Nr. 112 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 56 Bezugspreis: Für den Monat März 5800 902. boraus zahlbar Unter Rreuzband für Deutschland. Danzig. Saar. und Memelgebiet fomie Desterreich und Sugemburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Bostbezugspreis reibleibend. Boftbestellungen nehmen an Belgien Dänemart. England. Estland. Finnland. Frank. reich. Holland Lettland. Luremburg. Defterreich, Schweden Schwetz Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Gonntags. beilage Bolt und Reit" der Unter haltungsbeilage Seimwelt" und der Beilage Siedlung und Rleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin" Morgenansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 150 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezcile Loftet 1200 M. Reklamezeile 6000 Mr. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 375 M.( zulässig amei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 200. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jedes weitere Bort 150 92. 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Die Kernfrage in dem ganzen Broblem lautet: Mollen die Franzosen wirflich nur Repa rationen und Ruhe oder dauernde Absperrung ber befegten Gebiete von Deutschland und ihre Berwandlung in einen französischen Vasallenstaat? Aber die französischen Staats. Deutschland sabotiere die Reparationszahlungen, es sei ein böswilliger männer bestreiten auf das entschiedenste diese Absicht. Sie sagen, Schuldner und es bleibe nichts anderes übrig, als das, mas es schuldig land finden im allgemeinen die Werte der französischen Staatsmänner noch mehr Glauben als die Worte der deutschen Staatsmänner. Diefe alte, im Kriege erzeugte Einstellung fist noch so tief, daß von vornherein auf Sympathie für Deutschland im Auslande auch in dieser Sache nicht zu rechnen ist.( Sehr wahr!) Wir schlagen wollen, die Kernfrage des Problems mit objettipem Material müffen, wenn wir eine Bresche in die Phalang unserer Gegner beantworten. Denn das soll man brüben wiffen: Der Deutsche Reichstag hat gestern zu der Rede des wendigen Besteuerung der Sachwerte machte, ernst gemeint| schämende und foftspielige Experiment abzubauen, sehen wir die Reichstanzlers Stellung genommen. Zieht man die Bilanz sein und erfüllt werden sollten, dann würde das zweifellos weitere Ausdehnung der Unternehmung: neue Besetzungen. Dieses dieser sechsstündigen Aussprache, so ergibt sich ein Bild der für die Festigung des Staatswesens und für die Führung fyftematische Vortreiben der ganzen Aktion im Zusammenhang mit Einmütigkeit des deutschen Boltes in seinem Billen einer erfolgreichen Außenpolitif einen nicht zu unter und mit der dort seit Jahren betriebenen Bolitik, die weit über das bem planmäßigen Borgehen der Franzosen im altbefehten Geblet zur erfolgreichen Abwehr des französischen Imperialismus. fchätzenden Gewinn bedeuten. Ganz im Gegenfab hinausgeht, was ein vernünftiger Mensch als im Interesse und zur Gegenüber der Politik Millerands und Poincarés, gegen zu feinem Rompagnon von 1920 hielt sich Stresemann Sicherung der Befahung ansehen könnte, spricht dafür, daß die Fran über den Gewalttaten Degouttes und Tirards besteht, wenn von jeder innerpolitischen und außerpolitischen Heze feru. zofen das Ziel verfolgen, man es unbedingt so nennen will, eine„ Einheitsfront" der Was er über Frankreich ausführte, vermied jeden plumpen Ablehnung und der Berurteilung, die von Graefe bis Klara Haß und war deshalb um so wirkungsvoller. Es wäre eine Bettin reicht. Was jedoch die Mittel und die weiteren wirtlich staatsmännische Rede gewesen, wenn sie fich zu jenem Biele dieses Abwehrkampfes betrifft, find allerdings nicht Bekenntnis durchgerungen hätte, das heute das A und O einer nur zwischen Sozalisten und Bürgerlichen, sondern auch inner- jeden wahren Staatsmannskunst in Deutschland ist: zu einem halb der bürgerlichen Parteien selbst tiefe Gegenfäße flaren Bekenntnis zur Republit, das wir tags zuvor mit vorhanden. Hierin gibt es feine Einheitsfront, tann es Befriedigung zweimal aus dem Munde des Reichsfanglers feine solche geben und wird es eine solche niemals geben. Cuno vernommen hatten. Vielleicht werden bei der nach Die Rampfmittel und die 3iele der Sozialdemo- ft en Rede des volksparteilichen Führers die letzten Hemmunist und nicht bezahlen will, durch Gewalt einzutreiben. Im Aus. fratie hat Genosse Dr. Eduard David in gewohnter gen überwunden sein, die ihn noch von diesem notwendigen Schärfe und Klarheit umschrieben: durch die passive Re- Schritt abhalten. sistenz und durch die Betonung unseres grundsäglichen Was Dr. Stresemann über den Klassenkampf ausführte, Festhaltens an der Erfüllungspolitit zu einer Ber der im Widerspruch zu dem Gedanken der Abwehrfront stehe, ständigung mit Frankreich zu gelangen. Aber eine wollen wir nur als eine rhetorische Konzession an feinen solche Berständigung fann nur auf der Grundlage der Unrechten Flügel auffaffen. Freilich für den Durchschnittsober antastbarkeit unserer Reichseinheit erfolgen. lehrer der Bolkspartei und für manchen Kommunisten ist Deshalb nahm die Erörterung der Kernfrage:" Was will Klassenfampf untrennbar mit Ballonmüßen- Borstellungen, mit Mit einem Frankreich, das nur Reparationen und Ruhe will, Frankreich?" einen breiten Raum in der Rede Davids ein, Krach, Geschimpfe und Gewalttätigkeiten verbunden. Ander fönnen und wollen wir uns jederzeit verständigen. die vom Anfang bis zum Ende im ganzen Hause mit ficht- Ruhr aber erleben wir die erhebendste Entfaltung des( Sehr wahr! links und in der Mitte.) Mit einem Frankreich aber, barem Interesse angehört murde. Unser Fraktionsredner Klassentampfes, die die Weltgeschichte jemals geboten hat. das uns das Ruhr- und Rheingebiet entreißen will, fann es eine brachte reines Tatsachenmaterial vor, aus dem man zu der und wenn er dafür Bewunderung empfindet, so hoffen wir, solche Verständigung nie und nimmer geben.( Allseitige lebh. unausbleiblichen Schlußfolgerung gelangen muß, daß Frant- daß er auch Verständnis für die gewöhnlichen Formen des Bustimmung.) Das ist die flare Stellung der Frage. So muß sie reich gegenwärtig nicht nur Reparationen und Ruhe" er- Klaffenkampfes zeigen wird. Die Einstellung des Klaffen- auch in Frankreich gefehen werden. Aus franzöfifchen Veröffent strebt, wie die Formel des" Temps" lautet, sondern annegio- tampfes ist schon deshalb eine Illusion, weil sie nicht einlichungen wissen wir, daß die Franzosen im Jahre 1919 mit einem nistische Biele verfolgt. Es ist nun an der Gegenseite, diese seitig erfolgen tann: das beweist gerade jetzt das Verhalten Ueberzeugung, die in den weitesten Schichten der deutschen der. Herrn Stresemann nahestehenden Industriellen in Ber Arbeiterklasse tief veranfert ist, durch flare, unzweideutige lin, die, troß allen schönen Reden über„ Einheits" und Gegenbeweise und durch offizielle Rundgebungen zu beseitigen, Abwehrfront". ein neues Stüd Klassenkampf den Arbeitern fomie es übrigens auch die französischen Sozialisten und bur aufzwingen wollen. gerlichen Radikalsozialisten seit mehreren Tagen immer wieder Ein interessantes Schauspiel bot die Rede der tommunistiverlangen. schen Vertreterin Klara Zetkin. Einen einheitlichen politis Genoffe David hatte an die Bernunft des franzöfifchen Sinn aus ihren Ausführungen herauszufinden, die eine schen und, so weit es nötig ist, auch des eigenen Boltes einzige Kette von Widersprüchen bildeten, ist unmöglich. Zu appelliert. Daß das letzbere teineswegs überflüssig ist, das nächst verhöhnte sie unter dem lebhaften Beifall der Deutsch follten die Ausführungen feines Nachfolgers auf der Redner nationalen die Erfüllungspolitit, um später ein glühendes Betribüne, des deutschnationalen Dr. Hergt, nur zu deutlich kenntnis zu dieser Politit abzulegen, von der sie, genau so wie beweisen. Denn die Rede Hergts war vor allem ein Appell wir, nur verlangte, daß sie nicht auf Kosten der breiten Masse an die Instinkte des Volkes. Ton, Inhalt und Gebärde, getrieben werde. Lange schien es so, als ob sie ausschließlich alles mar auf die Wirkungen der übelsten nationalistischen in national- bolschewistischen Gedankengängen befangen wäre, ifbrüchigen Mart durch ein gesundes Gelb, die Ab. Demagogie bewußt eingestellt. Die ganze Art des Redners und die Schulk- Bromberg und Genossen, in dichtem Knäuel trug nur zu offensichtlich den Stempel einer planmäßigen paz teipolitischen Ausnükung der nationalen Brüfung unseres Bolkes. Aus jedem Sage flang die höhnische Feststellung heraus:„ Ha! So wie wir, fann niemand den Haß schüren, da fommt feiner mit, das ist unser Brivileg, feit jeher, und jetzt fühlen wir uns wie noch nie in unserem Element! Diefer Kampf ist das Privatmonopol der Deutschnationalen Bolts partei, und wir werden schon mit Hilfe Boincarés dafür sorgen, daß die Konjunktur des Hasses nicht sobald wieder verebbt. Und wenn Ihr Euch dagegen wehrt, dann wehe vor unserer Dolchstoß"-Propaganda!" vor der Rednertribine maffiert, spendeten ihr hei jedem Sag lebhaften Beifall. Plötzlich aber predigte sie wieder eindringlich den passiven Widerstand und verlangte, ebenso wie wir es tun, von der Regierung die notwendigen wirtschaftlichen Ergänzungsmaßnahmen zur Fortführung dieses Kampfes. Dazwischen warf sie hin und wieder im echtesten Rote- Fahne" Sif die Namen Stinnes und Loucheur in die Debatte, oder sie fang ein kurzes Loblied auf Sowjet- Rußland. Aber das flang beinahe wie eine bloße rituelle Formalität. Doch eine Idee zog sich durch ihre ganze Rede, trotz allen Verwirrungen und Berirrungen, wie ein Leitmotin hindurch: ein tiefempfundenes Betenntnis zu Deutsch land, als dem idealiten Kampffeld für den Sozialismus, als dem Baterland einer befferen, freieren Zukunft! Jenes Gott erhalte uns Poincaré!", das die Deutsche Zeitung" in den ersten Tagen des Ruhreinmarsches ebenso aufrichtig wie unvorsichtig ausrief, das war das stille. doch offenfundige Motto der Hergtschen Rede. Dagegen hat sich die linke Seite des Hauses mit vollem Recht in oft Präsident Löbe verliest ein Schreiben der Interalliierten ftürmischen 3mischenrufen und Zwischenfällen gewandt; um Rheinlandtommiffion, daß die Ausweifura des demofrati fo mehr, als diefe herausfordernde Sprache gerade von den schen Abgeordneten Korell aus dem befekten Gebiet wegen seiner Leuten geführt wird, die ihr gerüttelt Maß von Schuld am dort ausgeübten perhebenden Tätigkeit erfolgt sei. Aus dem Unglück des eigenen Volkes tragen und die daher allen Grund selben Grunde fei auch feiner Familie aufgegeben worden, innerhalb vier Tagen das befehte Gebiet zu verlaffen.( Stürzur Bescheidenheit und Burückhaltung hätten. Ganz im mische Entrüftungskundgebungen.) An diese Mitteilung fnüpft der Gegensatz zu den beifallklatschenden deutschnationalen Abge- Präsident die Bemerfung der neue Gewaltaft beweise. nur, daß ordneten und Tribünenbesuchern sind wir der Ueberzeugung, Rorell seine Pflicht als deutscher Abgeordneter erfüllt habe, wofür daß die wahren Frontfämpfer an der Ruhr, die sozialdemo. ihm der Dant des Reichstages gebühre.( Lebh. Beifall.) fratischen Bergarbeiter und Eisenbahner des Industriegebietes, Das Haus tritt dann in die Besprechung der Erflärung des es begrüßen werden, wenn sie hören, daß ihre Abgeordneten Reichskanzlers ein. Als erster Redner erhält das Wort gegen die Hazpredigt des Etappenhelden Hergt entschieden Abg. Dr. David( Soz.): Fornt gemacht haben. gen, das Saargebiet bis zur Grenze des früheren Großherzogtums Rheinlandprogramm nach Versailles tamen, in dem Elsaß- Lothrin. Lothringen und die Abtrennung des linten Rheinufers von Deutschland gefordert wurde. Die Durchführung dieser Forde rungen scheiterte; aber man gab den Franzosen doch die Saarverwaltung und die Besetzung am Rhein. Damit gab sich zwar Clemenceau, nicht aber Tardieu und Foch zufrieden. Nachdem durch den Rückzug Ameritas der Garantievertrag gegen einen evtl. deutschen Angriff nicht zustande tam, erklärten die franzöfifchen Staatsmänner, heitsprogramm wieder aufnehmen. Der erste Schritt dazu ist, daß fie hätten feinerlei Gicherheit und müßten das alte Sicher fie sagen, die Räumungsfrist für das Rheinland hat noch nicht zu laufen begonnen. Hier setzt auch das zweite Beweisstüd ein, die Dentschrift des Rorfißenden der Finanzkommiffion der französischen Deputiertenkammer Dariac. Die Denkschrift fordert die finanzielle Organisation des Rheinlandes, die Erfezung der Braris bestätigt, daß die Dariaciche Denkschrift die Bor. lösung der preußischen Beamten durch rheinische. Die lage für die Politit Boincarés bildet. Während Dariac die Ansicht vertrat, man tonne das Ruhrgebiet von Duisburg und Düsseldorf aus beherrschen, gingen Foch und Boincaré über ihn hinaus. Der Vertreter Ameritas in der Ober. tommiffion in Roblenz Pierpont Noyes schrieb vor einem Jahre einen Artikel aus Anlaß der Ernennung Boincarés zum Minister gung auf, daß Poincaré gar fein Abkommen wünschte, daß er auch präsidenten: Wider meinen Willen zwang sich mir die Ueberzeu gar nicht so sehr größere Kohlenmengen für Frankreich erstrebte, als vielmehr, daß er barum fämpfte, Deutschland in der Rolle des Ber. tragsbrechers zu erhalten, um auf diese Weise eine Möglich. feit und Berchtigung für militärische Angriffe zu haben."( Lebh. hört, hört!) Das zeigt, daß die franzöfifchen Gewaltpolitiker ganz tonfequent das gleiche Biel verfolgt haben, das " Rhein- und Ruhrgebiet unter ihre Herrschaft zu bringen.( Sehr wahr!) Die Mehrheit der friedlichen Arbeiter Frantreichs steht ganz gewiß nicht hinter diesem Ziel. Wenn das franzöfifche Bolt in seiner großen Mehrheit das nicht will, dann ist es aber Zeit, daß es sich gegen eine solche Bolitit auflebnt, sonst würden die Folgen auch das französische Bolt schwer treffen. Hier auf dem Bunft kann das deutsche Bolt und zu allerleht die deutsche Sozialdemokratie unmöglich nach geben. Die Entwendung des Ruhr- und Rheingebietes ist ein Ziel der Franzosen, mit dem sich urter feinen Umständen Deutschland irgendwie verföhnen tann.( Bebhafter Beifall.) Gegenüber den Behauptungen, die Erfüllungspolitik sei an dem augenblidlichen Zustand schuld, ist zu bemerken: die Erfüllungspolitit war geboten und die allein richtige. ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Sie hat erreicht, daß Eine einzige Rette von Zwangsmaßnahmen, Drohungen, Bar- nicht schon 1919 Deutschland in Stücke geschlagen wurde und Wie recht sie demit hatten, das tam erst bei der Rede bareien, Brutalitäten, Raub an öffentlichem und privatem Eigentum, daß heute England Gewehr bei Fuß steht. Darum ist auch bie einzig des Bolfsparteilers Dr. Stresemann voll zur Geltung. Schädigungen von Leib und Leben der Bevölkerung, das find die weiterhin die Erfüllungspolitit Wir haben meist in fchärfftem Gegensatz zu ihm und zu seiner Bealeiterscheinungen des Kriegszuges, den die franzöfifchen richtige und mögliche für Deutschland.( Sehr wahr! links Partei gestanden, und sicher wird die Zukunft noch manchen und belgischen Gewaltrolitifer in bas Ruhrgebiet hineingetragen und in der Mitte.) Diejenigen, die raten, von ihr abzugeben, heftigen Kampf zwischen Sozialdemokratie und Boltspartei baben. Weber hundert Tote liegen bereits auf dem Kampfplay. arbeiten mehr im Sinne der Franzosen.( Erneute Zustimmung Tiefste Empörung muß dieses Schredensregiment auch jenseits links und in der Mitte.) Der Appell an das Rechtsgefühl der bringen. Aber wenn die Ideen, die Dr. Stresemann gestern unserer Grenzen auslösen. Es ist schwer zu verstehen, es ist geradezu Bölter müßte vor allem in Amerifa eine starte Bewegung aus entwickelte, zum Gemeingut feiner Fraftion würden. ein völkerpfrchologisches Fätiel, dah nicht auch in Frankreich fich ein lösen: denn Amerita darf nicht vergessen, daß mir gewissermaßen - was wir allerdings angesichts der geistigen Entwidlung Sturm der Entrüftung erhebt.( Lebh. Zustimmung bei den S03.) im Bertrauen auf das Brogramm Wilsons den Waffenstillstand der Geister, Quaak und Maregin noch bezweifeln müssen al diese Gewalttätigkeiten und Schändlichkeiten haben den Unter- angenommen haben.( Alseitige Zustimmung.) Das Programm wenn die Versprechungen, die er gestern bezüglich der not nehmern diefes Kriegszuges gar nichts gebracht. Anstatt dieses be- Frankreichs betrifft auch unmittelbar die Interessen Englands, ja es - bedroht sogar fein« ganze Weltmachtstellung. Wir sind auf uns selbst angewiesen und werden nur aus der Sache ohne Zusammen» bruch herausgehen, wenn wir geschlossen und entschlossen bei der Abwehr beharren, die leider durch mancherlei Erschei» nungen im Inneren gefährdet wird.(Sehr wahr! bei den Soz.) Es gibt immer noch in Deutschland Verrückte, die glauben, die bewährte Kampfmethode des passiven Widerstandes verlassen zu tonnen. Wir begrüßen daher das gestrige Bekenntnis des Kanzlers zum passiven Widerstand. Zu den großsprecherischen Phrasen und leeren Redensarten kommt die nationalbolschewistische Bewegung, die sich in Drohungen und Verschwörungen gegen die Republik wendet und an der Neuaufsrischung der Dolchstoßlegende arbeitet. Die Verhandlungsbereitschaft ergibt sich aus der Situation, daß ein Wehrloser einem Bewaffneten gegenübersteht. Der Wehr- los« wird ganz von selbst zu Verhandlungen bereit fein, wenn der andere die Waffen niederlegt und sagt: wir wollen uns über di« Ding« aussprechen..Es wird gar nicht gekämpft um unsere B«- reuschaft, sondern dos eigentliche Ziel dieses Lampfes geht um die Verhandlungsbereitschaft der anderen. Deshalb liegt nicht bei uns die Entscheidung, deshalb kein leeres Gerede� von Verhandlungen!" Diese Worte des Reichskanzlers sind natürlich sofort von der Rechtspresse in unverantwortlicher Weise verwendet worden. Wir sind selbstverständlich verhandlungsbereit, wenn die andere Seite bereit ist, sich mit uns ehrlich an den VerHand- lungstisch zu setzen und die Sache von Partei zu Partei vernünftig und verständig in Ordnung zu bringen.