flbenöausgabe Nr. 12Z � 40. Jahrgang Ausgabe L Nr. 42 Akzugsbtdingungell und Anzeigenpreis« find in der Morg>»au»j>ade angegeben ZUdallion: SV. GS, Lindenilratz« 3 Zernsprcchar: VSnhoff 292— 295 T»b-Adr«ss«:SoziaIden,olral verlin Serlinev Volksbleltt preis iss Mark Mittwoch 14. März 1�23 «erlag und Anzeigenabteilung GelchSstezeit S-i Uhr Occlcgcc: VonnStis-Declag ivmby. Bettln SV. GS. Clndtnfltob* 3 Fernlprecher VSnhosf 2506-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokrat» fchen Parte» DeutfchUnds Die Drüsseler Defthlüsse. pari». 14. März. Jules Sauerwein hatte in Brüsiel mit ein« hervorragen! sn Persönlichkeit eine Unterredung, in der er nach dem Sinn des Brüsseler Cemmuniques fragte, das nach der Konserenz oeröfsentlicht wurde. Sauerwein fragte, warum eine Erklärung üb« den Zweck der neuen vesehnng veröffentlicht wurde, während doch seit Deginn d« Besetzung deren Zweck in klarer Weise proklamiert worden sei. Es wurde ihm geantwortet: Es mutzte, um einer gefährlichen Kampagne von Der» leumdungen ein Ende zu machen, daran erinnert werden, datz das NuHrgebiet und das rechte Nheinufer besetzt wurden, um zu Zahlun- gen zu gelangen. Jede Regelung d« Reparationsfrage ist so lange unmöglich, wie nicht ein enges Band zwischen d« Ausdehnung der Besetzung und der Ausdehnung der Zahlungen Hergest llt wird. Deutschland weitz nunmehr, woran es ist und ebenso die reichen Bölk«, ohne die Zahlungen unmöglich sind. Cauerwein fragte weit«, was verstehen Sie darunt«, datz die Räumung nach ZNatzgade der Zahlungen erfolgen sollen? Soll ein so kleines Gebiet wie das Ruhrgebiet staffelweise geräumt werden?.Ihm wurde geantwortet: Zweifellos, man darf nicht den Umfang, sondern mutz die Bedeutung des zu räumenden Gebietes betrachten. Eine Stadt von 51X1000 Einwoh- nern ist so viel wert wie eine Provinz. Uebrigens kann l ine Milderung gewisser Zwangsmatznahmen dieselbe Wir- kung haben wie em Rückzug der Truppen. Sauerwcin fragte:.Was verstehen Sie unter Reparationsver» pflichtungen Deutschlands? th and.lt es sich um die London« Zah- lungsbestimmungen, die 132 Milliarden Goldmart festsetzten?� Ant- wort: Es ist klar, daß ein neu« Reparakionsplan ausgearbeitet werden mutz. Frankreich und Belgien müssen zu- nächst übereinstimmen und sich sodann mit England und Italien verständigen. Unsere Alliierten müssen an einer Regelung teil- nehmen, die nur nach einer moralischen Kapitulation Deutschlands zustande kommen kann. Dies müsse durch divkulittbare Vorschläge sich ankündigen. Man arbeitet in Brüsiel und Paris. Das uns de- trifft, so sind wir bereit, ab« es wäre ein schwer« Fehl«, wenn man die Haltung d« Alliierten gegenüber Deutschland vorher bekanntgeben wollte. Man kann nur sagen, daß, wenn man den z e r- st orten Gebieten die Prioritäten gibt, man eine v«. nünstige Lösung in Aussicht nehmen könnte. Sauerwein:.Kann die Ruhr nicht als Garantie der Sicherheit angesehen««den?" Antwort:„Sicherlich nicht. Uns« Zweck ist gest«n öffentlich präzisiiert worden. Er besteht bgtz die Ruhr ein Druckmittel für Zahlungen und im Falle eines hartnäckigen Widerstandes ein Zahlungsmittel sein solle. Die Sicherheit muß gemäß dem Friedensvertrag in d« Besetzung des linken Rheinufers und d« Brückenköpfe gesüßt werden. Ich hoffe auch, daß sie eines Tages durch einen formellen Vertrag mit England garantiert wird. Wenn man an diese Garantie nicht glaubt, so mutz man Deutschland zer- stören. Aber dann verzichtet man auf alle Zahlungen und be. gegnet dem aktiven Wid«st Dieser E i n s i ch t auf jener Seite steht jedoch der Umstand ! entgegen, daß die Unternehmer einen mehr oder minder großen Teil ihrer bisherigen Gewinne opfern müßten, um bis zur Senkung der Kleinhandelspreise die erforderlichen Löhne ! weiterzuzahlen. Gegen diese Zumutung sträuben sie sich jedoch mit Händen und Füßen. Und darin liegt denn auch d e r S ch l ü s s« l für ihr damaliges und ihr jetziges Verhalten. Bereit» auf der Tagung der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände im Oktober 1921 zu Berlin erklärte Dr. K l ö n n e- Dortmund als Referent, die Auffassung der Ar- deitnehmer, daß einem Lohnabbau der Preisab- bau vorangehen müsse, fei falsch. Rein, diese Auffassung ist durchaus richtig und logisch: aNein sie paßt nun ein- mal dem Unternehmertum nicht in den Kram. Die Zumutung der Unternehmer, die Löhne zu stabilisieren, abzubauen, b e- vor noch di« Kleinhandelspreise einen merklichen Abbau er- kennen lassen, ist für die Arbeitnehmerschaft einfach un- e r t r ä g l i ch, da es ein« weiter« Einschränkung ihrer karg. lichen und notdürftigen Lebenshaltung auf Wochen oder Monate hinaus bedeutet, die ohne schwere gesundheitliche und wirtschaftlich« Nachteile nicht durchzuführen ist. In diesem Interessengegensatz gibt es keinen Ausweg. � Die Unternehmer werfen ihre ganze Macht in die Wog- schale, um ihren Standpunkt aur Geltung zu bringen. Dabei s In Frankreich leugnet man. daß man die Abficht hatte oder haben sie diesmal offenbar einenTeilderRegierung hat. das Rheinland von Deutschland zu trennen. Aber man braucht h i n t e r s i ch, der zwar an der Besserung und Stabilisierung nicht erst hinter die diplomatischen Kulissen geschaut zu hoben, um Interesse bekundet, aber sich von den Unternehmern dahin zu wissen, daß über diesen Punkt der sranzöfischen Politik lein orientieren läßt, ohne vorherigen Lohnabbau sei ein Zweifel möglich ist/ Preisabbau nicht möglich, und der deshalb weniger danach fragt, ob und durch welche M'ttel das Unternehmertum selbst sie dabei unterstützt. Die Llrbeitnehmerschaft ist sicherlich mit dem Ziel der Markstabilisierung einverstanden, doch kann sie nicht damit einverstanden sein, daß alles hauptsächlich auf Kosten ihrer Lebenshaltung geht, daß die ganze Last auf Das hier aufgestellte Programm, für das T a r d i e u und Marschall Fach sich einsetzten, wurde in Bersailles nicht oer- wirklicht. Doch infolge fortgesetzten Drängens der fr an» zösischen Schwerindustrie, die nach einem KoNen- und Eisenmonopol auf dem euroväischen Festlande strebt, wird es jetzt, fast vier Jahre noch Bersailles. verwirklicht. Nitti bestreitet, daß die Nuhrbesetzung den Zweck verfolg«, Repa» ih re Sch u l t e r n abgewälzt werden soll. Die�Stellung der � rationen zu erlangen: Gewerkschaften ist unter diesen Umständen äußerst!»Die Besetzung der Ruhr bezweckt nicht. Deutschland zu irgend- schwierig. Folgten sie den unerbetenen Ratschlägen von links, einer Reparationssumme zu zwingen, sondern bedeutet vielmehr könnten oder mühten sie sogar auf alle Berbandlungs- und Verzicht auf die Reparationen und Zwang auf dl« Vergleichsmöglichkeiten von vornherein verzichten und brauch- großen Ruhrindustriellen, zu kapitulieren und Frankreich, Kontrolle anzunehmen. Jedwede lange Ruhrbesetzung hat keinen anderen Zweck, als die von der Hüttenindustrie abhängigen deutschen Industrien der einzigen Kontroll« Frankreich» zu unter. ten nur den S t r e i k zu erklären und die verschiedenen Streiks zu einem Generalstreik zusammenzufasien. Nichts leichter und einfacher als das, wenn man die Verantwortung und Ueber- legung beiseite läßt. Allein die Gewerkschaften sind an die■ stellen. Erfahrungen in ihren Kämpfen gebunden, an ihre erprobte! Gegen diese Kontrolle Frankreichs wendet sich Nttti auch gewerkschaftliche Kampstaltik und müsien sich in jedem Falle � vom Standpunkte Italiens(was vielleicht auch die be- sonder« Schärfe seiner Kritik erklärt): »Wenn die französisch« Hüttenindustrie ihr Programm durch- setzt« und Deutschland sich einer modernen Völkern bisher und«. kannten Sklaverei unterwürfe— welche Lage ergäbe sich daraus? In welche Lage würde«in Eisen- und Kohlenmonopol auf dem Kontinent Italien und die übrigen Kontinentalstaaten, die weder Kohl« noch Eisen haben, versetzen? Italien würde unter dieselbe Kontrolle kommen und die militärische Aktion würde logischerweife der industriellen folgen." Den Schlußfolgerungen Nittis kann man zustimmen. Ueber Europa scheine ein mörderisches Verhängnis