orbeiter geschaffen werden, unter deren Führung sich die kleinste Einheit der Abteilungsmitglieder stellte. Und das waren die Be- zirkssührer oder Bezlrkskafsierer. Ein Vorstand in einer Abteilung, der sich nicht auf seine Bezirkssührer hätte verlassen können, wäre verloren gewesen. Mit Recht heißt es deshalb auch heute noch in den Richtlinien für die Funktionäre:„Das Amt des Vezlrkssührers Ist der wichtigste Posten in der Parkeiorgamsation." Er war es früher und ist es auch heut« noch. Deshalb wurden und werden zu diesen Posten nur die in der Parteiarbeit gereiften und erfahrenen Genosien herangezogen, denn es sind nicht nur Ehren-, sondern Vertrauensposten. Wie wichtig war, um nur eine ihrer vielen Funktionen anzuführen, die richtige Verteilung der Flug- Die stille Staöt. blätter. Wenn am Sonntag morgen die Leute ihre Korridortür öffneten, dann fanden sie, ohne daß sie wußten, wer es gebracht hatte, eine Einladung zu einer großen Protestverjammlung gegen Brot- und Fleischverteuerung, gegen Polizeiwillkür und Junker- frechheit. Am Abend vorher oder auch am frühen Morgen des Sonntags uxtr der Bezirksführer mit seinem Helferstab zusammen- getreten, hatte die Flugblätter verteilt, die Häuser bezeichnet und die Arbeit war vor sich gegangen. Und wenn dann in der nächsten Abteilungsverfammlung ein Mitglied aufstand und sein Befremden darüber ausdrückte, daß er an dem Flugblattsonntag, der ihm natürlich wohlbekannt war, in seinem Briefkasten kein Flugblatt ge- funden hatte, dann langte der Blick des Vorsitzenden zu dem be- treffenden Bezirksführer hinüber, und der wieder suchte seinen Mann, der ihm verantwortlich war und Rede stehen mußte. Aus diese Weise wurde innerhalb der Partei ein Zusammenhang erreicht, wie in keiner anderen politifchcn Kampsorganisation. Da nun aber all diese Männer und Frauen, die Borstandsmitglieder, die Aus- schuh- und Kommissionsmitglieder, die Revisoren und die Bezirks- führer nicht nur Funktionäre der Partei find, sondern jeder auch noch gewerkschaftlich und genosfenschaftlich organisiert ist, da ferner nicht wenige auch noch den Arbeitersport-, Gesang- und Turn- vereinen angehören, und die Frauen besonders in der Arbeiter- wohlfohrts-, in der proletarischen Kultur-, Kunst- und Bildungs- arbeit stehen, so ist in der Tat die einzelne Abteilung ein Brenn- punkt, in dem sich die jeweils in einem Wohnviertel vorhandenen politisch geistigen Kräfte sammeln. Bürgerliche Politiker, die das lesen und hären, könnten auf den Gedanken kommen, eine solche Or- ganisation nachzuahmen. Selbst wenn es ihnen gelänge, eine An- zahl Personen zu finden, die bereit wären, die Arbeit und Opfer- frendigkeit aufzubringen, die bei den Bezirksführern und Abteilungs- vorständen herrscht, so muß ihnen eines immer und immer wieder fehlen, nämlich der unbedingte und untrügliche Glaube, einer Sache zu dienen, der die Zukunft sicher ist. Organisierte Kulturarbeit. Eine wichtige Seite der Parteiarbeit ist auch die Pflege des BiK-ungswefens. Es ist eine vollkommen falsche, allerdings gs- flisfentlich verbreitet« Behauptung unserer Gegner, wenn sie meinen, daß unsere Bildungsfrogen nur durch die Porteibrille gesehen wer- den. Selbstverständlich ist es Aufgabe eines Teiles des Bildungs- programmes, in die Welt des Sozialismus einzuführen und diese Fragen zu vertiefen. Aber ein anderer sehr wichtiger Ten befaßt sich mit der Pflege de« reinen Gemütswerte und macht die Mit- glieder mit den ausgezeichnetsten Werkender Kunst bekannt. Eine Sonderausgabe in der Partei, die Organisierung und Jnteressierung der Frauen hat das Frauenfekrelariot zu erfüllen.' Die durch die Elternbeiräte erwachsende Notwendigkeit der Beschäftigung mit Echulfragen hat zur Bildung des Zentraiarbeitsausschusfes der v SPD.-Elternbeiräte Groß-Berlins gekührt. Um der Förderung des körperlichen, geistigen und sittlichen Wohles der Arbeiterkinder zu dienen, hat sich eine Ortsstelle für Sinderwohl gebildet, ein groß- zügig angelegter Versuch kulturpolitisch-pädagogischer Selbsthilfe, der in Zukunft noch weit mehr als heute der heranwachsenden Ar- beiterjugend ein Feld schönster Betätigung bieten wird. Das Herr- lichste Geschenk, nämlich-die Freiheit, hat der 9. November der organisierten Arbeiterjugend gebracht, nachdem sie vorher durch die erbärmlichsten Schikanen der preußischen Verwaltung und Polizei niedergedrückt worden war. Es ist nicht oerwunderlich, daß der verein sozialistischer Arbeiterjugend, der die heranblühende Jugend umfaßt, einen ungeahnten Aufschwung genommen hat. Die Jung- sozialisten«rfosien jene Kreise, die sich im Bürgertum zur sog. Jugend- bewegung rechnen, und sich hier eingehend und tief mit der Er- örterung wichtiger Probleme beschäftigen, die im Grund« genommen immer der Klarstellung dienen, inwieweit es in einem sozialistischen Gemeinwesen möglich ist, daß sich auch die Persönlichkeit Geltung verschafft und nicht durch die Masse unterdrückt wird. » Der Fernstehende mag vielleicht oermutet haben, daß die Partei eine Niesknkörperschaft für nüchternste, verstandesmäßige, propagcm. distische und politisch-parlamentarische Tätigkeit ist und wird aus diesem Wenigen schon ersehen, daß sie weit mehr umfaßt, als ihr Name schlechthin besagt. Zu ihr gehören die Tüchtigen und Zukunsts- reichen. Daß es auch in Zukunft so bleiben wird, dafür sprechen heute, trotz der Zeiten Ungunst, all« Anzeichen. Wenn in London„Wochenende" einsetzt, alle Bureaus sich leeren und die vielen Taufende von Angestellten nach der nächsten Unter-, grundbahn laufen, der naheckTube, auf die Omnibusse springen und in die Tram Hetzen, wenn alle Engroshüuscr geschlossen sind und die Banken den Betrieb eingestellt haben, ist das große London eine tote Stadt und ein schlafettder Riese, der erst wieder am Montagmorgen erwacht, wenn der riesige Strom neuen Lebens und neuer Arbeit sich flutend und brausend in die Straßen und Gassen der City wälzt. Nicht ganz so kraß, so unvermittelt ist in Berlin der Ueber- gang von der Arbeit zur Ruhe, vom Werktag zum Feiertag. Aber an den Sonntagvormittagen ist auch Berlin eine stille Stadt, und ein Gang durch die Straßen ist nicht ohne Reiz und regt zu mancherlei Betrachtungen an. Die Straßenbahnwagen, die über den Potsdamer Platz durch die Leipziger Straße nach dem Spittel- markt fahren, erscheinen so überflüssig, leer, und wie lustlos rollen sie durch die Straßen, und Fahrer sowohl wie Schaffner haben Zeit, die stille Stadt zu betrachten. Wer Berlin an einem Sonntagvor- mitlag zum erstenmal gesehen, kann nicht glauben, daß sich hier an Wochentagen ein Strom von Menschen wälzt in Arbelt und Kummer und Sorgen um ein armseliges Stückchen Leben. Bon den Türmen aller Kirchen läuten die Glocken und locken die Menschen in ihre Hallen, aber wenn man-sich in der Nähe der Kirchen wartend aufstellt, erkennt man bald, daß dem Ruf nur wenige folgen. Der schwer arbeitende Großstadtmensch braucht am Sonntag die Ruhe und das Auf-sich-selbst-besinnen in seiner Wohnung und verspürt keine Neigung, auf die Straße zu gehen, aus die ihn Tag für Tag der Beruf und die Arbeit unbarmherzig treiben. Unter den Linden und im oberen Teil der Friedrichstroße sieht man am Sonntagvor, mittag Studenten in bunten Kappen und mit bunten Bänder.