(Zustimmung links.) Die Franzosen werden dazu bereit sein, wenn sie einsehen, daß sie mit den angewandten Mitteln und Methoden weder zu ihren Reparationen kommen noch erreichen, daß die Bevölkerung sich dauernd diese Wegnahme deutschen Ge- bietes gefallen läßt. Diefe Einsicht ist nach meiner Ansicht schon aus dem Marsche. Meine Partei hat gewiss« Richtlinien ausgestellt in Uebereinstimmung mit französischen, italienischen, belgischen und englischen Sozialisien. Darin wurde als Grundsatz aufgestellt, daß die Schuld Deutschlands auf das reduziert werden soll«, was zum Wiederaufbau uotwendig ist, daß dagegen Forderungen für Pensionen usw. nicht emg« rechnet werden sollen. Dann Sicherheit gegen einen neuen Krieg, die Durchführung der Abrüstungsvorschriflen des Friedensvertrages auch in den anderen Landern und drittens Zurückziehung der Besatzung. Auch das gehört in das Programm hinein. Auch das altbesetzte Gebiet soll ftei werden. Dreifach unterstreichen wir den Appell des Kanzlers an die Besitzenden, und wir möchten endlich, daß die Taten folgen. Was jetzt auf wirtschaftlichem und ernährungspolitischem Gebiet geschehen ist, liegt keineswegs in dieser Linie, im Gegenteil, manches 1 steht damit im Widerspruch. Die Mahnung an die Arbeiter, jetzt kein« Lohnerhöhungen anzustreben, liegt auch nicht in dieser Richtung, in einer Zeit, in der die Nahrungsmittel sich von Tag zu Tag verteuern.(Sehr richtiql links) Auch die hier morgen zur Sprache kommende Steuerpolitik ist von eminenter innenpolitischer Bedeutung. Hier liegen sehr ge- fährliche Punkte für unseren weiteren Erfolg im Abwehrkampf. Es ist höchst« Zeit, daß die Opfer gebracht werden von denen, die es dazu haben.(Sehr richtig! links.) Es geht um di« deutsch« Einheit und um die deutsche Republik, die ganz u n- trennbar miteinander verbunden sind. Das wissen auch die französischen Militärpositiker. Sie hasten mit den Nationa- listen die deutsche Republik, sie sind unfähig, ihren friedlieben. den Grundcharakter zu begreifen, weil sie die Ein- st e l l u n g, die Macht und den Einfluß der Sozialdemo- k r a t i e nicht kennen. Gegen den Willen der deutschen Arbeiterschaft kann man keinen neuen Krieg machen, und die deutsche Arbeiterschaft bürgt der französischen dafür, daß kein Angriffskrieg irgendwie von Deutschland gemacht wird. Wenn die französischen Militaristen und Nationalisten die deutsche Republik verstünden, dann könnten sie nicht ihre Gegner sein. Aber sie hassen sie, weil sie in der deutschen Republik di« deutsche Einheit verankert sehen. Das ist es, was ihnen so bedroh- sich erscheint.(Sehr wahr! links und in der Mitte.) Di« politischen Demütigungen der letzten vier Jahre haben die nationasistisch« Strömung in Deutschland wieder stark gemacht. Gesingt es dem französstchen Militarismus, die fortgeschrittenst« und erfolgreichst« Svitzenarme« der internationalen Arbeiterbewegung niederzu- schlagen, so erleichtert ihm das zugleich die die Mederhaliung der Arbeikerklaste in Frankreich und anderen Ländern. In dem Kampfe gegen di« um Freiheit und sozialen Aufstieg ringende deutsch» Arbeiterbewegung, in dem«inst- mals auch der Gewaltpolitiker Bismarck gescheitert ist, werden auch Polncare, Degoutt« und Fach scheltern.(Lebhafte Zustimmung links.) In den Millionen deutscher Arbeiter Ist das Gefühl für di« Würde der menschlichen Persönlichkeit, das Ehr- gesühl des freien Menschen aufgesprungen. Die Brandung des französischen Militarismus und Kapitalismus wird scheitern an dem Widerstand einer um die elementarsten Lebensrechte kämpfenden Bevölkerung und in erster Linie an dem F e l s b l o ck d e r d e u t> schen Sozialdemokratie.(Lebhafter Beifall links und in der Mitte.) Abg. hergt(Dnat. Dp.) beschäftigt sich sehr eingehend mit der gestrigen Rede des Reichskanzlers und ruft wiederholt lebhafte- sten Widerspruch der Linken, insbesondere der Kommunisten, hervor, der jedesmal mit stürmischem Beifall seiner Parteifreunde beantwortet wird. Von den Ausführungen des Kanzlers nimmt der Redner mit Gmugwung Kenntnis, obwohl nicht alle Wünsche seiner Partei erfüllt worden sind. Er fordert den A b» bruch der diplomatischen Beziehungen und Ber» geltungsmaßnahmen gegen Ausländer französischer nnd belgischer Nationalität. Unrecht müsse mit demselben Recht be- kämpft werden, das wir völkerrechtlich verantworten können. Den Landesverrätern und Flaumachern müste energisch entgegengetreten werden. Autorität der Regierung sei das oberste Gebot der Stunde. Abg. Marx(Z.): Wie ist«s möglich, daß Frankreich Handlungen vollführt und ein Unrecht, unterstützt, das an längst hinter uns liegende Jahrhunderte erinnert, daß es keine Svur von Kultur zeigt, statt besten ein Raubrittertum und eine Gewoltpolittk darstellt, wie es in unsere Zeit längst nicht mehr hineinpaßt. Das ganze Vorgehen Frankreichs ist unerklärlich. Selbst bei Ausbruch des Krieges war am Rhein und Ruhr von Haß gegen Frankreich nicht die Rede. Aber sein gewalttätiges Vorgehen hat solche Gefühle des Hasses und der Abneigung hervorqerusen. Dem uns angetanen Unrecht kann nur mit passivem Wider st and begegnet werden, an dem unent» wegt festzuhalten wir heilig versprechen. Abg. Dr. Stresemanu(D. Vp.): In bezug auf eine Verständi- qung mit Frankreich besteht zwischen uns und dem Kanzler keine Meinungsverschiedenheit. Es ist abwegig, den Einmarsch in da» Ruhrgebiet als eine wirtschaftliche Frage anzusehen. Die Waffen» kommer an der Ruhr ist offenbar nach Meinung einzelner als Etappe gedacht für Taten, die sich nicht gerade auf Deutschland zu erstrecken brauchen. In dem Kampf, der uns aufgezwungen ist, gibt es überhaupt keinen Sieg, sondern nur eine Entscheidung darüber, in wel- chern Lande mehr Wirischastsgütor vernichtet werden. Frank- reich lehnt nicht nur Verhandlungen ab, sondern bedroht auch die Möchte, die die Initiative zu internationalen Verhandlungen ergreifen würden. Alle vier Vor- schlage, die vor dem Ruhreinmarsch von Deutschland unterbreitet worden sind, wurden von Poincar« überhaupt nicht be- achtet. Daraus muh man schließen, daß nach seiner Meinung der Ruhreinmarsch stattfinden mußte, unbeschadet alles dessen, was irgend eine deutsche Regierung in der Reparationssrage vorgeschlagen hat. Zu einer wirksamen Sachbesteuerung kann Deutsch- land er st greifen, wenn das Maß seiner Repara» tionslasten feststeht. Vorher würde der Ertrag solcher Steuern nur neues Pfandobjekt für Frankreich sein. In der' Ab- wehrstont kann man die Parteltmterschiede nicht aufheben, aber man muß sie zurückstellen, da» gilt auch für den Gedanken des Klassen- � kämpfe«. Der Einheitsfront wird nicht damit gedient, daß Phan- tasten den passiven Abwehrkampf durch den Appell an die nicht- vorhandenen Waffen ersetzen wollen. Abg. vernburg(Dem.): Frankreich oerlangt von Deutschland Zahlungen, schafft aber gleichzeitig ein zahlungsunfähiges Deutschland. An der Absicht Poincares, das Rhein- und Ruhr- gebiet zu besetzen, besteht kein Zweifel, aber an dem Felsen deutscher Einigkeit wird die französische Woge zerschellen.— Abg. G r a e f e (Deutschvölk.) setzt seine Hoffnungen auf die Tak. die den Worten des Kanzlers folgen solle.— Abg. Frau Zetkin(Komm.): Wir stehen trotz aller Differenzen mit den Sozialdemokraten, wenn sie in einer Front mit uns kämpfen wollen, gegen den deutschen und stanzösischen Kapitalismus. Wir wollen die Ein- heitsfront von Moskau bis Paris gegen den Kapi- talismus. Wir haben kein Vertrauen zur Regierung Cuno, wohl aber zur Aktion des Proletariats.— Noch den Ausführungen der Abg. Ledebour(U. Soz.) und Leicht(B. Dp.) vertagte sich das Haus. Jftir wollen nicht Sklaven sein!" Rede des Reichspräsidenten in Leipzig. Leipzig, 7. März.(WTB.) Bei einem zu Ehren des Reichs» Präsidenten im Palmengatten veranstalteten Empfang, an dem außer den offiziellen Gästen zahlreiche Vertreter der deutschen In- dustrie, des deutschen und des ausländischen Handels, viele Aus- steller, Vertreter der in- und ausländischen Presse u. a. teilnahmen, hiett der Vorsitzende der Zentralstelle der Leipziger Mustermesse ein« Begrüßungsansprache, in der er auf die Bedeutung der Messe hin- wies. Der Reichspräsident dankte für die Begrüßung und hob die Bedeutung der Messe für das Wirtschaftsleben hervor. Dann fuhr er fort: Di« Messe ist ein Beweis für das, was Deutschland für die Neuregelung und die Wiederher st ellung der durch Krieg und Nachkriegszeit gestörten und unterbrochenen Weltwlrt- schaft beizutragen vermag, und beizutragen gewillt ist, wenn es in Ruhe und Frieden arbeiten kann. Wiedergesundung der Weltwirtschaft ist aber Lebensfrage aller Bölkcrl Um so mehr werden es die vielen hier anwesenden Vertreter des Wirtschafts- lebens des Auslandes verstehen, welche Empörung das deutsche Volt in allen seinen Schichten erfüllt, wenn es sehen muß, wie seit Dachen fremde« Krtegsvolk in unserem wichtigsten höchstentwickelten Industriegebiet haust, alles hemm nd und niederdrückend, was dort produttioe Arbelt leistet und tatträfttg schafft an der großen Aufgab« der weltwirtschastlichen Ge- sundung. Ein ll e b e r f a l l, einzig dastehend In der neueren Geschichte der Völker, unerhört in seiner Leichtfertigkeit, ist mitten im Frieden, vor ten Augen einer Welt, die von Völterversähnung und Gerech- tigkeit spricht, gegen uns, ein wehrloses Volt, ausgeführt worden. Unter dem Dvrwand, Wiedergutmachungen zu erlangen, suchen un- sere Gegner politische Eroberungspläne durchzusetzen. Iahrhundertalte Gedanken von Gebietserweiterung und Unter- jochung deutscher Stämme sollen verwirklicht werden. Diese phan- tastischen Pläne wollen sie erreichen durch Zerreißung der Wirtschaft- liehen Zusammenhänge, durch Zermürbunq unserer Voltswirtschaft: Mit R e i t p e i t f ch e und Bajonett wollen sie eines der hoch- entwickeltsten Industriegebiete der Welt, das Ruhrgebiet, sich dienst- bar machen. Sie werden einsehen müssen, daß mit Gewalt,- mag sie auch noch so waffenstarrend sein, das Wirtschaftsleben eines hochentwickelten Gebiets zwangsweise nicht umgestellt und geregell werden kamt. Nie und nimmer wird e» unseren Gegnern gelingen, das Ruhrgebiet zu ihrer wirtschaftlichen Beute und die Männer, die seine Werte ge- schaffen haben und erhalten, zu ihren Sklaven zu machen. Nur eines kann ihre M't aller Härte und Rücksichtslosigkeit dort haulende Mllitärwillkür erreichen und durchsetzen: die Zerstörung von Werten, die jahrhundertelange friedsame und harte Arbeit geschaffen hat, die nicht nur für. unser Baterland, sondern für die Wirtschaft der ganzen Welt von hoher Bedeutung sind; st« kann das vernichten, was das industrielle Leben unseres Landes erhält und uns«Klein instand- setzen kann, Reparationen zu leisten, aber sie kann es nicht eigener Leutesncht dienstbar machen. E» ist mir Pflicht, auch hier in dieser Versammlung de? Der- treter aller Kreise unseres Wirtschaftslebens in Stolz und Dankbar- keit der Männer in Baden, Pfalz, Hessen, im Rheinland und Ruhr- gebiet, der Beamten, der Arbeiter und Unternehmer zu gedenken, die in aufopfernder Pflichttreue barbarische Gewalt abwehren und ihr und unser Recht auf die heilige Muttererde verteidigen. Schwer leiden fie unter brutaler Gewalt und rücksichtsloser Willkür. Unge- beugt und fest ist aber ihr Ent'chluß, unerschütterlich ouszuhalten, bis dieser frevelhafte Anschlag aus Existenz und Souveränität der deutschen Republik, auf unsere Freiheit und unser Leben gebrochen Ist. Hinte? ihnen steht geschlossen und opferbereit das ganze deutsche Volk. Dem Aufgebot der Gegner an militärischer Macht, ihren Versuchen roher Vergewaltigung, ihren Mißhandlungen, Frciheits- beraubungen und Plünderungen, all den tausendfachen Ouälereien des enttäuschten und nervös gewordenen Eroberers kann das deutsche Volk in zäher Entschlossenheit unk brüderlicher Einheit nur ein» entgegensetzen, seinen festen Willen und sein gute» Recht. wir wollAt nicht Sklaven sein auf der freien Erde unserer Väter! Dieser Wille ist stärker als Waffen! Dieser Wille ist unser Weg zum Leben, zur Freiheit und zur Zukunft. Dieses Ziel werden wir aller Willkür zum Trotz erkämpfen und erringen, wenn wir einig im Willen zusammenstehen. Das wollen wir auch heute hier geloben, indem wir rufen: �Lcmg lebe Deutschland, hoch das deutsche Vaterland!" Die Rede de» Reichspräsidenten wurde vielfach von Zustim- mungskundgebungen unterbrochen. Der Beifall der vieltaufend- köpfigen Menge klang in den stürmisch aufgenommenen Gesang des Deutschlandliedes aus. Der bayerische Minister Meinet, der nach dem Reichspräsidenten sprach, betonte, daß es zwei Dinge sind, auf denen Deutschland wieder ausgebaut werden könne: die deutsche Arbeit und die deutsche Einigkeit. vas Echo öer Kanzlerreüe. �Leiter« englische Presiestimme». London, 8. März.(EP.) Rur wenige Morgenblätter kommen- tieren die Rede des Reichskanzlers Cuno, die von allen Zeitungen nur unvollständig und in telegraphischem Auszuge wiedergegeben wurde.„M o r n i n g p o st" meint, die Rede Cunos sei ein Beweis für den tragischen Mangel staatsmännischer Eigenschaften innerhalb der deutschen Regierung. Es sei wenig wahrscheinlich geworden, daß die Reparationsfrage durch die Initiative Deutschland, gelöst würde. «Daily News" bezeichnen als die wichttgste Stelle die Erklärung Cunos, daß er jede Initiative zu Unterhandlungen ablehne. Dadurch werde allerdings die Lösung der Reparationsfrage nicht gefördert. «Daily Graphic" bemerkt, daß ein Umschwung in Deutschland insofern eingetreten sei, als der Kanzler feinen früheren Standpunkt aufgegeben habe, wonach Unterhandlungen erst nach Räumung de« Ruhrgebiete, möglich seien. E» sei nun zu hoffen, daß auch Frank- reich einen Schritt auf dem Wege der Annäherung machen werde, ohne zuvor die Kapitulation Deutschlands als Voraussetzung für Verhandlungen zu fordern. Die neue Konferenz der Mächte, die die Reparationssrage endgültig lösen werde, sei noch nicht in Sicht, aber man nähere sich ihr mit raschen Schrittten. die baperiscke Nonarchistenverscbwornng. Dünchen, 7. März.(Eig. Drahtbericht.) Endlich ist auch die Münchener Polizei dahinter gekommen, daß ernsthafte Verschwörun- gen auf eine gewaltsame Aenderung der Staatsverfassung hin- arbeiten. Es heißt schon allerhand, wenn selbst die Münchener Polizeidirektion in einer amtlichen Pressenotiz feststellt,„baß eine Reihe von Persönlichkeiten, die außerhalb der politischen Well stehen, den Beschluß gefaßt hatten, in allernächster Zett eine gewaltsam« Veränderung der bayerischen Verfassung herbeizuführen". Das soll Ende Februar bekanntgeworden sein. Als Haüptbeteiligte unter den IS Verhafteten, von denen sieben inzwischen wieder freigelassen wurden, nennt der Bericht einen Professor Fuchs und einen Hugo Machhaus aus München. Dieser Professor Fuchs ist ein Komplice des am 30. November v. I. in München verhasteten Kapitäns Ehrhardt. Fuchs hat. wie feststeht, nicht nur Ehr- Hardt, sondern auch L ü t t w i tz, der jetzt noch unter dem Namen General Lorenz sein Unwesen in Süddeutschland treiben soll, wochenlang beherbergt. Mit Fuchs gemeinsam verfaßte Ehrhardt auch seine bekannte Erklärung über den Rathenau-Mord, in der behauptet wurde, daß die Organisation Consul nicht an dem Morde beteiligt sei. Diese„Entschuldigung" war fälschlich aus Wien datiert, in Wirklichkeit aber auf Schloß Allgäu- Haus.verfaßt worden. Wie angesichts dessen der amtliche Bericht der Münchener Polizeidirektion die Verschwörer ausgerechnet als Per- sönlichkeiten bezeichnen kann,„die außerhalb der politischen Well" stehen, bleibt ihr überlassen. Richtig ist, daß ein großer Teil der Per- hasteten als deutschvölkische Kindstöpfe gelten. Außer den genannten Personen war auch ein Rechtsrat a. D. Dr. Kühles, ein Schwager des Grafen v. Bothmer, an der Verschwörung beteiligt. Bothmers Ziel ist bekanntlich feit lan- gern die Schaffung einer süddeutschen Monorchie unter Trennung vom Reiche. Dr. Kühles wurde aber aus der Hast wegen Mangels an Beweisen wieder entlassen. Am Dienstag hat er sich in seiner Wohnung durch Erschießen das Leben genommen. Schon daraus ist zu folgern, daß er nicht so harmlos war und daß die Münchcner Polizei bei seiner Vernehmung viel harmloser gewesen scin muß. Sämtliche verhafteten Personen sollen übrigens mit Herrn v. Kohr bekannt lein; sie dürften damit auch Lüden- d o r f f nicht ganz fernstehen.— Die Aufdeckung dieses Verschwörer- ncstes oermag der Oberreichsanwaltschaft wichtige Fingerzeige für die Voruntersuchung in der Ehrhardt-Angelegenhett zu geben. Eine Anklage gegen Tillessen. Karl Tillessen wird sich demnächst wegen versuchter Ge- angenenbefreiung zu verantworten haben. Die Oeffent- ichkeit hört daher zum erstenmal von einem geradezu abentcuer- lichen Versuch, die Oberleutnants B o l d t und D i t t m a r aus der Leipziger Gefangenenanstalt zu befreien. Die beiden Offiziere waren in die Gefangenenanstalt II in Leipzig übergeführt worden, da noch keine Verfügung darüber ge- troffen war, wo sie ihre Strafe verbüßen sollten. Kapitän T 1 1- leisen mit seinen Freunden beschaffte sich von der inzwischen auf- gelösten Hundertschastz. b. V. in Charlottenburg einen starten Personenkrostwagen mit ausreichender Ersatzbereistmg, ferner Offi- iers- und Wachtmeisteruniformen der Schutzpolizei, Revolver, Kara- iner und Ausrüstungsstücke. Man legt« die Uniformen an und gewann auch einen zuverlässigen Chauffeur, der ebenfalls in Uni- form gesteckt wurde. Kurz nach Verkündung des Urteils in Leipzig rief Tillessen von Berlin aus telephonisch die Gefangenen- anstatt II in Leipzig an, meldete sich dort als Offizier des Kommandos der Schutzpolizei in Berlin und teille dem Direktor der Strafanstall mit, daß in höherem Auftrag die beiden Gefangenm am nächsten Tage durch ein Berliner Auto der Schutzpolizei obgeholl werden sollten, da in Leipzig nach Mitteilungen der polizeilichen Behörden kommunistische Unruhen drohten und deshalb die Sicherheit der beiden Gefangenen g e f ä h r d e t sei. Die Direktion der Gefangenenanstalt II schöpfte jedoch Verdacht und wandte sich an Oberrcichsanwalt Ebermeyer mit der Frage, ob ihm von der Uebersührung B oldt» und D it tm o r s noch Berlin etwas bekannt sei. Der Oberreichsanwall verneinte da» und gab sofort Anweisung, all« notwendigen Maßnahmen zur Verhütung etwaiger Befreiungsversuche zu treffen. Am Vormittag des folgenden Tages fuhr am Portal der Anftaü auch richtig ein Kraftwagen der Berliner Schutzpolizei vor, in dem sich außer einem Offizier mehrere„Beamte" in Uniform mit Kara- binern befanden. Der Offizier, es war niemand anders als Karl T i l l e s s e n selbst, stieg au» und läutete am Portal. Als der Pförtner zunächst di« Türluke öffnete, meldete ihm der Offizier, daß das Berliner Auto zur Abholung der Oberleutnants Boldt und Dittmar zur Stelle sei. Tillossen sah durch die Türluke, daß plötzlich aus dem Gefängnis selbst zahlreiche Beamte der Landespolizei auf den Hof eilten und dem Portal zustrebten. Er erkannte sofort, daß sein Plan durchschaut sei. sprang mit seinen Begleitern in den Wagen, dessen Motor noch immer lief und rief:„Los!" In voller Fahrt sauste das Auto davon und war den Blicken der zu spät auf die Straße kommenden Landespolizisten in wenigen Sekunden ent- schwunden. Di« Hundertschaft z. b. L. wurde später aufgelöst, ohne daß man für die Auflösung damals den wahren Grund kannte, der zweifellos zum Teil in der Mitbeteiligung an diesem Entführungs- oerfuch zu suchen ist. Die Berhandlung wird voraussichtlich vor dem Schössen- g e r i ch t in Leipzig stattfinden. Neben Tilleflen wird sich ein StudentWegelin aus München, einKausmannSunder- m e i c r aus Königsberg» ein Kaufmann Krebs aus Krefeld und noch mehrere andere Personen wegen versuchter Gefangenen- bcsretung zu verantworten haben. Heisler- Strefemann. Nicht Geisler. sondern Strefemann soll.fliegen". Das ist die Weisheit, die die deutschnationaloölkische„Deutsche Zeitung" aus dem Konflikt zieht, der sich infolge des Austreten» des Gelbenführers Geisler innerhalb der Deutschen Dolkspartei aufgeton hat. Die«Deuffche Zeitung" läßt sich aus Sachsen einen Brief schreiben, In dem versucht wird, Strefemann bei der— Industrie zu denunzieren, daß er im Unternehmersinne.unzuverlässig" sei. Er habe schon früher als Syndikus des Bundes sächsischer Indu- strieller nicht die„Gelben", sondern d!