Nr. 31. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tn's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Bfg. Post- Abonnement: 8,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen: tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonne und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berliu Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Ehrlich währt am längsten. da war es der bürgerlichen Gesellschaft zu Muth, wie jenem Despoten des Alterthums, der inmitten seiner Orgien das Mene Tetel an der Palastmauer aufblizen sah sie ahnte, daß sie gezählt, gewogen und gerichtet" war, und schaudernd sah sie eine neue Welt vor sich auftauchen mit einer neuen Moral, die der herrschenden Diebesmoral das Todesurtheil sprach. Mittwoch, den 6. Februar 1895. Lüge! Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Und hat die Lüge auch noch so lange Beine, und werden der Wahrheit auch noch so viel Fallstricke gelegt und noch so viel Fesseln um die Beine geschlungen fie läßt nicht nach und schließlich wird die langbeinigste Lüge von ihr eingeholt und getödtet. gehandhabt. Die Sozialisten waren es, die durch einen Hier Handlung und Wort ein 3- Wahrheit. beftigen Preßfeldzug das Einschreiten gegen die Revolver. Dort Handlung und Wort in klaffendem Widerspruch, Als vor vierzig Jahren die Internationale Journalisten erzwangen, dem so mancher Offiziöse zum Handlung und Wort einander ins Gesicht schlagend, und Arbeiter Assoziation verkündete, daß sie Opfer fiel. Die Sozialisten waren es, welche die über der Dreieinigkeit in brennenden Lettern das Wort, das felbft Südbahnskandale nicht ruhen ließen, in denen einflußund alle ihr angehörigen Gesellschaften und reiche Mitglieder der Kammermehrheit schwer fompromittirt sind. jenen dämonischen Scheinmenschen und Trugbildern der Individuen Wahrheit, Recht und Gitte Jetzt hat der Staatsrath sein Berdikt in der Frage der Bins Bauberer an der Stirn stand, jedoch nur den Sehenden als Grundlage ihres Betragens unterfrüheren Ministers Raynal, der in seinen Konventionen einfach garantien gestellt; dasselbe brandmarkt die Leichtfertigkeit des fichtbar: Lüge. Start und hochmüthig waren diese Scheinmenschen, einander und gegen alle ihre Mit- vergeffen hat, einen Endtermin für die Binszahlung festzusetzen; sich mehr dünkend als gewöhnliche, wirkliche Menschen. menschen ohne Rücksicht auf Farbe, der Regierungskommissar läßt sogar durchblicken, daß Schlimmeres Doch wenn ein Sehender das Wort an ihrer Stirne las, Bekenntniß oder Nationalität anals Leichtfertigkeit vorliegen fönne. Und wieder waren dann brachen sie plötzlich zusammen und nur ein Häuflein erkenne" es die Sozialisten, die stets gegen die Konventionen gekämpft baben, und die Sozialisten werden es wahrscheinlich sche war, wo das dämonische Trugbild vorher in stolzer Machtfülle geprangt. sein, welche in einer demnächstigen Parlamentssigung verlangen werden, Raynal, dessen Vergeßlichkeit" den Staat 11/2 Milliarden foftet, in gerichtliche Untersuchung zu ziehen, wie es das öffentliche Rechtsgefühl verlangt. Rechnet man zu diesen mächtigen Kampfmitteln hinzu, daß sich die großen Talente der Kammer auf seiten der Sozialisten befinden, während auf den Bänken der Regierungspartei mit wenigen Ausnahmen Alter neben UnbeUnd als einige Jahre später vor der französischen Bank deutendheit sikt; zieht man außerdem in betracht, daß durch das in Paris internationale Soldaten Schildwache standen und ver- Ungeschick des Herrn Dupuy im Falle Gérault- Richard den achtungsvoll die Millionen und Milliarden des kapitalistischen Sozialisten die Möglichkeit gegeben ist, sich vor ihren Wählern Ausbeuterthums beschützten und das gleißende Gold auch noch als die Bertheidiger des allgemeinen Stimmrechts aufzuspielen so sieht man, wie gefährlich der Kampf für die am Ende unberührt den Dieben zurückgaben, die Regierung ist und wie unverantwortlich es ist, ihn so ohne Noth e3 als Eigenthum" sich zusammengestohlen hatten, heraufzubeschwören." da begriff die bürgerliche Gesellschaft in allen Kulturländern, daß es mit ihrer Herrlichkeit zur Neige ging, wenn es nicht gelang, diese Verächter des heiligen Eigenthums mit Stumpf und Stil auszurotten. Und das wilde Jubelgeschrei des internationalen Ausbeuterthums begleitete das furchtbare Blutbad der ersten Maiwoche -die„ Gesellschaft" wähnte sich gerettet und hoffte, der ruchlosen Frevler mit ihrer neuen Moral, die das Eigen thum" verachtete, nun für immer los und ledig zu sein. Es war eine Täuschung. Das Blutbad wurde zu einem Lodernden Phönixbrand, aus dem die Partei der neuen Moral, welche Wahrheit, Recht und Sitte" ernst nimmt, verjüngt und tausendfach gestärkt emporstieg. Und die neue Moral machte moralische Eroberungen, und politische Eroberungen sie zeigte ihre Kraft und rechtfertigte die Angst der Anbeter des heiligen Eigenthums, welches Diebstahl ist Diebstahl an der Arbeit. " Nun vierundzwanzig Stunden, nachdem vorstehender Artikel geschrieben, war das Ministerium Dupuy gestürzt, und achtundvierzig Stunden später lag auch Casimir Perier neben seinem Freunde und Konkurrenten Dupuy zappelnd am Boden und im Schmutz. Man schaue sie nur an, die Vorkämpfer der„ Religion, -die Menschen und ihr Steden und Ordnung und Sitte" Thun! Sie trauen sich nicht die Kraft zu, ihr Recht des Daseins mit Vernunftgründen zu beweisen. Sie erblicken ihr Heil einzig in der Gewalt und setzen die Gewalt auf den Thron, wie einst Kain es gethan. Man schaue sie sich nur an, die Gesellschaft unserer Feinde! Eine Umsturzkommission, d. h. ein Ausschuß, der niedergesezt ward, um das Allheilmittel zur Rettung von Religion, Ordnung und Gesez" zu finden, und an der D, es fiect eine gewaltige Macht in dieser neuen Spize dieses Ausschusses, als zweiter Borsigender, ein ge Moral, die eigentlich eine verteufelt alte ist, so alt, wie wohnheitsmäßiger Brecher des Gebots: Du sollst nicht das menschliche Gewissen, und die in jedem unver- tödten! fälschten Menschenherz und Menschenhirn wohnt, das nicht Menschen, welche als höchste Kultur Offenbarung den von dem Gifte der Mammons- und Molochmoral Massenmord feiern, und den höchsten Triumph der Kultur durchseucht ist. Es steckt eine gewaltige Macht in dieser in der Entdeckung von kleinkalibrigen Gewehren sehen, neuen und alten, und trotz ihres Alters ewig neuen die auf Meilen Entfernung Menschenschädel in Scherben Moral: die Macht der Wahrheit, die Macht der zerschlagen, wie einen Topf", und Menschenknochen zu Ehrlich keit. Mehl zermalmen" die lautesten Schreier für Religion und Ehrlich währt am Iängsten. christliche Nächstenliebe. Das heilige„ Eigenthum" vertheidigt Dem internationalen Dreigestirn:, Wahrheit, von Menschen, die in der Person des Banca Romanas Recht und Sitte" hat die bürgerliche kapitalische Ge- Spitzbuben Crispi den Raub im großen verherrlichen. sellschaft, verzweifelnd, weil all' ihre geistigen Waffen" wie Moral und Sitte in den Himmel erhoben von Menschen, Kinderflinten und Kindersäbel von dem siegreichen die einen Baare, den Schienenflicker, Steuerhinterzieher und Sozialismus verbogen oder zerbrochen worden sind, Staatsbetrüger als Musterbürger verehren, und ihre Achtung ihrerseits die Dreieinigkeit entgegengestellt: Religion, für das Sakrament der Ehe dadurch bekunden, daß sie einen Ordnung und Sitte". Standesgenossen boykottiren, der ein nichtstandesgemäßes " --- O Hören wir das Zeugniß eines Gegners. Vor wenigen Wochen, unmittelbar vor dem Sturz des Ministeriums Dupuy in Frank reich und kurz vor der Abdankung Cafimir Perier's, schrieb die Frankfurter Zeitung", also ein uns prinzipiell feind liches Organ der bürgerlich- kapitalistischen Gesellschaft über die Lage: Wenn man blos die Worte und Wörter betrachtet, Weib heirathet, ihn aber ehren, wenn er ein Weib aus dem Die Hauptkraft der Sozialisten liegt darin, daß sie sich so ist kaum eine wesentliche Verschiedenheit zu bemerken. Bolte zu seiner Dirne macht. Für Religion, Ordnung immer mehr zu der Partei der öffentlichen Ehrlich Denn die Religion will ja die Wahrheit sein, und und Sitte der tollste Tanz um das goldene Kalb. Für teit herauswachsen, während viele von den Politikern, die bisher die Drdnung erklärt sich selbst für Recht die Sitte Religion, Ordnung und Sitte- Bertheuerung des Brots die Hauptstüße der Regierungen ausmachten, immer tiefer in Sch muß und Schande versinken. Diese furchtbare Waffe aber ist beiden Wahlsprüchen und Schlachtrufen gemeinsam. der Armen, Bertheuerung aller Lebensmittel. Für Religion, der Ehrlichkeit gegen die Korruption wird von den Und doch welch himmelweite Verschiedenheit. Welch Ordnung und Sitte die Züchtung von Millionären, das Sozialisten mit bewundernswerthem tattischem Geschick himmelweite Verschiedenheit der Menschen und Ziele. Jagen nach Profit, das Girren und Schreien" nach Feuilleton. Skizzen aus dem [ Nachbruck verboten.] 5 V " unserm Tugendspiegel und Tugendrichter vorher Erlaubniß er langsam trank, seine Blicke verstohlen über die Vereinfordern, ob wir unser Geld im Kartenspiel oder im Pferde- sammelten schweifen ließ. südamerikanischen Hinterlande. mein Wort, daß wir alle hier an etwas anderes denken, spanische Idiom so reich ist, eine Menge von Dingen, ohne Ein Blatt südamerikanischer Geschichte. Wenn Ihr es hören wollt.. wo man die Trümpfe aus dem Aermel schüttelt, kann nur ein Dummtopf oder ein Schlaufopf Rarten spielen.. " rennen zu verspielen haben", hier hustete der Apotheker auf einmal Mit dem Weggange Godoy's schien ein Bann von der trampfhaft; seid vernünftig, Godoy... Ihr seid immer Gesellschaft genommen zu sein. Der spanische Zeitungszu sehr erregt. Ihr hättet für Eure beleidigenden Worte schreiber sprach lange und mit der Aufwendung einer Uneigentlich eine härtere Antwort verdient... ich gebe Euch zahl von Umschreibungen und Phrasen, an denen das als unsere junge Nation zu schädigen... glaubt mir's... daß man recht verstehen konnte, was er eigentlich sagen und setzt Euch zu uns her..." wollte. Wenn man glaubte, daß er in einem Augenblick Godoy erwiderte nach einer kurzen Ueberlegung und dem davongegangenen Godoy die größten Beleidigungen unter großer Stille der Anwesenden, selbst die Kartenspieler sagte, mußte man sich redlich darüber wundern, daß am hielten einen Augenblick ein mit dem Spiel: Ende der Satz dennoch trotz aller rhetorischer Hindernisse Ich nehme Euer Wort an, Gill ich bin zwar in eine Huldigung des unverfälschten Sinnes dieses naiven Damit wies er auf den Oberst, dem eben aus Unge- fein Repräsentant der Nation, auch kein Oberst oder General, Naturmenschen hinauslief; wie sie Godoy in seiner ganzen schick eine Trumpftarte aus seinem Aermel gefallen war. Ihr thatet wohl daran, mir das ins Gedächtniß zurück Köstlichkeit wie ein unbeschriebenes Papier repräsentire, das " Und ich glaube, Bantista, Jhr seid kein Dummkopf." zurufen; ich bin eben ein simpler Paraguayer, ein Privat- selbst nicht weiß, was der Zufall des Lebens auf ihm verDer Oberst, der sich beim Falschspiel betroffen sah, mann; aber ich liebe mein Vaterland über alles... hört zeichnen würde.. machte nicht viel Aufhebens davon. wohl, über alles. Wenn Ihr an Eurem Ehrenwort fehlen Im Grunde genommen verstanden die guten Paraguayer Neues Spiel, Kameraden, und paßt besser auf Gure solltet, Juan Bantista, dann will ich es Euch auf andere herzlich wenig davon, was man ihnen hier erzählte, .. Würde mich nicht beleidigen lassen, mein lieber Weise ins Gedachtniß rufen, als ich es heute gethan habe. Wollte sie, die sich meist in der monotonen Indianersprache Juan Bautista... war eine schwere Beleidigung von Gott, daß der Tag nie kommen dürfte," und tief aufathmend zu unterhalten pflegten, und denen bis heute unserm guten Nicanor... falsch spielen... ich glaube und ihm die Hand entgegenstreckend, sollte ich Euch das Spanisch ein aufgedrungenes, fremdes und nicht, daß Gill falsch spielt.. wirklich beleidigt haben, so bitte ich Euch um Verzeihung..schlecht gesprochenes Jdiom geblieben ist, fühlten sich aber und damit Gott befohlen, meine Herren." von dem Wortschwall mit seinen nicht geahnten Pointen, " Wartet Freund, ich begleite Euch," rief Gill, der einen die der Redner mit geschicktem Pathos zu betonen liebte kurzen Blick mit dem Apotheker gewechselt hatte, und er und mit angebrachten Gestitulationen begleitete, eingeschläfert verschwand mit einem kurzen Gruß nach der Apotheke hin. und erregt zugleich. Man klatschte und rief Bravo. " Ihr habt Euer Messer vergessen, Gill," rief ihm der Verfluchter Gallego", grunzte der Oberst Meza," vers Apotheker nach und indem er ihm rasch folgte, holte er ihn steht sein Geschäft.. weiß der Teufel, wieviel er dafür Euch, Mann," rief Gill unbedacht", ich weiß nicht, auf einen Augenblick in der Apotheke ein. bezahlt bekommt und wer ihn eigentlich bezahlen mag. wer von mir Rechnung zu verlangen hätte.. Ihr am" Wollt Euch nur noch etwas sagen," flüsterte er ihm der große Hallunke mehr bekommt er jedenfalls, als ich wenigsten. Ich begreife nicht, meine Freunde, wie wir uns, zu, wenn Rivarola fällt, beeilt Euch nicht allzusehr sein mit meinem Kartenspiel in einem ganzen Jahre verdiene." die meisten von uns find Repräsentanten der Nation oder Nachfolger zu werden." Diener des Staates in Waffen, von einem gewöhnlichen Damit ließ er ihn halbverdukt stehen und trat in die Privatmann beleidigen lassen sollen. Sollen wir etwa von Hinterstube zurück, wo er ein Glas Wein ergriff, und indem Rarten Aber ich glaub's und ich will es ihm ins Gesicht fagen", rief Godoy erregt aus, er spielt falsch, wenn auch nicht im Monto.. er hat zwei verschiedene Gesichter. Hütet Euch Gill.. wenn Ihr einen Fehler in Eurer Rechnung habt. dann kommt ein Tag, wo Ihr sie rund bezahlen müßt.." ... Sie sehen," redete unbeirrt der Spanier weiter, und werden es mit mir begreifen, der ich instinktiv mit den Aeußerungen jener elementaren Regungen eines unver Liebesgaben. Für Religion, Ordnung und Gitte die dieser Vorgang, wessen sich die Minoritäten erst zu versehen verflossenen Jahres, deren Werthlosigkeit der damalige Pflege der gemeinsten Ichsucht, der systematischen Aus- hätten, wenn die besonders von den Konservativen und Landwirthschaftsminister in seinem Schlußworte selbst beutung des Menschen durch den Menschen. Für Religion, Nationalliberalen betriebenen Abänderungen der Geschäfts- konstatiren mußte. Ordnung und Sitte die Kuebelung des arbeitenden ordnung in kraft treten würden. Wenn die Meldung eines Blattes, das mit den Agras Volkes, das sein gutes Recht will. Für Religion, Ordnung Für heute wurde der schofle Streich damit parirt, daß riern Fühlung hat, richtig sein sollte, so plant die Redie Gerechtigkeit, d. h. das gleiche Recht von fozialdemokratischer Seite der Antrag auf Bertagung gierung eine Verbesserung der bäuerlichen Kredit: für alle zertrümmert und damit die Grundlage aller gestellt und zugleich die Beschlußfähigkeit des Hauses anfrage. Staats- und Gesellschaftsordnung zerstört. Für Religion, gezweifelt wurde. Ordnung und Sitte- spekulirt, exploitirt, duellirt, massakrirt, spionirt, rebellirt, revolutionirt und Sitte Die Hauptschreier über den Nothstand der LandwirthDie Auszählung ergab die Anwesenheit von nur 166 schaft, die Fürsten, Grafen, Barone und die übrigen GroßMitgliedern. grundbesitzer haben aber ganz andere Ziele, als die Ver Das ist die Gesellschaft unserer Feinde. Bemerkt sei, daß der Antrag auf Uebergang zur Tages- besserung der bäuerlichen Kreditverhältnisse. Sie verlangen Wir urtheilen nach den Thaten, nicht nach den ordnung von dem Abgeordneten v. Frege gestellt war. Die direkte Staatshilfe für sich und verzichten auf NebensächlichWorten! preußischen Konservativen scheinen sich doch geschämt zu feiten, wie es z. B. der Beschluß des Kreisausschusses des Und die Menschen dieser Thaten und Worte sind haben, zu einem solchen Antrage ihren Namen herzugeben. Kreises Danziger Höhe ist, der den Kreiseingesessenen das verurtheilt. Wir Sozialisten sind die Partei der Ehrlichen. Wir der gestern abgebrochenen Polen- Debatte vom Abg. Rickert Arbeitskräfte zur Verfügung stellt, um so den Ausgleich Im Abgeordnetenhause wurde heute die Fortsetzung Kreisblatt zur unentgeltlichen Aufnahme von Gesuchen um wollen, was wir sagen; Reden und Handeln ist eins für eingeleitet. Gs betheiligten sich an ihr dann noch einige zwischen dem Arbeiterüberschuß in der Stadt und dem Arbeiteruns. Und daß das, was wir wollen, gut ist und konservative Redner und der Pole Motty, worauf man artige Mittelchen nichts fruchten. Die Arbeiter wissen wohl, daß mangel auf dem Lande zu fördern. Sie wissen zu gut, daß der= mangel auf dem Lande zu fördern. Sie wissen zu gut, daß derrecht, das bezeugen unsere Feinde selbst, in dem zum Etat der Gestüteverwaltung überging. Zur Errichtung sie vorgeben, dasselbe zu wollen wie eines neuen Zuchtgestüts bei Neustadt a. Dosse werden auf dem Lande zeitweise Arbeitermangel herrscht, fie suchen zum Etat der Gestüteverwaltung überging. Zur Errichtung wir. Dennt, hat ihr für Religion, Ordnung und Sitte" überhaupt einen Sinn und ist es nicht nieder erste Rate zur Errichtung eines zweiten Landgestüts in Ländlichen Arbeiter verabschetten, weil sie auf das Koalitionsnieder- 21000 m. verlangt und bewilligt, ebenso 180 000 m. als aber diese Arbeit nicht auf, weil sie die Rechtlosigkeit der trächtigste Heuchelei, so bedeutet es, in anderer Form das Westpreußen. Bei der folgenden Berathung über den recht nicht verzichten wollen, weil sie sich als Menschen beEtat der Domänenverwaltung wies der Landwirth handelt wissen und nicht mit Hungerlöhnen abgespeist Halten die Hohepriester des Mammon und Molochschafts- Minister v. Hammerstein Lorten auf die Vordienstes, die sich jetzt zum Kampf wider die Sozialdemo Hier Wandel zu schaffen, liegt den Agrariern ferne, übet au fchaffen liegt den theile der Domänengüter für die übrige Lant kratie und zum Umsturz der Wahrheit und der Sitte zusammen- wirthschaft hin.- Die Einnahmen aus den staatlichen deshalb leiden fie unter dem Mangel an Arbeitern. Was gethan haben, halten sie das deutsche Volt für so blöde, Heilquellen sollen vermindert werden, indem die Mineral fie allein die Preise bestimmen können, ist ferner die volle sie wollen, ist die chinesische Mauer um Deutschland, damit daß es den Widerspruch nicht merke zwischen ihrem Thun wässer billiger abgegeben werden sollen. und Reden? Halten sie das deutsche Volk für so blind, Mittwoch 11 Uhr. Auf der Tagesordnung der beliebig viel gleiche wie unser: Wahrheit, Recht und Sitte. = daß es auf ihrer Stirn das tödtliche Wort nicht lese? Die Wahrheit fiegt. Ehrlich währt am längsten. Oder, wie die entwickeltsten der politischen Thiere", die Engländer dies ausgedrückt haben: Honesty is the best policy Ehrlichkeit ist die beste Politit. Politische Iteberlicht. der Forstverwaltung. Die von werden wollen. Nächste Sigung Rechtlosmachi rbeiterklasse, damit sie Otto Görges. Arbeiter haben und das Arbeitsverhältniß lediglich nach ihren Wünschen einrichten können. Solche Zustände herbeiDas Material zur Umfturzvorlage. Uns geht die zuführen ist aber trok faiserlicher Gnade, tros agrarischer folgende Erklärung zu: Minister, troß Einberufung des Staatsrathes und Durch dem Herrn Geheimrath Seidenspinner ausdrückung der Umsturzvorlage unmöglich. Und deshalb wird gesprochene Behauptung, ich hätte in einer Versammlung in der Jammer über die Nothlage der Landwirthschaft bei den Stendal geäußert, die Broschüre O, welche Lust, Soldat zu sein" Agrariern nicht verstummen. müsse unter den aktiven Soldaten verbreitet werden, beruht auf durchaus falscher Information. Es kann sich hier nur um eine im Der Antrag Kanitz, dessen neue Formuliung wir den Monat Oftober 1893 in Stendal stattgefundene Parteikonferenz Lesern in der Nummer vom 29. Januar mittheilten, soll handeln, in der Genosse Reich Tangermünde empfahl, Berlin, den 5. Februar. den Agitationen der Kriegervereine auf dem Lande gegen die nun dem Reichstag in den nächsten Tagen zugehen. Der Aus dem Reichstage. Der heutige Schwerinstag Sozialdemokraten entgegen zu wirken durch Verbreitung von ge- Antrag soll von der ganzen tonservativen Frattion, dem nahm einen überraschenden Verlauf. Auf der Tagesordnung eigneten Schriften. Hier machte ich den Zwischenruf:" O welche größten Theil der Freikonservativen und vielen Abgeordneten standen die Anträge Bachnicke, Ancker und Auer. Lust Soldat zu sein." anderer Parteien unterschrieben sein. Bekanntlich handelt Sämmtliche drei Anträge verlangen, daß in die ReichsZur Kasernenagitation habe ich weder damals noch sonst es sich bei diesem agrarischen Raubzug darum, den Einverfassung ein Artikel aufgenommen werde, wonach in jedem bei einer Gelegenheit aufgefordert. Jede diesbezügliche Angabe, und Verkauf des ausländischen Getreides in Deutschland den Staat zu übernehmen und für den Bundesstaate eine aus Wahlen der Bevölkerung hervor gleichgiltig von wo sie stammt, ist freie Erfindung des An- auf Verkauf weit weit höhere höhere Preise festzusetzen, als fie gegangene Vertretung bestehen soll. Die Anträge unter- gebers. scheiden sich insofern, als der Antrag Pachnicke über die Art ,, Gerade die Tendenz ist die Hauptsache bei der der Marktlage entsprechen,- durch welche Maßregel der Wahl der Vertretung garnichts sagt, der Antrag Umsturzvorlage" sagte der Duellaut und Stellvertreter selbstverständlich auch die inländischen Großgrundbefizer in Ancker( frs. Vp.) verlangt, daß die Wahl auf grund des Umsturzkommissions- Vorsitzenden, Freiherr v. Stum m. der Lage sind, dieselben hohen Preise für ihr Getreide zu des geheimen, allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts Nämlich die Tendenz gegen die Sozialdem o erzielen. Zu diesem Antrag ist nun auch noch eine Bes stattfindet; während der Antrag Auer und Genossen lautet: tratie die Tendenz, daß das Gesetz, statt, wie der gründung erschienen, die nachweisen soll, daß der Antrag In jedem Bundesstaat und in Elsaß- Lothringen muß eine Köhlerglaube fordert, das gleiche zu sein für alle, aus nicht unvereinbar ist mit den von Deutschland abgeschlossenen auf grund des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahl schließlich auf Sozialdemokraten anzuwenden sei, aber Handelsverträgen; daß er feine sozialistische Tendenz" verrechts gewählte Vertretung bestehen. Das Recht zu wählen und nicht auf Duellanten, Hohepriester der freien folge; daß seine Durchführung die Brotpreise nicht erhöhe; gewählt zu werden, haben alle über 20 Jahre alten Reiche Liebe, Schienenflicker und sonstige Biedermänner, die und endlich, daß er sehr leicht praktisch durchführbar ist. angehörigen ohne Unterschied des Geschlechts in dem Bundes nicht nur zu verschonen, sondern an die Spize der An Sophisterei, Trugschlüssen, Verdrehung der Thatsachen staate, in dem sie ihren Wohnsitz haben." tapitalistischen Gesellschaft zu stellen sind. Freiherr v. Stumm ist in dieser Begründung das Menschenmöglichste geleistet. In der Diskussion erhielt zunächst der Abgeordnete ist so wenig von der Kultur beleckt, daß er offenbar die Wir kommen übrigens demnächst ausführlich auf die Sache Pachnicke das Wort zur Begründung seines Antrages. Der Redner gab eine sehr eingehende Schilderung der Bedeutung des Wortes Tendenz und Tendenzprozeß nicht zurück. sonst hätte er, trog seiner phänomenalen OffenVerhältnisse in Mecklenburg, des einzigen europäischen Landes neben Rußland und der Türkei, wo man das konstitutionelle herzigkeit ein solches Geständniß nicht gemacht. Regiment nicht kennt und noch in ganz vorsintfluthlicher Das umgefallene Zentrum. Schon wiederholt be Weise regiert. richteten wir, daß sich in den Kreisen der Zentrumswähler, Da von konservativer Seite der Wunsch geäußert wurde, speziell in Süddeutschland und am Rhein, eine lebhafte auf die Rede Pachnicke's sofort zu antworten, so traten die Mißstimmung über das jetzige Verhalten der ZentrumsAbgg. Bebel und E. Richter, welche zur Begründung ihrer Abgeordneten bemerkbar macht, die fast an Empörung von Hause bedürfe, wenn er sich den an seine Leistungen Partei- Anträge gemeldet waren, in der Rednerliste zurück, grenzt. Jetzt liegt eine nene derartige Kundgebung vor. um vorerst den konservativen Abg. v. Buchka sprechen Das Mainzer Journal", das Blatt des hessischen Zentrums, zu lassen. Dieses anständige Entgegenkommen lohnte nun die Rechte damit, daß sie während der Rede ihres Partei genossen den schriftlichen Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung über sämmtliche Anträge einbrachte. Damit sollte also der Freisinnigen Volkspartei und der Sozialdemokratie das Wort abgeschnitten werden; denselben Parteien, welche vorher freiwillig ihre Redner zurückstellen ließen, um einem fonservativen Wunsche zu willfahren. fennt schreibt: Was ist mehr werth: die ausschlaggebende Partei im Reichstage zu sein und zu bleiben, oder aber als unser Zentrum der Gegenstand größter Begeisterung, treuefter Hingebung und Liebe des gesammten katholischen Volkes zu bleiben? Wir sollten meinen, die Wahl ist nicht schwer! Wenn die Regierung auch infolge der Ablehnung der Umsturzvorlage den Reichstag auflöst, wenn auch das Zentrum bei Neuwahlen im unglücklichsten Falle die ausschlaggebende Stellung im Reichstag verlieren sollte, wahr haftig, das wäre kein großes Unglück! Das größte Unglück wäre für uns, wenn die Einigkeit aufs neue gestört, namentlich aber, wenn das Vertrauen des katholischen Volkes in seine Abgeordneten erschüttert würde! Da wir sehen, welche Erregung die vorläufige Abstimmung verursacht hat, halten wir uns verpflichtet, vor einer definitiven Abstimmung in gleicher Richtung aufs eindringlichste zu warnen!" " Die Verpflegung der Soldaten soll verbessert werden! Diese Wundermär dringt jetzt aus den Kreisen der Leitung unferes herrlichen Kriegsheeres" in das gemeine Volt herunter. Die Heeresverwaltung soll beabsichtigen, die Truppenverpflegung aufzubessern und hierfür im nächsten Etat die Mittel zu fordern. Die Behauptung, daß die dem Soldaten zugemessene Löhnung zu knapp sei und er des Zuschusses gestellten Anforderungen gemäß verpflegen wolle, hat man nicht widerlegen können. Vielmehr wird jetzt zugegeben, daß die gegen wärtige Verpflegung unserer Soldaten unzureichend ist. Je mehr der Kräfteverbrauch injolge der größeren törperlichen Anstrengungen steigt, desto fräftiger und reichlicher muß auch die dem Körper zuzuführende Ernährung sein, und nach dieser Richtung hin beabsichtigt die Militärverwaltung eine Aufbesserung der Säße für die Garnisonverpflegung, die erst beim Ausrüden der Truppen aus dem Standorte eine Erhöhung erfährt. Jetzt soll in der Garnison die Fleischportion um 30 Gramm, die Gemüseportion auf die Säge des Gemüsetheils der Manöververpflegung unter gleichzeitiger Fettzugabe von 40 Gramm und die Manöverkost durch eine Fettaugabe von 60 Gramm erhöht werden. werden; Also jetzt endlich ist man dahinter gekommen, daß die Be Eine solch' unanständige, direkten Trenbruch involvirende töftigung die Soldaten bisher durchaus unzureichend, war, während Handlung hat sich bis jetzt noch nie eine Partei in einem noch vor einigen Jahren das Soldatenleben als" Ferienkolonie" deutschen Parlamente zu schulden kommen lassen und zeigt bezeichnet wurde. Freilich ist die hier verfolgte Politik ja feineswegs unverständlich. Erst die Gelder für die neuen Ranonen, dorbenen und primitiven Naturvolks mitzufühlen und zu die neuen Gewehre, die neuen Kriegsschiffe, die Gelder für die Vergrößerung der Armee überhaupt. Die Kanonen, die Kriegsharmoniren verstehe, welch ein enormer Zwiespielt in dem Herzen jenes Bürgers entstehen muß; der zwar ein guter Bemerkenswerth ist auch folgender Satz desselben Blattes: schiffe 2c. find die Hauptsache, das Menschenmaterial ist die Bürger, aber nach seinen einfachen Erfahrungen den Forde Ein mitten in der katholischen Bewegung stehender Mann, Nebensache. Haben wir erst die Geldmittel für alles übrige, denkt die Heeresverwaltung, dann muß der Reichstag auch schon aus rungen der Neuzeit, deren gewaltige Pulsschläge unser bessen Treue zum Zentrum von niemandem bezweifelt wird, Menschlichkeit die Mittel für eine weniger miserable Berpflegung meinte: Wenn die Umsturzvorlage durch das Zentrum an- abgelegenes Binnenland anfangen zu erschüttern, nicht ge genommen wird, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als wir der Truppen bewilligen. Und in dieser Voraussetzung wird die wachsen ist; und dessen geistiger Horizont durch die gehen unsere eigenen Wege unter der alten Fahne Heeresverwaltung an allerwenigsten fehlgehen. Wer einmal Ufer der gewaltigen Ströme und die lange und glücklich fatholische Volkspartei". Wir billigen diese weitgehenden Be- gesagt hat, der muß auch sagen. Hat der Reichstag die Ver überwundene Tyrannei unserer Lopez und Francia ein fürchtungen nicht, allein sie sind ein sehr bemerkenswerthes, tiefgrößerung des Heeres bewilligt, dann müssen auch die Mittel für die Beköftigung der neuen Truppentheile bewilligt were! geengt und verdunkelt ist. Sie haben aber ein Beispiel ge- ernstes Zeichen der Stimmung in unserem Volte!" sehen im Verhalten unseres geschätzten Freundes Godoy. Bei solcher Stimmung im Lager der Zentrumswähler und werden an die Leistungsfähigkeit der Soldaten immer höhere Um so mehr werden Sie es mit mir beklagen müssen, oder wird allerdings wohl die Frage ziemlich dringend an die Anforderungen gestellt, dann muß auch die so wie so schon ungenügende Beköftigung verbessert werden. So folgt eins aus wenn Sie mir verzeihen, daß ich den Ausdruck falsch wählte, Bentrumsfraktion herantreten, ob es nicht doch noch seinen dem andern. Und das Volk bezahlt die Zeche.