Kr.lZH ♦ 40.�ahcgang Musgabe A Nr. 65 Bezugspreis: Für den Monat März SSV» 9L voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danaig. Saar- und Memelgelnct sowie Oesterreich vnd Luxemburg 7SW) M.. für das übrige Ausland SSVO M. Postbezugs»«« reibleibend. Postdestellungen nehmen an Belgien. DSnemart, England, Eftland. Finnland. Frank- reich. Holland. Lettland. Luxemburg. Oesterreich, Schweden. Schweiz, Tscheäioslowaiei und Ungarn. Der„Vorwärts� mit der Sonntag«. b-ilage„Boll und Keil", der Unter- ballungsbeilags„Scimroclt" und der Beilage..Siedlung und Kleingarten� erscheint vochentäglich zweimal, Evnntag» und Montags einmal« reltgramm-Adressei «Sozialdemotrat Berlin' Sonntags ausgäbe Devlinev VolKsblskt ( 200 Mark) DuzeiitettpretS: Di« einspaltige Nonpareillezeile kostet l?M M. Neklamezeile Mvo M. „Kleine Anzeigen' das fettgedruckte Wort Z7S M.(zulässig zwei fett- gedruckt« Worte), jedes weitere Wart 20V M. Stellengesuche das erst« Wort 200 M.. jedes weitere Wort 150 M. Worte Uber 15 Buchstaben zähle» für zwei Wort«. Familien-Anzeigen für Abonnenten geile 300 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4Vi Uhr nachmittag« im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden- straKe». abgegeben werden. Eeiiffnet van 0 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. �entralorgan der Vereinigten Sozialdemokrat! fchcn Partei VeutleKlands ReSaktion unö Verlag: EW HS, Linöenstraße Z Kernkttri-rl,-»' Redaktion- Tönlissf S»?— S»S �crnlprcrner. z,, x l a g. Dönhoff SS0S-SS07 Deutsche Note an Amerika. W a s h i n g k o n. IS. Mörz.(Eca.) Das Staaisdeparte- meni bestätigt, daß der deutsche Äotschasker eine Note über- reicht hat, die die deutsche Auffassung über die R u h r f r a a e darlegt. Offiziell wird erklärt, daß diese Note keine Ar/fforderung zu einer Vermittlung enihalte und daß Deutschland die vereinigten Staaken um keine Antwort ersucht. Man fügt hinzu, daß die amerikanische Regierung keinerlei Schritte unternehmen und auf die Note nicht antworten wird. London,!?. März. lEP.) wie der„Daily Expreß" zu wissen glaubt, befinden sich gegenwärtig Zt nierhändler der beut- scheu Regierung in den verschiedenen europäischen Hauptstädten, um Propaganda für eine für Deutschland günstige Lösung der Reparolionssrage zu machen. Es schlage die Einberufung einer internationalen Sachver ständigen- konferenz vor, um die Zahlungsfähigkeit Deutschlands festzu- stellen. Einer der bekanntesten deutschen Großindustriellen habe außerdem in den letzten Tagen in den Londoner Finanz- und In- dustrlekreisen die Sache Deutschlands verteidigt. Keine Vermittlung, sondern direkte Vorschläge. Paris, 17. März.(WTV.) Der diplomatische Berichterstatter der Agence havas erfährt aus autorisierten Kreisen, die französische Regierung bleibe bei ihrer früher eingenommenen Haltung und werde unter den gegenwärtige» Umständen jedes vermttte- lungsangebot als unfreundliche Handlung betrachten. Sie sei auch entschlvsien, Sondieruugsversuche, die seitens mehr oder minder berufener Vermittler aus neutralen oder alliierten Ländern etwa bei ihr unternommen würden, nicht zu berücksichtigen. Sie werde nur unmittelbare amtliche Vorschläge, die von der deutschen Regierung kämen, in Erwägung ziehen. Französische„Vorbedingungen". Pari», 17. März.(Cca.) Di« Gerüchte über Versuche Deutsch- lands, Verhandlungen einzuleiten, häufen sich in der französischen Presse in ganz auffallendem Maße. So wird aus Washington über «inen angeblichen Schritt des deutschen Botschafters bei der amerikanischen Regierung berichtet, um Wiederaufnahm« der Verhandlungen mit Frankreich Zu ermöglichen, ohne dem Prestige der beiden Länder zu schaden. Dies« Meldung ist heute abend das Thema einer ganzen Reihe scheinbar Inspirierter Leit- ortitel der französischen Presse, die in sensationeller Weise«ine Art Programm der Vorbedingungen für evtl. VerHand- lungen entwickeln. Am besten zum Ausdruck kommt dieser Gedanke in einem Leitartikel des„Tetrxs". Dieser stellt vier Bedingungen auf, die erfüllt werden müßten, bevor Verhandlungen zustande- kommen könnten. Dann fährt der„Temps" fort: Wie können olsdann Verhandlungen eingeleitet werden? Dies wird sich einfach gestalten, wenn erst einmal der Tag gekommen sein wird, an dem die deutsche Regierung den ausrichtigen Wi l l e n hat, zu b e, a h l e n. Der„Temps" beschäftigt sich dann mit der Rolle der Reparationskommission. Bekanntlich sind bei den ftanzössschen Politikern hinsichtlich der Stellung der Reparationskommission bei evtl. Verhandlungen verschiedene Met- nungen vorhanden. D«„Temps" schließt sich der Ausfassung an, daß die Reparationskommission, die den alliirrtm Regierungen die freiwillige Nichterfüllung Deutschlands mitgeteilt hat, sich selber für den Augenblick aus dem Spiel gesetzt hat. Auf Grund dieser Mit- teilung der Reparationskommission sei die Reparationsfrage in die Hände der rcspettiven Regierungen gelegt worden. Lediglich Belgien und Frankreich hätten sich daraufhin entschlossen, vorzugehen. Italien Hobe zwar Ingenieure in das Ruhrgebiet entsandt, aber man kann nicht behaupten, daß es sich als Teilnehmer an den Sanktionen betrachtet und sich verpflichtet erachtet, sie aufrecht- zuerholten. England habe offen feine Neutralität erklärt, j wenn fetzt Deutschland Vorschläge zu machen habe, so könne es diese nur offiziell und direkt an die beiden Regierungen richten, deren Truppen das Ruhrgebiet besetzt halten. Den Regierungen und( nicht der Reparalicnstommission habe Deutschland seine Vorschläge vorzulegen. Wenn dann Frankreich und Belgien im Besitz dieser � Vorschläge find, dann werden sie den alliierten Mächten,! die Gläubiger Deutschlands find, davon Mitteilung machen, und zweifellos auch den Veteinigten Staaten. Sie werden. diesen Dorschlägen dann ihre Meinung und ihre Absichten hinzu- fügen. Wenn die deutschen Vorschläge für eine ernsthafte Diskussion geeignet sind, dann wird hierbei jede Regierung die Rolle spielen. die der Friedensvertrag vorsieht. Die Reparationskommission wird alsdann über diejenigen Fragen beraten, die unter ihre Kompetenz fallen. Was die weiteren Verhandlungen und die Aufhebung der Sanktionen betrifft, so kann dies« Frage nur durch direkte VerHand-, lungen zwischen den interessierten Regierungen gelöst wurden. Die Ruhrkoaferenz in Hamm. Der Reichspräsident, der ReichswirtschaftSminister Dr. Becker, Reichsarbeitsminister Dr. BraunS, der preußische Minister deS Innern S e v e r i n g und der preußische Handelsminister S t e r i n g begaben sich gestern abend nach Hamm zu Besprechungen mit Vertretern der Arbeiterschaft, der Unternehmer und der Behörden im Ruhrgebiet. Die Morütat von Huer. Französisches Eingeständnis— Stadt und Bevölkerung unschuldig. Buer, 17. März.(MTB.) Oberbürgermeister Zimmer- mann und Sparkassendirektor Pöppinghau«, die als Geiseln festgehalten wurden, sind gestern abend freigelassen worden. General Laignelot in Recklinghausen eröffnete ihnen, die Unter- suchung in der Angelegenheit der Ermordung der beiden franzö- fischen Offiziere hätte ergeben, daß die Stadt und die Bevölkerung kein verschulden treffe. Die Spuren führten nach der Schutz- Polizei. Die mutmaßlichen Täter seien gefaßt, es handle sich um den Kriminalpolizeibeamten Purchhoff und den Elektro« Monteur Wittershagen. Beide seien auf dem Weg zum Gefängnis in Recklinghausen in der Nähe eines kleinen Wäldchens zwischen Buer und Westerholt bei einem Fluchtversuch von stanzösi- scheu Genharmen erschossen worden. Die weiteren französischen Ermittlungen seien dadurch sehr erschwerst würden aber sortgesetzt. Diese französische Darstellung ist«in Mu st er stück franzö- sischer Verdrehungskunst und ein Zeichen der hilf- lose st en Bertegen Heist Einmal sagen die Franzosen, die Mörder seien in den Reihen der Schutzpolizei lu suchen, und melden in demselben Atemzuge einen Kriminalbeamten und einen Zivilisten, die zur Schupo in keinerlei Beziehung stehen, als Täter. Das Alibi des Herrn Burchhoff ist einwandfrei fest- gestellt. Der Kriminalbeamte hat sich am Mordtag dauernd im Stadtteil Buer-Erle aufgehalten, der vom Tatort mehrere Kilo- meter entfernt ist. Nach eidlichen Feststellungen hat der Beamte von abends 9 Uhr bis um 11 Uhr in der Wirtschaft Forsthof in Buer-Erl« mit mehreren Beamten Skat gespielt. Der Monteur Wittershagen hat von der Mordtat erst am Morgen darauf erfahren. Wie erinnerlich, wurde der Kriminalbeamte von den Franzosen festgenommen, weil et von landfremdem Gesindel de- nunziert worden war, nachdem er sie abends nach dem Melassen der Wirtschaft zur Ruhe gewlesen hatte. Wittershagen wurde ver- haftet, weil er das Unglück hatte, mit Burchhoff in demselben Hause zu wohnen und dieser sich bei ihm vor den französischen Häschern versteckt hatte. Es ist unrichtig, wenn die Franzosen de» haupten, die beiden seien bei eine,» Fluchtversuch in einem Wäldchen unweit Buer erschossen worden. Tatsache ist vielmehr, daß beide auf dem Platze hinter dem Rathau» durch Kolbenschtäge und Gewehrschüsse in bestialischer Weise hingemordet worden sind. Die Anwohner des Rathausplatze» bezeugen die, einwandfrei. Trotzdem Fortsetzung der Repressalien. Buer, 17. März.(WTB.) Der verhaftete Direktor de» Gymnasiums, Oberstud'.endirektor Prof. Weber und Gtudienrat Reibüter sitzen noch in Haft. Die Verkehrseinschränkungen werden nach w!« vor mit aller Schärfe durchgeführt. Seit einer ganzen Woche sind sämt- liche Eases und Wirtschaften geschlossen. Die Zeitungen sind immer noch verböten. Bezeichnend ist, daß das Zeitungsver- bot unter folgenden Bedingungen aufgehoben werden soll. Die Buerschen Zeitungen werden verpflichtet,«ine Erklärung des Generals Laignelot zu bringen, in der dl« Entrüstung darüber zum Ausdruck gebracht wird, daß von deutscher Seit« behauptet werde, die Täter seien in den Reihen der französischen Besatzung zu suchen. Sie sollen weiterhin Erklärungen von deutschen Zougen veröfsent- lichen, die in striktem Gegensatz zu den eidlichen Aussagen stehen, die diese Zeugen vor dem Untersuchungsrichter gemacht haben. Falls die Zeitungen sich weigern, diese Erklärungen zu veröffenttlchen, sollen sie dauernd verboten bleiben. Vorläufig ist das Er- scheinen sämtlicher Zeitungen unter dem fadenscheinigen Grunde untersagt, daß ein«(l) Luersche Druckerei sich geweigert Hab«, Bei- leidskarten für die Franzosen zu drucken. Durch diese Maßnahme soll offenbar der Buerschen Presse die Möglichkeit genommen werden. über die Mordtat und die durch nichts begründeten französischen Repressalien zu berichten. Die Erregungder Bevölkerung ist nach wie vor äußerst groß. Das Fehlen der Zeitungen steigert diese noch. Man ist allgemein erbittert darüber, daß eine friedliche Bevölkerung für eine Mordtat büßen muß, an der sie nach dem eigenen Geständnis des Generals Laignelot völlig unbeteiligt ist. vorwörts-verlag G.m.b.H., SWsS, Änöenstr.Z Postscheckkonto: Berlin S7T Sti— Bankkonto: Dircktion der Diskonto-lSesellschaft, ivepositenkasse Lindcnstratze S Hoffnung aus Gräbern. Zum 1�. März. Die Vorkämpfer der bürgerlichen Freiheit, die im Friedrichshain ruhen, wären längst vergessen, wenn nicht die Berliner Arbeiter all die Jahre der kaiserlichen Re- oktion hindurch das Andenken an sie aufrechterhalten hätten. Jahrzehntelang war die Märzfeier vom„Ludergeruch der Revolution" umwittert, und der vorsichtige Bürger machte einen weiten Bogen um die Stätte, wo der Polizeileutnant mit der Schere stand und staatsgefährliche Kranzschleifen abschnitt. Abrücken ist auch bis heute die Parole der Beffersituierten ge- blieben, wie die jüngsten Vorgänge im Berliner Rathaus ge- zeigt haben. Und doch war es ein sehr bürgerlicher Mann, der Staatsrechtslehrer Rudolf G n e i st, der in seiner Schrift über die„Berliner Zustände"— 1849— dem phrasentrunkenen aber tatfürchtigen Bürgertum die bitteren Worte ins Gesicht rief:„Es ist recht verdienstlich, seine patriotische Begeisterung in einer Adresse, in einer Beifall klatschenden Versammlung oder bei einem Festmahl zu betätigen— aber für eine Mei- nung st erben, ist auch etwa s." Für die Wahrheit, die in dielen Worten liegt, hat die Berliner Arbeiterschaft stets tiefes Verständnis gehabt, und darum hat sie jahraus jahrein denen Kränze gewunden» die am 18. März 1848 für ihre Heber- zeugung gestorben find. Was bis vor fünf Jahren nur der Traum einer Ber- gangeicheit schien, ist im November 1918 als ein schweres Erbe auf die Schultern der deutschen Arbeiter gefallen: die deutsche demokratische Republik. Von ihnen aus den Trümmern des Zusammenbruchs geschaffen, vor drei Jahren zum erstenmal gegen einen reaktionären Gewaltstoß erfolgreich verteidigt, hält sie sich inmitten unsäglicher Schmie- rigkeiten aufrecht, weil der Wille der arbeitenden Massen sie bejaht. Vermöchte sie auch nur einen Tag zu leben ohne ihn? Drei Vierteljahrhunderte, die seit der Märzrevolution vergangen sind, haben noch niemals in Deutschland eine bürgerliche Partei als Schöpfer deutscher Schicksale an der Arbeit gesehen. In diesen drei Vierteljahrhunderten ist aber die sozialistische Arbeiterbewegung geworden und gewachsen, hat sie mühsam, tastend ihren Weg gesucht, hat sie Fehler begangen und korrigiert und sich aus jedem Sturz wieder erhoben. Stets hat sie dabei besessen, was dem beut- scheu Bürgertum fehlte, den unzerstörbaren Glauben an sich selbst, die Zuversicht, daß ihr Wollen und Streben dereinst die Zukunft des deutschen Volkes und der ganzen Menschheit ent- scheiden werde. Und diese Zuversicht hat sie auch stets mit den Vorkämpfern der Freiheit im Jahre 1848 verbunden, sie fühlt instinktiv, daß nur dort schöpferische Kraft vorhanden ist, wo auch der Entschluß besteht, einer selbstgewählten Sache bis in den Tod treu zu sein. Daß die Sache der Demokratie, die nur lebendig erhalten werden kann in sozialistischem Geiste, innerpolitisch von den bürgerlichen Parteien aus die Sozialdemokratie überge- gangen ist, das ist eine Tatsache, die allen Blicken längst offen liegt. Außenpolitisch ist aber die Sache der Demokratie in Europa von Frankreich auf Deutschland über- gegangen, diele Tatsache ist erst in den letzten Iahren und Monaten immer klarer geworden. Im Jahre 1848 ging noch der Anstoß zur deutschen Märzrevolution von der sranzö- fischen Februarrevolution aus, die den Königs- thron der Orleans zerbrach und die Republik wiederaufrichtete. Seitdem hat die sranzösifch» Geschichte auf jedem Blatt gc- lehrt, daß eine Republik der bloßen republitanischen Formel und Phrase, eine Vourgeoisrepublik, eine schlechte Hüterin demokratischer Tradittonen ist. Dieses Frankreich von heute, das von nationalistischem Vourgeoisgeist beherrscht ist und in dem bisher die sozialistische Stimme der internationalen Gerechtigkeit ungehört verhallt, schändet die Republik. Aber was die sozialistischen Arbeiter an Rhein und Ruhr in ihrem heroischen Widerstand gegen militaristische Gewalt leisten, erhebt und erhöht die Republik. Denn die sittlichen Kräfte, die dort zum erstenmal, seit Weltgeschichte geschrieben wird, wach geworden sind, konnlen nur unter dieser Staats- form geweckt werden. Es ist kennzeichnend für den geistigen Horizont unserer Nationalisten, daß ihnen jedes Verstänonis für diese tiefen Zusammenhange fehlt. Sie, die doch aus der Geschichte wissen müßten, daß die Wiederaufrichtung der Monarchie in Frank- reich immer wieder mit nationalen Zusammen- brüchen geendet hat— wie jede Ueberhcbung der Gewalt nach außen und innen schließlich zum Zusammenbruch führt—, Ile verstehen auch heute nichts anderes, als nach außen und nnen ein ödes Gewaltregiment zu predigen, und ihr Sinn ist darauf gerichtet, alles zu zerstören, worauf vernünftigerweise die Hoffnung auf eine bessere Zukunft begründet werden kann. Heule 2 Llhr MaffenkNdgebung imMedrichchain Zwischen den tatigen Feinden der Republik und ihren Ver- teidigern, den sozialdemokratischen Arbeitern, bewegt sich eine schwankende bürgerliche Masse, deren Schicksal«s ist, in allen inneren und äußeren Händeln lediglich der leidende Teil zu sein. Nach allen Erfahrungen der Vergangenheit muß bis zum Be- weis des Gegenteils angenommen werden, daß die bürgerlichen Parteien Deutschlands sich mit einem Siege des F a f c i s- mus ebenso abfinden würden, wie es ihre Klassengenosfcn in Italien getan haben. Die Last der Verteidigung ruht also so gut wie ganz auch hier wieder auf den sozialdemokrati- s ch e n Massen. Von der Kraft, aber auch der Klugheit, mit der diese Verteidigung geführt wird, hängt alles ab. Und da muß wieder gesagt werden: Was unsere Käme- laden an Rhein und Ruhr leisten im Kampf gegen den fran- zösischen Imperialismus, das tun sie für die Republik. Der Kampf um die Gleichberechtigung des Volkes ist ebenso ein Kampf um die Demokratie wie um die Gleich- bercchtiguna aller Volksgenossen innerhalb jedes einzelnen Staates. Nur wenn die Fahnen aller Völker aufgerichtet nebeneinanderstehen, kann das rote Band der sozialistischen Internationale sie einigend umschlingen. In diesem Sinne entfalten die Berliner und die deutschen Arbeiter heute die schwarzrotgoldenen Farben, die vor 75 Iahren auf den Barrikaden wehten. Sie wollen der Welt zeigen, daß in Deutschland eine Macht vorhanden ist, die für die Erhaltung schwer umstrittener bürgerlicher Freiheits- rechte einsteht, und die das gleiche Recht aller Völker und aller Bürger auf ihre Fahne geschrieben hat. Und wie die deutsche Revolution von 1848 nicht nur eine deutsche, sondern auch eine europäische Angelegenheit war, so richten sich die Blicke Europas auch heute auf die Männer und Frauen in Deutschland, die das Andenken jenes weltgeschichtlichen Er- eignisses in ihren Herzen nie auslöschen ließen. Die März- feier 1923 ist eine Hoffnung für alle. Europa wird republi- kanisch, demokratisch und sozialistisch sein oder es wird nicht sein! Cuno in Ungnaüe. Die Mitteilung, daß die französischen und b e l g i- s ch e n Offiziere bei der Interalliierten militärischen Kon- trollkommission beabsichtigen, wieder an Kontrollhandlungen teilzunehmen, und die Mahnung der Reichsregie- r u n g, um jeden Preis Zwischenfälle zu vermeiden, haben einen Sturm der E n t r ü st u n g bei den D e u t s ch n a t i o- n a l e n hervorgerufen. Die„Deutsche Tageszeitung" ver- sichert, die Tatsache, daß die Reichsregierung sich dem Ver- langen gefügt habe, dürfte„im ganzen deutschen Volte tiefste Empörung auslösen". Diese Empörung und Entrüstung werde sich aber nicht nur gegen Franzosen und Belgier, sondern zugleich auch gegen die deutsche Reichsregierung richten: In weitesten Kreisen unseres Volkes wird man dieses Zurück- weichen der Regierung vor einer Forderung, die überdies noch in einer ganz besonders aufreizenden Form gestellt worden ist, und in noch aufreizenderer Art schon in der nächsten Woche durchgeführt werden soll, alsderersteSchrittaufeinerabschüssigen Bahn empfunden werden, an deren anderem Ende die deutsch« Unterwerfung überhaupt zu stehen droht!____ Mit allem Nachdruck muß gesagt werden: dadurch, daß Deutschland, zumal auf einem Gebiet von so ungeheurer moralischer Bedeutung wie hier, die Folgerung aus dem friedlichen Vertragsbruch nicht zieht, begünstigt es diesen geradezu, nwcht sich geradezu — doch wir schweigen! ____ Gegenüber der Schande, die die feindlichen Kontrolloffiziere uns zumuten, versagt uns das mahnende Wort; nicht als ob wir uns der ungeheuren Verantwortung, die hier gegeben ist, tveniger als irgendein anderer bewußt wären, sondern well wir uns bewußt find, daß die Mahnung hier nicht die inner st e Kraft haben kann, die zu ihrer Wirkung nötig wäre. Denn es geht hier um letztes Ehrempfinden einer Ration---- In Würdigung der ungeheuren Schwierigkeiten der Lage haben wir der Reichsregierung trotz mancher bangen Sorgen und Gedanken eines Nachgeborenen. Von Werner Dreiburg. Vor 75 Jahren rauschte und klirrte im deuffchen Bürgertum ein trotziger Frühling. Ihm ist kein Sommer gefolgt. Nur wenige schrien auf und knirschten, als preußische Truppen die Nationalver- sammlungen auflösten und sprengten, in Frankfurt wie in Berlin. Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht... Diese vorläufige erste Ermattung kam und mußte kommen, weil das deutsche Volk, immer wieder durchströmt von romantischer Liebe zum Hergebrachten und zum Vergangenen, es auf den Gebieten der Tat und des Willens oerlernt hatte, das zu sein, was es auf dem Felde des Glaubens mehr als andere Völker Europas vier Jahr- hunderte früher gewesen war: eine Nation von Freiheitskämpfern, ein zu allen Opfern bereites Rebellenvolk. So wurde es möglich, daß zwei Jahrhunderte später ein genialer Verführer und Seelenvergifter auf den Plan trat und sich der beut- schen Stämme bemächtigte: aus der vorläufigen ersten Ermattung wurde das politische Deutschland in eine winterlich starrende Bar- barei auf lange zurückgeschleudert durch Otto v. Bismarck. Das Junker- und Kaiserregime von Bismarcks Gnaden enthielt sich der absolutistischen Staatsform und beschränkte zwar nicht seine Mit- bestimmung, wohl aber seine absolute Macht auf die Vertretung nach außen, auf das Entscheidungsrecht über Krieg und Frieden, auf die nationale Verteidigung. In diesen Bezirken, in denen— heute noch, wieviel mehr also zu jener Zeit!— die rohe Gewalt den Hauptfaktor darstellt und beinahe immer das letzte Wort hat, in diesen Bezirken schienen die Nachfahren der Ouitzows und die Nachfahren ihrer markgräflich-erbarmungslosen Bezwinger von ehemals, die seit Jahrhunderten einander stützten und stärkten, sehr beheimatet und von der Vorsehung zum Führen bestimmt. Die zwei glänzenden Augenblick), setzten in der Meinung des breitesten deuffchen Bürger- siegreicher Krieg ist im Leben der Völker nicht viel mehr als ein Augenblick) setzten in der Meinung des breitesten deuffchen Bürger- tums Bismarck ins Recht, die Adligen in die Offiziersstellen des Heeres und die Hohcnzollern und wiederum die Adligen in die aus» wärtige Schicksalslenkung des Deutschen Reiches. Man lieh den (auch nach nattonalliberalem Urteil vielleicht etwas zu wortreichen) Landesvater gewähren(Tatül Tata!), weil man, in völliger Unkenntnis ausländischer Meinungen und erfüllt von Erinne- rungcn an 1866 und 1876 ernstlich annahm, daß Man zur nationalen Würde und auswärtigen Sicherung den Obersten Kriegs. Herrn brauche. Darf es erlaubt sein, sich darüber zu wundern, daß, gemäß dem Ursprung sowohl dem Wesen des alleinbestimmen- den Junker- und Kaisertums, die Außenpolitik Deuffchlands durch einen geräuschvollen Nationalismus und Militarismus gekenn- zeichnet und durch einen Weltkrieg besiegelt ward? Zwar auch Freiligrath und mit ihm wohl alle Demokraten von Zweifel bisher unsere volle Unterstützung leihen können. Hier ist die Grenze! Die Regierung Dr. Euno muß sich darüber klar sein, daß das verkrauen, das weiteste Kreise des deutschen Volkes ihr bisher als der Regierung der nakionalen Abwehr entgegenbrachten, durch dieses Zurückweichen eine erste schwere Erschütterung erfahren muß. Wir sehen im Augenblick nicht, wie es überhaupt wieder ge- kittet werden könnte. Nicht ganz so stürmisch ist die„Kreuzzeitung". Auch sie bezeichnet das Verhalten der Regierung als einen„Mangel an Klarheit und Folgerichtigkeit, dessen sich keine Politik schuldig machen dürfe". Es sei eine„gewisse Zu- mutung an die Oeffentlichkeit und die zunächst Beteiligten, die Folgen dieser fehlerhaften Politik in Gestalt von Demütigungen auf sich zu nehmen. Aber die„Kreuzzeitung" versichert doch, daß man sich, wenn auch zähneknirschend, der Mahnung der Reichsregierung werde anschließen müssen, jedoch fordert sie schleunige Aufklärung,.und zwar um so dringender,„als wir anscheinend vorweittragen- den Entschlüssen stehen, die unserer Politik auf abseh- bare Zeit ihre Richtung geben werden". Ganz aus dem Häuschen ist die„Deutsche Zeitung" ge- raten, in der irgendein Adliger sich im Kasernenhofton über die Frage austobt. Der Mann spricht von den Franzosen und Belgiern nur noch als von„Halunken", von ihrem„Räuber- Handwerk", von„Faulenzern", von„unverschämten Lümmeln" und in ähnlichen geistreichen Wendungen. Er verlangt, daß die fran.zösisch-belgischen Mitglieder der Interalliierten Militär- kommission„von Volksgenossen in ihren Gaststätten über- wacht", ihnen das Verlassen ihrer Wohnstätten verwehrt und die Uniformen auf der Straße nicht geduldet werden. Wenn die Regierung das Auftreten dieser„Kerle" nicht verhindern könne, so müsse„das deutsche Volk zur Selbsthilfe greifen".„Es gibt noch Männer im deutschen Vaterlande!" Die Regierung Cuno, die bisher gerade von den Deutsch- nationalen als Müller dargestellt worden ist, wird ihre helle Freuds an diesen Bundesbrüdern haben. Aber damit kann es nicht genug sein. Wenn infolge der Stilübungen der „Deutschen Zeitung" sich in nächster Zeit Zusammenstöße mit den Offizieren der Kontrollkommission ereignen sollten, so wird man hoffentlich Energie genug besitzen, um die H i n t e r- männer dieses halb völkischen, halb nationalen Blattes persönlich und mit ihrem Vermögen für den Schaden verantwortlich zu machen, der dem Mm-en deutschen Volke daraus enfftehen kann. Als erste und unabweis- licbe Maßnahme erscheint uns notwendig die sofortige Festsetzung des aufgeregten Mitarbeiters N"-..Deutschen Zeitung" in einer Kaltwasierheilanstalt! Ein Schreiben des Auswärtigen Amtes. Amtlich wird mitgeteilt: Der in der gestrigen Wolff-Notiz erwähnte Schriftwechsel des Auswärtigen Amts mit der Interalliierten Militärkontrollkommission gipsest in einem Schreiben vom 7. März, worin das Auswärtige Amt den Vorwurf einer deutschen Obstruk- tion gegen die interalliierte Kontrolle zurückweist und mit Be- ziehung auf seine früheren Vorstellungen gegen die Verwen- dung französischer und belgischer Kontrolloffiziere folgendes ausführt: „Die Ausführungen meines Schreibens II F 504 vom 16. Fe- bruar können nicht einfach mit dem Bemerken abgetan werden, daß ein derartiger Gedankengang nicht zugclasien werden könne. Der Gedankengang muß in der Tat zugelasien werden, ja er muß sich jedem unbefangenen Beobachter geradezu aufdrängen. Aus dem Wunsche heraus, jede irgend vermeidbare Verschär- fung zu vermeiden, hat die Deuffche Regierung ihn bisher nur angedeutet. Nachdem Sie indesien erklären, auf Ihrem formalen Recht bestehen- zu wollen, sieht sich die Deuffche Regierung zu ihrem Bedauern genötigt, zu erttären, daß sie sich ihrerseits für die restlose Zulassung belgischer und französischer Offiziere nicht einsehen kann. Jedes formale Recht findet feine Schranke in dem Rechtsgrundsatz, daß es nicht vexatorisch, sondern nur insoweit ausgeübt werden darf, als es zur Erreichung des 1848 hatten gesagt:„Die Freiheit ist die Nation!" Denn zur Demokratisierung der Staatsform und der Gesinnung gehörte im neuzeitlichen Abendlande der zu neuem Leben erwachende National- stolz wie zur Mutter der Sohn. Derjenige Nationalstolz, der sich zum Nationalismus auswächst, war und ist in nahezu allen Länder�, Europas gleichfalls— eine Kinderkrankheit der Demokratie. Dem preußisch-deutschen Nationalismus aber prägte gerade der Untertanengeist seinen Stempel auf,— der zu neuem Leben er- wachte Geist des Untertanen und die Verbindung, die er einging mit dem Geiste des Parvenüs. Man wollte nach der Art aller spät und schnell Reichgewordenen den Reichtum an Nattonalstolz weit- hin sichtbar und glänzend zur Schau tragen. Man trug ihn zur Schau, indem man unter Iubelgeschrei und Hurrarufen es zuließ, das provozierend und schwadronierend, rüstend und prahlend allein der Kaiser mit seinen adligen Offizieren der Garant der deutschen Interesien und Grenzen war. Mochte der Nationalismus der anderen blind und raubtierhaft fein, der unfrige war edler, denn er kon- zentrierte und drehte sich um ein« Kaiserkrone!(„Wir alle stehen dann mutig für einen Mann...') Das will sagen: der Nationalis- mus des deuffchen nattonalliberalen und konservativen Spießbürgers war gleichzeittg ein blindes Raubtier und ein schweifwedelnder Kettenhund. Jetzt ist er von seiner geliebten Kette befreit. Doch geschieht es noch oft, daß er mit treuen Augen und wehmütig schweifwedelnd nach der holländischen Grenze schaut... Einst standen Bürger und Arbeiter Schulter an Schulter im Barrikadenkampf. Auch ohne oder gegen den Willen derer, die die Enkel jener Bürger sind, haben die Arbeiter heute die Aufgabe, dar- über zu wachen, daß bei uns der Nationalismus nicht wieder erstarke und weiterlebe, unter blinden und tollen Raubtieren selber raubtier- hast, blind und toll. Denn der europäische Nationalismus ist kein demokratischer Dauerzustand, sondern eine Kinderkrankheit, an der das demokratische Europa nicht sterben darf. Wenn nicht nur die Arbeiter, wenn auch die Bürger unserer Tage«nffchlosien und fähig wären zum Glauben an die notwendig« Völkerverständigung und Unitarisierung der Erde, so würde die Kraft unserer Seele ganz gewiß hinreichend sein, um.Durchzuhalten" in der passiven Abwehr der nationalistischen Fremdherrschaft an der Ruhr. Dann würden wir wieder geworden sein, was wir vor vier Jahrhunderten auf dem Felde des Glaubens mehr als andere Völker Europas gewesen sind, und was wir auf dem Gebiete der Tat und i des Willens vor 75 Jahren nur wenig« Tage lang waren: eine' Nation von Freiheitskämpfern, ein zu allen Opfern bereites Rebellenvolk. Kleines Theater:„Das stärkere Band", von Felix Sollen. Nicht die stärfften Bande der Selbstoerliebtheit werden Herrn Sölten hin- dern, das„stärkere Band" auszupfeifen. Denn es ist eigentlich besser als dieses mtt einiger Grazie, aber mit ewiger Kolportage i Vertragszweckes erforderlich ist,— einem Grundsatz, der nicht nur im Privatrecht, sondern auch im internationalen Recht Geltung hat und auf den sich auch der Besiegte berufen kann. Der Vertrags- zweck ist im vorliegenden Falle die Sicherstellung der Entwaffnung Deuffchlands. Daß diese? Zweck— übrigens nicht nur nach beut- scher Auffassung— tatsächlich längst erreicht ist, habe ich an dieser Stelle nicht nochmals zu erörtern. Jedenfalls ist er, soweit man ihn als noch nicht erreicht betrachten will, nach den Erfahrungen gerade der letzten acht Wochen genau so gut zu erreichen, wenn während der gegenwärtigen kritischen Periode im Außendienst der Konttolle nur englische und italienische Offiziere verwendet werden. Die Hinzuziehung französischer und belgischer Offiziere ist zur Er- rcichung des Derlrogs-wcckes nicht unerläßlich: sie läuft in ihrer Wirkung lediglich darauf hinaus, die Gefühle des deuffchen Volkes zu verletzen und die Gefahr von Zwischenfällen zu vergrößern, die die Deutsche Regierung zu verhüten bestrebt ist." Diese Ausführungen, die den grundsätzlichen Standpunkt der Reichsregierung feststellen, sind es, auf die General Rollet unter dem 10. d. M. mit der Erklärung geant- wartet hat, daß er die Kontrolle am 15. d. M. i n i h r e m vollen Umfange wiederaufnehmen lassen werde. Frankreich imö öie Devisenanleihe. Die französische Abordnung der Reparationskvmmission hat gegen die zur Stützung der Mark aufgenommene Devisen- anleihe des Reiches Einspruch erhoben. Zu diesem Einspruch hat aber die Reparationskommission kein Recht, da der Ertrag der Anleihe nicht zur Deckung von Reichsausgaben dient, sondern lediglich zur Regulierung des Devisenmarkts, was eine Angelegenheit der R e i ch s b a n k ist. Im übrigen ist dieses Vorgehen Frankreichs ein schlagen- der Beweis für die d o p p e l z ü n g i g e P o l i t i k Poin- car6s. Noch vor wenigen Monaten bezichtigte man Deutsch- land des„betrügerischen B a n k e r ot t s", als infolge der französischen Drohungen die Mark fiel. Jetzt ist der Markkurs stabilisiert, der betrügerische Bankerott also unmög- lich. Damit wäre, wenn Frankreich die Ding« objektiv be- urteilte, ein wesentliches Hemmnis der internationalen Ver- ständigung aus dem Wege geräumt, vorausge''etzt, daß man nicht selbst beabsichtigt, die Stützungsaktion durch maßlose Forderungen zunichte zu machen. Man scheint aber in Paris auch Wert darauf zu legen, gegen alle Möglichkeiten einer Verständigung Einspruch zu erheben. Das nennt man dann den französischen Friedenswillen, die Sorge um die eigene Sicherheit oder ähnlich. In Wirklich- keit ist es nichts anderes als politische Brunnenvergistung. gegen die sich das deutsche Volk auf das entschiedenste w-�ren muß._ verftänöiqung in Sachsen. Leipzig. 17. März.(Eig. Drahtbcricht.) Die Verhandlungen zwischen unserer Partei und den Kommunisten haben zu dein Er- gebnis geführt, daß. vorbehaltlich der Zustimmung der am Montag zusammentretenden kommunistffchen Landeskonferenz, eine Eini- g u n g zwischen den beiden Parteien zustande gekommen ist. Di« Kommunisten treten in die Regierung nicht ein, sind aber bereit, eine sozialistische Regierung zu unterstützen, wenn diese eine Reihe von Maßnahmen verwirklicht, und zwar: 1. Amnestie für Not- und Abtteibungsdelikte, 2. Durchführung des Gesetzes über Ar- beitskammer, 3. Maßnahmen zur Wucherbekämpsung und 4. prole- tarische Abwchrorganisationen gegen die fascistische Gefahr. Alle dies« Maßnahmen entsprechen den bereits kundgegebenen Absichten unserer Partei und haben nur in der Frage der Abwehrorganisationen eine Ergänzung erfahren, daß sie gemeinsam von beiden Parteien errichtet werden sollen. Die kommunistische Forderung, daß die Frage der sächsischen Regierungsbildung durch einen B«- triebsrätekongreß entschieden werden soll, ist von den Kommunisten fallen gelassen worden. Die Untcrhänd- ler sind der Ueberzeugung, daß die kommunistische Konferenz dem vorgeschlagenen Programm vorbehaltlos zustimmen wird. hergestellte Stück„Alt-Heidelberg" mit einer verfeinerten Pointe: Der Erbprinz kriegt das Mädel, nachdem die Frau Mama ihn darauf gestoßen hat, daß ein Mann seines Standes ein« linke Hand und ein« rechte besitzt.— Diese Frau Fürstin wird von Adel« Sand- rock gespielt. Man macht sie nun einmal zur Spezialistin für Duenncn mit Bonmots. Die Witzeleien werden von ihr trocken ge- bracht. Die Augen gehen seelenlos. Die Arme liegen Marionetten- Haft am Leib«. Das gibt eine Steifheit und Gespreiztheit, die komisch wirkt, zumal wenn die Tragödin von ehemals ins Grillparzerische stolpert. Man wartet auf dieses Stolpern. Di« Fürstin ist versöhnlich. Sie läuft sogar zu den Kinderlein von dem losen jungen Mädel. Das ist Spekulation auf etwas tiefer liegende Nerven. All solche Spetu- lation gelingt dem Verfasser, der denn sichtlich spürbare Sympathie weckte. Nur fragt man sich, ob das wirklich Felix Satten ist, der manchen Krimskram und Dreck aus den Philisterköpfen einstmals fortgeräumt hat. M. H. Salzblockads. Unter dem Titel„Weltbetrachtungen eines Japaners" hat der japanische Gelehrte S. I k c d a im Ausland- und Heimatocrlag, Stuttgart, soeben ein interessantes Büchlein erscheinen lassen, das ttessende Bemerkungen über europäische Politik, Kultur und Wirtschaft enthält. Wir cnt- nehmen der Schrift die nachstehende kleine Skizze: Es gab einmal in der japanischen Lehnszeit zwei berühmte Fürsten, Takeda, Fürst von Kai, und Uyesugi, Fürst von Echigo, deren Gebiete benachbart waren. Ständiger Streit herrscht« zwischen ihnen, der aber nie zu einer Entscheidung führte. Denn beide Fürsten geboten über annähernd die gleiche Macht und sie waren gleich heromragend als Persönlichkeiten wie als Kriegshelden. In einem ihrer Kriege nun schickte ein dritte? Fürst, der gerade kein Freund von Uyesugi, aber Takcda auch nicht besonders günstig gesinnt war, nicht die gewohnte Salzsendung an Takeda. Da Kai rings von Bergen umschlossen und vom Meer entfernt gelegen ist und Japan kein Steirfalz hat. sondern alles Salz aus dem Meere gewinnt, so war damit Tokcdas Land einer richtigen Salzblockade ausgesetzt, und die Bewohner von Kai gerieten in große Not, zumal die Japaner noch viel mehr als andere Völker auf Salz angewiesen sind. Als der Fürst von Echigo davon hörte, ließ er sofort aus seinem eigenen Lande Salz an Takeda säficken, indem er sagte: „Durch Krieg will ich meinem Feinde Abbruch tun: ich darf aber nicht ein ganzes Volt an seiner Gesundheit schädigen, indem ich ihm die notwendige Nahrung vorenthalte." Diese Geschichte ist jedem Japaner von Kindheit an vertraut, ja ans Herz gewachsen, und sie gilt ihm als Vorbild echt ritterlicher Gesinnung. An sie mußt« ich beständig denken, als im Weltkriege die Alliierten über Deutschland die Blockode verhängten und das ganze deutsche Volk durch Hunger bekriegten: und ich war sehr erstaunt darüber, daß sie sich so ganz anders verhielten, als der japanische Lehnsfürst aus dem Miltelalter. Ein wandernder See. Fast vor den Toren Wiens und in wenigen Bahnstunden bequem erreichbar befindet sich an der heu- tigen Grenze von Oesterreich und Ungarn ein See, der den Mensck)«n schon sehr viele Rätsel aufgegeben hat. Es ist der Neusiedler- s e e, der von Zeit zu Zeit«in An- und Abschwellen seines Wasser- standes zeigt und bisweilen wollständig austrocknet. Prof. Halbfaß aus Jena, ein hervorragender Sachverständiger aus diesem Gebiet, die englische /Anregung. Will man sich von den Möglichkeiten, aber auch von den Schwierigkeiten der Beendigung des verwüstenden Ruhr- konflikts ein Bild machen, so sind zunächst eine Reihe Fest- stellungen zu treffen. Der passive Widerstand ist für die Sozialdemokratie und für alle besonnenen deutschen Politiker eine V e r t e i d i- gungs- und Abwehrmaßnahme. Die Abwehr muß sich gegen drei Möglichkeiten richten: gegen jede Annexion deutschen Gebietes, gegen die Schaffung eines rheinischen Pufferstaates und gegen eine monopolistische Herrschaft der französischen Schwerindustrie über die rheinisch-westfälische Kohlen-, Eisen- und chemische Industrie. Die Abwebr ist nötig im s o z i a l i st i s ch e n Interesse. Nationale Fremdherrschaft fügt zur sozialen die nationale Unterdrückung, hemmt den Emanzipationskampf des Prole- tariats, setzt an Stelle des sozialen den nationalen Kampf und lähmt dnmit das Proletariat in der Erfüllung seiner spezisi- schen geschichtlichen Aufgabe, in seinem sozialen Besreiungs- werk. Dazu kommt, daß die Abtrennung des deutschen Ge- bietes zugleich die Abtrennung eines wichtigsten Gliedes der deutschen Arbeiterbewegung, eine außerordentliche Minderung der proletarischen Machtstellung bedeutet hätte. Die monopolistische Beherrschung der wichtigsten Schlüssel- industrien durch einen fremden Kapitalismus macht dem deutschen Proletariat die Durchsetzung seiner eigenen Wirt- schaftspolitik nahezu unmöglich und drückt seine wirtschaftliche und politische Machtstellung außerordentlich herab. Zudem hätte die territoriale oder wirtschaftliche BeHerr- schung der mitteleuropäischen Eisen- und Kohlenlager sowie der Verkehrswege ein solches machtpolittsches Uebergemicht Frankreichs, eine solche Verstärkung des französi- schenMilitarismus bedeutet, daß dadurch neue, furcht- bare Kriegsmöglichkeiten geschaffen, die Arbeit für einen dauernden, fest begründeten Friedenszustand unmöglich gc- worden wäre. Nationales und proletarisches Interesse, sozialistische und pazifisttsche Pflick>t sind hier eins, erfordern in gleicher Weise die Abwehr. Nie aber kann angesichts der gegebenen Machtverhält- nisse das Ziel des passiven Widerstandes über die Berteidi- gung gegen die Annexionsbestrebungen hinausgehen. Am Ende kann nur die wirtschaftliche Verständigung mit Frankreich stehen, und der Erfolg des Widerstandes kann Nur sein, das Reparationsproblem von den politischen Pressionsmitteln und machtpolitischen Zielen auf das Gebiet der ökonomischen und finanziellen Lösungen zurückzuführen. FürsolcheLösungeni st aberdie deutsche Ber- Handlungsbereitschaft stets gegeben. Auf der anderen Seite scheint freilich die französische Vositik noch sehr stark von den unseligen Prestigesragen ge- hemmt zu sein. Sonst wäre es unverständlich, daß sie nicht endlich Klarheit darüber schafft, daß sie eine wirtschaftliche Ver- ständigung und keine machtpositische Eroberung erstrebt, daß sie nicht sagt, welchen Inhalt diese Verständigung haben soll. Es ist eine ähnlich verhängnisvolle Situatton wie im Kriege, wo gleichfalls keine der kriegführenden Mächte als erste sprechen wollte, aus Furcht, schwach zu erschciicen. War es doch der schlimmste Fehler der deuftchen Kriegspalitik, kein vernünftiges Angebot gemacht zu haben, zur Zeit, wo die deutsche militärische Ueberlegenheit noch vorhanden war. In Wirklichkeit ist aber die jetzige Lage durchaus ver- schieden von der im Kriege. Einmal ist die macht- politische Ueberlegenheit des waffenstarrenden Frankreich über das entwaffnete Deutschland zu evident, daß nureinNarrinder Offenlegung der französischen Ziele ein Zeichen der Schwäche erblicken könnte. Dann aber konnte man im Kriege die Rück- Wirkung von Verhandlungen auf die Stimmung der kämpfen- den Front fürchten. Die Männer in den Schützengräben hat den„wandernden See" jetzt näher untersucht und erzählt von dieser eigentümlichen Naturerscheinung in„Reclams Uüioersum". Man möchte es nicht glauben, daß dieser See, dessen imposante Wasserfläch« kaum zu übersehen ist und den Umfang der drei größten oberbayerischen Seen weit übertrifft, bisweilen vollkommen von der Bildfläche verschwindet. Und doch ist dies tatsächlich der Fall. Um die Mitte des 13. Irhrhundrts sollen sogar sechs Dörfer an der Stelle des Sees gestanden haben, der sie dann bei seinem Wicderanschwellen unter feinen Fluten begrub. 