Nr.77ö ♦ 40. Jahrgang Ausgabe A Nr. 5$ vezugspretS: gUr htn Monat SRörj 59» SS. voraus zahlbar. Unter«reuzdand tiir Deutschland. Danzig. Saat- und Memelxebiel sowie Oesterreich und Luxemburg 78«) M., für das übrige Ausland i>80a M. Pasibezugsprei» f retbleibend. Postbestellungen nehmen an Belgien. Dänemark, England. Silland. Finnland, Sconl- reich. Holland. Lettland. Luxemburg. Oesterreich, Schweden. Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der..Vorwärts" mit der Sonntags- beilage„Soll und Reit*, der Unterhaltungsbeilage.Leimwelf und der Beilage..Siedlung und Kleingarten' erscheint wochentäglich zweimal- Sonntags und Montag, einmal. Telegramm-Adresse: «Sozialdemolrat Berlin' Morgenansgabe 't> Zevliner VolkSblakt ( 150 Hark) AnzelgenpretS: Site einspaltige Nonpareillezelle kostet>200 M. Reklamezeile 6000 M. „Kleine Anzeigen" das fcttgebruelte Wort 375 M. izulästig zwei fett- gedruckte Worte), jedes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jede» weitere Wort lZ0 M. Wort« über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familien-Anzeige» für Abonnenten geile 300 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis i'/i Uhr nachmittag, im Hauptgeschäft. Berlin SW.ii«. Linden- strajjeS. abgegeben werden. Geöffnet von» Uhr früh di» 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Bozialdcmokratircbcn Partei Deutfcblands Neöaktion und Verlag: Sw öS, Linöenstraße Z NBrnttii'BrkB'r- Redaktion- Dönhoff SS2— 29» �, r l a g: Dönhoff SSVV-SS07 Sonnabend, den 10. März 19£3 Vonvärts-Verlag H.m.b.tz., SM öS, Linöengr.Z Postscheckkonto: Berlin ik7S Zti— Bankkonto! Direktion der DiSkonro-Gesellschaft. Depofitenkaffe Lindeustrafze S poincare im Kammerausfihuß. Keine Herausgabe der Pfänder auf bloße Verfprechungeu. Varls, S. März.(ES.) Der Sammerausschuß für au»- markige Zlngelegeahellen Hörle heuke nachmittag V vi n rare an. der in Zortjetzung seiner frühereu Darlegungen weiterhin über die Lage im Ruhrgebiet sprach. Er legte in allen Einzelheiten die Frage der Eisenbahnverwaliung, der Bezahlung der Sohlensleuern durch die deutschen Industriellen, der Organisation der Zölle, der Ein- und Ausfuhrbewilligungen, die Beziehungen zwischen der Bevölkerung und den Truppen sowie die Maßnahmen dar, die rrgrissen wurden, um die Absendung von Koks und Sohlen nach Frankreich nach und nach sicherzustellen. Er erneuerte die Er- Näruugen, die er aus der Sammertribüne abgegeben Halle, wonach die Regierung keine Vermittlung und keine indirekten Besprechungen zulassen würde, daß aber an dem Tage, au dem Deutschland seine Lage einsehen werde, die französische Regierung bereit sei. Deutschland anzuhören und alle Vorschlüge zu prüfen. 3d keinem Falle werde Frankreich gegen et». fache Versprechungen die Sicherheiten und die Vjändcr aufgeben, die es zu ergreifen genötigt gewesen sei. Der Präsident der Sammerkommission Leygues dankte poincare für seine genauen Aufklärungen und. stellte(wie der o.'siziöse Bericht sich ausdrückt)»mit Genugtuung fest, daß nun- mehr die Aktion Frankreichs als begründet anerkannt sei". Eine Schlappe des Finanzministers de Lasteyrie« Varls, g. März. flLTB.) Die Kammer har gestern abend die Aussprache über den Ausgleich des staushalts beendet. Die Sitzung Halle sich mit einem Antrage des Abgeordneten Lrousse be- fchäfiigt, der die Deckung des Defizits durch die Ausgabe von Schatzbonds vorsieht. Der Antrag wurde schließlich mit 326 gegen 232 Stimmen angenommen. Damit ist der Regierung»- an.rag, einige Zölle zu erhöhen und neue Zölle einzuführen, ab- gelehnt. poincars unü die deutschen Vorschläge. Wolffs Bureau verbreitet folgende offiziöse Kundgebung: Die französische Presse der letzten Tage verdächtigt in Auswertung des französischen Gelbbuches über die Pariser und Londoner Konferenz das deutsche Verhalten vor der Londoner und Pariser Konferenz in folgenden Punkten: 1. Die Deutsche Regierung Hab« keinen festausgear- b e i t e t e n Plan für di« Pariser Konferenz besessen. Herr Berg- mann sei nur zu mündlichen Ausführungen bereit gewesen.(Gelb- buch S. 75 Havas vom 7. Marz 1923.) Der Aufforderung, den deutschen Plan schriftlich vorzulegen, habe er nicht entsprochen. Cablogramm« vom 7. März 1923.) 2. Die deutschen Industriellen, die die tatsächliche Regierung Deutschlands darstellten'(Gelbbuch S. 89)— in dem gleichen Zusammenhang werden an ander« Stelle die Herren Klöck- ner. Stinnes und Siloerberg genannt(Gelbbuch S. 59, 75/76)— hätten versucht, mit der französischen Industrie, di« im Gegensatz zu den deutschen Industriellen ihrer Regierung gegenüber loyal sei, anzuknüpfen, um«ine allgemeine wirtschaftliche Verständigung mit weiteren politischen Zielen zwischen Deutschland und Frankreich herbeizuführen.(Gelbbuch S. 59, 75/76, 89.) 3. Die Verhandlungen der durch den Bvischafter Dr. Mayer angemeldeten Industriellen KlLckner, Stinnes und Silverberg hätten dazu führen sollen, Frankreich zu einer wirtschaftlichen und poli- tischen Verständigung mit Deutschland hinter dem Rücken� seiner. Alliierten zu verleiten.(Eelbbuch S. 59 und 89.) Im übrigen hätten die deutschen Industriellen die Lieferung von Kohle und Koks nur gegen Bezahlung anbieten sollen, während die ohne Bezahlung auf Reparationstonto laufenden Kohlenprogramme nicht weiter ausgesührt werden sollten.(Havas vom 7. März.) Zu 1 erklärt Staatssekretär a. D. Bergmann: „Die Deutsche Regierung hat am 31 Dezember 1922, also kurz vor Zusammentritt der Pariser Konferenz offiziell durch ihre Missio- neu in London. Paris, Rom und Brüsiel die alliierten Regierungen davon benachrichtigt, daß ich beauftragt�fei, der Konferenz in Paris auf Wunsch den deutschen Reparationsplan„zu unter. breiten und mündlich zu erläutern". An sich geht für jeden Unvoreingenommenen schon aus dieser Gegenüberstellung der „Unterbreitung" des Planes und dessen mündlicher Erläuterung ohne weileres hervor, daß«in schriftlich fixierter Plan vorlag. Ich war aber außerdem auch ausdrücklich angewiesen, wenn die Gegenseite es wünschte, den Plan lediglich in schriftlicher Form vorzulegen. Ich habe aber, obwohl ich während meines Pariser Aufenthalts mit einzelnen Mitgliedern der Reporatianskommission ständig in Fühlung war. keinerlei Mitteilung ron irgendeiner alliierten Seite erhalten, daß mein Auftreten vor der Konferenz erwünscht sei. oder daß der Plan schriftlich vorgelegt werden solle. Infolgedessen war ich gar nicht in der Lage, mich den alliierten Regierungen oder der Konferenz gegenüber irgendwie zu äußern: ick habe vielmehr bis zum Abbruch der Konferenz vergeblich ans eine Mitteilung gewartet und Hab« einen Tag nach Abbruch der Konserenz Paris verlassen." Zu 2 erklären die Herren Klöckner, Silverberg und Stinnes: „Zu der verdächtigenden Gegenüberstellung der angeblich illoyalen deutschen Industrie gegenüber der ihrer Regierung loyal ergebenen französischen Industrie bemerken wir: Wir haben uns auf Wunsch der deutschen Regierung schon im Sommer 1922, zuletzt Anfang Dezember 1922 zur Führung von Verhandlungen mit der Gegenseite bereiterklärt. Diese V e r- Handlungen sollten sich auf Lieferung von Brenn- st off beziehen, insbesondere von Koks, der der französischen Eisenindustrie auf Grund lang fristiger Verträge während des Deutschland zu gewährenden Moratoriums sichergestellt werden sollte. Man hoffte damit, für eine allgemeine Wirtschaftsv« ständigung eine Grundlage anbahnen zu können. Gegebenenfalls sollte auch über die Schwierigkeiten in den Holzlieferungen gesprochen werden. Die Behauptimg des Herrn Poincare. daß die Herren Klöckner, Silverberg und Stinnes zusammen oder vereinzelt mit der stanzö- fischen Regierung oder mit der französischen Industrie Verhandlungen geführt oder geplant haben, um politische Abmachungen zwischen Frankreich und Deutschland ohne Kenntnis der deutschen Regierung zu treffen, entbehrt somit jeder Grundlage. Sie ist unwahr." Zu 3 erklärt der Reichsmimster des Auswärtigen. Herr von Rosenberg: „Die Verträgstreue de» Herrn Poincare gegenübet England haben wir keiner Belastung aussetzen wollen. Die deutschen Lv- sichten, die ausgehend von der Notwendigkeit wirtschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutsch- land eine weitgehend« Verständigung der beiden Länder zum Ziel hotten, waren der englischen Regierimg bekannt und wurden von ihr in der Hoffnung auf eine sich daraus entwickelnde allgemeine und wahr« Vefriedioipg Europas begrüßt. In diesem Smn?und in Verfolg bereits von der früheren Regierung eingeleiteter Besprechungen trat die gegenwärtige Regierung Anfang Dezember an die Herren Klöckner, Stinnes und Silverberg heran, um durch unmittelbare Verhandlungen dieser Herren mit Herrn Poincare die Basis für eine wirtschaftliche Verständigung festzulegen, die französischen Notwendigkeiten und deutschen Möglich- leiten gerecht werden und im Einvernehmen mit den Alliierten Frankreichs angebahnt werden sollte. Da die Herren sich bereit- erklärten, wurde Botschafter Dr. Mayer am 2. Dezember 1922 be- auftragt, die Vermittlung einer Aussprach« mit Herrn Poincare zu versuchen. Dieser lieh darauf dem Botschafter durch Herrn Peretti mitteilen, daß er vor der Londoner Konferenz zu solchen Verhand- lungen nicht bereit sei. Nach Abschluß der Londoner Konferenz, nämlich am 21. Dezember, hat Herr Poincare seine Ablehnung unter Hinweis auf die noch schwebenden Reparationsverhandlungen der Alliierten, die nicht unterbrochen werden könnten, schriftlich wiederholt. Der Vorwurf, wir seien für diese Verhandlungen wohl zu Kohlenlieferungen gegen Barzahlung, ober nicht zu Lieferungen auf Reparattonskonto bereit gewesen, ist nicht ernst zu nehmen. War doch seit dem Herbst 1922 aller Well klar geworden, daß Deutschland, wenn es feine Finanzen und damit seine Reparattons- fähigkeit wiederherstellen sollte, ein vollständiges und mehrjähriges Moratorium für Barzahlungen und Sachlieferungen gewährt werden müsse. Dessen ungeachtet hatte sich die dnittche Regierung in ihrem Moratoriumsantrag vom 1<. November 1922 zu Sachlieferungen für-den Wiederaufbau auch für die Zelt des Moratoriums bereiterklört. Wenn sie darüber hinaus auch noch den Notwendigkeiten der französischen Schwerindustrie ge° recht werden und deren Kvksbedarf durch langfristige Verträge über Preis und Menge sicherstellen wollte, so kann diese Bereitwilligkeit doch wahrhaftig nicht In ein« Bosheit umgedeutet werden. Im Zu- jammenhang mit dem Moratoriumsplan konnte der Dorschlaq in einer airderen als der gewählten Form nicht gemacht werden. M i t der Ablehnung des Besuchs der drei Herren brachte Herr Poincare auch dieses deutsche An» gebot zu Fall."_ Internationale öeratungen. Das zur Vorbereitung de? Hamburger Kongresses eingesetzte �ebnerkomitee wird nicht, wie ursprünglich beabsichtigt war, in Köln, sondern in Bregenz am Boden- see am 4. April zusammentreten. Ebenso wird da? vom Internationalen Kewer?schaft«biind. der Zweiten Internationale und der Internationalen Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien eingesetzte Neunerkomitee zur llntersuchung der o'onomischen Lage Deutschlands am 5. April in Bregenz eine Beratung halten._ die fächsikbe dauerkrife. Leipzig, 9. März.(MTB.) Die für heute im Sächsischen Landtag angesetzte Minlsterprüsidentenwahl ist wiederum von der Tagesordnung abgefetzt worden. Mann dl« Wahl stattfindet, steht noch nicht fest. Spannungen im Innern. Geldentwertung— Steuern— Löhue. Die Vorgänge des gestrigen Tages müssen die allgemeine Aufmerksamkeit mit schmerzllcher Schärfe auf die Tatsache len- ken, daß es auch in dieser Zeit neben der äußeren noch eine innere Politik gibt. Beide miteinander m Einklang zu bringen, sollte die Aufgabe der Reichsregierung fein. Die Reichsregierung weiß, daß Steuerfragen sowie Lohn- und'Gehaltsfragen stets für die innere Politik Ge- fahrenpunkte gewesen sind. Denn die einen wie die anderen sind Geld fragen, an denen Millionen interessiert sind und in denen sie begreiflicherweise empfindlich sind. Die Regie- rung sollte sich dessen bewußt sein, daß in diesen Fragen eine feste und klare Führung notwendig ist zu dem Ziel, Verständi- gungen anzubahnen und ZZerschärfungen der Gegensätze zu vermeiden. Was wir aber gestern erlebt haben, das war in den Steuerfragen ein A us e i n a n d e r f a l l e n in drei vonein- ander gesonderte Teile— Reichsregierung, bürgerliche Parteien und Sdzialdsmokratie—, in den Lohtzfragen ein Zntfe- spalt in der Reichsregierung selbst. Die Regierung hatte einen Entwurf zur Anpas- sung der Steuergesetze an die Geldentwer- t u n g eingebracht, einen au sich notwendigen Entwurf, dessen rasche Verabschiedung die Sozialdemokratie schon im Interesse einer rechtzeitigen Veranlagung zur Steuer dringend wünscht. Dieser Entwurf ist im Ausschuß von den bürgerlichen Parteien in wichtigen Punkten, so insbesondere was die Auseinander- ziehung der Tarife und die Vwertungsvorschristen betrifft, verschlechtert worden, während die Sozialdemokratie teils die Regierungsvorschläge verteidigte, teils auf dem Weg der stär- keren Heranziehung des Besitzes über sie noch hinausging. Der bürgerliche Steuerblock lehnte nicht nur die von der Sozialdemokraite beantragten Verbesserungen ab. sondern er bestand auch auf den Verschlechterungen, ohne daß die Re- gierung in der Verteidigung ihrer eigenen Vorschläge Zeichen besonderer Energie zu erkennen gab. In den Steuerfragen hat eine Umlagerung inner- halb der bürgerlichen Parteien stattgefunden. Früher gab es eine Linie, die von Erzl'erger, Wirth und Vecker-Arnsberg über Erkelenz zu Keil und Scheidemann ging. Jetzt gibt es eine Linie, die von Helfferich über Becksr-Hessen und Herold zu Fischer-Kfiln geht und dort jäh abbricht. Herr Hermes, der Reichsfinanzminister, hat sich wohl innerlich auf diese neue Linie nall) nicht eingestellt, ihm fehlt aber offenbar die Kraft, an der alten festzuhallen. So kam es gestern zu einem parlamentarischen Eklat. Nachdem in drei namentlichen Abstimmungen die sozialdemokratischen Anträge auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage abgelehnt worden waren, gab Genosse Hermann Müller eine scharfe Protest- erklärung ab. Bei einer folgenden einfachen Abstimmung verließen die Sozialdemokraten den Sitzungssaal, nur Genosse Müller blieb zurück, um di« Beschlußfähigkeit des Hauses anzuzweifeln. Die Aus- Zählung ergab, daß die bürgerlichen Parteien nickt in genügender Stärke anwesend waren, um das Gesetz in der von ihnen gewollten Gestall weiter fördern zu können. Die Sitzung flog auf, eine neue wurde anberaumt. Die Führer der bürgerlichen Parteien, unter denen ob dieses unerwarteten Vorganges nicht gering« Aufregung herrschte, waren dahin verständigt worden, daß es der Sozial- demokratie vorerst nur daraus angekommen sei, eine Lektion zu erteilen und e i n S i g n a l zu geben, daß aber der Weiterberawng des Gesetzes keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden sollten. In der sofort anberaumten neuen Sitzung hätte also die Beratung ruhig weitergeführt werden können. Run war es aber Herr Helfferich, der der Katze die Schellen umhängte, indem er zum sichtlichen Un- behagen eines Teils der bürgerlichen Abgeordneten die taktische Führung an sich riß und abermalige Vertagung be- antragte. Sein Antrag wurde gegen die Stimmen der Sozial- demokraten angenommen und damit die weitere Beratung vorläufig vereitelt. Wenn es— wie zu erwarten ist— über das weitere Verfahren bei der Verabschiedung des Gesetzes innerhalb der bürgerlichen Parteien zu einigen Erörterungen kommt, so ist damit der eine Zweck der sozialdemokratischen Taktik er- reicht. Ihr anderer Zweck aber war, für diese Parteien und die Reichsregierung ein deutliches Warnungszeichen aufzurichten und die ganze deutsche Oeffentlichkeit aufmerksam zu machen auf einen Kurs der innerpolitischen Entwicklung, der obne schweren Schaden nicht weiter fortgesetzt werden kann. Ebenso aber wie in den Steuerfragen, hat auch in den L o h n f r a g e n die innere Politik eine Gefahren, zone zu passieren. Wir haben in unserer gestrigen Abendausgabe einen Protest der Gewerkschaften gegen die Haltung der Reichsregie- rung veröffentlicht, die in einer Kundgebung gegen weitere Lohnerhöhungen Stellung genommen hat. Unsere Mit. teilung schloß mit folgenden Sätzen: Wie vermutet wird, steht dos A rb ei ts m i n ist eri u m der Su'gierungehmiKfrfiimg fern, obwohl es alletn dafvr zustSndig wäre. Die von den Spitzenverbänden nachgesuchten Verhandlungen werden wohl auch hieiüber Aufklärung bringen. Auf alle Fälle ober muß die Regierung ihre Kundgebung schnellstens und eindeutig widerrufen, wenn sie das deutsche Wirtschaftsleben nicht durch um- sangreiche Arbeitsstreitigkeiten noch größeren Gefahren aussetzen will. Gestern verhandelten nun Vertreter der Spitzenverbände, freie Gewerkschaften. Christliche und Hirsch-Dunckersche, mit dem Zlrbeitsmimsterium, und es gelang in diesen VerHand' lungen, sich auf eine Erklärung zu einigen, die geeignet war, auf die Arbeiterschaft beruhigend zu wirken. Die V e r» öffcntlichung dieser Erklärung ist aber durch den Neichswirtschaftsminister D r. Becker- chessen verhindert worden, er verlangt eine Kabinettsentscheidung über sie. Man muß also feststellen: Zu derselben Stunde, in der die bürgerlichen Parteien bei der Anpassung der Steuern an die Geldentwertung den Besitzenden Vorteile zuwenden, ist ein Kampf darüber entstanden, ob die Geldentwertung bei den Arbeiterlöhnen weiter berücksichtigt werden darf/ Die Regie- rungsparteien stimmen in dem einen Fall gegen die Regie- rungsvorfchläge, in dem anderen Fall steht ein Teil der Reichs- regierung offensichtlich gegen den anderen Teil. In dem einen Fall handelt es sich darum, dm Reichen nicht zu viel zu neh- r.ien, in dem anderen darum, den Armen nicht zu viel zu sieben, in beiden Fällen aber Handel: es sich um eine Politik, für die Herr Dr. Becker-Heffen verantwortlich zeichnet. Die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft entwickelt sich immer wehr zum Kristallisationspunkt des Bürgerblocks. Das ist eine Gefahr. Sozialdemokratie und Gewerkschaften sind die stärk- sten Exponenten der deutschen Außen Politik, die stärksten Stützen des großen Abwehrtampfes im Westen, und es geht nicht an, sie in der Innenpolitik, in der Finanzpolitik, in der Wirtschaftspolitik lediglich als Objekt zu behandeln. Sozial- demokratie und Gewerkschaften sind sich vollauf ihrer unge- Heuren Verantwortung für die Zukunft des ganzen deutschen Volkes bewußt, gerade deswegen können sie nicht darauf ver- zichten, in finanz- und wirtschaftspolitifchen Angelegenheiten die Interessen der Allgemeinheit und der be- sitzlosen Äolksklassen energisch zu vertreten. Wir wünschen uns einen Mann am Steuer, der das einsieht und der stark genug ist, durch gerechte Verständigung eine Ver- schärfung Der Gegensätze zu verhüten. Der gestrige Tag sollte ein Anlaß zu ernstem Nachdenken werden für alle, die be- griffen hoben, worum es geht. Reichsgetreiöestelle unö Getreiüepreis. Eine Stützungsaktion für die Agrarier. An der Berliner Produktenbörse waren die Roggen- preise, wie wir bereits berichteten, am Donnerstag unter den bisher für Umlagegetreide gültigen Preis gesunken. Die Reichsgetreidestelle hat daraufhin erheblich« Ankäufe vorge- nommen und mir ihnen an einem einzigen Tage den Roggenpreis von 28 500 auf 31 000 bis 32 000 M. je Zentner in die Höhe getrieben, d. h. also über den Umlagepreis hinaus. Das Vorgehen der Reichsgetreidestelle ist um so erstaun- licher, als sie die Aufgabe hat, die Interessen der Ver- b r a u ch e r durch die öffentliche Bewirtschaftung des Getreides wahrzunehmen. Das wurde ihr außerordentlich erschwert durch die maßlosen Forderungen der Agrarier, welche sich immer wieder auf die hohen Preise des freien Verkehrs be- riefen, um auch für Umlogegetreide höhere Preise zu fordern. Am Donnerstag hatte es schon den Anschein, als ob die Herren Agrarier nun auch einmal den Segen der freien Wirtschast in einer ihren eigenen Forderungen entgegengesetzten Weise kennen lernen sollten. In demselben Augenblick setzte nun die Reichsgetreidestelle mit ihren Käufen ein und verhalf den Agrariern so dazu, ihren Ansprüchen auf einen hohen Umlagepreis wieder ein gewisses Recht zu verleihen,— ganz ErlebnW öes Tages! Von Willi Birnbaum.» Ich stand auf der hinteren Plattform eines Straßenbahnwagens. Der Wagen hielt gerade. Fahrgäste stiegen aus und ein. Da kamen ein paar zwölfjährige Burschen über den Damm. ,.Dil, kiek mal— Messingll...