Abendausgabe Nr. 113 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 57 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in ber Morginausgabe angegeben Rebaftion: Sm. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemotrat Berlia Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 100 Mark Donnerstag 8. März 1923 Berlag und Anzeigenabteilung. Geschäftszett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin Sm. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Franzosen im Arbeiterheim. Das Volkshaus in Herne verwüstet. Herne, 8. März.( Eigener Bericht.) Seit dem 17. Januar war| Neustadt a. d. Haardt und Umgebung bemühte sich ein französischer das Boltshaus, das schönste und größte eigene Berjammlungsheim Oberst aus Ludwigshafen, deutsches Eisenbahnpersonal für fran. der sozialdemokratischen Arbelterschaft im Bezirk Westliches Westfalen, zöfifche Dienste zu gewinnen, doch blieben die Bemühungen erfolglos. von franzöfifchen Automobiltruppen in Stärte von etwa 120 Mann Die Züge, die die Franzosen in der Pfalz fahren, find schwach befegt besetzt. Das Boltshaus, welches Eigentum der örtlichen Sojialdeme- und werden von Deutschen nur wenig benutzt. fratischen Partei ist, wurde unter ungeheuren Mühen und beispiellefer Opferwilligkeit der Herner freien Arbeiterschaft gleich nach der Revolution erbaut. Es war in all den Jahren der Herner Arbeiterfdjaft eine Stätte der Kultur und des Kampfes zum Vorwärtskommen aus den nöfen der Nachkriegszeit. Um lehten Sonntag wurden die franzöfifchen Truppen aus dem Boltshause in andere Quartiere verlegt. Die brutale Zerstörungsfucht, die räuberischen Plünderungen der französischen Truppen haben das Herner 26 Cichtbirnen. Bis hierher und nicht weiter!" Rede Lord Robert Cecile. Schulkampf im Einbruchsgebiet. Bon Richard Lohmann. Herne i. W., im März. Es wirkt wie ein Symbol: Das erste sichtbare Zeichen der Belegung, das man, von Dortmund westwärts fahrend, an trifft, besteht in einem Geschwader von Tants, die ausgerechnet auf einem Schulhofe aufgefahren sind. Vor dem Schulgebäude ſelbſt Schilderhäuser und aufgepflanzte Bajonette. Und je weiter man fommt, in die eigentliche Einbruchszone hinein, um so häufiger werden die von Truppen belegten Schulhäuser, die gesperrben Schulhöfe. In Herne mit seinen tnapp 70 000 Einwohnern, das sich ja immer mehr zum Hauptquartier der Einbruchsarmee auswächst, sind allein 5 Schulen mit Beschlag belegt. Was gilt dem Militarismus auch Schule und Jugenderziehung! liche Delegierte im Bölferbund) erklärte gestern in einer Rede in Condon, 8. März.( WTB.) Lord Robert Cecil( der engStevenage, die Zelt fel für England gekommen, 30 Frankreich zu find wir ins befehte Gebiet gefahren, sondern wir wollten uns Doch nicht um folcher und ähnlicher Feststellungen willen fagen: Bis hierher und nicht weiter! Wir fönnen euch bis davon überzeugen, in welchen Formen und in welchem Volkshaus nun zu einer Stätte der Verwüstung zu einem geriffen Punkt unterstützen, wir fönnen es uns aber nicht Geiste der tulturelle Rampf, der seit Jahr und Tag und der Trofflosigkeit gemacht. Von dem im großen Saal befind. leiffen, ganz Europa in Berwirrung stürzen zu laffen für irgendeine hier im Ruhrgebiet entbrannt ist, nun inmitten des gemeinlichen Inventar ist fast alles verschwund en. Auf Grund Sache, so gerecht fie auch sein mag. Wir und das Bolt dieses Landes famen politischen und wirtschaftlichen Abwehrkampfes geführt der Inventuraufnahme des städtischen Bejahungsamtes fehlen find vor allem für Frieden, und wir müssen Frieden haben, was wird. Wilde Gerüchte schwirrten umher, Gerüchte, die den 63 große Saaltische, 431 Saalstühle, 24 Stühle mit auch immer die Folge fein möge. Lord Robert Cecil gab der Ueber- Stempel der Unwahrscheinlichkeit auf der Stirn trugen und Lederfiß und 138 andere Stühle. Weiter find ver- zeugung Ausdrud, daß dies die Aftion sein werde, die die Regie die body von politischen Geschäftemachern geflissentlich und schwunden 427 Stud Bierkrüge und aus den elektrischen Lichtförpern rung unternehmen werde, wenn sie eine gute Gelegenheit dafür immer gröber entstellt verbreitet wurden, um dem politischen fehe. Die Regierung müsse es jedoch fun in einer Weise, die mit der Gegner neben der allgemeinen auch noch eine tulturpoli. Der große Saal wurde mit Gas geheizt, und da die Franzosen Freundschaft und im Wohlwollen mit den franzöfifchen Alliierten ver- tische Dolch stoßlegende anhängen zu können. Sozialdie Gasöfen Tag und Nacht brennen ließen, find fie vo11- einbar fei. Je früher man diese Fragen an den Bölkerbund demokratische Eltern sollten die gegenwärtige Situation ständig durchgebrannt und unbrauchbar geworden. Das verweise, um so wahrscheinlicher werde man ein endgültiges und be- ausmußen wollen, um ihre Wünsche nach einer Neugestaltung Bolkshaus hatte einen weißen Innenanstrich und die Wände über den friedigendes Ergebnis erzielen. des Schulwesens durchzudrücken; ja, fie follten mit einem Defen find jetzt durch das fortwährende Brennen der Gasöfen total Eine Warnung der Times". Appell an die Besagungsbehörden gedroht haben, wenn ihre geschwärzt. Die Franzosen haben, wenn es im Saal zu warm wurde, Türen und Fenster geöffnet, anffait das Gas abzustellen. Die PrüCondon, 8. März.( WTB.) Times" schreibt in einem Cell- Forderungen nicht erfüllt würden; sozialdemokratische Lehfung der Licht- und Gaszähler ergab einen Berbrauch von über artikel, die Stellung der Engländer in Köln, die in einem rer follten französische Offiziere zu Elternversammlungen ein5 millionen mart an Gas und elektrischem£ icht gewiffen Sinne das Symbol der britischen Interessen an den europäi- geladen und in deren Gegenwart die franzöfifchen Schulen den -Nach dem Berlaffen des großen Saales durch die Franzosen bot fchen Angelegenheiten geworden sei, fel ein sehr ernstes pro- deutschen gegenüber gerühmt haben, und noch vieles andere diefer cinen kaum vorstellbaren verschmuhten Eindrud Den Stählen, blem. Durch die lehte Bewegung der franzöfifchen Truppen scheine mehr. Alles natürlich Klatsch, haltlose Redereien, deren die man noch sah, waren die Armlehnen oder die Beine reg- trecht föln jetzt voltommen vom nichtbefehten Deutschland abgeschnitten pöllige Grundlosigkeit sich sehr bald durch einige Rückfragen abgesagt. Sie sind jedenfalls dann in die Feldküche gewandert. Auch worden zu sein. Die zunehmenden Schwierigkeiten der Engländer in feststellen ließ und im Intereffe der Sache auch noch gericht. die Klappsihe der Galeriepläge hat man größtenteils zum Heizen ge- Köln und die Notwendigkeit immer weiterer Kompromisse in jeder lich festgestellt werden wird. Auch mit dieser Dolchstoßlegende braucht, bei über 100 Klappsihen ist der Sitz herausgebrochen. Richturg führten dazu, daß die britische Politit den Eindrud ist es also mal wieder nichts. der Unentschiedenheit mache. Dies sei eine ernste Sache Aber auf einen tieferen politischen Zusammenhang der Der Bühnenraum des Boltshauses ist für die Regierung. Keine der unzähligen Fragen, die die Regierung jetzt zu behandeln habe, fönne an Bedeutung mit der Notwendigkeit der Lösung der augenblicklichen ernsten europäischen krije verglichen werden. Das Gefühl, daß mitten im neuen tatastrophalen Cauf der Ereignisse Großbritannien zur Stabilität und zu einer Haltung des Abwartens verurteilt fel, fel tief beunruhigend. Times" fragt, wie lange Großbritannien auf Gnade oder Ungnade Das Frattionszimmer der fojialdemokratischen Stadt- den Ereigniffen ausgefeht sein folle. Es sei wünschenswerter, daß verordnetenfraffion, in dem eine franzöfifche Schreibstube unterge- die brifischen Truppen so lange wie möglich in Köla bleiben, aber es bracht war und von wo aus die Ausgabe der franzöfifchen Zeitungen fel noch wünschenswerter, daß die Regierung ihrem eigenen Cande erfolgte, ist ziemlich unbeschädigt geblieben, allerdings hatten Partei- den wahrscheinlichen Lauf der Ereignisse und die wahrscheinliche genoffen in letzter Stunde vor der Bejehung den langen ovalen Kon- Dauer und das Ergebnis eines Kampfes tiar mache, der in feiner feren fisch von über einer Million Wert in Sicherheit gebracht. Einen Entwidlung eine immer größere at a strophe herbeizuführen efelerregenden Anblid boten die Aborte, und froh der drohe. In dieser brennenden Frage vor allem wünsche das Land von Wafferspülung herrschte eine verpestete Luft. Teilweise haben durch der Regierung flare and unmißverständliche Führung. Ueberschwemmungen der Aborträume die Deden gelitten. Photographische Aufnahmen werden die Zerstörungsatte der Franzosen bildlich darstellen und zeigen, daß ein Zeitungsbericht den Paris, 8. März.