1683 und 1738 soll er ebenfalls vollkommen ausgetrocknet gewesen sein, und sicher ist, daß im September 1868 Leute trockenen Fußes über das Seegebiet wanderten, schwer« Fuhrwerke auf seinem Boden fuhren und Korn und Weizen auf dem Seegrund« gebaut wurden. Doch füllt« er sich wieder in den nächsten Iahren allmählich und erreichte 1876 einen normalen Wasierftand. Seitdem hat man zwar, besonders m Hochsommer, sehr niedrigen Wasierftand beobachtet, aber er ist nie wieder ausgetrocknet. Die ungarische Regierung hatte den Plan, den See künstlich auszutrocknen und die 336 Quadratkilometer seiner Fläch« anzubauen. Aber der See besitzt auch als solcher seinen Wert, nicht nur durch die Fischerei und den Ertrag der ungeheuren Schilf- bestände, sondern auch durch seinen Nutzen für den Weinbau, indem er dem Wein, der zu den besten Ungarns gehört, Luftfeuchtigkeit zuführt. Ein« nennenswert« unterirdisch« Speisung oder Auszeh» rung des Sees findet nicht statt! das Steigen und Fallen des Spie- gels reguliert sich lediglich durch Niederschlag und offenen Zufluß bzw. Verdunstung. Und die„Wanderung', sein Verschwinden und Wiedererscheinen, ist einfach durch Verminderung des Niederschlags bei großen Trockenperioden zu erklären. Gefährliche Rasierpinsel. Der Milzbrandbazillus, der vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann, vervrsacht ein« sehr gefährliche Infektion. Im Iabr« 1919 wurden in den Bereinigten Staaten 60 Todesfälle an Milzband verzeichnet, und die dortiqen Aerzt« führen, wie in der.Umschau' mitgeteilt wird. die größte Zahl dieser Fäll« auf Uebertragung durch Rasierpinsel zurück. Di« Sporen des Bazillus halten sich nämlich in den Haaren, Wolle und dergl. sehr lang« lebensfähig und bleiben daber auch in den Pinfslhaaren noch wirksam. Es wird nun empfohlen, neue Rasierpinsel energisch und sachgemäß zu sterilisieren. Da die Sporen selbst bei feuchter Hitze erst nach längerer Zeit abgetötet werden, durch dies« Behandlung aber auch der Leim des Pinsels zerstört wird, so kommt nur«ine Behandlung mit Sublimat und ähnlichen Mitteln in Betracht. Die Galerie Lutz«.(ko.. Unter den Linden 2t. hat eine Ausstellung bei BildbauerS Hermann Haller und de» Malers Alfred Partikel eröffnet. In I. B. Sieumanns Gravbifchem Kabinett. Kurslirltendamm 2Z2, werden bis Mitte April Aquarelle, Zeichnungen und Gemälde von Otto Dix gezeigt. Ter OraturiGtuverein. Dirigent S t e hm an n. sübrt am Balm- fonnlag, den LS., in der(S a r n i! o n k i r ch- die.Matthäus. B a i i i o n' aus. Solisten$ Loiie Leonard, Ida Harth zur Rieden, Fritz R. Huttmann, Hau» Hermann Riffen. »MärzsaatV revolutionäre Dichtungen von Heine, Herwegh, Frcilig- r«th. Sollet. Petoff,«erHort Hauptmann, lieft Walter Kigulebn «nL-AprU<2. Oilertog) ö Uhr abd». w, Reistersaal, Nöthener Str. 16. konnten sich fragen, ob sie sich den Todesgefahren noch aus- setzen müßten, wo doch alles bald zu Ende sein werde. Daher der Widerstand der Heeresleitungen, als erste ein Friedens- angebot zu machen. Ganz anders jetzt. Me französischen Soldaten kämpfen nicht und sehen wahrlich keinen Todes- gefahren ms Auge. Die Besetzung würde durch die Offen- legung der Ziele und Einleiwng von Verhandlungen durch Frankreich an sich nicht in Frage gestellt sein. Auf der anderen Seite wäre aber auch die Befürchtung ganz ungerechtfertigt, daß die Einleitung von Verhandlungen in Deutschland den passiven Widerstand schwächen würde. So bemerkenswert die Zähigkeit, die Ausdauer und der Hsrois- mus jedes Einzelnen ist, der dort unten die Lasten und Lei- den der Okkupation zu ertragen hat, was diesem Widerstand die Stärke und Dauer gibt, ist, daß er getragen wird von den Organisationen, die dem Einzelnen erst den Rück- halt und die Sicherheit des Ausharrens aller oibt. Diese Or- gonisationen aber sind von Männern geleitet, die die Beden- tung ihrer Aktion genau kennen, die den W i d e r st a n d aufrechterhalten wollen bis zur schließlichen Verständi- gung, die aber auch diese Verständigung wollen. Nickst Erschütterung des Widerstandes ist zu fürchten von der Ein- leitung von Verhandlungen, sondern festes und besonnenes Dollar- Gchahanweisungen des Deutschen Meiches Garantiert von der Jieichsbank Schluß der Zeichnung: Sonnabend, den24.MrzlY23 Ausharren dürfen wir von den Männern erwarten, die bis jetzt so viel Proben ihrer politischen Einsicht abgelegt haben. Deshalb kann und darf es für Deuischland in der Frage der Verbandlungen keine Prestigerücksichten und keine falschen Veso rg nisse von Schwächung des Wider st andes geben. Denn das freilich muß klar gesagt werden: solange nicht eine, auch für Deutschland er- trägliche Lösung gestmden ist, muß der passive Wider- st and andauern. Keine deutsche Regierung wird sich zum zweitenmal in eine Lage bringen lassen, wie damals zwil-üen Waffenstillstand und Friedensschluß. Die Waffe des passiven Widerstandes kann erst aus der Hand gelegt werden, bis die Verständigung erzielt ist. Die Schwierigkeiten liegen deshalb nicht in der Frage, wer zuerst eine Verständigungsgrundlage bezeichnen soll. Sie liegen auf anderen Gebieten. Einmal hat die Art der Durchführung der Okku- pation der Einleitung von Verhandlungen durch Deutschland schwere Hindernisse bereitet, und dringend nötig ist es, daß den abscheulichen Methoden endlich Einhalt getan werde. Die Ausweisungen der Familien, die Drongsalierungen der Bevölkerung, die Gewalttaten und Grausamkeiten, die scheußlichen Repressalien und Erschießungen müssen endlich aufhören, wenn man in Frankreich ernsthaft einen Ausweg will. Sodann aber müssen die ftanzösischen Verhandlungs- Methoden eine Aenderung erfahren. Bisher ist jedes deutsche Angebot von vornherein als undiskutabel verworfen worden, wurde nie verhandelt, sondern Unmögliches diktiert. Wenn die französische Regierung ein deutsches An- gebot nur deshalb verlangt, um es wieder alsungenügendohneDiskussionabzuweisen, so würde die Situation dadurch nur verschlechtert. Soll denn die deutsche Regierung nach einiger Zeit ein neues, höheres Angebot machen, das vielleicht wieder abgelehnt wird, mid sich so fortwährend selbst hinausliziticren, trotz der Ueberzeugung. bereits das der deutschen Leistungsfähigkeit Mögliche angeboten zu haben? Und glaubt man in Frankreich, daß ein« Regierung, die so oerfüh'-e, in Deutschland möglich wäre, daß nicht nach der Zurück- Weisung jede Lösungsmöglichkeit aufs äußerste erschwert wäre? Deshalb ist es so schwer, zu Verhandlungen zu kommen, weil die französische Regierung ihre Absinken in undurch- dringliches Dunkel hüllt und bisher sorgsam darauf achtet, daß auch jed« vorherige inoffizielle Fühlungnahme ebenso wie jede vermittelnde Tätigkeit unmöglich wird. Run hat die englische Regierung, die durch die Angrisse der Opposition auf ihre inaktive Politik immer mehr bedränat wird, durch Reuter an Deutschland die Anregung ergehen lassen, bei Frankreich zu sondieren. Das bedeutet zweierlei: die englische Regierung fühlt sich nicht in der Lage, selbst zu vermitteln, wünscht aber die schnellere Beendigung der Ruhrkrise und wünscht daher einen Schritt der deut- schen Regierung. Dieser braucht zunächst nicht in einem ferstgen Reparattonsvoorscblag zu bestehen, sondern nur in einer Füblungnahme mit der französischen Ro-sterung über deren Ablichten. Es ist klar, daß die deutsche Regierung und die Frak- ftonen des Reichstags damit vor eine wichtige Ent- s ck e i d u n g gestellt werden. Wenn der englischen Anregung gefolgt werden soll, dann muß die Regierung sich über die Grundzüge einer Lösung im klaren sein; sie muü wissen, wie weit sie gehen kann, um eine Verständigung über die Repara- tionssrnge herbeizuführen. Die Regierung muß ein wohl» dur'-dachtes. alle wirlschaftlick-en, finanziellen"nd politischen Fragen des Reparationsnroblems umfassendes Programm besitzen, um eine Fühlungnahme versuchen zu können. Auf der anderen Seite muß sie sich bewußt werden, daß drnch die enalische Anregung der Anfang zu einer gewissen Klärung gemacht ist. Um ibre politische Haltung der Nicht- intervention zu stärken, hat die englische Regierung der deut- schen den ersten Schritt zu machen geraten. Unterläßt die deutsche Regierung einen solchen Versuch, so dürste die eng- fische Regierung der englischen und amerikanischen Oeffentlich- keit gegenüber darauf verweisen, daß Deutschland noch nicht verhandlungsbereit sei, für England also eine Lnterventions- Möglichkeit gar nicht gegeben sei. Daraus könnt« sich eins ge- wisse Stärkung der französischen Positton in der angelsächsi- schen Welt ergeben. Anders aber, wenn eine deutsche Sondierung erfolgte und an der Ueberspanntheit der französischen Forderungen scheiterte. Es ist klar, daß dann die eng- fische Regierung dem Druck der Opposition, eine energischere und aktivere Politik in der europäischen Krise zu treiben, mcl geringeren Widerstand leisten könnte, daß dann die Frage einer engfischen oder englisch-amerikanischcn Intervention viel dringlicher würde. Viel hängt deshalb von den politischen Entscheidungen der nächsten Zeit ab und viel auch davon, ob die b ü r g e r- l i ch e n Parteien des Reichstags, die bisher nur allzusehr Betrachter statt Gestalter der Ereignisse gewesen sind, sich ihrer politischen Verantwortung bewußt werden. Attentat flegen Smeets. Köln, 17. März. sWTB.) Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, ist Smeets heute abend durch einen Sopsschuß schwer verletzt worden. Sein Sekretär ist tot. Nähere Einzelheiten sind bisher nicht bekanntgeworden. Nach den amtlichen Feststellungen hat sich der Anschlag wie folgt abgespielt: Eine bisher unbekannte Person befand sich mit Smeets und dessen Sekretär in Smeets Bureau in der Luxemburger Straße 26. hier hat der Unbekannte Smeets durch einen Rcvolverschuß schwer verletzt, seinen Sekretär getötet. Der Täter ist entflohen, und es fehlt bisher auch jede Spur von ihm. Smeets wurde in das ZlngustaHo'pital übergeführt, wo er einer Ope- ratlvn unterzogen wurde. Die Polizei hat umfassende Riaßregeln zur Ergreisting des Täters getroffen. Eitler mobilisiert« München, 17. März.(Eigener Drahtbericht.) Die national- sozial! st ischen Sturmabteilungen haben heute in den späten Abendstunden mobilisiert. Zahlreiche Autos und Motor- räder fahren durch die Stadt und alarmieren die einzelnen Mitglieder der Hundertschaften. Kleinere und größere Trupps von Haken- treuzlern eilen zu ihren Armeeplätzen. Diele Nationalsozialisten tragen Stahlhelm und Handgranaten und neuerdings weißblaue Binden. Auch die Abteilung Roßbach, die als 20. Hundertschaft der Nationalsozialistischen Sturmabteilung an- gegliedert ist, sammelt sich im Sawator-Kcller. Andere Teile der Nationalsozialisten haben sich im BürgerbrSu-Keller vereinigt. Sämtliche bisher gemeldeten Sammelplätze liegen auf dem rechten Isar- nfer. Sowohl vor dem Bürgcrbräu wie vor dem Salvator-Keller stthen je 10 Hakenkreuzler mit Stahlhelm Posten. Da sich bis gegen 11 Uhr nachts keine Zwischenfälle ereignet haben, ilt kaum anzunehmen, daß heute nacht größere Unterneh- mungen von den Nationalsozialisten ausgeführt werden. Für Sonntag vormittag ladet der Republikanische Reichsbund zu einer Feierdes 18. März in den Münchener Kindl-Sälcn ein. Die Beranstaltung wird von der Sozialdcmo- kratischen Sicherheitsabteilung geschützt werden. Diese Maßnahme ist um so notwendiger, als die Nationalsozialisten für 10 Uhr vormittags einen Appell in dem in derselben Straße ge- legenen Bürgerbräu-Keller abhalten und bereits aussprengen, daß die republikanische Kundgebung gestört werden soll. Die Ar- beiter der Eisenbahnbetriebswerk st ätte ziehen ge- schlössen vom Gewerkschaftshaus zum Münchener Kindl-Keller mit ihren Fahnen und ihrer Sicherheitsabteilung. Ebenfalls für Sonntag haben die drei nationalsozialistischen Hundertschaften Gestellungsbefehl zu Marschierreisen nach Kempten, Immen st adt und Garmisch erhalten, wo natio. nalsozialistische Veranstaltungen stattsinden. Allein das Reisegeld ist, gering berechnet, auf 4 Millionen Mark zu veranschlagen. Der«.völkische Seobachter" provoziert. ZUünchen, 17. März.(Eigener Drahtbericht.) Die Entschci- dung des Staatsgerichts m Leipzig, das die Berbote zahl- reicher deutscher Landesregierungen gegen die nationalsozialistische „Arbciter'-Parlei bestätigt hat, wird von dem„Völkischen B e- o b a ch t e r" mit neuen Schmähungen gegen die„glorreiche' No- oemberrepublik beantwortet:„Der famose Gerichtshof zum Schutze des Judentums hat seine Aufgabe voller Pflichtbewußtsein durch- geführt.' Das nationalistische Blatt wiederholt seine beiden gröbsten Exzesse des Lahres: Beleidigung des Reichspräsi- d e n t e n und des früheren Reichskanzlers Dr. Wirth, offenbar um zu provozieren. Der„Bölkische Beobachter' schreibt dann:„Uns scheint, daß nur sehr wenige die Republik so herab- gewürdigt haben wie der Staatsgerichtshof durch diese Stellung- nähme in der Freiheitsbewegung des deutschen Volkes. Aber die Herrschaften werden sich alle fürchterlich irren.' Es folgen die üblichen Drohungen:„Die deutsche Freiheit kann und wird nicht durch solche papierenen Beschlüsse aufgehalten werden. Der Beschluß de» Staatsgerichtshofes wird den Trotz unserer Mitkämpfer nur verstärken, nie und nimmer brechen! Sie mögen versichert sein, daß der Frühlings st urm von den Bergen Bayerns kommt, wie 1813 vom Osten des Reiches. Die Bewegung wird einst den jüdischen Lästerern des Deutschen Reiches den Mund zu stopfen wissen. Freunde in ollen deutschen Gauen: Haltet aus und kämpft. Noch ist nicht aller Tage Abend...' Späte Pietät. Das„Tageblatt' hat sich gefunden. Im Rathaus haben zwar die wackeren„Demokraten" tapfer gegen die Anträge gestimmt, um deren Durchsetzung sie vor 25 Jahren erbittert mit der Reaktion gekämpft haben. Im„Tageblatt' vergießen sie Tränen der Rührung.»«„Dieser Friedhof der gefallenen I d c a l i st e n und der Zufallsopfer zweier Revolutionen ist immer ein Stiefkind gewesen.' Rühmend wird anerkannt: „Die Gräber der Kämpfer und Zufallsopfer von 1848 und 1918 wären wahrscheinlich schon längst buchstäblich unter die Erde getrampelr, wenn ein Teil der unmittelbaren Angehörigen und Freunde sich nicht hartnäckige Mühe gegeben hätte, die Erdhügel, die schon der harte, dunkelgrüne Efeu des alten Friedhofs um- spannt, immer wieder aufzurichten, wenn Zeit und Regen ihnen z u g e s e tz t h a t t e n." Und an diese Anerkennung, die stch ja in Wirklichkeit an die Adresse der sozialdemolratischen Arbeiterschaft richtet, wird die Hoffnung angeknüpft,„daß dieser Friedhof der Idealisten, die für ein besseres Preußen fielen, und derer, die bei den Kämpfen um em besseres Deutschland ihr Ende auf dem Strahenpflaster fanden, fortan nicht mehr das Aussehen zeigt, als sei er die Stelle, an der man in Berlin Verbrecher zu ver- scharren pflegt." Schärfer tonnte man die Haltung der Berliner Demo. traten nicht brandmarken, als es unausgesprochen durch diese Zeilen desselben„Tageblatts" geschieht, dessen Redakteur Dr. Michaelis im Rathause mit„Demokraten" den M ä r z g e- fallenen einen Denkstein und der Stadt einen„Platz der Republik' verweigert«! Gewerkschaftsbewegung Lohnniveau oder Preisniveau. worden. Auch hier erfolgen Borauszahlungen. Ab 7. März haben verband der Stidereiindustrie hat trobem den Berechtigten Schiedsbie Werte. eine Zulage von 15 Prog. angeboten. Dieses Angebot spruch abgelehnt und verlangt eine Lohnherabsetzung des lehnten die Arbeitervertreter ab und riefen den Schlichtungsaus- Schiedsspruches für die Zeitlöhne um 10 Proj. und Aftorblöhne schuß an. um 35 Proz. als ihr legtes Wort. Sie wollen es also zum Stampf Auch die bei der hochbahn beschäftigten Mitglieder haben treiben. Die Stidereiarbeiterschaft wird den aufgezwungenen Zu der Zuschrift der Reichskanzlei, die wir im gestrigen Abend ab 1. März Lohnerhöhungen gefordert. Die Direktion hat jedoch er- Kampf aufnehmen müssen, um die Lohnbrüderei der Arbeitgeber blatt veröffentlichten, schreibt uns Genosse Aufbäuser, der als flärt, daß fie darüber erst verhandeln fönne, wenn von Reich und zurüdzuweisen. Bertreter des AfA- Bundes den Berhandlungen und der Formulies Staat eine Regelung der Löhne erfolgt sei. Am Montag find Berrung der Niederschrift beigewohnt hat, folgende aufklärende Zeilen: handlungen deswegen vor dem Schlichtungsausschuß, die zunächst Streit in Oberschlesien. Durch das provokatorische Berhalten Ich darf zunächst erklären, daß es sich bei diesem Zwischenfall abgewartet werden sollen. Hierauf erörterte der Redner bie Frage, rechtsrabitaler Organisationen fam es vorige Woche nicht um die Haltung des Reichskanzlers, fondern lediglich wie die Mitglieder ihre Arbeitsbedingungen zu regeln haben, falls auf verschiedenen Berten in Oberschlesien zu Protestfundgebungen um die in seiner Abwesenheit getroffene Formulierung bes in eine G. m. b. 5. erfolgt. Als die städtischen Hafen von einer fristlos entlaffen. Als Antwort darauf haben die Arbeiter der eine Umstellung der städtischen Glettrizitätswerte der Arbeiterschaft. Darauf wurden einige Betriebsratsmitglieder amtlichen Berichtes handelt. Hierzu lag ein in Schreib- Privatgesellschaft übernommen wurden, habe diese sich geweigert, Thyssen- Werfe, ber Borsig- Werke, der Hedwig- Wunsch- Grube, der maschinenschrift geschriebener Entwurf vor, den ich mir aufbe- ben Rahmentarif anzuerkennen. Schließlich habe die Sache ihre Er- Concordia- Grube und der Donnersmarck- hütte die Arbeit nie. wahrt habe. Dort heißt es aber ausdrücklich„ Preisniveau lebigung gefunden, indem der Magistrat den beteiligten Arbeitern und Preisstand". Wenn die verantwortliche Stelle, als welche ein Abfehrgeld zahlte. Aus diesem Borgang müsse man die Lehre bergelegt. Es tam zu verschiedenen Zwischenfällen. Der Streif der Ministerialdirektor Dr. Sigler anzusehen ist, naaträglich ziehen, fich das Bestehende zu erholten und für Bestimmungen ein scheint von den Unternehmern absichtlich provoziert zu sein. darin eine Häufung von Worten erblickte, so hätte eines der zutreten, die geeignet find, etwaigen Berschlechterungen vorzubeugen. beiden Worte gestrichen werden können. Man fonnte aber nicht Schließlich hob Reinefeld, noch hervor, daß es den großen, neu" Preisniveau" durch Lohnniveau ersetzen. Auch eine am vorzeitlichen Werken möglich fei, viel rentabler zu arbeiten, als den hergehenden Tage im Reichsarbeitsministerium entworfene Erflä- älteren fleinen. Es gäbe Werke, die 6,5 bis 7,5 Kilogramm Kohlen zur Erzeugung der Kraft für eine Kilowattstunde bedürfen und rung, die den Beratungen beim Reichskanzler zugrunde gelegt andere, die mit 2,6 bis 2,9 Kilogramm austommen. Es müsse da wurde, spricht von Niveau im Sinne von Breisniveau. In hingestrebt werden, daß auch in der kleinsten Wohnung bem weiteren entscheidenden Satz der Reichsfanzlererklärung, der elektrisches Licht brennen fönne. besagte, daß eine allgemeine Hebung des gesamten Lohnniveaus den Preisabbau unmöglich machen würde", ist auf Antrag aller Gewerkschaftsvertreter ausdrücklich das Wort„ Lohnniveau" her ausgenommen worden. Sie haben sämtlich betont, daß eine Stabilisierung des jeßigen Lohnniveaus gleichbebeutend wäre mit der Berewigung ber heutigen völlig ungenügenden Reallöhne. bringt die„ Holzarbeiter- Beitung" vom 17. März einige interessante Zu der Frage, ob die Löhne die Preissteigerungen verursachen, Zahlen. Der Holzarbeiterverband hat über die Steigerung der Löhne im Verhältnis zur Steigerung der Ernährungskosten in 50 Städten aus verschiedenen Lohngebieten eine Untersuchung angestellt. Bon diesen Orten wurde der durchschnittliche Lohn der Facharbeiter in der Borkriegszeit festgestellt und unter Berücksichtigung der Zahl der Arbeiter an den verschiedenen Orten der Durchschnitt gezogen, ber als gewogener Durchschnittslohn der Holzarbeiter in Deutsch land angenommen werden kann. In der gleichen Weise wurden auf Grund der Lohnabkommen Monatsdurchschnitte und aus diesen wieder ein Reichsdurchschnitt berechnet. Mit den so berechneten Löhnen wurden die vom Statistischen Reichsamt berechneten Ernährungslosten verglichen. Das Resultat dieser Untersuchung ft folgendes: Bielfaches gegen ben Frieben bes der Durchschnitts- Ernährungs wochenlohnes Zoften Der Lohn beträgt. bes Friedens reallohnes 100,0 71,0 63,0 Durch schnitts ftundenlohn Mart 1914 Frühjahr 1922 0,60 1,0 1,0 Januar. 