Nr.128 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 64 Bezugspreis: Für den Monat März 5800 902. voraus zahlbar Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig. Saar und Memelgebiet sowie Cesterreich und Luremburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Postbezugspreis zeibleiben d. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart England, Estland, Finnland, Frant reich. Holland Lettland. Luxemburg Defterreich. Schweden. Schweiz Tschechoslowafci und Ungarn. Der..Borwärts" mit der Gonntags. beilage Bolf und Reit" der Unter. haltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage..Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 150 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile toftet 1200 m. Reklamezeile 6000 t. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedrud te Wort 375 M.( zulässig zweit fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort. 200 M., jedes weitere Wort 150 M. 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Reuter meldet: Da weitere die Dauer für gesichert halten Diese Frage der Sicherheit sei eine Gerüchte über eine Bermittlungsaffion im Umlauf sind, wird noch Frage der Sicherheit des gesamten Europa und der Welt, die Wittelsbacher, und der bayerische Landtagspräsident mals festgestellt, daß Großbritannien an seiner neutralitäts- Cinnes bedauerte tief den von den Franzosen eingeschlagenen Weg Königsbauer gedachte dankbar der Verdienste der teuren, sehr politit gegenüber der Ruhrfrage festhält und die Auffaffung ver- und sagte, dieses Verfahren müsse scheitern. Eicherheiten teuren Dynastie um das Vaterland. Verdienst um das Bater tritt, daß die offenbare Lösung darin bestehen würde, daß und Reparationen ließen sich nur erreichen durch eine größere land! Hat wirklich ein Wittelsbacher je mit voller Hingabe gemeinsame Allianz, insbesondere zwischen den größeren seiner Bersönlichkeit die Einheit Deutschlands geförs Deutschland Frankreich und Belgien fondiert. Mächten Europas. Er würde gern sehen, daß Schritte unternom- dert, die sich als reichquellender wirtschaftlicher und kultureller men werden, um flarer und endgültiger seine Ansichten zu erklären. Segen für Bayern erwies. Waren nicht vielmehr die Amerika wartet auf eine passende Gelegenheit. Paris, 16. März.( WTB.) Havas ergänzt in einer Meldung aus Washington die nach dem„ New York Herald" wiedergegebene amtliche Erklärung des Staatsdepartements über ein angebliches Erfuchen Englands um Vermittlung zwischen Deutschland und Frantreich durch folgende Bemerkungen: Sonntag 2 Uhr im Friedrichshain Massen heraus! In amtlichen Kreisen herrsche das Empfinden, daß Frant. chrt das arbeitende Bolt Berlins die Opfer der reich nicht geneigt sei, Borschläge von feiten anderer Regie- monarchistischen Reaktion, die Vorkämpfer der Freiheit. rungen entgegenzunehmen. Infolgedeffen fomme zurzeit tein Borschlag in Betracht. Indeffen beobachteten die amtlichen Kreise die Lage mit großer Aufmerksamkeit. Wenn sich eine passende Gelegenheit böte, würden sie die Versuche einer Lösung unterstützen. Bis jetzt sei der Regierung von Washington amtlich nichts von Verhandlungen bekannt, die angeblich zwischen Berlin und London schwebten und zum Ziel hätten, Frankreich eine Regelung vorzuschlagen. Ruhrkonflikt und Völkerbund. Cecil und Clynes fordern Klarstellung der Absichten. Condon, 16. März.( BIB.) Lord Robert Cecil und der Arbeiterparteiler Abg. Clynes hielten gestern in einer Bersamm lung des Rates der Böllerbundvereinigung, in der fast 1000 3weigtellen der Vereinigung vertreten waren, Reden über die dringen. den Fragen der britischen Außenpolitit, insbesondere im Zusam menhang mit der Ruhrbesehung. nationalistischen Erregung, die er in den betreffenden Karten auf den Tisch legten. Ebenso weigere sich Frankreich, genau zu erflären, warum es im Ruhrgebiet sei. Nachdem er vor furzem Gelegenheit hatte, die Frage zu prüfen, ob die Angriffe auf Frankreich, die sich auf die Annahme gründen, Frankreich beabsichtige das Ruhrgebiet zu annettieren, könne er diese Angriffe für völlig unbegründet erklären. Er glaube nicht, daß irgendeine verantwortfiche Meinung in Frankreich bestehe, die eine solche Annegion wünsche. Er fönne fich täuschen, aber dies sei seine bestimmte Anficht. Er glaube, daß Andererseits würde er gern eine baldige Erklärung Deutschlands fehen, was es fun zu fönnen glaube und was zu tun es bereit ſei. Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen, in der die Notwendigkeit bekräftigt murde, den Gedankenfomplex der internationalen Fragen, deren Mittelpunkt die Reparationsfrage bilde, einschließlich der Frage der internationalen Sicherheiten sobald wie möglich vor den Bölterbundsrat oder die Wölferbunds: versammlung, wenn möglich mit Unterstüßung Deutschlands und der Bereinigten Staaten, zu bringen. Ein sehr bedauerlicher Entschluß, Wiederaufnahme der Militärkontrolle. Wittelsbacher von jeher eifersüchtig auf ihre fleine Fürstenherrlichkeit versessen, wie heute noch ihre Plazhalter auf die baŋerischen Reservatrechte? Haben nicht gerade Wittelsbacher der deutschen Einheitsbewegung die schlimmsten Hindernisse bereitet und sich nicht gescheut, die auswärtigen Mächte anzurufen, damit diese gegen sie intervenierten? Es ist das Verdienst eines konservativen bayerischen Historifers, M. Doeberl, diesen königlich bayerischen Ver= rat deutscher Interessen festgestellt und mit Urkunden belegt zu haben. In seinem vor kurzem erschienenen Buche ,, Bayern und Deutschland" behandelt er im besonderen auch das Verhältnis Bayerns oder vielmehr der Wittelsbacher Fürften zu der deutschen Einheitsbewegung, wie sie im Jahre 1848 burch das Frankfurter Parlament nach außen verkörpert wurde und in einem deutschen Kaisertum ihre Krönung finden sollte. Damals schmückte den Wittelsbacher Thron von Napoleons Gnaden ein marimilian, der sich der Zweite nannte Wie peinlich besorgt dieser Wittelsbacher um die Aufrechterhal tung des Kleinstaatenwesens war, erhellt aus seinem Briefwechsel nicht nur mit dem preußischen König, den vierten Friedrich Wilhelm, sondern vor allem aus seinen politischen Briefen an seinen eigenen Minister des Auswärtigen und an die bayerischen Gesandten im Ausland. Dem württembergiWTB. meldet: Zwischen dem Auswärtigen Amt und der schen Staatsrat Klindworth, einem der übelberüchtigsten AllerLord Robert Cecil. erklärte, er bebaure fehr den Ein- Interalliierten Militärtontrollfommission weltspione des Vormärz, der gleichzeitig im Solde Desterreichs, marsch aus vielen Gründen, aber besonders wegen der starken hat während der letzten Wochen über die Beteiligung fran- Frankreichs, Englands und Preußens stand und vom Ver Ländern hervorgerufen habe; die Frage werde jetzt nicht mehr mit fischer und belgischer Offiziere an Kontrollhand- rat des einen an den anderen lebte, diesem Klindworth verirgendeinem Grade von Unparteilichkeit erwogen. In Deutschland lungen ein Schriftwechsel stattgefunden. Es ist nicht gelun- traute Maximilian ein Handschreiben an seinen„ teuersten fei das Ergebnis anscheinend gewesen, daß die Regierung Dergen, die Kommiffion dazu zu bewegen, daß sie diese Offiziere Onkel" Friedrich Wilhelm IV. an, in dem es hieß:" hindert werde, überhaupt irgend welche Borschläge zur Rege- während der gegenwärtigen fritischen Periode aus der Kon-„ Du selbst, teuerster Onkel, bezeichnest als sehr wichtig, daß fung der Frage zu machen. Ez jehe nicht, wie eine Lösung erreicht trolle ganz zurückhält; sie hat im Gegenteil erklärt, daß fie dessen Fürsten( Deutschlands) bald sich einigen über die der werden könne, bevor alle betreffenden Parteien ihre die in dieser Hinsicht bis zum 15. d. M. geübte teilweise Zurüd- 3entralgewalt und dem Parlament gegenüber einzu haltung jezt aufgeben und jene Offiziere in vollem Umfange nehmende Stellung. Jeder Verzug scheint mir gefahrdrohend, da wieder an der Außentontrolle beteiligen will. Für den Be- die stets wachsenden Bestrebungen der Anarchist en(??) und ginn der fommenden Woche sind bereits eine vielleicht ungebührliche Zumutungen von anderer. ganze Reihe von Kontrollhandlungen ange- Seite immer schwerer dürften zurückgewiesen werden können." fagt, an denen sich französische und belgische Er selbst scheut sich jedoch nicht, solche„ ungebührlichen Offiziere- teilweise sogar in Uniform- be- Bumutungen von anderer Seite" geradezu hervorzus teiligen werden. loden. Am 11. Dezember 1848 schreibt er an seinen Ge Die Reichsregierung ist nicht in der Lage, die Kommission schäftsträger in Paris: an der Ausführung dieses bedauerlichen Ent„ Es ist mir sehr wichtig und Ich lege viel Gewicht darauf, es schlusses, über dessen psychologische Wirkungen sie nicht im unflaren gelassen worden ist, zu verhindern. Es bleibt ihr baldigst und sicher zu erfahren, ob und wie Frankreich über eine Hohenzollern, denkt, ob ferner die übrigen Kabinette, be Nachdruck darauf hinzuweisen, daß auch die franzöſiſchen und fonders jenes von St. Petersburg, gar nicht die Gefahr in Betracht daher nur zu übrig, die Deffentlichkeit nochmals mit allem deutsche Kaiferfrone, erblich in dem Hause Lothringen oder belgischen Kontrolloffiziere für uns nicht als Organe ihrer ziehen, welche hieraus für die Weltlage entspringen muß, ob man Regierungen, sondern lediglich als Organe einer inter- die Aufrechterhaltung der Wiener Schlußatte schon aufgegeben hat..." alliierten Rörperschaft zu gelten haben, in der auch diejenigen alliierten Hauptmächte vertreten sind, die sich an Am gleichen Tage forderte er seinen Außenminister auf, der Ruhrgebietsaktion nicht beteiligen. Jede Aus die bayerischen Gesandten an den außerdeutschen Höfen andreitung gegen einen dieser fremden Offi- zuweisen, zu erforschen, ob man denn dort gar nicht auf8iere ist geeignet, der Reichsregierung un- mert sam sei auf die Größe der Gefahr, welche für die absehbare außenpolitische Schwierigfeiten Weltlage und das ganze europäische Gleichgewicht einzutragen. in Frankreich in gewiffem Sinne fiefes Unbehagen herrsche. Die Reparationen feien aber augentlidlich eine sekundäre besorgt Wenn man dieſe großen Schwierigkeiten beseitigen wolle, Frage. 3 Wirklichkeit sei Frankreich um seine Sicherheit so müsse man beginnen, Frankreich angemessene Sicherheiten gegen einen Angriff von Deutschland zu verschaffen. Bevor man den Franzosen ein Gefühl der Sicherheit gebe, so daß es sich ruhig einer friedlichen Tätigkeit widmen tönne, glaube er nicht, daß man es in die nötige geistige Verfassung bringen könne, die erfor derlich sei, um sie instandzusehen, die Frage der Reparationen fireng geschäftlich zu behandeln. Zuerst müsse man Frankreich Sicherheit verschaffen. Er, Cecil, glaube nicht, daß ein Garantie patt zwischen Frankreich, Deutschland und England in England sngenommen werden würde. Er sehe sehr ernste Bedenten Dagegen. Mehr als ein Dreimächtepatt sei erforderlich. Er glaube, daß irgendeine Art Vorschlag im Völkerbund der einzige Ausweg fei, soweit Garantien in Betracht kommet, nämlich eine allge. meine Garantie, die den Grundsatz des Artikels 10 durchführe. Die Beteiligung an dem Garantiepaft im Bölferbund müsse allen Ländern in Europa und in der Welt offen stehen, so daß man nicht nur Frankreich gegen Deutschland, sondern auch Deutschland gegen Frankreich Garantien gewähren müffe. Der Erwägung wert fei der Borschlag, daß eine entmilitarisierte und neutralisierte Zone zwischen Frankreich und Deutschland bestehen solle. Nicht ein jeparater Puffer staat. Dies würde zmedlos fein. Es dürfe fein Bersuch erfolgen, die politische und fommerzielle Hoheit der Zone zu verändern; sie müsse in jedem Falle freibleiben und dürfe nicht zu militärischen Borbereitungen benutzt werden. Ferner müßten die Eisen bahnen neutralisiert werden. Wenn man erst einmal bie törenden Elemente beseitigt habe, würden die Reparationsverhandlungen sehr bald eine Lösung finden. Frankreich gegen die Dollaranleihe. erwachsen muß, wenn Desterreich oder Preußen zur deutschen Kaiferwürde gelangen, und ob man denn gar nicht ge= sonnen ist, die Biener Berträge aufrechtzuerhalten". Diese Wittelsbacher Entwürdigung ging sogar dem Außenminister zu weit. Er antwortete dem König, daß er zwar keine Bedenken trage, die in München anwesenden Gesandten der außerdeutschen Kabinette im Sinne der Wünsche Maximilians zu sondieren. Paris, 16. März.( EE.) Der Reparationstommiffion lag heute der Einspruch der franzöfifchen Delegierten gegen die Ausgabe einer deutschen Dollaranleihe vor. Die Franzosen machen geltend, daß der Friedensvertrag von Versailles den Ulliierten für die Entschädigungs ahlungen eine Generalhypothek über sämtliche deutschen Einnahmequellen einräume, und dieser Generalhypothet ,, Dagegen darf er, der Minister Eurer Königlichen Majestät, entspreche die deutsche Anleihe. Auf Antrag des italienischen stell- fubmiffeft nicht verhehlen, daß schriftliche Anweisungen vertretenden Delegierten Baron d'A meglio wurde das jurisäsche in dem vorliegenden Betreffe zu gewagt seyn möchten, indem eine fomitee mit der weiteren Prüfung der Angelegenheit beauftragt. so bestimmte Berufung auf die Wiener Verträge auswärts jehr Die französische Abordnung überreichte sodann eine Beleicht mißdeutet und als eine Aufforderung zur Jafervention hin werde darüber, daß die deutsche Regierung für die Ausführung genommen werden könnte...." der von Le Trocquer angeregten großen Arbeiten im Invern Frankreichs bis jetzt noch eine Vorschläge eingereicht habe. Frankreichs Hochöfen- Kalamität. Paris, 16. März.( Ep.) Laut Intransigeant" führt Frantreich täglich 600 Tonnen Kohle und 2000 Tonnen Kots aus dem Ruhrgebiet ab. Das Blatt bestätigt aber trotzdem, daß 80 Pro 3. der französischen Hochöfen ausgelöscht seien und die metallindustrie des Brieyer Bedens einer allgemeinen UrCinnes erklärte, es fönne von den Entschließungen, die dem Unterhaus unterbreitet worden feien, gefagt werden, daß sie dem Hause eine Möglichkeit gegeben hätten, zu zeigen, daß weniger Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteien, die hinter der Regierung stehen, und der Opposition vorhanden feien, als jemals Regierung stehen, und der Opposition vorhanden seien, als jemals vorher in auswärtigen Angelegenheiten. Man sei in diesen Fragen De: nationalen Einhelt nähergetommen. Die Mei- beitslosigkeit entgegengehe. nungsverschiedenheiten feien mehr scheinbar als wirklich. Die Frage Der Sicherheit habe aufgehört, nur eine Frage der Sicherheit Marimilian läßt sich aber nicht so leicht abspeisen. Er fordert von dem Außenminister, durch die Gesandien„ die Mächte aufmerisam zu machen, daß sie die Gewährlei stung der Wiener Verträge vom Jahre 1815 übernommen, ferner welchen Schaden es brächte, wenn die politische Stellung Deutschlands und damit Europas eine solche Veränderung erlitte, wie sie durch Verwirklichung der deutschen Kaiseridee herbeigeführt werden muß. Es entgeht Ihnen nicht, daß es bei dem mehr als zweideutigen Benehmen Preußens eine Lebensfrage für Bayern ist, sich des Schutzes der Mächte gegen die Lenin. Das neueste Krankheitsbulletin meldet eine feichte verderbliche Kaiseridee zu versichern". für Frankreich zu sein. Kein einziges Land tönne sich auf Besserung im Allgemeinbefinden Lenins. Ganz im Sinne von diesem Wittelsbacher Feind der fc Mitf rfje n Ei nljett schreibt iksm sein Gesandter Wendland in einem Privatbrief aus Paris von, 19. Dezember 1848: „Die französische Regierung ist decidiert gegen die Uiiiiät(Einheit) von Deutschland und hat aus diesem Grunde den Herrn v. Ramner nie offiziell empfangen ivollen. Sie ist daher auch dagegen, dah die deutsche Kaiserkrone auf das Haupt irgendeines Fürsten gesetzt werde. Der General v. Willisen ist, wie ich mit ziemlicher Gewibheit oermute, van Berlin hierher gesendet, um Frankreich für Preutzen in dieser Frag« zu gewinnen, alle seine Bemühungen werden indes wohl fruchtlos bleiben. Ich kenne die Ansichten des Herrn Bostide bestimmt darüber,— dos nun folgende Kabinett unter Louis Napoleon wird ebenso denken... Rußland denkt ebenso und hat auch größeres Interesse, sich einem solchen Arrangement zu widersetzen: ich glaube dies aus ganz sicherer Quelle zu wissen. Englands Ansichten sind ohnedies bekannt. Da also alle großen Mächte dagegen sind, läuft man gewiß k e i n e G e f a h r, sich der Sache zu widersetzen.... Wenn Preußen ebenso uninteressiert als Oesterreich wäre, würde die Sache von selbst zusammenfallen. Allein leider sind die Prätentionen des Berliner Kabinetts bekannt. Eure Königliche Majestät werden in Allerhöchst Ihren Kammern gewiß eine wichtige Stütze finden, wenn Sie ohne allen Rückhalt offen vor der ganzen Welt verweigern, einen deutschen Kaiser über sich anzuerkennen. Der König von Hannover und viele andere Fürsten werden sich unbedingt dieser Erklärung anschließen. Wer Eurer Königlichen Majestät anders ratet, ist nach meiner Anficht entweder kurzsichtig oder geradezu Berater an seinem König und Vaierlemd...." Wie man sieht, l)aben die Wittelsbacher von jeher sich un- geheure„Verdienste" um die Einheit und das Wohlergehen Deutschiaichs erworben. Wenn jetzt die Fuchs und Mach'haus, die Bothmer und andere sich wieder französischer Agenten be- dienen, um die Losreihung Bayerns vom Deutschen Reiche zu erzielen und eine neue Wittelsbacher Monarchie zu errichten. so folgen sie nur den erhabenen Traditionell Maximilians. Es wäre nicht mehr als eine Pflicht der Dankbarfeit, wenn die Witlelsvacher ihnen«inen entsprechenden Teil von dem 750- Milliarden-Geschenk abgeben würden, das„Merhöchst Ihre Kammer" unter republikanischen Formen ihnen soeben bewilligt hat. * München, 16. März.