Abendausgabe Nr. 133 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 67 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Zel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Preis 100 Mark 20. März 1923 Vorwärts= Berliner Volksblatt Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Bonar Law über die deutschen Vorschläge Wo ist Preisabbau möglich? einander einzuleiten. Bonar Lam tefte im Unterhaufe mit, es treffe micht zu, baß Deutschland kürzlich endgültig Frankreich 7500 Millionen Dollars, das sind ungefähr 1600 Millionen Pfund Sterling, als Regelung der Reparationen ausschließlich der bereits geleisteten Reparationen in bar, Kohle, Gisen und waren angeboten, und daß Frankreich dieses Angebot abgelehnt habe, ohne einen Alternativvorschlag zu machen. Der Premierminister fügte jedoch hinzu, daß unter gewissen Be. bingungen Deutschland zur Zeit der Alliiertenkonferenz in Die Unternehmer stellen den Abbau der Preise als eine London, 19. März( BIB.) Die Reife des englischen Bot- aufgezogenes beutsches Angebot würbe zweifellos in diefen Ländern Lebenshaltungskosten vorläufig noch fast gar nicht zu spüren unableugbare Tatsache hin, obwohl dieser in den allgemeinen schafters Lord d' Abernons nach London wird in der Bresse den Widerstand der einflußreichsten Wirtschaftstreise gegen ist, weil das Mißverhältnis zwischen der geschwächten Rauf viel beachtet.„ Star" schreibt, man frage sich sowohl in parlamen die Fortfegung der nicht nur unfruchtbaren, sondern schädlichen fraft der Bevölkerung und den überhöhten Warenpreisen auch tarischen als auch in politischen Kreisen Londons, wann und auf Ruhraktion ganz erheblich stärken. Da England an sich in nach den Preisrückschlägen, die auf manchen Gebieten zweifelwessen Initiative hin das von allen einfichtigen Personen auf beiden der Reparationsfommission und in der Ententekonferenzen bereit los zu verzeichnen sind, noch lange nicht beseitigt sind. Die Seiten des Ranals als zwedios ertannte Ruhrunternehmen der wäre, deutsche Vorschläge, die nicht wesentlich von Bonar Laws Unternehmer fönnen sich bei ihrer Beweisführung immer Franzosen beendet werden wird. In manchen Londoner Kreisen Pariser Plan abweichen, zu erörtern, würde damit die Eituation wieder auf die Großhandelspreise berufen, die seit jei man der Ansicht, daß in nicht allzufanger Zeit Poincaré wieder gegeben sein, daß Frankreich vor der Wahl stände, fich gleichfalls einiger Zeit mit der Stabilisierung des Dollars tatsächlich nach London kommen werde. Die wirtliche Schwierigkeit an der Diskussion zu beteiligen, oder sich durch seine ablehnende einen Rüdgang aufweisen. Dieser Rückgang wirkt sich aber fei im Augenblid, daß Haltung endgültig und vollständig zu isolieren. Die außerordentlich in den Lebenshaltungskosten nicht aus, weil hier dem Preisteine Macht den ersten Schritt zu fun wage, ungünstigen wirtschaftlichen Wirkungen der Ruhraktion auf die rüdgang mancher Waren die Erhöhung der Mieten, der Berum Frankreich und Deutschland zu zwingen, Berhandlungen mit französische Wirtschaft dürften Poincaré eine vollständige Ableh, fehrstarife, der Preise für Gas und Elektrizität gegenübersteht, nung erheblich erschweren. Die Mehrheit des Kabinetts und der die jetzt auch in dem bescheidensten Haushalt einen verhältnis. Kammer dürften mit einem Achtungserfolg, der in der Bekanntmäßig großen Teil der gesamten Aufwandskosten beangabe neuer deutscher Borschläge liegen würde, einigermaßen zu spruchen. Aber auch im Großhandel ist das Tempo des Preisfrieden sein. Auf den Einwand des Korrespondenten, es werde in Deutschland Fin Bergleich der Großhandelspreis- Meßziffern, wie sie vom rüdgangs bei den verschiedenen Warengruppen verschieden. für eine Regierung sehr schwer sein, nach der unwürdigen Behand. Statistischen Reichsamt für einzelne Stichtage berechnet wer lung der Bergmannschen Vorschläge in Paris ohne einen deutschen den, zeigt recht deutlich, wo die Bestrebungen zur Herbeifüh Achtungserfolg neue Vorschläge zu machen, antwortete der Gewährs rung eines Preisabbaues einsehen müssen. Diese Meßziffern