11.86 17,5 24,6 Avril 18,76 27,6 43,6 Juli 30,70 45,3 68,4 66,0 107, 157,8 266,2 59,0 208, 256,9 549,8 47,0 326, 481,8 807,0 60,0 467, 649,3 1368,0 47,5 Oftober November. Dezember Jm Saar- Bergarbeiterstreit hat die Bergverwaltung folgende Bekanntmachung an die Belegschaften der Saargruben erlassen: Die Auszahlung der im Monat Februar 1923 verdienten Löhne, die für den 15. und 16. März 1923 vorgesehen ist, findet an diesen Tagen nur für die zurzeit arbeitenden Bergleute statt." Die Streifenden erhalten alio nicht einmal ihren verdienten Lohn. Die Streifleitung drückt die Zuversicht aus, daß auch diese Maßnahme ihren Zwed verfehlen werde. Der Streit geht unber ändert weiter. Märzlöhne der Rohrleger und Bauklempner. Berbindlich erklärter Schiedsspruch für Geschäfts- und Indu Eine gut besuchte Versammlung der Rohrleger, Helfer und Bautempner am Sonnabend in der Brauerei Königstadt nahm Stel- triehausportiers, Fahrstuhlführer, Heizer und Wächter. Der Schiedslung zu dem Vergleichsvorschlag für die Märzlöhne, der am Mitt- pruch des Schlichtungsausschusses vom 1. März, welcher die März woch bei den Berhandlungen vor dem Demobilmachungskommiffar ist am 14. März für verbindlich erklärt worben. Der Geltungsbereich löhne der Angestellten in den Geschäfts- und Industriehäusern regelt, gemacht wurde. Den Berhandlungen war ein Schiedsspruch des beitnehmern eine Erhöhung ihrer Löhne um 23 Proz. zuerkannte,( Sektion VII des Deutschen Verkehrsbundes), Berlin W. 62, Bay Schlichtungsausschusses Groß- Berlin voraufgegangen, der den Ar- erstreckt sich auf alle Geschäfts- und Industriehäuser Groß- Berlins. Schiedssprüche find noch im Bureau des Deutschen Portierverbandes von den Arbeitgebern aber abgelehnt wurde. Nach dem Vergleichs- reutherstr. 31, gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. B. vorschlag des Demobilmachungstommiffars stellen sich die Löhne für Rohrleger und Klempner vom 1. bis 7. März auf 1370 Mt., vom 8. bis 14. auf 1475 t. und vom 15. bis 31. auf 1600 Mr. Junggesellen aus dem Helferstande erhalten 1343, 1446, und 1568 Mt. Lehrlinge aus dem helferstande 1329, 1431 und 1552 Mart. Helfer 1308, 1409 und 1528 Mt. 2agerarbeiter 1302, 1401 und 1520 Mr. Junggesellen im zweiten Gesellenjahr 1206. 1298 und 1408 mt. Im ersten Gefellenjahr 1096, 1180 und 1280 Mr. Die Landzulage beträgt täglich bei einem Aufenthalt über sechs Tage 4105, 4420 und 4795 Mt. Bis zu fechs Tanen 4670, 5025 und 5450 mt. Kleine Landzulage bei angemessener Wohnung und Verpflegung 1000, 1080 und 1170 mt. Die Zuschläne auf Säge des Akkordtarifs find: das 1770fache, 1906fache und 2067fache. Die Bersammlung stimmte gegen eine starte Minderheit der Annahme Diefer neuen Lohnfähe zu. Dann berichtete Meyer über die Verhandlung zur Regelung der Löhne für die Junggesellen, die am 12. März stattgefunden haben. Sie führten zu einer Berständigung mit dem Bertreter der Arbeitgeber, nach der die Löhne für Junggesellen im ersten Jahre nach der Lehrzeit 20 und im zweiten 12 Prozent weniger als die Gefellenlöhne betragen sollen. Lohnabkommen in der Musikinstrumenten- Industrie. Jm Gleichschritt mit allen anderen Unternehmergruppen ver. 1923 Januar. treten ausgerechnet die Industriellen obiger Jndustrie am zabeften den Standpunkt, tros Steigerung der Teuerung fein Steigen Es sei hier besonders bemerkt, daß die Rauftraft bes Lohnes in bet 25hne. Um den tariflichen Durchschnittslohn bon 908 M. Birtlichtelt noch stärker zurückgegangen ist, als aus dieser Sta ab dritter Februar- Woche erhöhen zu fönnen, mußte in zabem tistik hervorgeht, in der nur die Ernährungstosten berüdingen 4 Wochen lang alle Instanzen bindur verbandelt werden. fichtigt find. In der gleichen Nummer veröffentlicht die Holzarbeiter- Zeitung" Stampf das gefterte Ziel zu eratingen, gelang es, vor dem DemoErft als ein einstimmiger Beschluß der Funktionäre vorlag, durch einen Artikel über den Zohnanteil am Warenpreis, und zwar stüßt silmachungskommissar eine Vereinbarung zu tätigen, die bis Ende sie sich dabei auf die Angaben der Unternehmer selbst. Es geht märz läuft und in der letzten Woche einen Durchschnittslohn von Daraus hervor, daß in der Holz- und Möbelindustrie nach Angabe 1628 M. pro Stunde vorfieht. der Unternehmer ber Anteil des Lohnes am Warenpreis zwischen 7 und 25 Broz. schwankt. In Wirklichkeit dürfte jedoch dieser Pro gentfaß, wie die Holzarbeiter- Beitung" überzeugend nachweist, noch erheblich zu hoch gegriffen sein. Das in die Höhe getriebene Breis niveau der Waren muß alfe erst ganz wesentlich herabgedrückt mer den, ehe an eine Stabilisierung des Lohnniveaus gedacht werben PATA. erfolate. Achtung, Eisendreher, Revolverbecher asw. ber Amsterdamer Richtung! Mittwoch 5 Uhr findet im Lotal Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11, eine äußerst wichtige Zusammenkunft statt. Wir ersuchen, daß alle in Frage kommenden Kolleginnen und Kollegen ganz bestimmt in dieser Bersammlung anwesend find. Der Fraktionsvorstand. Werbeausschuß für die Solzindustrie. Dienstag 7 Uhr Gigung bei Religer, Engelufer 22. Der engere Werbeausschuß muß um 6 Uhr zur Stelle fein. Berband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter. Gruppe Landschaftsgärtnerei. Montag abend 8 Uhr Gruppenversammlung Neue Rathausfäle, Berlin- Schöne berg, Martin- Suther- Straße 09. fammlung Montag abend 7 Uhr Musiker- Güle, Kaiser- Wilhelm- Str. 31. Tages Zentralverband der Angestellten. Ortsgruppe Groß- Berlin. Generalves. orbnung: 1. Beratung der Abänderungsvorschläge zum Ortsstatut. 2. Steu wahlen. Die Mitglieder der Ortsverwaltung treffen sich bereits um 6 Uhr ebenda( Speisesaal), Fachgruppe Metall. Ünfece Delegietten finden fich am Montag abeno 6 Uhr in Saverlands Festfälen zu einer Borbesprechung ein. Erfcheinen dringend notwendig. Zentralverband der Schuhmacher. Versammlung ber Stepperei und Vor. vel in und außer dent Hause für die Hausschuhindustrie Montag abenb 6 Uhr Köpenider Str. 127a, Bersammlung der Ballschuhmacher Montag abend 5% Uhr Residenz- Feftiäle, Landsberger Stt. 31. Bersammlung der Reife und Kamelhaatschuh- Wender- und Benderinnen, Brandfohlennadlerinnen, Polsterfohlentieberinnen und Einleifter. Montag abend 64 Uhr im Saal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25.** Bersammlung ber Maß- und Ro paraturbranche Montag abend 7 Uhr Rosenthaler Sof, Saat 2, Rofenthaler Straße 11-12, Berfammlung der Maß- und Reparaturbranche Dienstag abenb 7 Uhr bei Reims, Urbanstr. 29( Ede Camphauſenſtvaße). Versamm ung der Vertrauensleute aus ben Fabellen Mittwoch abend 5% Uhr im Saal 5 bes Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25. techniter eller Berufe und die Mitglieder der Fachgruppe chemischer Induſtrie Bund der Technischen Angestellten und Beamten. Für die Baboratoriums. findet am Dienstag abend 7% Uhr in den Mufiler- Feſtsälen, Kaiser- Wilhelm. des Sophien- Syzeuins, Weinmeiſterſtraße 16-17, ein Bortrag über Sozialis Straße 81, eine Butab- Mitgliederversammlung statt. mus und Bodenreform" statt, ben Dr. Abolf Damafchte auf einabung be Kollegen zur Teilnahme auf. Eintrittstarten find zum Preise von 50 W.( für Sozialismus und Bobenreform. Mittwoch abend 7 Uhr findet in der Aufe Freigewerkschaftlichen Betriebsräteschule hält. Wir fordern alle Kolleginnen und Arbeitslose unentgeltlich) im Bureau der Freigewerkschaftlichen Betriebsräte sentrale, GO. 16, Engelufer 24-25, 2. Sof I, und am Bortragsabend am Saal eingang erhältlich. Freigewerkschaftliche Betriebsräteschule. Brauerei Königftabt empfabl Kollege Dorn die Annahme der Ver In einer erdrückend gefüllten Mitgliederversammlung in der einbarung, welche dann auch gegen eine erhebliche Minderheit Berantwortlich für ben rebatt. Kett: Vietor Schiff, Berlin; für Anzeigent Sh. Glode, Berlin. Verlag Vorwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: gewählte Brandenverfammlung au ibrer Stonftituierung im ReichenAm Dienstag, den 20. be. Mts., abends 7 Itbr, tritt die neu- orwärts- Buddruckerei u. Berlagsanfialt Baul Singer u. Co., Berlin, Bindenfit. Oleran 3 Beilagen. Bergerhof, Reichenberger Straße, zusammen. Alle Mitglieder haben gu erscheinen. Hungerlöhne in der Konfektionsstickerei. Lohnverhandlungen der Elektrizitätsarbeiter. Die im Zentralverband der Maschinisten und Heizer organisierten Elektrizitätsarbeiter waren am Freitagabend im Gewertschaftshaus persammelt, um den Bericht über das Ergebnis der LohnverhandDer Schlichtungsausschuß fällte am 18. d. M. einen Ebiebe Lungen entgegenzunehmen, der von Reinefeld erstattet wurde. fpruch, der efne Erhöhung der Februarlöhne um 100 Bros. für die Der Berliner Magistrat hat eine Regelung der Lohnfrage erste Hälfte März vorfiebt, weil nach Ansicht des Borfizenden die für März vorläufig abgelehnt, weil die Löhne der Reichs- und Staats- Februarlöne ungerlöbne waren. Durm bie 100 Proz. arbeiter noch nicht festgelegt find Es sollen aber Vorauszahlungen Bohnerhöhung erhält ein Sturbelstider einen Stundenlohn von für je 96 Stunden mit Einschluß sämtlicher Schwerarbeiter und 986 M., eine Singerstiderin 896 M., eine Handftiderin 747., Kinderzulagen gewährt werden. eine Blätterin 628 M. Aus diefen 8ahlen ist erfichtlich, daß die 2öbne im Februar, wenn man die 100 Broz. Lohnaufschlag in abzug bringt, tatsächlich hungerlöhne waren. Der ArbeitgeberMit den Märkischen Elettrizitätsmerten ist zwei mal verhandelt, eine Einigung über die Löhne aber nicht erreicht JACOBINER Der deutsche Likor Bet Kopfschmerz Rasch wirkend itrovanilla Bratlich bevorzugt Migräne. Zahnschmerz. Rheuma Erhält. In Apotheken RUDOLPH HERTZOG BREITESTRASSE BERLIN BERLIN C. BRUDERSTRASSE Kinder- und Backfisch- Kleidung Knaben- Anzüge Blusenform, aus praktischem Stoff.... Größe 1 jede weitere Größe bis Größe 8 M 1500.- mehr M 35800.Gestrickte Anzüge Größe 5 reine Wolle, Jackenform.: jede weitere Größe bis Größe 9 M 3000,-mehr M 43600.Sport- Anzüge flotte Formen in modernen Stoffen.. Größe 9 jede weitere Größe bis Größe 14 M 3000.- mehr M 65000.Ungarnierte Damenhűte Litzenhüte, schwarz, moderne Formen von M 7670.- an Lackierte Basthüte, schwarz u. farbig von M 11230.- an Liseréhüte, schwarz, aparte Formen von M 29250.- an Mädchen- Mäntel einfarbige oder gemust. Stoffe.. 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März 1923 Eine Enthüllung im Landtag. auftraft der Arbeiterschaft aber ift derart geschwächt, daß und Schlesien, der Städte Hagen i, W., Buer i, W. und Hildesheim Der Landtag führte am Sonnabend die Beratung des Berghaushalts zu Ende. noch immer gestiegen sind. Die Lage ähnelt also in vielen Punkten der am Anfang des Jahres 1920, wo ebenfalls nach einem plöglichen Sturz der Mark mit gleichzeitiger Ueberschreitung der Weltmarktpreise eine wesentliche Besserung der deutschen Währung eintrat, nachdem der Kappzahlungsfähigen Kreisen abgeschlossen wurden, gänzlich aus. Die wurde der Beitritt der Landesversicherungsanstalten Rheinproving die geringen Preisabfchläge, die einzelne Waren verzeichnen, ihr Jowle einer größeren Anzahl von Landkreisen( u. a. Kreis Osthavel Deutschhannoversche Partei und die Versailler Ver- wenig nüßen, zumal auf anderen Gebieten die Preise in letzter Zeit land mit 2,5 millionen Mark, Bauch- Belzig, Hildesheim, Hirschberg, handlungen. Goldberg, Rothenburg i. Schles, Liegnik, Iserlohn, Deutsch- Krone, Marienburg) genehmigt. Der Beitritt weiterer Städte und Landtreise steht demnächst bevor. Eine durch die erhöhte Beteiligung des Preußischen Staates am Grundkapital( 250 millionen Mark) veranlaßte Abänderung der Sagung, die auch die Zusammensetzung des Verwaltungsrats betrifft, wurde bes schlossen und von der Hauptversammlung genehmigt. Zum Geschäftsgang wurde berichtet, daß die Zahl der eingegangenen Darlehnsanträge sehr groß ist( zirka 800). Es wurden bisher Dar. lehen für Birta 400 Wohnungen bewilligt. Für weitere 475 Wohnungen liegen fertige Tagen vor; für meitere 1350 Wohnungen find Taraufträge ezteilt, sp daß anzunehmen ist, daß das Darlehensgeschäft einen lebhaften Fortgang nimmt. Atg. Sobotita( Romm.): Wenn das Zentrum den Kommunisten Sympathien mit den Franzosen vorwirft, so handelt es sich nur um die Tätigkeit von Spigeln, die sich in die Rommu nistische Partei eingeschlichen haben. Auf den Gruben in Gleiwiß find Münchener Fascisten eingestellt worden, die sich als Ruhrflüchtlinge ausgegeben haben. Daher der Streif. Abg. Herup( 3.) verlangt bevorzugte Kohlenlieferung für die lebenswich igen Betriebe, für die Krankenhäuser und für den Hausbrand. Nach Ausführungen des Abg. Martin( Dnat.) erklärt Abg. Dr. Pinferneil( D. Vp.): Die Gewinne im Kohlenbergbau stünden daß der Volks- Versammlungen am Mittwoch, den 21. März, abends 7 Uhr mit der Tagesordnung: weit unter dem Friedensgewinn. Doch fei zuzugeben, babe Stenerfragen, Ruhrbelegung und nationalistische Gefahr 3m Anschluß an den weiteren Rückgang der Devisenfurſe, bernach Der Kohlensteuern fei notwendig gewesen, weil im letzten Jahr Milliarden an Löhnen hätten ausgezahlt werden müssen, für die feine Dedung vorhanden gewesen sei. Das Geld jei auf Heller und Pfennig zurückgezahlt worden. Die Etundung habe auch im Intereffe der Gewerkschaften gelegen. In der Einzelberatung erklärt Abg. Offer( Soz.), daß die vom Herzog von Arenberg auf den Staat übergegangene Rohlenregalabgabe anscheinend nicht erhoben werde. 4,2 Millionen ständen noch aus. in folgenden Lokalen: Mitte: Haverlands Festfäle, Neue Friedrichstr. 35 Tiergarten: Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 24 Wedding: Brauerei Pazenhofer, Chausseestr. 64 Prenzlauer Berg: Union- Festfäle, Greifswalder Str. 221/223, gruppen die ebensmittel im Großhandel von dem 3662fachen Büttners Festfäle, Schwedter Str. 23 Friedrichshain: Andreas- Festsäle, Andreasstr. 21 Handelsminister Siering erwidert, daß die Abgabe eingezogen Kreuzberg: Schultheiß- Ausschant, Hasenheide( Wintergarten) mezde. Sie habe im vorigen Jahre 14,3 Millionen eingebracht, Charlottenburg: Beibniz- Oberrealschule, Schillerstr. 125/127. Abg. Dr. v. Campe( D. Bp.) beantragt, den Ausbau der Wilmersdorf: Rohr, Stadtpart, Kaiserallee 51/52 Bergakademie Clausthal; eventuell solle man die Steglig, Lichterfelde, Cantivih: Gymnasium Steglitz, HeeseAkademie nach Goslar verlegen. Der Antrag Campe wird von straße 15 allen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten unterstützt. Schöneberg- Friedenau: Aula Chamisso- Schule, Barbarossaplatz Abg. Offerroth( Soz.) verlangt eine eingehende Prüfung der Tempelhof- Mariendorf: Realgymnasium, Mariendorf, Kaiser Berlegungsfrage. Ein Regierungsvertreter sagt das zu. In einer persönlichen Bemerkung wendet sich Abg. v. Campe ( D. Bp.) gegen den Deutschhannoveraner Freiherrn v. Wangenheim und teilt mit, daß die Deutschhannoversche Partei bei den Friedensverhandlungen seinerzeit ein Telegramm nach Paris gerichtet habe, in dem gebeten worden fel, bei den Friedensverhandlungen für ein felbständiges Hannover zu wirken. Abg. Schulz- Neukölln( Komm.) ruft zu den Deutschhannoveranerern: Ihr seid ja seine Brüder! Der Antrag v. Campe bezüglich der Clausthale: Akademie wird angenommen. Der Bergetat wird hierauf erledigt. Ueber die dazu vorliegen den Entschließungen des Ausschusses und sonstigen Anträge wird erft am Dienstag abgestimmt. Nächste Sigung Montag 12 h:: Etat des Wohlfahrtsministeriums. Schluß gegen 5 Uhr. Wirtschaft Stagnation. straße Neukölln: Schultheiß- Ausschant, Hasenheide( Wintergarten) Treptow- Baumschulcaweg: Biftoriagarten( Inh. Mitschke), Am Treptower Park 26 Weiterer Rüdgang der Großhandelspreise mitte März 1923. besondere auf dem Getreide. und Lebensmittelmarkte zu lässen führte, hat sich das Niveau der Großhandelspreise nach der vom Statistischen Reichsamt berechneten Großhandelsinderziffer von dem 5120fachen am 5. März auf das 4750fache oder um 7 v. H. am 15. März gesenkt. Im gleichen Zeitraum fielen von den Hauptauf das 3195 fa che oder um 12,7 p. 5., die Industriestoffe von dem 7846fachen auf das 7657fache oder um 2,4 v. H.( also fachen auf das 4376fache oder um 7,4 v. 5. und die Einfuhrmieder am wenigsten!) und ferner die Inlandwaren von dem 4725maren von dem 7093fachen auf das 6618 fache oder 6,7 v. 5. Abbau der Kohlensteuer? Das Rheinisch- Westfälische Kohlensyndikat ist, mie aus Hamburg gemeldet wird, damit beschäftigt, bas notwendige Material zu sammeln, um in eine Prüfung der Frage des Abbaues der Kohlenpreise einzutreten. In der nächsten Woche werden in Berlin zwischen der Reichsregierung und Bertretern des Kohlensynditats entsprechende Verhandlungen beginnen. Niederschönere, Johannisthal, Oberschönereide: Kyff häuser, Niederschöneweide, Berliner Straße. Lichtenberg: Aula Partaue( an der Möllendorfstraße) Weißensee: Albrechtshof, Barkstr. 16 Reinidendorf: Bürgergarten, Reinickendorf- Ost, Hauptstr. 51 256 618 Tonnen; im Mai: 601 473 Tonnen; im Juni: 898 644 TonRedner sind die Reichstagsabgeordneten: Braß- Remscheid, Crifpien, Diffmann, Düwell, Jeldmann- Langen bielau, Horn- Stettin, Kuhnt- Chemnitz, Künstler, Cauffötter- Hamburg, Dr. Levi, Meier- 3widau, Frau Reihe- Hamburg, Robert Schmidt, Soldmann- Franien, Simon- Augsburg, Bogel- Franken, ferner Pfarrer Bleier. Die englische Kohlenausfuhr nach Deutschland. Auf Anfrage eines Abgeordneten erteilte der Unterstaatssekretär dez Bergbau verwaltung im englischen Unterhause folgende Auskunft über die englische Kohlenausfuhr nach Deutschland: Es gelangten zur Verschiffung nach deutschen Häfen im Januar 1922: 247 313 Tonnen; im Februar: 359 898 Tonnen; im März: 467 718 Tonnen; im April: nen; im Juli: 1133 402 Tonnen; im Auguft: 1165 228 Zonnen; im Geptember: 1060 801 Tonnen; im Oftober 918 598 Tonnen; im November 735 153 Tonnen; im Dezember: 509 769 Tonnen; im Januar 1923: 521 854 Tonnen; im Februar: 1 000 097 Tonnen. Seitdem hat die englische Kohlenausfuhr weiter zugenomme Nach dem Manchester Guardian" follen etwa 30 Schiffe mit Kohlen nach deutschen Häfen abgehen; im ganzen werden etwa 50 000 Tonnen Kohlen täglich nach dem Kontinent Frauen, Arbeiter, Angestellte, Beamte! Ericheint vozählig! Derladen. Bezirksverband Berlin. Butsch überwunden war. Auch damals hatten wir eine längere Periode der Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit. Es ist zu befürchten, Am Warenmarkt herrscht Stagnation, der Absatz stodt. Be daß sich die Dinge jetzt ähnlich entwickeln. Wohl bietet die Stille fonders drastisch tritt das in den Berichten der Landesämter für Ar tegungsverordnung einen gewiffen Schuß gegen willfürliche Einbeitsvermittlung zutage, die eine wesentliche Verschlechterung der schränkungen und Stillegungen der Betriebe. Großzügig aber fann Lage des Arbeitsmarktes verzeichnen. Seit Mitte Februar bis Mitte der Arbeitslosigkeit nur entgegengetreten werden, wenn genügend März ist die Zahl der Erwerbslosenunterstüßungsaufträge für die Industrie geschaffen werden und auch dafür empfänger, und zwar nur der Hauptempfänger, um rund gesorgt wird, daß die Preise mit der Kauftraft der Bevölkerung in 15 Broz. gestiegen, obwohl die Landwirtschaft mit der Früh jahrsbestellung eine stärkere Nachfrage nach Arbeitsträften entfaltete. Es ist zu befürchten, daß die Arbeitslosigkeit weiter um sich greifen wird. Einklang gebracht werden. Die Erhöhung der Wohnungsbau. abgabe, die soeben beschlossen worden ist, war auch unter diesem Gesichtspunkte eine Notwendigkeit. Darüber hinaus aber werden Staat und Gemeinden jetzt mehr als bisher öffentliche AufUmfomehr muß man verlangen, daß jegt umfassende Maß träge vergeben müssen, um die Beschäftigung der Industrie zu nahmen getroffen werden, die der zunehmenden Beschäftigungslosig ermöglichen. Es ist daher zu bedauern, daß durch die kurzsichtige feit entgegenwirten. Die Gründe der Abfahschwierigkeiten find ja Steuerpolitik der bürgerlichen Parteien auch bei den diesmaligen viel weniger in der Besetzung des Ruhrgebiets zu suchen, als in der Steuerberatungen verhindert worden ist, die Staatsfinanzen derart Tatsache, daß der Geldwert sich längere Zeit hindurch stabil gehalten zu stärten, daß sie auch diesen Aufgaben gewachsen sind. Statt hat und daß die Weltmarktpreise auf vielen Gebieten überschritten dessen geht die hoffnungslose Defizitwirtschaft weiter und es ist noch find. Die Folge davon muß sein, daß das Ausland als Abnehmer lange fein Ende davon abzusehen.. nicht mehr in dem Maße mie früher in Betracht kommt, daß also diese Nachfrage am Warenmarkt ausscheidet. Infolge der allge" Wetter bis Montag mittag. Troden und vielfach beiter, zeitweise neblig, um Mittag mild bei schwachen nordöstlichen Winden. GOLD- ORANGE Einmal versucht, Immer bevorzugt KAHLBAUM Jogal Gsid hervorragend bewährt bei: Grippe Herenschuß Nervenschmerzen. Gicht Rheuma Ischias Starte Nachfrage nach Baudarlehen. In einer Berwaltungs- Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Ausgemeinen Unsicherheit über die fünftige Breisentwicklung scheiden auch ratsfißung Der Preußischen Landespfandbrief zeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen apothefen erhältlich. Best. 64.3% die Vorratskäufe, die fonft mit jedem neuen Marksturz von den anstalt( Körperschaft des öffentlichen Rechts) Acid. acet. salic.. 