zu schweben: ew Verbrechen an den Völkern folge auf das andere; ihrer Verantwortung bewußt bleiben. Sie haben b e wiesen, daß sie, wenn es fein muß. auch vor einem Streik nicht zurückschrecken, doch lasten sie sich den ihnen geeigneten Zeitpunkt weder von dem Unternehmertum. noch von der Kommunistischen Partei diktieren. Wird jedoch der Bogen überspannt, dann kann e» sehr wohl dazu kommen, daß alle gewerkschaftlichen Dämme ein» mal reißen. Daß es dann ohne schwere Erschütterun- gen unseres Wir t s ch aftslebens nicht abgeht, sollte auch der gegenwärtigen Regierung nicht unbekannt sein. Ihren Bemühungen um die Hebung und Festigung des Morkkurfes würde dabei weit mehr geschadet, als ihr das Unternehmer- tum auf feine Weife dabei nützen kann. Es wäre daher durch»... �.... aus falsch, wenn die Regierung dem Unternehmertum beider Irrtum an der Ruhr sei die entsetzlichste Berirrung, d�e der Lohnstabilisierung nicht nur freie Hand lasten, sondern es dazu gewissermaßen autorisieren wollte, anstatt auf die chr nahestehenden Unternehmerkreise einzuwirken, einer v e r» nünftigeren Auffassung der Dinge Raum zu geben. Es ist zweifellos weit leichter, etwas vom Ueberjchuß zu opfern, als die S u b st a n z anzugreifen, die in unserem Falle die Arbeitskraft darstellt, die durch Leib und Leben der Arbeitnehmerschaft und ihrer Familien personifiziert wird. Lohnstabilisierung gewiß, doch Lohnabbau e r st dann, wenn und insoweit die unerläßlichsten V o r b e d i n- g u n g e n zweifelsfrei dafür gegeben sind. Anders geht es nicht. Wenigstens nicht auf friedlichem Wege. Wollte man es trotzdem versuchen, so wäre das ein sehr bedenkliches SvUl mit dem Feuer. Nitti gegen üen Ruhrwahnsinn. Der frühere italienische Ministerpräsident Nitti, der selbst an den Friedensverhandlungen in Versailles teilnahm und feit längerer Zeit in Büchern und Zeitungsartikeln den fiLahnsinn der in Kraft befindlichen Friedensverträge bekämpft, �wendet sich in seinem neuesten Artikel, der im„Berliner Tage» blatt" veröffentlicht ist, gegen den französisch-belgischen Ein» brach in das Ruhrgebiet. Nitti erklärt: „Die Männer, die in Frankreich den unter französischer Aktion! entstandenen Bertrag von Bersailles vorbereiteten, steckten sich zwei bestimmte Ziele, die aus dem Vertrage selbst nicht hervor- gehen, aber aus allen vorbereitenden Akten und aus der ganzen Ausführung. Diese zwei Ziel« sind sehr einfach und klar: Los- löfung des ganzen völlig deutschen linken Rhein- ufers von Deutschland, um es Frankreich anzugliedern, oder um im Zollverein mtt Frankreich und unter politischer französischer Kontrolle den sogenannten autonomen rheinischen Staat zu de» gründen; sodann da» Monopol der gesamten kontinen- talen Hüttenindustrie und folglich der militärischen und nur mit dem Ruin Europas endigen könne, falls Frankreich sich nicht beizeiten zurückziehen Nitti appelliert an die l e b e n- digen Kräfte der französischen Demokratie, er erinnert an die alten, edlen Traditionen Frankreichs, die mit den Programmen der Hütten- Industrie nichts gemein hätten. Doch auch aus seinen Worten klingt jene Resignation, vom der angesichts der verzmeifelten Lage Europas die wenigen einsichtsvollen und weitschauenden politischen Führer erfüllt sind. Äopö George über üie Ruhrgefahr. In seinem gestern in der„DAZ." veröffentlichten Artikel „Frankreich» Gefahr im Ruhrgebiet" schildert Lloyd George die Lage im Ruhrgebiet in sehr düsteren Farben. Frankreich sei in eine Sackgaste geraten, aus der die leitenden Männer keinen Ausweg sähen: Heute ist in Frankreich die Schwierigkeit die, daß jeder für die Regierungsbildung in Betracht kommende Führer das Ruhrunter- nehmen mißbilligte und von seinem endgültigen Fehlschlag überzeugt ist Auf der anderen Seide ist kein hervorragender poli- tischer Führer in Frankreich berett, da» Odium de» Signal» zum Rückzug aus stch zu nehmen. Man würde stet» sagen, daß der Erfolg sicher gewesen iel, und daß ohne die Feigheit und Per- fidi« de» neuen Ministers Frankreich aus allen seinen finanziellen Schwierigkeiten triumphierend hervorgegangen wäre. Kein franzö- sischer Staatsmann riskiert diese tödliche Beschuldigung. So ist die gegenwärtig« französische Regierung an den Sattel ihre» Schlacht- rostes gebunden und gezwungen, vorwärt» zu jagen.— Ein« weitere Erklärung für die Schwierigkeit eine» Rückzug» liefert die wachsende Wut der ursprünglichen Anstifter de» über- eillen Abenteuer». Je ergebnisloser da» Unternehmen, um so größer die Energ«, mit der sie die Regierung in ihre Tor hell weiter hineintreiben. Sehr scharf wendet sich Lloyd George gegen Poin- industriellen Hegemoni« mittels Abtrennung der reichsten Kohlen- c a r dem er vorwirft, daß er selber eigentlich nicht wisse. zonen von Deutschland und der Ruhrkontrolle., was er von Deutschland wolle: I Ich habe das Blaubuch sorgfältig studiert. Ich bemühte mich, zu entdecken, was Herr Poincare eigentlich von Deutschland als Bedingung seiner Unterwerfung unter den Willen Frankreichs zu fordern gedachte. Was sollt« Deutschland tun, um den tödlichen Schlag zu vermelden? Ich habe seine Reden und Darlegungen vergeblich nach einer Auseinandersetzung über dies« Bedingungen durchforscht. Gewiß, man hatte niemals da- nach gesragt. Do» klingt unglaublich. Aber jeder Teilnehmer war ja eijrig dabei, die Konferenz abzubrechen, um unangenehmen Gegensätzen ein Ende zu machen, daß es offenbar niemand in den Sinn kam. diese wichtige Frage zu stellen. Die am meisien inter- esflerte Partei war nicht vertreten. Da» Ergebnis ist. daß niemand die Bedingungen kennt, unter denen die französische Armee da» Ruhrgebiet räumen will. Herr Donar Law wußte nicht» zu erwidern. als man ihn im Unicrhzus danach fragte. Dies wundert mich nicht, denn niemand hat es ihm gesagt und er hat niemals danich gefragt. Ich bin sicher, daß Herr Poincare jetzt gar nicht mehr weiß, weshalb er ins Nuhrgebiet einbrach. Au» diesem und au» anderen Gründen wird er dort bleiben, bis irgend etwas geschieht, dos ein« j Lösung bietet. Neben der Schärfe, mit der Lloyd George gegen PoincarS | vorgeht, ist die tödliche Ironie auffällig, mit der er sich über Bonar Law äußert. Das Bild, das sich aus der Dar- stellung des bisherigen englischen Premierministers über den Charakter der derzeitigen politischen Leiter Europas ergibt, ist recht erbaulich: der eine— ein wild gewordener Stier, der tobsüchtig um sich schlägt; der andere—«in etwas schwerfälliger Herr, der das Wichtigste nicht weiß, weil man es ihm nicht gesagt hat._ Die Hintermänner. München, 14. März.(Eigener Drahtbericht.) Ein Major a. D. K. M a y r. dem die Ausdeckung der Verschwörung der Fuchs, Berg er usw. zu danken ist, stellt in einer aufsehenerregenden Zu- schrift an den„Bayerischen Kurier" fest, daß der bayerische Minister des Innern und der Münchener Polizei- Präsident drei Stunden vor Beginn der von dem französischen Generalstabsoffizier Richert abgehaltenen Besprechung am 20. Fe- bruar über die Sachlage eingehend orientiert waren. E» sei das bestimmte Urteil statthaft, daß der Polizeipräsident North den Richert unbedingt hätte in polizeiliche Gewalt bekommen können. wenn er am 20. Februar abend» richtig disponiert hätte. Die Bezeichnung des Richert als„Agent" ist durchaus irreführend. Richert hatte hochpolitischen Charakter; er war seit längerer Zeit in Bayern politisch tätig und ist u. a. im Auftrage des ehe- maligen Kronprinzen Rupprecht am 6. Dezember 1021 von Freiherrn v. Cramer-Klett zu einer längeren politischen Aussprach« in dessen Münchener Wohnung empfangen worden. Zeugen hierfür könnten namhaft gemacht werden. Ludendorff und die Nationalsozialiste». München, 14. März.