Nr.114 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 57 Bezugspreis: Für den Monat März 5800 9. noraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saat. unb Memelgebiet fowie Defterreich und Luxemburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Bostbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Solland, Lettland. Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowafei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Gonntags. beilage Bolt und Zeit". der Unter. haltungsbeilage..Seimmelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 150 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 1200 M. Reilamezeile 6000 Mt. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 375 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jedes weitere Wort 150 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familien- Anzeigen file Abonnenten Beile 300 91. Anzeigen für die nächste Rummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SB.68, Linden. straße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm.. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: : Douboff 292–295 erlag: Döngoff 2506-2507 Freitag, den 9. März 1923 Vormarsch ins Bergische Land. Münster, 8. März.( Eigener Drahtbericht.) Die am Mittwoch befehten Bahnhöfe Weitmar, Langendreer und Laer find wieder geräumt. Die Beute der Franzosen war gering und unbedeutend. Am Mittwoch ist auch der Bahnhof Dornap bei Elberfeld, am Donnerstag der Bahnhof Dortmund besehi worden. In Dornap haben die Franzosen in den Betrieb bisher nicht eingegriffen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr.3 Posticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Die Regierungskrise in Sachsen. Bon Richard Lipinski. Die Landesversammlung vom legten Sonntag hat eine Bochum, 8. März.( WIB.) Im bergischen Lande finds Weiteres Vorgehen bei Mannheim. Lösung der sächsischen Regierungsfrise nicht gebracht und desa weitere Streden südlich Wipperfürth und Engelskirchen durch Franzosen besetzt worden. Die Befahung von Lünen Mannheim, 8. März.( Eig. Drahtbericht.) Am Donnerstag halb wenig Verständnis bei den Genossen außerhalb Sachsens ist drei Kilometer nördlich verlegt worden. In das neubefehte Ge- mittag feßten ungefähr 100 franzöfifche Infanteristen gefunden. Es erscheint deshalb angebracht, eine Darstellung biet fallen die Schachtanlagen der 3echen Preußen 1 bis 3. mit 10 Maschinengewehren in Booten über den Rhein und landeten der politischen und wirtschaftlichen Berhältnisse in Sachsen zu auf dem badischen Ufer bei Altrip, gegenüber Speyer. Sie besetzten geben. Wipperfürth, 8. März.( WTB) Die gestern hier ein- den füdlich von Mannheim gelegenen Rheinauhafen, der aus Nirgends in Deutschland dürften die Klassen gegen gerückten Truppen find in Richtung Engelstiren ab- vier Hafenbeden besteht und dessen Privateigentümer die Rheinau- läge in den letzten Jahrzehnten so scharf aufeinandergeprallt marschiert. Sie haben ihr Gepäck in Wipperfürth zurückgelassen. gesellschaft ist. Damit untersteht jetzt auch die letzte der drei großen sein wie hier. Hierzu kommt, daß die Erbitterung der ArbeiterGummersbach war bis Donnerstag abend nicht befeht. In Hörde Mannheimer Hafenanlagen französischer Willkür. Die Bedeutung flaffe gegen die brutale Unterdrüdung im alten Staat heute find zur Ablösung der zur Entlassung kommenden Reservisten 20 des Rheinauhafens besteht darin, daß durch ihn die großen In- noch unverändert besteht. Es ist also kein Wunder, wenn nach Erfahmannschaften für das dortige Infanterieregiment eingetroffen. dustriewerte, die in dem Vorort Rheinau angesiedelt sind, mit Roh- der Revolution die gesetzgebende Körperschaft in Sachsen stoffen, vor allem Rohlen, versorgt werden. In dem Rheinauhafen immer eine Mehrheit der Arbeiterflasse hatte. Die Aktion gegen Dortmund. lagerten große Rohlenmengen, die der Beschlagnahme an. Leider ging diese Mehrheit durch die Auseinandersetzungen heimfielen. Der Vorort Rheinau selbst ist Station der direkten zwischen den sozialistischen Parteien von 57 Sozialisten und Eisenbahn Mannheim- Karlsruhe. Borläufig ist der Zugverkehr 39 bürgerlichen Abgeordneten auf 49 zu 47 bei der Landtags nicht in Mitleidenschaft gezogen, da sich die Besetzung voraussichtlich wahl 1920 zurück. Durch die Spaltung der Unabhängigen nur auf den Hafen, aber nicht auf den Ort und den in einiger Ent- Bartei auf dem Barteitag in Halle zerfiel die schwache soziafernung liegenden Bahnhof erstrecken dürfte. listische Mehrheit aber in drei Gruppen: 27 Sozialdemokraten, 13 Unabhängige und 9 Alt- und Neufommunisten. Ein Zu Mannheim, 8. März.( WTB.) Heute morgen 8 Uhr erschienen sammenarbeiten wurde durch die Kommunisten erschwert. Der franzöfifche Offiziere auf dem Hauptzollamt Mannheim, pon ihnen im Jahre 1921 geführte Märzputsch, ihre Ableh Am Donnerstag morgen gegen 6 Uhr iff in Dortmund, das gestern besetzt worden war, und erklärten dem Borstand der nung des Polizeietats in zweiter Lesung im Jahre 1922 zu nachdem es von allen Seiten umstellt war, die Janenstadt und das Dienststelle, daß alle deutschen Beamten abgefeßt feien sammen mit den bürgerlichen Parteien steigerte den Kampfess Rathaus von franzöfifchen Truppen aller Waffengattungen befetzt und ihnen der Zutritt zu den Dienststellen untersagt sei. Auf die willen der bürgerlichen Fraktionen, die schwache sozialistischund die Schuhpolizei entwaffnet worden. Der Polizei- Anfrage des Vorstandes der Dienststelle, auf welche Anordnung hin fommunistische Mehrheit zu zerschlagen. Als es den beiden verwalter in Dortmund, Regierungsrat Dr. Kielhorn, wurde die Besetzung des Zollamts erfolgt sei, wurde erwidert:„ Auf Befehl fozialistischen Fraktionen gelang, die Kommunisten davon zu verhaftet und abgeführt. Desgleichen wurden einige Kommunal- der Interalliierten Rheinlandtommiffion." Daraufhin erklärte der überzeugen, daß der Etat und wichtige Gefehesvorlagen noch und Kriminalpolizeibeamte fefigenommen. Die Aufrechterhaltung Borstand, daß er lediglich den Weisungen seiner Behörde folge und verabschiedet werden müßten, fanden die bürgerlichen Barteien der Ruhe und Ordnung ist der Kommunalpolizei in neuer Uniform nur der Gewalt weiche. Das Gebäude wurde sodann mit Befür die Auflösung des Landtages zunächst keine Mehrheit. in Stärte von 600 Mann gestattet worden. Weiter wurde am fchlag belegt. Donnerstag in Fredenbaum bei Dortmund und in Hörde eine Schupowache entwaffnet und ausgehoben. Die Beamten wurden abtransportiert. In Castrop find am 4. März der stellvertretende Bürgermeister und der Borsitzende des Beamten- Ortskartells wegen Platatanschlags verhaftet worden. Der Rest der noch in Redlinghausen befindlichen Polizeibeamten wurde im Laufe des Donnerstags ausgewiefen. Die kommunistische Arbeiterzeitung" in Duisburg ist von den Franzofen vom 5. bis 12. März verboten worden. Dortmund, 8. März.( Eigener Drahtbericht.) Der Bahnhof Dortmund ist von den Franzosen nachmittags wieder freige. geben worden. Ein Teil der heute morgen an der Besetzung beteiligten Truppen ist wieder abgerüdt. Das Rathaus ist wieder geräumt. Der heute vormittag inhaftierte Regierungsrat Dr. Rielhorn ist wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Schuß polizeibeamten find bei Bradel ins unbefehte Gebiet abgeschoben worden. 15 Polizeioffiziere, darunter der Kommandeur, befinden fich noch in Haft. In Lünen ist die Befehungszone um 3 Kilometer nach Osten verlegt. In das dort neubesetzte Gebiet fallen die Schachtanlagen 1 bis 3 der Zeche Preußen. Dortmund, 8. März.( WTS.) Der Bahnhof Langen. breer ist im Laufe des gestrigen Tages von den Franzosen wieder geräumt worden. Bier Lokomotiven, 160 Kohlen und Rotswagen und über 50 2eerwagen wurden während des Ueberfalles als Beute in der Richtung Dalhausen abgefahren. Die Genugtuung für den Effener Skandal. Effen, 8. März.( Eigener Drahtbericht.) Nachdem durch die Breffe befanntgemacht worden war, daß denjenigen Bürgern, die von französischen Besahungstruppen beraubt worden sind, Gelegenheit gegeben werden sollte, ihre Anliegen der Prüfungs. tommission der französischen Besatzungsbehörde gegenüber felbft anzubringen, hatten sich am Nachmittag des 3. März im B. fagungsamt Effen etwa 60 Personen eingefunden. Zum Teil hatten die geschädigten Bürger Zeugen gleich mitgebracht. Eine große Anzahl der erschienenen Bürger wurde aufgefordert, bei späterer Aufforderung wieder zu erscheinen. Die Zuersterschierenen wurden durch Beamte des Besatzungsamtes zur französischen Gen darmerie in Bredenen gebracht und haben dort in Gegenwart von Dolmetschern des städtischen Besatzungsamtes und eines beut schen Rechtsanwalts, der der französischen Sprache mächtig ist und fich für diese Verhandlungen zur Verfügung gestellt hatte, ihre Aus fagen gemacht. Bisher sind 11 Tatbestände auf das ein. gehendste aufgenommen worden. Französische Gendarmen haben fich über die Aussagen der Bürger in deutscher Sprache Niederschriften angefertigt. In den nächsten Tagen werden weitere te raubte Personen aufgefordert werden, ihre Anzeigen bei der frans zösischen Besatzungsbehörde zu machen. Drei Sozialdemokraten ausgewiesen. Wiesbaden, 8. März.( MTB.) Heute früh sind von den Franzofen die Stadtverordneten Otto Bitte und Linde und der Barteisekretär Paul Kabelig ausgewiesen worden. Alle drei gehören der Sozialdemokratischen Partei an. gehören der Sozialdemokratischen Partei an. Die Familie des vor drei Wochen aus Düsseldorf ausgewiefenen Regierungspräsidenten Grüner hat heute ebenfalls den Ausweisungsbefehl erhalten und muß das besetzte Gebiet bis zum Sonnabend dieser Woche verlassen. Englischer Protest gegen Frankreich? London, 8. März.