( TU.) Bon den englischen Abendblättern er Vandalismus der franzöfifchen Truppen gar nicht wiedergeben fann. flärt Evening News" tie Ausführungen Bonar Laws über die Die Herner fozialdemokratische Arbeiterschaft ist erbittert über Ruhrbefeßung für nicht zufriedenstellend. Eine größere Ermutigung den Vandalismus der franzöfifchen Soldatesta. Ob die Herren hätte Frankreich nicht gegeben werden fönnen als durch das Ber Ingenicure fich wirklich einbilden, mit diesen Mitteln die Arbeiter. fprechen Bonar Laws, fich von jeder Intervention fernzuhalten, und schaft des Ruhrgebiets zu gewinnen? zwar deshalb, weil Frankreich darin einen feindseligen Schritt er bliden würde. Das genannte Blatt forderte eine stärtere politisch. Initiative in ben auswärtigen wie in den inneren englischen Angelegenheiten. bis auf den großen Borhang vollständig ausgeplündert, alle Kulissen und sonstigen Bühnenutensilien verschwunden. Die Bihnenbeleuchtung demoliert. Die Kulissen fahen wir zerjägt in anderen Räumen. Sie sind zu Matratzen gebraucht! Die 400 Quadratmeter Partett des großen Saales zeigen die Spuren der fchweren Nagelschuhe ter Soldaten. Unzufriedenheit mit Bonar Law. fulturellen Lage im Ruhrgebiet mit den jüngsten Beratun gen im Bildungsausschuß des Reichstags mus allerdings hingewiefen werden. Das Ruhrgebiet war von je her der Brennpunft des Kampfes um die weltliche Schule, um die verfassungsmäßig gewährleistete, aber noch immer nicht durchgeführte Anerkennung ihrer Gleichberechti gung mit der tonfeffionellen.. Es ist der begreifliche Wunsch der Arbeiterschaft, daß dieses fulturelle Eristenzminimum, das die Verfaffung ihr versprochen hat, nun endlich, 41/2 Jahre nach der Revolution und fast 4, Jahre nach Berfündung der Verfaffung, auch wirtlich gegeben wird unabhängig von allen außenpolitischen Schwierigkeiten. Und genau so wie auf wirt. schaftlichem Gebiete die Dolchstoßer nicht dort stehen, wo man den Abwehrkampf in stiller Selbstverständlichkeit unter Ablehnung des Schlagworts von der Einheitsfront führt, fondern dort, wo man sich aus egoistischen Interessen den Notwendigkeiten steuerlicher und finanzieller Opfer verschließen würde genau so rütteln hier auf fulturpolitischem Gebiete nicht diejenigen an der Feftigkeit der Abwehrfront, die ihre ia hrelang erhobenen und bisher unerfüllten Forderungen nicht aufzugeben bereit sind, sondern diejenigen, die den gegenwärtigen Moment für geeignet halten würden, gegen die Sozialdemotratie und gegen den Willen der Ruhrarbeiterschaft ein Reichsschulgeset durchzudrücken, das die Verfassung im Sinne firchlicher unb fonfeffioneller Ansprüche ändert, statt fie lonal und unter Berücksichtigung der berechtigten Forderungen der großen Maffe sozialdemokratischer Arbeiter und Eltern auszu legen. Anzeichen dafür sind leider vorhanden. Condon, 8. März.( WIB.) Daily Telegraph zufolge Im Bildungsausschuß des Reichstags haben nämlich die wurde auf einer gestern im Unterhaus abgehaltenen Sitzung der Bertreter der Demofraben, des Zentrums, der Deutschen und Fraktion der Arbeiterparti unter Berücksichtigung der vorgeftrigen der Bayerischen Boltspartei einen gemeinsamen Antrag einUnterhausdebatte über die Auhrfrage befchloffen, zur Abhaftung gebracht, der die Verfassungbestimmung über die Religion in einer Borfonferens für eine größere Konferenz, an der die ben Schulen folgender Art deklarieren" will: Vertreter der gewertschaftlichen und der sozialistischen Die Gemeinschaftsschule erteilt ten Unterricht auf christDortmund, 8. März.( WTB.) Bei den Verhandlungen mit Bewegung aller in Betracht kommenden Länder teilnehmen sollen, licher Grundlage ohne Rücksicht auf die Besonderheiten der dem Bürgermeister erklärten die franzöfifchen Offiziere, daß der Einladungen ergehen zu lassen. Die Arbeiter, und sozialistischen par- einzelnen Bekenntnisse für alle Rinder gemeinsam; der ReligionsEinmarsch in Dortmund der Entwaffnung und Berhaftung eines lamentarischen Parfelen Frantreichs, Belgiens und unterricht wird nach Bekenntnissen getrennt grteilt. Bei der Schuhpolizeibeamten gelte. Die Franzosen suchen im Stadthaus Jfallens follen aufgefordert werden, sobald wie möglich Ver- Besetzung der Lehrer stellen an der Gemeinschafts'chule soll auf einen bestimmten Echußpolizeibeamten, der sich angeblich dort ver freler nach Condon zu entfenden, um unverzüglich ein parlamen- das religöse Betenntnis der die Schule besuchenden Kinder stedt hält. Im Bureau der Polizeiverwaltung im Stadthause, tarisches Vorgehen wegen der Lage im Ruhrgebiet fowie in der Frage nach Möglichkeit Rücksicht genommen werten. Die Gemeinschaftsdurchluchten die Franzosen die Aften. Zurzeit findet eine Sigung der Sicherheit der Reparationen zu erörtern. In Erwartung der ge- fchule verliert ihren Charakter nicht dadurch, daß Lehrer an ihr tätig des Bürgermeisters mit den Fraktionsführern des Stadtverord planten internationalen Zusammenkunft beschloß die Partei, teinerlei find, die einem christlichen Bekenntnis nicht angehören. netenfollegiums ftatt. Bor dem Stadthaus steht ein Panzerwagen Rundgebung zu veröffentlichen. und an der nächsten Straßenede sind mehrere Maschinengewehre aufgestellt. Einmarsch in Dortmund. Dortmund, 8. März.( WTB.) Heute früh rüdten starte Truppenmassen aus der Richtung Dorstjeld und Syrien in die Stadt ein. Hier umstellten sie die Schule, in der die Schuhpolizei untergebracht war, und entwaffneten fie. Die Beamten fonnten ihr Gepäd mitnehmen und die Offiziere den Degen behalten. Dann wurden die Beamen und Offiziere mit unbekanntem Ziel abtransportiert. Das Stadthaus und die Polizeiwache in der Steinstraße sind von den Franzosen befeht. Lahmlegung des Verkehrs. Mainz, 8. März( WTB.) Der Bahnverkehr Gonsenheim- 21zen ift feit gestern gesperrt. Damit ist die letzte noch von deutschem Ber fonal betriebene Berbindung mit dem Hinterland lahmgelegt. Außer bem haben tie Franzosen wiederum eine ganze Reihe von Eilen. bahn- und Bestbeamten in Mainz verhaftet und ausgewiesen. Internationale sozialistische Konferenz: Dollar 19000. Würde dieser Antrag Gesez, so wäre damit praktisch der Ausbau bekenntnisfreier weltlicher Schulen aus der Welt ge fchafft. Eltern und Lehrer im Einbruchsgebiet haben sich wohl Die Stodung im Barenverfehr fowle bie fich immer mehr ver- gehütet, die durch die Belegung geschaffene, politische Lage zu schärfende Geld und Kredittrise riefen im heutigen Ber einem Drud auf die gefeßgebenden Körperschaften auszu liner Devisendertehr ein stärteres Angebot ousländischer nuken, und sie haben dies in einer flaren Entschließung Bahlungsmittel aus Händen der Industrie und des Handels hervor. am 28. Februar in Dortmund zum Ausdrud gebracht, in der Diese Kreise versuchen, durch Abstoßen der Devisen sich die erforder. ausdrüdlich betont wird, daß sie jede Verbindung ihrer lichen inländischen Zahlungsmittel zu verschaffen in der Hoffnung, tulturellen Forderungen mit dem Abwehrtampf Mannheim, 8. März.( BTB.) Der Berkehr auf der Schiffs, daß fie im Bedarfsfalle pie notwendigen Devisen für Einfuhrzwecke ablehnen. Um so unbegreiflicher aber ist gerade darum die brüde bei Spener ist unterbroch n, da die Bedienung der Brücke von der Reichsbant zu gleichen nder niedrigen Kursen wieder zur Stellungnahme der bürgerlichen Parteien im 30. Ausschuß des durch deutsches Bersonal von den Franzosen nicht zugelassen wurde. Verfügung gestellt zu erhalten. Heute sezte der Dollar mit 19 500 Reichstags. Wenn irgendwann, dann ist jetzt der Versuch, ein Bei Landau wurde ein französisches Laftauto von einem von Fran- ein und ging im Laufe des Geschäftes ungefähr auf 19 000 Reichsschulgesetz gegen die Sozialdemokratie und gegen zofen geführten Eisenbahnzug überfahren und zertrümmert.-In zurüd. iben tilaren Sinn der Reichsverfeffung zustandezu Nach Deutschnationale Wünsche. bringen, ein verhängnisvolles politisches Spiel, das von feiner- I Bu feiner Berteidigung veröffentlicht die deutschnational-' nehmer im Sinne des Betriebsrätegefeßes gelten(§§ 2 und 3). Das lei Rücksichtnahme und Verständnis für die Gesamtlage ge- völtische Deutsche Zeitung" eine Zuschrift von volkspartei Reichstabinett macht die Zustimmung zu dieser ihrer Stellung davon abhängig, daß der§ 25,2 der Regierungsvorlage, monach die tragen ist. Und sollte das Ausführungsgesetz zum Artikel 146, licher Seite", in der es heißt: der Verfassung int gegenwärtigen Augenblick nicht im 3u Wer als Boltsparteiler, auf allbeutschem Möglichkeit besteht, ein Mitglied des Beamtenausschusses für seine Tätigkeit als solchen durch den höchsten Bergesezien zur Berantsammenarbeiten mit der Sozialdemokratie und vor allem nicht Boden stehend, die Entwicklung seiner Partei verfolgt hat, wortung zu ziehen, wiederhergestellt und im§ 33 das Wort„ Mitmit der dringend notwendigen Schnelligteit verabschiedet dem ist oft ein Entseßen darüber gekommen, was aus der bestimmung durch Mitwirkung" ersetzt wird. Ferner soll der werden können, so müßte wenigstens durch ein Teilgesetz( Not. Boltspartei geworben i ft. der Ermordung von der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft zu diesem Paragraphe.t gefeß) die rechtliche Gleichstellung der weltlichen Rathenaus hat sich die Bolkspartei so sehr von dem lintspolitischen eingebrache Abjabs 2 gestrichen werden, der besagt: das Recht der Schule festgelegt werden. Nur so läßt es sich verhindern, Kurs ihrers Führers" Dr. Stresemann gefangennehmen Mitbestimmung bebeutet, daß bei mangelnder Ginigung zwischen Dienſtvorgesetzten und Beamtenrat der letztere Beschwerde bei der daß im Ruhrgebiet neue Schwierigkeiten auf fulturellem Ge- laffen, daß fie fich als waschechte demokratische Partei gebärdete. biet aufgetürmt werden, die gerade jetzt unter allen Umständen Geisler war wohl der energischste der Richtung, die die alte tächst höheren Instanz einlegen kann. Die Beschwerde hat keine vermieden werden sollten. und wahre Fahne der DBP. hochhielt Deshalb fand er die erbit, ausführende Wirkung. Nach Entgegennahme biefer Erklärung Wohlverstanden: feinerlei Bevorzugung, feinerlei Vorteile terte Gegnerschaft Stresemanns, ber plöglich erleben mußte, daß verfagle sich der Ausschuß. werden verlangt, sondern nur Gleichberechtigung auf sein so schön mit Stegerwald und den roten Genossen abgetarteter der Grundlage der Toleranz. Auf diesem Boden, den die Plan der großen Koalition ins Wasser fiel. In Breslau Berfassung selber sich zu eigen gemacht hat, wäre ein fultu- offenbarte sich Stresemanns ganze Einstellung, als er Geisler als Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages beschäftigte sich reller Friede zu erreichen. Aber auch nur auf ihm allein. ben aftipften Mann des guten alten volksparteilichen Geistes in der in den letzten drei Tagen mit dem Etat des Minifteriums des Es geht nicht länger an, daß die weltlichen Schulen