(Eigener Drahtbericht.) In der Hochoer- ratssach« Fuchs-Ma-chhaus-Berger usw. ist ein« sensativ- iielle Wendung eingetreten. Der Vertraute de, Exkronprinzen R u p p r e ch t, Freiherr v. E r a in e r. K> e t t, der gestern noch der Untersuchungsbehörde die Angabe gemacht hat, daß er im De- gember!92l in seiner Wohnung den französischen OberstKutnant Richert und sein Werkzeug Professor Fuchs empfangen hnbe. ist heute plötzlich von München abgereist! Ferner ist Bezirksober- nmtmann Freiherr v. Coden, der Sohn des früheren bayerischen Snnemninisters, wie uns«,- Parteiorgan, die„Münchener Po st". «im Freitag vormittag feststellt, dem die Umtriebe Richerts feit Jahren bekannt waren, nach einer amtlichen Mtteilung der „Bayerischen Staatszeitung", noch am Freitag noch- mittag au, dem Staatsdienst entlassen worden. Da die Familien von Cramer-Klett und von Soden dem bayerischen Hochadel angehören und bis heute zu den in- timsten Beratern der Familie Wittelsbach gehörten, ist man bei der Aufdeckung der Fäden der Verschwörung gegen den Bestand de, Deutschen Reiches bereits bis in die immittelbarste Nähe de, Exkronprinzen Rupprecht v. Wittelsbach gelangt. Allerdings hat Freiherr v. Cramer-Klett noch unmittelbar vor feiner Abreise seinen fürstlichen Gönner gedeckt mit der Behauptung, daß»r dem Oberstleutnant Richert gegenüber von vornherein jede Unterredung des Kronprinzen mit einem Franzosen als misgeschl Elfsen«klärt habe. Buch Exkronprinz Rupprecht selbst ist bereits in dieser Sache kürzlich vernommen worden und hat aus- driickttch betont, daß er seit Beendigung des Kriege, niemale mit Franzosen, weder mittelbar noch unmittelbar, irgendwelche Aus- spräche oder Fühlung gesucht oder gehabt habe. Demgegenüber beweist die heut« bekanntgewordene Tatsache der plötzlichen Abreise des Freiherrn v. Cramer-Klett, daß er selbst die .....»mim....... lj »Kuitur�-Dokumente. )um 75. Geburtstag der Marz-Revolution. Bon Karl Fischer. Lange vor dem 18. März und dem Jahre 1848 wetterleuchtete es allenthalben in deutschen Landen, aber immer wieder verteilten sich die Wolken, und Gewalt ging vor Recht. Bedrückt durch hohe Steuern und Zölle, bedrängt durch Schikane und Willkür der lieben Landcsoäter, lebte das Volt in einem dumpfen Dämmern, in siumpfer Gleichgültigkeit und in stickiger Lust. Erst als der frische Wind der Poriser Februar-Revollllion über die Bogelen sprang und über den Rhein fegte, wachte man auch in Deutschlano auf und oer- suchte, die unerträglichen Lasten abzuschütteln. Bände müßte man schreiben, wollte man dos vollständige Ma- terial beibringen von den unendlich vielen Warterinstrumenten, mit denen man das Volk peinigte. Eine klein« Auslese von Dokumenten der damaligen Zeiten Schande soll versuchen, Verständnis dafür zu erwerben, daß das Volk weiter nichts galt, als Freiwild für die Launen seiner Fürsten. Alle Mittel waren genehm, wenn es galt. Gesinnungen auszutreiben, denn Gesinnung zu haben,«ine offene und ehrliche Ge- sinnung, wurde al, großes Verbrechen geahndet. Eines der be- liebtest«» Folterwerkzeuge war die Zensur. Wieweit hier der Wahnsinn getrieben wurde, erjährt man am besten aus einem Brief des Freiherrn vom Stein, den er 1819 an den Freiherm von Gagern richtete und in dem es heißt:„Was sagen Sie zu der Handhabung der Zensur im Hannöoerschen, wonach man sogar— Hochzeitsgedichte und Leichenpredigten beidem königlichen Konsistorium einreichen sol l!!I" Das ging wahrlich noch weit über die Zensur, die wir uns während des letzten Krieges ge- fallen lassen mußten. Hannooer war überhaupt ein„gssegnetei" Land. Oppermann erzählt in seiner Geschichte des Königreichs Han- nover folgenden bezeichnenden Zug von der hannöoerschen Reaktion: „Der Kabinettsrol von Scheie wußte die Beamten scharf zu ver- folgen, die nur ganz entfernt an oppositioneller Richtimg beteiligt waren. Einem Schwager von Robert Prutz, dem bekannten liberalen Dichter, wurde die Anstellung als Advokat trotz der besten Emp- fehlungen immer wieder oerweigert. Endlich bringt er sein Gesuch bei dem Kabinetisrat persönlich vor und weist zu dessen Begründung darauf hin, daß die Mittellosigkeit seiner Eltern ihm nicht gestatte, sich an einem anderen Ort eine Praxis zu schaffen. Scheie unter- bricht ihn:„Was ist Ihr Bater?".Buchbinder."„Dann hätten Sie auch Buchbinder werden sollen!" Indessen in Preußen stand man den Hannoveranern in der- artigen Schamiosigkeiten durchaus nicht nach. Al» sieben Göttinger Professoren 1827 Protest erhoben gegen den offenen Verfassungs- bruch des Königs von Hannooer, und die Stadt Elbing einem dieser Professoren, der aus Elbing gebürtig war,»in zustimmendes Schreiben schickte, erteilte, wie Biedermann In seinem Werk„Dreißig Jahr« deutscher Geschichte" mitteilt, der preußische Minister des Innern, von Rochow, dem Magistrat von Elbing folgenden amtlichen Verweis:„Dem Untertan ziemt es nicht, an die Handlungen des Staatsoberhauptes den Maßstab seiner beschränkten Einsicht anzu- legen und sich in dünkelhaftem u ebermute ein öfsentliches Urteil über Möglichkeit«Ines Cntrimwns aus dem Netz, da« sich über khm zu. samrnengezogen Hot. gering einschätzt. Damit entfällt natürlich auch jede Beweiskraft seiner den Exkronprinzen entlastenden Angabe. Der Staatsgerichtshof gegen Hitler. Und Bayern? Der Staatsgerichtshof hat, wie wir bereits mit- teilten, die Beschwerden der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei über VersammlungSver- böte und Auflösungsverfügungen in nichtbayerischen deutschen Ländern verworfen. In der Begründung deS Spruches heißt es, wie wir erfahren, nicht nur. daß Hitler und mit ihm seine Partei die Republik fortgesetzt beschimpfe und her- absetze, sie zieht auch den s; 7, Ziffer 4 des Gesetzes zum Schutze der Republik ausdrücklich an. Der betreffende Ah- sqtz des Gesetzes wendet sich gegen Vereinigungen, deren Zweck eS ist, die verfassungsmäßigen Grundlagen der Deutschen Republik zu untergraben. Damit hat der StaatSgerichthof als höchste richterliche Instanz die Staatsfeindlichreit der NationalsozialistischenDcutschen Arbeiter- Partei festgestellt. Werden die bayerische Regierung und die D e u t s ch e F r e i h c i t s p a r t e i. die bekanntlich vor kurzem in ein sehr enges KartcllverhältniS zu der National- sozialistischen Partei getreten ist, ihre Konsequenzen daraus ziehen? * Sehr eigenartig muß es berühren, daß das amiliche Wolfs- sche Telegraphen bureau in seiner diesbezüglichen Meldung den von uns nack träglich ioiedcrgegebenen tvichtigsten Teil der Se- gründung mit keinem Wort erwähnt hat. Sozialöemokratie unö Kohlensteuer. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat der Der- l ä n g e r u n g des Kohlengesetzes zugestimmt. Entscheidend war dafür die Tatsache, daß die Ermäßigung der Kohlensteuer noch lange keine Ermäßigung der Kohlen- preis« bedeutet. Im Gegenteil, es bestand die Gefahr, daß die Ennäßiaung der Steuer den Anlaß zu einer Erhöhung derPreisefürKohlen bringen würde. Aber selbst wenn das nicht der Fall wäre, so würde bei gleichen Kohlen- preisen kaum eine Berbilligung der Industrieprodukte ein- treten. Dafür aber würde in die Reichsfinonzen ein gewaltiges Loch gerissen werden. Bei der ungeheuren Schuldenlast des Reiches würde das weitere Anspannung der Notenpresse be- deuten, also der Form der Besteuernng der Waffen, die am unsozialften ist. Ferner ist im§ 11 des Gesetzes festgelegt, daß der Reichsminister der Finanzen nach Anhörung des Reichs- kohlenrats mit Zustimmung des Reichsrats eine Ermäßigung der Steuer eintreten lassen kann, wenn die wirtschaftlichen Ver- Hältnisse, besonders der Stand unserer Währung, dies ersorder- lich machen. Die Deutschnationalen haben nun, um ihre Steuerfcheu zu vertuschen, ein ungeheuves Geschrei über die Haltung der Sozialdemokratie angestellt. Sie machen uns den Vorwurf. daß wir die Kohle, und damit auch den Hausbrand, für die minderbemittelte Bevölkerung ganz ungeheuerlich verteuert haben. Wie verhält sich dag in Wirklichkeit? Es steht unzweifelhaft fest, daß die Kvhlenpreif« in den letzten sieben Moyaten ganz ungeheuerlich verteuert wurden. während die Kohlenstcuer von 4l) Proz. bereits seit dem 1. April 1922 in Kraft ist. Der Kohlenvreis für Ruhr-Fettförderkohle wurde gesteigert am 1. August 1922 von 1313 M. pro Tonne bis 9. Februar 1923 auf 128 350 M. pro Tonne, also um das Llfache. An dieser Preiserhöhung wirkten alle bürgerlichen Parteien mit. und immer wieder wurde von den Zechenbesitzern hervorgehoben, daß bei diesen Preiser- höhungen die Werke nicht bestehen können. Die bürgerlichen Parteien müssen aber daran erinnert werden, daß der Sozial- demokrat Robert Schmidt als Reichvwirtschastsminister die Rechtmäßigkeit derselben anzumaßen. Die Unterzeichner der Adresse hätten daher In dem Benehmen der Söttinger Prosesioren nicht eine Verteidigung der gesetzlichen Ordnung, sondern nur ein unziemliches Auslehnen, ein vermessenes Unternehmen erblicken sollen."— Freilich, auf dem Thron Preußen» saß damals«in Mann, oer allen Dünkels voll war: Friedrich Wilhelm IV. Roch am 27. Februar 1848 schreibt er an die Königin Viktoria von England: «Der verstorbene König wogt« nicht, zu schreiben„von Gottes Gnaden". Wir indessen nennen uns König von GottesGnoden, weileswahri st." Run nicht lang« danach sollte es ihm blutig tagen, und dieser Held von Gottes Gnaden mußte demütig den Hut ziehen vor den Opfern der Berliner März-Revo- lution, hingeschlachtet durch sein« Schuld. Unter der Regierung riedrich Wilhelm» IV. feierte die Polizei Willkür förmliche rgien, und nichts war den Häschern heilig. So beklagte sich Ludwig Feuerbach, der bekannte Nerfaffcr des großen Werkes„Wesen de» Ehristentums", das den damaligen Machthaber zu liberal roch, in einem Brief vom 3. April 1843 folgendermaßen:„Gestern wurde bei mir von Rechts wegen eingebrochen. Man suchte bei mir, dem Einsiedler, dem Gelehrten, dem Denker, nach Briefen von Studenten, nach Auskunst über Studentenverbindungen. Armes Deutschland, selbst dein einziges Gut, deine wiffenschastliche Ehre will man dir nehmen!" Je kleiner das Ländchen war, über das ein Fürst von Gottes Gnaden„regierte", um so düntelhaster und dummdreister war sein Verhallen. Ein köstliches Stück weist das Amts- und Regierungsblatt des Fürstentums Rl-uß-Lobenstein-Ebendorf vom Jahre 1845 auf. Dort heißt es wörtlich:«Serenissimus hat die hohe Gnade zu haben geruht, die Wehrmänner zu Hirschberg, sechs an der Zahl. Velche zu dem in Tonna ausgebrochenen Feuer geeilt und mit der aufopferndsten Bereitwilligkeit Dienst« geleistet hatten, öffentlich vor der Front allerhöchstselbst gnädigst zu beloben und dem ältesten derselben, nachdem er sich durch Taufschein als solcher ausgewiesen, zum Zeichen allerhöchst ihrer hohen Zufriedenheit und Anerkennung höchsteigenhändig die Hand zu reiche n." So sah damals die Kultur in Deutschland au«. Kein Wunder, wenn sich endlich die schwarzen Wolken, die so lange am Himmel drohend hingen, entluden, der Donner rollte und der Blitzstrahl wenn auch leider nur ein paar der schlimmsten Zöpfe in Flammen setzte. ver Bericht der INounk-Everesl.Expeditton. Im englischen S«o< graphischen Journal liegt jetzt der Bericht der Mount-Everest-Expe- dition aus dem vorigen Jahre vollständig vor. Obwohl, wie man weiß, das Atel der Ersteigung des höchsten Gipfek» der Erde nicht erreicht wurde, bot doch das Erreichte, der Ausstieg zu der Höhe von etwa 8300 Metern, Bedeutsames genug. Aul der Schulter des Berge, mußten zwei der Teilnehmer, Finch und Geosftey Bruce angesichts des nahen Gipfele umtedren. Der Sturm war so gewaltig, daß sie neben dem Grat» aufwärt» strigen mußten. Wegen der mitgeführien Sauerstoffapparat«, die sich gut bewährt haben, konnte nicht genug Nahrung mitgenommen werden. So versagten ihre Kräfte. Völlig erschöpft und mit schweren Frost- schaden kamen sie unten wieder an. Der höchst« Berg her Erd« wiederhost Einspruch gegen die sortgesetzte Kohlenpreiserhöhung erhob und teilweise auch Herabsetzungen der geforderten Kohlenpreise eintraten. Das ist jetzt anders geworden. Seit- dem Dr. Becker das Wirtschaftsministcrium leitet, find keine Beanstandungen mehr vorgenommen worden. Also nicht die Sozialdemokratie ist für die Verteuerung der Kohle verantwort- lich. sondern diejenigen, die die Kohlenpreise allein in den letzten 7 Monaten um dag Llfache steigerten. Unzweifelhaft werden der Hausbrand und die Unternehmungen der Gemeinden durch die Kohlensteuer stark belastet. Die Sozialdemokratie hat deshalb verlangt, daß trotz der Beibehaltung der Kohlensteuer der Hausbrand verbilligt wird, ebenso die K o h l e n für g e m ei n- nützigeAn st alten. Das ist auch beschloffen worden. Ferner wurde beschlossen, daß die aus der Kohlensteuerstundung noch rückständigen Beträge sofort eingezogen werden. Abgelehnt wurde dagegen unser Verlangen, für die gestundeten Beträge Verzugszinsen zu erheben. Leider ist es trotz aller Bemühungen nicht gelungen, diese Bestimmungen ins Gesetz zu bringen. Die Sozialdemokratie hat also alles getan, um die Jnter- essen der Verbraucher zu schützen, ohne die Reichsfinanzen zu gefährden und ahne denIndustriellenProfitezuzu- schanzen. Sie wird ferner jetzt mit allem Nachdruck dafür eintreten, daß der Preisabbau bei dem Abbau der Kohle«preise beginnt, wobei gleichzeitig eine Ermäßi- gung der Kohlensteuer eintreten kann. Preisabbau öurchLebensmittelverteueeungZ Agrarische Forderungen— entschlußlose Instanzen. Am Freitag beschäftigt« sich der ZOer-Ausschuß des Reichstages mitderPreisfcstsetzungfürdasletzteSech- stel des Umlagegetreides. Die Vertreter der Land- wirte hielten wieder die üblichen Reden: sie forderten unbe- dingte Berücksichtigung der errechneten Produktionskosten bei der Preisbildung. Der ReichZernährungsminister, dessen Grundsatz scheinbar ist, zu wichtigen Fragen überhaupt keine Stellung zu nehmen, bracht« nicht den Mut auf. den Landwirten zu raten, mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Verhältnisse wenigstens bei dem letzten Sechstel der Umlage auf eine weitere Preiserhöhung zu verzichten, um so dem Programm der Regierunaüber den sogenannten Preisabbau gerecht zu werden. Die Willkommengrüße der Landbündler, die dem aus Berbraucherkreisen kommenden Ernährungsmini- st«? bei dessen Amtsantritt entgegengebracht wurden, waren also wohlbegründet. Nach längerer Beratung beantragten die Vertreter der Landwirtschaft, den Preis für die Tonne Roggen auf 827 ystst M. festzusetzen, also um etwa 200 OVO M. m e h r a l s der Roggen heute auf dem freien Markt kostet. Für diesen Antrag stimmten ausschließlich die fünf onwesenden Landwirte. Ein Vertreter der Landkreise schlug den Vreis von 700 090 M. vor. Auch dieser Vorschlag fand keine Mehr- heit. Ein Vertreter der Städte beantragte, 630 909 M. als Preis für eine Tonne Roggen festzusetzen. Hierfür ergaben sich sieben Stimmen. Die Vertreter der sozialdemokrati- schen Reichstagsfraktion verlangten, daß über- hauptkcjneErhöhung bewilligt wird und für das letzte Sechstel der Pveis, der für das vorletzte Sechstel bezahlt worden ist. also 699 999 M. für eine Tonne Roggen, Geltung behält. Der Antrag wurde jedoch gegen 6 Stimmen a b g el e h n t, so daß«in Beschluß also überhaupt nicht zustande- g e k o m m e n i st. Die Regierung muß deshalb jetzt selbst ent- scheiden. Sie wird sich zu überlegen haben, ob sie durch eine weitere Erhöhung des Umlogepreifes den Börsenpreis für das freie Getreide nach oben stabilisieren will. » Es ist zu bedauern, daß weder das Reichsernährungs- Ministerium noch der Preisausschuß zu cipem endgültigen Votum über die Umlagepreise gekommen ist. Das Reichs- entährungsmimsterium hat sich bisher darauf beschränkt, die Meinung der verschiedenen Gruppen im Preisausschuß zu besteht nach den Untersuchungen der Expedition vornehmlich au» Hornfels, fein gefaltenen Kolksilikatschichten und kristallinischen Kalken. Die höchste Partie bildet ein horizontaler Gürtel von Muskooit-Granit. dessen Härte gerade die Schulter unterhalb des Gürtels verursacht. Aus prachtvollen Photographien im Geogra- phischen Journal kann man die großartige Berg- und Eiswelt sehen. Spaltengemirr durchreiht den Gletscher, die Moränen sind tief cinge- schmolzen und werden beiderseits von reinem, wildgezacktem Gletscher- eis überragt. Den höchsten Gipfel zeichnet nicht so sehr weiße Eis- Panzerung aus als die ruhige Majestät seiner nach Nordwesten schroff abbrechenden Felsfonnen. Was das Reichsarchio enlhälk. Das deutsche Reichsarchiv, dessen Gründung bereits vom Frankfurter Parlament 1848 und dann nach der Schaffung des Deutschen Reichs 1871 erwogen wurde, ist erst nach dem Zusammenbruch 1918 Ins Leben gerufen worden und steht mit ihm in ursächlichem Zusammenhang. Als unsere Truppen und die Verwaltungen der besetzten Gebiete mit ihren ungeheuren Akten- Massen zurückströmten und es sicher war, daß das alte deutsche Heer nicht weiter bestehen würde, wollt« man einen Mittelpunkt für die Aktenbestände des Kriegsarchio» des Großen Generalstabs und der andern Kriegsakten schaffen, und so entstand das Reichsarchio in Potsdam. Eine Vorstellung von der Aktenmosse, die hier zusammenströmte, geben einige Zahlen. Vom 1. Januar 1920 bis zum 30. Juni 1922 gingen beim Reichsarchio«in: 117 Wagen. 2781 Kisten und 1981 Paket« mit neuen Akten. Die Ansichtssläche der Regale und Schränk«, die mit Akten gefüllt sind, beträgt 7875 Quadratmeter. Dabei stnd die Akten der Kriegsgesellschaften nicht mitgerechnet, die schon jetzt einen weit größeren Raum beanspruchen als den genannten. Auch die Benutzung war eine rege. Es wurden vom I. Januar 1921 bis 30. Juni 1922 folgende Akten erbeten: 782 Anträge von auswärtigen Benutzern mit 5334 Aktenstücken, 800 Antröge für Erinnerungsblätter mit 8988 Aktenstücken, 910 An- träge von Angehörigen des Reichsarchws mit 3503 Akienstücken-, insgesamt 2492 Anträge mit 15855 Aktenstücken. Im gleichen Zeil- räum von IM Jahren waren 190 auswärtige Besucher zu ver- zeichnen. Das Reich, archiv enthält aber nicht nur militärische Akten, sondern es wurden ihm auch große Massen von Material aus Privat- Händen überwiesen. Dahin gehört der schriftliche Nachlaß L a s s a l l« s, den Fürst' von Hatzfeld-Wildenburg stiftete. An Kriegsbriefen und Kriegstagebüchern gingen weit über 200 000 ein. Sammlungen solcher Aufzeichnungen aus der Kriegszeit wurden von allen Bevölkerungskkassen und Parteien überwiesen. So ver- trauten u. a. der Deutsche Transportarbeiterverband in Berlin, der Verband der Bergarbeiter in Bochum, der Verein junger Kaufleute in Berlin dem Archiv ihre umfangreichen, kuliur- geschichtlich wichtigen Sammlungen an. Der frühere Kriegsminister Scheüch hat sein ganzes Material zur Verfügung gesteilt, auch wurden dem Archiv dir Akten des Ehrengerichts Waldersee-Groener und Waldersee-Scheüch mit ihren Aussagen aus der Zelt der Re- Solution ausgehändigt. Schlleftiingstas« der Staatlichen Museen. B»m 19. Mir» ab bleiben da« Alto»nd?t« u« vi»! e u vi sowie di« P r 3 h i st o r t» ch« Abteilung cim alten Kunitgewerbeinuseum): Montag«, da« K ai l e r« Friedrick-Nuseum und da« Museum sür Aölierkundet rienötag» für den Besuch de« Publikum« geschlossen. Mancherlei Hin und Her der Diskussion ergab stets erneut wieder die Feststellung, daß es immer die anderen" find, bie tie Breise festhalten und gegen den Preisabbau arbeiten. hören, um dann einen Preis auf der mittleren Linie festzu-| Mannes die Familie zu ernähren, bringe dafür tagtäglich die schla Die verbotene Wahrheit. fegen. Diesmal hat sich jedoch die Situation wesentlich ge- gendften Argumente. Gegenüber diesen Tatsachen reiche nicht die ändert. Wir haben es jetzt schon erlebt, daß die Getreidepreise immer wiederholte Erklärung des guten Willens zum Preisabbau. Zeugenverhaftung und beeinflussung. des freien Marktes unter den Umlagepreisen lagen. Wenn wir das Ruhrgebiet behalten wollen, Buer, 16. März.