(Eigener Drahtbericht.) Unser Parteiorgan, die„M ü n ch e n e r P o st", die offenbar über vorzügliche Nachrichten- quellen verfügt, veröffentlicht heute einen Parolezettel der nationalsozialistischen Felddien st Übung am 4. März im Original, der folgenden Wortlaut hat:„Der Parole Scheißkerl— Mistfink Losung Cuno besonders stramme Haltung und Meldung Hauptmann Göring gegenüber. Neubauer. Schwartz- kopf usw." Dteser sehr bemerkenswert« Parolezettel ist an erster Stelle von Neubauer unterzeichnet. Dieser Neubauer ist der Diener Ludendorff», den die Roßbach-Leut« in freundschaftlicher Vertraulichkeit„die kleine Exzellenz" nennen. Die„München er Post" knüpft cm diese Beröffentllchung die ' Frag«, ob man im Ernst annehmen dürfe, daß Ludendorff von der engen persönlichen Verbindung seines Diener« mtt den National- sozialisten nicht die geringste Ahnung hat. Ludendorff wird von dieser Veröffentlichung unsere» Partei- organ» um so peinlicher betroffen sein, als gestern auch der Abg. Held, der Frattionsführer der Bayerischen Volkspartei, in dem „Regensburger Anzeiger" Ludendorff einen Mann nennt. der seine Aufgabe darin steht, die ihm gewährte Gast freund. schoft in Bayern zu mißbrauchen und. wo es nur geht, ' gegen die bodenständigen Bewegungen im Land Bayern zu kämpfen I und zu intrigieren. hält' ich, HS«' ich... Von Tehateha. Da» ist so eine verfluchte Geschichte mit diesem„Hütt' Ich* morgen», mittag» und abends, ja noch mitten w der Nacht verfolgt e» dich. Du stehst ganz normal in der Frühe auf, wanderst zum Wasch- napf, gleich ertönt e» von den Lippen deiner anderen Hälfte: Jfiiü ich nur»inen halben Zentner von der Seife getaust..." Du knurrst, weil es schon wieder losgeht, setzest dich an den Zichorientisch, um die undesmierbare Brühe zu schiappern, da dringen menschliche Laute hinter einer Untertaste hervor:.Hätt' ich nur«in paar Pfund von der billigen Runkelrübe im Hau»..." Aber du entrinnst mal wieder dem heimtückischen„ftött' Ich" in deinen vier Wänden, um« auf der Tram gleich wieder zu hären. Einer bläst dir so einen Duft Ins Gesicht. Mark« Stinko-Minto von der Insel verecko. Du wendest dich schaudernd ab und vernimmst zur Strafe:„Hätf ich nur von der Sorte einige Kisten, damals kosteten sie noch 20 Emmchen, heut zahl' ich 200 Mark und fie stinken." Im Bureau die gleiche Geschichte. Der Kastierer schrett e» dir, jammert«», flucht und fingt es immerzu:„Hätf ich nur Papier, Umschiäge, Schreibbänder gekauft. Ich Runkelrübenretsemtiesenrosen» rindeieh..." An einem Vormittag kannst du e» so fünsturdfilnfzlg und mehr- mal hören. Du flüchtest zermürbt w den Etadtroald. Setzest dich aus eine Bank. Da lispelt e» ganz in deiner Nähe:.Hätt' ich nur damals das Schlafzimmer genommen, dann könnten wir heiraten, aber so..." E» folgt ein Seufzer, der Rest verweht im Winde. Zwei Sekunden später setzt sich ein alter Herr zu dir. Nachdem er kaum guten Tag gesagt hat, ohne auch nur vom Wetter zu reden, beginnt er gleich, was er für ein Schafskopf gewesen ist, daß er voriges Jahr sein Haus verkaust hat..Hätt' Ich bis jetzt gewartet... o, ich Kamöööööööäl..." Da verstummt jeder Widerspruch. Mich jammert der Mann, mich jammern sie olle, aber die„Hättiche" vergessen, daß diese» Uebel ja sie nicht nur allein trifft. Wären s I« damals so schlau gewesen, wären e» wohl auch die anderen, entweder dl« Katastrophe wäre dann überhaupt nicht gekommen, oder der Jumper hätte da- mal» schon 40 000 Mark und die Zigarre 200 gekostet. Dann„hätten fie" alle Valuta gehamstert, wäre die deutsche Mark schon viel früher Makulatur geworden. Hätten sie alle ihre Schlafzimmer im Herbst bestellt, und so weiter... Matt und angegriffen komm« ich in die Sitzung de» Ausfchust«». Eine große Finanzdebatte. Gleich drei Redner hintereinander sogen es dem Verantwortlichen, daß er„hätte tun müssen, dies und jenes". Und die» ist das Merkwürdige: Von den anderen verlangt man immer, daß er lein �Hätf ich% sondern ein„Hab' ich" gewesen ist. „Hätten Ei« eher Wohnungen gebaut, hätten Sie eher die Finanzen geordnet, hätten Sie..." Ich könnt« stundenlang reden und schreiben. Seelisch zerschunden komme ich wieder heim, setz« mich an die Weißkohlsuppe. Schon beim dritten Löffel hör' ich:.Hätt' ich nur mehr von dem Fett getaust, wie es noch vierhundert Mark da» Pfund kostete." Da gab ich den Kampf mtt den„Hätf Ich'»" aus. Aber noch im Schlafzimmer hört« ich es an mein Ohr klingen: „Sjätf ich nur mehr Bettzeug, lauter Löcher, nicht mehr waschen." Weiter weiß ich nichts mehr. Aber ich ttäumt« nacht» davon. Ich sah alle diese Kriegshetzer und Wucherer, die Schieber und Preis- oerteuerer, wie sie alle vor diesen Leuten, die sie um die gewöhn. lichsten Güter des Lebens bewogen, denen fie oft da» Letzt« ge- nommen haben, Spießruten laufen mußten. Hei, das flutscht«. Am anderen Morgen hörte ich aber wirtlich«ot was Ler- nünstiges: „Du, heute Hab' ich Wäsche." Na endlich mal kein„Hätf ich". Dank für diese» Wort. Der Tag sängt gut an...._ Thealer in der Sommandankenstraße:„Zw Tal der weißen Lämmer" von Hermann Klenzl. Da» Stück des vornehmlich als Kritiker geschätzten Verfasser» ist»in« Art Legendenspiel, da» voll warmen Mitgefühl» und dabei mit einem Einschuß menschenkuntiger Ironie von der Liebe und deren Torheiten handelt.„Das Tal der weißen Lämmer" liegt irgendwo im Märchenland«. Mahadö, der erbarmungevoll« Herr der Erde im indischen Mythe?» besucht es auf seinen Wonderfahrten unk gewährt die Wünsche de? alt und grau gewordenen Liebespaares, das«inft Im Zorn voneinander schied. Tschitraleka, das schöne Mädchen, dessen jäh? Launen und Bitter. keilen den heißgeliebten Gatten von ihrer Seiie Wieb, ist«in sanft- mutiges Mütterchen geworden, die, In heimlicher Sehnsucht nach dem Verlorenen sich verzehrt und durch verkoppelte Güte ihre Fehler abzubüßen sucht. Selbst kinderlos, wurde sie soraende Hüterin aller Nochbarskinder. Und auch der Mann hat sie nicht vergessen können. Ihr Bild hat ssch in feinem Geist verklärt. Irrend das Land durch- streifend, kommt er gebrochen ins Heimatkorf, da» fein trübe« Auge nicht mehr erkennt. Nicht nach dem Tode verlangt er— sein? Gedanken kreisen einzig um den Traum, daß er m frischer Jugend mit der Giliebten noch einmal leben dürfe. Und der milleidige Gott, über solche Selbsttäuschung erstaunt; läßt dieses Trugbild des ver- schwunkenen Glückes In Erfüllung gehen. Der Greis wird Jüng- ling, die„alte- Muhme" zur jugendlichen Mädchenblüte. Sie schauen stch in seeliger Verzücktheit an, sie haschen stch im Liebesspiel«. Doch dies« Jugend ist zugleich Verzicht aus die Läuterung, die ste im späteren Leben fanden. Sie quält ihn wieder mit ihrem springenden Eigensinn, entfacht mit ihren Koketterien in ihm wieder bohrend« Eifersucht. Gott Mahadö will Frieden stiften. Doch der Erfolg ist nur, kaß beide in ihrer Lsidenichoft über den Fremden herfallen und ihn mit ein paar ordentlichen Beulen abziehen lassen. Ganz wie da» erstemal nimmt da» Idyll«in Ende mit der Flucht de« Mannes und der verzwe-felten Reue der Frau. Ein Märchen, das, so unbesorgt es mit den Wirklichkeiten umspringt, doch voller innerer Lebenswahrheiten steckt. Aber statt daß ter Ausgang auf diese tragi- komischen Ironien einen Schlußtrumpf setzt, nmmt der Verfasser unerwartet da eine Wendung in» Hymnisch« vor. Statt gelinden Spottes ergeht sich der Gott in einem Lberschwänglich hohen Preis- lied auf die Wunderkraft der Liebe. Schade um den Bruch in dem, sonst geschlossenen Plan der Dichtung. In der Aufführung, tie stellenwets« an Deutlichkeit der Sprecher zu wünschen übrig ließ, waren die Rollen de» Mahadö durch Erich Bald ermann und die der wieder jung gewordenen Tschitraleka durch Sonja Bog» sehr eindrucksvoll vertreten. Starker Applaus rief Schauspieler und Verfasser oftmals vor den Vorhang. ckt. Die neue Leitung des Deutschen Opernhause». Im Charlotten- burger Deutschen Opernhaus« kriselt e» schon lange. Die geschäft- lichen Ergebnisse sind bei dem teuren Betrieb, den eine grohe Ovcr heute mit stch führt, schon lange nicht mehr befriedigend. Di« lln- zufrieden heit de« Personals hat sich wiederholt in Streikdrohungen geäußert. Schließlich ist der bisherig« Direktor Georg Hartmann mtt einer eigens zusammengestellten Operntruppe nach Amerika ge- reist, um Dollarsegcn einzuheimsen. Aber auch dieser Versuch der Flucht in