Nr.110 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 55 Bezugspreis: Für den Monat März 5800 9 noraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Scar. und Memelgebiet fowie Defterreich und Zuremburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Bostbezugspreis freibleibend. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Eftland, Finnland, Frant reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Echweden, Schweiz Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Gonntags. beilage Boll und geit, der Unter haltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 150 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle toftet 1200 M. Reklamezeile 6000 m. ,, Kleine Anzeigen das fettgebrudte Bort 375.( zuläffig zwei fett. gebrudte Worte), jedes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 MR., jebes weitere Wort 150. Worte über 15 Buchstaben zählen flle zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 300 W. Anzeigen für die R& Re Stummer milffen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GB.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nach. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion:: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Mittwoch, den 7. März 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Pofticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Der Reichskanzler zur Ruhrkrise. „ Wir wollten Verständigung wir wollen sie noch!" ohne irgendeinen Rechtsvorwand Wer von der gestrigen Kanzlerrebe eine leberraschung die Geldentwertung sei nie etwas unternommen worden. Statt erwartele, mirb enttäuscht sein. Eine Ueberraschung wäre es dessen hätten sich Teile Deutschlands an der Geldentwertung be-( Sehr richtig!) befehte aus einer anderen Ursache, als weil ihm die gewesen nach der einen Seite, wenn Dr. Cuno den Abbruch reichert. Eine wirkliche patriotische Haltung, die der diplomatischen Beziehungen zu Frankreich und Belgien Deutschlands Lage in Rechnung fegt, sei taum zu verkündet, nach der anderen Seite, wenn er einen detailliertes finden. Die Steuerpolitit set schlecht. Die Besitzenden drückten Berhandlungsprogramm vorgetragen hätte. Weder das eine sich systematisch von der Zahlung ber Steuern. Das mache den noch das andere ist geschehen. denkbar schlechtesten Eindruck in einem Lande wie, England, dessen befigende Klasse sehr hohe Steuern zahle. im Friedensvertrag vorgesehene Begrenzung der Brückenföpfe nicht mehr gefällt. Das hat ein Regierungsvertreter im englischen Unterhause bereits als jeder vertragsmäßigen Grundlage entbehrend gebennzeichnet. Wenige Tage vor dem Einbruch hat Frankreich die Blutverordnung gegen die Eisenbahner erlaffen, die durch Strafbestimmungen von unerhörter Grausamkeit gezwungen werden sollen, im Widerspruch mit ihrem Diensteid an der rechtswidrigen Aktion teilzunehmen. Die französische Regierung ist in der Verfolgung des am 10. Januar betretenen Weges der Gewalt fonsequent geblieben. Zwischen den beiden Nachbarvölkern, die aller Sträfte bedürfen, um die Wunden zu heilen, ist ein Haß enttanden, den wieder abzutragen ungeheuer schwer sein wird. Es ist bie letzten fieben Wochen sind nicht spurlos on unserem Belfe vornotwendig, weithin sichtbar ein Warnungssignal aufaufteden:. übergegangen!( Lebhaftes Sehr richtig!) Der Reichstanzler betonte zwar mit Entschiedenheit den Willen des deutschen Volkes, im passiven Widerstand Dazu läßt sich zur Entschuldigung der besitzenden Klassen gegen die französische Willkür zu verharren- und über die Deutschlands gar nichts sagen. Nur zur Rechtfertigung der wachsende Stärte dieses Willens fann in der Tat fein 3wei- Sozialdemokratie, die stets nach einer energischen Befel fein, er ließ aber die Wünsche der äußersten Rechten steuerung der Besizenden gedrängt hat, muß bemerkt werden, nach dem Uebergang zu schärferen, deswegen aber freilich daß die dahin gerichteten sozialdemokratischen Bestrebungen teineswegs wirksameren Methoden gänzlich unbeachtet. Das bisher immer noch durch die unmögliche Reparationspolitit muz hervorgehoben werden, obwohl wir durchaus nicht der der Entente durchkreuzt worden sind. Sie hat den SteuerMeinung sind, daß Herrn Dr. Cuno dafür besonderes Lob ge- drückebergern das bequeme Argument geliefert, alle Leistun bühre. Kein Staatsmann, der sich seiner Verantwortung gen an den Staat liefen doch nur in ein bodenloses Faß, und Sollen diese Spannungen nicht zur Gefahr wachsen, joll Recht im einigermaßen bewußt ist, wird sich von den Ratschlägen der wie hoch fie auch gesteigert würden, öffneten sie doch nicht den Bölkerleben nicht zu Kinderspiel und widerfinn werden, Riebige, der paffionierten Zuschauer, leiten laffen, denen nach Weg in die Freiheit. Man zeige uns das Ziel der Frei- dann müssen wir so flar und deutlich als nur immer möglich, unser einem bekannten Wort fein Spiel zu hoch ist. heit, dann werden wir Sozialdemokraten auch die Kraft eigenes Recht feststellen und die Welt davor warnen, daß Unrecht haben, die Besitzenden, so wie wir wollen, zum Zahlen zu auf Unrecht immer höher bis zur Unerträglichkeit gehäuft wird. bringen! Das ist nicht mit einer diplomatischen Note abgetan und duldet teinen Aufschub auch nur um Dieses Ziel ist einstwellen noch nicht sichtbar. Der Reichs- wie die Dinge liegen Tage. fangler at festgestellt, daß das deutsche Bolt den Kampf um Laffen Sie mich mit voller Offenheit und Wahrheit zu Ihnen feine äußere Freiheit allein fämpft. Die Sozialdemokratie ist fprechen wie feither. Wir haben nichts zu verheimlichen. Wir brauchen bereit, diesen Kampf in erster Reihe zu führen. Sie hat uns nicht gegenüber dem Wunsche nach Rechnungslegung hinter vers noch nie die Kapitulation vor der brutalen Gewalt gepredigt, schloffene Türen und Tagungen zurückzuziehen. Unser Schild ist war doch der Kampf gegen fie ihr innerstes Wesen von An- blant.( Widerspruch b. d. Komm.- Unruhe rechts.) Am 9. Januar beginn! Sie wird ebenso wenig jemals aufhören, für die fried- teilte uns Frankreich mit, es werde eine aus Ingenieuren bestehende liche Berständigung der Völker auf dem Boden der Gleich- Rommiffion ins Ruhrgebiet entfenden, es dente aber nicht an eine berechtigung einzutreten. In diesem Sinn wird sie fort- militärische Operation oder eine Belegung politischer Art. Ich habe die Pflicht, diesem Worte Frankreichs die Wirklich fahren, ihre eigene Politik zu treiben, und je nachdem, wie teit gegenüberzustellen und fich die Regierungen zu dieser Politik stellen, wird sie auch zu ihnen stehen. Nach der anderen Seite hat es der Reichskanzler auch unterlassen, ein ausführliches Reparationsprogramm zu entwickeln. Die Meinungen darüber, ob dies ein Fehler ist, find geteilt. Ein in die Deffentlichkeit geworfenes deutsches Repara tionsprogramm würde zweifellos bei denen, die guten Willens find, eine propagandistische Wirkung ausüben, aber würde sich die propagandistische Gegen wirtung derer, die anderen Billens find, nicht allzu bald einstellen? Ein mit gewiffenbafter Rücksichtnahme auf die deutsche Leistungsfähigkeit auf gestelltes Programm ist gegen eine tendenziöse Bressepolemit schwerer zu verteidigen als gegen fachliche Einwände, die am Berhandlungstisch erhoben werden. Darüber hinaus erhebt sich die Frage, ob eine prinzipielle Berhandlungsbereitschaft bei der gegen wärtigen deutschen Regierung vorhanden ist oder nicht. Aufmerksame Zuhörer haben durch Zählung festgestellt, daß Dr. Cuno im Verlauf seiner Rede fünfmal die Bereitschaft Die gestrige Reichstagsfigung eröffnete bei gutbesetztem feiner Regierung zu Verhandlungen und zur Berständigung Hause, vollzähliger Anwesenheit der Reichsregierung und überfüllten ausgesprochen hat. Dann aber prägte er den Sak: Darum Tribünen, um 5 Uhr 20 minuten fort mit dem Gerede über Berhandlungen, mit den MahPräsident Löbe, die Bilanz diejer 7% Wochen zu ziehen. Ich beginne mit der Passioseite. Der beschränkte Gebrauch, den Frankreich von Solbaten machen wollte, umfaßt 5 Divisionen mit 2 Generalfommandos, etwa 75 Tants und Hunderte von Flugzeugen und umfaßt weiße und farbige Truppen. Und was geschah, um das normale 2 eben der Bevölkerung aufrechtzuerhalten, fie in Ruhe und Ordnung weiterarbeiten zu lassen? Bu Tächst hat Frankreich beansprucht, daß seine Befehle von Beamten bemüht, jeweils Rechtsvorwände vorzuschüßen. Als bas und Nichtbeamten vollzogen würden Erst hat es sich dabei noch Suchen danach auch den geübten bootaten zu mühevoll und mungen zur Verständigung, die nicht an die deutsche, indem er hervorhob, daß der Reichstag früher zusammengefommen sondern an die französische Regierung 3u ist, als ursprünglich beabsichtigt war. Das war notwendig angesichts richten sind." Im Zusammenhang der Rede könnte dieser der ungeheuren Gewalttaten und Herausforderungen, schwierig wurde, hat man es aufgegeben und ohne fich welter um Saz eigentlich nur bedeuten:„ Die deutsche Regierung war denen unser Bolt im Westen ausgefeßt ist. Dort löft eine Mißbie Rechtsgrundlage zu befümmern, Berordnung über Berordnung zur Erfüllung, zu Berhandlungen, zur Berständigung bereit, handlung die andere ab, ein Mord folgt dem anderen. Selbst erlaffen, die jeglichen Rechtsbodens entbehren. Da Mahnung und fie ist es noch heute; es entsteht nur ein falsches Bild, menn Rinder, die vom Roten Kreuz für eine Fahrt nach Dänemart Warnung vergeblich blieben, follen 3wang und Druck helfen. In man den Ruf danach an sie richtet und nicht an die fran- ausgesucht waren, wurden wegen verbotener Anfammlung mili- welchem Umfange mit Ausweisungen und Berhaftungen gewütet zösische Regierung." Aber als Dr. Cuno die Worte sprach: tärisch auseinanderge rengt( Stürmische Pfuirufe im wird, darüber statt abschließender Biffern Fort mit dem Gerede über Berhandlungen," erhob sich auf werden denjenigen angedroht, die dem deutschen Baterlande ihre ganzen Haufe.) Die Todesstrafe und lebenslängliches Zuchthaus der Rechten stürmischer Beifall, in dessen Getöse der folgende Tene bewahren wollen.( Erneute lebhafte Rufe der Entrüftung.) Nachfah unterging. So sieht die Aktion aus, von der Poincaré sagte, daß Es ist bedauerlich, daß dieser Zwischenfall zu allerhand Frankreich feinen Gedanken an eine militärische Operation Auslegungen und Streitigkeiten darüber Anlaß geben wird, habe.( Lachen.) Regierung und Reichstag müssen ihre Stimme er ob die gegenwärtige deutsche Regierung zu Verhandlungen heben und vor der ganzen Welt auf diese wachsende Brutalität hin bereit ist oder nicht. Aber es muß mit Nachdruck darauf hinweisen.( Stürmische Zustimmung.) gewiesen werden, daß diese Frage nicht die entscheidende ist. Der Präsident gedenkt dann des Ablebens des Botschafters Dr. Der Wille der Regierung wird unter den gegenwärtigen Um Mayer, der als Reichstagsabgeordneter ber Bayerischen Bolts. ständen durch den Drud des Massen willens nach partei angehörte. In kritischer Zeit habe er ein schwieriges Amt in der einen oder nach der anderen Seite gelenft werden, und der Hauptstadt desjenigen Siegerstaats übernommen, wo leider die dieser Maffenwille wird die gegenwärtige Regierung oder eine Bedanken des affes und der Bergewaltigung am wenig ften dem tommende zum Werkzeug gestalten, mit dessen Hilfe er sich abgestorben sind. Der Präsident dantt dem Berstorbenen das pflichtbewußtsein, das ihn dazu trieb, diese schwierige Aufgabe zu durchsetzt. übernehmen, und die Pflichttreue, mit der er sie ausgeübt habe. Darauf tritt das Haus in die Tagesordnung ein: Entgegen. nahme einer Regierungserflärung. Reichskanzler Dr. Cuno: Und da muß gefagt werden: Es ist heute in Deutschland feine Regierung möglich, die vor dem franzöfifchen Impe rialismus tapituliert, indem sie als Ergebnis von Ver. handlungen die Feitsehung unausführbarer Reparationsbedin gungen und das Berbleiben der fremden Truppen in den neu- Ohne jebe Ankündigung haben französische Truppen am 3. März besetzten Gebieten heimträgt. Es ist aber ebenso wenig eine das Hafengebiet von Mannheim befeßt, die Herrschaft über den Regierung möglich, die es ablehnen wollte, im Rahmen des Hafen Don Rarlsruhe ergriffen und Eisenbahnwerkstätten und Leiftbaren Gelb und Gut zu geben, um die schwer bedrängten bas Elektrizitätswert in Darmstadt besetzt. Würde das irgendwo Bolksgenossen im Welten von dem Drud einer feindlichen Be- fonft unter zivilisierten Staaten geschehen, so würde die Welt voll fagung zu befreien. Je nachdem, wie die weitere Entwicklung Deutschland geschieht, so hält man es als eine fleine Er der Entrüstung über folchen Rechtsbruch sein. Da es aber an der Dinge die Probe stellt, wird dieses Erempel nach der einen weiterung der Ruhrattion feines besonderen Aufhebens wert. oder nach der anderen Seite gelöst werden. Frankreich selbst bemüht sich faum, Rechtsgründe für sein Vorgehen Der Reichskanzler hat wieder von der Notwendigkeit ge zu geben. Die Bersenkung von Kähnen im Rhein- Herne- Kanal, mitten sprochen, Opfer zu bringen. Da kann die Bemerkung nicht im deutschen Gebiet, muß als Vorwand für diesen neuen Rechts, unterdrückt werden, daß die Opferwilligkeit, der befizenden bruch gelten. Dieser Rechtsbruch reibt sich an den Einbruch, den Klassen unendlich viel zu wünschen übrig läßt. Im„ Leipziger Frankreich mit der Befehung der Städte Offenburg und Tageblatt" vom 4. März veröffentlicht der demokratische Appenweier mit der leeren Begründung beging, daß dies die Reichstagsabgeordnete Erkelenz einen Aufsatz über die Strafe für den Ausfall einiger Schnellzüge und allgemeiner BerEinbrüde seiner letzten Reife nach England, worin er folgende fehlung sei. Er reiht sich an den am Niederrhein begangenen Rechtsbruch der Befehung der Städte Emmerich und Wesel Auffaffung als die weitester englischer Kreise widergibt: und den jüngsten Einbrüchen am Mittelrhein, wo Frankreich Besonders die Befißenben hätten nie auch nur angedeutet, die Städte Königswinter, Caub und Lorch ohne Rechts welchen Opfern sie bereit feien für Deutschlands Freiheit. Gegen grund, ja jogar nach dem Stande der leßten Tage. So sind aus dem Bereich der nur einige Beispielsziffern Reichspoftverwaltung 55 Beamte, der Reichsverkehrsverwaltung nach dem Stande der legten Tage. So sind aus dem Bereich der 71 Beamte, der Reichsfinanzverwaltung 279 Beamte, 600 Beamte aus der preußischen Gemeindeverwaltung und über 700 Schupobeamte, aus der bayerischen Pfalz seit dem 1. Januar 87 Beamte, aus Baden 9 ausgewiefen und vertrieben worden. Aus der Reichsverkehrsverwaltung find 25, aus der Reichspostverwaltung bis Dor wenigen Tagen 22, aus der Reichsfinanzverwaltung 26 Berurteilungen gemeldet, abgesehen von den Berurteilungen, die noch nicht zur Kenntnis gekommen sind. Das Verfahren ist ja auch für Massenanwendung einfach genug. Die Türe geht auf, Offiziere und Gendarmen treten ein, paden den Beamten, und fort geht es ins Gefängnis. Es folgt eine rasche Antlageerhebung vor ben Kriegsgericht Kriegsrecht mitten im Frieden und im Dienst friedlicher Ingenieurmiffion Einwände der Berteidiger werden furg erledigt, Beschlüsse und Urteile aus vorher gefertigter Niederschrift verlesen. Lange Ge fängis und hohe Geldstrafen sind das Schicksal der Männer, die ihrem Vaterlande die geschworene Treue halten und den rechtse widrigen Weisungen der Eindringlinge nicht folgen. Tage und mochenlang werden die Verhafteten in Zellen eingesperrt, die sonst nur zu furzer Aufnahme für Landstreicher bienen. Tage lang erhalten sie nichts als ein Stück Brot zur Nahrung.( hört, gemeinen Verbrecher das Recht vor, Besuche von Berwandten zu hört!) Die deutsche Zuchthausordnung sieht für den verurteilten empfangen. Die verurteilten deutschen Bürgermeister zu be fuchen ist ihren Frauen bisher verwehrt worden. Auch Besuche von Vertretern und Vertreterinnen des interalliierten Roten warum, denn die Unterkunftsräume find so aller Einrichtungen Kreuzes werden abgewiesen. Die Franzosen wissen wohl bar, daß felbft der geringere Grab bes franzöfifchen Reinlichkeitsbedürfnisses sich der Bloßstellung schämen müßte.( Bewegung und fuirufe.) Die Ehre deutscher Männer wird durch solche schändliche Gefangenschaft nicht vermindert, sondern gem ehrt. Aber wie ist bleje Gaande mit ber Ehre des französischen Boltes zu vereinbaren? So haben Ausweisungen und Verhafingen gange beutsche Behörben ihres Hauptes und ihrer Glieder beraubt, Die Regierungen des befeßten und des Einbruchsgebietes haben, wenn nicht zurüd. So schoffen in Oberhausen in der Nacht vom 20. zum ift! Wäre das nur ein von der Regierung befohlener Widerstand nicht den ganzen Besland, so doch den weitaus größten Teil ihrer 21. Februar zwei französische Soldaten in der Nähe des Bahnhofs oder, nur ein Widerstand zum Nutzen einer bestimmten Klasse, so Beamten verloren. Große Städte im Rheinland, in Westfalen, in oder jede Veranlassung auf zwei Schuhpolizeibeamte, verlegten wäre er längst zusammengebrochen. Nein, dieser Widerstand stammt Rheinhessen, in der Pfalz sind durch Ausweisungen und Berhaf den einen tödlich und verwundeten den anderen schwer.( Rufe: aus den Tiefen, die tiefer find als die untersten Flöze der Kohlen. tungen ihrer Bürgermeister beraubt worden. Brutal und zynisch unerhört!) Bluttaten in Bochum am 22. und in Oberhausen am bergwerke dort, er stammt aus dem Wissen des Boltes, um was ohnegleichen ist durchweg bei diesen Ausweisungen verfahren worden. 23. Februar brachten drei Personen schwere Verwundung, zweien es geht, aus seiner Treue zur Heimat, aus seinem Willen, alles Die Ausgewiesenen wurden aus ihren Wohnungen oder Amtsräumen den Tod. an die Verteidigung zu setzen. Darum mußte dieser Widerstand heraus verhaftet und über die Grenze geschleppt. Auch die Familien, Diese wenigen Beispiele stellen nur einen Bruchteil des Un- nicht erst befohlen werden, er war da, er ist da und wird da sein darunter franke Frauen und Kinder, hat man im altbesetzten Gebiet rechts dar( Sehr wahr!), das an unseren Brüdern und Schwestern bis zum Tage der Befreiung vom Zwange des Gegners.