( WTB.) Evening Standard" will wiffen, daß ein auf Rechtsgründe gestühler britischer pro fest an die französische Regierung gesandt worden sei. Er foll sich hauptsächlich mit der Besehung der Gebiete zwischen den Brüdentöpfen durch die Franzosen beschäftigen. Erweiterung der dänischen Hilfsaktion. Deshalb folgte das Boltsbegehren für die Auflösung des Landtages, ohne die Mehrheit der Wähler zu erlangen. Der Landtag und die Regierung hätten vier Jahre bestehen können, wenn nicht der Rathenaumord den Kommunisten Anlaß gab, jetzt mit den bürgerlichen Parteien den Landtag aufzulösen. Die Landtagswahlen im November 1922 standen im Zeichen der Einigungsbestrebungen der Sozialdemokraten und ergaben eine kleine Verschiebung der Mehr heit nach links( 50 Sozialdemokraten und Kommunisten gegen 46 bürgerliche Abgeordnete). Die Kommunisten gewannen ein Mandat, so daß, sie nunmehr geschäftsordnungsmäßig als selbständige Fraktion auftreten und selbständige Anträge stellen fonnten. Das wurde zum Verhängnis für die Regierung. Die Parteien verteilen sich jetzt fo: 40 Sozialdemokraten, 10 Kommunisten, 19 Deutschnationale, 19 Boltsparteiler und 8 De mokraten. Eine sozialistische Regierung fonnte nur mit Unterstützung der Kommunisten gebildet werden, denn der MinisterI präsident, der die Minister ernennt, muß von der Mehrheit des Landtages, also bei Anwesenheit aller Abgeordneten, von Die Hilfsaktion unferer dänischen Genoffen für die Arbeiter- 149 Abgeordneten gewählt werden. Deshalb trat die Partei finder des Ruhrgebietes hat eine Ausdehnung erfahren; anstatt der sofort nach der Neuwahl an die Kommunisten heran, um sie ursprünglich in Aussicht genommenen 1000 Kinder sollen jetzt 2000 Kinder auf die Dauer von drei Monaten in Dänemart untergebracht werden. Nachdem bereits am 22. Februar 110 und am 28. Februaz 360 Kinder aus dem Ruhrgebiet nach Dänemark verschickt worden find, folgten am 8. März weitere 300 Kinder. Sie wurden bei ihrer Unfunft in Hamburg verpflegt und haben alsdann die Weiterreise über Warnemünde angetreten. Wie der Soz. Parlamentsdienst zuverlässig erfährt, hat Herr Poincaré die dänische Regierung wiffen lassen, daß Frankreich die Aufnahme deutscher Kinder in Dänemark gerade nicht als ein 3eichen von Neutralität betrachten fönne. Die kommunistische Bedingung, einen Betriebsrätefür die Teilnahme an der Regierung zu gewinnen. fongreß einzuberufen, der zur Regierungsbildung Stellung nehmen, ein Regierungsprogramm aufstellen und einen Kontrollausschuß zur Ueberwachung der Regierung bestellen sollte usw., wurde schon damals auf einer Landeskonferenz der Sozialdemokratie als im Widerspruch mit der Reichs- und Landesverfassung stehend abgelehnt. Damit war der Versuch einer Regierungsbildung mit den Kommunisten gescheitert und der KPD. blieb völlig freie Hand. Bei der Wahl des Ministerpräsidenten stimmte fie für Buck. Die sozialistische Regierung fonnte in der bisherigen Zusammensehung bestehen bleiben. Dadurch waren die Kommunisten isoliert und sie trachteten Was der Einbruch Frankreich kostet. deshalb, aus dieser Stellung herauszukommen. Die Ruhrbesetzung und eine angebliche Zustimmung des Ministerpräsi 500 Millionen Frank im Januar! denten Buck zur Wirth- Note vom 13. November 1922 gab Ein franzöfifcher Sachverständiger hatte bereits im Manchester ihnen den Vorwand, gegen die durch ihre Unterstüßung geGuardian" vom 2. Februar einen sehr scharfen Artikel über die wirt bildete Regierung Sturm zu laufen. Als die Landtagsmehrschaftliche Sinnlosigkeit des Ruhrabenteuers veröffentlicht, deffen heit die Beantwortung einer von der KBD. gestellten Anfrage Abbrud in einer französischen Zeitschrift auf Wunsch der Regierung auf den 8. Februar verschob, nahm die KPD. eine Wulle- BerBoincaré unterblieben war. Nun bringt das führende Organ fammlung in Leipzig zum Anlaß, gegen mich deshalb ein der englischen Liberalen in seiner Nummer vom 6. März einen Mißtrauensvotum zu stellen, weil ich die Versammlung zweiten Auffaß des gleichen vorgenannten Berfassers, in dem die auf ihr Berlangen nicht verboten hatte. Die bürgerlichen Parfinanzielle Bilanz der Ruhrattion nur für den ersten Monat feien benußten diese Gelegenheit, um die sozialdemokratische Januar gezogen wird. Es handelt sich um eine sehr ernste wissen Frattion zu isolieren und stimmten für das Mißtrauens schaftliche und statistische Arbeit, die mehr als zwei Spalten des auch votum, um ihren Blan auf Bildung einer großen Koalition im Format sehr großen englischen Blattes füllt. durchzuführen. Das Mißtrauensvotum wurde mit 56 gegen Der französische Finanzminister de Lastenrie hatte selbst dem 38 Stimmen angenommen. Die Regierung trat zurüd. Proteft gegen die Repreffalien. Parlament die Regierungskosten des Unternehmens für Der Sieg der kommunistisch- bürgerlichen Mehrheit löste Januar und Februar wie folgt angegeben: Ingenieurmission aber bei den Siegern feine Freude aus. So leicht es war, Bochum, 8. März.( Eca.) Der Magistrat der Stadt 5 Millionen Frant, Unterhalt der Truppen 50 Millionen Frant und die Regierung zu stürzen, so schwer ist ihr Aufbau. Das zu Bochum hat gegen die Auferlegung ber Rontribution von Organisation der Eisenbahnen 60 Millionen Frant. Für Januar rückgetretene Ministerium führt, mit Ausnahme meiner Per35 Millionen Mart Protest eingelegt. Diese Rontribu allein rechnet der Verfasser rund 55 Millionen Frant als die fon, die vollen Regierungsgeschäfte bis zur Bildung einer tion entspreche nicht dem Bölkerrecht, insbesondere nicht der direkte Ausgabe des französischen Staates. Aber, neuen Regierung weiter; es ist also fein bloßes GeHaager Ronvention. Diese bestimme ausdrücklich, daß über fügt er hinzu, der Finanzminister hat nicht die ganze Wahrheit ge- fchäftsministerium. Die Wahl eines neuen Ministerganze Ortschaften feine Repreffalien verhängt werden dürfen, wenn fagt, indem er von den indiretten Ausgaben, nämlich von den präsidenten und damit die Bildung einer neuen Regierung ist die Gesamtbevölkerung nicht für die Handlung verantwortlich ge- Berlusten an Sachlieferungen und von den Verlusten ohne Mitwirkung der Sozialdemokraten unmöglich. Da aber macht werden tanu. der Industrie nicht sprach. die tommunistisch- bürgerliche Mehrheit die Regierung gestürzt Halles so mußten V.t SojioJbemofraicn dieser Mehrheit die Neubildun«; der Regierung überlassen. Sie gelang nicht, ja es wurde nicht einmal der Äersuch hierzu gemacht. Denn die KPD. kann mit den bürgerlichen Parteien wegen der Wahl eines Ministerpräsidenten nicht oerhandeln, will sie nicht den letzten Kredit bei der Arbeiterklasse verlieren, und die bürger- lichen Parteien allein sind an Zahl zu gering. Ja selbst wenn durch Zusallsmehrheit eine bürgerliche Regierung zustande körne, würde sie beim ersten Auftreten durch die kommunistisch- sozialistische Mehrheit erledigt werden. Eine sozialdemokra- tische Mindcrheiisreglerung ist aber ohne Unterstützung anderer Parteien unmöglich. Da die KPD. auf ihren unerfüllbaren Forderungen beharrte, blieb eigentlich nur ein Zusammen- gehen mit bürgerlichen Parteien übrig, um eine Regie- rung zu bilden. Doch auch dieser Gedanka ist so leicht nicht durchzuführen. Die Sozialdemokratie kann nur dann Verstand- ins für einen solchen Schritt bei den Mitgliedern finden, wenn absolut kein anderer Ausweg verbleibt und die Partei einem unabwendbaren Zwange nicht ausweichen kann. In der Arbeiterschaft wird das Ergebnis der Landtags- wähl als Bestätigung der bisher in Sachsen sozialistisch be- triebenen Regierungsoolitik angesehen, die durch die kommu- nistisch-sozialistische Wählermehrheit getragen wird; sie geht von der Voraussetzung aus, daß der Wille der Wähler fei, dojj eine sozialistisch« Regierung und deren Polstik weiter in Sachsen erhalten bleibt. Eine Koalition mit Bürgerlichen geht ihr wider den Strich. Dissen Widerwillen hat das Verhalten der bürgerlichen Parteien noch bestärkt. Die Deutsche Volks- parte: und die Demokraten, die im Reich durch Bildung der Arbeitsgemeinschaft den Eintritt Unabhängiger in die Reichs- regierung verhinderten und die schließlich die Sozialdemo- traten aus der Reichsregiemng drängten, verlangen in Sachsen die große Koalition. Die„Leipziger Neuesten Nachrichten" er- klärten in eüirm Artikel, die Sozialdcntokraten müßten zur großen Koalition gezwungen werden. In derselben Zeit, wo im Reiche die Einheitsfront wegen der Ruhrbesetzung er- strebt wird, zertrümmerten die bürgerlichen Parteien in Sachsen die Regierung. Gegen die Deutsche Volkspartei besteht also in der Arbeiterschaft Sachsens ein« unüberwindliä)e Abneigung. Es bliebe ein Zusammengehen der Sozialdemokraten m i t den Demokraten. Beide Parteien verfügen nur über 48 Mandate, also über keine Mehrheit. Eine Regierung aus diesen beiden Parteien wäre auf die Duldung der Deutschen Volkspartei, also ans eine verschleierte große Koalition ange- wiesen. Die sächsischen Demokraten stehen aber der Deutschen Voltspartei sehr nahe. Selbst wenn eine sazialistisch-demokra- tische Regierung erneut'zustande käme, wäre sie mir von kurzer Dauer, denn in allen sozialpolitischen und sozialistischen Fragen müßten die 5lammunisten mit den Sozialdemokraten zusammengehen; es würde der Landtag oft andere Beschlüsse fassen, als sie den Regierungsdemokraten genehm wären. Bei dieser Sachlage ist es verständlich, wenn die Ableh- nung des Zusammengehens auch nur mit den Demokraten mit Dreiviertelmehrheit beschlossen wurde. Der Ausweg, durch eine Neuwahl eine neue Situation zu schaffen, ist ebenfalls ab- gelehnt werden. Was nun? Der Landesausschuß der Gewerkschaften hat einstimmig die Berufung eines Betriebsrätekougresses abgelehnt. und die Landesverfammlung hat es abgelehnt, den Landesausschuß der Gewerkschaften nochmals zu ersuchen, seinen Beschluß umzustoßen, offenbar weil die Mehrheit einem Konslitt mit den Gewerkschaften aus dem Wege gehen will. Damit ist auch der von den Kommunisten erstrebte Weg ab- geschnitten und eine neue Situation geschaffen. Nur die Hoff» nung, daß die KPD. neuen Verhandlungen zugänglich ist. erklärt die Beschlüsse der Landesversammlung. Nach ihrer eige- neu Forderung kommt fetzt ein Eintritt der Kommunisten in die Regierung nicht mehr in Betracht, sie haben jetzt die Wahl, entweder eine sozialistische Minderlieitsregienmg weiter zu unterstützen oder mit den bürgerlichen Parteien den Landtag aufzulösen und Neuwahlen herbeizuführen. Das eine wie das andere bedeutet aber nur eine Atempause, keine Losung. »Spinnerei" München. Bon Paul(Biitmann. Unter„Spinnen" versteht der Münchener eine Gehirptätigkeit, hie der andere Deutsche mit dem herzlosen Wart„Verrülktsein" abtut.