- Das sind die Sie werden es mit mir fühlen, daß auch unsere Regierung Kurs in Sachen der Umsturzes ändern will. Die leitenden Ronfequenzen des Militarismus.innerhalb dieses engen Horizontes lebt und leben will; daß Herren der Partei dürften schon eingesehen haben, daß sie Der hannoversche Provinziallandtag hat seine Berdiese erhabenen Personen, denen die Gewalt über eine nicht das Geschick haben, so mit ihren Parteigenossen im junge und viel versprechende Republik, wie sie Paraguay Lande umzuspringen, wie es der verstorbene Windthorst handlungen begonnen. ist, anvertraut wurde, sich einzuengen scheinen in das verstand, auch scheinen eben die Wähler, wie Zum braunschweigischen Kalimonopol aus Braun Bett der Alltäglichkeit; und daß sie nicht diesen aus ihren wiederholten mißfallensäußerungen hervor schweig wird telegraphirt: Ausschwung zu nehmen verstehen, der allein unserem geht, nicht mehr Lust zu haben, derartig mit sich um- Die Regierung hat dem Landtage eine Nachtragsforderung Vaterlande die gebührende Rolle in dem Konzerte der süd- springen zu lassen. Für die Zentrumsfraktion steht von 205 000 m. für Bohrungen auf Rali zugehen lassen. Hieramerikanischen Staaten sichern kann. Habe ich nicht recht, mehr auf dem Spiel, als der Verlust einiger Wahl- durch erhöht sich die aufzunehmende Anleihe auf 1.700 000 m. meine Herren, sollen wir angespannt bleiben vor dem Joch freise bei etwa stattfindenden Neuwahlen, es handelt sich Die Vorlage über die Verwerthung der gefundenen Kaliſchähe des Alltäglichen und Niederen! Soll es dahin kommen, bei der dauernd volksfeindlichen Haltung der wird voraussichtlich erst dem nächsten Landtage zugehen. Die daß unsere Veteranen, die ihr Blut für das Vaterland ver. Bentrumsfraktion um die Existenz der Partei! Anlage von staatlichen Werken gilt als wahrscheinlich. e Der Duellteufel ist unter die Professoren gossen, daß unsere tapferen Soldaten, unser braver General Bei dieser Sachlage wird von dem allzeit anpassungsfähigen Ferreira zum Beispiel und unser wackerer Oberst Meza, Zentrum vielleicht doch noch eine Schwenkung vollzogen. gefahren. Seit Professor Wagner so reservelieutenantig vielleicht ihr Brot in einer Beschäftigung zu suchen genöthigt Nicht aus Volksfreundlichkeit, aber aus Furcht vor dem war, die Forderung des christlichen Musterkapitalisten Stummi sein werden, die dem nobeln Charakter, den Sie besigen, Bolt. menigstens bedingt anzunehmen, sind die Kollegen des Herrn nicht mit einem Atome entspricht?" Der Staatsrath und die Nothlage der Land. Wagner rein rabiat geworden. Herr v. Kaufmann z. B. Der Oberst, von dieser plumpen Schmeichelei getigelt, wirthschaft. Der Landwirthschaftsminister ist, wie die hat Herrn Schmoller vor die Pistole" geladen; dieser hat schnitt eine vergnügte Grimaffe und sah einen Augenblick Berliner Neuesten Nachrichten" mittheilen, mit der Aus- aber gedankt, und meint sicherlich, jeder Esel könne ein Loch von seinem Kartenspiel auf zum Redner, was ſein Partner arbeitung einer Denkschrift beschäftigt, welche den Berathungen einen anderen Esel schießen; jedoch ein Buch zu schreiben, in die Luft oder was ein noch geringerer Schade sofort benutte, um seinem Kartenglück auf raschere und des Staatsraths über die landwirthschaftliche Nothlage zu einen anderen Esel schießen; jedoch ein Buch zu schreiben, sei etwas anderes. ficherere Weise aufzuhelfen, als es der gewöhnliche Gang grunde gelegt werden soll. des Spieles mit sich gebracht hätte. ( Fortsetzung folgt.) " in Wir sind überzeugt, daß diese Berathungen keinen Das Grubenunglück von Montcean les Mines größeren Nuzen haben werden, als die Agrar- Enquete des vor der Deputirtenkammer. Ueber die legte Sigung der werden als sich auf einige vierzig, diejenige der Verwundeten beträgt sieben. sich in vollem Aufstande. Die Rettungsarbeiten dauern fort. Bei der Feststellung der Identität der Leichen spielten sich herzzerreißende Szenen ab. In Montceau les Mines befanden sich im Eugénie- Schacht 52 Arbeiter, zwei von denselben wurden lebend gerettet. Die übrigen scheinen verloren zu sein. Der Einsturz verzögert die Rettungsarbeiten. Sieben Arbeiter find vollständig verkohlt. Mehrere tausend Personen umstehen den Schacht. Auch Genoffe Berton hat infolge der Amnestie das Gefängniß verlassen. Ueber seine Rückkehr nach Paris wird telegraphirt: werde.. französischen Abgeordnetenkammer wird aus Paris tele- seinen Dffiziösen mit denselben Worten erklärt. Würde vielen Monaten sigt er in Untersuchungshaft, feine einzige graphirt: man so leichtfertig sein, den bulgarischen Offiziösen Glauben Sorge ist zu wissen, wie es Frau und Kindern geht, sein einziger Dejeante( Sozialist) beantragte eine Kommission zu ernennen, zu schenken, so müßte man annehmen, daß die jeweilige Regie- Kummer, daß sie hungern müssen, weil der Ernährer fehlt.( Bei Ter Minister der öffentlichen Arbeiten erklärte, er würde bei der Beeinflussung enthält und blos die bösen Oppositionellen Mit Bolitik hat er sich nie beschäftigt. Sein einziges Verbrechenfist, welche die Katastrophe in Montceau les Mines untersuchen soll. rung bei den Wahlen die vollste Freiheit gewährt, sich jeder diesen Worten bricht Westkamp in Thränen aus und schluchat laut.) Sieht so ein finsterer und gefährlicher anarchistischer Verschwörer aus. Kammer beantragen, eine Gesegesvorlage zu genehmigen, durch die Nuhe stören. In Wahrheit ist das Gegentheil der daß er Müller in Schlafstelle genommen hat. Nur gutes hat er welche die Berggefeßgebung abgeändert wird. Ministerpräsident Ribot erklärte, er würde den Gesezentwurf über die Verantwort Fall. diesem Menschen erwiesen, der ihn zum Lohn dafür der schlimmsten lichkeit bei Unfällen beschleunigen. Dejeante zog hierauf seinen Marokko ist ein Land mit ungeordneten Verhältnissen, das Verbrechen zeiht. Müller ging bei Westkamp ein und aus, die Antrag zurück, womit der Zwischenfall erledigt war. nie zur vollständigen Ruhe kommt. Auch jetzt dringen wieder ganze Familie vertraute ihm. Ist es da nicht sehr wohl möglich, daß Müller unbemerkt Gelegenheit fand, das Versteck unter dem Von der Unglücksstätte liegen folgende Meldungen vor: Nachrichten über einen Aufstand aus diesen Gegenden zu uns. anzulegen und dort die Zündkapseln zu Im Laufe des Tages wurden noch einige Leichname aus Aus Maquinez in Marokko wird nämlich gemeldet, daß die Thürschloß den Gruben von Sainte- Eugénie zu Tage gefördert. Alle die dortige Lage eine sehr ernste sei. Der Sultan hat den Gouver- verbergen? Was für ein lügnerischer Geselle Müller dafür haben wir hier ja hundertfach Proben jenigen Arbeiter, welche ich Die Zahl der Serübteten herätt men verhaften falien; man bef Dret, Nachbarstamme befinden erhalten. Broich ist ebenso verlogen. Bald hat er dies, bald noch in den befinden, neur befürchtet, daß Aufstand große ist, das behauptet, und nie wissen wir, wann er der Wahrheit die Diese Situation in Marokko läßt vermuthen, daß der diplo- Ehre gegeben hat. Warum soll seine erste Aussage vor dem matische Konflikt zwischen Spanien und Marokko ohne Folgen Chevron führte, falsch sein, als er sagte, Bossem, Wilke und Gendarmen, der ihn an den Ort des Dynamitdiebstahles in bleiben wird. Ueber denselben wird aus Madrid gemeldet: Ein ministerielles Blatt berichtet, der marokkanische Gesandte Westkamp seien nicht mit dabei gewesen? habe die Erklärung abgegeben, er könne die Verhandlungen mit meisters ist meinem Klienten nicht nachgewiesen. Eine ganz vage Auch die Betheiligung am Attentat im Hause des Bürgerder spanischen Regierung nicht eher beginnen, als bis er vom Vermuthung ist es, daß die Bigarrentiste, in der sich das meisters ist meinem Klienten nicht nachgewiesen. Eine ganz vage Sultan auf seine Berichte Antwort erhalten habe. Er, der Gefandte, wolle dem General Fuentes verzeihen; da aber der Sultan Dynamit befand, von Westkamp geliefert sei, und daß die Eisenstücke der Bombe von einem alten eisernen Ofen, den Westkamp beleidigt sei, so müsse er erst abwarten, was dieser beſtimmen besaß, herrührten. Müller hat das alles zusammengelogen. Nun belasten meinen Klienten auch noch die an= Neber die letzten Kriegsthaten auf dem chinesischen geblichen Geständnisse Jagoltowsty's in St. Kriegeschauplage liegen die folgenden Drahtmeldungen vor: Petersburg. Ich will auf den Werth dieser Verhöre Hiroshima, 4. Februar. Nach den letzten Nachrichten hier nicht näher eingehen, aber ich meine, wenn der Russe aus Weihaiwei begannen die Japaner am 2. d. M. abends wieder ein agent provocateur ist, so hat er ein großes den Angriff auf die auf der Insel Liu- Kung- tau, gegenüber von Intereffe daran, möglichst viel Leute zu ver Weihaiwei gelegenen Forts. Bis zum 3. d. M. mittags hatten dächtigen und anarchistischer Thaten zu be die Forts noch Widerstand geleistet. zichtigen. Ist er aber wirklich ein Anarchist, so muß ihm Yokohama, 4. Februar. Nach den amtlichen Marine- daran liegen, die Verantwortlichkeit möglichst von sich ab und berichten über die Kämpfe bei Weihaiwei wurden am 30. Januar auf andere zu wälzen. Westkamp hat ein Geficht, das man so drei chinesische Forts bei Baichiyaso genommen. Die japanische leicht nicht wieder vergißt. Wenn er wirklich, wie der Herr Flotte befehte unmittelbar darauf Chiaopetfoi und beschoß Staatsanwalt behauptet hat, in Maastricht gewesen ist und dort die Yattavinsel und die feindlichen Schiffe. Die Chinesen er Ginkäufe von Material für die Herstellung von Bomben gemacht widerten das Feuer der japanischen Schiffe. Das schlechte Wetter hat, so ist es doch sehr merkwürdig, daß sich von den Maastricher und die intensive Kälte hindern seit dem 31. Januar die Ope- Beugen nicht einer darauf besinnt, ihn dort gesehen zu haben. rationen zur See; infolge der Schneeſtürme ist die Küste un In Maastricht ist die Bombe, die später im Hause des Dr. Renson sichtbar. Mit Ausnahme des ersten fliegenden Geschwaders haben platte, verfertigt worden. Das hat die Beweisaufnahme sehr wahr sich fämmtliche japanische Schiffe in den Yungtscheng- Golf zurück- fcheinlich gemacht. Aber wann und durch wen sie nach Lüttich geschafft gezogen, wo sie günstigere Witterung abwarten. Die auswärtigen worden ist, hat sich nicht ermitteln lassen. Die Behauptung Müller's, Kriegsschiffe beobachten die japanischen Bewegungen. daß sie zunächst in Westkamp's Wohnung geschafft worden ist, verdient keinen Glauben. Die Dynamitarden waren ausschließlich Müller und Jagoltowsty. Das hat Müller auch ursprünglich eingestanden, später erst hat er Westkamp belastet. Nun will der Zeuge Dawans meinen Klienten unmittelbar nach dem Attentat in der Rue de la Bair festgehalten haben, und es liegt mir fern, seinen guten Glauben zu bezweifeln. Aber wie kommt es, daß der zweite Zeuge, Herr Salbart, der die Siftirung mit vorgenommen hat, den Angeklagten Westkamp nicht wiedererkannt hat? Und weiter? den sie festhielten, an dem Attentat unbetheiligt sei. Auch an Hatten nicht beide Beugen damals den Eindruck, daß der Mann, der Verbreitung der Manifeste hat sich Westkamp nicht betheiligt, die Behauptung Müller's ift tein Beweis. Geben Sie, meine Herren Geschworenen, so schließt der Bertheidiger, meinen Klienten seiner Familie zurück. Der vom Assisenhof der Seine verurtheilte Sozialist Berton ist infolge der Amnestie aus dem Gefängniß entlassen worden und gestern hier eingetroffen, wo er von sozialistischen Abgeordneten und mehreren Mitgliedern des Sozialistenblattes République Française" auf dem Nordbahnhof begrüßt wurde. Eine große Boltsmenge begleitete den Wagen bis zur Redaktion des genannten Blattes, wo dem Freigelassenen ein Ehrentrunk fredenzt wurde. Ein sozialistischer Erfolg in Belgien. Die Enthüllungen des Abgeordneten Anseele über die Benachtheiligung der Arbeiter von seite der Unternehmer durch Ueber vortheilung beim Abwägen und Abmessen der Waare hat, wie die die Frankf. 3tg." meldet, die Wirkung erzielt, daß der Justizminister gestern der Kammer einen Gesetzentwurf einbrachte, der bestimmt ist, diese Benachtheiligung strafrechtlich zu verfolgen und die Arbeiter in den Stand zu setzen, sich dagegen zu wehren. Der Entwurf wurde für dringlich erklärt und an einen besonderen Ausschuß verwiesen. Demit hat der Minister, und mit ihm die Regierungspartei, am schlagendsten die Vorwürfe widerlegt, die sie dem Abg. Anseele wegen seines Auftretens gemacht hatten. Die Angaben Auseele's entsprechen eben der Wahrheit, und darauf allein kommt es an. Die Vereinigten Staaten von Australien. Der Gedanke eines Staatenbundes der australischen Kolonien, der als erster Schritt zur vollständigen Unabhängigkeit und gänzlichen Lossagung von England zu betrachten ist, geht mit Riesenschritten seiner Verwirklichung entgegen. Ende In der Thronrede, mit welcher heute das eng- Januar berathschlagten die australischen Premierminister über Tische Parlament eröffnet worden ist, heißt es, die die Gründung eines australischen Bundes. Sie einigten sich Beziehungen zu den fremden Mächten seien freundschaftliche auf das folgende Programm: und befriedigende geblieben. Nach langen Verhandlungen australischen Bolitit. 2. Gine aus zehn Bertretern jeder Stolonie 1. Die Föderation ist die große und dringende Frage der sei zwischen der britischen Regierung und der französischen bestehende Konvention werde sofort von den Wählern direkt geRepublik ein Abkommen zu stande gekommen, betr. die Grenz- wählt. Diese habe die Aufgabe, eine Bundesverfassung zu entregulirung zwischen Sierra Leone und den benachbarten werfen. 3. Die so entworfene Verfassung werde den Wählern zur französischen Besitzungen. In der Rede heißt es dann weiter, die Annahme oder Verwerfung mittels direkter Abstimmung unter Rönigin bedauere die Fortdauer des chinesisch- japanischen breitet. 4. Wenn diese Verfassung von drei oder mehr Kolonien Krieges; mit den Mächten, welche in jenen Gegenden Intereffen angenommen wird, soll sie der Königin vorgelegt werden mittels hätten, sei ein enges, herzliches Einvernehmen aufrecht er einer Adresse der Parlamente der Kolonien, in der diese um ge halten worden und es werde teine Gelegenheit versäumt ebliche Anerkennung bitten. 5. Gine Bill werde dem Parlament jeder einzelnen Kolonie vorgelegt, um den vorstehenden Bewerden, die friedliche Beilegung des Streites zu fördern. schlüssen Wirkung zu verleihen. Jufolge der Berichte über die Ausschreitungen regulärer oder irregulärer türkischer Truppen gegen Armenier in einem Distrikte Kleinasiens habe die Königin es für angemessen gehalten, in Gemeinschaft mit den Mächten bei der Pforte Vorstellungen zu machen. Der Sultan habe die Absicht kundgegeben, die Schuldigen streng zu bes In der heutigen Sigung erhielt zunächst der Vertheidiger strafen, und eine Untersuchungs Kommission entsandt, des Angeklagten Müller, Rechtsanwalt Verdin, das Wort. welche Delegirte der Mächte, die Konsuln in Erzerum Der Russe, so führt er aus, hat den s ch wa chen Menschen hätten, begleiten würden. Die von der Thronrede angefün- fich willfährig zu machen verstanden, er hat ihn digten Vorlagen betreffen die Beseitigung von Mängeln in dem Gesetze über die Beziehungen zwischen Grundbesigern und Pächtern in Irland, ferner die Verbesserung der Lage der ausgewiesenen Bächter, welche noch eine Gefahr für die soziale Ordnung bildeten, die Entstaatlichung der Kirche in Wales, die lokale Volkskontrolle über die Schankwirthschaften, die Abschaffung des Systems der mehrfachen Stimmen bei den Wahlen sowie endlich die Errichtung von Versöhnungsämtern für Arbeitsstreitigkeiten. Von den dringlichen sozialen Reformen und von der Oberhausfrage findet sich charakteristischerweise in der Thronrede tein Wort. Crispi fürchtet den Durchfall bei den nächst en Wahlen. Er hat sich deshalb in einer ganzen Reihe von Wahlkreisen als Randidat aufstellen lassen, so z. B. in Neapel, Sizilien, Rom. = Lütticher Anarchisten- Prozeß. ( Original Bericht.) Lüttich, 4. Februar. Die Mittagspause tritt ein. In der Nachmittagssigung nimmt der Vertheidiger des Angeklagten Vossem, Rechtsanwalt Multay, für seinen klienten das Wort: Die Antlage wirst Vossem Betheiligung am Attentat am Theater und beim Bürgermeister Leo Gerard vor. vor. Außerdem soll er am Chevronner Dynamitdiebstahl theilgenommen und Mitglied der anarchistischen Verschwörung gewesen sein. Seine Betheiligung am ersten Attentat wird daraus geschlossen, daß die Nägel, die sich in der Bombe befunden haben, den Nägeln gleichen, die in der Kohlengrube La Haye, wo er in Arbeit stand, verwendet werden. Aber solche Nägel werden nicht ausschließlich in dieser Grube, sondern in allen Bergwerken benutzt. Andererseits wird Vossem durch Müller belastet. Was von den Aussagen dieses Menschen zu halten ist, haben meine Kollegen bereits genügend largelegt. Kein Wort ist diesem Burschen zu glauben. Was die Betheiligung an dem zweiten Attentat begetauft. Sinter allen seinen Thaten vom Dynamitdiebstahl trifft, so liegt hier nur die Denunziation Müller's gegen meinen in Chevron bis zum Attentat bei Dr. Renson steht der Russe. Klienten vor. Darüber brauche ich kein Wort weiter zu ver Bu gunsten des Angeklagten spricht seine entschiedene Weigerung, lieren. Nun sagt der Herr Staatsanwalt: Ja, Vossem ist aber die Bombe in der St. Pauls Kathedrale niederzulegen, wo so nicht im ftande uns anzugeben, wo er sich im Augenblick dieses viele unschuldige Frauen und Kinder getötet worden wären. Ein Attentats befunden hat. Ja, wer von uns ist im stande, wenn richtiger Anarchist würde sich nicht geweigert haben. Müller han- Monate darüber verstrichen sind, noch bestimmt zu sagen, das delte, ohne recht zu wissen, was er that. Das Geld des Russen ver- und das habe ich an diesem und jenem Tage gemacht. Zum lockte ihn. Er hatte nicht die Absicht, durch seine Attentate einen Glück für Bossem hat sich ein Beuge gefunden, der sich erinnert, Menschen zu tödten oder zu verlegen. Mildernde Umstände zur fraglichen Zeit mit dem Angeklagten zusammen gewesen zu werden dem Angeklagten, dessen unumwundenes Geständniß die sein. Zwischen der eidlichen Aussage dieses ehrenwerthen Mannes und den Worten Müller's haben Sie, meine Herren Geschworenen, Vertheidigung sehr vereinfacht, nicht versagt werden können. Rechtsanwalt Schuermanns( für Bach): Die außer zu wählen: ich bin nicht zweifelhaft, wie Ihre Entscheidung ausordentlich geschickt aufgebaute Anklagerede des Herrn Staats- fallen wird. Müller ist es auch, der Vossem der Theilnahme am anwalts Delwaide krankt an dem großen Uebel, daß sie sozu Attentate an der St. Jaqueskirche zeiht. Ich glaube da blos fagen auf Morast, auf den Aussagen eines so durch und durch hervorheben zu brauchen, daß irgend ein Beweis hierfür nicht verlogenen Menschen ruht, wie es der Angeklagte Müller ist. vorliegt. Nun zum Chevronner Dynamitdiebstahl. Hier stützt sich Gegen meinen Klienten Bach ist nicht das geringste nach die Anklage auf die Thatsache, daß Vossem in Chevron gearbeitet gewiesen. Wo die Thatsachen fehlen, vermag die geschickteste hat und auf die Angaben Müller's und Broich's. Leider stimmen diese Deduktion nichts auszurichten. So trant ist unsere Gesellschaft Angaben unter einander nicht überein. Vossen soll in Chevron nicht, wie sie der Herr Staatsanivalt geschildert hat! Wenn wir gearbeitet haben und doch soll er es nicht gewesen sein, der die Zum Panaminoskandal wird aus Rom gemeldet: nicht Billets gekauft und die Unternehmung geleitet hat. Wenn er Der General Staatsanwalt hat gestern bei der Kanzlei der den Anarchismus bekämpfen wollen, dürfen wir Anklagekammer die Prozeßakten wegen der Unterschlagung von damit beginnen, Anarchie im Recht zu treiben, das Recht in mit dabei gewesen wäre, hätte sich die Gesellschaft wirklich nicht Dokumenten der Banca Romana eingereicht. Den Zeitungen zu- Anarchie verfallen zu lassen. Die Beweisaufnahme hat nicht den verlaufen, sondern wäre direft vom Bahnhof zum Dynamit folge bewiesen diese Schriftstücke, daß Giolitti zur Zeit der geringsten Anhaltpunkt dafür ergeben, daß sich Bach an dem magazin gegangen. Broich möchte den Hals um jeden Preis Wahlen bei der Banca Romana 60 000 Lire geliehen habe; er Attentate an der St. Jaques kirche betheiligt hat. Jagolkowsky aus der Schlinge ziehen. Darum beschuldigt er andere. Wann habe dieselben zwar zurückgezahlt, aber nicht gestattet, daß sie in batte Bach gebeten, eine Botschaft an Müller zu bestellen. Bach ist der Nachweis geführt worden, daß Vossem überhaupt Anden Rechnungen der Bank figurirten. Außerdem ergäbe fich aus that es, aber wo liegt auch nur die Spur eines Beweises dafür archist ist? Vossem, der hilfsbereite Kamerad, der fleißige Ar den Akten, daß der General Staatsanwalt am 14. November 1894 vor, daß er auch wußte, daß sich Müller zur Kirche begeben und beiter, der Spargroschen zurückgelegt hat, der die Ehrlichkeit werde. Die Reise Bachs nach selber ist, das soll ein Anarchist sein? Wenn wir lauter solche dem Justizminister einen Antrag auf Verfolgung Giolitti's ein- das Attentat verüben genügend motivirt. Er fand Anarchisten vor uns hätten, hätten wir nicht vier Wochen hier gereicht habe zur Vorlage an die Kammer. Infolge des Schlusses Maastricht ist durchaus mehr und fuchte sie dort. verhandeln brauchen. Die Untersuchungshaft hat seine GesundSes Parlaments habe der Justizminister der Kammer den Antrag in Lüttich feine Arbeit er den Russen, ihn hungerte und nicht vorgelegt, sei aber der Ansicht gewesen, daß gegen die Bufällig traf um heit erschüttert, das Gefängniß wäre sein Tod. Sprechen Sie übrigen Angeschuldigten vorgegangen werden solle. Letztere ein Stück Brot zu verdienen, ließ er sich von dem teuflischen ihn frei, meine Herren Geschworenen! Rechtsanwalt Thonet( für Wilfe): Mein Klient darf nicht würden nach den Meldungen der Blätter durch ihre Vertheidiger Menschen, der die Lage, in der sich Bach befand, auszunuzen bei der Anklagekammer Bertagung bis nach dem Verhöre Giolitti's wußte, dazu verleiten, gegen Bezahlung ein Packet von Maastrich mit Menschen wie Müller und Broich in einen Topf geworfen nach Lüttich zu schaffen. In dem Packet befanden sich die werden. Alle Zeugen schildern ihn als fleißigen, nüchternen, beantragen. anarchistischen Manifeste. Aber der Beweis mangelt, daß Bach rechtschaffenen Menschen, deffen einziges Vergnügen das Lesen ist, Die Lösung der norwegischen Ministerkrisis stößt diesen Inhalt kannte. An der Verbreitung der Flugblätter hat als ausgezeichneten Familienvater, der seine Kinder musterhaft auf große Schwierigkeiten. Die Majorität des Parlaments er nicht theilgenommen. Zudem ist es noch eine offene Frage, erzieht. Wilte wird nicht der Theilnahme an irgend einem ist auf die Trennung des diplomatischen Dienstes Schwedens ob nach unseren Gefeßen die Verbreiter überhaupt bestraft Attentate beschuldigt, er soll bei dem Dynamitdiebstahl mitund Norwegens verpflichtet und will blos ein diese For- werden können. Die Manifeste sind im Auslande, in Holland geholfen haben und daraus wird weiter seine Mitgliedschaft an derung durchsetzendes Ministerium unterstützen. Der König, gedruckt, ihr Verfasser ist flüchtig und die Verbreiter Müller und der anarchistischen Verschwörung geschlossen. Wilte ist alles weniger der die Interessen Schwedens stets mehr wahrte als die der Westkamp müssen straflos bleiben. Um wie viel mehr Bach, der als Anarchist. Er sagt, daß er seit zwanzig Jahren in der nur die Rolle eines Dienstmannes gespielt hat. Die modernen Arbeiterbewegung stehe, und daß Sozialdemokratie und freiheitsliebenden, zur Republik neigenden Norweger, weigert Anklage geheime Verbindung ist ganz haltlos. Anarchismus fich wie Fever und Wasser scheide. Das müssen sich, ein Ministerium zu bilden, das den Wünschen des Bach hat an den Thaten dieser Verbindung, wenn sie Sie ihm glauben, für das Gegentheil ist nicht der Schatten Volkes entspricht. Die Entwickelung der Krise wird mit überhaupt bestand, nicht theilgenommen. Der Herr Staats- eines Beweises erbracht worden. Müller ist es wieder, anwalt fühlte wohl, auf wie Interesse verfolgt. Füßen auf wie schwachen fein der gemeinschaftlich mit dem Lügner Broich auch diesen AnMaterial gegen Bach steht, und deshalb zog er Dinge in seine geflagten beschuldigt, am Dynamitdiebstahl theilgenommen zu Die Wahlexzesse in Bugarien. Aus Sophia wird Rede mit hinein, die gar nicht zu dieser Sache gehören und haben. Wilke hat dies mit größter Entschiedenheit bestritten. telegraphirt: schilderte meinen Klienten als den geschichtesten und gefährlichsten Müller hat aus der Untersuchungshaft einen Brief an Wilke geUeber die in Tirne und Belaslatina gelegentlich der internationalen Anarchisten, den man sich nur denten kann. richtet, in dem es heißt: Lange werde ich hier nicht allein fitzen, Wahlen vorgekommer Ruhestörungen verbreitet die Agence Selbst wenn die bürgerliche Gesellschaft so bedroht ist, wie der ich müßte denn gerade anderen Sinnes werden." Was soll das Balcanique" folgen. Darstellung: Die gegen den Regierungs- Staatsanwalt behauptet hat, muß doch Gerechtigkeit bestehen bedeuten? Es soll bedeuten: Ich will meine Gefährten kandidaten vereinigten Anhänger Stambulow's und Bankow's bleiben. Nur die Schuldigen, nicht aber die Unschult igen, dürfen denunziren aber Wilfe gehört nicht dazu. Erst später hat sich versuchten, als sie sich bei der Wahl in der Minorität fahen, die bestraft werden. Ich habe das Vertrauen zu den Herren Ge- dann Müller besonnen und Wilke hineingezogen. Zum Glück hat Wabllokale zu stürmen, wurden aber durch die Polizei daran schworenen, daß fie meinen Klienten freisprechen werden. Wilke durch acht einwandsfreie Zeugen nachgewiesen, daß er sich verhindert. Verlegungen von Personen sind dabei nicht vor- Rechtsanwalt Combaire: Mein Klient, der Angeklagte am fraglichen 1. April wie jeden Sonntag bei einem Freunde gekommen. Arbeiter und musterhafter Familienvater geschildert worden, das hat einer in Wilke einen Theilnehmer Als Herr Stambulow noch allmächtiger Herr in Bul- stamp ist von allen Zeugen übereinstimmend als fleißiger befunden und Karten gespielt habe. Bon ben Chevronner Zeugen garien war, wurden die Unruhen bei den Wahlen von spricht schon gegen seine Theilnahme an einer Verschwörung. Seit der Expedition wieder erkannt. Seine Nichtbethel.igung ist magnis s 4 nicht an Parteinachrichten. " v. Buo!