* sprach plötzlich einer der Burschen zu dem anderen und wies mit seiner Hand aus die Kurbel. „Aerd... dett bringt aber Ield..' oernahm ich grade noch von dem anderen, als der Wagen sich schon in Bewegung setzte. » Dieser Tag« war ich in einem Berliner Borort bei der Arbeiter- jugend zu einem Lortrag in ihrem Heim erschienen. Vor Deginn des Abends sprach ich mit den jugendlichen Leitern über vielerlei Dinge. Voller Stolz erzählten sie mir, wie sie mit eigener Mühe und Arbeit sich den leeren Raum ausgej.alteten, Tische, Bänke, Schemel, Wandschmuck sich selbst schafften, die Heizung allabendlich mitbrachten und die Lichtkosten durch Umlage erstanden. Und wie ich solches vernabzn, nackte mich Frohmut ob der Gewißheit, daß bier Jugend in freier Gemeinschaft ein Eigenheim und-leben zu lvahren wußte. Freudig Hab ich den Jungen zum Abschied die Hände geschüttelt. Rur weiter so! « Die weltliche Schul« einer«rbeikergemeinde veranstaltet einen Elternabend. Mannigfaltig sind die Darbietungen, von viel Hin- gäbe und Fleiß zeugend. Eine freudige, gehoben seelische Stimmung liegt über der Versammlung. Den Leiter der Schule als auch seine Pkitarbeiter quälen jedoch noch moncherlei Pläne, die er im Interesse der Fortbildung der 5'. Inder verwirklicht sehen möchte. Den Werkunterricht will er aus- bauen, die Schulbücherei ausgestalten und manches andere mehr. Oftmals schon hat er sich an die Gemeinde gewandt, jedoch— er wußte es aus eigenster Kenntnis— die Finanzmittel waren zu dürftig, die Dinge zu teuer; es blieb bei kümmerlichen Ansätzen. Inmitten der Darbietungen jedoch wuchsen seine Wünsche zu unstillbarem Verlaigen, und die Liebe zu seinen Kindern gab seinen Worten der Schkußansprache einen inneren Schwung, daß niemand sich dem Banne der Redx zu entziehen vermochte, er in allen den Willen zur Mitarbeit auslöste. Die Tage darauf brachten ihm Kinder und Eltern gar vielerlei Werkzeug. Material und Bücher; selbst eine Hobelbank wurde ihm zugewiesen. Mehr als einwal, so erklärte er mir, hatten ihm Tränen nahe- gestanden, wenn er daran dachte, daß Arbeiterväter und-mütter es waren, die diese Opfer brachten. Tage danach hatte er sich noch ge. schämt, werktätig, kümmeriich-lebend Arbeitsvolk angeschnorrt zu haben abgesehen davon, daß bei steigenden Preisen am freien Markt die Umlage nur unwillig erfüllt wird! Wir können nur annehmen, daß es sich um eine Unge- f ch i ck l i ch k e i t der Reichsgetreidestelle handelt. Wenn sie in der bewußten Absicht einer Stützungsaktion für die Agrarier gehandelt hätte, die bei einöm Roggenpreis von mehr als 50 000 M. ihre Ware zurückgehalten hatten in der Erwartung weiterer steigender Preise, so würde sie damit ihre eigene Aufgabe mit den Füßen treten. Die Regiermtg gegen Aufhebung der Umlage. Der Haushaltsausschuß des Reichstags befchüf- tigte sich am Freitag mit dem Etat des Reichsernähnmgsministe- riums. Auf Anfrage teilte der Minister Dr. Luther mit, daß die Preise für Düngemittel im Verhältnis zur Kauftraft des Roggens jetzt ungefähr die gleichen seien wie für 1313. Thomasmehl und Superphosphate seien allerdings gegenüber 1313 erheblich gestiegen. Eine Ermäßigung der Kohlensteuer oder ein Nachlaß der Fracht würden keine durchgreifende Besserung bringen. Di« freie Wirt- schaft erscheine der Regierung zwar ein erstrebenswertes Werk, aber es müsse schon jetzt die Notwendigkeit erkannt werden, daß es nicht angehe, die Getreidewirtschaft vollständig dem freien Spiel der Kräfte zu überlassen. Ueber einen Antrag der Deutschnationalen, die Zwangswirtschaft für landwirtschaftliche Produkte mit Beginn des Erntejahr«» 1323/24 aufzuheben, wird am Eonnabend abgestimmt werden. Keine Steuerkreüite für Lohnsteuer. Amtlich wird mitgeteilt: In der Presse sind Gerücht« darüber verbreitet worden, daß die Arbeitgeber ermächtigt ssnd, die im Wege des Steuerabzuges einbehaltenen Lohnbeträg« jährlich ob- zuführen und dadurch viele Monate �hindurch mit dem Geld« des Fiskus arbeiten können. Diese Gerücht« sind falsch. Die Arbeit- geber sind verpflichtet, die von dem Arbeitslohn der Arbeitnehmer einbehaltenen Steuer betrage spätesten, bis zum 10. des auf die Lohnzahlung folgenden Kalendermonats an den Fiskus abzuführen. Die Einhaltung dieser Anordnung wird von den Finanzämtern überwacht. Dadurch ist vorjorge getroffen, daß die im Weg« des Steuerabzuges einbehaltenen Beträge dem Reiche so schnell als möglich zustießen. Purzelbäume üer»Deutstben Leitung*. Minister Severing und die blaue Uniform. Die.Deutsche Zeitung" knüpft an die Mitteilung, daß die preußische Staatsregierung dem Innen- minister, Genossen Severins, 10 Milliarden zur Beschaf- fung von blaugrauem Tuch für die von den Franzosen seinerzeit geforderte neue Uniform der Schutz- Polizei zur Verfügung gestellt hat, folgende Bemerkung: .Die Reichsregierung hat sämtliche Entschädigungs- Zahlungen und Sachlieferungen an Frankreich emgestellt, aber der preußische Innenminister und sein getreuer Gehilfe Herr Abegg sind beflissen, nach wie vor den Wünschen der Frau» z o s e n bedingungslos nachzugeben." Weiter bezeichnet die.Deutsche Zeitung" die Beschaffung des Tuches als.ungeheure, gänzlich überflüssige Ausgaben". Da die„Deutsche Zeitung" ausdrücklich bemerkt, daß der Innenminister in diesem Fall lediglich Vollzugs- organ derStaatsregierung ist, macht sie durch den ersten Satz bereits den Angriff auf den Innenminister hinfällig. Aber auch im übrigen beruht die Attacke auf den" böswilligsten Entstellungen. Nicht die Franzosen, sondern die Interalliierte Militärtommission hatte die neue Uniform in einer Note vom 15. März 1922 gefordert. Nicht die preußische Staatsregierung, sondern die Reichs- regierung hat die Forderung der Kommission angenommen. Aufgabe der Reichsregierung wäre es also, von dem Uebereinkommen zurückzutreten. Wßerdem ist das Tuch bereits vor mehr als einem halben Jahr bestellt worden, so daß eine Aenderung der Dispositionen nur mit finanziellen Einbußen durchgeführt werden könnte. Endlich werden die In Werk» und Bastelarbeit ist ihm dann aber wieder doppelt und dreifach Freud« geworden. « Ein kalter Ostwind fegt« durch die Straßen. Ich ging in ein Restaurant, um etwas Warme» zu trinken. Drinnen paukt« ein junges Mädchen blöde Schlager auf einem verstimmten Klavier Einige der Gäste grölten eifrig mit. Am Schanktisch standen andere in lauter Unterhaltung, mit Körper und Armen gestiku- lierend. Wenn die.Musik" schwieg, war vielerlei widerliche» Zeug zu oernehmen. Ein Disput erregte alsbald meine Teilnahme. Ein wohlbeleibter, untersetzter Herr, der ein« Runde nach der anderen in kurzen Zwischenräumen auffahren ließ, sprach lebhaft auf seinen Nachbar, einen Eisenbahner, ein..Di« da oben.. haben alles vergessen, was sie den Arbeitern einst vorredeten. Heut reden sie ganz anders. Aber hier," und er zeigte auf sein« Briestasche,.Die dicke Marie, die füllen sich alle! Ja. ja,.. sonst kommt man zu nichts!" Und der Eisenbahner nickte nur.„Herr Wirt! Eine Runde!" Don neuem wurde angestoßen. Mich ekelte. Ich zahlte und ging. Mir war jener kluge Mann ein alter Bekannter. Bor dem Kriege betrieb er ein Lebensmittelgeschöft. Während des Krieges hatte er e» verkauft und nannte sich hinfort Großkaufmann, be- nötigte nur noch Telephon und Notizbuch. .Ja, ja.. sonst kommt man zu nicht»!"... « Seit mehr als 20 Jahren schon la» er die Arbeiterzeitung. Durch einen schweren Berufsunfall war er feit zwei Iahren Invalide, kürzlich erhielt er nach langwierigem Prozeß die Rente. Stück um Stück alles irgendwie Entbehrliche hatte er veräußert, seine Zeltung mochte er nicht missen. Sein Geist war rege; seit früher Jugend schon hatte er In der Bewegung gestanden. Lange hatte er seine Not verheimlicht, sein innerer Stolz wehrte sich gegen jede Sondervcrgünstigung. Doch eines Tages ging e» nicht mehr. Ihm blutete fein Innerstes. Durch Zufälligkeiten erfuhren seine Genossen davon, sammelten ollmonatlich, brachten noch dieses Opfer neben vielen anderen— und er bekam seine Zeitung wie bisher. Innerlich bewegt fragte er mich eines Tages, wer es sei, dem er diese Freude verdank«..Deinen Arbeitsbrüdern!" erwiderte ich und er hat mir lange und fest beide Hände gedrückt. Und ich habe seither an so manchen gedacht, der seiner Zeitung fahnensiüchlig geworden war... Di« Zukunkk de» Reue« Volks-Thealör». Gegenüber irrigen Presseäuherungen wird van der Leitung des Reuen Bolls-Theoiers folgendes mitgeteilt: Die Berwaltuna des Vereins Volksbühne Hai beschlossen, daß das vom Verein bis dahin gepachtete Reue Bolks-Theoter in der Köpe- Bestände der allen Umformen aufgebraucht, ehe das neue Tuch verwendet wird, so daß eine finanzielle Mehrbelastung über- Haupt nicht in Frage kommt. Soweit die Tatsachen, die teils seit langer Zeit bekannt sind, teils von Minister Severing im Hauptausschuß des Landtages mitgeteilt wurden. Wenn man also bei der Redaktion der„Deutschen Zeitung" nicht ein un- verantwortliches Maß von Dummheit voraussetzen will, muß man zu Betrachtungen über ihre journalistischen Ge- pflogenheiten kommen, die für den Psychologen die inter- essantesten Ausblicke eröffnen. > Der§aU tzector. Aus dem Saargebiet wird uns geschrieben: Die Bedeutung des Prozesses, den das saarländische Mit- gsied der Regierungskommisiion des Saargcbiets, Dr. H e c- t o r, gegen den Redakteur der„Saarbrücker Zeitung", F r a n ck e, angestrengt hat und der mit der völligen morali- schen und politischen Erledigung des Anklägers Hector endigte, reicht weit über die Tatsache hinaus, daß endlich ein Mann über Bord gegangen ist, der sich als Landesverräter schwer an seinem Baterland versündigt hat. Der Prozeß ist zugleich eine empfindliche Niederlage sowohl der R e g i e r u n g s k o m m i s s i o n des Saargebiets wie des P ö l k e r b u n d r a t s, der ihre Politik bisher gedeckt und alle Klagen und Beschwerden der Saargebietsbevölkerung in den Wind geschlagen hat. In jenem Prozeß, w dem der angeklagte Redakteur Francke den Nachweis zu führen hatte, daß Dr. Hector tat- sächlich ein Landesverräter fei, leugnete dieser als Zeuge unter sei nem Eid, daß er eine Adresse der Stadt Saar- louis, die er in eine Ergebenheitsadresse für Frankreich um- gewandelt hatte, mit unterwürfigen Briefen an den franzö- sischen Kriegsminister und den kommandierenden französischen General im Saargebiet begleitet habe. Der Geschicklichkeit der Verteidigung, die unser Parteigenosse, Rechtsanwalt Leh- mann, führte und die sich der Mitwirkung Wissender aus der früheren Umgebung Hectors erfreute, ist es zu danken. daß diesem ein glatter Meineid nachgewiesen wurde; denn die belastenden Dokumente wurden in den Archiven genügen, daß seine schimpfliche politische Laufbahn zu Ende ist; daß er prompt krank wurde und dann seine ersten Aussagen schriftlich widerrief. Leider kann er wegen seiner Immuni- tat, die er als Mitglied der Regierungskommission besitzt, nicht wegen Meineids sofort verhastet werden, und die Ve- völkerung des Saargebiets muß sich mit der Genugtuung be- genügen, daß feine fchimpsliche politische Laufbahn zu Ende ist: denn Dr. Hector ist gezwungen wvrden, sein Amt sofort niederzulegen. Er wird vorläufig von dem kommissa- rischen Landrat La n d des Kreises Saarlouis vertreten, einem früheren Kaufmann, der politisch ein unbeschriebenes Blatt ist. Das für die Regierungskommission Peinliche des Falles Hector liegt darin, daß dieser Landesverräter nicht den Mut hatte, zu seinen Toten zu stehen; ein Beweis für die mora- lisch? Stärke des Deutschtums im Saargebiet, wo jede direkte öder-indirekte Begünstigung der französischen Annexionspolitik nach wie vor als glatter Landesverrat empfun- den wird und die fremden Eindringlinge genau so als De- drücke? empfunden werden wie am ersten Tage. Polltisch am bedeutungsvollsten aber ist, daß der Fall Hector auch eine empfindliche Niederlage des Bölkerbundrats bedeutet. Der Engländer Balfour war es, der im August o. I., als die Parteien des Saargebiets der Erneue- rung von Hectors Mandat widersprachen, sich unter beleidigen- den Anwürfen gegen die deutsche Propaganda im Saargebict hinter diesen Mann stellte. An dem Völkerbundrat ist es jetzt, das n rechtwiedergutzumachen und dem berechtig- ten Wunsch der Saargebietsbevölkerung stattzugeben, daß das saarländische Mitglied der Regierungskommission entweder durch allgemeine Volksabstimmung oder doch wenigstens»»«' Landesrat gewählt wird. nlcker Straße noch Ablauf dieser Spielzeit ai» Eigenibetneb nicht mehr fortzuführen ist. Ob da» Theater damit ganz eingehen wird, steht ledoch noch dahin. Ganz unzutreffend ist oder, daß die Weigerung von Schauspielern de» Theater» am Vüiowplatz, die ungünstigen Bühnengorderoben in der Köpenicker Straße zu benutzen, auf den Beschiel ß der Verwoitung de» Derein» der Volksbühne irgendwie eingewirkt hätte. Wenn die Verwaltung des Derein» Blchsbühne zu dem Beschluß der Achgab« de» Reuen Volks-Theaters Pom. ja lediglich deshalb, weil das Haus sehr baufällig ist und weil die Mitqlieder des Vereins, d. h. die Besucher des Theaters, häufig über die ungünstigen Raum Verhältnisse klagten. E» darf dabei bemerkt werden, daß die Berwaltuna des Vereins den Vorstand ausdrücklich beairf- tragt«, Mittel und Wege zu suchen, um das Ensemble des Theaters dem Verein zu erhalten, weil die künstlerischen Leitungen des Reuen Bolks-Theaters von allen Seiten durchaus anerkannt wurden. Im Hinblick auf diesen B-vwaltungsbsschluß ist dann bei der Schill«r-Th«ater-A.°G. angefragt worden, ob dies« unter Umständen bereit wäre, ihr Hau» an die Bclksbühnen zu übertragen, damit der Berew Volksbühne es an Stelle des Renen Volks-Theaters in Betrieb nehme, wobei ein Teil der Kräfte des Reuen Volks- Theater» und ein Teil der jetzt am Schiller-Theater engagierten Darsteller dort zu einem neuen Ensemble oereinigt werden würden. Wirtschaftliche Schwierigkeiten bestehen für das Reue Volks- Theater nur insofern, als es gewiß nicht leicht ist, emen Ausgleich zwischen den ständig wachsenden Unkosten und den durch die Bei- träge der Volksbühne gegebenen Einnahmen zu erzielen. Im übrigen bedeutet aber die Organisation der Besucher für das Theater eine so gesund« und sicher« Basis, wie sie außerhalb der Dolksdühnenb« triebe kaum ein anderes Berliner Theater haben dürfte. Finnische dramatische Literatur auf deutschen Bühnen. Im Lübecker Stadttheater gelangt« die Komödie„D i e H« i d e- s ch u st« r" von Aleksis Kivi zur ersten Aufführung. Roch nie war bisher auf einer deutschen Bühne«in finnisches Drama wieder- gegeben worden, kaum daß man überhaupt Kenntnis von einer solchen Literatur besaß. Sie Ist wenig umfangreich und weist auch nur einzeln« Stück« von wirklichem Wert auf. Dazu gehört in erster Linie die naturalistische Bauernkomödie„Die Heideschuster". Sie stammt aus dem Jahre 1804 und erfreut sich in der Heimat des Dichters, der in seinem 37. Lebensjahre geistiger Umnachtung anheim- fiel und 1872 starb, größerer Beliebtheit. Bedeutsamer als die Handlung der Komödie— die an kam i scheu Zwischenfällen reiche, erfolglose Brautfahrt des Schusters Esko— fft die lebendige Eharakterzeichnung der dem ländlichen Milieu entstammenden Per- son des Mädels, die in ibrer ernsten, oft behäbigen, aber auch wieder humorvollen Art und Sproä-e überaus bodenständig und echt er- icheinen und im Zusammenhang mit ib-er Umwelt einen interessanten Einblick in das Leben des finnischen Volkes gewähren. Im Lübeck sind die Beziehungen zu Finnland besonders stark, und das war mit ein Grund für die Uraufführung in deuffcher Sprach« an der dorti- gen Bühne. Die Darstellung war im aanzen recht geglückt und wurde wesentlich aefördcrt durch die Mitwirkung von Paavo Iännes vom Raiional-Theater in Helsingfors, der den Esko in ganz ousqezcichneter Weise verkörperte. Es dürften„Die Heideschuster' bald auch an anderen deutschen Schauspielhäusern anzutreffen fein. P. ß. der derlmer dezirksparteitag. Im Lichte des„Völkischen Beobachters". Das Organ der„Nationalsozialisten", der Münchener „Völkische Beobachter", beschäftigt sich in einem Leitartikel mit dem Berliner sozialdemokratischen Bezirksparteitag. Da liest man unter der Ueberschrist„Organisierter Volksverrat" folgendes: Der ganze Bszirksparteitag war die neueste Illustration für den Weltbetrug an unserem schaffenden Volk. Während man im Snnern Klassenkampf bis aufs Messer fordert, den blutig st en Terror ausübt. Arbeiter auf Barrikaden hetzt, predigt man gegenüber den Raubtieren des Auslandes hündische Unterwerfung, die man„Verständigung" zu nennen wagt. In München sollen verschiedene Typen umherfahren und die Franzosen verteidigen. Vor ihnen wird gewarnt.— Ganz gut. Diese Blätter aber sollten in den Reichstag hineinschreien: Achtung vor Verrätern! Richte Galgen auf, deutsches Volk! In einem anderen Aufsatz, der sich mit dem angeblich ge- planten französischen Barmarsch nach München beschäftigt, wird gesogt, die„Marxisten" zögen daraus den Schluß,„noch mehr auf dem Bauche liegend zu winseln", die Münchener Juden aber erwarteten den Einmarsch der Franzosen sehnlichst. Daß es Verrückte gibt, die fo schreiben, ist schließlich kein Wunder, aber daß es Idioten gibt, die das gläubig lesen, ist ungeheuerlich und zeigt die Größe der Gefahr. Trotzki als„SozialpazififT. In einem Interview, das der Moskauer Berichterstatter des„Manchester Guardian" mit T r o tz k i hatte, stellte er an diesen eine Reihe von Fragen. Unter anderen folgende: „Wenn die Franzosen im Jahre 1919 in das Ruhrgebiet ein- marschiert wären, so würde, glaube ich, die Krise in Moskau als eine ausschließlich revolutionäre angesehen wordeiz sein. Warum ist das heute nicht der Fall?" Darauf antwortete Trotzki: „Sie fragen mich, warum wir den Einmarsch der Franzosen in das Ruhrgebiet nicht als Ansporn zur Revolution begrüßen. Sicher- lich sind wir an einem Siege der Arbeiterklasse interessiert: aber es liegt keineswegs in unserem Interesse, daß die Revolution in einem erschäpften und verbluteten Europa einseht und daß das Proletariat von der Bourgeoisie nur Ruinen übernimmt, wie wir sie vom Zaris- muß und der russischen Bourgeoisie übernommen haben. Die europäischen Arbeitermassen ziehen die Lehren aus dem imperia- listischen Krieg nur allmählich. Das kommt in dem ollmählichen Wachsen der Kommunistischen Internationale zum Ausdruck.