„Er spinnt hall" bezeichnet ein Anderssein, das, obwohl dein Wahn ivrwandt, doch den: Zuschauer Freude macht. In einer Stadt, die au» originellen Trunknen, sei es des Diers, sei es der Kunst, besteht, ist Andersgeaptetheit ein lobenswerdcs Merkmal. Nur nicht lorrekt sein, norddeutsch(ein, immer einen Stich ins Napren- tum, ins alkoholisch Gesteigerte, in die Verantwortungslosigkeiten zeigen, dos ist die Gaudi des Mnncheners. Nu» ist Georg Fuchs mit seiner Spinnerei erledigt. Iour- nalist, ehemaliger Berichlerstaiter des„Berliner' Tageblatts". Pastorsahn aus Dreieichenhain, einem Spuknest bei Darmstadt, von Ausselien ein Feldwebel mit dem Blick eines Trunkenen, von Gemüt «in irrlichieliercnder Phantast, langte er nach den politischen Lor- beeren, da die dichterischen nicht erreichbar waren. Ein Genosse Mühstims, nur oon der entgegengesetzt«:: Seite, büßt« er den Wahn seiner vom Kaffeehaus vergifteten Gcneranon, daß Genialität gleichbedeutend mit innerer Ungeordnetheit sei. Er stand immer auf der Seite des Absurden. Als es Mode wurde, mit kleinen Anfangs- buchstaben zu dichten, gründete er die„Kunstchronik", wo die Epi- vvnen des Epigonen Georg« ihre belanglosen Schmerzen in unoer- stündliche Reime gössen. Er gründete dl« Reliesbiihne und schrieb über diesen ijnmbug ein dickleibiges Werk. Er kokettierte mit dem Freisinu, solange die Monarchie währte, und hielt die Monarchie in der Republik für das äußerste an Vornehmheit. Professor wurde dieser Proleslant, weil er in die Bearbeitung eines Dramas von Calderon ein halbes Dutzend Heilige mehr als im Original hinein- flocht. Diese impolcnlen Federhelden, die mit der Feder immer daneben trafen, glaubten nach dem Kriege mit dem Säbel besser zielen zu können, wie der famose Scheidt, der Gründer der Aesthetenzeitschrift Avalun, ein unbedeutender ehemaliger Apotheker und späterer Kriegsmintster von Mühsams Gnaden. Söhn« einer ziellosen Bourgeoisie, verdorben vom Gymnasium, vom Altohol und der seelenlosen Literatenkunst, fuschten sie auch in die Politik, die ihrem Bedürfnis nach bequemem Ruhm feist« Nahrung bot. Der Alpcnföhn, der oftmals über die Stadt München braust. trieb über den Himmel dieser Stadt ein Narrengewand von un- wahrscheinlicher Buntheit. Bunt und abenteuerlustig ist der Cha- rakter eines Teils der Einwohner. Hier baute der geniale Narr Ludwig seine phantastischen WolkenschlLsser, hier gab es ein« Revo- lution wegen einer Tänzerin und wegen eines Bieraufschlages von einem Pfennig, hier verehrt« man einen Prinzen wegen seiner stadt- bekannten Ehebrüche, hier eroberte das Literatencafe die Regierung, hier wird ein geschlagener Feldherr, der Verderber seines Volkes, zum Nationalheiiigen, hier erhebt sich ein Prooinzllterat zum KLnigsnwcher! Es ist nötig, daß in dieser gefahrumdrohten Zeit den „Spimtertea" ein Ende gemacht wird, Die Franzosen gegen Koalitionsfreiheit. Vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund wird uns mitgeteilt; Die Maßnahmen der Besatzungsbehörden am Rhein und Ruhr wenden sich immer stärker gegen die als Hauptträger des passiven Widerstandes erkannten G e w e r k- s ch a f t e n. Der neueste Zugriff gilt dem K o a l i t i o n s- recht. Eine Anordnung der Besatzungsbehörde in Bochum verlangt von allen Gewerkschaften und Verbänden Einreichung der Mitgliederlisten, Angabe der Vorstandsmitglieder, Nach- Weisung oon Bereinszielen, Bekanntgabe der Satzungen, An- Meldung der Versammlungen und ähnliches mehr. In selbst- verständlicher Einmütigkeit haben alle Gewerkschafts- g l i e d e r u n g e n im besetzten Gebiet gemeinsam und öffent- l ich erklärt, daß sie, da sie nur deutsches Recht und deutsche Gesetze als für sie maßgeblich anerkennen, die Anordnung der Besatzungsbehörde als ungesetzlich ansehen und ihre Befolgung ablehnen. Die Spitzenoerbände der beut- scheu Arbeitnehmerschaft, die am gestrigen Tage in gemein- samer Beratung zu der Angelegenheit Stellung genommen haben, fordern auch ihrerseits alle Beteiligten auf, sich keiner ungesetzlichen Anordnung zu fügen und im Willen zur Erhaltung der Koalitionsfreiheit nicht zu er- lahmen._ Ruhrfpenüe aus der Tschechoslowakei. Der Vorstand der deutschen Sozialdemokratischen Partei in der Tschechoslowakei hat unserem Parteivorstand 5000 Kronen zur Unterstützung der Ruhrbevölkernng überwiesen. Den gleichen Betrag übersandten die sozialistischen Abgeord- neten und Senatoren aus Prag. Dies sind zusammen nach dem gegenwärtigen Kurs ungefähr sieben Millionen Mark. Umlagegetreiöe teurer als freies Getreide. Die Rcichsregierung hat den Umlagegetreidepreis für das fünfte Sechstel der Umlagemenge bekanntlich auf 600 000 M. je Tonne festgesetzt. Die Herren Agrarier sind mit dieser Preis- festsetzung natürlich nicht zufrieden. Es überrascht daher auch nicht, wenn der Brondenburgische Landbund in einer Ent- schließung seines Vorstandes jagt, die letzte Preisfestsetzung bringe„eine schwere Enttäuschung, weil sie weit hinter den Produktionskosten zurückbleibt". Wie wenig begründet diese„Beschwerde" der Landwirtschaft ist. zeigt die Tatsache, daß am gleichen Tage, an dem die Entschließung der märkischen Landwirte veröffentlicht wurde, an der Berliner Produkten- börse, also imfreienHandel.dcrZentnerRoggen mit 28200 bis 30000 M. bezahlt wurde, während der Umlagepreis für die gleiche Qualität und das gleiche Gewicht 30 000 M. beträgt. Es sollte uns nicht wundern, wenn die Herren Agrarier jetzt mit größter Beschleunigung nicht nur das abzuliefernde Getreide, sondern auch noch die zu Speku- lationszwecken zurückgehaltenen Bestände der Reichsgeireide- stelle.großmütig" anbieten. Daß sie nun eine Ermäßigung des Ilmlagepreises beantragen werden, ist ihnen nicht zuzu- trauen. Deutschlands Kohlenverforgung. Im Hauptausschuß des Reichstages berichtete der Reichs- kohlentommissar am Donnerstag über die Kohlenlage. Er führte aus, daß die Kohlenversorgung im allgemeinen gut sei und daß die Widerstandskraft Deutschlands an der Kohle nicht scheitern werde. Sowohl die Eisenbahnen, Gasanstalten, Elektrizitätswerke, als auch die prioaten Verbraucher in Industrie und Hausbrand ver- fügen noch über reichliche Bestände. Dazu sei ein« gesteigerte Be- lieferung aus den nichtbesetzten Kohlenrevieren gekommen, in denen die Bergarbeiter zumeist Ueberschichten versvhren. Die Kohlen au» Polnisch-Oberschlesien und der Tschechoslowakei seien bisher in den üblichen Mengen geliefert worden. Knapper als m kohlen stände es um den Kots, aber auch hier sei es möglich, durch Ein- fuhr und durch Sparmaßnahme:: im Innern vor allen Dingen die Der Männergesangverein„Dypvgraphia"(Mitglied des DASA.) gab, zum zweilenmal vor ausverkauftem Hause, in de? Hochschnte für Musik ein Konzert, an dem sich solisiisch Paula Weinbaum mit Liedern von Wolf und Kowalski beteiligte und Wittenberg eine Reihe von Violinsoli beisteuerte sowie sich tfls Klavierbegleiter eines Chorwerkes betätigte. Die prachtvolle Stimm« der hochmiisita- tischen Altistin hat an Weichheit und Ausdrucksfähigteit im Piano l«br gewonnen. Wittenberg, süßer Geigenton und seine VirttwsitSt stehen auf alter Höhe. Die Leistungen des Männerchors sind aller- ersten Ranges. Der langsährige Ehormeistcr W« i n b a u m. gleich gut als Dirigent wie als Klavier begkitcr, hat dieses Menschen inaterlal timmlich, musikalisch und künstlerisch in hervorragender Weise ge» chutt. Nur eine kleine Einwendung: Nebensilben sollten nicht so tark betont werden wie Hauptsilbcn; und die Vokale sollten bester und reiner geformt werden: es heißt nicht„sie schlummern friedlich aale und nur der Schiefer wacht", sondern:„alle" und„Schiffer"! Dieser sehr schwere Schubert-Ehor wurde auch sonst klonglich nicht so befriedigend vorgetragen wie alle übrigen Stücke. Am besten wirkten die Volkslieder, recht langwellig jedoch ein großer schwerer Hegar-Chor; höchst virtuos der Baumannsche Etfelwind. Wenn man sich an das Singen in der unnatürlichen Fistelstimme(das im Wesen des Münnerchvrs liegt, weil die ersten Tenöre ihren Part nur so durchführen können) gewöhnt Hai, so muß man dieser Ausbildung hier die höchste Anerkennung zollen. Dagegen waren die tiefen „schwarzen" Baßstimmen eine wahre Freude. Im ganzen ein Kon- zert, das allen künstlerischen Anforderungen genügt, die man sonst cm die berühmten Männerchöre bürgerlicher Art stellt. Dr. A. G. Der verfilmte Friedensvertrag. Der Friedensvertrag von Per» sailles wurde zum Welldrama und Deulig nahm ihn zum Film- Vorwurf und ließ ihn von Universitütsprosessor Ludwig Bernhard bearbeiten. Dem gelang es, die vielen Zahlen, mit denen er not- gedrungen operieren mußt«, durch bewegliche Trickkarten usw., wenigstens im Film schmackhaft zu machen. In anschaulicher Weis« wird der in seiner Auswirkung für die Weltwirtschaft nieder- schmetternde Inhalt des Fricdensdiktals dargestellt. Man wird be- kanntgemacht mit Deutschlands Gebiets- und Bevölkerungsverlustcn, mit den Aderlässen, die an Landwirtschaft und Industrie vorgenom- men wurden, der teilweisen katastrophalen Zertrümmerung unserer Verkchrsunternehmen. Auch wurde man bildlich Zeuge der Deutsch- land aufgezwungenen Abrüstung, die so sinnlos gehondhabt wurde. daß Mowre, Wunder der Feinmechanik, nicht � der Industrie zugc. führt werden durften, sondern zerschlagen wurden. Dos ist einpö» rend und oufrcizcnd für ein darbendes, arbeiten wollendes Volk. Diese Abschnitte des Films waren schon bekannt, weil Deulig sie bereits In den Wochenschauen laufen ließ. Ueber den uns und der Welt Verderben bringenden Friedens- vertrag von Versailles sind wir alle einig, über die Geräuschentsal- tung beim Ansehen des Films kann man aber wohl geteilter Ansicht sein. In den Kammerlichtspielen am Potsdamer Platz war feine Vorführung für einen Teil des Publikums aus jeden Fall sehr an- strengend. Es wurde getrampelt, gellatscht, gepfiffen und Zuschauer wurden rausgeworfen, die beim Absingen des Deutschlandliedes nicht ausstanden usw. Alle Anerkennung für ein freudiges Sichbetennen zu Deutschland in seiner Not, aber muß das unbedingt mit Radau verbunden sein? Ohne die Gabe der Weissagung zu besitzen, kann man Deulig mit dem verfilmten Friedensvertrag ein gutes Geschäft voraussagen.