gleichsam Reichstagsfraktion herausgriff und verlangte, die Partei hätte zu Innnern. Die Deutschnationalen benugten diese Gelegenheit in der Luft schweben, daß sie als Schulen minderen Grades wählen zwischen der Richtung Geisler und zu einem scharfen Borstoß gegen die Politit des Innenministers, schon äußerlich durch die Stellung ihres Leiters" flaffifiziert Stresemann". Andere Männer fielen damals Stresemann in Genossen Severing. Sie führten besonders Klage darüber, daß werden, daß die Anstellung von Lehrern, nationalistisch oder den Arm, so daß er, da die Entscheidung nicht gefällt wurde, feine Severing im letzten Jahre mehrere Lanbräte und Regierungspräfi denten, deren politisches Berhalten mit den Lebensinteressen der fonfeffionell eingestellten, der Willtür vorgefegter Behörden erste Niederlage e: lebte. Republit unvereinbar war, der Stellung enthob. Ferner verlangten überlassen bleibt. Nach einem langen Geschimpfe über alles, was nicht gelb sie die Aufhebung der Verbote gegen die sogenannten nationalen istu. a. wird gesagt, daß die christlichen Gewerkschaften im Berbände, da diese Organisationen im Rampfe gegen den äußeren Berein mit einer Jüdin" geführt werden, wird die Hoffnung Feind noch Wichtiges leisten fönnten. Das Berhalten der Regieausgesprochen, daß sich die DVP. auf ihre ureigenste Ein- rung bei der Bersonalpolitik und gegenüber den Selbst. stellung besinnt, ehe es zu spät ist". Das Bedürfnis der Wirt- schußverbänden sei geeignet, diese notwendige Einheitsfront schaftsfriedlichen" nach Unterstützung aus dem Lager der schwer zu gefährden. Severing erklärte, daß das Ministerium von Unternehmer wird hier zum alles überragenden Gesichtspunkt, feiner bisherigen Stellungnahme gegenüber den jogenannten nationalen Verbänden nicht abweichen tönne. Im Interesse hinter dem der Daseinskampf Deutschlands und die übrige des Staates und geftügt auf ganz bestimmte Borgänge fei es viel. Beltgeschichte so ziemlich ins Nichts verschwindet. mehr dringend geboten, gegen Bestrebungen aller Art, die darauf hinauslaufen, fich militärische oder polizeiliche Befugnisse anzumaßen, mit allen Mitteln einzuschreiten. Die Vertreter der Sozialdemokratie wiesen in dem gekennzeich neten Zusammenhang auf die Waffenschiebungen hin und verlangten rücksichtslofes Durchgreifen aus innen- und außenpolitischen Gründen. Die Vorwürfe anläßlich der Personalpolitit der Regierung tonnten sie unter Hinweis auf das Berhalten des Obrigkeitsstaates zurüdweisen. " Die weltlichen Schulen des Ruhrgebiets sind weltliche Schulen im Sinne der Reichsverfassung und des fozialdemofratischen Programms. Die sogenannte" Bochumer Gefahr", die Gefahr einer Umwandlung dieser Schulen in Weltanschau ungsschulen, in sogenannte proletarische Klaffenschulen, besteht tatsächlich nicht mehr, wie wir in den verschiedensten Besprechungen feststellen fonnten. Die Eltern, deren Kinder mun Schon Jahr um Jahr diese Schulen besuchen, haben also ein Recht, nun endlich ihre Gleichberechtigung zu fordern. Jede weitere Verschleppung birgt große Gefahren in sich, auf die Schon vor Jahresfrist der sozialdemokratische Lehrertag in Hamburg die Reichsregierung nachdrücklichst hingewiesen hat. Diese Gefahren sind seit dem Einbruch in das Ruhrgebiet noch weit allgemeiner geworden. Der Reichstag sollte endlich auch hier die Not erkennen und anerkennen und durch eine ( chnelle Tat einen wichtigen tulturellen Beitrag für die Ruhrhilfe leisten. Volkspartei und Industrie. Quertreibereien der„ ,, Wirtschaftsfriedlichen". Die gestrige Reichstagsrede Stresemanns ist durch ihre fluge Mäßigung allgemein aufgefallen. Sie bewegte fich auf derselben Linie wie die bekannte Frankfurter Erflärung des Herrn Bücher, des Geschäftsführers des industriellen Reichsverbandes, die die Verhandlungsbereitschaft der deutschen Industrie zum Ausdruck brachte und erhebliche Opfer von ihrer Seite in Aussicht stellte. Als dritter hat sich ihnen jetzt der Borsitzende des Reichsverbandes der deutschen Industrie, Dr. Sorge, zugefellt, der in Leipzig betonte, daß die Industrie bereit gewesen sei und noch sei, bis zum äußer ften weiter zu leisten, falls die Möglichkeit dazu gegeben fei. Man tann dieses Einschwenken der Bolkspartei und der Industrie in die Linie der Verhandlungsbereitschaft und der Erfüllungspolitit, wenn man mißtrauisch sein mill, als einen bloßen taftischen Schachzug betrachten es sind aber Kräfte genug vorhanden, um zu verhindern, daß dieser Zug wieder zurüd getan wird. Darum bleiben die abgegebenen Erklärungen auf alle Fälle bedeutungsvoll. Appell an das Rechtsgewissen. " Der Republikanische Richterbund Deutschlands hat an die Richter der Welt den folgenden Appell gerichtet: Unter den Formen des Rechts werden zurzeit unsere Boltsgenoffen Westdeutschlands durch fremde Militärgerichte abgeurteilt, weil sie den Weisungen der deutschen Republik ge horchen, wie das Gefeß es befiehlt. Gegen diese Justiz legen wir freiheitlichen Richter der deutschen Republit vor der ganzen Kulturwelt feierlich Berwahrung ein. Eine ganze Reihe von Wünschen und Beschwerben bezog sich auf die Verhältnisse im neu- und altbefehten Gebiet. Die Besoldung, Unterbringung und Versorgung der Polizeibeamten, die zu Slagen pielfach Anlaß gab, soll in einem besonderen Unterausschuß be. sprochen werden. Nationalistischer Unfug. Wir fordern die Anerkennung folgender Grundsäge: Im Fall ber Ottupation barf tein Staatsbürger zu feindlichen Handlungen gegen sein eigenes Land gezwungen werden. Kein Gericht darf sich als politisches Machtinstrument feines Staates mißbrauchen laffen. Rein Gläubiger, felbft in eigener Not, hat bas Gelsenkirchen, 8. März.( Eca.) Im Industriebezirt haben sich, Recht, den Schuldner bis aufs Blut zu preffen. Wie der Schuldner wie die Gelsenkirchener Zeitung" meldet, Geheimorganisa nach Treu und Glauben leiften muß, so barf der Gläubiger nur in tionen gebildet, die an die verschiedensten Beamten anonyme den Schranken von Treu und Glauben heischen und erzwingen. Briefe schreiben, die Baterländischer Ueber. Bir appellieren an die Richter der Welt: Berwendet Euren machungsausschus" und„ Gaunerzinten unterzeichrict Einfluß auf Böller und Regierungen! Seßt Euer Ansehen ein für find. In diesen Briefen wird den Beamten schlappe Haltung. Franben untefiebaren Gedanken des Rechts, die wichtigste Grundlage zosenfreundlichkeit und dergleichen vorgeworfen. Ein hoher Beamter, wahren Bölferfriedens! Dieser Aufruf ist auch den Berliner Bertretungen Englands, Ameritas und der neutralen Länder überreicht worden mit derBitte, ihn durch Vermittlung ihrer Regierungen den Richtern ihrer Länder zur Kenntnis zu bringen. Um das Beamtenrätegesetz. In der heutigen Eizung des Beamtenausschusses des Reichstages teilte Ministerialdirektor Dr. Falt die Stellung des Es ist selbstverständlich, daß sich diese Schwentung nicht Reichsfabinetts zur Frage des Schlichtungsausschusses im Beohne Reibungen vollziehen kann, und im Augenblick find es amtenrätegeset mit. Die Regierung erkennt die Schlich die Wirtschaftsfriedlichen", die sich in dieser Be- tungsausschüsse mit bindender Entscheibung für folgende ziehung am fautesten bemerkbar machen. Sie leben ja vom Fälle an: Kampf gegen die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften und 1. Wahlverfahren und Zusammenfegung der Beamtenräte find daher an einer rein scharfmacherischen und antifozialdemo-(§ 17). fratischen Einstellung der Volkspartei geschäftlich interessiert. amtenräte(§ 25,1). 2. Aberfennung der Mitgliedschaft von Mitgliedern der Be. Ihr Führer ist der bekannte Herr Geisler, der sich einst3. inspruch gegen die Geschäftsordnung und noch näher zu be. weilen immer noch, troß der Enthüllung seiner innerpolitischen stimmende Buntte der Geschäftsführung der Beamtenzäte($ 29,4). Giftmischertätigkeit, die im Vorwärts" erfolgte, Mitglied der 4. Bei Kündigung von Beamten, Anwärtern und Arbeitern, volfsparteilichen Reichstagsfraktion nennen darf. bie nach§ 12,2 und§ 13,4 des Betriebsrätegefeßes nicht als Arbeit 91 Zwei Minuten Strammstehen. Bon Bruno Manuel Man wird es nicht für möglich halten: der König von England ist der friedlichste Mann des Abendlandes. Das ist erst jetzt herausgefommen; man hat ihm manches vergeben. Als nämlich der große Krieg feinen einen Geift aufgab, fiel diesem bedrückten Mann ein Stein vom Herzen. Es wird behauptet, man habe den Stein bis weit über London hiraus fallen gehört. Königsgedanken sollen doch Volksgedanten sein. So ist nun jeber Engländer vom Säugling bis zum Mummelgreis ein friedlicher Mensch. 