den Dollar scheint nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt zu haben. Eine Aufsschtsratssitzun« des Opern iKnises, die gestern tagte, hat daraufhin reine Bahn zu schaffen versucht. Direktor Hartman n ist seine» Postens enthoben worden, und an sein« Stelle ist vorläufig der frühere Intendant der Koburg-Gothaer Hofiheater, Herr von Holthosf, mit der künstlerischen Leitung der Bühne bettaut wor- den, wobei ihm die Kapellmeister Waghalter und Krasselt an die Hand gehen sollen. Man will inzwischen einen neuen Generalmustt- direktor suchen. Die geschäftliche Leitung ist dem Bau rat Ahrens übertragen worden. Auch sollen Unterhandlungen mit Dr. Pauli, der eben erst nach Wiesbaden berufen wurde, angeknüpft werden, um ihn als Oberregisseur zu gewinnen. Ob durch diese Neubesetzungen das Schicksal de« Opernhauses, das künstlerisch und finanziell feit langem auf dem Abstieg begriffen war, gewendet werden kann, wird die Zukunft lehren. Ob insbe- sondere die Bestellung eines früheren Hoslheaterintendanten für die ganz anders gearteten Berliner Theaterverhältnisse fruchtbringend sein wird, ist fraglich. Wir werden auf da» Problem de» Eharlotten- burger Opernhauses, an dessen Wohlergehen schließlich auch die Stadt Charlottenburg und die Kunstinteressen Groß-Berlin» erheblich be> teiligt sind, noch zurückkommen. Die Pocken in Vevkschland. Im Jahre 1S22 hatten wir In Deutschland im ganzen 21S Pockenfälle. Da» bedeutet eine Besse. rung gegen die Vorjahre; dos Jahr 1921 zählt« 288, das Jahr 1920 hat!« 204? und das Jahr 1919 sogar 2802 Fäll«. Fast alle bettafen da» oberschlcflsche Industriegebiet. Im vorigen Jahre waren unter den 212 Fällen allein 132 im Kreise Tof-GIeiwitz zu verzeichnen. Soldaten, Rückwanderer und polnische Arbeiter aus Polen und Galizie.i brachten die Krankheit mit, und durch lokal« Ansteckungen kamen dann weitere Fälle hinzu. Der Impfzustand war ausschlag- gebend für die Verbreitung. E, zeigt« sich, daß mehr Frauen als Männer angesteckt wurde». Nach der Srüsieker Konferenz. Wir hatten anläßlich des Zusammentritts der Brüsseler Konferenz die Hoffnung ausgesprochen, daß die französischen u-nd belgischen Minister es vermeiden möchten, sich auf u n» mögliche Ziele, die eine Verständigung auf absehbare Zeit verhindern würden, festzulegen. Was nun inzwischen als das Ergebnis der achtstündigen Beratungen bekannt ge- worden ist, berechtigt zur Vermutung, daß wenigstens diese bescheidene Erwartung einigermaßen erfüllt ist. Die Pariser Presse mißt den Schlußsätzen des offiziellen Communiquäs. die sich mit der R ä u m u n g s f r a ge be» schaftigen, große Bedeutung bei Allein die Tatsache, daß über- Haupt das Wort„Räumung" ausgesprochen wurde, wird von don französischen Blättern als ein Beweis der Reinheit der Absichten Poincar�s hingestellt, dem annexionistische Pläne fernlägen. Es mag wohl sein, daß dies für viele Franzosen gar keine Selbstverständlichkeit war und daß es einige Mühe gekostet hat, dieses Geständnis den wildgewordenen Militaristen in Uniform und Gehrock abzuringen. Insbesondere soll sich der Kriegsminister M a g i n o t, der direkt von seiner Inspektilmsreise im Ruhrgebiet nach Brüssel gekommen war, mit' ganz anderen Gedanken und Plänen befaßt haben. Hatte er ja doch tags zuvor vor den Leichen der beiden er- schossenen französischen Offiziere eine Ansprache gehalten, die in dem Satz gipfelte, der Feind stehe nicht an der Ruhr, sondern in Berlin; was Robert de Jouvenel im„Oeuvre" zu der Bemerkung veranlaßte, entweder habe dieser Satz gar keinen Sinn, oder er bedeute die Forderung eines Vormarsches gegen die Reichshauptstadt! Jedenfalls gibt auch die Pariser Prefle zu verstehen, daß die von Magmot verkörperte radikale Richtung in BrüssA eine Niederlage erlitten hat; und das extrem-nationa- listische„Echo de Paris", das dieses Ergebnis offenbar be- dauert, erblickt darin einen Erfolg der vom belgischen Außenminister I a s p a r vertretenen entgegengesetzten Auf- fassung. Wir haben bereits auf die Ruhrmüdigkeit der belgischen Regierung hingewiesen, die wohl in erster Linie auf den ener- gischen und geschickten Kampf der belgischen sozio. I i st i f che n Opposition zurückzuführen ist. Da nun nach den Angaben des„Echo de Paris" die Formulierung des Eonrmumqu<5s bezüglich der Räumimgsfrag« Iafpar zuzu- schreiben ist,„der unter keinen Umständen die Kluft zwischen den Alliierten erweitern will", so gebührt zweifellos auch un- seren belgischen Genossen ein großes Verdienst an der Zurück- drängung der imperialistischen Pläne des französischen„natio- nalen Blocks". Es wäre allerdings verfrüht, wollte man aus der Tat- fache, daß in Brüssel von der„Räumung" überhaupt ge» sprachen wurde, irgendwelche optimistische Schlußfolgerungen ziehen. Man darf die Wichtigkeit des betreffenden Satzes der offiziellen Verlmitbarung weder unterschätzen, noch über- treiben Man muß ihn vielmehr in aller Sachlichkeit und Rüch- ternheit prüfen, und deshalb fei er unseren Lesern noch ein- mal vorgelegt. Er lautet: „Schießlich wurde aus der Konferenz nochmals die Einigkeit der beiden Rsgierimgen dahin festgestellt, die Räumung de, Ruhr- gebiete, vnd der neubesetzten rechtsrheinischen Gebiete nicht von einfachen Versprechungen Deutschlands abhängig zu machen, sie vielmehr in dem Maße zu vollziehen, in dem Deutsch- land seine R e p a r a ti o n s v e r pfl i ch t u n g en erfüllt." Das ist eigentlich nur eine Wiederholung der vieldeutigen Formel Poincarss vor dem Auswärtigen Ausschuß. Wenn diese nur bedeuten würde, daß die Räumung des Ruhrgebiets nicht innerhalb von wenigen Tagen erfolgen könnte, so spräche sie ledigllch eine technisch« Selbswerständ- lichkeit aus. Aber wir olle wissen, daß etwas ganz anderes damit gemeint ist und daß damit Tür und Tor für eine län- gere, ja für eine dauernde Besetzung geöffnet werden könnte. Wir wissen noch gar nicht, wasfürReparations- Verpflichtungen die französischen und belgischen Staats- männer überhaupt meinen. Anscheinend wissen sie es f e l b st noch nicht, da sie erst noch darüber in Paris wieder miteinander beraten wollen. Sind etwa die 132 Milliarden des Londoner Ultimatums gsmeint? Oder das vom„Dailn Mail" veröffentlichte, ebenso undurchführbare Programm? Oder eine vernünftige, wirtlich erfüllbar« Lösung? Solange darüber nichts Näheres zu erfahren ist. bleibt die wichtigste Frage im Dunkeln. Der Hamburger Weltkongreß. Beteiligung der Amerikaner und der Pole«. „Populaire" meldet, daß auf dem bevorstehenden internatlo. nalen Sozialistenkongretz in Hamburg die amerikanisch« Partei durch Eugene Deb» und da« Mitglied des Repräsentantenhauses, Victor Berger. ferner durch den internationalen Sekretär der Partei. Moiris Hilquiih, sowie durch einen der bekanntesten Führer der Partei aus Chikago, Seymour und Stedman, vertreten sein solle. Warschan. IS. März.