mann, es sei feineswegs unwahrscheinlich, daß von englischer oder feien in folgender Tabelle gegenübergestellt: ameritanischer Seite darauf hingewirkt werden würde, eine deutsche Delegation als gleichberechtigten Berhandlungsfattor bei einer neuen Konferenz zuzulassen, Ein gut fundiertes deutsches Angebot würde, fo fuhr die erwähnte persönlichkeit fort, in der gegenwärtigen Lage die Frage flären, ob Reparationen oder Annegionen das Hauptziel der französischen Polifit sind und wie ernst die gegen Annerionen gerichteten Erklärungen Poincarés gemeint find. Der Ausgang einer Großhandelswaren seit ihrem Höchststand bis zum 15. März Aus der Tabelle geht hervor, daß die Gesamtheit der folchen moralischen Offensive wird auf alle Fälle von ent- um ein Fünftel des Preises fiel. Der Preisrüdgang war stärscheidender Bedeutung sein für die Einstellung der öffentlichen Mei- fer als die Durchschnittszahl angibt bei den Lebensmitteln, nung in England und Amerifa. Sie ist zweifellos eine wesentliche die um ein Drittel, und bei den Einfuhrwaren, die sogar um Borbedingung für ein etwaiges Interessement Englands an der LöJung des Reparationstnotens. Dies könnte nur von einem neuen zwei Fünftel ihres höchsten Preisstandes zurückgingen. 3aftum ausgehen." Geringer als dieser Durchschnitt angibt, war jedoch die Der offiziöse Daily Telegraph" hat in halb offiziösen Ausfüh. Erstere stehen jogar am 15. März noch über dem durchschnitt Breissenfung bei Industriestoffen und bei Inlandswaren. rungen fich in ähnlichem Sinne ausgesprochen. Seine Auslaffungen lichen Preisstand des 5. Februar. Die Inlandswaren, die vorgingen auch bahin, daß das Borliegen eines deutschen Anwiegend Halbfabrikate und Fertigwaren umfassen, sind nur gebots Borauslegung fei für ärende Reparationsverhandlungen etwa um ein Adytel im Preise gefallen. unter den Alliierten und mit Deutschland. Paris beabsichtigt habe, ein Angebot von 1¼ milliarden Pfund Sterling ( bas find 25 milliarden Goldmart) zu machen. Die brifische Re gierung fei damals der Ansicht gewefen, daß bei Gewährung eines Moratoriums 2½ Milliarden Pfund innerhalb der Zahlungsfähig feit Deutschlands liegen würde. Aber diese Borschläge seien von den Alliierten nicht angenommen worden. Englands Weg zum Frieden. London, 20. März.( WTB.) In einem Frankreichs Beg zur Sicherheit" überschriebenen Leitartitel führt Westminster Gazette" aus, in Paris werde Poincaré die Absicht zugeschrieben, die Alliierten zu fragen, wie am sichersten wohl die Entwaffmugsverpflichtungen Deutschlands erfüllt würden. Benn eine solche Frage gestellt werde, fo merde flar ersichtlich, daß eine Konferenz von erster Bedeutung Warengruppe 5. Febr. 25. Febr. 5. März 15. März Lebensmittel Industriestoffe Inlandswaren 4.902 3 933 3 662 3 195 7558 7.732 7846 7657 4 925 0 4874 4725 4376 Einfuhrwaren. Gesamtindeg 11 176 7170 7 098 6 618 5967 5 257 5 120 4750 stattfinde, welche Antwort auch immer gegeben werbe, es tonne nicht die von Loucheur gewünschte sein, der die Frage der Er. Daraus geht hervor, daß das Rohstoffmonopol richtung einer rheinischen Republit wieder aufgeworfen der industriellen Erzeuger, das sich mit der Geld. habe. Es wäre wünschenswert, daß die französischen Staatsmänner Der englische Sozialismus marschiert. entwertung ungeheuerlich entwickelt hat, jeht weniger ge sich mit Birtlichkeiten beschäftigen und nicht mit Träumen. Condon, 20. März.( WIB.) Der vorgeffern veröffentlichte brochen ist als je. Aber auch bei den Inlandswaren, in denen Es bestehe nicht die geringste Aussicht auf die Errichtung Jahresbericht des Nationalrats der Unabhängigen Arbeiterpartei mehr oder minder inzwischen billiger gewordene ausländische einer solchen Republik. Die deutschen Bewohner dieses Gebietes erklärt, das verfloffene Jahr habe eine bis dahin unerhörte Tätigkeit Rohstoffe enthalten sind, ist die Tendenz zum Preisabbau dächten nicht an Loslösung von Deutschland. Im Gegenteil, der der Sozialisten gezeigt und den größten Erfolg für die Partel feit schon beim Großhandel außerordentlich gering. Ja, deutsche Widerstand sei von Woche