«— die reinste bunte Wiese— paradieren und den traditionellen Bummel vor dem althergebrachten Frühschoppen machen. Am Alltag, wenn der volle Strom des Lebens der Arbeit quillt und quirlt, fallen sie im Bild der Straße nicht auf, und die meisten Menschen haben auch keine Zeit, sich näher mit ihnen zu beschäftigen. Nur am Sonntag und in der stillen Stadt blickt man mit hilflosem Erstaunen auf die jungen Menschen mit den vielfarbigen Kappen, die übriggeblieben j zu sein scheinen aus eiydr längst vergangenen und löngst-vüber» I wundenen Zelt. Sie sind wie ein warnendes Zeichen, das künden will: wiegt euch nicht in Sicherheit, noch immer lebt die Reaktion und ist wach auf allen Wegen. Im Tiergarten galoppiert auf stolzen Rosien die„vornehme" Welt beiderlei Geschlechts, und in der Stille des Sonntagvormittags hat der gewöhnliche Mensch Zeit, B«, trachtungen darüber anzustellen, wie groß noch immer die Zahl der lieben Mitbürger ist, die diesen heut« so teuren Sport betreiben können, in den feinsten Kostümen, wo ein einziges winziges Stückchen Preßkohle über 199 Mark kostet, für ein Paar Stieftt 69 999 Mark und für«inen simplen Anzug, den man braucht, um die Blöße zu bedecken, 399 999 Mark gefordert werden. Und dann mag man nicht weiter durch die stA« Stadt wandern. man sehnt sich zurück noch dem Akkord der Arbeit und der brennen» den Musik der hastenden Tätigkeit des Alltags, in der man diese aus- reizenden Kontrast« kaum wahrnimmt und in der man das larmoyante Bim-Bam der Kirchenglockcn nicht hört. So ganz besonders klar erkennt man dann den Segen der Arbeit, die die Welt erhält, man bedauert die Drohnen und Müßiggänger, die nichts von Erholung wissen können, weil sie die Arbeit nicht achten, und man weih, daß die stille Stadt eine häßliche Stadt ist. Die Ruhr-Musiker im Reichstag. Die Orchesterfahrt der städtischen Musiker aus Essen, Bochum und Dortmund begann am gestrigen Abend mit einem großen Empfang im Plenarsitzungssaal des Reickzstages. Der große Raum, bis hoch auf die Tribünen hinauf gefüllt, bot einen festlichen Anblick. Bon den Reichsministcrn waren anwesend Dr. Becker, Oejer, Groener und Dr. Luther Die preußischen Ministerien hatten Dr. v. Richter, Hirtstefer und Dr. Boelltz entsandt. Den Reichstag vertrat Reichstogspräsident Genosse Lücke und den Landtag Landtvgspräsi- dent Genosse Leinert. Die künstlerische Anordnung des Abends war vom Reichskunftwart Dr. Redslob getroffen worden. Eröffnet wurde die Feier mit dem Streichquartett ill-Moll von Beethoven, von dem Klingler-Quartett dargebracht. Darauf nahm Reichsminister des lRachdruck verboten. De, Malil-Derlag, Berlin.) Drei Soldakeru 52] Von lohn dos Pasios. Au« dem amerikanilchen Manuslrlpt übersetzt von Zuliau Sump er». Eine schrille, gebrochene Stimme sang in sein Ohr: „Ist ein Mädchen im Herzen von Maryland, Es ist das Mädchen mein.. John Andrews öffnete die Augen. Es war ganz dunkel. Nur eine Reihe schiefer, gelber Fenster glänzt« hell. Ein Himmel voller Sterne stand dunkel dahinter. Sein Vewußtsern wurde plötzlich ganz wach. Er begann sich lstechenschast über das, was vorgegangen war, abzulegen, eilig und erschreckt. Er wandbe den Kopf ein wenig. In der Dunkelheit konnte er die Gestalt eines Mannes erkennen, der flach neben ihm aus- gestreckt lag und der seinen Kopf seltsam von einer Seite auf die andere bewegte und aus voller Lungenkraft mit schriller, gebrochener Stimme sang. In diesem Augenblick bemerkte Andrews auch, daß der Geruch von Karbol überwältigend stark war, und daß er den ihm so vertrauten Geruch von Blut und schweißigen Kleidern übertäubte. Er bewegte die Schul- tern so. daß er die beiden Griff« der Krankenbahre fühlen konnte, dann schaute er wieder hinauf zu den drei hellen, gelben Fenstern, die eines neben dem anderen in die Dunkel- heit hineinragten. Natürlich, es waren die Fenster irgend» eines Hauses in der Nähe. Er bewegte die Arm« ein wenig. Sie waren wie Blei, doch unverletzt. Dann bemerkte er, daß seine Beine wie Feuer brannten. Er versuchte sie zu bewegen, doch es wurde ihm wieder schwarz vor den Augen in Plötz- lichem SchiMrz. Die Stimme gellte ihm immer noch in die Ohren: „Ist ein Mädchen im Herzen von Maryland, Es ist das Mädchen mein..' Man konnte jetzt auch eine andere Stimme hören, sanfter. die zärtlich und ruhig sprach:„Un' er sagte, man würde mich ganz hinunter in den Süden bringen, da sei ein kleines Haus am Strand, so warm un' so ruhig.." Der Gesang des Mannes neben ihm wurde zu einem ganz tonlosen Krächzen, wie ein Phonograph, der abgelaufen ist: „Und Maryland ward Feenland..." Als sie sprach, will bei» Mädchen sein.* Eine andere Stimme setzte plötzlich stöhnend ein und er- goß sich dann in verworrenen Flüchen. Die ganze Zeit über sprach die sanfte Stimme weiter. Andrews strengte sich an, sie zu' hören. Sie besänftigte seinen Schmerz, als ob irgendein kühlendes, wohlriechendes Oel über seinen Körper gegossen werde. „Un' da wird sein ein Garten voller Blumen, Rosen und Rosenbüschen dort unten, ganz im Süden, und es wird so warm und so ruhig sein, und die Sonne wird den ganzen Tag scheinen, und der Himmel wird so blau sein..' Andrews fühlte, daß seine Lippen die Worte wiederholten, wie Lippen, die ein Gebet nachsprechen: „Uifl es wird so warm und ruhig sein, ganz still und ohne irgendeinen Lärm. Un' der Garten wird voller Rosen sein, un'.. Doch die anderen Stimmen fielen ein und ertränkten diese sanfte Stimme im Stöhnen und in abgerissenen, winseln- den Flüchen. „Un' er sagte, ich würde in dem Gartenhaus sitzen, und die Sonne werde so ruhig und sch warm sein, un' der Garten so schön duften, un' der Strand werde ganz weiß sein, un' die See.. Andrews fühlte»seinen Kopf plötzlich in die Lust steigen und dann auch die Füße. Gr schwang sich hinaus aus der Dunkelheit in einen hellen, glänzenden Korridor. Seine Beine pochten vor stechendem Schmerz. Das Gesicht eines Mannes mit einer Zigarette im Munde erschien neben dem seinen. Ein« Hand fummelte an seinem Halse, herum, wo die Er- kennungsmarke war. und er las:„Andrews, 1 432 286". Doch er horchte auf die Stimme draußen im Dunkeln hinter ihm, di« in krächzenden, delirierenden Tönen schrie: „Ist ein Mädchen im Herzy, von Maryland, Es ist das Mädchen mein..." Dann entdeckte er, daß er selbst laut stöhnte. Sein Bs- wußtsein erfüllte sich ganz mit dem seltsamen Rhythmus seines Stöhnens. Die einzigen Teile seines Körpers, die überhaupt noch existterten, waren seine Beine, und irgend etwas- in feiner Kehle, das stöhnte und stöhnte. Weiße Gestalten hockten um ihn. Er sah die behaarten Unterarme eines Mannes in Hemdsärmeln. Lichter flammten auf und erloschen. Seltsame Gerüche drangen in feine Nase und zirkulierten durch seinen ganzen Körper, doch nichts tonnte seine Austnerksamkeit von dem Singsang seines Stöhnens ablenken. Regen fiel ihm ins Gesicht. Er bewegte seinen Kopf von einer Sette auf die andere. Sein Mund war trocken wie Leder.' Er streckte die Zunge aus und versuchte den Regen mit ihr aufzufangen. Unsanft wurde er aus der Bahre hin und her geschleudert. Er erhob den Kopf vorsichtig und fühlte eine ungeheure' Freude, daß er den Kopf noch heben konnte. „Halt' den Kopf unten", bellte eine Stimme neben ihm. Er hatte den Rücken eines Mannes in einem glitzernden, nassen Regenmantel an dem einen Ende der Bahre gesehen.«Gebt doch auf mein Bein acht", stöhnte er winselnd immer und immer wieder, wie er selbst bemerkte. Plötzlich fühlte er einen Ruck, und er fand sich selbst, auf eine hölzerne Decke schauend, von der die weiße Lackfarbe sich abgeschabt hatte. Er roch Karbol und konnte das Stoßen einer Lokomotive fühlen. Er begann zurückzudenken. Wie lange war es her, daß er sich die kleinen Frösche angeschaut hatte? Ein lebendiges Bild der Pfütze mit ihrem teigfarbenen Wasser und den kleinen, drei- eckigen Köpfen der Frösche kam ihm ins Bewußtsein. Es er- schien ihm so lange her, wie die Erinnerungen der Kindheit. Sein ganzes Leben vorher war nicht so lang, wie die Zeit, die vergangen war, seit der Wagen sich in Bewegung gesetzt hatte und fein Körper in der Bahre hin und her schwankte. Der Schmerz in seinem Bein wurde schlimmer und schlimmer. Es schien ihm, als ob sein übriger Körper einschrumpfe. Unter ihm schrie eine krächzende Stimme bei jedem Stoß des Am- bulanzwagens. Er kämpfte gegen den Wunsch, zu stöhnen, doch zuletzt gab er nach und lag da, verloren in dem mono- tonen Singsang seines Stöhnens. Der Regen war stir einen Augenblick wieder in seinem Gesicht. Dann wurde sein Körper aufgehoben. Eine Reihe Häuser und rötlich-brauner Bäume und Schornsteine, die gegen einen bleiernen Himmel standen, schwangen sich plötzlich in sein Blickfeld, wurden jedoch gleich darauf von einer Decke und einem Treppenaufgang ersetzt. Andrews stöhnte immer noch schwach. Er starrte in das Gesicht des Mannes, der das untere Ende der Bahre trug. Es war ein weißes Gesicht mit Blattern um den Mund und gutmütig dummen, wässerig. blauen Augen. Andrews sah in die Augen des Mannes und versuchte zu lächelet, doch der Mann, der die Bahre trug, sah ihn nicht an. �.... (Fortsetzung folgt.) 