«. d. Hochöfen und Gießereibetriebe in Gang zu halten. Durch Zuhllfe. nähme der schlesischen Reviere und geeigneter Klein kokssorten könne auch der dringende Bedarf an Schmiedetvhle gedeckt werden. Gegensätze im Lornite des Forces. Pariser Blätter berichten über heftige Meinungsver- fchiedcnheiten innerhalb des Cornite des Forges, d. h. der Zentralorganisation der französischen Schwerindustrie. Danach würden die Industriellen des Nordens und des Ostens unter Führung des lothringischen Stahlmagnaten de Wendel mit allen Kräften„bremsen" und aus die Regierung im Sinne einer Ver- ständigung einwirken, während«ine andere Gruppe unter Führung Schneiders, des Besitzers der großen Werke in Le Creuzot, L« Havre, St. Nazaire usw., für die Verschärfung des Ruhrkonflikts«intrete. Das liege daran, daß insbesondere die lothringischen Hütten infolge des Ausbleibens der Kokszufuhr aus dem Ruhrgebiet Schwierigkeiten gegenüberständen, die sich von Tag zu Tag ver- schlimmerten, während die sonstigen Werke nicht in demselben Maße auf die Ruhrkohle angewiesen sind. Die Creuzot-Gruppe befinde sich nun infolgedessen in einem zunehmenden Konkurrenz- vorteil gegenüber der Wendel-Gruppe, den sie auch durch die Fortdauer und die Zuspitzung des deutsch-stanzösischen Konfliktes immer mehr auszunutzen versuche. Tatsächlich nehmen die Schwierigkeiten de� Hochösen im Osten Frankreichs immer mehr zu. Dos geht aus dem Bericht eines vom Pariser„Oeuvre" am 6. März nach Nancy entsandten Sonder- berichterstatters deutlich hervor. Bereits am 15. Februar hatte das Bulletin der„Industriellen Rundschau des Ostens" die Lage sehr düster geschildert, jedoch die Hoffnung ausgesprochen, daß„die Ruhraktion Ihre«Früchte rech t bald" einbringen werde. Aus den Cr- klärungen, die der Sonderberichterstatter des„Oeiwre" am Sitz der verschiedenen Industrieverbändc in Nancy erhielt, geht jedoch her- vor, daß diese Hoffnung sich im Lauf« der letzten Woche in keiner Weise erfüllt hat. Die gefragten Persönlichkeiten kamen mit der Sprache nur schwer heraus, doch geht aus ihren Erklärungen her- vor, daß die Industriellen die allergrößten Schwierigkeiten über- winden müssen, um nur die wenigen noch nicht völlig ausgeblasenen Hochöfen in beschränkter Tätigkeit aufrechtzuerhalten. Borläufig soll allerdings— immer nach den Mitteilungen der französischen Blätter— die scharfmacherische Richtung Schneider die Oberhand innerhalb des Hütlenverbandes besitzen, dessen Gene« mlsekretär Robert Pinot, einst Intimus von Wendel, zu dessen Gegnern übergegangen sei. Der Verfasser führt sodann im einzelnen die Kohlen, und Kots mengen an, die Frankreich von Deutschland auf Repara» tionskonto vor der Besetzung erhielt und n a ch der Besetzung nicht mehr erhielt. Er berechnet den Geldwert dieses Verlustes mit IZg Millionen Frank. An sonstigen Sachleistungen für den Wiederaufbau g«. mäß dem Gillet-Nuppel-Abkommen, die seit dem Beginn der Ruhr- uktion aufhörten, hat Frankreich im Januar etwa 40 Millionen Fr. eingebüßt. Am schlimmsten hat sich aber der löprozentige Sturz der französischen Valuta fühlbar gemacht, der einen Der. lust in der französischen Handelsbilanz von 321 Millionen Fr. aus- macht. Darüber hinaus ist übrigens der französische Außenhandel im Januar gegenüber Dezember sehr wesentlich zurück- gegangen. Aus allen diesen Gründen und Tatsachen kommt der französische Sachverständige zu dem Schluß, daß die Verluste Frankreichs an direkten Ausgaben und an sonstigen volkswirtschaftlichen Verlusten weit über eine halbe Milliarde Papierstank allein für den ersten Monat des Abenteuers betragen. Unter diesen Umständen können wir es allerdings begreifen, daß die Regierung Potneare die Veröffentlichimg dieser Angaben in Frankreich als unerwünscht bezeichnet hat! Da, kschechlsche Ausnahmegesetz ist nach Hinausschleisung einiger obstruierender Kommunistcn, die sich der Ausschließung nicht fügten, durch die Parlameulswache nach einer scharfen Protesterklärung der deutschen Sozialdemokraten und nach weiterer Besprechung, in Abwesenheit aller Oppositionsparteien, angenommen worden. Dr. Zullu» Oevin las im Vortragsraum des Rowohlt- Verlages aus eigenen Werten. Leider unter manchem Ver- sprechen. Dennoch wirkte«in Kapitel aus dem Roman„©irnfon", dank der starken Bildkroft der Wort«, sehr eindrucksvoll. Ebenso ist die Erzählung„Dos kaiserliche Opfer" Zeugnis tiefsten Verfenkens und innigster Hingebe an fremde Gefühlswelten. Und das Nachsinnen de» Sohnes des Himmels, der zwischen den irdischen und überirdischen Dingen die Zusammenhänge sucht, gibt dem gern in den Tiefen suchenden Schriftsteller Gelegenheiten, wertvolle eigen- artig« Gedmiken nuszusprechen und auszuspinnen. Daß er aber mit semer lebenswahren Gestaltung oon Menschen aus fernen Welten Anklang findet, bewies der Beifall stiner zahlreich erschienenen Ge- meinde. e. b. Thealermonopol Rotttr. Die Leiter des Z e n t r a l t h e a t e r g stehen mit den Brüdern Rotter in Unterlmndlnng wegen Eingliede- nmg ihrer Bühne in den Rotter-Kvnzern. Wem: dann im nächsten Jahr auch nach das Theater des Westens und das L e s s i n g- Theater diesem Konzern zufallen, so werden die„Rotter-Werke" nicht weniger als sechs Berliner Bühnen ihr eigen nennen! Die Krise am Schiller-Theater dauert an und wird möglicherweise ihre Lösung in einer Uebernahm« des Hauses durch die Staatstheater finden. Die gräßlcn Wälder der Erde. Die planlose und unverantwort- liche Weise, mit der besonders in stüheren Zeiten die wertvollsten Wälder in Europa ohne jede Rücksicht ans die Forderungen einer geordneten Forstwirtschast abgehoizt worden sind, ist nicht nur für die Verschlechterung der klimatischen VerhälMisse vieler Länder ver- antwortlich zu machen, sondern sie trägt auch die Schuld daran, daß es in Europa kaum noch ein Land gibt, das eigentliche Riesenwälder ausweisen kann. Unter diesem Raickbau der Forstwirtschaft hatten auch in besonderem Grade di« Wälder Nordamerikas zu leiden, wo man Jahre hindurch meilenweit in unvernünftiger Weise die Bäume niederjchlug, ohne genügend für den Nachwuchs zu sorgen. Immer- hin befinden sich dort noch Wälder von außerordentlichem Umfang. So besitzt beispielsweise Kanada«in« Waldsläche In einer Länge von 2780 Kilometern und einer Breite von 1000 Kilometern, die sich über die Staaten Quebec und Ontario hnzieht und sich bis zur Halb- instl Labrador erstreckt. Im schwarzen Erdteil ist es Zentral- afrika, das zwischen dem Kongo und den Quellen des Nil sowie des Zambefi gewaltige Wälder besitzt. Die ausgedehntesten Wälder liegen indessen in Asien.' Dort findet sich in N a r d s i b i r i e n zwischen den Flüssen Ob und Lena ein riesiges Waldgebiet, das eine Länge von �800 Kilometern und eine Breite von 2700 Kilometern aufweist. Man hat es hier mit dem ausgesprochen größten Urwald der Erde zu tun, den zum großen Teil noch nr« eines Menschen Fuß betreten hat und der noch fast völlig der Durchforschung harrt. MuieumSsübriingeu. Sonning. den 11., voim. Sst. Uhr, finden wlssenschastliche Führungen durch Diretlorialbeamte im Neuen Muicum (Aegypten von LOOV d t« 1600 v. C b r. j, im Kaiser- Frtedrich-Museum(Kunst des 1>. Hlabrhundert«> und im Museum für Bötkerkunde(DaS WirtschastSleben südamerikanischer Völker) slatt. Eintrittskarten zu 1 M. und Programme zu 2 M. sind vor Beginn der Führungen am Eingang der genannten Museen erhülllich. Moderne Eello- Sonaten, daninter die Erstaufführungen von KlndemUH. ttodaly und Goolien«, ipielen G e I a Trau(Eello), Felix P e t y r e I(Klavier! unter Mitwirkung von Jvvr K«r«au(Bioline), am 13.,» Uhr, im Sechste injaal. Der Verschwörersumpf in München. München, 8. März.( Eigener Drahtbericht.) In führenden Kreisen der bayerischen Linksparteien bezeichnete man die Berhafteten Fuchs und Machhaus als die Agenten des franeiner Donaufonföderation unter französischem Protektorat. Geldentwertung und Steuerzahlung. zöfifchen Gesandten in Wien, Alizé. Das Ziel des Um- Sozialdemokratie verlangt, sie solle den Klassenfampf am Bilanztage. Diese Wertpapiere und Zahlungsmittel Herr Stresemann hat in seiner letzten Rede von der den sollen. Wir verlangen ihre Einschägung nach dem Kurswert ffurzes war die Abgrenzung Bayerns vom Rhein und die Bildung abschwören. Worauf zu erwidern ist, daß damit der Klaffen dürfen auch feineswegs als Gegenstände des Betriebsvermögens fampf noch nicht aus der Welt geschafft wäre, denn er ist fein gelten. Ebenso scharf wenden wir uns gegen die hohe Berech nung der Abnugung und gegen jede steuerliche Begünstigung Ueber die fünfzehn Verhaffungen wegen des Verfuches eines von böswilligen Politikern gewollter Zustand, sondern eine in der Landwirtschaft, die die größter Borteile von der GeldHochverrates fehlen noch immer nähere amtliche Angaben. Unser der Struktur unserer Gesellschaft begründete Tatsache. Richtig, entwertung gehabt hat. Im Ausschuß flagten zwar Bertreter der Partelorgan, die Münchener" Post", richtet an das Vorstandsmitglied ist nur, daß seine Formen und Stärkegrade wechseln. In Landwirtschaft in so beweglichen Tönen über ihre Not, daß ich der Vereinigten vaterländischen Verbände, Minister Roth, die welcher Weise, das hängt nicht nur von den Besiglosen, son- nicht umbin tonnte, am Schluß der Sizung Frage, ob er nicht Auskunft geben tönne, welchen Gruppen oder dern auch von den Besitzenden, nicht nur von der SozialdemoGeheimorganisationen die Verhafteten angehören und deutet an, daß fratie, sondern auch von den bürgerlichen Parteien ab. der foeben erfolgte Rücktritt des Herrn v. ahr vom Vorsik der Vaterländischen Verbände in einem handfesten zu jammenhang mit den Berhaftungen steht. eine Kollefte für die nofleidende Candwirtschaft anzuregen. Es besteht aber die Tatsache, daß die Besteuerung der Wenn die bürgerlichen Parteien beweisen wollen, daß sie Grundstüde in einem starten Mißverhältnis fteht zu den enorm einsichtig genug sind, um eine vermeidbare Verschärfung der gestiegenen Bodenpreisen Die vom Ausschuß festgesezten Säße für Gegenfäße unter den gegebenen Umständen wirklich zu ver- Abschreibungen müßten auf ein Behntel herabgemindert werden. In unterrichteten Kreisen weist man anläßlich der Berhaftungen meiden, dann bietet sich ihnen bei der Beratung des Gesetz- Ferner beantragen wir, daß die geschuldeten Steuerbeträge auf eine Rede des Nürnberger Großindustriellen Dr. Tafel, des entwurfs über die Berücksichtigung der Geldent in der gleichen Weise erhöht werden, wie fich feit ihrem Fälligkeits. Borsigenden des Bayerischen Ordnungsblodes, vom 3. November wertung in den Steuergesehen die beste Gelegen der Kapitalrentensteuer find wir einverstanden, falls von den Divi tage der Goldaufschlag erhöht hat. Mit der Suspendierung 1921 hin. Diese Rede wird als augenblicklich höchst aktuell bezeichnet, heit dazu. Sie müssen dann darauf verzichten, in diesem Ge- denden 10 Proz. an anderer Stelle erhoben werden. da fie die geheimsten Absichten eines Teiles der bayerischen Rechts- fehentwurf, wie fie es bisher gewollt, Bestimmungen hinein tragen weiter raditalen enthüllt. Dr. Tafel bekannte sich damals zu folgenden zubringen, die auf eine unzulässige Schonung des Besizes zum Wiederherstellung des Depotzwanges, weitere Aufhebung des Anschauungen:„ Die Berliner Regierung erwelft sich als unfähig, der Schaden der Allgemeinheit und der Besizlojen hinauslaufen. Bantgeheimnisses und Offenlegung der Steuerlisten. vielen Nöte in Deutschland Herr zu werden. Der Reichswagen rollt Andernfalls wird die Sozialdemokratische Partei aus ihrer Es ist uns unverständlich, daß gerade die Banten und Sparkassen unaushaltsam dem Abgrund zu und muß früher oder später zer- ganzen fachlichen Einstellung zu den Steuerproblemen heraus die Wiederherstellung des Bankgeheimnisses und die Aufhebung des schellen. Darum ist es flüger, das gefährliche Fahrzeug zu verlassen, gezwungen sein, in der oppofitionellen Haltung zu dem Ent- Depotzwanges betreiben; sie haben doch unter diesen Maßnahmen folange es noch Zeit ist. Bayern muß sich von Berlin unwurf in der Gestalt, wie er ihn bisher erhalten hat, zu ver- nicht gelitten. Zu der Entschließung des Ausschusses, die die Beabhängig machen; Bayern ist fein selbständiges Wirtschafts harren und fie in allerbeutlichster Form zum steuerung des Einkommens insbesondere von Lohn. und Gehalts. empfängern auf eine neue gerechte, der Lage des deutschen Geldgebiet, folglich muß es fich an eine Großmacht anschließen; diese Großmacht fann nur Frankreich fein!" wesens entsprechende und die Erhebung der Steuer vereinfachende des deutschen Geldwesens entsprechende und nach dem Vorbild der Grundlage stellen will, schlagen wir insoweit eine Aenderung vor, als wir das deutsche Steuersystem auf eine neue gerechte, der Lage Lohnsteuer die Erhebung vereinfachende Grundlage gestellt wissen wollen. Dadurch würde das rechtzeitige Aufkommen der Steuern gesichert und das Reich gegen Kursverlufte bei der Steuerzahlung geschützt werden. Im Auslande, selbst in deutschenfreundlichen Kreifen, glaubt man, taß Deutschland noch lange nicht alles tut, um seine die Tarife und die Bestimmungen über die Steuereinziehung to scharf gestalten, wie das nur immer möglich ist.