( 3.) kündigt einen Eventualantrag an, wonach im Gegensatz zu Roeren die Betheiligung eines aus der Sigung Verwiesenen an einer Abstimmung nur auf Antrag von 15 Mit gliedern erfolgen dürfe. Träger( fr. Vp.) lehnt den Antrag Roeren wegen der möglichen Konsequenzen ab und will unter feinen Umständen in die Ausschließung eines Mitgliedes willigen; zudem sei die Durchführung ohne Störung der Geschäfte des Reichstags nicht möglich. Allenfalls tönnte man neben dem Ordnungsruf einen Verweis des Präsidenten. zulassen. nachgewiesen und damit fällt auch die Anllage wegen) Der Antragsteller begründet den Antrag mit dem Hinweis| Lesung, und da der Präsident bei materiellen Beschlüssen keine Theilnahme an einer geheimen Verbindung in sich zu- darauf, daß die Kommission dem ihr vom Hause ertheilten Auf- Herabfehung wolle, so würde durch die Annahme seines Antrages fammen. Sie haben, meine Herren Geschworenen, die Wahl trag nachkommen solle und daß es sich in der That empfehle, dem von ihm beklagten Uebelstand nicht abgeholfen. zwischen der Denunziation zweier Verbrecher und den Aussagen dem Mangel der Geschäftsordnung abzuhelfen. Gröbliche Ver Die Abgg. Roeren und v. Buol sprechen sich ebenfalls gegen von acht Ehrenmännern. Wollten Sie diesen nicht glauben, so legung der Ordnung, sowie etwaige Beschimpfungen eines den Vorschlag des Präsidenten aus. Bei der Abstimmung wird würden Sie damit sagen: Müller und Broich haben nie in Kollegen müssen strenger als es durch einfachen Ordnungsruf ge- auch dieser Antrag mit 7 gegen 7 Stimmen abgelehnt. ihrem Leben gelogen und find wahre Prachtexemplare der schehen könne geahndet werden. Dagegen dürfe tein Mit( Konservative und Nationalliberale dafür, Zentrum, Pole, FreiGattung Mensch. Das werden Sie aber wohl nicht thun wollen. glied an der Theilnahme an Abstimmungen verhindert werden. finn und Sozialdemokraten dagegen.) 3 bleibt nun noch der Rechtsanwalt Lime, der Vertheidiger Broich's, plädirt auch Weiter, als sein Antrag besage, könne das Zentrum nicht gehen. Die der Vorschlag, die bei namentlichen Abstimmungen und Namensfür Verbist. Er macht für seinen Klienten, der am Attentat an von ihm gebotene Verstärkung der Disziplinargewalt halte er für aus aufruf unbeurlaubt und unentschuldigt fehlenden Abgeordneten der St. Jacqueskirche betheiligt gewesen sein soll, das Alibi reichend und damit etwas in der durch die vom Hause be in der nächsten Sigung öffentlich zu verlesen. Der Präsident geltend, das in jeder Hinsicht durchgeführt sei. Wie unwahr- schlossenen Richtung zu stande täme, möge man seinen Antrag befürwortet den Antrag. Nach kurzer Diskussion wird derselbe scheinlich flinge die Behauptung Müller's, daß ihm fünf Männer einstimmig annehmen und den Präsidenten dadurch zufrieden ebenfalls mit 7 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Damit zu diesem Attentat das Geleit gegeben hätten. Ist ein solcher stellen. ist die Kommissionsberathung beendet. Aufzug am Plage, wenn ein Attentat begangen werden soll? Der Präsident hält den in voriger Sizung abgelehnten Es wird mündlicher Bericht beschlossen und zum Referenten Auch sagt er, die Angell. Berg, Verbist und Jooris batten ihn Antrag Pieschel für das Minimum, was er verlangen müsse. der Abg. Träger bestimmt. nicht gekannt. Ja, wie konnte da überhaupt ein Rendezvous Gegen den Antrag Roeren hat er Bedenken, wenn er auch mit verabredet werden? einigen Bestimmungen desselben einverstanden sei. Namentlich Inzwischen ist es 6 Uhr geworden und die Sigung wird müffe die Bestimmung, daß während während der Abwesenheit Ju der Budgetkommission des Reichstages wurden noch auf morgen vertagt. des Ausgewiesenen keine Abstimmungen stattfinden dürfen, zwei Vorbehalte beim Ordinarium des Militär. aus dem Antrage entfernt werden. Die verfassungsmäßigen etats erledigt. Die Entlastung des Einkommens der tomBedenken gegen zeitweiligen Ausschluß theile er nicht. Der Präsi- mandirenden Generale von den Bureaukosten wurde dent schließt seine Ausführungen mit der Hoffnung, daß seine in einem gegen den Entwurf abgeminderten Betrage an Wünsche in bezug auf die Verstärkung der Disziplinargewalt er- genommen. Gegenwärtig haben die kommandirenden Generale Parteiliteratur. Bekanntlich hat der Kölner Partei füllt werden, da er ohne diese nicht auskommen fann. alle Bureaukosten bei den Generalfommandos zu tragen. Nach tag den Beschluß gefaßt, für die Einführung des allgemeinen dem Etatsentwurs sollten sie fünftig nur je 300 m. aus ihrem Stimmrechts( auch in den Einzelstaaten) zu allen politischen VerEinkommen bestreiten; die Budgetkommission hat diesen Betrag tretungskörpern eine Agitation einzuleiten und zu dem Zwecke auf 750 M. erhöht. Auch hierbei erhalten die tommandirenden Generale noch eine Aufbesserung ihrer Bezüge, da sie jetzt durcheine entsprechende Schrift herauszugeben. Diese Schrift ist vom schnittlich etwa 1300 M. Bureautosten aus ihrem Einkommen Genossen Bebel verfaßt worden und gelangt noch diese ( 30 000 M.) zu befireiten haben. In bezug auf die TuchWoche, am Freitag, zur Ausgabe. Dieselbe führt den lieferungen wurde die früher beschlossene Resolution in folgender abgeänderter Fassung angenommen:" Die MilitärTitel: Die Sozialdemokratie und das allgemeine verwaltung wolle die Vergebung der Tuche zentralisiren, Stimmrecht." Mit besonderer Berücksichtigung auch einen größeren Kreis von Submittenten zulassen." des Frauenstimmrechts und des Proportional- Singer: Es scheine, als ob man gesonnen sei, um jeden Bei dem Etat des Reichsamts des Innern gaben wiederum die Beamtenverhältnisse, welche durch die Einführung Wahlsystem 3." Dieselbe ist 56 Seiten Großoktav start Preis irgend etwas zu stande zu bringen, um den gegen und der Preis auf 20 Pf. festgesetzt. Die Broschüre erhält wärtigen Präsidenten zufrieden zu stellen. Geschäftsordnungs- der Dienstaltersstufen entstehen, zu Diskussionen Veranlassung. regeln dürfen aber niemals auf bestimmte Personen zu Sowohl seitens des Reichsschagamtes wie auch des Reichsamtes augenblicklich noch ein aktuelles Interesse dadurch, daß geschnitten sein. Man müsse sich vor dem ersten Schritt des Innern wurde dem gegenüber hervorgehoben, daß nach auch der Reichstag in seiner gestrigen Sigung mit der hüten. Redner bestreitet jede Nothwendigkeit, Ver Möglichkeit alle Schädigungen vermieden seien, daß aber in dieser Broschüre behandelten Materie sich beschäftigen sollte. Schultnabendisziplin entspreche nicht der Stellung des Reichs. nicht zwei Kategorien von Beamten in allen Klaſſen und allen der Disziplin vorzunehmen. Die Einführung einer eine ganze Beseitigung derselben nicht angehe, wenn man Auf der Tagesordnung ſtand gestern bekanntlich u. a. der tages. Redner frägt, ob denn die Herren teine Empfindung für R efforts schaffen wolle, solchen, welche die Wahrscheinlichkeit Antrag der sozialdemokratischen Fraktion auf Ausdehnung des die Komik haben, die darin liegt, daß man Abgeordnete hinaus einer Schädigung nachweifen, und solchen, welche eine solche allgemeinen Stimmrechts auf alle 20jährigen Staatsangehörigen schicke oder an die Thür stelle. Aber auch praftisch habe Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht aufmachen können. Das würde ohne Unterschied des Geschlechts. Derfelbe fam infolge eines ton der Antrag Roeren gar feinen Werth. Wenn man glaube, mit aber zu einer großen Härte und Ungerechtigkeit führen insofern, servativen Manövers nicht mehr zur Berathung, wird daher erst in Bräsidenten feinen Eindruck mache, so dürfe man auch nicht großem und schnellwachsendem Personal solche mit Kleinem fervativen Manövers nicht mehr zur Berathung, wird daher erst in Abgeordneten rechnen zu müssen, auf die eine Mahnung des als gerade im Reichsamte des Innern neben Aemtern mit der nächsten Woche zur Diskussion gelangen. In der Bebe I'schen glauben, daß solche Abgeordnete die Verweisung aus der und ftetigem Personal, von gleicher Qualifikation und Schrift sind die Stimmrechtsverhältnisse bei den Landesvertretungen Sigung scheuen. Ja, noch weiter, die Annahme des gleicher Verantwortlichkeit bestehen, die zwar nach dem der Einzelstaaten eingehend geschildert, ganz besonders aber Antrages Roeren fann eventuell dahin führen, daß jede Beschluß- bisherigen Eyftem thatsächlich, aber doch nicht rechtlich, insofern faffung des Reichstages verhindert wird, da jemand nur die verschieden gestellt gewesen seien, als erstere rascher aufder Widersinn des Dreiklassenwahlsystems und dessen ungeheuerlichen Ordnung zu verletzen braucht, um eine Abstimmung des Reichtages rückten als ihre gleichaltrigen Kollegen. Eine solche UngleichWirkungen nach der plutokratischen Seite hin beleuchtet. Ein unmöglich zu machen. Redner lehnt jede Verschärfung der artigkeit zu vermeiden, bezweckt ja gerade das DienstaltersEinleitungskapitel stizzirt kurz die Geschichte des allgemeinen Disziplinarbestimmungen ab, indem er noch ausführt, daß es die Stufensystem, d. h. daher mit dem ganzen Syftem brechen, wenn Stimmrechts, und der Gesammtinhalt gestaltet die Schrift zu Heiterkeit des Hauses hervorrufen müsse, wenn der Delinquent man diejenigen weiter bevorzugen wolle, welche bisher bevoreiner Agitationsbroschüre, die sich zur weitesten Ber- bei schnell auf einander folgenden Abstimmungen jedes Mal in den zugt feien. Saal geholt werde, aber für die zwischen den Abstimmungen Abg. Dr. Müller Sagan brachte noch die eigenartige breitung im ganzen Reiche vorzüglich eignet und so die Mate liegende Zeit wieder verschwinden müsse. Man solle sich nicht ungünstige Anciennitätsberechnung der Sekretariats- Assistenten rialien liefert, die in der vom Parteitage beschlossenen weiter atquälen, sondern die Lehre aus der, nach seiner Ansicht, beim Statistischen Amt zur Sprache und die NichtAgitation für das allgemeine Stimmrecht ver- ergebnißlosen Arbeit ziehen, daß es nicht angängig fei, augen- anrechnung der diatarischen Laufbahn. Seitens des Reich 3. blicklichen Erregungen zu folgen und einer Persönlichkeit zu Liebe amtes des Innern wurde daran festgehalten, daß werthet werden müssen. Maßregeln zu ergreifen, von denen auch einmal die Parteien be nicht alle auf längere Zeit Beschäftigten als diätarisch troffen werden können, die sich heute nichts davon träumen lassen. angestellt gelten könnten, da manche gar nicht die Absicht Roeren( 3) wendet sich sowohl gegen die Bedenken, hätten, dauernd im Statistischen Amt zu bleiben, sondern welche der Präsident geäußert hat, als gegen den Antrag felbft nur ihre Stellung als eine vorübergehende angesehen wissen v. Buol, der immer die Möglichkeit eines Ausschlusses von der wollten. Abg. Dr. Müller Sagan, ebenso Abg. Möller DortAbstimmung enthalte. mund, Tr. Hammacher regten an, die Zahl der festangestellten Beamten nach Möglichkeit zu vermehren, sowohl im Interesse des Dienstes als der Beamten selbst. Als Kandidaten zu den sächsischen Landtagswahlen, die im Herbst stattfinden, sind von unseren Dresdner Parteigenossen bereits die Genossen Fräßdorf und Schönfeld aufgestellt worden. Der Vertrauensmann der sozialdemokratischen Partei für Posen mußte, mangels eines Lokals durch Umfrage unter den dortigen Genoffen gewählt werden. Seine Adresse ist: Karl Fischer, Kulturtechniker, St. Lazarus, Kanalstr. 15 III. Sen bungen von gelesenen Schriften sind stets erwünscht. Herr Dr. Rüdt ist auf einer am Sonntag stattgehabten Delegirtenkonferenz des 12. badischen Reichstags- Wahlkreises, auf der aus dem ganzen großen 105 Orte umfassenden Bezirk etwa 9 Orte durch 11 Delegirte vertreten waren, mit 9 von 11 Stim men zum Kandidaten für den 12. badischen Wahlkreis„ ernannt" worden. Parteipreffe. Die Budapester Boltsstimme" soll bekanntlich zu einem täglich erscheinenden Blatte gemacht werden. Am 24. Februar findet bereits die konstituirende Generalversammlung statt. Die Attien, die in der Höhe von 10 Gulden ausgegeben werden, können schon jetzt in Raten von wöchentlich 50 Kreuzer angezahlt werden. Polizeiliches, Gerichtliches: c. Graf von Holstein( t.) sprict gegen Roeren's Antrag; derfelbe sei nicht scharf genug. Auf einen Ordnungsruf wird nichts mehr gegeben. Es müsse Ausschluß erfolgen, wenn grobe Ordnungsverlegungen vorkommen. Der Antrag v. Buol sei allen falls annehmbar aber nur, wenn statt 15 Mitglieder 50 Abgeordnete den Antrag auf Zulassung zur Abstimmung stellen. Pieschel( natl.) bedauert, daß sein Antrag abgelehnt worden sei. Roeren's Vorschlag sei nicht ausreichend, aber besser als Nichts. Da nicht mehr zu erreichen sei, stimme er er dafür. Wenn es nöthig werde, müsse man später schärfere Maß regeln ergreifen. Präsident v. Levetom gitirt einige Zwischenrufe, er innert an die Ahlwardt- Affäre und bleibt darauf bestehen, daß Borkehrungen getroffen werden müssen, um die Würde des Reichs tages zu sichern. Depeschen. Wolff's Telegraphen- Bureau. Darmstadt, 5. Februar. Die hiesige Polizei verhaftete eine aus 5 Mitgliedern bestehende Falschmünzerbande, die seit längerer Zeit Zweimartstücke anfertigte und im Umlauf setzte. Frankfurt a. M., 5. Februar. Die Stadtverordneten be schlossen mit 29 gegen 23 Stimmen die Eingemeindung Bockenheims. Straßburg i. E., 5. Februar.( Landesausschuß.) Im VerGamp( fr. fons.) plädirt für die Vorschläge des Präsidenten, laufe der Generaldebatte berührte Dr. Petri die Verhandlungen dem man zu Hilfe kommen müsse. Bei einem anderen Präsidenten im Reichstage über den sog. Dittaturparagraphen und desavouirte tönne man ja später die Geschäfts- Ordnung wieder ändern. die dort vom Abg. Preis( Kolmar) gegebenen Ausführungen. In Wenn der Präsident mit dem Antrag Roeren zufrieden ist, will 24 Jahren, führte der Redner aus, haben sich die Berhält.iffe Redner dafür stimmen, sonst lehnt er den Antrag, als nicht zufriedenstellend entwickelt, doch befürwortete er die scharf genug, ab. von Buol zieht seinen Eventualantrag zurück. von Czarlinski( Pole) ist gegen jede Aenderung. Die Rommission sei durchaus nicht gezwungen, mit einem Antrag v. Holleuffer( t.) findet die Verfassungsbedenken gegen zeitweiligen Ausschluß nicht durchschlagend. Redner nimmt den Antrag v. Buol wieder auf, jedoch mit der Maßgabe, daß 30 Mitglieder den Antrag auf Zulassung zur Abstimmung stellen müssen. Abschaffung des Paragraphen, der die Be. völkerung beunruhige. Spieß( Schlettstadt) stimmte dem Vorredner bei. Staatssekretär v. Puttkamer begründete die Nothwendigkeit der Beibehaltung des Paragraphen, um die Be völkerung gegen auswärtige Agitation zu schüßen. Die Berathung verlief fehr ruhig. Das Versammlungsverbot, der Dortmunder Polizei gegen eine geplante Versammlung, in der Fräulein Löwens herz sprechen sollte, ist vom Regierungspräsidenten bestätigt worden. Die Beschwerde wurde abgewiesen unter dem Hinweis, ans Haus zu kommen. daß die Versammlung eine Veranstaltung des sozialdemokratischen Agitationsfomitees, eines politischen Vereins, gewesen sei, und Christiania, 5. Februar. Aus Chriftiansfund, Molde, Aaledie Theilnahme von Frauen, welche in der„ Rheinisch- Westfälischen fund und Bergen laufen Nachrichten von Erèstößen ein, die heute Arbeiterzeitung" zum Besuche derselben aufgefordert waren, nach Nacht von 124 Uhr bis 12 Uhr 42 Min. verspürt wurden. Die § 8 des Vereinsgesetzes vom 11. März 1850 daher unzulässig. Fensterscheiben flirrten, die Defen zitterten. Das Erdbeben hatte Gegen den Vorsitzenden des Liegniger Gewerkschafts- Singer wendet sich erergisch gegen diesen Antrag, der die die Richtung von Südost nach Nordwest. Bei einem Schnee fartells, Genossen Teichert, hat der Staatsanwalt Strafantrag Kleineren Fraktionen hilflos läßt, während die großen Fraktionen sturz in Kvärnangen( Finnmarken) tamen 11 Personen ums Leben. gestellt, weil er Fragebogen zur Aufnahme einer Arbeitslosen ihre etwa ausgeschlossenen Mitglieder immer zur Abstimmung Paris, 5. Februar. Der Minister des Aeußern Hanotaur Statistit verbeitet habe. Da die Statistit nicht die Angabe des heranziehen können. Nach einigen Bemerkungen von Pieschel, Druckers und Verlegers enthielt, so meint die Staatsanwaltschaft, Roeren und Gamp schreitet man zur Abstimmung. Zuerst wird und der Gesandte Belgiens unterzeichneten heute ein Ueberein daß die§§ 6 und 19 des Reichsgesetzes über die Presse verlegt die Bestimmung im Antrag Roeren, daß eine Abfommen, durch welches das Vorkaufsrecht Frankreichs auf die feien.§6 bestimmt die Druckschriften, bei denen die Angabe ft im mung während der Abwesenbeit des Au3- Gebiete des unabhängigen Kongostaats für den Fall des Uebereines Druckers und Verlegers nöthig oder nicht nöthig ist, und geschlossenen nicht stattfinden darf, mit 7 gangs desselben an Belgien bestätigt und geregelt wird. § 19 handelt von den Strafbestimmungen.§ 6 bestimmt aus gegen Die Abtheilungen der Kammer er drücklich, daß bei Formularen, und die Arbeitslosen- Statistit ist Freifinn, Pole und Sozialdemokrat, dagegen Ronservative und nannten eine Rommiffion von 33 Mitgliedern, um die Betheiligung ein solches, die Angabe des Druckers und Verlegers überflüssig Nationalliberale). Alsdann wird der veränderte Antrag v. Holleuffer, Raynal's bezüglich der Eisenbahnverträge zu untersuchen. 30 Mitist; folglich kann der Genosse Teichert den in Rede stehenden wonach fünfzehn Mitglieder die Zulassung des glieder der Kommission sind dafür, die Untersuchung lediglich auf Ausgewiesenen zur Abstimmung beantragen das Verhalten Raynals und nicht auf die Verträge selbst zu ers Paragraphen gar nicht verlegt haben. tönnen, ebenfalls mit 7 gegen 7 Stimmen abstrecken; nur die drei übrigen Mitglieder möchten eine allgemeine gelehnt( dafür Ronservative und Nationalliberale, dagegen Untersuchung über die Verträge eröffnet sehen, wie sie von den Bentrum, Freisinnige, und Pole Sozialdemokraten. Radikalen verlangt wird. Schließlich wird der Antrag Roeren, über den nun= Paris, 5. Februar. Drumont tehrte aus Brüssel hierher mehr ohne die Bestimmung bezüglich der Abstimmung zurück und wurde auf dem Nordbahnhof von etwa 300 AntiBeschluß gefaßt wird, ebenfalls mit 7 gegen 7 Stimmen ab- semiten mit Hochrufen empfangen. Als Drumont in dem auf dem gelehnt, so daß alle Verschärfungsvorschläge von der Kommission Boulevard gelegenen Bureau der„ Libre Parole" eintraf, verzurückgewiesen sind. anstalteten die Anhänger Drumont's vor dem Hause eine lärmende Kundgebung. Parlamentarischres. Die Geschäftsordnungs Kommission hat gestern Abend ihre Berathungen über die Verstärkung der Displinargewalt des Präsidenten beendet. Nachdem in voriger Sigung der Antrag auf zeitweilige Ausschließung eines Mitgliedes wegen gröblicher Verlegung der Ordnung mit 7 gegen 7 Stimmen abgelehnt war, lag gestern ein Antrag des Abg. Roeren( Zentrum) vor, der in den entscheidenden Punkten wie folgt formulirt war. Die Aufrechterhaltung der Ordnung in den Sigungen liegt dem Präsidenten ob. Wenn ein Mitglied die Ordnung verlegt, so wird es durch den Präsidenten mit Nennung des Namens darauf zurück gewiesen. 7 Stimmen abgelehnt( dafür Zentrum, Paris, 5. Februar. Die Berathung wendet sich nun zu den übrigen vom Präsidenten gemachten Vorschlägen. Zuuächst wird über den Antrag Yokohama, 5. Februar. Eine hier eingegangene Depesche auf Herabsetzung der Beschlußfähigkeitsziffer bei geschäftlichen meldet, die Stadt Weihaiwei selbst sei am 2. d. M. von der Fragen diskutirt. aweiten japanischen Division genommen worden, die Chinesen Der Präsident motivirt seinen Antrag mit der öfteren feien nach Chefoo geflüchtet, die chinesische Flotte befinde sich Beschlußunfähigkeit des Reichstages, die nach außen sehr häßlich noch im Hafen. wirke. ( Deveschen- Bureau Herold.) Singer ist gegen den Antrag. Die oftmalige BeschlußIm Falle gröblicher Verlegung der Ordnung kann das unfähigkeit sei eine Folge der Diätenlosigkeit. Die Biffer dürfe fabrit von Eberle ist heute früh niedergebrannt. Forst i. 2., 5. Febr. Das Haupt Fabrikgebäude der ZuchMitglied vom Präsidenten von der Sigung ausgeschlossen nicht herabgesetzt werden. Der Vorgang in der letzten Sigung, werden. Eine Abstimmung darf während der Dauer der Aus- wo durch einen Antrag auf Tagesordnung die Begründung von Petersburg, 5. Februar. Es verlautet, daß der bisherige schließung, mit Ausnahme in Fragen der Geschäftsordnung, Anträgen verhindert werden sollte, sei ein zwingender Verkehrsminister Kriwoschein vor Gericht gestellt werden soll, nicht erfolgen. Grund für die Ablehnung des Antrages. Die Die Geschäfts- weil die mit der Untersuchung seiner Amtsführung beauftragte ordnung sei ein Schuh für die Minorität. Der Redner Rommiffion weitere Unregelmäßigkeiten und gefezwidrige Bor führt aus, daß es Pflicht der Minorität sei, alle geschäftsordnungs- tommnisse entdeckt hat. mäßigen Mittel anzuwenden, um einer Vergewaltigung durch die Rom, 5. Febr. Viele Präfekten haben telegraphisch Hilfe Majorität entgegen zu wirken. Zudem erfolge die Konstatirung zur Unterstübung der infolge der großen Kälte in die höchfte Noth der Beschlußunfähigkeit meist bei den Abstimmungen in zweiter verfesten Bevölkerung verlangt. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlaa von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Das Mitglied ist berechtigt, spätestens am folgenden Tage schriftlich Einspruch zu erheben, auf welche der Reichstag, jedoch nicht vor dem nächstfolgenden Tage, darüber ohne Dis fussion entscheidet, ob der Ordnungsruf oder die Ausweisung gerechtfertigt war. Gierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 31. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Mittwoch, den 6. Februar 1895. ' 12. Jahrg. Die Abgg. Richter und Bebel als Antragsteller verzichten auf Der Vorredner hat schon dargelegt, wie ungleich die jetzigen Wahlkreise sind, ungleich in bezug auf die Zahl der vor- das Wort. handenen Wähler und die Zahl der Einwohner. Eigent- Mecklenburgischer Bundesbevollmächtiger v. Derhen: Die lich sollen 100 000 Einwohner auf einen Wahlkreis mecklenburgische Regierung hat es nicht nöthig, dem Reichstage 29. Sigung vom 5. Februar 1895, 1 hr. kommen und im Durchschnitt 20 000 Wähler. Wie steht es nun Rechenschaft zu geben; das einzige, worüber sich streiten läßt, ist Am Bundesrathstische: v. Bötticher, v. Dergen. in Wirklichkeit? Der Wahlkreis Fraustadt- Lissa hat nur 12 900 die Frage, ob die mecklenburgische Verfassung im Einklang steht Zur Verhandlung steht der Antrag der Geschäftsordnungs- Wähler. Aehnlich ist es in Löwenberg in Schlesien und Neustettin; mit der Reichsverfassung. Dies ist bereits 1869 erörtert und Rommission zum Antrag der freisinnigen und süddeutschen Volks hier find 13 170 Wähler bei 74 500 Einwohnern. Dagegen hat bejaht worden und damit erledigt. Hr. Pachnicke beruft sich auf partei betr. die Entscheidung über die Priorität der Dortmund 251 900 Ginwohner und 59 000 Wähler, Leipzig den Parlamentarismus, demselben, von dem noch vor wenig Initiativanträge. 279 700 Einwohner und 62 730 Wähler, Berlin VI sogar Jahren ein Kollege des Hrn. Pachnicke sagen konnte: das ganze Die Rommission schlägt eine anderweite Fassung des§ 35 121 000 Wähler. Es giebt Wahlkreise, welche doppelt Elend unserer Zeit rührt vom Parlamentarismus her!( Heiter= Abs. 3 der Geschäftsordnung vor, welche inhaltlich folgendes soviel Wähler wie andere Einwohner haben. Es teit links, Bustimmung rechts). Seit der letzten Ablehnung des festsetzt. Alle innerhalb der ersten 10 Tage einer Session ist eine Klassenwahl, von einer gleichen Antrages im Bundesrath sind keine Umstände eingetreten, welche eingegangenen Anträge gelten als gleichzeitig eingebracht. Wahl tann teine Rede mehr sein. Die Zentren die Sachlage verändern. Die Frage, ob das Reich kompetent Ueber die Reihenfolge ihrer Berathung hat der Präsident sich sind benachtheiligt gegenüber den kleinen sei oder nicht, ist schon 1869 zu gunsten Mecklenburgs entschieden. mit dem Hause zu verständigen. Erfolgt eine Verständigung ländlichen Wahlkreisen. Die Wahlgeometrie in einzelnen Das Bedentliche bei diesem Antrage ist, daß er ein ganz allnicht, so entscheidet das durch den Präsidenten zu ziehende Loos. Wahlkreisen, wo einzelne Vororte abgezweigt oder mit einem gemeines Schema für Verfassungen giebt. Die Folge würde sein, Gesezentwürfe behalten ihre Priorität bis zu ihrer Schluß- Kreise vereinigt wurden, hat schon öfter zur Ungiltigkeitserklärung daß die Verfassungsfrage in sämmtlichen deutschen Staaten aufberathung; die zweite und dritte Lesung hat mithin, soweit sie von Wahlen geführt. Und welche Mehrkosten sind alsdann mit gerührt wird. Die mecklenburgische Regierung lehnt jedes Einzur Verhandlung im Plenum vorbereitet ist, vor denjenigen An- den Neuwahlen verbunden! Breslau hat 1887 bei den Wahlen mischen des Reiches in seine inneren Landesangelegenheiten trägen stattzufinden, welche ihnen in der Reihenfolge der ersten zum Kartelfreichstage in beiden Wahlkreisen für die Wahlen ab; sie ist in das Deutsche Reich eingetreten mit Berathung nachgestanden haben. aus der Gemeindekasse 10 120 m. zu zahlen gehabt. Vielleicht ihrer jetzt geltenden Verfassung, und sein VerfassungsAbg. Gamp theilt als Berichterstatter mit, daß der Antrag, faßt man in Zukunft etwas schärfer an, um den Schuldigen, recht ist als bestehendes Reichsrecht anerkannt worden. die Zahl der Schwerinstage zu vermehren, eine Mehrheit nicht welcher die Wahlkreiseintheilung so willkürlich verschoben hat, Artifel i der Reichsverfassung stellt die Verfassung Mecklenburgs gefunden hat. Auch die Anregung, die gestellten Anträge nicht für die Unkosten ersatzpflichtig zu machen. Wir werden für den ausdrücklich unter den Schuß des Deutschen Reiches, ein Vornur durch die Session, in der sie eingebracht sind, sondern durch Antrag stimmen, damit endlich gerechtere Zustände eintreten, als gehen im Sinne des Antrages würde einer Mediatifirung der die ganze Legislaturperiode marschiren zu lassen, blieb in der sie jetzt bestehen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) deutschen Bundesfürsten sehr ähnlich sehen. Jede Verfassung hat Minderheit; desgleichen der Antrag, über die Priorität eine Abihre Mängel( Heiterkeit); keine Verfassung ist die allein felig stimmung stattfinden zu lassen. Auf die oben stehenden Vormachende. Wir schrecken nicht vor der Operation unserer alten schläge hat sich die Kommission schließlich einstimmig vereinigt. Haut, sondern vor der der neuen Haut, deren Fehler klar zu tage Ohne Debatte werden die Anträge der Geschäftsordnungsliegen, während wir noch in der alten stecken. Ueberlassen Rommission einstimmig gutgeheißen. Sie den Mecklenburgeru, ihre Verfassung zu modistziren, wenn es ihnen gefällt. Wollen Sie die Sache fördern, 10 lehnen Sie den Antrag ab und warten Sie, bis Mecklenburg ein solches Vorgehen für nothwendig hält. ( Große Heiterkeit links.) Die mecklenburgische Regierung weiß ganz genau, was sie will; sie hat ihren Kurs und läßt sich von Bachnicke ins Wasser, Sie schädigen damit nur die Anträge, den ihm nicht abdrängen. Werfen Sie noch so viele Anträge Kurs nie!