(?) Ohne daß wir uns herausnehmen, bestimmte Ereignisse voraus- zusagen, haben wir nichtsdestoweniger keinen Zweifel, daß dieser Prozeß zum Siege der Arbeiterklasse in ganz Europa und auf der ganzen Welt führen wird. Sollte es jedoch der Bourgeoisie gelingen, Europa in einen zweiten verheerenden Krieg zu ziehen, so würde das erstens bedeuten, daß hauptsächlich die Generationen der Arbeiterklasse verbluten müßten und vernichtet würden, die die Träger der Zukunft sind, und zweiten» würde wirtschaftlich Europa zum Bettler herabsinken. Die Folg« würde ein schwerer Der- fall der europäischen Kultur für lange Zeit fein, und infolgedessen nicht die Annäherung, sondern im Gegenteil das Hinausschieben revolutionärer Aussichten. Das ist der Grund, warum wir vom revolutionären Standpunkt aus ein Lebensinteresse an der Erhaltung des Friedens haben." Wenn der Berichterstotter des englischen Blattes die Aeußerungen Trotzkis richtig wiedergegeben hat, so würden diese eine völlige Preisgabe des bisherigen kommunistischen Standpunktes in den Fragen der äußeren Politik bedeuten und die sogen,„sozialpazifistische" Politik rechtfertigen, die die Sozialdemokratie, entgegen allen kommunistischen Treibereien, unter Aufbietung aller Kraft oertreten hat. Der ucue schwedische Gesandte ia Berlin ist Freiherr Friedrich Raurel, bisher in Kristiania. Wassermanns Tuberkulosenachweis. August von Wassermann, der Leiter des Institutes für experimentell« Therapie, hat für die Diagnostik der Syphilis die experimentelle Grundlage in der nach ihm benannten„Reaklion" gefchafien. Jetzt ist dem Forscher in jahrelangen Untersuchungen der Nachweis einer experimentellen Grundlage auch für ein« spezifische Serodiagnostik auf aktive Tuber- kulos« gelungen. Das ist um so bedeutungsvoller, als die Schaffung einer zuverlässigen Erkennung für keine Krankheit dringender er- scheint, als die Tuberkulose, obwohl wir seit der Entdeckung Robert Kochs im Tuberkulin die Möglichkeit haben, die Infektion mit Tuberkelbazillen im Organismus nachzuweisen. Aber das Vor- handenfein von Tuberkelbezillen im Organismus macht diesen ja durchaus noch nicht krank, d. h. behandlungsbedürftig, und weitaus die meisten Erwachsenen, besonders in Großstädten, aber auch die Mehrzahl von Kindern geben eine positiv« Hautreaktion bet der Prüfung mit Tuberkulin, ohne deswegen tuberkulös krank zu sein. Ilm eine„aktive Tuberkulose" festzustellen, dafür bieten die Unter- suchungen Wassermanns, die er in der„Deutschen Medizinischen Wochenschrift" veröffentlicht, die Grundlage. Die Bedeutung einer solchen Serodiagnostik trifft besonders das Kindesalter, weil damit oie Behandlungsbedürftigkeit von Kindern bestimmbar wird. Die auf neuen Wegen mit der Feinheit Wassermannscher Serumforschung vorgedrungenen Untersuchringen brachen mit der bisher als Dogma geltenden Anschauung, daß die„Antikörper" im Serrun eines an einer Infektionskrankheit leidenden Menschen sich gualitativ völlig gleich denen verhalten, wie sie bei Tieren durch künstlich« Immunisierung mit den betreffenden Krankheitserregern im Blut« auftreten. Auf Grund fehler Ergebnisse macht Wasser. mann den sicheren Rückschluß, daß seder Mensch, ab Kind oder Erwachfener, dessen Serum mit dem Tetalin-Tuberkulose-Lezithin- Antigen positiven Ausschlag gibt, an aktiver Tuberkulose leidet. Ueber die Verwertung eines negativen Ergebnisses dieser Serum- Prüfung äußert sich Wassermann vorläufig sehr vorsichtig. Di« Ausführung der Reaktion, zu der er die Handhoben bietet, ist recht subtil, wird aber dem Arzte in vielen Fällen sicheren Boden für sein Handeln bieten können. Auf die Hauptfrage, ob durch die Serumdiagnostik eine Tuberkulose, d. h. die Anwesenheit von tuber- kulösem Gewebe, oder nur ein tuberkulöser Infekt, d. h. die An- Wesenheit von Tubertelbazillen nachgewiesen ivird, konnte bishor «ine exakt« Antwort nicht gegeben werden. Das müßt« erst TO Laufe von Jahren auf Grund von klinischen Beobachtungen fest- gestellt werden. ?an Neuen lkveater am Zoo findet am Sonntag. 1? Uhr.«m Siek» tromovhon- Konzert statt. P-rfönIrcheZ Auftreten von Paul Morgan und Harald Paulsen. Der Witwe deS«rbeiterdichterS Pestold hat die Memcind« Wie», «ine Ebrengabe von vier Millionen Kronen überwiefew DaS größte«ilenbetans-lilff lür Binnenfabrt lief auf der Mindener Efienbetonwerst vom Stapel. EZ hat«Ine Länge von 87 Metern und saht SCO Tonnen. Aus der Suche nach Petroleum. In??!adiwostol werde» Bor- bcrcitnngeu für die Enilendung einer geologische» K a»r t f ch a t k a- Lrpedition getroffen, die im Juni ISüZ ihre Reife antreten wird, um Pctrolcun, vorkommen sistzuftellen. Kronenfelö unö Gummersbach befetzt. ITC ü n st e r, g. März.(MTV.) Im bergischen Land ist außer Sronenberg auch das nördlich gelegene Kronenseld heute beseht worden. Es handelt sich bei der Besetzung der beiden genannten Orte für die Franzosen augenscheinlich darum, die bisher noch freie Strecke Solingen— Elberfeld in die Hand zu bekommen. Weiler südlich ist im Laufe des Tage» Gummersbach beseht worden. Wieöer ein MorS. Bochum, g. März.(WTB.) In der Nacht vom 8. zum S. März wurden im Essener Stadtteil Altessen friedliche Bürger, die zum Schutze ihrer Häuser in den Straßen patrouillierten, von vier französischen Soldaten mit dem aufgepflanzten Seiten. gewehr bedroht. Da die Einwohner plündernde Franzosen ver- muteten, alarmierten sie die Wache der Freiwilligen Feuer- wehr. Dies« wurde von den französischen Soldaten angehalten. Als die Feuerwehrleute absprangen, um mit den Soldaten zu ver- handeln, sch o ß einer von ihnen auf den ihm nächststehenden Feuer- wehrmann Boeckmann, tötete ihn durch einen Schuh in die Brust und verschwand über die Brückenböschung in Richtung Borbeck. Dasselbe machten auch seine Kameraden, nachdem sie ihre Gewehre abgeschossen hatten. Der Getötete wurde nach dem Marienhospital gebracht. Räubereien. Bei der Stillegung des Eisenbahnbetriebes w Duisburg am 24. Februar befanden sich mehrere Bahnposten und 7 mit Paketen beladene Postwagen im Bahnhof. Die Besatzung duldete das Be- treten der Bahnsteige und die Ueberwachung der Wagen nicht. Als einige Tage nach der Stillegung das Ausladen der Postwagen von der Besatzung erlaubt wurde, stellte sich heraus, daß die Wagen ge- öffnet, Hunderteoon Paketen aufgerissen, der Inhalt m den Wagen zerstreut, Hüllen und Aufschriften zerrissen, Leinenzeuge, Stoffe, Hüte u. a. zerknüllt, zertreten und beschmutzt waren. Der Wert der von den feindlichen Truppen fortgenommenen, beschädigten und verdorbenen Gegenstände beträgt viele M i l l i o- n e n M a r k. In Essen haben die Franzosen am 26. Februar einen Post- schaffner verhaftet und einen Geldbeutel mit 4l)l) 000 Mark, die zur Auszahlung qt Alters- und Invalidenrentner bestimmt waren, beschlagnahmt. Im Gebäude der Oberpostdirektion in Düsseldorf nahm«in großes Aufgebot bewaffneter französischer Soldaten unter Führung von Oberst Brolct? Schreibmaschinen weg. In Ober- hausen(Rheinland) drang ein Kommando von 5 Alpenjägern, mit Bajonetten und Beilen bewaffnet, in das Dienstzimmer des Post- amtsvorstehers ein rprd schlug die ganze Ausstattung kurz und klein, als für die besetzten Räume Licht und Heizung versagt wurde. Bei der Poswerladestelle Düffel dorf-Grafenbe rg haben die Franzosen am 28. Februar zwei Bahnpostwagen mit Postpaketen fortgenommen. In Duisburg haben Belgier alle Kellerräume des Postamts erbrochen und Werkzeuge und Mate- rialien in großer Zahl gestohlen. Degoutte verteidigt sich. General Degoutte ist offenbar nicht mit den militärischen Lorbeeren zufrieden, die er in zwei Monaten Ruhrbesetzung so über. aus reichlich geerntet hat, er sehnt sich auch wie alle siegreichen Generäle nach politischer Betätigung. Einige Proben seiner Talente auf diesem Gebiete hatte er bereits vor einiger Zeit geliefert, u. a. als er dem Vertreter des„Telsgraaf" erklärte, Frankreich würde nötigenfalls 1000 Jahre an der Ruhr bleiben. Am Donners- tag hat er wieder einmal«ine Pressekonferenz einberufen und dort «ine Rede gehalten. Herr Degoutte bezeichnete die jetzige Situation„als logisch und genau, wie wir es vorausgesehen haben". Darauf wird selbst die große Mehrheit der französischen. Leser mit einem Hohn- gelochter reagieren.„Wir konnten uns Rebellion und Be- drohrmg nicht ruhig gefallen lassen, aber wir haben niemanden belästigt und mißhandelt",„Belästigungen" und„Miß- Handlungen" fangen offenbar für einen französischen General erst an, wenn schwere Artillerie in Tätigkeit tritt!„Die Zahl der Zwischenfälle verringert sich� Wir würden es begrüßen, wenn Degoutte mit dieser Behauptung recht hätte, bisher schien allerdings das Gegenteil der Fall zu sein. Hoffen wir, daß wenig- stnts die Zukunft diesen Optimismus rechtfertigen wird. Ferner trat Degoutte den Meldungen über Eisenbahnunfäll« mit tödlichem Ausgang entgegen, die in der deutschen Press« erschienen seien. Es würde ims freuen, wenn nichts dergleichen passiert wäre, möchten aber bemerken, daß alle derartigen Meldungen zunächst in der Entente presse erschienen sind und erst dann von der deutschen Presse übernommen wurden. Bezüglich der auch vom Reichskanzler in seiner Rede erwähnten Vorfälle in Recklinghausen erklarte Degoutte:„Alle in Frage kommenden Offiziere hoben mir ihr Ehrenwort gegeben, daß die Beschuldigungen in allen Punkten falsch seien. Ich glaube dem Ehrenwort französischer Offiziere mehr als dem Wolfffchen Bureau. Im übrigen wache ich selbst darüber, daß sich unsere Soldaten keine Ausschreitungen zuschulden kommen lassen." Dar- auf Ist zu erwidern, daß die Vorfälle nicht etwa nur von WTB. gemeldet, sondern auch von deuffchen und ausländischen Ioutno- listen an Ort und Dtell« kontrolliert wurden. Demgegen» über wiegt das„Ehrenwort" von Offizieren, die sich ehrlos benommen haben, federleicht. Die Räumung des desetztm Gebietes, meinte der General weiter, würde jetzt ein Triumph der deutschen Nationalisten sein und das Ende der deutschen Republik bedeuten. Es ist zwar richtig, daß der Ruhreinmarsch eine Welle des Nationalismus über Deutsch. land gebrocht hat, das tonnte aber jedes politische Kind voraussehen. Die Sorg« der französischen Militaristen um das Schicksal der beut- schen Republik, die sie ununterbrochen schwächen, ist nur Keuche- lei. Die sozialistischen Arbeiter sind es, die vor allen anderen den Abwehrkampf an der Ruhr führen, und das Scheitern des ftanzösischen Dewaltunternehmens wird in erster Linie ihr Sieg sein,«in Sieg der pazifistischen, waffenlosen deutschen Demokratie über das militaristische Frankreich des nationalen Blocks. Degout- tes Sorge um das Wohl der deutschen Republik und ihrer demo- kratischen Einrichtungen ist erst bei seinen Bcrordnungen über das Vereins, und Versammlungsrecht im besetzten Gebiete voll zur Geltung gekommen! Mit ihren Nattonolisten und Monarchisten werden die republi- kansschen Ardeiter Deutschlands schon fertig werden: dazu benötigen sie nicht Degoutte» Verbleiben, sondern im Gegenteil Degouttes Berschwinden!_ Die Ruhraktion als doktorfrage. Hovo« veröffentllchte vorgestern ein Kcnnmunigue, das in deuffcher Uebersehung lautet: „Die deutsche Regierung hat vor zwei oder drei Tagen allen Mächten, mit Ausnahme Frankreichs und Belgiens, einen Protest gegen die Besetzung des Ruhrgebiets zugehen lassen. Die Rote des Reirlis bemüht sich, die Rechiswidrigkeit dieser Maßnahme nachzu- weisen. Um ihrem Na6>weis den Anschein der Stärk« zu geben, stützt sich die Denkschrift auf ein französisches Werk, nämlich auf eine im Jahre 1913 eingereicht« Doktorarbeit des Studenten der Rechtsfakultät in Paris Herrn Robin, der zu diesem Zweck zu einem bedeutenden Juristen von entscheidender Autorität gemacht wird. S e l b st o chr st L u d li ch wird das deutsche Bestreben aus niemand Eindruck machen. Die Verantwortung der Regierung kann sich in der Tat nicht von den persönlichen Gedanken obskurer Studenten beeinflussen lassen. Die Aktion Frankreichs gegen Deutschland stützt sich auf einen juristisch genauen und völlig klaren Text, nämlich auf den im Jahre 1919 von Deutschland unter- zeichneten Vertrag von Versailles, der(im Teil VIII Anlage ll § 18) den Alliierten im Falle einer vorsätzlichen Verfehlung Deutschlands das Reckst zu Mahnahmen zuerkennt, die Deutschland nicht als feindselig« Handlungen betrachten darf, und die in wirt- schaftlichen und finanziellen Sperr, und Aergeltmigsmaßregeln und solchen anderen Maßnahmen bestehen können, die von den respek- tioen Regierungen als durch die Umstände geboten erachtet werden. Herr Poincare hat übrigens eine unanfechtbare Widerlegung der Argumente aufgesetzt, die von der deutschen Regierung mit offenstch licher Unehrlichkeit entwickelt worden sind." Ein offiziöser deutscher Kommentar dazu b»grüßt die angekündigte Widerlegung, zumal Frankreich bisher einfach geschwiegen oder die deutschen Feststellungen der Rechtswidrigkeit zurückgeschickt habe. Die Autorität Robins fei anerkannt: so habe Pro- fessor Louis Renault, der bis zu seinem Tod« Justitiar des französischen Auhenmimsteriums war, dem Buche ein Borwort ge- geben, das die Arbeit mit Worten höchster Anerkennung den Staats- männera und Diplomaten zur Benutzung empfiehlt. Ferner hat der Pölkerrechtslehrer Paul Fauchille in seiner letzten Ausgabe des Handbuchs des Völkerrechts von Bonfils das Robinsche Buch nicht nur als ein sehr bemerkenswertes Werk bezeichnet, sondern sich dessen Ergebnissen in den wesentlichen Punkten ang eschlos- s e n. Noch bezeichnender ist es, daß auch die französischen Anklagebehörden sich jedesmal auf das Werk berufen, wenn sie es irgendwie gegen deutsche Angeklagte verwerten zu können glauben. Die deutsche Denkschrift erwähnt aber das Buch nur nebenbei und nur dort, wo sie sich mit den franko-belgischen Einzelmaßnahmen beschäftigt, nicht dagegen in dem Teile, der die grundsätzliche Rechts. Widrigkeit des Einmarsches selbst nachweist. Kein Protest, sondern Vorstellungen. London. 9. März.(MTB.) Reuter erfährt: Es ist nicht richtig, daß ein formeller britischer Protest bei Frankreich wegen der Besetzung der Gebictsstreifen zwisck�en den Rheinbrückenköpsen erhoben worden ist. Die britische Regierung hat aber mündlich Vorstellungen bei Frankreich erhoben und auf die ernsten Unzuträglichkeiten hingewiesen, die den britischen Behörden im Rheinland infolge des französischen Vorgehens, welches das von den Engländern besetzte Gebiet vollständig einschließt, erwachsen sind. Es ist nachdrücklich betont worden, daß der britische Oberkommissar für das Rheinland keinen Anteil an dem Beschluß des französischen und des belgischen Oberkommissars genommen hat, durch den. die Rheinlandkommission die Autorität in diesem Gebiet für sich in An- spruch nimmt, und daß der brittsche Oberkommissar jede Verantwortung für diese Handlung abgelehnt hat. Dem Pariser„Intransigeant" zufolge bestreitet allerdings das französische Auswärtig« Amt, daß ein solcher mündlicher Protest bisher erfolgt sei. Es werde lediglich über dies« Frag« zwischen Paris und London verhandelt. London, 9. März.(WTB.) Reuter meldet: General G o d l e y fährt heute nach Köln zurück. Eine Uebereinstimmung Zwi- schen Großbritannien irnd Frankreich über die Eisenbahnen ist noch nicht erreicht worden. Ist der zur Erörterung stehende Plan ratifiziert worden, dann werde Frankreich beinahe dieselben Erlsichte- rungen genießen, wie in dem Zeitraum vor der Besetzung des Ruhrgcbiets, aber in manchen Kreisen wird eine Ratifikation für zweifelhaft geholten. Das tschechische Ausnahmegesetz. An einem einzigen Tage hat das tschechische Abgeordnetenhaus dos sogenannte Republikschutzgesetz durchberaten und angenommen, nachdem eine Anzahl obstruierender Kommunisten vom Präsidenten ausgeschlossen und infolge Nichtfolgeleistung von der Parka- mentswache hinausgeschleift worden waren. Die deutschen Sozialdemokraten gaben durch den Genossen'Dr. C z e ch eine scharfe Protesterklärung ob, ebenso die anderen Oppositionsparteien, dar- unter auch die slowakischen Autonomisten, worauf sie den Saal verließen. Vier Angehörige der tichechischei, nationalsozialistischen Partei erklärten sich gegen das Gesetz, sie wurden darauf aus der Fraktion ausgeschlossen. Die Annahm« des Gesetzes erfolgte lange nicht mit der für Verfassungsänderungen erforderlichen Mehrheit, obwohl das Gesetz Verfassungsgarantien aufhebt. Den 152 Abge- ordneten der tschechischnationalen Regierungsmehrheit stehen 120 Oppositionelle gegenüber, während die Stellung von 13 Abgeordneten unsicher ist. Tschechoslowakei und Ruhrhilfe. Prag, 8. März.(TU.) Auf eine Intervention der deutschen sozialdeniokratischen Abgeordneten erklärte der Minister des Innern, daß die von der Gendarmerie in einzelnen deutschen Orten b e- schlagnahmten freiwilligen Spenden für die Ruhrhilfe wieder freigegeben werden würden. Auch die Kinder von In Deutsch- land ansässigen tschechoslowakischen Staatsangehörigen sollten zum Ferienaufenthalt in der Republik die nötige Aufenthalts- bewilligung bekommen. Die Zahl dcr reichsdeutschen Kinder, die zum Erhoiungsaufentholt in die Tschechoslowakei kommen können, wurde auf 4500, festgesetzt._ Teuerungsmaßnahmen für Militärrentner. Die am I.Januar vervierfacblcn M i l i t ö r r c n t e n sind vom 1. März ob abermals verdreifacht, also imganze» verzwölffacht worden. Sterbegeld, Pflegeznlage und Unter- haltSkosten für den Fiihrerhund sind vom 24fachcn ouf do§ iLlache erhöht worden. Die Pflege zn läge beträgt somit je nach dem Grade der HilsLbedürstigkeit monatlich 86C0 M., C000 M. oder 9000 M. Die daneben im Falle des Bedürfnisses gewährten TeuerungSzuschüsie betragen vom 1. Februar ab bei EiwerlS- Minderung von 50— 80 v. H. 18000 M,. darüber hinaus 25000 M., bei völliger Erwerbs- uud Mittellosigkeit 50000 M. Halbwaisen erhalten 12 000 M.. Vollwaisen 20 000 M.. Eltcrnicile 15 000 M. ein Elienipaar 24000 M., der Kinderzuschlag beträgt 11000 M. Im besetzten und im Einbruchsgebiet werden hier?» außerdem besondere Zuschläge erteilt. ltte In Nordamerika beschlagnahmten deutschen. Vermögen werden bis zum Betrag von 10 000 Dollar zurückgegeben. Böltcrbundkommissar in Danzig ist fortan der Engländer Mac Donall, der unter anderem auch in Chemnitz stiidiert hat und lange im Sudan und in Aegypten Beamter gewesen ist. Gewerkschaftsbewegung Die Metallfunktionäre zum Schiedsspruch. Montag und Dienstag Urabstimmung. Die Funktionäre des Deutschen Metallarbeiterverbandes waren gestern abend in der Schultheißbrauerei Hasenheide versammelt, um Sprechenben Borloffen zu helfen. Die Art dieser Borschüsse foll in einer erneuten Besprechung am Montag, den 12. März, feftgelegt werden. Die Verhandlungen über Ortsfonderzuschläge für die Beamten und Angestellten sollen am Dienstag, den 13. März, beginnen und werben voraussichtlich am 20. März beendet Eine Angleichung an der Regierung nicht beabsichtigt. die Ortslohnzuschläge für Reichsarbeiter nach Höhe und Orte ist von in Auch nach Abschluß dieser Verhandlungen bleiben die Beamten ihrem Ginfommen trotz gleichwertiger Beschäftigung und gleicher wirtschaftlicher Berhältnisse weiter benachteiligt. Zum Kampf im Fleischergewerbe. Wie Kommunisten Betriebsräte wählen. Hierzu wird uns geschrieben: Welcher Mittel sich die kommunistischen Parteigänger bedienen, um Erfolge zu erzielen, sei an folgendem Beispiel gezeigt: Aus Anlaß der Betriebsratswahlen in den Betrieben NatioKöpenider Straße, war zwischen den Fraktionen der BSPD. und nal Registriertassen Neukölln, Werk Weigandufer und RBD. versucht worden, eine gemeinsame Liste aufzustellen, jedoch zu dem Schiedsspruch, der eine Lohnerhöhung von 15 Proz. für die vergeblich. Die Kollegen der KPD. hatten sich schon vorher festZeit vom 5. bis 31. März vorfieht, Stellung zu nehmen. Bevoll gelegt und wollten nur eine Einheitsliste mit sieben KP D.mächtigter Ulrich führte aus, daß, nachdem die Verhandungen am und zwei BSPD.