« Hirsch-Dunckerschen Gewerk- vereine begünstigt,„trotzdem diese gemeinsam mit der Sozialdemo- kratie K l a s s e n h a ß und Klassenkampf gegen die Arbeit- geber betätigten!" Ueberhaupt sei Strrscmann„im jüdischen Sinne liberal" und die Deutsch« Bolkspartei müsse sich über kurz oder lang von diesen Ele- menten, di« eigentlich in die Demokratische Partei gehörten, reinigen. Deshalb müsse die Deutsche Volkspartei, die offen als die Partei der Schwerindustrie angesprochen wird, richtiger ihren Vorsitzenden Strefemann hinausbefördern, als den braven Geister, der die„wlrt- schaftsstiedlichen" Streikbrechergarden im völkischen Sinne organi- fiert. Dr. Strefemann sieht also ganz deutlich, wohin die Absicht der Geislertruppe geht. Es wird sich ja zeigen, ob fein Einfluß und der der deutschnattonalen Handlungsgehilfenoertrcter in seiner Partei groß genug ist. um die„völksschen" Seitensprünge des Herrn Geisler und dessen zahlungsfäh'gen Hintermänner auszuschalten, oder ob man um der Parteikisziplin willen weiter die„Wirtschafts- friedlichen" mit den bürgerlichen Gewerkschaftsvertretern und den Unternehmern an einem Strange ziehen läßt nach der Parole:«Hier geiht he hen, dar geiht he henk" Remscheid besetzt. Dortmund, 7. März.( Eig. Drahtbericht.) Heute mittag um 11,30 Uhr wurde Remscheid von einer französischen Abteilung in Stärte von 5 Offizieren und 100 Mann besetzt. Die Truppen haben in der Stadt Quartier angefordert. Weitere Truppenbewegungen find in nächster Nähe von hier festgestellt. Nördlich von Datteln find die Lippebrüden durch Drahtverhaue abgesperrt worden, Ten bejezt wurden die Bahnhöfe Bochum- Nord und Wattenscheid. Dortmund, 7. mar.( WIB.) In den Morgenstunden befetten die Franzosen den Bahnhof Cangendreer. Das diensttuende Personal wurde aus dem Bahnhof verwiefen. Um das Koalitionsrecht im Ruhrrevier. Ein Aufruf der Gewerkschaften. Bochum, 7. März.( WTB.) Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, der Allgemeine freie Angestelltenbund, der Allgemeine Beamtenbund, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Gesamiverband der chriftlichen Gewerkschaften, der Gesamtverband deutscher Angestelltengewerkschaften, der Gesamtverband deutscher Beamtenund Staatsangestelltengewertschaften, der Deutsche Beanienbund, der Gewerffchaftsring der Arbeiter, Angestellten, und Beamten, die Polnische Berufsvereinigung erlaffen folgenden Aufruf: Die Bejahungsbehörde fordert alle Gewert chajien und Vereine auf, ihre Vereinsziele und Statuten, sowie die Namen der Vorstandsmitglieder usw. einzureichen. Demgegenüber weisen die unterzeid) neten Organijafionen darauf hin, daß für die deutschen Organisationen und Vereine nur die deutschen Gesetze gelten. Diese aber sehen solche Bestimmungen nicht vor. Das Verlangen der Befahungsbehörden ist also ungefehlich und muß stritte abge lehnt werden. Wir fordern alle in Frage fommenden Junktionäre auf, den unberechtigten Anforderungen der Besatzungsbehörden teine Folge zu leisten. Erfchießungen. Die Ruhrdebatte im Unterhaus. Condon, 7. März.( WTB.) Nach der Rede Macdonalds erklärte Nationen in völligem Einvernehmen miteinander wirften. Es Bonar Law, die Lage im Ruhrgebiet fei derartig, daß jeder ihr fei jedoch auch der Meinung, daß gewisse Tatsachen in der deut Ende herbeiwünschen müßte. Zweifellos habe die französische Re- fchenfeindlichen franzöfifchen Politik beunruhigend bis gierung durch ihre Operationen im Ruhrgebiet bisher nichts ge- zum äußersten seien. wonnen. Sie habe vielmehr dabei einen sehr schweren Verlust erlitten und es sei ein dauernder Verlust für sie. Welchen daß Frankreich vor der Besetzung mehr Kohlen in zwei Tagen er Thomas( Arbeiterpartei) sagte, es fönne nicht bestritten werden, Ausgang dies nehmen werde, wolle er nicht prophezeien, aber er hielt, als es in den letzten sechs Wochen erhalten habe. Es feien meise darauf hin, daß der Verlust nicht allein auf einer Seite Beweise dafür vorhanden, daß Frankreich nach einer Ausrede liege. Es fei ausgeschaut habe, um das zu tun, was es heute tue. Thomas Deuffchlands Halsschlagader durchschnitten wandte sich gegen die Erklärung, daß die englische öffentliche Meiworben, und dies müsse zum Rutn für Deutschland führen. Was nung gefchloffen hinter Frankreich stehe und sagte, auch die Führer aber auch das schließliche Ergebnis sein werde, das, was geschehen der belgischen Gewertschaftsverbände verurteilten nachdrücklich die fei, bebeute einen ungeheuren wirtschaftlichen Verlust und franzöfifche Politit, die zur Schließung belgischer Fabriken infolge geringere Fähigkeit, die Reparationen zu bezahlen. Er sei Kohlenmangels geführt habe. Thomas verlas ein Telegramm, das überzeugt, daß die franzöfifche Regierung, die bei allen Leiden er heute aus Berlin von Fimmen erhalten habe, worin mitge Frankreichs wisse, daß Deutschland noch mehr leide, jeden Ber- teilt werde, daß deutsche Eisenbehner in französischen Diensten eine fuch einer Vermittlung sehr übelnehmen würde. Bonar Law Schloß, Erklärung unterzeichnen müßten, in der sie einen 3ehnstunden. die Mehrheit des Hauses und des Landes habe nicht vergessen, daß tag amnehmen und sich verpflichten, für eine franzöfife die Engländer mit den Franzosen Seite an Seite als Berbündete Rheinpolitit zu wirfen. Die Ursache des Eisenbahnunfalls gefämpft haben, und es würde ein großes Unglüd fein, wenn der letzten Woche in der besetzten Zone, wobei 22 Perfonen das, wovon er gehofft habe, daß es die Grundlage der Politit feiner getötet wurden, jei gewesen, daß unbefugte Leute versuchten, Frankreich für den Wiederaufbau Europas, ganz und gar fallen das System in Betrieb zu nehmen. Thomas machte sich über den gelassen werden müßte. Niemand wünsche einen Konflift mit Gedanken lustig, daß die Franzosen Eisenbahner entsenden Frankreich, wenn er fich nur irgend vermeiden lasse. tönnten, um das deutsche System in Betrieb zu nehmen. ( Allgemeiner Beifall.) Hinsichtlich des Planes der Bildung eines europäischen Blods ohne Großbritannien erflärte Bonar Law, er gramm, daß beutsche Arbeiter ersucht wurden, für eine RheinBonar Law fagte weiter, die Angabe in Fimmens Tele glaube nicht, daß irgendein franzöfifcher Etaatsmann ernstlich an republit zu wirken, habe teinen großen Eindruck auf ihn gemacht. etwas derartiges dente. Dies sei nicht die Politik der französischen Regierung. Bona: Lam fuhr fort, England sei friegsmüde. Aber er fönne dem Hause versichern, daß wenn die Sache, für die in zahlreichen der Reden eingetreten worden sei, angenommen würde, man, statt die Entente zu erhalten, meiter gehen und sich auf die Möglichkeit vorbereiten müsse, seinen Willen Frankreich durch Krieg aufzuzwingen. Das erscheine das unvermeidliche Ergebnis( dieser Schlußfolgerung) zu sein. E: würde sich nicht im mindesten der Annahme des Verfahrens, das die Franzosen angewandt hätten, widersetzt haben, wenn fie erfolgt wäre, um Forderungen zu sichern, von denen er denke, daß Deutschland fie erfüllen fönne. Deutschland könne dies jedoch nicht erfüllen, und daher sei er der Ansicht gewesen, im Namen der britischen Regierung sich von Weiter meldet WTB, noch über die Debatte: Im Berlauf seiner Rebe gab Ramsay Macdonald ein Schreiben des belgischen fozialistischen Führers Bandervelde bekannt, worin volle und herzliche Zustimmung zu Macdonalds Initiative ausgedrückt wird. Macdonald teilte mit, daß auch der parlamentarische Führer der französischen Arbeiter ihm geschrieben habe, daß seine Bartei bereit jei, alles zu tun, was in ihrer Macht liege, um den Erfolg des Borschlages zu sichern, und ertiärte, daß man, ohne zuviel Hojs nungen auf die pofitiven Ergebnisse einer Konferenz zu setzen, über Oberhausen, 7. März.( WIB.) Hier hat sich fürzlich eine bie die Delegierten der franzöfifchen Kammer zum größten Teil eine schwere Bluttat ereignet. Nachdem zwei französische Solda boreingenommene Ansicht aussprechen würden, doch nüßliche ten ohne ersichtlichen Grund deutsche Zivilisten, die nachts auf Informationen und Aufklärungen dadurch erhalten würde. Schen daß er verpflichtet sei, die Verkündung einer Zusammenkunft wie der geplanten würde den Straßenbahnwagen warteten, mit Bajonett und Pistole überall und besonders in Deutschland und Frankreich eine besänf. der französischen Regierung abzusondern. bedroht hatten, wandten sie sich gegen zwei diensttuende Schutigende und beruhigende moralische Wirkung haben, die zu vernady Bonar Law erklärte weiter, die Regierung erfenne, abgesehen von pobeamte. Diese wollten sich, um einen Zusammenstoß zu verlässigen falsch sein würde. Die Fragen, die zur Erörterung fommen der jedermann deutlichen großen wirtschaftlichen Berfchmenmeiden, entfernen. Die Franzosen, die inzwischen vier Mann Ber- würden, würden die französischen Befürchtungen bezüglich der bung, die stattfinde, daß es für die Nationen, die unternommen stärkung erhalten hatten, verfolgten die Schupobeamten, die auf Sicherheit und die Reparationen sein.. hälten, was ein Abenteuer genannt werden könne, sehr ihre Halterufe sofort stehen blieben. Einer der Franzosen fetzte Cord Robert Cecil stimmte der Ansicht zu, daß die Bage immer schwierig fei, einen Ausweg zu finden. Bezugnehmend auf das einem der deutschen Beamten das Seitengewehr auf die Brust, das schlimmer werde. Die unterbreiteten Borschläge eien jedoch un von Macdonald vorgelegte Schreiben Vanderveldes, sagte Bonar der Angegriffene jedoch zur Seite stieß. Dann flüchtete er. Darauf genügend zur Behandlung einer so ernsten Lage. Die einzige Lam, és habe nach der Bariser Konferenz geheißen, daß Theunis internationale Rörperschaft, die die Fragen der Reparationen, und nach feiner Rüdfehr stürzen merde. Er fei jedoch nicht gestürzt, hin wurde der Beamte von den Franzosen auf fünf der Sicherheit verhandeln fönne, sei der Völkerbund. Er und der Grund sei wohl, daß die belgische Kamme; die Schritt Entfernung erfchoffen. Der zweite Schupo- würde der Regierung dankbar sein, wenn sie erklären würde, daß Aktion im Ruhrgebiet sehr gern lebe und sie vorläufig billige. beamte wurde mit dem Gewehrtolben niedergeschlafie der Ansicht ist, daß die gen und schwer verletzt. Ferner wurden drei Schupobeamte ohne, jeden Grund verhaftet und zur Wache geschleppt. Dort wurden sie auf die grausamste Weise durch Faust schläge ins Gesicht und Fußtritte mißhandelt. Die Freilassung der Beam ten erfolgte erst am anderen Bormittag. Dortmund, 7. März.( Eigener Drahtbericht.) Neuerdings ist auch das Post- und Telegraphenamt in Witten von den Fran. zofen besetzt worden. Mehrere Eisenbahnerfamilien haben in der gleichen Stadt den Befehl zur Räumung ihrer Wohnung erhalten. Aus dem Bergischen Londe werden erhebliche Telephonstörungen gemeldet, die mit den franzöfifchen Truppenbewegungen in Bu fammenhang gebracht werden. Bon den festgenommenen Polizeibeamten aus Bochum werden zurzeit noch fünf von den Franzosen in Haft behalten, alle übrigen sind ausgewiefen worden. Am Mitt woch vormittag wurde der stellvertretende, Landrat von Dort. mund- Land mund- 2 and von den Franzosen festgenommen. Der am 5. März verhaftete Amtmann aus Golingen ist ausgewiefen. Die am Dienstag von den Franzosen in Mülheim a. d. R. ihres Amtes enthobenen 320 Bolizeibeamten erhielten einen Ausmeifungsbefehl mit sofortiger Wirkung. Bon den feftgenommenen mit gliedern der Stadtverordnetenverfammlung Herne ist der Stadtrat noel zu zwei Monaten Gefängnis und 200 000 Mart Geldstrafe verurteilt worden. Zwei Beigeordnete erhielten acht bzw. vierzehn Tage Gefängnis und je 200 000 mt. Geldstrafe. Langendreer, 7. März.( EC) Heute früh wurde der von Bochum 7.13 Uhr abgehende Personenzug, in dem sich ehva 500 Rinder befanden, die aus dem Ruhrgebiet nach Bremen gebracht werden sollten, von den Franzosen angehalten. Sämtliche Fahrgäste mußten den Bug verlassen, und auch die Kinder muß ten trop der Vorstellungen ihrer Begleiter, die hervorhoben, daß die franten, unterernährten Kinder zur Erholung auf das Land gebracht werden follten, in ftrömendem Regen den 1% Stunden weiten Weg nach Bochum zu Fuß zurüd legen. Die Bochumer Bevölkerung ist über diesen Vorfall fehr erbittert. Poincarés Militärpolitik. Starke Oppofition im franzöfifchen Senat. Paris, 7. März.( TU.) Im Senat tam gestern das neue Refrutierungsgefeß, das eine attive Dienstzeit von 18 Monaten vor sieht, zur Abstimmung. Ein Redner der Opposition beantragte die Begrenzung der aktiven Dienstzeit auf ein Jahr. Poincaré er flärte, daß die Regierung mit der Abstimmung über das Gesetz die Bertrauensfrage verbinde. Der Senat lehnte die Anträge der Opposition mit 193 gegen 108 Stimmen ab und nahm den Regierungsvorschlag an. Die Jahresklaffe 1921. Paris, 7. März.( WTB.) Das Kriegsministerium wird die Jahresklasse 1921 in drei Etappen entlassen: am 25. April diejenigen Mannschaften, die an den äußeren Operationsgrenzen gedient haben und die aus der ehemaligen Kampfzone stammen, am 15. Mai die jenigen, die aus tinderreichen Familien stammen oder deren Söhne oder Brüder friegsgefangen waren, den Rest am 31. Mai. Sicherheit der Welt vom Völkerbund überwacht B werden muß. Es sei ebenso wichtig, daß Deutschland wiffe, wo England stehe, wie Frankreich dies wiffen müsse. Cecil fagte, feiner Anficht nach wünsche das englische Bolt leidenschaftlich, alles, was einem Kriege ähnlich sehe, zu vermeiden, und wünsche ernstliche Freundschaft mit Frankreich. Es sei von der größten Bedeutung für den Frieden und die Stabilität Europas, daß die beiden großen Mar Neill teilte auf eine Anfrage Wadsworth mit, daß die Eisenbahnen auf dem rechtsrheimischen Ulfer, die durch die britische Sone geben, unter britischer Kontrolle verbleiben werden. Die Vorschläge für eine Regelung der Transportfragen in der britischen Zone, die weiterhin den Gegenstand von Berhandlungen bilden sähen nicht eine franzöfifche Kontrolle irgendwelcher Eisenbahnen in der britischen Zone vor. Badens Präsident über das Watter- Urteil. Bolizeiführer anwesend. Die damalige Einvernahme ergab, Ein Interview mit Genossen Adam Remmele. Karlsruhe, Anfang März. daß die beiden Herren zu einem Vortrage des Generals v. Watte: über seine Erfahrungen bei der Bekämpfung des Aufstands im Ruhrgebiet geladen waren. Sie hatten die Meinung, daß lediglich ein militärisch fachytechnischer Bortrag gehalten werden solle. Dies Im Hinblick auf den Berlauf des Watter Bozeffes und traf auch zu für den ersten Teil der Rede, im zweiten Teile die Begründung des Urteils gegen unseren Kollgen Schiff habe aber habe der General v. Watter von einem brohenden ich als der hiesige Mitarbeiter des„ Vorwärts" den derzeitigen Kampf der roten Armee( 1) gesprochen. Nach dem BorRem mele, welcher seit 1919 Minister des Innern in Baden ist, dieser durchaus plausiblen Erklärung wurde ten beiden Herren badischen Staatspräsidenten, unferen Genossen Adam trag haben sich die beiden Staatsbeamten fofort entfernt. Troß aufgesucht und ihn um die Beantwortung mehrerer, sich aus dem gegenüber mit der Meinung der Mitglieder der badischen Regierung Baiter- Prozeß ergebenden politischen Echlußfolgerungen gebeten. nicht zurüdgehalten." Genoffe Remmele ist diesem Ersuchen nachgekommen. Ich fragte den badischen Staatspräsidenten, ob man annehmen fönne, daß es sich bei der sogenannten Watte: Berfamm ung in Rarlsruhe um eine ber verbotenen Versamm. lungen handelte?" Ich sagte dann: Das Berliner Gericht hielt deswegen die Bersammlung nicht für geheim, meil die beiden Staatsbeamten geladen waren. Konnte man, Herr Staatspräsident, zu dieser Auffaffung tommen?" Nein! Der Minister des Innern hat damals auch einem Der Staatspräsident erwiderte, daß er als Minifter des der Staatsbeamten erklärt, daß nach der ganzen Sachlage beim Innern die politische Situation, welche im Spätjah: 1920 auch in rechtzeiligen Bekanntwerden der Batter- Bersammlung eine poli. Baden herrschte, sehr ernst aufgefaßt habe, vor allem auch um eiliche Auflösung der Versammlung erfolgt wäre. Alle deswillen, weil rechtsorientierie Kreise mit dem Hinweis auf einen Beteiligten wören behufs polizeilicher Einvernahme sistiert etwaigen Kommunistenputsch in Baden die Gründung von Selbst- morden. Und zwar genau so, wie furze Zeit vorher eine Kommuschuborganisationen vornahmen. Der Minister hielt vom Beginn niftenversammlung, welche in der Nähe von Karlsruhe tagte, aus. feiner Lätigteit an( April 1919) jede derartige Organisa- gehoben und ihre Teilnehmer mit dem Straßenbahnwagen nach tion, mochte sie sich Abwehr. oder Selbstschußorganisation nennen, Karlsruhe gebracht worden waren." im Staatsinteresse grundsäglich für ve fehlt und un- Schließlich fragte ich den Staatspräsidenten noch:„ Halten Sie tragbar. Deshalb wurden in Baben alle Organija in konfequenz der Bekämpfung der illegalen Organisationen das tionsgebilde dieser Art verboten und verhältnis Berliner Urteil für gerechtfertigt?" mäßig früh auch die sogenannte Einwohnerwehr aufgelöst. Die Karlsruher Bersammlung mit Herrn Watter als Redner war ganz im geheimen veranstaltet, die Einladungen waren persönlich ausge. geben. Nur durch einen 3ufall betam das Ministerium des Innern Kenntnis hiervon. General von Watter hat vcr Gericht erklärt, die Regierung fei bei der Gefahr eines tommunistischen Butsches zu: Abwehr 3 u schwach gewesen und deshalb habe man bürgerliche Elemente organisieren wollen. Entspricht nach Ihrer Meinung diese Argu mentation der damaligen Sadhlage?" Er Der Staatspräsident:„ In meiner amtlichen Eigenschaft steht mir zu dem Urteil eine Stritit nicht zu; jebenfalls habe ich abe: die Ueberzeugung, daß die Redaktion des„ Borwärts" fich bei der Beröffentlichung der Notiz von lauteren Absichten leiten ließ. Der Vorwärts" führt den Kampf zum Schuh der Republif in toufequenter Weise und man kann ihm nicht den Vorwurf machen, daß er ohne Not Personen in ihrer persönlichen Ehre verleht. Wenn aber namhafte Militärs Berjammlungen abhalten, welche im geheimen arrangiert sind, dann müffen sie auch die sich Rein!" bemerkte der Staatspräsident. Ich muß es als eine daraus ergebenden Konsequenzen tragen." unerhörte Dreiftigteit bezeichnen, wenn hohe Militärs, die mit Damit war unsere Unterredung zu Ende. Ich dankte dem badischen Angelegenheiten nicht im mindesten vertraut sind, nach Staatspräsidenten und hatte den Eindruck, daß General v. Watter Baden tommen und unter dem Vorwand, es beſtünde eine in Baden an die unrechte Stelle gekommen war. tommunistische Gefahr, die Bildung von illegalen Schuß"-Organi. tonnte froh sein, ohne Siftierung und eventuelle Inhaftierung fationen anregen. Es ist Tatsache, daß die vorhandenen Polizei- aus Baben wieder herausgekommen zu fein. organe in Baden bis jetzt noch immer ausgereicht haben, die Ordnung oft auch unter erschwerten Umständen aufrechtzuerhalten." Ich fragte weiter: Ist im Anschluß an diese. Bersammlung in Paris, 7. März.