( WIB.) Der Hauptzeuge in der Offizie:. Wenn sie nicht auf dem niedrigen Niveau geblieben sind, so müssen die Preise wirklich abgebaut werden. mordsache, der Bergmann Wilh. Winting, ist bis zur Stunde lag das wesentlich daran, daß die Reichsgetreidestelle nach wie Ein Vertreter des Reichsverbantes der deutschen Industrie noch in franzöfifischer Haft und hat folgendes zu Protokoll gegeben: vor nur als Nach frager auf dem Getreidemarkt auftritt und meinte, daß es kaum noch einen Artikel gebe, der in Deutschland nicht Mit Alfred Enge befand ich mich in der Stehbierhalle Sand auch dann, wenn sie nicht selbst kauft, die Preise des freien über dem Beltmarkt stehe. Die Berichte über die Leipziger Messe mann, als ich drei aufeinanderfolgende Schüsse hörte. Darauf Marktes stützt. Es erweist sich heute als ein Mangel der feien viel zu günstig. Es sei ein Hauptfehler gewesen, baß man dem ging ich mit Enge fofort heraus und blieb vor dem Lofal auf der gegenwärtigen Organisation der Getreibe Unternehmer nicht schon immer den 23ieberbeschaffungs- Rochstraße stehen. Ich sah nun, wie aus der verlängerten Hagen. wirtschaft, daß die Reichsgetreidestelle jezt auf dem Getreide- preis geftattet habe. Man müffe die Wirtschaft von allen Feisein straße zum Stadtcafé zwei Alpenjäger schnellsten Schrittes herausfamen und die Hagenstraße zur Effener Straße weitergingen. markt dieselbe Rolle spielt, die bis vor furzem die Reichsbant freimachen, bann werde sie auch wieder in Ordnung fommen.- Gleich nach ihnen tamen zwei Offiziere. Der eine Offizier ging auf dem Devisenmarkt gespielt hat. Wenn es der Regierung ernst Ein anderer Handelsvertreter berichtete, daß auf der Börse pon ber verlängerten Hagenstraße über die Hofstraße zur Wirtschaft ist um den Preisabbau, wird sie nicht nur die Umlagepreise täglich eine solche Fülle von Lebensmittelangeboten Neufing herüber, wobei er taumelte und den Einbrud eines nicht erhöhen dürfen, sondern sie wird die Reichsgetreidestelle erfolge wie kaum jemals zuvor. Es fänden jeden Tag Auftionen von Betrunkenen machte. Er zog den Mantel aus und es schien, als ob in die Lage fezen müssen, durch Angebot von Getreide leichtverderblichen Waren statt, die man nicht habe abfegen fönnen; er sich übergeben müsse. Er ging dann noch einige Schritte weiter ihrerseits den freien Markt längere Zeit unter Drud zu halten. es handle fich täglich um Milliarden! und fiel dann um. Der andere Offizier fam nach diesem aus der Selbst wenn Berluste dabei entstehen, würde eine derartige Es wurde von Unternehmerseite( Guggenheimer) auch Berlängerten Hagenstraße, er lief aber nicht weiter und blieb an Intervention am Getreidemarkt wenigstens zur Folge haben, offen zugegeben, daß heute nicht die Löhne, sondern die Kosten der beiden Alpenjägern feine Person gesehen. Ich ging nun zurüd der Ecke Hochstraße stehen. Um diese Zeit habe ich außer den daß die Landwirte nun auch ihr Umlage getreide mit Rohstoffe die Hauptursache der hohen Preise seien. Tarnow in die Wirtschaft und sagte, daß es nun Zeit würde, nach Hause zu der größten Beschleunigung abliefern. vom ADGB. sprach vom Wiederbeschaffungspreis ter Arbeitsgehen, denn es feien jedenfalls zwei Difiziere erfchoffen worden. Köstlich ist die Logik der Agrarier, die noch in einem fraft und von den„ Schein" gewinnen der Unternehmer, die sich Bir gingen dann hinaus und es hatten sich eine Anzahl Personen Atem behaupten, daß die freie Wirtschaft mit ihren freien jetzt in dh ein„ verlufte" verwandelten. angesammelt, welche ihre Entrüstung über die Tat zum AusPreisen den einzigen gerechten Entgelt für das Gedrud brachten. Ein Radfahrer wollte zum Krankenhause fahren Mit treide bringt, gleichzeitig aber für Umlagegetreide mehr for und dort veranlassen, daß die Offiziere abgeholt würden. Engel bin ich dann gleich weitergegangen, dern, als der gegenwärtige Marktpreis beträgt. Das ist eine unerhörte Zumutung, die bei der Berbraucherschaft auf schärf ſten Protest stoßen muß. In der Forderung der Agrarier tommt eben zum Ausdrud, daß man sich feineswegs mit dem normalen Marftpreis zufrieden geben will, selbst wenn man die freie Wirtschaft erreichen sollte, fondern daß man dann ver fuchen wird, durch die Propaganda für Einfuhrzölle den Gefreibepreis fünstlich zu überhöhen. Die Führer der Agrarier machen aus dieser ihrer Absicht auch feinen Hehl. Wenn der Reichsernährungsminister, der sich gern auf seine Ein Gastwirt, der von Montag mittag bis heute früh in fran frühere Tätigkeit als Oberbürgermeister eines Berbraucherzösischer Haft festgehalten wurde, ist während der Dauer seiner Ge. bezirks beruft, diesen Bestrebungen feinen Borschub leisten Im Bildungsausschuß des Reichstages wird schon seit Wochen fangenschaft fast ununterbrochen einem Kreuzperhör unterzogen morwill, muß er darauf bedacht sein, den Anfängen zu wehren. um den§ 2 des Reichsschulgefeges gefämpft, ohne daß es ben. Er blieb jedoch bei seiner ersten Aussage. Das Streben der den bürgerlichen Parteien gelungen ist, zu einem Kompromis Franzosen geht nunmehr tahin, die Tat Belgiern zuzuschieben. Die Spitzenverbände im Reichswirtschaftsministerium. über die Frage der Gemeinschaftsschule zu kommen. Entsprechend So sollte der Gastwirt erffären, ber Zeuge Bergmann Winfing hätte Unter dem Borsiz des Reichswirtschaftsministers fand im Reichs. der Weimarer Verfassung haben die nicht christlichen Befenninisie ihm gleich nach der Tat gesagt, belgische Soldaten feien eifin mirtschaftsministerium eine Zusammenkunft von Vertretern der und die betenntnisfreien Weltanschauungen einen Anspruch davongelaufen. Spitzenverbände der Arbeiter, Angestellten, Konsumgenossenschaften, darauf. in der Gemeinschaftsschule Berücksichtigung zu fin Wer sind die Mörder? des Handwerks, Handels, der Industrie usw. statt. Man beschäftigte den. Die Anträge der bürgerlichen Parteien laufen darauf hinaus, Buer, 15. März. Die Franzosen haben jetzt selbst zugestanden, sich mit der Frage der Breisgestaltung, die täglich mehr in in der Gemeinschatsschule den Unterricht auf christlicher daß awei Ipenjager jeit dem Mordabend verschwunden den Bordergrund aller Diskussionen rückt. Der Reichswirtschafts- Grundlage ohne Rücksicht auf die Besonderheiten der einzelnen find. Jedoch wird in französischen Beröffentlichungen hierüber minister mußte feststellen, daß trosz tes Dollarrüdganges nur Bekenntnisse für alle Kinder gemeinsam erteilen zu lassen. Bei der nichts erwähnt. Trozdem sind die deutschen Zeugen, die wenige Artikel im Breise gefallen feien, vielfach Besetzung der Lehrstellen an der Gemeinschaftsschule soll auf das re- angegeben haben, daß sie zwei Alpenjäger fliehen faben, jetzt von hätten fich die Preise gehalten, einzelne Preise feien sogar noch weiter ligiöse Bekenntnis der die Schule besuchenden Kinder nach Mög- den Franzosen verhaftet worden. lichkeit Rücksicht genommen werden. Weiter soll es nach dem AnSelbstverständlich vertraten die Bertreter bes Groß und Klein trag der Bürgerlichen möglich sein, daß an dieser Gemeinschaftsschule handels und der Industrie mit viel Sahlenmaterial thre Interessen. auf driftlicher Grundlage Lehrer tätig sind, die einem christlichen Es wurde nachgewiesen, daß man eigentlich nur noch mit Berluft per Bekenntnis nicht angehören. Dem schließt sich die Reichsregie taufe, um der allgemeinen Stimmung, die Preisabbau rung nicht an. Sie ließ am Freitag folgende Erflärung ab. fortere, entgegenzufommen. Dazu zwinge schon der völlige geben: Stillstand des Geschäfts! geftiegen. Das einzige pofitive Ergebnis der Sizung war die Ankündigung des Reichswirtschaftsministers, daß demnächst tie Kohlensteuer in gewiffem Umfang abgebaut werden soll. Es ist schon heute vor auszusehen, daß dann plötzlich die Kohle für die Preisgestaltung der Waren bedeutungslos fein wird. Es bleibt bennach dabei, daß die Reichsregierung den Preisabbau dem guten Willen der Interessenten überläßt. Das Schicksal des Reichsschulgesetzes. gez. Winting. Gestern mittag erschienen französische Kriminalbeamte und Sol. baten in der Wohnung dieses Zeugen und erflärten der Ehefrau, ihr Mann habe die Tat bereits eingestanden, fie möge ben in der Wohnung befindlichen Revolver, mit dem die Offiziere er schoffen worden feien, herausgeben. Da tie Frau erklärte, daß ihr Mann unmöglich der Täter sein könnte und niemals einen Revolver beseffen habe, burchsuchten die Franzosen die ganze Wohnung, ohne jedoch eine Waffe zu finden. Gefährliche Brieftanben. Münster, 16. März.( Mtb.) Die Stadtverwaltung von Buer mußte alle in der Stadt befindlichen Brieftauben abliefern. Die abgelieferten Tiere wurden heute von französischen Truppen abgeschaffen. Die Sperre des Post- und Telephonvertehrs fowie der Theater und Kinos ist ab heute gemildert worden. " Der Herr Reichsminister des Innern hält grundfäßlich an der Auffassung fest, wie sie im§ 2 der Regierungsvorlage zum Ausdrud gelangt. Bei der Schaffung dieser Bestimmung ist bapon ausgegangen worden. daß nach dem Willen der Weimarer Der Mord an dem Bergmann Hoffmann. Berfassung als Regelschule nicht lediglich die Simultanschule, Münster, 16. März.( Mtb.) Die amtliche Bestätigung des am wie sie bisher in einigen Teilen Deutschlands besteht, in Betracht 14. März gegen 10 Uhr abends in der Nähe der Zeche Blumenthal fommt. Abgesehen davon, daß die bisherigen Simultanschulen in in Recklinghaufen erfolgten Mordes an dem Bergmann Hoff. Baden und Hessen, von Bayern ganz abgesehen, in wesentlichen Bunften nicht übereinstimmen, also als einheitliches Borbild nicht gelten fönnen, ist auch die frühere Simultanschule eigentlich nur eine gemeinschaftliche Schule für die beiden christlichen Konfesfionen gewesen. Mit der Weimarer Berfassung haben aber auch die nicht christlichen Befenntnisse und betenntnis fofort in den Proteststreif. freien Weltanschauungen ihr verfaffungsmäßiges Recht erhalten und müssen dengemäß Berücksichtigung in der Gemeinschaftsschule beanspruchen." mann besagt, daß diefer ohne ersichtlichen Grund von franzö fifchen Soldaten erichoffen murte. Heute vormittag wurde die Schachtanlage Hibernia der Zeche Blumenthal von franzöfifchen Truppen besetzt. Die Belegschaft trat Unter allgemeiner Aufmerksamkeit der Konferenz stellte Graßmann vom ADGB. den Preisabbau und dessen Zusammenhänge inner und außenpolitischer Art umfassend dar. Die Rauftraft der Maffe der Arbeitnehmer sei heute faum noch ein Drittel von dem, was fi: vor dem Kriege war. Jezt einen Sohnabbau dazufügen, würte unerträglich sein. Das würde den Arbeit nehmer in seiner Lage bis in die Zustände der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückwerfen, Auch im uns wohlwollendsten Ausland werde man immer wieder darauf verwiesen, daß die beutschen Kapitalisten ihren Pflichten gegenüber tem Staat nicht nach. gefommen seien. Man weise auf die deutschen Guthaben in Den Banken hin, tenne die Beteiligung deutschen Stapitals an neu aufgelegten ausländischen Anleihen usw. Erst im Ausland erkenne man, in welch fürchterlicham Elend der deutsche Arbeiter Es wird also von der Reichsregierung mit Deutlichkeit fest- Bürgermeister unter dem 18. Mära in einem Schreiben mitgeteilt, zu leben gezwungen sei. Das laffe sich nicht wegreben, die ausgestellt, daß der Antrag der Regierungsparteien nicht der Ber- daß alle Familien( aud Frauen und Kinder) der frau, die feine Möglichkeit mehr sehe, mit dem Bertienst des faffung entspricht, sondern daß die Reichsregierung auf durch die franzöfifchen Behörden ausgewiesenen dus polizeidem Boden ihres Entwurfes und damit im Wesen auch auf dem beamten des belegten Gebietes binnen adt Zagen das Boden des Antrages der sozialdemokratischen Graftion befette Gebiet berlassen müffen. Jede Zuwiderhandlung stehenzubleiben gewillt ist. Nach dieser Erklärung dürfte es den werde von den französischen Befagungsgerichten auf das schwerste Kompromißparteien schwer werden, ihre Absichten durchzusetzen. Bestraft. nach Karlsbader Marg- Erinnerung. Der Boltswille", unser Karls. bader Parteiorgan, erinnert in seiner Marg- Nummer an den wieder holten Kuraufenthalt marg' in Rarlsbad in den Jahren 1874, 1875 und 1876, Im Jahre 1877 follte er" einem Berichte Karl Liebknechts ,, wieder nach Starlsbad gehen, allein es wurde uns gemeldet, die deutsche und die öfterreichische Regierung beabsichtigen, ihn auszuweisen, Stimmen der Vernunft. Maffenausweisungen. Der Kommandierende General in Eisen hat dem bortigen Mainz, 16. März.( WTB.) Die sozialdemokratische Boltsaeitung" ist für weitere drei Tage verboten worden. Darmstadt, 16. März.( Sig. Drahtbericht). Am Freitag vormittag traf an der hiesigen Eisenbahnbrüde ein von Franzosen geführtes Lastauto ein, das mit zehn ausgewiesenen BerIn der neuesten Nummer der Monatsschrift Das 3entrum" fonen, meist Beamten, befest war. Unter diefem Transport befand und da die Reise zu lang und zu fostspielig war, um es auf eine tommi Dr. Spieder, einer der Direttoren der„ Germania", in sich auch der Redakteur Genosse Girsch von der„ Mainger Ausweisung ankommen zu laffen, ging er zu feinem größten einem Artifel über die internationale Entwicklung feit dem Sturze wolfs geitung", befien Stoflege 3 bina bereits vor mebreren Nachteile, benn nach der Kur dort fühlte er sich immer wie nau- des Kabinetts Birth auf die Frage der Lösung des Ruhrgeboren nicht mehr nach Karlsbad." Daß die Nachricht, Marg jei von der Ausweisung durch die deutsche und österreichische Re problems auf dem Wege der Berhandlungen zu sprechen und macht Tagen ausgewiefen wurde. Unier Mainzer Parteiorgan ist damit seines Rebattionsstabes völlig entblößt. Der Ausgierung bedroht, feineswegs aus der Luft gegriffen war, follte er dabei folgende sehr bemerkenswerte Ausführungen: Der bewunderungswürdige Widerstand, den das heldenmütige weifung des Genoffen Sirf ging eine Durchluchung der Gefchäftebald genug erfahren. Marg fuhr nämlich nach Berlin, um dort einen Berwandten zu besuchen. Er blieb nur wenige Tage bort. Volt an der Ruhr leistet, ist nicht Selbstzwed, sondern Mittel und Redaktionsräume der„ Mainzer Boltszeitung" voraus, die von Eine Stunde, nachdem Marg das Hotel, in dem er logierte, verlaffen aum 3med, und jeder Tag, der für die Erreichung des Zieles 18 franzöfifchen Kriminalbeamten vorgenommen wurde. Das Nehatte, erschien die hohe Polizei der Anbahnung von Verhandlungen mit dem ersten Biele der Räu- fultat der Haussuchung blieb jedoch erfolglos. Mary Zustand verschlimmerte sich immer mehr. Die Karls mung des widerrechtlich besetzten deutschen Bandes ungenugt bliebe, bader Quellen aber, deren Heilkraft schon so manchen reichen wäre eine Sünde gegen diese braven Boltsgenoffen Schurken verjüngten, waren für ihn nicht mehr vorhanden. Die und das ganze Baterland. Das auszusprechen ist selbstverständliche fernere Anwesenheit des großen Denters in Karlsbad hätte nach der Meinung der österreichischen Polizeigehirne das Staatswohl Pflicht, nicht ein Zeichen schwächlicher Nachgiebigkeit, sondern zielgefährden können. Bielleicht wäre sonst noch nicht am 14. März bewußter Entschlossenheit. Wie sich in Deutschland heute keine Re1883 dieses Leben erloschen, das der Arbeiterflaffe aller Länder fo gierung behaupten fönnte, die Rhein und Ruhr verriete und vor dem Feind tapitulierte, so sicher würde eine deutsche Regierung, die unendlich teuer mar Wer hat den Blitzableiter erfunden? Allgemein gilt ja Benjamin vorhandene Möglichkeiten einer Berständigung mit Frankreich unFranklin für den Erfinder des Blizableiters, und man wird ihm genugt ließe, vom Unwillen des Volfes hinweggefegt werden. Wir wohl auch diese Tat, um berenwillen er noch berühmter ift als Deutsche wiffen, was ein Erschöpfungstrieg ist, und ohne bitterfte, wegen feiner politischen Laufbahn, nicht fireitig machen fönnen. fchwerfte Rot wollen wir den Leidensweg dieses schredlichsten aller Immerhin befigt er einen Rivalen, wie in einem Auffag der Auto Kriege nicht nochmals gehen. Um ertragen zu fönnen, was er graphen- Rundschau" aufgeführt wird, in dem öfterreichischen Kano tragen werden muß, müssen wir aber den Mut zur vollen Wahr nikus Divisch. Es steht fest, daß Franklin 1752 den ersten Bligheit, zur Erkenntnis der ganzen großen Not und unserer großen ableiter auf feinem Wohnhause aufstellte, während Divisch erst am 15. Juni 1754 auf einem Gerüst neben feinem Pfarrhaus seine Bereinsamung haben". Und der Artikel schließt:„ Eine Berständigung und Wettermaschine" errichtete. Doch hat der Kanonitus, der in Wien naturwissenschaftliche Vorlesungen hielt und bereits bei elektrischem Ginigung mit Frankreich wird in dem Augenblid nicht Licht zu lesen verstand, schon 1750, alfo zwei Jahre vor der praf mehr schwierig sein, wo es fich nur noch um die Lösung und tifchen Anwendung des ersten Bligableiters, die Bligableitertheorie Regelung wirtschaftlicher Fragen und Schwierigkeiten folgerichtig entwickelt, ist also zum mindesten mit der Ausarbeitung handelt, und Frankreich endgültig darauf verzichtet, die wirtschaft. der Idee Franklin vorangegangen. Aber auch auf diese Erfindung lichen Schwierigkeiten als Bormand und Dedmantel für poti paßt wie auf so manche das weise Wort Ben Atibas, daß alles tische Asprirationen zu benutzen. Den ehrlichen Willen der deut chon dagewesen ist. Schon fast 3000 Jahre vor Franklin und Dipisch fchen Regierung zur Berständigung, einerlei welchen Namen fie hat man„ dem Himmel den Blitz geraubt". In einer merkwürdigen Hieroglyphenschrift an den Tempeln zu Edfu und Dendera wird eine trägt, garantiert die Masse des deutschen Boltes. Borrichtung erwähnt, nach der hohe tupferbefchlagene Holzmaften An Frankreichs Bolt ist es, in gleicher Aufrichtigkeit an die Be an den Tempeln zu dem 3wed aufgestellt wurden, Schuß gegen endigung und Beilegung des jahrhundertealten Streits zwischen Frankreich und Deutschland zu schreiten". Blißschlag zu bieten. Museumsführungen. Sonntag. ben 18, 9%, Uhr vorm., finden wissenschaftlibe Führungen durch Direttorialbeamte im Nenen Museum Neuregelung in Osteuropa. Bereicherung Bolens durch Ententebeschluk. Warschau, 16. März.