0 # Innern Defer das Wort zu einer Begrüßungsansprache, in ber er mit besonders herzlichen Worten die rheinischen. Musiker und ihre Dirigenten Rudolf Schulz Dornburg- Bochum, Wilhelm Gieben Dortmund und Mar Fiedler Essen willkommen hieß, Dann nahm Kultusminister Dr. Boelig das Wort und wies darauf hin, daß es preußische Provinzen sind, die jest hartnädig und zäh im Kampf gegen die Bajonette stehen. Nirgends im ganzen deutschen Baterlande haben mir eine so innige Berflechtung von Arbeit und Kunst wie im Rheinland. Als letter Redner sprach für die rheinischmestfälischen Heimatsverbände in Berlin der Präsident des Reichsversicherungsamtes Dr. Kaufmann. Schließlich ergriff noch als Bertreter der rheinischen Künstler War Fiedler Essen das Wert. Benn Sie, so jagte er, die Musiler hierher nach Berlin geholt haben, so sagt uns das, daß Sie erkennen, welche Bedeutung die Kunst bei uns hat. Was tun die Menschen in unserem Land, die von den Bajonetten bedroht werden, in ihrer seelischen Bedrückung? Sie gehen in die Konzerte und lassen sich Bruckner und Beethoven vorspielen. Daran erhalten sie sich aufrecht. Tausende von Menschen kommen zu uns. Wir müssen immer wieder aufs neue Veranstaltungen geben. Und wir erleben immer wieder mit Stauren und Bewunderung, daß für alle diese die Musit nicht nur Modefache ist, sondern daß sie einzig und allein um der Mufif willen fommen. Wir gehen aus unseren großen Städten nicht in noch größere, sondern in die kleinen und feinsten Orte, weil wir meinen, daß wir als Künstler dazu da find, diefen Menschen all das zu geben, was ihnen weiterhelfen soll. ( Starter Beifall.) hier bildet sich Gemeinschaft, bier fann man von Bolt reden. Und der große Traum unferes größien Mufiters scheint mitunter der Erfüllung nahe: Alle Men fen werden Brüder. Wir fühlen, daß, als Sie uns riefen, auch Sie bereit jein werden, in diesem Geifte mit uns zu geben." Anhaltender Beifall belohnte ben jungen Musiker für das aus unmittelbaren Tiefen tommende fünstlerisch- kulturelle Befenntnis einer neu aufsteigenden jungen Generation. Sum Schluß fang Frau Eva Bruhn Gffen mit schönem können und tiefem Gefühl die Allmacht von Schubert. H Betruges nicht befiraft merben fönnte, da Fräulein B. bas so leicht ben Hauptteil der Warenhamsterer bar, wenn die Mart fiel. Dazu hin einer Straßenbekanntschaft gegebene Heiratsverspreden nicht tommt, daß niemand weiß, wann de erwartete Preisrückschlag sich hätte ernst nehmen dürfen. Das Gericht folgte blefen Ausführungen noch stärter fühlbar macht als jetzt, so daß es gar nicht lohnt, in ge und verurteilte Grün nur wegen Diebstahls zu neun Monaten wohnter Weise auf Borrat zu laufen. Gefängnis, wobei es betonte, daß die Privatsekretärin durch ihre Beichtgläubigkeit dem Schwindler den Raub allzu leicht gemacht hätte. Der Milliardenraub im Orient- Expreß. Jehn Millionen Freilaffungsfaution. Die breite Masse der Bevölkerung aber spürt von dem Rückgang der Breise nichts. Das liegt hauptsächlich an zwei Gründen. Die Entwertung des Lohnes war noch vor turzem so groß, das Eristenzminimum bei weitesten Bevölkerungsfreifen derart unterschritten, daß man lange Zeit den Konsum auf das alleräußerste einschränkte. Die Lohnerhöhungen aber find noch längst nicht aus reichend, um die Kluft zwischen Warenpreisen und Löhnen auszu Die fürzlich in Berlin erfolgte Verhaftung des Italieners gleichen. Biele Breise von Waren und von Leistungen, fo u. a. die Mario Aimeretti, eines Schlafwagenkontrolleurs im Ronftanti- für den großstädtischen Arbeiter wichtigsten Verkehrstarife, Gas, nopel- Baris- Expreß, der unter dem Berdacht steht, im Januar Waffer, Elektrizität, Mieten steigen noch anhaltenb. Das Ergebnis dieses Jahres einen Pariser Juwelier im Simplon Tunnel ist: die Mehrzahl der Bevölkerung ist faufunfähig für alles, 44 Batete zu je drei Kilo achtzehnfarätigen Goldes bei was über den dringendsten Lebensbedarf hinausgeht. ber Revision" des Schlafwagens entwendet zu haben, hat zu einer Die Gefahr der Arbeitsstredung und Arbeitslosigkeit fehr fomplizierten, internationalen Rechtsfrage geführt. Da der ergreift infolge des Abfahrüdganges immer weitere Berufsgruppen. Diebstahl im Simplon- Tunnel verübt worden ist, so ist es strittig, Es gibt ernsthafte Wirtschaftspolitiker, die das unnatürlich finden, ob die Tat in der Schweiz oder auf italienischem Boden ausgeführt da ja in Wirklichkeit feine leber, sondern eine unterproduktion worden ist und welche Behörde den Auslieferungsantrag zu stellen herrsche. Diese Meinung ist irrig. Sie geht von der falschen Bor hat. Ferner aber ist es auch zweifelhaft, ob einem Auslieferungsstellung aus, als fönnte Abfahmanget naturgemäß erst eintreten, begehren stattgegeben werden kann, da es sich um einen einfachen menn alle, Kaufluftigen versorgt sind. Das trifft nicht zu und traf Diebstahl handelt. Aimeretti hatte sich nach Berübung des Raubes auch nie zu. Die lehte russische Abfahtrise z. B. trat ein zu einer nach Deutschland begeben und war hie: als großer Mann aufge: 3eit, wo breiteste Massen Hunger litten. In Zeiten der größten treten. In Stettin hatte er in einem ersten Hotel unter dem Ueberproduktion" an großen Wohnungen gab es immer viele Namen eines Engländers Lawson auf großem Fuße gelebt und Tausende, die sich mit den übelften Wohnhöhlen zufrieden geben war im eigenen Auto herumgefahren. Bei seiner Berhaftung mußten. Die tapitalistische Wirtschaft versagt eben nicht erst dann, wurden ihn noch Millionenwerte abgenommen, während über den wenn aller Bedarf befriedigt ist, sondern schon dann, wenn troz größten Teil der Beute fein Aufschluß zu erlangen war. Für dringenden Bedarfes eine Nachfrage nicht entstehen fann, weil es den Berhafteten hatte der Berteidiger die affentiaffung den Kauftuftigen an Raufkraft fehlt. Dieser Zustand ist aber, soweit beantragt, da nicht fefiftehe, wo der Diebstahl begangen fei. Das er die Arbeiterschaft und die noch schlechter gestellten Kleinrentner Beridt hat diesem Antrage gestern, nach interlegung von angeht, fchon lange vorhanden. Die fünftliche Anpeitschung 10 Millionen Mart Raution, ftatigegeben. des Absages durch die Balutaverschlechterung, das Auftreten der dünnen Oberschicht von Reichen, die Anstachelung des Exportes haben oft genug darüber hinmeggetäuscht. Jegt, wo die Nuznießer der Die Veranstaltung des Aftionsausfchuffes Rie wieder Krieg Gelbentwertung als Käufer ausscheiden und auch das Ausland zurüd. findet beute Sonntag bormittag 11 Uhr in liems Festfalen haltender wird, trilt die Lähmung der Kauffraft der breiten Massen borff für Berständigung" statt. in her Safen beibe mit dem Motto„ Gegen Foch und Quden am Barenmaskt verschärft in Erscheinung. Sprechen werden Frande, Es wäre denkbar verfehlt, wenn man die Absatzkrise, die sich Duibbe, die Abgg. Rabold und Ruschte, Dr. Schützinger, Leubericht zu nähern scheint, auf die Ruhrbefehung zurückführen Bochum, Karl v. Ossiegli und Karl Better. wollte. Gewiß wird die Wirtschaftslage durch die Ruhrbesetzung perschärft. Bar wir aber jetzt erleben, ist durch die verfehlte Politik der Geldentwertung verursacht worden; die Geldentwertung, die Schaf fung fünftlicher Rauftraft durch Noten hat in die gesamte Wirtschaft ungefunde Elemente hineingebracht. Sie begann bereits mitten im Kriege, sie hat sich später unter dem Druck des Versailler Diktats verschärft. Eine Reinigung der Wirtschaft von diesen unge. funden Elementen aber ist nicht denkbar ohne vorübergehende Störungen am Barenmarti Nie wieder Krieg! Liter, für nach Berlin eingeführte Magermilch 280 m. je Biter. Die A- Milchlarten werden wie bisher mit Liter, die C- Milchfarten sowie die Starten für werdende Mütter( E- Karten) wie bisher mit je einem halben Liter Bollmilch beliefert. 3a Bernan vollentet heute, der Parteigenoffe Stabtverordneter udwig Werner fein 70. Lebensjahr. Bereits unter dem Sozialistengefeh war Werner für die Bariei eifrig tätig. Seit 1882 iter if eingeschriebenes Mitglied. Dem lieben Alten, der sich in verdient gemacht hat, möge es pergönnt sein, noch recht lange in früheren Jahren viel um die mühenolle Agitation auf dem Lande Gesundheit unter uns zu meilen. Die Devisenanleihe des Reiches.. Weber bie endgültige Gestaltung der Devisenanleihe des Reiches wird amtlich mitgeteilt: Höhere Wohnungsbauabgabe für Berlin. Der Magistrat forbert statt 50% Zuschlag: 725%. Den Berliner Stadtverordneten geht eine Magistratsporiage 3u, die unter Hinweis auf die Notwendigkeit weiterer Förderung des Wohnungsbaues durch Gewährung von Bautostenbeihilfen eine starle Erhöhung des für die Gemeinde zu er hebenden Sonderzuschlages der Wohnungsbauabgabe beantragt. Nach den Darlegungen einer im Dezember Die Milchpreise für das Gebiet der Stadtgemeinde Berlin wer. verfaßten Dentschrift des Berliner Städtebaudirettors, die der Borden, wie fdjon turz mitgeteilt, mit Wirkung vom Montag, den lage als der Begründung beigegeben ist, wäre schon bei der da. 5. März, ab wie folgt festgesetzt: Für Bollmilch 672. je maligen Puutostenhöhe eine Wohnungsbauabgabe von 5000 Prez. erforderlich gewefen. Da seitdem infolge weiterer Geldentwertung bie Baukosten einer Kleinwohnung