( Lebhafter mit ausgewiesen, fie genötigt, ihre Habfeligkeiten in kürzester Frist täglich verübt wird. Die Absicht, die mit diesem Schreckensregiment Beifall.) Beamte und Bürger, Arbeiter und Unternehmer, Eisenin Sicherheit zu bringen und ihre Wohnungen beschlagnahmt. Mit verfolgt wird, ist klar: Aushöhlung der Behörden, Entfernung unbe- bahner und Polizeimänner, fie alle, bis zu dem kleinen Geschäftsüberlegter Grausamkeit ist der Eindringling vorgegangen, denn es quemer Beamte und Einschüchterung der Einwohner. Mit den mann, der auch der drohenden Gebärde der fremden Besazung bis ift ihm genau bekannt, wie schwer es bei der herrschenden Wohnungs Beamten teilen sich die Führer des politischen Lebens, der Gemert- zum förperlichen Zwange seine Waren verweigert, sie alle sind eins. not im unbesepten Gebiet ist, eine neue Wohnung zu finden. Und schaften und der Presse in in die Ehre der Bedrückung. Und dieser auch die Abbeförderung der Ausgemiesenen ins unbefehte Gebiet An die Zeiten des dreißigjährigen Krieges gemahnt, was wird mit befliffener Rücksichtslosigkeit vollzogen. Truppweis merden an Berbrechen gegen Leib und Leben, Geld und Gut in den Zeiten die Ausgewiesenen auf Lastautos geladen und unter Quälereien der der Ingenieurfommission 1923 geschieht. fie begleitenden Soldaten oft in stundenlanger Fahrt fortgeführt. Personen von mehr als 60 Jahren wurden in talter Winternacht auf ihnen unbekannter Landstraße ausgesetzt. eine Folge solcher Willkür ist der Tod des Regierungsdirektors der Forstkammer in Speyer, der am 9. Februar in Heidelberg einige Tage nach seiner brutalen Verschleppung verstarb. Aus der Fülle der Rechtsbrüche nur einige Beispiele, deren fich die zügellose Soldatesfa bei der Verhaftung ihrer wehrlosen Opfer schuldig gemacht hat: Der fast 60jährige Oberbürgermeister von Oberhausen wurde festgenommen, meil er es ablehnte, den Betriebsleiter der Elektrizitätsmerke zur Stelle zu schaffen und ihn damit der Verhaftung zu überantworten. In Gegenwart seiner entrüftet protestierenden Beamten wurde er gefeffelt in feinem Kraftwagen weggeführt. Er, der Bürgermeister von Essen und zwei andere treue Beamte wurden während der Untersuchungshaft in einem halbduntien Kellerraum untergebracht, der mur 18 Kubikmeter Ausmaß hatte, und dort über acht Lage festgehalten. Eine Abordnung des deutschen Roten Kreuzes wurde trotz mehrmaliger Borstellungen bei dem General Fournier nicht zu einem Beluche bei den Gefangenen zugelaffen. Selbst der Gattin des Bürgermeisters von Effen wurde der Besuch ihres Mannes von demselben General in schroffer Form verweigert. Jegt figen die genannten Männer zur Berbüßung ihrer Strafe im Ge. fängnis in Düsseldorf in Einzelhaft unter schärffter Bewachung. Als Nahrung erhalten sie franzöfifche Gefängnisfoft; beide Bürgermeister find nach ärztlichem Zeugnis frant. Besonders roh wird gegen die braven Schubpolizeibeamten vor gegangen, die unter größter Aufopferung bis zur Grenze der Selbst verleugnung ihren schweren Dienst verrichtet haben. Bahllos find die Fälle, in benen sie, weil sie dem Eindringling pflichtgemäß den Gruß verweigerten, mit der Reitpeitfche geschlagen und aufs schwerste mißhandelt wurden. In Gelsenkirchen wurde ein Schuhpolizeibeamter, der ein ohne Beleuchtung durch die Straßen sausendes Auto anhielt, von den Insassen franzöfifchen Offizieren tödlich verletzt. Da die Kameraden des Getroffenen das Feuer erwiderten und tie französischen Offiziere verlegten, wurde jener Strafzug nach Gelsenkirchen unternommen, die Schußpolizei entwaffnet und aus dem Wacht gebäude herausgetrieben. Die Beamten mußten mit aufgehobenen Händen zwischen den französischen Infanteristen marschieren und wurden in Haft genommen. Der Oberbürgermeister, der zweite Bürgermeister, der Polizeipräsident, der Kommandeur der Schuh polizei und der Reichsbankdirektor wurden verhaftet. Der Stadt wurde eine Geldbuße von 100 millionen Mart auferlegt. Da die Stadt die Zahlung verweigerte, wurde am nächsten Tage tie zwangsweise Beitreibung versucht, Banten wurden beschlagnahmt, in Geschäften wurden die Rassen geplündert, Bürgern auf der Straße das Geld abgefordert; Kolbenstöße erfetzten die Quiltung. Der Kanzler schildert Jodann eingehend die bekannte Marterung Redlinghausens durch dite Soldatesta Des Generals Laignelot. In Herne verübten franzöfifche Soldaten ähnliche Ausschreitungen gegen die Benöfferung. Die Plünderung der Handelskammer in Bochum, bes Flugplages in Geffen in tischen find noch in frischer Erinnerung Willtür und Unmensch lichkeit richten sich auch gegen Krante, Obdachlose und Kinder. Der Bevölkerung von Essen wurde ein Biertel der vorhandenen Krantenbetten entzogen; das Obdachlosenafni wurde beschlagnahmt. In Gelsenkirchen wurden unschuldige Kinder aus dem Baisenhaus auf die Straße gesetzt. Selbst vor Morben schreckten die Truppen Snob- Kultur. Widerstand ist nicht auf das Gebiet an der Ruhr beschränkt geblieben; Auch in Frankreich schämt man sich seiner anscheinend, denn Jahre hat das Rheinland und haben die am Rhein gelegener. beüberall, wo Frankreich das Recht brach, erstand er. Drei lange man wagt es nicht, der Welt und dem eigenen Volte die Wahr- fetten Gebiete die Anortnungen der Rheinlandkommission ertragen heit zu sagen. Was Rechtstruch und Gewalt getan, soll eine lügnerische Propaganda verdecken, de: kein Mittel schlecht genug ist und die mit einem dichten e pon Häschern und Spionen die Bevölkerung in dem leidenden Gebiete und selbst das unbefehte Deutschland überzieht. Der zweite Posten der Passivseite ist die Erfolglosigkeit und vollzogen, solange es nur irgend möglich schien, fie mit dem Bertrag von Versailles in Einklang zu bringen. Als die Anordnungen aber deutlich diesen Boden verließen, als die französische und belgische Regierung einfach diftierte und die Verordnungen offenfundig nur mehr Berkünder französisch- belgischer Willfür murden, wurden Ruhr und Rhein eins im Kampf. alle Kraft des Staates der Selbsterhaffung zuzuwenden, der Verteidigung seines Beftandes, der an der Ruhr und am Rhein geführt wird. der Verfuche, Rohle zu bekommen. Bom 11. Januar bis 5. März Wir wissen, auch dieser Kampf hat seine Opfer an Leiden und hätte Frankreich 2,1 Millionen Tonnen Kohle erhalten sollen. Be- Lasten, In heißem Dant drücken wir den Kämpfern die Hand, fommen hat es nach Einstellung unserer Lieferungen während diefer denfen wir der tapferen Männer, deren Ehre eine ausländische Ge Zeit im ganzen 74 000 Tonnen, etwas mehr als den täglichen fangenschaft nicht erniedrigt, sondern erhöht, denken ihrer Frauen Betrag, der zu liefern gewesen wäre. An Holz sollte Frankreich im und Kinder und fühlen uns eins mit ihnen, nicht im aufwallenden Jahre 1922 166 000 Festmeter erhalten. Bekommen hat es 92 000 Gefühl allein, das wertlos ist, wenn sich nicht die Tat damit verMeter. Der Rest war bis zum 31. März 1923 zugefagt. Infolge bindet, sondern in der Verpflichtung unverbrüchlicher wirksamer Gedes Ruhreinbruchs erhielt Frankreich nichts. Zu diesem Ausfall meinschaft. In Politik und Wirtschaft haben wir alles auf diesen tommen die Einbußen an Reparationsleistungen und als britter Rampf und diese Gemeinschaft einzustellen. Die Arbeit der Posten erscheinen auf der Baffir feite die ungeheuren Aufwendungen Regierung fannte und fennt tein anderes Ziel. Wohl ist es traurig, für die Unterhaltung der Truppen, die nur zu einem nicht nennens fo manche Arbeit organischer Entwidlung zurückstellen zu müssen, werten Teil durch Raub und Diebstahl gebedt worden sind. traurig von der allmählichen Gesundung unserer Finanzen Unproduktivität auf der ganzen Linie, das ist das, Kennzeichen des wieder wegzukommen; aber nun ist Ruhrunternehmens zur Erfassung produktiver Pfänder. Trotzdem ist Poincaré mit dem Ergebnis zufrieden, obwohl in Lothringen bereits 80 Hochöfen gelöscht werden mußten, der Kokspreis um das Doppelte gestiegen und die Rauftraft des Frant auf ein Drittel gesunken ist. Das Anleihe bedürfnis Frankreichs zur Deckung ordnung des Reichspräsidenten bietet die Gewähr, daß Die rüdsichtslose Durchführung der Notver der Kosten des Ruhrunternehmens wächst täglich. Auf diesem Wege benen, die sich zu dem an sich so undeutschen Handwerk der Spionage wird Frankreich fein wirtschaftliches Ziel nicht erreichen. Eines hergeben, die Luft daran vergehen wird. Und die Entschlossenheit aber hat es schon erreicht: stärker und einmütiger ist die Geschlossen der Regierung bürgt dafür, daß Unruhen, von welcher Seite heit der Bevölkerung an Ruhr und Rhein als je zuvor. Waffenlos fie tommen mögen, uns auf dem Blaze finden. Wirtschaftlich muß hat Deutschland feine starte Wehr im Willen des freien Mannes, alles geschehen, um ten Rämpfern im befeßten Gebiet ber dem Rechte gehorcht, sich der Gemalt aber mit verschränkten Armen entsagt.( Lebhaftes Sehr gut!) Und würden die Franzosen Nahrung und Löhnung zu sichern noch lange im Ruhrgebiet stehen und fremde Arbeiterkolonnen und sie auch da, wo Arbeitslosigkeit einzusetzen beginnt, nicht underbringen der Fluch der Unfruchtbarkeit würde sie verfolgen. Das schuldeter Not anheimfallen zu lassen. Noch sind die Formen dieser Land der reichsten industriellen Schöpferfaft, der angespanntesten Wirtschaftsstüßung nicht in allem befriedigend; aber im ZusammenTätigkeit würde ihnen weniger bringen als die Kosten ihres Auf- wirken von Staat und Wirtschaft, von Arbeitnehmern und Arbeitenthalts Das Land, aus dem freier Wille des Arbeiters täglich gebern werden wir diese Schwierigkeiten überwinden. An Rohle, eheure Leistungen nach Frankreich strömen ließ, würde or Rohstoffen und Aufträgen fehlt es vorerst nicht Frankreichs Kraft zehren Tag um Tag. Das ist der passive Wider zum Fortgang ter Wirtschaft im unbefeßten Gebiet, wiewohl ber stand, den Frankreich uns zur Schuld anrechnet, den es zu brechen Kampf fchon in die achte Woche geht und das einheitliche Wirtschaftsversucht und den es doch solange nicht brechen fann, als der Wille gebiet durch die rechtswidrige Zoll- Linie am Rhein zerriffen ist. des deutschen Volkes dahinter steht. Dem Verfall der Mart ist mit verschiedenen Maßnahmen Wir bekennen uns heute erneut zu diesem paffiven Widerstand erfolgreich entgegengetreten worden und wenn die Stüßung der als der Waffe der Gewaltlosigkeit und des Friedens im Rampfe Ringen Stehenden chuldlos fchätigen mochte, so war und ist ihre Mart neben Schiebern und Spetulanten auch manchen in ehrlichem gegen Unrecht und Gewalt.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Berechtigung doch umgweifelhaft darin gelegen, daß es galt, bie Und wir werden nicht müde werden, diesen Widerstand weiterzu führen, bis das Ziel erreicht ist, das wir uns von Anfang an gefeßt Bahlungskraft der Mark und damit auch die internationale haben: Kein Ziel des Diftates oder der Beherrschung, wohl aber Rauf und Schuldentilgungstraft Deutschlands das Biel einer freien, vernünftigen, ehrlichen, einen wahr. nicht ins Bodenlose finten zu lassen; neuen Preissteigerungen mit haften Frieden sicherstellenden Verständigung. Wohl allen ihren schweren Folgen und neuer Entwertung der Sparstellt es die franzöfifche Propaganda fo hin, als habe die deutsche vermögen der öffentlichen Raffen und Stiftungen fowohl wie der Regierung mit Lift und Betrug die Bevölkerung zu diesem paffiven privaten entgegenzuwirken. Troß der großen Schwierigkeiten, die Widerstand verführt, als sei er dem Bolte frembd und nur die Waffe| unleugbar aus der nichtverschuldeten ungeheuerlichen Steigerung der einer im Dienst des Rapitalismus stehenden Regierung. Wie un- Geldschöpfung tommt, werden wir in den Bestrebungen fortfahren, richtig das ist, weiß jeder, der Deutschland fennt. Wer fönnte daran endlich einen glauben, daß ein solcher Widerstand, der Tag um Tag Hun festen Halt für unsere Währung berte von Opfern der fremden Willtür und Gewalttätigkeit zu finden. Wirben wir fo von der Währungsfeite ten Preissteige preisgibt, daß ein solcher Stampf geführt werden fönnte unter dem rungen entgegen, fo foll gleichzeitig eine volkswirtschaftliche Gesetze wange einer Regierung, die in jenem Gebiet nicht einen beachtende, privaten Bereicherungsabsichten aber schonungslos entGoldaten stehen hat, deren Bolizeimacht dort entwaffnet und aus- gegentretende Bucherbefämpfung von der anderen Seite getrieben ist, deren Verbindung aufs äußerste erschwert und gehemmt her unserem gepeinigten Bolte Schuß gegen Ausbeutung und Bernehmen Veranstalter des Abends fühlten förmlich ihre Kultur, die sie gegenseitig bewunderten und priesen. Und aus diesem Grunde brachten sie am Schlusse des Abends auch einen Trinkspruch, oder wie sie es nannten, einen Toaft auf den hohen Stand ihrer hoch entwidelten Kultur aus und ließen mit vollgefüllten Settgläsern die notleidenden Dichter, die dem Abend leider nicht beiwohnen tonnten, dreimal leben. Bon Josef Maria Frant. Irgendwo im Westen, in den Kreisen der Bornehmen vornehm bedt sich natürlich mit reich hatte man sich entschlossen, auch einmal etwas für die notleidenden Dichter zu tun. Man hatte ja aus Presseäußerungen und Blakaten, Aufrufen und Bersamm- Weiter hat man von diesem Abend nichts erfahren. Aber er lungen davon erfahren; man war gewissermaßen im Bilde. war der Unterstüßung notleidender Dichter gewidmet und das war Irgendeiner hatte einmal bei einer gesellschaftlichen Veranstal- doch schon etwas, wenn er auch weiter feinen zweckentsprechenden tung so ganz nebenbet zwifchen Seft und Nachtisch erwähnt, Erfolg hatte. Oder follte es am Ende damit gar nicht so ernst daß es erstaunlicherweise sehr viele Dichter gäbe, denen es sehr, gemeint gewesen sein...? Hm! Na, die Hauptsache war für die sehr schlecht gehe. Ja, es gäbe da sogar Leute, die hm, hungerten, Veranstalter, wieder einmal bewiesen zu haben, daß fie Kultur bealso sozusagen hungerten, alfo sozusagen nichts zu essen hätten und fiben. Und sie haben Kultur und find stolz auf ihre Kultur und auch keine Aussicht befäßen, in absehbarer Zeit ihre Lage zu ver- würden sich ihre Kultur niemals durch einen gewendeten Anzug bebessern. einträchtigen laffen, selbst wenn in diefem gewendeten Anzuge ein Im Verlaufe einer daran geknüpften Unterhaltung stellte man wahrhaftiger Dichter lebtel D, sie haben Rultur..! dann einmütig fest, daß diese Notlage ein passender Grund zu einer gesellschaftlichen Beranstaltung sei. Also beschloß man noch an biesem Abend eine Wohltätigkeitsgeselligkeit zur Linderung der be fagten Not- natürlich in vornehmer Aufmachung und etwas groß zügig. Der Reichfte unter ihnen, ein Großlaufmann, gab seine Wohnung dazu her, und alles wurde abgemacht. Lugor haben jenseits des Dzeans recht befremdliche Rückwirkungen Die wiedererftandenen Pharaonen". Die Ausgrabungen in geübt, die die amerikanische Gesellschaft aus den Sensationen gar nicht mehr herauskommen lassen. Vor kurzem erst hatte Frau Mac Cormick, die Tochter Rockefellers, der staunenden Welt verkündet, Man roar sehr zufrieden, daß bald wieder einmal etwas los" daß fie in einem vorangegangenen Leben die erste Battin des Königs fein würde und besprach schon die Toiletten und das voraussichtliche Tut- anth- Amen, beffen Mumie jezt gefunden wurde, gewesen fei. Programm des Abends. Natürlich sollte alles, wie schon gefagt, Die Dame hat jeht die notwendige Ergänzung in einem zurzeit in vornehm und großzügig sein, furzum Kultur" in letter Bollendung, au den bekanntesten Erscheinungen der amerikanischen Gesellschaft Monte Carlo meilenden Ameritaner namens Gibson gefunden, der um der geistigen Kultur damit zu dienen. gehört. Mr. Gibson hat Frau Mac Cormics Erklärung bestätigt Uebrigens beschloß man auch der Sache selbst halber und als und sich selbst als Rönig Tut- ankh- Amen zu erkennen gegeben. Die erhöhten Anziehungsreiz eine Anzahl der erwähnten notleibenden Dame fann noch von Glüd sagen, daß M Gibson bistret genug Dichter einzuladen. Man sammelte bei Orientierten Adressen und ist, um über sein eheliches Leben im alten Aegypten feine intimen versandte dann die Einladungen an die notleidenden Dichter Einzelheiten bekanntzugeben. Ich erinnere mich, als wenn es natürlich auf Bütten gedruckt und mit unverständlichen Buchstaben- gestern gewesen wäre." so erflärte Mr. Gibson nach den Mitteilunrätsein versehen, fowie dem Bermert„ Gesellschaftsanzug" unten fints. gen amerikanischer Blätter, des Tages, an dem ich mit ihr, die damals noch nicht 16 Jahre zählte, verheiratet wurde. Nur in einem Alles verlief programmäßig außer einem: von den eingeladenen Buntt läßt sie ihr Gedächtnis im Stich; denn wir haben nicht, wie notleidenden Dichtern hatten außer dreien alle abgelehnt, und zwar sie versichert, nur zwei Jahre, sondern volle fünf Jahre zusammen. mit der Begründung, daß sie nicht im Besize von Gesellschaftsanzügen gelebt. Niemals wollte sie auf einem anderen Sessel Plak nehmen feien. Sie hatten diese gegen unentbehrliche Lebensmittel im Laufe als auf dem, der fürzlich aus meinem Grabe zutage gefördert wurde, der Zeit eintauschen müssen, um nicht verhungern zu müssen. Diese und dessen Anblick Frau Mac Cormick das Bild ihres früheren Lebens Mitteilung hatte nun dem Einladungskomitee fehr viele Kopf- flar vor Augen zauberte." Ichmerzen bereitet; zum Schluß tam man aber überein, daß man von der Bekleidungsvorschrift nicht abgehen und auf den Gesellschafts. anzug nicht verzichten könne; denn, sagten sich die feinempfindenden, erflafsigen Veranstalter, ein Berzicht darauf würde die Kultur und den vornehmen Charakter, wie die Großzügigkeit des Abends fo sehr in Frage stellen, daß man sich schon mit den Ablehnungen einverstanden erklären müsse und an Stelle der Ablehnenden schnell noch einige Herren aus besseren Künstlerkreisen einladen müsse. Der Geselligkeitsabend zur Linderung notleidender Dichter ver fief also außer diefem einen Umftande programmäßig. Die vor Db diefe wiedererstandenen Pharaonen" wohl selbst an diefen Blödsinn glauben, mit den fie fich interessante Ahnen zu schaffen suchen? Zeppelinpoft zwifchen Spanien und Argentinien. In Spanien ist man zurzeit fieberhaft damit beschäftigt, die Borbereitungen für die Eröffnung einer Luftpoftlinie, die den Verkehr zwischen Spanien wirt Sevilla sein, wo drei große Hallen zur Aufnahme der im und Argentinien vermitteln soll, zu beenden. Die Abgangsstation Bau befindlichen großen Zeppeline errichtet werden. Eine Zwischen station wird auf den Kanarischen Inseln errichtet, und in Buenos Aires, ber Anfunftsstation, werden zurzeit ebenfalls drei Hallen von je 300 Meter Länge gebaut. Die vier Zeppeline, die für die Linie in Dienst gestellt werden sollen, erhalten jeder eine Länge von 250 Meter mit einem Faffungsraum von 135 000 Rubikmetern. Jedes Luftschiff wird mit neun Motoren von je 400 Pferdefräften montiert und ist für die Beförderung von 40 Baffagieren außer schiffe follen eine Stundengeschwindigkeit von mindestens 100 Kiloder Mannschaft und der Last der Postfachen eingerichtet. Die Luft meter erhalten. Der Fahrplan fieht eine Reise in beiden Richtungen für jede Woche vor, deren Dauer auf etwa vier Tage berechnet ist. Der Baffagierpreis für jede Reise ist auf 4000 Befetas festgelegt und als Borto für die durch Luftschiff beförderten Briefe werten 2 Besetas für je 30 Gramm Gewicht erhoben. Die Kolonifierung Paläsfinas. Der eben von Palästina nach Europa zurückgekehrte Zionistenführer Dr. Weizmann gibt Einzel heiten über die Kolonisation Palästinas während der letzten zwei Jahre. Es sind in diesem Zeitraum 25 000 Menschen eingewandert, der größte Teil von ihnen aus Rumänien und aus den russischen Randstaaten, in der allerletzten Zeit auch viele aus Perfien und Marotto. Auffallend ist, daß 40 Proz. dieser Einwanderer Leute mit akademischer Bildung sind; sie alle wollen nur förperliche Arbeit find 1000 Häufer errichtet, eine Million Bäume gepflanzt, 80( engleiften, als Handwerker oder als Bauern. In diesen zwei Jahren lische) Meilen Chauffeen und Wege und zwei kleine Bahnen gebaut worden. Man hat vier Siedlungen geschaffen und vier erstklassige Fabriten angelegt: eine( Mehl) Mühle, eine Ziegelei, eine Deffabrik und eine Zementfabrik. Dr. Weizmann meint, daß der Boden Balästinas feineswegs unfruchtbar, fondern nur viele Jahrhunderte hindurch vollkommen vernachlässigt worden sei, er eigne fich bei richfrüchte wie Drangen, und sei ebenso geeignet zur Aufzucht von Rindtiger Kultur aber ausgezeichnet für Kornbau, ferner für Baumvieh und Geflügel. 