0406%, Chinin. 12,6%, Lithium, ad 100 Amylum. Bedeutende Preisermäßigungen! 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Trianon- Theater Lissi, die Kokotte Pers.unter 18 Jahren haben keinen Zutritt 8 Uhr Kleines Theater Das stärkere Band Lustsp. v. F. Salten Toella, Sandrock, Kaiser- Titz Theater des Ostens ( Rose Theater) 734 Uhr: Berliner Mädchenhändler. Rauchen gestattet Stg nachm. 31, U. Ermäßigte Preise Kinder die Hälfte Theater u. Kottb, Tor Tägl. 72 und Sonnt.nachm. 30. EliteSänger U. a. Der Mann mit den 3 Frauen Schauburg Königgrätzer Str. 121 Heute Walhalla- Th. Uraufführung 745 u. Leitg. d. Komp. Dera, Läufner, Zernitz Die Liebe geht am Die rote Laterne Central- Theater Tägi. 7 Uhr: Der Aktiembaron Liebesroman einer ChiBesin, einer Geisha u. e. Casino- Theater amerik. Marine- Offiziers 8 Uhr: Ber neue Schlager Zum blauen Kakada Etabilsse Friedrichst. 60 Ecke Leipziger Str. Varieté- Kabarett in Helt. Spiele u. Margaretensaal 4% u. 7% Uhr In der Hauptrolle: Allan Hazimowa Ferner: Die große Bühnenschau Beginn 6 und 1/29 Uhr Sonntags 4 Uhr AFRIKA, OSTASIEN USW. 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Bodurch entstehen Unterleibsleiden, wie Entzündungen, Fluß, Berlagerungen, Rnidungen, Genkungen, Geschwülste, schmerzhafte und allzureiche Perioden, und welche Krankheiten tönnen baraus entstehen? Welche Ursachen haben Rückenschmerzen, Schmerzen tief im Kreuz, fowie Schmerzen im Leib und in den Seiten? Wie entstehen Geschlechtsleiden und welche Folgen haben dieselben für das weibliche Geschlecht? + Wie verhütet und wie heilt man Frauenleiden möglichst ohne Operation? 2890b Karten 500 und 1000 Mart an der Abendkasse. Anfang 8 Uhr, Rassenöffn. 7 Uhr, Ende geg. 11 Uhr. Da Borträge überfüllt, frühzeitig erscheinen. ++ Schokolade + billiger! Sarotti Stollwerck Mauxion Kast u. a. Marken billig! Ausschneiden erscheint nur einmal: + Clusstellung von Sommer Eisen& Diamant Neuheiten Kaiserstr. 4 Andreasstr. 18 Pelz Hans abuco Leipziger Str. 58 Zahlungserleichterung Dragees soweit Borrat, bebeutend unter Ringpreis.Große Auswahl in Gchofolaben usw. aller führ. Firmen. Spletter& Co., Urbanst.65.Mpl.7160 Zeichnung auf die mündelsichere wertbeständige 5% Westfälische Kohlenwert- Anleihe der Landesbank der Provinz Westfalen unter Garantie der Provinz Westfalen in Stücken von je 1 und 5 Tonnen westfälischer Fettförderkohle( Erzeugerpreis, also Syndikatspreis abzüglich Kohlensteuer, Umsatzsteuer und anderer Zuschläge). Die Zeichnung erfolgt bis zum 12 April d. J. zum Zeichnungspreis, der sich nach dem am 3. April d. J. gütigen Erzeugerpreis richtet. Sollte bis dahin keine weitere Kohlenpreiserhöhung in Kraft treten, dann wird der Zeichnungspreis je Tonne 89000 Mk. betragen Zeichnungsstellen sind alle Banken und Sparkassen und die Landesbank in Münster i. W. Die Zeichnungstellen geben ausführliche Prospekte ab. Die Zeichnungen werden nach der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Bevorzugt werden Zeichnungen, für welche der vorläufige Zeichnungspreis( 89000 Mk. je Tonne) vorausgezahlt wird. Vorausgezahlte Beträge werden bis zum Zeichnungstermin mit 10 Proz. verzinst. Stückzinsen werden nicht berechnet. Münster i. W., 10. März 1923. Landesbank der Provinz Westfalen. Verlegten unsere Praxis in die Räume des verst. Herrn San.- R.Dr.Nachtwey nach der Frankfurter Allee 251 der Dr. med. Tismer Frau E. Tismer Arzt and Geburtshelfer Rathausstr.) Hebammenschwester 19.- 31. März 008 כם LITZ Landeshuter Leinenund Gebildroeberei EV.Grünfeld + Berlin W8 Leipziger Str. 20/22 Besichtigung ohne Kaufzwang! MarkenZigaretten Metallbetten billigst bei Herschdörfer Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür, Rofenthaler Str. 50 Stahlmatratz., Kinderbetten dir an Priv, Sie sind unterversichert DENKBAR GRÖSSTER FEUERSCHUTZ GEBOTEN FÜR HAUS, WERK, FABRIK, LAGER etc SONDERLÖSCHER FÜR ALLE PRIVATEN UND TECHNISCHEN ZWECKE VERTRETERBESUCH KOSTENLOS VERTRETER ÜBERALL CENTRALEN MINIMAX BERLIN STUTTGART COUN EMRA 23 We 108. Abteilg. Cöpenic Unserem lieben Genossen, dem Stadtrat Paul Herbst u seiner treuen Lebensgefährtin zur Feier der silbernen Hochzeit entbieten die herzlichsten Glückwünsche MINIMAX Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser Paul Flecke am 8. d. M. gestorben ist. 144/19 Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Montag, den 19. d. M., vormittags 10 Uhr. von d Leichenhalle des Krematoriums Berlin, Gerichtstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Neue Haare wachsen fchon wieber Deutscher Baugewertsbund Baugewerkschaft Berlin Reichel's Haartrait montag, den 19. März 1923, nachm. 5 Uhr, waffer wirkt Wunder nach 3 maligem Ein- im Dresdener Kajino", Dresdener Straße 96: reiben. Go lauten piele Anerkennungen. . 2250,- u. 3750, in Drogerien erhältl. Bandelegierten- Berjammlung echt nur mit Firma Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt Otto Reichel, Berlin 43 gemacht. Bei der äußerst wichtigen Beriammlung er Eisenbahnstraße 4. suchen wir unsere Baudelegierten bzw. Betriebsräte, restlos zu erscheinen. Mitgliedsbuch und Betriebs. u. Junttionäre Billige Zigaretten Schokoladen rätetarte legitimiert. Ohnedem fein Zutritt. Doaaaaaa befannte Marlen aus la Tabaten, per Mille bed herabges. Preise. Profeffor Zurück! Dr. W. Liepmann, 16000, 18500, 19000, 20000, 28500, 30000 ufm. Bonbons, Bigarren er billigten zu den Tagespreifen Dragee- Eler ufw, Bundhölzer 430 und 730 Rt. per Paket Ofter- Artikel. offerieren foweit Borrat Günther& Co. M. Schneid& Co. Aleranber Kaiserstraße 8 5315 am Alexander Blaz. Fasanenst.41.Pfalzb.3744 Marsilius- Strasse 19 Deutscher Metallarbeiter- Berband Engros- Lager Kein Laden Gegründet 1894. Der Vorstand. Export- Lager Eine Treppe Geld Damen sparen Oster- Gelegenheitskäufe 10% werden an der Kasse 19.- 29. III. bel Kassakäufen vom Homespan 45 Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienftr. 83/85 Donegal Home 46 000 35 000 Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Tel: Amt Norden 833, 834, 835, 836 und 6592-6595. Montag, den 2. April( 2. Osterfeier- Donnerstag, den 22. März: fag), vorm. 10 Uhr, im Berbandshaufe( Gizungsfaal), Linienstraße 83-85 Branchenversammlungen Versammlung der Berliner Außenmonteure. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu den legten Verhandlungen weds Erhöhung der Auslösung. 2. Außenmonteurangelegenheiten. Das Erscheinen aller Kollegen ist Bflicht. Dienstag, ben 20. März, nachmittags 4 Uhr, im Lokal Badstraße 40/41: Konferenz der Betriebsräte u. Vertrauens. leute der Geldschrankbranche. Autogen- und Elektroschweißer: Abends 7 Uhr, im Lotal von Neumann, Gubener Str. 45. im Covertcoat Paleos 35 000 25 000 65000 45 Eolienne 55 vom vorgedruckten Etikettpreis abgezogen. 85 000 Tuch kelmäntel 125 000 65 000 ¥ 225 175 Kostüme 230 000 120 000 95000 mäntel Alpacca Mate 9500032000 Backfisch 65000 48000 24000 Winter Konfektion 25-50% herabgesetzt. Seal- Plüschmäntel Blberettmäntel Katzenjacken Dister Spezialität: Extra- Weiten u.-Längen für grosse u starke Damen am Alexanderplatz, Gewertſchaftshaus, Engelufer 24/2 M. Mosczytz. Land berger Str. 59 Treppe, Berlin G. Gaal 5. Bau- und Geldschrankschlosser und Betriebe für gelochte Bleche: Abds 6 Uhr, in der Böhow- Brauerei, Prenzlauer Allee 262. 1 C. Sonnabends u. Sonntags geschlossen. Teilzahlung Chirurgische Branche: Rachm. 5 Uhr, Möbel, Spiegel, Folsterwaren im Schweizergarten, Am Friedrichs- Petersburgerstr.231 hain. Drahtarbeiter: Abends 7 Uhr. im Lokal von Wollschläger, Adalbertite 21. Einrichter und Revisoren: Abends 61 Uhr. in der Schulaula. Roppenpl. 12. Eisenformer und Berufsgenossen: Abends 61% Uhr, in den Boruffia- Festfälen, Aderftr. 6/7. Fahrstuhl. Achtung! Kunstgewerbe Achtung! Elsenkonstruktions.. Dienstag, 20. März, nahm. 4 Uhr, im Alegandriner", Allegandrinenftraße 37a: 99 Versammlung und Signalbaubetriebe: Abends 7 Uhr, im Verbandshaus, Linienftraße 83-85, Arbeitslofenfaal. Elektromonteure und Helfer: Abbs. 7 Uhr, in der Aula des Köllnischen Gymnasiums. Infelfte 2/5. Gold und Silberarbeiter: Nachm. aller Kolleginnen und Kollegen, 5 Uhr, im Verbandshaus, Liniendie in den Betrieben des Werftraße 83135, Sigungsiaal, Graveure und Ziseleure: Nachm. brinenftr. 37a bandes Berliner Kunstgewerbe- 5 Uhr, im legandeiner, Aleganbetriebe beschäftigt sind. Ts Das Erscheinen aller ist Pflicht.. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Gürtler, Kronenschlosser und Kronenklempner: Nachm. 5 Uhr, in den Central- Festfälen. Alte Jakobftr. Hilfsarbeiter: Abends 7 Uhr, in der Schnlaula, Steinftr. 29-34. Metallbrüder und polierer Klempner: Rachmit. 5%, Uhr, im Engli Die Branchenversammlung am Dienstag, den 20. März, fällt aus. fchen Hos", Alexanderftr. 27c Mechaniker, Uhrmacher, Optiker, Funutoristen, Elcher und Bl. cherinnen: Abbs. 8 Uhr, im GemertAchtung! Gold- u. Silberschmiede Metalldrücker: Nachmittags 5 Uhr, in Dienstag, ben 20. März, nachmittags 5 Uhr, im Lotal von Ottmann, Dresdener Straße 105: den Hohenstaufenfälen", Rottbuser Damm 76. Metallformer und Berufsgenossen: Nach. 5 Uhr, in den Andreas- Feftfälen, Andreasftr. 21. Branchentommiffionsfißung. Metall, Revolverdreher und-dre. Alle Kollegen haben pünktlich zu erscheinen. Dienstag, den 20.März, abends 6 Uhr. im Berbandshause( Sigungsfaal), Linienstraße 83-85: Konferenz der weiblichen Vertrauensleute. Tagesordnung: 1. Bortrag über bas neue Arbeitsrecht. Referent: Rollege Franz Janke. 2. Berbands angelegenheiten und Verschiedenes. Dienstag, ben 20. März, abends 7 Uhr, im Rosenthaler Hof", Rosen thaler Straße 11/12: Vollversammlung aller in den Automobil- Reparatur Kleinbetrieben beschäft. Kollegen. Tagesordnung: 1. Jahresbericht, Diskussion. 2. Neuwahl der Gruppen. leitung 3. Berschiedenes. herinnen: Nachm. 5 Uhr, im Gewertschaftshaus, Engelufer 24/25, Gaal 1 Metallschleifer, Galvaniseure, Krat zer, Verzinner, Verzinker, Hilfs. arbeiter u.-arbeiterinnen: Nachm 5 Uhr, in den Sophiensälen, Gophienstraße 17/18. Rohrleger und Helfer: Abends 6 Uhr, in der Brauerei Aönigstadt, Schönhaufer Allee 10/11. Schnittarbeiter. Stanzer, Presser, Zuschneider, Knopfarbeiter und -arbeiterinnen: Nachm. 5 Uhr, in der Schulaula, Beinmeisterstr. 16/17. Schrauben, Antomateneinrichter sowie aller in Schraubenbetrieben Beschäftigten: Nachm. 5 Uhr, im Reichenberger Hof, Reichenberger Straße 147. Schwarzblech, Eisenmöbel- und Möbelschloßbetriebe: Abends 7 Uhr im Rofenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12. Stromerzeugende Industrie und Kommunale Betriebe: Abbs. 61/ Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18, Ileiner Gaal Die Bertrauensleute tagen um 6 Uhr Werkzeugmaeber: Abends 7 Uhr, im in demselben Botal. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Mittwoch, den 21.März, abends7Uhr, im Berbandshaus( 8immer 7), Linienftraße 83/85: Lotal Königsbant, Große Frankfurter Straße 117. Wickler, Isolierer, Imprägnierer. Kollektorbauer, Batterie und Elementenarbeiter: Abends 7 Uhr, in der Schulaula, Grünthaler Str. 5. Sonntag, den 25. März: Bezirksleitungsfikung Bisen-, Revolverdreher und-drehebcs 15. Bezirks. Mittwoch, 21. März, abends 6%, Uhr, im Berbandshaus( Jugenbfaal( Portali), Linienstraße 83/85: Versammlung der Werkzeugschleifer. Tagesordnung: 1. Neuwahl des Gruppenleiters. 2. Gruppenangelegen heiten und Verschiedenes. Mittwoch, den 21.März, abends 7Uhr, im Berbandshaus( Zimmer 14), Linienftraße 88/85: Versammlung rinnen sowie Rundschleifer: Bor mittags 9, Uhr, in den Sophhienfälen, Sophienftr. 17/18. Emaillierer: Bormittags 10 Uhr, in den Refibenz- Festfälen, Landsberger Straße 31. Hobler, Bohrer, Stoßer, Fräser u. welbliche Berufsangehörige: Bormittags 92 Uhr, im HumboldtGymnofium, Gartenstr. 25. Kesselschmiede- Helfer und der dazu gehörenden Berufe: Bormittags 10 Uhr, in Feibels Feftfälen, Rol berger Straße 23. Maschinen, Auto- und Reparatur schlosser: Vormittags 9 Uhr, in den Mufiferfälen( Großer Gaal), KaiferWilhelm- Straße 31. Schmiede: Borm. 91 Uhr, in Boeters Festfälen, Weberstr. 17. ber Taubstummen- Sektion der Walzwerk, Blel- und Drahtkabel. Metallarbeiter. Tagesordnung: 1. Berufsangelegenund sowle Papierrohrarbeiter arbeiterinnen: Borm. 91%, Uhr, in der Schulaula, Beinmeisterstr. 16/17. heiten. 2..Verbandsangelegenheiten. Tagesordnung in allen Bersammlungen: Die Betriebsräte und Bertrauens- 1. Jahresbericht. Disfuifion. Teute werden ersucht, die taubftummen 2. Neuwahl der Branchenleitungen usw. Kollegen auf diese Bersammlung aufmert Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt. jam zu machen. Biriritt haben nur Branchenangehörige. Die Ortsverwaltung. 344/20 Seifen im Haushalt. Toiletten-.| Kernfeifen. Seifenvertrieb, Lieditraße 20 Stettiner Bahnhof). ULLSTEIN SCHNITTMUSTER 2000 neue Modelle für Frühjahr und Sommer Erhältlich bei A. WERTHEIM Com. Gesellschaft für Bürgerliche WohnungsEinrichtungen Große PreisErmäßigung Schlafzimmer Eiche fourniert bestehend aus: Schrank, 1.50 m breit 2 Bettstellen m. Patentbed. 2 Auflagen, Keilkissen 1 Waschkommode, 2 Nachttische mit Marmorplatte 2 Stühle, 1 Glashalter 1350000 M. Speisezimmer Eiche fourniert bestehend aus: 1 Büffet, 1 Kredenz 1 II- Zugtisch, 6 Lederstühle 950000 M. Herr.- Zimmer Eiche fourniert bestehend aus: 1 Bibliothek, 1 Diplomat, 1 rund. 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Dame, deren bedeutende Schuh- und Handschuhnummern ihn sofort anheimeln, die ihn aber zunächst mit einer Flut merkwürdiger Worte überschüttet, bis sie sich durch das geliebte Französisch darüber verständigen, daß er der Herr Baron de Piedecubiste aus Antwerpen in Belgien und sie die Komtesse Maruschka Powid: eschek aus Prag in der Tschechoslowakei ist. Sie finden Gefallen aneinander, besonders als sie seine wohl gespickte Brieftasche gesehen hat, und er entwickelt ihr in längerer Rede seinen Plan, den gesamten Kukirolexport nach Belgien zu monopolisieren und sie dann zu heiraten. Sie erklärt, es sei schon immer ihr Traum gewesen. so jeden Nachmittag, wenn sie mit Geschirrwaschen fertig sei und Holz in die Küche petragen habe, im meergrünen Seidenkleide auf dem Diwan Romane zu lesen. 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Jahrgang �$0 �0?W�?�0 unrnrnrntTgammmmamMBrnaammmmsmammmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmammim Sonntag, 1$. März 1423 75 Jahren. Die ersten sichtbaren Zeichen revolutionärer Umtriebe, die ersten gerechten Ausbrüche der Empörungen eines bedrückten und aus- gebeuteten Volkes sind in Berlin bereits im Jahre 184 7 zu kon- statieren. Damals schon gab es Aufruhr und Krawall, den die Ge- schichte unter dem Namen„Kartosfelkrieg" aufbewahrt Hot Im Lahr« 1847 herrschte überall Teuerung, und namentlich in Berlin waren durch wucherische Spekulation der Bauern und Händler die Preise, vor allem dir Kartoffeln, auf eine unerträgliche Höhe getrieben worden. Wenn man heute von dieser Geschichte hört, mutet sie so frisch an, als hätte sie sich nicht 1847, sondern 1323 ereignet. Eine Metze Kartoffeln, für die man sonst nicht ganz e'iien Silbergroschen bezahlt«, kostete acht Silbergroschen und mehr. Am Ig. April 1847 in der Frühstunde fiel eine Anzahl armer Frauen auf dem Markt am Oranien burger Tor über die Händler her, verprügelte sie und verstreute ihre Kortoffeln und Gemüse auf dem ganzen Markt. Diese streitlustigen Frauen wurden bald durch an- deres Publikum verstärkt und ein Haufe von über tausend Menschen zog von einem Wochenmarkt zum andern und hielt strenges Gericht über die Wucherer ab. Die Unruhen nahmen in den nächsten Tagen einen immer größeren und gefährlicheren Umfang an: man wandte sich gegen Bäcker und Schlächter, so daß endlich die Behörden ein- griffen und Militär requirierten, das mit flacher Klinge dazwischenschlug und nach vier Tagen diesen Krieg„sieg- reich" beendete. Die»Lichtfreunüe�. Die März-Nevolutlon hat in Berlin von den„Zelten" ihren Ausgang genommen und wurde vorbereitet von einer Gesellschaft politisch frei denkender Männer, die sich die Lichtfreunde nannten. Sie versammelten sich abends in den„Zelten", debattierten über die politische Lage und hielten von einer Tribüne Ansprachen an das Publikum, dos sich, namentlich an schönen Sommerabenden, sehr zahlreich hier einfand. Die Polizei war zwar scharf hinter den„Licht- freunden" her und zerstreute immer wieder diese Versammlungen, ober verhindern konnte sie sie nicht. Besonders laut und lebhaft ging es bei diesen Ansammlungen her. als die Februar-Reoolution in Paris ausgebrochen war. Als am Abend des 13. März 1848 besonders stürmische Reden in den„Zelten" gehalten wurden, galop- piertcn plötzlich einige Züge Gardetürassiere mit dem blanken Säbel in der Faust in die Meng« und trieb sie auseinander. Blut war zwar noch nicht geflossen, aber die Empörung der Menge über den Angriff der Soldaten war groß: es herrschte jetzt eine revolutio- när» Atmosphäre in Berlin, so daß der damalige Polizeipräs i- den von Minutoli die ersten Sicherheitsmaßregeln, wie Besetzung des Schlosses durch Soldaten, traf,„da die Hallung der Ar- beiter eine freche und herausfordernde zu fein scheint". Der Anblick der K a v a l.l« r i e p a t r o u i l l e n, die durch alle Straßen streif- ten, erbitterte das Volk ungemein. Uebcrall scharten sich erregte Menschenmassen zusammen und waren einmütig in der Forderung: „Fort mit den Soldaten!" Am 16. März hatte sich eine besonders große Volksmasse vor der N e u e n W a ch e im Lustgarten ver- sammelt, die damals noch durch kein Gitter abgeschlossen war. Ein Schutzmann, der sich durch die Massen bedroht fühlte, flüchtete in die Neue Wache.