( DC.) Die gesamte polnische Presse jubet über die Anerkennung der gegenwärtigen polnischen Offgrenzen burch ben Botschafterrat. Für den Sonnabend ist der Sejm zu einer fefflichen Sonderfihung einberufen, welcher der Präsident und Ver. treter der Ententemächte beiwohnen werden. Am Sonntag follen im ganzen Lande Festlichkeiten veranstaltet werden. Ueber die Einzelheiten des Beschlusses des Botschafterrates wird bekannt, daß die Ententemächte die für sie im Vertrage von Saint Germain vorbehaltenen Hoheitsrechte auf O ft galizien nunmehr Polen übertragen. Zugleich verpflichtet Polen sich zur Uebernahme eines auf 13,07 Pro3. feftgefehten Teiles der Vortriegsschulden der österreichischungarischen Monarchie. Bisher ist die Ratifikation des SaintGermain- Bertrages durch Polen nicht erfolgt. Die gegenwärtige polnisch- russische Grenze ift vom Botschafterrat als eine taffächlich begehende Grenze anerkannt worden, jedoch ohne Bezugnahme auf den Rigaer Vertrag, was eine Anerkennung der Sowjetregierung bedeutet hätte. Mit dieser Entscheidung ist die Sache noch lange nicht erledigt. In Litauen, das eben erst die Buerkennung Wilnas an Bolen anerfannt hat, wohl weil es furz vorher das Memelland erhalten hatte, herrscht große Erregung. Galvanausta und Smetona, die nach Baris gereift waren, find einen Tag zu spät gefommen. In Litauen jegen viele alle Hoffnung auf ein Bufammengehen mit Rußland. Die Ufrainer, Sowjetleute wie andere, werden die Zuteilung Oftgalisiens, wo fo heftige Rämpfe gegen die polnische Offusation zu 1 m. find in beschränkter Habl vor Beginn der Führungen am Eingang Roberijon erklärte, er habe feine Bebenten gegen Mac- geführt worden sind, gewiß nicht anerkennen, und Rußland wird der betreffenden Museen erhältlich. Das Blüthner- Crchefter veranstaltet am Sonntag, den 18., abends donalds Teilnahme an dem Essen, da er der offizielle Leiter nicht unterlassen, sich die Erregung der Nachbarvälter Bolens zunuze 8 Uhr, im Blüthner Saal einen laitowsty ben bunter ber Oppofition fei.( In Deutschland ist diese Frage zu machen. Für Bolen selbst ist die große Verstärkung seiner nichtpolnischen Bevölkerung natürlich auch fein Kraftgewinn. glüdlicherweise überwunden. Reb. d. Borwärts".) Leitung von Camillo Hildebrand. Ho gängerfrage in Ergland. ta msan macdonald nahm ( Die Reformation von El- Amarna) und im Museum für volter.norgestern abend an dem vom Rönige im Budingham- Palast unbe( Der japanische Bubbbismus), fomle um 11 Uhe sormittags im gegebenen Effen teil. Dies erweckie in Arbeiterfreifen einige n. Sailer riebrim Muleum( Borberaften) ftalt. Eintrittefarten ruhe Gewerkschaftsbewegung Gedächtniskundgebung am 18. März. Zur 75. Wiederkehr des Revolutionstages von 1848 haben die fozialistischen Parteien zu einer Kundgebung am morgigen Sonntag aufgerufen. Wir rufen die Mitglieder der uns angeschlossenen Gewerkschaften auf, sich diesen Kundgebungen ihrer Parteien anzuschließen. Die Revolution von 1848 war zwar eine bürgerliche, aber das Bürgertum hat seine Vorfämpfer nicht nur schon längst vergessen, sondern auch verraten. Die Arbeiterschaft hat das Erbe der Revolution übernommen und treu gehütet. Sie allein hat darum ein Recht, der Opfer von 1848 zu gedenten und erneut zu geloben, daß die Revolution fortgeführt wird, bis die Ideale der 1848er Kämpfer in ihrem ganzen Umfange erfüllt find. Wir erwarten darum von der Arbeiterschaft, daß sie an diesen Kundgebungen teilnimmt, damit sie zu einem flammenden Protest gegen die Reaffion und einem Gelöbnis für die Republik werden. Der Ausschuß der Gewerschaftskommiffion Berlins und Umgegend. Lohnvorschüsse statt Lohnerhöhungen. *** Der Standpunkt der Berliner Gemeindearbeiter. gefeßten Behörde stehen, vom Beamtenrätegefeß aus eine zwangsweise Beschäftigung der Deputats genommen werden. frauen eingelassen, erscheint so niedrig und verleumde. Die Entschließung bringt ferner zum Ausdruck, daß die Erklärisch, daß wir uns aus Reinlichkeitsgründen hierzu einer Aeußerung der Reichsregierung über die Errichtung und die Berung enthalten. fugnisse der Schlichtungsausschüsse vollkommen ungenügend sei und die daran geknüpften Bedingungen und Bemerkungen die schärffte Zurückweisung durch den Reichstag erfordern. Ständige Gewerbegerichtsbeisiter! Heute, Sonnabend, lehter Tag zur Wahl der Kuratoriumsmitglieder! Jeder muß noch heute fein Wahlrecht ausüben und feine Stimme der Liste I( Cifte 3ista) geben! Allgemeiner freier Angestelltenbund. Ortskartell Gr.- Berlin. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Generalversammlung des Verkehrsbundes. Hoffentlich findet die Schriftleitung der Kommunistin" den Mut, ihren Lesern von dieser Sachlage Kenntnis zu geben. Nach den bisherigen Erfahrungen mit den fommunistischen Organen muß dies allerdings bezweifelt werden. Achtung, Bauarbeiter! Die Ortsverwaltung des Deutschen Baugewerksbundes, Baugewerfichait Berlin, schreibt uns: In der Ausgabe der Roten Fahne" vom Freitag ist ein Inserat enthalten, daß unsere Mitglieder zu gemeinsamen Ver lammlungen mit dem sogenannten Verband der Ausgeschlossenen einladet. Wir erklären die Annonce als Schwindel. Unsere Organisation hat mit den Zerstörern unseres Verbandes nichts gemein. Die legte Generalversammlung hat den Zerstörern einstimmig die richtige Antwort gegeben, und nun versuchen fie erneut nach Moskauer Methode mit Schwindel und Lüge uniere Die von den Delegierten aller Seftionen start besuchte General- Mitglieder irre zu führen. Bauarbeiter! Laßt dieses Bäcker. versammlung im Gewerkschaftshaus ließ infolge der außergewöhn- dußend unter sich. Bleibt den Versammlungen fern, die nur zur schließen. Darauf deuteten auch gleich die vor Eintritt in die schaft einberufen sind. lichen Zahl der Galeriebesucher auf befondere Ueberraschungen Beschimpfung unseres Verbandes und zur Spaltung der Arbeiter Tagesordnung gestellten Geschäftsordnungsanträge der KPD= Anhänger hin, denen es besonders darauf ankam, die Wahl der Bezirksverwaltung, Seftionsleiter und Verwaltungsmitglieder zu verhindern. Ihre diesbezüglichen Anträge fanden AbDie vom Lohnfartell für die Gemeindebetriebe Groß- Berlins| lehnung. zum Donnerstagabend nach„ Boekers Festfälen" einberufene Funk- Aus dem Bericht für das 4. Quartal 1922 und dem Jahrestionärpersammlung hatte eine starke Beteiligung aufzuweisen. Galt bericht für 1922 geht hervor, daß das abgelaufene Jahr eine Kette es doch, Stellung zum Verhandlungsergebnis über die Märzlöhne ununterbrochener Lohnbewegungen und Wirtschaftsfämpfe war. zu nehmen. Ueber den Verlauf der Verhandlungen berichtete Bei der außerordentlich fatastrophalen Geldentwertung war es Polenste. Die Lohnkommission hatte dem Magiftrat die For- dennoch nicht möglich, den Reallohn vor weiterem Abgleiten zu berung unterbreitet, auf die Februarlöhne eine Nachzahlung von sichern. Immerhin ist es dank der unermüdlichen Tätigkeit aller 40 000 m. zu gewähren und einen wöchentlichen Vorschuß in Höhe Funktionäre der Organisation gelungen, die Löhne vornehmlich im Don 10 000 m. bis zur Regelung der Märzlöhne zu zahlen. Als Transportgewerbe mit an erster Stelle in Groß- Berlin zu erhalten. Löhne für März wurden für die Handwerfer 1500, die Angelernten Ferner wurde auf die vermehrte Arbeitslosigkeit verwiesen, 1450 und die Ungelernten 1430 M. gefordert. Für Frauen 75 Broz. und dringend gefordert, alle freiwerdenden Stellen sogleich dem von den Löhnen und für Jugendliche eine entsprechende Lohnerhö- Arbeitsnachweis mitzuteilen, um ungefäumte Wiederbesetzung zu er hung. Ferner sollte die Frauen- und Kinderbeihilfe auf 70 m. möglichen. Beim Kassenbericht wurde besonders auf die erhöht werden. Bei den Verhandlungen erklärte der Magistrat, daß Neuregelung der Beitragskassierung und die dazu im Mitteilungser an die Beschlüsse gebunden sei, die für die Reichslöhne maßgebend blatt" veröffentlichten Ausführungen verwiesen. find. Deshalb fönnte er feine Zugeständnisse machen. Die angerufene Schlichtungsstelle des Reichsarbeitsministeriums fällte einen Schiedsspruch, in dem gesagt wird, daß sie im Hinblick auf die Erklärung der Magistratsvertreter, nach der binnen furzer Frift eine Regelung der Löhne für die Reichsarbeiter erfolgen werde, nicht in der Lage sei, dem Antrag auf Nachzahlung und Regelung der Löhne nachzukommen. In einer nochmaligen Berhandlung mit den Magistratsvertretern murde die Zahlung zweiwöchentlicher Vorschüsse bis zur Regelung der Märzlöhne, die im April erfolgen soll, zugesagt. Es sollen an Borschuß zweiwöchentlich erhalten: den vorliegenden Anträgen gesprochen hatten, fand ein Schluß Nachdem mehrere Diskussionsredner zum Geschäftsbericht und antrag die Zustimmung der Delegierten. Darob große Entrüftung bei den Anhängern der KPD. im Saal und auf den Gaferien, die sich in der üblichen Weise gegen die übergroße Bersamm lungsmehrheit Luft machte. Es tritt wieder Ruhe ein, nachdem die Rapedisten, der Aufforderung ihres Führers folgend, den Saal verlaffen haben. Der Auffassung des Versammlungsleiters, den lärmenmurde allseitig zugestimmt. den Unterbrechungen der Galeriezuhörer in Zukunft vorzubeugen, Zum Bergarbeiterstreik im Saargebiet. Der Streit der Gaarbergleute, der bereits fünf Wochen währt, beeinträchtigt in hohem Maße das Wirtschaftsleben des Saargebiets durch den Mangel an Kohlen, der sich insbesondere auch in der Saarpfalz bemerkbar macht. Die Pfalzwerke können feinen Kraftstrom mehr abgeben, so daß auch die Kleinbetriebe nicht mehr weiterarbeiten können. Die größeren Betriebe sind meist schon stillgelegt. Offenbar foll durch den Druck auf das Wirtschaftsleben die Bevölke rung gegen die Bergarbeiter aufgebracht werden, damit sie die Arbeit ohne Lohnerhöhung wieder aufnehmen. Diese Spekulation ist jedoch verfehlt. Der„ St. Ingberter Anzeiger", ein bürgerliches Blatt, fordert die Saarregierung auf, endlich einzugreifen. Es handle sich um die Erfüllung einer einfachen Lohnforderung, die ohne Schwierigkeiten möglich sei. Durch den Berfall der Grubenbauten und den Leerlauf des ganzen Verwaltungs. apparats seien allein schon mehr Werte verschleudert, als die Lohnerhöhung für mehrere Monate ausmache. Eines Machtprinzips zu liebe werde die gesamte Volkswirtschaft geschädigt. Von der Beüberzeugt. rechtigung der Forderung der Bergarbeiter sei die ganze Bevölkerung Umso mehr ist es notwendig, daß wir diestreitenden Saarbergleute, die in geradezu musterhafter Haltung und Geschlossenheit ihren schweren Rampf führen, nicht vergeffen, sondern sie founter ftüßen, daß sie ihren Kampf weiter führen und ihn erfolgreich beenden können. Genosse Dr. A. Striemer hat die Redaktion der BetriebsräteLedige Handwerfer 92 832 m., verheiratete 98 400, M., mit Dem Antrag auf Eingliederung der Gettion VIII in die Zeitung" des ADGB. und des Afa- Bundes niedergelegt. In den einem Kind 103 968 m. Angelernte 88 896 m., 94 464 m., 100 032 anderen Sektionen wurde zugestimmt, ebenso der Erhebung eines beiden Jahren seiner Tätigkeit hat Dr. Striemer fein ganzes Wissen Mart. Ungelernte 86 976 m., 92 544 m., 98 112 m. Für Ber- obligatorischen Ortsbeitrages unter Fortfall der bisherigen Agitations- und Können zur Belebung und Erziehung der Betriebsräte einheiratete mit zwei Kindern wird der Vorschuß entsprechend höher faffen. Der Antrag auf Wiederaufnahme der ausgeschloffenen Mit- gefekt. Er hielt jedoch die sozialistische Auffaffung in vielen Bunften bemessen und für jedes Familienglied erhöht er sich um 5568 m. glieder Hermann Grothe und Hartmann wird durch llebergang zur für überwunden, womit er in einen starten Gegensah auch zu den Bolenste bemerfte am Schluß feiner Ausführungen, daß Tagesordnung erledigt. Die bisherige Bezirksleitung wurde Kreisen fam, die ihn persönlich der Lauterkeit seiner Gesinnung, des bas Reich mit einem Preisabbau rechne und daher nur dort eine gegen eine Stimme wiedergewählt, ebenso werden die Vor- Freimutes feiner Ueberzeugung und der Ehrlichkeit seines Wollens Erhöhung der Löhne zugestehen wolle, wo diese unter denen der schläge der Sektionen für die engere Bezirksversammlung ange- halber zu schäzen wiffen. Sein Nachfolger in der Redaktion ist der Industrie liegen. Von einem wirklichen Breisabbau jei aber nichts nommen. Auch die Wahlen der Sektionsleiter werden fast ein Genosse Clemens Nörpel mahrzunehmen. Die Große Tariffommission hat der vorläuftimmig vollzogen, mit Ausnahme der Sektionen V und VIII, die figen Regelung einhellig zugestimmt und der Funktionär- wegen eingelaufener Protefte nochmals an die Sektionen zurückverwiesen werden. nersammlung folgende Resolution zur Annahme empfohlen: Die Große Tariffommission und die Funktionärversammlung des Lohnfartells für die Gemeinde- und Staatsbetriebe erflären die Form einer Lohnvorschußzahlung angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Lage für ungeeignet. Die Körperschaften sind der Auffassung, daß nur eine allgemeine Aufbefferung der Löhne und Gehälter der gegenwärtigen Wirtschaftslage Rechnung trägt. Sie bedauern deswegen außerordentlich, daß die vom Lohnfartell gestellten Anträge abgelehnt worden sind. Wenn sie trotzdem dem Schiedsspruch des Reichsarbeitsministeriums ihre Zustimmung geben, so nur deswegen, weil die Notlage der städtischen und staat: lichen Arbeiter und Angestellten es erfordert, daß ihnen umgehend Geldbeträge zufließen. Die Bersammelten erwarten, daß bei den umgehend statt. zufindenden neuen Verhandlungen eine den jezigen Verhältnissen. entsprechende Aufbefferung der Löhne und Gehälter erfolgt". Den Schluß der Verhandlung bildeten interne Verbandsangelegenheiten. werden: Zum Beamtenrätegesek. # Kommunistische Jrreführung. Der Deutsche Landarbeiterverband schreibt uns: In Nr. 4 der Kommunistin"( Frauenzeitschrift der KPD.) vom 15. Februar 1923 wird ein Brief einer angeblichen Landarbeiterin abgedruckt, der einiges über Mißstände in den ländlichen Arbeitsverhältnissen zu berichten weiß. Dem Bericht wird ein von der Redaktion verfaßter Kommentar vorangeschickt, in dem dem Leser folgende Behauptung aufgetischt wird: ,, Der Deutsche Landarbeiterverband hat vor furzem seine Einwilligung zu einer durchschnittlich 11 stündigen Arbeitszeit auf dem Lande gegeben. Ebenfalls erklärte er sich damit einverstanden, daß die Frauen der Deputatarbeiter zwangsweise auf den Gütern arbeiten müßten." unter denen Für das Ofensetgewerbe des Tarifgebietes Groß- Berlin wurden vor der Schlichtungsstelle des Demobilmachungskommissars folgende Märzlöhne vereinbart: Für die Zeit vom 4. bis 10. Mära Stundenlohn 1500 M., Alfordzuschlag 149 900 Broz.; vom 11. bis 17. März 1650 M., Affordzuschlag 164 900 Bro.; bom 18. bis 31. März 1750 M., Attordzuschlag 174 900 Broz. Träger auf Bauten erhalten den Stundenlohn der Gefellen. Für die Arbeiter gelten folgende Richtlinien: 14 bis 16 Jahre alt 25 Proz., 16 bis 18 Jahre alt 33% Prog., 18 bis 21 Jahre alt 45 Proz., über 21 Jahre alt 55 Broz. des Gesellenlohnes. Metallformer der Richtung Amsterdam. Montag, 6 Uhr, Vertrauensmänner tonferenz im Schultheiß, Wiener Str. 31. Mitgliedsbuch legitimiert. Fachgruppe Glaser der Baugewerkschaft. Montag 7 Uhr im Gewerkschafts Sarifvertrages. Zu dieser Bersammlung müssen alle Kollegen erscheinen! Mit haus Mitgliederversammlung. Bericht der Tariftommission. Kündigung des gliedsbücher find vorzulegen. Deutscher Baugewerksbund. Montag 5 Uhr im Dresdener Rasino, Dres dener Straße 16, Baudelegiertenversammlung. Erscheinen aller Baudelegierten und Betriebsräte unbedingt notwendig. Mitgliedsbuch und Betriebsrätebarte legitimiert. Aus der Partei. Die in diesen Zeilen zum Ausdruck kommende Behauptung stellt eine unerhörte Irreführung dar. Es wird darin das Höchstmaß von Berdächtigung geleistet, der der Deutsche Landarbeiterverband ständig durch diese Kreise ausgesetzt ist. Soll etwa auf diese Weise bei Auf besonderen Wunsch bringen wir nachträglich die in der der deutschen Arbeiterschaft Verständnis für die geradezu Der Berband sozialistischer Studenten Deutschlands und DeutschBeamtenverfammlung in Berlin in den Sophiensälen nach dem Re- miserablen Berhältnisse hervorgerufen werden, ferat des Genossen Beunig einstimmig angenommenen Forde das russische Broletariat zu arbeiten gezwungen ist? Ist österreichs bielt am 15. März in Franfurt a. M. seine diesjährige rungen der Berliner Beamtenschaft zum Beamtenrätegesetz und doch bei der Untersuchung der Arbeitsverhältnisse in einigen Bri- Delegiertenversammlung ab, auf der die sozialistischen Gruppen zur Reform des Allgemeinen Beamtenrechtes. Die Entschließung patbetrieben in Moskau nach einem Bericht des Kommu- von 17 deutschen und österreichischen Hochschulen und der Berliner verlangt, daß insbesondere nachstehende Grundsätze berücksichtigt nistitschefti Trud" vom 24. November 1921 festgestellt worden, daß freien Hochschule für Staats- und Wirtschaftswissenschaften vertreten von insgesamt 377 inspizierten Betrieben gearbeitet wurde: in waren. Aus dem Kassen- und Tätigkeitsbericht des Verbandes gebt 1. Gleichberechtigte Mitbestimmung der Beamtenräte in allen 192 Betrieben je 9 Stunden, in 44 Betrieben je 10 bis 12 Stunden, hervor, daß die Tätigkeit der einzelnen Ortsgruppen in jeder Bein 11 Betrieben 14 bis 16 Stunden, in 44 Betrieben unbestimmt ziehung eine recht rege war. Die Zahl der Mitglieder und Driss Fragen des Dienstverhältnisses. 2. Ausdehnung der Zuständigkeit der Schlichtungsstellen auf wieviel, da die Arbeiter solange arbeiteten, wie der Unternehmer gruppen ist gewachsen. Die Bolitif des Sozialistischen StudentenStreitfälle aus dem Dienstverhältnis, z. B. Regelung der Arbeitszeit, befahl. verbandes gegenüber dem Kartell republikanischer Studenten wurde Zu der Sache selbst ist zu bemerken, daß der Deutsche Land- gebilligt. Genojie Prof. Dr. Sinzheimer, der die Delegierten Aufstellung der Dienstpläne ufw. 3. Ausreichende Schutzbestimmungen gegen Kündigung, Ent- arbeiterverband an feiner Stelle Berpflichtungen eingegangen ist versammlung im Namen des Parteivorstandes begrüßt hatte, referierte lassung oder unberechtigte Versetzung von Kündigungsbeamten, oder einzugehen beabsichtigt, die mit den angezogenen Behauptungen später über die Aufgaben des sozialistischen Studenten im Ver in Uebereinstimmung stehen. Unter Zugrundelegung von 300 Ar- hältnis zu feiner Bartei. Seine Ausführungen, die mit stürmischem beitstagen pro Jahr müßte bei einer durchschnittlichen 11ftündigen Beifall aufgenommen wurden, sollen als Broschüre herausgegeben Arbeitszeit eine Jahresstundenzahl von 3300 herauskommen. Weder werden. Dem Referat folgte eine ausführliche Debatte. eine Bestimmung der Landarbeitsordnung noch eine vom Deutschen Landarbeiterverband eingegangene tarifliche Ber Berantwortlich für den redatt. Teil: Bietor Schiff, Berlin: für Anzeigen: einbarung sieht eine derartige Festlegung vor. Als Forderung Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. für die Regelung der Arbeitszeit in der Landwirtschaft wird vom Bormärts Budbruderei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenſtr. 