27 Und vom Säugling bis zum Mummelgreis wird alles froh gewesen sein, als die bedrückte Herrscherfeber sich eine Berordnung von der Seele schrieb, wodurch die Feier dieses Waffenstillstandes für immerwährende Zeiten" in würdiger Weise geregelt wird. Es ist richtig, daß die Soldaten, die gewöhnlich den Krieg gefeiert haben, nun auch den Frieden zu feiern haben. Solange es in Britannien noch eine lebendige Uniform gibt, hat sie an jedem 11. No. vember um 11 Uhr vormittags zwei Minuten lang stramm zu stehen. Ob sie nun gerade von ihrer Braut umschlungen wird oder in die Untergrundbahn steigen möchte oder noch bringendere Geschäfte vor hat Schlag elf Uhr hat sie nichts als stramm zu stehen und zwet Minuten lang Geschäft Geschäft fein zu laffen. Es ist selbstverständlich, daß sie sogar zu präsentieren hat, sofern " mit der erst kürzlich aus der französischen Haft zurüdgetehrt ist, erhielt in den letzten 4 Tagen drei solcher Schreiben, und zwar aus Dort mund, Gelsenkirchen und Wanne. Andere Beamte und auch Bürger wurden ebenfalls in folden Briefen bedroht, man würde ihr Lun überwachen laffen, und fie gegebenenalls zur Berantwortung ziehen. Die Gelsenkirchener Zeitung" verlangt, daß die Reichsregie. rung sofort alle Hebel in Bewegung seßt, um diesem Treiben ein schnelles Ende zu bereiten. Je eher diesen Geheimorganisationen das Handwerk gelegt wird, um so besser ist es um die Sicherheit und Nervenkraft der Ruhrbevölkerung, vor allem aber um die Moral und Opferfreudigkeit der Beamten bestellt. Wir fönnen uns der Forderung der„ Geljenfirchner Zeitung" nur vollkommen anschließen. Von der Regierung muž erwartet werden, daß sie dem gemeingefährlichen Treiben der nationalistischen Verschwörer schleunigst ein Ende setzt. Die ruffischen Staatsschulden an England. Von der enalischen Negierung wurde im Unterhaus auf eine Anfrage Morels mit geteilt, daß die ruifische Regierung der britischen Regierung etwa 686 Millionen Pfund schulde. Diese schlössen die Privatforderungen nicht ein. Was nun das englische Strammstehen betrifft, so wird nach Rombinationen beruhen. Die Frage, in welcher Weise die Nachfolge Menschengebenten wahrscheinlich auch ein hoher Offizier auf den Friedrich Kanßlers gelöst werden soll, ist noch völlig unentschieden. bummen Gedanten tommen, nachzuforschen, was es eigentlich mit biefem Strammstehen auf sich hat. Das wird dann diese alte Gewerden. Die dann noch immer lebendigen britischen Uniformen wohnheit auch nicht aushalten; und sie wird ebenfalls begraben werden froh sein, an jedem 11. November um 11 Uhr vormittags nicht mehr zwei Minuten lang stramm stehen zu brauchen. Sie können fich wieder von ihren Bräuten umschlingen lassen oder in die Unter grundbahn steigen oder noch irgend andere Geschäfte besorgen. Die zur Entscheidung berufenen Stellen des Vereins Boltsbühne haben dazu noch gar nicht Stellung nehmen föhnen. Unrichtig ist Stanßler beshalb irgendwelche Spannungen entstanden wären, weil such die in manchen Zeitungen verbreitete Nachricht, daß zwischen dem Künstlerischen Ausschuß des Vereins Voltsbühne und Direttor der Künstlerische Ausschuß aus der Boltsbühne ein reines Arbeiter. theater" machen wollte. Der Künstlerische Ausschuß hat sich bei feinen Borschlägen für den Spielplan immer nur von fünstlerischen Gesichtspuntten leiten lassen. Der Verein Boltsbühne legt Wert darauf, in den Massen der Berliner Arbeiterschaft seine Stütze zu finden. Die Mitgliedschaft steht jedoch jedermann offen. Gewisse Theaterschmods haben die ganze Angelegenheit vorzeitig in die Presse gebracht und sich dabei als wichtige Persönlichkeiten aufgespielt, die alle Interna fennen; fie haben auch ihre Kandidaten ber Boltsbühne gnädigft überlassen. Man sollte dafür sorgen, daß aus den Verhandlungen der Boltsbühnenausschüsse nichts wieder an folche Adressen gelangt. Die Modefönigin. Im Apollo Theater gibt es jetzt„ Die Modelönigin", ein Operettenfdywant, für den ein Herr Felix die Erfindung, ein Herr Gehr die Musik und ein Herr Beuth die Gefangsterte geliefert haben. Das Ganze will wohl so etwas wie eine Boffe aus dem Berliner Konfektionsmilieu des Hausvogteiplazes fein. Indes, dem Thema, über das vor Jahren der verstorbene Turzinski feine fatyrisch- amüsante Romödie Gelbstern" fchrieb, wird fein luftiger Boffeneinfall abgewonnen. Es bildet nur den Hintergrund Die Scheintod- Pistole. Die räuberischen Angriffe haben sich im und Borwand für eine ausgedehnte Modenschau im Mittelatte. Bon Bereich von Berlin in letzter Zeit auße: ordentlich vermehrt, und die einer feierlichen Ouvertüre angefündigt, erscheinen im langfamen Unsicherheit, der der einzelne ausgefegt ist, läßt auf EicherheitsBorbeimarsch eine nach der anderen, wohl an die 20 Mannequins maßregeln innen, die den harmlosen Baffanten gegen verbrecherische und Probierfräuleins in Toiletten eines hiesigen auf dem Bettel Ueberfälle fchützen. Ueber eine geniale Erfindung, die Scheintod prangenden Modehouses und ziehen, damit das Publikum genügend waffe", die ein völliger Schutz gegen alle Angriffe auf Leben und Muße habe, alles anzuftaunen, im Rundgang durchs Barfett. Ge- But ift, wird in leber Land und Meer" berichtet. Es ist eine schäftsreklame hat die Rolle der inspirierenden Muse übernommen. Erfindung des Chemikers Dr. Niemeyer, und sie besteht aus einer Stimmungsvoll bereitete beim Entree das Garderobengeld von 500 eigenartigen Mischung verschiedener Stoffe, die unter Hinzufügung eines Brozentfages Schießpulver zu einer Patrone verarbeitet art den Geiſt auf die Erwartung solcher Rostbarkeiten vor. Die Modefönigin der Firma( Fräulein Reingruber), beren werden. Diese Scheintod- Pairone" wird durch eine besonders engerer Berehrertreis fich aus einem jungen Angestellten, bem Chef dafür konstruierte Scheintob- Pistole" auf den Gegner abgefeuert; und einem in besonders nüancierten Stottertünften bewährten es entwickelt sich dann sofort ein umfangreicher gasförmiger Körper, Schneider zusammensetzt, beweist ihre ungewöhnliche Intelligenz da der dem Beschaffenen mit außerordentlicher Bucht entgegengeschleu durch, daß sie, um die Verlobung des Geliebten mit einer Wiener dert wird. Der starte Knall des Schuffes, vertunden mit dem AufDa fällt mir eine alte Geschichte ein, die dem friedlichen König Dame zu verhindern, bei ihr in Herrentracht höchft elbst als Berber blißen des Prlocrs, jagt dem Angreifer zunächst einen heftigen Dann aber trifft ihn der Gastörper, ber den Kopf ebenfalls hätte einfallen müssen. In Petersburg steht in den An- auftritt. Bis 11 Uhr zog sich die Sache hin. Bon der Lahmheit der Schreck ein. Einfälle stach die temperamentvolle elegante Gelenfigkeit Paul in eine dide Wolfe hüllt. Die Gafe dringen in die Augen und lagen eine Bant, vor der seit Menschengedenken ein Boften Bache Heidemanns in der bei allen solchen Stüden obligaten Rolle wirken störend auf das Schvermögen, wodurch eine völlige minuten. halten mußte. Alle zwei Stunden wurde er abgelöst, und es war bes verliebten Tausendfassa erfreulich ab. Er erledigte die Tänze lange Blindheit erreicht wird Außerdem werden die Schleimhäute für Bärchen selbstverständlich, daß sie die bewachte Bank zu ehren mit brolligem Charm und brachte es jogar fertig, durch seine bom- heftig gereizt; der Beschossene muß start Atem holen und dabei hatten. plimentierende Mimit die sonst endlose Länge der Modenschau unter- strömen die Gase in die Lungen, Du sie eine beklemmende Atemnot, Einmal fam ein hoher Offizier auf den dummen Gedanken, baltsam zu kürzen. Die Couplets der gefällinen Mufit erschienen eine Art Erstidung, hervorrufen. Trotzdem verursacht diese zunächst nachzuforschen, was es eigentlich mit dieser Bank auf sich hat Das nach den Akten auf dem Vorhang, um das Bublifum zum Mit fo furch bar wirkende Waffe feine dauernden schädlichen Folgen. hat die alte Gewohnheit nicht ausgehalten, und man hat fie begraben fummen des Textes zu animieren. Eins davon: Baß uff. jekt is Der Angreifer ist nur auf einige Minuten vollkommen hilflos gemüssen. Es hat sich ergeben, daß auf jener Bank vor Menschen. die Stange raus", voltigierte, vom Malheur elettrischer Straßen. macht, so daß genügend Zeit bleibt, um Beistand zu holen und die gebenten einmal eine Brinzessin gefeffen hatte. Weil Bartbänte ge- bahnen nicht gerade geschmadvoll aufs politische Gebiet und Berhaftung vorzunehmen. Die Biftole, die ftets geladen werden Ruhrmisere hinüber. fann, ist für den Schüßen selbst ohne jede Gefahr. wöhnlich nicht ba find, um von Prinzessinnen beseffen zu werden, follte diese seltene Berührung ihre legte sein. Sie zufällig auf Wache steht. Num werden also bis in alle Ewigkeit hinein alle britischen Uniformen an jedem 11. November zwei Minuten lang ftramm stehen müssen. Da man nun dahinter gekommen ist, und die Bank wieder von all und jedem besessen werden darf, soll es teinen Petersburger geben, der mit diesen ungewöhnlichen Brettern noch nicht in Berührung gefommen t dt Der Direktionswechsel in der Bolfsbühne. In der Press: find Bewerber bereits als Nachfolger Friedrich Kanglers für die Leitung geftellt wurde, ist fürzlich nach England gefallen, aber jetzt schon wieder ge Der Tanzreforb. Wie es freß-, Sauss, Rauchrefords gibt, so auch verschiedentlich Mitteilungen aufgetaucht, wonach dieser oder jener Tanzrefords. Der Weltreford im Dauertanzen, der zuerst in Amerika aufdes Theaters am Bülowplqh ins Auge gefaßt fei oder" an erster brochen worden. In der Grafschaft Dort bat ein Baar ohne Unterbrechung Stelle" in Betracht fame. Der Vorstand des Vereins Boltsbühne 7 Stunden 45 Minuten hintereinander getanzt und damit den bisherigen bittet uns, dazu mitzuteilen, daß all diese Nachrichten auf müßigen Reford um 15 Minutan verbessert. Todesstrafe für Eisenbahner. Deutsche Protestnote. Die russisch- französische Annäherung. Besorgnisse in Polen. Aus Warschau wird uns geschrieben: " Automobilschlächter". Festnahme einer fiebenköpfigen Verbrecherbande. Sonst Die deutschen Vertreter in Paris, London und Brüssel haben In dem letzten halben Jahre hatte sich eine eigentümliche Art ben Regierungen, bei welchen fie beglaubigi sind, weisungsgemäß von Dieberei ausgebildet. Es wurden mit besonderer Vorliebe Als vor einigen Wochen die Litauer ihren Butsch gegen gugusautomobile von der Straße weg oder auch aus er cine Protestnote gegen die Verordnung der Interalliierten Memel unternahmen, verbreitete sich in Warschau eine fast brochenen Garagen gestohlen. Rheinlandtommiffion Nr. 145 und 147, bie Todesstrafe für panitartige Angst vor einer russischen Intervention. Eisenbahner androhte, übergeben. In ihr heißt es nach An. Die Regierung mußte sehr energisch eingreifen, um die öffent- Garage die wertvollsten Teile, die Lichtanlagen und Wenn die Einbrecher Zeit hatten, brachen sie auch gleich in der führung der wichtigsten Bestimmungen der Verordnung: liche Meinung zu beruhigen. Dies ist ihr inzwischen