23 eiber von 28indfor" am Donnerstag, den 15. In dem Sinfonie- Konzert Die Staatsoper bringt als nächste Neueinstudierung Nicolais„ Luftice am Freitag, den 9. werden die Es- Dur- Sinfonie von Mozart, Sinfonie Pastorale von Beethoven und die Oberon- Duverture zur Ausführung fommen. Dirigent: Hermann Abendroth. M Das Moskaner Rammertheater eröffnet sein Berliner Gaft. piel am 7. April im Deutschen Theater. Dem Ensemble gehören 50 Mitglieder an. Der Spielplan umfaßt folgende Stücke:" Prinzessin Brambilla"( nach E. Th. A. Hoffmann). Oskar Wildes Salome" häbra", dhleier ber Adrienne Lecouvreur", Girofle- Stiofla", Romeo und Julia" und Der Bom Orientalischen Seminar wird darauf hingewiefen, bak gute enntniffe im Cbineiligen und Japanischen günftige Ausschten für eine Tätigkeit im Tienite des Uuswärtigen Amtes fowie Borteile für eine solche in andel und Industrie in Ot aften bieten. Die bentichen Künstler in New Yort. Die Deutsche Opern. gefeilschaft( Hartmann Blech), die ibr amerikamsches Gastspiel in Baltimore Philadelphia begann, hat in New York einen solchen Erfolg ertungen, day die Gaftspiele um zwei Wochen verlängert werden mußten. Der Tod in Sibirien. Wie aus Sibirien gemeldet mfcb, find gabyreiche fibirische Gingeborenenſtamme, wie bie Dhoten, Diljalen, Boqulen Augenleiden, Zuberi fulose, Boden und bergl. von einem Massensterben beund andere infolge unerhörter Ausbreitung von Hantirantbeiten Typhus, droht. Es fehlt völlig an ärztlicher und sanitärer Hilfe. So hat die Bivili. fation ben Primitiven wohl ihre Strantheiten, aber nicht ihre Heilmittel gebracht. frauen zum Staate geben.( Erneuter Beifall.) Die Möglichkeit| nahme der französische Frank heute anders stünde als er] einer werterhaltenden Bermögensanlage foll dem Sparen wieder zufolge des Ruhreinbruchs steht. Hinter diesem Borschlag stand die zu einem wirtschaftspernünftigen Sinn verhelfen, Kraft der deutschen Wirtschaft als Sicherheit. alten Mittelstand, wo er in der Grausamkeit dieser Zeit noch nicht unterging, erhalten und wieder festigen, ten Aufstieg neuer mertvoller geistiger Kräfte ermöglichen und damit auch dem Staate dienen.( Zustimmung.) Bon dieser Stelle richte ich an alle Besigen den die ernste Aufforderung, fich der Zeichnung der Goldanleihe nicht zu entziehen.( Beifall.) Denn gerade in diefen Zeiten der äußersten äußeren Bedrängnis wollen wir dem Staate dienen, ihn mit aller Kraft festigen und stärken. Jm Unglück erst empfinden wir alle, was mir an ihm haben. Ist es nicht, als ob gerade in diesen Zeiten, in denen die Feinde ihn erniedrigen wollen, der Staat im deutschen Volte sich zu neuer Achtung erhöbe und neue Kraft ausströme?( Sehr richtig!) Im bedrohten Gebiet haben Männer und Frauen aller Parteien sich längst die Hände gereicht. Im gemeinsamen Abwehrkampfe haben sie sich achten und schäßen gelernt. Ihre Gedanken und Gefühle, nach Ursprung und Lebensgang weit verschieden, münden im Baterländischen und Staatlichen, in das eine große Ziel, ein.( Beifall.) Ist es ein permessenes Hoffen, daß dieser Geist von den Grenzmarken her auch im Binnenlante start und stärker werde? Oder ist es nicht doch bereits so, daß Barteien immer mehr zum Werkzeug werden und " immer stärker sich überall der Staatsgedante als das Gemeinsame durchfekt?( Sehr richtig!) Zu Beginn dieser Attion habe ich darauf hingewiesen, daß mehr als jemals über den Geschicken der Völker und Nationen harte Interessenfragen walten und der eigene Nugen Unberechtigt war und ist die Befürchtung, daß sich die Wirtschaft stärker als sonst die Politit des einzelnen Boltes bestimmt. Aber der Zahlungspflicht entschlagen wollte und würde. perlangt nicht gerade der eigene Nutzen jedes einzelnen Volkes, daß Bei Staat und Wirtschaft bestand der Wille, dieser Sicherheit auch diefer Kampf aufhört? Durch die Ruhraktion wird die Die gebotene fe fte Form zu geben. Wir haben ferner Berhand- Rückkehr zum wahren Frieden gestört und der baldige Wiederauf. lungen angeboten, um die 3 usammenarbeit der deutschen bau der zerstörten Weltwirtschaft verhindert, an dem Deutschland Wirtschaft mit der französischen Wirtschaft und ihre mit aller Kraft mitzuarbeiten willens ist. Müssen nicht auch abe gegenseitige Stärkung zu begründen und die beiden Systeme in etn gesehen hiervon alle Bölker, eingedenk der Wandlungsfähigkeit der enges, der Weltwirtschaft dienendes friedliches Berhältnis zueinander Beiten das zum wenigsten wünschen, daß Lebensrecht und Selbſt. zu bringen. All das wurde nicht gehört.( hört, hört!) Im bestimmungsrecht jedes Volfes gewahrt werden? Und wenn das so französischen Gelbbuch wird das damit begründet, daß es sich nur um ist, ist es dann nicht Deutschland, das jetzt nicht seine Sache allein, eine Démarche zur Einleitung eines Befuches gehandelt habe; gewiß, sondern die Sache der Welt, des Fortschritts und aber eines Besuches, der schriftlichen Vorschlägen folgen und fie be- riedens führt. Gleichwohl überall Schweigen! Das ist er= aründen sollte, Borschlägen im Sinne eines genau ausgearbeiteten schütternd für den, der an den Fortschritt im Leben der Völker Planes. Wurden wir nicht zugelassen, so ist heute der Grund ganz und an den friedlichen Sieg des Rechts glauben möchte. Versäumen offenkundig: diejenigen, die heute die Macht auf der Erde haben, nicht eben jezt eine Stunde, die eine große Stunde werden fönnte, zur Ausallein. würde das Wir wollen es noch. ottung des Haffes, des Kampfes und der Gewalt? Wir stehen Um so stärker geht mein Appell an das eigene Volt, nicht zu leichtem Optimismus, sondern dazu, den Kampf jo ernst und schwer zu nehmen, wie er ist, zusammen zu stehen in Tapferkeit und Difziplin, Eintracht zu wahren und zu fördern, jeglicher Ueberhebung in großfprecherischen Worten und Gebärden zu entsagen, die Not des nächsten zu bedenken und zu lindern, sich freizumachen von den Fesseln des Eigennutzes und des Wohllebens, sich in der Seele start zu machen, damit das deutsche Bolt, ob allein, ob mit anderen, sicher in gesammelter Kraft seinen Weg weitergehe. Einen Weg, den ihm nicht freie Wahl, sondern die Notwendigkeit der Tatsachen vorgeschrieben hat, den es nun aber mit ganzer Kraft sich in seinem Billen zu eigen gemacht hat. Wir werden den Weg gehen bis zum Ende, so schower es sein mag. Würden wir eher die Kampfreihen lodern, so bräche der Feind in fie ein, und es wäre dahin mit der Selbstbestimmung der deutschen Republit, dahin mit der Einheit des Reiches, dahin mit der Freiheit des deutschen Boltes, dahin mit alledem, was an sozialem Recht entwidelt und entwidlungsfähig in Deutschlands Staat und Wirtschaft lebt. Wer das nicht will, muß weiter mit uns ausharren bis zu dem Tage, wo man auf der anderen Seite einficht, daß das waffenlofe Deutſch land nicht mit Waffen zu besiegen ist und bis die ehrliche Bereinbarung gleichberechtigter Bölter endlich an die Stelle des militärischen Dittats treten wird. Wann dieser Tag tommen wird, wissen mir nicht; aber daß er einmal kommen muß, daß wiffen wir. Dafür fämpfen und leiden mir in einem Kampfe, in dem Deutschland seine eigene Sache führt, die des Rechtes und der Menschlichkeit.( Stürmischer, langanhaltender Beifall und Händeflatschen im Saale und auf den Tribünen.) Auf Vorschlag des Präsidenten wird die Aussprache über die Erklärung der Reichsregierung auf heute, Mittwoch, 1 Uhr angesetzt. Schluß nach 7 Uhr. # Für die heutige Debatte über die Kanzlerrebe sind folgende Redner vorgesehen: Für die Sozialdemokratie Dr. David, für die Deutsche Voltspartei Dr. Stresemann, für das Zentrum vermutlich Marg, für die Deutschnationalen, falls er von seiner Reise ins Ruhrgebiet rechtzeitig zurückkehrt, Hergt, andernfalls helfferich, für die Demokraten Dernburg, für die Bayerische Bolkspartei Leicht. Freie Wirtschaft- hohe Preise! Beschlüsse des Reichslandbundes. Der Ausschuß des Reichslandbundes hat erneut in seiner gestrigen Sitzung die freie Getreidewirtschaft gefordert und gegen die Umlagegetreidepreise auch nach ihrer letzten Erhöhung als zu niedrig protestiert. Dagegen begrüßt er die Erklärung, daß die freie Zuckerwirtschaft eingeführt werden soll, als einen Fortschritt! Sollte es anders sein, so würde die Welt sich allerdings wundern dürfen, denn die freie Zuckerwirtschaft, die wir schon einmal hatten, trieb die Preise ins Ungemessene, ließ billigen deutschen Zucker sich plötzlich in teuren Auslandszucker verwandeln und verschwand zudem in allen Schokoladefabriken, Liförbrennereien und ähnlichen gemeinnützigen Instituten. Diesen Zustand findet der Reichslandbund augenscheinlich für so ideal, daß er ihn möglichst bald wieder hergestellt sehen möchte. die Ruhrbefehung war schon vorher beschlossene Tatsache. ( Lebhafte Zustimmung.) Das französische Gelbbuch und bas englische Blaubuch zeigen klar, daß fein deutscher Vorschlag imftande gewesen wäre, Herrn Poincaré von dem Einmarsch zurückzuhalten.( Sehr richtig!) Einer der allierten Staatsmänner hat den Streitpunkt sehr richtig auf die Formel gebracht: ob man Maßregeln ergreifen wolle, die eine Wiederherstellung des deutschen Kredits ermöglichen oder die sie verhindern sollten. Frankreich hat den letzten Weg gewählt. Da wir wußten, daß in Frankreich stärker als in einem Ich bin gewiß, die Geschichte wird Parteien und Männer dieser anderen Lande die Politik die Erwägungen der Wirtschaft überwiegt, Zeit einst danach werten, wieviel fie für die Erhaltung der Einheit taten wir ein Lehtes, um auch politisch jeden Verdacht, als unferes Volkes gewirkt haben, und ich hoffe, daß wir alle und unsere wollten wir Frankreich am Rhein bedrohen, für eine längere ganze Zeit dann vor der Geschichte bestehen können.( Beifall.) Denn Zukunft für die gegenwärtige Zeit wird auch der blindeste Fanawirklich, feine Zeit lehrt uns Achtung vor dem Anders. tismus nicht an eine Bedrohung Frankreichs durch Deutschland denkenden mehr als eben diese Zeit. Männer und Frauen aller glauben( Sehr richtig!) durch die Borteien zeigt sie im gleichen Kampfe für der gleichen Staat, die Bindungen der Demokratie und des Bölkerrechts deutsche Republit( Beifall), tätig und leidend. In einer großen Ge= meinschaft stehen Männer und Stände, die in anderer Auffassung auszuräumen. Es wurde abgewiesen, obschon wir zu Aende groß geworden sind, stehen die Arbeiter im Ruhrgebiet und am rungen und Ergänzungen bereit waren.( hört, hört!) All diese Rhein, die dort in vorderster Reihe fämpfen, die Männer ohne Air Angebote waren schwer, bitter schwer für den, dem Geschichte zu Rhein, die dort in vorderster Reihe fämpfen, die Männer ohne ir nestalten fein blokes Spiel der Geschicklichkeit und der Anpaffung, und Halm, mit feinem anderen Besitz als ihrer Arbeitskraft und fondern eine ernste Aufgabe der Durchsehung fittlicher Rechts- und ihrem Wilfen zu Entwicklung und Aufstieg.( Sehr richtig!) Treu Grundfäge ist, bitter schwer für den, dem das Diktat von Bersailles Der Heimat sie alle, verteidigen sie dieses Reich, nicht mit der Kraft nicht der gerechte Friede ist, der uns versprochen wurde. Dennoch ihrer Hände allein, sondern auch mit der ganzen Wärme des Herzens mir haben all unser Bemühen und unseren besten, ehrlichen Willen als den Staat, der ihr Staat ist, im Aufstieg wie im Niedergang. an diefe Angebote gewendet.( Sehr richtig!) Daß Frankreich fie ( Lebhafter Beifall.) Um diesen Staat geht es jetzt, um nichts anderes. ablehnte, ändert nichts an der Richtigkeit dieser Politit.( RuKohle und Holz, Geld und Guf fonnte Frenfreich von uns im Stimmung.) Sie war notwendig und richtig, um unser Frieden haben bis zur Grenze unserer Leistungen, tann es Bolf im Bemußtsein eines reinen Gewissens und eines unvermeidheute haben nach ehrlicher, freier Verständigung. baren Geschicks zu fefter Einheit zusammenzuschließen und die GeDarum geht der Kampf nicht. Auch höchster Kunst im Ordnen und rechtigkeit unserer Sache vor der Welt zu ermeifen. Wir wollten Korrigieren der Tatsachen wird es nicht gelingen, eine neue Schuld- ehrlichen Herzens die Reparationen, wollten aufrichtig den Weg der lüge in Ansehen zu bringen, als ob Deutschland es gewesen wäre, Arbeit zur endgültigen vollen Freiheit gehen, wollten die Verständi das Verhandlungen unmöglich gehabt hätte. Denn feine deutsche gung der Bölker statt ihres Hasses. Regierung hat die aus dem Versailler Dittat folgenden Reparationsauflagen grundfählich abgelehnt, und feine deutsche Regierung hat( Beifall.) Was will Frankreich? Bor fieben Wochen fagte nicht das Ihre getan, um die Leiffungsaufgaben im Rahmen des ich hier, daß es sich im Wesen der franzöfifchen Aftion, der wir möglichen zu erfüllen.( Sehr richtig!) Seelisch erschöpft und zer gegenüberstehen, nicht um Reparationen handelt, fondern um jenes riffen, wirtschaftlich geschwächt, hat Deutschland vom Waffenstillstand alte Ziel, das seit mehr als 400 Jahren der französischen Bolitik eigen an ungeheure Werte aus seiner Wirtschaft an die Gläubiger des ist: die 3erstörung Deutschlands. Erneut erinnere ich an Vertrages gegeben. Vom 11. November 1918 bis zum die geheime Denkschrift Darifes, die ganz unverhohlen das Ziel der 30. September 1922 hat es Reichs- und Staatseigentum in Aufteilung Deutschlands aufzeigt( Sehr richtig!), erinnere daran, den abgetretenen Gebieten im Werte von 5,6 Goldmilliarden, die wie man zunächst das Rheinland von Deutschland abtrennen will Saargruben im Werte von einer Goldmilliarde übereignet, mili- Will Frankreich auf diesem Wege meitergehen, jo mag es daran tärische Rüclaßgüter von 4,2 Milliarden übergeben, See- und denten, daß Ehrgeiz, der weit über die Grundlage bes eigenen Binnenschiffe im Werte von 6 Milliarden, Kohle und Rots von Boltstums hinaus Länder und Böffer eigenen tiefbegründeten 2,3 Milliarden; hat deutsches Eigentum im Ausland blutenden Lebensrechtes umfpannt, in der Geschichte mehr als einmal Herzens aufgeben müssen im Werte von 11,7 miliarden, hat die wieder zu Fall gefommen ift, nach furchtbaren Er Forderungen an seine ehemaligen Kriegsverbündeten abgetreten Schöpfungen der europäischen, aber auch der franzöfifchen Boffstraft. und so eine Gesamtleistung von 45,6 Milliarden Goldmart erreicht.( Sehr richtig!) Frankreich mag alle Straft anstrengen, Deutschland ( Große allgemeine Bewegung.) Gleichzeitig wurde die Abrüftung zu zerimlagen. Gelänge es ihm aus tieffter Seele find wir über durchgeführt, die Kriegsindustrie ihrer Ausrüstung entblößt. Die geuat, daß es ihm nicht gelingen tann( lebhafte Buftimmung), fo deutschen Leistungen und die staatlichen Berluste machen so bis zum 30. September 1922 den Betrag von 56,5 Goldmilliarden nicht Glüd und Frieden für Frankreich, fondern Unheil und Friedlofigkeit für Europa aus, eine Summe, die beim heutigen Dollarstand dem unaus. denkbaren Betrag von 285 Billionen Papiermart bedeuten.( Lebhaftes Sehr richtig!) Das ist die Frage, vor der entspricht. Wer in der Belt tennt diese Ziffern? Die Staatsmänner Europa heute steht. Wir wollten und wollen die Verständigung der der Alliierten kennen fie wohl, die Bölfer aber fennen sie immer Böfter. Das ist so offenfundig, daß es teiner Geschichtsflitterung noch nicht. Diese ungeheuren Leistungen find nicht aus einer blühen den Volkswirtschaft bewirkt worden, wie sie im Jahre 1913 bestand, sondern aus der verstopften Wirtschaft des Jahres 1918, die selbst schon durch die Kosten der Kriegführung und die Verringe rung und die mangelnde Erneuerung der Produktionssubstanz schweren Schaden erlitten hatte. So ist es mehr als eine bloße Schäßung, daß das deutsche Bolfsvermögen durch den Krieg und seine bisherigen Folgen ungefähr auf die Hälfte Derringert wurde. Die Welt will das nicht hören, und doch ist es so. Gerade zur Mitarbeit beim Wiederaufbau war Deutschland bereit. Frankreich hat es nicht gewollt. Aber immer noch, fagt man, fei allzu wenig, was Deutschland geNeue Ruhrdebatte im Unterhaus. leistet hat im Berhältnis zur Blüte seiner eigenen Wirtschaft. Auch Männer im Ausland, die in der Wirtschaft ihres eigenen Landes England wartet, bis Frankreich einsieht... gut Bescheid wissen, sprechen immer noch von den Riesengewinnen wir wollten Regelung der Reparationsfrage London, 6. März.( WTB.) Heute nachmittag brachte im Der deutschen Industrie. Auch heute wieder liegt hier eine französische effe ebenso wie im Intereffe der ganzen Welt Frankreich wollte Rundgebung vor, in der versucht wird, unsere Opfer an Leistungen das Diftat der Gewalt. Nicht darum geht der Kampf, ob Deutsch Unterhaus Ramsay Macdonald furz nach 4 Uhr den Anirag zu verringern, in dem wieder die alten französischen Rechenexempel land fich verständigen will, sondern darum allein, ob Frankreich der Arbeiterpartei ein, in dem das Haus ersucht wird, zunächst die vorgeführt werden. Hierzu erkläre ich, daß die Tatsachen unserer endlich den ehrlichen Willen Deutschlands zu einer freien Ber Kammern Frankreichs und Belgiens aufzufordern, je einen Ausschuß Leistungen nicht dadurch aus der Welt geschafft werden, daß die ständigung unter gleichberechtigten Gegnern und auf aus allen Parteien zu ernennen und mit einem gleichen Ausschußz wirtschaftlich nüglichen Grundlagen anerkennt, oder Franzosen nur einen Teil dieser Leistungen anrechnen. Im übrigen ob es weiter auf seiner Bolitit der Diftate, der Ultimaten, ber des Unterhauses wegen der Besetzung des Ruhrgebietes im Zufind die Opfer, die Deutschland bringt, auf jeden Fall noch etwas Santtionen, ber Rapitulation besteht. Darum forf mit dem Gerede fammenhang mit den Fragen der Sicherheit und der Wiederherstelanderes als die Opfer, die Frankreich für den eigenen Wiederaufbau über Berhandlungen( Beifall), mit den Mahnungen zur Berständl- lung Informationen auszutauschen und zu beraten. Ramsay gung, die nicht an die deuffche, fondern an die franzöfifche Atreffe Macdonald erklärte, Deutschland fel heute weniger imftande, Die deutschen Opfer gehen endgültig unferer Wirtschaft verloren zu richten wären.