( WTB.) Der( von Moskau aus der Partei Baden eine Geheim bundsbewegung entstanden?" Unter diefer Ueberschrift haben wir in unserer Sonnabendaus. ausgeschlossene) tommunistische Abg. Lafont hat an Poincaré„ Ja! Faft ähnlich so, wie sich der General von Watter in gabe nach der„ Boff. 3tg." eine Aeußerung der„ Daily News" über folgendes Schreiben gerichtet: Bevor die Debatten über die fran- feinem Vortrage über die Abwehrorganisationen ausgesprochen die Rede Hindenburgs auf der Landbund- Tagung in Hannover zöfifche Politik im Ruhrgebiet, ihre Kosten und ihre Erfolge beginnen, hatte, bildete sich in der Folge und unter Führung von Militärs wiedergegeben. Dazu schreibt uns der Berliner Bertreter der Daily was hoffentlich demnächst der Fall sein wird, werden Sie mir ge- und Abenteurern die Orgesch Organisation mit dem Siz News", Herr J. C. Segrue: Was die„ Daily News" in ihrer statten, Ihnen eine Frage zu stellen, um meine Unterlagen zu der in Heidelberg und Zweigstellen in Freiburg, Karlsruhe usw. Freitagausgabe schrieb, war folgendes: Wenn gefragt wird, wesvollständigen, die in dieser Beziehung trok meiner Bemühungen General von Watter mag von diesen Vorgängen nichts gewußt halb die deutsche Regierung Hindenburg nicht zum schweigen bringt, unzulänglich find: Auf Grund welcher Bestimmungen des fran haben, man hat ihn aber als Paradepferd nach Karlsruhe so lautet die Antwort darauf vermutlich, daß sie dazu nicht in der zösischen Rechts oder auf Grund welcher internatio. geholt, um es möglich machen zu können, bestimmte Personen für Lage ist. Wie die patriotischen Erklärungen in Wilhelm Tell", so nalen Rechtsgrundsäge darf unser Besatzungsheer zurzeit die Geheimbundsbestrebungen zu gewinnen." passen Hindenburgs Erklärungen zu sehr zu der Stimmung, die das im Ruhrgebiet mitten im Frieden eine Anzahl von Aftionsmitteln Es sollen in der Batter- Bersammlung Staatsbeamte, Ruhrverbrechen im deutschen Bolt erweckt." Weiter hieß es in dem anwenden, die bis jetzt nur als die treurige Folge des Kriegsrechts barunter der damalige Leiter der Sicherheitspolizei, anwesend ge- Artikel:„ Es ist allgemein zugegeben, daß die Deutschen nichts Besseres allein oder, genauer gesagt, des Mangels an Recht in Kriegszeiten, wesen sein?" wünschen, als ungestört in den 1919 festgefeßten Grenzen leben zu wo ausschließlich die Gewalt regiert, betrachtet wurden? Ich meine Der Staatspräsident antwortete:„ Das ist richtig! Es tönnen. Eine Revanchepolitik tönnte nur durch die Rachsucht des namentlich die Verhängung von Kollektivstrafen für individuelle waren ein( inzwischen aus dem Etaatsdienst ausgetretener) Giegers, die im Ruhrverbrechen zum Ausdrud kommt, in DeutschHandlungen, Strafen, die die ganze Bevölkerung treffen. Regierungsrat des Staatsminifteriums und der vorgenannte land populär gemacht werben." Eine peinliche Frage. Eingeschlagene Fensterscheiben. " 27 Gewerkschaftsbewegung Lohnabbau oder Preisabbau. gegangen. Am 6. März fprachen die Bertreter der Spißenver bände im Reichsfinanzministerium vor. Dort wurde ihnen die Austunft, daß der Minister ertranft sei. Sie wurden gebeten, am nächsten Tag vorzusprechen. Den anderen Tat, also gestern, wurde ihnen die Auskunft gegeben, daß versucht werden soll, den erkrankten Minister zu einer Besprechung zu veranlassen. Nachmittags 5 Uhr teilte man mit, daß keine Aussprache stattfinden könne, da sich das Befinden des Ministers nicht gebessert habe. Auch die Allgemeine Berliner Omnibusgesellschaft befam Lohn. forderungen für den Monat März am 28. Februar überreicht. Die Belegschaft verlangte einen Aufschlag auf die Februarlöhne von 50 Broz. Die jetzt gezahlten Löhne stehen auf dem gleichen Niveau wie bei der Berliner Hochbahn. Die Direktion scheint sich ebenfalls die beliebte Tattit des gesamten Arbeitgebertums zu eigen zu machen, denn bis zur Stunde hat sie auf die Lohnforderung noch Streif der Speichereiarbeiter. feine Antwort erteilt. Der Dollar ist seit seinem Höchststande um meh: als die Hälfte gefunten. Die Regierung hat den Preisabbau auf ihr Programm geschrieben. Die Warenbesitzer fehren sich ebensowenig an den Rüdgang des Dollars wie an das Breisabbauprogramm der Regie. Neben diesen Besprechungen über eine allgemeine Regelung der rung. Die Lebenshaltungskosten in Berlin gehen immer noch nicht Bezüge der Gehalts- und Lohnempfänger fand gestern im Reichszurüd. Sie haben fogar in der Woche vom 27. Februar bis 4. März finanzministerium eine Besprechung über eine Erhöhung der OrtsDie nochmaligen Verhandlungen der Parteien beim Demobileine wenn auch nur geringe Steigerung erfahren. Nach den Les sonderzuschläge für Beamte und Angestellte im alt und neubesezten nachungskommissar find an dem zu geringen Entgegenkommen der benshaltungstoften, die nach dem Archiv der Gewerkschaftskommis. Gebiet statt. Nach längerer Verhandlung erklärten die Regierungs- Arbeitgeber gescheitert. Die Speichereiarbeiter haben bisher fion Berlins und des Ortsfartells des AfA- Bundes auf Grund der vertreter, daß sie nur eine Verdoppelung des jezigen Prozentjages immer mit den Speditionsarbeitern in gleicher Lohnhöhe gestanden. Ermittlungen des Statistischen Amts der Stadt Berlin( die Be-( bisher bis 182 Proz.) herbeizuführen beabsichtigten. Mit diesem Oftmals waren ihre Löhne sogar höher. Die Unternehmer wollen fleitungsfoster ausgenommen, die das Archiv selbst feststellt) er. Angebot tonnten sich die Gewerkschaftsvertreter nicht einverstanden aber diese Lohnfäße nicht mehr zur Anwendung bringen, sondern rechnet werden, sind die Lebenshaltungskosten gegenüber der Bors erflären Sie forderten daß die Ortsfonderzuschläge in derselben sie erachten die Zeit für gekommen, den Speichereiarbeitern zuzu woche um 1,2 Broz gestiegen. Gegenüber der ersten Februarhälfte Höhe und an denselben Orten gegeben werden müssen, wie es nach muten, im Monat März je Woche 10000 bis 15000 Mart beträgt die Sicigerung 7,8 Proz. und gegenüber dem Durchschnitt den Kaffeler Abmachungen und den Abmachungen im Reichsverkehrs billiger zu arbeiten als die Speditionsarbeiter. des Monats Januar 144 Broz. Danast betrugen die vierwöchi» ministerium für die Arbeiter festgesezt worden sei. Außerdem müsse Nachdem eine Verständigung zwischen den Parteien nicht erzielt gen Lebenshaltungskosten, die tein Existenzminimum über das befeßte Gebiet hinaus die Anpassung der Zuschläge der merden fonnte, ruht seit gestern morgen in allen Speicherei. find, für eine fünftöpfige Familie 303 000 m. Um das Eriftenz. Beamten an die Zuschläge für Arbeiter herbeigeführt werden. betrieben die Arbeit. minimum zu errechnen, müssen noch die Ausgaben für Wäsche Arbeiter, übt Solidarität! Berde keiner zum Berräter an den reinigung, Fahrgeld, Steuern, Zeitung usw. hinzugefügt werden. eigenen Interessen! Diese Ausgaben sind mit mindestens 30 Proz. anzurechnen. Im Durchschnitt betrug im Monat Februar die Steigerung der Lebenshaltungskosten 135 Pro3. Diese Steigerung, die die größte ist, die bisher beobachtet wurde, stimmt mit der vom Statistischen Amt berechneten überein. Nach der Entwicklung der Großhandelspreise ist mit einem Abbau der Kleinhandelspreise vorläufig nicht zu rechnen. Der Großhandelsinder der Frankfurter Beitung" zeigt zu Anfang März nur einen fleinen Rüdgang von 5,5 Broz. gegenüber. An fang Februar. Während aber die Einfuhrwaren von 9863 auf 6767 gefallen sind, stiegen die Inland waren von 4666 auf 6084. Die Teuerungswelle geht also tok des Rüd. ganges des Dollars weiter. Ueber diese Preistreiberei der Inlandprobufte macht in der Ueber diese Preistreiberei der Inlandprodukte macht in der geftrigen Atendausgabe des B rliner Tageblatts" D:. Erich Bulf auf Grund seiner Beobachtungen auf der Leipzige: Messe einige bemerkenswerte Ausführungen. Er stellt fest, daß das Ausland nicht mehr tauft, und zwar deswegen, weil die Preise der deutschen Waren über den Weltma: ttpreisen liegen. Er führt u. a. cine bayerische Möbelfabrit an, die nach Holland eine bestimmte Art von hölzernen Bettgestellen für 10 Gulden liefert. Dasselbe Bettgestell verkauft die Firma in Deutschland zu dem Gegenwert von 15 Gulden, so daß man also ein deutsches Fabritat aus Holland um 50 Broz. billiger te ziehen tönnte als bei dem deutschen Fabrikanten in Deutschland felbft. Die Firma ift gezwungen, billiger nach Holland zu liefern, weil sie für die Holländer zu teuer ift Die folgenden Ausführun gen zitieren wir wörtlich. In der Erklärung der Gründe, die zu der Uebersteigerung der Breise geführt haben, gehen die Meinungen auseinander. Die Fabrikanten, namentlich aus der Großindustrie, scheinen geneigt zu sein, das verteuernde Moment hauptsächlich in den Löhnen zu suchen und den Arbeiter mit seinen Forderungen als Sünden. bod hinzustellen. Wenn eine Gesundung unserer franten Wirtschaft angestrebt werden soll, muß solchen Bersuchen, die Bahr heit zu verfchleiern, entschieden entgegengetreten werden. Der Arbeitslohn macht auf weiten Produktionsgebieten nur 20 bis 30 Prozent des Fabritationspreises und fällt bei hochwertigen Waren, deffen Preis in die Millionen geht, feineswegs am schwersten ins Gewicht. Entscheidend für den Exportpreis ist nur das Berhältnis, in dem der inländische Arbeitslohn zu dem ausländisch en steht, und da muß gesagt werden, daß die an die deutschen Arbeiter gezahlten Löhne noch weit unter den Arbeitslöhnen anderer 2änder stehen, deren Rundschaft wir jetzt auf dem Weltmarft verloren haben. Ein Qualitätsarbeiter in der Tschechoslowakei verdient für die Stunde fechs Kronen, also etwa 4000 Mart, und ein holländischer Arbeiter 90 Cent bis zu einem Gulden, also etwa 8000 Mart. Zwischen diesen Löhnen und den deutschen, die jetzt durchschnittlich etwa 1500 Mart(?) für die Stunde betragen, tlafft noch eine große Differenz, die imftande sein sollte, die deutschen Preise mit den Weltmarktpreisen menigstens auf einer Stufe zu halten. Den Wurzeln des llebels tommt man aber wohl näher, wenn man darauf hinmeift, daß die Fabrikanten in dem Währungschaos viel. fach den Sinn für 3ahlen verloren haben. Man hat sich zu ſehr daran gewöhnt, mit den Millionen zu jonglieren, und es fällt nun schwer, zu einer genauen und fparfamen Ralfulation zurüdzukehren. Ein methodischer und allgemeiner Abbau der Preise muß zuerst bei den Rohstoffen und den Halbfabritaten er folgen, und der Umstand, daß hier eine große Steifnadigteit sich breit macht, beschränkt und verzögert eine Breisherabfeßung der Fertigfabritate bis zu dem Grade, der den gegenwärtigen Bäh. rungsnerhältnissen entspricht. Someit das Berliner Tageblatt", dessen Ausführungen wir in biesem Punkte nichts hinzuzufügen haben. Sie beleuchten recht drastisch das Lohnabbauprogramm der Regierung, das in Wirklichkeit das Programm der Unternehmer ist, das sich die Regierung unbefehen zu eigen gemacht hat. Es darf bei diesem fortgesetzten Preiswucher nicht überraschen, wenn die Arbeitslosigkeit und die Kurzarbeit zunehmen. Nachdem der deutsche Käufer für Fertigfabrikate immer mehr fauf unfähig gemacht worden ist, beginnt nun auch das Ausland die deut schen Waren zu meiden. Im Monat Januar waren allein Don 38 Gewertschaften mit 5,8 Millionen Mitgliedern 252 873 arbeitslos, in 37 Berbänden mit 5 Millionen Mitgliedern arbeiteten 651 244 mit pertürzter Arbeitszeit. Da nur 5 Millionen Mitglieder erfaßt worden sind, fann man die wirt. liche Zahl der Kurzarbeiter auf das Doppelte schäßen. Bedenkt man, daß der Lohn eines Bollarbeiters im Durchschnitt heute bereits um 40 Prozent unter dem Existenzminimum liegt, dann tann man ermessen, in welcher Lage sich die Arbeitslosen und Kurzarbeiter befinden. Angesichts dieser Tatsachen bringt es die Regie rung fertig, ein Lohnabbauprogramm zu proffamieren. Denn feine Erhöhung der Löhne fommt einem Lohn abbau gleich. Daß wir dadurch den schwersten Kämpfen entgegengehen müssen, ift für jeden Einfichtigen außer Zweifel. Die Regierungsvertreter hielten ihren Vorschlag aufrecht, da sie feine weiteren Vollmachten befäßen. Es wird daher das Angebot der Regierung heute dem Reichsrat zur Beschlußfassung unterbreitet werden, trotzdem die Organisationen nicht auf den Boden des Regierungsvorschlags treten fonnten. Die Annahme würde bedeuten, daß der Beamte der Besoldungsgruppe I Stufe 1 bei einem Ortssonderzuschlag von 364 Broz. einen Mehrbetrag von 22 022 Mt., der Beamte der Besoldungsgruppe XIII dagegen 123 760 ml. erhält. Der Arbeiter der Lohngruppe VII bezieht bei einem Drislohnzuschlag von 120 Broz. im Höstfalle 185 536 Mt. Der Beamte in Besoldungsgruppe II bei 364 Proz. Ortsfonderzuschlag im Höchstfalle 27 320 Mt. Der Arbeiter in Lohngruppe I bezieht einen Ortslohnzuschlag im Höchstfalle von 208 416 Mt., der Beamte in Gehaltsgruppe V 64 428 Mt. Dieser Zustand ist völlig unhaltbar und hoffen wir, daß der Reichsrat nach Prüfung dieser Gegenüberstellungen die Vorlage der Regierung zur nochmaligen Beratung mit den Bertretern der Spißenverbände zurücverweist oder mindestens eine solche Menderung vornimmt, daß für die unteren Besoldungsgruppen ein gerechter Ausgleich geschaffen wird. Konflikt auch im Bangewerbe. Der Lohnkampf im Buchbindergewerbe. Der Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter teilt mit: feine Berj.ändigung erzielt worden. Der Verband Berline: Bis zur Zeit und Stunde ist mit den Buchbindereibefizern noch Buchbindereibefizer verschickt ein Birtular, wonach seinen Mitglie dern empfohlen wird, den Schersfpruch zur Einführung zu bringen. tenen Lohnfummen sowie Attoroprozente niedriger find als Wir machen darauf aufmerksam, daß die im Zirkular enthal die mit den Geschäf stuch. und Briefumschlagfabriken vereinbarten und daher abzulehnen find. Die Löhne für die Kartonnagenindustrie sind nunmehr entsprechend dem Schiedsspruch abgeschlossen worden. Tarife können am Donnerstag, den 8. März, in de: Zeit von 4-7 Uhr im Bureau in Empfang genommen werden. Die Branchenleitung. Lohnvereinbarung im Friseurgewerbe. Mit Wirkung vom 8. März ist zwischen den Organisationen de: selbständigen Friseure und dem Arbeitnehmerverband des Friseur. und Haargewerbes, Zweigverein Berlin, folgende Lohnvereinbarung abgeschlossen worden: Die Mindestwochenlöhne betragen für herrenfrifeure arteiterinnen 24 300, Qualifizierte 24 750, Einrichter 27 790, Hand22 500, Damenfriseure 23 100, Friseusen 22 500, Haararbeiter und pflegerinnen 14 625 m. Die Stundenlöhne für Aushilfen betragen für Herren- 565, für Damenfriseure 608 m. Bestehende bessere Arbeitsbedingungen Dürfen nicht verschlechtert werden. Die Friseurinnung Köpenid hat sich dem Abkommen nicht ange. schloffen. Die Organisation der Gehilfen hat den Schlichtungsaus. schuß angerufen. Bom Baugewerksbund, dem Zimmererverband und dem Bez. band der Maschinisten und Heizer wird uns geschrieben: Die am 28. Februar stattgefundenen Berhandlungen der Tarifschlichtungskommission zweds Festlegung neue: Löhne für die erste Märzhälfte find refultatios verlaufen. Die Unternehmerver treter machten nicht einmal ein Angebot, obgleich Berlin gegenüber anderen Drten Deutschlands im Lohn zurück ist. Am 1. März nahm dann das Bezirtslohnamt unter Borsiz des Herrn Amtsgerichtsrats Reifenstuhl zu den Lohnstreitigkeiten im Berliner hoch, Beton- und Tiefbaugewerbe Stellung. Nach fünfftündiger Berhandlung fällte das Bezirkslohnamt einen Schiedsspruch, wonach für die Zeit vom 1. bis einschließlich 14. März der Lohn in allen Gruppen um 23 Broz. erhöht wird. Demnach würden die Löhne der Maurer und Zimmerer 1537 M., die der Bauhilfsarbeiter 1460 m. und die der Tiefbauarbeiter über 18 Jahre 1452 m. betragen. Die baugewerblichen Arbeitnehmerverbände haben dem am 1. März gefällten Schiedsspruch ihre Zustimmung gegeben. Dagegen hat die Arbeitsgemeinschaft der Arbeitgeber verbände dem immer noch ungenügenden Schiedsspruch des Bezirkslohnamts ihre 3 ustimmung versagt Wie uns weiter mitgeteilt wird, find auf Veranlassung von Behörden neue Berhandlungen zwischen den Parteien in Aussicht genommen. Boraus sichtlich finden diese am Freitag statt Gollte nicht noch in letter Stunde durch diese Bermittlungsaktion eine Verständigung erreicht Berantwortlich für ben redart. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: werden, so ist ein Konflikt im Berliner Baugewerbe unausb. Glede, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: bleiblich. Die Mitgliedervertretung der baugewerblichen Arbeitnehmerver. bände hat bereits befundet, daß, sobald sie die Anweisung erhält, dem Rufe ihrer Organisationsleitungen folgen wird. Und dies dürfte, falls eine Einigung nicht zustande tommen sollte, so gut wie sicher sein. Drohende Situation im Hochbahnbetrieb. Die freien Gewerkschaften überfandten im Auftrage der Beleg. schaft der Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen die Lohnforderung für den Monat März Die Belegschaft verlangte auf die Februarlöhne für Handwerker im Spitzenlohn 1460 mt für angelernte 1420 Mt., für ungelernte 1400 mt. Die Gehälter des Berkehrspersonals follen entsprechend erhöht werden. In einem Schreiben pom 3. März Ichnte der Arbeitgeberverband im Auftrage der Hochbahn eine Bei bandlung mit den von den gefamten Arbeitgebern und deren Berbänden allgemein gehaltenen Argumenten ab mit der Begründung, daß der Dollar und ein Teil der Lebensmittelpreise schon gefunten wären usw. Aus diesen Gründen schlug die Hochbahngesellschaft vor, die Februargehälter bis zum | 31. März zu verlängern. Sollte etwa das Reich eine Erhöhung der Löhne für seine Arbeiter vornehmen, würde man sich unter Um. ständen herablaffen, nicht etwa diefelbe Erhöhung zu geben, sondern nur zu verhandeln. Ein Die Arbeitgeber im Emaillewaren- Großhandel. Wie uns der Deutsche Berkehrsbund in Ergänzung unserer Notiz vom 6. März mitteilt, steht die Emaillewaren- Großhandlung Franz Glinide Sohn u. Co., G. m. b. 5. außerhalb des Arbeitgeberverbandes und zahlt den allgemeinen Verhältnissen angepaßte Löhne und Gehälter. AfA- Bunb, Af- Funktionäre, Metall. Heute abend 8% Uhr im Gewerk fchaftshaus, Engelufet 24, Großer Gaal, Bersammlung. Ausweis: Funktionär Barte, Mitgliedsbud). Metabets. Heute abend 6 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24, Zimmer 2, wichtige Gigung. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Heute nachmittag 5 Uhr im Gaal 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24, Bertrauensmännerfigung aller in Buddruckereien Beschäftigten. Tagesordnung: 1. Die wichtigkeit der trieb muß durch die Vertrauensperfon vertreten fein. Pünktliches Erscheinen Betriebsratswahl. 2. Stellungnahme zu dem neuen Lohnabkommen. Jeder Be erwartet die Branchenleitung. Rorwärts.Buchbruckerei u. Berlaasanstalt Raul Singer u. Co. Berlin. Lindenstr. 3 Hierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage ,, Seimwelt". * Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbe rg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer NACHSTE ABFAHRTEN: President Fillmore President Harding George Washington President Roosevelt President Arthur 14 März 18. April 21: März 25. April 28. Márz 4. April 2. Mal 9. Mai 11. April 16. Mai Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Verlangen Sie Prospekte una Segellisten Nr. 83 UNITED STATES LINES BERLIN: W 8, Unter den Linden 1; NW 40, Invalidens'raße 93; W9, Budapester Straße 5 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen Mit diesem Schreiben befaßte fich zunächst der Betriebsratsausschuß und die Gewerkschaften. Finmütia lehnten sie das Anfinnen der Hochbahngesellschaft ab, da die Belegschaft bei weitem noch nicht baus und der Industrie erhält. einmal die zum Lebensunterhalt unzureichenden Löhne des BergGo bezicht der Handwerker im Spigenlohn 974 Mr., der angelernte 932 Mr., der ungelernte Arbeiter 912 Mt. für die Stunde. Das Berkehrspersonal erhält teilweise die Löhne der angelernten und ungelernten Arbeiter. Sie husten nun schon wochenlang grober Teil steht noch weit unter diesen. Die Löhne der Fahrkarten- und haben immer noch nicht das ichtige Mittel dagegen gefunden. Bir zaten ausgeberinnen find geradezu miserabel. Aber auch die Löhne, die Ihnen aus 50 Gramm echtem Fagolot- Extraft durch Auſtochen mit Bid Zuder das Reich seinen Arbeitern zahlt, erhält die Arbeiterschaft bei der und Waffer eine preiswerte, prompt wirtende Suſtenmedizin selbst herzustellen. Hochbahn nicht. Wohl zahlte sie für Januar die festgesetzten Löhne Edhier Fagofot- Extratt ist sicher erhältlich in allen Apotheken. Löhne. Damit wurde die Arbeiterschaft um 30 Mr. für die Stunde des Reiches, aber nicht die ab 16. Januar vom Reich nachbewilligten im Durchschnitt um ihren verdienten Lohn gebracht. Naturgemäß ofte dies große Erbitterung in den Kreisen der Hochbahnarbeiterfchaft aus. Deshalb ist es unmöglich, fie mit Bertröstungen noch länger hinzuhalten. Der Bersuch, die Hochbahndirektion an den Ber handlungstisch zu bekommen, um die Angelegenheit in friedliche Bahnen zu lenten, scheiterte. Die Löhne und Gehälter im Reich. Am Freitag nehmen die Gesamtfunktionäre des Betriebes zu Ueber die Berhandlungen zur Regelung der Bezüge der Be- der Haltung der Hochbahngesellschaft Stellung; ihre Beschlüsse können amten. Angestellten und Arbeiter des Reichs erfahren mir: unter diefer Situation nicht zweifelhaft sein. Die Hochbahngesellschaft Schon am 28. Februar wurde von allen Spizengemerffchaften sei gewarnt, den Bogen nicht wieder zu überspannen. Die Taftif, der Antrag wegen Aufnahme von Verhandlungen an die Reichsregie- sich nur den Löhnen anzupaffen, die ihr gefallen, d. h. die am rung und das Reichsfinanzminifterium gestellt. Eine Antwort ist niedrigsten stehen, ist auf die Dauer unerträglich und muß zum Konden Organisationen bis heute überhaupt noch nicht auflift führen. DUNLOP Im Gebrauch die billigste Bereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Er raucht Batschari er ist Qualitätraucher WO PUHANNÝ A BC Nr. 112 40. Jahrgang Beilage des Vorwärts Vom Hungerlohn der Heimarbeiterinnen. Die Erlebnisse eines Arbeitsuchenden im März des Jahres 1923. Unter dem Hochbahnbogen. Drei Uhr schon durch! Nervös tritt man von einem Fuß auf den anderen. Kommt er immer noch nicht? Um drei soll er doch schon verteilt sein, der„ Arbeitsmarti", den man hier kostenlos mit den Arbeits- nachweisen erhält. Hundert sind es bestimmt, die mit mir auf dieser Stelle hier warten, ungeduldig und niedergedrückt. Der Arbeitsmarkt" tommt! Ich werde von einer stoßenden und drängenden Gruppe mitgerissen; schreiend und schimpfend, heißhungrig auf das Blatt, das sie sich aus den Händen reißen! Mit ein paar Frauen stehe ich da, mit leeren Händen; ich will mich wieder nach vorne drängen. Da drückt mir einer zwinkernd den Nachweis in die Hand:„ Da, Fräulein! Damit Se nich' janz zerquetscht werden!" " bei hohem Lohn gesucht." zichtete darauf, da weiter zu arbeiten, selbst als er mir infolge meiner guten Arbeit für einen neuen Jumper ganze 200 m. zulegen wollte! Ich wollte mich anderswo umsehen. Filetdeckchen-„ Nebenverdienst". Donnerstag, 8. März 1923 Frauen, die außer dem Hause nähen und fliden. Noch gestern erzählte mir eine Frau einen solchen Fall, in dem so eine arme Alte für ihre ununterbrochene Tagesarbeit sage und schreibe Essen und Einhundert Mark für den ganzen Tag erhält; das sind im Monat 3000 m. Davon soll sie Miete, Kleidung, Heizung und Licht zu Hause bestreiten. In seinem molligen Heim der Schieber, deffen schmutzige Wäsche fie flict, gibt ihr auch brav ohne mit der Wimper zu zucken die hundert Mark und denkt viel leicht wunder, was er damit tut! Die Zigarre in seinem schwammigprallen Munde kostet fünfmal jopiel! Aber mehe dem, der ihm Herzlosigkeit und Gefühlsroheit vorwirft; der ist ein Ketzer und ein rotes Tier! in meiner Nähe, so daß ich also nicht weit zu laufen brauchte: FiletIch erfuhr eine Adresse, die mir außerordentlich zusagte; gang arbeiten! Es hieß wiederum: Außerordentlich hoher Ber- fich nun noch, daß fie fraftlos und matt werden, daß sie unterernährt So sieht es mit unseren Heimarbeiterinnen aus! Wer wundert dienst!" Schön! Ich gehe hin: eine Hausangestellte öffnet mir und tuberkelstrotzend sind, daß ihre Kinder verkommen, weil sie für und meldet mich der„ Gnädigen Frau!" Die gnädige" Frau frühstückt zwar gerade, ist eben erst aufgestanden( es ist 12 Uhr!), aber die Kinder teine Zeit mehr haben dürfen, daß ihre Wirtschaft verich darf eintreten! Auf einem fauberen Frühstücstisch proht ein fommt, weil sie keine Zeit mehr dafür haben dürfen, daß sie keine ganzer Echinken( ein wirklicher Schinken!!!), noch ein Ei, ein filbernes Freude mehr am Leben, an Licht und Luft, an Sonne und Wärme Brotförbchen mit weißen Knüppeln. Es riecht nach tatsächlich haben, weil sie arbeiten, arbeiten, arbeiten müssen und für das nach echtem Bohnentaffee! Na, die wird bestimmt gut zahlen, Gott andere alles feine Zeit mehr haben dürfen! Die Hungerlöhne lassen sei Dank! Seßen Sie sich noch etwas, bis ich fertig bin!" Jch faß fie nicht in Ruhe! Und der Bourgeois und seine Dämchen drücken eine geschlagene Biertelstunde; ich dachte mir, es wird sich schon die Preise, der eine, weil der Dollar fällt, die anderen, weil sie ja lohnen. Indeffen erzählte mir die Gnädige" von der Teuerung, nur ein Taschengeld brauchen. Und die Heimarbeiterinnen häkeln daß die weißen Brötchen so teuer feien, der Bohnentaffee- fie und striden, sticheln und nähen, ruhelos und raftlos, mit blaffen, fönne ohne Bohnentaffee nämlich nicht leben! und daß der Lachsschinken schon weit über 3000 m. das Biertel fofte! Als sie die Gesichtern und sterbenden Augen; ihnen fehlt nur eine Klei Brötchen erledigt hatte es waren im ganzen sechs, flingelte nigfeit", wie Dehmel es so wundervoll einmal gesagt hat, um frei", um schön zu sein", um froh zu sein 3eit!" Sie brauchen die Zeit, um den Hungergroschen zum hungergroschen zu scharren, um nicht zu trepieren wie das Tier, das irgendwo vergessen, unbeachtet verendet! Wie man seinen Mann los wird. Drei Frauen als Giftmischerinnen. ,, nur sie nach dem Mädchen:„ Ach, geben Sie mir doch die Arbeiten vom Lischchen da!" Und brav brachte das Mädchen die Filetmusterarbeiten von dem fünf Schritt entfernten Tischchen herüber, die mir jetzt vor gelegt wurden. Die But stieg in mir auf: für ein Dedchen, an dem gut 10 Stunden Arbeit war, wollte sie 1250 m. zahlen, für ein größeres entsprechend mehr. Also 125 M. für die Stunde. Als ich bescheiden äußerte, daß ich bei zehnstündiger Tagesarbeit mir für den Lohn gerade. ein Liertel der gewöhnlichsten Leberwurst kaufen fönne und ich dabei nicht an schwarze Brötchen, geschweige denn weiße denken dürfe, feifte die Gnädige" Ins: Aber! Ich bitte Sie! Wurscht! Wurscht!! Wurscht!!! Sie arbeiten doch nicht für die tiefste menschliche Verirrung und Grausamkeit geben dürfte, Einer der Aufsehen erregendsten Prozesse, der einen Einblid in Buricht! Wer wird denn für Burscht arbeiten? Bei mir arbeiten wird am Montag vor dem Schwurgericht des Landgerichts III nur gebildete Damen! Die sich ein Taschengeld verdienen wollen! Für Wurscht!!! Wären es Pralinés, ja! Das wäre ein feinen Anfang nehmen. Unter der Anklage des Mordes und des Viertel Pralinés im Tag! Das genügt doch! Ich kann doch meiner versuchten Mordes haben sich die Witwe Ella Klein und die ArbeiterArbeiterinnen wegen nicht verhungern! Ich muß doch auch an mich frau Margarete Nobbe, sowie die Mutter der letzteren Frau Marie denken! In der Zeit!" Da stand ich auf:„ Na, dann will ich Sie Riener wegen Beihilfe und Begünstigung vor den Geschworenen vor dem Berhungern beschüßen und lieber nicht bei Ihnen arbeiten! zu verantworten. Sie find jetzt schlechter Laune! Vielleicht haben Sie zu wenig oder fchlecht gegeffen! Effen Sie noch etwas, gna- dige Frau", damit meine Nachfolgerin mehr Glück hat! Auf Wiedersehen, gna- dige Frau!" Raus war ich! So sehen sie aus, unfere edlen, hilfreichen, gebildeten" Damen! Für ein Deckchen 1250 M. Lohn, dazu 2500 Mt. Garn; Berkaufspreis 25 000 m.! Heiliger Egoismus! Mir ist ein Fall bekannt, wo eine Decke, in der für ungefähr 10 000 m. Material steckte, und für die als Arbeitslohn 2000 m. gezahlt worden war, für 65 000 M. einem Berliner Geschäft von dem Arbeitsauftraggeber verkauft wurde. Also an 65 000 m. 53 000 m. rein verdient!!! So sieht unser edler Arbeitgeber aus! Aber die Kanaille will leben, und wie! Da ich von hochtrabenden Annoncen die Nase voll batte, hörte ich bei anderen Heimarbeiterinnen herum. P Schnell eile ich zur nächsten Bank und sehe mir die Angebote und Offerten durch. Geübte Jumperhäflerinnen bei hohem Lohn gesucht!"," Tüchtige Hatlerinnen und Striderinnen bei Riefenverdienst!"," Fleißige Filetarbeiterinnen sucht dringend! Sehr hoher Lohn!" Na, das flingt ja! Nachdem ich einige angetreidet habe und meine Tour geplant ist, mache ich mich auf die Beine; denn fahren ist zu teuer, und ich muß ja verdienen! Zuerst einmal in die feine Straße im Westen; da wohnen ja reiche Leute und taufen reiche Leute; da wird man also ficher auch gut zahlen. Eine halbe Stunde und ich bin ange langt; die Leute staunen, wie schnell der Arbeitsmartt" arbeitet; man rennt ihnen schon die Wohnung ein! Na, Fräulein, dann zeigen Sie mal Ihren Musterjumper!" Ich falle aus den Bolten: Muster- jum- per?!?"" Na ja doch! Wir wollen doch fehen, ob Sie überhaupt häkeln können!" Ich:„ Wenn ich Geld hätte, mir Bolle für einen Jumper zu kaufen, dann würde ich wohl nicht nach Arbeit laufen!" Schließlich glaubten sie mir, daß ich „ cs fann" und gaben mir Wolle, auf einer Goldwage haargenau abgewogen, und einen Musterjumper mit, d. h. erst, nachdem sie meinem ehrlichen Gesicht und meinen Legitimationen geglaubt und auf die Kaution von 50 000 M. für Wolle und Musterjumper verzichtet hatten. Nach Ablieferung des Jumpers sollte ich dann ganze 2500. M. dafür erhaiten. Ich kam mit fast als Kapitalistin vor; ich mar zufrieden, so schnell etwas gefunden zu haben. Aber ich erIcbte Ueberraschungen: zuerst das Garn, das aufgemideft Den beiden Hauptangeklagten wird nichts weniger zur Bast werden mußte, um es verarbeiten zu können! Es war zergelegt, als daß sie mit vorgefaßtem Plan ihre Ehefist und zerfledert, so daß ich einen halben Tag dazu brauchte. männer aus der Welt fchaffen wollten, was ihnen Echon war meine günstige Auffassung von der Sache etmas geauch bei dem Ehemann Klein gelungen ist. Die beiden Frauen dämpft! Dann kam das Häkeln, das mir als geübte Hätlerin Spaß hatten sich durch ihre Männer fennengelernt und es hatte sich da war erst ein Aermel, dann ein Rumpf, dann zwischen ihnen und der Mutter der Angeflagten Nobbe bald ein wieder ein Aermel, dann die Abschlüsse! Ich merkte, was los war! fo intimes Freundschaftsverhältnis entwidelt, daß Zudem war der Musterjumper so groß, daß er sicher nur für Riesenfie tiefsten haß gegen ihre Männer faßten und auf den damen berechnet war. Ich fing morgens an und arbeitete ununterungeheuerlichen Gedanken famen, sich ihrer gewaltsam zu entledigen. brochen bis Mittag durch; dann kam ein schnell hergerichtetes einUeber 500 Briefe, die bei den Angeflagten vorgefunden wurden, faches Mittagessen und dann ging es wieder bis zum späten Abend gaben Aufschluß, wie die Angeklagten mit faltem Herzen an die Arbeit. Nach zwei Tagen fah meine Wirtschaft völlig verlangsam ihren Männern Rattengift und Arsenit nachlässigt aus; der Jumper war aber noch nicht fertig! Von einem beigebracht haben. Der Tischler Klein in Lichterfeld bei Friedrichs Borderende bis zum Rückenende herüberzuhäkeln ist eine fleine Weltreise! Genau in 23 Stunden war ich fertig. Das Geld mar felde hatte seine Frau aus Liebe geheiratet. Die Ehe gestaltete sich aber bald sehr unglücklich, da die Frau ihm, nachdem sie mit der sehr fauer verdient! Ob die sich da geirrt oder ich mich verhört Wie sieht es bei den Heimarbeiterinnen felbft aus? Meist der Margarete Nobbe und deren Mutter befannt wurde, wiederholt verhatte? Da kam ja auf die Stunde nur wenig über 100 Mart!!! Mann tot, gefallen, verkrüppelt, trant oder ohne lehnende Arbeit; laffen hatte. Schließlich, nach langen Ueberlegungen und Borbe Und dann mußte ich davon noch Licht und den Weg abziehen, also es sind Kinder da; der Haushalt will versorgt werden; fie fönnen reitungen, erhielt die Angeklagte Klein bei einem Drogisten Weber fahließlich nur knapp hundert Mart. Aber der feist gemästete Chef von Hause schlecht weg; also 3wang zur Heimarbeit, wenn sie nicht Rattentuchen, aber die gewünschte Wirkung blieb aus und sie der Arbeitsstelle fah mich wie ein perplexes Nilpferd an, als ich schlechthin auf den Tag trepieren wollen; sie ziehen es vor, langsam| verstand es dann, von dem Drogisten als stärker wirkendes Mittel ihn fragte, ob er sich da nicht geirrt habe." Nee!" jagte er, Se sind zu verhungern! Und was erhalten sie? Wie ich schon zeigte, bei zur Bertilgung von Ratten zehn bis fünfzehn Gramm Arsen zu wchi! Wir wollen doch auch leben!" Allerdings leben Jumperarbeit vielleicht 100 m. die Stunde, bei Filet etwas mehr! erhalten. Davon gab sie ihrem Mann nach und nach kleine Dosen wollen die, aber wie, prima! Sie fönnen es ja auch bei solchen Be- Andere fertigen Kleider; fie find schon zugeschnitten und ein. Eines Tages berichtete sie ihrer Freundin, daß dicke Luft" zahlungen. Rechnet man die Wolle mit 12 000 m., fo toftet sie der brauchen nur genäht zu werden, find aber felten so leicht zu fei und sie alles ins Klosett geworfen hätte. Hinterher machte sie Sumper plus Arbeitslohn 14 500 M.; fie verlaufen ihn aber mit arbeiten, wie sie aussehen. Eine fehr füchtige näherin fchafft, wenn sich die schwersten Borwürfe, daß sie sich habe ins Bockshorn jagen 50 000 M. Bei dem Berdienst können sie nicht nur leben, sondern sie von früh bis spät dabei bleibt, spei Kleider; dafür erhält sie laffen. Schließlich erhielt sie von dem Drogisten doch noch ein neues man fann es auch verstehen, daß sie dabei übermütig werden! Jst dann aber auch 3000 m., bei sehr guter Arbeit 4000 m.; dann muß Quantum Gift und sie berichtet nun, wie ihr Mann sich nicht es ein Wunder, daß die Frauen, die wenn sie Kinder, Haushalt sie aber sehr geübt sein. Das macht bei zehnstündiger Arbeit 300 mehr auf den Beinen halten tönne und langsam haben und mitverdienen müssen auf Heimarbeit angewiesen sind, bis 400 m. für die Stunde. Das gleiche, vielleicht sogar noch etwas hinsie che. Am 1. April 1922 wurde Klein, der 30 Jahre alt zu unterernährten Bazillenkulturen werden? Ist es ein Wunder, schlechter, erhält eine tüchtige Blusennäherin, die von früh war und noch kurz ein gesunder blühender Mann war, im Krankendaß die Stimmung dieser Frauen gegen solche Hyänen des Arbeits- bis spät abends dabei bleibt und etwa 12 Blusen fertigt. Es darf haus eingeliefert, wo er noch am felben Tage ftarb. Es wurde marktes, die es heute noch und dabei hohnlachend und grinsend hier nicht vergessen werden, daß immer die Beleuchtung vom Lohn zweifellos Arsenikvergiftung festgestellt. Frohlodend berichtete die wagen, 100 M. Arbeitslohn anzubieten, ins Sieden gerät! Ich ver- I noch abzuziehen ist. Recht traurig steht es auch mit den älteren Klein ihrer Freundin, daß das Ziel erreicht sei. Der Nobbe mizmachte. Aber ( Nachdrud verboten. Der Malit- Berlag, Berlin.) 