(Ccc.) Der oberste Rat der polnischen sozialistischen Partei hat in den letzten zwei Tagen in Warschau mehrere Beratungen abgehalten und eine Reihe von Entschließungm angenommen, die sich auf die Parteitattik beziehen. Unter anderem wurde auch der Beschluß der höchsten Parteiinstanzen bestätigt, dem- zufolge die polnische sozialistische Partei an dem international- scziolistischen Kongreß in Hamburg tellnehmen wird. devisenkurse. Jugenönot! So oft liest man heute von der„Verrohung unserer Jugend": die Zeitungen bringen im gerichtlichen Teil Nachrichten über neue Un- taten„jugendlicher Verbrecher": aber den tieferen Ursachen dieser Dinge geht kaum einer der vielen Leser nach. Es ist so viel leichter, sich voll Entsetzen von diesen„Verbrechern" abzuwenden, als ein- zudringen in ihr Schicksal, sich zu fragen:„Wie können junge Menschen so weit kommen, haben wir denn keine Möglichkeit zu helfrn?" Wer aber tiefer hineinschaut in das Leben dieser jungen Menschen, die wir leider als„freche Lümmel" oder„liederliche Frauenzimmer" zu betrachten gewohnt sind, der erkennt, wie not- wendig ihr Weg sie dahin führte, wo wir sie mit Schrecken antreffcn. Fast stets ist ihr Heim ein dunkles, unsauberes Loch, in dem sie mit zahlreichen Familienmitgliedern zusammenleben. Und in den meisten Fällen tun sie nur dasselbe, was sie von den Eltern— wenn sie überhaupt solche haben—, oder von ihrer sonstigen Umgebung zu sehen gewohnt sind. Wer unter solchen Bedingungen aufwächst, für den gehört schon«in fast übermenschliches Maß von Charakterstärke dazu, fest zu bleiben und trotz Hunger, Kälte und den überall auf der Straß« lockenden Genüssen keinen Schritt vom rechten Weg zu weichen. Wie selten aber kann eine solche Charakterstärk« in solcher Umgebung gedeihen. Meist tragen die Kinder schon bei der Geburt die Last unglücklicher Veranlagung und ererbter Krankheiten: und, wenn sie heranwachsen, so verfallen sie mit Notwendigkeit dem Un- recht, dem Verbrechen, aus dem sie sich aus eigener Kraft selten wieder erheben können. Dies trübe Bild bietet dem Sozialisten za kaum Neues. Wir wissen von der Schuld der Gefellschaft an der Existenz des Elends, das täglich neu« Opfer dem Verbrechen zuführt. Aber wovon wir noch viel zu wenig wissen, das ist die Pflicht jedes einzelnen, helfend und stützend«inzugreifen. Wir dürfen nicht warten, bis die Gesellschaft sich gewandelt hat. Worin kann nun die Hilfe bestehen? Nur in bescheidener All» tagsarbeit: darin, daß man sich nicht stolz abkehrt von dem„ver- lotterten Dengel", den man täglich sieht, sondern versucht, ihm näher zu kommen, Einfluß auf ihn zu gewinnen, ihn zu festigen. Das ist der einfachste, der natürlichst« Weg: aber leider sind unsere Ver- hältniss« in der Großstadt so kompliziert geworden, der unmittelbare Zusammenhang zwischen den Nachbarn hat sich so gelöst, daß nur wenig« zur Tat kommen können. Darum wird für die meisten der Weg über die Organisation und die Behörde geben müssen. Der praktische Arbeit sucht, der findet sie reichlich bei den städtischen Jugendämtern. Hier sind dl« Stellen, wo wirklich der Jugendnot zu Leib« gegangen wird, wo versucht wird, gefährdete Jugendliche vor der völligen Verwahrlosung, vor dem Hinabgleiten in die Sphäre des sungen Verbrechers oder der Prostitution zu bewahren. Aber sie drohen zu erliegen unter der Fülle der Not, der dringenden Ar- bcit. Darum, Genossen und vor allem ihr, Genosssnnen, hinein in die Jugendämter, hesst mit, junge Menschen zu bewahren; es gibt kein schönere», aber auch kaum ein schwereres Werk! • Hierzu teilt uns das Bezirksjugendamt Kreuzberg (Süden. Südwesten, Südosten von Berlin) mit. daß dort noch Be- darf an ehrenamtlichen Jugendhelfern und Jugendhelferinnen ist. Schriftliche oder mündliche Anmeldungen werden im Amtsgebäude. Yorckftr. 10 pari, Zimmer 7. täglich zwischen 8 und 4 Uhr. Mitt- wachs zwischen 4 und S Uhr entgegengenommen. Auskunft wird gern erteilt.__ Kandidatin Kelly auf Reifen. Trüb« Erfahrungen machte ein Gutsbesitzer aus Schlesien mit seinem Wohlwollen, das er einer vermeintlichen Studentin aus Berlin angedoihen ließ. Der Gutsbesitzer lernte auf feiner Heim- fahrt von Berlin in einem Abteil ein junges Fräulein kennen, das sich ihm als kand. med. Nelly Falkenstein vorstellte. Di« Reise. begleiterin erzählte ihm. ihre Ellern weilten in Holland und sie selbst studiere in der Charit« Medizin und wohne auch dort. Jetzt habe sie einen Erholungsurlaub angetreten, den sie auf dem Lande zubringen möchte. Die treuherzig« und bescheiden« jung« Dam«, der es nicht allzu gut zu gehen schien, gefiel dem Be- sitzer so gut, daß er sie einlud, den Urlaub in seiner Fa- mili« aus seinem Gut« zu verleben. Er füllte sie dann auch gleich in die Familie ein und man schien an dem Gast«ine angenehme Gesellschafterin gefunden zu haben. Nelly aber kund- schaftete i» wenigen Tagen alle Derhällnisse der Familie gründlich au», insbesondere alle Verbindungen, die sie in der Stadt unter- hielt. Al» si« soweit war, mächt« sie einen Ausslug nach der Stadt, kauft« auf Rechnung des Gutsbesitzer» bei den Geschäftsleuten, bei denen die Familie ihren Bedarf zu decken pflegt, ein, holte bei der Schneiderin auch noch Stoff für ein Kostüm, das die Hausfrau dort liegen hatte, angeblich in deren Austrag ob, hob im Namen des Besitzers von dessen Bank endlich auch noch Geld ab und verschwand mit allem auf Nimmerwieder- sehen. Der Gutsbesitzer kam nach dieser Erfahrung nach Berlin, erkundigt« sich in der Choritö vergeblich nach der Kandidatin der Medizin und wandte sich dann an die Kriminalpolizei. Mitteilun- gen über diese Schwindlerin nimmt Kriminalkommissar Bredeck im Polizeipräsidium entgegen. Sie ist etwa 24 Jahre alt. etwa 1,65 Meter groß, hat schwarzes Haar und trug einen Stoffhut, braunen Mantel, rot« Bluse, braunen Rock und schwarze Schuhe. „Das Finanzamt als Aergerquelle." Der im„Dorwäris" Nr. 54 verössenllichte Artikel, der von einem pordeigenössischen Angestellten eines Finanzamts verfaßt war, hat mit einigen Sätzen über die Angestellten der Finanzämter zu Mißverständnissen Anlaß gegeben. Vom Zentralverband der Angestellten wird uns aus Grund eingehender Jnforma» tion midgeteilt, daß die Mehrzahl der neben den Beamten arbeiten. den Angestellten eine Reihe von Jahren bei der Finanzverwaltung beschäftigt ist. Es handelt sich fast durchweg um kaufmännisch und bureaumäßig vorgebildete Angestellt«, die auf Grund ihrer Dorbil- dung gerade für die schwierige Tätigkeit bei der FinanjjverwaUung geeignet sind. Dies wird auch von den Leitern der Finanzämter ausdrücklich bestätigt, die eine erheblich« Gefährdung der Durch- fvhrung der Steuerveranlagimg darin erblicken, daß die Angestell- ten etwa jetzt zugunsten von Berkehrsbeamten, die zum großen Teil für die Finanzverwoltung ungeeignet sind, entlassen werden sollen. Di« Beschäftigung von Angestellten wird seit Jahr und Tag von der hohen Berwaltungobureaukratie bekämpft, im Interesse de« Staates liegt es jedoch, daß neben den Beamten auch Angestellte in den Dehärden beschäftigt werden. Eröffnung eines Montcfsori-Kinderhauses. Berlin hat sein neues Monteffori-Kinderhaus. Die beiden deutschen Montessori-Gelevschasten haben dos Heim in zwei fchänen Räumen eingerichtet, die das Jugendamt Wilmersdorf in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat. Es wurde zunächst in der Form eines Halbtagskindergarlens eröffnet. Man hofft aber, mit Unterstützung durch die Allgemeinheit zu einem Tagesheim zu kommen. Später soll ein« Montessori-Dersuchstlass« für die schul- Pflichtigen Kinder angegliedert werden. Solche Berfuchsklafien be. stehen bereits in allen anderen Kulturländern. Während des Tom- merhalbjahrs 1923 veranstaltet das Deutsche Montessori- Komitee im„Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht", Berlin, Potsdamer Straße 120, einen Lehrgang zur Ausbil- dung deutscher Lehrkräfte in der Montessori. Methode, Berechtigt zur Teilnahme an diesem Lehrgang sind Lehrer und Lehrerinnen, Jugendleiterinnen und Kindergärtnerinnen, die im Besitz einer deutschen Lehrbefähigung sind. Ändere inter- essierte Personen können evtl. als Hospitanten zugelassen werden. Meldungen sind zu richten an das Deutsche Montessori-Komitee, z. H. von Clara Grunwald, Berlin, Cuxhavener Straße 18, Sprechstunde nur Montag abend 6 bis 8 Uhr. Oer Prozeß üer Histmißherinnen. Vrlefllberschrifien. Zu Beginn der heutigen Sitzung, die Landgerichtedirektor Jasper uni Q'A Uhr eröffnete, teilte Rechtsanwalt Dr. Eötzel dem Gericht mit, daß die Angeklagt« Frau Riemer, die sich jetzt außer Haft be- findet, da bekanntlich gegen sie nur Anklage wegen Begünstigung durch Nichtanzeige erhoben ist, gestern nacht von dem Ehemann Nebbe, ihrem Schwiegersohn, mit dem zusammenzuwohnen sie wegen der Wohnungsnot noch immer genötigt sei. geschlagen worden ist/ Der Vorsitzende. Landgerichtsdirektor Jasper setzt dann die Ver» lesung der Briefe fort, über deren Inhalt sich häufig eine Erörte» rung mit den Angeklagten knüpft. Die Verlesung ist jetzt zu dem Abschnitt gekommen, in dem die Angeklagten die Wirkung des Gifte« schildern. In mehreren Briefen ersucht die Angeklagt« Nebbe ihre Freundin