- Kandidaten eingehen. Sonst mollten sie lieber 24. Februar gescheitert waren, das Reichsarbeitsministerium vom politisch Indifferente mit auf ihre fommunistisch- freigewerkschaftliche Metallarbeiterverband angerufen wurde, um einen Spruch zu fällen. Liste setzen. So wurde dann auch verfahren. Die Funktionäre Es fanden dann am 3. März Verhandlungen statt, wobei die ArZur Beilegung der Differenzen wurde gestern im Reichs- ftellten eine rein kommunistische Liste auf; um derselben einen freibeitervertreter betonten, daß der Standpunkt des Berbandes Berliner arbeitsministerium von 10% bis 8% Uhr abends verhandelt. Ein gewerkschaftlichen Anstrich zu geben, fekte man auch einige UnMetallindustrieller, für den Monat März teine Lohner Echiedsspruch wurde nicht abgegeben, da- wie der Vorfigende organisierte darauf. Diese Liste ließ man in einer allgemeinen Behöhung zu zahlen, einfach unhaltbar sei. Das Schiedsgericht, mitteilte die Arbeitnehmervertreter während der Betriebsversammlung bestätigen, wo noch eine Anzahl weiterer Bor das feinen Spruch, der auf Lohnerhöhung hinausging, fällen wollte, ratungen ihre weitere Mitwirkung einstellten. schläge gemacht wurden. An dem Zustandekommen dieser soge. brachte die Zahlung eines Borschusses von 5000 m. in Vorschlag, die später wieder abgezogen werden sollten. Die Arbeitervertreter früh um 8 Uhr in einer Versammlung zu den Verhandlungen Die Streifenden und Ausgesperrten werden heute nannten freigewerkschaftlichen Liste wirkten hier auch Unorganisierte mit Nachdem man auf diese Weise genügend Kandidaten zulehnten dieſen Schiedsspruch ab. Da der unparteiische Vorsitzende Stellung nehmen. Dabei dürfte die Tatsache eine Rolle mitspielen, sammenbekommen hatte, verteilte man im Betrieb vorgedrukte fich weder für die Auffassung der Arbeitnehmer noch für die der daß die Arbeitgeber nach dem Scheitern der Berhandlungen Stimmzettel, auf denen die überzähligen Kandidaten zu streichen Arbeitgeber entscheiden mochte, kam kein Spruch zustande. Auf An- ein Angebot der Arbeitnehmer, fofort in weitere gegenseitige Ber- von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Die übrigen lehnten es waren. Bon etwa 550 organisierten Kollegen haben nur 60 Proz regung der Arbeitgeber fanden neue Verhandlungen am 8. März handlungen einzutreten, rundweg ablehnten. im Reichsarbeitsministerium statt. Hier arbeiteten die Arbeitgeber ab, sich an einer Wahl zu beteiligen, die allen gewerkschaftlichen mit geradezu lächerlichen Argumenten. Ja, fie fanden sogar den Grundsätzen hohnsprach. Mut, die Februarlöhne zur Lebenshaltung für ausreichend zu er- Gescheiterte Lohnverhandlungen für die Gemeindebetriebe, achten. Man bot abermals Borschußzahlungen, die aber wieder nach dem 15. April in Abzug gebracht werden sollen. Unsere betriebe über Zahlung von Nachschüssen für den Monat Februar Die Verbandlungen des Lohnfartelle der Berliner Gemeinde. Bertreter lehnten diese wiederum ab und bestanden auf einer Er- und über die Märzlöhne, die gestern im Tarifvertragsamt des Ma höhung der Löhne. Endlich nach neunstündiger Berhandlungsdauer giftrats stattfanden, find ergebnislo 3 geblieben. Die Verfällte das Schiedsgericht einen Spruch, der eine fünfzehnprozentige treter des Magistrats stellen sich auf den Standpunkt, der EntBulage feftjeßt. Die Unternehmer stimmten gegen diesen scheidung des Reids in den Lohnfragen nicht vor Spruch. greifen zu fönnen. Das Lohnkartell hat hierauf sofort beim Reichsantragt. Bevor die Diskussion eröffnet wurde, gab Urich auf Antrag arbeitsministerium die Einsetzung eines Schiedsgerichts be- gebraucht hatte. Für die Kommunistische Partei aber ist eine neue Der Zufall wollte es nun, daß im Werf Köpenider Straße die wußten sich zu helfen. Sie wandten nun zwischen ihren politisch Moskaujünger von den politisch Unorganisierten geschlagen und aus dem aktiven Betriebsrat hinausbefördert wurden. Doch sie organisierten Kandidaten und den„ Unpolitischen die Verhält= niswahl an. Auf diese Weise gelang es ihnen, doch noch ihre nen hat nunmehr eingesehen, daß man sie als Mittel zum Zwed Leuchten in den Betriebsrat zu bringen. Ein Teil der Durchgefalle Etappe auf dem Wege zur Weltrevolution erreicht. noch die Ansicht des Metallfartells bekannt, die dahin geht, den Funt tionären die Annahme des Spruches zu empfehlen. In der nun folgenden Diskussion traten sämtliche Redner für die Ablehnung Der Streik der Speichereiarbeiter. des Spruches ein und bezeichneten diese Zulage als verhöhnend und Wie steht's mit der internationalen Solidarität? lächerlich. Im übrigen verlangten sie baldige rabstimmung Sierzu wird uns berichtet: Diese bedeutsame Frage hat für seinen Teil der amerikanische in den Betrieben. Nach einem furzen Schlußwort Urichs, Auf Anfrage des Polizeipräsidenten ist zugefagt worden, daß etwa nischen Bergarbeiterstreifs beantwortet. In zwei Betrieben wird zu den neuen Lohnfäßen gearbeitet. Bergarbeiterverband für die Zeit während des letzten a meritaworin er den Diskussionsrednern antwortete, wurde die Abstimmung erforderliche Rotsandsarbeiten in vollem Umfange nach Bericht der Kontrollkommiffion des Verbandes ergibt sich, in welchem Aus dem über den Schiedsspruch vorgenommen. Sie ergab dessen Able h- vorheriger Verständigung mit dem Verkehrsbund von den streifen- Maße die streifenden Bergarbeiter während des letzten Riesenstreiks nung. Das Metallkartell hat befchloffen, diesen Schiedsspruch am den Speichereiarbeitern verrichtet werden. Die Streifenden von den anderen Arbeitern Montag und Dienstag in den Betrieben zur Abstimsowohl Amerifos wie tes Ausmung zu bringen und den Mitgliedern die Annahme des Schieds- vor dem Verderben zu schüßen. Der Kampf der Speichereiarbeiter dieser Unterstügungen hatte sich auf 103000 Dollar belaufen, werden alles aufbieten, um die dringend benötigten Lebensmittel landes unterstügt worden waren. Der Gesamtbetrag gilt nicht der Bevölkerung Berline, sondern er richtet sich gegen die wobei allerdings nur die Gaben an die 3entraltasse, nicht die Speicherbefizer, deren Bestreben es ist, das bisherige Lohnniveau Zuwendungen von Lotalorganisation an Lofalorcanifction berüc der Arbeiter herabzudrücken und so die Arbeiter immer mehr der sichtigt wurden. Ein Viertel der Unterstützungen( 23 000 Dollar) Verelendung in die Arme zu treiben. Dem muß im Intereffe der haben die mehr oder minder valutaschwachen europäischen Arbeiter gesamten Arbeiterbebölferung entgegengetreten werden. Kutscher aufgebracht: zum Teil tirekt( die Bergarbeiter Belgiens, Hollands, und Arbeiter, übt Solidarität! Luxemburgs und der Tschechoslowakei), zum Teil durch den Inter nationalen Bergarbeiterverband. Die übrigen Gaben flossen aus den amerikanischen Verbänden: 50 000 Dollar von den Damenschneider. arbeitern, 25 000 von den Eisenbahntelegraphisten.( Und wieviel von den übrigen amerikanischen Verbänden? Red. des Borm.".) Außertem hat der streifende Berband Anleihen erhalten: fpruches zu empfehlen. Ter Standpunkt des VBMJ. Ueber die Gründe, die das Verhalten des Verbandes Berliner Metallindustrieller bestimmen, der auch den Schiedsspruch des Reichsarbeitsministeriums mit 15 Broz. Lohnerhöhung ablehnen will, verbreitet die BS.- Rorrespondenz folgende Erklärung: den waren. Bei der diesmaligen Regelung der Lohnverhältnisse in der Metallindustrie könnten und dürften lediglich Erwägungen Kampf in der Musikinstrumentenindustrie! wirtschaftspolitischer Natur maßgebend sein. Für die Seit mehr denn zwei Wochen werden in der Berliner Musit Metallindustrie trifft ebenso wie für alle anderen Industrien die instrumentenindustrie fast ununterbrochen Verhandlungen zweds Notwendigkeit zu, im Rahmen der von der Regierung be- Lohnerhöhungen mit dem Arbeitgeberverband geführt. 211s am 50 000 von dem Lokomotivführerverband, 40 000 von den Berggonnenen Preissenfung dahin zu wirken, daß auch tat- 22. Februar die Verhandlungen scheiterten, kamen die beider arbeitern des Bezirks Kentucky, den einzigen organisierten Bergfächlich ein Abbau der Preise beginnt. Es darf nicht über- feitigen Vertragsparteien überein, den Schlichtungsausschuß anzu- arbeitern, deren Vertrag nicht abgelaufen war und die sich daher sehen werden, daß die Bergarbeiter vorläufig auf eine Er- rufen, der auch am 27. Februar einen Schiedsspruch fällte, der auf nicht im Streit befanden. Diese 3iffern sind von dem Verbands. höhung der Löhne verzichtet haben, daß auch das Reich eine die in der Branche bestandenen Tariflöhne von 908 M. eine Er- porfizenden als durchaus unbefriedigend bezeichnet wor Erhöhung der Grundgehälter für die Beamten und Arhöhung von 35 Proz. für die zweite, 45 Proz. für die dritte Woche den: denn sie haben die Streiffoften nur zu einem ganz geringen beiter ablehnen mußte, um nicht den Preisabbau durch Lohn im Februar, insgesamt 60 Broz. für die erste Woche im März vor- Teil gedeckt. Das geht daraus hervor, daß die Gesamtausgaben des erhöhungen auf der ganzen Linie illusorisch zu machen. Eine neue fah. Nachdem die Arbeitnehmer diesen Schiedsspruch als unzu- Verbandes in der Beriode von Februar bis August 1,3 Millionen, Erhöhung der Löhne in der Metallindustrie würde bedeuten, daß reichend ablehnten, wurde auch von den Arbeitgebern die Zu- die Ausgaben 1,8 Millionen betragen haben. Die finanzielle Lage auch in den verwandten und in fernstehenden Industrien neue Lohnerhöhungen mit der Begründung gefordert würden, daß in diesem ftimmung versagt. Schließlich wurde eine Berständigung dahin- des Berbantes wurde noch dadurch gefährdet, daß 800 000 Dollar wichtigen Zweig der deutschen Industrie Erhöhungen in einem gehend gesucht, daß der Demobilmachungskommiffar zum 1. März aus Anlaß einer Anflage des Unternehmerverbandes gerichtlich beAugenblid gewährt worden feien, in dem die maßgebenden Kreise neue Verhandlungen anberaumte, die jedoch von den Arbeitgebern schlagnahmt und erst nach Beendigung des Streifs freigegeben wor des Handels und der Industrie bemüht sind, die innere Festi= sabotiert wurden. gung der Mart durch einen Abbau der Preise zu stügen. Daß die Berliner Musikinstrumentenarbeiter troh dieses Ber- Einen rechten Schluß lassen diese Angaben nicht zu. GrundEine neue Lohnerhöhung würde legten Endes bedeuten, daß der haltens in den Betrieben blieben, ist nur auf ihre gute Disziplin fätzlich ist zu sager, daß die Solidarität nicht so weit gehen kann Handel gezwungen wäre, nun auch seinerseits Breiserhöhungen für zurückzuführen. Zum Donnerstag wurden neue Verhandlungen und darf, einer im Streif stehenden Organisation die ganze Last die in der Herstellung verteuerten Waren vorzunehmen und schließ- vereinbart, und hier zeigte es sich, daß die valutastarfen Fabrifanten der Streiffoften abzunehmen. Zur Zeit des amerikanischen Berglich würde dieses Anziehen der Preise auch auf die Lebenshaltung gegenwärtig tein Interesse an der Weiterführung arbeiterstreifs wie auch noch jetzt wurde die Solidarität der Arder Arbeitnehmer nicht ohne Einfluß sein. Es wäre zu wünschen, ihrer Betriebe haben, da sie jedwede den Zeitverhältnissen beiter einer ganzen Reihe von Ländern durch wirtschafts. daß man in den Kreisen der Arbeitnehmer der Berliner entsprechende Lohnzulage a blehnten. frisen sehr erschwert. Hinzu kommen die Valutaverhält. Metallindustrie fich diefen Erwägungen nicht verschlösse, Bewegten sich die Berliner Musikinstrumentenarbeiter in der niffe, insbesondere für Deutschland und Deutschösterreich, und daß auch, diefe Arbeitergruppe, dem Beispiel der Bergarbeiter Lohnfrage vor etwa 10 Wochen noch auf einer mittleren Linie, so schließlich aber auch der Umstand, daß der amerikanische Gefolgend, mit dazu beitragen würde, den Preisabbau, der durch stän- hat dieser Zustand sich insoweit geändert, daß sie heute mit an wertschaftsbund unter recht fadenscheinigen Gründen seinen dige Lohnerhöhungen unmöglich gemacht wird, in schnellem Tempo legter Stelle der Industriearbeiter stehen. Was die Berliner Fabri Austritt dem aus Internationalen Gewert. zu vollziehen." fanten an Einnahmen innerhalb der letzten zwei Jahre erzielten, fchaftsbund vollzogen hat. Mit dieser Offenbarung, aus der hervorgeht, daß die Arbeit ist daraus zu erkennen, daß diese Herrschaften ihre Fabrikate nur Damit foll Beineswegs gesagt sein, daß die internationale Sofinehmerschaft auf Kosten ihrer Lebenshaltung die Preisfentung nach Auslandswährung bezahlt erhielten, wogegen auf der darität richt noch recht vieles zu wünschen übrig läßt. Voraus durchführen müsse, können die Arbeiter nichts anfangen. Diese zu anderen Seite den Arbeitern lumpiae Bapiermart bei Lohnverhand- fegung für finanzielle Unterstützung ist aber auch die Ueberzeugung, mutung fönnte ihr vielleicht dann gestellt werden, wenn ihre Löhne fungen in beschränkter Form zu: Verfügung gestellt wurden. Die daß die Gegenseitigteit anerkannt ist. in einem günstigen Verhältnis zu den Lebensmittelpreisen ständen. Musikinstrumentenarbeiter sind sich des Ernstes der jeweiligen Bei Löhnen jedoch, die hinter dem Eristenzminimum zurücstehen, Situation, in der sie stehen, bewußt und können den jezigen Zu- Eine Aussperrung in der fächsischen chemischen Industrie hat es im günstigsten Falle faum erreichen, ist es einfach ein Ding der stand in der Entlohnung nicht länger ertragen. Wird nicht beffere am Donnerstag eingefett, weil der Fabrifarbeiterverband einige Unmöglichkeit, die hohen Lebensmittelpreise zu bestreiten, folange Einsicht in dem Kreis diefer ausgeprägten Scharfmachergruppe Betriebe bestreift hatte. Das Reichsarbeitsministerium hat Verbis sie eine merfliche Senfung aufweisen. walten, dann ist der Kampf in den nächsten Stunden zur Ünver- handlungen angebahnt, die heute in Leipzig vor sich gehen sollen. meidlichkeit geworden. Eine derartige Fuchspredigt an die Enten zu richten, ist sehr leicht. Leichter aber ist es, auf einen Gewinnanteil, einen Teil des Ueberfluffes zu verzichten, als auf einen Teil der allernotwendigsten Lebensbedürfnisse. Ob dem Breisabbau mehr gedient wird durch nachdrückliche Senfung der Rohstoffe, der Groß- und Kleinhandelsware, anstatt durch Bermei gerung selbst einer so geringen Lohnzulage, mit größeren Lohnfämpfen, die durch eine derartige Tattit heraufbeschworen werden, dürfte meder dem Unternehmertum, noch der Regierung zweifelhaft fein. Billigere Lebensmittel ermöglichen erst den Berzicht auf Erhöhung der Löhne. Keine Erhöhung der Beamtengehälter. Im Reichsfinanzministerium wurde gestern nachmittag beschlossen, die Besagungszulage um, 10 000 m. und die Rinde rzulage um 2000 m. mit Wirkung ab 1. Februar 1923 zu erhöhen. Die Besatzungszulage beträgt demnach pro Monat in ber Oristlaffe A 16 000 M., Ortstlaffe B 15 400 m., Ortsflaffe C 14 800 m. und die Kinderzulage 3200 M. Ein Antrag der Gewerf schaftsvertreter, die Besagungszulage für alle Klassen gleichmäßig au geben, wurde vom Reichsfinanzministerium nur insoweit berüdfichtigt, als die Zulage ab 1. Februar gleichmäßig bemessen wurde. In der gestrigen Besprechung ven Bertretern des Reichsfinanzministers mit den Gemertschaften wurde von den Regierungsvertretern erklärt, daß keine allgemeine Erhöhung der Löhne und Gehälter der Reichsarbeiter, Angestellten und Bes amten für März eintreten fönne. Die Regierung sei bereit, mit entLohnbewegung im Groß- Berliner Bootban. Die Zahl der Arbeitslosen in Jtalien ist im letzten Jahre erheblich zurüdgegangen. Am 1. Januar 1923 betrug fie 881 968 gegen 541 775 im Vorjahre. Achtung, Straßenbahner! Entlaffene zum 20. Februar 1923: Die heutigen Berhandlungen ergaben, daß der Schiebsforud fofort burchge. führt wird. Sum obigen Termin Entlaffene melden fich fofort bei.. 2, Leipziger Plas. Wer inzwischen anderweitig Arbeit angenommen hat, erhält Lohnkartell für die Gemeindebetriebe. arbeiter: Sigung der Branchenkommission heute nachmittag 3 Uhr im Lokal vou Schilling( Berbandshaus), Rungeftr. 30. Auch die neugewählten Rommissions mitglieder müssen wegen der wichtigen Tagesordnung erscheinen. Drud: Berantwortlich für den rebart. Teil: Victor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Gloce, Berlin. Berlag Vorwärts- Verlag G. m. b. S.. Berlin. Rorwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanftalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Sindenftr. 