55] Drei Soldaten. Bon John dos Passos. Aus dem amerikanischen Manuskript übersetzt von Julian Gumperz. Oh, wenn er nur frei sein könnte, zu arbeiten! Alle Monate, die er in seinem Leben verschleudert hatte, schienen wie eine Prozession von Geistern vor seinen Augen auf ihn zuzumarschieren. Und er lag in seinem Bett, starrte mit offenen, weiten Augen an die Decke und hoffte verzweifelt, daß feine Wunden lange brauchen würden zum Heilen. Nun, Jungens, ihr sterbt wohl schon vor Begierde, zu wissen, was der Krieg macht!" Eine runde Person mit einer großen Hornbrille brach in den Krantenfaal ein wie eine Operettenkönigin auf die Bühne. Sie rauschte an den Bettreihen vorbei, sprach im Gehen. • Ueberall die gleichen Hungerlöhne. Sie ficherte ein wenig. Ein schwaches Kichern lief antwortend die Reihen der Betten hinunter. Also, wenn ihr eurem Schah etwas schreiben wollt, dann sagt mir's, und ich werde feiner Menschenseele etwas sagen. Ganz bestimmt nich'. Doch ich wollte euch ja erzählen: Sieg über Sieg! Jungens, wir haben eine Menge deutscher Städte genommen. Haben alle so komische Namen. Kann mich nicht daran erinnern.... 44 " Deutsche Namen muß man gar nicht behalten wollen", warf Appelbaum herausfordernd ein. ,, Ganz recht, Jungens, wenn der fommandierende General hier wäre, ich glaube, ich würde ihm jezt' nen Ruß geben." Sie ficherte verschämt und schaute durch ihre Hornbrille auf den Boden. Ich glaube, ihr seid alle ganz wild danach, wieder gesund zu werden und ihnen auf die Fersen zu kommen." Ach, der General, der ist ja ganz dof", sagte der Leichenbestatter. " Da haste ganz recht", tam eine andere Stimme aus der Reihe der Betten. „ Aber Jungens, wenn ihr so sprecht, muß ich ja weggehen." ,, Eeht ihr, ich war grade an der Front. Aufregend, nich'?" Gie hockte sich am Ende von Appelbaums Bett nieder. Muß doch nicht etwa gleich sagen, mit wem ich da ging, Die Frau stand auf. Ich weiß ganz genau, daß ihr nich? Ich bin die erste Frau, die in den Schützengräben war, alles geleistet habt, möchte euch am liebsten dafür umarmen." wenigstens an der Stelle Sie waren alle so nett. Habe Sie ficherte haftig und fuhr fort:„ Aber ihr müßt auch daran mit dem Leutnant in seinem Unterſtand Tee getrunken. Oh, denken, daß, obschon ihr Jungens die Muskeln habt, der ich war so aufgeregt! Man schoß da gerade nich', aber am Mann hinter der Front das Gehirn dazu. Natürlich er Morgen, da war geschossen worden. Jegt weiß ich aber auch, scheinen euch die Leute hinter der Front manchmal barsch und wie ihr armen Jungen gelitten haben müßt. Furchtbar!. ungerecht. Aber ihr müßt Geduld haben, Jungens. Denn Ihr da drüben, ihr müßt aber darum nicht eifersüchtig fein. ficher wollen die Offiziere immer nur euer Bestes. Denkt mal, Am Nachmittag werde ich mich zu euch rüber sehen. Morgen Oberst Josephson erzählte mir gestern, als ich mit ihm und nachmittag, da werde ich zu euch kommen!" Major Bite speiste- Major Bike, der erzählt solch entzückende Geschichtchen- daß er oft die ganze Nacht drei oder viermal hintereinander auf war, und ich weiß, daß solche Männer Tag und Nacht nur euer Gutes im Herzen haben.... Armer Major Pike! Mußte fort, ehe die Chocolat foufflé tam. Diese französischen Restaurants find so langweilig, langsam und teuer! Die Preise sind tatsächlich shocking. Die Franzosen Ich sage euch, plündern uns aus, wo sie nur fönnen. Jungens, ihr fönnt geradezu glücklich sein, eure Armeeküche zu haben. Seht mal, ich muß sogar meinen Zucker mit mir rumtragen sonst würde ich nie welchen friegen. Doch wir müssen jetzt mal an die Arbeit gehen, nich'? Na, wer will zuerst einen Brief geschrieben haben?" Sie holte sich vom Schreibtisch der Pflegerin einen Stuhl und ließ sich darin nieder, wie ein zusammenfallender Ballon. Einige der Männer richteten sich in ihren Kissen auf, um sie anzusehen. „ So, da sind wir. Ihr müßt nicht mißmutig sein, nich'? Oh, ich wollte euch doch erzählen, was der Krieg macht. Wundervoll, Jungens, wundervoll. Aber zuerst... Ich habe hier ein Stüd Papier und' n Bleistift. Wenn jemand will, daß ich einige Zeilen für ihn schreibe... Aber ihr schaut ja alle so mohl aus, ihr werdet eure Korrespondenz schon allein erledigen fönnen. Aber ich bin ja hier, und wenn ich will, fann ich auch distret sein..." t " • • Andrews starrte auf das Bett und erblickte ihren großen Schenkel unter dem braunen Kleid, als sie sich über den Mann gegenüber beugte. hören „ Also, du? Gut. Aber ihr anderen dürft jetzt nicht zuSie zog ihren Stuhl in den Gang zwischen die beiden Betten und setzte sich, mit dem Bleistift an den Lippen. Andrews hörte das Flüstern einer Stimme und das Krazen des Bleistiftes auf dem Papier. Appelbaum faß auf seinem Bettrande in einer reinen, neuen Uniform, deren linker Wermel. leer herunterhing und der noch die Falten zeigte, in die man ihn gebügelt hatte. So, du gehst also wirklich", meinte Andrews und rollte den Kopf hinüber in den Kissen, um ihn anschauen zu können. " Da kannst du dich darauf verlassen, Andy... Auch du tönntest schon hier fortkommen, wenn du dich ein bißchen darum fümmern wolltest." " Oh, ich wünschte zu Gott, daß ich könnte.. Nicht, daß ich nach Hause gehen wollte jegt, aber... Wenn ich nur aus der Uniform heraustönnte..." Du bist nicht der Einzige", kam die stottrige Stimme des Leichenbestatters hinter Andrews. " Ich dachte, du hättest dich freiwillig gemeldet, Leichenbestatter?" es Ja, ich hab's getan, bei Gott. Aber ich dachte nicht, daß so sein würde." " Hast du vielleicht geglaubt, es würde ein Picnic sein?" " Zum Teufel, das ist mir alles egal, alles egal, Gas schlucken, oder verschüttet werden, oder irgend etwas anderes. Aber ich dachte, wir würden hier Ordnung schaffen... Wir hatten ein lebhaftes Geschäft da drüben in Tilletsville." Wo?" unterbrach Appelbaum lachend. " Tilletsville. Kennst du denn feine Geographie?" " Fahr mur fort, erzähle uns was von Tilletsville", warf Andrews beruhigend ein. " Nun, was glaubt ihr wohl, als Senator Wallace starb, wer dem seinen Leichnam in Ordnung bringen mußte, na wer denn wohl? Natürlich wir. Und ich sollte ein schmuckes Mädchen heiraten. Wußte, ich hatte genug, um auszukommen. Aber dann meldete ich mich freiwillig zur Infanterie, wie so'n dummes Schwein, weil jedermann sagte, daß wir der Welt die Demokratie erkämpfen werden, und daß feiner mehr mit einem was zu tun haben wollte, der sich daran nicht beteiligt." ( Fortsetzung folgt.) lang bei ihrem Manne der gleiche teuflische Plan. Zu der Ber- 1 gegenüber soll sich W. in der Weise betätigt haben, daß er ihn fest timation nicht und Herr Perlmann wurde gezwungen, inmitten eines handlung, für die vier Tage festgesetzt sind, sind zahlreiche Zeugen hielt, während andere Personen ihn fürchterlich verprügelten. Bei Polizeifordons den Weg zur Wache anzutreten, wofelbft durch einen geladen. Als Sachverständige find mit Rücksicht auf das eigenartige diefer Gelegenheit wurde dem Zeugen, der gerade von seinem Dienst Bekannten der Baß herbeigebracht und Herr Perlmann dann endlich Serualleben der drei Frauen geladen: Sanitätsrat Dr. Magnus als Eisenbahnschutzbeamter tam und an einem Koppel eine Pistole entlassen wurde. Es ist unverständlich, warum man ben Journa Hirschfeld und Sanitätsrat Dr. Juliusburger. Wir werden über die und einen Dolch bei sich trug, das Koppel mit den Waffen entriffen. liften um einer formalen Lappalie willen weil er feinen Baß nicht Berhandlung berichten. Außerdem versuchte man, ihm auch die Brieftasche zu entreißen. bei sich hatte unter großem Bolizeiaufgebot durch die Straßen Bandte soll das Signal zu diesem Angriff gegeben haben. Der esfortierte. Derartige blamable Mißgriffe müssen unter allen Angeklagte Abraham soll dagegen gerufen haben: Haut ihn tot! Umständen unmöglich sein. Schmeißt ihn ins Wasser! In der gestrigen Berhandlung beHolz in Pommern. Zwei Groß- Schwindler, die fremdes Holz verkaufen, haben wieder einmal zwei hiesige Handlungen um 10 millionen Mart betrogen, während eine britte ebensoviel im legten Augenblid noch retten fonnte. Bei den Firmen erschien ein Mann, der sich Ernst Liebethron nannte und bot Holz in Pommern an. Zum Ausweis, daß er der Eigentümer fei, legte er einen Vertrag vor, nach dem er den Bestand von einem Bauern erworben hatte. Die Firmen sandten einen Vertreter mit ihm hinaus und beide wurden von einem Mann empstritten die Angeklagten, sich irgendwie strafbar gemacht zu haben. Die Gastod zweier Frauen. In der Muladstr. 11, Seitenflügel Geschworenen hielten nur einfachen Landfriebensbruch vier Treppen, wurden gestern eine Greifin namens Menzel und für gegeben. Infolgedessen wurde wandte zu acht Monaten und ihre Pflegerin in ihrem Zimmer tot aufgefunden. Man fand den Abraham zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Bier Monate Gashahn ihres in dem Zimmer befindlichen Kochers offen. Wiederwurden jedem der Berurteilten auf die Untersuchungshaft ange- belebungsversuche waren vergebens. rechnet. Der ,, nötige Bildungsgrad" des Zeugen. 14. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Für sämtliche Theater. vorstellungen im Monat März wird ein Zuschlag von 50 m. pro Karte erhoben. Sonntag, den 11. März, und 1. April( 1. Osterfeiers Werte von fangen, der fich Brandstädter nannte und für einen Einheimischen über eine Gezichtsverhandlung gegen den der Beleidigung des tag), nachm. 3% Uhr, in der Philharmonie, Bernburger Str. 22a/ 23, ausgab, der mit den Holzschlägen genau Bescheid wisse. Den Ber Reichspräsidenten Ebert angeklagten, aber fchließlich freigesprochenen Haydn, Mozart und Schubert. Einzelfarte zu 200 m. im Bureau tretern gefiel jedesmal das Holz und fie empfahlen ihrer Firma ben Kaufmann Christian Giet, fchidie der Präsident des Land- des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr. 3. 8, im Antout, weil es preiswert war. Am nächsten Tag erschien dann Liebethron wieber. Das Geschäft wurde abgeschloffen und der Ber- gerichts I uns eine Berichtigung, die wir in N. 103 wiedergaben. Landgemeindehaus, Sophienstr. 21 und bei den Bildungsausschußfäufer erhielt in dem einen Falle vier und in dem an menen Arbeiter Kahlert, der nach Ansicht des Gerichts nicht zahlung von 100 m. pro Karte erhoben. Proletarische Feierstunden Hierzu erhalten wir jetzt von dem als Zeuge gegen Siek vernom mitgliedern der Abteilungen. Von den Abonnenten wird eine Nach deren Falle fechs Millionen Mart Anzahlung. Das den nötigen Bildungsgrad gehabt haben soll, eine Berichtigung am Sonntag, den 18. März, vormittags 11 Uhr, im Großen SchauHolz war immer das gleiche. Die dritte Firma gab einen der Berichtigung. Er schreibt: Jch traue mir doch so viel Bildung spielhaus, Karlstraße, dem Gedenken an Karl Marg( gestorben am Sched über 10 Millionen Mart, fandte aber zur Borsicht noch ein zu, daß ich unterscheiden fann, was ein politisches Gespräch und was 14. März 1868) und der 75jährigen Wiederkehr der 48er Revolution mal einen Bertreter hinaus. Dieser stellte fest, daß dus dreimal öffentliche Beleidigung ist. Hätte sich früher ein Arbeiter so etwas gewidmet. Karten zu 380 M., zu haben an den bekannten Stellen, verkaufte olz dem Käufer gar nicht gehörte. Er gegen eine monarchische Regierung erlaubt, dann wäre er ganz beim Bureau des Bezirksbildungsausschusses, in der Buchhandlung benachrichtigte durch den Fernsprecher feine Handlung, und fo fonnte timmt nicht als minderwertig hingestellt worden, sondern wäre Borwärts", in der Buchhandlung Freiheit", Urbanftr. 7, und im der Schel noch gesperrt werden. Liebethron" hatte das Holz noch wegen Majeftätsbeleidigung ins Zuchthaus gewanbert." Ueber fein Landgemeindehaus, Sophienstraße 21. gar nicht gefauft, fondern mit dem Bauern, dem es gehörte, nur Berhalten vor Gericht äußert er fich: Bo: allen Dingen möchte ich verhandelt. Dieser hatte einen weit höheren Preis verlangt, als er feststellen, daß ich mich niemals genötigi fah, meine Behauptung Rurfus über die Alkoholfrage. Um der Alfoholgefahr zu begegnen, bot und ihm zu diesem Preise das Borkaufsrecht eingeräumt. So( daß der Angeklagte gerufen hatte:„ Ebert ist der größte Lump!" veranstaltet das Begirisjugendamt renzlauer Berg im März einen hatte der Schwindler feine Namensunterschrift bekommen in der Hauptverhandlung als unwahr zu widerrufen; denn ich habe kurjus über die Alkoholfsage. Die Borträge finden im Bezirksverordneten. und fie auf einem von ihm entworfenen Kaufvertrage gefälscht. Die überhaupt nichts widerrufen, sondern habe dort angegeben, daß ich Sisungsfaal Danziger Str. 64, Hoj 3 Tr., Aula, nachmittags 7 Uhr, statt. Kriminalpolizei legte den Betrogenen das Berbrecher album vor. So bei meinen Aussagen bleibe und daß diefelben auf Wahrheit be- und Sittlichkeit. Donnerstag, den 8., Stef. Stadtsoulrat Dr. Begichneider- Ziegler: tohol murde festgestellt, daß Liebethron" und der Einheimische" die Ge- ruhen, daß ich mich aber nicht mehr auf jedes einzelne Wort bend Schule. Donnerstag, den 15., Ref. Serr Göbel: Allobol und Montag, den 12., Ref. Herr Neftor Ehrenpfort: Alfobol brüder Baul und Eduard Cellmer find, die die Strafbehörden schon finnen kann, da der Borfall schon über ein Jahr zurüdliegt." Jugend. Montag, den 19., Ref. Herr Prof. Gonser: Die Stellung des wiederholt beschäftigt haben. Die zulegt betrogenen Geschäfte haben Es ist leider feine Seltenheit, daß die Absicht der Aus- Staates und der Gemeinde in der Bulloholbekämpfung. An jeden Bor auf die Wiederbeschaffung des Geldes eine Belohnung von 30 Pro3. fagen eines Zeugen und die Auffassung des Getrag foll sich eine Aussprache anschließen. ausgefeßt. Mitteilungen nimmt Kriminalfommiffar Schüler im richts einander schroff gegenüberstehen. Was der Beuge gemeint Polizeipräsidium, hausanruf 553, entgegen. G Die Kinderland- Gemeinde Birkenwerder ladet zu einem musikali hat, muß er selber am besten wiffen. Daß er zu einem Borgang fchen Abend am Sonnabend, dett 10. März 1923, abends 74, Uhr, im aus dem November 1921 sich in der Gerichtsverhandlung vom Reissing- Museumt, Brüderitz 13, ein. Wir laden die Funktionäre der Arbeits13. Februar 1923 nicht mehr an jedes einzelne Wort erinnern gemeinschaft der Kinderfreunde zu diesem Abend hiermit besonders ein, fonnte, ift begreiflich. Schuld des Zeugen war es doch wirklich well dem musikalischen Teil eine furze Aussprache vorausgehen foll, die nicht, daß diese Straffache über ein Jah hingezogen sich mit einer geregelten Unterbringung der stindergruppen in den Ferien wurde. Er teilt uns mit, in drei Terminen sei der Angeklagte auf unserer Landsiedlung belassen soll. ausgeblieben. Warum wurde mit ihm nicht fürzerer Prozeß Kommunistische Sprengversuche. Warnung vor planlosem Zuzug nach Berlin. 01 Der Belud ficht in unseren Reihen! TПeber dieses Thema wird Genoffin Clara Bohm- Schuch, M.D.R., in der im Verlauf der Alfogo!. gegner Woche im Wedding am Freitag, den 9. März, abends 7 Uhr, in der Fortbildungsschule, Grünthaler Str. 5, stattfindenben öffentlichen Bolfsversammlung sprechen. Am Sonntag, den 11. März, wird In der gestern tagenden Bezirksversammlung des Bezirks Brenzlauer Berg fam es durch das wüste Berhalten im Zuhörerraum befindlicher tommunistischer Sprengtrupps zu Tumulten, die eine zeitweise Bertagung der Bersammlung notwendig machten. Bor Eintritt in die Tages- gemacht? ardnung beantragte die fommunistische Fraktion die Besprechung cines Dringlichkeitsantrages, der sich mit dem Eingreifen ber Schups gelegentlich einer Bersammlung des Inter= Das Berliner 2andesamt für Arbeitsvermittlung dann in einem Stadtbezir eine Probeabstimmung über die Frage statt. nationalen Bundes der Kriegsbeschädigten bewarnt eindringlich wegen der ständig zunehmenden Arbeits- finden: Sind Sie für ein Verbot der Bergärung von Nahrungsmitteln zu schäftigte. Da der Dringlichkeit widersprochen wurde, mußte geschäfts- Ioiigkeit und der besonders in Berlin herrschenden großen foto. ordnungsmäßig die Besprechung abgefeht werden. Der einzige ge- obnungsnot vor einem planlosen guzug nach Berlin Die 14 Punkte Radeks. rade anwesende Vertreter der fommunistischen Fraktion verlangte zivede Arbeitsaufnahme. Jedem, der eine Vermittlung nach Berlin Siller am Freitag, den 9. März, 7, Uhr im Rathaus, Königstraße, Bu diefem Thema spricht Dr. Sturt nun, daß eine Deputation des Internationalen Bundes in der Be- vinsicht, ist anzuraten, vorher die Auefunft eines öffentlichen Bimmer 109, im Rahmen der Deutschen Friedensgesellschaft. zirksversammlung zugegen sei. Die Ablehnung dieses geschäftsord Arbeitsnachweises einzuñolen. Bon auswärts Bureisende, die in nungswidrigen Berlangens führte zu einem wüsten Tumult der Berlin feine Steinng erhalten, haben hier keinen Anspruch Tribünen, der sich bis zu Handgreiflichkeiten gegenüber dem Bor- auf Erwerbslosenunterstügung. stand, der bie Räumung des Saales verlangte, fteigerte. Im weiteren Verlauf der Bersammlung ergingen fich die Tribünenbesucher noch einmal in wüsten Beschimpfungen, und da die abermalige Aufforderung des Vorstehers, die Tribünen zu räumen, unbeachtet blieb, ließ der Borsteher durch Schupobeamte die Rrateeler aus dem Saal entfernen. Die weitere Er. lebigung der Tagesordnung konnte nunmehr geschäftsordnungsmäßig surchgeführt werden. Noch ein Krawallprozek. Zu dem Wächtermord wird mitgeteilt, daß die Verbrecher außer dem Revolver auch die Wachtlampe, die er an einem Leibriemen trug, geraubt haben. Die Schußtaffe ist, wie unterdessen festgestellt werden fonnte, ein belgtider Armeetrommelrevolver mit Horngriff, also eine nicht alltägliche Waffe. Mit teilungen über das Auftauchen dieser beiden Gegenstände nimmt die Mordkommission entgegen. " Ein fatales Intermezzo erlebte ein befannter ausländischer Ein Nachspiel zu den Kommunistentrawallen vom 15. Oftober Journalist, der Berliner Mitarbeiter der rumänischen Zeitung 1922 vor dem Zirkus Busch und der näheren Umgebung desselben Aurora", Mag Berimann aus Buccreft, anläßlich eines von der beschäftigte gestern das Schwurgericht des Landgerichts I. Unter Streife Gngelbrecht nachmittags 2 Uhr vorgenommenen Besuches der Anklage, als Rädelsführer an einem Landfriedensbruch beteiligt des vorzugsweise von rumänischen Studenten befuchten Biener gemefen zu sein, standen der Arbeiter Wilhelm Bandte und der Restaurants" in der Pestalozzistraße 42 in Charlottenburg. Wiewohl Tischler Albert Abraham. Bei den bekannten Borgängen sollen Herr Berimann sich dem Kommissar gegenüber durch seine Mit sich nach Behauptung der von Staatsanwaltschaftsrat Dr. Grau verarbeiterlegitimationstarte und feine Berichterstatterkarte für die Pressetretenen Anflage die beiden Angeklagten besonders hervorgetan tribüne des Reichstags, wie man annehmen sollte, hinreichend legis haben. Dem jeẞt als 3eugen geladenen Eisenbahnschaffner Frant timierte feinen Baß hatte er nicht bei fich, genügte diese LegiArbeiter Samariter- Kolonne, E. V., Berlin- Wedding. Ole Prüfung der Kurlusteilnehmer findet am Freitag, den 9. b. M., abends 7 1hr, in der Schule Bernauer Sir. 88-90, in der Aula statt. Gäste willkommen. Der Weltflughafen Leipzig- Mockau. 