von damals acht Millionen Mart auf jegt 20 Millionen Mart gestiegen find, hat der Registrat geglaubt, auf die Neufestlegung der Woh nungsbauabgabe durch den Reichstag nicht warten zu follen. Seinen im Februar gefaßten Beschluß, für Berlin als Sondere auschlag zur legigen Wohnungsbauabgabe 725 Prozent( gegen bisher 50 Broz.) und zwar vom 1. Sanitar 1923 ab zu fordern, legt er den Stadtverordneten jest zur Genehmigung anweisungsanleihe, zu deren Ausgabe der Reichsminister der Die Beratungen über die Ausgestaltung der Dollar- Schaz vor. Einen jo hohen Buschlag hält er für nötig, damit zur Fertig stellung der in der Bauausführung begriffenen Wohnungen Mittel Finanzen am 2. b. M. durch Reichsgefeh ermächtigt worden ist, find aufgebracht werden können, nachdem zu diesem Zwed bereits Kredite abgeschlossen. Die Anleihe soll pom 12. bis 24. März zur 3eich. Dom Reid, von der Deutschen Girozentrale und der Kämmereitasse nung zum Ausgabeturfe von 100 Proz. aufgelegt werden. Die in Höhe von 1½ Milliarden Mart in Anspruch genommen worden Für familie Theaterborstellungen im Monat März wird Einzahlung fann nicht in Mart, sondern nur in Dollar und find. Der Magiftrat hat die Absicht, aus dem Mehraufkommen an ein 8ufchlag von 60 m. bro Starte erhoben. Sonntag, den 11. März, und anderen hochwertigen Devisen erfolgen. Es werden Wohnungsbauabgabe momöglich auch die Kosten des Ausbaus von 1. Abril( 1. Diterjeierlag), nagmittags 8, Ube, in der Whilharmonie, Stüde, lautend auf 5, 10, 20, 50 und 100 Dollar ausgegeben, die Dachgeschossen und der Teilung von großen Wohnungen zu decken. Bernburger Straße 22a/ 23: unites felonsert. Das Profeffor nach brei Jahren zu 120 Bros. ohne jeben Abzug nach Wahl des Rarl- Klingler Duartett: Berte von Haydn, Mozart und Schubert. EinzelMeubauten sollen nur in dem Umfange begonnen werben, infarten a 200 M. im Bureau des Bezirksbiibungsausschusses, Lindenstr. 3. Reiches in Sheds auf New Dort eber in Gold zurückgezahlt werden. dem auch bei weiterer Geldentwertung die 3 abiung aus der 2. Opf, 2 Zr., Bimmer 8; im Landgemeindehaus, Sophienstr. 21, und bei Der Aufschlag entspricht etwa einer Berzinsung von sechs Broz. Wohnungsbauabgabe sichergestellt scheint. Die Stadt den Bilbitngsausschuhmitgliedern der Abteilungen. Die Dollarschahanweisungen werben aum Börsenhandel zuge verordneten werden vom Magiftrat auch um die Ermächtigung er- Proletarische Feierfunden am Sonntag, den 18. März, bormittags lassen werden; sie sind außerdem bei den Darlehnskassen des Reichs fucht, den Sonderzuschlag der Wohnungsbauabgabe nach Anhörung 11 Mar, im Großen Schauspielhaus, Karlftrage: Dent Gebenten en beleihbar und unterscheiden sich dadurch von den Devisen. Die der Siedlungsbeputation jeweils bis zur Höhe des durch die Re- Stari Marg( gestorben am 14. März 1883) und ber 751& brigen Hingabe der den Zeichnungsbedingungen entsprechenden Devisen zum gierung festgelegten Pflichtzuschlages zu erheben. Biederkehr der 48er Revolution gemibmet Rarten& 380 2. find an folgenden Stellen zu haben: Bureau des. Begirlsbildungsaus. ersten Erwerb dieser Dollar- Schazanweisungen wird von der Devisenuffes. Linbenite, 3, 2. Hof. 2 Tr.. Simmer 8, Buchhandlung Borwärts", umfassteuer befreit werden. Lindenstr. 2, Buchhandlung freiheit, Urbanstr. 7, Landgemeindehaus, Die auffommenden Devisen, fließen der Reichsbant zu, Sophienftr. 21. Storben: Woblertstr. 7( Steftaurant Friefe); Burgsdorf melche die selbst schuldnerische Bürgschaft für die Schah Ece Willdenowstraße( Restaurant Barleben); Utrechter Straße 21 anweisungen übernommen hat. Nordost: ( Restaurant roll); Lyhener Straße 8( Restaurant Hoffmann). Schlösser, die im Monde liegen". Bom Liebestraum der Dame, die alles glaubte. Paul Lindes Lied Schlösser, die im Monbe liegen...." 30g fich als. Motio durch eine tragitomijdje Berhandlung, die vor dem Bandgericht II stattfand. Es handelte sich im Grunde genommen um eine der alltäglichen Seiratsschwindeleien, bei denen die allzu vertrauensseligen Frauen oder Mädchen immer wieder den fürzeren ziehen. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Gule, Allensteiner Straße 7. Diten: Petersburger Straße 5( Restaurant milfchus); Romintener Str. 46( Bigarrengeschäft Dietrich); Markusstr. 36 Die Befteuerung der Genoffenschaften ist der neue Rampfruf bei Belpe Südosten: Naunynftr. 9( Restaurant Lier). Süden: Schön- der englischen Kapitalisten geworden, welche die Kontur. einfirage 21, Ede Urbanitrage( Bigarrengeschäft Stuhring). renz der Genossenschaften abschwächen möchten, um ihre Profite Gotowskyftraße 34( Restaurant Kaiser). Besten: Steinmektr. 23 part, zu erhöhen. Diese Konfurreng ist in der Tat eine mächtige, der IlmI bei Döring Wirtschaft Folgen der Markbesserung. Nordwest: Trudchen B., eine junge Brioatangestellte, lernte eines Tages in einer Konditorei nahe dem Stettiner Bahnhof einen sehr diftinquierten Herrn von südländischem Typus fennen, der fie folange mit fchmachtenden Bliden bombardierte, bis Trubdens Herz bem netten Unbekannten entgegenfchlug. Man trant noch eine Lasse Schokolade, bummelte dann ein bißchen, und unterwegs erzählte ber vornehme Fremde, der die halbe Belt bereift hatte, ohne die passende Lebens. Der Dollarfturs hat sich im Laufe der letzten Woche so gut wie gefährtin finden su tönnen, daß er bei Trubchens Anblid bligartig gar nicht verändert. Die früher als unmöglich bekämpfte Stügungsgefühlt habe: Die oder teine. Man as dann Abendbrot, und aftion für die Mart hat also zu dem Erfolge geführt, ben die Sozialzwischen der ersten und zweiten Flasche ließ Trubchens Berehrer so demokratie voraussagte, als sie sie forderte. Bugleich schrumpfte ganz nebenbei einfließen, er fäme foeben von feiner Billa am bie Spetulation sowohl in Devisen wie in Attien ganz aufGenfer See". Mir wunderbarer Beredsamfeit schilderte er die fallend zusammen. Börsenblätter befürworten bereits die Beseitiherrliche Lage des fleinen Schlosses, schwärmte von den wunder vollen Mondscheinfahrten auf dem Bac Beman" und von dem para- gung der Börsenruhetage, die durch den gewaltig ongeschwollenen bifischen Part, der feine Billa ungab. Und als er schließlich die Effektenumfaß der letzten Jahre unvermeidlich geworben find. Der entscheidende Frage tat, ob das junge Mädchen ihm die Hand fürs Spötter mag daraus folgern, daß die Börfianer ihre eigene Art der Leben reichen und als herrin über alles in bas Schloß am See eine Nationaltrader pflegen. Berarmt das Bolt durch Balutaentwertung, ziehen wolle, johmanden bei Trubchen auch die letzten nüchternen fo wird auf feine Roften spekuliert. Bricht der Feind ins Land ein, so Bebenten und sie sagte restlos ja. Wie immer in folchen Fällen, muß erst recht spekuliert werden. Schade, daß man nicht noch die war dem Schloßherrn gerade die Brieftasche im D- 3ug Wacht am Rhein" bazu fingt.... gestohlen worden", das telegraphisch bestellte Geld noch nicht ba, umb so nahm die Betörte ben fünftigen Gatten für eine Nacht in threm Heim auf. Am nächsten Morgen bat fie der Schioßhere, noch eine Flasche Portwein zum Frühstück zu besorgen, da er das so gewohnt fei. Natürlich paßte sich Trubchen sofort den Gewohnheiten bes Crmähiten an und eilte davon, um das Gewünschte zu bejorgen. Ob auch die Liebe ihren Schritt beflügelte, brauchte fie doch eine halbe Stunde, um mit der Flasche Wein das heim mieder zu erreichen. bie Währungspolitit der Reidysbant. Hätten fle, früher in gleicher 2er aber beschreibt ihren Schred, als sie Kleiderspind und Stommode offenstehen sah und den Schloßherrn nirgends entbedte.