Klein, recht vorsicbtig zu sein, damit nichts entdeckt werde. „Bloß, mein einzige» Lieb, sei Du auch sehr vorsichtig, daß es nach» her nicht an das Tageslicht kommt, denn das sind die Schufte nicht wert, daß wir dann vielleicht sollen durch die wo anders hingebracht werden." In einem anderen Briefe schreibt sie an die Angeklagte Klein:„Hättest Du doch gleich so viel gegeben, daß es alle war. Wenn der sich jetzt bloß nicht untersuchen läßt. Wir haben doch solche Angst um Dir, daß es bloß nicht rauskommt."' Dann warnt si« die Klein, ihren Mann nicht ins Krankenhaus zu bringen. Sani» tätsrat Hirschfeld bittet, bei der Asrlesunq der Briefe auch die Ueberschriften, Schlußworte und Unterschriften mitzuverlesen, da deren Kenntnis für die Sachverständigen von be- sonderem Wert sei. Es wird festgestellt, daß die meisten Briefe die Unterschrift tragen:„Sei tausendmal geküßt von Deiner treulieben» den, unglücklichen Elli(bzw. Grete)". Die Briefe zeigen die Ueber- schrift:„Mein herziges Lieb" oder„Mein einziges Lieb" und es findet sich häufig die Zwischenbemerkung:„Du mein Kleines, mein Lieb, mein Mäuschen" usw. Auf Befragen gibt die Angeklagte Nebbe zu: Ich hatte»inen sehr großen Haß auf Klein. weil er meine Freundin, die ich so sehr liebte, so schlecht behandelt hat. Erhöhung der Jahreseinkommensgrcnze. Die Jahresoinkommensgrenze, die für den Beginn de» Ruhens der Bersorgungsgebührnisse maßgebend ist, wurde vom 1. Oktober 1922 ab auf 200 000 M. erhöht. Bei dieser neuen Einkommensgrenze sind neben der Ermäßigung entsprechend der Beranlcgung zur Einkommensteuer stir den Versorgungsberech- tigten im Betrage von 3400 M. die Äbzüge des Einkommensteuer- aesetze» für Wervungskosten usw, bis zur Höhe von jährlich 5400 M. vis einschließlich Juli 1922 und von jährlich 10 800 M. vom 1. August 1922 ab berücksichtigt. Der Unterschied zwischen den für das Ruhen der Bersorgungsgebührnisse maßgebenden einzelnen Einkommens» stufen betragt 15 000 M, Die neuen Einkommensgrenzen finden jedoch nur dann Anwendung, wenn der Berechnung für das Ruhen der Bersorgungsgebührnisse da, Jahreseinkommen von 1922 zu- gründe gelegt und dies von dem Verforgungsberechtigten ausdrück. lich beantragt wird. Di« Anträge sind an das zuständige Verfor. gungsamt zu richten. ErhShung der Sinkommeusgreuze für die Gewährung der Elternrechte. Die Iahreseinkommensgrenz«, bis zu der B e- dürftigteit im Sinne der Vorschriften über die Gewährung der Elternrechte angenommen werden darf, ist mit Wirkung vom l. Oktober ab auf 50000 M. für ein Elternpaar und auf 35000 M. für einen einzelnen Elternteil erhöht worden, wenn das Jahreseinkommen von 1922 zugrunde gelegt wird. Bei den neuen Einkommensgrenzen sind die entsprechend der Veranlagung zur Einkommensteuer für jeden einzelnen Versor- gungsberechtigten zinzelassenen Abzüge(2. 3400—6800 M. für ein Eliernpaar, 3400 M. für einen einzelnen Elternteil) bereits berück- sichtigt. Di« Nachprüfung der bisher wegen Ueberfckreitung der Einkommensgrenzcn abgelehnten Anträge auf Gewährung von Elternrente erfolgt nur auf Grund eines neuen Antrags. Derartig« Anträg« sind an das zuständig« Versorgung-amt— nicht cm das Haupwcrsorgungsamt— zu richten. Ermordung eine, jüdischen Schnitters. Ein Raubmord wurde gestern auf dem Gut« Schönfließ in der Neumart verübt. Dort wurde ein jüdischer Schnitter, namens Max Grünberger, von zwei polnischen Schnittern ermordet und beraubt. Wie di« Landjägerei feststellte, sind die Täter um 5% Uhr oon JWickendori mit dem Zug« nach Berlin zu abgefahren. Sie werden wahrscheinlich versuchen, über die polnische Grenze zu entkommen. Die Kriminalpolizei, di« benachrichtigt wurde, hat die Fahndung nach den Flüchtigen aufgenommen. Der Erzeugerpreis für karloflel« wurde von der amtlichen Der» liner Notierlmgskommission, der Erzeuger, Händler und Derbraucher angehören, für die Provinz Brandenburg neu festgefetzt auf 2700 bis 3O0O M. den Zentner für weiße und rote Kartoffeln und auf 3100 Mark den Zentner für Gelbfleischig«. «lrbritcgrweinschaft fozioldrinokratischer Lehrer und Lehre- rinnen. Freilaa. den IS. 7 Uhr, Berliner Nathans. Zimmer SZ. Tagesordnung: 1. Unser» Stellung zur Schulreform und den Schnlresormcr» (Menosftn Dr. Weoscheider) i Lehret bildungSsrage. 3, VerichiedeneS. Riesen- Schiffsbrand in Hamburg. Auf dem englischen Dampfer Benvenuto, der im Hamburger Hafen Kopra löscht, kam ein Brand au», der sofort gewaltige Ausdehnung annahm. Als die Feuerwehr eintraf, brannten bereits Deck und Aufbauten, und das Schiff war in dichte Rauchmassen gehüllt. Das Feuer nahm, durch die Kopra- ladung begünstigt, einen gewaltigen Umfang an. Aus 19 Schlauch- leitungen gaben 7 Spritzendampfer Wasser. Nach stundenlanger Tätigkeit war dt« Gewalt des Feuers gebrochen.— Bei«wer Schiffskatastrophe bei Salamis sind im ganzen 358 Matrosen ertrunken. Wetter für morgen. verlin und Umgegend. Ein wenig kälter, überwiegend trübe und etwa« neblig mit geringen Niederschlägen vnd srlschen östlichen bis nordöft- lichen Winden. Groß-Serllner Parteinachrichten. Voranzeige! Montag, de« IS. März, abends 7 Uhr. im großen Saale der Sönigfladi-Drauerei. SchLnhaufer Allee 10, Versammlung aller Funktionäre der VSPD. Groß-Verlin mit folgender Tagesordnung: „Der Kampf im Ruhrgebiet." Refereulcu: Blaß. Deutscher Eifcnbahnerverband. vetriebsrat für deu Elfenbahndiceklionsbezirk Esten; Llmberh, Ul. d. vor- standsmilglied de» Vergarvcikerverbaude» Bochum; Wolf, Bezirks l eiler de» Deutschen Melallarbeiier verbände» Esten. Ohne Funktlouärkarle und Mitgliedsbuch kein Zutritt. » Achtung«ehllahrtikues»». Heute abend pLnklttch 7 Uhr in der ZurMschen Sprech. flunde, Lwdenstr. S, t. Hos spricht Senosst»»ertru» Hanno über Ardeiterfragen und Ninberichug. Achtung! IIS.«dt.«anioio.©er gohlabend findet nicht gemeinsam mit der IZS. und 1». Abt.. sondern'Oe sich atlew beut? abend?>/, Uhr im gelchensaol der Schule g-,ser.Fiiedrich.Lir. statt. Wichtige Tagesordnung u a. Berich! mb Begirlatag und Beeschledenoa. Gewerkschaftsbewegung weil sie es nicht verstehen konnten, daß die Betriebsräte gegen eine Eine Spaltung gefällig? Das politische Sekretariat der Kommunistischen Bartei für Berlin und Brandenburg, unterzeichnet utb Fiider, verfchid an die tommunistischen Fraktionsleiter der Gewerkschaften und an die kommunistischen Mitglieder der Gewertschaftsvorstände unterm 7. März ein längeres Rundschreiben. In diesem Echreiben wird auf eine„ internationale Ston'erena" verwiesen, die einer der vielen Ausschüsse, hinter denen sich die KPD. verbirgt, einberuft. In diesem Rundschreiben beißt es: Es ist jest Eure Aufgabe, in Euren Verbänden die Frage der internationalen Konferenz aufzurollen und gegen die Amsterdamer Politit eine Entschließung für die Beteiligung an der Internationalen Kon ferenz zur Annahme zu bringen. Die Frage der Internationalen Konferenz muß ielbstverständlich in Verbindung gebracht werden mit der Ruhrhilfe der Amister damer, der wachsenden Gefahr des Faicismus und der Bewegung für den proletarischen Selbitichutz. Zu dieser Internationalen Konferenz fönnen und sollen auch einzelne Verbände und Betriebe Delegierte entienden. Wir überlassen es Euter Entscheidung, ob Ihr Euch in Euren Verbänden fräftig genug füblt, eine derartige Dele. gation durchführen zu fönnen. Solltet Ihr allein nicht start genug dazu sein, so ließe sich wahrscheinlich eine Delegation durch das Zusammengeben unferer Verbände ermöglichen. Eine Woche nach der Internationalen Stonferenz, am 25. d. M.. wird die Berliner Organisation der KPD. in Verbindung mit dem 15er Ausschuß eine große Internationale Kundgebung, vor aussichtlich im Sportpalast, veranstalten. Auf dieser Kundgebung werden ausländische Referenten, vor allem französische Genossen, sprechen. Wir wollen bei dieser Rundgebung zum erstenmal den Beschluß des Roten Kartells ausführen, nach dem die Ver bände in Berlin, die sich in den händen der Kommunisten befinden, den Aufruf für diefe Kundaebung mit unterzeichnen follen. Wir bitten um umgebende