( Lebh. Beifall E. b. Go3.) Eine sozialdemokratische Entschließung ersucht die Regierung, den Termin für die Abgabe der Steuererklärung für die Einkommensteuer, Bermögenssteuer und Zwangsanleihe nicht übe: dea 15. April hinaus auszudehnen, Ausdruck zu bringen. So richtig es ist, daß eine dauerhafte Lösung des Das energische Zugreifen der bayerischen Staatsregierung gegen er it a bil sein wird, so wenig ist es angängig, daß die Bes Problems erst möglich ist, wenn unsere Währung wie über solchen offenfundigen landesverräterischen Bestrebungen ist zu begrüßen. Es ist ein Schrift zur Reinigung der politischen Atmo- fizenden unter den Steuerzahlern aus dem gegenwärtigen Zusphäre. Allerdings läßt die bayerische Staatsregierung gegenüber stand der Unsicherheit Vorteil ziehen. Außen- und inner anderen rechtsradikalen Bestrebungen, vor allem der National- politische Gründe sollten die bürgerlichen Barteien dazu be fozialisten, die in ihrer Wirkung ebenfalls als landes- stimmen, eine Haltung aufzugeben, der die Sozialdemokratie verräterisch zu bezeichnen sind, vorläufig noch jede Initiative ihren entschiedensten Widerstand entgegenzusehen gezwungen vermiffen. Die neuerdings veröffentlichte Rede Adolf Hitlers ist. Diefelben Gründe bestimmen aber auch die Sozialdemo- Finanzen zu ordnen. Wir müssen daher die Bewertungsvorschriften, müßte eigentlich auch die bayerischen Instanzen zum scharfen 3u- fratische Reichstagsfraktion in ihrem Entschluß, bei ihrem greifen veranlassen, da Hifler mit einem geradezu unglaublichen Widerspruch zu verharren und ihn noch zu verschärfen, wenn 3ynismus die gemeinsame Abwehrfront im Ruhrgebiet und den es bei den Ausschußbeschlüssen verbleiben soll. Es wird gut paffiven Widerstand verhöhnte und gegen die Ruhrhilfe hehte. Die fein, wenn man sich über diesen Stand der Dinge auf keiner Münchener Poft fommt heute zu dem zusammenfassenden Urteil, Seite einer Täuschung hingibt. daß auch ein bezahlter französischer Agent in keinem Falle anders handeln konnte, als es Hitler in den lehten Wochen getan hat. In den Kreisen der äußersten Rechten in Bayern scheint man allmählich von den landesverräterischen Neigungen der Bitfinger, Tafel und Konsorten abrüden zu wollen. So ist erst vor kurzem der Gesamtvorstand des Bundes Bayern und Reich, an der Spize Dr. Piffinger, gestürzt und durch reichstreuere Elemente ersetzt worden. Die Abg. Dr. Helfferich( Dnat.): Dadurch, daß die Sozialdemo tratie ihre alten Anträge wieder emgebracht hat, tut fie der Sache Der Reichstag beriet am Donnerstag in zweiter Lesung feinen Gefallen. Die Beranlagung wird dadurch nur noch weiter den Gesezentwurf über die Berücksichtigung der Geldent hinausgeschoben. Werden wir in dieser Woche mit dem Entwurf wertung in den Steuergesehen. Die Borlage bringt für nicht fertig, so ist vielleicht nicht einmal der 30. April als End14 Steuergefeße Aenderungen. Der Berichterstatter Abg. Heinath termin für die Abgabe der Steuererklärungen innezuhalten. ( Dem.) erklärt, daß weder durch die Regierungsvorlage noch durch Abg. Dr. Moldenhauer( D. Bp.): Die große Üngerechtigkeit, die in die Beschlüsse des Ausschusses die Aufgabe, die Steuerleistungen der Benachteiligung des Lohn und Gehaltsempfängers gegenüber auf eine wertbeständige Rechnungseinheit zu stellen, befriedi- den sonstigen Steuerpflichtigen liegt, muß beseitigt werden. gend gelöst worden sei. Die Borlage tönne nur einen Not be. Offenlegung der Steuerlisten lehnen wir ab. Abg. Herold( 3.): helf schaffen, indem sie die Fälligkeitsfristen der Steuern vor. Die zu hohe Besteuerung der Landwirtschaft fönnte nachteilig auf Geldstrafe für Reichsfahnenschändung. verlegt und durch hohe Verzugszinjen eine schnellere Ein- die Produktion wisten. Wir sind für die Wiederherstellung Leipzig, 8. März.( WTB.) Der süddeutsche Senat des Staats- zahlung erreichen will. In einer Entschließung ersucht der Aus- des Bankgeheimnisses und die Aufhebung des Depotzwanges, aber gerichtshofes zum Schuße der Republik trat heute unter dem Borschuß die Regierung, die Einkommensteuer auf eine neue, gerechtere für die Auskunftspflicht der Banken. Wir beantragen, die Grundlage zu stellen. 1922 erworbenen Grundstüde mit dem Anschaffungspreis zu be fig des Senatspräsidenten Dr. Schmidt zu einer ersten Sigung zuwerten. Abg. Merd( B. Bp.) lehnt die sozialdemokratischen Anfammen. Verhandelt wurde zunächst gegen die Heidelberger träge ab, stimmt aber der Auskunftspflicht der Banten und den Auss Studenten Bacherer und Gruhl, die im Juni 1922 bei einem Rorpsschußteschlüssen zu. ausflug in den Schwarzwald in Donaueschingen von einer zum Empfange des Erzbischofs errichteten Ehrenpforte eine schwarz rofgoldene Reichsfahne herabgerissen und dann im Wirtshause verbrannt hatten. Sie wurden wegen gemein. schaftlicher Sachbeschädigung zu je 100000 Mart Geldstrafe bzw. einem Jahr Gefängnis verurteilt. Ferner verurteilte der Senat den Kaufmann Ehrenpfort und den Bäcker Stadler zu je fünf Wochen Gefängnis, die durch die Unter fuchungshaft verbüßt sind, weil sie in Füssen in Bayern ein von dem Archivar La un verfaßtes Schmähgedicht auf den Reichspräfidenten hatten anschlagen helfen. Laun selbst entzog sich der Ver. antwortung durch Flucht nach Tirol. Im Beschlußverfahren verhandelte sodann der Senat über eine Reihe von Beschwerden gegen Zeitungsverbote. Belaisches Streikrecht. Brüssel, 8. März.( Agence Belge.) Eine in den letzten Tagen angestellte Untersuchung hatte zu der Annahme geführt, daß die jüngsten Streits in dem belgischen Kohlenbergbau und der belgischen Metallindustrie von in Belgien anfäffigen ommuniften organisiert worden seien. Die Staatsanwaltschaft in Brüffel brachte in Erfahrung, daß es sich um ein regelrechtes som plott gegen die Sicherheit des Staates handelte. Auf Grund der von ihr erlaffenen Vorführungsbefehle wurden gestern abend in Brüffel, Antwerpen, Lüttich, Charleroi und Gent zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Ungefähr 40 Personen aus der Führerschaft der Kommunistischen Partei wurden festgefeht. 3ahlreiche Broschüren und ein ausgedehnter Briefwechsel wurden beschlagnahmt. Die Verhafteten fallen unter Artikel 299 des Strafgesetzbuches über Bergehen gegen die Staatssicherheit. Nach der Agence Belge" sollen die verhafteten Kommunisten Nach der Ugence Belge" sollen die verhafteten Kommunisten hauptsächlich aus Deutschland und Rußland Gelder bezogen haben. Abg. Bernstein( Soz.): Es handelt sich nicht um die Lösung eines Problems, sondern um den Versuch, sich im Augenblick aus den Echwierigkeiten herauszuhelfen. Daß bei dem großen Sturz der Mart die viel früher Eeschlossenen Steuergefehe nicht mehr aufrechtzuerhalten waren, ist ffar. Wir haben daher schon seit langer Zeit auf die Anpassung der Steuerbarife an die Geldentwertung gedrängt, leider ohne daß die Regierung diesem Vorschlag zustimmte. Bei einer gerechteren steuerlichen Erfassung des Besizers würde die Mart den jezigen Liefstand taum erreicht haben. Zu ihm wäre es auch dann nicht gefommen, wenn das Reich, wie wir das immer verlangt haben, rechtszeitig mit der Stügungsaktion eingegriffen hätte. Milliarden wären so dem Reiche und der Bevölkerung erspart geblieben. Das vorliegende Gesez trägt den Charakter der Unsicherheit und ist zu dem nur eine halbheit. Die Beschlüsse des Ausschusses bringen gegenüber der Regierungsvorlage für uns un annehm bare Berschlechterungen. Vor allen Dingen müffen wir uns dagegen wenden, daß die Wertpapiere oder ausländischen Zah lungsmittel nach einem Durchschnittsturs berechnet werWirtschaft Notenumlauf und Kreditaufblähung. Staatssekretär 3apf: Das Gesetz ist ein Notbehelf, da eine vollkommene Lösung des Problems ftabiler Steuern im Augenblid gar nicht möglich ist. Diese Lösung ist nur möglich, wenn die Mark stabilisiert ist. Es ist falsch, daß, wie gestern der Abg. Ledebour be hauptete, die Arbeitgeber die Lohnsteuert monatelang zurüdhalten. Die Abführung muß jeden Monat pünktlich erfolgen, jeder Berzögerung wird mit Entschiedenheit entgegengetreten. Abg. Koenen( Komm.): Die Anpassung an die Geldentwertung wird durch diese Borlage zugunsten der Befizenden durchgeführt. Die Steuerbrüdetergerei wird zum Prinzip ber demokratischen Republit erhoben. Die Attion zur Stabilisierung der Mark wird durch dieses Gesetz nicht erleichtert. § 1 der Vorlage wird nach dem Ausschußantrag angenommen, wonach die Berücksichtigung der Geldentwertung bei dem Ein. fommensteuergesetz jeweils durch ein besonderes Gefes erfolgen soll. Freitag 2 Uhr. Weiterberatung; Gesetz über die Wohnungsbauabgabe. Schluß% 7 Uhr. Der Notemumlauf ist bereits auf 3,5 Billionen Papiermart angeschwollen. In einer Beziehung ist der Bergleich des Noten. umlaufes mit dem Goldbestand irreführend, Noch heute wird nämlich in dem Reichsbanfausweis das Gold zu bem offiziellen Gelbpreis eingesetzt, der in Wirklichkeit längst überholt ist. Die Stabilisierung des Dollarfurses einigermaßen zum Stillstand ge- der Reichsbank ruhen, zu einem fleineren bei der Bank von England Während die Entwertung der Mart im Ausland durch die 1005 Millionen Mark Gold, die zum größten Teil in den Tresors tommen ist, beeilt sich die Notenpresse in fieberhafter Tätigkeit, den für Devisenoperationen hinterlegt, aber noch nicht durch Kredite infolge der Preissteigerungen mächtig angewachsenen Bedarf an belastet worden sind, stellen in Wirtlichkeit einen Wert von rund Bahlungsmitteln zu decken. Der Banknotenumlauf der Reichsbank 5 Billionen Bapiermart dar, so daß gegenwärtig noch jede der 3% schwillt ungeheuerlich an. Das ist um so bedenklicher, als früher Billionen Papiermart, die am 28. Februer in Umlauf waren, mit oder später die Zunahme des Banfnotenumlaufs mit dem Bestreben, Gold überbedt ist. Der Beitpunkt, wo jedoch ohne Golddeckung die Mart zu stabilisieren, in Widerspruch geraten muß. Es Noten gedruckt werden, rüdt indessen immer näher, nachdem die fommt hinzu, daß nicht nur durch den wachsenden Notenumlauf Reichsbank schon im Februar wöchentlich 400 bis 500 Milliarden fünstlich Kauftraft geschaffen wird, der feine entsprechende Zunahme an Bapiermart herausgebracht hat und feine ausreichenden Anstalten daß neuerdings auch die Krebite in viel höherem Maße begehrt eine Erhöhung des Reichsbantdistonts, der jetzt der Produktion und der verfügbaren Güter gegenübersteht, sondern trifft, den Kreditbedarf zurückzudämmen. Notwendig wäre dazu werden, so daß man buchstäblich, ähnlich wie man von einer„ Geld- 12 Broz. beträgt, und ferner ein stärkerer Druck auf das Reichsaufblähung" spricht, auch von einer Kreditaufblähung reden finanzministerium, um dieses zu zwingen, in erhöhtem tain. War es früher das Reich, das in der Hauptsache ben Kredit Maße die Ausgaben des Reiches durch Steigerung der EinAsquiths fühle Antwort an Lloyd George. des Februar die Kreditforderungen der Privattreise, während in London, 8. März.