„ Alles hatte er mir gestohlen," erzählte sie mit tränenerftidber Stimme vor Gericht, meine Aussteuer, meine Schmucksachen und fogar das gute feidene Kleid." Mit Hilfe der Polizei war es gelungen, den Billenbefiber als den früheren Borfteher eines Anwalts. bureaus namens Grün zu ermitteln, ber fich nun wegen ei ratsschwinbelei, Betruges und Diebstahls zu verantworten hatte. Der Berteidiger machte geltend, baß Grün wegen Persil Ohne Chlort Wascht, E Jedenfalls ist der Rüdgang der Börsenumfäße ein schlagender Beweis dafür, daß die Stügung der Mark die Borauslegung für eine Beseitigung des Spekulationsfiebers ist. Die Quertreiber, die fich früher gegen jede Gtfißimgsattion gemehrt haben, sind zu gleich mitschuldig an der gewaltigen Auswucherung des Bolkes. Die meisten pon ihnen, soweit fie politischen Einfluß haben, billigen heute Richtung gewirft, vieles wäre dem deutschen Bolte erfpart geblieben. Der Warenmarkt. Am Warenmarkt herrscht gleichfalls eine wesentlich geringere Abfaßtätigkeit als früher. Die laufträftigen Schichten, hauptsächlich Sabesiger der verschiedensten Art, dazu Händler und Spefu lanten großen und tieinen Formats, haben felbst infolge des Sinfens der Rohstoffpreise in legter Zeit Berlufte erlitten und find schon deshalb nicht kauffreudig. Diese neuen Reichen aber stellten bleibt In alter bewährter Güte! fah der englischen Genossenschaften betrug im letzten Jahr nicht meniger als 400 millionen fund. Die Gewinne blieben bisher steuerfrei. Der Angriff richtet sich nicht dagegen, daß die an die Genossenschaftsmitglieder als Profite verteilten Dividenden steuer. frei blieben, fondern daß die Genossenschaften einen Teil der Geminne zur Erweiterung ihrer Betriebe verwenden, ohne diefe zu verfteuern. Man würde es gern sehen, wenn die Gewinne entgegen den Grundfäßen des Genossenschaftswesens restlos verteilt würden, wenn nur der Produktionsapparat der Genossenfchaften nicht gesteigert würde. Das Interesse an der Entmidlung der nationalen Produktion ist diesen kapitalistischen Beftrebungen entgegengesetzt. Die Zeichnungsfeift für fächfische Kohlenanleihe murde, da es infolge der Berkehrsstörungen im belegten Gebiet nicht mög lich war, die für Zeichnungen zur fächsischen Braunkohlenwertanleihe in Frage kommenden Interessenten rechtzeitig zu erreichen, bis zum 10. März verlängert. Be GOLD ORANGE Einmal versucht, Immer bevorzugt KAHLBAUA Self 1818 A- G- BERLIN C25 Seit 1818 Bri Kopfschmerz Rasch wirkend itrovanille imtlich bevorzugt Miaräna.Zahnschmar2 Rheuma Persil Erhäiti. In Apotheken In Originalpackung! Alleinige Hersteller. MERKEL& CIE, DUSSELDORF, auch der altbewährten..NENKO"( Henker's Wasch- und Bielch- Soda). bleicht, und desinfiziert, geeignet für alle Arten von Wäsche. Niemals losel Nur Zur Ruhrhilfe. An die deutschen Arbeiter und Angestellten. Im Ruhrgebiet häufen sich die Greuel. Gewaittat gegen die schuhlose Bevölkerung folgt auf Gewalttat. So verwerflich das Vorgehen der Franzosen und Belgier ist, so musterhaft ist das Berhalten der Arbeitnehmerschaft des Ruhrgebietes. Bersprechungen und Schmeicheleien haben sie ebensowenig davon abbringen fönnen, ihre Pflicht gegenüber dem deutschen Bolte zu tun, wie die dann folgenden Drangfale, Berfolgungen und jezt fogar Lebensbedrohungen. Den maderen Gewerkschaftsfämpfern an der Ruhr und am Rhein gebührt unser Dant und unsere Anertennung. Aber mit Borten allein ist ihnen nicht gebient. Gie bedürfen auch der materiellen Unterstügung. Es ist heilige Pflicht der deutschen Arbeiter und Angestellten, ihre Brüder in den besetzten Gebieten nicht im Stich zu laffen. Es wäre das beschämeneste Schauspiel, das der Welt geboten werden fönnte, wenn die deutschen Ruhrfämpfer fich dem Joch der französischen Unterdrücker beugen müßten, weil sie von der deutschen Arbeitern und Angestellten, für die sie boch mittämpfen, im Stig gelaffen wurden. So darf es nicht fommen! Die Borstände des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Allgemeinen freien Angestelltenbundes wenden sich deshalb hiermit erneut an die Arbeiter und Angestellten Deutschlands mit dem dringenden Erfuchen ,. in ihrem Sammeleifer nicht zu erlahmen. Bedauerlicherweise muß festgestellt werden, daß der vom Aus. schuß des ADGB. fast einstimmig gefaßte Beschluß, einen Stundenverdienst für die Ruhrhilfe zu opfern, nicht gleichmäßig durchgeführt wird. Bon verschiedenen Seiten ist Berwirrung in die Reihen der Gewertschaftsmitglieder hinein getragen werben. Vorstand und Ausschuß des ADEB. und der Bor stand des Afl- Bundes halten aber an diesem Beschluß fest und bringen ihn erneut in Erinnerung mit dem Hinweis, daß alle gewerfidyaftlich organisierten Urbeiter und Angestellten sich ver pflichtet fühlen müssen, ihn in beliderlicher. Treue durchzuführen. Gegen ihn wird ins Feld geführt, daß die Gelber in eine Kaffe fließen, in die auch die Unternehmer zahlen obwohl sie pari. tätisch von den Unternehmern und den Gemerfschaften verwaltet wird. Diese Gleichberechtigung bei allen Entscheidungen über die Berwendung der Ruhrhilfe" haben wir durchgefeht, obwohl die Arbeitgeber vier Fünftel der Mittel aufbringen müffen, während auf die Arbeiter und Angestellten nur ein Fünftel entfällt. Warum follten die Gewerkschaften es ablehnen, über die Verwendung der Unternehmerbeiträge mitzureden und mitzubestimmen? Es war die selbstverständliche Pflicht der Befigenden, den Löwen anteil der erforderlichen Kampfmittel aufzubringen. Sollten wir etwa die Arbeitgeber non dieser Pflicht entbinden? Oder sollen vielleicht die notleibenden Ruhrkämpfer Die Annahme der Unterfügung, die aus den Taschen der Arbeitgeber fließt, verweigern? Bären die Arbeiter und Angestellten bereit und in der Lage ge. melen, die Riefenfummen, die erforderlich sind, allein aufzubringen? lind bringt es nicht große Borteile, daß die gesamten Mittel für die Unterstützung des Ruhrkampfes an einer Stelle zusammen fließen, statt in vielen getrennten Kanälen auseinanderzulaufen? Bieben nicht gerade die deutschen Arbeitnehmer auf allen Gebieten die planvolle Organisation? Und ist nicht ganz besonders in diesem schweren Abwehrkampfe die Zusammenfassung der Abwehrmittel zwingendes Gebot überlegier Rampftatüt? Frauen der Arbeit, es ift Cure Sache! Ueberall begegnet Ihr dem Worte: Ruhrhilfe! Nicht alle, die es lefen, erfassen es in feiner tiefften Bedeutung. Gelbopfer genügen nicht. Biele von Eud) fönnen solche gar nicht leiften. Die Stimme der Vernunft soll den Lärm der Waffen übertönen, die Welt soll zum Frieden kommen! Das ist die tiefere Be deutung des Rampfes um bas Ruhrgebiet, das ist das Ziel der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei. Die Besetzung des Ruhrgebiets durch französisches Militär hat tot und Elend nicht nur für Euch, sondern für die Arbeiter aller Länder noch gesteigert. Die Ruhrbefegung ist ein Glied in der Kette der Miffetaten eines Feindes, der überall der gleiche ist, der die Kriegsgreuel verewigen möchte. Frozent der Arbeit! Ihr habt alle nur einen Feind: den Kapitalismus! Er ist eines Geistes überall, der französische von heute, der deutsche von gestern. Er lebt von Eurem Schweiße und von Eurem Blute. Schon glauben die Kriegshager von 1914, ihre Stunde fei abermals gefommen. Seßt ihnen Euren eisernen Willen zum Frieden entgegen! Die Bölterverföhnung ist kein Traum, fie ist die Lebensnotwendigkeit der Menschheit! Die Wölfer sind aufeinander angewiesen. Das haben die Arbeiter aller Länder längst erkannt. Die sozialdemokratischen Parteien aller Länder fämpfen gemeinsam für den Weltfrieden. Die Vereinigte Sozialdemokratische Partei Deutschlands steht in dem Kampfe um den Weltfrieden auf Vorposten. Sie muß die lebenswichtige Entscheidung über das Ruhrgebiet für das deutsche Bolt ohne Blutvergießn erfämpfen und damit der Welt ein großes Borbild geben. 3hr Kampf ist Euer Kampf! Die Frauen des arbeitenden Bolles wollen den Frieden! Mit dieser Parole veranstaltet der Bezirksverband der VSPD. eine Frauenwoche vom 5. bis 11. März 2. Allgemeine Frauenveranstaltungen: Mittwoch, den 7. März, 7 Uhr abends: Schöneberg, Aula Hobenzollernschule. Belziger Straße. Witwirtung des Ber eins fos. Arbeiterjugend. Lieber zur Laute, Rezitationen. Sonnabend, den 10. März, 7 Uhr abends: Tempelhof, Aula der Mädchenschule, Manteuffelstraße. ufit, Rezitationen Boltstänge.( Mitwirtung ber sos. Arbeiterjugend.) Sonntag, den 11. März, nachmittags 2 Uhr: neuföln, Sealgymnasium, Kaiser- Friedrich- Straße. Berlin- Friedrichshain, Schulaula Litauer Straße 18. Mufitalische Darbietun gen, Rezitationen. Gefang, Mezitationen. Berlin- Mitte, Bürgerheim Alte Schönhaufer Str. 23/24. Gesang, Lieder zur Sonntag, den 11. März, nachmittags 3 Uhr: Berlin- iergarten, Aula, Bochumer Straße. Gefang der Moabiter Sanges Berlin- Wedding, Ledigenbeim, Schönstedtstr. 1. Mesitation, Gesang, KinderBerlin- Treptow, Baumschulenweg, Niederschöneweibe. Johannisthal, Oberschöne Laute u. a, musikalische Darbietungen, Stegitationen. brüder, Lieder zur Laute, Rezitation, Nelgentänze( Arbeiterjugend). teigen. weide, Adlershof, Alt Glienice in Waldhaus Niederschönereide, Berliner Straße 80. Muttalische Darbietungen, Mezitationen, Bollstänze( foaialiftifce Arbeiteriugenb). Berlin- Köpenia, Aula Körnerschule, Lindenstraße. Gefang des gemischten Chors, des Männergesangvereins( Mitwirkung der Arbeiterjugend). Berlin- Lichtenberg, Schule Marftftr. 