3 Hierzu 1 Beilage. Deutschen Landarbeiterverband der auch in der Märznummer des Landarbeiter" befanntgegebene Beschluß des Exekutivkomitees der Internationalen Landarbeiterföderation angesehen, der folgendes besagt: Diätaren und Beamtenanwärtern. 4. Besondere Schutzbestimmungen für die Mitglieder der Beamtenräte gegen jede Benachteiligung aus Anlaß ihrer gesetzlichen Tätigkeit. 5. Außerdem fordern die Versammelten Beschleunigung der Borarbeiten zur Reform des Allgemeinen Beamtenrechtes und baldige 6. Die in Regierungsfreifen beabsichtigte personalpoli. tische Trennung der Hoheitsverwaltungen von den Betriebsverwaltungen wird abgelehnt. Soweit im Beamtenrätegese und bei der Reform des Allgemeinen Beamtenrechtes eine besondere Behandlung bestimmter Gruppen von Beamten der Hoheits- und Betriebsverwaltungen fich als notwendig erweist, muß die Trennungslinie so gezogen werden, daß die Interessen der großen Mehrheit der Beamten dabei nicht beeinträchtigt werden. Den Staatsintereffen fann im Beamtenrätegesez in der Weise entsprochen werden, daß bestimmte Gruppen von Beamten, die als direkte Vertreter der Verwaltungshoheit anzusehen sind, oder die vermöge ihrer Steliung einen entscheidenden Einfluß auf die persönlichen und dienstlichen Verhältnisse anderer Beamten auszuüben in der Lage sind oder in einem besonderen Vertrauensverhältnis zur vorBerabschiedung der Beamtengesetze. „ Das Erefutivlomitee erklärt sich für die Einführung des Drud: Zu haben: Bei Husten, Asthma und Lungenleiden Achtstundentages in der Landwirtschaft. In Anerkennung Dr. Wegscheiders Brust- Teech Original- Vorschrift der Schwierigkeiten in einzelnen Ländern, die durch die ökonomi- Elefanten- Apotheke, Berlin SW, Leipziger Straße 74, am Dönhoffplatz schen und klimatischen Verhältnisse hervorgerufen sind, fordern wir für die Gegenwart einen Arbeitstag, der neun Stunden nicht überschreiten soll. Je nach den Verhältnissen in einzelnen Ländern in bezug auf Klima, Tageslicht usw. soll eine An passung der durchschnittlichen täglichen Arbeitszeit den einzelnen Jahreszeiten entsprechend erfolgen." Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paietots, Schlüpfer, prima stoffe fertig und nach Maß Bilige Preise Der Vorwurf, der Deutsche Landarbeiterverband habe sich auf MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 Qualitätraucher BATSCHAR A bevorzugen stets CIGARETTEN BC IVO PUHONNY Hr. 12$ ♦ 4». Jahrgang Seilage ües vorwärts Sonnabenö. 17. März 1923 Irau Klein Zu vier fahren Gefängnis verurteilt Ein Jahr sechs Monate Zuchthaus für Frau Nebbe. Der Staatsanwalt hatte darum gebeten, die Angeklagte Klein schuldig des Mordes und der Beihilfe zum versuchten Mord, die An- geklagte Nebbe schuldig des versuchten Mordes und der Beihilfe zum Mord zu sprechen, ferner die Angeklagte Riemer schuldig der Unter- lassung einer Anzeige oder Warnung vor dem Morde. Nach längerer Beratung verkündete der Vorsitzende dann fol- gendes Urteil: Die Angeklagte klein wird wegen Totschlags zu vier Jahren Gesöngnis, die Angeklagte Jtebbe wegen Beihilfe zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Den beiden Angeklagten werden je neun Monate der Untersuchungshaft angerechnet. Der Angeklagten klein werden die bürgerlichen Ehrenrechte auf sechs Jahre, der angeklagten Nebbe auf drei Jahre aberkannt. Die Ange- klagte Reimer wird freigesprochen. Die Angeklagten erklärten, es sich überlegen zu wollen, ob sie sich mit diesem Urteil zufriedengeben. Der Sinn öes Wahrfproches. Zu dem Ausgang des Prozesses Klem-Nebbe erhalten wir von unserm Ii..Bcricht«rstatter folgende Ausführungen: Es war keine geringe Zumutung an die Lebenserfahrung und Intelligenz der Berliner Geschworenen, als der Staatsanwalt feinen Antrag auf Mord durch das Hinterpförtchen des Gnaden- wegs zu retten versuchte. Als nun diese Zumutung durch Zubilli- gung mildernder Umstände der Frau Klein prompt quittiert wurde, kam das dem siegessicheren Staatsanwalt so unerwartet, dah er die Verneinung derselben in bezug auf Frau Nebbe sogar überhörte und Gefängnisstrafe für sie beantragte. Durch den Borsitzenden eines Besseren belehrt, hielt er sich nun schadlos, indem er fünf Jahre Zuchihaus forderte. Das Gericht bewies jedoch mehr Ge- rechtigkeitsfinn und erkannte um ein vieles weniger. »Die Geschworenen haben bei der Kompliziertheit der sexual- psychologischen Borgänge, die zu dem Verbrechen geführt hatten und bei der Uneinigkeit der Sachverständigen sich nicht für die Un- zurechnungsfähigkeit der Angeklagten entscheiden können. Bielleicht haben sie auch gefürchtet, daß ein Freispruch ohne Angabe seiner Gründe in der breiten Oeffentlichkeit falsch aufgefaßt werden könnte. Würde den Geschworenen die Möglichkeit gegeben sein, durch die Beantwortung einer speziell zu diesem Zwecke gestellten Frage auszusprechen, daß sie zu? Verneinung der Schuldfrage durch die Unzurechnungsfähigkeit der Angeklagten gekommen sind, so würden sie vielleicht in so manchen Fällen zur Verneinung der Schuld ge- langen. Mit ausschlaggebend für dos Urteil wird auch die un- glaubliche Gefühlsroheit, die sadistische Grausamkeit und die perfide Niedertracht, die die Angeklagten in ihren Briefen in bezug auf den getöteten Klein zum Ausdruck gebracht haben. Die Ge- fchworcnen haben die Frau Nebbe als die Schuldigere erkannt. Sie war nicht nur die aktivere, sondern scheute sogar nicht davor zurück, zwecks Anspornung ihrer Freundin Mordversuche an ihrem eigenen Mann vorzutäuschen, um die Autorität ihrer Mutter zu miß- brauchen. Bei der moralischen Persönlichkeit des Mannes der An- geklagten reichte das Vorhandensein von Arsenik in fetnen, Haaren nicht aus, um die Geschworenen den Mordversuch an ihm glauben zu lassen. Ins Zuchthaus wollten die Geschworenen die Frau Nebbe nicht schicken. Sie nickten dem Verteidiger zu, als er meinte, daß dieses Urteil nur die Folge des Umstandes ist, daß sie über das Strafmaß nicht orientiert gewesen waren. So ist nun immer wieder von neuem die Forderung aufzustellen, daß es dem Vorsitzenden zur Pflicht gemacht werde, die Geschworenen über das Strafmaß zu unterrichten, um sie nach gefälltem Wahrspruch nicht unnützen Gcwisienskonfllkten auszuliefern. Das Urteil besagt, daß die Angeklagten ihre Tat nicht mit kalter Ueberlegung ausgeführt haben, sondern im Zustande des Affektes, d. h. in einer Gefühls- aufwallung. Unbändiger Haß. Widerwille, Ekel gegen den bru- talen und rücksichtslosen Mann, übermäßige Liebe zueinander bil- Veten die Kräfte, die die Angeklagten immer wieder zur Tat an- trieben. Das Interesse der Oeffentlichkeit für das persönliche Schick- sal der Angeklagten dürfte durch das gefällte Urteil erschöpft sein. Die soziale Ausbeute dieser kriminellen Tragödie erheischt gebiete- risch noch eine besondere Betrachtung. » Aus der Rede des Verteidigers der Frau Klein. Rechtsanwalts Dr. Brandt, seien folgende Ausführungen nachgetragen: Die Angeklagte Klein hat eine einzige Kette von Brutali- täten, Erniedrigungen und sexueller Ausschwei- fungen der widerwärtigsten Art erdulden müssen. Es handelt sich um eine unglückliche Frau an der Seite eines vertierten Mannes. Unter den Geschworenen be- findet sich keine Frau, die Aufschluß geben könnte über die Leiden einer Frau an der Seite eines solchen Mannes. Und doch, meine Herren Geschworenen, habe ich das Gefühl, daß Sie, als Männer, auch der Psyche dieser Frau gerecht werden. Die Angeklaqie Klein steht zu ihrer Tat und gibt sie zu. Diese Frau aus dem Volks hat mit klaren Worten dargelegt, was sie beseelte: der Haß und der Ekel gegen ihren Ehemann. Dem Ehemann Klein soll kein Vorwurf daraus gemacht werden, daß er ein Kommunistenführer war, an den Straßenkämpfcn teilnahm und sich auch als„Dachhase" betätigte, indem er hinterrücks aiif die Regierungstruppen schoß. Aber die Anhänger der Kommunistischen Partei sind Fanatiker und neigen zu Gewalttätigkeiten. Dieser Zug des Klein bestätigt die Behauptung seiner Frau, daß er einen gewalttätigen Charakter besessen habe. Mord kommt nicht in Frage, da die Sachverständigen die U e b e r l e g u n g s f ä h i g k ei t der Angeklagten ver- n e i n e n. Auch zur Vergiftung muß eine gewisse Ueberlegungs- fähigkeit vorhanden sein. Objektiv handelt es sich nach-dem Geständnis der Angeklagten um eine vorsätzliche Tötung, aber subjektiv stehe ich auf dem Standpunkt, daß auch hier keine Bestrafung«in- treten kann, weil die Angeklagte wegen ihres Geistes- zustandes strafrechtlich nicht verantwortlich ist. Eine Verurteilung kann nur erfolgen, wenn mit Sicherheit feststeht, dah§ S1 nicht zutrifft. Bei den sich widersprechenden Gutachten ist dies nicht ver Fall. Zweifel genügen, um die Schuldsrag« zu verneinen. Jedoch auch ohne die Gutachten müssen die Geschworenen zu dieser Ansicht kommen. Bei der Kette von Brutalitäten, die die Angeklagte erdulden mußte, ist es nicht zu ver- wundern, daß sie sich schließlich vergaß und nicht mehr wußte, was sie tat. Die Geschworenen dürfen sich nicht von«inem Freispruch zurückhalten lassen durch den Gedanken, daß dann die Tat nicht gesühnt sei. Die Sühne der Angeklagten ist das Mar- tnrium ihrer Ehe. Die Urschuld lag bei dem Manne. Aus diesem Grunde bat Dr. Brandt die Geschworen«», alle Schuldfragen zu verneinen und die Angeklagte Klein frei- zusprechen. Rechtsanwalt Dr. Götze! als Verteidiger der Angeklagten Nebbe und Riemer schilderte die körperlichen und seelischen Vor- gewaltigungen, die die Angeklagte Nebbe in. ihrer Ehe durchgemacht habe und die sie sogar zu einem Selbstmordversuch getrieben hätten. In ihrer seelischen Zerrissenheit lernte sie Frau Klein kennen, die das gleiche Ehcmartyrium erduldete. Ein Beweis, daß Frau Nebbe ihrem Manne Gift beigebracht habe, laste sich nicht erbringen. Auch gegen Frau Riemer sei nichts erwiesen. Der Verteidiger bcan- tragte für Frau Nebbe und Fraü Riemer Freisprechung. Die drei Angeklagten verzichteten aus das ihnen zustelzende letzte Wort. Das Gericht entschied aus Gruud des Wahrspruches der. Geschworenen wie oben mitgeteilt. Gereinigter Walö. Die Berliner, die im Frühjahr, wenn noch die Einnahmen zum Fahrgeld langen, ihre erste Landpartie unternehmen, werden«ine Ueberraschung erleben. Unendlich viel Tinte und Druckerschwärze ist verspritzt worden, um die Ausflügler davon abzuhalten, daß sie Stullenpapiersammelstätten machen aus unseren märkischen Wäldern. Es war nicht mehr schön, wie es da früher aussah. An den natur- schönsten Stellen lag auch das meiste achtlos weggeworfene Papier neben Eierschalen und Flaschenscherben. Was die eindringlichsten Predigten nicht fertig brachten, das hat die Geldentwertung und der Aufstieg der unscheinbarsten Kleinigkeiten zu Wertobjekten erreicht. Heute sind unsere Wälder vom Stullenpapier, das hier früher jähre- lang ungehindert dem Zerfetzungsprozcß entgegenging und jedem ästhetisch empfindenden Menschen den Genuß an der Natur verdarb, fast ganz gereinigt. Arbeitslose und Arme-Leute-Spekulanten sind während des ziemlich schneefrei gebliebenen Winters zu vielen Hunderten in die märkischen Wälder gepilgert und haben das Altpapier, von dem gegenwärtig das Kilo mit mindestens 200 M. bezahlt wird, in Massen aufgesammelt. Es ist kein angenehmes, sogar ein mühseliges Geschäft, das im Laufs eines Tages ungezählte Male den„Gifthaken" in Bewegung fetzt und das Rückgrat krümmt, aber es schützt gegen die äußerste Not. Der Sommer wird uns voraus- sichtlich die Fortsetzung dieses rühmlichen Reinigungsprozesses bringen. Es wird nicht mehr nötig sein, daß beispielsweise im Treptower Park am Montag früh ein halbes Hundert alter Weibchen aufmarschieren, um auf der großen Spielwiese wieder Grün aus Weiß zu machen. Die aus der Not unserer Zeit geborenen gcwcrbs- mäßigen Papiersammler werden schon am Sonntag auf dem Posten sein und einer dem anderen jeden Papierfctzen wegzufischen suchen. Dem Magistrat kann es recht fein. Er spart Geld für das, was lange genug Unkultur war. LNilchpreiserhöhung. Eine Berichtigung des Reichslondbundes. Der Reichslandbund verbreitet durch die Telunion«ine Erläute- rung zu der auch von uns gebrachten Mitteilung über die beoor- stehende Aenderung der M i l ch p r e i s b e r e ch n u n g. Er weist darauf hin, daß die augenblickliche Relation Milch zu Butter wie 1: 10� feit dem Abschluß des Vertrages von Anfang Dezember. ganz wesentlich z u u n g u n st e n der Landwirte sich verschoben habe. Inzwischen sei eine Frachtverteuerung pro Liter von etwa 28 M. eingetreten. Außerdem sei früher die amtliche Butternotierung frei Berlin einschließlich Faß erfolgt, während jetzt der Notierung die Kosten der Butter ab Versandstation exklusive Faß zugrunde liege. Das bedeute eine weitere Verteuerung der Milch zu Lasten der Erzeuger von mindestens 30 M. Die Erhöhung der Relation auf 1:£>"» bedeute nur einen t e i l w e i f e n Ausgleich des eingetretenen Ausfalls, der eins tatsächliche Aenderung des ab» gefchlosienen Vertrages mit sich gebracht habe. Bei den Ver- lzandlungen sei mit keinem Wort davon die Rede gewesen, daß die Landwirte einen Anreiz zur Frischmilchliefcrung haben müßten. Di« Landwirtschaft lehne es mi� Rücksicht auf die gesamte politisch« Lage ausdrücklich ab, einen höheren Milchpreis zu fordern,. trotzdem die Verwertung der Milch durch Verarbeitung für- sie k> e d e u t e n d günstiger sei. Wir werden auf diese Berichtigung der Landwirtschast zurück- kommen, wenn die E r n ä h r u n g s d e p u t a t i o n sich mit dieser Frage beschäftigt hat. Wenn auch die offiziellen Sprecher der Land- Wirtschaft die Bereitwilligkeit zur Frischmilchlicferung betonen, so- bleibt doch die T a t s a ch e bestehen, daß in der Stadt sich die M i l ch- Polonaisen genau wieder so herausgebildet haben wie in der Kriegszeit, während draußen auf dem Lands die Milch o f t- genug zur Schweinezucht und V i e b f ü t t e r u n g ver-'- wandt Gird. Solange die landwirtschaftlichen Organisationen keine straffere Disziplin bei d«n Angehörigen ihres Berufes durchführen� können, müssen sie schon verstehen, daß die Stimmung ihnen gegen- über m e h r w i e g e r e i z t ist.■" Keine Erhöhung der Postgebühren! Dem Reichstag ist der Entwurf einer Verordnung zur A e n- derung der gesetzlichen Po st gebühren zugegangen, Von einer Erhöhung der Postgebühren soll vorerst Abstand genommen werden. Die Vorlage enthält lediglich die Einführung des Drei-Zonen-Tarifs. Der Mindest- fatz bei den Drei-Kilo-Paketen beträgt in der ersten Zone 300 M.. in der zweiten und dritten Zone LA) M. Bei Paketen über 6 Kilo erhöht sich das Porto nur in der dritten Zone, während in der ersten und zweiten Zone die bisherigen Tarifsätze noch bestehen bleiben. Die Erhöhungen betragen von 10 Kilo an aufwärts für jedes weitere Kilo 4S0 M.. das 20-Kilo-Paket kostet 7500 M. Neu ist serner die Bestimmung, daß die Vorstufe für Warenproben» sendungen ein Gewicht bis 100 Gramm umfassen c?!achdruck verboten. Der Malii-Verlag, Terlin.) Drei Soldaten. 63� von John dos Pastos. Aus dem ewierikanischen Manullrivt übersetzt von Julian Gumperz. Draußen hatte der Nebel alles ausgelöscht in gleichmäßige Dunkelheit, die'stellenweise in der Nähe der spärlichen Straßen- lampen gelb und rot gefleckt war. Andrews und chenslowe fühlten ihren Weg tastend die langen Treppenabsätze hinunter aus der ruhigen Dunkelheit in das unruhige Licht und Ge- rausch bevölkerter Straßen hinaus. Der Nebel stieg ihnen in die Kehle und strich an ihren Backen vorbei, wie feuchte Hände. „Warum sind wir von diesem Restaurant fortgegangen? Ich hätte noch gern etwas mehr mit diesen Leuten gesprochen," sagte Andrews,„und wir hatten ja auch noch keinen Kaffee getrunken." „Aber Mann, wir sind hier in Paris. Wir werden hier nicht lange bleiben. Wir können uns das nicht leisten, lange Zeit an einem Ort zu bleiben. Schon bald Schluß." „Der Junge ist ein Maler. Er sagt, er lebt davon, Spiel- zeug anzufertigen. Hast du gehört?" Sie gingen schnell eine große, abschüssige Straße hin- unter. Unter ihnen erschien bereits der goldene Glanz eines Boulevards. Andrews fuhr fort zu sprechen, fast zu sich selbst: „Oh, ein wundervolles Leben müßte es sein, hier oben in einem kleinen Zimmer, von dem aus man die große, graue Ausdehnung der Stadt überschauen kann, zu leben, irgendeine absurde Arbeit, von der man existieren kann, zu haben, und alle freie Zeit mit Arbeiten und Konzertbestichen ausfüllen. Eine ruhige, weiche Existenz... Denke au mein Leben strüher. Sklavenarbeit in diesem eisernen, metallenen, ehernen New Pork, Artikel über Musik in� der Sonntagszeitung schreiben müssen. Gott, und dies..." Sie setzten sich an einen Tisch in einem lärmenden Caf6.- „Möchtest du das nicht abstreifen*' Andrews riß an seiner Uniform mit beiden Händen: „Oh, ich möchte diese Knöpfe über das ganze Cof6 fliegen lasten, die Likörgläser zerschmettern, diesen Dandies von sran-, zösisch'en Ostiziercn ins Gesicht, die so stolz über sich selbst aus-. sehen, daß sie lange genug am Leben geblieben sind, um sieg- reich zu sein." Der Kellner war ein feierlicher Mann mit einem Bart, der nach dem Borbild des Premierministers geschnitten war. Er kam mit einer Flasche, die er vor sich hielt und wie religiös erhob. Er spitzte die Lippen mit dem Ausdruck demütigen Zuvortommens und goß die weiße, glänzende Flüssigkeit in die Gläser. Als er geendet hatte, hielt er die Flasche auf mit einer tragischen Geste. Nicht ein Tropfen kam heraus.„Es ist das Ende der guten, alten Zeiten!" sagte er. „Nieder mit den guten, alten Zeiten!" sagte Henslowe. „Ich bin für die guten neuen Zeiten, die wie Zirkusparadcn sind!" „Ich weiß nickt, für wie viele Leute wohl deine Zirkus- paradcn gut sind/ sagte Andrews. „Wo wirst du die Nacht verbringen?" fragte Henslowe. „Weih nicht. Werde wohl schon ein Hotel oder so was ähnliches finden." „Komm doch mit mir und besuche Berte. Die hat sicher Freunde." „Ich will allein umhergehen. Nicht, daß ich Bertes Freunde verachte," meinte Andrews.