( Lebhafte Zustimmung.) Angebote zu machen Wiederherstellung zu leisten als zu der Zeit, als Frankreich ins und kommen der Wirtschaft unserer früheren Kriegsgegner zugute. If nicht an uns und ist auch zahlenmähia unmöglich, folange wir Ruhrgebiet ging, um sie zu holen. Wenn man beginne, Taschen mit Die Opfer, die Frankreich bringt, bleiben im Lande und dienen der täglich mit Wertvernichtungen im Rubraeblet rechnen müffen, die Bajonetten zu durchsuchen, so stoße man leicht oder in die Taschen, eigenen Wirtschaft, freilich, soweit nicht die Klagen berechtigt find, uns jede klarheit über unsere Leistungsfähigkeit nehmen. Oft genug das Geld fiele heraus und ginge verloren. England fönne nur die in Frankreich selbst über die Bergeudung bei dem Wiederaufbau find wir enttäuscht worden!( Sehr richtig!) Wenni uns ein Weg einen Erfolg haben, wenn es seinen Standpunkt darlege und zu geöffnet wird, der frei von äußerem Drud uns aleichberechtigt in Ich will die heutige Erörterung nicht mit Einzelheiten belaften. offener Aussprache zu Recht und Bernunft zurückführt, so wird die ihm ſtehe. Der allererste Zug in dem Spiel müsse sein, Deutschland In Wirklichkeit ist die Berzinsung der Industrie troß der das ober- Regierung ihn gehen. Dabei wird fie feine Unterschrift leiffen, 3u veranlaffen, fich zu erklären, England fel in einer besseren flächliche Urteil täuschenden hohen Nennwertziffern, felbst wenn man deren Erfüllung unmöglich ift( Beifall.) und feiner Regelung zu- Lage, dies fun zu fönnen als irgendein anderes Land. Nach feinerlei Erhöhungen des Aktienkapitals als zu neuem Dividenden ffimmen, die das Rheinland, das Ruhrgebiet oder andere wlder- Ramjay Macdonald sprach Lord Robert Cecil und zwar gegeu bezug berechtigt anerfennt, auf einen fleinen Bruchteil. eines ein rechtlich befehten Geblete Im Sfiche läßt oder den von Gewaltfaten den Antrag der Arbeiterpartei. zigen Prozents in Gold gefunken. Noch ist in der Hochflut des betroffenen Deutschen nicht den Wen zur Freiheit und zur Heimat Bonar Caw erflärte in feiner Erwiderung auf die AusBapiermartumlaufs und in der landläufigen Gleichfegung freigibt.( Erneuter Beifall.) Will Frankreich die Rapitulation, so führungen Ramsay Macdonalds, in der Politik der Regierung sei der Papiermark mit der Goldmart, diese Verarmung unserer Wirt- fezt Deutschland den unerschütterlichen Willen enthegen, nicht zu teine Aenderung eingetreten. Wörtlich fuhr er fort:„ Wir schaft, noch faum im Inland, noch weniger im Ausland befannt, topitulieren. Will Frankreich die Bernichtung Deutschlands, so will glauben in diesem Augenblick nicht, daß ein Eingreifen nühlid Deutschland leben; bas ist sein Recht und feine Pflicht, dem eigenen wäre, es würde von Frankreich als eine feindliche Handlung noch täuscht die Bolte wie der Welt gegenüber. aufgefaßt werden. Wir sind nicht bereit, einen solchen Schriff zu. unternehmen. Sodann wies er darauf hin, daß die Frage der Reparationen teine Frage fel, an der nur Frankreich und Belgien beteiligt felen, fondern eine europäische Frage, an der England intereffiert sei und in der es einiges zu fagen habe. Die Besorgniffe, die der Einmarsch in das Ruhrgebeii im Unterhause her. vorgerufen habe, würden von der Regierung gefeilt. Die franzöfischen Staatsmänner feien des Glaubens, daß der Drud auf Deutschland seine wirtung üben werde. Solange sie an diesem Glauben fefthielten, wäre es nach der Auffassung der britischen Regierung nublos, eine Vermittlung anzubieten. bringt. der zerstörten Gebiete erhoben werden. Einzehrung der Substanz gelingen wird, Deutschland die Verantwortung an allen diesen Rechtsbrüchen zuzuschreiben.( Sehr richtig!) Nicht deswegen ist Frankreich ins Ruhrgebiet eingefallen, weil wir nicht verhandeln wollten und weil es eines Drudes auf uns bedurft hätte, uns dazu zu bringen, sondern deshalb allein, weil Frankreich nicht verhandeln wollte( Sehr richtig!) und die Hand Deutschlands mehr als einmal ausschlug vier mal allein in der 3½ Monate umspannenden bisherigen Arbeitszeit dieses Kabinetts. Ich erinnere 1. an die Berständigung der Industrien, 2. an den Londoner Borschlag, 3. an den Bariser Vorschlag und 4. an den Rheinlandpatt. Das ist ja gerade der Kernpuntt des gegenwärtigen Ronflifts; in unserem Inter Was aber fant die Welt dazu? Sie schweigen. die Gewinne vor, wo in Wirklichkeit Berlufte vorliegen. Eben deswegen müssen wir jo großen Wert darauf legen, dan die Leistungs- Was jene Mächte, deren Namen unter dem Bertrag von Berfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht einfach nach den Wünschen failles stehen und die domit ihren Namen und boch wobr mehr als des Gläubigers bemelien, fondern von fundigen Sachverständigen ihren Namen für die Aufrechterhaltung des Vertrages terpfände obgewogen und gemeffen wird. Bis zur Grenze der Leistungsfähigten und an der Entwaffnung teilnahmen? feit, die sich hierbei ergibt, hat auch die gegenwärtige Regierung bei Schweigen fie, weil sie nicht miffen, was an Gewalttaten gefchieht? der Uebernahme der Geschäfte wie feither immer wiederholt, den Die Berichte unparteiischer Gemährsmänner aus dem Ruhrgebiet Reparationsauflagen entsprechen zu wollen erklärt. Als ich das bezeugen deutlich genua, mas fich begibt. Genügen die hundert bridend fere mir vom Herrn Reichspräsidenten angebotene Ami Berurteilungen aufrechter Männer nicht, die tausendfachen Ausübernahm, war es vor allem deshalb, um nach den Methoden weisungen von Männern und Frauen, von Greifen und Säuglindes ehrlichen Raufmanns und Wirtschafters in gen aus altererbter Heimat, die Tötungen, bie portamen? Sind es offenen, foneten Berhardlingen und Feststellungen von Mann zu noch zu wenig, müffen die Todesopfer der Gewalttaten erst noch Mann die Summe unferer Verpflichtungen auf ein beiden Teilen in die Hunderte und Taufende anwachsen? Oder ist der Gedante erträgliches und für Deutschland erfüllbares Maß festzulegen. Die des Rechts so ganz gestorben? Borschläge, die wir für die Konferenz in London machten, sollten 3ch appelliere nicht, auch heute nicht; ich flage nicht an, wo das uns diesem Ziele näher bringen. Wir haben für Paris dann Sidfal eines ganzen Boltes und die Bedrohung eines Erdfeils neue Borschläge ausgearbeitet und haben die Mächte in aller lage erhebt; ich stelle nur feft, daß wir nach fiebenwöchentlichem Form gebeten, diefe Borschläge von uns schriftlich entgegenzunehmen Kampfe um das Recht unferes Voltes und das Recht der Völker und sie uns gründlich erläutern zu lassen, Vorschläge, bei deren Anauch heute noch allein fiehen. In den Kreis solcher Gedanken gehört natürlich auch, daß der Reichslandbund die Beschlüsse des Steuerausschusses über die Bewertung des Grundbesizes zur Bermögenssteuer und 3wangsanleihe für die Landwirtschaft fast unerträglich findet! Darauf wurde die Erörterung auf unbestimmte Zelt verfagt. Deutschvolfisches Breffeverbot. Dberpräsident Roste hat auf Grund des§8 des Gefezes zum Schuße der Republit das Erscheinen der deutichböllischen Wochenschrift Der Sturm auf die Dauer von awei Monaten berboten. Die Lepte Rummer ber Wochenschrift ist beschlagnahmt. . Gewerkschaftsbewegung Appell der Saarbergleute. Seit dem 5. Februar d. J. stehen 72 000 Bergarbeiter des Saargebietes in einem schweren wirtschaftlichen Kampfe gegen den mächtigsten Arbeitgeber der Welt, die französische Saarbergverwaltung. Die Einführung des Frant als Zahlungsmittel hat im Gaargebiet eine ungeheure Teuerung hervorgerufen. Der Bergarbeiterlohn stand bei Beginn des Streits 7 Frant pro Tag niedriger als 1920. Auf die Forderung der Saarbergarbeiter, den Lohn auf den Stand von 1920 zu erhöhen, machte die Bergver maltung ein so ungenügendes Angebot, daß die Bergarbeiter es ablehnen mußten. Seit 5 Wochen steht nun die restlos organisierte Bergarbeiterschaft einig und geschlossen in ihrem in mustergültiger Ruhe geführten Kampfe. Sie braucht aber in diesem Kampfe die moralische und materielle Hilfe der internationalen organisierten Arbeiterschaft. Sie bittet um diese Unterstützung in der Erwägung, daß der Kampf der Bergarbeiter eines Landes die Sache der Arbeiter aller Länder ist. Geldsendungen erbitten wir durch Bermittlung der Zentrale unseres Berbandes in Bochum. Saarbrüden, den 7. März 1923. Berband der Bergarbeiter Deutschlands, Bezittsleitung Saargebiet. Schwarz Hetterich. Wir schließen uns der Bitte unserer faarländischen Kollegen, sie in ihrem schweren wirtschaftlichen Kampfe schnell und wirksam zu unterstützen, an. Verband der Bergarbeiter Deutschlands, Bochum. Friedrich Husemann. * Der Bergarbeiterftreit im Saargebiet hat eine Berschärfung durch die Knappschaftsverwaltung erfahren. Sie hat sämtlichen im Streit befindlichen Arbeitern die Mitgliedschaft zur rantentaffe entzogen, so daß sich frante Bergleute privat behandeln lassen müssen. Alle Knappschaftsälteften find ihres Amtes vorläufig enthoben worden, so daß es auch feinen geschäftsführenden Borstand, der zur Hälfte aus den Berficherten bestehen muß, mehr gibt. Den Knappschaftsärzten wurde eine Reduzierung ihrer Behälter angefündigt. Keine Erhöhung der Märzbezüge? Ein bürgerliches Nachrichtenbureau verbreitet folgende Meldung: Der Reichsfinanzminister ist nicht geneigt, mit den Organi fationen der Beamten und Staatsarbeiter über eine Erhöhung der Behälter und Löhne für März zu verhandeln. Die Reichsregierung ift der Auffassung, daß durch eine nochmalige Erhöhung der Gehälter und Löhne die von der Regierung getroffenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Mark gefährdet werden. Die Organifationen find im Finanzministerium vorstellig geworden, um viel leicht doch noch zu erreichen, daß mit ihnen verhandelt wird. Wir sind in später Abendstunde nicht in der Lage, die Richtig feit der Meldung nachzuprüfen. Wir wollen hoffen, daß fie falsch ift, um so mehr, als die Reichsregierung die Nachricht dementiert hat, wonach sie eine Anweisung gegeben haben soll, für März jede Lohn und Gehaltserhöhung abzulehnen. Zur Bewegung in der Metallindustrie. Wie uns mitgeteilt wird, find auf Veranlassung des Reichsarbeitsministeriums für Donnerstag neue Verhandlungen zwischen dem Verband Berliner Metallindustrieller und dem Deutschen Metallarbeiterverband festgesetzt worden. Die Verhandlungen finden im Reichsarbeitsministerium statt. Angesichts der bisherigen Haltung der Unternehmer ist nicht anzunehmen, daß dieser legte Versuch zu einem greifbaren Resultat für die Metallarbeiter führt. Diese werden gut tun, sich in geschlossener Bereitschaft zu halten, auf jeden Fall aber die Beschlüsse der Organisation abzuwarten. Die Wertmeister stehen geschlossen zu ihrer Drganisation, dem Deutschen Berfmeisterverband, und sind bereit, jeder Parole des jelben unbedingt Folge zu leisten. Jeingedeckt hatten. Diese Schreier haben ihr Ziel also in dop- I pelter Hinsicht erreicht: 1. Ihre alten Fleischporzäte zu höchsten Preisen verkauft und Riefengewinne eingefadt; 2. die läftige Konkurrenz der Kleinen" ausgeschaltet. So mancher Engrosschlächter ist heute betrübt, daß er tein Fleisch hat, während die anderen ihr Schäfchen scheren. Nach dem Bericht fehte eine längere Disfuffion ein, die eine starte Mißstimmung über das geringe Zugeständnis der Arbeitgeber ertennen ließ. Nach einem Schlußwort des Referenten, in dem er zu treuem Festhalten, an der Organisation ermahnte, da die Einigkeit in dieser 3eit dringender denn je notwendig fei, wurden zwei Resolutionen angenommen. Die erste fordert gemeinsame Verhandlungen im Die Preisentwicklung seit Anfang Januar bietet dasselbe Bild, graphischen Gewerbe, Herstellung des Reallohns und Herstellung wie die anderer Inlandswaren. Mit dem rapiden Steigen des der Einheitsfront zur Erreichung einer Arbeiterregierung, während Dollar zogen auch die Fleischpreise sprunghaft an. Von 1050 m. die zweite von den Betriebsräten verlangt, bei den Geschäftssleitun für ein Pfund Schweinefleisch( lebend) am 13. Januar, stieg der gen vor Abschließung der neuen Lohnwoche vorstellig zu werten, um Preis bis zum 31. Januar auf 2600 m. Anfang Februar fiel bie Forderungen auf Affordprezente sowie auf die Lohnsäge, die der Dollar bis auf die Hälfte seines höchsten Standes, die Fleisch. unentschieden geblieben bzw. zu gering bemeffen sind, erneut in preise. Ende Februar schien es, als ob die Fleischpreise heruntergehen werden müsse. ftiegen metter bis auf 3400 m. das Pfund. Höhe von 40 Proz. zu stellen, andernfalls die Affordarbeit abgelehnt wollten. An einem Markttage trat ein Rückschlag auf 2600 m. ein. Der folgende Markt ließ die Preise wieder auf die alte Höhe zurüdschnellen. Der letzte Marft war, wie schon früher erwähnt, außer ordentlich gut befchickt und hatte sehr stark auf die Preise gedrückt. Viel Vich lief ein, das bereits auf dem Hamburger Markt angeboten war, wegen der zurückgehenden Preise aber nach dem Berliner Marft geleitet wurde. Die Angestellten der Reichspost. Der Der Deutsche Berkehrsburd( Seftion Bost, Fernspreche und Telegraphenperfonal der Oberpoftdirektion Berlin) hielt am Montag abend in den Zentral- Festfälen seine Jahres- Generalversammlung ab, in der der Sektionsleiter Will den Bericht erstattete. In seine umfangreichen Ausführungen ging der Reiner auf alle Ereignisse wahre Gesicht derjenigen aus, die nur so von Baterlandsliebe" meinen Deutschen Gewerkschaftsbundes ihre Intereffen am besten In der ganzen Preisgestaltung drückt sich naturgemäß das im abgelaufenen Geschäftsjahre näher ein und hob hervor, daß die Kollegenschaft erkannt habe, im Rahmen der Grundfäße des Allgetriefen. Landwirt, Händler, Kommiffionär und Engrosschlächter in fördern zu können. Im Laufe des Jahres sei die Organisation dem trauter Harmonie, eifrig bestrebt, die Preise hoch zu halter Allgemeinen Deutschen Beamtenbund beigeireten. Die Entwicklung Selbst die Fleiſchermeister- Bresse sieht sich veranlaßt, darauf hinzu- der Organisation tonne als ein freudiger Erfolg bezeichnet werden, weisen, daß solches Tum nicht„ vaterländisch" sei. Anm. der Redaktion: Es wäre wirklich die höchste Zeit, daß Arbeiter. Hierzu tritt ein erheblicher Teil der Beamten. denn sie umfasse etwa 87 Proz. der im OPD.- Bezirk beschäftigten die Behörden einmal nach dem rechten sehen und dem unter der Bericht wurde von Klemm in verschiedenen Punkten ergänzt, der maste eines Lohnfampfes Eetriebenen Wucher und der Preis- die Vorgänge auf dem 2. allgemeinen internationalen Kongreß der treiberei energisch zu Leibe gehen. Wie wir andererseits erfahren, Bost- und Telegraphenbeamten in Berlin Streifte und insbesondere haben gestern im Reichsarbeitsministerium Verhandlungen stattge auch auf die Tätigkeit tes 1. Berbandstages, der im Berliner Gefunden. Uebe: den vom Borsitzenden gemachten Vergleichsvorschlag wertschaftshaus stattfand, hinwies. Bei der Neuwahl der Bezirks werden sich die Parteien heute schlüssig werden. betriebsräte, an der sich 85 Broz. von der Belegschaft beteiligten, gelang es, alle 12 freigewerffchaftlichen Betriebsräte burchzubringen. Nach Erledigung des ersten Punktes der Tagesordnung wurde zur Wahl der Settionsleitung geschritten. Als Geftionsleiter murde ill, als Stellvertreter Rlemm, zum Schriftführer Kroschel und zum Stellvertreter Serz gewählt. Zum unbesolt eten Funktio= när für die Bezirksverwaltung wurde der Rollege Weiß gewählt. Ueber die letzten Lohnverhandlungen wurde von Ballentin berichtet, daß die Regierung auch für März im allgemeinen auf teine 2ohnverhandlungen eingehen will. Sie hat aber erklärt, für besonders hart von der Teuerung bedrängte Orte eine Ausnahme machen zu wollen. Unwürdige Bezahlung in der Puhbranche. Die Bewegung der Angestellten der Holzindustrie. Vom Bund der technischen Angestellten und Beamten wird uns geschrieben: Die Verhandlungen vor dem Demobilmachungstommiffar, die zum Zwecke der Berbindlicherklärung des Schiedsspruches, welcher bestimmte, daß der alte Tarifvertrag bis zum 31. Dezember 1923 zu verlängern ist und daß auf die Novembergehälter für den Monat Januar 210 Proz. zu zahlen sind, stattfanden, haben eine Einigung nicht erzielt. Es fann jedoch festgestellt werden, daß die Herren Arbeitgeber der Holzindustrie schon etwas gelernt haben, und wir hoffen, daß fie in Zukunft noch mehr lernen werden. Haben sie doch zu diesen Verhandlungen nicht den Synditus mit der Berlesung irgendeines schriftlichen Auftrages betraut, sondern sind persönlich in Bom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: größerer Anzahl erschienen. Wer jedoch geglaubt hat, daß die er Aus Kreifen der Arbeiter und Angestellten der Buzzbranche schienenen Herren in der Lage wären, neue Gründe für ihren ab- gingen uns lebhafte Klagen über die mangelhafte Bezahlung der lehnenden Standpunkt vor dem Demobilmachungskommissar ins Feld Arbeitskraft in dieser Branche zu. Das Epigengehalt eines faufzu führen, hat sich schwer getäuscht. Einzelheiten über die Ber- männischen Angestellten betrug im Monat Februar 170 000 M. handlungen in der Deffentlichkeit zu brandmarken, nehmen wir Ab- Alle Bemühungen, eine einer anderen tariflichen Bereinbarung stand in Anbetracht dessen, daß die Herren Arbeitgeber die Erklärung gleichkommende Bezahlung zu erreichen, scheiterten an der Beigerung abgegeben haben, daß sie in einer Mitgliederversammlung erneut der Arbeitgeber, den sozialen Erfordernissen gerecht zu werden. zu unseren Forderungen Stellung nehmen werden. Wir erwarten, Eine sehr geübte und gefchickte Buzarbeiterin hatte zum Beispiel daß in den erneut zu führenden Berhandlungen mit den Herren nach langjähriger Tätigkeit im Betriebe für den Monat Dezember Arbeitgebern diese ihren ablehnenden Standpunft einer Revision ein Einkommen von 16000 m., das im Monat Januar etwa 24000 m. unterziehen werden auf Grund der Aussprache, die vor dem Demobil- betrug und im Februar die Summe von etwa 45 000 m. erreichte! davon überzeugen konnten, daß die Angestelltenschaft unbedingt an diesen Zuständen Kenntnis erhält. Daß bei so gearteten Ein machungskommissar stattfand. Wir sind der Meinung, daß sie sich Es ist daher wichtig, daß auch die Deffentlichkeit einmal von der Forderung festhält, ihre Arbeits- und Gehaltsbedingungen für fommensverhältnissen das Elend der Arbeiter und Angestellten in die Zukunft tariflich geregelt zu wiffen. Sollten die Verhandlungen, der Buzbranche groß ist, braucht nicht extra betont zu werden. Wir bie nun ftattzufinden haben, nicht ein befriedigendes Ergebnis möchten nur einmal die sittliche Entrüstung der Herren Arbeitzeitigen, so fällt die Berantwortung für das, was geschieht, den geber fennen lernen, wenn ein so miserabel bezahlter Arbeitnehmer Herren Holzindustriellen zu. Das verflossene Tarifvertragsverhältnis auf den Gedanken fommt, zur Fristung seiner Existenz sich Eigen hat sich die Angestelltenschaft durch einen Streif erfämpft. Wollen tum anzueignen. Berharren die Unternehmer auf ihrem unsozialen die Herren Arbeitgeber erneut den Kampf, so ist die Angestellten- Standpunkt, dann werden wir in nächster Zeit Gelegenheit nehmen. schaft bereit, den