(Berlin hatte damals 264 Polizeibeamten bei 466 666 Einwohnern.) Der die Wache befehligende Offizier glaubte, daß die Menge nachstürmen werde und ließ in die Menschen schießen. Zwei Tote blieben auf dem Platz, und mit dem entsetzten Ruf: „Preußensch ießenaufPreußenI" stob die Menge fluchend auseinander. Das erste Blut war geflossen, die blutige Ouvertüre zu den folgeisschwercn Ereignissen am 18. März war gespielt. Am 18. März hatte sich gegen mittag bei herrlichem Märzwetter ein überaus-ahlreiches Publikum auf dem Schloßplatz versammelt und demonstrierte stürmisch gegen die Schloßportale, als es des absperren- den Militärs ansichtig wurde. Die Truppen, etwa 13666 Mann, befehligte Generalleutnant v. P r i t t w i tz. Nachmittags um 2 Uhr erhielt er von Friedrich Wilhelm IV. den Befehl, den Schloßplatz zu räumen und dem dort herrschenden Skandal ein Ende zu machen Daraufhin rückten Dragoner gegen das Volk vor, und Major Vogel von Falken stein führte unter Trommelschlag feine Infanterie bis zur Breiten Straße, wo er halt machte. Eine andere Kompagnie schwenkte nach der Langen Brücke ein. während die Dragoner von der Stechbohn aus avancierten. Der Schloßplatz leerte sich. Nur an den Häusern zwischen der Langen Brücke und der Breiten Straße waren noch Menschen stehen geblieben. Um diese zu vertreiben, ließ Vogel v. Falkenste, n«inen Schützenzug gegen sie vorrücken. Dabei fielen zwei Schüsse. Angeblich waren die Gewehre durch einen Zufall losgegangen. Aber diese beiden Schüsse, durch die niemand verwundet wurde, wurden von der Menge als das Signal zum Angriff auf die unbewaffneten Bür- ger ausgefaßt und fachten den Aufstand zur vollen Flamme an. Allgemein ertönte nun der Ruf: h£ot*onf März- und Novembermann. Der von 1848 und der von 4918, da» gäbe die wahre Ernheilsfroni. die Varrikaöenl� Am frühen Nachmittag entstanden die ersten musterhaft gebauten Barrikaden in der K ö n i g ft r a ß e(ungefähr zwölf). U e b e r 1 66 6 große und kleine Barritaden waren schnell in ganz Berlin errichtet. Unmittelbar nachdem die Schüsse an der Langen Brücke gefallen waren, wurde der Doppelposten an der Bank attackiert und die beiden Grenadiere Theißen und Czaika getötet. S t u d e n- ten— damals ein anderes Kaliber als die heuttgen deutschnationalen Radaubrüder und Meuchelmörder— holten zum Schutz und zur Verstärkung die Arbeiter aus den Maschinenfabriken von B orfig, Egells und Rüdiger herbei. Sofort folgten die Arbeiter dem Ruf zur Befreiung. Di« ersten besten Stücke Eisen in der Hand und mit ihren Hämmern, so stürzten sie aus den Werkstätten. Noch heute wird ja von unverantwortlichen konservativen Hetzern das Märchen erzählt, daß die Arbeiter bereits vor dem 18. März planmäßig auf- gehetzt worden feien. Es leuchtet ein, daß sie, wenn dieses Gerücht wahr sein sollte, viel bessere Vorbereitungen zum Kampf getroffen hätten. Unter Führung eines Studenten griff man zunächst die A r t i l l e r i e k a s e r n e an, dl« früher in der nördlichen Friedrich- straße stand. Die Angreifer wurden aber durch Kartätschenschuß zersprengt und zogen auf Umwegen nach dem Schloß. Die Barrikaden, bis zu acht Fuß hoch, stiegen wie durch Zauberfchlag empor. An jeder Straßenecke sammelte sich alt und jung, vornehm und gering zum Bau der Barrikaden. Die Buden, die Wagen, die Omnibusse, die Droschken, große Last-, Post- und Brauerwagen, Baugerüste wurden in allen Stadtteilen von Taufenden von Händen zusammengetragen. Selbst Weiber und Kinder waren tätig. D i e Einigkeit, die beim Bau herrschte, war wunder- b a r. So sah man zwei Männer einen Balken tragen, der eine davon ein Arbeiter mit zerrissener Bluse, der ander« ein fein gekleideter Herr. Als Grundelemente zu den Barrikaden diente überall das auf- gerissene Straßenpflaster, beite Trottoirfteine, Balken und die vielen über die Rinnsteine gelegten Bohlen und Bretter, oder Wagen, Karren und dergleichen, die man umstürzte. Aus den Häusern holte man Betten, Mehlsäcke, Möbel, Torflügel, Türen, Zäun«, Pfähle, Haken und Stangen. Alles geschah in größter Ordnung und überall mit derselben Eile und Todesverachtung. Es gab nur zwei Parteien: Bürger und Soldaten, Volk und Truppen. Die Frauen brachten Kaffee, zerschnittene Brote und reichten Lebensmlltel nach der Straße hinaus. In den Straßen goß man Kugeln und schmiedete Lanzenspitzen. Die Kämpfe. Auf den einzelnen Barrikaden saßen und standen zum Teil sehr gute� und treffsichere Schützen. Der heftigste Kamps tobte naturgemäß um die Barrikaden in der Nähe des Schlosses. Die Barri- kaden in der K ö n ig st r a ß e waren musterhafb gebaut. Zwilchen 4 und 5 Uhr nachmittags eröffnete das Militär gegen diese Barrikade das Feuer. Die erste Kartätsche oermochte die Barrikade nicht zu zerstören. Nun folgte Schlag auf Schlag, und zerrissene Leichen logen überall. Gegen 6 Uhr erhielt das Militär Verstärkung, und ein furchtbares Gemetzel begann. Die Soldaten nahmen die Häuser, aus denen geschossen wurde, einzeln ein, sie drangen in die Wohnungen, in die Gaststuben und auf die Dächer. Gegen 7 Uhr war die Königstraße unter großem Blutvergießen gewonnen. Am Ausgang der Breiten Straße, gegenüber dem Schloß, war die bedeutendste unter allen Barrikaden Berlins. Um ihre Eroberung entbrannte ein heißer Kampf, dem von den Fenstern des Schlosses der König und fein Bruder Prinz Wilhelm, der später vor der Wut des Volkes nach England flüchten mußte, interessiert und seelenruhig zuschauten. Anfangs hatte das Militär hier wenig Glück, bis abends um 11 Uhr General v. Prittwitz, dem es höchst fatal war, daß sein königlicher Herr dem vergeblichen Kampf der Soldaten zuschaute, den Generalangriff befahl, der dann auch Erfolg hatte. Im Anschluß an diesen fanden dann noch bis morgens um 3 Uhr kleinere Gefechte statt um die Erstürmung der Barri- kaden am Hausoogteiplatz und am D ö n h o f s s p latz. Sehr große Mühe kostete den Soldaten auch die Eroberung der Barrikade am Alexanderplatz. Von S Uhr nachmittags bis um Mitternacht wurde hier auf das erbittertste gekämpft, ohne daß es den Soldaten gelang nenenswerte Fortschrite zu machen. Es trat eine zweistündige Pause ein, während der die ermüdeten Soldaten auf dem Straßenpflaster kampierten. Um 2 Uhr morgens begann der Kampf aufs neue und, nachdem die Truppen Berstär- kungen durch dos erste Garderegiment erhalten hatten, gelang um 4 Uhr morgens die Einnahme dieser Barritade. Bald nach Angriff durch die Truppen wurde die Barrikade an der Ecke der Friedrich- und Iägerftraße von der Befatzung verlassen. Nur zwei junge Leute im Alter von 16 und 13 Iahren, die Schlosser- gesellen G l a s e w a l d und Ernst Zinna, hielten stand. Beide wurden noch heldenhafter Gegenwehr getötet. «.Hut ab!" Am 13. März erfolgte bekanntlich die Proklamation des Königs an feine Berliner, die hohl, eitel und heuchlerisch war, aber jeden- falls den Erfolg hatte, daß das Militär abrückte. Gegen mittag brachte man einen großen Teil der oft furchtbar v e r st ü m- melten Leichen in das Schloß und legte sie auf dem S ch l o ß h o f gegenüber der Schloßwache nieder. Man hatte die Kämpfer für Freiheit und Recht mit Blumen bekränzt und Decken über sie gebreitet. Dann aber rief man nach dem König, der dann auch bald darauf am Arm seiner Frau auf dem Balkon erschien. Jemand schrie:„H u t a bl" Der König entblößte den Kopf, und tNachdruck»erboten. Der Malik-Dertag, Berlin.) Drei Soldaten. 64] von John dos vis, os. Ans dem amerikanischcn Manuskript liberfett von Julian Eumpee». 4. Andrews verließ die Station unwillig, zitterte in dem grauen Nebel, in dem die Häuser der Dorfstraße und die Reihen der Motorlastzüge und die wenigen Gestalten der fran- zösischen Soldaten, die in langen, formlosen Mänteln herum- standen, wie dunkle, unbestimmte Flecken in dem wirren Dämmerlicht erschienen. Sein Körper fühlte sich diimpf und stickig an von einer Nacht, die er in der warmen, fettigen Luft eines überfüllten Eisenbahnabteils verbracht hatte. Er gähnte und dehnte sich und stand unentschlossen in der Mitte der Straße, sein Gepäck auf den Schultern. Außer Sichtweite, hinter der dunklen Masse des Stationsgebäudes, psiss eine Lokomotive, und ein Zug ratterte ab in die Ferne. Andrews horchte auf den schwachen Rhythmus des Fahrens mit einem kranken Gefühl der Verzweiflung. Es war der Zug, der ihn von Paris zurück zu seiner Division gebracht hatte. Er ging ziellos eine Weile durch die Stadt, hoffte ein Eaio'zu jinden, wo er einige Minuten sitzen könnte, um einen letzten Blick auf sich selbst zu werfen, ehe er wieder in die fürchterliche Atmosphäre dieses Armeelebens untertauchen würde. Nicht ein Licht zeigte sich. Alle Läden der kleinen Häuser waren geschlossen. Mit mißmutigen, unlustigen Schritten ging er die Straße hinunter, die man ihm gewiesen hatte. Ueber ihm der Himmel klärte sich auf und zerstreute den Nebel, der schwer über der Erde hing, nach allen Seiten in großen, undeutlichen Wellen. Seine Schritte tönten hart auf dem gefrorenen Weg. Gelegentlich tauchte aus dem Nebel die Silhouette eines Baumes am Wegrande auf, dessen Aeste klar und rötlich im Sonnenlicht standen. Andrews sagte zu sich selbst, daß der Krieg vorbei sei und daß er in einigen Monaten auf jeden Fall frei sein werde. Was machten ein paar Monate mehr oder weniger schon aus! Aber diese Gedanken wurden von der blinden Panik fortge- schwemmr, die über ihn hinwegging wie die wilde Flucht aus- gescheuchter Büffel. Da gab es keine Gegenargumente. Sein Bewußtsein war so mit Revolte erfüllt, daß sein Fleisch schmerzte und ihm schwarze Flecken vor den Augen tanzten. Einen Augenblick dachte er daran, ob er vielleicht verrückt ge- worden sei. Enorme Pläne stiegen im Tumult seines Bewußt- fcins auf und lösten sich dann plötzlich wie Rauch im Winde. Man muß fortlaufen, und wenn man gefangen wird, Selbst- mord begehen. Man muß eine Meuterei in seiner Kompagnie anfangen, durch seine Worte die Kameraden zur Roserei treiben, daß sie den Gehorsam verweigern, daß sie die Ofsi- ziere auslachen, wenn diese ihnen mit rotem Gesicht Befehle entgegenschreien: die ganze Division muß über die froststarren- den Hügel fortmarschieren ohne Waffen, ohne Flaggen: alle Sol» daten, alle Armeen aufrufend, sich anzuschließen, weiter zu marschieren» singend um die Nachtmahr des Krieges aus dem Blut herauszulachen. Das Bewußtsein des Menschen in einem Blitzstrahl der Erleuchtung wird es wieder zum Leben erwachen!" Welchen Sinn hatte es, den Krieg zu beenden, wenn es weiter noch Heere gab? Aber das war ja alles Rhetorik. Sein Bewußtfein er- tränkte sich in Rhetorik, um gesund zu bleiben. Sein Bewußt- sein spritzte Rhetorik aus wie ein Schwamm, um nicht dem Irrsinn Anttitz in Antlitz gegenüberzustehen. Die ganze Zeit tönten seine harten Schritte auf der ge- frorenen Straße in seinen Ohren, brachten ihn näher und näher zu der Stadt, wo die Diviston einquartiert war. Er kletterte einen langen Hügel hinauf. Der Nebel wurde dünner um ihn und glänzte im Sonnenlicht. Dann schritt er in der vollen Sonne über den Kamm eines Hügels, den fahlen, blaß- gelben Himmel über sich. Hinter ihm und vor Ihm Mte der Nebel die Täler. In dem Tal zu seinen Füßen konnte er im Schatten des Hügels, auf dem er stand, einen Kirchturm und einige Dächer sehen, die aus dem Nebel wie aus einem Meer herausragten. Zwischen den Häusern riefen Signale zum Essen. In der Dorsstraße traf Andrews einen Mann, den er nicht kannte und fragte ihn, wo das Bureau fei. Der Mann, der irgend etwas kaute, wies schweigend auf ein Haus mit grünen Läden auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. An einem Pult faß Chrisfield und rauchte eine Zigarette. Als er aufsprang, bemerkte Andrews, daß er die beiden Streifen des Korporals auf seinem Aermel hatte. . Hallo. Andy!" Sie schüttelten sich warm die Hände. ..Wie geht's?" „Fein," sagte Andrews. Eine plötzliche Bangigkeit überfiel Ihn. v „Du bist jetzt Korporal. Gratuliere." „Hm, hm, schon'neu Monat her." Sie schwiegen. Chrisfield faß wieder in seinem Stuhl. „Was für'ns Stadt ist das hier?" „Das ist'n Mistloch hier, dieser Schutthaufen. Ein rich- tiges Mistloch. Werden bald weitermarschieren. Okkupattons- armee. Aber das hätte ich dir nicht sagen dürfen. Sag's be- stimmt nicht weiter." „Wo liegt unsere Abteilung?" „Du wirst sie nicht wiedererkennen. Wir haben fünf- zehn Neue." „Gibt's Zivilisten in der Stadt?" „Aber sicher. Komm mit mir, Andy... Aber warte noch 'n Augenblick. Dann werden wir um das Exerzieren'rum- kommen. Findet feit dem Waffenstillstand jeden Tag' statt. Haben Befehl gegeben, den Drill zu verdoppeln." Sie hörten draußen eine Stimme, die Befehle ausschrie, und die enge Straße füllte sich plötzlich mit dem Lärm von Stiefeln, die im Gleichschritt auf dem Boden klangen. Andrews blieb mit dem Rücken gegen das Fenster stehen. Irgend etwas. in seinen Beinen schien mit den anderen Beinen da draußen mitzugehen. „Da marschieren sie ab," sagte Chrisfield.„Der Leut- nant ist heute mit ihnen. Willst du was zu essen?" Die Marketenderstube war leer und dunkel. Andrews saß an einem Klavier, ohne zu spielen. Er dachte daran, wie er einst die ganze verkrampfte Einsamkeit seines Lebens hatte ausdrucken wollen. Unbewußt, wie er daran dachte, hatten die Finger der einen Hand einen Akkord gesucht, der aus dem verstimmten Klavier wie ein Rasseln klang.„Gott, wie dumm." murmelfe er laut und zog seine 5)ände weg. Plötzlich begann er abgebrochene Bruchstücke von Dingen, die er kannte, zu spielen. Hinter ihm ertönte ein Husten, das einen künstlichen, diskreten Unterton hatte. Er spielte fort, ohne sich umzusehen. Dann sagte eine Stimme:„Wunderbar, wunderbar." Andrews wandte sich um und sah in ein dreieckig geformtes Gesicht mit breiter Stirn und hervorstehenden Augenbrauen. „Oh, fahren Sie fort zu spielen, es ist schon Jahre her, daß ich Debussy nicht gehört habe." „Es war nicht Debussy." (Fortsetzung folgt} das Volk unten im Hof fang vor feinen gefallenen Helden:„Jesus, ineine Zuversicht!" Es war ein ergreifender und erschütternder An- blick. Unmittelbar nach dieser tiefernsten Szene ereignete sich— die Extreme berühren sich ja so häufig im Leben— eine heitere Episode. Obwohl die Truppen abgerückt waren, halte sich doch noch immer eine große Erregung der Menge bemächtigt. Die Szene mit dem aus Angst vor den Toten sich neigenden König drohte dramatisch zu werden, und immer mehr Menschen strömten auf dem Schloßhof und auf dem Schloßplatz zusammen. Da trat der F ü r st L i ch- n o w s k y unter die Menschen und hielt voij einem Tisch eine Rede an sie, in der er mitteilte, daß der Kampf beendet sei, die Truppen Berlin verlassen hätten und vom König alle Forderungen des Volkes bewilligt worden wären. Auf die Frage, ob auch wirklich alles be- willigt worden sei, antwortete er:„Ja. alles, meine Herren!"„O o ch det Roochen?"„Ja, auch das Rauchen."„Osch im Tier- garten?"„Ja, auch im Tiergarten, meine 5)erren." Diese Ver- sicherung schien ausschlaggebend, und man ging befriedigt nach Hause. öestattung öer Opfer. Am 2 2. März wurden die Opfer des blutigen 18. März feier- lich zur Gruft getragen. Alle Bureaus waren geschlossen, nur wenige Läden geöffnet. Auf allen Toren und vielen Häusern waren große schwarze Fahnen aufgezogen, Männer und Frauen erschienen in Trauerkleidern. Ein unendlich großes Trauergefolge schritt hinter den Särgen nach dem Friedrichshain. Die Särge standen auf dem Geudarmenn. arkt, und der König hatte einen Obergärtner beauftragt, die Särge mit Blumen zu schmücken. Nach einer Feier in der Neuen Kirche, wo Bischof Neander vor den Hinterbliebenen sprach, wurden die Weihereden auf dem Gen- darmenmarkt vor den Särgen gehalten, und zwar sprachen der evangelische Prediger Sydow, der katholische Kaplan ll�ihland und der Rabbiner Sachs. Die Särge wurden nun aufgenommen und der Zug setzte sich in Bewegung. Als die Spitze vor dem Portal des Schlosses angelangt war, trat der König, umgeben von Mi- nistern und Adjutanten, auf den Balkon und begrüßte die Toten, indem er den Helm abnahm. Es währte über drei Stunden, bis die einzelnen Teile des Zuges den Friedrichshain erreicht hatten, wo nach einmal Pfarrer Sydow und Bischof Neander sprachen. »» ck „Die Idee der Areiheik wird trotz aller Reaktion doch zur Dcrwirklichunq kommen. Die Philister, die ihr bis jetzt ent- gegen sind und durch Masse, Geld und Aemter herrschen, sind dock, auch nur von dieser Welt, und der Teufel wird schon so güiig sein und sie geleqenMch holen." Hoffmann von Fallersleben. war„Residenz" geworden, llnd so weiß die Chronik bis ins 19. Jahrhundert hinein wenig zu melden. Erst die Stürme jenseits des Rheines, die das vom Wiener Kongreß und der„Heiligen Allianz" wiederhergestellte Bourbonen-Regiment wegfegten, brachten wieder Bewegung in die Berliner Bürgerschaft. Anfang September 1830 wurden in Berlin Zettel verteilt, auf denen das Volk aufge- fordert wurde, sich Freiheit und Erleichterung der Abgaben von der Regierung mit Gewalt zu erzwingen. In den Handwerkerherbergen sind die Herde dieses Reoolutionsversuchss zu suchen. Bor allem revoltierten die Schneider, denen man ja mit Unrecht negative Tapfer- Allgemeine Zunklionär-Versammlung am Montag, den IS. März, abends 1 Uhr, in der Brauerei Sönigstadt, Schönhauser Allee 10 Tagesordnung: Der wirtschaftliche Kampf im Ruhrgebiet Redner: Blaß, Betriebsrat für den EiscnbahndirektionSbezirk Essen. Dimberh, M. d. L.. Vorstandsmitglied des Bergarbeiterverb. Wolf, Bczirkslciler des Deulscben MetallarbeitervcrbandeS. Ohne Funktionärkarte für 1923 und Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Bezirksvorstand. flufstänöe in fl!t-Serlm. Im Jahre 1848 war es nicht das erstemal, daß die Berliner Bürgerschaft sich gegen Gewalt und Unterdrückung empörte. Die früheren Revolutionen und Revolutiönchen sind vergessen, die 7S-Jahr- feier der größeren 48er Revolution aber gibt Anlaß, auch hier früherer Empörungen einmal zu gedenken. Man kommt ziemlich tief ins Mittelalter zurück, wenn man Kunde von einem ersten Aufstand der Bürgerschaft zu erhalten sucht. Man muß daher wohl unt.rlcheiden zwischen den Kämpfen, die zwischen beiden Kulturstätten Berlin und Kölln von feiten der Bürgerlichen ausgefochten wurden, und solchen Kämpfen, in denen es sich wirklich um eine„Revolution", d. h. um eine Empörung der Bürger gegen irgendeinen Machteingriff„von oben" handelt. Der Grund zum ersten Berliner Aufstand, der am 1 3. O k! o d e r 13 2 2 ausbrach, stellt den Berlinern ein gutes Zeugnis aus. Sitt- liche Empörung über das Benehmen eines„vornehmen Herren" trieb die Bevölkerung zu energischem Widerspruch. Conrad Schütze, der Geschehnisschreibcr des Erzbischoss von Magdeburg, der als Ge- sandter in Berlin weilte, hatte, wie der Chronist sich ausdrückt,„auf der Straße einer ehrsamen Dürgersfrau den lackshoften Antrag ge- macht, mit ihm gemeinschaftlich ein Bad auf dem Krögcl— einer damals verrufenen Gegend Berlins— zu nehmen und eine Bode- wanne mit ihm zu teilen". Kleine Ursache, große Wirkung! Die Bürgerschaft stürmte das Haus des Herzogs von Sachsen, bei dem der Gesandte sich aushielt, holte den leichtlebigen Monsieur heraus und ließ ihn auf dem Nuen Markt ohne Umstände um einen Kopf kürzer machen. Der Herzog zag es vor, nach Spandau abzureisen, und wagt« es nicht, für diese rasche Jurisdiktatur Rache zu nehmen. Die Steuern, die die Kirche erhob, wurden dreizehn Jahre später der Anlaß zu einer zweiten Revolution. Während der Probst von St. Marien, Nicolaus von Bernau, mit seiner geschulten' Beredsamkeit den Rat der Stadt klein bekam, die Zahlung des Kirchen.zehnten weiterhin zuzusichern, versagte seine Rhetorik vor dem Volke. Ein erster Steinwurs gab das Zeichen, und das Ende war, daß der Probst als Leiche durch die Straßen geschleifk wurde. Dies- mal kam die Stadt nicht so gut davon, wie das erste Mal. Die Geist- lichkeit nahm mit ihre» Mitteln Rache: sie verließ einfach die Stadt, so daß die-Bürgerschaft wochenlang ohne Sakramente war und ihre Toten in ungeweihter Erde begraben mußte. Bei der Abhängigkeit der mittelalterlichen Menschen von Glaube und Aberglaube war dies ein unhaltbarer Zustand. Die Bürgerschaft gab klein bei, zahlt« hohe Bußen, errichtete einen Sühnealtar in St. Marien und mußt« den Kirchenzehnten m«rhöhter Form weiter entrichten. Ein dritter Aufstand im Jahre 1440 zeigt die Bürgerschaft bereits in ernsthaftem Kampf« mit dem Markarafen Friedrich, der die Privilegien der Stadt beschränken wollte und in der Stadt eine Zitadelle errichtete. Die Macht der Bürgerschaft reichte schon nicht mehr aus, um diese Einschränkungen zu verhindern. Als sie acht Jahre später versuchte, den vom Markgrafen eingesetzten ersten Haus- voigt zu vertreiben, verloren sie ihre letzte Selbständigkeit. Baltha- sar Hak«, der erste Hausvoigt in der Klosterstraße, wurde am 16. Februar 1448, als er durch einen.Herold neue verschärfte Maß- nahmen verkünden ließ, von den Bürgern gefangen genommen. Der Erfolg war aber nur, daß der Kurfürst mit seiner Soldateska in die Stadt eindrang, seinen getreuen Diener Hake befreite und die Bürgerschaft gehörig schröpfte. An Stelle des aufgerichteten Bären mußte sie fürderhin den Bären mit der Kette im Wappen tragen. Die konfessionellen Streitigkeiten der folgenden Jahrhunderte brachten viele Unruhen mit sich. Aber die Kurfürsten und späteren Könige hatten ihr Militär zu sicher in der Hand, als daß die Bürgerschaft es nunmehr hätte wagen können, sich wie früher offen zu empören. Die Zeit der städtischen Macht war vorüber. Berlin keit nachsagt, wie auch die Liste der 48er Märzgefallenen beweist, unter denen eine ganze Reihe Schneidermeister und Schneidergesellen, ja sogar eine Schneidermamsell ist. Am Abend des 16. September ließ die Polizei elf Schneidergesellen festnehmen. Es gab einen großen Volkszusammenlauf, der die ganze Garnison auf die Deine brachte. Am Tage darauf ging die Gendarmerie mit blanker Waffe gegen das Volt vor; es gab zahlreiche Verwundete. Tags darauf wurden Militärpatrouillen angegriffen. Am Abend des 19. Septem- ber kam es sogar dazu, daß in der Nähe des Schloßplatzes das Pflaster aufgerissen und ein« Barrikade gebaut wurde.