18/19. Gesang, Rezitation. Berlin- Bankow, Lindners Stuftnofagl, Breite Sir, 14. Mitwirkung des Gefangbercins Bantoto und der Kindergruppe der Arbeitsgemeinschaft Kinderfreunde. Mitwirkung des Gesangvereins und der Arbeiterjugend, Gesang, Rezitationen und andere Bors führungen. Berlin- Charlottenburg, Cecilienhaus, Berliner Str. 137. Mitwirtung des Charlottenburger Frauenchors und der sozialistischen Arbeiterjugend. Berlin- Meinickendorf, Jugendballe Residenzfir. 40. Berlin- Ballesches Zor, in Rabes Gestfälen, Fichteftr. 29. Gefang, Rezitation Montag, den 12. März, abends 6% Uhr: . und andere Borführungen. Referentinnen: Clara Bohm- Schuch, M. d. N.; Frau Hoffmann- Gwinner; Gertrud Hanna, M. d. 2.; Marie Juchacz, m. b. R.; Marie Kunert, M. d. L.; Elfriede Ryned, M. d. R.; Adele Schreiber- Krieger M. d. R.; Minna Todenhagen, Parteisekretärin; Hedwig Bachenheim, Regierungsrätin; Frau Kraus- Fessel; Mathilde Arbeitende Frauen Berlins! Auf Euch tommt es an; legt durch Massenbesuch der unten aufgeführten Beranstaltungen das feierliche unüberwindliche Willensbekenntnis zum Frieben ab. Erschließt Eure Herzen den Idealen des internationalen Sozialismus! Werbet Burm, M. d. R. Mitglieder der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands! 1. Betriebs- Frauenversammlungen: Eingeleitet durch Borführungen der Kindergruppen und Rezitafionen. Dienstag, den 6. März: as., Brunnen u. Aderstraße, nadmittags 4% Uhr, Schulaula, Bieler, Ede Grenafiraße. Siemenswerte, nachmittags 4½ tbr, bet Marfandt, Monnendammallee 88. Daramiverse, Selmholzstraße, Smitinich, Stalfer n. Samtbt, Siemens, Frant linstraße, nachmittags 4 Uhr, Kronenbrauerei, Alt- Moabit, Ede Oitostroke. Bergmann, Geeftraße, Dr. Max Levy, Wallerstraße, Dr. Bant Meyer, Shuar firaße, nachmittags 4 Uhr, Bharusiale, Millerstr. 142. abelmezte Düerspree, St. Frister, Nationale Automettigesellschaft, REG.- Zransformatoren, nachmittags 3% 15r. Schulanla ,, Oberföneteibe, Scifchenstraße. Mittwoch, den 7. März: Gerbaty Bankow, Blachatt Bankow, Juhl Pankow, Magnesia Bankow, radmittags 4 Uhr, Lindners Casinofaal, Bantom, Breite Str. 14. Margarinewerie Bichelsdorf, Borzellanwarenfabrik Bichelsdorf, nachmittags 3 Ubc, Zur Erholung( Inb. Albert), Bichelsdorf. Ernsthaft läßt sich gegen diese Sammlung und gegen die Art der Verwaltung überhaupt nichts anführen. Alles das, was be hauptet wird über Berstöße gegen die Richtlinien und Grundsäge ber Arbeiterbewegung, ist nur leeres Gerebe. Der Kampf ber Ruhr- Graphische Jubußerte, nachmittags 5 Uhr, Gewerkschaftshaus, Saal 3, Engelarbeiter steht beispiellos in der Geschichte der Arbeiterbewegung ba. Aehnliches hat sich nirgends abgespielt. Deshalb find Bergleiche mit der bisherigen Pragis bei Sammlungen für Rämpfe überhaupt nicht möglich. ufer 24, Donnerstag, den 8. März: Dentide Werte Safethorit, nachmittags 3% Uhr, Staftno ber Deutschen Werke, Safelhorft Berliner Chauffec. Dentine Werte Spandau( am Sauptbahnhof), nachmittags s½#br, im Rafluo dafelbft. Filmschau. Es handelt sich nicht um einen, ber Klaffentämpfe, wie sie sich aus dem Gegensatz zwischen Arbeit und Kapital ganz von selbst ergeben, sondern um einen Kampf vergewaltigter Deutscher gegen einen ausländischen Unterdrüder. Und so selbstverständlich es ist, daß die der Unterstügung bedürftigen Ruhrarbeiter und angestellten die Unterstüßung annehmen, auch wenn sie in der Hauptsache aus den Mittein der Unternehmer stammen, fo felbstverständlich ist, daß Me übrigen Arbeiter ihre Gelder in die gemeinsame Kaffe fließen Laffen, sofern Gewähr gegeben ist, daß sie ihrem Willen entsprechend. Carlsen schrieb, ganz selbstbegeistert und eingeschworen auf Moutine, die verwendet werden. Diese Gewähr ist gegeben durch die gleich- impan blungen und Helnit führte die Regie. Alles bewegte sich im alten berechtigte Mitwirkung der Gewerffchaften in der Berwaltung. Gemertschaftsmitglieder! Gure Stärte beruhte bisher im wesent. lichen auf der Disziplin, die ihr selbst in den schlimmiften Lagen zu halten euch für verpflichtet hieitet. Wer daran geht, an diefer Disziplin zu rütteln," untergräbt die Grundlagen eurer Macht. In allem, was die Arbeiter und Angestellten unternehmen, müssen sie einig fein. Hütet euch vor den Anfängen des Disziplinbrudjes! Die folgen tönnten schlimm und unheilvoll sein. Auch mer bei der Meinung verharren will, daß die Bundes. beschlüsse in diesem Falle falsch waren, muß jeht seine Bedenken zurüdstellen. Er muß es aus Liebe zu den notleidenden Arbeitsbrüdern an der Ruhr, am Rhein und in allen anderen besetzten Gebieten. Er muß es aus Achtung vor der stets hochgehaltenen Arbeiterbemokratie, aus Achtung vor der heute mehr als je notwen bigen Einigfeit und Disziplin in unseren Gemertschaften. Biele Arbeitgeber versuchen, unter Hinweis auf die unserer Aufforderung zuwiderlaufenden Sondersammlungen von Arbeitnehmern, ben auf sie entfallenden vierfachen Beitrag an die Ruhrhilfe" zurüdzubehalten. Die Richtbefolgung unferes Bundesbeschlusses bedeutet alfo pratiisch, daß ben fämpfen den Brüdern an der Ruhr enorme Summen aus Arbeit. gebertreifen verloren gehen würden. Das darf nicht sein! Wir ersuchen baher die Bertrauensleute der Gewerkschaften in allen Betrieben, insbesondere die Betriebsräte, darauf zu sehen, bah neben dem Ruhropfer der Angestellten und Arbeiter auch der Dom Arbeitgeber zu leistenbe Betrag ungefäumt an die Ruhrhilfe"( Giro- Konto der Reichsbant in Berlin, Niederwallstraße, oder Konto Nr. 57 200 beim Boftschecamt Berlin) überwiesen wird. Kein Arbeiter, tein Angestellter, aber auch fein Arbeitgeber darf sich dieser von ihren Verbänden beschlossenen Beitragsleistung entziehen. Berlin, den 2. März 1923. Algemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund. Th. Beipart. Allgemeiner freier Angestelltenbund. Stähr. Süß. „ Die Männer der Cybill erscheinen offenbar nur darum auf der Reinmand, um 2ya Mar as hübsches Geficht und ihren schönen Hals. anfab in die richtige Beleuchtung zu bringen und das Bhotographiert werden einiger loftbarer Garderoben zu rechtfertigen. Dieser fogenannte Spielfilm, der auch noch ein sogenannter Gesellschaftsfilm ist, lies bei seiner Uraufführung im Marmorhaus das Publikum hundeschnauzenfalt. Trott. Elles war nicht schon einmal, nein, schon bundertmal dagewefen. Man fab ya Mara als sehr fed fuifierte tranfenschwester, als Dulberin in Gesellschaftstoilette an der Seite eines Schurken und als unschuldig vera bagligte Gattin eines Staatsanwalts. Erfreulicherweise fah man fie fast nie sprechen, was bei ihr immerbin als Vorteil zu buchen ist. Und der geftrenge Herr Staatsanwalt vergoß Tränen. Ady, bas war so rührend, daß man beinahe fich darüber amüsieren fonnte. " Ehefrenden, auch in ein elegantes Milieu verlegt, die in einem Svensia- Film ein junger Schriftsteller erlebt, find doch wesentlich anders im Ausmas. Als das junge Baar noch im Hochzeitsstaat ist, wird man fich bereits umeins über die Frage Bub' ober Mabel. Die Autofahrt ins neue Beim wird daber recht stürmisch. Nach anfänglicher Benukung ge trennter Schlafgemächer tommt dann doch der Bube: Aber die Vaterfreuden werden vergällt burch die übertriebene Fürsorge und Reform ut der jungen Mutter. Nach leberwindung dieser Schwierigkeiten jedoch wird das Paar ungetrübte Chefreuden genießen. Unter Maurit Stillers Regie wurden diese nicht einmal neuen Gedanken stets degent, nett barnlos und oft reizend vergnüglich gespielt. Nie wurde ein atembellemmendes Tempo angeschlagen, nie feinte Hak aber Unruhe auf, felbst bann nicht, wenn die Straße aufgeboten ward. Victor Sjöström und Starin Molander haben gute Bhotographiergesichter und angenehme Bewegungen, fiel es leicht, Cympathien zu gewinnen. Bei der Uraufführung im I.. am Rollendorfplat waren die Buschauer sichtlich befriedigt. e. b. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Bund religiofer Sozialisten Deutschlands. Solgenbe fozialistische Geiftliche predigen am Sonning, ben 4 mars: Patinajt Bias, über das abema: Charlottenburg. Karl- August- Play, mufen wir an den Teufel glauben?" Dienstag, 6. März, abends 7 Uhr, 29./30. Gemeindefcule. Charlottenburg, Wiebestraße. Neues Ufer. bema: Der Geift bon 1848, Ref. farrer Bleier. Berband Gerechtsreform. Monatsversammlung Montag, den 5. März, 8 be, im teftaurant Greiffenberger". Serufalemer Straße 8( oberer Saal). Meiasbund der Kriegsbeschädigten usw., Bezirk 6( Süden). Mithooch. 7. März, abends 8 ur, Desirisverfammlung, Waffertorfte. 68, in Gliefings Bauhaus. Kamerab Pfändner, 2. Bundesvorfigender, spricht über die Novelle zum Reichsverforgungsgefet. Bercin ber Stralsunder zu Berlin. 