3 Gierzu 1 Betlage. Bon 81 in Groß- Berlin abgeschlossenen Tarifverträgen ist der Lohnfah der im Bootbau beschäftigten Arbeiter als einer der niedrig. sten zu verzeichnen. Sie erhalten zurzeit nicht einmal den Lohnt eines ungelernten Arbeiters anderer Berufsgruppen. Nachdem von den Unternehmern eine Revision des Lohnabkommens stritte abbie zwischenzeit bezahlt. Deutscher Solzarbeiterverband, Verwaltungsstelle Berlin. Musikinstrumentengelehnt worden war, fanden am Mittwoch Berhandlungen statt. in der vom Verband der Schiffszimmerer für die Zeit vom 5. März bis 11. März 40 Proz. und ab 12. bis 24. März weitere 20 Broz. gefordert wurden. Die Arbeitgeber lehnten eine Erhöhung der Löhne für die Zeit vom 5. März bis 11. März strifte ab, für die Reit vom 12. bis 24. März waren sie bereit, ganze hundert Mart zuzugestehen, so daß der Lohn ab 12. März in einem Ge werbe, das fast ausschließlich Lurusware überwiegend für's Ausland zu ganz beträchtlichen Gewinnen herstellt, ganze 1200 würde. Dieses Anfinnen der Unternehmer muß von der Verhandlungstommission ganz entschieden abgelehnt werden. Der Schlich tungsausschuß wird zu Beginn der nächsten Woche hierzu Stellung nehmen. Der gegenwärtige Zustand ist auf die Dauer unhaltbar. Die Vertrauensmänner aller Betriebe werden ersucht, am Donnerstag, den 15., abends 6 Uhr, im Verbandsbureau zu dem Schiedsspruch Stellung zu nehmen. Bis dahin heißt es, Ruhe zu bewahren, um, wenn nötig, den Unternehmern in gesch'offener Kampffront zu beweisen, daß sie nicht leichtfertig die Existenz ihrer Arbeiter untergraben dürfen. Mark pro Stunde für den hochqualifizierten Arbeiter betragen Bei Husten, Asthma und Lungenleiden Dr. Wegscheiders Brust- Tee nach Original- Vorschrift Elefanten- Apotheke, Berlin SW, Leipziger Straße 74, am Dönhoffplatz Qualitätraucher A Sanitätsrat hergestellt. Zu haben: Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe fertig und nach Maß Billige Preise MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 bevorzugen stets BATSCHARI BC CIGARETTEN NO PUHONNY fr. 116 40. Jahrgang Beilage des Vorwärts Mieterrecht und Mieterschutz Selbsthilfe der Mieter. Sonnabend, 10. März 1923 Zuschüsse für rund 2200 Wohnungen gegeben. Hiervon fönnen etwa 1000 erst im Laufe des Jahres 1923 fertiggestellt werden. Die Gesamtzuschüsse für diese 2200 Wohnungen be. laufen sich bisher auf 2,3 Milliarden Mart. Welche Zuschußsumme die noch nicht fertigen 1000 Wohnungen schließlich erfordern werden, läßt sich bei den derzeitigen Schwankungen auf dem Bauwird. Der Weg über das Mieteinigungsamt ist bei den großen In markt, die alles bisher Dagewesene übertreffen, nicht bestimmt vor standsetzungsarbeiten gesetzlich vorgeschrieben, und dieser Weg hat aussagen. Das Aufkommen aus der Wohnungsbauabgabe für das Sehr viele Unzuträglichkeiten für die Mieter und die Polizei für den Mieter große Borteile. Das Mieteinigungsamt fann näm- Rechnungsjahr 1922 für Berlin beträgt diesen Summen gegenüber find durch den Uebergang eines großen Teils des deutschen Haus- lich den Vermieter mit seinem Antrage abweisen, weil er das Haus nur annähernd sechshundert Millionen Mart. besizes an Ausländer entstanden, besonders wenn diese im erst nach dem 1. Januar 1920 erworben hat und die Arbeiten schon Deckung dieses Defizits müssen die Mittel aus der WohnungsbauZur Auslande wohnen und einen Bevollmächtigten im Inlande nicht damals notwendig waren. Dann geht der Mieter ganz frei aus. abgabe für das Jahr 1923 herangezogen werden, und es ist fraglich, bestellt haben. Häufig wird dann die Polizei von den Mietern Oder das Mieteinigungsamt stellt fest, daß der Vermieter die Aus- ob dann noch genügend Gelder zurückbleiben, um in diesem Jahre angerufen, die fich selbst wenig um die sie doch in erster Linie be- führung der Arbeiten schon viel früher hätte bewerkstelligen müssen; eine bescheidene Bautätigkeit zu finanzieren. Mit den bisher aus rührenden Hausangelegenheiten fümmern. Gerät einmal die Treppenbeleuchtung in Unordnung, versagt die Wasserleitung, so dann wird der Vermieter dementsprechend zur Kostendeckung mit der Wohnungsbauabgabe gewonnenen Mitteln fonnten also nur wiro, anstatt zur Selbsthilfe zu schreiten, fofort die Polizei bemüht. beitslose u. dgl unter den Mietern; diese können in geringerem herangezogen. Oder es sind arme Witwen, Kriegsbeschädigte, Ar et ma hundert Wohnungen errichtet werden. Unbeschadet der Berpflichtung der Polizei, solche die Allgemeinheit maße zur Kostendeckung herangezogen werden und der dadurch schädigenden Mißstände zu teseitigen, wird man verlangen fönnen, entstehende Fehlbetrag wird auf die bessergestellten Mieter verteilt.] daß zunächst die Mieter oder der Mieterausschuß sie Die Mieter haben also ein starkes Interesse daran, daß der Ver durch eigenes tatträftiges Handeln zu beheben versuchen. Es wird darauf hingewiefen, daß das Oberverwaltungsgericht fich mieter den vorgeschriebenen Weg über das Mieteinigungsamt geht. auf den Standpunkt gestellt hat, daß neben dem Hauseigentümer auch n feinem Falle ist der Vermieter berechtigt, Instandsegungs. fosten im Wege der Umlegung direkt von den Mietern jeder Einwohner unter Umständen verpflichtet ist, für die Beseitigung polizeimidriger Zustände, z. B. für das nötige Wasser einzuziehen. zu sorgen, und daß demnach die Polizeibehörde in solchen Fällen berechtigt ist, auch gegen den Haushaltungsvorstand einzuschreiten. -k. Das teure Haupt. Früher war es das Vorrecht der feinen und vornehmen Damen und es wurde ihnen von Proletarierfrauen neidlos gegönnt daß die Pflege ihres Hauptes und Haares viel Geld tostete. Die Gedas Frisieren und Ondulieren, alles das erforderte ein ganz an ständiges Taschengeld. Zu folder Selbsthilfe ber mieter bietet das Reichsmieten. Versagen der Schlichtungskammern. fichtsmassage, das Kopfwaschen in den großen Damenfriseurgeschäften, gefeß vielfach die Handhabe. Bei laufenden sowie bei großen In- Schon jetzt stellt sich heraus, daß die unlängst eingerichteten standfegungsarbeiten haben die Mieter die Möglichkeit, ohne Jn. Schlichtungsfammern für Mietstreitigkeiten über laufende Instandanspruchnahme der ordentlichen Gerichte auf Grund des§ 6 Abs. 2, fegungsarbeiten nicht den Zweck erfüllen, den der Gesetzgeber im ferner§ 7 Abs. 1 und 8 des Reichsaietengefeges in Berbindung mit Auge gehabt hat. Nach§ 6 des Reichsmietengefeges soll die Schlich ber preußischen Ausführungsverordnung zu diesem Gesetz und der tungsstelle die sachgemäße Ausführung der laufenden Inftandhierzu erlassenen weiteren Ausführungsbestimmungen der Gemeinde segungsarbeiten durch geeignete Anordnungen sichern. Sie tann hehörden, die ordnungsmäßige Ausführung der notwendigen In- insbesondere anordnen, daß die Mieter einen entsprechenden Tell standsegungsarbeiten durch Anrufung der vorgesehenen Stellen des Mietzinses nicht an den Vermieter, sondern an die Stelle felbft ( Schlichtungsstelle, Gemeindebehörde, Mieteinigungsamt) zu veran ober an eine andere Stelle zu entrichten haben. Es ist also falsch, lassen. In anderen Fällen erscheint es angängig, daß die Mieter wenn manche Vorsitzende erklären, daß die Schlichtungstammern nach fruchtloser Mahnung des Eigentümers den Mangel selbst be teine besonderen Zwangsbefugnisse gegen Vermieter haben. Die seitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen im Wege der Mieter dürfen zwar noch nicht eigenmächtig den Prozentzuschlag für Aufrechnung verlangen. Auch ist es den Mietern, wie der Leiter laufende Reparaturen zurückhalten, um nun selbst die notwendigsten bes Bolizeiamis Treptom Bolizeirat Baczkowski in der dem Arbeiten ausführen zu lassen, aber das Geld fann von der Schlich nächst erscheinenden Nr. 23 der Fachzeitschrift Die Bolizei" in tungstammer beschlagnahmt werden. Im übrigen scheitert Berlin W. 35 schreibt, möglich, eine einstweilige gericht. praktisch fast alles an den hohen Ausführungsfoften. Da hilft auch liche Berfügung zu erwirten, daß sie berechtigt find, an Stelle die Erhöhung des Prozentzuschlages so gut wie gar nichts, weil im der Zahlung der in Frage kommenden Mietzuschläge an den Eigen gleichen Maße sofort die Ansprüche der Lieferanten und Handwerker tüme: diese felbft zu den vorgesehenen Zwecken zu nerwenden, steigen. Nirgends reichen die Zuschläge aus, um das Notwendigste wenn der abwesende Eigentümer feinen Berpflichtungen nicht nach zu machen. In den am ärgften mitgenommenen Häufern fann nach und nach nur ein ganz fleiner Teil der Schäden beseitigt werden. Daß neben diefer Hiffsation der Mieter auch die Polizei Dazu braucht man aber schließlich nicht den komplizierten Apparat tätig wird, ist selbstverständlich. Ein wie langwieriges und schwieri. der Schlichtungsfammer mit Beisitzern, Sachverständigen und einer ges Verfahren dies aber bedingt, führt der Verfasser eingehend aus. Fülle von Schreibwerf. Nur wo das von den Mietern allmonatlich Immerhin zeigt er den Weg, der eine möglichst schnelle Erledigung gezahlte Geld überhaupt nicht verwendet, also unterschlagen wird, der doch meist eilbedürftigen Angelegenheit verspricht: Bustellung oder wo eine unzweckmäßige Verwendung nachgewiesen werden der fofort für vollstrecbar zu erklärenden 3wangsverfügungen der tann, ist die Schlichtungsstelle von Nußen, wenn fie fich pflichtgemäß Bevollmächtigten oder im Auslande durch Vermittlung des deut- und schnell zur Beschlagnahme der Mietergelder entschließt. schen Konsulats oder bei Nichtkenntnis des Aufenthalts des Eigen. tümers öffentliche Zustellung und unmittelbar folgende Pfändung der Mieten zum Zwecke der Abstellung des Mißstandes. Sobald der Mieter von einer solchen Anordnung durch Zustellung der Pfändungsbenachrichtigung Kenntnis erhält, darf er den gepfändeten Betrag bei Eintritt der Fälligkeit nur an die pfändende Behörde tommt. zahlen. Die Instandsetzungskosten. Die Hausbesitzer versuchen vielfach, ihre Ausgaben für In standlegungsarbeiten am Hause und in den Wohnungen auf die Mieter des Hauses in derselben Weise umzulegen, wie das mit den Betriebskosten( Steuern, Abgaben usw.) geschieht. Dieses Berfahren entbehrt jeder rechtlichen Grundlage und belastet die Mieter in unzulässiger Weise. Die laufenden ( fleinen) Instandsetzungsarbeiten werden nämlich durch den festen Instandsegungszuschlag bezahlt, den die Mieter bereits im voraus entrichtet haben, und zwar seit Januar in der Höhe von 500 Broz. der Grundmiete. Reicht dieser Zuschlag zur Dedung der Kosten der laufenden Instandsegungsarbeiten nicht aus, so muß der Vermieter den Fehlbetrag zunächst auslegen, bis er ihn durch eine behördliche Erhöhung des festen Buschlages hereinbekommt. Bei den großen Instandsegungsarbeiten haben die Mieter nicht das Kapital felbft, sondern nur einen Betrag für Berzinsung und Tilgung aufzubringen, der vom Mieteinigungsamt festgesetzt ( Nachdruck verboten. Der Malit- Berlag, Berlin.) 57] Drei Soldaten. Bon John dos Pafios. bem amerikanischen Manuskript überfekt non Julien Gumpers Habe nichts dagegen. Haben Sie einen Stuhl?" sagte Andrews lächelnd. Ich denke, es war vielleicht nicht ganz recht, dich aufzuwecken. Aber sieh' mal, es war gerade so, du warst der Nächste, und ich fürchtete, ich würde dich vergessen, wenn ich dich jetzt übergehe." " Ich verstehe," sagte Andrews mit dem plötzlichen Entschluß, dem Mann die Initiative der Unterhaltung weg zunehmen. Wie lange find Sie schon in Frankreich? Lieben Sie Den Krieg?" fragte er haftig. Der Mann lächelte traurig. Du scheinst ja ein waderer Kert zu sein," meinte er. Du hast es wohl sehr eilig, wieder an die Front zu tommen und noch ein paar Hunnen zu sehen." Er lächelte wieder nachfichtig. Andrews antwortete nicht. Nein, mein Sohn, mir gefällt's hier nicht," fagte der Mann nach einer Pause. Ich wünschte, ich wäre zu Hause. Aber es ist doch angenehm, zu wissen, daß man seine Pflicht tut." 1 " Kann fein," meinte Andrews. " Hast du denn schon von dem großen Luftangriff unserer Jungen gehört? Frankfurt ist bombardiert worden. Wenn fie nur Berlin vom Erdboden wegwischen könnten!" „ Sag'' mal, haßt du sie denn wirklich so?" fragte Andrews leise. Denn falls du sie wirklich so sehr haßt, fann ich dir etwas sagen, was dich halbtot figeln muß vor Freude. Beug' dich' mal' rüber." Der Mann beugte sich neugierig herüber. Einige deutsche Gefangene tommen jeden Tag um fechs Uhr abends zu diesem Hospital. Wenn du sie wirklich haßt, so brauchst du dir ja nur einen Revolver von einem unferer Offiziere zu borgen und die ganze Bande über den Haufen zu Schießen. Sag'' mal, wo hat man dich denn gemustert, Junge?" Der Mann setzte sich mit einem Ruck und dem Ausdruck des Der Ruhrspenden- Hauswirt. Mit einem neuen Trid arteftet der frühere Hauswirt, Milchhändler F. in Neukölln, um die Eintreibung unberechtigter Miete. forderungen zu versuchen. Er belästigt fortgesetzt Mieter mit Nach forderungen, die nach dem Gesetz völlig aussichtslos find, und hat jetzt geschrieben, daß er auf gerichtliche Klage verzichten werde, wenn die Mieter den Betrag seiner Forderung an die Ruhrspende abliefern und ihm darüber Quittung vorlegen. Der nicht zum ersten Male so unvorsichtige Ex- Hausbefizer scheint nicht zu wissen, daß diese Form, eine ganz unberechtigte Forderung einzutreiben, einen Erpressungsversuch darstellt. Rationaler hätte er gehandelt, sein für ein Butterbrot erworbenes Haus in Treptom nicht für Bapiermillionen an einen in Italien lebenden Spanier zu verkaufen. Die Wohnungsbauabgabe im Jahre 1922. Heute sind aber auch die Männer übel bran, wollen sie nicht mit Mähnen wie die Löwen oder mit langwallendem Haar wie die Naturmenschen herumlaufen. Ein ganz einfacher Haarschnitt ohne alle Schifanen und Finessen toftet 1500 art! Zur Selbsthilfe fann man nicht greifen und sich der läftigen Haupthaare selbst entledigen, so wie man sich mit Hilfe von Rafierapparaten von Stoppeln und Barthaaren zu befreien vermag. Gewiß liegt hierin eine Notlage aller der Leute mit einer Brieftasche. Aber auch das Barbier- und Friseurgewerbe befindet sich in sehr übler Lage. Auf den einzelnen Läden laftet ungeheuer die hohe Miete, und vor allem der hohe Preis für das elektrische Licht. Dazu kommen die hohen Breise für allerlei Fette und kosmetische Mittel, die Barbiere und Friseure unumgänglich notwendig bei Ausübung ihres Gewerbes brauchen. Endlich darf nicht vergessen werden, daß heute alle Reparaturen an Scheren, Brenneisen und den anderen Apparaten, die in diesen einschlägigen Geschäften im Gebrauch sind, außerordentlich viel Geld verfchlingen. Nur in den feltensten Fällen wird ein Barbier oder Friseur diese Reparaturen selbst ausführen können und des Handwerkers nicht bedürfen. Es tann daher nicht munderdes Handwerkers nicht bedürfen. nehmen, daß Barbiere und Friseure sich in sehr bedrängter Lage befinden. Wie fürzlich mitgeteilt wurde, haben bis jetzt in GroßBerlin über 800 Läden geschlossen. Besonders schlimm daran find die Gehilfen. Der Besuch des Publikums hat bedeutend nachgelassen, das Rasieren besorgen die meisten selbst und mit dem Haarschneiden wartet man, bis der Hut vor lauter Haarfülle auf dem Kopf nicht mehr paßt. Die Folge ist eine Maffenfündigung der Gehilfen. Den Lurus von Gehilfen leisten sich nur noch ganz große Geschäfte der Friedrichstadt mit Valutapublikum, oder der Herr Hoffriseur, der noch immer großen Zulauf hat, weil es noch immer Herren genug gibt, die es Nigelt, von dem Manne ihr teures Haupt in Ordnung bringen zu laffen, der einst seine Hand an das„ heilige" Haupt von Wilhelm legen durfte! Ein Unterkommen an anderer Stelle und ein Engagiertwerden in einem anderen Geschäft ist für die gekündigten Gehilfen fast eine Unmöglichkeit. Manchem iſt es gelungen, umzulernen und in anderen Betrieben Beschäftigung zu finden, doch ist deren Zahl nur sehr klein. Vor allem leiden natürlich unter der schweren, wirtschaftlichen Not die verheirateten Ge hiffen. Und doch wird die Gorge um das teure Haupt immer größer und grausamer, die Preise für Haarschneiden werden immer härter und höher werden. Der Besuch der Barbier- und Friseurläden wird noch mehr zufammenschrumpfen und die Not der Gehilfen weiter wachsen. Ueber die Verwendung und die Höhe der aus der Wohnungsbauabgabe fließenden Summen bestehen vielfach falsche Meinungen. Sogar Reparationen sollen aus der Wohnungs bauabgabe bezahlt worden sein. Auch wird behauptet, daß über die Ein trauriges Zeichen unserer Not. Mit der Reinlichkeit des Verwendung der aufgekommenen Mittel noch nie eine durchsichtige Körpers ist es seit langem bereits nur mäßig bestellt, weil für viele Rechnung aufgemacht worden sei. Wie niedrig das Aufkommen aus der Wohnungsbauabgabe im Jahre 1922 war und in wie geringem die Preise für Seife eben nicht mehr zu erschwingen sind, und die Umfange es zur Deckung des bescheidenen Wohnungsbauprogramms notwendigste Hygiene des Kopfes, wie sie das Haarschneiden dar. genügte, zeigen folgende Bahlen: Im verflossenen Baujahr wurden stellt, muß auch von vielen unterlassen werden. Schreckens auf. Weißt du denn nicht, daß Gefangene heilig| unbekannte, in den tragischen Jahrhunderten; manche von find?" ihnen hatten gemeint, und andere hatte gelacht, und ihre GeWeißt du denn nicht, was unser Oberst uns fagte, ehe danben waren aufgestiegen, glitzernd, Seifenblasen, um die wir in die Argonnenoffensive hineingingen: je mehr Gefan- Menschen zu verwirren, auf einen Augenblic, und um dann gene ihr macht, desto weniger werdet ihr zu essen friegen. zu zergehen. Er fühlte den wilden Wunsch, sich ihnen einzuUnd weißt du denn nicht, was den Gefangenen, die mir reihen, sein Leben zu leben, wie er es fah, trotz alledem, noch machten, geschah? Warum haßt du die Hunnen?" einmal die Falschheit all der Anschauungen zu verkünden, unter deren Dede Gier und Angst mit mehr und mehr Schmerz die schon fast unerträgliche Agonie menschlichen Lebens fühlte. Weil sie Barbaren find, Feinde der Zivilisation. Du müßtest eigentlich genug Bildung haben, um das zu wiffen," fagte der Mann und erhob seine Stimme in zorniger Empörung. Welcher Kirche gehörst du eigentlich an?" Reiner." " Aber du mußt doch mit irgendeiner Kirche in Beziehung stehen. Du kannst doch in Amerita nicht wie ein Heide aufgewachsen sein. Jeder Christ gehört oder gehörte irgendeiner Kirche an durch die Taufe." " Ich habe mit dem Christentum nichts zu schaffen." Andrews schloß die Augen und wandte den Kopf meg. Er fühlte den Mann über sich schweben, noch unentschlossen. Nach einer Weile öffnete er die Augen. Der Mann beugte sich über das nächste Bett. Durch das Fenster auf der anderen Seite fonnte er ein flein wenig blauen Himmels sehen. Wie diese Leute sich am Haß erfreuen fonnten! Dann war es wirklich beffer, an der Front zu sein. Die Menschen waren wirklich humaner, wenn fie einander töteten, als wenn sie nur darüber sprachen. So war die Zivilisation nichts anderes, als ein ungeheures Gebäude des Truges, und der Krieg statt ein Produkt des 3erfalles ihr völligster und endgültigster Ausdruck. D, es mußte doch noch etwas anderes geben, als Gier und Haß und Grausamkeit. Waren das auch alles Trugbilder, diese gigantischen Phrafen, die wie fröhliche Drachen hoch über der Menschheit flatterten? Drachen! Ja, das war es. Und Ge bilde aus Seidenpapier, die man an einer Schnur über sich herzieht, Ornamente, die man nicht ernst nehmen soll. Er dachte an die lange Prozession von Männern, die von der unaussprechbaren Flüchtigkeit des Menschenlebens erschüttert, versucht hatten, die Dinge anders zu gestalten, die Unweltfiches gedacht hatten. Rätfelhafte Gestalten waren fie Demokrit, Sokrates, Epitur, Christus, so viele und so vage in dem filbrigen Rebel der Geschichte, daß er faum wußte, ob fie nicht nur in seiner Einbildung lebten; Lufrez, der heilige Franz, Voltaire, Rousseau, und so viele andere, bekannte und Sobald ich aus dem Hospital heraustomme, werde ich defertieren: diefer Entschluß formte fich plößlich in ihm und ließ das aufgeregte Blut triumphierend durch seinen Körper fchießen. Es gab sonst nichts; man mußte desertieren. Er fab fich schon selbst im Dunkeln auf seinem lahmen Bein weghumpeln, die Uniform abstreifen, fich in irgendeiner Ecke Frankreichs verlieren oder durch die Wachen hindurch nach Spanien in die Freiheit entweichen. Er war bereit, alles zu ertragen, jeder Art Tod ins Antlig zu schauen, um einiger Monate Freiheit willen, in welchen er die Degradation dieses legten Jahres vergessen fönnte. Das sollte sein letzter Gang unter dieser Last sein. Eine ungeheure Aufregung ergriff ihn. Es schien das erstemal in seinem Leben, daß er beschlossen hatte, zu handeln. Alles andere war ziellofes Umhergetriebensein. Das Blut fang ihm in den Ohren. Die Lichter gingen aus, und der Krantenwärter fam und goß Schokolade mit einem angenehm beruhigenden Geräusch in die Zinntaffen. Mit dem Fettgeschmack der Schokolade im Munde und ihrer Wärme im Magen schlief er ein. Als er aufwachte, war Lärm im Saal. Rötliches Sonnenlicht strömte durch das gegenüberliegende Fenster herein, und von draußen fam ein mirres Geräusch: läutende Glocken und Sirenenpfeifen. Andrews schaute auf das gegenüberliegende Bett hinüber. Storty saß aufrecht im Bett mit großen, weitaufs geriffenen Augen. " Leute, der Krieg ist aus!" " Schmeißt