„Feinge- kleidete Herren", wie der Chronist schreibt, reizten das Volk mit Reden auf. Es wurden Zettel verteilt mit der Aufschrift„Preßfrei- heit und Konstitution". An den Straßenecken klebten Aufrufe, die mit„Brutus" unterzeichnet waren und mit den Worte» schlössen: „Es lebe die Aktion! Es lebe die repräsentative Versassung! Es lebe der konstitutionelle König!" Aber auch die„Schneider-Revo- lution", wie das Volk diesen Versuch eines Aufstandes nannte, vor- lief unter dem Druck des Militärs im Sande. Eine unterbrochene Geburtstagsfeier. Unangenehme Aolgen eines Zechgelages. Eine tumultuarische Szene, die einer gemütlichen Geburtstags- feier einen unangenehmcn Abschluß gab, hatte gestern vor dem Schöffengericht Schöneberg ein gerichtliches Nachspiel. In der Gastwirtschaft von P. in der Potsdamer Straße war eine Geburtstagsgesellschaft zusammen, bei der auch p a t r i o- tische Lieder gesungen wurden. Da sich auch vor der Tür Leute angesammelt hatten, glaubte ein vorbeikommender aufmerk- samer Schupowachtmeister, daß es sich um eine Demonstra- t i o n handelt« und betrat das Lokal. Der schon etwas animierte Gastwirt P. trat ihm entgegen, klopft« ihn aus die Brust und sagte:„Mach doch keinen Quatsch, es ist hier ja ganz gemütlich!" Der Beamte glaubte in seiner Erregung, daß er angegriffen werden sollt«, eilt« hinaus und benachrichtigte das Ueberfallkommando. Bald erschien ein Oberwachtmeister mit zwei Beamten. Auch diesen trat der Wirt lebhaft gestikulierend entgegen. Der Oberwacht- mcister schlug ihm die Hand k/erunter. Nunmehr mischte sich ein Gast M. ein und fragte den Beamten, wie er den Mann schlagen könne. Di« Beamten nahmen nun den Gast fest und brachten ihn zur Wache Auf die erfolgt« Anzeige hin hatte sich der Gastwirt P. und der Kaufmann M. wegen Wide r'sl andes gegen die Staatsgewalt und öffentlicher Beleidigung vor Gericht zu verantworten. R.-A. Steppe führte den ganzen Zwischen- fall auf die unnötige Aufregung der Beamten zurück und bestritt, daß überhaupt ein Angriff auf die Beamten beabsichtigt worden sei. Das Gericht war der Meinuno, daß von beiden Seiten nicht ganz richtig gehandelt worden sei. Wenn auch der Ober- Wachtmeister sein« Befugnisse nicht überschritten habe, so habe er wohl in Putatio-Rotwehr gehandelt. Aber es habe auch bei M. nicht die Absicht bestanden, ihn anzugreifen. Das Gericht sprach beide Angeklagte von der Anklage des" tätlichen Angriffs frei. Dagegen wurde der Gastwirt P. wegen Beleidigung zu 3000 M. Geldstrafe verurteilt, da das Gericht in dem Duzen eines ihm Unbekannten, noch dazu eines Polizeibeam- ten» der sich in Ausübung seines Amtes befand, eine schwere Beleidigung erblickte. SchaffeuSe kinöerhänüe. Eine Ausstellung von handarbeilcn aus dem Werkunterricht. In der Berliner 6 9. Gemeindeschule(Kleine Frankfurter Straße 6) ist jetzt eine Ausstellung zu sehen, die von allen Päda- gogcn in Schule und Haus beachtet zu werden oerdient. Was in dem Werkunterricht einzelner Schulen und in den besonderen Schülerwerkstutten geschickte Kinderhände schufen, wird hier in ü'-er- sichtlicher Zusammenstellung gez-igt. Bei der Eröffnung wies Schul- rot Nydahl in seiner Ansprache darauf hin, daß Berlin mit dem Werkunterricht erst einen„belcheidenen Anfang" gemacht hat, daß aber für unser gesamtes Schulwesen die Durch- dringung mit dem Arbeitsprinzip zu wünschen ist und angestrebt wird. Di« Ausstellung läßt erkennen, daß der Anfang schon recht schöne Erfolge gebracht hat. Geregelte Unterweisung von Knaben in Handarbeit kannte man in Berlin seit langem; vor mehr als drei Jahrzehnten wurde sie durch einen Verein begonnen. Ge- leitet von dem Geiste der neuen Erziehung, haben Lehrer in einer freieren Art die Werktätiaksit der Kinder zu pflegen sich bemüht. Der Werkunterricht lehnt sich an die einzelnen Unter- richtsfächer an und stellt sich in ihren Dienst. In dieser Zeit des Mangels hat es auch einen materiellen Wert, wenn Kinder selber ihre Hefte anfertigen und ihre Bücher einbinden. Die in der Aus- stellung gebotenen Proben fesseln durch heitere Buntheit und starkes Hervortreten persönlichen Geschmacks. Sehr beachtenswert sind die von Schulkindern angefertigten Lehrmittel, Reliefkarten für den Geographieunterricht(z. B. die Müggelberge und«in Grunewald- abschnitt) und Apparate für den Physiklinterricht. Zu diesen Appa- ? raten sind meist Abfälle verwendet worden, alle Flaschen und Mas- ' röhren, aus Winkein hervorgekramte Blech- und Drahtseil« und � ähnliches. Auch Holzschnitte und Radierungen, die von Schülern an- � gefertigt sind und einen Wandschmuck für die Schulzimmer abgeben i sind auf der Ausstellung zu sehen. Der Eifer, für die Schule !zu schaffen, hat sich gelegentlich sogar an die Ausbesserung von i Bänken, Tischen und Spinden gewagt. Die Ausstellung kann am ! Sonntag von 2 bis 6 Uhr, an den Wochentagen von 3 bis 6 Uhr besichtigt werden, sie bleibt aber leider nur bis einschließlich 21. März (Mittwoch) geöffnet. Den Eltern ist der Besuch sehr zu empfehlen. Ter Bodenlose. Einen allerliebsten, wenn auch verfrühten Aprilscherz leistet sich die Charlottenburger Postverwaltung. Sie hat auf dem Wil- h e l m p l a tz einen Briefkasten ohne Boden in Betrieb geletzt. Briefe Postkarten, Drucksachen usw., die man der Attrappe anvertraut, fallen glatt durch und bleiben auf dem Straßenpflaster liegen. Die Gefoppten bemerken entweder den Schaden rechtzeitig und freuen sich herzlich über die Schelmerei der Behörde oder sie bemerken ihn nicht und haben dann später den Verlust ihre: Sen- dung zu beklagen. Unklar bleibt nur. weshalb die Postverwaltung auf dem einen Einwurf, der nach der Spreestrcrße zu gelegen ist, eine Warnungstafel angebracht hat. Glaubt sie, daß die Leute, die aus dieser Richtung kommen, weniger Sinn für Humor haben als di« anderen?_ Wucherer am pranser. Neue Handelsverbote in Grosf-Berli«. Seit der letzten Beröffentlichungen von 35 Groß-Berliner Handelsverboten ist nach dem Amtlichen Preußischen Pressedienst von der Wu ch e r a b t e i l u n g des Berliner Polizeiprässdiums fol- genden Händlern di« Handelserlaubnis entzogen worden: Schiachtermeister Martin Gutzschebauch in Berlin-Wilmers- dorf, Pfalzburger Str. 65, wegen unerlaubten Großhandels mit Fleisch und wegen Preistreiberei. Provisionsreisender Herbert Feller, Berlin, Langestr. 25, wegen unerlaubten Großhandels mit Lebensmitteln und Preis- treiberei. Kohlenhändler Paul Mann und dessen Ehefrau.� Berlin- Schöneberg, Regensburger Str. 30a, wegen K ohlenzcrrückhaltung zum Zwecke größerer Gewinnerzielung. Inzwischen ist Mann, wie bereits mitgeteilt, vom Wuchergericht beim Landgericht II zu drei Monaten Gefängnis und 300 000 M., seine Frau zu einer Geld- strafe von 200 000 M. verurteilt worden. Der Wortlaut des Ur. teils mußte 8 Tage in seinem Schaufenster ausgehängt werden. Kohlenhändler Julius Käsler, Berlin, Perleberger Str. 39, wegen Zurückhaltung von Kohlen. Ferner der Produktenhändler Paul Adam, Bertin, Roftocker Straße 12, wegen Ankaufs gestohlener Metalle. Uhrmacher Ernst Tscherning, Berlin-Reukölln. Ringbahnstr. 31, wegen Hehlerei im Handelsbetrieb mit Gold. Silber und Platin. Produktenhändler Paul Ost ermann, Berlin-Reukölln, Treptower Str. 99, wegen Unzuverlässtgkeit und Hehlerei im Handel mit Metallen aller Art. Frau Frieda Ost ermann, Berlin- Reuköllir, Richardstr. III, Ouergebäude 4 Treppen, wegen Hehlerei im Handel mit Metallen. Uhrmacher Mendel Schnitzer. Berlin, Brunnenstr. 196, wegen Unzuvcrlässigkeit im Handel mit Edelmetallen. Prokurist Kurt Sellin. Berlin, Rothenower Str. 6, wegen Versuchs unerlaubter Ausfuhr von Zigarettenmaschinenteilen usw. ins Ausland. Ziga- rettenhöndler Kurt Pyko. Berlin-Reukölln, Bergstr. 50/51, wegen Hehlerei und wegen Tabaksteuerhinterziehung. Raubübcrfall auf Bestellnng. Eine überraicbende Aufklärung fand ein Raubüberfav. der erst kürzlich auf das Stationsgebäude der Neukölln— Mittenwalder Eisenbahn bei M i t t e n w a l d e verübt wurde. Vier maskierte und mit Revolvern bewaffnete Männer drangen ganz nach bewährter amerikanischer Kintopp« monier in da« Gebäude ein und raubten eS au«, nachdem ste über den Arbeiter Kremling, der allein dorl wohnte, hergefallen waren und ihn wehrlos gemacht hatten. Kriminalkommissar Werneburg stellte mit den Beamten des RaubdezernatS in Verbindung mit der Streife st I der Kriminalpolizei umfassende Nachforschungen an, ermittelte die Bande in Neukölln und st e l l t e f e st, daß sie auf Bestellung gearbeitet hatten. Die Ver- honeten waren mit Kremling bekannt geworden und halten mit giesem den U eberfall vorher genau vereinbart. Türen und Schränke holten sie ober zur Verichleiernng mit Gewalt erbrochen, nm den Raubüberiall glaubhaft ericheinen zu lasten. Auch Kremling wurde verhaftet. Die Bande hatte an der Bahn» strecke schon verschiedene Einbrüche in Stationen, Ziegeleien usw. verübt._ ver Friedhof der Märzgefallenen wird heute nm l'/z Uhr für die Ocssentlichkeil geschlossen, da um 2 Uhr die sozialistischen Ver- bände zur Kranzniederlegung anrücken. Von 6 Uhr an werden die republikanische» Organisationen erwartet. Die Milchprelse für das Gebiet der Stadtgcmewd« Berlin werden, wie das Ernährungsamt mitteilt, mit Wirkung von Man- tag, den 19. März, wie folgt festgesetzt: für Vollmilch 7 40 M. je Liter, für noch Verlin cingefährte Magermilch 360 M. je Liter. Die �-Milchkorten werden wz« bisher mit?4 Liter, die L-Milchkartcn sowie die Karten für werdend« Mütter(E-Karten) wie bisher mit je% Liter Dollmilch täglich beliefert. DUNLOP Im Gebrauch die billigste Bereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Erstklassige Herrenbekleidung AnxUge, Paletots, SchlOpfer, prima Stoffe fertig und nach Maß:: Ulldge Preise MAX FLUSS, Rosenthaier Straße 58 eme Man Die Frau und Beraubte Schriftsteller. In der Nacht vom 6. zum 7. November Zirkus Busch bringt in seinem neuen Programm eine Reihe guter| 47. Abt. Die Genoffinnen treffen sich diesmal im großen Saale des Gemertschaftshauses, Engelufer 24-25, zum Lichtbildervortrag vom Bildungsausborigen Jahres fand in der Wohnung, die zwei Berliner Schrift- Pferdedreffuren. So vor allem die von Alfred Maine zusammengestellten, schuß. Eintritt frei. Beginn 7 Uhr. steller gemeinsam im Hause Tiergartenstraße 1 bewohnen, ein Ein- die in Verbindung mit einigen netten Clownerien zum lustigsten gehören, 84. Abt. Lantwig. 7 Uhr Gemeindeschule 1, Schulstraße. Thema:/ ,, Wider bruch statt, bei dem ihnen Sachen im Werte von mehreren Millionen währen ihre alte Stunit in der flassischen Hohen Schule. was der Birtus seit langem gezeigt bat. Heir Heß und Fri. Mohnke beden Gebärzwang". Ref. Gen. Kuhnert. Von Artisten 95. Abt. Neukölln. 7% Uhr Klassenzimmer der Schule Leffingstraße. Thema: geraubt wurden. Als Täter wurden der Arbeiter Franz Brzeczinsfi, feien genannt: die Gymnastiker Pallamedes und der dänische Kopfballancier ,, Das Geschlechtsleben des Menschen". Ref. Gen. Miethte. der Schlosser Wladislaus Erzeczinski und der Messerschmied Willi Dawes, der auf dem Kopf stehend im Trapez den ganzen Zirfus an einer 108. Abt. Röpenid. 7% Uhr bei Stippekohl, Schönerlinder Str. 5. Bloch ermittelt. Bei der Verhandlung vor dem Landgericht I Drahtseilbahn durchfährt. Die bereits hier besprochene Pantomime Der 139. Abt. Tegel. 7% Uhr im Jugendheim Bahnhofstraße. 141. Abt. Rosenthal. 7 Uhr Schule Schillerstraße. Thema: bielten die Verteidiger nur einen einfachen Gelegenheitsdiebstahl Fremdenlegionar" ist auch nach vier Wochen nicht besser geworden. der Sozialismus". Ref. Genoffin Minna Todenhagen. für vorliegend. Das Gericht jedoch hielt auf Grund früherer, follte bald etwas anderes an die Stelle diefer unmöglich chauvinistischen Uebermorgen, Dienstag, den 20. März. wenn auch in der Verhandlung widerrufener Geständnisse einen Schauerwurstsuppe treten lassen. gewaltsamen Einbruch für erwiesen und war der Meinung, daß gegen Wohnungseinbrüche schwere Strafen verhängt werden müßten. Franz Brzeczinski erhielt fünf Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Wladislaus Brzeczinski 21 Jahre ZuchtHaus und fünf Jahre Ehrverlust. Gegen Bloch konnte nicht verHandelt werden, da er sich durch Flucht der Verantwortung entzogen hatte. Wieder ein Schloßzeinbruch. Reiche Silberbeute machten Einbrecher bei dem Grafen Leez- Terswarem in Münch winkel bei Hangelsberg, in der Nähe von Erfner, in dessen Schloß sie unbemerkt durch die Fenster einstiegen. Sie stahlen 36 silberne Beste de mit einem Wappen, ein rechteckiges Schild mit vier Feldern, in der Mitte Querstreifen. Auf die Wiederbeschaffung ist eine Belohnung von 200 000 Mart ausgesetzt. Mitteilungen nimmt Kriminalkommissar Anuschat im Zimmer 51a des Polizeipräsidiums entgegen. Der neue Leiter der Berliner Feuerwehr, Oberbranddirektor Gempp, bat sein Amt übernommen. Er wurde in der Hauptwache von der Feuerlösch deputation bewillkommnet und durch den Dezernenten Stadtrat Ahrens eingeführt. Die Siedlungsansstellung im Volkswohlfahrtsministerium, Leipziger Str. 3, ist heute zum leptenmal von 10 bis 5 Uhr geöffnet. SachLundige Führungen finden dauernd statt. 2 Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute vormittag 11 Uhr im Großen Schauspielhaus, Starlstraße, Proletarische Feier stunden", dem Gedenken an Starl Marr( gestorben am 14. März 1883) und der 75jährigen Wiederkehr der 48er Revolution gewidmet. Nachmittags 3 Uhr im Neuen Theater am 300, Iphigenic auf Lauris von Goethe. Karten an der Kaffe. Es wird ein Zuschlag von 50 M. erhoben. Sonntag, den 1. April( 1. Ofter feiertag), nachmittags 3, Uhr im großen Saal der Philharmonie, Bernburger Straße, 5. Festkonzert. ( 2. Serie, rote Starten.) Werke von Haydn, Mozart und Schubert. Die Nachzahlungen für Abonnenten betragen 100 m. pro Starte. Einzelfarten zum Preise von 200 M. pro Etüd find zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses und im Landgemeindehaus, Sophienstr. 23. Zu den Jugendweihen in Bankow, Luzeum Görschstraße, Schöne berg, Hobenzollernschule, Belziger Straße, Saalbau Friedrichshain, Kammerfale, Teltower Str. 1-4, Moabit, Luisen- Gymnasium, werden noch Karten zum Preise von 200 m. an den Saaleingängen verkauft. POSTABONNENTEN Der Vorwärts ist jetzt monatlich zu bestellen und zu bezahlen. Wer auch im nächsten Monat Wert auj eine regelmäßige Zustellung des Vorwärts legt und eine Unterbrechung der Zustellung vermeiden möchte, muß die Erneuerung des Postbezuges sofort bei seinem zuständigen Postamt vornehmen Vorwärts- Verlag G.m.b.H Im Alhambra Varieté am Morikplak finden Carto und Emmy allgemeine und berechtigte Anerkennung. Childa, der Mann mit den Hüten, ist ein recht geschickter Jongleur, der u. a. einen Zeitungsbogen auf der Nasenspite balanciert. Mit neuem Repertoire wartet Robert Steidl auf. Seine Verträge sind der Zeit entsprechend gehalten. Und so hat er bald den anspruchslosen Teil des Bublifums für sich gewonnen. Das Ballett Lola Bach zeigt eine Satire, die feine ist, betitelt: Eine Cocainhöhle in Berlin W". Genannt seien noch die originellen Erzentrits Barmen und Partner. Vereinigung der Freunde von Religion und Völkerfrieden. Am Dienstag, den 20. März, 7 Uhr, findet in der Aula der KaiserFriedrich- Schule in Charlottenburg, Knesebedstraße 24( am Stadtbahnhof Savignyplak), eine Gedächtnisfeier für die Märzgefallenen 1848-1923 statt. Rezitationen und Gesangsvorträge Genosse Bleier. Donnerstag, den 22. März, 7 Uhr, findet in der uule Barrer 4. des Realgymnasiums, Lichtenberg, Parlaue( Stadtbahnhof Frankfurter Allee), eine öffentliche Versammlung mit Diskussion statt. Genosse Pfarrer Bleier 6. spricht über„ Der Geist von 1848". Berliner Varietés. Groß- Berliner Parteinachrichten. Deffentliche Frauenversammlungen: 99. Abt. Brig. Montag, den 19. März, 7 Uhr, Aula der 3. Gemeindeschule, Bürgerstraße, Ernstes und Unterhaltendes: Gesang, Rezitationen. Vortrag der Genossin Gertrud Hanna, M. d. 2.: ,, Die Grau im Rampfe gegen die Teuerung". 9. Kreis. Wilmersdorf. Dienstag, den 20. März, 7 Uhr, bei Rohr ( Fleiner Gaal), Raiser- Allee 51-52( nicht Aula der Hindenburg- Schule). Rezitationen von Dr. Drach. Vortrag der Genoffin Stadtschulrätin Dr. Giemsen: ,, Garantien des Friedens durch das öffentliche Erziehungswesen". 4. Areis. Brenzlauer Berg. Große öffentliche Bersammlung Montag, den 19. März, 7 Uhr, Brauerei Pfefferberg( Suppeljaal), Schönhauser Allee 176. Tagesordnung: Beamtenschaft und Sozialismus". Ref. Oberpostsekretär Gen. Gronefeld. Freie Aussprache. 7. Gemeindeschule. 7% Uhr Elternversammlung Aula Stallschreiberstr. 54. Thema: Fortbildungsschule und Berufsbildung". Ref. Gen. Lehrer Schröter. 11. und 12. Abt. 7% Uhr bei Berger, Levehowstr. 21, Bersammlung sämtlicher in der VGPD. organisierten Konsumgenossenschaftsmitglieder der 27., 28. und 35. Verkaufsstelle. Stellungnahme zu den bevorstehenden Wahlen. Parteibuch und Genossenschaftsbuch legitimieren. 44. Abt. 7 Uhr bei Wager, Rottbuserstr. 19, Versammlung aller Genossen, die Mietervertreter sind. Parteigenossen als Gäste willkommen. 141. Abt. Rosenthal. 7% Uhr Schule Schillerstr. 14, Elternversammlung. Thema: Brennende Schul- und Erziehungsfragen". Ref. Gen. Rektor Ziechert. Einführung des Moralunterrichts am 1. April. Bankangestellte! 6 Uhr Versammlung im Brandenburger Reller, Mittelstr. 29. Thema: Währungsfragen". Ref. Redakteur Bienau. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 20. März: 20. Kreis. Reinickendorf. Funktionärinnen sigung abends 7 Uhr in Tegel, Jugendheim, Bahnhofstr. 15. 20. Abt. 7% Uhr bei Fritsch, Drontheimer Str. 4. Thema: Zwei Frauengestalten". Ref. Gen. Dr. Schütte. 22. Abt. Unsere Genoffin Agathe Guttfeld ist verstorben. Ehre ihrem Andenken. Jugendveranstaltungen. Verein Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Heute Sonntag, den 18. März: Friedenau. Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Bortrag: Seguelle Frage". Hermsdorf. Jugendheim Albrechtstraße 14, Bortrag: ,, Erste Hilfe bei Ünglidsfällen". Alle Abteilungen beteiligen fich heute an der Demonstration im Friedrichs hain. Die Abteilungen treffen sich in den bekannten Parteilokalen zu den an gegebenen Zeitpunkten. Fahnen und Banner find vollständig mitzubringen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Berliner Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege E. B. Sigung am Dienstag, den 20. März, abends 8 Uhr, im Hygienischen Institut der Universität, Dorotheenstr. 28a. Ref. Dr. Borinsti vom Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin über Die Milchnot". Gäste willkommen. Vereinigte Verbände heimatstreuer Oberschleficr. Ortsgruppe Berlin- Nordoft. Dienstag, den 20. März, im Ronzerthaus Schweizergarten, abends 7% Uhr, Jahresgedenkfeier der Abstimmung. Musikalische Vorträge. Gäste willkommen. Eintritt frei. Gemeinschaft proletarischer Freidenker. Berein der Freidenfer für Feuerbeftattung. Großer öffentlicher Lichtbildervortrag von R. Röster- Görlig: Naturerkenntnis und Menschenschicksal". 