hingeworfenen Fehdehandschuh aufzunehmen. Wir an Hand eines reichen Zahlenmaterials einmal eingehender auf werden dann nicht davor zurückschrecken, die bitteren Wahrheiten, diese Dinge zurüdzukommen und insbesondere auch auf die Verhören mußten und die sie durch feinen Gegenbeweis entkräften und Arbeitern aber muß nach wie vor gesagt werden, daß eine die die Herren Arbeitgeber vor dem Demobilmachungstommiffar dienstmöglichkeiten der Arbeitgeber hinweisen. Den Angestellten konnten, der Deffentlichkeit zu übergeben. Daß nicht die Löhne und woraus fegung für eine grundlegende Befferung der ArbeitsGehälter der Arbeitnehmer an den Bucherpreisen, die in der Holz- verhältnisse die möglichst restlose Busammenfaffung in der gewerk industrie gefordert werden, schuld find, ist eingeweihten Kreisen schon schaftlichen Organisation ist. Daran fehlt es bis zur Stunde noch. längst bekannt. Ein flares Bild der Deffentlichkeit darüber zu geben, wie sich die Preise einer bürgerlichen Wohnungseinrichtung zu sammensetzen, wird unsere nächste Aufgabe sein. Lohnverhandlungen der Buchbinder. nahm Eine außerordentlich gut besuchte Werkmeister Funktionär bersammlung nahm nachstehende Entschließung einstimmig an: „ Die Funktionäre der Fachgruppe Metallindustrie im Deutschen Bertmeisterverband baben den Bericht über die Lage in der Berliner Metallindustrie entgegengenommen und daraus ersehen, daß der VBMJ. ein Entgegenkommen für die Angestelltenschaft Eine gutbesuchte Bersammlung aller in den reinen Buchbinde nicht zeigt. Sie bedauern die Haltung der Unternehmer im reien, Geschäftsbuch- und Briefumschlagfabriten beschäftigten Arbeiter Interesse der allgemeinen Volkswirtschaft, der ein Streit in der und Arbeiterinnen am Montag im Gewerkschaftshaus Berliner Metallindustrie in der jetzigen Situation schwere Bunden Stellung zu dem Ergebnis der Lohnverhandlungen für Monat März. schlagen muß. Die Kollegen im Deutschen Werkmeisterverband lleber den Verlauf der Verhandlungen wurde von Czerny be find sich ihrer Verantwortung der Allgemeinheit gegenüber voll richtet. Aus seinem Bericht ging hervor, daß das Reichsarbeitsbewußt; wenn sie trotzdem zum Streit schreiten, so tun fie das, minifterium angerufen werden mußte, weil eine Einigung mit den weil sie durch die brutale Rücksichtslosigkeit der Arbeitgeber dazu Arbeitgebern nicht erzielt werden fonnte. Bei den Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium habe Synditus Feldgen als Bergezwungen werden." treter der Arbeitgeber folgende merkwürtige Erklärung abgegeben: Die Bapierverarbeitungsinduftrie hat sich mit riesigen Summen an der Ruhrhilfe beteiligt und jest verlangen fie( die Arbeiterver. trefer) noch eine Erhöhung der Löhne. Die politische Lage erfordert, daß die Arbeiterschaft Rücksicht nimmt auch auf die schwere Notlage der Arbeitgeber, um es ihnen zu ermöglichen, die Arbeiter trotz der schlechten Wirtschaftslage weiter zu beschäftigen. Deshalb müssen Anläßlich der Aussperrung in der Fleischwazenindustrie wurde ich die Arbeiter mit einem bescheidenen Lohn zufrieden geben, damit der letzte Bieh martt von den Unternehmern gesprengt. Die es möglich wird, die schwere Zeit durchzuhalten." wahren Gründe sind jedoch andere. Die Ueberzeugung dürfte nach Der Spruch war folgender: Die Verheirateten erhalten eine gerade auch den kleinen Engrosschlächtermeistern aufgehen. Faft Lohnzulage in Höhe von 25, die Unverheirateten und Arbeiterinnen clle, die dem Marttbontottbeschluß der Unternehmer zum Don 20 Proz Opfer fielen, und das waren die kleinen, mußten auf dem Dieser Spruch ist von der Lohnkommission abgelehnt worden. gestrigen Fleischmarkt zusehen, wie die Großen", die noch über Nachträglich ist es noch zu einer direkten Berhandlung mit den MrBorräte vom vorigen Markt perfügten, unerhört hohe Preise beitgebern in der Briefumschlags und Geschäftsbuchfabrikation geforderten und wegen der Fleischtnappheit auch erhielten. Pommen und tiefe haben sich bereit erklärt, eine Erhöhung aller ( Fleischknappheit" Tausende Stück Vieh stehen in den Ställen Löhne um 25 Broz. zu gewähren. Die Akkordfäße sollen auch entdes Biehhofes!) Es verlautet, daß die größten Schreier nach dem sprechend erhöht werden. Mit den Vertretern der reinen Buch Bontott sich bereits am Tage zuvor auf dem Magerviehhof bindereien ist eine Einigung noch nicht zustande gekommen. Der Kampf im Fleischergewerbe. Der Zentralverband der Fleischer schreibt uns: Schotten reine Wolle, 100 cm breit, Meter Zephir für Sporthemden und Blusen, gute Qualität .Meter " 9500.2750.Achtung, Buchbrucker! Heute nachmittag 5 Uhr bei Baum, Stall. schreiberstr. 47, Gigung des BGPD.- Aktionsausschusses. Zutritt haben bie Bezirksdelegierten und die Bertrauensleute der Großbetriebe. Boll zähliges Erscheinen erwartet Der Fraktionsvorstand. Firma 6. Lorenz, Tempelhof. Am Donnerstag, 4% Uhr, Bersamm. Tung aller Rollegen der VGPD. der Richtung Amsterdam bei Schlem bach, Berliner, Ede Ordensmeisterstraße. Stellungnahme zur Arbeiter. ratswahl. Achtung, Solzarbeiter! Am Freitag, 6 Uhr, findet im Gewerkschafts. haus die Generalversammlung ftatt. Die BSPD.- Delegierten treffen fich um 5 Uhr im Saal 3 zur Borbesprechung. Legitimation und Barteibuch ist mitzubringen. Der Berbeausschuß. Laden und Kontortischler. Bertrauensmännerverfammlung heute abend 7 Uhr bei Eichler, Gollnowstr. 13. Zentralverband bez Angestellten. Tertilindustrie: Deffentliche Bersammlung Donnerstag abend 7 Uhr in Saverlands Festsälen, Neue Friedrichstr. 35. Steglig: Bezirksmitgliederversammlung Donnerstag abend 7 Uhr im Reftaurant Bende, Stegliz, Berlinideftraße, Ede Rugeplay. große Mitgliederversammlung in Saverlands Festfälen, Neue Friedrichstr. 35. Deutscher Bertmeisterverband, Bezirksverein 25, Chemie. Sente ▼ Uhr Bortrag über Betriebsrätegefes und Betriebsrätewahlen. Referent Rollege Sildesheim. Berantwortlich für ben rebatt. Teil: Bietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag 6. m. b.$.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. B Sieran 1 Bellage. Hautausschlag, offene Füße( Krampfadern) auch veraltete Wunden, heilt die milde und wohltuende Sanitätsrat Dr. Strahls Haussalbe Elefanten- Apotheke, Berlin W., Leipziger Str. 74( Dönhoffplak.) 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Für durchschlagend hielten sie wohl den Einwand, man dürfe doch nicht so gegen den„historischen Sinn" verstoßen, althergebrachte Straßennamen(„Berliner Straße" in Charlotten- bürg und„Berliner Straße" in Tempelhof) durch ,)Erzberger- st r a ß e" und„R a t h e n a u st r a ß e" zu ersetzen. Gegen den sozialdemokratischen Antrag, den„Königsplatz" in„Platz der Republik" umzunennen, brachte ein Schulmeister auch das Be- denken vor, der neue Name sei schon in sprachlicher Hinsicht zu be- Mängeln. Ach, in Berlin und Vororten hat man noch �pnz andere, sprachlich viel anfechtbarer« Straßen, und Platznamen willig ge- schluckt. Wenn das Sprachgefühl des Reichshauptstädters durch Straßennamen, wie„Von-der-Heydt-Straße",„Prinz-August-oon- Württemberg-Straße",„Freihcrr-vom-Stein-Straße", keinen Schoden gelitten hat, wird es auch einen„Platz der Republik" vertragen können. Was den„h i st o r i s ch e n Sinn" betrifft, so wurde er gerade in der monarchischen Zeit sehr wenig re° spekti«rt, wenn es galt, einen Landesvater oder einen seiner Familienangehörigen oder einen Heerführer und ähnlich wichtige . Persönlichkeiten durch Straßen oder Plötze zu„verewigen". „königftraße" unö„Königsplatz". Der Brauch, den Straßen und Plätzen dynastische Namen zu geben, ist in Berlin nicht viel älter als 200 Jahre. Den Anfang macht« die„Sönigsiraße". die vor Jahrhunderten„Oderberger Straße" und später bis 1700„Georgenstraße" hieß. Nach d«r 1701 erfolgten Königskrönung Friedrichs I., der bei seiner Rückkehr von Königsberg mit großem Pomp in Berlin durch die damalige„Ge- orgenstraße" einzog, wurde die!« Straße„Königstraße" getaust. Ihre Fortsetzung, die heutige„Neue königstraße". hieß damals„Ber- nauer Straße" und behielt den Namen noch über 100 Jahre. 1810 aber wurde sie zur Erinnerung an die Ende 1809 erfolgte Rückkehr Friedrich Wilhelms III. auf Bitten der Anwohner zur„Neuen Königstraße" umgetauft. Wenn heute einer der„Königstraße" und der> „Neuen Königstraße" ihren„König" nehmen wollte, wie würde man da über Sünde gegen den„historischen Sinn" schreien, um den 1701' und 1810 kein König und kein gehorsamer Untertan sich gesorgt hat.' Der Fall, daß eine solche„Verewigung" wieder Rückgängig a e in a ch t wird, ist in Berlin gar nicht einmal neu. Unter Friedrich Wilhelm I. wurde 1728 der alte„Molkenmaikt" wegen eines auf| ihm errichteten Standbildes Friedrichs I. zum„Königsplatz" um- i getauft. Die Anwohner genossen aber dieses Vergnügen nicht lange, denn das Denkmal wurde aus nicht bekannten Gründen wieder be- seitigt, worauf auch der Name„Mclkenwapkt" wieder zu Ehren kam. Berlin war also, wie wir sehen, schon einmal mit einem„Königs- platz" beglückt worden. Daß dabei sogar der alte Name„Molken- markt" geopfert wurde, mar das kein Mangel an„historischem Sinn"? Aber auch mit der Frage, ob der neue Name„Königsplotz" wieder abgeschafft werden durfte, scheint man damals erfreulicher- weise sich nicht lange aufgehalten zu hoben. Den heutigen„Königs. plah" erhielt Berlin erst 18(54, wo dieser Name dem Exerzierplatz vor dem Brandenburger Tor beigelegt wurde. Heute sollen die Berliner sich weismachen lassen, sein Name sei wunder wie alt. „verewigte" Hohenzollern. Höhnend sagte in der Stadtverordnetenversammlung ein bürger- licher Redner, die Republik habe es offenbar sehr nötig, sich zu„ver- ewigen". Die Hohenzollernnionarchie hat, wie die List- der Straßen- und Platznamen Berlins zeigt, zwei Jahrhunderte hindurch ihren „Bcrewigungsdrang" bctötiat. Formell war die Entscheidung über die Straßennamen In Berlin erst seit dem 19. Jahrhundert dem Träger der Krone vorbehalten, dem der Magistrat und der Polizei» Präsident nur Dorschläge machen durften. In Wirklichkeit hätte aber Ichon im 18. Jahrhundert der Magistrat schwerlich gewagt, bei der Auswahl von Strotzen- und Platznomen die Wünsche des Königs außer acht zu lassen. Im 18. Johrhund«rt wurde benannt die ..Friedrichstraße"(noch Friedrich I.), die„Wilhelmstraße" mit„Wil- " be'mplatz"(beide nach Kiedrich Wilhelm I.), die„Charlottenstraße" inach Sophie Charlotte), auch die.Neu« Friedrichstroß«". Teile der „Friedrichstraße", der„Neuen Friedrichstraße" und der„Charlotten- straße" hatten schon ältere Namen, die durch die neuen und dyna- stischen Namen verdrängt wurden. Im 19. Jahrhundert kamen die Straßcnumlausungen zur höheren Ehre der Monarchie erst recht in Gang, so daß im ganzen an 60 alte Straßennamen diesem„Ber- ewigungsdrang" zum Opfer fielen.(Die Zahl der Straßennamen Berlins, die überhaupt einmal ihren Namen wechselten, belauft sich auf mehr als 150,) Bei vielen hat ober die„Verewigung" nicht lange angehalten. Welcher Berliner weiß noch, daß z. B. die„Elisa- bethsttaße", die 1822 so aus der„Baumgasie" umgetauft wurde, nach der damaligen Kronprinzessin Elisabeth benannt ist? Und wer hat noch eine Ahnung davon, daß die„Auguststraße" den Namen eines Prinzen auf die Nachwelt bringen soll? Einst hieß sie„Armesündergasse", dann „Armengafle", später„Hospitalstroße", 1833 aber avancierte sie zur „Auguststraße", wobei ein Prinz August von Preußen ihr Taufpate war. Auch die Namen„Albrechsstraße(1827),„Marienstraße"(1827), „Karlstraße"(1327),„Adalbertstraße"(1347),„Mariannenstnaße" (1849), die neuen Straßen gegeben wurden, sollten an Prinzen und Prinzessinnen erinnern. Wer kennt ihre Berdienste? Eine besonders schön« Blüte des Byzantinismus verbirgt sich hinter dem Nomen „Sfgismundsttaße". Er wurde 1864 vom Polizeipräsidenten vor- geschlagen zu Ehren eines damals noch in der Wieg« liegenden Prmzleins(geboren 15. September 1864), und 1865 genehmigte ihn eine Kabinettsorder Wilhelms I. In neuerer Zeit gebrauchte man die Vorsicht, in den Benennungen der nach Königen, Prinzen usw. getauften Straßen möglichst auch die Titel beizubehalten. Nun wissen künftige Geschlechter wenigstens, daß dahinter kein ge- wöhnlicher Sterblicher steckt. So kam Berlin schon 1866 zu einer „Königin- Augusta- Sttahe", die bis dahin„Grabenstrahe" hieß. Straßennamen mit dem Prinzeniitel wurden sehr häufig, als Wil- Helm II. für Bevölkerungszuwachs sorgte. In Karlshorst z. B. sind sein« Jungen wohl sämtlich in Straßennomen„verewigt" worden. Dort gibt es ein halbes Dutzend.Prinzen"-Straßen, ein«„Prinz- Eitel-Flitz-Straße",«in«.Prinz-August-Wilhelm-Straß« usw Spießburger wollten„verewigt" werden. „Was dem König recht ist, ist dem Bürger billig", dachten re- spektlose Berliner. Mancher, der bei dem Fortschreiten der Be- bauung des Stadtgebietes seinen Kartoffelacker mit Profit als Bau- land aufteilte, beantragte in eigener Person, daß die neue Straße nach ihm benannt wurde. Das wirkte wie eine Parodie auf die königlichen oder prinzlichen Patenschaften bei Stratzenbenennungen, aber die ehrgeizigen Terrainspekulanten meinten es sehr ernst. Ein Maurermeister Lorenz, der am Tiergarten baute, wünschte sich eine „Lorenzstroße", doch statt ihrer erhielt Berlin die„Bcethooenstraße" (1872 so benannt). Mehr Glück hatte 1866 die Witwe des Amt- mannes Griebenow, dem das Land vor der heutigen Zionskirche gehört hatte. Sie petionierte um eine„Griebenowstraße" und setzte ihren Willen durch, weil sie in der Straße ein Grundstück für dos Pfarrhaus der Zionsgemeind« umsonst hergab. Besonders hart- näckig war'ein Geheimer Rechnungsrat Sametzki. Als er 1830 für fein Gelände östlich der Neuen Königstraße einen Bebauungsplan vorschlug, wurde ibm eine„Sametzkisttoße" zugesagt unter der Be- dingung, daß er für alle von ihm geplanten Straßen das Land abträte. Er tat das dann aber nur teilweise, darum verweigerte man ihm die„Ehrung", und Verlin erhielt dafür die„Barnim- straße". Derselbe Sametzki kam noch 1863 auf die. ihm 1830 ge- machte Zusage zurück und wünscht« llmnennung der ehemals von ihm angelegten„Höchsten Straße" in.Sametzkistraß«", fiel aber wieder damit ab. flnrüchige Straßennamen. Der„historische Sinn", der jetzt für den„Königsplatz' geltend gemacht wird, hat den Hohenzollern nichts gegolten, wenn zu Ehren ihres Hauses ein alter Straßenname verdrängt werden sollte. Aber auch die i&cvölkerung war in diesem Punkte nicht konservativ. Wie oft kam es vor, daß Bewohner einer Skrah« um einen anderen Straßennamen petionierlen. wenn der alte ihnen nicht gefiel oder gar anrüchig war. Die„Stralauer Straße" hat ihren Namen wahr. scheinlich seit ältester Zeit, ober die„Kleine Stralauer Straße" wurde erst 1862 so benannt. Bis dahin hieß sie„Paddengasse"— und das war ihr amtlicher Name! 1857 wollte ein Hauswirt 100 Taler an die Armenkasse zahlen, wenn der Name geändert würde. Auch der Magistrat wünscht« das, aber der Polizeipräsident befürwortete es zunächst nicht, und erst fünf Jahre später entschloß man sich dann zur Umtaufung. Aus neuerer Zeit sei erwähnt, daß die„Dalldorser Straße" sich in„Schönwalder Straße" umtaufen lassen muhte, weil „Dalldorf" allerlei Nebcnvorstellungen weckt. Dieselbe Erwägung hat ja quA dazu geführt, daß sogar die Gemeinde„Dalldorf' in „Wittenau' umgetauft wurde.„Dalldorfer Straße" und„Padden- gösse" erscheinen noch harmlos, wenn man an die ehemalige„Huren- gasse" in Berlin denkt. Sie hieß im 16. Jahrhundert amtlich so(der Name kommt in damaligen Trau- und Sterbsregistern her Marien- kirche vor), aber schon im 17. Jahrhundert empfand man dos pein lich. Damals erhielt das Gäßlcin den Namen„Rosenstraße". s Anrüchig geworden sind auch die Straßen- und Platznamen dynastischen und militärischen Charakters. Anrüchig waren sie längst, aber in der„Residenz" Berlin entschied der König. Jetzt. im fünften Jahre der Republik, soll weiter nichts als der„Königs- platz" geopfert werden. Der wütende Widerstand der Monarchisten ist ein Zeichen der Zeit. Der Toppsihirm. Die Auswüchse der Mode sind heute eine einzige Bekundung der Sinnlosigkeit. Noch dazu, wenn diese Auswüchse nur ein ein- ztger Auswuchs werden, wie dieses jetzt beim Toppschirm der Fall ist. Ein Schirm, ach, wozu gebraucht man überhaupt-inen Schirm! Für die meisten Menschen ist er jetzt zum unerschwinglichen Luxus- gegenständ geworden. Auch er wurde ein Opfer der wirtschafttichen Loge. Die Mehrzahl der Menschen beklagt sein Verschwinden kaum. Sie lebt tagaus, tagein unter so viel großen und kleinen Unannehm- ! lichkeiten, daß ein paar Regenttopfen ihr nicht mehr imponieren ' können. Und der Kleider wegen? Ach, die meisten Kleider sind so I weit heruntergekommen, daß es auf ein Mehr oder Weniger an I Schäbigkeit wirklich nicht ankommt. Doch die Ersatzstoffanzüge, die ! sich anzuschaffen viele gezwungen sind, ertragen die Nässe schlecht. Sie laufen bei und erfahren für die Träger unangenehme Ber- kürzungen an Hosenbeinen und Aermeln. Und zum Schutze dieser Kostbarkeiten wird dann und wann noch mal ein gebrechlicher Schirm aus dem Schrank gesucht. Nicht so bei der Modedame. Sie ttägt jetzt, wo er mehr und mehr aus dem Straßenbilde verschwindet, herausfordernd den Schirm. Er wurde gegenwartig zum auffällig- ften Toilcttengegenstand. Denn fein Stock wurde zur Keule. Er sieht so aus wie der Totschläger emes Menschenfressers, mit dem dieser sticfelwichsenschwarz cmgesttichene Herr auf dem Rummel kleine Kinder bange macht. Doch auch in Südfrüchteki läuft ein Topp- schirm aus, er ttägt eine Apfelsine in Kindskopfzröße auf seinem dicken Stock. Den können die Finger der Modedame kaum mehr umspannen, darum ttägt sie den Schirm auch kurzerhand im Arm. Wo die Botanik vertreten ist, stellt das Interesse für Zoologie sich ja auch meistens ein. Daher balanciert mancher kleine Elefant auf einem Schirmgriff und wird selber zu einem. Ebenso ergeht es dem Hunde-, dem Pferde- und dem Kaninchenkopf. Vögel aller Arten beschließen den Reigen. Doch ist der noch nicht vollständig, weil einst- wellen noch Schaf und Kamel fehlen, und gerade diese schätzens- werten Tierlein passen, in der Eigenschaft, die wir Menschen ihnen andichten, so gut zu der Dame von Welt und dem Toppschirm. Weil der Hund„unerzogen" war. In der Adalbertsttaße hatte der Kaufmann G. ein Kellergeschäft. Eines Tages entdeckte er den Hund einer Frau L., der gcrahe vor dem Eingm.g seines Geschäfts ein gewisses Geschäft oerrichtet«. Der Angeklagt« behauptete vor Gericht, daß der Hund von seiner Herrin, der ebenfalls angeklagten Frau L.. dazu„angestiftet" worden sei. Der Angeklagte beobachtete nun den Hund und bemerkte eines Morgens, wie dieser wieder vor seiner Ladentür«in gewisses Dokument hinterließ. In Wut geratend, ergriff der Angeklagte einen Knüppel und schlug damit auf die Besitzerin des Hundes ein, die blutüberströmt zusammen- brach. Erst die vorübergehenden Possa-nten konnten den Ange- klagten vor weiteren Tätlichkeiten abhalttn. Vor dem Schössen- gericht Berlin-Mitte hotten sich nun dec, Kausmcrnn G. wegen Körperverletzung und die Frau L. wegen Sachbeschädigung zu ver- antworten. Der Staatsanwalt beantragte gegen G. eine Geldsttafe ! von 15 000 Mark und gegen die Angeklagte L. eine solche von i 3000 Mark. Der Vorsitzende aber wies nach, daß die Angeklagte L. I wohl unschuldig sei und verurteilte den Kaufmann G. zu einer Geld- cNnchbnick verieten. 