doch den Kerl raust" ,, Halt' s Maul!" " Bindet den Ohsen draußen fest!" schrie es aus allen ( Fortsetzung folgt.) Enden des Saales. Alles muß gesprengt werden! " Wie verhängt würben! Im vergangenen Jahre if in ganz Berlin nicht Das Mädchen vom Lande. eine Kirche für eine sozialdemokratische Maifeier zu haben gewesen; und in Neukölln hat der Gemeindefirchenrat dem Bund religiöser Ein schlecht gespielter„ Raubüberfall". Predigt der sozialistischen Bölterverföhnung feine chriftliche For- einbruch unterlag der Aburteilung des Schöffengerichts BerlinSozialisten feine Kirchen prinzipiell verschlossen, weil er in der Em mit Räuberromantit inszenierter Wohnung s4 berung zu erkennen vermag. Wenn aber Militärvereine ihre glor Mitte. Eine Hausangestellte Martha 3., die erst vor kurzem aus reichen Regimentserinnerungen", zerschossene Fahnen, blutbefleckten ihrer Heimat nach Berlin gekommen war, hatte bei dem Inhaber Säbel und dergleichen dem Gott der Liebe selbstgefällig vor sein eines großen Konfektionsgeschäftes Stellung gefunden. Angesicht bringen, dafür stehen noch immer zahlreiche Kirchen zur Verfügung! Ist das nicht eine Herausforderung der Massen, nicht etwa biog der kommunistischen, sondern auch derer, die im Ernst christlich sein wollen?! Das gefährliche Alter". Die Eifersucht der Nebenbuhlerin. schwierigkeiten befand. Dieser verstand es nun, sich mit dem Mädchen In dem Hause verfehrte ein Kaufmann Dolle, der fich in Geldschwierigkeiten befand. Dieser verstand es nun, sich mit dem Mädchen anzufreunden, machte mit ihr häufige Spaziergänge und wußte sie schließlich zu überreden, auf seinen Plan, das reiche Silbergerät und die wertvollen Pelzsachen aus der Wohnung der Familie zu ent wenden. An einem Sonntag wurde der Plan verwirklicht. Die Gegenstände, die den Wert von vielen Millionen besitzen, wurden Auch der Arbeitersängerbund. Schon vor zwei Jahren haben kommunistische Mitglieder des Arbeiterfängerbundes versucht, alle mehrheitssozialistischen Sangesbrüder als Bürgerliche" und Minderwertige herauszuekeln. Das mitlang. Auf der Bundestagung in Raffel legten sich gegen die Bremer Antragsteller sämtliche Gaue auf den Standpunkt fest, daß alle Sozialisten im Arbeiterfängerbund friedlich miteinander und für alle Barteirichtungen innerhalb der Arbeiterbewegung tätig sein wollen. Hierüber ist im Vorwärts" seinerzeit ebenso berichtet worden, wie über die Absprengung der kommunistischen Gruppen, die Gegenbildung sozialistischer Sängerchöre und die schließliche Einigung. Sogar Bremen tehrte reuig zurüd. aber noch heute zerstörende Elemente am Wert find, zeigte Wichtigtuerei und eine sonderbare inneigung zu in zwei großen Kofern zunächst zur Gepäckaufbewahrungsstelle des dic legte hiesige Gaugeneralversammlung, die am Sonntag, Frauen, die weit über das gefährliche Alter hinaus sind, hat den Bahnhofs Friedrichstraße geschafft. Um die Spur von dem Mädchen dank der Arbeit jener Gruppe, neun Stunden lang tagen mußte, Studenten der Rechte, Dr. jur. M., in eine böse Situation gebracht. Dolle die 3. mit Armen und Beinen an einen Stuhl festband und abzulenten, täuschte man einen Raubüberfall por, indem ebe sie ihre sehr umfangreiche Arbeit mit großen Plänen für den M. war nach Kriegsende nach Berlin gekommen, um seine Rechts- ihr einen Knebel in den Mund steckte. Vorher hatte man die Be weiteren organisatorischen wie fünstlerischen Ausbau der Bewegung rätin Sch. Bohnung genommen. Hier lernte der 28jährige junge hälter der Silberfachen mit Einbrecherwerkzeugen erbrochen und zer studien wieder aufzunehmen und hatte bei einer verwitweten Bauzu Ende bringen konnte. Den Anlaß bot der Ausschluß eines Mann eine bei seiner Wirtin auf Besuch weilende, fast doppelt trümmert. Als der Borfall entdeckt wurde, war man zunächst um solchen, im Wedding bestehenden Chores, der nur Mitglieder auffo alte Frau R. aus Rügenwalde kennen, die zu ihm besondere das Mädchen sehr besorgt. Aber dem geschulten Blick des erfahrenen nimmt, die sich zum Ratesystem bekennen. Natürlich erlaubt Buneigung faßte. Als dann M. von seiner Birtin wegzog, erstattete Rriminalisten eröffnete fich sofort der wirkliche Sachverhalt. Mit der Gegensatz zwischen einem solchen Statut und dem freiheitlichen diese gegen ihn Anzeige wegen Betruges, da der Angeklagte lautem Gelächter forderte der herbeigerufene Kriminalkommissar die Statut des Deutschen Arbeitersängerbundes im Grunde feinem ihr für mehrere Monate das Pensionsgeld schuldig geblieben war und 3. auf, nur ruhig den Schwindel einzugestehen und anzugeben, mo Mitgliede eines so exklusiven Vereins, zugleich noch dem Bunde sich auch Darlehen hatte geben lassen. Die Gesamtschuld betrug sich die gestohlenen Gegenstände befinden. Sie legte denn auch als anzugehören. Trozdem wollte eine vom Vorsitzenden freiwillig 3300 m. M. hatte bei dem Einzug in die Wohnung erzählt, daß bald ein Geständnis ab, so daß die Bestohlenen ihre Sachen wieder. zugelassene Protestdelegation von 8 Leuten mit allen Mitteln der Diensten war, ein schwerreicher Mann sei, eine Villa in Baden- Baden die Angeklagte 3. geltend, daß an sich ein derartiger Vertrauensbruch sein Vater, der in Wirklichkeit ein einfacher Bostbeamter außer erhalten fonnten. In der Verhandlung machte der Berteidiger für Rabulistik, der Verdrehung, des Stimmaufwandes es erzwingen, befize, und daß seine Mutter auf einem Schloß in Frankreich ge- einer Hausangestellten unbedingt bestraft werden müßte. Hier han. daß die Angelegenheit nicht von einer zu wählenden Kommission boren sei. Das Schöffengericht hatte die Sache sehr böse aufgefaßt dele es sich aber um ein unerfahrenes Mädchen vom Bande, das der fachlich vorgeprüft würde, sondern sie versuchte, die Versammlung und die Handlungsweise des Angeklagten als an Heiratsschwindel Berführung der Großstadt erlegen sei. Das Gericht ließ aus denzu sprengen. Nachdem das ihnen unmöglich gemacht worden und Hochstapelei grenzend beurteilt und auf einen Monat Ge- felben Gründen Milde walten und erkannte gegen die 3. auf acht war, bekam ein kommunistisches Mitglied einen Schreitrampf, fängnis erfannt. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Be- Monate Gefängnis, während der Mitangeklagte Dolle o daß die Sigung unterbrochen werden mußte.- Wenn wir von rufung eingelegt. Vor der Straftammer des Landgerichts. I ver- ehn Monate Gefängnis erhielt. Das Mädchen wurde auch der Sefte der heulenden Derwische" hören, die sich durch dauerndes teidigte sich M. damit, daß er nur bei seinem Einzug aus Re- aus der Haft nach ihrer Heimat entlassen. Geheul in immer größere religiöse Erregung steigern, so lächeln um sich ein gesellschaftliches Ansehen zu geben. Er wies nommiſterei von seiner vornehmen Abstammung gesprochen habe, mit wohl über diese wilden Wölfer". Hier fonnte man einmal nach, daß er 14 Monate bort gewohnt habe und nur in den letzten mit Augen sehen, mit Ohren hören, wie ein Phrasendrescher fich Monaten Schulden gemacht hätte. Die Anzeige habe die 65jährige an seinem Derwischgebeul berauschte und lange Zeit jo jede ge- Dame lediglich aus erger darüber erstattet, daß er sich mit ordnete Tätigkeit einer in Disziplin geübten Arbeiterversammlung ihrer Freundin, Frau R., verlobt habe. Auch die 54jährige Frau R., bereitelte. Man konnte auch bemerken, wie zielbewußt diese die sich als Braut des Angeklagten bezeichnete, erklärte, daß die AnSprengversuche allenthalben von den Kommunisten vorbereitet eige nur der Eifersucht ihrer Nebenbuhlerin" entwerden. Daß ein kommunistisches Mitglied des Arbeiter- Sänger- prungen fei. Das Gericht kam daraufhin unter Aufhebung des ersten Bundes dann in aller Form von dieser wüsten Agitation abrückte, Ürteils zu einer Freisprechung. war besonders lehrreich. Die Weiterentwidlung des Bundes wird aber auch durch diese der Arbeiterbewegung unwürdigen Vorfälle nicht verhindert werden, weil weitaus die meisten Mitglieder, mögen fie fich parteipolitisch noch so sehr voneinander unterscheiden, flar erkannt haben, daß die Tätigkeit des Arbeiteriängerbundes eine gemeinsame Angelegenheit aller Arbeiter und daß fie eine Kulturbewegung, aber fein richtungspolitischer Diskussionsverein ist. 群 Nene Tariferhöhungen. Zur Heranbildung des Handwerkernachwuchses. Die Bedeutung der Berufsschulen wird in der Bevölkerung noch nicht binreichend gewürdigt. Was sie leisten, sollen die allbartun. Zu wünschen ist, daß diese Ausstellungen nicht nur in den jährlichen Ausstellungen von Lehrlingsarbeiten Fachkreisen, sondern auch bei der Elternschaft die verdiente Be achtung finden. Die in Charlottenburg vom Arbeitsamt im Rathaus veranstaltete Ausstellung zeigt fütige Lehrlingsarbeiten, die der Betrachtung wert sind. Vertreten find die wichtigsten Gewerbe mit Lehrmitteln und Zeichnungen, die Einblick in die Unterrichtsweise geben, vor allem aber mit Probeftüden, die Beugnis ablegen von Geschid und Fleiß des Lehrlings. Durch gute Leistungen erfreuen den Besucher auch die Hausangestelltenichule und die Kinderpflegerinnenschule, die sich gleichfalls beteiligt haben. Die Ausstellung ist nur noch am heutigen Sonnabend 10-2 Uhr und am morgigen Sonntag 11-6 Uhr geöffnet und fann bei freiem Eintritt besichtigt werden. Reichsbanknoten zu 20000 Mark. amis Friedrichshain werden am Montag, ben 12. Mär³, 7½ lb, im Stonzertsaal Friedrichshain, Am Friedrichshain 16-23, unter Mitwirtung von Mitgliedern der Kapelle der Staatsoper und erſten fünstlerischen Sträſten fommen. Eintrittspreis für Erwachsene 100 M., für Kinder und JugendEinzel, Gruppen- und Charaftertänze fomie Bantominen zur Vorführung liche unter 18 Jahren 50 M. Karten in den Berlaufsstellen der Konjum genossenschaft; im Bezirksamt, Martusftr. 49; bei Bittschuß, Petersburger Strage 5; Görner, Capriviftr. 14; Schott, Boigtstr. 15; Günther, Fruchtstraße 38/34; im Stonzertsaal Friedrichshain und an der Abendtaffe. Der Tanz. Im Rahmen der Bolts! unstabende des Bezirks. Die freie Schulgemeinde Wickersdorf und ihre Beziehungen zur öffentlichen Schule. Lichtbildervortrag von Studien- Affeffor Appels baum Widersdorf in öffentlicher Bersammlung des Bundes entschiedener Schulreformer am Sonnabend, den 10. März, abends 7 Uhr, im Berners Siemens- Realgymnasium, Hohenstaufenstr. 47/48. Typographia. Die Probe am Montag, den 12., tun Marmorsaal, findet bereits um 6 Uhr( nicht um 7 Uhr) statt. Der Millionenfrach der dänischen Landmannstant beschäftigt seit Wochen das Kopenhagener Strafgericht. Jetzt ist der Direktor Glüdstadt wegen falscher Bilanzierung verhaftet worden. Arbeitersport. Fußball am Sonntag. 2. Mannschaften 1.15 Uhr. 1. Mannschaften 3 Uhr. Südwest Bezirt: Sertha- Boltersdorf; Fichte- Süd- 8. B. C.; 8offen- Sieg th: Fichte- Sild 2- Potsdam 2;* Pantwis- Biktoria;* Stern- Wilmersdorf; Teltow- Schöneberg; Potsdam- Froh- Frei; Brandenburg a. d. S. 2- M. G. C. 2 Die mit einem bezeichneten Vereine find solche, bei welchem die 2. Mann fchaften vorher antreten. Vorschau. Gas 700 M., Elektrizität 1200 m., Waffer 400 m. Die weitere Steigerung der Ausgaben der städtischen Werke, besonders der Ausgaben für Kohlen, hat eine neue Erhöhung der Tarife nötig gemacht. Der Preis für Gas ist von der März standaufnahme ab nach der Kohlentlaufel auf 700 m. je Stubit meter festgelegt worden. Er betrug von der Februarftandaufnahme ab 420 m, wobei der Koblenpreis von 98 000 m. je Tonne zu grunde gelegt war. Der vom März ab geltende neue Gaspreis bon 700 M. hat nach einem Stohlenpreis von 185000 m. Zaifuliert werden müssen. Das Gas Gas foftet fünftig für Berlin ungefähr fobiel, wie es für andere große Städte In nächster Zeit werden Reichs banknoten zu 20000 m. dorfer Sport- Club feinen Bezirksmeister festgestellt, als dieser gegen Rowawes Der Südwest- Bezirk hat bereits am Sonntag, den 4. März, in bem Marien. Deutschlands, einschließlich Städte im Kohlenrevier, schon mit dem Datum vom 20. Februar 1923 ausgegeben werden. Sie 5: 0 gewann. Programmäßig segen nun am tommenden Sonntag wieder die vom Februar ab fostete. Infolge der Steigerung des Kohlen- find 160X 95 Millimeter groß. Sie sind auf weißes Papier gedruckt. Gesellschaftsspiele ein. Hertha empfängt Woltersdorf und wird sich S. sehr preises mußten auch die Tarife der Elektrizität und des Wassers Die Borderseite hat einen fints und rechts etwa 12 Millimeter, empfängt Bittoria. Wenn auch legtere etwas mehr nom Spiel haben dürften, zusammennehmen müssen, um dieses Spiel für sich zu entscheiden. Lankwiz erhöht werden. Elektrizität foftet fünftig 1200 m. je Stilo oben und unten etwa 11 Millimeter breiten unbedruckten Rand. so wird Lantwit nicht fo leidt au nehmen fein. Stern- Marienfelde hat wattstunde. Der neue Breis des 28affers beträgt 400 m. je Das Hauptbild ist von rechteckiger Form und wird von einem blau- Bilmersdorf zu Baft und wird sich wohl von lestere eine Riederlage gefallen Kubikmeter, doch ist von nun an die 8ählergebühr ein schwarzen Zierrahmen eingefaßt, innerhalb dessen, ebenfalls in blau- ba sich auch 8. B. C. in legter Beit gut erholt hat. Teltow und Schöneberg laffen müssen. Ob Fichte- Süd gegen 8. B. C. gewinnen wird, erscheint fraglich, faltuliert, womit dem Antrag der sozialdemokratischen Stadt- schwarzer Farbe gedruckt, der Tegt angeordnet ist. In den beiden werden fich in Teltow messen und dürften legtere die Puntte mit nad sauſe verordnetenfraktion entsprochen worden ist.. Bom Februar ab oberen Eden ist die Wertzahl 20 000", links und rechts von den nehmen. Soffen und Steglig haben sich gegenseitig nichts vorzuwerfen und der Loftete das Waffer in Berlin 200 M., dagegen in Stettin schon Unterschriften sind die Kontrollstempel mit dem Reichsadler und der eifrigite ist Sieger. Froh- Frei muß nach Botsdam und wird fich, wenn sie sich 260 M., Breslau 356 M., Brandenburg 240 M., Dres Umschrift ,, REICHSBANK- DIREKTORIUM" und oberhalb des fpielen bort fichte- Süd 2 gegen Potsdam 2. Auch die zweiten Mannschaften nicht sehr anstrengen, auch hier eine Niederlage gefallen laffen müssen, vordent den 400 M., 2 bed 300 M., Bremen 380 M., Hamburg linten Rontrollstempels die Reihen- und Kennbuchstaben, oberhalb werden ersucht, möglichst pünktlich anzutreten. Sportgenossen, denkt daran, 270 W., Seipzig 220 M., Mannheim 850 M., Trier 810 m., des rechten die Nummer angebracht. Der Untergrund, der sich daß diefe Spiele unter die Bestimmungen der M. 5. B. fallen und genau wie Düsseldorf 370 m. auch unter den Bierrahmen erstreckt, ist in verlaufenden Farben, in Gerlenspiele behandelt werden müssen. der Mitte grün, nach beiden Seiten hin rot, gedrudt. Er bildet ein Muster aus zarten, hellen Linien, in dessen Mitte eine Vignette, ebenfalls in heller Linienwirkung, eingearbeitet ist, und wird von zarten, fonzentrischen Kreislinien von schwarzgrauer Farbe durch 3ogen. In der Mitte hebt sich hell wirkend die ausgesparte Wertzahl 20 000" ab. Lints von dem Hauptbild, von diesem durch einen 5 Millimeter breiten Zwischenraum getrennt, befindet sich ein 1 Zentimeter breiter, rechteckiger Streifen in hellroter Farbe mit dem Straffah in der Mitte und mit je einer hell erscheinenden Wertzahl 20.000" zu beiden Seiten. Dcs Druckbild der Rüdseite, in feiner Größe und Form dem der Vorderseite entsprechend, ist ebenfalls in verlaufenden Farben, in der Mitte grün und nach beiden Seiten hin rot, gedruckt, Innerhalb einer rechtedigen, aus Guillochen gebildeten Umrandung befindet sich eine große guillochierte Bignette, in deren Mitte hellwirkend mit dunkler Umrandung die Wertzahl 20 000" angebracht ist. Der Raum zwischen Bignette und Umrandung ist mit einem aus zarten, hellen Linien gebildeten Muster ausDie Zusammenstellung aller die Arbeiterfußballsportler be. gefüllt. Das ganze Drudbild wird von feinen Wellenlinien von schwarz- treffenden Notizen ist dem Sportgenossen Paul Slofe übertragen. grauer Farbe durchzogen. Oberhalb der in der Mitte stehenden Wertzahl Die Resultate der Sonntagsspiele find demzufolge Sonntagsabends 20 000" erscheint dunkelwirkend das Wort„ ZWANZIGTAUSEND" bis 8 Uhr telephonisch an Amt Eübring 3373( Klose) aufzugeben und unterhalb von ihr in gleicher Wirkung das Wort MARK". In und werden Dienstag früh veröffentlicht. Die Bezirksobleute wollen gleicher Weise wie auf der Borderseite links ist auf der Rückseite meds Beröffentlichung der Serien und Gesellschaftsspiele und der rechts ein rechtediger, 1 Zentimeter breiter, hellroter Streifen mit Borschau das benötigte Material bis spätestens Donnerstag abend der hell wirkenden Inschrift„ REICHSBANKNOTE" angebracht. Vor dem Eintreffen des Ueberfallkommandos. Eine Wirtshausgeschichte hatte ein Nachspiel gegen den Tischler meister Rupp megen gefährlicher Körperverlegung. Als sich der Angeklagte im Auguft v. 3. in einem Lofal in der Schönhauser Straße befand, geriet er mit einem Technifer Lange in Streit, da dieser sich beleidigt darüber fühlte, weil Rupp ihn nicht gegrüßt hatte. Lange folgte Rupp später auf die Straße und bedrohte ihn, so daß R. schließlich in seine Wohnung ging und das leberfallfommando anrief. Als er wieder aus dem Hause trat, stand Lange noch immer vor der Tür und ging sogar auf seinen Gegner los. Nunmehr zog Rupp ein Messer und brachte Lange mehrere tiefe Wunden am Kopf bei. Dieses Handgemenge ereignete sich mehrere Minuten vor Eintreffen des Ueberfalltommandos, das nunmehr Rupp festnahm. Der Staatsanwalt beantragte amei Monate Gefängnis und begründete seinen Antrag damit, daß Rupp nicht in Notwehr gehandelt habe, da er, um sich zu schüßen, nur in feiner Wohnung hätte bleiben brauchen. Rechtsanwalt Dr. Puppe wies dagegen in längeren Ausführungen nach, daß hier ein typischer Fall der Notwehr vorliege. Das Gericht war ebenfalls dieser Ansicht und sprach den Angeschuldigten frei. Metalldiebe in einer Schule. Einbrecher drangen des Nachts in die Räume der 277. Ger meindeschule, Greifenbagener Straße 25, ein und stablen sämtliche Metallgegenstände sowie eine Wiegefale aus Meffing. Herbeigerufene Beamte des Ueberfallkommandos Pantow trafen die Einbrecher mit ihrer Beute auf dem Sorridor und gaben, als die Burschen trop wiederholter Haltrufe flüchten wollten, mehrere Schüsse auf sie ab, die zivar fehlgingen, aber den Erfolg hatten, daß die Einbrecher stehen blieben. Sie wurden nach der nächsten Bolizeiwache geführt und hier als der 30 Jahre alte Schneider Hermann Triel off aus Bankow, der 28 Jahre alte Friseur Adolf Chrostiel aus der Choriner Straße und der wohnungslose 30 Jahre alte Schlosser Josef Girmus festgestellt. Wucherer an den Pranger. 9.9 auf dem Abler- Sportplah, Chriftianiastraße, bas Schlusspiel um die Bezirks M. S. B. Norden. Am Sonntag, den 11. März, nachmittags 8 Uhr, findet meisterschaft zwischen Alemannia 22- Teutonia 09 statt. Alemannia verfügt flagstraft befigt und dadurch ein Blus hat. Ihr Beftes werben beibe her. über eine gute technische faire Elf, während Teutonia förperlich mehr Durg. geben, fo daß eine Borausfage unmöglich ist. Arbeiter- Sportbewegung beweisen, daß in ihren Reihen auch guter Sport ge Mit dem Spiel wird die ihr Schlusspiel, um in der M. G. B. als beste Mannschaft zu gelten. Auch hier boten wird. Borher, 1½ Uhr, spielen die Schiller von Wader 20- Adler 12 wird sich zeigen, daß die Kleinen an Technit den Großen nicht nachstehen werden. Bantower Sport- Club v. J. 1908, e. 23. fudit laufend Spiele die für 1. bis 3. Männermannschaft auf seinem oder des Gegners Plag. Anfragen schriftlich pantow 1084. Sigung jeden Freitag um 8 Uhr bei Schöned, Pankow, Flora. an Fr. Wraze, Bantom, Floraftr. 