( WTB.) Asquith erwiderte gestern in der letzten Woche, über die ein Ausweis vorliegt, fich wieder ein Das Solbzollaufgeld beträgt vom 14. bis einschließlich 20. März Cambridge auf Blond Georges Borschlag, un rzüglich Schritte zu starfer Bedarf des Reiches an Kretiten geltend machte, bereits die 1923 525 900, bisher 593 900 pom Hundert. tun, um die liberale Einheit herzufteuen. Seiner Ansicht Kreditforderungen der privaten, Industries und Handelstreife, welche nach fei die liberale Biedervereinigung unvermeidlich. Sein in wachsendem Maße der Reichsbank Wechsel zum Diskont eingrößter politischer Wunsch sei, mitzuhelfen, die liberale Partei in reichen. Folgende Uebersicht zeigt die Entwicklung der wichtigsten ihre alte und rechtmäßige Stellung wieder einzusetzen. Asquith zur Beurteilung der Geldbewegung entscheidenden Konten der fragte, ob Lloyd George den Gedanken einer 3entrumspartei aufgegeben habe. Für ihn( Asquith) fei fein Platz in einer solchen Partei, er lehne einen Feldzug einer vereinigten liberalen Partei gegen die Arbeiter als gemeinsamen Feind" ab und fragte, ob wirflich ein neues Programm notwendig sei. Die 31. Dez. 1913 große Zahl der Liberalen stimme in auswärtigen Fragen, in der 81. Frage des Freihandels und der Hauptlinien der Agrar- Industrie 81. und industriellen Politit überein. Die liberale Einheit werde 81. tommen, und zwar bald, die Tür stehe offen. Die drei Notwendigkeiten der Liberalen seien: Der Reichsbank in Anspruch nahm, so überwogen in zwei Wochen Reichsbank: Disfontierte nahmen auszugleichen. Devisenkurse. 8. März Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Surs Kurs 7. März Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 7680.87 7669.18 8179.50 8220.50 7182. 7218.- 7690.72 7729.28 1082.41 1087.59 1087.27 1092.78 3501.22 8518.78 8780.52 8799.48 8690.75 8709.25 8960.07 8979.98 5137.12 5162.88 5516.17 5548.88 587.65 540.35 575.80 578.20 1170 2 593 Gold. Umlaufende Handels, Schazan bestand Noten wechsel weifung. in Mill.M. 1401 1 holländischer Gulden 1914 2098 5046 3 986 1 argentinische Papier- Beso 17 1915 2445 6918 5803 1 belgischer Frant 31. 1916 2520 8055 9 610 1 norwegische Krone " 1917 2406 11 468 14 596 1 dänische Krone. 31. 1918 2262 22 188 27 416 1 schwedische Krone 31. 1919 1089 35 698 41 744 81. 1920 1092 20 31. 1921 995 31. März 1922 997 934 955 955 955 * 1 984 496 955 955 " 23. 1923 955 1923 955 " 1. zähes Festhalten an alten Grundsägen, 2. freiwillige Einigkeit und 3. organisierte Propaganda. Der Lloyd George nahestehende Daily Chronicle" nennt 30. Juni 1922 Asquiths Rede eine glatte Ablehnung des Vermittlungsvor. 30. Sept. 1922 schlages Blond Georges. Das Asquith- Blatt Westminster Gazette" 31. Tez. 1922 81. Jan. 1923 schreibt, Asquith fasse das gesamte Gerebe über die Wiedervereint. 7. Febr. 1928 gung ber liberalen Bartet in der Frage zusammen, ob unter denen, 15. 1923 die sich im Unterhaus Liberale nennen, eine Einigkeit des Ge dankens und des Ziels in der Richtung fein werde, die der Libera 28. lismus in der Bergangenheit verfolgt habe. Wenn nicht, fönne es teinen Lauschhandel geben und wenn der gemeinfame 3med bestehe, so sei fein Handel notwendig. 2 301 048 100 österr. Serenen( abgest.) 91271.25 91728.75 97755.- 98245.19351.50 19448.50 20623.31 20726.69 1182.08 1187.97 1246.87 1258.18 2244.37 2255.63 2819.18 2380.82 8615.98 3684.07 3887.88 8857.12 3014.94 2 947 864 1 ungarische Krone Seit dem 30. Juni 1922 find außer dem hier ausgewiesenen 1 bulgarische Lewa Goldbestand nur 50 Millionen Mark in Gold bei der Bant in Eng- 1 jugoslawischer Dinar land hinterlegt. 1 Polenmart toftete etwa 46 Bfg68 805 60 684 113 639 1062 180 671 2152 160 212 816 870 1 280 095 4752 50 234 422285 697 216 1 finnische Mark 1 japanischer Yen 132 881 1 italienische Lire 146 581 1 Pfund Sterling 136 126 1 Dollar. 849 770 1 französischer Frant 9276.75 9328.25 9875.25 9024.75 928.67 938.83 982 53 987.47 1 184 464 1 brasilianischer Milreis 1 609 081 1 Schweizer Frank. 2 252 963 901 133 1 924 894 1 fpanische Beseta 2 703 794 1 345 142 3 123 000 1 651 883 2 444 302 1 tichechische Krone B 512 787 1 829 841 26.89 3030.06 27.03 8204.46 3220.54 28.27 28.48 578.55 581 45 6.33) 112.06 6.87 112.64 117.95 611.46 6.70 014.54 6.74 118.05 196.50 197.50 209.47 210.58 Gewerkschaftsbewegung Die Regierung läßt sich Zeit. Wachsende Erregung der Beamtenschaft. Bom ADB. wird uns geschrieben: Arbeitgebern, zmei Arbeitnehmern und einem Unparteiischen ges) bildet werden. Nötigenfalls soll für jede Tarifgruppe ein solches Schiedsgericht eingesetzt werden. 7. Der gefeßliche Rechtsweg darf nicht unterbunden werden. Gehen die Arbeitgeber auch auf diesen weit entgegentommenden Vorschlag nicht ein, so zeigen fie immer mehr, daß es ihnen nicht um die Sache, sondern um die Macht geht. Die Verantwortung für die verschärfte Durchführung des Rampfes haben sie allein zu tragen. Beabsichtigte Maffenentlassungen im Einzelhandel. Gegen die Haltung der Saarregierung im Bergarbeiterstreit nahm eine Versammlung in Saarbrücken eine Protestresoa lution an, die u. a. besagt: " Die Versammelten find überzeugt, daß die franzöfifche Grubenverwaltung in der Lage ist, die Forderungen der Bergarbeiter zu bewilligen. Wenn sie dennoch bis heute feine Verhandlungen mit den Organisationsleitungen aufgenommen Die geplante Besprechung des Reichsfinanzministers mit den hat, so müssen wir annehmen, daß die Grubenverwaltung es auf Bertretern der Beamtengewerkschaften hat noch immer nicht stattge= einen Machttampf abgesehen hat. Gegen diese die Bolksfunden. Inzwischen hat Ministerialdirektor v. Schlieben vom Reichswirtschaft des Saargebiets schwer schädigende und die Freiheit der finanzminister den Auftrag erhalten, einen Verhandlungstermin fest In einer am 7. März im Behrervereinshaus stattgefundenen Arbeit bedrohende Absicht erheben die Bersammelten Proteft. Die zufeßen. Ueber die Absichten der Regierung herrscht noch immer Versammlung der Mitglieder des Zentralverbandes der Angestellten Regierungskommission des Saargebiets trägt für diesen Streit und im Berliner Einzelbandel referierte Bublig über das Thema: dessen Folgen mit die Verantwortung. Die um berechtigte InterUnklarheit. Jedenfalls ist bis zur Stunde noch fein Versuch ge- Das Gefvenit der Maffenentlassung". Unter lebhafter Zustimmung, effen fämpfenden Bergarbeiter haben während des vierwöchigen macht worden, die Pressemeldungen, die davon sprachen, daß die ber Angestellten wies er darauf hin, daß die Arbeitgeber Jabre Rampfes den Beweis erbracht, daß sie Ruhe und Ordnung zu halten Märzbezüge nicht erhöht werden sollen, zu widerlegen. Die Erre bindurch ungeheure Gewinne eingestedt bätten uns bei den erften vermögen und daß sie ihre Forderungen nur auf gefeßlichem Wege gung unter der Beamtenschaft hat in den letzten Tagen dauernd Anzeichen einer rückläufigen Konjunktur die Angestellten auf die durchzusehen versuchen. Die Versammelten protestieren daher da Die gewerkschaftlichen Organisationen werden Straße feßen wollen. Er gab die Versicherung ab, daß der Ren- legt, ncbur Konflikte heraufbeschworen werden. Den streifenden gege 1, daß man in friedliche Bergmannsdörfer französisches Militär mit Anfragen über die Aussichten der Teuerungsaktion bestürmt. tralverband der Angestellten gegen derartige unfoziale Maßnahmen Belegschaften der Saargruben sprechen die Versammelten vollste Es erscheint ausgeschlossen, daß der bisher bekannt gewordene mit allen zu Gebote stebenden Mitteln ankämpfen würde. Bor. Sympathie aus und versprechen weitgehende Unterstützung. Sie ablehnende Standpunkt von der Regierung aufrechterhalten werden ausfezuna fei jedoch, daß die Angestellten sich gefchloffen organi- find davon überzeugt, daß die fämpfenden Bergleute auch in Zu ferten. Er ermahnte die Angestellten, zusammenzuhalten und hinter funft ihre mustergültige Haltung bewahren werden." ihren Betriebsräten zu stehen, denn nur dann würde es gelingen, den aufgezwungenen Kampf abzutvebren. zugenommen. Pann. Schiedsspruch in der Metallindustrie. Nach neunstündigen Berhandlungen ist gestern abend im Reichsa arbeitsministerium ein Schiedsspruch bezüglich der Löhne in der Berliner Metallindustrie gefällt worden. Die Unternehmer blieben hartnädig auf ihrem ablehnenden Standpunkt bestehen. Der Schiedsspruch sieht eine allgemeine Erhöhung der Löhne Don 15 Broz. für die Zeit vom 4. bis 31. März vor. Sollte im Laufe des Monats eine neue Teuerungswelle einsetzen, dann finden wieder Berhandlungen statt. Die Metallarbeiter werden heute in zwei großen Bersammlungen zu dem Schiedsspruch Stellung nehmen. In der Diskussion zeigte sich die große Erregung der Verfammelten über die in verschiedenen Betrieben bereits angekündigten Entlassungen. Im Sinne der Ausführungen des Referenten wurden zwei Entschließungen angenommen. Darin heißt es u. a.: Die Mittel für eine großzügige Unterstüßung der Dpfer der fapitalistischen Wirtschaftsordnung sind aufzubringen durch eine scharfe fteuerliche Erfassung der Besitzenden. Darüber hinaus baben Regierung und Barlament die Verpflichtung, für Arbeitsgelegenheit durch Notstandsarbeiten au forgen." traat, fofort mit den Arbeitgebern wegen einer generellen Voraus Gleichzeitig wurde der Zentralverband der Angestellten beauf zahlung auf das Märzgehalt in Verbindung zu treten. Kommunistische Siege". Zentralverband der Angestellten. Ober- und Niederschöneweide, Johannis thal: Funktionärversammlung heute abend 7½ Uhr im Restaurant Räthel, Riederschöneweide, Brüdenstr. 15. Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung, Reichs-, Staats- und Gemeindebeamte! Jm Reichstage wird das Beamtenrätegejezz beraten. Die bürgerlichen Parteien bemühen sich eifrig, in demselben das MisbestimmungsDienstag, den 13. März, abends 6% Uhr, in den Sophienjälen. recht der Beamten auszufchalten. Aus diesem Grunde findet am Sophienstr. 17/18, eine große öffentliche Beamtenprotestversammlung flatt. Tagesordnung: Der Bürgerblock des Reichstages gegen das Mitbestimmungsrecht der Beamten. Gegen die Verschleppung des Beamtenrätegesetzes. Referent: Reichstagsabgeordneter£. Bräunig. Wir erwarten Massenbesuch der Beamten als eindrucksvollen Protest und als Kampfanfage gegenüber den Abfichten aller bürgerlichen Parteien. Erscheint in Massen. * Lohnerhöhung in der Zigarrenherstellung. Am 1. März wurde in Heidelberg folgende Vereinbarung für ben Monat März abgeschlossen: Bei der am Sonntag, den 4. März, stattgefundenen Wahl der Die bestehenden Zeuerungszulagen werden erhöht, für unbesoldeten Ortsvorstandsmitglieder der graphischen Hilfsarbeiter Affordarbeiter bam. Arbeiterinnen und Havanna Virginia wurden sämtliche Kandidaten der Richtung Amsteranstatt der bisherigen 6000 Bros. auf 8150 roz.; für 8eit- dam gewählt. Bei der Wahl der unbefoldeten Sentralvorstands. Iobnarbeiter anstatt der bisherigen 5700 Broz. auf 7500 mitglieder wurden fünf Vertreter der Richtung Amsterdam und ein Broz.; für gerade und Halbschräge Stumpen, Virginia- und Kiel- Vertreter der Richtung Moskau gewählt. aigarren anftatt der bisherigen 5500 Prozent anf 7400 Proz Die Rote Fabne", die fonit jeden„ Sieg" a tempo meldet, Die vereinbarten Söhne gelten für den ganzen Monat März. schweigt sich zu dieser Angelegenheit aus. Nach ihrem vorherigen Bu bemerken ist. daß die vereinbarte Teuerungszulage auf den Gefchrei hatten die Kommunisten im Verband der graphischen HilfeEndfebruarlöhnen für die Affordarbeiter 35 Proz. und für die Zeitarbeiter alles im Sad. Wir wollen aber noch an einige andere lobnarbeiter 31 Proz. ausmacht. Trotz der großen Arbeitslosigkeit Siege in größeren Berliner Verwaltungsstellen erinnern. Es und Kurzarbeit erwartet die Drganisation, daß in allen Betrieben, fommen uns da in den Sinn die Wahlen zu den Ortsverwaltungen wo noch gearbeitet wird, die neuen Lohnbereinbarungen ftrifte der Buchbinder, Buchdrucker, Gemeinde- und Staatsarbeiter, Sattler 39. durchgeführt werden. Damit foll aber noch nicht alle Pflicht erfüllt und Tapezierer und die so furchtbar berannte Burg der Fabrik- figung. fein. Es haben die Tabatarbeiter und Arbeiterinnen noch eine arbeiter. Wenn die Erfolge" der Kommunisten so weiter gehen, Höhere Pflicht zu erfüllen, und diese ist, sich restlos zu or fann uns um die Zukunft nicht bange sein. Auf die Eroberung aanifieren! Vor allen Dingen sind es viele verheiratete der Gewerkschaften" im Reich einzugeben fehlt uns leider der Tabalarbeiterinnen, die den Weg zur Organisation nicht finden Raum, aber die Dinge liegen bort fast gleich. Wir wollen nur fönnen. Hier ist es Pflicht der organisierten Arbeiter, wenn sie noch bemerken, daß Verwaltungsstellen, die feit Jahr und 119. mothenberg. 7 The Funktionärkonferens bei Siete, Rittergut, Ede ibre Frauen in den Tabatbetrieben arbeiten lassen, dafür zu forgen, Tag in Händen der KPD. find, alljährlich als neu erobert" ges daß sich ihre Frauen organisieren. In dieser Hinsicht wird gegen meldet werden. bie organisierten Tabalarbeiter und Arbeiterinnen sehr viel gesündigt. " An den Pranger! 4 Kreis Prenzlauer Berg. Alle Genoffinnen besuchen am Sonntag, ben 11. März, nachmittags 3 Uhr, den allgemeinen Frauentag in Bankow, Lindners Kafino, Breite Str. 14. Treffpunkt für die 24.- 31. Abteilung 1½ Uhr Bahnhof Schönhauser Allee. Kreisausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschußlommission: Seute, Freitag, abends 7 Uhr, bei Burg, Prenz Tauer Allee 189, wichtige Sigung. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. bt. 7 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Funktionär. Morgen, Sonnabend, den 10. März: 47. bt. 7 Uhr Konferenz aller Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und der Charlottenburg. 52. Abt. 7 Uhr Funktionärstung im Lokal Dasdelom, Gömmering, Ede Nordhausener Straße. 56. Abt. 7½ Uhr bei Liersă), Rantftr. 62, Funktionärsigung. tommunalen Obleute bei Krause, Mariannenplag 22. Möllendorffstraße. Referat über Stellungnahme des ADGB. zur Ruhrbesehung. Auch Nichtfunktionäre, die sich für das Thema intereffieren, sind eingeladen. 123. Abt. Raulsborf. 7 Uhr im Lehrerzimmer der Schule Adolfstr. 25 Funt. tionärsigung. Erscheinen der Funktionäre Pflicht. * Bernau. Sonnabend, ben 10. März, 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gruppenfonferenz. Tagesordnung: 1. Bortrag über Teuerung und Geldentwertung. Referent Genosse John, Spandau. 2. Gruppenangelegenheiten. Erscheinen der Funktionäre ist Pflicht. fleiner Eaal, Gruppenkonferenz. Tagesordning: 1. Bortrag über Teuerung und Geldentwertung. Referent Genoffe John, Spandau. 2. Gruppen angelegenheiten. Alle betr. Funtionäre müssen unbedingt erscheinen. Er wünscht ist auch das Erscheinen der Teilnehmer des acht Tage später be. ginnenden Aurses über Kommunalpolitik. Bom Deutschen Metallarbeiterverband wird uns geschrieben: Einigungsversuche in der Fleischwarenindustrie. Menschenunwürdige Zustände und Hungerlöhne für Arbeite Den am Mittwoch versammelten Ausgesperrten in der Fleisch, rinnen sind der Firma Edmund Stiller, Rafiertlingenfabrit, worenindustrie wurde ein Bergleichsvorschlag des Reichsarbeits- Berlin, Atlerstr. 5, zu verzeichnen. Die dort beschäftigten Arbeite: Oranienburg. Sonntag, den 11. März, nachmittags 3 Uhr, im Schüzenhaus, ministeriums unterbreitet. Bor der Versammlung erneut aufge- rinnen erhalten Hungerlöhne von 53 bis 62 M. die Stunde. Die nommene Berständigungsverfuche zeitigten fein weiteres Ent- Arbeiterinnen werden als Tagediebe, lichticheues Gesindel usw. be gegenkommen der Arbeitgeber. In geheimer Abstimmung wurde zeichnet. Herr Stiller erflärt: hr seid alle faul, Ihr verdient, daß darauf der Vorschlag des Reichsarbeitsministeriums mit 700 gegen ihr täglich durchgeprügelt werdet." 10 Stimmen abgelehnt. Der Kampf geht also weiter. Geändert hat sich das Bild auf dem Schlachthofe. Während die Biehkommissionäre die Aussperrung gar nicht mitmachten, hatten die Engrosschlachter am Sonnabend ihre Gesellen ausgesperrt und den Biehmarkt sabotiert. Bei dem besonders starten Auftrieb dürfte dies am Mittwoch faum gelungen sein, da jehr viele Engros- und Ladenschlächter fich vom Biehhof nicht abhalten ließen. Bollzog die Aussperrung auf dem Schlachthofe sich schon unter ganz fomischen Gesichtspunkten ( den Gesellen wurde meist gesagt:„ Laßt nur Werkzeug und Klei dung hier, ihr arbeitet morgen oder übermorgen weiter!), so schlief sie am Mittwoch stillschweigend wieder ein. Bis auf einige wenige Betriebe wurde daher wieder gearbeitet. Den Beweis haben die Engrosfchlächter erbracht, daß nur einige Scharfmacher etwas Bermirrung anrichten wollten, der großen Maffe der Arbeitgeber war es mit dem Aussperrungsbeschluß nicht ernst. Wenn dergestalt auch der Kampf weitergeht, so haben doch die Arbeitnehmer erneut dem Willen Ausdrud gegeben, daß sie zu meiteren Berhandlungen im Interesse der Bevölkerung bereit find. Und zwar wurde mit der oben bezeichneten Einstimmigkeit den Arbeitgebern folgende Berhandlungsbasis unterbreitet: Es wird das Gewerbegericht und das Gewerbeaufsichtsamt eingreifen müssen. Nach unserer Ansicht müßten derartige Schädlinge am Bolfskörper schleunigst außerhalb der Grenze Deutschlands befördert werden. Der Firmeninhaber, ein Pole, ist mit Recht als läftiger Ausländer zu behandeln. Alle Arbeiterblätter werten um Abdruck ersucht. Bor Arbeitsaufnahme bei obiger Firma wird dringend gewarnt. Glienicke an der Nordbahn. Gonntag, den 11. März, nachmittags 4 Uhr, im Lotel Bath, öffentliche Bersammlung. Tagesordnung: Ruhrbesegung und Bariser Forderungen. Referent Genoffe Stadtrat Rod t. fultur". Jugendveranstaltungen. Wir fonnten feststellen, daß, veranlaßt durd) Inferate in bürger. lichen Blättern, täglich neue Arbeiterinnen dort anfangen. Ein Vertreter des Metallarbeiterverbandes versuchte, tem Herrn begreiflich zu machen, daß man mindestens die ortsüblichen Säße für die jeweilige Industrie zahlen müffe, denn eine derartige Bezahlung und Behandlung wäre wohl dazu angetan, daß die Arbeiterinnen viel. leicht in einigen Wochen innerhalb seines Betriebes verhungern werden. Als Antwort hat tiefer noble Herr 4 Arbeiterinnen ent- Boddin- Realschule, Boddinstraße, einen Rinoabend. Sur Borführung gelangt Die Abteilung Neukölln veranstaltet heute abenb 18 Uhr in der Aula det laffen, die fich nicht bereiterklärten, für den Hungerlohn weiter zum Flugzeug zum Monde". Eintrittstarten find an der Kaffe zu haben. arbeiten. Blautenburg: Jugendheim Gemeindeschule Triftstraße, Vortrag: ,, Körper. Jugendbewegung". Charlottenburg: Jugendheim Rosinenstr. 4, Distussionsabend: Unsere Köpenid: Jugendheim Grünauer Str. 3, Vortrag: Die deutsche Revolution von 1848". Moabit: Jugendheim Gemeindeschule Walden. ferfte. 21, Borttag: Talsperrenbau in der Eifel". Nicberschönhausen: lung zum Großkapital". Jugendheim Gemeindeschule Blankenburger Straße, Vortrag: Die Entwid Nordosten 1: Jugendheim Gemeindeschule Heiners. dorfer Str. 18, Bortrag: ,, Die Ruhrbesehung". Nordring: Jugendheim Ge Biertel: Jugendheim Gemeindeschule Edertstraße, Vortrag: Tuberkulose". meindeschule Scheerenbergstraße, Mitgliederversammlung. Petersburger Brenzlauer Vorstadt: Der Spielabend findet heute abend nicht in der Sene. felderstraße, fondern in der Gemeindeschule Danziger Str. 23, parterre, statt. Die Lohnverhandlungen der Transportarbeiter im graphischen versammlung. Reinidendorf- West: Jugendheim Kinderhort Auguste- Bittoria- Alee, Mitglieder. Gewerbe find für Monat März abgeschlossen. Wie in allen straße 23a. Beteiligung an der Rundgebung in der Schule Grünthaler Straße. Rofenthaler Vorstadt: Jugendheim Gemeindeschule Gips. die Löhne der Transportarbeiter abzubauen. Wenn auch dieses berg III: Jugendheim Schule in der Siedlung Lindenhof, Bortoag:„ Glaz anderen Berufen arbeiten auch hier die Arbeitgeber darauf hinaus, Treffpunkt 17 Uhr Rofenthaler Play. Schöneberg II: Jugendheim ComeniusSchule, Frantenstr. 