Stellungnahme zu diesem Vorschlag und um Beantwortung der Frage, ob Ihr in der Lage seid, einen derartigen ten fich die Eisenbahner zum größten Teil nicht an diesen Beschluß, Der Bergarbeiterstreit in Mährisch- Ostrau trifft hisbesondere die Bergwerfstetriebe selbst sehr fühlbar, da die gesamten Schlen Genossenschaft sind, welche den Kollegen bis heute Tausende von vorräte im Revier nur noch zwei Tage reichen. Die Konferenz des Mart Ersparnis gebracht hat. Es ist festgestellt, daß auch Kom Zentralstreitausschusses beschloß, am Freitag mit einem här munisten in großer Zahl von dieser Genossenschaft Waren feren Vorgehen einzusehen und die Zahl der auf den Gruben beziehen und es mit der Befolgung der KPD..Berfügungen Beschäftigten noch mehr einzuschränken, falls bis Donnerstag mittag nicht genau nehmen. In der Bollversammlung am 1. März wurde keine befriedigende Antwort auf die gestellten Vorschläge eintrisst. Die Bereinigten Bergarbeiterverbände billigen in we terten dagegen, während einfichtige Kollegen dafür sprachen. einer Ertlärung des Borghen der Berga: beiter im Drau- Starwieder dazu Stellung genommen. Kommunistische Paradepferde In wiederholter Abstimmung wurde der Antrag de: ersten Boll winer Revier und erklären sich mit ihnen im jezigen Kampfe foli versammlung auf Nichtbeteiligung an der Genossenschaft bei darisch. Ueber das weitere Borgehen in den übrigen Revicren schwacher Befegung des Saales mit 100 gegen 98 Stimmen an wird die Reichstonferenz der Vertreter der foalierten Verbände, genommen. 198 Betriebsratsmitglieder von über die zu Sonnabend nach Prag einberufen ist, entscheiden. 1300 anwesend, davon halb zu halt in der Abstimmung beschließеn über solche wichtige Fragen. Die Belegschefen werden daran endfich die praktische Arbeit der KPD. erkennen, die nicht Vorteil, sonden Schaden für die Kollegen bringt. Wirtschaft Es ist endlich an der Zeit, daß die einfichtigen Kollegen fich aktiver als bisher an solchen Bersammlungen beteiligen, um ver. Arbeiter als Förderer der Betriebswirtschaft. ünftige Beschlüffe herbeizuführen. Das einzig nüßliche in diefer Versammlung war der Vor rag des Bezirksbetriebsratsmit an der Verbesserung des Produktionsvorganges seit mehr als zwanIn Amerika gibt es Firmen, in denen die Mitarbeit der Arbeiter gliedes Genoffen Förster über das Pensionstaflenwefen. zig Jahren gepflegt worden ist. Viele dieser Firmen unterhalten Die Betriebsräte beschlossen, den Vortrag als Broschüre drucken ein eigenes Borschlagsbureau für Verbesserungsvorschy äge, zu lassen und den Betriebsratsvorsitzenden als Nachschlage. und die aus den Reihen der Arbeiter temmen. Wenn man die Inhaber Lehrbuch zu übermitteln. Praktische Arbeit von Amsterdam einer solcher Firmen fragt, ob die Unterhaltung eines solchen Bureaus feits, Phrasen von Moskau andererseits waren des Ergebnis der mit einem Stab von Beamten nicht ein Lugus fei, so erhält man Bersammlung. immer wieder die typische Antwort: Das macht sich bezahlt!" Go hören wir( heft 9 der Zeitschrift Maschinenbau: BerbesserungsDoridyläge der Arbeiter von Dipl.- Ing. v. Radecki), daß im Jahre 1921 in einem Bert 80 000 Borschläge von Arbeitern eingereicht wurden, von denen 30 600 angenommen wurden. Ein großer Teil dieser Borschläge bezieht sich auf die Verbesserung des Herstellungsverfahrens, ein andeser Teil auf die Verbesserung der Apparatur und des Zusammenarbeitens der Arbeitsfräfte. profitliche Parole. Die Blumen- und Federnfabrikanten folgen thr. Der Schlichtungsausschuß hat am 12. März einstimmig einen Spruch gefällt, der eine E- höhung der Februarlöhne um 50 Broz. für Monat März versieht. Die Arbeitgeber er. flärten nach einer Beratung von eine: minute, daß sie den Spruch a blehnen Nach diesem Spruch hätte die 21jährige Facharbei erin einen Wochenlohn von 32 625 m. und die gleich altrige Hilfsarbeiterin einen solchen von 24 225 m. Wie es diesen Arbeiterinnen mit diesem Berdienst möglich sein soll auszufommen, bleibt ein Geheimnis. Die Herren Arbeitgeber machen sich die Sache sehr bequem. Sie ließen durch ihren Syndifus Dr. Birnbaum erflären, daß sie lediglich de: Barole der Regierung folg ten, die dahin gehe, in der jetzigen Zeit teine Lohnerhöhungen zu gewähren. Daraus geht mit aller wünschenswerten Klarbeit berbor, wohin Db der Demobilmachungstommiffar, welcher vom die Kommunisten steuern: die Bildung fommunistischer Verband der Fabriforbcite: angerufen ist, auch diesmal wieder mit Gewerticaften und besondere Attionen dieser Rücksicht auf die no leidenden Blumen. und Federfabriken die Ber Gewerfichaiten. Das Rote Kartell" hat also beichloffen. bindlichkeitserklärung ablehnen wird? Aufruf zu unterzeichnen. Das bedentet aber nicht mehr und nicht weniger als die Spaltung der Gewerkschaften. Wir wissen nicht, ob es tommunistische Drieverwaltungen und Branchenleitungen gibt, die diesen letzten Schritt au maden entschlossen sind und das in einer Zeit, wo die ärbeiterichait in einem schweren Kampfe steht. Wir machen aber die Gewertid aften und die Gewerkschaftsmitglieder auf den verbrecheriiben Plan ausdrücklich aufmeriiam. Wir hoffen, daß dieser Hinweis geniat, um alle, denen es ernst ist um den geichloffenen Kampf der Gewerkschaften, zu entfchiedener Abwehr dieses Attentats zu veranlassen. Die Urabstimmung der Metallarbeiter. Annahme des Schiedsspruchs. Die Urabstimmung unter den Mitgliedern des Deutschen Metallarbeiterverbandes in allen dem Verbande Berliner Metallindustrieller angeschlossenen Betrieben am Montag und Dienstag hat eine Mehrheit für die Annahme des inzwischen von den Unternehmern abgelehnten Schiedsspruchs ergeben, der eine Lohnzulage von 15 Broz. vorfieht. Noch haben die Unternehmer Zeit, sich auf Grund dieser EntScheidung der Metallarbeiter eines Besseren zu besinnen und den infolge ihres Verhaltens drohenden Kampf zu vermeiden. Der Metallarbeiterverband hat beim Reichsarbeitsministerium die Berbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches beantragt. Ent. gegenstehende Meldungen find falsch. Praktische Arbeit der KPD. Lehrlingsentschädigung im Handwerk. Wie uns aus Potsdam mitgeteilt wird, hat die Tischler- 3mangsinnung für Betsdam und Umgegend sich in ihrer legten Innungs versammlung zu einem bedeutsamen Entschlusse aufgerafft. Sie hat nämlich befchloffen, mit Rücksicht auf die immer höher steigenden ben Lehrlingen im 1. Lehrjahr zweihundert Mart, im 2. Lehr Preise für Lebensmittel, Kleidungsstüde und alle fonftigen Dinge jahr vierhundert Mart, im 3. Lehrjahr sechshundert Mark und im 4. Behrjohre achthundert Mark Entschädigung pro Woche zu zahlen. In dem Bericht ist leider nicht angegeben, wie hoch bisher diese Entschädigung war.) Das Borschlagsverfahren ist in den größeren Betrieben so organisiert, daß in jeder Werkstatt besondere Brie däften und Vorschlags. formulare bereitgestellt werden, auf denen die Arbeiter die Vorschläge( chriftlich einreichen. Die Brieffästen werden täglich ge leert. Das Borschlagsbureau registriert die Eingänge und leitet sie zur Begutachtung an den Betriebsleiter weiter. Erscheint die Anregung beachtenswert, dann geht sie an einen Ausschuß, in dem oft auch die Arbeiter Siz und Stimme haben. Unnahme oder Ablehnung der Vorschläge wird ben Antragstellern schriftlich und im Falle der Ablehnung mit einer näheren Begründung zugestellt. Für die Vorschläge werden Belohnungen ausgefeßt, entweder in Geld oder in der Form ehrenvoller Erzähnung, aber auch in der Form des Aufrüdens in eine höhere Stellung. Die gewöhnlichen Borschlagsziele find: Verbesserung des Herstellungsverfah rens, der Maschinen und Apparate, Bergrößerung der Erzeugung und Leistungsfähigteit, harmonische Zusammen arbeit, Berbesserung der Arbeitsbedingungen, Eriparniffe jeder Art an Zeit, Anstrengung, Stoff und Kraft, Unfallvorbeugung und Erhöhung der Sicherheit. Die Soziale Bauwirtschaft, der wir diese mitschlagsverfahrens unter Bermeidung feines tapitalistischen Einschlags teilungen entnehmen, empfiehlt ten Grundgedanken diefes Borzur