„Aber ich sehne mich so nach Einsamkeit." John Andrews ging die Straße hinunter, die voll treiben- den Nebels war. Dann und wann fuhr eine Droschke an ihm vorbei und ratterte fort in die Dunkelheit. Verstreute Gruppen von Leuten strömten um ihn, ihre Schritte klangen hohl im Nebel. Es war ihm gleich, welchen Weg er ging: er mar- schierte weiter, kreuzte breite, menschengefüllte Straßen, wo die Lichter Muster von Gold und Orange auf den Nebel stickten, strich über weite, verlassene Plätze, tauchte in enge � Straßen, wo andere Schritte dann und wann einen Augenblick scharf ertönten und wieder erstorben und nichts in seinen Ohren zurückließen, wenn er stillstand, um zu horchen, als das entfcrnle Atmen der Stadt. Endlich kam er am Fluß herauf, wo der Nebel am dichtesten und kältesten war, wo er das Wasser an den Pfeilern der Brücke vorbeigurgeln hören konnte. Die Lichter flammten auf und verblaßten, glühten und verblaßten, wie er weiterschritt, und manchmal konnte er sogar die nackten Zweige von Bäumen erkennen, in den Lichcstrc'fen der Lampen. Der Nebel liebkoste ihn beruhigend, und Schatten schnellten an ihm vorbei, ließen ihn die sanften Kurven von Wangen und aus dem Nebel und der Dunkelheit heraus glänzende Augen erkennen. Freundliche, vertraute Menschen schienen den Nebel bevölkert zu haben. Das ferne Murmeln der Stadt traf auf fein Ohr wie der Laut von Freundssstimmen. Von dem Mädchen an einem Kreuzweg, singend unter den Lampen der Straße und Rosen zerpflückend... all die Wünsche deiner Phantasie... Das murmelnde Leben um ihn herum setzte sich in lange, modulierte Sentenzen um, Sentenzen, die ihm ein Gefühl ruhigen Wohlseins gaben, als ob er auf ein Basrelief schaue, das tanzende, aus Porzellan geformte Menschen in irgendeiner attischen Werkstatt darstellt. Einmal blieb er stehen und beugte sich eine Weile gegen den mit Feuchtigkeit behangenen Pfahl einer Lateme. Zwei. Schatten formten sich beim Zugehen auf ibn zu den Gestalten eines lahmen Jungen und eines barhäuptigen Mädchens, die eng umschlungen waren. Der Junge hinkte ein wenig, und seine Samtaugen schauten sehnsüchtig aus. John Andrews war plötzlich voll pochender Erwartung, als ob die beiden auf ihn zukommen würden und ihre Hände auf seine Arme legen und irgendein Geheimnis von ungeheurer Bedeutung für sein Leben enthüllen würden. Aber als sie in den vollen Schein der Lampe traten, sah Andrews, daß er sich geirrt hatte. Es waren nicht der Junge und das Mädchen, mit denen er ge- sprachen hotte. Er ging eilig fort und tauchte in winklige Straßen unter, wo er über das holprige Pflaster schritt und dann und wann durch das Fenster eines Ladens im Licht eine Gruppe von Menschen erschaute, die ruhig am Tisch unter der Lampe saßen, oder er biickte in eine Bar hinein, wo ein müder kleiner Junge mit schweren Augenlidern und aufgerollten Aermeln, die graue Arme sehen ließen, Gläser abwusch, oder eine aste Fraü, ein formloses Bündel schwarzer Kleider, den Fußboden fegte. Aus Torbogen hörte er Sprechen und sanftes Lachem Fenster sandten von oben gelbe Strahlen von Licht durch den Nebel. In einem Torbogen zeigte das vage Licht einer Lampe zwei Gestatten, die in enger Umarmung in eins wuchsen. Als Andrews vorbeiging und seine schweren Armeestiefel laut auf das nasse Pflaster schlugen, hoben sie ihre Köpfe langsam. Der Junge hatte Samtaugen und blasse, bartlose Wangen, das Mädchen war barhäuptig und blickte mit ihren braunen Augen unablässig in das Gesicht des Jungen. Andrews' Herz schlug wie wild. Endlich hatte er sie gesunden! Er machte einen Schritt auf sie zu und ging dann schnell weiter, sich ganz im kühlen, verschwimmenden Nebel verlierend. Wieder hatte er sich geirrt. Der Nebel wirbelte um ihn herum, verbarg sehn- süchtige, freundliche Gesichter: Hände, bereit, seine zu er- greifen, Augen, bereit, in seinen Blicken zu leuchten, Lippen, noch kalt vom Nebel und ganz bereit, von seinen Lippen bc- rührt zu werden: Bon dem HKädchen an einem Kreuzweg. singend unter den Lampen der Straße... Und er ging fort, weiter, allein durch den treibenden Nebel. (Fortsetzung folgt.) foll, mit der Gebühr für eine gleichschmere Drucksache, um es der Geschäftswelt zu ermöglichen, auch die leichten und billigen Warenproben als Werbemittel zu benügen. Warum so schweigsam? Der Frauenmord im Erzgebirge. 1 Ein unerwarteter Zwischenfall. Heufe, Sonnabend, den 17. März. 112. bt. Rahnsdorf. 8 Uhr Restaurant Sebigfi, Mitgliederversammlung. Thema:„ Der tommunale Aufbau der Stadt Berlin". Ref.: Stadtrat Manta. Residenzftr. 49. 40. Abt. 12 Uhr bei Reufner, Hagelbergerstr. 20a. 72. Abt. Bahnhof Die gestrige Verhandlung des Köhn- Prozesses, die wieder unter 130. ibt. Steinidendorf- Oft. 7½ Uhr Funktionärsizung im Jugendheim Geebad, starfem Andrang von Neugierigen stattfand, gestaltete sich recht Treffpunkte zum Sonntag, den 18. März. Der deutschnationale Herr Stadtverordnete Rube ist sehr bramatisch. Belastende und entlastende Aussagen wechselten einbementiertuft i g. Kürzlich hatten die Zeitungen einen außer ander ab, und es tam zu verschiedenen Zusammenstößen zwischen Abt. Lokal Hermann Sowars, Blantenfelder Str. 10. 3. Abt. Mittags 12 Uhr Sofal Krüger, Engelufer 23. ordentlich geistreichen Zwischenruf seines Fraktionsfreundes Beugen, Verteidigern und Staatsanwaltschaft. 6. Abt. 12 Uhr Lokal Dobrohlam, Swinemünder Str. 11. Faust wiedergegeben und ihn dafür verantwortlich gemacht. Herr 8. Abt. 11% Uhr Dennewigplay. Abmarsch 12 Uhr. Faust hatte mit seiner bekannten lauten Stimme seiner Zu Beginn der Gigung erbat sich Kriminalkommissar Lehmann 14. t. 12% Uhr Lokal Dietrich, Swinemünder Str. 36. Entrüftung über ein ihm unangenehmes Abstimmungsergebnis durch Schöneberg das Wort zu einer Erklärung. Er verwahrte sich sehr 16. bt. 12 Uhr Lokal Krüger, Suffitenstt. 34. 17. 206. 12% Uhr auf dem Nettelbedplag. den Zuruf Luft gemacht:" So geht man mit Gewalt vor!" entschieden gegen die angebliche Behauptung des Zeugen Reuleaug, 25. bt. 1½ Uhr Arnswalder Blah. Herr Kube teilte prompt mit, daß nicht er, sondern sein Frat. daß er, Lehmann, das Protokoll der Bernehmung Reuleaux' tenden- 28. bt. 1 Uhr Wörther Blak. Abmarsch 1,15 Uhr. tionsfreund der Zwischenrufer gewesen sei. Auf unsere Fest- iös gefärbt habe. Reuleaug habe ihm ganz bestimmt angegeben, 35. Abt. 12% Uhr bei Drelse, Schreinerstr. 18. stellung, daß er es gewesen ist, der die planmäßige Be- daß Köhn bereits ein Detektivinstitut mit den Nachforschungen nach 47. Abt. 12% Uhr in ben zahlabendlotalen. Abmazſch 1 Uhr. fegung der Rathaustribüne mit zuverlässigen" der Müller beauftragt habe. Zeuge Reuleaux: Ich habe dem 18. Abt. 141 Uhr Morigplas.( Wertheim.) Männern in die Hand nahm und dadurch die Sturmszenen der Herrn Kommissar nicht vorgeworfen, daß er sein Protokoll gefärbt Wilmersdorf. 7L bt. 12 Uhr Bahnhof Wilmersdorf. Schmargendorf 12 Uhr. vorlegten Sigung provozierte, hat er bis heute gefchwiegen habe. Ich glaube aber gefagt zu haben, Röhn wollte ein Deteftiv- 80. abt. Ghöneberg. 1½ Uhr bei Gürlich, Rubens. Ede Begasstt. Treff. punkt zur Teilnahme an der Gebentfeier für die Opfer bes Rapp- Putsches. und wird auch wohlweislich in Zukunft stillschweigen. inftitut beauftragen. Im Berlauf eines Zwiegesprächs zwischen Schweigen ist eben auch eine Antwort! dem Kommissar Lehmann und dem Angeklagten sagt der lettere: 81. Abt. Friebenau. 1 Uhr bei Ulbricht, Sandjernftr. 86. - 93. 6t. 11% Uhr Herzberg Die Kosten der Einbürgerungsurkunde. ich habe nicht gemordet. Kriminaltommiffar Lehmann: plaz Ede Hersbergstr. Dann möchte ich doch aber noch feststellen, daß der Angeklagte mich 101. st. Trentom. 12% Uhr an der Wienerbrüide Ede Gräfte. damals, obgleich wir doch gar nichts von dem der la 119. st. 14 Uhr em ist für eine Einbürgerungsurkunde jezt neben der Stempeliteuer und mußten, fragte, ob die Leiche schon gefunden sei.( Bewegung im Lichtenberg. 115. Abt. Pünktlich i Uhr Traveplay. dem Zuschlag zu ihr eine Gebühr von 500 000 m. at erheben. Die Gaal) Borj.: Angeklagter, was sagen Sie dazu? Angefl: 136. bt. Reinickendorf- Dit. Pünktlich 12% The Seebad, Reliberate Gesamtkosten für eine derartige Urkunde belaufen sich demnach Ich mußte ja von dem Beamten, der mich verhaftete, daß ich 139. Abt. Segel. Feilh to the brunter Mitwirtung bes auf 500 600 m. oftenermäßigung ist bei Bedürftigkeit zuläifig.wegen der vermißten Lehmann festgenommen wurde, und gerade, weil Die Gebühren für bie Erteilung von Ausfünften auf ich mich unschuldig fühlte und alles Intereffe hatte, zu erfahren, Wohnungsanfragen im Einwohner Meldeamt find auf 300 m. für den einzelnen Fall erhöht worden. wo sie geblieben war, habe ich dann den Kriminalfommissar geFerner find die Gebühren für Führungszeugnisse auf 1000 m. und für fragt, ob es denn schon feststehe, ob sie tot oder ob sie noch am Leben sei. fleine stempelfreie Bescheinigungen, foiveit diese nicht der sozialen guläing. Fürsorge dienen, auf 200 M. erhöht. Auch hier sind Ermäßigungen Ich habe mich leichtsinnig, ich habe mich schlecht benommen, aber steutin. 91. Abt. 12% Uhr Karlsgartenstr. 62. Abt. Steglik. 12 Uhr Bahnhof. Rathaus. des Rapp- Putfches erfchoffenen Genossen, Gefan vereins. Gedenkrebe. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonnabend, den 17. März. Webbing. Heute abend findet in der Aufa der Ruheplahschule, Ruheplah ftraße, ein ernabend statt. Bestehend aus: Mufit, Ansprache, Prolog, Regi tationen Reigentänze und Schattenspiele. Anfang 7 Uhr. Eintritt 50 M. Werbebezirk Prenzlauer Berg. Seute abend findet im Jugendheim Oder. statt. Alle Abteilungen müssen vollständig vertreten sein. berner Str.(-abeanstalt, Nebeneingang) eine bezirksvorständekonferenz Morgen, Sonntag, den 18. März. Die Abteilungen treffen sich zur Barnbgebung in den lokalen und Sehr interessant gestaltete sich dann die Bernehmung des Polizei. Werbebezirk Westen. Heute abend 48 Uhr findet in der Aula der Adderte inspektors Reinschüssel- Zwidau. Der Beuge war fofort nach Auf- fchule in Schöneberg, Sätherſtr., eine Märsfeier statt. Bestehend aus: Gesang, findung der Leiche an der Fundstelle. Nach seiner Ansicht hat der Resitationen, Ansprache, Sprechchor u. a. Die Giftmischerin Gentschow vor dem Schöffengericht. linke Arm von Anfang an nicht auf dem Körper, sondern neben, aber auch nicht unter dem linken Oberschenkel gelegen. Sein Die fürzlich unter dem Berdacht des Giftmordes verhaftete Rose erster Einbrud war, daß die Leiche hingebaut" Gentschoro follte sich gestern zusammen mit ihrer Mutter, Frau worden sei. Bor allen Dingen sei es ihm aufgefallen, daß, Elise Fabig, vor dem Schöffengericht Tempelhof wegen Dieb während das übrige Gelände schon vollfommen troden gewesen sei, stahls und Hehleret verantworten. Die Verhandlung fonnte gerade an der Fundstelle noch geringe Reste von geschmolzenem aber nicht zu Ende geführt werden, da die Angeklagte Gentschow Schnee sich befunden hatten, so daß es den Anschein hatte, a Is einen Nervenzufammenbruch erlitt. Wie erinnerlich, hatte ob dort der Schnee besonders hom gelegen hatte. gehen mit ber Partei gemeinsam zum Friedrigshain. Alle bteilungen" uffer die Gentschow einem Gärtnereibefizer aus Steglit, mit dem fie eine Staatsanwalt: Bas bachten Sie sich benn dabei, daß berpätestens um 2 Uhr im Friedrichshain sein. Fahnen und Banner find voll. fta sig mitaubringen. Die Drbner für bie Jugendweihen müssen spätestens Likörstube in Friedenau besucht hatte, Opium in den Liför gegeben, Schnee dort besonders hoch gelegen haben müffe? 3 euge: Ich um 9 Uhr vormittags in den Jugendweihlokalen anwesen sein. um ihn zu betäuben und zu berauben. Der Gärtnereibefizer erlitt dachte mir, die Leiche war im Schnee eingeschaufelt. R.-A. Werbebegirl Kreuzberg, Morgen, Sonntag, den 18. März, findet im Ju dabei ben Tob. Nach der Berhaftung stellte sich auch heraus, daß Dr. Belt: Gegen die Angaben des Zeugen, daß die Beiche ein- gendheim, zindenſtr. 5, eine Marg, und märgedenkfeier fathe Ansprache, Chor, Mufit, Sprechchor, Resitationen u. a. Die Parteigenoffen ihre Mutter, die bei einem Staatsanwalt als Wirtschafterin tätig geschaufelt fei, spricht doch die Tatsache, daß das Gesicht von allerlei werden gebeten, bie Beranstaltung der Jugend zu unterstützen. war, Silbersachen und Wäsche im Werte von 1½ Mil Lieren start angefressen war. Das wäre doch nicht der Fall gelionen Mart gestohlen und einen Teil diefer Sachen ihrer wesen, wenn sie tief im Schnee begraben war. 3euge: Das ist Vorträge, Vereine und Versammlungen. Tochter gegeben hatte. Daraufhin wurde auch Frau Fabig verhaftet. auch richtig. Beide Frauen find schwere Morphinistinnen. Gestern erlitt die Gentschow nun einen schweren Nervenanfall vor Gericht, der wohl besizers v. Stern, bringt plöglich einen ganz unerwarteten Zwischen Gymnastik" von Charlotte Pfeffer. Beginn 8 he Sonristen- Berein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin, E. B. Sonne Die Bernehmung des folgenden Zeugen, des Buchdruckerei ebend. Den 17. Märs, Bortrag in ber Sájule Steinstr. 35 über: Rhythmische Sonntag, ben 18. März. auf die Entziehung des Morphiums während der Untersuchungshaft fall. Bon Stern teilt auf Befragen mit, daß er im Juli 1921, als Am tag beteiligen sich die Naturfreunde an den Veranstaltungen her zurückzuführen ist. Sie fant plötzlich bewußtlos um, mußte aus Bartelorganisationen. Nachmittags 4 Uhr: Rundgebung an ben Gräbern Märzgefallenen im Friedrichshain. Daran anschließenb, 6 Uhr, Aula der bem Saal getragen werden und erholte sich erst nach längerer Zeit, er noch mit der Müller befreundet war, eines Tages nachdem sie eine Morphiumsprize bekommen hatte. Auch gegen ihre einen anonymen Brief Schule Greifamalder Str. 24/26, Märzgebentfeier., Aufgeflärter Raubüberfall. Zu unserer Notis unter der vor. stehenden Spigmarte in der Freitag- Morgenausgabe bittet uns der Rigarrenhändler Alfred Otto, SO, Cubrbftr. 81, feft. austellen, daß er mit dem gleichnamigen Bigarrenbändler, der als sehler in dieser Angelegenheit verhaftet wurde, nicht identisch ist. werben. Gemeinschaft proletarischer Freibenter, Steglig. Jugendweihe am Sonntag, den 18. Mära, vormittags to be, im neue und siegitationen( Crnit Beiberede hält Genoffin Marie Krische. Gefang, Musik und Rezitationen( Ernst Friedrich) werden die Feier verschönen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 10 Uhr im Stadthaus, Klostertraße 50, Jugend weihe. Festportrag bes Serrn Dr. Rofenber." Galle willGeige, Gefang. Eintrittspreis: Erwachsene 100 m., Kinber 50 m. Gäste willBoltsbab Gerichtstr. 67. tommen. Arbeiter- Abstinentenbunb. Referententurfus jeden Sonnabend 5 bis 7 Uhr Bürgerlige Rurfus Proletarisches Kulturkartell Berlin- Brandenburg. und proletarische Kultur". Nächster Abend Sonnabend, den 17. März, abends 8 Uhr. Thema:„ Schule und Erziehung". Schule Gipsitt. 23a. Gaste will. tommen. Auf Mutter, Frau Fabig, fonnte nicht verhandelt werden, da Rechts- erhielt. Nunmehr richtet der Borsigende noch einmal an den Ange anwalt Dr. Brak bie Beobachtung auf ihren Geisteszustand be- flagien die Frage, ob er vielleicht den Briefgeschrieben antragte, da die Angeflagte feit längerer Zeit morphiumsüchtig ist hätte. Röhn verneint dies aber. Daraufhin überreicht und auch schon entmündigt sein soll. Die Berhandlung mußte daher v. Stern ben Brief, und nun ergibt sich aur allgemeinen vertagt werden. Ueberraschung der Prozeßbeteiligten, daß die Schriftzüge des Schreibens eine geradezu verblüffende Aehnlich teit mit anderen Briefen Rohns aufweisen. Darauf wurde der Brief verlesen. Er ist als Mitteilung einer Dame abgefaßt, die mit Köhn befreundet war und nun Herrn v. Stern mit teilt, daß sie Köhn mit Fräulein Müller, von der sie wisse, daß fie die Freundin des Stern sei, zusammen gesehen habe, daß also die Müller den Buchdruckereibefizer genau so hintergehe, wie Söhn die Arbeitersport. Anmeldung von Gewaltschäden bis zum 31. März 1923. Der angebliche Briefschreiberin. Di Tendenz des Schreibens geht aljo Bund der Auslandsdeutschen, E. B., Berlin C. 2, Klosterstr. 75, macht ganz klar dahin, ein 3erwürfnis der Müller mit nachdrücklich darauf aufmerffam, daß Anmeldungen von erlittenen b. Stern herbeizuführen. Weiter enthielt der Brief die Fußball am Sonntag. Gewaltichäden nach den 31. März 1928 nicht mehr angenommen genaue Schilderung der Umstände, die zur Bekanntschaft Köhns mit Kreismeister- Ausscheidungsspiele! Am Sonntag, den 18. März, ber Müller führten. Unter allgemeiner Bewegung wurde dem An- treffen der Meister des Elbebezirks Fortuna( Tangermünde) und Ein Millionentaub wurde gestern in dem Hause Blumenstr. 45 geflagten immer wieder vorgehalten, daß er doch angesichts der ver- der Meister des Südwestbezirks Mariendorfer Sporttiub verübt. Hier befindet sich die Schuhfabrit von Fürstenstein. Zwei blüffenden Aehnlichkeit der Schriftzüge zugeben folle, daß er der aufammen. Der Mariendorfer Sportflub tritt mit derfelben Manns Lehrmädchen pflegten fchon seit längerer Zeit allwöchentlich von der anonyme Schreiber sei. Der Aufgabeort des Briefes ist Botsdam. fchaft wie gegen Nowawes an und hat, nach diesem Spiel zu us Filiale der Diskonto- Gesellschaft in der Großen Frankfurter Str. 106 Troß aller Borhaltungen bleibt der Angeklagte hartnädig dabei, teilen, eine feine Chance, dieses Spiel zu gewinnen. Fortuna die Bohngelder für den Betrieb abzuholen. Das muß daß er diesen Brief nicht geschrieben habe. Geheimrat Dr. Kodel( Tangermünde) wird sein bestes Material zusammenstellen, um den ein Berbrecher beobachtet haben. Als das eine Mädchen mit beiden Leipzig wurde dann beauftragt, ein Gutachten über die Hand- Mariendorfern den Sieg nicht leicht zu machen, ist doch feit letzter Aftentaschen in der Hand die Treppe zum Stontor hinaufstieg. be. fchrift Röhns und dem anonymen Brief abzugeben. Es wurden Beit Tangermünde von Sieg zu Sieg geeilt und eine Mannschaft, gegnete ihm auf dem ersten Ablaß ein gutgekleideter Mann. Dieser bann zwei Freundinnen des Fräulein Müller vernommen, Fräulein die schon des öfteren große Heberaschungen gezeigt hat. Das Spiet berfette plöglich bem Mädchen einen fo heftigen Stoß, daß es bie Riemann- Hamburg und Frau Schaper- Berlin, Die erstere be- beginnt um 3 Uhr und findet in Lichterfelbe auf dem Froh- Freis Bälle stellt M. S.-C., Spielleiter der Treppe hinuntertaumelte, entriß ihm beide Taschen mit dem Gelbe tundet, daß Fräulein Müller selbst ihr von diesem anonymen Brief Blah am Bartfriedhof statt. und entfloh damit. Auf die Ergreifung des Verbrechers und bie an v. Stern erzählt und die Bermutung geäußert habe, daß Köhn Norden( zwei); je zwei Broteftfommiffionsmitglieder der Norden Wiederbeschaffung des Geldes ist eine hohe Belohnung ausgelegt. der Absender fei. Borj.: Trauen Sie dem Fräulein Müller einen und Often, die durch die Kreisleitung ergänzt werden. Froh- Frei Mitteilungen nimmt Kriminalfommiffar Berneburg im Zimmer 80 Selbstmord zu? 3eugin: Mein, dazu war sie viel zu feige. Sie wird erfucht, den Plaß für dieses Spiel freizuhalten und herzurichten. des Polizeipräsidiums entgegen. fürchtete sich selbst vor einem offenen Meffer und tonnte tein Blut Vor diesem Spiel, um 1,30 Uhr, treffen sich Froh- Frei I und fehen. Steglitz. Für den Südbezirk herrscht an diesem Sonntag SpielDie Märzerinnerungsfeier des jungen republikanischen Deutschlands findet am Sonntag, den 18. März, nachmittags 4 Uhr, im mann noch einmal vernommen über die Mitteilungen, die ihr Fräu Unter Ausschluß der Deffentlichkeit wurde dann Fräulein Nie- verbot ab 1 Uhr. Norbbezirk. Jugend 1. Mannschaften. 