( Beifall rechts.) 0 Abg. Rickert: Da sich ein Gegner dieses Antrages nicht gemeldet hat, nehme ich an, daß das ganze Haus demselben zu stimmt, wie auch ich, der nur um seine Annahme bitten kann. Damit schließt die Debatte. Abg. Richter verzichtet auf das Schlußwort, ersucht aber um Aussehung der Abstimmung angesichts der überaus schwachen Besetzung des Hauses.( Es sind etwa 50 Mitglieder anwesend.) Das Haus beschließt demgemäß. Es folgt bie erste Berathung des Antrages Pachnicke auf Annahme folgenden Gefeßentwurfes: folgender Zusatz aufgenommen: Einziger Artikel. Hinter Artikel 3 der Verfassung wird folgender Zusatz aufgenommen: haben. Die erste Berathung über alle drei Gesetzentwürfe wird verbunden. Abg. v. Buchka( dk., Rostock, Ober- Landesgerichts- Rath): Ich stehe trotz der langen Rede des Herrn Pachnicke noch immer vor der Frage: Was geht den Reichstag die ganze Sache an? Falls wir den Antrag annehmen, müssen auch die Verfassungen anderer Bundesstaaten untersucht werden. Der Antrag ist z. B. unvereinbar mit denjenigen Verfassungen, welche Viertelstimmen in der Landesvertretung zulassen; auch das preußische indirekte Wahlsystem tönnte vielleicht als dem Wortlaut des Antrages zuwiderlaufend Es folgt die Berathung des Antrages der freisinnigen und der süddeutschen Boltspartei( Ander und Genossen): Die ver bündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage in der nächsten Session das in§ 6 des Reichs- Wahlgefehes vorgesehene Reichsgesetz über die Abgrenzung der Wahlkreise und bei der Neu- Eintheilung der Wahlkreise die seit 1867 veränderten Bevölkerungsverhältnisse in angemessener Weise zu berücksichtigen. Antragsteller Abg. Dr. Hermes: Ich glaube von einer eingehenden Begründung Abstand nehmen zu können, da, wie ich In jedem Bundesstaat muß eine aus Wahlen der Bevölkeannehme, allgemein bekannt ist, wie ungleich sich das Wahlrecht rung hervorgegangene Vertretung bestehen, deren Zustimmung mit der Beit gestaltet hat. Die Bezölferung ist von 40 fast auf zu jedem Landesgesetz und zur Feststellung des Staatshaushalts 50 Millionen gestiegen. Nach dem Wahlgesetze wurden auf erforderlich ist. 100 000 Seelen ein Abgeordneter gewählt und die Gesammtzahl Gin gleicher Antrag ist von der freisinnigen Volkspartei einSozialdemokraten beantragen: der Abgeordneten auf 397 festgesezt; heute müßte die Zahl 500 gebracht; die fein, eine Zahl, für welche dieser Raum im Reichstage nicht auch in jedem Bundesstaate und in ElsaßLothringen muß eine auf grund des allausreichen würde. Heute kommt erst auf 125 000 Einwohner ein Abgeordneter. Die Zunahme der Einwohnerzahl ist naturgemäß gemeinen, gleichen, diretten und geheimen betrachtet werden. Schon 1867 wurde im Norddeutschen Bunde in den einzelnen Wahlkreisen eine durchaus ungleichmäßige. Das Recht zu wählen und gewählt zu werden 1871 über die Frage ausgesprochen, ob der Reichstag in der AnWahlrechts gewählte Vertretung beste ben. ein ähnlicher Antrag abgelehnt. Auch Fürst Bismarck hat sich Wir haben Gleichbleiben, Zunahme und Abnahme der Bewohner- haben alle über zwanzig Jahre alten Reichszahl nebeneinander. Am stärksten zugenommen hat die Wähler Angehörigen ohne Unterschied des Geschlechts gelegenheit überhaupt mitzureden habe, und diese Frage ist von zahl in den großen Städten, demnächst in den großen Industrie in dem Bundesstaat, in dem sie ihren Wohnsi ihm verneint worden. Mecklenburg hat auch vor seiner Bereinigung zentren Rheinlands und Westfalens. In Leipzig- Land mit dem Norddeutschen Bunde und dem Deutschen Reiche haben wir 279 000, Bochum 353 000, in Teltow- Beeskow niemals sein Landesinteresse dem Interesse des großen 342 000, in Berlin IV 395 000, in Berlin VI 487 000 Einwohner. Ganzen vorangestellt. Diesen Satz sucht Redner durch einen Dem gegenüber giebt es Wahlkreise mit 60-70 000 Einwohnern; großen historischen Exkurs von dem Ende des vorigen JahrSchaumburg- Lippe, das wie jeder Einzelstaat wenigstens einen Abg. Pachnicke( frs. Vg.): Unser Antrag ist ein alter Be- hunderts an im einzelnen zu beweisen. Mecklenburg steht an Abgeordneten zum Reichstag stellt, hat nur 30 000 Ginwohner. fannter; seit dem Anfang der siebziger Jahre kehrt er immer Patriotismus, Reichstreue und Loyalität keinem anderen deut Auch die Schwankungen in dem Verhältniß der Zahl der Wähler wieder. Auch heute stehen wir vor Ihnen mit der Bitte: Geben Sie schen Landstrich nach. Aus dem Fortbestehen der mecklenburgischen zur Einwohnerzahl sind nicht unerheblich. Schaumburg hat endlich Mecklenburg eine Verfassung! In Mecklenburg sind die Stände sind Gefahren oder auch nur Unbequemlichkeiten für das 6-7000 Wahlberechtigte, Bochum 85 000. Jm ganzen betrug Bürger nicht gleich, die Standesvorrechte sinden noch immer statt. Leutsche Reich nirgends entstanden oder behauptet worden. Die die mittlere Zahl der Wahlberechtigten in einem Wahlkreise Mecklenburg ist ein staatsrechtliches Raritätenkabinet, es giebt Mecklenburger erwarten, daß ihnen ihre Verfassung erhalten bleibe 20 000; 1893 war diese Zahl auf 26 770 gestiegen. 75 Wahlkreise dort eine Hitterschaft, eine Landschaft und eine Vertretung der und wollen von einer fonstitutionellen Verfassung nichts wissen. hatten 1893 weniger als 20 000 Wähler; dagegen 7 Wahlkreise Städte, aber der Mecklenburgische Landtag ist keine Volts- Ver- Die Reichsgesetzgebung hat ohnehin ihren Geltungsbereich in weitem mehr als 60 000 Wähler. An der Spize marschirt Berlin VI tretung; denn das Domanium hat kein Wahlrecht und Umfange auch auf Mecklenburg ausgedehnt und den mecklenburgischen mit 121 000 Wahlberechtigten. Dieser Unterschied muß sich natur überhaupt tein politisches Recht. Wer gern Abgeordneter Ständen nur noch einen beschränkten Wirkungskreis gelassen. gemäß für Berlin noch steigern, wenn die Frage der Eingemein werden will, der ziehe nach Mecklenburg und er: Die Handhabung der mecklenburgischen Verfassung dung der Vororte zur Entscheidung kommt. In allen diesen Ver- werbe dort ein Landgut, Denn auf ihm ihm liegt das beruht auf Jahrhunderte langer Tradition: es steckt ein gut schiebungen liegt eine große Ungerechtigkeit. Nach deni Wahl- Recht, Volksvertreter zu sein als ein Realrecht. Redner Stück Erbweisheit darin. Warum damit jest plößlich tabula gesetz müßte Berlin jetzt 13 Abgeordnete haben und dementsprechend geht ausführlicher auf die Verhältnisse des mecklenburgischen rasa machen? Eine tonstitutionelle Verfassung einzuführen ist müßten die übrigen großen Wahlkreise eine Vermehrung ihrer Landtages ein, der z. B. eine Beschlußfähigkeits- Biffer um so bedenklicher in einer Zeit, wo der Konstitutionalismus Vertreter erfahren. Um das gleiche Wahlrecht zu wahren, überhaupt nicht tenne. Solle diese Ruine noch länger stehen verbunden mit dem Parlamentarismus jedenfalls feinen Höhe. empfehlen wir, nach dem Geiste des Wahlgesetzes von 1869 bleiben? Der mecklenburgische Voltsstamm verdient es nicht, punft überschritten hat.( Lachen links.) Eine konstitutionelle zu verfahren und auf dem Wege der anderweiten Ab- daß man ihn allein für unfähig halte, verfassungsmäßige Zu- Verfassung werden wir, soweit wir können, zu verhindern suchen. grenzung vorzugehen. Schon 1882 hat der Reichstag über stände zu ertragen. 1849 sei ja freilich der Noth der Zeit ge- Nach dieser Rede macht der Präsident davon Mitthei einen gleichen Antrag berathen. Damals erfannte der horchend der Großherzog zum Erlaß des Grundgesezes ge- lung, daß ihm ein von 39 Mitgliedern unterstüßter Antrag des tonservative Redner, Abg. v. Minnigerode, die Nothwendigkeit schritten, aber 1850 fei dasselbe wieder abgeschafft worden Abg. v. Frege überreicht ist, über sämmtliche Anträge zur Tageseiner Neugestaltung an, ihm erschien aber die Sache noch nicht und seitdem habe der Feudalismus fübner als je und ordnung überzugehen. dringend genug. Auch Windthorst äußerte sich in ähnlichem anderswo sein Haupt erhoben. Jm Bauernlegen habe die Nach der Geschäftsordnung muß über einen solchen Antrag Sinne, aber auch ihm schien der Zeitpunkt nicht günstig gewählt. Ritterschaft in Mecklenburg furchtbar gesündigt, so furchtbar, abgestimmt werden, nachdem ein Redner für und einer gegen den Seitdem find 18 Jahre vergangen und die Verschiebungen haben daß die Regierung selber habe einschreiten müssen. Tas Institut Antrag gesprochen hat. ganz unerwartete Dimensionen angenommen. Auf rubigere der Erbpächter habe nur theilweise Abhilfe geschaffen; viele von Abg. Singer beantragt die Sigung zu vertagen, und bepolitische Zeiten darf kaum gerechnet werden. Die Anregungen ihnen fühlen sich überbürdet. Mit der Erbpacht ist die Ent- zweifelt zugleich die Beschlußfähigkeit des Hauses. und Anträge aus Wählerkreisen kommen immer zahlreicher an wicklung auch nicht abgeschlossen, man werde auch hier dem Da das Bureau nicht einig ist, ob eine beschlußfähige Anzahl uns. Ich bitte Sie daher um Annahme des Antrages. Strom der Zeit folgen und schließlich zum freien Eigenthum ge- von Mitgliedern anwesend ist, muß der Namensaufruf erAbg. Tuyauer( Soz.): Wir werden für den An- langen müssen. Warum soll das Land, das der Bauer beackert, folgen. Derselbe ergiebt die Anwesenheit von nur 166 Mittrag ftimmen, zumal da wir in der vorigen Session einen ihm nicht zum Eigenthum übergeben werden? Wenn die Erb- gliedern, an der Beschlußfähigkeitsziffer von 199 fehlen daher ähnlichen Antrag gestellt haben, der aber leider wegen Schluß pächter erst einmal selbst in Malchin oder in Sternberg 33 Mitglieder. der Session nicht mehr zur Verhandlung gekommen ist. Schon erscheinen und sprechen können, würden auch andere Der Präsident bemerkt, daß die Aeschlußfähigkeit vorhanden 1869, als das Reichs- Wahlgesetz berathen wurde, wollte der Abg. Erbpachtbedingungen beschlossen werden. Das Jagdrecht gewesen wäre, wenn nicht während des Aufrufs eine Anzahl von Twesten, daß die Eintheilung der Wahlkreise in diesem Geset müsse eine andere Gestaltung erhalten, es müffe der Gemeinde Mitgliedern den Saal verlassen hätten. festgestellt werden sollte. Aus der damaligen Vorlage war nicht zu übergeben werden; das kleine Grundeigenthum müsse vermehrt Schluß 43/4 Uhr. Nächste Sizung Mittwoch 1Uhr.( Inter ersehen, wer überhaupt die Eintheilung der Wahlkreise vornehmen werden. Der Durchführung dieser neuen Ideen stellt die Ritter- pellation Hize, betreffend die Berufsvereine; Wahlprüfungen.) sollte, der Bundesrath, die verbündeten Regierungen, die Landes- schaft und, da sie da die Mehrheit habe, auch der Landtag regierungen oder ob dies einem besonderen Gesetz überlassen werden strikteste Gegnerschaft entgegen. Ebenso böse bestellt sei es mit solle. Außer Twesten trat auch Laster für eine gefeßliche Gin- dem Echulwesen in Mecklenburg. Aus der landständischen theilung der Wahlkreise ein. Der damalige Graf v. Bismarck Verfassung entspringe hier ein Mangel an Einheitlich sprach sich dahin aus, daß er für die Dauer weit entfernt sei, feit, der der Entwickelung geradezu verderblich werde. Die Kommiffion für eine Berufs- und Gewerbezählung prinzipiell ein Gegner einer gesetzlichen Eintheilung der Wahl- Mecklenburg stehe insofern einzig da, als es Lehrer erster und hielt am 5. Februar ihre zweite Sigung ab. An stelle freise zu sein, nur hielt er den damaligen Zeitpunkt noch nicht zweiter Klasse habe. Seit 1869 habe Mecklenburg allerdings ein Dr. Schoenlant's, der die Wahl zum Schriftführer abgelehnt hat, für geeignet, ein solches Gesetz zu erlassen. Das Resultat der Seminar, aber es habe ein volles halbes Jahrhundert gedauert, wurde Abg. Wattendorff, mit diesem Amte betraut.] Damaligen Verhandlungen war, daß ein§ 6 in das Gesetz ein- bis diese organisatorische Neuordnung eintrat. Die Lehrergehälter Die Kommission einigte sich darüber, zu der in der vorigen gefügt wurde, durch welchen die Regelung der Sache bleiben hinter denen der Postschaffner zurück. In den Schulen Sigung erörterten Frage( Spalte 19, Quittungstarte) den einem späteren Gesetze vorbehalten wurde. Sechsund der Ritterschaft sei 1891 das Gehalt auf 700 M. festgestellt worden. Präsidenten des Reichs- Versicherungsamtes Dr. Bödicker zu zwanzig Jahre sind seitdem vergangen, und wir haben Im Domanium bilde das Einkommen aus den Liegenschaften hören, auf dessen Initiative die Frage in den Haushaltungsvergeblich auf dieses Gefeß gewartet. Die verbündeten Regie- den Haupttheil der Bezüge des Lehrers. Da tönne man sich nicht listen- Formularen aufgenommen worden ist. Er führte rungen sollten es als ihre Pflicht erachten, dieses Gesetz vorzu über die Auswanderung aus Mecklenburg und über den Lehrer- aus, daß e3 bisher nicht möglich gewesen sei, legen, ohne dazu vom Reichstage aufgefordert zu sein. Es zeigt mangel wundern. Die Zustände in der inneren Verwaltung feien Unterschied zwischen Versicherungspflichtigen und Versicherten festfich aber auch hier, daß die verbündeten Regierungen gleichmäßig unhaltbar. Vereins- und Versammlungsrecht existiren zustellen. In Hamburg feien auf den Kopf der Versicherten 57, in dem Falle, daß es sich um eine Beschränkung von nicht; selbst die Wahlen suche die mecklenburgische Regierung in Bayern( Oberbayern, Oberfranten u. f. m.) 26 bis 27 Marken Volksrechten, um die Knebelung der freien Mei- unter die Vormundschaft des Polizeiministers zu stellen. Mit der als geklebt ermittelt worden. Ordnungswidrigkeiten nungsäußerung handelt, wie bei der Umstur famosen Sonntagsruhe als Handhabe für die Vereitelung von im einzelnen ermitteln oder rügen wolle man nicht bei der Gr. Dorlage, mit affenartiger Geschwindigkeit Wahiversammlungen habe ja der Reichstag schon wiederholt sich hebung der Spalte 19. Man wolle nur feststellen, ob und inwiearbeiten, daß sie aber den Schneckengang ja den beschäftigen müssen. Der Kompetenzeinwand, daß das Reich weit das Gesetz zu gunsten der Arbeiter durchgeführt Krebsgang geben, wenn es sich um Boltsrechte, Mecklenburg feine Verwaltung aufzwingen könne, daß das Reich sei, um dann allgemeine Maßregeln zu treffen. Man denke nicht hier um alte Voltsrechte, handelt. dazu da sei, das Bestehende zu schützen, sei ganz inhaltlos, weil an Trakasserieen( Häkeleien) mit Unternehmern oder Arbeitern. Eigentlich wäre eine Eintheilung der Diftrifte in Wahlkreise eine Fortbildung des Reichsrechts undenkbar wäre, wenn dieser Grund- Sowohl die Arbeitervertreter als auch die Unternehmervertreter im überhaupt nicht erforderlich. Wir fordern in unserem Programm fab Geltung hätte. Die Reichsverfassung verweise die Aenderungen Reichs- Versicherungsamte hätten sich für die Aufnahme ausdie Einführung des proportionalen Wahlsystems. Würde dieses auch der Verfassung auf den gewöhnlichen Weg der Gesetz- gesprochen. Parlamentarisches. den eingeführt, dann wäre eine Wahlkreisgeometrie überflüssig. gebung und enthalte nur die eine Rautele, daß 14 dissentirende Der bayerische Bundesrathsbevollmächtigte von LandDann würde auch die fleinste Minorität einer Partei Mitglieder des Bundesraths das Zustandekommen derselben ver- mann erklärt: Es handele sich nicht um vom Bundesrath hier im Reichstage zu ihrer Vertretung kommen. Eine hindern fönnen. Das Gerichtsverfassungs Gesetz habe wie im genehmigte Formulare, sondern um Entwürfe Sachverständiger. Bariei, welche in feinem Wahlkreise die nöthige Zahl übrigen Deutschland so auch in Mecklenburg die Patrimonial- Er glaube, daß im Bundesrathe gegen die Spalten 15-17 von Stimmen aufbrächte, welche zur Wahl eines Abgeordneten gerichtsbarkeit beseitigt, ohne daß Mecklenburg um feine Bu-( Arbeitslofenfrage) und 18 und 19( Quittungsmarke) Einspruch erforderlich sind, würde, wenn ganz Deutschland einen einzigen Stimmung gefragt worden wäre. Der Reichstag felbit habe erhoben würde. Seine Regierung habe auch Bedenken gegen die Wahlkreis bildete, dann sicher im ganzen Reiche die nöthigen damals bezweifelt, daß er zum Erlaß eines solchen Gesetzes Spalte 18 und 19, Bedenken, die der bayerische Vertreter in der Stimmen erhalten, um hier vertreten zu sein. tompetent fei. statistischen Konferenz schon geäußert habe. Die Spalte 18, die das Spalte 19, werde. Unterstaatssekretär v. Rottenburg: Die Möglichkeit, die Ergebnisse der Fragen sozialpolitisch zu fruftifiziren, sei vorhanden, diese Thatsache aber dürfe nicht entscheiden. Der Antrag Schoenlant wird mit allen gegen drei Stimmen Direktor des Statistischen Reichsamts Dr. von Scheel: abgelehnt. Die Vorlage sei sorgfältig ausgearbeitet; der Landwirthschafts- Der Abg. Hasse schlägt vor die Feststellung der Adresse rath, das preußische Handelsministerium, die besten Statistiker des Unternehmers, um zu ermitteln, in welcher Berufsart feien in der statistischen Konferenz vertreten gewesen. Die Vor- der Arbeiter thätig sei. Diese Frage sei auch für würfe Haffe's seien nicht berechtigt. die Ermittelung der Arbeitslosigkeit wichtig( Adresse des Präsident Dr. Bödicker spricht für die Spalten 18 und 19, früheren Arbeitgebers). Erst dann, wenn beim Gewerbebogen ein indem er gegen den bayerischen Bevollmächtigten polemifirt. Es Individualverzeichniß aufgestellt werde, hätten wir eine Grup fei nicht richtig, über die Details der Formulare zu votiren. pirung der Personen des Haushaltes und in der Eine Enquete dürfe bei passender Gelegenheit Rechtsfragen fon- Gewerbezählung eine Gruppirung der Menschen in der trolliren, er erinnere an die Tabatenquete u. f. w. Das oberste Betriebsstätte. Er wiederhole die Bitte, den Versuch zu Prinzip bei dieser Frage sei, hier eine feste Thatsache machen. 1 gegenüber den bisher schwankenden Zahlen und damit eine Grundlage für die Gefeßgebung zu schaffen. Auf die Frage: Wie viele Versicherte giebt es? habe man bis jezt feine Antwort. Abg. Hasse: Er wisse, daß die Formulare von Sachverständigen herrührten, aber es fehle ein Programm, was mit der Erhebung gemacht werden solle, und es habe die Vorlage den Bundesrath noch nicht paffirt. Es sei zwar im höchsten Grade wünschenswerth, daß die Zahl der Versicherungspflichtigen festgestellt werde, aber es werde tein richtiges Ergebniß. Eoll der Versicherungspflichtigen, die Abg. Schoenlant mit Recht die Bedeutung der Störarbeiter| find, so Recht zu sprechen, wie es dem Rechtsbewußtsein die das Haben der Versicherungspflichtigen hervorgehoben habe. Aber die Störarbeiter schaffte zum theil des Voltes entspricht. Speziell sind die politischen Vergehen ermitteln solle, tönne leicht zu falschen Ergebnissen führen wegen auch daheim; die Frage sei deshalb schwierig zu beantworten. solche, die aus der Entwickelung des Zeitgeistes hervorgehen; Unkenntniß, wegen Buchung in Büchern statt in Karten bei Die Hausindustrie sei ein fortgesetter Anlaß zum diese eignen sich deshalb besonders dazu, von Laien abgeurtheilt den Knappschaften u. f. w. Der Zweck der Erhebung sei die Elend, die Störarbeiter feien günstiger gestellt. zu werden. Wäre das Laienelement so ungeeignet zur RechtKontrolle, es sei aber nicht Aufgabe der Berufsstatistik, ein Unterstaatssekretär v. Rottenburg: Er stimme dem Ab- sprechung, weshalb läßt man es dann oei den Militärgerichten Kontrollmittel für den Bollzug eines polizeilichen oder geordneten Schoenlank zu, daß die Feststellung wissenschaftlich zu. Gerade bei den Miiltärgerichten, die doch das Ideal der fozialpolitischen Gesetzes zu sein. Ein dringender Grund im interessant sei. Aber es sei ein modus in rebus, ein Maß in Stonservativen sind, werden Laien zur Rechtsprechung heranJuteresse der Versicherungsanstalten bestehe nicht für diese Er- den Dingen. gezogen, denen es auch noch an Lebenserfahrung fehlt. Die Gemittelung; die Landes- Versicherungsanstalten tönnten selbst ton-| Der Vorsitzende: Es sei nicht abzusehen, wie sozial- schworenen sind auch deshalb den Berufsrichtern vorzuziehen, weil trolliren. Seine Regierung habe ferner einzuwenden, daß das Alters politisch die Ergebnisse der Erhebung vewerthet würden. sie in der Rechtsprechung feine alltägliche Beschäftigung sehen, sondern und Invaliditätsversicherungs- Gesetz große Erregung hervorgerufen Auch die Schoenlank'sche Frage sei deshalb nicht ohne Bedeutung; an diesen feierlichen Akt mit einer größeren Frische herantreten. habe, und daß die Einschaltung der Frage 19 böses Blut machen das Resultat lönne eventuell bei gesetzgeberischen Fragen nußbar Staatssekretär Nieberding sagt, daß der Vorlage der Gegemacht werden. Er empfiehlt den Schoenlant'schen Vorschlag. danke zu grunde liegt, gewissen Stömungen in der Bevölkerung Abg. Hasse: Es zeige sich, daß die Formulare nicht eine Direktor v. Scheel: Die Frage nach den Störarbeitern sei Rechnung zu tragen und gleichzeitig einige Mißstände zu be Vorlage des Bundesrathes, sondern ein Erzeugniß anderer Kreise überflüssig. feitigen, die nach Ansicht der Regierungen in dem gegenwärtigen sei. Es sei die Frage, ob man nicht die Erörterungen Bustand bestehen. Die Schwurgerichte müssen entlastet werden, abbreche, bis die Vorlage der Regierungen da wäre. Oder denn in einem Jahre sind den Schwurgerichten in Preußen aber man solle die Wünsche des Reichstages bei den Formularen 3500 Fälle zur Aburtheilung überwiesen worden. Die Leute, welche ausgiebig zum Ausdrucke bringen. zu Geschworenen herangezogen werden, müssen entlastet werden. Das, was die Regierungen 1876 in schweren Kämpfen durch ein Rompromiß errungen haben, werden sie nicht wieder preisgeben. 20 v. Lenthe würde die Anträge verstehen, wenn man alle politischen Vergehen an das Schwurgericht verweisen wolle. Dieses sei aber so leicht nicht durchführbar, denn nicht die strafbaren Handlungen an sich sind politisch, sondern die Motive, welche zur That geführt haben. 1876 hat man aus Bayern mit getheilt, daß dort die Geschworenen fast sämmtlich wegen Preßvergehen Angeklagte freisprachen. Ein solches Resultat wollen die Regierungen aber nicht für ganz Deutschland herbeiführen. Munckel führt aus, daß die Berufsrichter nicht Direktor v. Scheel: Diese Auslegung sei von außerordent deshalb parteiisch sind, weil sie parteiisch sein licher Tragweite. Es sei eine unbefugte Neugierde, vom wollen, sondern weil sie nicht unparteiisch Arbeiter die Adresse des Unternehmers zu erfahren. In Ungarn sein tönnen. Wolle man Rücksicht auf die materielle Be habe man Arbeiter nach dieser Adresse gefragt und daraus eine laftung der Bevölkerung nehmen, dann sei diese Rücksicht viel Gewerbestatistik fonstruirt, eine sehr anerkennenswerthe Arbeit. beffer bei den Militär- und Steuerfragen als bei der RechtAber das Unternehmen habe eine unmenschliche Arbeit gemacht, fprechung angebracht. Schränkt man die Wirksamkeit der Schwurdaß die ungarischen Statistiker versicherten, sie würden es nicht gerichte nach der einen Seite ein, dann kann man sie nach der wieder thun. In einem Industrie staat wie Deutschland sei anderen Seite erweitern, und dazu eignen sich besonders die solch ein Verfahren undurchführbar. Herr Hasse wolle die Ver- Preßvergehen, weil diese in der Deffentlichkeit begangen werden Abg. Schoenlant: Der Reichstag habe über den schiedenheit von Wohnort und Arbeitsort ermitteln, was und weil hier der Thatbestand flar ist. Inhalt des Gesetzes, über den methodisch statisti- für wenige große Städte interessant sei. schen Kern zu entscheiden. Den Wunsch des Präsidenten Bödicker Abg. Hasse: Unsere großen Städte seien bedeutsam für möchte er gern erfüllen, aber sein statistisches Gewissen die ganze Bolkswirthschaft, die Wohnungspolitik tomme in Frage. verbiete ihm, dafür zu stimmen. Es würde ja noch zu lebhaften In Sachsen z. B. seien Wohnort und Arbeitsort( Erzgebirge 2c.) Auseinandersetzungen im Bundesrathe kommen, Bayerns Regierung fehr oft getrennt. Der Einwand mit der unberechtigten Neufei gegen Spalte 19. gier" aus dem Munde eines Statistikers wie des Herrn v. Scheel seze ihn in Verwunderung. Bei noch maliger Abstimmung wird mit allen gegen eine Stimme die Aufnahme der Spalte 19 abgelehut. Abg. Hasse: Die Frage Spalte 18 fei nicht auf die Arbeiter über 16 Jahre zu beschränken, sondern auf alle Arbeiter auszudehnen. Abg. Schoenlant beantragt, in Spalte 18 die Morte; für Personen über 16 Jahre zu streichen. Bundesrathsbevollmächtigter v. Landmann: Spalte 18 müsse fallen, da sie bedingt sei durch Spalte 19. Präsident Bodicker plädirt für Beibehaltung der Spalte 18. Direktor v. Scheel: Der Fortfall der Worte: über 16 Jahre mache der Statistit etwas mehr Arbeit. Auf eine Anfrage des Unterstaatssekretärs v. Rottenburg antwortet Abg. Hasse, daß die Frage der Gingemein dung und damit der Besteuerung 2c. von Bedeutung sei, den Unterschied der Wohn- und Arbeitsbevölkerung festzustellen. Der Gegensatz zwischen den Hauptergebnissen der Gewerbe- und Berufszählung in bestimmten Bezirken sei zu ermitteln, da ja die 3ahl der Schlosser z. B. in der Gewerbezählung, wo sie z. B. im Maschinenbau verschwänden, eine andere wäre, als in der Berufszählung. Das gabe eine Fehlerquelle für die Verbraucher der Statistit. Unterstaatssekretär v. Rottenburg: Man solle nicht, um einzelnen Gemeinden, für die die Eingemeindungsfrage in betracht komme, eine Arbeit abzunehmen, diese Frage stellen. Der Antrag Schoenlant wird angenommen. Der Vorsitzende( Abg. Schneider): Man solle Stellung zu der Anregung Haffe's nehmen, ob man die Sache vertagen Abg. Schoenlant schlägt vor, daß die Gemeinden wolle, bis sie vom Bundesrath vorgelegt worden sei. und die Landesregierungen das Recht haben, 3 usu 3 Abg. Sa chße( fons.) erklärt namens seiner Fraktion, fragen zu stellen. Wenn den Regierungsvertretern gewisse daß er der Anregung Haffe's folgen werde. Fragen nicht paßten, fragten fie: Cui hono? Wem nüßt es? Abg. Hasse will, daß die Berathung fortgesetzt werde. Abg. Hasse fiimmt Schoenlant bei und bedauert, daß die Es geschieht demgemäß. Zur Berufsstatistit führt derselbe großen städtischen statistischen Aemter nicht in der Redner aus, daß im Erwerbsleben viele einen Beruf ausübten, Lage seien, Busaßfragen zu stellen. Er schlage vor, daß seine Frage der im Mißverhältniß zu ihrer Berufs vorbildung als Bufagfrage gestellt, und daß eventuell grundfäßlich das Recht sei. Es sei ein großer Schritt, die Berufszählung in dieser der Zusaßfragen festgestellt werde. Richtung zu erweitern, die Haushaltungsliste genügt hier. für nicht, dazu seien Individual- zähltarten nöthig. Unterstaats- Sekretär v. Rottenburg spricht gegen eine derartige Erweiterung, die den Fragebogen erheblich belaste und Direktor v. Scheel: Die Frage Haffe's belafte die Frage bogen, er( Scheel) und Blendt, Direktor des preußischen statistischen Bureaus, seien nicht darüber einig geworden, ob fie ursprünglichen Beruf( Juristerei ausübten oder nicht. Er sei der Ansicht, er übe ihn nicht aus, Blend Dagegen nicht. Die Frage sei im Verhältniß zur Belastung der Formulare nicht werth, gestellt zu werden. Der Vorsitzende: Vorläufig solle die Frage betr. Der Zusatzfragen nicht erörtert werden. # Staatssekretär Nieberding: Wenn Sie einer Vorlage gegenüber, die wesentlich auf einem Entgegenkommen der Regierung beruht, noch ein weiteres Entgegenkommen verlangen, dann ist es undankbar ein solches Verlangen zu stellen. 