Betätigung innerhalb der Bauhütten. Jeder Berbeife. rungsvorschlag, der in unseren Bauhütten gemacht wird, tommt der Gesamtheit der Mitarbeiter zugute. Die Mitarbeiter unserer Bauhütten sollten mit tritischen Augen den ProEin Vergleich mit dem Gesellenlohn ergibt folgendes Bild: Im duktionsvorgang in den Bauhütten betrachten und ihre Berbeffe. Jahre 1914 betrug der tarifliche Stundenlohn der Gefellen für rungsvorschläge dem Betriebsvorstand unterbreiten, der dann Durchschnittsarbeiter 61 Pfennige, was bei 52stündiner wöchentlicher feinerseits mieter in mindestens vierteljährlich abzuhaltenden Be Arbeitszeit einen Wochenlohn von 31,72 m. ergab. Der triebsversammlungen vor der Gesamtheit der Belegschaft des Be ehrling im 4. Lebrjahre bekam eine wöchentliche Entschädigung triebes über die gemachten und angenommenen Vorschläge Bericht Jetzt beträgt der Stundenlohn eines Tischlergesellen 978 M., was Don 10 Mart. Dafür tonnte er sich schon ein paar Stiefel faufen. zu erstatten hätte." bei 46stündiger Arbeitszeit einen Wochenlohn von 44 988 t. ergibt. und Das gleiche gilt auch für andere gemeinwirtschaftliche Betriebe mit gewissen Beschränkungen felbst für tap talistische Be Dementsprechend müßte die Entschädigung des im 4. Lehrjahre tri be. o bie Arbeiterschaft es durch eigene Anregungen ermög stehenden jungen Mannes 14 bis 15000 art wöchentlich lichen kann, daß mit gleichem Aufwand von Arbeitszeit, Anstrenbetragen anstatt 800 M. Bei 800 M. Entschädigung" muk der gung, Material und Strom eme erhöhte Produktion erreicht wird, Lehrling ein volles Jahr arbeiten, um 40 000 M., den Preis verteidigt sie am besten den tft unbentag. Im demo. für ein Baar Stiefel, zu verdienen. fratisch geleiteten Betrieb, der allein für solche tätige Mitwirkung der Arbeiterschaft in Frage tommt, bleibt den Be triebsräten die Aufgabe, einer Berschlechterung der Arbeitsbedingungen und Entlassungen entgegenzuwirken, die hier und da mit der Einführung ergiebigerer Arbeitsmethoden verbunden sein fönnten. Der Botsdamer Innung gehört mancher Meister als Mitglied an, der früher im Holzarbeiterverband organisiert war und für beffere Lohn- und Arbeitsbedingungen eintrat. Anstatt sich gegen eine derart spottschlechte Festsetzung der Entschädigung zu wenden, fcheinen fie fich alle den Brofit gefallen zu laffen, den diefe ich am lole Lehrlingsausbeutung für die Lehrlingsmeister be beutet. Sie geht auf Resten der Eltern der Lehrlinge. Die ehr. famen Handwerksmeister aber spielen obendrein noch die fittlich Entrüfteten darüber, daß die Eltern ihre schulentlassenen Rinder lieber einer Erwerbstätigkeit zuführen, als sie unter solchen Um ständen in ein Lehrverhältnis zu geben und fich abzuplagen, die ganze Familie darben zu laffen, nur damit die Handwerksmeister billige Arbeitsfräfte haben. Aus Eisenbahnertreisen wird uns geschrieben: In Nr. 51 der Roten Fahne" steht auf der dritten Seite eine gesperrt gebrudte Notiz unter der Ueberschrift: Die Betriebsräte der Ber. finer Eisenbahn gegen die Fascisten". Darin steht, daß die Annahme der betreffenden Resolution nach Begründung durch den Kollegen Bannafchat, einem neuen Stern, einstimmig ange. nommen worden sei. Das stimmt! Aber um das Bild zu beleuch Das hier Gesagte gilt natürlich nicht etwa nur für Potsdam ten, sei bemerkt, daß von den über 1300 Betriebsrats. Nowawes, sondern für die fogenannte Entschädigung der Handwerksmitgliedern nur noch etwa 120 Personen anwesend fehrlinge überhaupt. Die Eltern müssen direkt gewarnt werden waren Es ist ohne weiteres llar, daß unsere Genossen mindestens davor, auf Jahre hinaus Verpflichtungen einzugehen, die sie nicht ebenso große Gegner der Fascisten sind wie die unfehlbaren Jünger, halten fönnen. Sie müssen darauf bestehen. daß die Entschädigung Mostaus; nur fann man über die Zweckmäßigkeit der Absendung tariflich geregelt wird, und zwar in einem bestimmten Ber einer Delegation an die italienische Botschaft ge- hältnis zum Gefellenlohn. Es lient auch im öffentlichen teilter Meinung fein Es hat bald den Anschein, als ob mit be: Intereffe, daß derartige Mißstände beseitigt, den Lehrlingen Absendung derselben ein Krach in Szene gesetzt werden foll, um eine den Koften des Lebensunterhalts angemessene Entschädigung wieder etwas Agitationsmaterial für die Rote Fahne" zu haben. gezahlt wird. Beil die bloße Annahme der Resolution aber nicht den gewünschten 3med hat und zu befürchten war, daß bei vollbesetztem Saal di: Absendung der Delegation abgelehnt werden könnte, brachte man diese Dringlich feitsresolution" zum letzten Buntt der Tagesordnung ein, wo sich die Unentwegten ihrer Mehrheit ficher waren. Der 3med heiligt das mittel. Die Jesuiten haben in ben Mostaujüngern würdige Schüler gefunden. " Betriebsschließungen in Rußland. Die Matejemfa- Metallwerte des füdrussischen Staatlichen Synditats der Schwerindustrie( Jugo falj) merben wegen Ünrentabilität geschlossen. Bon den 2000 Arbeitern der Werte follen 1000 auf den Stohlengruben des Syndifats beschäftigt, der Rest entlaffen werden. Die Beitung des Gummitrufts ist infolge von Abfahschwierigkeiten zu einer Einschränkung der Produktion genötigt und hat 2000 Arbeiter entlassen. Das Finanzministerium hat einen befonderen Ausgabenebat bes Obersten Boltswirtfdaftsrates für das laufende Budgetjahr in Höhe von 598 Millionen Rubel Muster 1923 bestätigt, um die ftillgelegten Betriebe im Zustande einer gewiffen Betriebsbereitschaft zu erhalten ( zu konservieren"). 21.5 millionen Rubel entfallen auf die Metall industrie mit 70 Betrieben. Insgesamt sollen etwa 1700 wichti gere Trusts und zentralen Wirtschaftsorganen unterstellte Be triebe aus Staatsmitteln konserviert werden, für welche einige Aussicht auf Wiedereröffnung in abfehbarer Zeit besteht. Auf ben zu fonservierenden Betrieben follen etwa 8000 Arbeiter und Tech nifer bleiben. Die übrigen stillgelegten Betriebe follen, soweit fie Das Achtstundenfaggefeh in Italien ist mit einigen Ein- nicht gänzlich aufgelöst oder verpachtet werden, von den lofaten fränfungen im Sinne einer freien Handbaburg zum Eduke der Bolkswirtschaftsräten überwacht werden. Ein Teil der betroffe nationalen Industrie" bom Ministerrat genehmigt. In dem benen Betriebe gehört der Heeresbedarfsindustrie an. Die Verfruftung der amerikanischen Frischkonservenindustrie treffenden Regierungsbefchluß beißt es, der Acbiftundentag wäre nicht gerechtfertigt, wenn er fe als Etrafmaßnahme gebandbabt ist jetzt zustandegefommen. Die beiden größten amerikanischen würde, daß die Produktion und die Arbeiter selbst wirtschaftlich Fleischkonservenfabriten von Armour und Morris haben sich mit Borher wurde über die Genossenschaft für Kohlen- und Kar. geschädigt würden. Die Regierung wolle die Bolkswirtschaft des einem Kapital von 500 Millionen Dollar zu einem Truft zusammen. toffelverforgung innerhalb der Reichsbahndirektion beraten. Diese Landes nicht schädigen, damit alle Arbeiter ihrer Vorteile später geschlossen. Dieser Trust würde demnach das Gesamtmonopol der foll nach dem Bericht eines Hauptbetriebsratsmitgliedes zu einer nicht wieder verluftig geben. Für das Echiffeperfonal finde der Fleischfonservenerzeugung befizen. Man befürchtet infolgedessen in Wohlfahrtseinrichtung für Beamte und Bedienstete ausgestattet wer- chiftundentag feine Anwendung, um die italienifden Echiffe gefell Amerita, daß die Breise für den Berlauf steigen und die Einkaufspreise für Bieh finten werden. In einer früheren Betriebsrätevollversammlung wurde die ichaften genenüber den ausländischen nicht au benachteiligen. Beteiligung an der Genoffenchaft durch die Betriebsräte abge- Nach alledem bleibt abzuwarten, was in dem Geleg vom Achtlehnt infolge Machinationen der KPD. in einer vorhergehenden stundentaa übrig geblieben ist und wie weit es der Bragis gestattet, Bersammlung zugunsten des sog. 15er Ausschusses. Trogdem fehr mit dem Reft aufzuräumen. den. Handelstammer zu Berlin Kaufmännische Schulen. 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