3 Gestern wurde, wie wir bereits furz berichteten, der Welt. flughafen Leipzig Modau eröffnet und damit der GrundWeltflughafen nennt sich ber Platz deshalb, weil er der Mittelpunkt ftein für den Aufbau einer internationalen Handelsluftfahrt gelegt. eines Flugverkehrs werden foll, der sich schon aus technismen Gründen nicht allein auf Deutschland beschränten fann. Go dauert die Fahrt von Berlin nach Leipzig 1% Stunden. Bei derart furzen Streden ist natürlich die rentable Ausgestaltung des Flugperkehrs undenkbar, obwohl er schon seit längerer Zeit betrieben wiro. Für einen internationalen Verkehr jedoch hat Leipzig den Vorzug einer denkbar guten wirtschaftsgeographischen Lage. In dieser alten Messestadt freuzen sich Landstraßen und Eisenbahnlinien, die von Ost nach West und von Süd nach Nord burch Deutschland gehen und die darüber hinaus den europäischen Kontinent durchqueren. Schon von alters. her ist die verkehrspolitische Lage Leipzigs entscheidend für die Ent nicht ohne inneren Schwung, brachte einen Refpeftserfolg zuwege.| ohne förperliche Mitwirkung des Mediums wirkender telekinetischer Mit den Philharmonikern im Bunde tam Frau Rider Boffart Kräfte soll ja erft durch eben diese Experimente menn überhaupt über manche Fährnisse hinweg, an denen Jadisposition schuld ge erzielt werden. Es genügt nicht, daß der eine oder andere wefen fein mag. Sie ist eine Pianiftin mit leichter, gelentiger Beobachter zu der subjettiven Ueberzeugung von der Echtheit der Jas muß man sagen: starrföpfig ist Furtwängler nicht. Hand, mit weibhaft gemildertem Temperament. Eine gefühlvolle Phänomene gelangt. Auch eine Häufung folcher fubjektiven MeiKaum regt sich in der Berliner Preffe Unwille über die ga: zu Andante- Spielerin, reicht die Bitalität faum zum Sturm des Tfchai nungsäußerungen fann nicht einen burd) objektiv registrierende Bor bequemen Programme, da slicht er ein bisher unbekanntes Stüd von fomsty- Ronzerts hin. Wilhelm Kempff scheint ein Universal- gebe ist angeboren, fie scheint aber eine feltene Gabe zu sein und ist tehrungen festgelegten Tatbestand erfegen. Eine gute Beobachtungs Sibelius ein. Es heißt Eine Sage" und ist balladenartig virtuofe des Klaviers zu sein. Er spielt sehr gern sich selber, man völlig unabhängig von Titel und Würden. Für den Fernftehenden aufgebaut, mit einem Schuß national- russischer( gde: finnischer?) folgt seinen stilistischen Freiheiten aber nicht ohne Vergnügen. fann das Zeugnis ihm unbefannter Personen fein Gewicht haben, Melismatit, fehr ausgelassen in der Wildheit eines Lanzes, eines Anders als in anderen Köpfen malt sich in diesem Kopf die Welt wenn es nicht durch eine objektive Registriermethode unterstützt wird. Stampfes mit brutalen Mitteln, tammermusikalisch fein im Detail Mozarts, Beethovens. Gut fo, denn es gibt hundert Abarten und in dieser Hinsicht bleibt noch viel zu tun". Bunte Schüffel. Konzertumschau von Kurt Singer. n der flagenben, wehmütigen Melodie. Zu dieser äußeren Eingängig. des Gefchmads. Wer die Hammertlavierfonate so leidenschaftlich. Schiffbarmachung von Stromschuellen. Die neuefte Errungen. teit, zu der Schmiegsamkeit der Leitmotive, die nicht gerade aus groß, fo lapidar und wuchtig spielt wie dieser selbstsichere Pianist, schaft auf dem Gebiete der Technif dürfte wohl die Anlage von himmlischen Sphären stammen, gefellt sich taum ein geistiges Profil. gehört zu den Berufenen. Von Ansorge wußten wir das lange. Schienenwegen unter Waffer fein, die augenblicklich in Afrika unterDie letzte fünstlerische Substanz ist flein und arm. Doch leitete Der Sechzigjährige füllt mit seinem Namen den großen Phil- nommen wird. Es handelt fich dabei um die Schiffbarmachung des das sinfonische Werfchen mit Erfolg in liebevoller Ausarbeitung die harmoniesaal. Wir haben in unseren Mauern feinen reiferen, Rongostromes, der fehr reich an Stromschnellen ist. Schon großen Werte des Abends ein: Brahms( Biolinkonzert) und feinen geistig bedeutenderen Beethoven- Spieler. Marie 3 weig nach einer Strede von zirfa 180 stilometer von der Mündung ab fchaitowsky( die jüngst abgefette 5. Sinfonie). Das letzte fpielt nod) vor leeren Bänken. Und das ist schabe. The Bach gerechnet, beginnt bas erste Stromschnellengebiet, bas fidh 100 Stilo. meter weit hinzieht. Dann fommen 1500 Kilometer fchiffbares dur philharmonischen Konzerte möge noch irgendein Einschiebset Spiel hat Kraft und Grazie in einem, es blüht da aus den Tasten Flußbett, bis wieber über 100 Kilometer entlang der Strom durch bringen. Bir gönnen es Furtwängler( und uns und allen), wenn etwas Jugendhaft- Lebendiges auf, das( nach Bericht) mit Mozart: Stromschnellen für Schiffe unpaffierbar wird. Diese beiden Strom. er zeigt, wie er, gerade er Schubert zu singen, Beethoven burch icher Musit geradezu zwingende Einheit von Stoff und Stoffbewäl- schnellengebiete mußten bisher immer durch Umgehungsbahnen über. zuleben weiß. Aber wede: Unmöglichkeiten einer sogen.„ großen" tigung wird. Der Baritonist Fred Frissen ist über sich felbst wunden werden, was sehr umständlich und kostspielig war und überBelegung, noch Widerstände von Agenturen follten ihn hindern, hinausgewachsen. Die Stimme frei, breit entfaltet, von ebel- männ- haupt nur in höchst beschränktem Maße in Betracht fommen tonnie, einmal und ofimal auf den Soliften zu verzichten lichem Glanz, der Vortrag Schubertscher und Brahmascher Lieder reif da die Umgehungsbahn eine Schmalspurbahn ift. Um hierin einen und dafür einzusehen(= sich einzusetzen für) ja, und voll quellenden Ausbruds. Ein an Konsonanten angehängtes Wandel zu fchaffen, hat men jüngst auf belgischen Kanälen in der Nähe von Antwerpen Bersuche angestellt, um auch Stromschnellen mas? Das Neueste fennt Furtwängle: ja viel beffer me" ftört gelegentlich die Sympathie. Doch wird Friffen bald ein für Schiffe paffierbar zu machen. Zu diesem Zwed wird quer durch als all seine Stritifer. Aber ein bißchen zurück gibt's viel Unge- gesuchter Dratorienfänger fein. Jeanne Roetfie: bestätigte aufs die Stromschnellen eine Schiene im Waffer angelegt, die mit Ber hörtes, unerhörtes, felten Gehörtes: von Sinfonien Brudner I neue ihren Ruf als stilsichere, warmherzige Interpretin des modernen zahnung versehen ist und an der die Schiffe eine Führung befiken. und II, von Mahler die V., von Glazonnom die III., von Scriabine Liedes; und Gertrud 3erner, eine Novice aus Wien, hat bei Die Dampfer selbst werden paarweise zusammengetoppelt und müssen die II., von Liszt den Prometheus( mit Chören), von Reger die folidem technischen Können und warmem Empfinden troß fpärlicher außer den Schrauben auch noch Zahnräder besigen. Da dies Ber Sinfoniette, von Brahms die beiden Serenaden, von Strauß die Tomuancierung( etwa in den Eroica- Bariationen) Anwarischaft, fahren sich bei den Berjuchen bewährt hat, beabsichtigt die belgische Ariadne- Suite und den„ Zarathustra", von Berlioz den„ Harald". cine bedeutende Pianiftin zu werden, wenn ihre Reife hält, was Regierung, nunmehr durch einen großzügigen Bau derartiger Schienenwege unter Wasser die Stromschnellen des Kongos für die Wer so mufiziert, so aus dem Bollen gibt wie Furtwängler, muß es unbeschwerte Jugend verspricht. Schiffahrt nukbar zu machen. fich gefallen lassen, daß man immer wieder um ein Mehr bittet. geplant. Sehr flott, männlichen Strichs, elegant und sauber geigte der Das fluidale" Bein. Karl v. Klindowstroem jezt in der„ Um- Ein Oftdeutscher Kulturverband it in Danzig gegründet Konzertmeister van den Bergh das Brahmsche Biolinkonzert. Medien fort und führt dabei einige amüsante Vorfälle an, die knellen bed, Agnes Miegel, Lange, Dmantowsti, Bolff, schau" feine aufsehenerregende Beröffentlichung über" Entlarote worden. Ostdeutsche Dichter, darunter Borrmann, Brust, arich, Gat es ihm auch feelisch keine mystischen Nätsel zu lösen, so schienen ebenso für die Leichtgläubigkeit der Spiritisten wie für den not begründeten gleichzeitig eine Beriusbühne, auf der Oberipielleiter doch alle technischen Schwierigkeiten aufs beste gelöst, de: Ton wuchs wendigen Argwohn objektiver Beobachter bezeichnend find. Bei der erz, der Leiter der Zoppoter Waldfeftfpiele, Stüide oitdeutscher moderner in feiner Fülle und Einnlichkeit von Taft zu Taft, und wenn eine Entlarvung des Mediums Kathleen Goligher führte Dr. Fournier Autoren zur Ausführung bringen wird. Bleichzeitig tit eine großzügige geistige Größe auch fehlte das Großartige, Bravouröse des Vor- d'Albe als Beweis an, daß das Medium in betrügerischer Weise finanzielle Unterstütungsattion für notleidende ofideutsche Stuitur trags sicherte dem Künstler einen echten, schönen Erfolg. mit seinem Bein ein Taburett telefinetisch" bewegte. Der bekannte Das Neue ist nicht immer gut, das Gute nicht immer neu in fpiritistische Forscher Dr. v. Schrend- Norging fuchte diese Beobach Stulpturen von William Bauer. Der Sturm, Potsdamer Str. 134&, zeigt in seiner Märzausstellung der Mufit, Paul 31chorlichs Ahsver" fönnte als tung dadurch zu entfräften, daß er erklärte, diefes Bein könne Ueberschrift auch den Namen Atiba" tragen. Alles schon da. ebenjo gut ein vom Medium ausgehendes fluidales" Glied fein. Frauenüberichuk in Rußland. Zu Rußland reichen die Geburten gemejen, schon vor 50 Jahren veraltet und von Epigonen der Ro. Graf Klindowstroem fügt hinzu, baß Schrend- Norging ihm das von Senaben längst nicht mehr aus, um die Bilanz der Geschlechter ins mantil, von dem Urgente der Neuromantit, Richard dem Großen, Medium Willy S. in München ein Bein fah, das ein telefinetisches" Berbältnisse baben denn auch bereits die Aufmertfamleit ber Engländer gleiche Argument entgegenhielt, als er bei einer Sigung mit dem Gleichgewicht zu bringen. Egikieren doch gegenwärtig 9 Millionen rauen, hie sich der Möglichkeit beraubt fehen, einen Mann zu finden. Die vollends aus dem Sattel gehoben. Der stille Anstand, mit dem das Phänomen hervorbrachte. Der Berfaffer verwahrt sich nun dagegen, und Amerikaner erregt, die die Frage ernstlich in Erwägung ziehen, sich durch unerschöpfliche Borfpiel an uns vorbeiglitt, erseht nicht den Mangel baß man annehmen dürfe, das gesehene Bein fei ein vom Medium Erleichterung der Einwanderung qute, durch hohe Lohnforderungen no an schöpferischer Leiftung. Gab, mit Sachlichkeit bewehrt und projiziertes fluidales Bein" gewesen, denn die Feststellung solcher nicht verwöhnte Dienstboten zu sichern. " midfung dieser Handelsstadt gewesen. Allerdings bedarf der Flughafen im Borort Modau einer besseren Zufahrtverbindung zur Stadt. Sobald die Voraussetzungen für einen internationalen Luftverkehr geschaffen sind, wird Leipzig der Kreuzungspunkt für alle von der nördlichen deutschen und westlichen franto- belgisch- niederländischen Wassertante nach dem Binnenlande. Berlin wird sich sehr Mühe geben müssen, um auf diesem Gebiete nicht von dem sehr viel günftiger gelegenen Leipzig in den Hintergrund gedrängt zu werden. Zu der Eröffnung des Lufthafens hatte sich eine Reihe von Flugzeugen verschiedener Systeme zusammengefunden. Bei der Fahrt von Berlin hatte auch der Reichspräsident und eine Reihe von Regierungs- und Breffevertretern sich des Luftweges bedient. Sie alle hatten dabei Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, daß die neuer bings gebauten Flugzeuge, insbesondere die ganz aus Aluminium hergestellten Kajütflugzeuge der Firma Junkers, an Stabilität das denkbar Beste hergeben und wirklich ein nahezu ideales Berkehrs: mittel darstellen wenn das Wetter teinen Strich durch die Rech. nung macht. Rebel und Sturm find noch immer hindernisse für die Flugfahrt. Durch den Friedensvertrag dazu verpflichtet, nur fleine Flugzeuge mit geringer Motorenfraft zu bauen, ist man natürlich in Deutschland nicht in der Lage, für breitere Bevölkerungsfreife geeignete Flugzeuge herzustellen. Die Flugfahrt wird für die nächsten Jahre und Jahrzehnte eine Liebhaberei, oft aber auch ein nüßliches Berfehrsmittel für Leute fein, die über genügend Geld verfügen und die wegen der Zeitersparnis den Flug durch die Luft der Bahnfahrt vorziehen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Sonnabend, 10. März, abends 6 Uhr, im Jugendheim, Cindenffraße 3, Sigung des Bezirksvorstandes. an befannier Stelle. 3. Kreis Webbing. Freitag, den 9. März, 7 Uhr, erweiterte Borstandssigung 6. Arcis Kreuzberg. Freitag, den 9. Märs, 7 Uhr, erweiterte Kreisvorstands figung bei Reim, Urbanstr. 29. Freitag, ben 9. März, 8 Uhr, Gigung Der Zeitungskommission in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Heute, Donnerstag, den 8. März: 34. Bot. Ronfumgenossenschaftler ber 144. Berkaufsstelle: 7 Uhr im unteren Raum der Comenius- Sale Mitgliederversammlung. Note Wareneinkaufs Parte legitimiert. Jangsozialisten. Gruppe Süben: 7% Uhr im Jugendheim, Bärwaldstr. 64, Dis. Lussionsabend. Thema: Bolt und Führer" Frauenveranstaltung am Donnerstag, den 8. März: 125. Abt. Weißenfee. 7 Uhr im Realgymnasium, Boeldpromenade. Thema: Die politische Lage". Referentin Genoffin Badenheim. Morgen, Freitag, den. 9. März: Zentralarbeitsausschuß der jos. Elternbeirate Groß- Berlin. 7 Uhr Sigung im Borwärts"-Gebäude, Lindenstr. 8. Bimmer zu erfragen beim Portier. 1. 6. 7 Uhr bei Dietrich, Linienste. 122, Funktionärligung. 3. abt.( Grabtbezirke 129-144). 7% Uhr Gibung der Bezirksführer sowie aller Funktionäre im Lofal Arliger, Engelufer 23. 5. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Engel, Bartelfir. 7. 7. bt. 7 Uhr Funktionärßigung bei Bärwaide, Schlegelftr. 8. 11. Abt. 1½ Uhr pünktlich Funktionärversammlung bet Raiser, Gozlowski. ftraße 34. Die Bezirkstagsdelegierten haben zu erscheinen. 24. bt. 7½ Uhr Funktionärversammlung bei Winzer, Christburger, Ede Winstraße. 26. Abt. 7 Uhr bei Poweleit, Joftyftt. 7, Sigung aller Funktionäre. Bezirks. führer abrechnen. 43. bt. 7 Uhr in der Schule Dieffenbachstr. 31 Sigung der Kommunalen Rom mission. Vortrag des Genoffen Stadtrat Sachert über Die Aufgaben der Rommunalen Kommisjion". Die Bezirksführer haben ebenfalls zu erscheinen. Ferner haben Zutritt alle Genoffen, die sich für Stommunalpolitit intereffieren. Freitag, ben 0. 5. M., 7% Uhr, zufammenkunft der Mieter ausschiffe bei Seim, Urbanstr. 23. Chöneberg. 77. 6. 7 Uhr erweiterte Vorstandsgung in der Schule Frankenstr. 10-11.- 19. st. 7 Uhr pilnttlich bei Groß, Gebanfit. 17, Funktionärfonferenz. Thema: Die städtischen Berke". Referent Genoffe Czeminsti. Alle Funktionäre müssen erscheinen. Außerdem wichtige Organi fationsfragen. 81. Abt. Friedenau. 7% Uhr erweiterte Borstandssigung bei umbricht, Handjernstraße 86. 85. Abt. Tempelhof. 7 Uhr allgemeine Funktionärsigung bei Lange, Ringbahn Straße 4. Das Erscheinen aller Funktionäre sowie der Bezirksverordneten und Stabträte Tempelhofs ift Pflicht. 86. Abt. Mariendorf. 7½ Uhr Funktionärßigung im Bolizeidienstgebäude, Mariendorf, Zimmer 10. 91. bt. Reutüin. 7 Uhr funktionärßigung bei Berndt, Reuterstr. 80. 101. Abt. Treptow. 7 Uhr im Restaurant Stephan, Graeßftr. 1, Sigung aller an ber Kommunalpolitik intereffierten Genossen, auch der Arbeiter und Angestellten bes 15. Berwaltungsbezirks. Bortrag des Genossen Reuter: Was ift Rommunalisierung?", unter besonderer Berücksichtigung der Wirtschafts. betriebe der Stadt Berlin. Rein Erinkawang. 108. 6t. Röpcnid. 7 Uhr im Stadtpart, Bahnhofstr. 1, Bersammlung der Reichs, Staats- und Kommunalbeamten. Referenten Genoffen äger und 114. Abt. Lichtenberg. 7½ Uhr bei Schwarzer, Gabriel- Mag- Str. 17, Borstands. Grunemeler. und Funktionärsizung. 128-130. bt. Wantow. 7% 1hr im Jugendheim, Breite Straße, Funktionär. fonferens. Die Gruppenführer müssen bestimmt erscheinen. Jungfoziallifen. Geneve Göneberg- Friebenau: 7% Uhr im Jugendhort, Feurig ftraße 35, Distuffionsabend über ,, Das Berliner Heft der Jungsozialistischen Blätter". Frauenveranstaltungen am Freitag, den 9. März: 14. Recis Neufälla. 7 Uhr im Parteibureau, Nederstr. 3, Gigung aller Funt tionärinnen. 44, and 45. Abt. 7½ Uhr bei Loafer, Laufiger Str. 23, Seiterer Abend. Stezita. tionen: Walter Schent. Vorträge. Dereine und Verfammlungen. Berein der Freidenker für Feuerbestattung, e. B. Die im Februar flatt gefundenen Mitgliederversammlungen haben durchweg bie 8ahlung eines Sonderbeitrages in Höhe von 250 M. befchloffen. Diefer Betrag ist jest fällig. Die file diefen 8med hergestellten Marken sind in allen 8ahlstellen vorrätig. Berband Bollsgesundheit. Bortvagt Bad Sindewiefe und die Schrothsche Rue", Referent Genofie Mitschte. Vorträge finden jeben Donnerstag in der Oberrealschule, Niederwallitt. 