9tt Mallk-Verlaa, Sctlliu) Drei Soldaken. 54] Von John dos Vassos. 1-di de« amerittnuchen Manuflriot übersetzt ven Julia» S u m p er». „Ist doch ganz kunswoll gemacht hier, nich'?" meinte Appelbaum, der Andrews zunächst lag, ein knochiger Mann mit großen, erschreckten Augen und einem roten Gesicht, das aussah, als ob die Haut davon abgeschält sei. „Schau dir die Arbeit an der Decke an. Muß ordentlich was gekostet'haben."' Andrews lag bequem in seinem Bett und sah auf die Szene, wie von einer anderen Welt aus. Er wollte keine Berbindung mit dem Gespräch um ihn herum, mit den Männern, die schweigend lagen oder sich stöhnend herum- warfen in ihren langen Bettstellen, die die Renaissancehalle füllten. In dem gelblichen Schein der elektrischen Lichter konnte er sehr schwach eine Reihe Plasttken erkennen. Sie schienen ihm vertraut und freundschaftlich zu sein. Er fühlte sich zu Hause in dieser weiten Halle, in der all die kleinen Quälereien der Armee unwirklich schienen und die verwunde- tcn Soldaten ausrangierte Automaten, zerbrochene Spiel- zeuge, die man in Reihen weggelegt hatte. Andrews wurde aus seinen Gedanken aufgerissen. Appelbaum sprach zu ihm. Er wandte den Kops. „Wie gefällt es dir, verwundet zu sein. Junge?" „Sein r „Ich denke auch. Besser, als in der verdammten Anne« da draußen." „Wo hat's dich denn gefaßt?" „Hab' jetzt nur noch einen Arm. Ist mir aber ganz, ganz egal.... Habe eben meinen letzten Wagen gefahren. Das ist alles." „Was bedeutet das?"> „Ich war früher Droschkenkutscher." „'ne schöne Beschäftigung." „Sicher. Man kann viel Geld verdienen, wenn man s richtig anfaßt."„. Der Diensthabende legt« sein Gesicht ernst in Falten und hstnzelte bedeutsam. „Können Sie etwas für mich tun?" fragte Andrews, .Sich«, jvenn«s kein« große Mühe macht* t- „Wollen Sie mir ein Buch taufen, ein französisches Buch?" sagte Andrews lächelnd. „Ein französisches Buch? Nun, ich werde sehen, ob es zu machen ist. Wie heißt es?" „Bon Flaubert.... Wenn Sie ein Stück Papier und einen Bleistift haben, werde ich es aufschreiben." Andrews kritzelte den Titel auf ein Blatt Papier und händigte das dem Diensthabenden aus. „Was? Was für ein Antoine? Donnerwetter, das wird wohl'ne mollige Geschichte sein, was? Ich wünschte, ich könnte französisch lesen. Aber ich gehe jetzt. Gute Nacht." Der Diensthabende ging geräuschvoll hinaus und ver- schwand. Die Lichter erloschen, außer der Kerze auf dem Tisch der Pflegerin am Ausgang. „Wovon bandest das Buch, Junge?" fragte Appelbaum und drehte seinen Kops auf dein dürren Hals, bis er Andrews voll ins Gesicht sehen komfte. c- „Oh, es erzählt voti einem Mann, der alles so sehr er» strebt, daß er am End« denkt, nichts fei wert, daß es erstrebt werde." „Du kommst wohl von der Umversität?" fragte Appel» bäum sarkastisch. Andrews lacht«. „Ich wollte gerade davon erzählen, wie ich Droschken- kutscher war. Biel Geld verdient, ehe ich eingezogen wurde. Bist du auch eingezogen worden, oder freiwillig gemeldet?" „Eingezogen.� „Ich auch. Halte nicht viel von den Kerls, die sich wunder was einbilden, well sie Soldaten sind." „Ich auch nicht" „So?" kam ein« Stimme von der anderen Seite von Andrews, ein« dünne Stimme, die stotterte.„Ich hätte mir mein ganzes Geschäft verdorben, wenn ich nicht eingetreten wäre.' Bon mir kann keiner behaupten, daß ich mich nicht gleich gemeldet hätte." „Na. das ist eben dein Standpunkt", meinte Appelbaum. „Aber ist dein Geschäft nicht trotzdem verdorben?" „Nee, kann es jeden Tag wieder aufnehmen. Hat einen guten, alten Ruf." „So?" „Ich bin von Beruf Leichenbestatter. Schon mein Bater hatte dasselbe Geschäft.".. � „Dann bist du ja hier am rechten Fleck�. warf Andrews «m.„ „Du hast kein Recht, mir das zu sagen, junger Mann", antwortete der Leichenbestatter ärgerlich.„Ich habe mensch- licbe Gefühle. Ich werde mich in dieser dreckigen Schlacht- anstatt nie zu Hause fühlen." Die Pflegerin ging an ihren Bettstellen vorbei. „Wie können Sie nur solch grauenhafte Dinge sagen", sagt« sie.„Das Licht ist schon gelöscht, Ihr müßt jetzt Ruhe halten. Und Sie?" Sie strich über das Bettzeug des Leichen- bestatters.„Erinnern Sie sich doch einmal daran, was die Hunnen in Belgien taten. Arme Miß Caoell, eine Pflegerin, gerade wie ich!" Andrews schloß die Augen. Der Raum war ruhig, nur das rasselnde Geräusch des schnarchenden Atmens der Ber- mundeten um ihn herum ertönte. „Ich dachte, sie wäre die Königin von Saba", sagte e? zu sich selbst mit einer grinsenden Grimasse. Dann dachte er an die Musik, die er der Königin von Saba hatte schreiben wollen, zu jener Zell, da er noch nicht sein eigenes Leben abgestreist hatte wie ein Hemd, und an das Zimmer, wo man ihn ab- gemessen, bevor man einen Soldaten aus ihm gemacht hatte. In der Dunkelheit und Berlassenheit seiner Verzweiflung stehend, tonnte er das Geräusch einer Karawane in der Ferne hören, das Klingen des Sattelzeuges, die schallenden Hörner, das Schreien der Maulesel und die heiseren Stimmen der Männer, welche Lieder sangen auf verlassenen Straßen. Er schaute auf, und vor sich konnte er sehen, wie neben ihren scheuen, wilden Mautticren die drei grünen Reiter regungs- los mit ihren langen Zeigefingern auf ihn deuteten. Dann brach die Musik in einen plötzlichen, heißen Wirbelwind aus. voller Flöten.und Kesselpauken und tönender Horner und winselnder Dudelsäcke, und Fackeln flammttn rot und gelb. bildeten ein Lichtzelt über ihm, an dessen Ende Maulesel sich zusammendrängten und die braunen Treiber und die großen Kamele mit ihren Schabracken, und die Elefanten mit ihren edelsteinbesttckten Decken. Nackte Sklaven beugten ihre glän- «nden Rücken vor ihm und breiteten einen Teppich vor seinen Füßen aus. Im Flackern der Fackeln bewegte sich die Königin von Saba auf ihn zu, bedeckt mit Smaragden und goldenen Ornamenten, von einem Affen begleitet, der hinter ihr her hüpfte und dos Ende ihrer langen Schleppe hielt. Sie legte ihre Hand mit ihren feinen, phantastischen Nägeln auf seine Schulter, und in ihre Augen schauend fühlte er plötzlich ganz nahe und wirksich all die glühenden Wünsche seiner Phantasie. (Fortsetzung folgt.) strafe non 5000 Mart, eine für einen gefährlichen leberfallenen die Tasche mit dem Gelde und liefen davon. Ms sich Roheitsaft recht milbe Strafe, wiewohl nicht verfannt werden soll, daß die hier gekennzeichnete Angewohnheit der Hunde höchst unhygienisch ist, worauf die Hundebefizer achten müssen. Der Kampf um die Kohlen. Erfolgreiches Vorgehen gegen Kohlenwucher. Die zuständigen Aufsichtsbehörden gehen jetzt mit er freulicher Schärfe gegen solche Kohlenhändler vor, tie in wucherischer Absicht Ware zurüdhalten. So ist jetzt durch den Bolizeipräsidenten bem Rohlenhändler Ernit Schülke, Westend, Lindenallee 4, die Hardelserlaubnis entzogen worden. Der Händler war bereits im vorigen Jahre vom Bucher gericht zu 5000 m. Geldstrafe verurteilt worden, weil er Preßfohlen an gutzahlende Kunten ohne Karten abgegeben hatte. In den letzten Monaten hatte er wiederum feine Kundschaft nicht beliefert, dafür aber an zahlungsfräftige Ausländer Briteits zu Breisen geliefert, die weit über der zuläffigen Sägen lagen. Der Bolizeipräsident hat verfügt, daß Schülfe die Handelserlaubnis für alle waren des täglichen Bedarfes entzogen wird und hat weiter angeordnet, daß Sch. in diesem Gewerbezweig weber als Angestellter, noch als Arbeiter tätig sein darf. Durch Beamte des Ueberwachungsdienstes wurde ein Kohlenhändler aus Neukölln abgefaßt, der in der Gasanstalt Tegel 70 Zentner Gastofs aufgeladen und sie am Kurfürstendamm als niederschlesischen Schmelzfots berfauft hatte. Der Händler hatte das Gewicht der Kohlenmenge auf 95 Zentner angegeben und außertem die Beraubte vom ersten Schred erholt hatte, rief fie um Hilfe. In dem Hause erschienen auch Leute an den Fenstern, aber niemand stand ihr bei, und die Räuber entfamen. Die Frau schleppte sich zunächst nach Hause und erstattete dann auf der Wache des 174. Reviers Anzeige. Einer der Räuber ist etwa 35, der andere etwa 40 Jahre alt. Beide sind mittelgroß. Der eine hatte einen dunklen Schnurr- und Spitzba.t, der andere einen blonden Schnurr. bart. Der erste trug einen dunklen Mantel, der zweite einen furzen gelben Mantel. Vorstellung des Boltsbildungsamtes Neukölln im Staats. theater. Das Boltsbildungsamt Neutölln veranstaltet im Staatstheater Berlin am Sonntag, den 11. März, nachm. 2, Uhr, eine Wiederholung bon Nestrous Poffe Lumpazivagabundus". Vorverkauf für Mitglieder der Kunstgemeinde Neufsun bom 2. bis 5. März in den befannten Ber laufsstellen. Feste Pläge nur im Boltsbildungsamt. Nach dem 5. März Verkauf von Lostarten auch an Nichtmitglieder. Das Hakenkreuzlied. 300 000 M. Belohnung für Aufklärung eines Mordes. in der Deffentlichkeit großes Aussehen erregt hat und namentlich in Zu dem Wächtermord in der Neuen Friedrichstraße wird mitges teilt, daß die Bernehmung der wenigen Bewohner des großen Industriegebäudes teinen Anhalt für die Verfolgung der Mörder gegeben haben. Die Leute haben wohl in der Nacht Hundegebell und Geräusch gehört, zum Teil auch hinausgesehen, aber nichts wahr nehmen können. Für die Aufklärung ist eine Gesamtbelohnung von 300 000 m. ausgefeht, und zwar 20 000 m. feitens des Polizeipräsidiums, 230 000 M. feitens der Gemeinnützigen Beamtenverforgung und 50 000 m. feitens der Wächtervereinigung Groß- Berlin. Die Berteilung dieser Summe behält sich das Polizeipräsidium vor. Mitteilungen nehmen die Kriminalkommiffare Gennat und Lipit im Bimmer 105 des Polizeipräsidiums, Hausanruf 419 und 428, entgegen. für den Gasfofs den viel höheren Breis für Schmelztots angerechnet. Konsumgenossenschaftsmitglieder! Bartelfunktionäre! Abfingens dieses Liebes gar nicht im Lokal anwesend gewesen wäre. Begen den Kohlenhändler ist Strafantrag wegen Betruges gestellt worden. Bedauernswerte Folgen studentischer Provokationen. Eine Anklage megen Totschlags mit politischem Hintergrund, die deutschvöltischen Zeitungen Anlaß au lebhaften Erörterungen gegeben hat, wird, wie dem Berliner Gerichtsdienst aus Eisenach gemeldet wird, das in diesem Monat dort zusammentretende Thürin gische Schwurgericht beschäftigen. Die Anklage richtet sich gegen den Raufmann Hermann Bommer aus Arnstadt, dem Sohn eines dortigen Warenhausbefizers. In der Nacht zum 29. Oftober 1922 batte der Technikerverband Cimbria in Arnstadt im allgemeinen Gastzimmer eines Lotals seine Kneipe. Im Laufe des Abends wurde Deutschlard, Deutschland über alles" und das Das Lokal kam auch der Kaufmann Hermann Bommer mit seiner Hatenfreuzlied der Ehrhardt Brigade gesungen. In Geliebten und deren Freundin. Als das Hafenkreuzlieb angeftimmt wurde, entfernte et sich, wurde aber draußen von dem Technifer Strauß zur Rede gestellt, warum er bei dem Liede„ Deutschland, Deutschland über alles" fizen geblieben sei. Pomme: erwiderte, daß dies nicht der Fall gewesen sei, da er während des Es entstand darauf eine Schlägerei, in deren Berlauf beide Männer zu Boden fielen und durch andere Techniker, die hinzu gefommen waren, auseinandergebracht wurden. Pommer, der Für eine Reihe von Berfaufsstellenbezirken sind die Borschlags- übrigens Feldzugteilnehmer und Inhaber des Eifer listen für die Vertreterwahl zur Konfumgenossenschafts- General- nen keuzes ist, war über den Vorfall sehr erregt, zog feinen versammlung noch nicht eingefandt worden. Wir erneuern unfere Revolver und gab aus furzer Entfernung einen Schuß at, der bringende Mahnung, fofort die Einreichung zu bewirten. Strauß tödlich traf. Bommer behauptet, daß er in Notwehr Spätestens am 10. März( Sonnabend) müssen die Wahl- gehandelt habe. Die Voruntersuchung lautete zunächst auch auf vorschläge beim Vorstand der Genoffenschaft in Lichtenberg ein- Mord, es ist jetzt aber Anflage wegen Totschlags erhoben worden. gegangen fein. Wird dieser äußerste Termin versäumt, dann Seitens des Angeklagten wird behauptet, daß Strauß nicht aus ist die Nightanerkennung des Wahlvorschlages die Folge und damit patriotischen Gründen, sondern aus Eifersucht ge. die Wahl von BSPD.- Generalversammlungsvertretern unmöglich handelt habe, denn er foll vorher auf dessen Geliebte eingeredet gemacht. Jede Stunde weiterer Verzögerung verstärkt oie Gefahr, haben, ihm das ehrenwörtliche Versprechen zu geben, daß sie mit daß die BSPD.- Bertreterzahl in der tommenden Generalversamm- dem Juden nicht mehr gehen würde". Zu der Verhandlung ist ein lung eine ungenügende Höhe erreicht und damit die ruhige fehr großer Beugenapparat aufgeboten worden. Man sieht dem Weiterentwicklung der Genoffenfchaft aufs ärgfte bedroht wird. Ausgang dieses Prozesses in Thüringen mit großer Spannung ent. Genoffen, erinnert Euch Eurer verantwortungs- gegen. vollen Pflicht zum Schuh Eurer Wirtschaftsorganisation! Arbeitsausschuß der VSPD.- Genossenschaftsmitglieder. Generalversammlungsvertreterwahl! Eine empfindliche aber gerechte Strafe erhielt der Kohlenhändler Buhrmeister aus Wilmersdorf vom Wuchergericht bes Landgerichts III wegen Preistreiberei mit Kohlen und Burüd haltung derselben. Buhrmeister hatte mehrere Waggons Kohlen er halten, aber nur einen Teil davon in feinen Laden bringen lassen. Die Hauptmenge war auf einem besonderen Lagerplay untergebracht. Als eine Kundin bei ihm erschien, um Rohlen zu kaufen, prangte an der Tür das übliche Plakat: Auspertauft!" Auf den Einwand, daß doch im Laden noch Rohlenvorräte vorhanden wären, wurde der Frau erwidert, daß diese Kohlen schon beftellt seien. Am nächsten Tage und am übernächsten Tage wurde der gleiche Bescheid gegeben. Darauf wurde Anzeige erstattet. Der Angetlagte. behauptete, daß er die Kohlen nicht zum Zwecke der Zurüd haltung auf einem besonderen Blaz untergebracht hätte, sondern weil nicht genügend Play im Laden vorhanden sei. An den beiden nächsten Tagen habe er die Kohlen nicht hinbringen laffen fönnen, weil gerade Rohlenarbeiterstreit war. Da aber merkwürdigerweise in diesen Tagen eine Erhöhung der Kohlenpreise eintrat, so war das Gericht der Ueberzeugung, daß der Angetlagte lediglich eine Breis treiberei verfolgt habe und verurteilte ihn zu einem Monat Gefängnis und 100 000 m. Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte drei Monate und 300 000 M. Geldstrafe beantragt. Im Inter. Wie wir hören, find Bestrebungen im Gange, in diesem Jahre effe der ratlosen und halb verzweifelten Bevölkerung ist bringend zu die Sommerzeit wieder einzuführen. Die Bestrebungen werden von wünschen, daß man, wie hier gegen den Kohlenwucher, auch gegen der Industrie start unterstützt und der Reichsverband der deutschen benebensmittel mucher jegt endlich mit allerschärfe vorgeht. Schließlich seien die Behörden auch auf die unerhörte Be Industrie steht der Angelegenheit förbernt gegenüber. Pleibungsnot verwiesen, unter der die minderbemittelte Beratungen hierüber find im Reichsministerien des Innern im Gange völkerung von Tag zu Tag mehr zu leiden hat, weil hier von einem und dürften im Sinne der Einführung einer Sommerzeit voraussichtlich ausfallen. Abbau der Preife taum etwas zu spüren ist. Kartoffeln werden billiger notiert. Die amtliche Startoffelnotierungstommiffion notierte gestern für weiße und rote Kartoffeln ab Märkischer Vollbahnstation 3000 Mart pro Bentner. Die legte Rotierung lautete auf 4500 M. Es, wird gut sein, wenn das Publikum darauf acht gibt, daß entsprechend der zurüdgegangenen Rotterung auch die Preise im Kleinhandel weichen. Bei steigender Tendenz wußte der Handel fich den höheren Rotierungen immer sofort anzupassen. Es muß daher auch verlangt werden, daß die Händler nunmehr entsprechend billiger ihre Vorräte abgeben. Räuberpaul und sein Doppelgänger. Die„ Quartiermacher der Roten Armee". Auf ein sonderbares Jubiläum, nämlich das seiner fünf undzwanzigmaligen Bestrafung, tonnte ein gewiffer Paul Drewiz, der gemeinsam mit einem Hermann Gutta sich gestern Dor bem Schwurgericht des Landgerichts III wegen Raubes und versuchten Raubes zu verantworten hatte, zurücbliden. Wiedereinführung der Sommerzeit? Die Be Neuer Diebstahl im Goethe- Museum. Troß aller Borsichtsmaßnahmen, die seit dem legten großen Diebstahl im Goethe- Museum in Weimar noch vermehrt worden waren, ist gestern nachmittag, während der Besuchszeit abermals ein Diebstahl verübt worden. Gestohlen wurde eine Bronzesäule, die etwa 50 Zentimeter hoch ist und 25 Pfund wiegt. Weiter handelt es sich um eine dunkelbraune, 25X25 Bentimeter große Gepiazeichnung. Der Wert der gestohlenen Gegenstände beläuft sich auf etwa 80 000 m. Groß- Berliner Parteinachrichten. 138. Abt. Hermsdorf. Donnerstag, den 8. März, 7% Uhr, öffentliche Berfammlung in Sauds ,, Bindengarten", Berliner Straße. Tagesarbnung: Ruhrbefegung und Sozialdemokratie". Referent Hermann Lüdemann, M. b. 2. Die Boltsschülerin als Kindergärtnerin. Der Zugang zu dem Beruf der Kindergärtnerei foll begabten Boltsschülerinnen erleichtert E werben. Der Minister für Boltsbildung hat angeordnet, daß fünftig bei Bolksschülerinnen die schulwissenschaftliche Boiprüfung nach den 5. Kreis Friedrichshain. Beitungsfommiffion: Donnerstag, den 8. März, Richtlinien für die Vorprüfung von zufünftigen Wohlfahrtspflegerinnen vorgenommen wird, wenn sie in ein staatlich anerkanntes Sindergärtnerinnenfeminar eintreten und zur staatlichen Rider. gärtnerinnenprüfung zugelaffen werden wollen. Der Lehrgang im Kindergärtnerinnenseminar wird von 1% auf 2 Jahre erweitert. Normalien auf der Reichsfiedlungsschau. Mit den zunehmenden Schwierigkeiten des Wirtschaftslebens ging ein Streben nach Ersparnissen durch wissenschaftliche Betriebsführung, Typifierung und Normalisierung aller geeigneten Fabritate, ferienweise Herstellung und weitestgehende Organisation der Beschaffung parallel. So tft es von Intereffe, derartige Fabritate auch auf der Reichsfiedlungsfchau anzutreffen, die bis zum 25. März im früheren Herrenhauſe, Leipziger Straße, ihren Besuchern Gelegenheit gibt, fich mit allen einschlägigen Dingen bekanntzumachen. Es find dort z. B. auch die im Baugewerbe unt Siedlungswesen bereits vicifach verwandten Reichsnormenfenster und stüren ausgestellt, die die Deutschen Werte Aktiengesellschaft" liefern. 7% Uhr, wichtige Gigung bef Bauer, Große Frankfurter Str. 1. 7. Kreis Charlottenburg. Donnerstag, den 8. März, 7½ Uhr, im Schiller- Real. gymnafium, Schillerstr. 