3. Bezirk: Donnerstag, den 23. März, 7 Uhr, Pharus- Eale, Müllerstraße, fleiner Gaal; 5. Bezirk: Mittwoch, den 21. März, 7% Uhr, Königsbant, Große Frankfurter Str. 117; 6. und 14. Beairf: Freitag, den 23. März, 7% Uhr, Hohenstaufenfäle, Rottbuser Damm 76. Freie Diskussion. Fragenbeantwortung. Pünktlich. Gefüllte Säle werden geKreis, Brenzlauer Berg und 5. Kreis, Friedrichshain. Dienstag, den perti. 20. März, 7 Uhr, bei Gott, Kniprode-, Ede Barbelebenstraße, Gigung der beiden Kreisbildungsausschüsse. Tagesordnung: Maifeier. Die AnwesenKreis. Kreuzberg. Dienstag, den 20. März, 7 Uhr, Gaal 4 des Gewerkheit aller Mitglieder ist Pflicht. fchaftshauses, Engelufer, Lichtbildervortrag des Genossen A. Häußler über: Das Ruhrrevier". Eintritt frei. Nach dem Vortrag Sigung des Rreisbildungsausschusses mit dem Kreisvorstand. 4. Areis. Prenzlauer Berg. Die Frattionsßigung der Bezirksverordneten und Bürgerdeputierten fällt aus Anlaß der öffentlichen Boltsversammlungen am 21. März aus. 19. Kreis. Bantow. Montag, den 19. März, 6 Uhr, Pankow, Rathaus, Frattionssigung mit den Bürgerdeputierten. Treffpunkte zum 18. März: Die Stala bringt im März an guten Artisten die vorzüglichen Redturner Paulo- Florjan; fie zeigen außergewöhnliches an Ausdauer und Eleganz. Gut und sicer arbeitende Artisten sind weiter die Schwestern Facoiy am dreifachen Trapez. Cronin Brothers fommen auf Rollschuhen und boren fogar auf diesem unzuverlässigen Behitel, was zu erbaulichen 3. Areis. Webbing. 12% Uhr. 14., 15. und 16. Abt. Binetaplah, 19. und 20. Szenen Veranlassung gibt. Sesungenes liefert das Müller- SchadowAbt. Chriftiania- Promenade, 17, 18., 21., 22. und 23. Abt. Nettelbeckplay. Quartett in bein- und musikalisch nicht glücklich gewählten Volksliedern, 14. Rteis. Renkölln. Die Abteilungen richten sich so ein, daß der Abmarsch ferner Lee Loma, die mit der höchsten Stimme der Welt" mit dem vier- pünktlich 21 Uhr ab Hermannsplag erfolgen kann. gestrichenen C aufwartet. Auch Robins, der wandelnde Musikladen, macht 1. Abt. 12% Uhr bei Spiegel, Aderstr. 1. fozulagen Musit. Dem Dichterweltstreit" Paul Steinis- Paul Förster Abt. 12 Uhr Bilrgerheim, Alte Schönhauser Str. 23-24. räumt das Brogramm zu viel Plaz ein. Humor auf Kommando bleibt bt. 12 Uhr bei Dahms, Schlegelstr. 9. nun mal eine gezwungene Sache. Schließlich seien noch die Brüder Schwarz erwähnt, die nach langer Bause in Berlin wieder mit ihrer Inftigen Jdée vom zerbrochenen Spiegel regen Beifall finden. Jur Wintergarten gibt es diesmal Artisten von Rang und Klasse. For allem die nach alter Schule glänzend und sicher arbeitenden fünf Carras, Equilibristif wie man sie immer gern fiebt. Ferner die Redturner Scamp und Scamp und ein afrobatischer Zahnfraft- ft der Damen Meerwald in jeder Kleinigkeit gute Schule und intensives Training beweisend. Gut auch der Springalt der drei Juas, während die an und für sich gute Leistung der zivei Gezeltys an einer gewissen Uebertreibung des Komischen krankt. Was die beiden wollen, haben unnachahmlich„ Läppe und Habel" gezeigt. Es ist aussichtslos. fie fopieren zu wollen.( Banz besonders seien aber die Marionetten Teubers gelobt. Sie allein lohnen einen Besuch und ihrer weiteren Verbreitung auf der Barietébühne wäre das beste zu wünschen, um dem Wust des Geschmaclofen erfolgreich zu begegnen. Als gute Tänzerinnen bewährten sich wieder Ellen Boltan und Grit Starlen, aber Maria Warhuus, die mit ihnen auftrat, überragte sie beide. 15. Abt. 12 Uhr Binetaplag. Abmarsch 1 Uhr. 26. t. 1 Uhr bei Wichmann, Weißenburger Str. 1. 33. Abt. 1 Uhr Rudolfplatz an der Kirche. 34. Abt. 14 Uhr in der Litauer Schule. 38. Abt. 1 Uhr Weberwiese. 42. Abt. 12 Uhr bei Wiersdorf, Urbanftr. 6. 44. Abt. 12% Uhr Mariannenplay, Feuerwehr- Denkmal. Abmarsch 14 Uhr. Charlottenburg. 52. bt. 12% Uhr Bahnhof Jungfernheide. Nachaligler fahren bis Prenzlauer Allee. 58. Abt. Pünktlich 1 Uhr Bahnhof Zoologischer Gatien. Neufön. so. Ast. 94. St. 12 Uhr Raiser- Friedrich, Ede Weichselstraße. 11 Uhr Schiller- Bromenade zwischen Steinmeh- und Allerstraße. 96. Abt. 11 Uhr Körnerpart, Seite Schierkestraße. Bahnhof Baumschulenweg 12 Uhr, Abfahrt 102. Abt. Baumschulenweg. 1,04 Uhr nach Schlef. Bahnhof. Teilnahme sämtlicher Genossen und Ge105. Abt. Adlershof. 7 Uhr Turnhalle Hackenbergstraße, Märafeier. Reziba noffinnen erforderlich. tionen, Festrede und Gesangsvorträge. Die benachbarten Abteilungen find eingeladen. 123. Abt. Raulsbors. 1 Uhr am Bahnhof. Morgen, Montag, den 19. März. t. 7% Uhr bei Schult, Mariendorfer Str. 5, Bersammlung der Staatsund Gemeindebeamten. bt. Marienfelbe. Die Einäscherung der Genoffin Erna Greulich findet 1½ Uhr im Krematorium Baumschulenweg statt. Abt. Renkölln. Die Beamtenversammlung findet nicht, wie beschlossen, am 19. März, sondern erst Montag, den 26. März, in der Knaben- Mittelschule, Donaustraße 120, statt. Im Admiralspalast frozzelt der famose Biener Humorist Paul 41. Morgan in seiner immer wißigen und luftigen aber niemals verlegenden Beise die Berliner und macht sich höchst ergößlich über das alberne bureau- 87. fratische Getue bei der Fremdenkontrolle in der Königlich bayerischen Republit luftig. Man bört Morgan immer gern. Die 5 Gebrüder 90. Söhler, darunter zwei brillant arbeitende Grotest- Afrobaten, heimfen für ihre tadellosen Leistungen am dreisachen Red mit Necht den Hauptbeifall des Abends ein. Hier sowohl wie bei dem Stangen Aft( warum das Frauenveranstaltungen am Montag, den 19. März. englisch Berch dafür, ihr Heiren?) Beez und Bartner mit seiner atemBetlemmenden Glanzleistung an haushoher Stange fieht man prachtboll ne: 21. bt. 7 Uhr Spedition Müller, Ede Utrechter Straße. Thema: Zwei baute Männergestalten. Green und wood bringen einen mit fasel 27. unb 30. Abt. Der Frauenabend fällt aus. Frauengestalten". Ref. Dr. Schütte. bafter Geschicklichkeit arbeitenden grotesten Sturz- Afrobaten. Der masive 32. Abt. Der Frauenabend findet der öffentlichen Bersammlungen wegen nicht ftiernadige eros arbeitet mit Halbzentnerfugeln wie mit holländischen Mittwoch, den 21., sondern Mittwoch, den 4. April, statt. Räsefugeln. Seine Zweizentner- Torpedoleistung scheint unübertrefflich. Der russische Geiger Michailom ist ein Künstler von Geschmad und Leistung und die russische Namabomiruppe tangt national mit Hingabe und Feuer. Besonders ihr Häuptling entwickelt eine ursprünglich und natürlich anmutende wilde Leidenschaftlichkeit. 37. bt. 7½½ Uhr bei Jerasch, Ebertsstr. 10, Vortrag des Genoffen Robert Reller: Revolutionäre Dichtungen aus der 48er Revolutionszeit". Frauen als Gäste willkommen. 40. Apt. 7½ Uhr Bagenhofer Ausschant, Belle- Alliance- Straße 47. Thema: ,, Sozialdemokratie und Wahlfahrtspflege". Referentin Gen Henriques Gäste willkommen Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma Grünfeld, Leipziger Straße, veranstaltet in der Zeit vom 19. bis 31. März eine Frühjahrs- und Sommer- Modeschau. Wir verweisen auf das Inserat in der heutigen Nummer. Ofter- Gelegenheitskäufe in reicher Auswahl bietet die feit 1894 bestehende Firma Mosczyk, Landsberger Straße 59. Bom 19. bis 29. März werden an der Kaffe 10 Proz. vom vorgedruckten Etikettpreis abgezogen. Alles nähere ist aus dem heutigen Inserat ersichtlich. 雪 Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherborg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer NACHSTE ABFAHRTEN President Harding George Washington President Roosevelt President Arthur President Fillmore 21. März 28. März 4. April 25. April 2. Mai 9. Mai 11. April 16. Mai 18. April 21. Mai Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Verlangen Sie Prospekte una Segellisten Nr. 83 UNITED STATES LINES BERLIN: W 8, Unter den Linden 1; NW 40, Invalidenstraße 93; W9, Budapester Straße 5 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen Bin in der Lage zu liefern: ၁၉ unter halbem Tagespreis ähne Friedenskautschuk 2000 u. 2400 M. 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Diese Spezies der großen Menschen menagerie" fann durch keine äußere Umwälzung geändert und veredelt werden, fie fann nur beseitigt und ausgerottet werden durch die Heranbildung einer neuen Menschheit. Diese Spezies der großen Menschenmenagerie des Baterlandes ift ungemein verbreitet. Man findet sie in allen Städten zu Hun berten, oft zu Taufenten. Der eine Philister ist immer dümmer als der andere: dies ist ihr merkwürdiges Hauptfennzeichen. Außer diesem sind aber noch folgende: a) Der Philifter ist entweder von Adel oder tut sich auf diese Alfanzerci noch etwas zugute, oder Beamter, oder er hat ein Geschäft, welches ihn anständig ernährt. aa) Auch hat er mehrere Jungen, von deren Klugheit er gern und oft erzählt. b) Der Philister ist zufrieden und sieht deshalb nicht ein, wozu Neuerungen find. bb) Der Philister sagt sehr deutlich„ Gesegnete Mahlzeit!". c) Der Philister hat früher bei dem Worte Freiheit etwas Angenehmes empfunden; er hat fogar verbotene Bücher gelesen und fich heimlich gefreut, wenn die Despotie verdammt und verhöhnt wurte. Nachdem die Freiheit aber angebrochen, ist sie ihm viel zu unruhig. d) Im innersten Herzen wünscht sich der neue deutsche Philister wieder unter den Soldaten-, Beamten- und Polizeischutz der absoluten Monarchie zurück. Er spricht dies aber nicht wie ein Ehrenmann offen aus, sondern fürchtet sich, daß man ihm ins Gesicht lache. gehört hat. e) Der Philister lebt bereits in einem freien Staate, sieht sich aber bei dem Borte Freiheit noch immer um, ob es niemand ee) Unter jemand versteht der Philifter Polizei, weshalb er sich immer umsicht, ob es niemand gehört hat. f) Da ter neue deutsche Philister zu leben hat, so hat er fein Herz für das Elend der Arbeiter und fleinen Bürger. ff) Trotzdem gibt er alle Monate zwei Groschen an die Armen. g) Der Philister hält dieselbe Zeitung, welche sein Bater gehalten hat. h) Unter Republik versteht der Philister Mord und Totschlag. i) Wenn der Philifter von einer Boltsversammlung hört, so vergräbt er sein Geld. ii) Er hätte übrigens, wie er zu feiner Frau äußert, nichts dagegen, wenn seinem reichen Konkurrenten einmal die Fenster eingeworfen würden. k) Er fennt jeten Ausländer", der nicht im Orte" geboren ist. 1) Falls der neue deutsche Philister gegen seinen Willen in ein politisches Gespräch gerät, so entscheidet er sich bei allen höheren Staatsfragen durch die einfachen Worte:" Nur keine Aufregung!" m) Der Philister ist immer sicher. Sobald ihm Gegengründe fehlen, greift er zu seiner ausgebildeten Fähigkeit: grob und roh werden zu können. s) In der Haushaltung des Philisters hat es der Hund viel besser als die Dienstboten. t) Er ist immer sehr glücklich, wenn er vom Pöbel" sprechen fann. Diesen sucht er unter sich. u) Am widerwärtigsten ist dem Philister das Geniale, Poctische, dagegen ißt er Erbsen und Sauerfohl sehr gern. v) Als Wähler st er nur im Zweifel, welchen hochgestellten Beamten er wählen soll. Sonntag, 18. März 1923 tiefem nicht, daß in der Regierung und in der Kommune noch viele Mitternachtsreiter", in dem man sich aber an der frischen, von mitteil Uebelstände sind. samer Lebendigkeit gewürzten Ausdrudskunst der findhaften Viola Dana p- s. sehr zu erfreuen Betegenheit hat. Die Filmoperette, Die blonde Geisha" fand denselben rauschenden Der wirkliche Erfolg liegt in dem Zusammenbringen von Bild, Mufit Erfolg in den Mozartlichtspielen, den Operetten gemeinhin baben. und Gelang nach dem hier bereits charakterischen System des Notofilms, das die Noten( mie übrigens aus die Titel) unter den Bildern vorführt und so den Kapellmeister und die Sänger im Kontakt mit dem Bildablauf bält. Troßdem ist das Problem fünstlerisch noch nicht gelöst. Das illufionierende Bild und der wirkliche Gesang bleiben Kontraste, und die Vorführung ist abhängig von einer größeren Kapelle und einer Sängerschar. Aber das Bublikum nahm dankbar die Möglichteit bin, die Operette nun auch im Stino genießen zu können. Die Vorzüge des Films, besonders die wechselnde Szenerie Bade und Gesellschaftsleben, Abenteuer auf einem Dzean. dampfer, japanisches Teehaus und Gartenfest waren reichlich und ftimmungsvoll ausgenügt. Im übrigen erhob sich Musik und Text nicht über das landesübliche Durchschnittsmaß. Aber Ausstattung und Augen. schmaus entschädigten, und als die Tänzerinnen unter der Führung von Ada Svedin im Zwischenalt nun auch noch leibhaftig auftraten, berrichte großes Juchbe. Die Handlung selbst ist durch Filmgeschmad veredelte Operette: Die Liebe des Jazzbanddirigenten zu der blonden Milliardārs. tochter, die von Ada Svedin gemimt und Mia Berber gesungen wurde, wind durch die Intriguen des Schwiegervaters, den Ferry Silla urtomisch darstellt, immer wieder gebemmt und gebremst, auch noch von der Eifersucht der Braut bedroht und führt erst nach den mannigfachsten Prüfungen zum, Biele. Die Ebren der technischen und Reaieleistung gebühren Ludwig Czerny den Tert lieferte Georg Otontowali. In der Mufit vermied Hans Ailbout die Pfade der Gewohnheiten zu verlassen. w) Der Staat ist dem Philister etwas Auswendiges. Er gilt ihm als Bratenrod, den er nur bei feierlichen Gelegenheiten anzieht. ww) Troztem fällt ihm nicht ein, daß ein alter Bratenrock ausgeftopft und gebürstet werden und man zulegt einen neuen haben muß. x) Aus Besorgnis vor einer Unruhe macht der Philifter Unruhen. y) Der Philister ist gewöhnlich so trocken ernst, daß man in feiner Nähe nach Luft schnappt. Oder er lacht über Roheiten. yy) Tränen fennt er nicht. z) Das Hauptkennzeichen ist aber: Ein Philister ist immer dümmer als der andere. tz) So ist es! Filmschau. Die„ Bohème" als Film. Bilder aus dem Ruhrgebiet wurden im Beiprogramm geboten; fie zeigten, wie die Technik( Nie enschornsteine, Hochöfen, das eiserne Geräder der Zuführung) die Landschaft beberrscht, aber auch, wie sie wunderbare malerische Motive, umflort von Dualm und Rauch bietet. h. d. e. b. Henry Murgers Leben der Bobème", ein Stoff erprobt auf feine „ Alt- Heidelberg", Wilhelm Meyer- Foersters immer und immer Tragfähigkeit, veropert und verfilmt, ist nun durch eine deutsche Filmgesell wieder aufgeführies Schauspiel, ist von Hans Behrendt für den Film be schaft unter italienischer Regie Lichtspiel geworden. Die romanische arbeitet worden( Stammerlichtipiele am Potsdamer Plaz). Man hat das Romantik, die um die lofen zenen aus dem biedermeierlichen Paris des Geschehene in das Jahr 1913 verlegt. Das mukte auch schon sein, denn Bomärz ausgegossen ist, diefen sonst empfindsamen Zauber des Künstler der Weltkrieg und die Nachfriegserscheinungen brüdten dem Studentenleben boites am Montmartre romanischen Künstlern anzuvertrauen, war ein einen anderen Stempel auf, und ein grotes Heer der Lernenden tann fich guter Gedanke. Italiener haben die instinktstärkere Witterung für den un heute nicht mehr die harmloseste Freude gönnen. Marc Roland schuf ruhigen Rhythmus zigeunernden Blutes. Doch diese Witterung erwies sich zum Film eine Mufit unter Benutzung der zahlreichen Studentenlieder, nur im reizvollen Detail als sicher. Staum zuvor hat ein Film mit so bie, telbst wenn sie in vielen Streisen nicht gefungen werden, so diesen doch zahlreichen, mit so duftigen, dichterisch und malerisch durchfühlten, mit so befannt find. Schon die Lieder, schlechtweg Gemeingut, forgten für eine ganz filmmäßig erfaßten Einfällen das Auge des Zuschauers überschüttet beifallsfreudige Stimmung. Dem Film war die Linie vorgeschrieben, die wie dieser. Da wird ein Feue: wert von Wiz und Grazie abgebrannt; da streng innegehalten wurde. Derb humoristisch verulfte man die Kriecherei wird Ueberraschung an Ueberraichung gereiht; technisch Borzügliches ge- ber braven, treuen Untertanen, beachtete bei den Landschaftsaufnahmen die leistet. Durch Kurt Landes flare, stimmungs eine Photographie gefeinsten Stimmungsreize und sorgte für ein mitreißendes Tempo. Da fördert, geraten Bilder, die im verschwenderischen Reiz ebenso taftvoll schön ferner Eva May, Paul Hartmann, Werner Krauß, Arnold Korff und Eugen wirken, wie in der ausgesuchten, rasch vorbeibu, chenden Finesse. Sehr viel Burg mit Hingabe und offenbar zur eigenen Freude bei der Sache waren, tünstlerisch, besonders malerisch betonter Bille quillt aus diefen kleinen wurde das verfilmte Alt- Heidelberg nicht zur Enttäuschung. Einstreuungen; wenn aus einer Schrift die Bision, die dieser Niederschrift befanntem Bid die Hochzeitsfutsche durch Laubbaldachine schaufelt, wenn eines Gedichtes zugrunde lag, berausdämmert, wenn nach Gaston Latouches die Menschen Ton und Haltung von Zeichnungen des Bariser Lokaltoloristen Gavarni annehmen, so find das Details, so entzüdend, daß man darüber die allzubreite allzu beschauliche Erpofition der ersten Afte vergigt. Das ist auch der einzige Fehlgriff des Regiffeurs Righelli, daß er, verliebt in die charakterisierende tizze. bramatischen Aufbau vernachläffigt. Freilich bolt er vom bierten Aft an das Tempo nach, und gipfelt das Wert mit einem gewaltigen bonehm- folossalen Schluß, der Mimis Tod, verlegt in die Spitalatmos sphäre bringt und diese Mimi ist Maria Jacobini, die Italienerin; eine Frau von feltsamer Schönbeit und adeliger Gebärde, von einem so febr berinnerlichten, mitleidenden Ausdrud, daß keine deutsche Filmdarstellerin ihr an Größe, Echtheit und beherrschter Fülle des Ausdrudes nabe tommt. Dieterle, Jars Furth, Janssen, Goes, Helene Lunda, Urchi Ellcot inblen sich unter Rigbellis Zeitung in die Stimmung der Bilder ein. Ein schöner Erfolg, ein Wert von bohem Niveau. Aber die ersten Atte müssen ebenso vorsichtig wie fräftig geschnitten werden. p- B Ein Parodiefilm. Das parodiftische Element, im Film viel zu wenig n) Wenn der Philifter irgendeine Satire lieft, fühlt er immer ausgebeutet, iit allenfalls eine nicht ganz ungefährliche Aufgabe. Gefchmadfich getroffen. lofigkeit und Wigiosigkeit ist Tür und Zor geöff et. Alfred etete bat da eine Parodie im Schnee":" Die Meisterspringere von Nürnberg" verfaßt und flott und wißig inszeniert. über die man im Uz. No llen nn) Infolge dieser Empfindung schimpft er. o) Unter Freiheit der Presse versteht der Philister, daß jeder boripla herzlich lachen mußte. Die Varallele mit den Meisterfingern so denten soll wie er. halten. oo) Daß er gar nicht denkt, baran denkt er nicht. p) Er fann noch immer nicht die Juden für gleichberechtigt a) Unter Ordnung versteht der Philifter die ganze volle Nichtswürdigkeit der alten Zustände. ist ohne Plumpbeit eingejädelt, die Gleichläufigkeit febr geschickt und tattvoll ausgenügt. Die Travestie führt in ein vom Schneeschubfimmel verdrehtes Alpendorf, und tüftelnde Bedmesserei erfährt gründliche Abfuhr. Wirklicher humor ist in den Szenen, Temps führt die fast frannend verschlungene Handlung und überaus luftige Titel berbreiten heiterite Atmosphäre.( Nur: Barum reden die Nürnberger einmal bajuvarisch und das andere mal Weddingdialekt?) In die Parodie verwoben ein paar ausgezeichnete sportliche Bilder, für die Dr. 8 ürn verantwortlich zeichnet: Das Ganze ein amüsanter unb sportlich interessanter Kulturfilm der Ufa. Hierauf ein r) Wenn der Philister mit seinem Better allein ist, so leugnet er übles amerikanisches Schauertüd von Mord und verfolgter Unschuld:„ Der qq) Seine Frau ist ganz derselben Meinung. Wiropfern mit Verlust ohne Rücksicht auf die grosse Geldentwertung und die noch bestehenden hohen Einkaufspreise für neu eingehende Waren grosse Warenbestände Aus diesen Beständen wollen wir durch billige Extraangebote recht weite Kreise unserer werten Kundschaft versorgen; zur Vermeidung jedweder Hamsterei behalten wir uns die Mengenabgabe vor. Continental Regenmän tel für Damen, Herren, Kinder. In einschlägigen Geschäften erhältlich. Ontinental Regenmäntel 344 So gut wie Continental- Reifen! Achten Sie auf diese Schutzmarke! amen- Halbschuhe Damen- Halbschuhe Herren- Schnürstiefe. zum Schnüren u. auch mit Spange, R.Chevr.. i. neuen modern. u. auch hequem. breit. Formen, mit halbhohem 19500 Absatz, extra billig.. prima Chevreau und Boxcalf, elegante, modern Formen, mit haibnoh. Ahätz n Fabrikat, besonders billig! echte Rahmenarbeit, erstkl. 3950 Damen- Halbschuhe Damen- Halbschuhe echt Chevr. u. Boxcalf, schöne modern Formen, mit halbhohem Absatz, 25500 ganz besonders preiswert.. 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