1876 gaben die Regierungen in manchen Stücken nach, weil es sich um den Preis der Rechtseinheit handelte. Es ist eine Illusion, heute zu glauben, daß jetzt die Regierungen weiter gehen würden. Vollmar: Um Dank und Undank handelt es sich in der vorliegenden Fragenicht. Durch den Druck der öffentlichen Meinung ist die Regierung gezwungen worden, auf die Forderungen der Berufung in Strafsachen und der Entschädigung unschuldig Verurtheilter einzugehen. Hier handelt es sich nicht um ein Geschent, welches die Regie: rung giebt, sondern um ein bestehendes Unrecht, welches gemildert oder beseitigt werden soll. Will die Regierung sich nur um den Preis auf die Milderung oder Beseitigung bestehenden Unrechts einlassen, daß andere wichtige Rechtsgarantien dafür geopfert werden, dann werden wir gegen die ganze Vorlage stimmen. Das Schwurgericht in seiner jezigen Form und Besetzung ist nicht unser Ideal und wir sind uns wohl bewußt, daß hier oft das Klaffenintereffe zu schiefen Urtheilen führt; aber nach den Ere fahrungen, die wir in Bayern gemacht haben, halten wir die Geschworenen mehr geeignet über Preßdelikte zu entscheiden, als ie Berufsrichter. Wir wünschen, daß alle politischen Vergehen durch Geschworene abgeurtheilt werden und wenn dort mehr Freisprechungen vorkommen als bei Berufsrichtern, dann sei dieses durchaus kein Unglück. Er und seine Partei würden es mit Freuden begrüßen, wenn wir vollständige Preßfreiheit hätten und alle Aeußerungen der Presse straffrei wären. Die Debatte wurde dann bis Donnerstag vertagt. Lokales. Unterstaatssekretär v. Rottenburg: Er habe feine Hintergedanken bei der Frage: Cui bono? teinen wesentlichen Zweck habe. Die geplante Aufnahme ver- Direktor v. Scheel: Das Bedürfniß der einzelnen Ge- Eine ,, Dentfche Gesellschaft für volksthümliche Naturfolge feine wissenschaftlichen Absichten, sondern einen pratti- meinden könne bei der Volkszählung befriedigt werden, bei der kunde" wurde am 1. Februar in einer Verfaminlung gegründet, fchen politischen 3wed. Was nüze die Hasse sche Berufszählung folle nur den Landesregierungen das Recht auf worüber uns folgendes berichtet wird. Die Einladung war von Frage: Welchen Beruf hast Du erlernt? Welchen Beruf übst Bufahfragen zugebilligt werden. dem bekannten Astronomen Geheimrath Förster und einigen Du aus? Abg. Weiß: Auch die Eisenbahn- Tariffragen kommen in anderen Fachleuten unterzeichnet worden, etwa 40 Personen Abg. Hasse: Für das Militäranwärter- Wesen, für die betracht bei der Frage nach der Adresse des Arbeitgebers. hatten sich eingefunden. Professor Förster erläuterte zunächst Subalternbeamten trete ein Mißverhältniß hervor, das die Aehnlich äußert sich Abg. Sachße. den Statutenentwurf, wonach der Verein den Zweck hat, die Frage herausfordere, ob es nicht besser sei, den Beamten von Abg. Hasse: Man sei in der peinlichen Lage nichts über Stenntniß der Natur und ihrer Gebilde, die wissenschaftvornherein eine Berufsausbildung zu geben, als sie aus dem Hand- das Programm zu wiffen; man wisse nicht, ob das Material lichen Resultate der Naturforschung in gemeinverständlicher wert u. 1. w. herüberzunehmen. Es genüge ihm, daß im Prozentral oder dezentralisirt bearbeitet werde. Im§ 2 Form immer weiteren Kreisen des Volts zugänglich zu tokoll festgestellt werde, die Frage sei angeregt worden. Der Vorlage fiehe, daß auch die Landesregierungen das Material machen und das Interesse für die Natur zu wecken und zu bes aufbereiten fönnen. leben. Zu diesem Zwecke sollen gemeinverständliche öffentliche Direktor v. Scheel: Die meisten Staaten hätten bisher ihr Vorträge gehalten, Bilder und Experimente vorgeführt werden laterial felbft bearbeitet, einige thüringische Staaten, Olden- und zwar sowohl in verschiedenen Theilen von Berlin und den burg u. a. hätten ihr Material dem statistischen Reichsamt Bororten als außerhalb. Die Mitglieder sollen auch die Zeitzur Bearbeitung übergeben. Die Reichsregierung habe sich schrist Natur und Haus" zu einem Borzugspreise erhalten. Eine interessantere Debatte entspann sich nur über die Art bisher gehütet, hier einen Zwang auszuüben. Viele Staaten Der Vorträge. Statutenentwurf hatte vorgesehen, wollten schon aus statistischen Ehrgeiz ihr Material bearbeiten. der Die meisten Staaten würden auch diesmal so verfahren, so daß Nichtmitglieder bei den Vorträgen ein Eintrittsgeld d. B. Preußen, Bayern. zahlen follten. Hiergegen wurde von verschiedenen Rednern geltend gemacht, daß der Verein in erheblichem Maße nur wirken fönnte, wenn die Vorträge völlig unentgeltlich wären. Arbeiter feien nur im stande höchstens ein ganz unbedeutendes auf jedes Eintrittsgeld zu zahlen, am besten sei es, zu verzichten, wie es der Humboldtverein in Breslau hue. Ein anderer Redner meinte zwar, daß der Verein feine Wirksamkeit auf die gebildeten und besitzenden Klaffen" beschränken solle, Geheimrath Förster hielt ihm aber entgegen, daß nach seiner Erfahrung in diesen Klaffen das Interesse und Bes dürfniß nach naturwissenschaftlicher Bildung sehr gering sei, während gerade in Arbeiterkreisen das lebhafteste Interesse an der Naturkunde und der stärkste Bildungstrieb gefunden wurde. Da es von allen Seiten als selbstverständlich angenommen würde, daß dies gemeinnützige Unternehmen irgend eine namhafte Unterstützung von wohlhabenden Leuten vor der Hand nicht zu erwarten habe, und da manche Arten von Vorträgen sehr erhebliche Kosten verursachen, was bei andern wieder nicht der Fall ist, einigte man sich dabin, entgeltliche und unentgeltliche Vorlesungen neben einander zu veranstalten. Der Borsigende schließt sich den Ausführungen Scheel's an. Abg. Schoenlant beantragt, daß der Referent der Rommission in seinem Berichte an das Haus von der Erörterung der Frage Notiz nehme. Der Antrag wird angenommen. Abg. Hasse: Die Fragen 12 bis 14 feien nun zu be: sprechen. Er wünsche, daß man in Erfahrung brächte, wieviel Betriebe es giebt, wo nur Betriebsleiter, wo ein Betriebsleiter mit einer Person und so fort bis zu zehn Personen vorhanden feien. Direktor v. Scheel: Ein Plan für die Zusammenstellung sei noch nicht gefaßt, da man die endgiltigen Beschlüsse noch nicht fenne. Es werde aber so detaillirt wie möglich ge arbeitet werden, diese Detaillirung sei als nothwendig empfunden worden; die Eintheilung von 1882 hätte nicht genügt. Der Vorschlag Hasse, die Adresse des Arbeitgebers mitanzugeben, wird angenommen. Die nächste Sigung findet Sonnabend, den 9. Februar, 10 Uhr vormittags, statt. * Die Justiz- Kommission des Reichstages beschäftigte sich in der Dienstag Sizung mit den Anträgen der sozialistischen Mitglieder und dem des Abgeordneten Munckel. In diesen Anträgen wird verlangt, daß die Preßvergehen den Schwurgerichten zur Aburtheilung überwiesen werden sollen. Zur Begründung des Antrages der Sozialdemokraten führt der Abg. Vollmar aus, daß im Jahre 1876 bei Schaffung der Justizgesetze die National liberalen für einen gleichlautenden Antrag eingetreten find. Erst Abg. Hasse: Er wünsche die Eintheilung: 1-2, 3-5, als die Regierungen sich geweigert haben, hat man in dem traurigen 6-10, 11-20 Gehilfen. Kompromiß dieses und manch anderes wichtiges Voltsrecht preisUnterstaatssekretär v. Rottenburg: Man wolle fest- gegeben. Der Richterstand hat selbst das größte Intereffe daran, daß ftellen, wie groß der Umfang des handwertsmäßigen Bedie politischen Prozesse den Geschworenen überwiesen werden, denn triebes sei und, wie sich der Entwickelungsgang vom Klein- nichts schädigt so sehr das Vertrauen, als wenn die Richter in gewerbe zum Großgewerbe vollziehe. Man werde zwar politischen Prozessen zu urtheilen haben. In anderen Ländern, nur ein Annäherungsbild erhalten. 8. B. in Frankreich, werden alle politischen Prozesse durch Geschworene abgeurtheilt, soweit geben die vorliegenden Anträge nicht. Hier wird nur verlangt, daß das, was in Bayern schon zu recht besteht, für ganz Deutschland eingeführt wird. Die Kommiffion erklärt sich mit der Spezialifirung der Betriebe nach der Gehilfenzahl einverstanden. Abg. Schoenlant regt nochmals die Fixirung der Zahl der Störarbeiter an und schlägt vor in Spalte 12 zu fragen: im Hause der Kunden gegen Lohn. Direktor v. Scheel: G3 sei nicht leicht, die Störarbeiter fest zustellen, reine Störarbeiter gebe es nicht, sie tämen nur in einer ganz geringen Zahl von Gewerben vor. Es wurde darauf ein Ausschuß von dreißig Mitgliedern gewählt, der während des nächsten Jahres die Sache in die Hand nehmen soll. Von diesem Ausschuß hängt es ab, ob dabei etwas heraus. Die Konservativen v. Buchta und Heinburg sind fommt, das unsere Anerkennung und Unterstützung verdient oder Ohne Zweifel ist ein Bedürfniß nach gediegenen Gegner der Schwurgerichte. Sie glauben, daß die Richter zur nicht. im arbeitenden Volie Unparteilichkeit erzogen und deshalb viel eher in der Lage sind, naturwissenschaftlichen Vorlesungen und wenn der Verein folche unentgeltlich ein gerechtes Urtheil zu fällen als die Laien. Der letztgenannte vorhanden, geeigneter 6ll Redner glaubt, für die Schwurgerichte sind nur die Herren und Zeit, nachmittags also Sonntag Abg. affe schließt sich den Ausführungen Scheel's an. von der Presse und diejenigen, welche sich selbst nicht trauen und oder abends veranstaltet, so tann er fich ein großes Verdienst Andrerseits verlangt gerade jegt ein solches Untere Eine große sozialpolitische Bedeutung habe die Frage nicht, glauben, daß sie mit dem Strafgeseh in Konflikt kommen tönnen. erwerben. wissenschaftlich und systematisch sei die Frage sehr interessant. In Diese Leute hoffen, daß sie bei Geschworenen eher ohne Strafe rehmen nicht blos guten Willen, sondern Entschiedenheit und Epalte 12 weibe leider nach zwei verschiedenen Dingen gefragt; davon kommen. Ferner treten die Anwälte für die Schwur- Rückgrat. In den Kreisen, die die Umsturzvorlage befürworten es sei vielleicht angängig, die Frage in zwei Spalten zu gerichte ein, weil es ehrenhafter und profitabler ist, vor einem und alle freien Plätze Berlins mit Kirchen bebauen, wird der beantworten, um eine richtige Antwort zu erhalten. Verein allenfalls geduldet werden, solange er sich nur an die Schwurgericht zu vertheidigen. Abg. Weiß empfiehlt den Vorschlag Schoenlant's, in vielen Schröder will für die politischen und Preßvergehen kein Gebildeten und Besitzenden" wendet, aber direkt angefeindet Bezirken Bayerns bildeten die Störarbeiter die Mehrheit der Ausnahmerecht schaffen, jedoch will er den gegenwärtigen zu werden, sobald er versucht, auf das Volk zu wirken. Man erArbeiterschaft( Glaser, Schuster, Schneider Nähterinnen u. f. w.) stand in Bayern erhalten wissen, weil dieses ein Recht der mere sich, daß der Zentrumsmann Groeber im Reichstage grave die öffentlichen naturwissenschaftlichen Vorträge als staatsgefähr Direktor v. Scheel spricht gegen den Haffe'schen und den Krone ist. Schoenfant'schen Vorschlag, ebenso der Unterstaatssekretär Lenzmann führt aus, daß das bayerische Reservatrecht lich denunzirt hat. Läßt sich der Verein trotzdem nicht von seinem v. Rottenburg. nicht ein Recht der Krone, sondern ein Recht des bayerischen Biele abbringen, so werden wir die ersten sein, die seine Ver Es wird folcher Abg. Schoenlant begründet eingehender seinen Vorschlag. Boltes ist. Er findet es begreiflich, daß die Richter die Laien fammlungen den Arbeitern empfehlen. nicht gar einmal bedürfen; die Ir In Altbayern, im System der Einzelhöfe u. s. w. spielten die nicht selbständig urtheilen lassen wollen, während sie die Schöffen Empfehlungen werden von die felbst in gerne neben fich haben. Er glaubt, daß gerade die Juristen beiter Störarbeiter eine große Rolle. Borträge strömen, wenig dazu dazu geeignet auch wenn sie ein Eintrittsgeld von einigen Groschen Bundesraths Bevollmächtigter 2andmann erklärt, daß wegen ihrer einseitigen Ausbildung wenig A " zahlen müssen, denn sie haben im Verhältniß zu ihrem Eine| Gasmesser Kosten nicht berechnet. Bestellungen auf Gas- 1 Elendsstatistik. Jm Männerasyl des Berliner Asylvereins Tommen immer noch mehr Geld für ihre Bildung übrig, als die zuleitungen sind an die Revier- Inspektionen zu richten, die nähere für Obdachlose nächtigten im Januar d. J. 9548 Personen, im Bourgeoisie. Aber einstweilen wiffen wir noch nicht, wie der Auskunft ertheilen. Die Amtsstuben der Revier- Inspektionen, zu Frauenasyl 995 Personen. Der Verein erbittet Arbeitsnachweis Ausschuß die Sache betreiben wird. Neben bedeutenden Männern denen die einzelnen Häuser gehören, sind auf dem Gasmesser für Männer Büschingstr. 4, für Frauen Büschingstr. 5. der Wissenschaft sind in ihn Leute gewählt worden, standzettel angegeben. も deren Vergangenheit Wegen des Verdachts der Falschmünzerei ist am und jebige Stellung nicht die geringste Gewähr dafür giebt, daß sie die Aufgabe bruar, wurde ein braver Genosse unter starter Betheiligung der nach dem Amtsgerichtsgefängniß in Köpenick gebracht worden. Aus Pankow wird uns berichtet: Am Sonntag, den 3. Fe- Montag der Klempner Kalts aus Alt- Glienicke verhaftet und der naturwissenschaftlichen Bildung des Volkes mit der nöthigen hiesigen Arbeiterschaft zur legten Ruhe gebettet. Emil Der Verdacht ſtüßt sich darauf, daß zufällig bei ihm Formen und Entschiedenheit anfassen werden. Hat man es doch für angemessen Otto, der erst seit ungefähr Jahresfrist mit seiner Familie am Metall gefunden wurden. gefunden, die Redakteure des Lokal Anzeigers" und der„ Boff hiesigen Orte wohnte, hat sich in der Zeit seines Weilens unter Beitung" hineinzuberufen. Auch der unvermeidliche Bürger uns eifrig an unserer Bewegung betheiligt. Er war Mitglied des 27 Jahre alten Handlungsgehilfen Ferdinand Tolle, der in dem Nicht aufzuklären gewesen ist bis jetzt der Selbstmord des meister Kirchner und der Stadtverordneten- Vorsteher Langerhans Arbeitervereins für Pankow und Umgegend" und bis vor Sause Artilleriestraße 3a ein möblirtes Zimmer bewohnte. Er gehören dazu. Also heißt für uns die Losung:„ Abwarten"! furzem Mitglied der Boykottkommission und that, was in feinen hat sich, nachdem er am Montag Mittag aus dem Geschäft nach un Der amtliche Bericht über die Audienz, welche die städtische Kräften stand, bis ihn sein franker Zustand jede fernere Thätig- Hause zurückgekehrt war, auf dem Sopha in seinem Zimmer eine Deputation mit der Dankadresse beim Kaiser hatte, ist nunmehr feit verbot. Sein früher Tod- er ist 36 Jahre alt geworden Revolverfugel in die rechte Schläfe gejagt, ohne daß er einen vom Berliner Magistrat den bürgerlichen Blättern zugesandt ist eine Folge der herrlichen sozialen Zustände in der heutigen Grund dafür vorher angegeben hätte. Seine Wirthsleute haben worden. Aus dem Wortlaut der Ansprache, welche danach der besten der Welten. Defter arbeitslos, hatte er sich an ihm allerdings ein gedrücktes Benehmen in der letzten Zeit deutsche Kaiser bei der betr. Gelegenheit an die Vertreter der bei der Suche nach Arbeit eine eine Lungenentzündung bemerkt, finden aber keine Erklärung für die That. Der Vater, städtischen Behörden gerichtet hat, wollen wir zwei zugezogen, welche ihn bald auf das Krankenbett nieder ein Kaufmann in Hildesheim, ist sofort durch Drahtnachricht Stellen hervorheben, die auch für unsere Leser auch für unfere Leser zum warf, von dem er nicht wieder aufstand. Am Freitag, hierher gerufen worden. theil einiges Intereffe haben werden. Der Kaiser den 1. Februar, war das Leben von ihm gewichen. Ein Prolehat nach dem Bericht zunächst gesagt es liege ihm sehr viel tarier hatte ausgerungen.- Dem Sarge folgten nach den Durch das nubedachtsame Zuschlagen einer Koupees daran, daß die Erinnerung an die glorreichen, vor 25 Jahren nächsten Verwandten des Verstorbenen der fast vollzählig er: thür ist am Montag Nachmittag auf dem Bahnhof Friedrichdurchlebten Zeiten namentlich auch in der Bürgerschaft wach schienene Arbeiterverein" und viele Frauen und Kinder der Ge- ftraße ein schwerer Unglücksfall herbeigeführt worden. Gegen erhalten würde. Deshalb habe er nach langem leber noffen. Der Arbeiter Gesangverein„ Echo" sang ein der Feier zwei Uhr warf ein junger Mann beim Aussteigen eine Koupeelegen den Plan gefaßt, die Standbilder der Fürsten unseres entsprechendes Lied. Der Vorsitzende des Arbeitervereins legte thür des Nordringzuges mit solcher Wucht zu, daß einer hinter Landes in seiner Hauptstadt Berlin aufstellen zu lassen. Denn im Namen des Vereins einen Kranz mit großer rother Schleife ihm aussteigenden Frau Sanders, welche die rechte Hand in die was das Auge sebe, daran werde das Herz erinnert." Und am Grabe nieder und widmete dem Verstorbenen einen furzen Thürfüllung gelegt, sämmtliche Finger abgequetscht wurden. In weiter: Er hoffe nun aber auch, daß die gesammte Nachruf. Ehre seinem Andenken! dem Unvorsichtigen wurde der 19jährige Arbeiter Karl Rahmte Bevölkerung ohne Unterschied des Bekennt ermittelt, während die Schwerverletzte in der königlichen Klinik nisses und der politischen Parteien, auch in ZuJu der ersten öffentlichen Lesehalle wurde am Sonntag, die erste Hilfe erhielt und dann nach ihrer in der Königsberger funft und in schweren Zeiten einmüthig und treu zu ihrem was den Besuch und die Bücherentleihung anbetrifft, die bis jetzt straße belegenen Wohnung geschafft wurde. Fürsten halten und es ihm erleichtern werde, seine schwere tagen die Anzahl der Besucher sich auf 322, 279, 355 und 320 ich mann, der auf dem hiesigen Anhalter Bahnhofe beschäftigt höchste Ziffer erreicht. Während an den vorhergehenden Sonn- Selbstmord beging am Montag Abend der Gepäckträger Pflicht zu erfüllen." belief, verkehrten am 3. d. M. in der Zeit von 10-1 Uhr vor- schmann, der auf dem hiesigen Anhalter Bahnhofe beschäftigt mittags und 5-10 Uhr nachmittags in der Lesehalle 365 Per- war. Er war frank, begab sich nach dem Bahnhof Friedrichstraße sonen. Die Zahl der entliehenen Bücher stieg von 144, 101, 113, und erhängte sich auf dem Abort. 158 auf 184. Leider erweisen sich die Räumlichkeiten immer mehr als völlig unzureichend. 11 Nachklänge vom Boykott. In der gestern abgehaltenen Generalversammlung des Böhmischen Brauhauses theilte Herr Direktor U. Knoblauch, den Aktionären mit, daß der Absatz fich im vergangenen Jahre auf 135 000 Tonnen belaufen habe, dies bedeute gegenüber dem Vorjahre einen Minderabsatz von 25 000 Tonnen. Der Boytott habe das Geschäft sehr ungünstig beeinflußt, indem die Gesellschaft 275 Runden verloren habe, von denen erst einige zwanzig zurückgewonnen worden seien. Die Brauerei habe voraussichtlich noch lange unter den Folgen des Boykotts zu leiden. Die Dividende, welche im vorigen Jahre 12 pt. betrug, wurde auf 9 pet. festgesetzt. " " Ueber die Vertheilung von Frühstück an hungernde Gemeindeschul Kinder, die der Verein zur Speisung armer Kinder und Nothleidender" eingestandenermaßen zu dem Zweck betreibt, um die Empfänglichkeit der Proletarierkinder für die Lehren der Prediger des Umsturzes" zu mindern, finden sich ausführliche Angaben in dem Anhang des Buches Die Speisung armer Schulkinder" vom Pfarrer Cesar, das von der Vereins Vorsitzenden A. Blumenfeld übersetzt ist. Die Angaben beziehen sich auf den Winter 1891/92, dürften jedoch für die Frage, wie start die Zahl der hungrig zur Schule fommenden Gemeindeschul Kinder mit dem Fortschreiten des Winters anschwillt, auch heute noch beweisträftig sein.( Eine Aufstellung für eins der folgenden Jahre ist uns nicht zu Gesicht ge= tommen und ist wohl auch taum weiteren Kreisen zugänglich ge= macht worden.) Die Mittheilung, daß gegenwärtig infolge des andauernd strengen Frostes die Nachforderungen der Gemeindeschul- Rektoren für die Frühstücksvertheilung fast aufs doppelte der sonst dafür aufgewendeten Summen gestiegen sind, wird durch die Aufstellung für den Winter 1891/92 bestätigt. Die Zahl der gespeisten Kinder stieg im Laufe jenes Winters z. B. in Schule Nr. 25 von 2 auf 10, Nr. 29 von 13 auf 17, Nr. 33 von 8 auf 22, Nr. 36 von 20 auf 30, Nr. 39 von 4 auf 30, Nr. 50 von 4 auf 16, Nr. 63 von 3r. 63 14 auf 28, Nr. 77 von 8 auf 40, Nr. 82 von 10 auf 30, Mr. 84 Don 15 auf 42, Nr. 89 von 7 auf 20, Nr. 96 von 28 auf 50, Nr. 110 von 4 auf 48, Nr. 118 von 2 auf 18, Nr. 115 von 10 auf 40, Nr. 124 von 6 auf 14, Nr. 157 von 3 auf 18, Nr. 158 von 8 auf 25, Nr. 163 von 2 auf 18, Nr. 166 von 4 auf 56, Nr. 173 von 24 auf 36, Nr. 188 von 5 auf 14, Nr. 190 von 30 auf 60. Das ist nur eine Auswahl, die zugleich zeigt, daß das Bedürfniß nicht nur zu verschiedenen Zeiten, sondern auch an verschiedenen Schulen sehr verschieden ist. Auf einigen Schulen wurde fein einziges Kind gespeist, auf anderen 70-80. Maßgebend ist dabei außer der Stellung, die die betreffenden Reftoren dem Nothstand und dem Verein gegenüber einnehmen, die Frequenz der Schule und vor allem die Stadtgegend. : eröffnet worden. Die Gebühr für ein Gespräch bis zur Dauer Der Fernsprechbetrieb zwischen Berlin und Opladen ist von 3 Minuten beträgt 1 M. Polizeibericht. Am 4. d. M. vormittags fiel eine Frau in der Potsdamerstraße infolge eines Fehltritts hin und erlitt eine Verstauchung des Rückgrats. Auf dem Güterbahnhofe der giren zwischen die Puffer zweier Wagen und wurde auf der Ringbahn Haltestelle Weißensee gerieth ein Arbeiter beim RanStelle getödtet. Nachmittags wurde ein Gepäckträger in der Von der gleichmäßigen Heiligkeit der Ehe bei Juden Bedürfnißanstalt des Bahnhofs Friedrichstraße erhängt vors her" Boff. 3tg." vom letzten Sonntag( unter wieder 41 der des Bürgersteiges ein Mann hin und erlitt eine schwere Gehirns und Christen zeugen die folgenden zwei Annoncen, die wir in gefunden. Vor dem Hause Wasserthorstr. 48 fiel beim einigen Heirathsvermittelung dienenden Annoncen) finden: 1. Heiraths- erschütterung. Ein Handlungsgehilfe erschoß sich in seiner vermittelung nur für vornehme christliche Kreise. Anonym Papier- Wohnung in der Artilleriestraße. Im Laufe des Tages fanden forb. Off. u. A. 3. 8, Postamt 12." 2.„ Schadchen für feinste fieben kleine Brände statt. israelitische Familien angelegentlich empfohlen. Anonym unberücksichtigt. Adr. unt. X. X. 20, Postamt 12." Die Annoncen stehen direkt untereinander und ähneln einander in auffälliger Weise. Die fleinen Abweichungen sehen fast wie absichtlich gemacht aus. Ueberdies sollen auch die Offerten nach demselben Postamt gesendet werden. Vielleicht handelt es sich hier um ein und dasselbe Heirathsbureau, das je nach Wunsch und Bedarf einen jüdischen und einen christlichen Kompagnon für die ehrenwerthe Kundschaft bereit hält, die durch Umsturzparagraphen vor der sozialdemokratischen Kritik geschützt werden soll. Witterungsübersicht vom 5. Februar 1895. Stationen. Swinemünde. Hamburg Barometers reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke (- 121258 BBB Wetter wolkig halb bedeckt bedeckt bedeckt Temperatur 50.= 4° R.) -7 762 బి 764 M -11 762 • NW -9 761 N B -5 758 . Schnee -10 759 NNW halb bedeckt -8 769 NO 1 . 763 DSD 8 bedeckt bedeckt -22 1 769 . 762 • • OND ND 3 3 wolkig halb bedeckt 1 -11 Arbeiterrisiko im Reiche des Herrn Thielen. Geradezu Berlin erschreckend häufig erwächst in letzter Zeit der Presse die Pflicht, Wiesbaden. über Unglücksfälle im Bahnbetriebe zu berichten. Auch heute ist München. wieder ein furchtbarer Vorfall zu registriren, der sich am Montag Wien Vormittag auf dem Bahnhof Weißensee zugetragen hat. Der Haparanda bereits seit acht Jahren auf der dortigen Station beim Rangiren Petersburg der Wagen angestellte Arbeiter Albert Bresler, in der Sedan Cork. straße in Weißenfee wohnhaft, gerieth beim Rangiren zwischen Aberdin. zwei Puffer und dem Unglücklichen wurde der Brustkasten vollParis tändig eingedrückt, so daß der Tod wenige Minuten darauf eintrat. Der Todte hinterläßt Frau und mehrere Kinder. Bekanntlich wird die überaus anstrengende Arbeit der Rangirer und ähnlicher Leute im Durchschnitt mit einigen zwanzig Groschen pro Tag bezahlt. Und dafür haben die Arbeiter Tag für Tag mit dem Tode zu rechnen! · Wetter- Prognose für Mittwoch, 6. Februar 1895. Ziemlich trübes, nebeliges Frostwetter mit leichten Schneefällen und schwachen nördlichen Winden. Berliner Wetterbureau. இயர் Kunst und Wissenschaft. nichts weiter. Die Kunst Ueber weitere Unglücksfälle auf der Eisenbahn wird berichtet: Am Sonntag Nachmittag war der Eisenbahnarbeiter Stoffel bei dem. Rangiren auf dem hiesigen Anhalter Bahnhofe thätig. Hamburger Theaterzustände." Der Schriftsteller Philipp Dabei ist er wahrscheinlich auf das Trittbrett eines Wagens gefallen und mit den Beinen zwischen dieses und die eiserne Kanal Berges plaudert in einem kritischen Briefe: Vergnügungslokale, brüde gerathen. Er hat ziemlich erhebliche Quetschungen der d. b. dem reinen, von Nebengedanken freien Vergufigen gewidmete Beine erlitten. In der Nacht zum Dienstag endlich hatte der Lokale, sind auch unsere Theater Schuhmann Schulz, der früher Rangirer war und am 1. April läuft so nebenher, und wenn es sich gerade einmal fügt, daß v. J. in feine letzte Stellung übergetreten war, das Unglück, auf man sie anwenden kann, dann wird diese Thatsache von sämmtnoch nicht genau ermittelte Weise unter einen Zug zu gerathen. lichen Rezensenten und Regisseuren, mehr noch von den letzteren, Er hatte seine früheren Kollegen in Tempelhof besucht und wollte unendlich gefeiert. Wehe aber dem Rezensenten, der es etwa um Mitternacht nach Berlin zurückkehren. Ihm wurden wagt, zu tadeln, oder gar sich wie andere Sterbliche beide Beine abgefahren und der Tod trat gegen 3 Uhr morgens Dann tommt der Herr Regisseur, dem im Elisabeth- Krankenhause, wohin man den Verlegten gebracht hatte, ein. Wegen Beleidigung von Kommunalbeamten, diesmal eines Gemeindelehrers und eines Armenkommissions- Vorstehers, sind, wie im„ Gemeindeblatt" mitgetheilt wird, wieder zwei Verurtheilungen erfolgt, und zwar zu zwei bezw. einer Woche Gezu irren. fängniß. Die in den legten Monaten im„ Gemeindeblatt" mit als Diener seines Herrn ein Theil der Presse zur Vergetheilten Verurtheilungen lauteten fast ausnahmslos auf Ge fügung steht, und kläfft den Unglücklichen zähnefletschend an, ohne fängniß, während bisher geringere Geldstrafen ziemlich die Regel bildeten. Es hat also thatsächlich, wie es im vorigen Sommer Töpfer Schmidt'schen Eheleute, die mit ihren drei 7, 5 und befinden sich jetzt bekanntlich ganz in den Händen des Hofrath Verhaftet wurden am Montag Abend gegen 8 Uhr die daß die ganze übrige Presse sich regte, um sowohl gegen den Kläffer, wie gegen seinen Herrn Front zu machen. Unsere Theater in Aussicht gestellt wurde, bei den Gerichten zu gunsten der be: 1/2 Jahre alten Kindern im Quergebäude des Hauses Huffiten- Bollini, Hochwohlgeboren, des unsterblichen Entdeckers von Herrn leidigten oder sich beleidigt glaubenden Kommunalbeamten straße 59 seit dem 1. April 1894 wohnen. Der Ehemann Max Bötel. Hofrath Pollini ist sicherlich unter den Theaterdirektoren eine strengere Anwendung der Strasbestimmungen Geltung er Schmidt ist 31, die Ehefrau Marie, geborene Heyn, 30 Jahre der größte Geschäftsmann, unter den Geschäftsmännern der größte langt. de Also sei hübsch bescheiden, Berliner Bürger, und zügle deine alt. Sie werden beschuldigt, ihre am 2. Dezember 1889 geborene Zunge, wenn du Steuern zahlen oder sonst ein Anliegen bei den Tochter feit längerer Zeit derart törperlich mißhandelt Theaterdirektor. Niemand ist so sehr von seiner Größe und Ungestrengen Herren Kommunalbeamten vorbringen willst. Andern- u haben, daß der Tod in der Nacht zum 3. d. ein- ist ihr immer wohlgethan. Gine innige Freundschaft verbindet fehlbarkeit überzeugt, als die Hamburger Presse. Was er thut, irat. Die Leiche macht einen grauenhaften Eindruck: der ganze auch, leider, die Pollinischen Institute und die Presse. Erst jetzt falls Rummelsburg! Körper zeigt eine braune und blaue Färbung, und ein Theil desselben wieder giebt Herr Pollini