gelungen, dergleichen heraus und ließen die Wagen stehen. Die Verordnung wird. u. a. mit der Erwägung- begründet, daß und zwar in dem Maße, daß die polnische Presse heute alle fuhren sie mit ihnen von der Garage oder von der Straße weg in Eisenbahnen die schwersten Strafen vorsieht. Selbstverständlich russischen Protestkundgebungen und alle friegerischen Aeuße die Umgebung Berlins, nach dem Grunewald usw. und montierten enthält auch die deutsche Strafgesetzgebung solche Bestimmungen, rungen aus Sowjettreifen einfach als Bluff abtut. Im pol- sie dort ab. Erst fürzlich wurde dem Fürsten Blücher von so daß es einer Berordnung der Interalliierten Rheinlandkommission nischen Generalstab scheint man allerdings nicht im gleichen ahlstatt aus Alt- Moabit ein Wagen im Werte von wäre, daß der Eisenbahnverkehr im besetzten Gebiete gegen Trans ziehung von Reservistenjahrgängen und dergleichen alles, um ber Kriminalpolizei, Kriminalfommissar Seinemeyer und seinen Be nicht erst bedurft hätte, wenn es ihr lediglich darauf angekommen Maße beruhigt zu sein, denn man tut gleichzeitig durch Ein- 60 Millionen gestohlen und zerstört in der Nähe der Landjägerstation im Grunewald aufgefunden. Dem Sonderdezernat portgefährdungen in gleicher Weise geschützt werde, wie dies in die Schlagfertigkeit des polnischen Heeres zu erhöhen. anderen Ländern der Fall ist. Der Inhalt der Verordnung zeigt, amten, gelang es jetzt, diese Diebstähle aufzuklären und 7 Mann daß sie etwas anderes bezweckt. Sie will durch Hat sich die öffentliche Meinung in Polen gegenüber der hinter Schloß und Riegel zu bringen, einen Bruno Eggelin, russischen Gefahr in Sicherheit wiegen laffen, so zeigt sich da Frik Opiß, Bruno Courdt, Johann Hauler, Max Klein, Josef Kle Strafbestimmungen von unerhörter Grausamkeit gegen ein starkes und allgemeines Unbehagen gegenüber den schinski und Friz Siemon. Die Diebe hatten für ihr Treiben den die deutschen Eisenbahnbediensteten zwingen, fich in wider von Frankreich immer häufiger herüberkommenden Nachrich fie eine Garage ausgekundschaftet oder einen Ort zu einem StraßenPrivatchauffeur einer hiesigen Fabrit gewonnen. Sobald ( pruch mit ihrem Diensteid, ihrem vaterländischen Beten von einer russisch- französischen Annähe- biebstahl gefunden hatten, bestellten sie den Chauffeur für die Nachtfühl und ihrem Gewissen aktiv an der rechtswidrigen Aktion Frant- rung. Das ist verständlich. Man weiß in Polen in allen zeit und ließen ihn mit seinem Wagen in der Nähe halten. Gelang reichs und Belgiens gegen Deutschland zu beteiligen. Die deutsche Regierung hat in ihren Protesten wiederholt das Parteien sehr genau, daß man in dem Bündnis mit Frank der Einbruch, so wurde die Beute sofort aufgeladen und zu kleBestreben der Interalliierten Rheinlandkommission bloßgestellt, reich nur Rußland Ersatz ist, und daß dieses Bündnis im schinſti in der Brinzenstraße gebracht. Mußte man den Wagen negen Deutsche einen selbst in Kriegszeiten verbotenen Kern bedroht ist, wenn ein startes, für westeuropäische Mächte draußen abmontieren, so fuhr der Chauffeur mit seinem Wagen mit 3wang zur Dienstleistung gegen das Vaterland auszuüben. bündnisfähiges Rußland wiedererstehen sollte. Dieser Gefahr hinaus, um die Beute nach Berlin zu schaffen. Bei Kleschinski wurde. In der vorliegenden Berordnung erreichen diese Bestrebungen ihren wollen die politischen Hauptrichtungen in Bolen auf ver- alles nachgefehen und sortiert. Am nächsten Tage brachte man dann Gipfel. Jezt werden die Deutschen, die ihre schiedenen Wegen entgehen. Die Rechte möchte Rußland und die Beute zu Simon in der Georgenstraße, der sie an Händler, mit denen gefehliche Pflicht gegen das Vaterland Bolen versöhnen und so einen französisch- russisch- polnischen er in Berbindung stand, verfaufte. In der Behausung fand man Dreibund schaffen. Die Linte möchte das Wiederaufkommen noch material von 5 bei Einbrüchen und auf der Straße erbeuteten Wagen. Die Diebe waren alle mit dem Automobilmesen vertraut. Rußlands als einer Großmacht im früheren Stil verhindern, Die ganze Gesellschaft wurde nach Moabit gebracht. Bolen aber durch Bündnisse mit den früher russischen Randstaaten so start machen, daß das polnische Bündnis für Frankreich wertvoller wäre als das russische. Keine der beiden Richtungen hat bisher ihr Ziel erreicht, zumal die bolfchemistische Herrschaft in Rußland das ganze Problem fompliziert. Man begreift daher, wie unangenehm in Bolen der Gedanke berührt, daß Frankreich sich jetzt schon mit einem so unberechen baren Partner wie Sowjetrußland einlassen könnte, und wie nahe die Befürchtung liegt, daß das von Frankreich von jeher ausgenußte Polen das Opfer dieser Kombination werden tönnte. erfüllen, mit dem Tode bedroht. Die Leichtfertigkeit, mit der die Interalliierte Rheinland kommiffion über Lob oder Leben befindet, geht soweit, daß sie die Todesstrafe an Tatbestände fnüpft, deren Dehnbarkeit der Willfür Tür und Tor öffnet; Handeln und Nicht handeln, Versuch und Tat werden völlig gleichgestellt, Absicht, Ursache, Erfolg und hypothetische Möglichkeit des Erfolges werden miteinander vermengt. Was der Beamte auch tut oder läßt, er fdywebt ständig in der Gefahr, sich in den Maschen dieser Gesetzgebung zu Der gleiche Geist spricht aus der Berordnung 145, die die Interaffiierte Rheinlandkommission am gleichen Tage erlaffen hat. Sie gibt jedem Armecoberbefehlshaber das Recht zu bestimmen, daß bie von den alliierten Militärgerichten verhängten Strafen, soweit fie 5 Jahre überschreiten, nicht in Deutschland, sondern in dem Heimat staat des betreffenden Militärgerichtes abzubüßen find. Ferner ge fangen. währt sie jedem Armeeoberbefehlshaber volle Freiheit über Zeit, Ort und Art der Vollstreckung der Todesstrafen zu verfügen. Durch diese Bestimmungen wird die Stravolftredung im be. fetzten Gebiet jeder gefeßlichen und gerichtlichen Sicherung entzogen und der Willkür der Militärbefehlshaber überliefert. Den Gene, ralen fleht es fünftig frei, verurteilte Deutsche in die Gefängnisse fremder Länder zu verschiden, wodurch die Strafe den Charakter einer regelrechten Deportation erhält. Daß in die hand der militärischen Oberbefehlshaber auch die Bestimmung über die Art Der Bollstreckung der Todesstrafe gelegt wird, kann nur dahin aus fein soll, die die Humanität und das Gerechtigkeitsgefühl einer gelegt werden, daß die Erefution von all den Rücksichten befreit modernen Zeit auch dem schwersten Berbrecher in seiner letzten Stunde gewährt. Die deutsche Regierung fegt gegen diese jeder Menschlichkeit hohnsprechenden Verordnungen feierlich Verwahrung ein." Eine Rede Loucheurs. Paris, 8. März.( EP.) Loucheur hielt gestern anläßlich 60 Die Notlage der Krankenkassen. Der Kaffenverband fordert ein Reichsdarlehen. ärzten sind noch nicht behoben, und schon drohen neue Schwierigkeiten Die Differenzen zwischen den Krantenfassen und den Kassenzu entstehen. Bei den im Reichsarbeitsministerium geführten Ber handlungen zwischen den Kassen und den Aerzten haben die Kassenvertreter betont, daß die Berzögerung ter Auszahlung des Aerztehonorars aus dem Geldmangel der Rassen zu erklären ist. Jetzt hat der Verband der Krantentassen Groß- Berlins an die öffentliche Meinung zu beruhigen, und zwar hat sie durch das die noch fortdauernde Notlage der Krankenkassen schildert und Die polnische Regierung hat sich nun wiederum bemüht, das Reichsarbeitsministerium ein Schreiben gerichtet, Die offiziöse Presse die Darstellung verbreiten lassen, für Bolen auf die für die Kaffenärzte zu erwartenden Folgen hinweist. Darin fei eine französisch- russische Annäherung durchaus nicht be- wird ausgeführt: denklich, ja, fast erwünscht. Angedeutet wird dabei auf der Die Ursache der finanziellen Schwierigkeiten fiegt darin, daß einen Seite, daß Frankreich selbst die Gefahren einer solchen die Einnahmen der Krankenfaffen nicht ausreichen, die fich notwendig Annäherung wohl richtig einschätze, auf der anderen Seite, daß machenden Ausgaber zu decken Obwohl in den letzten drei Monaten eine französisch- russische Verbindung vielleicht eine Abdes vergangenen Jahres die Preise von Tag zu Tag höher wurden, fühlung der deutsch russischen Beziehungen haben die Strantenkaffen das ganze Bierteljahr hindurch mit einem herbeiführen könnte. Zwischen den Zeilen ist zu lesen, daß gleichbleibenden Grundlohn bzw. den sich taraus ergebenden EinBolen fogar zu einer Bermittlung zwischen Rußland drohenden Ausschaltung einer direkten Verbindung Frant und Frankreich bereit wäre. Diesen Ausweg gegenüber einer reichs und Rußlands hat Stirmunt bekanntlich schon zur Zeit der Konferenz von Genua gemacht. Nur Tiergeschichten. nahmen rechnen müssen. Einer etwa 82fachen Erhöhung des Grund den ersten zwei Monaten biefes Jahres der Grundlohn von 500 M. ones ftanden Ausgaben für Sachleistungen gegenüber, die u ni das Bielhundertfache gesteigert waren. Trotzdem in auf 1800 m. unb 3600 m. erhöht murte, haben die daraus fließenden Mehreinnahmen in feiner Weise Besserung gebracht. In der gleichen Zeit sind die Ausgaben für Sachleifturgen, für die mir Baluta. preise bezahlen müssen, in einer geradezu fatastrophalen Weise in bie Höhe gegangen. Die Folge danen ist, daß die Krankenkassen bis zur Stunde noch nicht in der Lage waren, das Honorar den Die gewissermaßen selbstverständlichste Tätigkeit des heutigen Aerzten für das vierte Quartal restlos abzuführen. Sie haben das ver- Gehalt ihrer Angestellten am 1. März nicht poll Der Jahresversammlung des englisch- amerikanischen Pressevereins Kulturmenschen" beſteht darin, Geld und abermals Geld zu berbezahler lönnen, wie sie auch die Berbandstoffl'eferanten, die eine Ansprache, worin er erklärte, daß sich die jetzige Lage aus dem dienen. Ob der