26, Berfammlung der fozialistischen Elternbeiräte und Randidaten. Thema: ,, Der neue Boltsschullehrplan und die Aufgaben der Elternbeiräte". Referent Genosse Wendel. Stellungnahme zu unserem Schulelend. 9. Kreis Wilmersdorf. Donnerstag, den 8. März, 8 Uhr, erweiterte Rreisvor standssigung bet Schramm, Sohenzollerndamm 2. 14. Rreis. Die Sozialistische Arbeiter- Jugend Reukölln veranstaltet Freitag, ber 9. März, 7 Uhr, in der Aula bes Boddin- Realgymnasiums, Boddinftehge, einen Rinoabend. 8ur Vorführung gelangt 3m Flugzeug zum Monde". Eintrittstarten für Jugendliche 80 m., für Erwachsene 200 M. 31. Heute, Mittwoch, den 7. März: Abt. Parteigenoffen, bie Mitglieder der Ronsumgenossenschaft find und aur 67, Berkaufsstelle gehören, werben gebeten, 7% Uhr bei Goldschmidt, Stolpifche Str. 36, zu erscheinen. Parteibuch und Mitgliedsausweis vom Ronfum legitimiert. 33. Abt. Radzahlungsmarten zu ben Festkonzerten find vom Genossen Ben, Benmeftr. 25, abzuholen. 38. Abt. 7% Uhr Gigung aller Funktionäre und tätigen Genoffen in der Gemeinbeschule Petersburger Str. 4. 55. Abt. Charlottenburg. Die Funktionärverfammlung findet umständehalber 104. Abt. Rieberschönemeibe. 7% Uhr Vorstandssigung im Konferenzzimmer ber nicht bei Reimer, fondern beim Genoffen Bange, Spielhagenftr. 15-18, statt. Rnabenschule Rubower Straße. Jungsozialisten. Gruppe Charlottenburg. 7½ Uhr im Jugendheim, Rosinen. steage 4, Mitgliederversammlung. Die UCG- Schnellbahn-.- G. hat in ihrer geftrigen GeneralverNa, Herr Präfident, ich habe ein sehr bewegtes Leben hinter fammlung entgültig ihre Liquidation beschlossen. Zu Liqui ntir, so begann der Angeflagte Drewig. Ja, das fehe ich aus den datoren wurden die Vorstandsmitglieder Baurat ante und Aften," erwiderte der Vorsitzende, aber alle Ihre Vorftrafen brauchen Dr. Sluze wsti gewählt. Danach werden die ganzen bisher Sie uns nicht aufzuzählen, sonst werden wir nicht fertig." Der An- fertiggestellten Anlagen( die Tunnelbauten, einzelne TeilMorgen, Donnerstag, den 8. März: flage lag folgender Borfall zugrunde: In der Nacht zum 22. Mai streden der Gesundbrunnen- Untergrundbahn) der Stadt zufallen. 18. Abt. Die Einäfcherung unferes Genoffen Otto Saefe, Briezener Str. 12, 1920 hatten die beiden Angeklagten in Gemeinschaft mit drei anderen Benn tie Stadt zwar heute an eine Fortführung des Baues findet um 5 Uhr im Krematorium Gerichtstraße statt. Männern, die inzwischen bereits abgeurteilt sind, einen Ueberfall auch nicht denfen kann, so wird die Uebertragung der fertiggestellten 82. bt. 7 Uhr in der Schule Lange Str. 81, 8immer 55, Funktionärkonferens. auf des Rittergut Berge bei Nauen ausgeführt. Sie hatten bei Bauteile der Stadt in einer besseren Zukunft die Weiterfüh 34. abt. 74 Uhr Funktionärtonferens bei Rosin, Gubener Str. 19. Reitungsquittung mitbringen. ihrem Erscheinen erklärt, daß sie Quartiermacher für einerung biefes wichtigen Berkehrsmittels doch wesentlich er- 35. bt. 7% Uhr bei Drellfe, Schreinerstr. 18, Bersammlung fämtlicher Funt. anrüdende Rote Armee" feien. Als sie versuchten, die Ge- leichtern. meindefaffe zu rauben, feßte der Nachtwächter die Feuerfirene # tionäre, Elternbeiräte und Betriebsvertrauensleute. 37. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Jerasch, Rochhann, Ede Ebertnitraße. 38. bt. 7 Uhr bei Rose, Große Frankfurter Str. 17, Sigung sämtlicher Funktiondre. so. 110. und 81. Abt. Friebenau. 7 Uhr Mitgliederversammlung der 43. Berfaufsstelle der Ronfumgenoffenfchaft bei Rlabe, Handjernstr. 60-61. Auffellung ber Delegierten bt. Grünau, Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula. Theme: Die Ruhrattion". Referent Genoffe Bernhard Krilger. 125. Abt. Weißenfee. 8 Uhr im Zobal Gtärte, Charlottenburger Str. 8, Sigung ber Reitungstommiffion. Jungfezialisten. Gruppe Tempelhof- Mariendorf: 7% Uhr im Zolal Sansen, Tempelhof, Boruffia, Ede Neue Straße, Bortragsabend. Frauenveranstaltung: Die öffentliche Frauenversammlung muß in Tätigkeit und die Räuber nahmen Reißaus. In der nächsten Nacht Das Proletarische Kulturfartell Wedding beranstaltet, toie Bereits wurde der Gemeindevorsteher Bathe in Baaren überfallen und ge- mitgeteilt, eine fobolgegnerwowe im Bezirk Wedding feffelt. Die Räuber bemächtigten sich seines Teschings, raubten, was Die öffentliche Verfammlung findet Freitag, den 9. März, fie finden fonnten und zwangen einen Knecht, ihnen ein Fuhrwert abends 7 Uhr in der Aula Grünthaler Str. 5, Nähe Bahnhof Ge angulpannen, mit dem sie davonfuhren. Die Angeklagten bestritten fundbrunnen, statt. Referenten: Klara Bohm- Schuch und Werner ihre Schuld. Der Angeflaate Drewig führt den Epißnamen Räuber. Scholem. paul".„ Den Namen Räuberpaul" habe ich auf der Schule be„ Köpenider Gewertschaftshaus." Man fareibt uns: Dieses tommen, als wir immer Räuber und Golbat spielten, und dann hab Firmenichild prangt seit einiger Zeit an einem Schant ofal in der id mir den Namen benn fo angeerbt," meinte er humorvoll. deggelheimer Straße. In diefem fogenannten Gewertichaftshaus bin ein alter Buchthäusler. Wenn ich det Ding jedreht hätte, würbe ist weder eine gewerkschaftliche noch politische Beitung zu finden, 11. Krels Schöneberg- Friedenau. id bet sagen Auf den Borhalt, daß er doch auf dem Fuhrwerk ge- auch hat der Inhaber mit der organisierten Arbeiterschaft nicht das umftändehalber ausfallen. wesen sei, erwiderte der Angeklagte, baß er die anderen unterwegs mindeste zu tun. getroffen habe und von ihnen ein Stüd mitgenommen worden fei. Als ihm weiter vorgehalten wird, dak er doch von Beugen moleber Tellweise Poftfperre nach dem Westen. Infolge Stilegung erkannt worden fet, entgegnete ber Angeflagte:„ Det muß ein des Eisenbahnvertebre müffen Patete, Wertbriefe und Am Sonntag, ben 11. März, nachmittags 3 Uhr, inbet in der Urania, Doppelgänger von mir find, id habe ben ooch einmal am einfareibbrieffenbungen nach der Rheinpfalz und Taubenftr. 48-49, ein Bortoag mit Lichtbildern überit bem Flugzeug zum Botsdamer Plaz getroffen und ob fie et mir glooben ober nich, Herr dem Saargebiet bis auf weiteres bon der Annahme au sonbe tatt. Gintrittsbarten sum ermäßigten Preise im Jugendsekretariat, Bräsident, da habe id mir selber getirt, id bachte, id wär's." Da geiloffen werden. Nach Ludwigshafen( Rhein) und Maridie Zeugen nach so langer Zeit nicht mehr mit Bestimmtheit die miliansau find Werte und Einichreibbrieffenbungen zugelassen. Nach beiden Angeklagten als Angehörige der Räuberbande wieder er Mains besteht noch völlige Pofifperre. tennen fonnten, hielten die Rechtsanwälte Dt. Großmann und Israel die Schulb in feiner Weise erwiesen, und auch die Be schworenen famen zu demselben Ergebnis und sprachen beibe An getlagten frei, so daß Räuberpaul feiner fünfundzwanzigmaligen Be strafung, auf die er mit besonderem Stolz zurüdzubliden schien, dies. mal feine neue hinzufügen fonnte. Raubüberfall auf eine Zeitungsausträgerin. Erhöhung der jüdischen Gemeindeftener für 1922. Die unvor hergesehene Geldentwertung und die damit verbundene Steigerung aller Ausgaben im Jahre 1922 bat auch die Jüdische Gemeinde gezwungen, zur Dedung ister fozialen, fulturellen und religiöfen Verbflichtungen den Steuerfas für 1922 zu erhöhen und das Steuerjahr bem Kalender jabr anzuraffen. Das Nähere ist aus der im Anzeigenteil veröffentlichten Bekanntmachung zu ersehen. Lebensmittelpreise des Tages. Am Dienstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 3100-3500 M., ohne Knochen 8700-4500 M. SchweineBinbente. 8. Jugendveranstaltungen. Mitgliederversammlungen am Mittwoch, den 7. März: Fried. Faltenberg bei Grünau: Jugendheim Gemeindefdule Roleftraße. zichshagen: Scharnweberftt. 105. Friebrichsfelbe: Jugendheim Berliner Straße 44. Gesundbrunnen: Jugendheim Gemeindeschule Gothenburger Rantsport: Jugendheim Gemeindefcule Abolfftr. 25. Straße 2. Rarlshorst: Jugendheim Gemeindefchule Augufte- Bittoria- Straße. beim Restaurant Moltfeste. 1. Raulsdorf- Güd: JugendBichtenberg- Norb: Jugendheim Partaue 10. Bichtenberg- Witte: Jugendheim Doffeftr. 22. Wahlsborf: Jugendheim Gemeindeschule Walderfeestraße. Brenzlauer Borstadt: Jugendheim Gemeindeschule Danziger Str. 23, Bortreg; Starfstrom" Söneberg III( Bindenhof): Jugendheim Gemeindefcule Gieblung. Schönhauser Vorstadt: Jugendheim Gemeindeschule Jbfenstraße. Seichenberger Biertel: Jugendheim Gemeinde fchule Glogauer Str. 12-16. Sempelhof: Jugendheim Engeum, GermanicStraße 6-7. Vorträge. Vereine und Versammlungen. Effener Thend. Mittwoch, ben 7. März, abends 8 Uhr, findet im Land. wehrtofino beim Bahnhof Roo eine Bufammenkunft der in Berlin wohnhaften Effener( aus Effen und Umgegend) fatt, sweds beschlußfassung über die eingeleitete Effener Ruhrhilfe. Saverlands Feltfälen, Neue Friebrichstraße. Schuhverband der Sowerhörigen. Donnerstag, den 8. 6. M., 7% Uhr, in Bon Räubern überfallen und um 400 000 m. beraubt wurde vor. gestern früh die Beitungsausträgerin Frau Herpich aus der Reuen Winterfeldtstraße 42 mit ihrem 14jährigen Sohne Alfred. Frau Herpich hatte am Tage für den Spediteur und die Berlage 400 000 Marf bei den Abonnenten eingezogen und nahm morgens das Gelb fleisch 3500-4800 M. Kalbfleisch 2900-3500 M. Hammelfleisch 8700 in einer Tasche mit, um es abzuliefern. Ms fie um 5% Uhr durch bis 4800 M. Rindertalg 8400-3500 M Schellfisch 1000-1600 M. die Martin Luther Straße ging, merrte fie, daß ihr und Kabeljau 1000-1600 M. Rotzungen 1100-1300 M. Dorsch 750 M. ihrem Sohne zwei Männer verdächtig folgten. In ihrer Angst Flundarn 1000-1300 M. Grüne Heringe 500-1000 M. In Eis: Schleis Die Gesellschaft für Sernalreform und Geschlechtstunde, G. B., veranstaltet Inöpfte sie die Tasche mit dem Gelbe auf der Brust unter den Mantel 3500-4000 M. Hechte 1700-2400 M. Lebende Schlele 1000-4750 M am Donnerstag, den 8. März, abends 7% Uhr, im Museum für Meeresfunde, und glaubte fie fo geborgen. In der Fürther Straße schlichen sich Naturbutter 6000-6800 M: Margarine 2900-3500 M. Schweineschmalz Georgenftr. 84-36( Stadtbh. Friebrid ftraße), einen Bortrag von Herrn Sani3700-4200 M. Weizenmehl 850-950 M. die beiden Männer immer näher an sie heron. Blöglich pacte jie 700-750 M. Graupen 1000 M. Maisgrieß tätsrat Dr. Magnus Hirschfeld über Die feguelle Wahrheit". Gerstengrütze 1000 M. Kartoffelmehl 650-700 M. Backeiner der beiden am Genid und an den Haaren, und riß fie rüd obst: Birnen 500-600 M., Pflaumen 750-1000 M., Gemischtes 750 lings zu Boden. Zu gleicher Zeit versette der andere dem Jungen bis 900 M. Kartoffeln 650-800 M. 10 Pfund. Weißkohl 220-250 M. einen wuchtigen Schlag auf den Schädel. Dann entriffen beide ber I Wirsingkohl 230-260 M. EBäpfel 400-600 M. Zwiebeln 60-70 M Wetter bis Donnerstag mittag. Bärmer, überwiegend frübe, anfangs unerhebliche Rieberfaläge, fpäter in Besten bielfach ergiebige Regenfälle, auffrischende südwestliche Binde Beschwerden Das unzufriedene Berlin Vereinfachung der Verwaltung in Groß- Berlin". mand Vorschläge Rhein- Ruhr- oder Briefmarkenhändler- Hilfe? K. F. A. Z. Wirtschaft Keine Julufionen! Ob ein Preisabbau aber für die Zukunft zu erwarten tft, steht noch dahin. Es ist jedenfalls auffallend, baß die Industrie reits wieder eine geringe Steigerung der Großhandelspreise, näm und Handelszeitung" für die letzte Woche des Februar be lich um 2,5 Proz., gegen die vorangegangene Woche feststellte. Ob diefe Preissteigerung, die natürlich auch früher oder später im Klein handel spürbar wird, und die die Preisfentungen auf einzelnen Ge bieten wieder wettmachen kann, anhalten wird, läßt sich natürlich nicht voraussagen. Jedenfalls zeigt diese neuerliche Erhöhung der Großhandelspreise, die insbesondere bei Tertilwaren spürbar ist, baß auf einen Preis abbau nicht ohne weiteres gerechnet werden kann. Mit größerer Wahrscheinlichkeit jeboch ift anzunehmen, daß die Teuerung nicht mehr in demselben Tempo fortschreitet wie bisher. Schon jetzt aber ist die Kluft zwischen arenpreifen und Löhnen so groß, daß ohne wesentliche Lohnerhöhungen ein starker Abfagrückgang für die Industrie zu be fürchten ist. Wohnungs-, Siedlungs- und Bauwesen. Der amtliche Bericht über die Ergebnisse der Lebensmittelstatistik ries darauf hin, daß der Preisauftrieb im Kleinhandel in er eine 20- Mart- Marte auf den Brief und warf ihn in den dunklen der letzten Zeit nachgelaffen habe. Das trifft zweifellos zu. Eine Schlund des Brieftastens. Anstatt nun aber von der betreffenden Steigerung der Lebenshaltungsfoften um 136 Proz. wie im Februar Die Aufgaben der kommunalen Verwaltung sind durch die Firma Nachricht zu erhalten, kam der Brief nach ein paar Tagen an mird der Monat März, wenn nicht ganz unerwartete Ereignisse ein Kriegs- und Nachkriegszeit bedeutend gewachsen. Die finanzielle den Absender zurüd mit der Aufforderung, 60 M. Strafporto zu treten, zweifellos nicht bringen. Andererseits aber ist aus dieser Be Not erfordert jedoch die sparsamste wirtschaftlichkeit. bezahlen. Da seine Offerte nicht rechtzeitig bei der Firma eingelaufen mertung nicht zu schließen, daß die Teucrung nun einen Breise Mit dem Abbau vieler Zweige in der Berwaltung Groß- Berlins ist war, erhielt er die Stellung nicht, was lediglich auf abbau erwarten läßt. ie wir bereits an Hand verschiedener Preise begonnen, auch verschiedene Borschläge zur Vereinfachung der Verein Berschulden der Post zurüdgeführt werben waltung sind in die Tat umgesetzt worden. Der Gedanke, durch muß. Es ist höchste Zeit, daß die Oberpostdirektion mit diesem Unfug und Inderziffern dargelegt haben, ist ein Rückschlag der Waren Zusammenlegung der Vorortgemeinden Groß- Berlins zur großen aufräumt. preise im Laufe des Monats Februar beim Großhandel zu verzeich Einheitsgemeinde wirtschaftlicher zu arbeiten, darf aber nicht dahin nen gewesen. Die meisten Waren des täglichen Bedarfs führen, daß das Interesse in den Borortgemeinden an der Mitarbeit jedoch, insbesondere industrielle Fertigfabritate, zogen noch weiter getötet wird. In Personalsachen wird z. B. das Recht der Ich habe geschäftliche Beziehungen in Frankreich und Belgien an, ebenso wie die für die großstädtische Bevölkerung wichtigen VerBezirksämter, ihre Beamten anzustellen, start be- und möchte meine Briefe dorthin mit den Briefmarten für tehrstarife, ebenso wie die Kosten von Gas, Wasser und Elektrizität schnitten. Nach dem Gesetz vom 27. April 1920 und dem Ortsgefez Rhein- Ruhr hilfe frantieren. 50 Broz. dieser Spende vom 11. Oktober 1922 haben die Bezirksämtes ihre Beamten anzu würden die Empfänger zahlen und somit würden auch Franzosen noch steigende Richtung zeigen. Ein Preisabbau, wie man ihn so stellen. Trotzdem werden, auch wenn die Stellen durch den Haushal- und Belgier zur Rhein- Ruhr- Hilfe zugezogen werden, was gewiß gern zur Begründung eines Lohnabbaues prophezeien möchte, ist tungsplan genehmigt find, immer noch im einzelnen wegen der Ber. Schon aus moralischen Rüdfichten sehr wünschenswert wäre. Doch im großen Durchschnitt der Warenpreise jedenfalls noch nicht fesi son usw. Borschriften gemacht. Es erscheint auch als eine unnötige die Reichspost zeigt nicht nur tein Entgegenkommen, sondern er zustellen. und unzuverlässige Bevormundung der Bezirksämter, wenn die von Schwert den Stauf diefer Marten: diefe werden nur an einem ihnen vorgenommene Befehung der einzelnen Dienststellen und Ar- Schalter( Wertzeichen in größeren Mengen") verkauft und beitsgebiete nach Besichtigungen durch Revisoren der Zentrale bes ber Verkauf von diesen Marten ist in wenigen Bostämtern durch anstandet werden. Es darf ruhig ausgesprochen werden, daß nie- einen fleinen Anschlag bekanntgegeben, so daß feiner, außer Samm auch nicht ein Berliner Revisor in der Lage ist, durch lern, davon weiß; außerdem werden die Rhein- Ruhr- Hilfe- Marken an eine Besprechung oder Beobachtung an Ort und Stelle von furzer Käufer nur in wenigen Stüden abgegeben, was felgendes be Dauer festzustellen, ob zu viel oder zu wenig Beamte an einer weist: als ich heute nach dreitägigem Suchen die 20- Mart- Marte Stelle vorhanden find. Dann soll man sich doch endlich daran ge-( 1000 m. Hilfe) in dem Poftamt Berlin. 30 endlich fand, weigerte wöhnen, daß die herausgegebenen Richtlinien e ben nur Richt. fich der Beamte, mir einige Stücke davon zu verkaufen, obwohl er linien find. Wer es unternehmen will, alle Dienststellen mehrere hatte. Da ich Sammler bin, bat ich um mindestens einen bis ins fleinste nach einem Schema zu regeln, wird elend Schiff Biererblock für meine Privatsammlung, doch es wurden mir nur bruch erleiden. Durch eine derartige Handhabung wird der Ge- zwei Stüde verfauft, Ich mußte melancholisch lächeln, als ich auf. schäftsbetrieb nur gelähmt und nicht gefördert. Ferner ist z. B. blidte und neben dem Schalter den grünen Boltsopfer" zur Veräußerung von Grundstüden die Genehmigung Anschlag fah. Es ist um so mehr empörend, daß in jedem Brief: der Stadtverordnetenversammlung erforderlich. Das ist nach ber martengeschäft biefe Marten mit dem Bettel Kleine Auflage!!!" Städteordnung nötig. Es müssen aber Ausnahmen zuläffig sein, ausgestellt und bogenweise vorhanden find. Wo erhielten und er was im Wege der Delegation möglich ist. Wenn z. B. jemand be: halten benn alle diese Geschäfte die sogenannten Wohlfahrts" Stadt, fagen wir 200 Quadratmeter Straßenland übereignet, iftarten und warum erschwert dem Bublifum die Boft den Kauf jetzt bas Bezirksamt allein zuständig. Birb in diesem Bertrage diefer Marten. Sollte vielleicht wieber( wie bei den Kinder und gleichzeitig ein Quadratmeter städtischen Geländes dem Anlieger Altershilfe- Marten) unter" Rhein- Ruhr- Hilfe" Briefmarten. übereignet, dann müssen die Stadtverordneten heran. Das erfor handler.ilfe verstanden werden. Es ist höchst interessant, dert Kosten, die nicht nötig wären. Pachtverträge über fechs zu erfahren, wer an solcher Hilfe Interesse haben tann. Das erste Jahrbuch für Wohnungs, Siedlungs- und Bauwesen Jahre müssen die Stadtverordnetenversammlung paffieren. Auch Bummefei der Steuerbehörde. ift fürzlich im Verlag für Politit und Wirtschaft( Berlin W. 35, das ist überflüssig. Getraut man denn den Bezirkskörperschaften Daß die geringen Steuererträgniffe ihren Hauptgrund in der Botsdamer Str. 35) erschienen. Es ist vom Geheimen Regierungsnicht zu, daß auch sie fachgemäß im Interesse der Stadt handeln schüchternen Burüdhaltung ber Befigenden haben, unterliegt teinem rat Otto Glaß, Ministerialdirigent im Reichsarbeitsministerium, Mifönnen? Will man wirklich eine Sicherung, dann mag man vor Zweifel. Daneben aber tragen auch die Steuerbehörden nifterialrat Hans Krüger und Stadtbaudirettor Dr. Ing. Albert schreiben, daß bei besonders wichtigen Berträgen der Magistrat zu einen guten Teil Schuld an der Mifere. Wenn z. B. ein Untertan Gut, München, in Berbindung mit dem Reichsarbeitsministerium stimmt. Es gibt jedoch genügend Beispiele, daß die von der Ben in Charlottenburg das Bedürfnis fühlt, feine umfasst eu er herausgegeben worden und enthält auf 468 Seiten eine Fülle von trale getätigten Berträge durchaus nicht immer vorbildlich sind!