10, Vortrag: Die Revolution von 1848". Schöne mal noch eine Verständigung möglich war und ein 2obnbrenner". Röpenider Biertel: Jugendheim Gemeindeschule Manteuffelftr. 7, aufchlag von 25 Bro3. erzielt wurde, so ist es nur der Ent- Diskussionsabend: Republik und Monarchie". fchloffenheit der Organisation zu danken. Weißensee: Jugendheim im Ledigenheim Woeldpromenade, Mitgliederversammlung. tönnen im Bureau, Gewerkschaftshaus, Zimmer 31, gegen VorDie Tarifauszüge zeigung des Verbandsbuches abgeholt werden. Ueber den Abschluß eines Manteltarifes und Lohnabkommen für die zweite Hälfte Februar sowie für die erfte Hälfte März hat als Grundlage zu gelten: 1. Vertragskontrahenten der Arbeitnehmer fönnen nur freie Gewerkschaften einschließlich der Angestellten fein; 2. die Chriftliche Gewerkschaft tommt bei den Berhandlungen nicht in Frage, da dieselbe Streifbruch verübt hat; 3. die alten Tarifver träge müffen bis zum Abschluß des Manteltarifvertrages bestehen bleiben; 4. über die Wiederaufnahme der Arbeit muß zuvor weit- Beendigung des Kölner Zeitungsfireits. Nach langwierigen möglichst Klarheit geschaffen werden; 5. die Betriebsräte und Ber- Berhandlungen ist es zu einer Einigung im Buchdrudgewerbe ge trauensleute werden zuerst eingestellt und haben bei der Einstellung fommen. Im Hinblick auf die schweren politischen Folgen des Nichtder Arbeitnehmer mitzumirfen; 6. über Streitfälle hat ein Schieds. erscheinens der Zeitungen gerade zur gegenwärtigen Zeit ist den gericht zunächst zu entscheiden. Das Schiedsgericht soll aus zwei Forderungen der Druder im wesentlichen entsprochen worden. Ortstrantentaffe 1. d. Gewerbe d. Lifchler u. Pianofortearbeiter zu Berlin. Auf Grund der Verordnung über Grund Shne in der Krantenversicherung vom 27 Febr. 1923 hat der Kassenvorstand mit Birkung vom 12. März 1923 befchloffen, die Lohnstufen wie folgt feftzufegen: Stufe A bis 7 bleiben unverändert. Stufe Tagesverbienft Grundt. Beiträge 8 über 8250 bis 4500 t. 4000 0. 240 02. 9 " 4500 8500 # " 10 8500 12500 11 12500 8000 480 12000 720 14000 840 " 99 " 27 " " Die durch die Stufeneinteilung ver anlaßten höheren Saffenleistungen treten mit dem 9. April 1923 in Araft. Fr. Meersbach. 10/2 D. Guhl. Bel Ankauf Fahrgeldverg. Ata Das Putzmillel Herkel's Ata Scheperpulver durat elles buzbrank SEIFE SODA Ata Tonfund Wetter bis Sonnabend mittag. Etwas tälter, zeitweise aufflarend, jedoch überwiegend bewölkt, mit weit verbreiteten, größtenteils geringen Niederschlägen, bei scharfen östlichen Winden. Berantwortlich für den redatt. Teil: Bietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: h. Glocke, Berlin. Berlag Borwärts- Verlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Gierzu 1 Beilage. Henfel's Puß und Scheuerpulver; für Haushalt, Gewerbe und Industrie unentbehrlich. Tutz mil Ata Topf und Herd, Weil's den schönsten Glanz bescheert! Alleinige Hersteller: HENKEL& CIE, DUSSELDORF. 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Aus den umständlichen Abstimmungen kam schließlich nur heraus, daß eine etwa mal neu zu benennende Straße nach R a t h e n a u benannt werden soll. Für Erzberger war selbst mit dieser aus die Zukunft vertröstenden Einschränkung kein« Mehrheit zu- sammenzubringen. Bei der Abstimmung über den sozialdemokratischen Antrag auf Ilmnennung des„Königsplatzes" in Platz der Re- publik prallten die Gegensätze scharf aufeinander. Als der Bor- steher Caipari den Antrag für„abgelehnt" erklärte und die geforderte Auszählung verweigerte, erhob sich stürmischer Wider- spruch der Linken. Die Kommunisten erweiterten ihn zu einem regelrechten L ä r m k o n z e r t, das den Vorsteher nötigte, die Sitzung zu unterbrechen. Als er sie nach langer Pause wieder er- öffnete und das erneute Verlangen nach Auszählung unbeachtet lassen wollte, setzte neuer Lärm ein. Auch die Mahnung unserer Ge- nassen Dittmann und che i mann, den Einspruch der ansehn- lichen Minderheit zu respektieren, blieb erfolglos. Der Vorsteher Easpar! und der sekundierend« Demokrat Dave begriffen nicht, daß ein Präsidium, das einseitig aus Bürgerlichen zusammengesetzt ist, sich nicht auf„Ueberein- st immun g" berufen kann. Infolge des andauernden Lärms mußte die Sitzung abgebrochen werden. * In der gestrigen Sitzung hat die Versammlung hinsichtlich der Umbenennung von Straßen folgende Beschlüsse gefaßt: Der Ausschußantraa, die Berliner Straße in Chor» lottenb�irg in E r z b e r g e r stra ß e umzubenennen, wurde mit 122 gegen 77 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen abgelehnt. ebenso mit 122 gegen 78 Stimmen der Ausschußontrag, die Ber» liner Straße in Tempelhof in Walter-Rathcnou» Allee umzutaufen. Sodann wurden die Anträge, je einer dem- nach st umzubenennenden Straße die Namen Erzberger- bzw. Walter-Rathenau-Straße zu gaben, mit 108 gegen 85 Stimmen, bzw. mit 105 gegen 86 Stimmen ebenfalls abgelehnt. Darauf kam d-r Antrag, einen neuen großen Stroßenzug noch dem Reichsminister Erzberger zu benennen, zur Wbstim. mung: die Auszäblung ergab die Ablehnung mit 99 gegen 98 Stimmen. Dogea-m gelangte der Antrag, einen neuen großen Straßenzug noch Walter Rathenau zu be» nennen, zur A n n a h m e. Zuvor waren die Anträge der Rechten, die Umbenennun» gen bis zur Entscheidung des Landtags über die Reform dem Ge- letzes Grvß-Berlin auszuheben, bzw. zunächst die Bezirksämter darüber zu hären, abgelehnt worden. Für den kommunistischen Antrag, die Straßen auf die Namen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu taufen, hotten nur die Antragsteller gestimmt. Als nunmehr der Antrag der Sozialdemokraten aus Umtaufe des Königsplatzes in „Platz der Republik" zur Abstimmung kam. erhoben sich dafür sämtliche anwesenden Mit- glieder der Linken. Nach der Gegenprobe erklärte der Vorsteher den Antrag für abgelehnt. Diese Konstatierung ries auf der Linken einen stürmischen Protest hervor, und die verlangte Aus- zähluna wurde von einem Teil der Mitglieder auf der linken Seite des Sitzungssaales so nocbdrücklich mit Getrampel und Klappern unterstützt, daß sich der Vorsteher außerstande sah, die Abstimmungen fortzusetzen, und die S i tz u n g um 814, Uhr unterbrechen mußte. Vom Zentrum lag ein anderweiter Antrag vor,„einen hervor- ragenden Platz Platz der deutschen Republik zu nennen". Im ersten Teil der Sitzung war hauptsächlich das Orksstakuk für die Berufsschulen in Berlin beraten und verabschiedet worden. Es gelangte im wesentlichen nach den Auss6)ußvorschlägen zur Annahme. Der Ausschuß hatte mit seiner aus den Bürgerlichen bestehenden Mehrheit als entscheidendes Berwaltungs- und Aufsichtsorgan statt der„Deputation für das Schulwesen" die„Deputanan für das Fach- und Fortbildungsschul- wesen", in das Stawt hineingcschrieben, die es noch gar nicht gibt, die mithin hier sozusagen von hinten herum eingeschoben werden sollte. Trotzdem auch der Oberstadtschulrat Paul'sen eindringlich ersuchte, das Statut nicht mit diesem Streitpunkt zu beschweren, setzte sich die bürgerliche Mehrheit durch, deren Woxtsübrer Merten (Dem.) einen sehr stegcsgewissen Ton anschlagen zu müssen glaubte. Gen. K u ch e n b« ck e r, der die Notwendigkeit eines einheit- lichen Statuts nachdrücklich betonte, bemühte sich ebenfalls vergeblich um die Ausmcrzung einer Anzahl von Verschlechte- r u n g e n, die die Avsschußmehrheit an dem Magistratsentwurs vorgenommen hatte. Allerdings gelang es auch der Deutschen Volks- parte! nicht, einige weitere von ihr beantragte Abschwächungen der Ausschußfassuna durchzusetzen. Einen starr abiebnenden Stand- punkt nahmen die Deutschnationalen und die Wirtschastspartei ein. Dem Abschluß eines Vertrages mit dcni Deutschen Tierschutz- verein wegen Bestellung eines Nießbrauchs am Tierheim in Lankwitz hatte die Versammlung ihre Zustimmung gegeben. Der Schluß der Sitzung. Länger als eine halbe Stunde währte die Beratung des Aeltestenausfchusses, der nach der Vertagung der Sitzung zusamm enget reten war. und erst um. 9 Uhr erklärte der Vorsteher Dr. Ea spart die Sitzung für wiedereröffnct. Sofort wieder- holten sich bei den Kommunisten die stürmischen Rufe:„Auszählen!" die jetzt noch durch Trommeln und Pfeifen unterstützt wurden. Easpari erklärt« die beanstandete Abstimmung durch seine Konstatierung, der auch dos ganze Bureau sich angeschlossen habe, für erledigt und wollte in den Abstimmungen fortfahren. Gen. Dittmann appellierte demgegenüber an den Gerechtigkeitssinn des Borstehers, der doch auch nicht unfehlbar sei und sich irren könne: der Vorsteher solle durch Auszählung zweifelsfrei seststellen lassen, wo die Mebrheit wor bzw. ob er sich geirrt habe oder nicht. Man dürfe als Präsident mit der Autorität des Präss- deuten nicht spielen, am wenigsten hier, wo es sich um eine blaße Formalie bandle. Gen. ch e i m o n n schloß sich ausdrücklich d>n Worten Dittmanns an: Dave(Dem.) vertrat dagegen die Auf�ssung(lasparis und meinte, wenn man davon abweiche, komme man zum polni- scheu Reichstag. Als dann Fabian(Dnail.) unter Berufung auf den Text der Geschäftsordnung sich zu längeren Ausführungen anschickte, wurde der von der äußersten Linken vollführt« Lärm dermaßen betäubend, daß an eine geordnete Fortführung der Verhandlung nicht zu denken war und der Vorsteher um 9 Uhr 10 Minuten kurzerhand die Sitzung schloß. ** £ Sofort noch Schluß der erregten Sitzung wurde der sozial- demokratische Autrag, den„Königsplatz" in PlatzderR«publik umzunennen, u e u e i r ge b r a ch t. Er kommt auf die Togesord« nung der nächsten Sitzung, so daß nochmals über ihn abgestimmt werden muß. chiermit wird eine zuverlässige Feststellung des Ab- stimmungsergebnisse» erzwungen. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern in den Nach- Mittagsstunden auf der Laubenkolonie Marienthal zu Baumschulen- weg. Dort versuchte in seiner Laube der Handelsmann Michaelis einen Zünder, den er in Cummersdorf gefunden hatte, zu öffnen. Der Zünder explodierte und riß dem Mann die linke Hand ob, während die Beine zerfetz: wurden. Ferner er- hielt der Unglückliche noch einen Brust- und Handschuß. Die in dsr Röhe befindliche Ehefrau verlor«in Auge und erlitt Der- letzungen an beiden 5)ändsn und Armen. Die Derletzten fanden im Britzer Krankenhause Aufnahme. Laubenkolonisten nahmen sich ihres dreijährigen Kindes an. Ak» Al» Al» Al» Das ist kein Rätsel, auch nicht etwa ein Preisrätsel, für dessen richtige Lösung, nun sagen wir, nur fünf Dollar