8. Mara, 8 1hr, im Lotal.8Br Sonnenube", An der Oberbaumbrüde. Wetter bis Montag mittag. 8iemlich übt, zeitweise auftarend. jeboch überwiegend bewölft und besonders im Binnenlande pieifach leichte Rieberschläge bei mägigen öftlichen Winden. Aufnahmefchein. Siermit erkläre ich meinen Eintritt in die Vereinigte Sozialdemokratische Partei( Bezirk Berlin, Abtlg. An Beiträge entrichte ich: Eintrittgeld 50 M., beiträge männlich zu 100, weiblich zu 40 M., Summa ben. Bor- und Zuname: geb. am Beruf: Wohnung: Gewerffhaftl. Drganisation: wo beschäftigt: Wochen m. 1928. In den Betrieben tanu dieser Schein den bekannten Bertranendenten ber BEB2. mit bcm Auftrag der fofortigen Cricbigung übergeben werden. Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer NACHSTE ABFAHRTEN: President Arthur. President Fillmore President Harding George Washington President Roosevelt 7. März 14. März 21. März 11. April 18. April 25. April 28. März 2. Mai 4. April 9. Mai Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Verlangen Sie Prospekte una Segellisten N. 83 UNITED STATES LINES BERLIN: W 8, Unter den Linden 1; NW 40, Invalidenstraße 93; W9, Budapester Straße 5 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen Jogal hervorragend bewährt bei: Grippe Serenschuß Nervenschmerzen. 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Der Landtag setzte gestern die zweite Beratung dez Haus- Halts der Handels- und Gewerbeverwaliung fart. Die meisten bürgerlichen Redner sprachen für Schonung des Klein- Handels und des Handwerks, die oft ganz zu Unrecht mit den großen Wucherern und Schiebern in einen Topf geworfen würden � Handelsminister Siering nahm zu verschiedelten Beschwerden und Bemängelungen Stellung: Als die ersten Mitteilungen über den Raub im Ruhrgebiot kamen, hat sich die Reichsregierung bereit erklärt, Entschädigung zu geben. In Einzelfällen hatte sich dabei ein etwas schwerfälliger bureaukraiischer Geschäftsgang gebildet. Ich habe des?fi>lb auf die Reichsbehörden einzuwirken gesucht, damit schneller geholfen wird. Wenn die Kommunisten sich darüber beschweren, es werde nichts gegen'den Wuchs? getan, so kann ich das leicht verstehen, denn die„Rote Fahne� bringt kaum oder nur höchst selten einen Wucherprozeß in ihren Spalten. Die Statistik aber zeigt, daß wegen Wucher im öahre 1322: 3252 Verfahren anhängig gemacht wurden.(Zurufe bei den Komm.) Wenn es nicht mehr waren, so liegt das eben an der Bevölkerung selbst, die nicht ge- nügend scharf gegen die Wucherer vorgeht. Mit Freisprechung endeten 1756 Fälle, Geldstrafen wurden in 3635 Fällen verhängt, darunter in L2 Fällen über 50 VW> M.: Freiheitsstrafen wurden verhängt in 1666 Fällen, darunter in 26 Fällen Zuchthaus. Ebenso falsch ist ferner die Behauptung der Kommunisten, daß keine Preis- scnkung trotz des Sinkens des Dollarstandes erfolgt fei. Schmalz ist z. B. von 8066 M. auf 3100 M. pro Pfund im Kleinhandel ge- fallen. Eins Reform der Gewerbesteuer, so betonte der Minister, wird kommen. Meinen Erlaß'gegen politische Be- tätigung der Handwerkerorganisattonen muß ich aufrechterhalten. (Beifall links.) Nach der allgemeinen Aussprache zum Hcmdelsctat erhielt beim Kapitel„Gewerbliches Itnterrichtswesen' als erster Redner das Wort- Abg. Thiele(Soz.): Wir wünschen, daß das gewerbliche Schulwesen in der Hand des Handelsministeriums bleibt, weil wir nur dann auf die so drin- gend notwendige Förderung dieses Schulwesens rechnen können. Die Positionen des Etats reichen hierfür nicht aus. Es müssen mehr Mittel bereitgestellt werden. Die Stadt«, die sa an der Erhaltung ihrer Fachschulen ein großes Interesse haben, sind leider kaum in der Lage, wintere Mittel aufzubringen. Gewerbe und �Industrie hätten hier eine Pflicht, finanziell einzuspringen. Das'Berufsschulwesen hat für unsere Wirtschaft die allergrößte Be- deutung. Erfreulicherweise wurde z. B. für das Ruhrgcbiet die Berufsschulpflicht' für die Bergarbeiter- j u g e n d geschaffen. Wi« wünschen, daß uns der Minister über di« Erfolge dieser Maßnahme berichtet. Wir brauchen einen tüchtigen Bergarbeiternachwuchs, vor' allem brauchen wir' Nach- wuchs für den Hauerbestand. Was man im Ruhrgebiet mir Erfolg begonnen hat, muh in den andern Bergbaurevieren Deutschlands eingeführt und weitergeführt werden. Was für den Bergbau gilt, gilt auch für die T e x t i l i n d u st r i e. Der deutschen Texlilinduslrle ist es gelungen, sogar einen Teil des englischen Textilmarktes zu erobern. Nicht nur die Billigkeit, iondern auch die Qualität hat zu dieser Eroberung auf dem englischen Markte beigetragen. Wir brauchen dringend die Förderung der Fachschulen für die Texttl- induslrie. Die bisher aufgewandten M'ttel reichen nicht, entfernt aus; denn die für'die Schulen notwendigen Materialien erfordern heute größere Geldbeträge. Weiter verlangen wir, daß das Han- delsministerium sich den Forischritten der amerikanischen I n d u st r i e auf dem Gebiete der N o r m a l i s i e r-u n g und Typisierung zuwendet. Wir in Deutschland sind hier noch weit zurück. Es muß auch von staatlicher Seite aus etwas mehr zur Förderung de? O e k o n o m i s i e r u ng der Wirtschaft getan werden. Für die Baugewerkschulen Erlangen wir mehr Unterricht in den neuen Baumethoden. Die Bau- Unfälle der letzten Zeit zeigen, wie notwendig es ist. daß auch die aus der Bouarbeiterschäft selbst hervorgegangenen Bauleiter und Bauführer über die neuen Baumethoden unterrichtet werden. Die Arbeiterakademien gehören zwar nicht ganz zum Arbeits- bereich des Handelsministeriums, trotzdem erwarten wir, daß auch das Handelsministerium zur UniMstützung und Förderung dieser Akademien seinen Teil beitragen wird. Alle unsere Anregungen würden viel schneller, als es bisher der Fall war, verwirklicht werden, wenn endlich einmal der Ge- danke sich durchsetzte, daß die Arbeiter ein gleichberechtigter Faktor in der Wirtschaft sind. Bor allem müssen wir aber von dem Minister verlangen, daß wenigstens den Betriebsräten in den staatlichen Werken zur Förderung ihre? Ausbildung entgegengekommen wird. Di« B e- triebsräte haben einen wahren Hunger nach Kenntnissen und fachlicher Schulung. Diesem Bedürfnis entgegenzukommen, ist Pflicht des Ministeriums. Schließlich müssen wir fordern, daß die Fach- schulen mit dem Fach Hochschulwesen in enge Verbindung gebracht werden. An allen höheren Fachschulen müssen Kurse eingerichtet werden, die die tüchtigen und bereits genügend vorgebildeten Ar- beiter aufnehmen können. Die Pflege unseres gewerblichen Schul- wesens ist heute mehr denn je notwendig; denn sie ist eine Vor- aussetzung für die deutsche Wirtschaft und die deutsche Arbetter- klasse.(Beifall bei den Soz.) Abg. vennen-Elberfeld(Z.) fordert bessere Ausbildung der Ge- werbelehrer und Unterstützung der m Ausbildung stehenden Ge- werbelehrkräfte, damit- sie nicht gezwungen sind, anstrengende Nachtarbeit zu leisten. Abg. Herrmann-Breslau(Dem.) tritt ebenfalls für die sehr ungünstig gestellten Berufsschullehrer em. Für die sozialdemokra- tischen Anträge zur Erhöhung der Unterstützung gewerblicher Fach. schulen aus 12 Millionen und für die Berücksichtigung der Texiii» schulen, besonders der in' schwerer finanzieller Bedrängnis befind- lichen Textil-Fachschule in Longenbielau werden— wie der Reimer betont-— di« Demokraten stimmen. Ein Vertreter des Ministeriums bestätigt, daß viele Ge- meinden ihren Aufgaben im gewerblichen Schulwesen nicht mehr gerecht werden könnenl Man sei deshalb an den Finanznttnister und auch an das Reichssinanzministerium herangetreten. Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Frau Ludewig(Komm.), Pinkcrr.eil(D. Bp.)' und holzamer(Wirtlch. Partei) wurde die Einzelberatung vertagt auf die nächste Sitzung: Mittwoch, den 11. März 1923, nachmittags 3 Uhr. Schluß 3L5 Uhr. • Zur Beratung des Gewerbe- imd Handelseiats im preußischen Landtag hat die sozialdemokratische Fraktion einen Antrag eingebracht, cher verlangt, daß die weiblichen Be- a m t e n und die aus dem Arbeiter- und Anaestelltenstand« hervor- gegangenen Hilfskräfte der Gcwerbeaussicht in ein« der Be- deutung ihrer Arbeit entsprechende Gehaltsklasse eingereiht werden. Hunger. . Don Ewald Deutschmann. Ich stand in meiner Mansarde. Schaute hinaus. Nichts weiter sah ich als ein unendliches Häusermeer. Hier und da ragten Kirch- türme empor.— Kirchtürme?— Dort mußten auch Kirchen sein.— Warum ging ich nicht hin und betete in meiner Not zu meinem Schöpfer?— Nein!