-erflärung abzugeben, so ist er genötigt, das Formular Material über fast alle wichtigen Fragen des Wohnungs, Siede Dafür können Beweise erbracht werden. Ist es nicht eine Ber. aus der Friedrichstraße abzuholen. Dort befindet sich lungs- und Bauwesens. Anerkannte Fachleute haben die einzelnen geubung von Geld und Zeit, wenn alle Projette, nämlich das dafür zuständige Amt. Auf die Idee, die Formulare Teilgebiete bearbeitet, so daß das Buch ein Quellenwert ersten die in den Bezirksämtern von den Bauämtern aufgestellt werden, in allen Finanzämtern vorrätig zu halten, ist die Steuerbureaufratie Ranges ist. So behandelt, um nur wenige Namen zu nennen, in Berlin nochmals von A bis 3. nachgeprüft werden? Das ist bis jetzt noch nicht gekommen. Die Einkommensteuerer! lä- Staatsfefretär Scheibt vom Preußischen Wohlfahrtsministerium boch überflüssig, denn die Bearbeiter in den Bezirken sind genau rungen mußten früher bis zum 20. Januar abgegeben sein. Die Grundlinien unserer Wohnungsfürsorge, Dr. G. Albrecht so vorgebildete Techniker. Die gleichen Ersparnisse sind im Jetzt find Anfang März! noch nicht einmal die Erflä die Grundlagen des Wohnungsbaues nach dem Finanzwesen möglich, wenn nicht wegen jeder Kleinigkeit der rungsformulare auf den Finanzämtern zu haben und fein Mensch Kriege, Geheimer Regierungsrat Dr. Glaß Wefen und Rechts Rämmerer gefragt werden muß, sondern wenn im Rahmen der weiß, wann sie eintreffen werden. Wenn die Steuerbehörden es formen gemeinnüßiger Lauvereinigungen, Regierungsrat Behrendt ihnen bewilligten Mittel die Bezirksämter felbständig handeln absichtlich darauf anlegen würden, unfere ganze Finanzwirtschaft die Erfaßbauweisen, Oberregierungsrat Rusch die Organisation und fönnen. Jetzt ist es oft so, daß vor Erteilung der Genehmigung in zu fabotieren, fo tönnten fie das nicht wirksamer tun, als sie es Tätigteit ber Wohnungsfürsorgegesellschaften, Professor Dr. Albrecht dem langen schiefbeinigen Instanzenwege die Roften um das Dops heute unabfichtlich burch ihren Bummelbetrieb beforgen. die Organisation und Tätigkeit der Baugen offenschaften, pelte und mehr, höhere geworden sind. Die Verwaltung darf nicht Regierungsrat Dr. Wenzel die Organisation und Tätigkeit der länd zum Selbstzwed werden, sondern soll doch ein Mittel sein, die Auf- Weinmeister-, Münzstraße in zweiter Auflage. lichen Siedlungsunternehmungen, Ministerialrat Dr. Schmidt bie gaten, welche im öffentlichen Interesse liegen, zu erfüllen. Geradezu unhaltbare Bustände haben in letzter Beit durch die Beschaffung von Bau und Siedlungsland, Ministerialtat Dr. Imme fich Linienftr. 80 befindliche Serberge zur Heimat hoff die Bautosten beibilfe von Ländern und Gemeinden, ReBlaz gegriffen. Richt allein bei Tage, sondern vor allem in den gierungsrat Heufer die Organisation der Bergmannsfiedlungen ufm. Abendstunden sammeln sich auf der Straße vor der Herberge aller Außer diefen Beiträgen enthält das Wert eine Uebersicht über ble hand arbeits- und lichtfcheue Gestalten, die durch ihr Auftreten eine wichtigsten Geseze, Berordnungen und Vorschriften, die in den öffentliche Gefahr bilden Leider wird durch bie Gaseriparnis letzten Jahren auf dem Gebiete des Wohnungs- und Siedlungs des Magistrats diefer Gesellschaft Borschub geleistet, do eine sich vor wesens im Reich und in den Ländan erlassen wurden, von Stadt dem Hause Linienstraße 79 befindliche Laterne nicht beleuchtet wird. baudirektor Dr. Ing. Gut in München, ber auch das wichtigste Ma Diefe Laterne würde gerade den Eingang ber Herberge genügend terial über das Wohnungs-, Siedlungs- und Bauwesen zusammen beleuchten und manchem ber bort Anwesenden etwas unangenehm gestellt hat. Ferner enthält das Wert eine Denkschrift des Reichs ins Gesicht scheinen. Gerade an solchen Plägen dürfte im Interurbeitsministeriums über Maßnahmen auf dem Gebiete des Woh effe der Bevölkerung mit Beleuchtung nicht gefpart werden. Allein- nungs- und Siedlungswesens von 1914 bis 1921, ein Anschriftengehende Bersonen, vor allem Frauen, ist das Passieren der Straße verzeichnis der für das Wohnungs, Siedlungs- und Bauwesen i in den Abendstunden unmöglich gemacht. Selbst die Hausflure und Frage tommenden Behörden, Berbände, Genossenschaften usw., eine Treppen der umliegenden Häuser werden von dieser Gesellschaft in Uebersicht über die wichtigste Literatur auf dem Gebiete bes BohMitleidenschaft gezogen, da diese als Handelspläge der meist ge nunes, Siedlungs- und Bauwesens und vieles andere mehr. Allen, ftohlenen Sachen aufgesucht werden. Bielleicht sieht hier die Bolizei die fich mit ben Fragen des Wohnungs, Siedlungs- und Bauwesens einmal nach dem Rechten und sorgt für Abhilfe, die hier im Inter beschäftigen müssen, ist in dem Jahrbuch eine Materialsammlung ge effe der dort wohnenden Bevölkerung bringend nottut. boten, deren Reichhaltigkeit in feinem anderen Wert übertroffen Ohne Mieten- Borschüffe. und beren Bert höchstens burch bie rasch fortschreitende Entwid lung auf dem Gebiete des Wohnungs-, Siedlungs- und Bauwesens etwas beeinträchtigt wird. Emil Bübte. Jrreführung des Publikums durch die Post. In den Schaltervorräumen der Berliner Bostämter hängen große gelbe Blafate, auf welchen die neuesten Tarife verzeichnet stehen. Das ist durchaus notwendig, weil die Tarife ja faft täglich wechseln und steigen, und der gewöhnliche Sterbliche, der nicht jeden Tag Briefe absendet, die so häufig wechselnden Preisangaben unmöglich im Rops behalten kann. In manchen Bostämtern unbegreiflich, warum nicht in allen find neben diefen Tariftafeln Tabellen angebracht, aus denen ersichtlich ist, welche Orte um Berlin herum mit der Reichshauptstadt im sogenannten Orts und Nachbarortspertehr stehen, das heißt also Orte, nach denen ein Brief oder eine Bofttarte mit denfelben Marten frantiert werden muß, wie innerhalb Berlins, und nicht mit den erheblich höheren und teuereren Marten, die auf einen Brief im Fernverkehr zu leben sind. Diese Blafate aber haben ihre Fall Stride und sind geradezu auf die Irreführung des Bublifums ein gestellt. Dadurch ist schon mancher Merger und Berlust für den Ab. fender eines Briefes entstanden, der, trotzdem er sich vorher vorsorg lich nach der Tabelle orientiert hatte, Strafporto zahlen mußte. Hinter einigen diefer Ortschaften steht nämlich ein winziges Sternchen, das man in dem Halbbunkel, das meistens in den Schalterräumen herrscht, gar nicht erkennen kann, und in einer Anmerkung mit winzig Kleiner Schrift heißt es dann: Dieser Ort gehört nicht zum Drts- und Nachbarortsverkehr. Ja, zum Teufel, warum schreibt man ihn denn auf eine Tafel, die in ihrer dicken und fetten Ueberschrift befagt, daß fie die Orte aufzählt, die mit Berlin im Orts- und Nachbarortsverkehr stehen? Unlängst hat jemand durch diese Irreführung einen schweren Schaden erlitten. Der Betreffende, schon lange ohne Stellung und mit feiner Familie in großer Not lebend, hatte fich auf eine Offerte um Stellung bei einer Firma in der Nähe von Berlin beworben. Nach der vorhin erwähnten Tafel gehört der Ort zum Nachbarortsverfehr mit Berlin. Das verdammte Sternchen hinter dem Namen der Ortschaft hatte er übersehen. Folglich flebte Stein der Weisen Das Original aller Nagelpoilersteine Ueberall erhältlich. 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Allenthalten werden jeßt zwischen richte aus der französischen Eisenindustrie, um zu zeigen, daß ble Die französische Zeitung Deuore" veröffentlicht einige Bermietern und Mietern fchiedlich und friedlich vereinbarun richte aus der französischen Eiſenindustrie, um zu zeigen, daß bie gen getroffen, ohne Borschußzahlungen nach vier oder sechs Boden Befehung des Ruhrgebietes vorläufig in feiner Weise den Ber abzurechnen, wie es beiden Parteien am besten zusagt. Der Ber- iprechungen gerecht geworden ist, bie die Regierung gemacht hat. mieter erhält dadurch in furzer Zeit die Gelder. um feine Haus. Sie zitiert die Revue industrielle de l'Est, welche schreibt: rechnungen zu bezahlen, während das, was die Mieter zu bezahlen Durch die Lage in der Industrie werden die Gruben gezwungen, haben, nicht am Ende des Bierteljahres zu einer großen Summe ihre Förderung zu vermindern. Bahlreiche Hochöfen aufläuft. Außerdem wird der Merger über die Berfügung der Bor müssen ausgeblafen werden, da der Kots fehlt. Unsere Expedition schußzahlungen erspart, das Abrechnungsverfahren vereinfacht und an die Ruhr hat noch einen produttiven Erfolg gezeitigt. ein befferes Berhältnis zwischen ben Barteien hergestellt. Diese sehr während die algerischen Kohlenbecken sich in ausgezeichnetem Bu vernünftige Selbsthilfe, von der natürlich der Kampf gegen die fort ftand befinden, England mehrere, feiner Hochöfen wieder in Betrieb gefehte Erhöhung der Mietzuschläge unberührt bleibt, sollte bem gefegt hat, die spanischen Erze von immer besserer Beschaffenheit Magiftrat zu denken geben. werden, und ebenso die schwedischen Erze, die mehr und mehr an E. Drum prüfe, war sich ewig binget! Als Selbsthersteller liefere ich in Qualität und Preis einzig dastehend Trauringe 1 Ring Du atengold v. M. 25000 an 1 Ring 585 gestempelt v. M. 17.00 an ges. gesch 1 Ring 333 gestempelt v. M. 10000 an Einfache Ringe 4000 Mk. 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Weiterer Rüdgang der Konfurfe. Während faft alle Jubuftrien Often durch das Fehlen der französischen Hochöfen als Abnehmer daß die Aktion im Ruhrgebiet möglichst bald ihre Früchte zeigen über ein starkes Abflauen des Abiages im Februar flagten, ist der und die fast vollkommene Einstellung der Ausfuhr nach Deutschland wird. Dollarsturz auf den Bestand der Unternehmungen in diesem Monot lahmgelegt. Die Schwierigkeit in der Bersorgung mit Stofs L'Oeuvre" zitiert bann weiter Aeußerungen von Mitgliedern noch ohne Einfluß geblieben. Die Zahl der Konkurse hat nicht nur wird für unsere Hochöfen immer größer und einer nach dem des Hüttenverbandes. Dort habe man erklärt, jeder ziehe fich so gut nicht zugenommen, sie ist sogar noch zurückgegangen. Nach der andern wird ausgeblasen. Dieser unangenehme Zustand wird zwar aus der Affäre, wie er fann. Man hüte sich, die volle Wahrheit zu Statistik der Zeitschrift Die Bant" wurden im Februar nur mohl bald ein Ende haben, denn die Kohlenlieferungen dürften sich fagen. Die Arbeitslosigkeit fei jedoch überall sichtbar. 15 Konturfe eröffnet gegen 20 im Januar d. J. und 128 im Februar bald wieder einstellen, wenn auch sicherlich nicht in völlig genügen Weiter berichtet das Blatt, die Gesellschaft der östlichen Eisenwaren vorigen Jahres. dem Ausmaß. Bedeutende Aufträge für Rots müssen zu hohen fabrifen habe ihrer Rundschaft mitgeteilt, daß sie ihre Aufträge nicht Preisen in England untergebracht werden. In der Gußeifen ausführen könne und die Kontratte annulliere wegen der industrie, so fährt die Revue fort, wird die Lage immer schwieriger. fortgesetzten Preissteigerung für Rohmaterialien. Ferner habe man Es werden riesenhafte Preise für Kohle gezahlt, und diese Breise sind im Hüttenverband erklärt, daß viele Hochöfen ausgeblafen werden unsicher und ändern sich fortwährend. Wenn genügend Kots für die mußten, weil der westfälische Rots fehlt. Die Rüdficht auf die Hochöfen vorhanden wäre, so wäre, im ganzen genommen, die politische Lage verbiete aber Weiteres darüber mitzuteilen. Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus Volksbühne 6 Uhr: 7 Uhr: Figar.Hochzeit Das Wintermärchen Schauspielhaus 72 Uhr: Wilhelm Tell Lessing- Th. 71 Uhr: Bürger Schippel Deutsch. Theat. Donnerst. 7: Die 7: Alt Heidel- Mütter berg Do.: Penthesilea Deut. Künstler- Th. Kammerspiele Alabendlich 7%, U. 7% Uhr: Frl. Julie. Langelot Sanderein. und Do. 8: Der Kreis Gr.Schauspielh. ( Karlstraße 72: Die törichte Jungfrau Do: 7 U.: Die to richte Jungfrau Sonntag, d. 11 Marz Der Fürst von Pappenheima Der Blaue Vogel Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 2 Uhr: Maschinen Allabendlich stürmer Aborn.- Verschlebg. der 3. Vorstellung: vom 7. März auf 21. März. vom 8. März auf 22. März. Theater i. d. Königgrätz. Str. 8 U.: Aus d. Leben d U. Stre Das 3.Programm URANIA Theater 8 Uhr: Unter Wilden u. wil den Tieren. Kl. Saal Messe 11-14 Marz Breslau Devisenfurje. Unserer gestrigen Kurstafel find noch folgende amtliche Notierungen nachzutragen: 100 österr. Kronen( abgest.) 31.42 Geld, 81.58 Brief; 1 tschechische Krone 668.32 Geld, 671.68 Brief; 1 ungarische Krone 7.43 Geld, 7.47 Brief; 1 bulgarische Lewa 128.67 Gelb, 129.33 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 245.88 Geld, 247.12 Brief. 1 Polenmart loftete im freien Verkehr 52 Pf. Allgemeine Ortstrantenfaffe Kaufgesuche Berlin- Wilmersdorf Bekanntmachung 10 NO- Zinnschmelze fauft Lötzinn, Ge schirrainn. Weichslei und sämtliche Metalle. Andreasstraße 49. Auf Grund der Verordnung über GrundBianos, Flügel fauft zu höchsten Töhne in der Krankenversicherung vom Tagespreifen Bianomagazin, Barba Forverkauf von Messeausweisen zu bedeutend ermäßigten Preisen In sämtl. Zigarrengeschäften der Firma Loeser& Wolfionitufe 1-7 bleibt wie in der Bekannt Allgemeine Ken- Berlin oristrantentaffe Berlin- Pankow Unterhaltungs- Varieté Degerst 63% 4 Chr Das größte Nachmittag Kabarett 8 Uhr Dea abwechslungsreidis te Varieté- Programm Große Bier- Abteilung Bekanntmachung. Infolge Verordnung des Reichs arbeitsministers werden, verbehaltlich des Borstandsbeschluffes, mit Wirkung vom Dentag, den 5 tärg 1923, ab ber Tagesverdienst und Grundlohn in Lohnstufe 9 geändert und die Lohnftnfen 10, 11 und 12 neu festgesetzt wie folgt: Stufe Tagesverdienst Grundlohn 4000. 8000 9 über 3250 bis 4500 . 10 4500 8500 8500 12500 " " " 12500 12000 14000 19 " 17 dmirals- Varieté 11 A 12 730 Marz- Programm gilt als erfolgt, wenn nicht innerhalb wie immer erstklassig Bekanntmachung Die Beschlußfaffung des Vorstandes Tagen diese Bekanntmachung widerrufen wird. Die erforderlichen Ummeldungen find uns unverzüglich, spätestens aber bis der Ortstrantenteffe für d. Maurer- 15. Märg 1928 an erstatten. gewerbe zu Berlin. Dom 27. Februar 1928( Deutscher ReichsBerlin- Pankom, ben 5. März 1928, Am 2. März verstarb unsere Kollegin Martha Groger Wir werden ihrer bauernd gedenken. Personal b. Vorwärts- Filiale Neukölln, Neckarstr. 2. Die Einäscherung findet Donners tag, ben 8. März, nadom. 1½ Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. 27. Februar 1923 hat. ber Borstand be- rosjaplas 2, Stollendorf 5397. 197/12 fchloffen, die Lohnftufen mit Wirkung vom 12. März 1923 mie folgt jeftzufenen: Fahrradanlauf, Linienstraße 19.[ 1499* Berfer und deutsche Teppiche fauft machung vom 17. Februar 1923 angegeben höchftzahlend Reschke, Reuföln, Kaifer bestehen, während die übrigen 4 Sohnstufen Friedrich- Straße 5. Tel. Neutöln 9123. wie folgt festgelegt werben: Raufe alle Arten Säde, Padleinwand, Lohn Grunde Beitrag Nähgarn. Biller, Swinemünderstraße ftufe lohn pro Tag Sumboldt 489. VIII üb. 8250 bis 4500 t. 4000 02. 400 4500 8500 8000 800 8500, 12500 12000 1200 12500 u. bar über 14000 1400 IX 17 . XI PR Sagesentgelt 29 " " 17 " " 9 " PP Felleinlanf! Safen über 6000.-, Biegen über 20 000.-, Ragen, Ranin, Me. talle, Gäde, Nähgarne, Bindfaden, Pack. leinen, Emballagen, Schafwolle, RozDie Arbeitgeber find verpflichtet, der haare. Woldenbergerstr. 2, zwei Minu Raffe innerhalb einer Woche die zur Beten vom Bahnhof Weißenfee. Aleg. 1857. rechnung der Beiträge erforderlichen An- Säde Höchstpreise. gaben auf den unentgeltlich von der Kaffe run, Kaiser- Friedrichstr. 42. abgegebenenLohnveränderungsformularen 31 machen. Deutscher Metallarbeiter- Verband to diefer Aufforderung die Meldung nicht Holzkamm, Neu* Erstattet ein Arbeitgeber Medizinflaschen, Kopfwaffer, Bugwaffer, Safiflaschen, Weinflaschen, all. Friftgemäß, io fann der Kassenvorstand Sonstige tauft Glashandlung Alte JaVerwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/ 85.ür eine Beschäftigten den Grundlohn in obftraße 78. Metallschmelze, Neanderstraße 35 hur Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm.4Uhr. Der Söhe feitfegen, der für Bersicherte Telephon: Umt Norben 838 bis 836 gleicher Art gilt 179 15 im Laden), tauft 8ahngebife, Platin. und 6592 bis 6595. Die neuen Tabellen find am Schalter 10 abfälle, Goldfachen, Silberfachen. Qued und 11 unentgeltlich zu erhalten. Filber, fämtliche Metalle. Berlin- Wilmersdorf, ben 5. März 1923. Schallplatten fauft, Höchstpreis, SchönR. Engelhardt Fr. Wiemann hauser Allee 50, nur Hof I. Borsigender Schriftführer Achtung! Metallformer! tung! Da die Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß gescheitert find, findet am Mittwoch, ben 7. März, nachm. 5 Uhr, eine außerordentliche Vertrauensleutefonferenz Suf Grund der Berordnung über 179/16] Der Vorsigende: D. Olitig. Grundlöhne in der Krantenversicherung XIV. Hachtrag zur Satzung der Allgemeinen ngetger Nr. 30) hat ber Rassenvorstand Ortskrankenkasse far Berlin- Lichterfelde im gofal von Wagner, Koffbuſer befchloffen, bie Lohnftufen vom 12. März Straße 19, statt. Erscheinen aller Bertrauensleute ist unbedingt notwendig. Die Branchenleitung. Mod. Energie- 1923 an mie folgt feſtanſegen: wirtschaft in Berlin- Lichterfelde. Die bisherigen Lohnstufen 1-7( zu arbeitsministers vom 27. Februar 1923 über Auf Grund der Berordnung des Reichsvergl. 19. Abänderung) bleiben bestehen. Insekten Apollo- Theater fe Tagesverdienft Grundlohn Grundlöhne in der Krankenversicherung Täglich 7: Operette Komödienhaus Die große Ausstattsu: Musik Die Modekönigin Berliner Th. Paul Heidemanna. G. 7.3: Madame Pompadour Illing, Platen, Köbe Vorverkauf anunterbrochen 8 9 10 DV 11 über 8250-4500 r. 4000 92 4500-8500 8500-12500 12500. " " 8000 12000 14000 Verkäufe Fahrradanlauf, fchinerftraße 78. höchftzahlend, Git. 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März 1923 die zur Be19 8 500-12500 12000 " 22 " " 11 12 500 14000 79 gaben zu machen, was auf Biften geschehen der Stufe 8 bejchäftigen, werden Liften zu Donnerstag. 8. März. nachm. 5 2hr, im Bofal Reckling. Wassertorftr. 71: Sigung b. Bertrauensleute u.Betriebsräte Jeder Betrieb muß vertreten sein! Cinzelteile. Leiter, rechnung der Beiträge erforderlichen An- Den Arbeitgebern, soweit fie Mitglieder Walhalla- Th. Rettet ein Arbeitgeber frog diefer gehen bzw. Aus: unft erbeten werden und Deutsch Opernhaus 746 u. Leitg. d. Komp. Hufforderung die Meldung nicht fritzeitig, bitten wir, die dahin bezüglichen Fragen Gruppenversammlung fchlüpfer, Cutaways. Solen. Makver. Klaviere, Teppiche, Einzelmöbel, Küchen. Große Volksoper Die Liebe geht und für seine Beschäftigten der Raffen- fofort evtl. an ben betreffenden Angestellten 7: Last. 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