7, oder Freitags abend telephonisch unter ftraße 15, Eingang Görfchstraße. Südwestbezirk: Sonnabend, 7 Uhr, Protestausschußßigung bei Sennig, BerlinTempelhof, Friedrich- Bilhelm, Ede Dianteuffelstraße. Turn- und Sportausschusses bei Rohl, D., Beichſelftr. 19. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Dienstag, 7 Uhr, Sigung des VereinsJur, Fußballberichterstattung. Sportgenossen Baul Klose, Berlin- Mariendorf, Kaiserstr. 144, einsenden; die Beröffentlichung erfolgt in der Gonnabend- Morgen. ausgabe. Um weiteste Bekanntgabe dieser Notiz an alle Fußball. sportler und genaueste Einhaltung der Lermine wird gebeten. Hodenspiele am Sonntag. Wilmersdorf 2- Moabit 2, Wilmersdorf, 1-2 Uhr, Behrends- Strohwig; Fichte. Of 2- Fichte XII 3, Schönhauser Allee, 9-10% Uhr, Tefch- Mertner. HedleyWilmersdorf 1- Charlottenburg 1, estend, 10%-12 Uhr, Frich- Lippert; Schiedsrichter: Montag, den 12. März, 7½ Uhr, Sigung bei Werner, Senefelder ftraße 32. Jede Mannschaft muß vertreten fein. tvaße 18 von 2-6 Uhr. Rampfrichter milffen um i Uhr erscheinen. Turn- und Sportverein Fichte" Berlin. Sonntag, ben 11. März, Muster obigen Ueberschrift eine Anzahl Namen folcher Beltgenossen ver Im ,, Borwärts" Nr. 70 vom 11. Februar hatten wir unter der öffentlicht, denen wegen Preistreiberei im Lebensmittelhandel und anderer, die Allgemeinheit schädigender Uebertretungen im Handel die Handelserlaubnis entzogen wurde. Es sind uns daraufhin von einer Kleinen Zahl der Genannten mehr oder minder scharfgehaltene Berichtigungen" zugegangen, die uns veranlaßt haben, uns an ben amtlichen preußischen Pressedienst zur Feststellung der Tatriegen- Betturnen der Knaben und Mädchenabteilungen in der Turnhalle Bank. bestände in den betreffenden Fällen zu wenden. Wir sehen lediglich aus Gründen der Raumersparnis davon ab, die im einzelnen er Arbeiter Sportkartell, 3. Beziz!( Wilmersdorf). Montag, 8% Uhr, auf dem teilten Auskünfte hier wiederzugeben und beschränken uns auf die wichtige Kartellinigung. Bertreter der Bereinsvorhände und alle tecnijen Turnplag der Freien Turnerschaft Wilmersdorf", Württembergische Straße, Feststellung, daß in allen Fällen die Bekanntmachung ber Namen Leiter müffen erscheinen. Genossen vom Kartell Charlottenburg( Schwer Zu dem Zusammenstoß von Kriegervereintern Fechner, Steglig, Birtbuschstr. 36, ift insofern berechtigt, abend, ben 10. Mära, 7 Uhr, Rartellverfammlung in der Schule am Bahnhof au Recht erfolgt ist, Lediglich der Einspruch des Kohlenhändlers athleten), Schöneberg und Behlendorf als Gäfte erwünscht. Arbeiter Sportfartell, 18. Bezirk( Mariendorf und Umgegenb). Am Sonn und Kommunisten beim Kirchgang am letzten Sonntag in als feine Beschlagnahme von Kohlen erfolgt ist. Die Abteilung M. Mariendorf. Tagesordnung: 1. Gefundheitspflege und bürgerliche Gesellschaft. Ertner schreibt uns Genoffe Pfarrer Frande: des Polizeipräsidiums hatte diese Firma wegen mehrerer Bean( Referent Genosse Fiebrandt, Berband für Boltsgesundheit). 2. Rartellange standungen, die noch nicht zur Entscheidung gelangt waren, verlegenheiten. Das Erfáeinen aller Mitglieder ist erwünscht. Der Borstand. Freie Schwimmer Charlottenburg. Sonntag, ben 11. März, nachmittags fehentlich erwähnt. 3 Uhr, Schauschwimmen im Städt. Boltsbab, Krumme Str. 10. Boltsflimliche, Sportliche Darbietungen, Reigen, Rettungs- und Tauchvorführungen, Springen, eingeleden. Reservierter Badeabend der Bereins Donnerstag, Kinder und Wafferball. Eintrittspreis 400 m. Ale sportliebenden Genossen find hierzu Richtschwimmer von 7-8% Uhr, Jugend, Frauen und Männerabteilung ( Schwimmer) von 8-9% Uhr. Vereinsabresset W. Regler, Charlottenburg 2 Kriegervereinsfeiern in der Kirche. Ein gut Tell Verantwortung an diesem häßlichen Borkommnis muß man dem Geistlichen resp. Gemeindefirchenrat ber betreffenden Kirche in Ertner zuschieben. Wie kann diefer seine Kirche einem Kriegerverein zu seinem Jahresfest oder zu einer Gebentfeier ein- Das Jugendamt des Bezirksamtes Kreuzberg veranstaltet in den räumen? Weiß man nicht, beß solche Gebenffeiern von Krieger- nächsten drei Dienfitagen( 13., 20., 27. mars) im großen Sihungsiaal des vereinen auf die Verherrlichung von Kriegstaten oder auf die Be- Bezirksamtes Streuzberg, Jordfr. 11, abends 8 Uhr, nachstehende Vorträge schönigung gemeinsamer militärischer Erlebnisse hinauslaufen, den Frau Begicheider- Ziegler). Boltswirtschaftliche Bedeutung der Altohol über Alfobolfrage: foboliemus und Boltsfiftlichkeit."( Neferentin: Lehren des Christentums also geradezu ins Gesicht schlagen?! Menn frage."( Referent: Ferdinand Goebel.) Die Chriftusbilder in den Kirchen während solcher Feiern wenigftens toholismus.( Referent:- Profeffor Gonfer) Stand der Bekämpfung des Bismardstr. 14 I. Wetter bis Sonniag mittag. Ein wenig lätter, meist Berollt, mit vereinzelten leichten Schneefällen bei mäßigen öftlichen Winden. Der Steuerkampf im Reichstag. Der Reichstag fekte gestern die zweite Beratung des Gefeß-| In einer Eingabe tes Direktoren- Bundes an ein fozialdemokratisches entwurfs über die Berücksichtigung der Geldentwertung in den Mitglied dieses Hauses wird bittere Klage darüber erhoben, daß Steuergefehen bei§ 2 fort. Nach den Vorschlägen des Ausschusses nur zwei Drittel der wirklichen Gewinne der Aktiengesellschaften soll sich bei den Erwerbsgesellschaften die Körperschaftssteuer um fteuerfrei bleiben sollen! Die Bewertung der ausländischen Zahlungs. 15 Proz. der Beträge erhöhen, die als Gewinnanteile mittel, Devisen und Banknoten irgendwelcher Art verteilt werden, während der Nichterhebung ber Kapitalertragssteuer auf 25 Broz. spredjen wollen. Abg. Soldmann( Soz.), solche leistet der Devisenhamsterei Borschub Nasführung der Oeffentlichkeit Wirtschaft Die deutsche Luftfahrzeugindustrie. Die deutsche Luftfahrzeugindustrie liegt schwer danieder. Zahl reiche Arbeiter und Angestellte sind arbeitslos oder mußten versuchen, in anderen Industrien unterzukommen. Ei gearbeitetes Personal geht dieser Industrie so verloren. Der„, Ber trag von Bersailles enthält bekanntlich gerade auf dem Gebiet der Luftfahrt zahlreiche einengende Bestimmungen und neuerdings wurden in der französischen chauvinistischen Presse wieder Pläne zur weiteren Erbroffelung des deutschen Luftzeugbaues erörtert. Eine große Zahl der Flugzeugwerften hat ihre Produktion umAbg. Helfferich( Dnatt.) beantragt, die GmbH., die bisher von und stört die Stüßungsaktion für die Mart. Wir beantragen daher, der Kapitalertragssteuer befreit waren, auch von der zur Ablösung taß die ausländischen Zahlungsmittel nicht als Waren behandelt, diefer Steuer dienenden Erhöhung der Körperschaftssteuer freizu sondern nach dem Kurswert am Stichtag besteuert werden. laffen. Ein Regierungsvertreter erklärt, daß zu solch einem Ge- Noch schlimmer ist es, wenn bei der Erbschaftssteuer der land- und schent an die GmbH. feine Veranlassung vorliege. Auch bei den forstwirtschaftliche Besitz bewertet wird nach dem Reinertrag der gestellt und der Rest kann sich infolge der ausländischen Konkurrenz, Familiengesellschaften habe man die Befreiung feineswegs aus- legben drei vergangenen Jahre unter Zuziehung des Reinertrages bie mit viel größeren Geldmittein arbeitet, und infolge der deutschen der beiden letzten Friedensjahre. Man will also bei Erbfällen Geldentwertung nur mit großer Mühe halten. Bemerkenswert ist, Abg. Dr. Herh( Soz.) stimmt dem Regierungsvertreter zu und auf den zehn Jahre zurückliegenden Ertragswert zurückgreifen. daß deutsche Flugzeugmotoren laum noch gebaut werden, da das erklärt, daß feine Partei die Berantwortung für das Gesetz noch viel Das bedeutet praktisch für die meisten Erbfälle völlige Be Geschäft nicht lohnend ist. Aber auch die luftfahrtwissenweniger übernehmen tönne, wenn der Antrag der Deutschnatio- freiung von der Erbschaftssteuer. Wir beantragen, die Gin- chaftlichen Forschungsinstitute, auf deren Arbeiten nalen angenommen wird. Der Antrag der Deutschnationalen beziehung der beiden letzten Friedensjahre zu streichen. Zur fich die Weiterentwicklung des Flugwesens gründete, sind ich wer wird angenommen, ebenso mit dieser Aenderung der§ 2 Erbschaftssteuer hat der Ausschuß einen Bewertungszuschlag von bedroht. des Gesetzes. 300 Broz. beschlossen und zwar namentlich auf Betreiben des Ar- So stehen dem aerodynamischen Institut in Göttingen ganze Bei der Beratung der Borschriften über die Tarife des Ver- beiterflügels des Zentrums. Durch die Auseinanderziehung der 2 Millionen Papiermark zur Verfügung. Fehlt aber die wissenmögenssteuergesetzes, des Zwangsanleihegesetzes und des Erbschafts- Tarife wird aber tiese Verbesserung wieder beseitigt. Nie hat schaftliche Grundlage, wird die Lage unserer Flugzeugindustrie fteuergesetzes beantragt immer schwieriger. Es ist fein Wunder, daß verzweifelte Bersuche gemacht merden, um dieser Industrie zu helfen, und daß fie selbst nach Rettung ruft und sich in erster Linie mit Borschlägen an das Reich wendet. Das Reich soll sich für die Aufhebungen der Begriffsbestimmungen, die bezüglich der Größe und Gefchwindigkeit der Flugzeuge von der Entente erlassen sind, einjegen, es soll durch Zollerleichterungen den Export von Flugzeugen unterstützen. Reich, Länder und Gemeinden sollen Flughäfen errichten. So ist 3. B. der Stadt Berlin der Borschlag gemacht wor den, das Tempelhofer Feld in einen großen Flugplas umzugeftalten, um so die Flugpläge Johannisthal und Staafen zu ergänzen. Es wird weiter fostenloser funttelegraphischer Wetter dienst für Luftverfehrzwede verlangt. Luftpostbriefe follen in jedem Falle als Eilbriefe behandelt werden. Weiter werden neben manchem anderen noch Zollvergünstigungen beim Benzinbezug gefordert. nur im Hinblick auf wirtschaftliche 3wede gebaut wird. Deutschland ist das einzigste Land, in dem das Luftfahrzeug Gewiß hat die Flugzeugindustrie im Kriege tüchtig verdient. Sie hat jedoch in der Nachkriegszeit im Gegensatz zu vielen anderen Industriegruppen gehörig bluten müffen. Es wird auch niemand glauben wollen, daß fie ihre Opfer bisher aus reinem Jbealismus gebracht hat. Sie hofft eben auf spätere Beschäftigungs- und Ge minnmöglichkeit. Das Reich hat zweifellos die Aufgabe, im Inter effe der Arbeiter und Angestellten, denen hier Ars beitsmöglichkeiten eröffnet werden, die zur Hebung dieser Industrie gemachten Borschläge schneliftens zu prüfen und ebenso schnell tatfräftig zu helfen. ftattgefunden mie bei der Zwangsanleihe mit der Bewerhmg der die Regierungsvorlage wieder herzustellen( höchster Bertpapiere, jo daß kaum die Kosten der Veranlagung gededt Steuerfag schon bei Vermögen von 20 Millionen) und den für merden. Welch ungeheure Wertsteigerung haben z. B. die Aktien Die 3 wangsanleihe geltenden Tarif bestehen zu laffen( Beich der Hapag erfahren? Eine Hapag- Attie, die heute 31 000 m. nungspflicht schon bei 100 000 m., höchster Zeichnungsfag schon bei foftet, wird nur mit 1244 M. steuerlich bewertet. Für eine Mannes einer Million Mark Vermögen), ferner für die Erbschaftsmann- Aftie im Werte von 45 000 m. ist eine Bewertungsziffer von steuer nach der Regierungsvorlage den geringsten Steuerfat bis 5500 M. vorgesehen.( hört! hört! bei ten Sozialdemokraten.) ir zum Werte von 200 000 m. gelten zu lassen und den höchsten Sag beantragen, am 1. April festzustellen, welche Beträge an indirekten bei 10 Millionen Mart. Der Steuerausschuß hatte diese Säße faft Steuern aus der Mehrbelastung infolge des Mantelgefeges vom durchgängig um das Doppelte erhöht. Diese Auseinanderziehung 8. April 1922 eingegangen sind und, soweit die Eingänge aus der der Tarife- fo führte unser Redner aus wirft geradezu pro 3wangsanleihe die so ermittelten Summen dem Goldwert nach Dozierend auf diejenigen, die den vollen Ertrag ihrer Arbeit nicht erreichen, soll die Nachzahlung eines Betrages stattfinden, der versteuern müssen. Die steuerfreie Grenze für den Grundbesiß die Eingänge aus der Zwangsanleihe tem Golbwert nach auf die erhöht sich infolge der Bewertungsvorschriften auf 30 bis 40 Millio- Höhe der durch das Mantelgeset beschlossenen indiretten Mart.( Rebhaftes hört, hört! links) Die Regierung wollte mit Steuern bringt. Besonders begünstigt wird auch bei der Zwangs dieser Borlage ein Wert fozialer Gerechtigkeit schaffen, aber die anleihe die Landwirtschaft Ein Großgrundbesizer Mehrheit des Ausschusses hat es so eingerichtet, daß die mit 1000 Morgen Land zahlt nach den Ausschußbeschlüssen für das ganze Jahr tiefelbe Steuer, die ein mittlerer Angestellter für einen Monat zu leisten hat. Der Gesetzgeber, der solch Geldfadintereffen ausschlaggebend Frankreichs Gewaltpolitit und die deutsche Farbenindustrie. Unter den wirtschaftlichen Absichten der französischen Eroberungspolitik stehen die Intereffen der Schwerindustrie, welche fich auf Kohlen- und Kotsbeschaffung sowie auf die Errichtung einss großen Stahltrufts beziehen, an erster Stelle. Es sind aber auch andere wichtige Intereffen im Spiele, die die deutsche Farben= industrie betreffen, und die nach der Meinung des englischen Manchester Guardian" das Borruden franzöfifcher Truppen in Baden verursacht haben. find. Die Steuern der Lohn- und Gehaltsempfänger betrugen im Dezember vorigen Jahres bereits 84 Proz. des Gesamtsteueraufunmoralische Bewertungsvorschriften fommens. Die Januar- Angaben besagen, daß sich dieser Prozent erläßt, darf sich nicht über das Ginten der Steuermoral beffagen. faz bei einzelnen Finanzämtern auf 88 Proz. und im Februar sogar Bie tommt man dazu, Billen und Bauland freizus cuj 94 Proz. erhöht hat.( Lebh. Hört, hört! links.) Für den Beji lassen? Die Sozialdemokratie war an dem Ausbau der Steuerbesonders günstige Neuerungen hat die Ausschußmehrheit bei der gefege hervorragend beteiligt. Für den Abbau lehnt sie jede 3mangsanleihe beschlossen. Die anständigen Leute, die bereits in gutem Geld ihre Einzahlungen gemacht haben, werden Berantwortung ab. Mit ihrer Steuerpolitik untergraben die bürIchwer benachteiligt. Die Auseinanderziehung des Tarifes gerlichen Parteien die Republik. Der Kampf an ter Ruhr zeigt, in der Zeit, in der die Steuererhebung bereits begonnen hat, daß auf den Schultern der Arbeiter und Angestellten der deutsche ichlägt aller Gerechtigteit ins Gesicht und benachteiligt Staat ruht. Diefen Rampf, der im Westen ausgefochten wird, fann ben pünktlichen und anständigen Steuerzahler, während sie den nichts mehr stärken als das Bewußtsein bei den Kämpfenden, daß belohnt, dessen Steuermoral sehr viel geringer ift. Ganz mert. Sozialpolitik und Gerechtigkeit fortschreiten. Wenn die befizenten würdige Bestimmungen, die mit der Geldentwertung nicht das Klaffen fich dem aber entgegenstellen, wenn sie teine Opfer bringen, mindeste zu tun haben, sind für das Erbschaftssteuergesetz an- bie arbeitenden Klaffen aber immer mehr belasten wollen, dann genommen worden. So wird z. B. bestimmt, daß das vorhandene wird das verhängnisvoll werden.( Lebhafter Beifall fints) Abg. Helfferich( Deutschn.) wendet sich gegen die sozialbemotra Bermögen eines Kindes bei der Besteuerung des Anfalles aus dem tischen Anträge. Eine Besteuerung der landwirtschaftlichen GrundNachlag des letztverstorbenen Elternteils um einen Betrag zu fürzen ftüde nach kem heutigen Berkaufswerte bedeute bie Expropria. ist, der dem Wert des Erwerbs entspricht, um den das Kind durch ion der Landwirtschaft. Ein Regierungsvertreter fündigt Aende fotung berselben für die lothringische Industrie, deren Kofsbedarf Die Herstellung der Nebenprodufte der Rohle, d. h. die Ber Den Erbanfall des oor verstorbenen Elternteils bereichert war. Beun unsere Anträge teine Annahme finden, sehen wir uns ge- rungen der Bewertungsrichtlinien des Finanzminifteriums an, die sichergestellt werden muß, ist von großer Wichtigkeit. Die Berfokung roungen, gegen die ganze Vorlage zu stimmen.( Beifall bei den ich namentlich auf die Einstellung fremder Wertpapiere in die Bilanz der Kohle fann aber mit Nußen nur erfolgen, wenn die anderen beziehen sollen. Abg. Hendemann( Komm.) verwahrt sich gegen neben probufte ber Roble ebenfalls verwendet werden können. Abg. Dr. Heifferich( Dnatt.) erklärt, der Ausschuß habe keines den Borwurf der Baterlandslosigkeit, denn die Interessen des Brole. Dazu muß aber Frankreich seine Hand auf die deutsche Farbenwegs den Befih bevorzugen wollen. Abg. Keinath( Dem.) fagt, tariats deien identisch mit denen der deutschen Nation. Auf der industrie legen. Der Befih der deutschen Farbenindustrie würde es jei nichts anderes geschehen, als daß dem Prinzip der Borlage rechten Seite des Hauses aber fäßen die, die ihr Baterland verraten Frankreichs industrielle Borherrschaft in Europa vollständig machen, Abg. Dr. Herh( So3.) erklärt nodymals, daß die Ablehnung aller In namentlicher Abstimmung werden alle fozialdemokratischen sozialdemokratischen Anträge zu den Bewertungsvorschriften be Anträge abgelehnt, und zwar ber zur Bermögenssteuer mit wiesen habe, daß die Mehrheit nur an die Schonung des Besitzes 183 gegen 145, der zur Zwangsanleihe mit 187 gegen 149 und der gedacht habe. zur Erbschaftssteuer mit 192 gegen 148 Stimmen. Die Anträge des Ausschusses werden angenommen, und zwar die zur Zwangsanleihe mit der Aenderung, daß der Zeichnungspreis vom 1. Oftober 1922 bis 30. April 1923 100 Pro3. des Nennwertes betragen foll. Die Ausschußvorschläge zum Rennwett- und Lotteriegesez, Wechselstempelgefeß, Rapitalverkehrssteuergesetz, Attienanteilsteuergefeß und Versicherungssteuergefeß werden debattelos angenommen. Zum Artikel 2( Bewertungsvorschriften) führt Abg. Dr. Herh( Soz.) Sozialdemokraten.) entsprechend die Geldentwertung berücksichtigt wurde. Abg. Koenen( Komm.) schließt sich ter sozialdemokratischen Kritik an. und verkauften. und erst diese könnte die volle Ausbeutung der Ruhrkohle ermöglichen. Ohne die Farbenindustrie würden die Neben probufte wertlos und die Bertokung deshalb unwirtschaftlich fein. Deswegen dürften die Franzosen eine Kontrolle der deutschen Farbenindustrie mit oder ohne deutsche Firmen anstreben. Aber auch Die sozialdemokratischen Anträge zu den Bewertungsvorschriften aus einem anderen Grunde: In der Farbenindustrie der Welt herrscht werden mit den Stimmen der bürgerlichen Parteien abgelehnt. Ueberfapitalisation, d. b. im Verhältnis zur Produktion Befchloffen wird unter anderem, daß für die Angehörigen der und zum Bedarf find zuviel Kapitalien in diese Industrie gesteckt. freien Berufe bei der Veranlagung für 1922 20 roz. des Einkommens nach Abzug der Werbungskosten, und zwar mindestens Selbst wenn die Welterzeugung dem Friedensstand gleichtäme 30 000 m., höchstens 80 000 mt. in Abzug gebracht werden können. 