Nebenmensch verhungert, ja, ob bereits das Kind Strankenhäuser und alle sonstigen Lieferanten nicht voll befriedigen Grunde so zugespitzt habe, weil die Politiker immer glaubten, im Mutterleib hungert, was fümmert es den modernen Menschen? fonnten. Vor allen Dingen aber waren sie nicht im stan be, bie teine wirtimaftler sein zu müssen, und umgekehrt. Dieses Ehen und alte Freundschaften zerbrechen des Geldes wegen; Jbeale, für Januar und Februar fällig geworbenen TeilMenschenliebe und wahrhafte Moral lächerliche Begriffe für den honorare an die Aerzte abzuführen. Infolgedessen wird beides müßte aber miteinander untrennbar verbunden sein, wenn heutigen Menschen fie stehen tief im Kurs, weit unter dem Kurs nun das Gesamthonorar für das erste Quartal, tas nicht weniger als der Friete in Europa wiederhergestellt werden soll. In bezug auf der Krone oder der Mart. Tolle Zeiten, in denen wir leben. Alle, 2 296 000 000 m, beträgt, am Schluffe dieses Monats. fällig. die Ruhr erklärte Loucheur, daß er gegen die Belegung gewesen sei, weil er die jeßige industrielle Lage voraus, die diesen wahnsinnigen Rhythmus, auf Grund ihrer Charatter gefehen habe. Jezt aber stehe Frankreich an der Ruh:, und stärke und ihrer Ueberzeugung nicht mitmachen, und dazu müßten cz müsse bis an die äußersten Grenzen seiner Politik gehen. In alle Sozialisten gehören, freuen sich über jeden Ruhepunkt, über zwei Monaten wird Deutschland um die Eröffnung von Berhand- jebe noch so kleine Insel in dem tofenden Meere des Wahnsinns. lungen ersuchen. Die Franzosen feien ein vernünftiges Bolt, Einen solchen Ruhepunkt bilden die„ Tiergeschichten aus dem afri die Ruhr sei für sie fein Ziel, sondern ein 3wed. Frankreich ver. tanischen Urwald", die zurzeit Helene Schomburgt auf Ber anlaffung des Bezirksamts Friedrichshain den blaffen Proletarier folge teinerlei politische Ziele an der Ruhr. Man habe auch gesagt, tindern des Berliner Oftens erzählt. Es sind einfache Geschichten, daß Frankreich eine Hegemonie des Eisens molle, dies entspreche ebenfalls nicht den Absichten Frankreichs. Er sei über. Erzählungen von jungen Elefanten und Schimpansen, die von zeugt, daß das gegenwärtige Jahr in der Beltgeschichte als das Jah: bezeichnet werden wird, in welchem der Weltfriebe wieder hergestellt worden sei. and " Europäern Slaven der Wissenschaft und unferer fogenannten Rultur, wie die Bortragende fagte gefangen wurden. Ja, es sind einfache und schmucklose Erzählungen, aber durchbrauft von mächtigen Afkorden der Mutter und Kindesliebe im Tierreich. Loucheurs Ausführungen nähern sich dem Standpunkt der Mütter sind geheiligt im Affenreich!" hört es, ihr Kulturmenschen! Radikal- Sozialisten, die zwar die Berantwortung für ein 3m Menschenreich hört man gar oft über werdende Mütter faule Unternehmen von sich abzuwälzen versuchen, das sie innerlich Bize, im Menschenreich läßt man Säuglinge ohnie Milch, die man verurteilen, die jedoch glauben, eine Niederlage Frankreichs lieber den jungen Schweinen in den Trog schüttet, im Menschenreich wäre für das Bolt eine Katastrophe, und sie dürften sich nicht ist die uneheliche Mutter geächtet. Treffliche Lichtbilder unterstügen dem Odium aussehen, eine solche Ratastrophe herbeigeführt wirtungsvoll die Erzählungen der Bortragenden. Danibar und zu haben. Indem Loucheur diese Taftit vnterstüßt, feßt er voller Aufmerksamkeit nehmen die Rinder das Gebotene auf, und sich in Widerspruch mit sich selbst, denn er stellt die politischen gar mandyes fleine Gehirn wird darüber nachgrübeln, warum es Rücksichten höher als die wirtschaftliche Bernunft und bringt wohl die fleinen Affentinder beffer haben als die Menschenkinder. fie in Gegensatz zu ihr. Dennoch müffen wir als objektive Be Ja, warum? obachter ein gewisses Verständnis für diese halbe Opposition aufbringen und wollen hoffen, daß sie sich bald durchsetzen wird, d. h. daß sich auch die Regierung über die Ziele Frantreichs im gleichen Sinne wie Loucheur erklären und daß sie ein Programm der wirtschaftlichen Bernunft aufstellen wird, von dem man wirtlich sagen fann, daß es die Grundlage für einen wahren Friedenszustand zwischen Deutschland und für einen wahren Friedenszustand zwischen Deutschland und Frankreich bilden fann. 1 holländischer Gulden Der angebliche Mieterstreik. Der Borstand des Gaues Berlin im Bund Deutscher Mietervereine hat gestern zu der Frage des von anderer Seite propagierten Mietzahlungsstreits Stellung genommen. Er hat tung abzuweichen. Am 26. März wird eine Bertreterversamm feinen Anlaß gesehen, von seiner bisherigen ablehnenden Hallung der im Bau Berlin zusammengeschlossenen Mietervereine statt finden, um zu dem Vorgehen derjenigen Gruppen Stellung zu nehmen, die gemeinsam mit einer abseitsstehenden Mieterorganifation die Streifparole zum 1. März ausgegeben haben. Die Kom munistische Partei, die an der Streitpropaganda nicht beteiligt sein will, läßt übrigens ihre Maste fallen. In der geftrigen Nummer der Roten Fahne" bringt sie einen Aufruf an die Mieterräte Berlins. der fordert, daß der Mieterstreit als ein Teil des politischen Kampfes geführt werde. Hier wird also endlich bestätigt, was wir von vorn herein behauptet haben, daß die Kommunistische Partei 8518.78 8780.52 8799.48 hinter den Streitagitatoren steht. 8. März 7. März Käufer Bertäufer Räufer Bertäufer ( Geld-)( Brief-)( Gelb-)( Brief-) 1 argentinische Papier Pefo Kurs 7680.87 7182.1 belgischer Frant. 1082.41 1 norwegische Krone 8501.22 1 dänische Krone. 1 schwedische Strone 1 finnische Mart 1 japanischer Den 1 italienisce Lire 1 Bfund Sterling 8690 75 5137.12 Rurs Sturs Sturs 7669.13 8179 50 8220.50 7218.- 7690.72 7729.28 1037.59 1087.27 1092.78 8709.25 8960.07 8979.98 5162.88 5516.17 5548.83 575.30 578.20 928.67 933.38 982 53 91271.25 91728.75 97755.- 98245.1246.87 Faffabenkletterer an der Arbeit. 9276.75 9323.25 9875.25 9924.75 Ein selbst in unserer Zeit ungewöhnlicher Einbruch 987.47 wurde in der vergangenen Nacht in dem Hause Burggrafenstr. 19, an der Ede der Wissmannstraße, verübt. Die Berbrecher Metterten an 19351.50 19458.50 20623.31 20726.69 ber Faffabe auf den Balton des ersten Stocks empor, brückten 1253.18 eine Scheibe der Tür ein und verschafften sich so Eintritt in eine 2319 18 2830.82 große Wohnung, deren Insassen alle in den Hinterräumen schliefen. 3857.12 Sie fchloffen die Schlafenden ein und räumten dann 5 Borderzimmer 3220.54 aus. Im ganzen erbeuteten fie für 60 Millionen Mart. Auf die 28.43 Erareifung der unbekannten Täter ist eine Belohnung von 614.54 1 million, auf die Wiederbeschaffung des gestohlenen Gutes eine 6.74 Belohnung von 5 Millionen Mart ausgefegt. Mittei 118.05 lungen nimmt Kriminalfommissar Trettin im Zimmer 103a des 210.58 Bolizeipräsidiums entgegen. 1 Dollar 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schwetzer Frant. 1182.03 1187.97 2244 87 2255.68 3615.93 3634.07 3014.94 3030.06 100 österr. Stronen( abgeft.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarische Lewa 1 spanische Beseta 1 jugoslawischer Dinar 3887.88 3204.46 28.27 611.46 6.70 117.95 209.47 Das Schreiben fündigt sodann jetzt an, daß die Kassen dieses Gesamthonorar wieder nicht am Fälligkeitstage werden ausschütten fönnen. Hieran werde auch dadurch nichts geändert, daß ab 5. März tie Grundlöhne und damit die Einnahmen wesentlich erhöht worden sind. Die höheren Einnahmen tommer frühestens Ende April in den Befig der Kranfenfaffen, also nicht rechtzeitig genug, um zur Bezahlung des Aerztehonorars am Fälligkeitstermin verwendet werden zu können. Um die Aerzte nicht wieder auf das ihnen zustehende Honorar warten laffen zu müffen, bittet der Berbant das Reichsarbeitsministerium, bei der Reichs. regierung und besonders beim Finanzministerium darauf hinzuwirken, daß den Kallen die nötigen Beträge als Darlehen gegeben merben. Die vom Reichsarbeitsmini sterium bereits angeregten Verhandlungen der Kaffen mit der Stadt Berlin wegen Hergabe eines Darlehens sind ergebnis. los verlaufen. Der Raffenverband hofft, daß tie aus der letter. Er. höhung der Grundlöhne sich ergebenden Mehreinnahmen es ihm im nächsten Quartal ermöglichen werden, die Schwierigkeiten zu über. minden, so daß ein den Kassen gewährter Kredit voraussichtlich nur furze Zeit in Anspruch genommen zu werden brauchte. Raubüberfall in einem Fernzug. In diesem Ein Berbrecher in der Uniform eines Reichswehrsoldaten. In einem von Schneidemühl tommenden Bersonenzug wurde zwischen Dahmsdorf- Müncheberg und Strausberg heute früh um 5 1hr ein Kaufmann von einem in der Uniform eines. Reichswehr. foldaten befindlichen Mitreifenden plötzlich überfallen. Der vermeintliche Reichswehrsoldat stach mit einem Seitengewehr auf den stehenden Reifenden so fürchterlich ein, daß das bedauernswerte Opfer der Täter dem lieberfallenen das Gepäck zu rauben. schwer verwundet und bewußtlos zusammenbrach. Dann versuchte Augenblic fam an der Außenseite des Wagens ein von Trittbrett zu Trittbrett gehender tontrollierender Beamter vorbei, der sofort die Tür aufriß und sich auf den Verbrecher stürzte. Bei dem nun mehr entstehenden Ringen zog der Beamte die Notleine. Diese Ge legenheit benutzte der Verbrecher, um zu entspringen und im benachbarten Wald zu verfchwinden. Sein Seitengewehr ließ er im Abteil zurüd. Der schwerverlette Reisende wurde in das Strausberger Krankenhaus verbracht. An seinem Aufkommen wird ge. zweifelt. Es ist dringend notwendig, daß die Behörden alles Er denkliche tun, um dieses gemeinen Berbrechers habhaft zu werden. Hallesches Tor- Seeftraße. In den heutigen Morgenstunden wurde der Nord- Süd- Bahnhof Seestraße dem öffentlichen Berkehr übergeben. Pünktlich 5,22 Uhr fuhr der erste Zug vom Bahnhof. Der Verkehr war schwach, wurde aber in den VorSeeftraße ab. Damit ist jetzt die ganze Nordsüdbahnmittagsstunden stärker. ftrede Hallesches Tor- Seestraße im Betrieb. Bezirksbildungsausichuk. 