10% Uhr. Spandau- Germania; Reichstag ftatt. Um 7 Uhr abends erfolgt dann eine Kranzlein Müller über ihr und Stöhns Serualleben gemacht hatte. In fundbrunnen. 11 Uhr: Rathenow- Bernau 12; Vorwärts- Abler 08. 2. ann. 2. B. Bantow- Charlottenburg; Adler 12- Wader; Eifenspalteret- Fichte- Genieberlegung burch die Deputationen der Verbände im Fried- diesem Zusammenhang wurden auch einige Briefe Köhns an die fafien. Adler 12- Bernau 9,20 Uhr. Borwärts- Abler 08 9,20 16 Seri richshain. Am Grabe bes unbekannten Soldaten wird eine furze Müller verlesen, aus benen hervorzugehen scheint, daß sie in einem Charlottenburg- Abler 10% Uhr; Spandau- Wader 0,20 Uhr; Charlottenburg i gewissen Hörigkeitsverhältnis zu ihm stand. Bei wiederhergestellter Bergiftungen und fein Ende. Die Reichsbahndireftion Berlin Deffentlichkeit wurde zum Schluß der Kriminalbetriebs- Affiftent teilt folgendes mit: Am 4. b. M. haben mehrere Bedienstete des Klatt aus Berlin vernommen, der seinerzeit die Berhaftung Röhns Rangierdienstes vom Bahnhof Grunewald aus einem leerlaufenden vorgenommen hatte. Er befundete, daß Köhn die Sache im ersten Reffelwagen Rückstände bes Inhalts fich angeeignet Moment lächerlich aufzufaffen schien und im übrigen vollkommen und hiervon getrunten. Nach dem Genuß traten bei den Be- ruhig blieb. Hierauf wurde Lie Verhandlung auf Dienstag früh diensteten starke Bergiftungserscheinungen auf, unter denen drei 9 Uhr vertagt, und zwar wird an diesem Tage der Lokaltermin Bedienstete gestorben find, während ein vierter mit dem im Erzgebirge in und beim Gasthaus Wiesenhaus stattfinden. Von Leben davontam. Nach ärztlichem Gutachten liegt Methyl- diesem Lokaltermin erwartet sowohl der Vertreter der Antlage wie alfoholvergiftung burch eigenes Berfchulden vor. auch ber Angeklagte eine Klärung des Geheimniffes, bas über dem Leichenfund lieat Das gesamte Gericht, die Geschmorenen, Zeugen Einen guten Fang machte in der Hermannstraße in Neuföln und sonstigen Prozeßbeteiligten werden schon am Montag sich ins eine Streife der Schuppolizei. Schupobeamte bielten dort einen Erzgebirge begeben. Mann an, auf dessen Wagen ein Ballon Del, Gummiiclaude, Babrrabmäntel, Rnpferdrähte und ein Ireibriemen im Gesamtwerte von 5 Millionen Mart sich befanden. Wie sich herausstellte, handelte es sich um Diebesgut, das aus Einbrfichen stammit, die in der Nacht zuvor in einer Gummimarenfabrik und in einer Motorenfabrit ausgeführt worden waren. Der Täter wurde festgestellt als der 52 Jahre alte Tischler BolesDie am Sonntag bei der Revolutionsgedenffeier als Ordner Taus se u low sti aus der Kleinen Andreasstr. 18. tätigen Genossen treffen sich pünktlich 12% Uhr nicht am Friedhof der In ber Treptow- Sternwarte finden folgende Beranstaltungen ftatt: Märsgefallenen, sondern am Landsberger Tor. Rote Armbinde Sonntag, 18. März, 4 Uhr: Shadletons Südpolerpedition"( Film). Sonn- dient als Ausweis. tag, 18. März, 6 Uhr: Bunder des Schneeschuhs( Film). Sonntag, Die Genoffinnen und Genossen bitten wir, sich so früh an den 18. März, 8 Uhr: ampf mit dem Berge"( Film). Dienstag, 20. mars, Treffpunkten der Abteilungen einzufinden, daß fie um 2 Uhr am 7 Uhr: Beltanschauung und Himmelstunde"( Bortrag mit Lichtbildern von Dir. Dr. Archenbolb). Mittwoch, 21. März, 8 Uhr: Streifzüge durch Friedhof im Friedrichshain angelangt sein können. Fahnen uni Städte und Fluren Europas( Film). Sonnabend, 24. März, 8 Uhr: Banner find mitzubringen. Wit Dzeandampfer von Bremen nach New York( Film). Betriebsvertrauensleute! Entfaltet für den Besuch der DeFranz Sersfeld, Roriörer Str. 1, feiert heute im Streife feiner monftration regste Propaganda. Es barf am Sonntag feiner fehlen! zahlreichen Familie das Fest der filbernen Hochzeit. Seine Kollegen im NEB.- Konzern und darüber hinaus so mancher Freund aus dem großen 3. Streis der Berlmer Metallarbeiter geben beute Franz Herzfeld und seiner fchon um 6 hr statt. treuen Kameradin die berzlichsten Wünsche mit auf den ferneren Lebensweg. 2. Der Defterreichisch- Deutsche Voltsbund( Borsigender Reichstags: 7. präsident Geroffe obe) bält seine biesjährige Mitgliederversamm ung hente Sonnabend. den 17. März, abends 6 Ubr, im Herrenhaus, Leipziger Strane. ab. Anis ließend baran finbet eine öffentliche Berlammlung statt, in ber Universitätspi ojeffor Dr. Dera, ber Velter ber Berliner Boltsschulen, über Defterreichische und brutsche Bildungsgemeinschaft" sprechen wird. Der Zutritt zur öffentlichen Bersammlung ist frei. Better bis Sonntag mittag. Troden und vielfach beiter, aber veränderlich, in den Tagesstunden ziemlich fühl, nachts stellenweise leichter Frost bei mäßigen östlichen bis nordöstlichen Binden. 11. Groß- Berliner Parteinachrichten. Zum 18. März! Rreis Webbing. Die heutige Fraktionssihung findet nicht um 7, fondern reis Tiergarten. Treffpunkt für bie Revolutionsgebenkfeier einer TierSteis Charlottenburg. Opern und andere Rarten sind in Empfang zu garten. Abmerfo mittags 11% Uhr. nehmen beim Gen. Bilt, Stordhaufener Str. 10. Rreis Eineberg- Friedenau. Sonntag, ben 18. März, nachmittags 8 Uhr, Arangnieberlegung em Grabe ber Opfer bes Rapp- But des. Abmarsch in gefchloffenem Buge, pünktlich 2 Uhr, vom neuen Rathause, Schöneberg. Die Abteilungsleiter werden verpflichtet, alle titglieder einguladen. Fahnen und Banner mitbringen. gegen Adler If 9,20 Uhr; Germanie- Wader II 10,30 Uhr. Sem Frisch- Frei- Blah, Niederschöneweide, Berliner Straße( vor der Gasanstalt), Schlusspiel um die Bezirksmeisterschaft. Nachdem am lesten Sonntag Stralau gegen Boltersdorf mit 3: 1 und Brandenburg gegen Frisch- Feci mit 3: 0 als Sieger hervorgeangen sind, treffen fich fest Lichtenberger Brandenburg- SportBerein Stralau im Entscheidungsspiel. R. 5. 6. Rüftig- Vorwärts 18 Rentin. Sigung nicht Freitag, fondern Sonnabend, den 17. März, 8% Uhr, im Bereinsiolal von Otto Rorn, Neukölln, Serzbergfir. 22. Für den 18. Mär auf Geaners und für den 25. März auf unferem Plaz spielstarte Gegner für zwei Männermannschaften gesucht. Bu fchriften an W. Bier, Reukölln, Johann- Huß- Straße 5 oder telephonisch Neutöln 1636 bei Rorn. Hoden. Gonntag, ben 18. Mär 10%-12 Uhr, Serienspiel Bilmersdorf IIA. G. C. II in Wilmersdorf, Württembergische, Cafe Zähringer Stenge. Char lottenburg fells die Schiedsrichter. Montag, den 19. März, Schiedsrichterkursus bei Berner, Senefelderstt. 32, 7% Uhr. Sede Mannschaft mag 2 Genoffen zue Verfügung stellen. Schanturnen der Freien Earnerschaft Rentölln- Brig. Am Tommemben Sonntag, ben 18. März, nachmittags 3 üht, hält die Frete Turnerschaft Neu föln- Bris mit ihren fämtlichen Männer, Frauen und Jugendabteilungen ein Gajauturnen in der Zentral- Turnhalle, Berlin, Prinzenstraße, ab. Das Programm steht vor: Aufmarsch und Waffenfreiübungen nach Musit der Männerund Jugendabteilunigen; Freiübungen der Frauen( Jungmädchen); erstmalig ein Bereinsturnen am Barren; Ringturnen; allgemeine Spiele; Stafetter und Maffenpyramiden. Besonderes Interesse dürfte die Sonderklaffe der Mäd chen( Rhythmische Freiübungen) und Knaben( Stabübungen) erweden. 8ur Dedung ber Unkosten werden gegen Verabfolgung des Programms 100 m. erhoben. Einlaß sur Salle 18 Uhr. Turn und Sportverein Fichte" Berlin. Kreistagsbelegierte Gonnabend, den 17. März, nachmittags 4 Uhr, Delegiertenbesprechung in der Fichte- Diele, Treptow. M. G. B. B. C. Moabit 21". Am heutigen Sonnabend, 8 Uhr, im Ber einstotal von R. Großer, Turmftr. 3, Generalverfamlung. Borstandsmitglieber eine Stunde früher Besprechung. Geschäftliche Mitteilungen. Das Abzahlungsgefechäft Beiser, Lothringer Str. 67, fündigt im AnzeigenAuswahl und guten Qualitäten en. teil dieser Rummer den Verkauf von Herren- und Damengarderobe in größter Briefkasten der Redaktion. Sport 100. Wenden Sie sich an Herrn Paul Giügelmaier, Berftn- Stralau, Friedrich Junge- Str. T. 18. Kreis.( Rempelhof, Marienberf, Martenfelbe, gibtentabe.) Sonntag, C. 8. 5. 2. Graft Saedel parb in der Stadt vom 8. 8. Wugust 1919. 18. März, abends 7 Uhr, Felez bez 75. Bieberkehr bes 15. mars m in Sena im 80. Sebensjahre. Cine voltsiumliche Lebensbefdireibung und Be Reffaal bes Gymnasiums Moriendorf, Raiserstr. 21. Feltrebe: Geneffe bigung feines Gaffens hat Wilhelm Bölfche im Verlage von Georg Bondi in Dr. Rudolf Breitscheid. Mufit, Gefang, Resitation. Cintritt 250 02., Berlin herausgegeben... 100. 1. Zuständiges Teligeirevier mit Auswets. an der Abendkasse 300 M. Genoffen der Arbeiter- Jugend und Rinder papieren: 2. Sinanzamt; 3. Bolizeipräsidium; 4. Amerikanisches Konsulat, 150 M., an der Abendkasse 200 2. Boßftr. 12. Hergarbeiterfragen. Der Preußische Landtag nahm am Freitag zunächst die noch ausstehenden Abstimmungen über Anträge und Entschließungen zum chaushalt der chandels- und Gewerbeverwaltung vor. Ange- nommsn wird nach«inigen Abänderungen der bekannte E n t- schließungsantrag unserer Genossen zum Ruhr. e i n f a l l, und zwar mit allen Stimmen gegen die der Kommu- nisten. Der kommunistische Antrag wegen Durchführung des Sechs- ubrladenichlusies wird gegen die Stimmen der Linken abgelehnt. Eine Reihe von Entschlicßungscmträgen wird an Ausschüsse über- wiesen. Darauf setzt das Haus die Beratung des Haushalts der Bergverwaltung fort. Zunächst spricht Genosse Minister Siermg: Für den Handels- und Gewerbehaushalt ist die Ruhr- besetzung bei der überragenden Volkswirtschaft- l i ch e n Bedeutung für das Deutsche Reich von der emschnei» dsndsten Bedeutung. Der Abwehrkampf hat die Aufrechterhaltunfl der deutschen Wirlschafi zum Zweck. Die Stimmung im Ruhrrevier ist höchste Erbitterung. Trotz aller Aufpeitichungsn bewahrt die Bevölkerung eine b e w u n- dernswerte Ruhe; wir müssen aber auch alles für ihre Unter- stützung tun und dürfen dabei nicht zögern, alles einzusetzen, um sie zinn� Ausharren zu ermutigen. Eine Verordnung der Franzosen schreibt die Einlieferung der Statuten der Arbeiter- organisationen und Vereine sowie eventuell die Ueber- gäbe der Mitgliederlisten vor.(Hört, hörtl) Die Aufrecht- erhaltung der Bersammlungsfrctheit wird gefährdet. Aber auch diese Berordnung wird ihren Zweck verfehlen: sie wird den gleichen Mißerfolg wie ihre Dorgängeriimen ernten. Luxemburg, Belgien und Frankreich haben, da- ist der bisherige Haupterfolg der Aktion, einen Hochofen nach dem andern wegen Mangel an Kohle ausblasen wüsten. Das Reich und Preußen haben von Anfang an alles getan, um der Bevölkerung zu helfen, Ihr vor allem die Schäden, die sie erleiden muß, zu ersetzen. Daneben bedarf es einer großzügigen Operation zur Leistung von Kredikhilfe; auch die Großindustrie muß mit Kredit versorgt werden.(Hört, hört! bei den Kommunisten.) 2m Ruhrrevier sind auch die k o m m u n i- st i s ch e n Betriebsräte mit mir einer Meinung. Die Franzosen haben jetzt begonnen, die staatlichen Zechen zu besetzen. Wahrscheinlich wird der Versuch bei den anderen Staatszchen fort- gefetzt werden. Da an Ausfuhr aus dem Ruhrgebiet ins unbesetzte Gebiet nicht zu denken ist und Arbeitslosigkeit droht, muß sur Arbeit gesorgtwcrden. In den letzten Tagen war viel von Preisabbau die Rede: dieser muß in viel intensiverem Maß« einsetzxn, ehe an eine Stabilisierung oder gar Reduk- tion der Löhne gedacht werden kann. Der Reallohn ist viel weiter als auf 80 Proz. des Friedens stand«? gesunken. Der Minister gibt dann Auskunft über den gegenwärtigen Stand der Kohlcnversorgung Deutschlands. Bon den meisten Steinkohlenzechen im unbeketzten Gebiet werden Ueberschichren verfahren. Die englische Kohle, die wir einführen müsien, hat eine starke Preissteigerung erfahren, da die Engländer die Kon- junttur ausnutzen. W'r hoffen, über die derzeitig« Kalamität hin- wegzukommen.— Die Vorarbeiten zur Umstellung der Berg- Werksverwaltung find eifrig gefördert worden, die bezügliche Vorlage geht demnächst an den Staatsrat und dürfte zu Anfang Mai den Landtag bechäftigen. Die Wasserkräfte müssen, soweit irgend möglich, als Ersatz für di« Kohl« herangezogen werden, In Oberschlcsien wird alles aufgeboten werden, um die strittigen Kohlenschächte für Deutschland zu erhalten. Die Er- fahrungen der letzten dortigen Katastrophen haben bereits zu scharfen Maßnahmen der Verwaltung geführt, deren stri.kteste Durchführung veranlaßt werden w rd. Im Oberbergamtsbezirk Breslau sind Per- sonalveränderunqen zum gleichen Zweck erfolat. Dem ausgeschiedenen Oderberghanptrnann A l t h a u» sage ich für seine Amtsführung wärmsten Dank. Nach dem Minister spricht Abg. Osterrokh(Soz.): in wirkungsvoller Weise, und seine Darlegungen werden von dem Haus mit wachsendem Intereste verfolgt. Die organisierte Arbeiterschaft mn Rhein, an der Ruhr und an der Saar bildet den uncrschükkeriichen Wall gegen den französischen Imperialismus. Die ganze Welt oerfolgt mit gespanntester Aufmerksamkeit des Schauspiel, in dem di« Arbeiter sich als neue Großmacht der Welt darstellen. Sck)on heute darf man den Aussall an Kohle aus sechs Millionen Tonnen beziffern— ein« gewaltige Sache auch für die französische Wirtschaft. Kehrt Frankreich nicht auf dem Wege des Verderbens um, dann wird es noch viel unerfreulichere Ersahrun- gen machen müssen. Anfangs probierte Poincare es mit dem Zuckerbrot. Danach kam die Peitsche, ja Schlimmeres als die Peitsche. Schon mancher Bergmann hat ins Gras beißen müssen. Aber auch die Peissche wird an der Ruhr ihr« Wirkung verfehlen, wie das an der Saar bereits der Fall war. Die Ruhr- bergieut« sind keine Madagaskar-Reger. Schnell ist man auf der Seite der französischen Imperialisten wieder von dem Versuch los- gekommen, die Organisationen der Arbeiter zu sprengen. In der Abwehr des Versuchs der Bespitzelung der Arbeiterorganisationen bestand eine.„ geschlossene Einheitsfront aller Arbsiler bis zum ganz linksstehenden Kommunisten. Der uns vorliegende Etat ist in seinen Ziffern uberholt und veraltet. Eine katastrophale Entwicklung, die durch die unselige Ruhrbesetzunz noch verschärft wurde und uns an den Rand des Abgrunds brachte Wäre der Taumel der Geldentwertung noch vier Wochen weitergegangen, dann hätte uns der Abgrund oer- schlungen. Die Leid trogenden find die Löhne, nicht die Preis«. Wir schließen uns ganz den Ausführungen des Kollegen Harsch von den christltchen Arbeikern und denen des Mi» n isters an: Erst Preisabbau, dann Lohnabbau. Dei den Lohnverhonidlungen der letzten Zeit hat man immer wieder von festen der Unternehmer hören müssen, daß die Lage der Industrie bedenklich sei, daß von nennenswerten Gewinnen bei der Kohle kein« Rede sein könne. Der vorliegende Betriebsbericht zwingt aber direkt zu einem Vergleich zwischen Lohnpolitik und Preispolitik. Vom Mai 1g2l) bis April 1321 keine Kohlenpreiseryöhung. Die Materialkoften nur um SS M. pro Tonne höher. Bei einem Preis von 198,40 M. pro Tonne also 18 Proz. Steigerung. Am 1. April 1321 steigt der Preis auf 227,40 M. pro Tonne, am 1. September 1321 steht er auf 253,30 M., am 1. Dezember 1921 auf 405,10 M. Es folgen dann noch Erhöhungen am 1. Februar 1322 um 83 M. und am 1. März 1322 um 13.3,00 M. Wir haben' also eine richtige Auswirkung der Kvhlenpreiserhöhm,- gen erst in den letzten vier Monaten des Berriebejahree. Und was ist nun dos Resultat der Betriebswirtschaft? Es ist ein R e> n- gewinn von«721 M pro Belegschaftsmitglied, das sind 30 Proz. der Lohnsumme zu verzeichnen. Wenn dieser Staatsbetrieb wirklich so r ü ck st L n d i g ist, wie vielfach behauptet wird, was muß dann erst der private Steinkohlenbergbau verdient haben? Bei den Kaliwerken im Jahre 1320 608 000 M. Uebcrschuß, 1321 57,4 Millionen Mark— bei 24 Proz. Förder- rückgang. Iahreslohn der Kutibergleute 1321: 15 823 M., Gesamt- Überschuß pro Belegschaftsmitglied 20 865 M. Der Dalutagewinn der Kaliinoustri« beziffert sich auf gar annähernd 6 Milliarden Mark. Ebenso steht Eisenbergbau. Wir haben es mit typischen Resultaten zu tun. Der L o h n a n t« i l und seine K a u f k r a s i sanken immer tiefer, während sich die Preispolitck als richtige Prositjägerei ent- puppt. Der Lohnanteil am Tonnenerlös sank auf 18 Proz. bei der Steinkohle. Und bei der Kohle sind noch nicht einmal die größten Gewinne gemacht worden. Diel größer als hier sind die Gewinne der Forstbesitzer und Elsenindustriellen: denn dies« Herren erfreuten sich der völlig freien Wirtschaft. Des- halb schließen wir uns der Auffassung der christlichen Arbeiter an: Erst Preisabbau; Auch der Ausfall der oberfchlesischen Kohle brachte eine Ein- engung der Kohlenbasis. Dazu kamen die Repara- tionslieferungen. Deutschland wurde au« einem Kohlen. ausfuhrland ein K o h l e n e i n f u h r l a n d. Daher der Zwang zu U e b e r s ch i ch t e n. Wir hatten«inen schweren Stand gegen die kommunistische Demagogie im Kampf um die Not. übcrschichten. Allein die kommunistischen Arbeiter sind uns ja selbst vielfach zu Hilfe gekommen. Sie sind zum Glück ein bißchen intelligenter als viele ihrer Führer. Wir danken den kommu- nistischen Vertrauensleuten, die init uns für eine vertragliche Regelung eingetreten sind. Die Umstellung der Staatsbergwerke ist schon deshalb dringend notwendig, weil wir sie wie ich oben gezeigt habe, als Kontrollapparat für die Preispolitik der Privatindustrie brauchen. Auch wir wollen, daß alle über- flüssigen Reibungsslächen im Klassenkampf verschwinden, da- mit sich der Kampf der Lösung der eigentlichen Probleme zuwenden kann. Was hat es für«inen Zweck, wenn sinnlose Torheiten von Selbstschutzverbän- den die Arbeiter in den Streit treiben, wie das jetzt aus Ober- schlesten gemeldet wird? Weder Polen noch die Tschechoslowakei haben uns Anlaß zu solchen Demonstrationen gegeben. Es sind gestern die Grubenunglücke in Obersckzlesien hier im Hause besprochen worden. Wir wollen jedoch das Ausscheiden des alten Oberberghauptmannes nicht mit kränkendem Schweigen übergehen. Der alte Oberberghauptmcmn war ein Mann des alten Systems, aber er war ein offener und ehrlicher Arbeiter, der seine Pflicht getan hat und mit ruhigem Gewissen aus dem Amt« scheidet. Die«lfscnschafkllche Rüstung des Bergbaues muß selbstverständlich viel stärker gepflegt werden. Für die Ausbildung der Bergleute tun wir lange nicht genug. Uns fehlen heute nicht so sehr die Schächte, uns fehlen vor allem T a u s e n d e o o n H a u e r n. Die großen Zahlen der Belegschaften machen es nicht. Die Ausbildung ist dos wichtigste. Deshalb fordern wir die obligatorische Fortbildunasschulpflicht für olle Bergrevieret Wir hoffen, daß wir mit dieser unserer For- oerung auch außerhalb unserer Reihen auf Verständnis stoßen. Eine gut durchgebildete B erg a r b e i t e r s ch a f t, die ihr Handwerk versteht und für di« neuen Probleme des Bergbaues Der- ständnis und Interesse besitzt, ist die Grundlage für unsere Kohlen« Wirtschaft. Rur ein gesunder Bergbau kann unsere Wirt- schuft stützen und retten.