— Es wor ja Winter. Sollte ich mich so unter Menschen wagen?— Ich wußte nicht, ob ich meine Fußbekleidung noch„Schuhe" nennen könnt« Oder ob ich diese Lumpen noch als „Anzug" betrachten sollte?— Ich blieb zu Hause. Ich konnte ja auch hier beten. Um nicht meine Augen an dem ewigen Weiß der Häuser weh zu tun. Kat ich zurück vom Fenster. Auch mußte ich sehen, daß ich noch etwas zu essen fand. Ich fühlte, daß sich mein Magen in Ät-ämpfen wand und mir erhebliche Schmerzen bereitete. Ich hatte Hunger. Langsam ließ ich mich auf die Knie; kroch in jede Ecke, durchwühlte meine zerfallene Pritsche, Staub- und Müllhausen, die mir täglich größer erschienen. Nichts fand sich. Mein Herz schlug hörbar in dem stillen Raum, Dampfwolken gleich entströmte der Atem meiner Brust.— Ich überlegte, ob ich noch irgendwie Sachen zum Derkonf hätte, doch nichts konnte, ich entdecken. Leer stierten die Wände auf mich herab. Hier und da von ekligen, weißen Pizen bedeckt, strömten sie eine feucht-kalte Luft aus.— Ich haßt« die Kammer. Um meinen stärker gewordenen Hunger erfolgreicher zu be- kämpfen, schlich ich mich zu meinem Lager; legte mich hin und ver- suchte, mit hochgezogenen Knien, mich unter den Lumpen, di« mir als Decke dienten, zu erwärmen und einzuschlafen. Doch ich schlief nicht. Don heftigen Kälteschauern gepackt, wälzte ich mich auf meinem Lager hin und HA. Ab und zu von dem schmerzenden Gebell meines Magens unterbrochen. Um meine. Gedanken diesem Elend zu entreißen, versuchte ich mich für irgendeinen Gegenstand zu interessieren. Mit erstaunten Blicken folgte ich dem Spiel der Schneeflocken, grüßte sie als liebe Himmelsboten lind bedauerte aufrichtig, wenn etliche durch die zerbrochenen Scheiben in mein Zimmer fielen und schneller zu Wasser.wurden als ihre Schwestern. Unter solchen Gedanken vergaß ich meinen Hunger, vergaß et um öi« Kälte. Plötzlich hörte ich, wie auf der Treppe Stimmen laut wurden: ich glaubte eine„männliche" und eine„weibliche" zu ver- nehmen. Sie schienen ein fröhliches Gespräch zu führen. Die Frau ließ jenes widerwärtige Lachen erschallen,„Lachen", das man nie vergißt. Dann hörte ich unter mir Schließen und das Zuschlagen einer Tür. Ich überlegte, w,cr es wohl sein könnte, der dieses von Schmutz starrende, übelriechend« Haus betreten hatte. Gedämpft drangen die Stimmen wieder zu mir herauf. Ich verließ mein Lager, drückte mein Ohr auf die Erde und lauschte gespannt. Bon zügel- loser Neugier gepackt rutschte ich hin und her. Ich war nicht allein in diesem elenden Haus. Ich hört« Menschen. Erregt spragg ich auf. Ich war gerettet. Menschen, Brüder weilten in meiner Nähe. Ich lauscht« weiter.— Sie sprachen von Geld. Sie fordert's. Er iveigert sich.— Weh, was war das?— Gab ich mich wahnwitzigen Träumen hin?— Wie konnte ich nur glauben, diesem Elend zu ent- rinnen! Verzweifelt warf ich mich auf mein Lager, ich heulte auf im Schmerz. Jetzt siel mir's ein. Ich kannte sie ja. Dort, dort unter mir,— die Dirne.— Ich glaubte einen'Augenblick an sie. Unten ging die Tür. Jemand ging hinunter. Dann hörte ich, wie die Dirne einen jener ekelerregenden Gassenhauer sang. Sie zählt ihre Börse, dachte ich bei mir. Bon mahnsinniger Wut über mein Elend hätte ich hinunter- stürzen mögen, dieses Weib mir Untertan machen, mir Untertan. Dann brauchte ich nicht zu hungern, nicht zu stieren!— Geld!— Geld muß ich besitzen!— Doch weh!— Mein Herz folgt mir nicht. 'Es bäumt sich aus gegen meinen Entschluß!— Nein, nicht dieses Geld mit Schande.— Nein!— Auch bin ich zu schwach es mir zu holen. Nun brüte und träume ich weiter über mein Unglück. Ich merke kaum, daß es dunkel geworden ist. Meinen Kopf überdeck« ich mit Lumpen. Ich kann nicht im Dunkeln sein. Wenn ich auf- blicke, glaub« ich Gespenster zu sehen, die. sich gegenseitig anlächeln. Schlafen kann ich nicht.— Unten geht von neuem die Tür. Sie geht ihrer Arbeit nach. Ich springe auf. Ich will nicht allein in dieser elenden Mansarde sein. Ich will,— ich muß Menschen sehen. — Soll ich ewig allein sein?— Ich bin so jung!— Menschen, und wenn auch nur sehen. Ich wollt', ich wäre Weib,— ich war» Dirne! Ich schlich mich zur Tür. Fühlte das lose Geländer der Treppe, stieg langsam hinab, bei jedem Schritt dem Aechzcn der morschen Stiegen zu lauschen.— Bald stand ich draußen auf der Straße. Hier und da hatte man eine der Gaslampen angezündet. Langsam fielen große, schwere Flocken zur Erde. Ich blieb stehen. Befreit atmete ich die schön«, kühl« Luft. O, mit welcher Freude dehnt sich mein« Brust, wie hell schlägt draußen doch mein Herz. Ich blickte mich um. Allein stand ich in dieser Märchenwelt. Ich vergaß mein« Kammer mit den armseligen Wänden.— Hier draußen fühlte ich mich wohler, stärker. Vor Freude rannte ich durch die Straßen. weit, weit weg von meinem Hause. Allmählich wurden die Straßen beller. Menschen waren zu setzen. Ich weiß nicht, wo ich war. Ich fühlte, daß ich müde wurde. Da, plötzlich wurd' es taghell um mich her. Ich stand auf einem Platz. Entfernt— und doch vor mir— sah ich den gigantischen Schatten einer Kirche. Links und rechis tauchten gewaltig« Häuserblocks auf. Wagen, Bahnen, Autos fuhren vorüber, besetzt mit eleganten Damen und Herren. Herauf tönt« das dumpfe Rollen der Untergrund. Wehmütig betrachtete ich das Leben. Hier waren die Schätze der Weit verborge». Mit tränen- dem Blick schaute ich auf mich. Wie mag eäi aussehen, wenn ich in jenem Auto sitzen würde. Wi« wohl würde ich mich fühlen, wenn ich meine frierenden Füße jenen warinen Schützen anvertrauen dürfte. Langsam ging ich weiter. Ich kam an einem Cafe vor- über. Die Schaufenster waren bell erleuchtet. Sah, dort drinnen saßen Menschen, lachten, scherzten miteinander, taten sich an den vor ihnen stehenden Gebacken und Getränken gütlich, butzlten mit- einander um Liebe. Mit wehen Blicken schaute ich den knusprigen Kuchen. Ich habe vor zwei Tagen mein letztes Stück trockenes Brot gegessen: ich leide Schmerzen vor Hunger. Und dort drinnen sitzen nun jene Leute, essen und trinlen nach Herzenslust. Weh,— mir wird übel, ich weiß nicht, was es ist. Drinnen ist Sonntag. Ich fühle mich elend, kaum tragen mich noch mein« Füße. Än der i nächsten Straßenecke bleibe ich stehen..Schaue dem Treiben zu. Moderne Jüngling« gehen dem gewohnten alten Spiele nach, Damen, in Seide und dicke Pelz« gebullt, rauschen vorüber, wohlriechend« Düfte um sich wehend.. Backfisch«, hier die Kunst des Kokettiercns zu erlernen, kichern über den neuesten Witz der Freundin. Ich sehe Großstadt. Meine Knie zittern. Ich stiere. Längst sind meine Schuhe von dem Schnee durchnäßt. Ick weiß nicht, wo ich mein« vor Kälte starren Hönde erwärmen soll. War' ich doch zu Haus geblieben. Ich sehne mich nach meiner Pritsche. Als ich aufblickte, steht eine junge Frau vor mir. Sie hat schöne, große, blau« Augen, mit denen sie mich mitleidig ansieht. Diese Augen werd« Ich nie vergessen. „Sie frieren," sagte sie. ..Ja!" „Sie haben Hunger!" .„Ja!" Dann öffnet sie ihre schwarze Handtasche. Nimmt mehrere Geldscheine daraus und gibt sie mir. Ich sah, daß sie schmale, weiße Hände mit einer durchsichtigen Haut hatte. Diese Hände hätte ich � küssen mögen !„Gehen Sie nun nach Harste, Si- dürfen hier nicht stehen blei- bc-nl" Damit ging sie. Schnell war sie in dem Gewühl der Men- . scheu verschwunden. Ich betrachtete das Geld. Wieviel es war, ! wußte ich nicht. Auch kam ich nicht darauf, daß ich es zählen � könnte. Mechanisch ließ ick es in die Tasche gleiten. Ich durfte hier nicht stehen bleiben, sagt« sie. Ha, sie hatte recht. Jetzt erst merkte ich, mit welchen verächtlichen Blicken mich kste Menschen streiften. Sie wiclzen mir aus. Ich war stinkender Schmutz unter diesen Leuten. Gehetzt verließ ich den Ort. Nun könnte ich die M-mschen hassen, hassen. Nein,— nicht alle!— Ich gedachte der Frau mit den schönen blauen Augen. Ich ging. Die Straßen wurden dunkler, Fußgänger kamen vereinzelter vor- I über. Das Getriebe der Großstadt entschwand mehr und mehr. Da!— In der Ferne schlug eine Uhr zwölf.— Mitternacht. Krampfhaft, das Geld umklammernd, lief ich schneller, um bald meinen müden Körper der Ruhe zu überlassen. Ms ick die dunkle Straße betrat, in der meine Kammer lag. huschte ein« schwarze Ge- stalt an mir vorbei. Sie blieb an der Ecke stehen, kam wieder zurück, lief wieder hin. Da fiel mir ein, daß es das Weib war, das unter klantel »u» engst gemu,t. Stoff mit farbicem Pupel 49ooo Jfä&w&el OEOR.1816* BERLIN C» KÖNIOSTR.« S P AN D AU B RSTR* Ifcesosacters preiswerte Angebote Reinwoll. CKeviot /