zum Besten des Unterstützungsfonds Sachen der elektrischen Hochbahn sind dem B. T." sieht aus, als ob das Kind auf einen glühenden Gegenstand ge- des Journalisten- und Schriftsteller- Vereins von Hamburg- Altona aufolge sämmtliche Verhandlungen zum Abschluß gelangt, so daß setzt worden ist. Das Haar scheint an einzelnen Stellen aus der Firma Siemens u. Halske, welche die Ausführung der Bahn gerissen zu fein; der Ernährungszustand muß der denkbar eine Extravorstellung, bei der er felbft gewiß fein übles Geschäft macht. Allein wiederum hat er sich doch einen großen Theil der übernommen hat, nichts mehr im Wege ſtebt. Selbst die Frage, ichtend the sewe en fin lebend Preſſe, der zu diesem Verein in Beziehungen ſieht, verpflichtet. ob das moderne Werk die Andacht frommer Offiziere in der schen Wohnung wird auf grund örtlicher Nachfragen berichtet, Gs wäre beffer, bie Hamburger Presse suchte ohne die Liebespreußisch- romanischen Mirbachkirche stören könnte, ist selbst daß die kleine Hedwig beständig in der Wohnung gehalten wurde gaben des Hofrathes auszukommen, die Freiheit der Kritik wird verständlich zu gunsten der Kirche endgiltig gelöst worden. und nur zwei Mal seit April v. J. auf dem Hofe gesehen durch Dankesverpflichtungen, die ihr wie Ketten anhangen, wahr. In weitem Bogen wird um das Institut herumgefahren. worden ist. Fast täglich ist jämmerliches Geschrei aus der lich nicht gefördert. Als das„ Thalia Theater" aus den Händen In Stadtbahn. Der Betrieb in der Stadtbahn wird sich in der Weise voll- Wohnung der Eltern gedrungen, so daß Mitbewohner schon längst des alten Maurice in diejenigen Pollini's überging, hoffte ziehen, daß einestheils Züge verkehren werden von der War- die Absicht hatten, der Polizei Anzeige zu erstatten. Wenn die man, für die vertriebene und gemißhandelte moderne Kunst schauer Brücke, dem Schlesischen Thor, Kottbuser Thor, Wasser- älteste Tochter Margarethe gefragt wurde, weshalb denn ihre neue Hoffnungen fassen zu können. Thöricht genug freilich thor, Halleschen Thor, ber Möckernbrücke bis zum Botsdamer estig er betra en und grundlos. Aber es blieb nicht nur dabei, daß man das Play und umgekehrt, sowie andererseits vom Bahnhof Zoologischer artig und bekommt immer Schläge." Vom Vorderhause kann schon arg versimpelte Publikum mit Possen und Schwänken überGarten der Stadtbahn über den Wittenbergplatz, Nollendorfplatz, man aus der Wohnung des Maschinisten Porath in die Schmidt schüttete, nein, auch die Novitäten wurden seltener. Heißes Dennewitzplatz bis zum Potsdamer Play und umgekehrt, sowie schen Räume hineinsehen, und es war von hier aus bemerkt Blut", eine unendlich leere, geistlose Gesangsposse, wird an unserer endlich durchgehende Züge von der Warschauer Brücke, dem worden, daß Hedwig nicht am Mittagsmahl theilnahm. In ersten und vornehmsten Konversationsbühne augenblicklich zum Stralauer Plaz, Schlesischen Thor, Kottbuser Thor, Wafferthor, bezug hierauf gab Margarethe die Auskunft, ihre Schwester sei etwa zwanzigsten Mal durchgefaut, daneben geht die französische Halleschen Thor, Möckernbrücke, Dennewisplay, Nollendorfplatz, magenkrank und dürfe nicht viel essen. Frau Porath hat auch„ Madame Sans Gêne", mit der die Saison bereits eingeleitet Wittenbergplatz bis zum Bahnhof Zoologischer Garten der wiederholt gesehen, daß der Vater das Kind mit einer Wichs- wurde. Das„ Stadttheater" ist an Novitäten ganz ebenso arm bürfte auf den Kopf schlug; eine andere Zeugin will bemerkt nur in der Oper leistet es Besonderes. Wer indeß Stücke Die städtischen Gasanstalten bequemen sich, der Noth ge- haben, daß Schmidt ſeine Tochter gegen die Kochmaschine ge- modernen Geistes sehen will, der muß in die Region der TingelDie städtischen Gasanstalten bequemen sich, der Noth geworfen hat. War das Kind einmal am Fenster sichtbar, so angel hinabsteigen, denn hier liegt das Boltstheater"( die horchend, jezt zu einer großen Rücksicht auf die Bedürfnisse hatte es verschwollene Stellen im Gesicht. Als dem des Publikums. Die Verbreitung der elektrischen Beleuchtung Vater mit einer Anzeige gedroht wurde, wußte er die Betreffen- großem Glück und Verständniß Hauptmann's Weber“ und„ Han frühere Bentral- Halle"), eine Bühne zweiten Ranges, die mit und wesentlich die jammervollen gewerblichen Verhältnisse haben den mit der Aeußerung, daß sie dann selbst hineinfallen würden, nele", Ibsen'sche Stücke u. f. w. zur Aufführung bringt. Die in den städtischen Gasanstalten nämlich eine weitere starke Ab einzuschüchtern. Als Margarethe Schmidt am 3. b. M. nach legte Novität dieser Bühne war das Schauspiel" Rabbi David", nahme der Gaserzeugung zur Folge gehabt. Im Vierteljahr ihrer Schwester gefragt wurde, äußerte fie: Ach, die ist ja welches im Frühjahr 1894 zuerst am Meininger Hoftheater aufOftober- Dezember 1894 find 36 667 000 kubikmeter Gas hergestellt toot." Nun wurde der Behörde Kenntniß von den früheren geführt wurde und große Sensation erregte. worden, in demselben Zeitraum des Vorjahres aber 87 048 000 Worgängen gegeben und auf grund dieser Schilderungen und Kubikmeter, so daß sich eine Minderleistung von nicht weniger einer Besichtigung der Leiche erfolgte die Festnahme der Eltern. 381 000 Rubikmeter ergiebt. Durch die städtischen Gleichzeitig wunde die Leiche zur gerichtsärztlichen Feststellung Gasanstalten wurden Ende Dezember 1894 25 239 öffent der Todesursache beschlagnahmt. Die beiden übrigen Kinder liche und 943 057 Privatflammen gespeist. die find im Waisenhause untergebracht worden. Benuhung des Gases zum Kochen Der gerächte Gendarm. Der Krawall in Nowawes, der Heizen zu erleichtern und zu fördern, werden von jetzt ab den In Gefahr befanden sich am Montag Abend die Passagiere sich am 20. Februar v. J. daselbst abspielte, hat für den Ne Abnehmern von was aus den städtischen Gasanstalten in geeig- des um 6 Uhr 45 Minuten vom Schlesischen Bahnhofe ab- batteur der Berliner Zeitung", Xaver Franz Wißberger eine neten Fällen für Aufstellung des besonderen Gasmessers, der zur gelassenen Südringzuges dadurch, daß furz vor der Station Anklage wegen Beleidigung zur Folge gehabt, die gestern vor Erlangung des um 20 v. H. billigeren Preises für Koch- und Bellevue ein Reifen an der Maschine sprang. Die schadhafte der 9. Straftammer des Landgerichts I verhandelt wurde. Die Deizgas erforderlich ist, und für Legung der Rohrleitung bis zum Lokomotive mußte durch eine neue ersetzt werden. Berliner Zeitung" brachte in ihrer Nummer 44 vom als Um b 27 " Gerichts- Bettung. " " 22. Februar v. J. einen Artikel aus Nowawes, in welchem von habe. Das mußte um so mehr auffallen, als der Gendarm[ nach dem Stoß, der nicht den Maschinenraum direkt, sondern einem großen Krawall Mittheilung gemacht wurde, der durch Preuße ein Organ derjenigen Behörde sei, die für die öffentliche die unmittelbar dahinter liegende Abtheilung traf, übernahm der einen angeblich total betrunkenen Gendarmen verursacht Sicherheit zu sorgen habe. Er habe vor allen Dingen die er- Obermaschinist Neussell die Oberleitung der Maschine. Das erste sein sollte. Es wurde folgendes erzählt: Der Gendarm forderliche Selbstbeherrschung zu zeigen. Das ganze Auftreten war, die Schotten zu dichten und alle Pumpen anzustellen. Nach Preuße habe den Auftrag erhalten, einen in der des Beamten sei derart gewesen, daß man ihn sowohl für„ furchtbar 10-12 Minuten war aber so viel Wasser in den MaschinenQuisenstraße wohnenden Kellner Müller zu verhaften. erregt", als auch für„ betrunken" halten konnte. Der Gerichtshof raum gedrungen, daß das Personal, nachdem die SicherheitsEr habe diesen Auftrag in total betrunkenem Zustande aus- erachtete den Wahrheitsbeweis nicht geführt; allerdings decken sich die ventile geöffnet worden waren, nach oben eilen mußte. Das geführt, und plöglich mit gezüchtem Säbel zwei kleine Hunde ver- Beugenaussagen nicht, der Gerichtshof folge jedoch den Wahr- elektrische Licht verlöschte, aber alle Nothlampen brannten. folgt, so daß es dem Verhafteten gelungen sei, zu entfliehen. Er nehmungen der vielen einwandsfreien Zeugen, namentlich des Auf Deck batten sich mittlerweile alle aus dem Schlafe habe geglaubt, daß er in die Wohnung des Webers Bergemann Dr. Strehlow, welche die Trunfenheit bestreiten. Die Beugin geweckten Passagiere versammelt. Wenn in einigen von England geflohen sei, sei dort eingedrungen und habe sich wie ein Hedrich habe der Gerichtshof für unglaubwürdig erachtet. Ander gekommenen Berichten gesagt wird, die Kajüts Passagiere Rasender geberdet. Er habe sofort ein Spinde mit solcher seits habe der Gerichtshof erwogen, daß die äußeren Beichen einer hätten nicht herauskommen können, so wird dem von Vehemenz durchsucht, daß zwei Vasen vom Spinde herunterfielen, großen Erregung und einer Trunkenheit für Laien nicht leicht zu geretteten Personen der Schiffsmannschaft bestimmt wider er habe mit dem Säbel unter dem Bett herumgefuchtelt und unterscheiden seien. Nach Ansicht des Gerichts sei erwiesen, daß sprochen. Die Passagiere haben sich meistens, wenn auch fürchterlichen Lärm gemacht. Der Vorfall habe einen großen Gendarm Preuße nicht betrunken war. Das Urtheil lautete auf nothdürftig, bekleiden tönnen. Es herrschte nicht die geringste Menschenauslauf verursacht, der immer mehr anschwoll, als der 200 Mart Geldstrafe und Publikationsbefugniß für den Panit, was ausdrücklich im Widerspruche zu der Aussage einiger Gendarm taumelnd auf die Straße gekommen sei. Letterer habe Beleidigten. geretteter Passagiere betont werden muß. Die vom Kapitän das Publikum wiederholt gefragt, ob er betrunken sei, dann habe er seinen Säbel gezogen und den Revolver zur Hand Eine Polizeibeleidigung vor der Kammer Brause: v. Goeffeln in ruhiger aber bestimmter Weise gegebenen Befehle wurden von der Mannschaft und den Passagieren gegenommen. In der Nauenerstraße sei er offensiv gegen das wetter. Zu der geſtern von uns veröffentlichten Gerichtswissenhaft befolgt. Daß die Frauen und Kinder nach der Bublikum losgegangen und habe einen Revolverschuß abgefeuert, verhandlung wird uns mitgetheilt, daß in der Versammlung vom Steuerbordseite beordert wurden, geschah deshalb, weil nach durch den der Arbeiter Hermann Wiesener am Auge verletzt 20. Auguſt, die in der Verhandlung eine Rolle spielte, nicht der aller Meinung dort die meiste Aussicht bestand, die Boote gut worden sei. Außerdem seien mehrere Personen durch Säbelhiebe Genoffe Mehner, sondern der Böttcher Georg gesprochen hat. zu Wasser zu bringen. Leider gelang dies gar nicht, weil das verletzt. Der Auflauf sei immer toller geworden, namentlich nach- Eine Auflage wegen Beleidigung der Polizei wurde Schiff unvermuthet nach dieser Seite überholte und dann rasch dem Preuße blindlings in die Menge hinein geschossen habe. am Montag gegen den Handelsmann Saß vor dem Schöffen- verfant. Ob ein Boot von der Steuerbordfeite fortgekommen Preuße habe an jenem Tage viel Schnaps getrunken und sei gericht I hierselbst verhandelt. Dem Saß wurde zur Laft gelegt, ist, weiß keiner der Geretteten mit Bestimmtheit anzugeben. Bon überhaupt dem Trunte ergeben. Die Menge sei durch die Vor- in einer Versammlung der Händler gesagt zu haben: Die Schuß der Backbordseite wurden zwei Boote herabgelaffen. Das so gänge so aufgeregt worden, daß sie den Gendarmen mit Bier lente treiben sich in Berlin auf den Straßen herum, um die vielfach betonte Durch bauen der Taue betraf nur diejenigen Taue, fruten und Steinen bombardirt. So der Inhalt des Artikels, fliegenden Händler wie ein gehettes Wild von einer Straße mit denen die Boote befestigt werden; diejenigen Taue, mit denen der nach Angabe des Angeklagten von einem zuverlässigen Pots in die andere zu jagen und um sie rücksichtslos zu die Boote heruntergefiert werden, blieben selbstverständlich intakt. damer Berichterstatter herrührte.- Gendarm Preuße be- denunziren, und genirten sich dann vor Gericht nicht, Das eine der beiden Boote kommandirte der 2. Offizier Hellmers. Es streitet, an jenem Tage betrunken gewesen zu sein. Er habe an die 3 Finger hochzuheben und zu schwören, wodurch die Ver- war mit Frauen und Kindern gefüllt, schlug aber um, bevor es vom jenem Tage Termin in Potsdam gehabt und allerdings mehrere urtheilung der Händler herbeigeführt wird. Für die Händlerinnen Schiffe frei werden konnte. Von den Insassen wurde nur Frl. Böcker Gläser Bier im Laufe des Tages getrunken, nach seiner Meinung sei die Folge der vielen Denunziationen die Prostitution. Der gerettet. Das gerettete Boot konnte sich nur mit großer Mühe vom fei er aber durchaus nicht betrunken gewesen. Die Flucht des Staatsanwalt beantragte eine Gefängnißstrafe von 4 Monaten. sinkenden Schiffe freimachen. Die Infaffen mußten stundenlang bei der verhafteten Kellners habe ihm allerdings in große Erregung ver- Der Gerichtshof erkannte auf 25 M. Geldstrafe, indem hochgehenden See hart rudern, dann versuchte man, mit einem setzt und es sei richtig, daß beim Durchsuchen eines Spindes in er in Uebereinstimmung mit den Ausführungen des Segel weiter zu kommen; dabei mußte immerwährend das überder Bergemann'schen Wohnung zwei Vasen zur Erde gefallen seien. Vertheidigers, Rechtsanwalts Heinemann, dem Angeklagten kommende Wasser ausgeschöpft werden. Die Wildflower" Die aufgereizte Voltsmenge habe ihn auf der Straße arg den Schutz des§ 193 zubilligte. Beleidigend wegen brachte ihre Hilfe gerade noch zu rechter Zeit, da feiner der bedrängt und mit dem Rufe: Haut die Blechtöpfe der gewählten Form sei nur der Vorwurf, daß die Schutz- Bootsins affen die Kälte, die Anstrengungen und Entbehrungen die„ Blizableiter", die Bluthunde" Steine, Blechkannen 2c. auf leute die Händler wie ein gehetztes Wild durch die Straßen jagen. wohl faum länger als eine Stunde noch ertragen hätte. ihn geworfen und als er durch einen Hieb mit einer Bierfrufe In der Aeußerung von dem Hochheben der drei Finger fonnte am Kopfe arg verlegt worden, habe er von seinem Revolver Ge- der Gerichtshof mit dem Vertheidiger den Vorwurf des Meinbrauch gemacht. Gendarm George: Er sei von dem stark be- eids nicht finden, den der Staatsanwalt aus diesen Worten drängten Preuße zu Hilfe gerufen worden. Der Krawall hatte heraushören wollte. eine bedenkliche Ausdehnung angenommen und sämmtliche Beamten, die herbeieilten, seien in großer Gefahr gewesen und auch theilweise verlegt worden. Der Gendarm Preuße habe plöglich von einem Manne einen heftigen Schlag über den Kopf erhalten, so daß er start blutete; er( 3euge) habe ihn selbst noch aufgefordert, auf den Entfliehenden zu schießen und darauf habe Preuße losgeschossen. Letzterer mußte nach dem OberlinKrankenhause gebracht werden, er sei sehr erregt, aber durchaus nicht betrunken gewesen. Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Halle behauptet, daß der Gemeindevorstand von Nowawes einen Antrag auf Versehung des Gendarmen George an den Landrath gerichtet habe, weil derselbe bei der aus jenem Krawall entftandenen Schwurgerichtsverhandlung in Potsdam gegen die Ein. wohnerschaft von Nowawes sehr animose Bemerkungen gemacht, dieselbe als Pöbel" bezeichnet habe 2c. Gendaru George giebt zu, daß ein solcher Antrag gestellt sei, aber feinen Erfolg gehabt habe. Die Bewohner von Nowawes seien ihm feindlich gesinnt. Gendarmen Zeugen Wolff und Rösicke, der Amtsdiener Semmler, Brauereibesiger Hildebrandt und Gastwirth Schmidt stimmen darin überein, daß der Gendarm Preuße zwar sehr erregt, aber durchaus nicht betrunken gewesen sei. Sie kennen ihn als einen nüchternen Menschen. Dr. Selow, welcher den Gendarmen Preuße seinerzeit verbunden hat, bestreitet gleichfalls die Trunkenheit. Die Kommission der Tabatarbeiter. Da Preuße bei seiner Einbringung in das Krankenhaus schwankte, Die Provinzial Kommission der Tabakarbeiter für habe er sich von diesem anhauchen lassen, aber nichts von einem Lübeck und beide Mecklenburg stellen den Leitern von Proteft Alkoholgeruch wahrgenommen. Das Schwanken sei auf die er Versammlungen gegen die Tabatsteuer folgende Fragen zur Belittene Gehirnerschütterung zurückzuführen. Auch der Amts- antwortung: a) wieviel Personen haben theilgenommen an einer vorsteher Mücke und drei andere Beugen haben Preuße feineswegs Protestversammlung? b) war es eine Voltsversammlung oder für betrunken gehalten. Ganz anderer Meinung ist eine Tabatarbeiter- Versammlung? c) traten Gegner gegen die der Schankwirth Faupe. Er hat den Preuße gesehen, angenommene Resolution auf und wie viel? wie er die Straßen wie ein Betrunkener entlang taumelte. Einmal sei An die Metallarbeiter in Schöneberg! Kollegen! Seit er sogar beinahe lang hingefallen. einem Jahre besteht hier eine Verwaltungsstelle des deutschen eines Fuhrwerks überfahren und getödtet. Der auf dem Wagen Gendarm Preuße bemerkt, daß er diesen Zeugen wiederholt Metallarbeiter- Verbandes, die jest 90 Mitglieder zählt. Leider habe anzeigen müssen und daher bei ihm nicht gut angeschrieben gehört ein größerer Theil unserer Berufsgenossen der Organisation sei. Kaufmann Wegner hat das Benehmen des Gendarm " Die Nach einer Meldung der„ Kölnischen Zeitung" aus Antwerpen hat die zum Tode verurtheilte Frau Joniaux gegen das Urtheil wegen eines Formfehlers Berufung zwecks Revision eingelegt. Gewerkschaftliches. " Wie aus London berichtet wird, ist der Postfack Nr. 1 des Dampfers Elbe" bei Southwood aufgefunden worden. Die Nachricht von dem Tode des beim Untergang der„ Elbe" geretteten Herrn Schlegel bestätigt sich nicht. Ein Idyll aus dem Militärstaat. Aus Haniburg wird vom Montag gemeldet: In der vergangenen Nacht wurde ein Offizier des 31. Regiments in dem Wandsbecker Pferdebahnwagen von einem Zivilisten beleidigt. Der Offizier machte von seiner Waffe Gebrauch und verlegte den Beleidiger anscheinend schwer. Die Untersuchung ist eingeleitet. Ein musterhafter Bürgermeister. Die Jnnungsmeister An die Tabakarbeiter Berlins und Umgegend. Die einer kleinen schlesischen Stadt hatten sich über die Ungebühr Tabat: Fabritatsteuer Vorlage der Regierung liegt ihrer Lehrlinge sehr zu beklagen. Sie beschlossen die Anwendung dem Reichstage vor, und nur noch wenige Wochen werden bis der Prügelstrafe gegen die Sünder und der Bürgermeister als zur Entscheidung, vergehen, bis unser Schicksal entschieden ist. Kommissar der Innung beauftragte einen unteren Polizeibeamten Hier gilt es, auf den Plage zu fein und seine Stimme gegen mit der Aufgabe, die betreffenden jungen Leute in Gegenwart dieses Steuerprojekt zu erheben, sich zu wehren mit allen zu des Bürgermeisters, der Lehrherren und des Junungsvorstandes Gebote stehenden Mitteln. Zu diesem Behufe findet am nächsten mit einem Rohrstocke durchzuprügeln. Die Geschichte hatte aber Sonntag eine Protestversammlung der Tabatarbeiter Berlins noch ein Nachspiel. Gegen den Bürgermeister und seinen Unters statt, zu welcher der Reichstags- Abgeordnete Zubeil das Referat gebenen wurde wegen Körperverlegung und Vergehen im Amte übernommen. Wir ersuchen sämmtliche Arbeiter der Tabats gerichtlich eingeschritten. Die Liegniger Straffammer erkannte, branche, zu dieser Versammlung rechtzeitig erscheinen zu wollen. wie die Breslauer Zeitung" mittheilt, gegen den stockprügel. Gleichzeitig ersuchen wir die Tabakarbeiter, mit den Geldsamm- freundlichen Bürgermeister auf 20 M. und gegen den Polizei lungen sich etwas zu beeilen, denn wir brauchen Geld und zwar diener auf 6 Mt. Geldstrafe. Vom Staatsanwalt waren 100 viel Geld. Das bereits gesammelte Geld ersuchen wir schleunigst resp. 25 M. beantragt. abliefern zu wollen. fehr auffallend gefunden, weiß aber nicht, ob dies eine Folge der nicht an. Die Lage unserer Berufskollegen ist gewiß nicht dazu eine Erklärung für diese Nichtachtung der Die Ortsverwaltug. " Ju Liegnitz wurde am Dienstag früh das Dachgeschoß des Mittelbaues der Kaserne des Grenadier Regiments König Wilhelm I.( 2. Westpreußisches Nr. 7) durch eine Feuersbrunst zerstört. Die Feuerwehr und die Mannschaften des Regiments waren dem Feuer gegenüber vollständig machtlos. Der Schaden ist bedeutend. Eisenbahuunglück. Am Montag Nachmittag 1%, Uhr wurden auf dem nicht geschlossenen Ueberwege bei Bude 14 der Strecke Schönebeck- Staßjurt durch die Maschine des von Magdeburg fommenden Personenzuges 85 die beiden Pferde eines stehende Geschirrführer blieb unverletzt und der Wagen wurde nur gering beschädigt. Die Untersuchung ist sofort eingeleitet. Das Portland- Zementwerk bei Heidelberg ist, wie die Die Thätigkeit der Feuerwehr mußte sich auf den Schutz der Neue Badische Landeszeitung" meldet, vollkommen nieder= gebrannt. Der Schaden wird auf etwa 3 Millionen geschäßt. benachbarten Gebäude beschränken. Ueber das Auftreten der Cholera in Konstantinopel und Versammlungen. großen Erregung oder von Trunkenheit gewesen sei. Nach der angethan, Befundung des Berichterstatters der" Potsd. 3tg.". Naethe Gleichgiltigkeit der Kollegen, die sie von der Organisation fern Organisation gegenüber zu finden, vielmehr ist c3 die busch soll Wegner diesem von einem Borfall erzählt hält. Der Lohn ist gering, die Arbeitszeit bis zu 10 und haben, in welchem der Gendarm Preuße einmal bei einem Fest eines Kriegervereins in betrunkenem Zustande 12 Stunden ausgedehnt, dabei die ungeheure Arbeitslosigkeit in unferem Beruf. Es kann keine Aenderung in diesen Verhält unberechtigt Feierabend geboten habe und dabei der Länge nissen eintreten, wenn Ihr nicht den Werth der Organisation zu wird berichtet: Die bisher sporadisch aufgetretenen Cholerafälle nach in den Saal gefallen sei. Zeuge bestreitet dies. Minna Hedrich, deren beide Brüder in Potsdam wegen des schäßen wißt. Der Beitrag im deutschen Metallarbeiter- Verband nehmen seit einigen Tagen hier zu. Die Schiffspässe erhalten Krawalls zu der furchtbaren Strafe von je einem Jahre Ge- beträgt wöchentlich 15 Pf., für die Kolleginnen 5 Pf. Kollegen, thut Gure die Klausel: Einige zerstreute Cholerafälle sind in der Stadt fest fängniß verurtheilt worden sind, behauptet, daß Preuße nach Pflicht und schließt Euch der Vereinigung an. Am Mittwoch, gestellt. Der Gesundheitsrath beschloß eine fünftägige Quarantäne fängniß verurtheilt worden sind, behauptet, daß Preuße nach den 6. Februar, abends 8 Uhr, findet im Lokale des Herrn in den türkischen Häfen gegen Provenienzen aus Konstantinopel. Schnaps gerochen und ihr unfittliche Anträge gemacht habe. Frau Nickel, eine andere Schwester der beiden Brüder Hedrich, wünschen, daß sie von unseren Kollegen recht zahlreich besucht wird. Neval, 5. Februar. Die Rhede ist zugefroren, die Schifffahrt Keßner, Grunewaldstr. 110, eine Versammlung statt, von der wir Verkehr und Wetter. Wolff's Telegraphenbureau meldet: bekundet gleichfalls, daß Preuße betrunken gewesen sei. Derselbe habe ihren Bruder Max, den er auf dem Hofe ihres Hauses eingestellt. Berlin, 5. Februar. Das tgl. Eisenbahn Der Kampf gegen die Gewerkschaften wird, wie es Betriebsamt macht bekannt: Die Strecken Bergen- Krampas, getroffen, umgefaßt und wie zum Tanze sich mit ihm herumgedreht. Schnees Auch in der Küche sei er getaumelt, daß er scheint, von den Leipziger Behörden aufgenommen. Wie Altefähr Bergen Lauterbach sind infolge Triest, beinahe mit dem Kopfe auf die Maschine gefallen sei. Als wir der" Leipziger Volkszeitung" entnehmen, sind die dort be- verwebungen voraussichtlich bis 12 Uhr gesperrt. er dann zu Bergemann herum gehen wollte, sei er so gegen die stehenden ahlstellen des deutschen Holzarbeiterverbandes 5. Februar. Auf der Südbahnstrecke Sankt Peter- Triest ist der Waschleine gerannt, daß der Helm herunter fiel. Er habe sich( Eig Stuttgart), sowie des Verbandes der Glaser gesammte Verkehr wieder aufgenommen worden. ( Siz um den Helm gar nicht bekümmert, sondern sei erst von der gehilfen Deutschlands( Siz Wiesbaden) am Sonnabend von Beugin angerufen worden, doch den Helm mitzunehmen. Er der Polizeibehörde aufgelöst worden. Die genannten Zahlstellen habe start nach Schnaps gerochen. Zeuge Warmbier be- sollen entgegen dem§ 24 des sächsischen Vereinsgesezes mit hauptet dagegen, daß Preuße sofort, nachdem sein Helm herunter- anderen auswärtigen Vereinen in Verbindung getreten sein. gefallen sei, denselben wieder aufgesetzt habe. Auch Frau Der Holzarbeiterverband hatte in Leipzig zahlreiche Mitglieder. Warmbier hat von Trunkenheit des Preuße nichts bemerkt. Gine auf Sonnabend Abend einberufene Versammlung der EinzelDerselbe sei sehr aufgeregt gewesen und habe verschiedene Leute mitglieder diefes Verbandes wurde verboten. gefragt, ob er betrunken sei. Gendarm Preuße bestätigt dies. Die Leute hätten ihn angebrüllt:" Betrunkener Gendarm!" und darüber sei er ganz stußig geworden. worden. Ein Zeuge Engemaun hat früher den Preuße für Bum Untergang der„ Elbe" liegen folgende Meldungen betrunken erklärt, meint jetzt aber, daß er vielleicht nur sehr auf von wesentlicher Bedeutung vor: geregt war. Auch ein Zeuge Friedrich hat den unbestimmten Lowestoft, 5. Februar. Die Besichtigung der Leiche des Eindruck gehabt, als ob Preuße angetrunken war. Frau Jda bei dem Untergang der„ Elbe" um das Leben gekommenen FrieBergemann: Der Gendarm Preuße sei plöglich in ihre drich Ernst wurde heute eröffnet. Der Leichenbeschauer erklärte, Wohnung gedrungen, um nach einem Menschen zu suchen. Er die Untersuchung würde sich wahrscheinlich auf den gesammten habe sie bei seite geworfen und zwei Spinden durchwühlt, so daß Sachverhalt erstrecken. Der Vizekonsul Bradbeer und der Agent Büsten und Vasen herunterfielen. Er habe dann weiter mit dem des Lloyd, Spashett, waren bei dem Verhör anwesend. Aus den AusSäbel unter dem Bett herumgesucht und sei wieder hinaus fagen ging hervor, daß die Brieftasche des Verstorbenen Papiere gestürmt. Sie habe große Angst vor ihm gehabt, denn enthielt mit dem Namen„ Friedrich Ernst" und dem Vermert, er fei fast nicht menschenähnlich" und sehr aufgeregt ge- daß Ernst am 27. Januar 1875 in Magdeburg geboren ist. wesen. Die Beweisaufnahme schließt mit der Ver- Nachdem eine photographische Aufnahme der Leiche behufs lefung der Aussage eines tommissarisch vernommenen Zeugen. Identifizirung derselben durch Verwandte angeordnet war, wurde Dieser bekundet, daß der Gendarm Preuße in trunkenem Zustande die Untersuchung bis zum 26. d. M. vertagt. zwei kleine Hunde, die ihm nichts gethan, mit gezücktem Säbel Aus Bremerhaven, vom 3. Februar wird der, Wes. 3tg." verfolgt habe. Staatsanwalt Strähler hält den Wahrheits- geschrieben: Gestern Abend trafen die von der Besazung der beweis für mißlungen und für erwiesen, daß Gendarm Preuße" Elbe" geretteten Personen mit dem Schnellzuge in Geeftemünde ein, an jenem Tage nicht betrunken war. Die das Gegentheil bes wo ihnen von ihren Familienangehörigen und Freunden der fundenden Zeugen seien befangen und nicht glaubwürdig. herzlichste Empfang bereitet wurde. Die Freude des WiederRechtsanwalt Dr. Halle führte dagegen aus, daß Gendarm fehens wurde allerdings sehr getrübt durch den Hinblick auf das Breuße es war, der den Krawall indirekt verursacht und die gar so kleine Säuflein der Wiedergekehrten. Selbstverständlich Schaulust der Nowaweser Bevölkerung erregt habe. Derselbe wurden sie nicht blos bei ihrer Ankunft, sondern auch im Laufe habe von vornherein ganz außergewöhnliche und anormale Dinge des Tages von allen Seiten bestürmt mit Fragen über den gethan und sein Handtiren mit Säbel und Revolver Verlauf der Ratastrophe und über ihre persönlichen Schicksale. fei um so auffallender, als derselbe gar nicht start bedrängt ge: Zur Zeit des Unfalls hatten die Wache an Deck der 1. Offizier wesen. Das ganze Verhalten des Gendarmen deute doch darauf Glamann und der 3. Offizier Stollberg, in der Maschine der hin, daß dieser sich nicht in einem normalen Zustande befunden 2. Maschinist Budelmann und der 4. Maschinist Log. Sofort abgegeben. Vermischtes. In der Generalversammlung des Arbeiter Bildungs vereins für Friedrichsberg, welche am 22. Januar abgehalten wurde, referirte in einem recht beifällig aufgenommenen Vortrage Genosse Rohrlack über„ Formen und Entstehung des Geldes". An der Diskussion betheiligten sich die Genossen Schichold und Schmidt. Der Kassenbericht vom 4. Quartal ergab eine Einnahme von 86,60 m. und eine Ausgabe von 29,10 M. Unter Verschiedenem beschlossen die Mitglieder, die Versammlungen regelmäßig jeden Dienstag nach dem 15. im Monat und zwar benändig in dem Lokale von Fuchs, Dorfstraße, abzuhalten. Zum Schluß wurde vom Vorsigenden angeregt, das Stiftungsfest, da größere Säle im Orte nicht zu haben sind, in Berlin zu feiern und findet dasselbe am 17. März in Schneider's Gesellschaftshaus, Proskauerstraße, statt. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 8. Februar cr., Abends 84 Uhr, Große Bersammlung der SchleswigSolfteiner mit Frauen im Restaurant des Landsmanns Saß, Martgrafenfraße 102. Verein ehem. Schüler der 18. Gemeindeschule. 0% Uhr, Gr. Frankfurterstr. 30. Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine BaṛD anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Liebig. Kommen Sie zu uns. R. G. 22. Kommen Sie in unfere Sprechstunde. D. 8. Dagegen läßt sich nichts thun.- M. 2. 52. Die Klage dürfte aussichtslos fein.-N.K. Sch. Verjährung ist noch nicht eingetreten. Briefkaffen der Expedition. Die Sammelliste Nr. 1015 mit dem Stempel der Agitationstommission der Bergolder ist in unserer Expedition Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 31. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 12. Sigung vom 5. Februar, 11 Uhr. Am Ministertische: Mittwoch, den 6. Februar 1895. $ 12. Jahrg. Domänen schicken; denn diese sind bereits fertig und nehmen alsbald eine Schadenersatzklage gegen den Hauswirth angestrengt feine neuen Gedanken mehr in sich auf( Heiterkeit); lieber solle und zwar mit Hilfe des ihm bewilligten Armenrechtes, man Regierungsreferendare schicken. und das Amtsgericht I, welches nach§ 23 Nr. 2 des Minister von Hammerstein: Db Mißstände in der Bau- Gerichtsverfassungs Gesetzes für alle Streitigkeiten zwischen verwaltung vorhanden sind, kann ich nach meiner kurzen Amts- Vermiethern und Miethern ohne Rücksicht auf die Höhe v. Hammerstein, Miquel, zeit noch nicht beurtheilen. Daß große Staats- und Gemeindes des Objektes zuständig ist, erkannte dahin, daß der Vermiether, v. Köller und Kommissarien. verwaltungen theurer bauen als Private, sei selbstverständlich; als ihm die streitige Miethsforderung baar auf den Tisch gelegt Auf der Tagesordnung steht zunächst die Fortsetzung der ein Vorwurf gegen die Baubeamten im allgemeinen sei nicht be- wurde, verpflichtet war, die einbehaltenen Sachen freizugeben, bis ersten Berathung des Gefeßentwurfes betreffend die Errechtigt. auf diejenigen Objekte, welche zur Deckung der entstandenen aber richtung einer Generalfommission für die Abg. Gerlich( ft.): Arbeiterwohnungen werden noch nicht festgestellten Gerichtstosten geeignet waren. Da er dies Provinz Ostpreußen. auf den Domänen fo groß gebaut, daß sie kaum zu thun sich beharrlich weigerte, die Sachen ohne ausreichende Abg. Rickert( frf. Vg.): In der Presse heißt es, daß diese zu erheizen sind. Berechtigung dagegen versteigern ließ, so müsse er für den ents Gelegenheit benutzt werden soll, um der Thätigkeit der General- Minister von Hammerstein hält es doch für noth standenen Schaden haften. Da letterer durch Sachverständigen= kommission für Westpreußen und Posen, also im Gebiete der wendig, den Arbeitern bessere, den Anforde- Gutachten mit 1077,50 m. ermittelt worden sei, so sei der beAnsiedelungskommission, ein Ende zu machen und das Renten- rungen der Neuzeit entsprechende Wohnungen flagte Vermiether zu verurtheilen, diese 1077,50 m. nebst güter- Gesetz für diesen Bezirk außer Geltung zu sehen. Wie soll zu geben. Hoffentlich werden die Privatbesiger dem Beispiel Zinsen an den Kläger auszuzahlen und daneben die Kosten des denn das gemacht werden, ohne die Rechtsgleichheit zu verlegen. der Domänen baldigit folgen.( Beifall lints.) Rechtsstreites zu tragen. Das war nun dem Hauswirth keines. namentlich nachdem die Polen gestern erst wieder erklärt haben, Die fortlaufenden und die einmaligen Ausgaben werden wegs angenehm; er hinterlegte die Summe, zu welcher er ver daß sie ihren Eid getreulich halten wollen? Das wäre darauf bewilligt; die eingegangenen Nachweisungen und Ueber- urtheilt worden war und legte Berufung ein. Der Prozeß wurde doch eine ganz ungeheuerliche Politik, und ich glaube fichten werden für erledigt erklärt. durch allerlei Mittelchen durch sechs Jahre hindurchgezogen, bis nicht, daß die Minister darauf einzugehen bereit Schluß 4 Uhr. endlich heute das Landgericht in zweiter und legter Instanz aus Nunmehr wird B. erst noch den Ersatz des nachweisbaren Schadens einklagen, der ihm durch die entzogene Benugung seiner Betriebsmittel erwachsen ist. wären. Zur Beruhigung des Hauses würde es dienen, Nächte Sizung: Mittwoch, 11 Uhr.( Etat der Forsten den Gründen des ersten Richters das erste Urtheil bestätigt hat. wenn einer der Minister darüber eine Erklärung abgeben wollte. und kleiner Etats.) Man sagt, die Generalkommission und die Ansiedelungskommission arbeiten gegen einander; es wäre Aufgabe des Ministers, dagegen etwas zu thun. Das möchte ich dem Abgeordneten Czarlinsti fagen: Bitte, regen Sie sich doch über den Verein zur Förderung des Deutschthums nicht besonders auf, da die Deutschen damit doch nur das Vorbild der Polen nachahmen. Das Ansiedelungsgesetz hat den Polen nicht geschadet. Abg. Dittrich( 3.): Die Ansiedelungskommission habe aller dings die Aufgabe, im nationalen Sinne zur Hebung des Deutsch. thums zu wirken. Aber die Generalkommission solle objektiv ihre Aufgaben erfüllen und solle nicht dazu beitragen, den nationalen Gegensatz noch zu verschärfen. Von einem Fortschreiten der Polen habe man nirgends etwas bemerken können, im Gegentheil sei überall geklagt worden, daß ein Gut nach dem anderen in deutsche Hände übergehe. Allerdings kann man einen gewissen Stillstand in dem Rückgang des Polenthums feststellen. Abg. Motty( Pole) spricht in demselben Sinne wie seine Fraktionsgenossen gestern gegen die Ausführungen der konser vativen Redner und weist nochmals nachdrücklich darauf hin, daß die Polen ihre Zugehörigkeit zum preußischen Staate nicht bestreiten, daß sie ihren Eid auf die Verfassung halten wollen. Damit schließt die Debatte. Die Borlage wird gegen die Stimmen der Polen einer Rom. mission von 14 Mitgliedern überwiesen. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Soziale Leberlicht. Die Bescheinigung, daß sie, vorbehaltlich der Höhe des Krankengeldes, den Anforderungen des§ 75 des Kranten- Ver ficherungs- Gesetzes genügen, ist nachstehenden Kassen ertheilt worden: dem Krankenunterstützungs- Verein in Groß- Saara und Umgegend( E. H.), der Zentral- Kranken- und Begräbnißtaffe für Frauen und Mädchen in Deutschland( E. H.) zu Offenbach a. M. Eine Konferenz der Krankenkassen Vorstände in Brandenburg, die von 22 Rassen beschickt war, beschloß, von den Apotheken bei der Entnahme von Medikamenten 20 pGt. Rabatt zu verlangen. Sollten die Apotheker darauf nicht ein gehen, so sollen alle Medikamente nur in einer Apotheke gekauft werden, ohne Rücksicht darauf, ob diese eine Vergünstigung gewährt oder nicht. die Kammer VI in einem Prozeß Steinberg wider Nölte zunächst Wertmeister oder Arbeiter? Diese Frage hatte zu entscheiden. Es handelte sich hierbei um die Feststellung der Buständigkeit oder Unzuständigkeit des Gewerbegerichts.§ 2 des Gewerbegerichts- Gesezes bejagt nämlich in seinem zweiten Absah, daß als Arbeiter im Sinne des Gesezes Betriebsbeamte, Werf meister und mit höheren technischen Dienstleistungen betraute Angestellte nur dann gelten, wenn ihr Jahres Arbeitsverdienst in Lohn oder Gehalt 2000 m. nicht übersteigt. Das bedeutet, Werkmeister 2c., deren jährliches Lohneinkommen 2000 W. über: eigi, tönnten zwecks Erledigung von Streitigkeiten zwischen sich und ihren Prinzipalen die auf grund des zitirten Gesezes errich teten Gewerbegerichte nicht in Anspruch nehmen. Steinberg, der gegen ein monatliches Gehalt von 190 m. bei Nölte angeb lich als Tabakschneider beschäftigt gewesen ist, aber vor Ablauf des auf ein Jahr geschlossenen Engagements entlassen wurde, verlangte Der städtische Arbeitsnachweis für Dessau ist mit dem 1000 M. Entschädigung. Er berief sich auf seinen schriftlichen 1. Februar in kraft getreten. Vertrag, durch den er seinen Anspruch zu begründen suchte. Gegen die Behauptung des Klägers, er fei nur als Tabat landwirthschaftlichen, forstwirthschaftlichen Maschinen- und Haus. Ausstellung. Die 32. internationale Ausstellung von schneider bei Nölte gewesen und auch nur als solcher engagirt Es folgt der Etat der Gestütverwaltung. Die worden, führte letzterer mehrere Zeuginnen und Zeugen insgegenständen technischer und industrieller Art wird Freitag, den Einnahmen sind auf 2431 770 M., die ordentlichen Ausgaben Feld. Dieselben befundet en, daß Steinberg einige von ihnen 14. Juni bis Montag, den 17. Juni in Breslau abgehalten auf 4 818 780 M., die einmaligen Ausgaben auf 351 930 m. ver- engagirt, ihnen auch d'e Arbeit angewiesen, sowie ihie anfchlagt. richtige Ausführung überwacht und ihnen die er= Die elende Lebenshaltung der großen Masse der reg. forderlichen Handgriffe gezeigt habe. Wie ein Beuge auer Bevölkerung geht flar aus dem legt herausgegebenen fonstatirte, hatte Kläger auch darauf verzichtet, bei der Invali- 4. Bande des Statistischen Jahrbuches deutscher Städte hervor.. ditäts- und Altersversicherung angemeldet zu werden. Breslau hat unter allen Großstädten den geringsten FleischBetrieb etwas beaufsichtigt und nach dem Rechten gesehen haben verbrauch 44 kg jährlich auf den Kopf der Bevölkerung, also will Kläger lediglich deshalb, weil der Beklagte nicht Fachmann noch nicht 14 Pfund täglich! Dafür hat Breslau allerdings neben fei. Die Klage wurde wegen Unzuständigkeit des Görlig den stärksten Pierdefleisch- Verbrauch; in Breslau tommen Gewerbegerichts abgewiesen. Als maßgebend betrachtete auf 1000 Personen jährlich 12, in Görlig gar 16 geschlachtete das Gericht die Thatsache, daß Kläger die Funktionen eines Pferde. Dazu stimmt es ferner, daß die Breslauer ortsüblichen Werkmeisters faktisch ausübte und den Umstand, daß Tagelöhne beinahe die niedrigsten aller deutschen Großstädte find, er sich mit seiner Qualifikation als Werkmeiner ein- und daß nach einer im lesten Hefte der Zeitschrift für Berg, verstanden erklärte, als es sich um die Anmeldung zur Alters Hütten- und Salinenwesen" veröffentlichten Uebersicht die Löhne und Invaliditätsversicherung handelte. Da nun Kläger, führte der der schlesischen Bergarbeiter die schlechtesten in ganz Deutsch Vorsitzende Leo aus, bei Innehaltung seines auf ein Jahr lau- land sind, wobei noch erschwerend ins Gewicht fällt, daß die tenden Kontraktes in diesem Jabre über 2000 m. verdient haben Schichtdauer der schlesischen Bergarbeiter immer noch um ein würde, hätte er nach§ 2 Absatz 2 des Gewerbegerichts- Gefeßes Viertel bis um die Hälfte länger ist als in den anderen Bergamts wegen Unzuständigkeit abgewiesen werden müssen. bezirken. Die Einnahmen werden ohne Debatte bewilligt, ebenso die laufenden und nach einiger Debatte auch die einmaligen Ausgaben. Zur Errichtung eines neuen Zuchtgestüts bei Neustadt an der Dosse werden 21 000 m. verlangt. Der Titel wird nach längerer Debatte über die Kürordnungen, Pferdezucht 2c. genehmigt. Zur Errichtung eines zweiten Landgestüts in der Provinz Westpreußen wird eine erste Rate von 180 000. verlangt. Auch dieser Titel wird genehmigt. Damit ist der Etat der Gestütverwaltung erledigt. Den werden. Entlaffungen von Bergarbeitern stehen wieder in einer ganzen Reihe westfälischer Zechen bevor. Dabei blühen Feierschichten im ganzen Revier. Dagegen bringt die" Rhein- Westf. auf der Zeche„ Minister Stein" demnächst umfassende Betriebs. Urb. 3tg." eine erfreulichere Nachricht aus Eving. Dort sollen vergrößerungen und Neubauten in Angriff genommen werden, nach deren Fertigstellung eine Vermehrung der Belegschaft um 0 Es folgt der Etat der Domänenverwaltung. Bei den Einnahmen( im Ganzen 27 963 000 M.) erklärt Minister v. Hammerstein, daß er natürlich nicht jetzt schon allgemeine Grunt fäße über diesen Zweig feiner Verwaltung aufftellen tönne. Die Domänen sollen auch Einnahmen liefern, aber sie sollen nicht lediglich fiskalischen Interessen dienen, sondern Ein in Aerztekreisen mit großer Spannung verfolgter als Demonstrations- und Versuchsanstalten dienen, um den Land- Prozeß ist Sonnabend vom Landgericht I entschieden worden. wirthen zu zeigen, wie man im Besize des nöthigen Kapitals 3 handelte sich um den Ausschluß des praktischen Arztes Dr. und bei Anwendung der besten Meliorationen wirthschaften Richard Krause aus dem Verein der freigewählten Kassenärzte. muß. Endlich sollen die Domänen als Lehranstalten dienen zwischen dem Vorstande dieses Vereins und Dr. Krause war es für diejenigen Personen, welche Güter verwalten sollen, die zu einem Streit gekommen; der Vorstand beschwerte sich darüber der Besitzer selbst nicht verwalten kann. Auch die Lehrer an bei der Beschn erdekommission, d. h. bei sich selbst. Infolge 500-600 Mann nöthig sein wird. den Landwirthschaftsschulen sollten auf den Domänen ihre dessen wurde Herrn Dr. Krause eine Verwarnung zugeschickt, praktischen Kenntnisse vervollständigen. Endlich sollten die die als ungefeglich von Dr. Krause zurückgeschickt wurde. Aus den Jahresberichten der Gewerbe AufsichtsBeamten, welche in einen Verwaltungszweig eintreten wollen, Nun wurde Dr. Krause aufgefordert, seine Aeußerungen, beamten für 1893 bringt die Köller'sche Korrespondenz täglich wo sie mit der Land- und Forstwirthschaft zu thun haben, sich durch die der Vorstand fich verlegt gefühlt hatte, Heinere Auszüge, welche in ihrer gewundenen Form meist darauf eine Zeit lang auf den Domänen umsehen.( Beifall rechts.) Diezurückzunehmen. Dr. Krause war hierzu nur unter hinauslaufen, daß es gar feine besseren Menschen geben kann, jenigen Landestheile im Westen, welche keinen Domanialbesis der Bedingung bereit, daß der Vorstand seinerseits zuerst als unsere Herren Unternehmer. Aber selbst die unternehmerhaben, find in ihren landwirthschaftlichen Fortschritten zurück- das zurücknahme, wodurch Dr. Krause sich verletzt fühlte. Der freundliche Korrespondenz fann nicht umhin, die Mangelhaftigkeit geblieben hinter den Landestheilen mit Domanialbesib; denn nur Erfolg war die Ausschließung des Dr. Krause aus dem Verem unsrer Sozialgesetzgebung durch Auszüge aus den Berichten zu an dessen praktischem Beispiel lernen die fleinen Landwirthe. durch den Vorstand; die Generalversammlung bestätigte den erweisen, obgleich sie bei der Auswahl recht vorsichtig zu Werke geht. Besonders im Westen tann man feststellen, daß das Vorbild der Ausschluß. Der Vorstand stügte sich bei dem Ausschluß auf ge- So heißt es in bezug auf die Schlafräume in den Ziegeleien an fistalischen Weingüter den Weinbau mehr gefördert hat als wiffe Bestimmungen des Allgemeinen Landrechts, die er offenbar einer Stelle: Der Besitzer eines Ringofens im Bezirk Ostpreußen das Vorbild der Privatbesizer. Der Minister verweist dann auf mißverstanden hatte. Das Gericht entschied jedoch gegen den hatte im Ofenbause in der Höhe der Plattform, und zwar nur die Ergebnisse der Neuverpachtung der Domänen; mit Aus- Verein. Nach gerichtlichem Erfenntniß wurde gemäß dem An- durch eine einfache Bretterwand von dieser getrennt, seit einigen nahme einer Provinz habe sich ein Ausfall an Einnahmen trage des Herrn Tr. Krause erklärt: 1. Der Ausschluß des Jahren eine Wohnung für den Ziegelmeister und dessen Familie namentlich im Osten gezeigt. Jm laufenden Jahre werde sich Klägers aus jenem Verein ist ungefeßlich; Dr. Krause muß eingerichtet. Der Mangel an Luft und Licht in diesen Räumen, Der Ausfall etwas geringer stellen, weil in Schleswig- Holstein wieder aufgenommen werden. 2. Auf Konen des Verklagten, sowie die sich entwickelnden starken Hißegrade und gesundheits fich eine Mehreinnahme ergeben hat. Ausfälle sind namentlich d. h. des Vorstandes, ist das Erkenntniß in dem offiziellen schädlichen Ausdünstungen und Staubarten gaben bereits früher im Osten und auch in Eachsen entstanden ein Borbote der Publikationsorgan jenes Vereins zu veröffentlichen. 3. Die ge- Beranlassung, den Unternehmer durch gütliche Vorstellungen Zuckerfrisis.( Hört! rechts.) Dementsprechend hat sich auch der sammten Kosten des Verfahrens trägt der Vorstand des Vereins zur Beschaffung eines anderweiten Unterfommens Betrag der Pachtrückstände erheblich erhöht und dürfte sich jetzt der freigewählten Kassenärzte. auf etwa zwei Millionen Mark stellen.( Hört! rechts.) Das ist 811 bewegen. Ta diese Bemühungen erfolglos blieben, so mußte ein Beweis für die Krisis der Landwirthschaft. Bei Neuverpach Einem rigorosen Hauswirthe wurde gestern durch Urtheil unter Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen Abhilfe ge tungen, wenn die Pächter die Pacht verlassen müssen, wird sich einer Zivilfammer des Landgerichts I eine sehr heilsame Lehre Aussicht. Nicht selten fanden sich immer wieder unmittelbar auf fordert werden; der Unternehmer stellte nunmehr lettere in eine Mindereinnahme von dreieinhalb Millionen Mart allein für zu theil. Bis zum Jahre 1888- der Prozeß hat über sechs den Ringöfen Schlafstätten, welche aus einfachen Strohlagern die Rübengüter ergeben.( Hört! rechts.) Jahre gedauert- wohnte der Konfektionsschneider Bauer im Abg. von Schalfcha( 3.): Die Anführungen des Ministers Osten Berlins bei dem Hauseigenthümer Päßeldt. Der Mieths beftehen und zun eilen in geringer Entfernung von den Heiz bestätigen meine Behauptung, daß die landwirthschaftlichen Be- vertrag war bereits gekündigt, als der Miether sich außer stande löchern liegen. Die Beseitigung dieser gesundheitsschädlichen und fizungen um die Hälfte ihres Werthes zurückgegangen sind, was fah, zu Beginn des letzten Monats die fällige Mietge mit 25 M. feuergefährlichen Einrichtungen wurde in jedem einzelnen Falle einen Berluft von neun Milliarden ausmacht, also eine Verarmung zu bezahlen. Der Vermiether strengte sofort die Ermissions verlangt. Welche zarte Rücksichtnahme gegenüber dem gegen das Gesetz verstoßenden Unternehmer. Der schneidige Herr des Landes bedeutet. So nachsichtig wie der Staat sind die klage an, hatte schon nach etwa einer Woche ein obanderen Gläubiger der Landwirthe nicht. Deshalb ist es mit be- fiegendes Erkenntniß heraus und setzte nun den Wiether Stück Brotes schwer bestraft wissen will, wird jedenfalls dafür Umurzminister, der die Entschuldigung des Diebstahls eines sonderer Freude zu begrüßen, daß der Minister die fiskalischen mit seiner Familie,„ wie derselbe ging und stand", Rücksichten in den Hintergrund drängen will. Redner verweist auf die Etraße. Möbel, Betten, mehrere Nähmaschinen Sorge tragen, daß die" gütlichen Vorstellungen" in der Folge auf ein fleines Mittel zur Hebung des Getreidebaues, nämlich und sämmtliches Handwerksgeräth nebst werkzeug behielt der Aussicht" gestellte Beschaffung eines Unterkommens sich für mit etwas mehr Nachdruck betrieben werden, damit die ,, in auf die Züchtung guten Samens. Hauswirth ein. B. war buchstäblich dem Elend preisgegeben, da Die Einnahmen aus den Mineralbrunnen find um 573 983 er ohne Werkstätteneinrichtung sein Geschäft nicht weiter betreiben den Arbeiter etwas früher verwirklicht. Mark vermindert; dem steht jedoch eine Minderausgabe von fonnte. 3war gelang es ihm, bei einem Freunde ein Darlehn Eine Arbeitslosenversammlung in Essen, der Stadt, 627 860 m. gegenüber. Es handelt sich um die Verpachtung der zu erhalten, mit welchem er die reftirende Wiethe bezahlen wollte, die durch die Wohlichrtseinrichtungen eines Krupp angeblich Mineralbrunnen Niederfelters, Fachingen und Geilnau. der Vermicther lehnte jedoch die Annahme das reinste Eden für die Arbeiter sein soll, war von etwa 600 Die Kommission beantragt: Die Staatsregierung wird er der Miethe ab und verweigerte die Heraus: Personen besucht. Nach einem Referat des Genossen Sittensucht, Vorsorge zu treffen, daß die zu Heilzwecken dienlichen gabe der Sachen, weil Sachen, weil die Kosten des feld fand folgende Resolution einstimmig Annahme:" In ans Mineralwässer, soweit dieselben aus im Staatsbesitz befindlichen& missionsprozesses noch nicht festgestellt betracht der großen Arbeitslosigkeit in unserer Stadt" verlangt Quellen gewonnen werden, zu einem mäßigen Preise an die waren und daher nicht sofort erlegt werden die heutige Versammlung Arbeitslosen, daß die Ronsumenten abgegeben werden müssen, und daß bei dem Bezuge tonnten, er ordnete auch die sofortige Versteigerung städtischen Behörden sofort Nothstandsarbeiten in Angriff dieser Mineralwässer im Wege des Zwischenhandels der Verkauf der Sachen an, die bei der Zwangsversteigerung den Auktions- nehmen lassen. Die Arbeitslosen verlangen Arbeit und Trödler genannt für einen Spottpreis in die teine Wohlthaten, glauben sich zu dieser Forderung voll. Hyänen" derselben zu mäßigen Preisen möglichst gesichert wird. Die Einnahmen werden bewilligt; der Antrag der Budget- Hände fielen. Nach Abzug von Miethe und Gerichtskosten er- fommen berechtigt, da die Bürgerschaft Essens sich überwiegend aus Tommission wird angenommen. hielt B. nur ein kleines Sümmchen herausgezahlt, mit welchem Arbeitern zusammensetzt, mithin auch die Arbeiter die meisten Bei den Ausgaben bemängelt Abg. Sieg( natl.) ebenfalls er nur der dringendsten Noth steuern, sich aber nicht wieder auf kommunalen Lasten zu tragen haben. Es wurde sedann eine die theuren Bauten auf Domänen; die Baumeister aber würden helfen konnte. Das Unglück blieb ihm treu. Von Gram und Teputation von 5 Mann gewählt, die bei dem Ober- Bürgersich schwerlich belehren lassen. Wenn die Domänen als Lehr- Sorge wurde seine Frau auf das Krankenlager geworfen, von meister vorstellig werden sollte. Von diesem erhielt sie die anstalten dienen sollten, dann sollte man billig und gut bauen. welchem sie erst der Tod erlöile. Die Kinder starben der Reihen- allerdings wenig tröstliche Antwort, daß er eine Verpflichtung der Regierungsassessoren sollte man nicht zur Belehrung auf die folge nach. Heute steht der Mann allein. Nun hatte er aber Behörden, Arbeit zu schaffen, nicht anerkenne. Es seien aber der = " gänzung der Geschäftsordnung angenommen. Sierzu gehört folgender Beschluß, worauf die Kollegen besonders aufmerksam gemacht werden: Die Versammlungen sollen von jetzt an pünktlich um 81/2 Uhr eröffnet und spätestens um 12 Uhr geschlossen werden. Erwägungen im Gange", troßdem Arbeit zu vermitteln. Iftadt Die provisorische Tagesordnung lautet: 1. Bericht des Damit mußten sich die Abgesandten zufrieden geben und ihres General Bevollmächtigten. 2. Agitation. 3. Streits. 4. UnfallWeges ziehen. Ob durch diese Erwägungen" mittlerweile der versicherungsgesetz und Unfallverhütung. 5. Gesetzliche Sicher Hunger vertrieben wird, möchten wir sehr bezweifeln. stellung des Arbeitslohnes für Bauhandwerker. 6. Wahl eines Arbeitslosen Versammlung. General Bevollmächtigten der Maurer Deutschlands, resp. einer außerordentlicher Verbandstag des Zentralverbandes der Maurer dustrie beschäftigten Arbeiter hielt am 28. Januar Kommission. Im Anschluß an diesen Kongreß findet sodann ein Der Fachverein der in der Leberwaaren- InDeutschlands und verwandter Berufsgenossenschaften statt. eine gutbesuchte Bersammlung ab. Nach einem interessanten Vortrag über„ Die Schäden in der Hausindustrie" erklärte sich die Versammlung mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. Von dem Mitgliede Heinke wird der Antrag gestellt, der Gewerkschäftskommission 10 M. zu überweisen. Die Bersammlung stimmt dem zu. Der Arbeitsnachweis befindet Oranienstr. 16 bei May Back. Annahme. In Altona fand am 1. Februar nachmittags eine Arbeitslosen- Versammlung statt, die von etwa 2500 Personen besucht war. Das Referat hielt der Genosse Kimmel- Hamburg. Eine Resolution fand einstimmig Eine Petition, die sich gegen die gegenwärtigen vielen Angriffe auf die Margarine richtet, wird jetzt in Jever zum unterzeichnen ausgelegt. In der Petition wird dargelegt, daß die Landwirthschaft von dem Konsum der Margarine feinen Schaden leide, da sie ja doch die Milch, die dabei verwendet würde, liefere. Sollte, so führt die Petition weiter aus, durch Druck der Agrarier auf die Reichsregierung in dieser Sache die Fabrikation der Margarine beschränkt bezw. in Frage gestellt werden, so würde der Landwirthschaft überhaupt hierdurch kaum ein Nuken erwachsen, da dann diejenige Bevölkerung, welche jetzt Margarine tonsumirt, sich wieder mehr oen minderwerthigen Fetten( Speisetalg 2c.), weil solche wesentlich billiger als Naturbutter, zuwenden, letztere also mit Wegfall oder Beschränkung des Margarineverkaufs faum eine Preiserhöhung erfahren würde. Ueber die Arbeiterwohnungen wurde kürzlich im Münchener polytechnischen Verein ein Vortrag gehalten, in welchem der Referent die ganze Misere hauptsächlich auf das System der Aftermiether zurückführte. Er verlangt, daß die Zahl der Aftermiether auf das denkbar geringste Maß herabgesetzt werde und will der Auswucherung der kleinen Wohnungen dadurch entgegentreten, daß die Kommunen Bauland für Arbeiter wohnungen abgeben. Nach einer dort bekannt gegebenen Statiſti tommen auf ein Haus durchschnittlich in: Bewohner Sterblichkeitsf. pro Tausend Unehel. Geburten 4 pet. 16 29 20 26" 51 London 8(!) 32 35 Berlin Paris Petersburg 52 Wien " 55 24 25 28 41 47 " Ihre Aemter niedergelegt haben die Unternehmer, die in Dresden in den Vorstand der Ortskrankenkasse gewählt worden waren. Mit Sozialdemokraten zusammen vermeinen die Herren nicht arbeiten zu können. Die Raffe wird auch ohne die Herren weiter bestehen. Irren Verpflegungswesen. In den sächsischen Frrenanstalten findet in den nächsten Tagen insofern ein größerer Wechsel statt, als die Verpflegten möglichst in die ihrer Heimath zunächst gelegenen Anstalten, ohne Rücksicht auf den geistigen Zustand ihrer Krankheit übergeführt werden sollen. In dea Coldiger Landes- Frrenanstalt werden jedoch für die Zukunft hauptsächlich nur tobsüchtige, vorbestrafte und aus Strafanstalten überwiesene Jrre beiderlei Geschlechts Aufnahme finden. Gewerkschaftspresse. Die„ Desterreichische Bauarbeiter Beitung" hat aufgehört zu erscheinen und zwar auf Beschluß des vom 24. bis 26. Dezember v. J. in Wien stattgehabten ersten Verbandstages der Bauarbeiter Vereine Desterreichs. An stelle des bisherigen Organes tritt ein neuer Kämpfer: Der Bau arbeiter." M Dersammlungen. 