1913 wurden 138 000 Tonnen Farbstoffe im Werte von 16 Millionen Bor der Abstimmung über§ 1,5 des Artikels 2 gibt Abg. Her- gelegten großen Kapitalien( ungefähr 100 Millionen Bfund) nicht M. Bfund in der Weft erzeugt, könnten die in dieser Industrie anmann Müller folgende gut genug verzinst werden. Heute, wo die Produktion nur nach die Hälfte der Borkriegsproduktion beträgt, meniger denn je. Um affo die Profite zu sichern, müssen die Weltmarktpreise der Farbfteffe hochgehalten werden, was wieder nur durch ein inter nationales Kartell geschehen kann. In diesem Kartell möchte Frankreich durch Eroberung der deutschen Farbenindustrie die Führung übernehmen. Dies war der Grund der gewaltsamen BeErklärung der sozialdemokratischen Fraktion aus: Für die Bewertung der Vorräte am Jahresschluß und der Ab- ab: Wie im Steuerausschuß, fo find auch hier alle fojialdemofrafegungen für Abnutzungen wollte die Regierung die Anschaffungsmerte zugrunde legen. Unser Antrag fordert, daß die wirtlichen fischen Anträge zum Tarif und zur Bewertung von Ginfommen und Werte am Jahresschluß zugrunde gelegt werden. Der Ausschuß Vermögen abgelehnt worden. Dadurch ist für den Sachbesih eber hat eine Sonderregelung befchloffen, gegen die wir die größten eine fo weitgehende steuerliche Entlastung- ja teilweise voll- fehung Badens, wo sich die größten Farbstoffwerke befinden. Bedenken haben. Es follen danach die Bestände an Waren und tommene Steuerfreiheit beschlossen worden, daß die So- Die englische Farbstoffindustrie meint der„ Manchester Borräten zu zwei Dritteln mit dem Werte am Schluß des Wirtzialdemokratie die politische Verantwortung für diese Beschlüsse Guardian" wird unter die Räder kommen, fie wird entweder fchaftsjahres, zu einem Drittel mit den Marktpreisen am Jahres. unter dem Namen eines Zusammenschlusses aufgesaugt oder schluß abzüglich 60 Broz. bewertet werden. Diese Regelung be. ablehnt. Sie muß dies um so mehr, als durch die Ablehnung der beiden durch die Konkurrenz vom Weltmarkt ausgeschaltet werden. deutet eine steuerliche Begünstigung der Leistungsfähigsten. Der Steuerausschuß hat sich bei seinen Beratungen von den Wünschen lehten sozialdemokratischen Anträge die ausländischen Zahlungsmittel der Syndici der Interessentenverbände leiten lassen, anstatt eine nur mit einem Bruchteil ihres Kurswertes bestenert werden. Das Verständigung mit der Sozialdemokratie zu suchen. Man sagt, man ist eine Begünstigung der Devisenspekulation, eine müffe den Sachwertbesinern die Substanz erhalten und ver Gefährdung der Stühungsaktion und somit eine schwere wirtschaft. gißt offenbar dabei, daß alle anderen Staatsbürger und felbft liche und politische Gefahr. das Reich der Gelbentwertung zum Opfer fallen. Der Reichsfanzler hat in seiner Antrittsrebe Opfer vom Besitz gefordert. Es hat aber den Anschein, als seien Reichstagsmehrheit und Regierung neuerdings anderer Meinung geworden. Um den Besitz zu schonen, find die Der Redner bezweifelt darauf die Beschlußfähigkeit des Hauses. Es wird die Anwesenheit von 170 Abgeordneten festgestellt. In der um 7 Uhr 10 Minuten eröffneten neuen Sigung beantragt Abg. Koenen( Komm.) die Absehung des Steuergesetzes von der Tagesordnung. Abg. Helfferid( Dnat. Bp.) beantragt BertaBewertungsvorschriften in der Borlage absichtlich gung, da die sozialdemokratische Erklärung auf einem Mißper unübersichtlich gemacht ständnis beruhe. Dieser Antrag wird angenommen. worden, so daß erst die Ausschußverhandlungen Klarheit gebracht eine längere Debatte entwidtelt sich über den Termin und die Tages haben. Die Ausschußbeschlüsse berücfichtigen bie Gelbentwertung ordnung der nächsten Sizung. Mit 140 gegen 104 Stimmen wird nur zum Schaden des Fistus. Der Effekt ist, daß z. B. statt einer ein Zentrumsantrag angenommen, den Sonnabend freizulassen. Steuerpflicht von 425 Dollar nur 30 Dollar bezahlt werden. Wenn In einer dritten Sigung, die um 7 Uhr 40 Minuten eröffnet wir die Bewertung ter Warenvorräte nach den Marktpreisen am wird, wird der Initiativantrag über Anlegung gefeßlicher Reserven Jahresschluß beantragen, fo ist das auch für die Landwirtschaft nicht der Aktiengesellschaften in Dollar- Schahanweisungen des Reiches in unerträglich und greift auch die Substanz nicht an. Die Bewertung zwei Lesungen debattelos erledigt. Montag 2 Uhr: Dritte Lesung des eben in zwei Lesungen der Abnuhung der vor 1917 angeschafften Gegenstände auf das Tausendfache ist viel zu günstig für die Steuerzahler. Wir erledigten Initiativantrages und der Wohnungsbauabgabe. Fort beantragen die Bewertung der Abnugung nur zum Hundertfachen. I feßung der Steuerberatung. Schluß: 7 Uhr 50 Minuten. Lebensmittelpreise des Tages. Preisrüdgang am Sfidftoffmarff. Während bisher die Stickftoffpreise feftgefekt wurden auf Grund der Gestehungskosten, ge rechnet nach den Kohlenpreifen, diftieren zurzeit die Baluta und das ausländische Angebot an Chilefalpeter den Stickstoffpreis. Je mehr das englische Pfund fintt, um so mehr muß auch der Preis des deutschen Stickstoffs gesenft werden, solange dieser die KonDie Stic furrenz des ausländischen Stickstoffs aushalten kann. stoffpreise haben teshalb mit Wirkung vom 9. März 1923 gegen die bisher geltenden Höchstpreise folgende Ermäßigung pro Kilo gramm Stickstoff erfahren: Schwefelf. Ammoniat von nicht gebarrt und nicht gemahlen 7796,80 gedarrt und gemablen Salafaueres Ammoniak Kaliammonialpeter Natronfalpeter Kaltstiffitoff auf M. 7460, 7071,20 7460, 7796,80 7460, 7796,80 7460, 8710, 7460, 6991,80 6630, Die Devisenanleihe des Reiches. Das Konsortium für die Ausgabe der Dollar- Schozanweisungen ist jetzt gebiltet worden. Es besteht aus einer größeren Anzahl von Banken und Banfiers. Diese wirten als 3eichnungsstellen bei der Auflegung der Anleihe mit und haben gleichzeitig die vorgesehenen Zeichnungsgarantien für Eine Bande von Eisenbahnräubern ist von der Ueberwachungs- trieben wird, aufammen. 8wei Insassen des Autos waren die Hälfte des aufgelegten Betrages übernommen. abteilung der Reichsbahndirektion Staffel unschädlich gemacht fofort tot, mehrere andere wurden schwer verlegt. worden. Sie beraubte feit langem nachts zwischen Nordhaufen und Kaffel fabrende Güterzüge, öffnete die Wagen gewaltfam und warf die Fracht ab, worauf diese von Genossen aufgeiuct und in Berftede gebracht wurde. Die in den Güterwagen tätigen Ver brecher sprangen an einer geeigneten Stelle von dem fabrenden Zug wieder ab. Die Verbrecher, die alle aus Bleicherode stammen und von denen bisher 8 festgenommen worden sind, waren durch ihre Näubereien in furzer Zeit zu vielfachen Millionären geworden. Der der Eisenbahnverwaltung zugefügte Schaden beträgt über 100 Millionen Mart. Jusammenstoß zwischen Auto und Elfenbahn. In der Nähe bou Gonsenheim auf der Finthener Chaussee ftieß ein von Kirn tommendes Lastautomobil mit einem 8 ug der Strede Mainz Alzen, die jest bon französischen Eisenbahnern be Die verschwindende Kriegsanleihe. Zur Bestreitung der Kriegs foften hatte man insgesamt 97 Milliarden Mart Reichsanleihen und Reichsschaganweisungen festverzinsliche Schuldtitel ausgegeben. Davon sind jetzt nur noch für 52,1 Milliarden Mart im Berkehr, Das übrige ist zum allergrößten Teil durch Annahme auf Steuerit, Am Freitag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- burch Rückläufe zur Stühung der Reichsanleihekurse und durch An nahme der Papiere als Kaufpreis für Heeresgüter bereits aus dem handelspreise: Rindfleisch 3000-3000 M., ohne Knochen 4000-4500 M. Schweine- Markt verschwunden. Der Betrag der jeftverzinslichen Kriegs. Kalbfleisch 3000 anleihe ist also um 45 Milliarden, oder fast um die Hälfte, zurück. fleisch 3800-4700 M. Hammelfleisch 8700-4200 M. bis 4500 M. Rindertalg 3200-8700 M Schellfisch 900-1500 M. gegangen zu einer Zeit, wo der Bedarf des Reiches an Anleihen jo Kabeljau 1000-1600 M. Grüne Heringe 500-800 M. Rotzungen 1100 bis 1500 M. In Eis: Hechte 1500-2500 M. Karpfen 2000-2600 M. groß war, tab man für rund 3000 Milliarden schwebende Schulden Lebende Schiele 3800-4500 M. Hechte 8400-3600 M. Naturbutter einging! In diesen Zahlen zeigt sich die fatastrophale Desorgani 6400-6900 M. Margarine 2900-4200 M. Schweineschmalz 3500 bis fation des Gefbmarties, der für feftverzinsliche Anleihen nahezu 3800 M. Weißkohl 220-275 M. Wirsingkohl 250-280 M. Mohrrüben unzugänglich war, während die Flucht aus der Mark in Sach 100-115 M. Kohlrühen 100-120 M. Rotkohl 250-300 M. Rote Rüben werte und Devisen einen ungeheuren Umfang annahm, ohne daß bie Reichsfinanzverwaltung dem genügend entgegentrat. 130-150 M. Zwiebeln 80-70 M. EBäpfel 450-650 M. Brüberstr. 18, Bortrag des Herrn Dr. H. Safe:„ Bom Opferstiften und Gühnen" Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 152a, Bortrag des Herrn Dr. K. Sturm: Kirche und Sozialismus". Dienstag abend 7 Uhr, Pappelaflee 15, General. verfammlung. Mitgliedstarte ist vorzuzeigen. abend, 7 Uhr, in der Gemeindefesthalle, die Feier feines 2jährigen Bestehens, Der Gemischte Chor Weißensee( Mitgl. d. A.-G.-B.) begeht heute, Sonnverbunden mit Bannerweihe, Gesangsaufführungen und Tanz. Die Währungsänderung in Osloberschlesien. Seit 1. März gilt im| Gelb, 1072,68 Brief; 1 Finnische Mart 570,57 Gefb, 573,43 Brief; Bereinigte Berbände helmattrener Oberfäfefter, Ortsgruppe Storber IIL abgetretenen Teil Oberschlesiens die polnische Mart als ge- 1 japanischer Den 9975 Geld, 10 025 Brief; 1 italienische Lira Sonntag, den 11. März, nachmittags 4 Uhr, bei Sachse, Lindower Ett. 26, gegenüber Bahnhof Wedding, Mitgliederversammlung; anschließend geselliges fegliches 3ahlungsmittel neben der deutschen Mart, die 987,52 Geld, 992,48 Brief; 1 brasilianischer Milreis 2294,25 Geld, Beifammensein. erst am 1. November ganz aus dem Umlauf verschwinden soll. Die 2305,75 Brief; 1 spanische Befeta 3206,96 Gelb, 3223,04 Brief; Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr im Leffing- Museum, Warschauer Regierung und auch die Kattowizer Behörden haben 100 österr. Kronen( abgestempelt) 28,42 Geld, 28,58 Brief; 1 tschech. aber dem nicht rechtzeitig vorgearbeitet, so daß Löhne und Gehälter Krone 615,20 Geld, 618,30 Brief; 1 ungar. Krone 6,83 Geld, 6,87 pom 1. März an in deutscher Mart gezahlt werden mußten. Es liegt Brief; 1 bulgar. Lewa 119,20 Geld, 119,80 Brief; 1 jugoflam. Mangel an Zahlungsmiteln vor. Die Ausgabe großer Beträge neuer Dinar 218,45 Gelb, 219,55 Brief. 1 Polenmart galt im freien Zahlungsmittel wird aber zweifellos ungünstig auf den Stand der Berkehr zirka 47 f. polnischen Mart einwirten. Die Währungsänderung wird vorerst nur nachteilige Wirkungen haben; das zeigen auch die Verhand lungen mit den Arbeitern, beren Organisationen für die Umrechnung bei den Lohnzahlungen die Zugrundelegung des Kurs standes, also eire Reichsmart gleich zwei Bolenmart, forderten und fchließlich auf 1,80 Polemmart heruntergingen, während die Arbeit geber nur 1,20 Polenmart boten. Der bestehende, auf deutsche Mart lautende Tarif foll vorläufig in Geltung bleiben. Zunahme der Genossenschaftsgründungen. Nachdem schon die legten Monate des vorigen Jahres eine Belebung des Genoffen schaftswesens durch eine größere 3ahl von Neugründungen gebracht hatte, hat sich die Entwicklung im Januar fortgesetzt. In diesem Monat standen 329 Neugründungen 186 Auflösungen gegenüber, was einen Reinzuwachs von 143 ergibt, während im Dezember Dorigen Jahres 145 Genossenschaften mehr gegrünt et als aufgelöst wurden. Der überwiegende Teil der Neugründungen entfällt auf Landwirtschaftliche Genossenschaften, aber auch auf dem Gebiete der Wohnungs- und Baugenossenschaften, das lange Zeit weniger beachtet blieb, ist eine geringe Zunahme der Grünbungstätigkeit zu verzeichnen. Die Ronfumvereine vermehrten ihrer Bestand um 21 Bereine, ebenso wie im Vormonat. Devisenturfe. Unserer gestrigen Kurstafel find noch folgende amtliche Rotierungen nachzutragen: 1 belgischer Frant 1067,32 Theater Liditfplele ufw. Opernhaus 7 Uhr: Cavalleria rusticana Bajazzi Schauspielhaus Zum ersten Male: 7 Uhr: Königin Tamara Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsvorstände! Die Programme file den Monat April müssen unbedingt bis Montag, den 12. März, dem Jugendfekretariat eingesandt werden. Spätere Einsendungen werden nicht mehr berücksichtigt. Morgen, Sonntag, den 11. März: Friebenan: Banderung Fürstenwalde- Scharmügelfee- Storlow, Treffpunkt heute abend 6 Uhr Ringbahnhof Friedenau- Wilmersdorf. Kaulsdorf: Banderung. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Raulsdorf. Moabit: Befuch der Märkischen Reufölln III: Wande Museums. Treffpunkt 9 Uhr Strom, Ede Turmstraße. Niederschönhausen: Wanderung Reinickendorf- Oft: Schnitzeljagd. Treffpunkt 8 Uhr Seebad. Schönhauser Borstadt: Wanderung. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Schönhauser Allee. Steglig: Wanderung burch den Krämer. Treffpunkt heute abend 8 Uhr Potsdamer Hauptbahnhof. Treptow: Wanderung Rönigswusterhausen- Hölzerner See. Treffpunkt 47 Uhr Wiener Brüde. Westen: Wanderung Briefelang. Treffpuntt 6 Uhr Sochbahnhof Bülowstraße. Wilmersdorf: Birkenwerder- Elfenquelle. Treffpunkt 6 Uhr Rathaus. rung. Treffpunkt 27 Uhr Ringbahnhof. Rönigswusterhaufen- Dubrowforft. Treffpunkt 27 Uhr Friedensplag. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Bund religiöser Sozialisten Dentfohlends. Folgende sozialistische Geistliche sprechen am Sonntag, den 11. März: Bfarrer Frande um 6 Uhr abends in der Seilig- Kreuz- Kirche am Blücherplay; Pfarrer Schmidt um 10 Uhr vormittags in der Thomas- Kirche am Mariannenplag; Pfarrer Dr. Piechowsti in Neutöln um 10 Uhr in der Philipp- Melanchthon- Kirche, Aranoloftr. 16. Neue Süßstoff Preise 1 H- Packung Süßtraft von reicht. 1 Pfund Suder . 225, Vorzüglich zum Rochen, Backen usw. Kann mitgekocht werden. Tabletten haben die Süßkraft von jel, Würfel Suder. Schachteln mit 100 200 500 Tabletten . 320,640,- 1600, zum Süßen von Kaffee, Tee usw. Erhältlich in Kolonialwaren-, Drogenhandlungen und Apotheken. Deutsch. Theat. Volksbühne Theater des Ostens Walhalla- Th. Allgemeine Ortstrantentaffe efenschaft. Eurnheim beabsichtigt 7 Uhr: Heidelberg Alt. 71 Uhr: ( Rose Theater) 745 u. Leitg. d. Komp. für Berlin- Steglig Eine Abrechnung Uhr: Berliner Die Liebe geht um Stg. 7%, Uhr: Alt- Herr Vielgeschrey Heidelberg Kammerspiele Mädchenhändler. URANIA Lessing Th. Theater& Uhr: Mit Sangu.Klang zw. 7 Uhr: Fri. Julle. 7 U. Die Mütter Schwarzwald u. Alb. Langelot Sanderein. und Sonnt. u. Mont 71 Bürger Schippel Btg. 22: Die deutschen Kleinstädter Deut. Künstler- Th. 7 Uhr: Frl. Julie. Ahabendlich 7, U. Langelot u. San- Der Fürst von derein. Pappenheim KI. Saal& U: Einführung i. d. Molekulartheorie Stablissement Cafe ielka Gr.Schanspielh. u. Trianon- Theater Friedrichst. 60 ( Karlstraße) 7: Die tōrichte Pers.unter 18 Jahren Varieté/ Kabarett Lissi, die Kokolle Ecke Leipziger Str. Jungfrau Ste. 2: Maschinenstürmer Die törichte haben keinen Zutritt Central- Theater Neues März. Programm! Jungfrau Tagl. 7, Uhr: Der Mia Werber Tägi. Theater. d. Aktienbaron Werner Goldmann Röniggrätz. Str. SUhr Kleines Theater 8 Uhr: Aus dem D. Unmoralischen Leben d. Insekten Carola Toelle, Olga Limbary, Komödienhaus Falkenstein, Raiser- Titz 8 Uhr: MUSIK Maria Orska Berliner Th. 7.3 Madame POMPADOUR Wörner, Roberts, Botel Deutsch Opernhaus Ta D. Fledermaus Uhr: Der Blaue Vogel Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 Große Volksoper U. Allabendlich im Theat d.Westens BY U.: Die Walküre Das Stg. 2, U. b. kl Pr: Raub d. Sabinerinn. Das 3.Programm intimes Theater Casino- Theater & Uhr: 7 Elnakter 8 Uhr: Der neue Schlager u. a.: Kleptomanie, Zum blauen Kakadu Familienfest usw. Lustspielhaus U: Das Prinzchen Circus Metropol- Theater Busch U.: NewYork- Berlin gl.7%, Stg. a. 3U Stg. 3: Die Bajadere Vollständig Neues Operett.- Th. 72: D. neue Gilbert Ratja, die Tänzerin neues Cirtas- Programm! mit Margit Suchy, Manegeschanstick Muth, Beckersachs, Fremdenlegionar Paulsen, Tiedtke, Gross, Mamelok Stg. 3: Die kleine Sünderia Josefine Dora Täglich 7: Dora, Lautner, Zaraitz Metropol Varleté Behrenstraße 54 7 Uhr Das unübertreffl. März Programm Bekanntmachung die Errichtung eines Metallschmelzwertes in Berlin- Mittenau auf dem Fabrilgrundstück an der Hermsdorfer Straße. Etwaige Einwendungen gegen diefe Auf Grund der Berordnung über Anlage find bei dem unterzeichneten Stadt Grundlöhne in der Krantenversicherung ausfchuß binnen 14 Tagen, vom Tage nach Dom 27. Februar 1923 hat der Borstand der Beröffentlichung ab gerechnet, fchrift befchloffen, die Lohnftufen und Beiträge lich in doppelter Ausfertigung oder zu ab 12. März 1923 wie folgt feftzufegen: Brotokoll anzubringen Nach Ablauf dieser Bohnstufen 1-7 bleiben. wie in der Grift fönnen Einwendungen nicht mehr er Bekanntmachung vom 12. Februar 1923 hoben werden. Beschreibung und Zeich angegeben, beftehen, während die übrigen nungen der geplanten Anlage tegen in 4 Bohnstufen wie folgt angefügt werden; unserem Bureau, Berlin C 2, Waisenftr. 27, Grund Bei- Tr, Zimmer 25, an den Geschäftstagen Stufe Tagesentgelt John trag in ber Zeit von 9-2 Uhr während der oben 8 lb. 3250 bis 4 500 22. 4000 400 bezeichneten Frift zue Cinficht aus. 4500 8.500 Theaters. Kettb, Tor 8000 800 Tagl. 71/2 und 8500 12 500 12 000 1200 Seant.pachm.30. 12500 unb barüber 14000 1400 Auf bie entsprechenden höheren Bei Eliteftungen besteht erst vom 10. April 1923 an Sänger Anspruch. Die Arbeitgeber find verpflichtet, der Der Mann Raffe innerhalb einer Woche bie zur Bemit den rechnung der Beiträge erforderlichen An3 Frauen gaben zu machen. Erstattet ein Arbeit geber tros dieser Aufforderung die Meldung nicht friftzeitig, so wird flir feine Beschäf tigten bis zur ordnungsmäßigen Mel bung ohne Pflicht zur Rüderstattung der Beitrag in derjenigen Stu e erhoben, ber für Berficherte der gleichen Art in Be trieben gleicher Art gilt. U. a. Komische Oper ( 7) Dir.: James Klein( 7) Internat. Revue in 25 Bildern Europa spricht davon 6 Balletts! 200 Mitwirkende! Mr. Jackson vom Alhambra- Theater in London mit seinen engl. Girls sowie die bekanntesten Darsteller von Bünne und Film Vorverkauf ununterbrochen Admirals- Varieté 730 Marz- Programm 9 10 11 10/10 Bur mündlichen Erörterung. der rechtseitig erhobenen Einwendungen wird vor unferem Kommissar, Stabtoberfekretär Runde, auf Donnerstag, ben 29. März 1923, pormittags 9 Uhr, ebenba ein Termin an beraumt zu dem die Unternehmerin fowie die Widersprechenden unter der Eröffnung geladen werden, daß auch bei ihrem Ausbleiben mit der Erörterung der Einwenbungen vorgegangen wird. Berlin, den 7. März 1923. Der Stadtausschuß Berlin, Abt. I Schneider. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße83/ 85. Druditilde diefes Beschluffes find vom Geschäftszeit vorm.9 Uhr bis nachm.4Uhr. 12. März 1923 an im Raffenlokal erhältlich. Telephon: Amt Rorben 833 bis 836 Berlin- Steglig, den 9. März 1923. Stehr, Borf. Der Borftand. und 6592 bis 6595. Versammlung Beim Kraftfahren Geld sparen! Größte Haltbarkeit, Elastizität u Betriebsstoff Ersparnis machen Continental zum wirklich billigen Reifen. Garderobe besonders preiswert auf Teilzahlung! Herren: für Damen: Anzüge Schlüpfer Paletots Kleider Mäntel Kostüme gestr. Hosen Röcke Regenmäntel Ersatz für Maß| in gr. Auswahl Beiser Lothringer Str. 67 Von den Alpen 10/1 bis zum fernen Riga kennt jedermann die Marke ,, Liga" Drum trag auch Du Die gute zu Deinem Wohl ,, Liga- Gummisohl" Verkaufsstellen werden nachgewiesen durch die Fabrikniederlage H.O. Faber& Co. 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