5. Reftlonzert am Sonntag, den 11. März ( 1. Serie, gelbe Starten), und Sonntag, ben 1. April( 2. Serie, rote in der Philharmonie, Bernburger Starten), nadimittags 3, br. Straße 22a/ 23. Das Professor Starl Klingier Quartett: Werte von Haydn, Mozart und Schubert. Von den Abonnenten wird eine Nach zablung von 100 m. pro Starte erhoben. Einzelfarten a 200 M. im Bureau bes Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr., Bimmer 8, im Landsgemeindehaus, Sophienftr. 21 und bei den Bildungsausschużmitgliederu ber Abteilungen. Der Naturapostel auf der Laterne. Eine Entkleidungsszene im Friedrichshain. Ein sonderbarer Schwärmer mußte sich gestern in der Person des Schneiders Hermann Bod wegen Beamtenbeleidigung, Erregung öffentlichen Bergernisses und Widerstandes gegen die Staatsgewalt vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte verantworten. Beder ist ein fanatischer Anhänger der Lehre Rousseaus und erblickt das Heil der Zukunft in der rücksichtslosen Ablage an alle Errungenschaften der Kultur in bezug auf Wohnung, Eigentum und, was bei einem Schneider immer hin wundernimmt, auf Kleidung. Wie in der Verhandlung zur Sprache tam, hat Beder seine Wohnung oft auf Tage und Bochen verlassen und sie ohne äußeren Grund mit dem städtischen Asnl für Obdachlose vertauscht, wo er an dessen Insassen Lebensmittel und Geld verteilte. Gegen diese Freigebigkeit wäre an sich nichts ein. zuwenden gewefen, boch stellte es sich leider heraus, daß diese milden Gaben zum Teil aus Diebstählen herrührten. Beder ist wegen Eigentumsvergehen bereits mehrfach bestraft worden. Im Oftober vorigen Jahres versuchte er nun im Friedrichshain vor einer rasch aus fammenströmenden Menge die Ueberflüssigkeit der hergebrachten Be fleidungsart zu demonstrieren. Als er sich bereits des Rodes und Gewerkschaftsbewegung Die hohen Löhne sind schuld. Frieden im Zeitungsgewerbe. nächsten Bothe foll im Reichsarbeitsministerium über die meitezen Löhne verhandelt werden. An dieser Berhandlung sollen drei Unparteiische, dret Bertreter der Arbeitgeber und brei Bertreter der Arbeitnehmer, die beiderseits nicht direkt beteiligt find, teilnehmen. Am Schluß seines Berichtes erklärte Boje, daß die Lohntommiffion Nachdem nun auch die Reichsregierung die Weisheit aller sich dahin einig geworden fei, be: Kollegenschaft die Annahme der Bierbantpolitifer, daß die Löhne an den hohen Preisen schuld Abmachung zu empfehlen. Rad einer längerer Aussprache feien, als ihr Programm verkündet hat, ist es notwendig, sich damit stimmte die Bersammlung der Annahme zu etwas eingehender zu beschäftigen. Zunächst etwas über die hohen Lebensmittelpreise. Wie uns aus Pommern geschrieben wird, verdiente ein Landarbeiter in Pommern vor dem Kriege Die Unternehmer hatten den am 2. März gefällten Schiedsaußer dem Deputat 60 Bf. pro Tag. Das machte jährlich 180. oder 22½ 31r. Roggen, den Zentner zu 8 m. gerechnet. fpruch, siehe Borwärts" Nr. 105, für die Zeitungsangestellten abHeute wird auf vielen Gütern im Kreise Neuftettin ein Bargeld gelehnt, die Angestellten aber angenommen. Um einen Konflikt von etwa 60 m. gezahlt, das macht pro Jahr 18 000 m. oder zu vermeiden, wurden von der Organisation nochmals Verhandlun einen halben Zentner Roggen. Roch schlechter stehen gen mit dem Arbeitgeberverband nadgesucht, die dann auch statt. sich die Gutsbeamten. Sie erhielten vor dem Kriege außer fanden. Unjere Unterhändler ließen die Unternehmer in feinem dem Deputat ungefähr 2000 m. pro Jahr Barlohn, was damals Zweifel, daß, wenn sie nicht doch noch dem Schiedsspruch zu250 3ir. Roggen ausmachte. Heute erhalten noch viele Be stimmten, am Freitag der Streit ausbrechen würde, da die Ge amte einen Barlohn von rund 20 000 m. pro Jahr oder ungefähr nehmigung dazu von den betreffenden Instanzen bereits erteilt fei. einen halben Zentner Roggen. Das Kapitel der Ent. Darauf erklärten fich die Unternehmer mit dem gefällten Schiedslohnung der Landarbeiter im Berhältnis zu den Getreide und Kar spruch einverstanden. unterzogen zu werden. Wir haben heute teilweise der Beste entledigt hatte, griff jedoch die Schußpolizei ein. Um fich toffelpreisen verdiente überhaupt einer eingehenderen Beleuchtung Zulage von 25 Broz. auf das Februargehalt, unter der Boraus einer Berhaftung zu entziehen, letterte Beder mit affen ertiger Behendigkeit auf den nächsten Laternen. pfahl, von wo aus er die Beamten, als„ Broletariermörder" be Schimpfte. Nur mit großer Mühe gelang es, den sonderbaren Natur apoftel herunterzuschaffen. Bor Gericht erflärte Rechtsanwalt Dr. Harry Pincus, daß er im Auftrage der Berwandten und im eigenen Intereffe des Angeklagten die Einleitung eines Entmündigungsver fahrens gegen Becker beantragt habe, da an deffen zurechnungs. fähigkeit erhebliche Zweifel beständen. Das Gericht beschloß darauf hin, die Weiterverhandlung gegen Beder zunächst bis zur Erledigung des Entmündigungsverfahrens auszusehen. Eine aufregende Szene spielte sich gestern nochmittag in einem Untergrundbahnzuge ab. Gegen 2½ Uhr versuchte eine gut geleidete Dame sich aus dem Untergrundbahnzuge unweit der Station Inselbrüde herauszustürzen. Sie wurde von anderen Fahrgästen noch rechtzeitig zurüdgehalten und auf der näch ften Station zu der Rettungswache geführt. Der Arzt erklärte sie für geiftesbrant und ließ sie nach dem Birchow- Krankenhause trans portieren. Die Unbekannte ist etwa 23-25 Jahre alt, von schlanter Figur, hat schwarzes Haar und gesundes, volles Geficht. Sie trug einen Sammethut, imitierte Tigerpelzjade, ein blaues Cheviotkleid, fchwarze Strümpfe und schwarze Spangenschuhe. Sie ist vermutlich Schauspielerin. Sie hatte einen 3ettel über eine Wäscherechnung bei sich, der auf den Nomen Fräulein Thofelli lautet. Zum Prozeß Räber und Genossen. Der Schriftsteller Mar Maulbeder ersucht uns um folgende Richtigstellung: Es ist un. wahr, daß der Staatsanwalt auf grund des ärztlichen Gutach'ens meine Freisprechung beantragte. Wahr ist vielmehr, daß er infolge Fehlens jeglichen Beweises meine Freisprechung beantragen mußte. Demgemäß erkannte auch das Gericht. Gegen die Denunziantin und alleinige Kronzeugin Luise Morvilius habe ich Anzeige erstattet wegen wiffentlich falscher Anschuldigung. Getreidepreise, die über dem Weltmarktpreis stehen. Gleichzeitig sind die Löhne der Landarbeiter derart, daß sie unter dem deutschen Eriftenzminimum sich befinden. Dieser Preiswucher unserer Agrarier wird durch die Politik der Regierung noch unterstüßt. Und wie steht es mit den Löhnen der Industriearbei. ter? In unserer heutigen Morgenausgabe haben wir darüber bereits eine Reihe unwiderleglicher Zahlen und Tatsachen angeführt. Wir haben darauf hingewiesen, daß das Existenzminimum gegen wärtig in Berlin für eine fünftöpfige Familie rund 100 000. pro Bode beträgt Wir haben weiter angeführt, daß die Löhne der deutschen Arbeiter weit unter den Weltmarktföhnen liegen. Nehmen wir einmal die Löhne und Gehälter, mie sie gegenwärtig in Berlin auf Grund gewerkschaftlicher Tarifabschlüsse üblich find. Wir haben da die Feststellung zu machen, daß es keine Gruppe, selbst der hochqualifizierten Facharbeiter und der Schwerarbeiter in Berlin gibt, die auch nur dieses Eristenzminimum verdient. Soweit uns die in Geltung befindlichen Tarife vorliegen, bleibt auch die best bezahlte Gruppe, die der Bodenmeister in der Speditionsbranche, mit rund 80 000 m. pro Woche noch um 20 Broz unter dem Eristen3 minimum. 3wischen 70000 bis 80 000 m. pro Woche beträgt der Berdienft in fieben Gruppen. wifchen 60 000 his 70 000 m. beträgt der Lohn in einundzwanzig Branchen oder Industrien. Alle anderen Arbeiteroruppen ver. bienen gegenwärtig in Berlin weniger als 60 000 m. die Woche, d. h. weniger als 60 Pro3. des unbedingt notwendigen Eristenz minimums. Es befinden fich darunter eine große Anzahl von Arbeiter gruppen, beren Einfommen weniger als 50 Broz. des Eristenz minimums beträgt, ja fogar, wie das der Frifeure, nur ein Biertel des Eristenzminimums ausmacht Ancesichts diefer haarsträvbenden Tatfeche erklären die Unternehmer und mit ihnen die Reidsregierung, daß an einen Abbau der Breise erst Massendiebstähle in Berliner Gemeindeschulen. In der Nacht nebacht werden fänne, wenn die Löhne nicht weiter erhöht würden, vom 5. zum 6. März fuchte eine Diebesbande die 49.303. Geb. h. in Wirflichfeit, wenn der feit acht Monaten mit Hilfe der meindeschule Ibsenstr. 