1 V Gine Der Allgemeine Arbeiter und Arbeiterinnenverein hielt am 29. Januar seine ordentliche Generalversammlung ab. Auf Antrag des Kollegen Gerber Adlershof wurde zuBu einer außerordentlichen Generalversammlung nächst der Streit zwischen Gerber und einigen Rollegen in waren die Mitglieder des Wahlvereins für den Adlershof einer Kommission zur Regelung überwiesen. Alsdann 3 weiten Berliner Reichstags Wahltreis am erstattete der Vorsitzende Rollege Jahn den Vereinsbericht für Reichstags- Wahlkreis 30. Januar nach den Oranienhallen berufen, um über die seiner- das verflossene Jahr. Danach haben 16 Vorstandssigungen und zeit angeregte Reorganisation des Wahlvereins endgiltig zu be- 19 Vereinsversammlungen stattgefunden, gegründet wurden die schließen. Der Versammlung lag ein gedruckter Entwurf neuer Filialen Charlottenburg, Adlershof und Alt. Glienicke. Statuten vor, die gegenüber den bisherigen Statuten eine wesent. Filiale für Röpenick und Schenkendorf bei Königs- Wusterhausen liche Aenderung in sich bergen. Genosse Hansen, Mitglied stände in naher Aussicht. Der Vorstand wurde von seiten des der zur Zeit gewählten Fünfzehner- Rommission, der die Aus- Polizeipräsidiums dreimal betreffs der Erhebung der Sonntagsarbeitung des neuen Statuts aufgetragen war, erklärte in seiner ruhe in der chemischen Industrie, der Stearin- und Licht. Einleitung, daß sowohl Gegner, wie Befürworter der fabrikation, sowie im dritten Fall, welcher in der Metallindustrie Reorganisation der Statutenbérathungs- Kommission angehörten, bineingriff. aur Stellungnahme zur Minister Konferens und die Kommission nach. siebenwöchentlicher Arbeit in in Anspruch genommen. Im letzten Fall wurde das dritter Lesung einig wurde über vorliegenden Entwurf. Redner Polizeipräsidium vom Vorstande an die Metallarbeiter= erklärte und begründete Punkt für Punkt die einzelnen Para- Berband verwiesen. Im Namen der Rechtsschutz- Kommission gab graphen des neuen Statuts und empfahl dasselbe den Versammelten der Kollege Krause den Bericht: Dieselbe wurde in drei Fällen zur Annahme. Troß dieser warmen Empfehlung hatten eine in Anspruch genommen. Nachdem gab Kassirer Arndt den Anzahl Genossen die verschiedensten Aussetzungen und Be- legten Quartals- Kassenbericht. Die Einnahmen betrugen 675,96 M., mängelungen, während von der anderen Seite sich eine energische die Ausgaben 521,77 M., sodaß ein Bestand von 154,19 m. vers Befürwortung geltend machte. Bis nach Mitternacht zog sich die bleibt. Die Mitgliederzahl betrug Ende 1893 163, neu beigetreten Debatte hin. Die Abstimmung ergab in der Einzelabstimmung An- find im Jahre 1894 291 Mitglieder. Ohne Buzählung der nabme jedes einzelnen Paragraphen, die Gesammtabstimmung dagegen Schenkendorfer und Köpenicker Mitglieder gehörer. 82 dem weib= brachte die Ablehnung der ganzen Vorlage mit 9 Stimmen lichen Geschlecht an. Der zweite Punkt der Tagesordnung, Wahl des gesammten Vorstandes, ergab folgendes Resultat: 1: Bors Majorität. fizender: Golisch; 2. Vorsitzender: Weber; 1. Schriftführer: Bernau; 2. Schriftführer: Kinner; 1. Rassirer: Arndt und 2. staffirer: Fischer. Zu Revisoren wurden Schumann, Scholz und Bimmermann gewählt. In die Rechtsschutz- Kommission wurden delegirt die Kollegen Krause, Noat, Weise und Rumland. F Daß das gedrängte Zusammenwohnen der großstädtischen Proletarier außer gesundheitlichen, auch moralische Schäden im Gefolge hat, ist richtig, falsch ist, es als hauptsächliche Ursache der Misere" hinstellen zu wollen; die Aftermietherei ist viel Der Sozialdemokratische Wahlverein für den sechsten mehr eine Folge der allgemeinen sozialen Nothlage. Berliner Reichstags Wahlkreis hielt am 31. Januar seine Das Gewerkschaftskartell in Helmstedt( Braunschweig) regelmäßige Generalversammlung ab. Nachdem dieselbe den verhatte, da der Stadtrath ben Delegirten der Arbeitslosen gegenüber storbenen Genossen Schröder in üblicher Weise geehrt hatte, einen Nothstand nicht anerkennen wollte, eine Arbeitslosenstatistik erattete Gleinert den Kaffenbericht für das vierte ViertelFür Mäntelnäherinnen, Bügler u. f. w. wurde am aufgenommen. Es stellte sich heraus, daß in dem kleinen Städtchen jahr 1894. Den Ginnahmen in Höhe von 3701 m. 88 Pf. stand 221 Arbeitslose vorhanden waren. Von diesen waren 147 vers eine Ausgabe von 2614 m. 84 Pf. gegenüber. Der Jahres- Stassen- Montag im Weddingstadtheil eine Versammlung abgehalten. Gin heirathet, die zusammen 543 Personen zu ernähven haben. Die abschluß ergab einen Bestand von 1087 M. 4 Pf. Die Mitgliederzahl Vortrag von Ad. Hoffmann betitelt: Das moderne Naub221 Arbeitslosen waren zusammen 1393 Wochen arbeitslos. hetrug gleichfalls am Jahresschlussfe 8033. Ausgeschlossen wurden ritterthum, wurde beifällig entgegengenommen, hierauf trat man Ob die Helmstedter Stadtväter nun wohl anderer Meinung im Laufe des Jahres 26, ausgetreten sind 48, verstorben 24 Mit- in eine Besprechung der im Gewerbe grell hervortretenden Mißglieder. Auf Antrag der Revisoren wurde der Kassirer ent- stände und der zu ihrer Beseitigung vorgeschlagenen Mittel ein. geworden sind? laftet. Zum Kaffenbericht bemängelte Poillon abermals, daß Der erste Redner, 8igmann, legte das Hauptgewicht auf eine derselbe nicht detaillirt genug sei und überreichte dem Vorstande Bekanntgabe derjenigen Unternehmer, die ihrem Arbeitspersonal einen entsprechenden Antrag. Die von Poillon angeschnittene den Lohn vorenthalten oder deren sonstiges Verhalten Anstoß Frage wurde in animirter Debatte diskutirt. Der Antrag erregt; mit den Beschlüssen der am 13. b. M. abgehaltenen Boillon stellte eine Statutenänderung dar. Um zur sofortigen Konferens war 3. in mehrfacher Beziehung nicht einverstanden. Adam, der einige Fälle traffer Ausbeutung Erledigung zu gelangen, bedurfte derselbe der Dringlichkeit. Außer Der gestellte Antrag auf Dringlichkeit wurde abgelehnt. erörterte, trat der Borsigende Beyer lebhaft für die Die Generalversammlung ging hiernach zu den Anträgen des Benugung des von der Organisation eingerichteten Arbeitsa Vorstandes und der Mitglieder über. Der Vorstand beantragte nachweises seitens der Mäntelnäherinnen ein; man hofft, auf eine Reorganisation des Kassirerwesens in folgender Weise: Für diese Weise den verrufenen Zwischenmeistern die Arbeitskräfte jede Abtheilung ist ein Kassirer und ein Hilfskassirer zu wählen. entziehen zu können, in bezug auf die Branche der Bügler hat Der Abtheilungskassirer ist verpflichtet, vierteljährlich mit dem man schon damit ansehnliche Erfolge erzielt. Welche Schä Hauptkassirer abzurechnen. Der Hilfstafsirer hat den Abtheilungs- digungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter der Konfektionsfaffirer zu unterstüßen. Die Beiträge sind von den Mit- branche aus dem Ronkurrenzmanöver des„ Berl. Intelligenzblatts", gliedern rur Die die fostenfreie Aufnahme von Inseraten bis zu einer gewissen an den Zahlabenden zu entrichten. Wie der Arbeiter um seinen Lohn betrogen wird, das Baylabende werden nur in ständigen Lokalen abgehalten. Größe zu gewähren, entstehen, legte inter der lebhaften Zustimmung enthüllte ein Prozeß, der fürzlich vor den Geschworenen in Brünn Die Bekanntgabe derselben erfolgt im Vorwärts". Die der Bersammlung Bigmann flar. Eine ganze Reihe von Zwischens ( Mähren) verhandelt wurde. ¡ Einer der größten Fabrikanten Abtheilungen werden numerirt wie folgt: Schönhauser meistern benuße dies als billige Reklame; dem Unfug sei damit. Brünns, Herr Simon Strakosch, Präsident des Gewerbe Vorstadt 1, Rosenthaler Vorstadt 2, Gesundbrunnen 8, Oranien Thür und Thor geöffnet. Die Versammlung gab durch ihren gerichts, Präfident der Unterstützungstaffe für Arbeiter der burger Vorstadt 4, Wedding 5, Moabit 6. Neuaufnahmen dürfen Beifall zu erkennen, daß sie von dieser zweifelhaften WohlfahrtsWollgewerbe, Handels, und Gewerbefammer- Rath, Präsident nur in den Zahlstellen erfolgen. Laufende Beiträge sind zurück- einrichtung nicht erbaut ist, und daß sie dem Arbeitsnachweis der des Vereins der Großindustriellen, Mitglied der Frei- zuweisen, um die Mitglieder zum Besuche der Zahlabende zu ver- organisirten Arbeiter den Vorzug giebt. maurerloge Humanitas" 2c. wurde von dem christlich- sozialen anlaffen. Die diesbezügliche Vorlage des Vorstandes wurde ans Eine zweite Versammlung, die sich mit der Innungs. Blatte Obrana Prace" des Betruges an seinen Arbeitern genommen. Die nunmehr vollzogene Wahl der Abtheilungskassirer Krantentasse der Tischler beschäftigte, tagte am beschuldigt. Herr Stratosch erhob Beleidigungstlage gegen den hatte folgendes Ergebniß: es wurden gewählt für die Schönhauser 31. Januar. Der Referent Rollege Roblenzer legte der Redakteur des Blattes und den Einsender der Berichte. Die Vorstadt: Liebke, für die Rosenthaler Vorstadt: Marzahlreich besuchten Versammlung noch einmal in treffender Weise Angeklagten brachten aber so erbrückendes Beweismaterial bet, sillier, für Gesundbrunnen: Haverland, für Gesundbrunnen: Haverland, für die die Schäden der Innungs- Krankenkasse dar. Die Diskussion gedaß sie freigesprochen wurden. Es wurde festgestellt, daß die Oranienburger Borstadt: Bloßfeld, für Wedding: ftaltete sich sehr lebhaft. Sämmtliche Redner proteftirten ents selbstthätig die Länge eines Webstückes anzeigenden Vorrichtungen Anders. Die Wahl für Moabit wird in der nächsten schieden gegen die Art und Weise, wie die Innung mit den gefälscht waren, so daß die Stücken in Wirklichkeit viel länger Vereinsversammlung erfolgen. Zur Berathung stand noch Tischlergesellen zu verfahren beabsichtigt. Allgemein wurde der waren, als wie sie berechnet wurden. Dasselbe ist geschehen bei der Antrag Wernau, betreffend Aufhebung des früher Beitritt in die zentrale freie Hilfskaffe empfohlen. Besondere den Spinnmaschinen, auf denen das für die Hausweber des gefaßten Beschlusses, daß nur einer Generalversammlung das Zustimmung erlangte der Vorschlag, der Innungskaffe nur Herrn Strakosch bestimmte Garn hergestellt wurde. Es wurde Geldbewilligungsrecht zusteht. Der Antrag Wernau wurde abgelehnt. sämmtliche nicht gefunden Kollegen zu überlassen, dann würde festgestellt, daß auf diese Weise allein die Hausweber jährlich Der Vorstand beantragte, den streitenden Webern in Ronen in fie am ehesten aus der Welt geschafft. Auf eine Anfrage, wie sich durchschnittlich 54 000 Meter Stoff umsonst weben müssen, was Frankreich 200 M. zu bewilligen. Dieser Antrag fand eins eigentlich die Innungsmeister im allgemeinen zu der neu einges einem Lohnausfall von 10 800 Gulden entspricht. stimmige Annahme. Nach Mittheilung des Vorstandes find richteten Staffe ftellen, erklärte ein anwesender Herr Hartwig, daß ein das Schiedsgericht aus dem Wahlverein durch aus großer Theil der Innungsmeister ebenfalls sehr unzufrieden mit geschlossen: A. Lehmann, Heilgehilfe, Hochmeisterstr. 13; biefer Neueinrichtung sei. In seinem Schlußwort richtete der R. Baltil, Dreher, Triftstr. 4; Pieper, Kürschner, Referent an die Anwesenden den lebhaften Appell, überall da, Rheinsbergerstraße 42; W. Priegel, Schuhmacher, Choriner wo die Meister dafür zugänglich seien, in Ruhe mit denselben straße 57. Ausgeschlossen durch die Abtheilungen sind: Georg über die beide Theile schädigende Einrichtung zu diskutiren, und Schreiner, Steinmez, Lehrterstraße 52; Ferdinand sie zum Austritt aus der Innung zu bewegen. Immerhin wird Strüger, Schulstraße 20; Ernst Köppen, Kellner, Gwine- fich eine Anzahl anständiger Meister finden, die für Beseitigung münderstraße 120. solcher unhaltbaren Zustände zu haben sind; mit den " Das gewerbliche Schiedsgericht in Genf hat im Jahre 1894 1110 Streitfälle behandelt; die Gruppe städtischer und ländlicher Dienst boten hat 237 Fälle erledigt gegen 235 im ländlicher Dienst boten hat 237 Fälle erledigt gegen 235 im Jahre 1893. Die unentgeltlichkeit der Beerdigung, aber ohne Lieferung des Sarges, besteht im Kanton Neuenburg. Die Stadt Löln hat nun beschlossen, auch den Sarg unentgeltlich zu liefern. Im Kanton Zürich wurden an die Gemeinden im Jahre 1893: 85 481 Frts.( 1892: 80 536, 1891: 88 010 r.) Staatsbeiträge für die unentgeltliche Beerdigung und 6605 Frts. zur Anschaffung von Leichenwagen geleistet. Gewerkschaftliches. Die Lohukommission der Musikinstrumenten- Burückbleibenden solle dann seinerzeit öffentlich abgerechnet rbeiter theilt uns mit, daß nicht, wie irrthümlich berichtet werden. Zum Schluffe stimmte man einstimmig der am Sonntag wurde, der Kollege Körner, sondern Kämmerer bei der von den Kollegen im Norden gefaßten Resolution zu. Firma Görs u. Kallmann in Arbeit getreten ist. Für Glienicke und Nudowv tagte am 20. Januar eine Im Verein deutscher Schuhmacher( Filiale III) hielt Mitgliederversammlung des Arbeiter- und Arbeiterinnen- Vereins. am 21. Januar das Mitglied Hammacher einen recht bei: Das Referat hatte Genosse Jahn übernommen, der in recht fällig aufgenommenen Vortrag. Die Wahl des Vorstandes ergab interessanter Weise über das Thema Fortschritt und Armuth" Der Streik der Weber in der Fabrit F. u. M. Meyer zu folgendes Resultat: 2au, Vorsitzender; Schumacher, sprach. Zur Erledigung famen sodann einige Vereinsangelegen Aachen ist, wie bereits gemeldet, beendet. Die Streifenden hatten Raffirer; Sarall, Schriftführer; Karall, Schriftführer; Brehses und Pauf heiten. Brehsel und Bauf heiten. Die nächste Versammlung findet am 17. Februar statt. folgende Forderungen gestellt: 1. Anschlag des Lohntarifs in der Schols, Revisoren. Der Mastenball für die Witglieder Vor der Filiale Weißensee des Frauen und MädchenWebesälen. 2. Der Stopflohn, der für die Stücke bewilligt wird, findet am 7. Februar statt. Bildungsvereins hielt am 21. Januar Frau Mesch einen Vorsoll gleichfalls auf diesem Zarif bekannt gegeben werden. Im Verband der Textilarbeiter( Filiale I) referirte am trag über das Thema: Die Sllaven der Zeit. Die Vortragende 3. Aenderung der elektrischen Beleuchtung, da diese für einzelne 22. Januar Genosse Soffmann in einem beifällig auf- betrachtete bie arbeitende Bevölkerung als die Sklaven unferer Waarengattungen nicht ausreichend ist. 4. Der für zwei Sorten nenommenen Vortrag über das Thema: Der Kampf ums Dafcin. heutigen Gesellschaft. Im besonderen wird diese Stellung auch der vor drei Monaten herabgesezte Lohn foll in der früheren Höhe Die Versammlung nimmt hierauf die Abrechnung des Kassirers Frau su theil. Rednerin weist den Vorwurf zurück, als ob die wiederhergestellt werden. Forderung 1 und 2 wurden sofort be entgegen. Diese weist an Einnahmen 916,08 m. und an Aus- Frau eine geringere Befähigung auf geistigem Gebiet bekunde; willigt. Zu Forderung 3 wurde eine Aenderung zugesagt, wenn gaben 908,08 m. auf. M. Sodann wird die Ergänzungswahl des da wo die Frau zum Studium zugelassen werbe, zeige fich im die Klage als berechtigt anerkannt werde und andere Tuchfabriken Borstandes vollzogen, die folgendes Resultat ergiebt: Rade- Gegensatz ihre Befähigung in oft überlegener Weise gegenüber in Vachen- Burtscheid hierin besseres aufzuweisen hätten. Da macher und Penschel, Schriftführer; Bretting, zweiter Raffirer. Dem männlichen Geschlecht. Nachdem die Versammlung den Bes gegen wurde Forderung 4 abgelehnt. Der höhere Lohn stamme noch aus den Jahren 1889/90, fei aber durch den steten Preis. In die Fachkommission wird das Mitglied Jendra delegirt. richt der Bevollmächtigten und der Kassirerin entgegengenommen noch aus den Jahren 1889/90, sei aber durch den steten Preis: rückgang, den die betreffenden Zucharten erfahren haben, nicht Die Abrechnung von der Weihnachtsbescheerung ergab einen Ueber hatte, erfolgte der Schluß der Sigung. mehr zu halten. Es wurde dem Ausschuß der Weber erklärt, schuß von 8 M. Friedrichsberg. Hier sprach am Montag der Reichstags. daß, sofern sie den Beweis brächten, daß andere Firmen in Der Fachverein der Musikinstrumenten Arbeiter hielt Abgeordnete Kühn vor einer gutbesuchten GewerkschaftsAachen- Burtscheid bei gleicher Waare beffer bezahlten, der Lohn am 26. Januar im Norden, Nosenthalerstraße bei Wernau und Versammlung über das Thema: Wie organisiren wir uns? dieser Firmen aufgenommen würde. Die Weber haben dann am 28. Januar im Süden bei Deigmüller, Alte Jakobstraße, je Seine trefflichen Ausführungen mit eines eingehenden Betrachtung schließlich in der Lohnfrage ihre Forderung fallen gelassen, wo eine Versammlung ab. In der Versammlung im Norden konnte der gegenwärtigen wirthschaftlichen Lage einfeitend, zeigt Redner, gegen die Firma zugestand, daß fie für die Folge auch Vergütung wegen des schwachen Besuches nach Verlesung der Protokolle und zu welchen Zuständen die Vernachlässigung der gewerkschaftlichen für Arbeiten leistet, deren Bezahlung bisher nicht Brauch war. nach Detaillirung der Jahresabrechnung, gegen welche fein Ein- Organisation führt. Der einzeln dastehende Arbeiter gleiche eben Die diesjährige Generalversammlung des Deutschen wand erhoben wurde, über weiteres nicht verhandelt werden. dem Fruchthalm auf dem Felde, der auch nur im Verein mit In der Versammlung im Süden sand der angesagte tausenden dem Winde widerstehen könne. Nur in festgeschlossenen Schiffszimmerer Berbaudes findet am 17. Februar d. Vortrag besonderer Umstände wegen nicht statt. Es wurden Organisationen verbürge der Kampf wirthschaftliche und politische nachmittags, bei Reese in Hamburg, Bei den Mühren 72, statt. Deshalb zunächst die Abrechnungen vom Weihnachtsvergnügen Erfolge. Ohne folche Organisationen werde es dem Arbeiter Vorläufige Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht des Borstandes und der Urania verlesen. Dieselben wurden für richtig befunden. wie dem geduldigen Mühlesel ergeben, dem immer schwerere 2. Diskussion. 3. Erledigung der Anträge. 4. Neuwahl des Vor- Sodann wurde beschlossen, die Zahlstelle sowohl wie die Bibliothet Laften aufgebürdet wurden, bis er schließlich lautlos unter denstandes und Verschiedenes. im Norden aus dem dortigen Lofal zu verlegen und einem selben zusammenbrach. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Maurer- Kongreß. Der Generalbevollmächtigte der Maurer Rollegen in Privatwohnung zu übertragen. Außerdem beauf Beifall aufgenommen. Nach einer ausgedehnten Diskussion wurde Teutschlands, Johann Stanningt, berust zum 16., 17. und 18. tragte man den Vertrauensmann, von Zeit zu Zeit eine öffent au gunsten der gewerkschaftlichen wie politischen Organisation April d. J. einen Kongreß der Maurer Deutschlands nach Halber- liche Versammlung dort abzuhalten. Ferner wurde eine Gr- Igegen eine Stimme eine Resolution angenommen. Briefkaffen der Redaktion. Y GRAGOS Borchardt, Spandan. Sie müssen eine eingehende Schilderung| ständlich. 11. 8. 47. Sie haben vergenen, das Flugblatt des Sachverhalts geben. 2. M. Sie müssen gegen denjenigen beizufügen. Köpenickerstr. 24,. G. 100., Rammlerstr., Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Baht) flagen, dem Sie Ihre Papiere übergeben haben. G. 5. 8. P. p. 100., 2. K. 20, 8290, M. 6. 8, G. N., anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Sie tönnen nur die Hälfte verlangen. Bimbehl, 111, 2. 2. 4. Kommen Sie in unsere Sprechstunde. 22. R. N. Schmidt. Wir sind nicht befugt, selbständig Angelegenheiten R. Sch. E., A. S. 99. Baum, A. F. 44, G. 2. 200, Aus Ihrer Darstellung läßt sich ein flares Bild von der Sachs au veröffentlichen, welche zunächst die Lokalkommission angehen. St. 10, Liefmann. Kommen Sie in unsere Sprechstunde. lage nicht gewinnen.-F. H. 27. Ift gegen Sie ein Straf Wenden Sie sich an G. Scholz, Wrangelstr. 82. 2. R. 100. Aus welchen Gründen verweigert die Mutter die mandat erlassen? J. 100. Gehen Sie zum Termin Berufsmusiker. Bringen Sie die geschilderten Zustände in Herausgabe des Kindes? B. Muskau. Der betreffende soll und theilen Sie uns das Ergebniß desselben mit. einer Versammlung zur Sprache. Returs beim Reichs Versicherungsamt einlegen. St. S. 22. Bloßfeld. Sie müssen die Schlüssel auf Berlangen herausgeben. Guttler. Hier bleibt nur der Klageweg übrig. Stadthagen ist Wiederholen Sie den Sachverhalt. J. M. 136. Jm W. B. Wenn es ein reiner Vergnügungsverein ist, nein. zur Zeit im Gefängniß. G. 100. 1. Januar 1891. Gnadenwege tann nur die Verbüßung der Strafe er- Genoffe 100. Die nothwendigsten Sachen unterliegen 100 St. Handelt es sich nur um eine vorübergehende Menderung lassen werden. Bestraft bleiben Sie. 2. 0640. der Zwangsvollstreckung nicht. 3. 30. Dagegen läßt sich des Wohnsizes oder um eine dauernde?. 2. 50. Die Beim Polizeipräsidium in der von Ihnen angegebenen nichts thun. Erpressung liegt nicht vor. 1000. WiederMöbel, die Sie gekauft haben, gehören Ihnen und unterliegen Weise. Der Brief muß frankirt fein. Briefmarken holen Sie den Thatbestand. 5. B. 46, R. J., W. S., daher der Pfändung. Im übrigen tann Ihre Frau inter- find nicht beizufügen. 220, Lisbeth. Sie werden nur ge-. D. 1864. Rommen Sie in unsere Sprechstunde. veniren. Wedding M. Frage 1 ist nicht verständ- fragt, ob Sie wegen Meineids bestraft sind. K. p. 48. Stempel. Su 1: Ja. Zu 2: Nein. Bu 3: Sie müssen den P. lich. Eine gerichtliche Einwilligung ift nicht erforder- Wenden Sie sich an die Invaliditätsanstalt, Klosterstraße 41. Thatbestand genauer angeben.- A. S. Ja.- M. W. Was lich. A. B. 200. Was ist über die Kündigung vereinbart?- G.$. 13., A. K., Wiesbaden. Die Frage ist nicht versteht im Vertrag? Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung 19 Theater. Mittwoch, den 6. Februar. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Die Jahreszeiten. Schauspielhaus. Egmont. Deutsches Theater. Hamlet. Berliner Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Leffing- Theater. Der Fall Clé menceau. Neues Theater. Liebe von heut. Residenz- Theater. Fernand's Ehetontrakt. Theater Unter den Linden. Der Verliebte Probekuß. Schiller- Theater. Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Bellealliance- Theater. Mädchen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Obersteiger. Adolph Ernst- Theater. Ein fideles Korps. Central- Theater. D! diese Berliner. National Theater. Die lebende Brücke. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Sensationelle Novität! Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft William Calder ( Direktion H. Verstrack u. G. M. Bolini). Die lebende Brücke. ( The span of Life.) Großes Sensationsschauspiel mit Musik in 4 Atten( 11 Bildern). Nach dem Englischen von Sutton Vane, übersetzt von H. Schwab. Regie: Max Samst. Dirigent: Adolph Wiedecke. Raffenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Central- Theater Alte Jakobtraße Nr. 30. Emil Thomas als Gast. Anna Bäckers. Josefine Dora. Letzte Woche! Zum 157. Male: O, diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Musit von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: 0, diese Berliner! Parodie- Theater Alexanderplah- Theater. Die erste Thorheit. Das Damenbad. Reichshallentheater. Spezialitäten- Oranien- Straße 52( am Morikpl.). Vorstellung. L'homme masque. American- Theater. Spezialitäten Große Bauberei à la Ben Ali Bey. Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Vorher: Tannhäuser. Zum Schluß: Heimath. Schiller- Theater. Anfang 7½ Ubr. Sonntag 7 Uhr. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Mittwoch, 6. Februar, abends 8 ühr: Castan's Panoptikum. Noch nie dagewesen! Der zerbrochene Krug. Frauen- Die Riesen des dunkeln Erdtheils: kampf. Donnerstag, 7. Februar, abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Freitag, 8. Februar, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Rabale und Die Dinka, 40 Männer, Frauen u. Kinder. Das scheckige Mädchen Marietta. Liebe. Gin bürgerliches Trauerspiel Weihnachts- Ausstellung von Friedrich v. Schiller. Sonnabend, 9. Febr., abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Nach m. 3 Uhr: Schüler- Borstellung. Prinz Friedrich v. Homburg. Sonntag, 10. Februar, nachm. 8 Uhr: Ein Falliffement. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Adolph Ernst- Theater Auftreten der ersten Pirouetten. Courbette- Tänzerin Englands vom Prince of Wales- Theater in London. Ein fideles Corps. Große Gesangspoffe mit Tanz. Nach dem englischen ,, A Gaiety Girl" von Jonas Sidney, frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Anfang 71/2 Uhr. Donnerstag, den 7. Februar: Wohlthätigkeits- Vorstellung für die Hinterbliebenen der mit der„ Elbe" Verunglückten. Zum 1. Male: Gelindeball. Fastnachtsscherz in 1 Att von Eduard Jacobson und Jean Kren. Hierauf: Ein fideles Corps. Feen- Valaft Burgstr. 22, neben der Börse. RiesenFebruar- Programm. Ein Liebes- Drama, oder: Der Brand auf der Taubenburg. Das unruhige Haus um Mitternacht. Max und Morik Bubenstreiche. Die Wunder- Elephanten. James Capelli. Miss Tanisan. Wilhelm Fröbel. Mary Myra Maa. Kaufmann's Variété. Das vollständig neue Februar- Programm! Naucke ist trotzdem die grösste Zugkraft! Naucke der populärste Mann Berlins! Naucke ist das Tages- Gespräch Berlins! Naucke heisst? Noch immer ausverkauft! Die absolute Neuheit ist? Pinte- Quente Watt ein Räthsel? Passage- Panopticum. Neu! Neu! I. Prof. Frdr. Schwinge's Wandernde Lichtbilder. II. Das Lied von der Glocke in 15 lebenden Bildern mit transparentem Hintergrund. Musik von Romberg. Der Meister: Rob. Biberti vom Kgl. Opernhaus in Berlin. Circus Renz Carlstrasse. Mittwoch, 6. Februar, abends 71/2 Uhr: Große brillante Vorstellung. Tjo Ni En. ( Beim Jahreswechsel in Peking.) Sensationelle Tänze, unt. and.: Original! Les grelots vivants, jeu des barbichons etc. Original! Neue Musik- Einlagen. 0 Eine Schulquadrille, geritten von 8 Herren. Agat, arab.Vollblut- Schimmelhengst, als Feuerpferd dress. u. vorgef. vom Direktor Fr. Renz. Außerdem: Auftreten d. hervorragendsten KünstlerSpezialitäten, Damen und Herren. Romische Entrées und Intermezzos fämmtlicher Clowns. Morgen, Donnerstag, abbs. 71, Uhr: Freie Volksbühne. Spielplan für die Monate Februar und März. VI. Serie( National- Theater). 175. Vorstellung: Sonntag, den 10. Februar 178. 179. 181. 24. " " " " " " 3. März 10. 0 IV. Abtheilung V. " VI. " VII. Kein Hüfung( Keine Heimstätte). Beginn der Vorstellung 22 Uhr. VII. Serie( Lessing- Theater). 176. Borstellung: Sonntag, den 10. Februar. 177. 180. 182. " 183. 17. " " 3. März 10. " " 17. " Der Geizige. Lustspiel in 5 Akten von Molière. I. Abtheilung II. III. IV. " V. Mitwirkende: Marie Elsinger, Tilly Waldegg, Marie Wolff, Ernst Horn, Carl Waldow, Arthur Wehrlin, Ferd. Suske. Vorher: Cavalleria rusticana( Sicilianische Bauernehre). Volksszenen in 1 Aft von Verga. Mitwirkende: Louise v. Pöllnitz, Marie Reisenhofer, Tilly Waldegg, Franz Haid, Herm. Böttcher. Beginn der Vorstellungen 3 Uhr. Am Sonnabend, den 30. Mary 1895 findet ein FEST in den neuerbauten Keller'schen Festsälen, Roppenstr. 29, statt. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. 300/3 Achtung, Parteigenossen! Keller's Festsäle, Koppenstrasse 29. Sonntag, den 10. Februar 1895: Grosse Matinée unter Mitwirkung der Gefangvereine: Buchbinder- Männer- Chor, Brüderschaft, Esmeralda, Freiheit( Adlershof) u. Hoffnung( Friedrichsberg) sowie des Gesangshumoristen G. Groß und des Arbeiter- Turners Vereins Fichte. Die Musit wird von einer 20 Mann starken Kapelle unter Leitung des Herrn Graß ausgeführt. Gesangsleitung: Musikdirektor K. Malmène. Eröffnung 11 Uhr. Programm 20 Pf. Anfang 11/2 Uhr. Um zahlreichen Besuch bitten Die Vertrauenspersonen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises( Often). 268/13 Der Ausstoß unseres Bock- Bieres beginnt Sonnabend, den 9. Februar. 15902 Brauerei Pichelsdorf. Varade- Vorstellung Damenschneiderei. Schnittmusterzeichnen zum Besten für die Hinter( 10 m.) lehrt Frau E. Hoffmann, Cuvryſtr. 48. Auch Abend- u. Sonntagskurse. bliebenen der mit der„ Elbe" Verunglückten. Sonntag, 10. Februar: Zwei Vorstellungen. Uhr( ermäßigte Preiſe) und abends 7%, lor. Uhr. Fr. Renz, Rommissionsrath. TaubenAusstellung, täglich Ein- und Verkauf von Rasse- Tauben im Lokal 2515b Hussitenstr. 26. EINIGKEIT T MACHISTARK- LY 7z13939 DEUTSCHE GESCH SCHUHFABRIK ER Arbeiter Berlins! 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