12, abends 8 Uhr, statt. Gemeinschaft proletarischer Freibenter, Bezirk Groß- Berlin. Zweite prole tarische Freidenferschule, Rütli- Schule, Neukölln, Riitlistraße: Freitag, ben 9. März, abends 7% Uhr. Leiter Lehrer Fridag. Praktische Erziehungsfragen. Strafen. Sozialdemokratischer Männerchor Prenzlauer Tor. Freitag, den 9. Mära, 8 Uhr, im Lotal Böhm, Schönhauser Allee 143, am Hochbahnhof, nächste Uebungsstunde. Eangesfreudige Genossen willkommen. Besies Sellenpulver Dixin erleichtert bes Onne Chlor Wirtschaft Eine Reichshaltegesellschaft. = Haltegesellschaften, meist nach dem Amerikanischen Holding gesellschaften genannt, find Unternehmungen, die ihre Tätigkeit barauf beschränken, Aktien von Industrie- oder Handelsbetrieben zu Derwalten. Diese Form der Betriebsführung wird von der Privat wirtschaft gewählt, um eine größere Reihe von Betrieben einheitlich au fontrollieren; fie stellt also meist die Spizengesellschaft eines größeren Trusts bar. fäufer hielten sich im Hinblick auf die hohen Breise sehr zurüd und erst am dritten Tage tam insbesondere in einzelnen Spezialbranchen ein etwas größeres Geschäft zustande. Wenn man gleichwohl ben bisherigen Berlauf der Messe nicht als dirett unbefriedigend ansicht, so liegt das daran, weil die Bertäufer das Abflauen der Konjunktur nung zu tragen suchten. Der Warenbedarf ist zweifellos groß, nur erwartet hatten und ihm hier und da auch durch Breisabschläge Rechdie Kauftraft der Bevölkerung ist zu schwach, um den Bedarf befriedigen zu fönnen. Im großen und ganzen ist der Verlauf der Leipziger Messe tein günstiges Symptom für die fünftige Konjunktur, wenn es auch vereinzelt gelungen ist, Aufträge größeren Stiles im In- und Ausland unterzubringen. 1 Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Devijenturje. Unserer gestrigen Rurstafel find noch folgende form zunuze machen und in einer neuen, am Mittwoch mit einem 578,20 Brief; 100 österr. Kronen abgeft. 28,27 Geld, 28,43 Brief; Auch das Reich will sich jetzt diese privatwirtschaftliche Betriebs- amtliche Motierungen nachzutragen: 1 finnische Mart 575,30 Geld, Afiienkapital von 600 Millionen Mark gegründeten Gesellschaft, der tschechische Krone 611,46 Gelb, 614,54 Brief: 1 ungarische Krone Bereinigten Industrieunternehmungen- 21.- G.", 6,70 Gelb, 6,74 Brief; 1 bulgarische Bewa 117,95 Gelb, 118,05 Brief; die Gesamtverwaltung des industriellen Reichsbesizes zusammen- jugoslawischer Dinar 209,47 Gelb, 210,53 Brief. 1 Bolenmart galt faffen, der bisher in der Industrieabteilung des Reichsschahminiim freien Berfehr ungefähr 48 Pf. fteriums verwaltet wurde. Mit Ende des Etatjahres, also zum 1. April, foll nämlich das Reichsschajministerium aufgelöft A- Cost werben. Sein Abbau ist einer der ersten Borschläge, die der jetzige Reichssparlommiffar und frühere preußische Finanzminister Saemisch zur Bereinfachung und Berbilligung der Reichsverwaltung gemacht hat. Die Reichsregierung hat sich diesen Vorschlag zu eigen gemacht. Sie wird zu diesem Zweck den gefeßgebenden Körperschaften in allernächster Zeit eine Borlage, voraussichtlich in der Form von Nachtragsetats der beteiligten Ministerien, unterbreiten. Ein Teil bes Reichsschahministeriums ist bereits seit dem 1. April 1922 dem Reichsfinanzminifterium unterstellt worden und bildet bort einen Teil der Landesfinanzämter. Runmehr werden auch die Abteilungen für Liegenschaftsangelegenheiten und für Baufachen dem Reichsfinanzminifterium eingefügt werden. Die Abteilung für die besetzten Gebiete wird dem Reichsinnenministerium angegliedert, wo bereits ein entsprechendes Staatssekretariat besteht. Die wichtigste Abteilung des Reichsschahministeriums, die Industrieabteilung, wird die selbständige Form der erwähnten Dach- oder Haltegesellschaft annehmen. Da die gründenden Firmen im Reichsbesig sind, ist es das Reich selbst, das die Werte der neuen Gesellschaft einbringt. Die Aftien der neuen Gesellschaft follen auch ausschließlich Eigentum des Reiches bleiben, eine Beteiligung Privater an dem Kapital der Gesellschaft ist nicht vorgesehen. Eine Beräußerung der Aftien der neuen Haltegesellfchaft ist ebenso wie bisher bei ben einzelnen Gesellschaften an die Zustimmung des Reichstages gebunden. Der Aufsichtsrat des neuen Unternehmens jetzt sich aus leitenden Persönlichkeiten der gründenden Gesellschaften zusammen; so wird Direktor Henrich von den Deutschen Werten und andere führende Beamte industrieller Herkunft darin vertreten sein. Da die Bertretung und Verwaltung des Attienbefizes in Zukunft dem Reichsfinanzministerium obliegt, tritt von dort Staatssekretär Schröder in den Aufsichtsrat ein. Achtung, Raffierce! Die Abteilungen, die ihr Material für ben Monat März noch nicht abgeholt haben, werden aufgefordert, dieses unbedingt bis Freitag, den 9. März, zu tun. Die Sauptspedition. Mittelalter Heute, Donnerstag, den 8. März: Baumschulenweg: Jugendheim Ernstr. 16, Bortrag:„ Der Lehrling im Karow: Jugendheim Restaurant Bum Bantgrafen", BankGtra. graferstraße, Fortrag:„ Swett und siete ber Sosialinifden Arbetterjugend eufon: Jugendheim Münchener Str. 56, Mitgliederversammlung. later Biertel: Jugendheim Gemeindefule Reglerfit. 8, Bortdag: Die Entwicklung der Stäbte". Cüdwesten: Jugendheim Lindenfte. 8, Diskussionsabenb: Jugend und nationale Frage". Webbing: Jugendheim Gemeinbeschule Ruhe. plazitoaße, Bertrag: Sozialismus und Landesverteidigung". Arbeitersport. Handball: Fichte Dft, Sportabteilung. Um Spielanforderungen für unsere Sandballmannschaften, Jugend und Männer, bittet, auf unserem obet bes Gegners Blaze, Belter Tide, Berlin SO. 28, Admiralfit. 18d.( Außer 18. März.) Fußball. M. G. B., Bezirk Morben. Spiele am Gonntag, den 11. März, nachmittags 3 Uhr. 1. Mannschaften. Alemannia 22- Teutonia 09; 1½ Uhr: 1. Schüler: Berein stellt zwei Bälle. Am Sonnabend, den 10. März, Bezirksvertretering bei Schumann, Roloniefir. 6. Erscheinen aller Vereine unbedingt notwendig. Ghule Böttgerstraße. Anfang 7 Uhr. Donnerstag, den 8. März, 7 Uhr, Schiedsrichterfihung in der MR. G. B., B. 6. Moabit 21. Am Sonnabend, den 17. Märs, findet im Bereinslokal Groffer, Turmistr. 3, die Generalversammlung ftatt. Die Mitglieder müssen wegen der wichtigen Tagesordnung pünktlich s uhr erscheinen. Bader 20- Adler 12. Adlerplay, Chriftianigstraße. Plagverein baut, jeber Freie Schwimmee Renton. Am Sonnabend, ben 10. März, finbet bas 8 hr. Cintritt 500 m. zuerst abgefagte Rostilmfest bei Aliem, Hasenheibe, Aleiner Gaal, statt. Anjang Der 4. Kreis des Arbeiter- Athleten- Bundes veranstaltet am Freitag, den Im allgemeinen soll den Einzelunternehmungen ihre bisherige Selbständigkeit in weitgehendstem Maße gesichert bleiben. Da aber Zweck der neuen Grünbung vor allem auch Vereinfachung und Ver- 9. Mäta, abends 8 Uhr, im Moabiter Gesellschaftshaus, N., Wicleffte. 24, billigung in der Gesamtbetriebsführung sein soll, so wird die Dach- Ausscheidungstämpfe im Beren für Städtetämpfe mit Braunschweig und Stettin. gesellschaft wie bei jedem entsprechenden Privatkonzern man denke Da sich die besten Arbeitersportler für diesen Rampf qualifisteren, sind gute Sportliche Leistungen zu erwarten. an AEG., an den Stinnes- oder Klöckner- Trust nicht nur gemeinsame Berwaltungsfragen, sondern auch Fragen der gemeinjamen Rohstoffbeschaffung, der Lagerbestände usw. zu erledigen haben. Die Gründung diefer Dachgesellschaft durch das Reich stellt leßten Endes nur eine Fortführung des Gedankens dar, aus dem heraus seinerzeit die kameralistisch verwalteten Reichsbetriebe in die Form privater Wirtschaftsführung übergeführt worden find. Man darf nur hoffen, daß sich die Borteile dieser Form des privaten Wirtschaftsbetriebes auch in der Haltegesellschaft auswirken, wie bei den Einzelgesellschaften das wenigftens teilweise bisher der Fall gewesen ist. Sache der Kontrollorgane, insbesondere des Parlaments, wird es sein, daß bei der stärkeren Betonung der privatwirtschaftlichen Betriebsform die Interessen der Allgemeinheit, insbesondere auch der Arbeiterschaft, gewahrt werden. Bon der Leipziger Messe. Die diesjährige Frühjahrsmesse in Leipzig stand von vornherein unter dem Zeichen der Martbesserung, die auf dem durch die Gelbentwertung vollkommen besorganisierten Barenmartt natürlich eine starte Berwirrung anrichtete. Die EinLebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft etwas lebhafter. Fische ausreichend, Geschäft flott. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. KalbWetter bis Freitag mittag. Ziemlich fühl, überwiegend trübe mit geringen Niederschlägen und frischen füdöstlichen Winden. Später zeitweise auftlar end. NOISETT Landens Chokolade- Likör Noisettes Am Mittwoch galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 8200-8800 M., ohne Knochen 3900-4800 M. fleisch 3200-4600 M. Schweinefleisch 5700-5000 M. Hammelfleisch 8600-4500 M. Rindertalg 3300-3600 M. Rückenfett 5200-5600 M. Schellfisch 1000-1600 M. Kabeljau 1000-1500 M. Seelachs 800 bis 1100 M. In Eis: Hechte 1600-2300 M. Bleie 1500-2000 M. Lebende Schleie 4000-4700 M. Hechte 2500-3500 M. Naturbutter 6000 bis 6800 M. Margarine 2900-3800 M. Schweineschmalz 3600--4100 M. Weißkohl 210-250 M. Wirsingkohl 230-275 M. Blumenkohl 800 bis 1200 M. der Kopf. Rotkohl 220-275 M. Mohrrüben 100-110 M. Kohl- Vertreter: Karl Kast, Potsdam, Bismarckstr. 3. Fernspr.: Amt Potsdam Nr. 366. rüben 100-120 M. Zwiebeln 55-65 M. Kartoffeln 600-750 M. zehn Pfund. Kochäpfel 250-350 M. Edäpfel 450-600 M. 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Schubert, 5100, Streliger Straße 71, 10462.99 Nähe Stettiner Bhf. 165 250, 18578,04 Zimn 6000, 4791 823,50 Gold Silber- bruch 690000- Quecksilber 85 Rautions- R 246 300, 91 Kreditoren 962743,05 100 Rüditellgs- R 102 Ofen Erneut R. 98 Geminn- u BerLuft R., Gewinn 1600 653,92 89 Bäderei- R..... 5627 870,20 7788 118,45 Die Mitgliederzahl betrug 21 ohne Beränderung. Die Gesamt- Haftfumme betrug 5250,-. 500 000, 7788118,45 Blei, Kupfer, Platin USW. tauft. Engrospretie Scharnow, Lange Str. 35 am Schlesischen Bahnhof Das Geschäftsjahr ging vom 2. Januar bis 31. Dezember 1922. WeißerKeller Der Vorffanb Gust. Trombke Wilh. Zinnemana Der Aufsichtsrat Bern. Kibuel W. Hanisch Pfandscheine, Gold-, Silber-, Arbeitsnachweisgefetz oder mit Nebenbeftimmungen erläutert von Dr. Jur. et phil. BERGER Oberregierungsrat Im Reichsarbeitsminifterium und W. DONAU Regierungsrat im Reichsamt für Arbeit.vermittlung En unentbehrliches Hilfsmittel für Behörden, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur praktiſchen Einführung u. Anwendung des felt 1.Okt. d. J. in Kraft getretenen Gesetzes. Preis- Grundzahl M. 3.25 BUCHHANDLUNG VORWÄRTS, BERLIN SW, LINDENSTR. 2 350, 400 Gramm Blöde . Tellzahlung Seifen 225, 400 Gramm Riegel el, Spigel, Polsterwaren abgelagert Rüdersdorfer Str. 1. Petersburgerstr. 2311316. 675.Platin- Bruch Zahngebiffe kauft höchstzahlend Holzmarktstr. 5. 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Pfund Pfund Braun, 4900.Zwiebeln....... Pfand 40.- Mettwurst Art, jd. Sellerie große Knollen, Pyd. 45.Möhren........... Pfand 70.Weisskohl holland. Corned Pork P. 3600.Dose: 3500Leberwurst ca.1 Pfd. ca. 1 Pfd. Pfund 200.- Rindfleisch 3600Ochsen- Roastbeef3000.- Schweineschmalz 3750.Kaninchen gefroren, Pfund 1200.- Allerfeinstes Auszugmehl..Pfund 880.- Rinderfett Ortstrantentaffe für und Umgeg. Theater, Lichtspiele usw. Romische Oper Berlin- atenborne Schokolade billiger!!! 6peruhans 2. Gastsp. Tauber 7 Uhr: Bohème Volksbühne 72 Uhr: Mein Leopold Schauspielhaus Lessing- Th. 7% Uhr: 7% U. Die Mütter Peer Gynt Frtg. 7% Bürger Schippel Deutsch. Theat. Dent. Künstler- Th. 72: Penthesilea Fig. 7% Uhr: Alt. Allabendlich 7 U. Heidelberg Kammerspiele 8: Der Kreis Der Fürst von Pappenheim ( 72) Dir.: James Klein( 7%) Internat. Revue in 25 Bilders Europa spricht davon 200 Mitwirkende! 6 Balletts! Mr. Jackson vom Alhambra- Theater in London mit seinen engl. Girls sowie die bekanntesten Darsteller von Bühne und Film Vorverkauf ununterbrochen Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm.4 Uhr. 8 U. Residenz- Theater Telephon: Amt Norden 833 bis 836 Frtg. 7 Fri. Julle Profess.Bernhardi und 6592 bis 6595. Langelot u. San- v. Artur Schnitzler Achtung! Funktionäre Achtung! derein. Gr.Schanspielh. ( Karlstraße) Salfner, Schroth, Klein Freitag, ben 9. März. nachmittags SU. Trianon- Theater 5 hr, in der Schultheiß- Brauerei, Sasenheide 22-31: 71/2: Die tōrichte Lissi, die Kokotte Jungfrau Pers.unter 18 Jahren Versammlung Frtg. 7: Die to- haben keinen Zutritt aller Funktionäre aus den Be richte Jungfrau Sonntag, d 11. Marz URANIA 2 Uhr: Maschinen Theater 8 Uhr: stürmer trieben, welche dem Verband Berliner Metallindustrieller an Unter Wilden u. wil gefchloffen und Mitglied einer Abonn.- Verschiebg. den Tieren. Kl. Saal& um Metallkartell gehörenden der 3. Vorstellung: 8 U.: Geheimnisse Organisation find. vom 8. März auf im Schlangenreich. Tagesordnung: Bericht über bie 22. März. Theater i. d. Königgrätz. Str. 8 Uhr: Aus dem Leben d. Insekten Girl Berhandlungen vor dem Arbeitsministerium. Triedri8utritt haben nur Kolleginnen und Kollegen, welche sich durch ihr Mitgliedsbuch und die mit dem Stempel BBMJ. ver fehene Funktionärkarte ausweisen können. Das Metallfartell. 25 März 72 Uhr: Komödienhaus Meisterseal, Köthener Str. 38 Im Auftrage: 8 Uhr: MUSIK Vorletzter Abend Deutscher Metallarbeiterverband. Maria Orska Berliner Th. Rass. Dichtungen zichtung! Funtfionäre. Achtung! 7.3: Madame POMPADOUR Wörner, Roberts, Bolal Deutsch Opernhaus U.: Freitag, den 9. März, nachmittags 5 Uhr, in der Schulaula, Roppenplag: Gemeinsame Versammlung der Funktionäre, die nicht in den Betrieben des Verbandes Ein Maskenball Der Blaue Vogel Bertiner Metallindustrieller be Große Volksoper im Theat. d.Westens Goltzstraße 9 72: Entführung a. d. Serail Nollendorf 1613 Intimes Theater 8U: 7 Einakter u. U. Allabendlich ..: Kleptomanic: Das 3. Programm U.: Familienfest usw. Lustspielhaus Operette schäftigt sind. Tagesordnung: Bericht über die Berhandlungen vor den Arbeitsminifterium. Zutritt nur gegen Borzeigung ber Funktionärfarte und des Mitgliedsbuches. Achtung: Goldschmiede htung! 8 U: Das Prinzchen Apollo- Theater Freitag, ben 9. März, nachmittags Metropol- Theater Täglich 7: 4 Uhr, in den Akademischen BierNewYork- Berlin Die große Ausstatt.- ballen, Dorotheen-, Ede Charlottenstraße: Brauchenversammlung Neues Operett.- Th Die Modekönigin aller in den Goldwarenfabriken 7: D. neue Gilbert Paul Heidemann a. 6. beschäftigt. Kolleginnen n.Kollegen Illing, Platen, Köbe Katja, die Tänzerin tagesordnung: 1. Bericht über Stg. 3: Die Bajadere mit Margit Suchy, Muth, Beckersachs, Walhalla- Th. 1446 Paulsen, Tiedtke, Gross, Mamelok Neues Th. am Zoo Die Liebe geht am 7: Jean Gilberts Operafte Dorine n. der Zufall Neues Velkstheater 7 U. Kater Lampe Renaissance- Th. 7 Uhr: Die Juden Gastsp. Em. Reicher Schiller- Th. Charl. 8 U. Kapitän Brosemanns Opfer Thalia- Theater ohne Liebe unfere erneute Verhandlung. 2. Disfussion. Die Ortsverwaltung. 74 u. Leitg. d. Komp. Junungstrantentaffe der Tischler- Junang zu Berlin Dora, Läutner, Zernitz Auf Grund der Berordnung über Theater w. Rottb, Tor Tägl. 7/2 and Grundlöhne vom 27. Februar 1923 werden Sonat.nadım. 30. Die Lohnstufen und Beiträge ab 12. März 1923 folgendermaßen jeftgejezt: Lohnstufen 1-8 bleiben unverändert Sänger es schließen sich an: EliteU. a. Der Mann Stufe Tagesverdienst Grund- Tägl John Beitr. 9 üb. 3250 bis 4500 t. 4000 240 8500 mit den 3 Frauen 10 " 11 29 W " 4500 8500 12 500 8000 489 " 12000 720 " 12 12500 14 000 840 17 Die hiernach erforderlichen LohnDeutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Dreher Auf Grund der Berordnung über Wie bekannt nur beste Qualitäten. Für Grundlöhne vom 27. Februar 1923 wirb Wirtschaftsvereine und Wiederverkäufer August Dittmann der Höchstgrundlohn auf 14 000 2. feſt bietet große Vorteile gesezt. Die bestehenden Lohnftufen wer ben um brei vermehrt. Rundschreiben mit der neuen Einteilung und ben weiteren Bestimmungen werden den Arbeitgebern in den nächsten Tagen zugestellt. 179/20 Der Borstand. Gerson Wechselmann Schokoladen- Großhandlung Berlin W., Linkstraße 20 Telephon: Amt Nollendorf 879 u. 8215 Versand nach allen Stadtteilen. Rohstoffe zu Schokoladen find infolge Marfentwertung, Finanzzöllen, Frachten und Kreditzinsen schon lange etwa 8000 teurer als vor dem Kriege bei gleichen Auslandspreifen für Rohtakao. Dagegen tosten dank vorsorglicher Einkäufe und Berzollungen erreichbarer Battien die ReichardtSchokoladen freilich ohne Berücksichtigung der im nicht zu berechnenden, weil meist rückwirkend gleitenden Ausgaben voraus nur etwa die Hälfte Leider erzwingen nun die fich monatlich sprunghaft steigernden Milliardenbeträge an Unkosten, Gehältern und Löhnen unaufschiebbare Preiserhöhungen. Man sichere sich also von dieser Edelnahrung eine eiserne Ration zu jedem Preise, denn Schokoladen, die fich lange aufbewahren lassen und mit der Dauer der Ablagerung an Geschmacsfeinheit zunehmen, so daß es nichts Köstlicheres gibt als einen jahrealten Broden, bedürfen einer langwierigen Durcharbeitung und müssen daher bald viel teurer werden. am 2. März gestorben ist. Die Einäfcherung finder Sonnabend, ben 10. März, nachm. 1 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Unser Kollege, der Dreher Karl Geiseler ift am 5 März gestorben. Die Einäscherung findet Sonnabend, ben 10. März, vorm. 10/2 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Unser Kollege, der Gürtler Alexander Schulze starb am 6. März. Die Einäscherung findet Sonnabend, den 10. März, nachmittags 2 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 144/7 Die Ortsverwaltung. Verkäufe amerik. Pfund Pfund 2850, Felleinkanf! Safen über 6000.-, Riegen über 20 000.-, Ragen, Ranin, Me talle, Gäde, Nähgarne, Bindfaden, Packleinen, Emballagen, Schafwolle, Roßhaare. Woldenbergerfte. 2, zwei Minu ten vom Bahnhof Weißenfee. Aleg. 1857. Säde Höchstpreise. Solzkamm, Neutölln, Raiser- Friedrichstr. 42. * Sädeankauf Invalidenstraße 8. Silberschmelze Christionat, Köpenider. ftraße 20a( gegenüber Manteuffelstraße), tauft Bahngebisse, Platinabfälle, Schmudsachen, Glühstrumpfasche, Qued 1428* filber, fämtliche Metalle. Bahngebiffe, Bahn bis 5000.-! Platin bruch, Goldfachen, Gilbersachen! Stans niolpapier! Quecksilber! 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