17 heim. Die Diebe erbrachen die Amts. Geldentwertung fnftematisch betriebene Darüber hinaus einigten sich die Parteien für März auf eine feßung, daß die Leuerung nicht weiter fortschreitet. Sonst folle: neue Verhandlungen beginnen. Eine gestern abend in der Neuen Philharmonie einberufene Mitgliederversammlung stimmbe den Abmachungen zu. Wie uns Herr Scheuer mitteilt, wäre der Bericht über die Verhandlungen in Nr. 105 des Borwärts" infofern ungenau, als Herr Scheuer vor dem Schlichtungsausschuß erklärt habe, daß die Anpassung der Gehälter an die Teuerung in der Leistungsfähigkei Der Zeitungsbetriebe ihre Grenze finde. Nach unserer Information hat Herr Scheuer allerdings seine Aeußerung in diesem Sinne eingeschränkt, aber erst nachdem er von einem Vertreter der Ange. stellten auf die Tragweite feine: erster Erklärum aufmerkſam gemacht worden ist. Die Märzlöhne der Bauanschläger. In einer Berjammlung der Bauanschläger am Mittwoch im Berbandshaus der Metallarbeiter berichtete Branchenleiter Lange über die legten Bohnverhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß. Es wurde ein Schiedsspruch gefällt, nach dem vom 1. bis 15. März ein Etundenlohn von 1590. und für Affordarbeit das 1875fache des Tarifs vom Jahre 1912 gezahlt werden soll. An den Bericht Schloß fich eine längere Aussprache, die zur Annahme des Schiedsfpruches führte. Nach Griedigung dieses Punttes tam die Ruhrhilfe zur Sprache. Hierzu erhärte Brunow von der Drisverwaltung, daß es infolge der Ruhrbesehung bereits zur Stillegung von Betrieben getommen fei. Durch diese Stillegung wurden Kollegen in Mitleidenschaft gezogen, die sich beharrlich geweigert hatten, zur Ruhr. hilfe ihr Scherilein beizutragen, jeßt aber darauf Anspruch machen, aus der Sammlung unterstüßt zu werden. Neuwahlen im Dentschen Portierverband. In einer von der Seftion VII des Deutichen Verkehrsbundes einberufenen Funktionärberiammlung gab der Seftione letter Allege Leube einen furgen Bericht über die Tätigkeit der Seitions zimmer und nahmen alles mit, was ihnen wertvoll erschien, Abbau der Löhne die Grundlage unserer Wirtschaftspolifit leinung, fowie über die leßten Lohnbewegungen und Tarifabichlüsse. น. a. die ganze Badeeinrichtung. Auch lederten fie Für das neue Geichäftsjahr wurde von der Sektionsleitung sowie die Turngeräte cb, nahmen fämtliche Schlüffel aus den bilden soll. Am'szimmern mit, um vielleicht später noch einmal wiederzu Wir wollen gar nicht von der Unmöglichkeit reden, auf diese von den Funktionären einstimmig der Kollege Leube wieder in tommen. So geht es im Norden Berlins fast Nacht für Nacht. Ja, Weise den Abwehrkampf gegen die Ruhrbefehung zu führen. Un Vorschlag gebracht. Ais 2. Seftioneleiter wurde Kollege Wielo, die Banden scheuen sich nicht, den hungernden Kindern in den Kinder: fere Abwehrfront, die von unseren Arbeitern gebildet wird, als 1. Sbriftführer Kollege Bittner und als 2. Scrutinibrer horten die Brottarten zu entwenden. Die Ausdehnung der nächt. muß in fürzester Zeit zufammenbrechen, wenn diese selbstmörde: Kollegin kiri borgeichlagen. A Reviso en lommen in Vorfcblaj die Kolleginnen Fled, Zimmermann und der Kollege Wahl. lichen Schupoftreifen auch auf die Schulgebäude ist danach eine brin- rische Wirtschaftspolitit aufrechterhalten wird. gende Forderung. gar nicht auf die schweren Schäden hinweisen, die dem Boltsförper Für die Bezirksverwaltung wurde Stolleae Diedert in Borschlag geschlagen werden, wenn ungeheure Massen des Boltes der Unter- gebracht. Die Wahlen felbft finden am fonimenden Conning vor ernährung, der materiellen und damit der geistinen und moralischen mittags 10 lb im großen Saale des Gerlidafte bauies fatt. Berefenbung preisgegeben werden. Wir wollen nur auf einen Pflicht aller Kolleginnen und Kollegen ist es, zu dieser äußerst Bun't befonders hinweisen, den wir übrigens bereits in unferer wichtigen Beriammlung zu erscheinen. entinen Morgenausgabe unterstrichen baben. Durch diese Bolitit wird der Aft abgefat, auf dem unfere Wirtschaft Fitzt. Wir wollen auch Lohnbewegung im Kolonialwaren- Kleinhandel. Die Tarifrer. handlungen für die laufmännischen Angestellten für Monat Februar sind endlich zum Abschluß gekommen. Von Arbeitnehmerseite ist der Schlichtungsausichuß angerufen worden, der jedoch nicht in Funktion zu treten brauchte, da die Berhandlungen zu einer Berständigung führen. Der neue Tarifvertrag ist ab Donnerstag im Berbands bureau des Zentralverbandes der Angestellten, Belle- Alliance. Straße 7-10, zu haben. Die 75. Wiederkehr der Märztage von 1848 hat allen republika Hischen Verbänden im Reiche Beranlaffung gegeben, würdige Feiern für den republikanischen Staatsgedanten und die Einheit des Reiches in zahllofen Städten vorzubereiten. Am 18. März finden die Er mnerungstundgebungen in Berlin statt. Bormittags findet sich die BSPD. zu der Proletarischen Feierstunde im Großen Schauspiel, Die Folge der minderentlohnung liegt ja bereits heute haufe ein, nachmittags 4 Uhr findet im Plenarsihungsfaale des offen zutage, Betriebseinschränkungen greifen immer Reichstags eine Feier des jungen republifenifchen Deutschland statt. mehr um fich. Die Maffe der deutschen Verbraucher mird vom Im Rahmen dünstlerischer Dartjetungen und Manifestationen der Warenmarkt als Räufer in feinendem Moke verdrängt. Das führt einzelnen Verbände werden eine Ansprache des Reichstagspräsidenten nicht nur zu Betriebseinschränkungen, fomit au Arbeiter Genoffen Loebe und die Rede eines Staatsmannes stehen. entlaffungen und zu kurzarbeit, fondern auch un Ueber Grundfragen der Gegenwartserziehung spricht Ober. meinerlich zu einer Um ftellung unferer Wirtschaft. ftudiendirektor Dr. Graf von Pestalozza am Freitag, den 9. März, Statt Gebrauchsartifel werden in steinentem Maße Lurus abonds 8 1hr, im Zeichenfaal der Schule Bidenbruchstraße zu Trep. artitel fabriziert. An Stelle der technischen Berbesserung und for auf Beranlassung der Bereinigung für Schul- und Erziehungs, der rationellen Betriebsführuna tritt die Snetulation, die ist zwischen den Arbeitgeber. und Arbeitnehmerverbänden Bolnisch fragen. Rapitalperwäfferung und die Dividendenpolitit. Ober'chl fiens ein blommer getroffen worden, nach dem die Aus." Eine Ausstellung von Schülerarbellen aus einem Direttricen. Man bot fich fo fehr auf die Breile ber fogenannten Bahlungs. furfus und der Konfektions- und Modeabteilung findet in der Aula fähigen" cinceftefft, daß unsere Brodufte nun trok der Baria'öhne her Höheren Fachschule für Terti- und Betfeidungsindustrie, Bar- der deutschen Arbeiter focar den Amerikanern und Holländern zu teuer geworden find. Diele Bofitit des Preiswuchers und der Schauer Blaz 6-8, am 10., 11. und 12. März statt. Sie ist geöffnet Hungerlöhne muk zu fd weren wirtschaftschen" mnfen und schließ am Sonnabend und Montag von 10 bis 7 Uhr und am Sonntag lich zu einem Zusammenbruch unserer Wirtschaft überhaupt führen. Don 10 bis 2 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die neuen Berliner Mieten. Senoffe. Schulz, ber mehrfach in Berliner Partei- und Bewertschaftsveriammlungen über bas Reichs. mietengeick nesprochen bat, bat in einem fieinen, handlichen Heftchen aus dem unübersichtlichen elegesstoff des neuen Mietrechts alles das herausgezogen, was nur für Berliner Berhältnisse von Bedeutung ist. Der Stoff ist anschaulich geordnet und in leicht vertindlicher Beise eriäutert, fo bag man wirklich von einer Einführung in das neue Berliner Mietrecht reden ann. An Barteigenossen wird die Broschüre bei nemeinfamem Bezug burch die Abteilung für 100 M. abgegeben. Eine beschränkte Anzahl ist im Bezirksiekretariat, Pindenftr. 3, gimmer 7, erhältlich. Groß- Berliner Parteinachrichten. 17. Kreis, Lichtenberg. Freitag, bens, pilnfilich, 7 Uhr, in der früheren Freiheit", 6. Abt. Freitag, 18 Uhr, Sigung fämtlicher Funktionäre bei Dobrolaw, Swine. Expedition, Beichielitr. 29, Sigung des Bildungsausschusses. münder Straße 11 24. Abt. Mitgliederversammlung ber 16. Bertaufsitelle der Ronfumgenoffenschaft. ift mitzubringen heure. 7 Uhr, im Lofta! Winoftr. 12. Mitgliedsbuch der Ronfumgenossenschat Kraus 86 Gartenstr. 86 Pianos Zahngebisse Gold, Silber- Bruch, Platin kauft zu höchstem Tageskurs Paul Schneider, Juwelier 86 Gartenstr. 86 2r w teste Weg zu mir lohnt sic.! Strickjacken aller Art zur Miete Ansbacher Str. I. Feke Wurfürstenstraße Gold Silber Platin Brillanten -Bruch kauft reell zu hochs.en Tageskursen C. Käferle ཚད་ Lohnerhöhung in der Holzindustrie. Cohnzahlung in Polenmart. Rach gweltägigen Berhandlungen zahlung der Löhne in Butunft in polnischer Mart erfolgt. Man will dadurch die Gestaltung des Kursperhäl niffes zwischen de: pol rischen und der deutschen Mart beeinflussen. Es wird darauf hin gewiesen, daß für die Lohnzahlungen in Bolnisch- Oberschlesien bis. her 18 Milliarden deutsche Mart erforderlich waren. Die polnischen Industrietongerne mußten infolgedeffen große Mengen deutscher Mart teufen. Man will run bezweden, daß dieser Bedarf der pol nifchen Mart zugute fommt. Ceuticher Wertmeisterverband, Bezo. 12( Fachgruppe städtische Meister) Freitag, Am Mittwoch( geftern) haben wieder Berhandlungen des abend 6 Ute: Mitgliet erver on miung in der Edulaula, Weinmeisterftr 15. Achtung, Solzarbeiter! Am Freitag, 6 Ult. findet im Gewerijd aftehcus bie Deutschen Holzarbeiterverbandes mit den Arbeitretern vo: dem Die BERO Delegierten treffen fich um 5 Uhr im Schlichtungsausfchuß im Reichsarbeitsministerium stattgefunden, die Generale et ammlung flatt schließlich zur Annahme eines Bergleichsvorschlages führten. Eine Gaal 3 zur Borbesprechung. Legitimation und Barteibuch ist mitzubringen. Der Berbeausschuß. fiart besuchte Bersammlung be: Funktionäre des Verbandes nahm em Mittwoch abend in der Böhowbrauerei zu dem Ergebnis Berantwortlich für ben rebaft. Teil: Bictor Schiff, Berlin: für Anzeigen: Stellung. Ueber den Berlauf der Verhandlungen wurde vom Beth. Glade, Berlin. Berlag Borwärts Berlag 6. m. b. S.. Berlin. Deud: vollmächtigten der Ortsvermaltung Böse berichtet. Nachdem die Rormärts- Buchdruckerei u. Berlaasankalt Baul Ginger u. Co.. Berlin. Lindenkr. 3 cufgestellten Forderungen der Arbeitervertreter von den Arteit. gebern und die Angebote der letzteren von den Bertretern der Arbeiterschaft abgelehnt waren; tam ein Vergleich auf folgender Grundlage zustande: Für die Woche ocm 25 Februar bis 3. März werden die Tariflöhne um 22 Broz., von 1097,75 auf 1339,25 m. erhöht. Für die Woche vom 4. bis 10. März be'rägt die Erhöhung 38 Broz, so daß sich der Teriflohn auf 1514,90 m. stellt In der ugeniose Zur Verlobung Pfandscheine. rauringe Gold, SilberDuk.- Gold 900 gest. v. 25000 M. an einfache Trauringe, gest., von 6000 M. an. Fast alle Preisla en am Lager. Namen u Etu umsonst. Umarbeitungen und Anfertigungen von Trauringen bei Goldzugabe in 24 Stunden Garantieschein für gesetzl. Goldgehalt! 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