(Starker Beifall im Hause.) ?lbg. Dr. v. Woldhausen(Dnat.) verlangt zur Steigerung der Kohlenproduktion die Aufs chlteßung der ober- schlesischen Kohlenlager. Rur ein starker Auslandsabsatz der Kaliindustrie, betont der Redner, kann eine Verbilllgung des Kalis für unsere Landwirtschaft bringen. Zur Verteuerung trägt die unerhört hohe Fracht bei. Di« Frochterhöhung kostet der deutschen Wirtschaft allein 7 Billionen Mark.(Lebhaftes Hört! hört!) Eigenes Fuhrwerk ist heute billiger als di« staatliche Eisen- bahn. Schließlich fordert der deutschnationale Redner den Ab- bau der Kohlen st euer. Der Redner der Deutschen Volkspartei, Abg. Seidel, verlangt, daß man mit der Umgestaltung der westfälischen Staatsgruben noch warten sollte; denn die Beschlagnahm« von Westerholt sei eine War- nung. Die 5000 im Bau begriffenen Bergmannswohnun- gen im Ruhrgebiet mühten schleunigst fertiggestellt werden. Di« Benzollokomotiven, deren Beseitigung bei der Besprechung der Grubenunglücksfälle gefordert worden sei, könne man leider im Augenblick im Bergbau noch nicht ganz entbehren. Abg. hortmann(Dem.) spricht über den Anschlag des fron- zösifchen Militarismus auf den Achtstundentag und auf dos Dereinsrecht der Ruhrarbeiterschaft. Gehe der Militarismus mit Gewalt �zegen die Bergarbeiter vor, so werde das nur die Abwehr- front starken. Die Betriebsräte, die jetzt erweitert« Befug- niffe erhalten hätten, würden je länger desto mehr ihrer Ausgabe gewachsen sein und sich ihrer großen Verantwortung bewußt werden. Nach dem Redner der Demokraten vertagt sich das Haus auf Sonnabend 11 Uhr: Weiterberatung.— Volkswohl- fahrt.— Schluß gegen 6 Uhr. Kohlensteuer. I» der R e i ch s t a g s s i tz u n g am Freitag wurden die Ge- setzentwürse über die Gebühren für Arbeitsbücher und die Verlängerung der Z u ck« r u n g s f r i st- der Weine des Jahrgangs 1022 debattelos erledigt.— In zweiter Beratung wurde nach kurzer Debatte der Initiatioantrag aller Parteien— mit Aus- nahm« der Kommunisten—- angenommen, wonach die Unter- stützunaen der Rentenempfänger au» der Invaliden- und Angestelltenoersicherung vom 1. März 132.3 ab vervierfacht, in den besetzten Gebieten aber verfünffacht werden. Der An- trag der Kommunisten, ein« sechs- bzw. achtfach« Erhöhung vor- zunehmen, wurde abgelehnt.— Es folgt dann die zweite Lesung der kohlensleuervorlage. Die K o h l e n st e u e r, die im Betrage von 40 Proz. erhoben wird, soll bis zum 31. März 1324 verlängert werden. Die Ermäch- tigung des Finanzministers, die Kohlensteuer zu ermäßigen oder zu erhöhen, soll nach den Beschlüssen de» Aueschusses auch an die Zu» stimmung eines Reichstagsausschusses gebunden sein/ Abg. Leopold(Dnat.) berichtet für den Ausschuß, der in einer Entschließung von der Regierung verlangt, eine Nachprüfung der Steuersätze vorzunehmen, ferner den gemeinnützigen karitativen und kirchlichen Anstalten, sowie den minderbemittelten Dolkskreisen den Bezug von Hauebrandkohle zu verbilligen. Ferner beantragt der Ausschuß die sofortige Einziehung dtr noch ausstehenden Kohlen st euer. Reichsfinanzminister Dr. Herme» erftärt im Namen der Reichs» regierung, daß sie sich wirtschaftlichen Notwendigkeiten nicht ver- schließen wird und bereit ist, einen Beschluß des Rcichskohlenrat« auf Ermäßigung der Steuersätze als Grundlage für ihre Entschließung zu nehmen. Die Regierung sei sogar bereit, von sich aus die Initiative zur Ermäßigung der Äohlensteuer zu ergreifen unter der Voraussetzung, daß auch der Bergbau bereit sein wird, in gleicher Weise an der Senkung des Kohlenpreises mitzuwirken. Abg. Glrbig(Soz.): Es wird immer wieder behauptet, die hohen Löhne der Bergarbeiter veranlassen in der Hauptsache die hohen Kohlenpreise. Richtig ist, daß der Lohn der Bergarbeiter gestiegen ist und steigen mußte, aber er ist prozentual in immer geringerem Maße an der Preissteigerung beteiligt. Die Profitsucht der Grubenbesitzer trägt die Hauptschuld an den hohen Kohlenvreisen. Leider tonnen sich die?« Herren wieder auf den hohen Preis des Grubenholzes berufen, gegen den die Regie- rimg nichts getan hat. Aus außenpolitischen Gründen sind wir gegen die Herabsetzung der Kohlen st euer, für ihre Verlängerung bis zum April 1924 und gegen jeden Antrag auf ihre Aufhebung.— Nach einer Rede des Abg. Svenen(Komm.), der erklärt, seine Partei werde mit den Reden der Sozialdemokraten und den Artikeln des Abg. Gothein die Kohlensteuer bekämpfen, wird die Abstimmung über Z 1 vorgenommen, die namentlich ist. Unter lebhaften Pfui- rufen der Kommunisten wird der% 1 mit 295 gegen 8 Stimmen angenommen. Zu§ 3 wird auf Antrag der bürgerlichen Parteien beschlossen, daß der Finanzminister ermächtigt ist, H a l d« n s u ch° kohle freizulassen. Ein kommunistischer Antrag zu 8 4 aus so- fortige Fälligkeit der Kohlensteuer bei der Lieferung wird abgelehnt- und der§ 4 unverändert angenommen.— Bei der Beratung über Z 10, der 40 Proz. des Wertes als Steuer festsetzt, zieht Abg. Jan» s ch e k(Soz.) auf Grund der Erklärung des Reichsfinanzministers den Antrag seiner Partei auf Ermäßigung der Steuer zurück.§ 10 wird unter Ablehnung des kommunistischen Ermäßigungsantrages unverändert angenommen. Bei ß 11 wird die Bestimmung, daß der Minister bei Abänderung der Steuer die Z u st i m m u n g eines Reichstagsausschusse» einzuholen hat, g e- strichen. Der Minister braucht also nur den K o h l e n r a t zu hören und bedarf dann noch der Zustimmung des Reichs- r a t s. Ein Antrag der Kommunisten, im Z 22 für Hinterziehungen der Kohlensteuer Gefängnisstrofen festzusetzen, wird abgelehnt. Der Rest der Vorlag« findet unveränderte Annahme, worauf der Gesetz- Entwurf auch in dritter Lesung ohne Debatte mit den Ent- schließungen des Ausschusses angenommen wird. Nächste Sitzung: Dienstag 2 Uhr. Vorlaae betr. H a n- del mit Metallen und Edelsteinen, Po st etat.— Schluß 6% Uhr.___ Wirtsthcrst Verkehrstarife uvd Prioakbahnen. Folgend« Mitteilung, die zugleich eine Rechtfertigung der T a r i f p o l i t i k der Reichsbahn ist, geht uns vom„Verein Deutscher Straßenbahnen, Kleinbahnen und Privateisenbahnen E. B." mit der Bitte um Deröffent- lichung zu: Seit dem Fallen des Dollars werden an seiner Stell« die Eisen- b a h n t a r i f« für hohe Preise verantwortlich gemacht. Die Auf- klärung des wahren Sachverhalts, der sich weit von derartigen Be- hauptungen und Vorwänlen entfernt, liegt daher im Interesse des Preisabbaues und damit der Volkswirtschaft. Zu diesem Zweck« mögen die F r a ch t a n t e i l« für ein« Reihe wichtiger Güter und für die durchschnittliche Trcmsportweite von 170 Kilometern in Pro- zsnt des Warenpreises noch der letzten Tariferhöhung um voll« 100 Proz. hier folgen. Di« entsprechenden Frachtanteile in der Zeit vor dem Kriege sind in Klammern beigefügt. Der Frachtanteil in Prozent des Preises beträgt vom IS. Februar 1323 ab für Kartoffeln.... 2,0( 8,1) Milch...... 7.4(10,8) Briketts..... 3.3(35,5) Steinkohle.... 12, 5(32,6» Stabeisen.... 37< 7,7) Ein Blick auf diese Zahlen zeigt, daß der Frachtanteil am Warenpreis zurzeit viel geringer ist als in der Zeit vor dem Kriege, und daß er Überhaupt auch noch der letzten starken Tariferhöhung sehr gering ist. Angesichts dieser Tatsachen können daher die Eisenbakpifrachten unmöglich für die Höhe der Preise ver- antwortlich gemacht werden. Obwohl schon nach diesen Zahlen nicht ter Verdacht aufkommen kann, daß die Eisenbahntarife im Gegensatz zu vielen anderen Preisen übersetzt seien, soll doch außerdem noch gezeigt werden, wie hoch die Eisenbahntarife durchschnittlich nach Maßgabe der Preise für Eisen- bahnbau- und Betriebsstoffe, insbesondere von Kohlen und Eisen und nach den Lohn- und Gehaltssätzen des Eisenbahnper- sonal» sein müßten. Di» Preise sind gestiegen für: SteinkohlenbrikettS.. aus da» 17 514 fache ihre« Friedenstandes Stiickkoble»....... 12 086, Mittelblech«.....„, 12364*,, Stabeisen......, 11 165,, Scknenen......., 9 320,,, Kupfer........ 5610.,_ Oele......... 7116„,„ Löhne und Gehälter... 2 650., Hieraus ergibt sich, daß ein Betriebsausgabeninder vom 6060» fachen des Frieden« stände». Demgegenüber sind die Durchschnittseinnahmen für die gleiche Beförderungsleistung im Güterverkehr(1 Tonnenkilometer) auf nmd da» 4 0 00fa ch e, im Personenverkehr sogar nur auf tas Mllsache ihres Frledensstandcs gestiegen. Im Güterverkehr sind von dieser Erhöhung 7 Proz., im Personenverkehr 10 bis 16, im Durchschnitt rund 12 Proz. für Per- kehrs steuern abzuziehen, die in die allgemeine Reichskasse 5 ließen Die wirklichen Erhöbungen betragen hiernach rund das i700fache im Güter, und rund oas 700sache im Personenverkehr. Der erhebliche Unterschied zwischen Ausgabenindex und Durch- schnittseinnahmen wird ausgeglichen durch Verzicht auf die Ver» zinsuna des Anlagetapstal», durch Zuschüsse zu den Betriebskosten, durch sparsame Verwaltung, durch besser» Ausnutzung des Verkehrs- apparates und leider auch zu einem großen Teil durch Zehren vom Bestand« der Unternehmen, weil die Unter- Haltung und Erneuerung von Bahnanlagen unk Betriebsmitteln noch lange nichtous der Höhe der Vorkriegszeit angelangt ist. Im ganzen zeigen iedenfalls auch diese Zahlen, daß die Tarife keineswegs zu hohe sind, daß sie im Gegenteil zu Bedenken hinsichtlich der Aufrechtrrhaltung der vollen Leistungsfähigkeit der Bahnen Anlaß geben. Auch von diesem Gesichtspunkt« au» kann also von einer Uebersetzung der Tarife keine Rede sein. In der Zusammenstellung der Betriebskosten ist dt« Angabe Löhne und Gehälter mit 2650 M. Vorkriegsstand zu hoch gegriffen. Nach den amtlichen Zusammenstellungen, bi, in„Wirt- schasi und Statistik" veröffentlicht sind, gab es unter den Reichs- beamten keine Gruppe, die im Februar mehr als tas 1500fache Bortriegsgehalt hatte, und für Reichsbetriebsarbecker ist in einer einzigen Gruppe eine etwas größere Steigerung des Monatslohn» zu verzeichnen. Demnach ist die Lohnziffer In der obigen Zusammen- stellung zu hoch eingesetzt. Auf die Gesamtrechnung ist dieser Fehler ohne Einfluß, da der Lohnanteil an den Betriebskosten seit den Verti-etunZ unä l-aser für(ZroL-kel-lin: M. Schlewinsky, Berlin«Wilmersdorf» Babelsberger Str. 48. Alleinverkauf für Botels, Kaffees usw. für Groö-Berlin:?««< V�.V, ÄkhI't?, Telephon: Amt Pfalzburg 9342, 9943 P. C. Souchay, Berlin NO. IS. Fernsprecher! Amt Alextnder 4äl)(S, Am» Könltftsdt JIM. "~"•.109- Fernsprecher: Amt Norden 6004 u> M9I. Preissteigerungen der letzten Jahre hinter ten Materialfoften surüdgetreten ist. Eine Herabsehung der Tarife würde also lediglich das Defizit der Reichsbahn vergrößern, ohne die Warenpreise zu fenten. Die Beleihbarkeit der Devisenanleihen. Die Dollarschahanweisungen des Reiches werden durch die Darlehnstaffen beliehen, und zwar bis zur Höhe von 60 Proz. des Kurswertes, wenn sich der Darlehnsnehmer einer Kündigungsfrist von 1 Monat für die Theater Lichtfpiele nfw. 6pernhaus 11 Uhr: Rigoletto Schauspielhaus 7 Uhr: Wilhelm Tell Theater i. d. Königgrätz. Str. 8 Uhr: Aus dem Leben d. Insekten Rüdzahlung des Darlehns und die Rüdnahme der verpfändeten| 607 Millionen mehr als im Jahre 1921. Der Ausfuhr übers Stüde unterwirft, bis zur Höhe von 40 Proz. des Kursmertes bei schuß belief fich auf 715 Millionen Dollar gegenüber 1970 MilBei der Berechnung des be- lionen Dollar im Jahre 1921. Die amerikanische Handelsbilanz täglich rückzahlbaren Darlehen. hat sich somit im vergangenen Jahre verschlechtert. leihungsfähigen Kurswertes darf der Dollar höchstens mit 20 000 m. bewertet werden. Als Sicherheit für 3ollkredite werden Dollarschazanweisungen zu dem zur Zeit der Sicherheitsleistung maßgebenden Kurswert, höchstens jedoch zum Nennwert angenommen. Der Außenhandel der Vereinigten Staaten. Im Jahre 1922 betrug die amerikanische Einfuhr 3117 Millionen Dollar, d. h. Ein neuer Beweis 9 für die Vorzüge des Süßstoffs ist das Ergebnis der Versuche in der staatl. Anstalt für Lebensmittelchemie in München. Der Leiter Geh. Reg. Rat. Prof. Dr. Th. Paul erklärt: Süßstoff tann Zuder vorteilhaft überall da ersetzen, wo er als Süßgewürz in Frage fommt. Er muß aber fachgemäß und sparsam d. h. nach Geschmad verwendet werden. Süßstoff ist gut, billig und bekömmlich. Erhältlich in Kolonialwaren-, Drogenhandlungen und Apotheken. In Nr. 264 der Freiheit" habe ich URANIA veröffentlicht, beffentwegen Antlage wegen Geweihte Stätten u. 8 Uhr: MUSIK Beleidigung in den Aften 138. D. 119. 23. redende Steine aus Maria Orska des Amtsgerichts Berlin- Mitte gegen mich der Vergangenheit. erhoben ist. Ich erkläre hiermit, daß mir Berliner Th.iebe Beleidigung des Juftizoberfekretärs Komödienhans einen Artikel Justizoberfekretär Lehmann" Theater 8 Uhr: 7.30: Madame POMPADOUR Wörner, Roberts, Bötel Deutsch Opernhaus Dom Amtsgericht Berlin- Mitte durch den gedachten Artikel ferngelegen hat. Ich nehme, soweit in diesem Artikel beleidigende Aeußerungen enthalten sind, dieselben hiermit aurid. Die Kosten des Gerichtsverfahrens habe Uhr D. Fledermaus ich übernommen. Große Volksoper dmirals- Varieté A Bekanntmachung. Mahngebührentarif 730 März- Programmer Allgemeinen Dristrantenkaffe wie immer erstklassig Deutscher Baugewertsbund Baugewerkschaft Berlin Dofio Koffler, Berlin- Charlottenburg. Montag, den 19. März 1923, nachm. 5 Uhr, im Dresdener Kasino", Dresdener Straße 96: im Theat. d.Westens Volksbühne Circus 72 U.: Schmuck d. Madonna Stg. 2 U. kl. Pr.: Raubd. Sabineren. Mein Leopold Busch Bandelegierten- Bersammlung Intimes Theater 8U: 7 Einakter Lessing- Th. u. a.: Kleptomanie, Familienfest usw. 7% Uhr: Lustspielhaus Bürger Schippel 8 U.: Das Prinzchen Sonntag 7: Die Mütter Metropol- Theater Mont. 72: Bürger U.: New York- Berlin Schippel Stg. 3: Die Bajadere Neues Operett.- Th. Apollo- Theater 72: D. neue Gilbert Täglich 7: Operette Tgl.7% Stg. a. 3U Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt. Bei der äußerst wichtigen Bersammlung er Manegeschaustück Fremdenlegionärchen wir unsere Baudelegierten bzw. Betriebsräte, reft. Nur noch los zu erscheinen. Mitgliedsbuch und Betriebs. wenige rätefarte legitimiert. Ohnedem kein Zutritt. Aufführungen Der Borstand. Vorher gr, Circus- Programm Etablissemers Cafe Berband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Filiale Groß- Berlin für Berlin- Tempelhof. Die Mahngebühren(§ 51 der Gagung) betragen ausschließlich Borto: Bei einem Rechnungsbetrag bis 1000 m. 100 M., bei einem Rechnungsbetrag bis 2000 M 200 M., für jede weiteren 1000. 50 M. mehr. Diese Säge treten mit dem Tage der Genehmigung durch das Versicherungsamt der 10/19 Stadt Berlin in Kraft. Berlin- Tempelhof, den 15. Februar 1923. Der Vorstand Paul Köllmer, 1.Borf. Erich Timm, Schriftf. Genehmigt gemäß§ 28( 11) RVO. Berlin, den 6. März 1923 Bersicherungsamt der Stadt Berlin ( Hauptstelle). Dr. Meyer. Ortskrankenkasse für die Gewerbe der Tischler u. Pianofortearbeiter zu Berlin. Die vom Ausſchuß beſchloſſene zwölfte Abänderung der Sagung ist vom Oberver ficherungsamt genehmigt und am 12. März Auf Grund der Beschlüsse der Orts und erweiterten Ber- 1923 in Kraft getreten. Dieselbe Telka waltung am 15. März b. I ſollen im ersten Quartal 1923( bis Gewährt wird eine Beihilfe zu den KrantenKatja, die Tänzerin Die große Ausstatt.13. Boe) 3wei Egfrabeitragsmarten in Höhe der haustoften des nicht versicherten Ehegatten Friedrichst. 60 wochenbeiträge gezahlt werden. Als Extramarten werden eines Mitgliedes oder eines Kindes unter Mit Suchy, Sedlitz, Die Modekönigin Ecke Leipziger Str. bie üblichen Beitragsmarken verwandt, die in die für Ertra- 15 Jahren. Die Beihilfe wird für Ehemarten vorgesehenen Felder des Mitgliedsbuches getlebt werden. gatten auf ein Drittel, für das Kind auf Gross, Mamelo, Illing, Platen, Käbe Varieté- Kabarett Die Beitragssammler werden erfucht, diesen Beschluß den Mit ein Sechstel des in§ 16 feftgefeßten StrankenStg. 3: Die kleine Sünderin Vorverkauf ununterbrochen in Heit. Spiele u. gliedern zur Renntnis zu bringen und die Einziehung der geldes bemessen und auf die Dauer von m. Harald Paulsen, Margaretensaal Beiträge baldmöglichst vorzunehmen. Die Ortsverwaltung. Nordheim, Bedersachs, Paulsen, Tiedtke, Paul Heidemann a. G. Josefine Dora Neues Th. am Zoo 7 Jean Gilberts Operette Dorine u. der Zufall Neues Volkstheater 7% U. Kater Lampe Renaissance- Th. 7 Uhr: Die Juden Gastsp. Em. Reicher Schiller- Th. Charl. 8 Krieg im Frieden Thalia- Theater 7 Uhr: Ein Jahr ohne Liebe Th. a. Nollendorfpl. 7 Uhr: Königin der Straße Stg. 31: Yetter aus Dingsda Theaterin d.Kommandant.- Str 7% U.: Im Tal der weißen Lämmer Wallner- Theater Schwimmer Komische / Oper T Große Revue Europa spricht davon! üb.200 Mitwirk. Mister Jackson mit engl. Girls Else Balzer Bruno Kastner Arnold Riek Kutzner, Flink u.a Darsteller WINDEN Varieté8 Uhr: Der kühne Programm! Ranchen gestattet! 8 U. Residenz- Theater Profess.Bernhardi v. Artur Schnitzler Salfner, Schroth, Klein 8 U. Trianon- Theater Lissi, die Kokotte Pers.unter 18 Jahren haben keinenZutritt Kleines Theat, Heute 7 Uhr: Premiere Das stärkere Band Lustsp. v. F. Salten Deut. Künstler- Th. Allabendlich 72 U.. Der Fürst von Pappenheim Theater des Ostens ( Rose- Theater) 734 Uhr: Berliner Mädchenhändler. Walhalla- Th. 745 u. Leitg. d. Komp. Die Liebe geht um Dora, Lautner, Zernitz Central- Theater Tägl. 7 Uhr: Der Aktienbaron Theater u. Kottb, Tor Tigl. 7 and Sennt.nachm.30. EliteSänger U. a. Der Mann 36/3 13 Wochen gezahlt. 10/20 Fr. Meersbach. D. Guhl. Garderobe Billigere Preise! für M. 30 000 Anzahlung u. bequemste Zahlungsweise Herren- fer DamenAnzüge, Schlüpfer Kleider, Mäntel Sportjacken Rostüme, Röcke Paletots, Cutaways gestreifte Hosen Regenmäntel Burschenanzüge Ersatz für Maß in gr. Auswahl BEISER Lothringer Straße 67 Rieg. 400, Schnitzelpulver Seifen 1 Pfd. 250, Soda kg 400, Faßseife kg 1500. Büttner, Gr. Frankfurter Str. 130. Metallbetten mit den Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. 3 Frauen Möbel- Cohn Gr. 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