zu Woche fester geworden. ihrer Gründung gebracht. In dem Bericht wird mitgeteilt, daß von man fann annehmen, daß die Preisfentung im Klein. Bräsident Ebert fordere die Männer des Ruhrgebiets auf den 143 Arbeitermitgliedern des Unterhauses mehr als 80 der Un- handel bedeutend stärker ist. Die vielen Konzessionen, die festzuhalten, und finde willige Bereitschaft. Trogdem abhängigen Arbeiterpartei angehören. Während der letzten drei fetzt schon der Einzelhandel an den Berbrauch machen muß, zu hoffen, daß die Darlegungen, bie Deutschs Monate feien 84 neue 3 weigstellen der Partei im Lande um überhaupt noch Umfäße zu erzielen, nachdem sich das Ausland über seine Lage zu machen bereit fei, zu weiteren gegründet worden. Ein großer Feldzug fei im ganzen Cande ge- landspublikum verflüchtigt hat und die berufsmäßigen HamBerhandlungen führen. Es fet zwecklos, wenn Frankreich erklärt, daß eine Intervention einer anderen Macht als eine feind führt worden, um die Ideen des Sozialismus volkstümlich zu fterer durch den stabilen Dollarturs stuhiger geworden sind, laffen immerhin darauf schließen, daß sich auch im Einzelhandel der Druck des flauen Absatzes am stärksten auswirkt und daß infolgedessen dieser Teil des Handels eher zu Preissenkungen geneigt ist als Produzenten und Großhandel. fei felige Handlung angesehen werde. Früher oder später müfje ein Bersuch erfolgen, einen Ausweg aus dem augenblicklichen Stillstand durch Verhandlungen zu finden. machen. Liberale gegen Sozialismus. Jnterparlamentarische Sozialistenkonferenz. Frankreich zahlt und hofft. Mit aller Eindeutigkeit ergibt sich aus diesen Feststellun Damals waren Industriestoffe um ein Drittel billiger als Einsuhrwaren, am 25. Februar bereits um rund 7 Proz. teurer, am 15. März dagegen um rund 17 Proz. teurer als jene. An der Preisbildung der inländischen Produktion muß also der Versuch eines Preisabbaues einsehen. London, 20. März.( EP.) Auf den Sozialisierungsvorschlag der Deutschland müffe jede Anstrengung in dieser Richtung ermufigen, Arbeiterpartei haben die Asquithliberalen eine Motion eingebracht, es werde sehr wenig Sympathien finden, wenn es alles auf Wider- worin erflärt wird, daß der Borschlag der Arbeiterpartei zur Bergen, daß die inländischen Warenpreise trotz des Dollarsturzes stand setze und teine Bereitschaft zeige, Bedingungen azunehmen, die minderung der Broduktion, zur Schädigung des englischen leber im Verhältnis zu den Preisen der Auslandswaren noch zur Grundlage diplomatischer Erörterungen gemacht werden müßten. feehandels, zur Erhöhung der Lebenskosten und zur Verminderung imuner überhöht sind. Seit dem 25. Februar besteht zwis Wenn die Forderung Frankreichs, auf Wiederherstellung an zweiter des Nationalvermögens führen würde. An Stelle der Sozialisierung schen Industriestoffen und Einfuhrwaren ein Unterschied im Stelle tomme, dann sei es Frankreichs Sache, seine Wiederher. fchlägt die liberale Bartei eine weife Sparpolitit vor, fowie Preise, der besonders traß hervortritt, wenn man die e stellungsvorschläge abzuändern, den würgenden Griff vom Ruhr eine Steuerpolitik, die die Laften des Staates gerechterweise auf sprechenden 3ahlen vom 5. Februar miteinander vergleicht. gebiet wegzunehmen und Sicherheiten auf eigenem Wege zu leiften. alle Bürger verteile. Der diplomatische Berichterstatter des Daily Chronicle" hebt hervor, daß Loucheurs legter Borschlag betreffend Loslösung der Rheinlande von Deutschland als unabhängige Republit nicht nur Paris, 20. März.( ED.) Heute nachmittag wird in der dem Geist und dem Buchstaben des Bersailler Bertrages, fondern kammer die Delegation der parlamentarischen sozialistischen Kamjedem anerkannten internationalen Recht entgegengefeht ist. Er gruppen von England, Jtallen und Frankreich zusammentrefen. Das ist um so mehr erforderlich, als nach den Erhebungen bedeute nicht nur die Zertrümmerung der deutschen Einheit, fondern die Stellung dieser Zerstüdelung Deutschlands unter die aus den verschiedensten Industriegruppen der Anteil der Aegide des Bölferbundes, deffen moralisches Breftige durch die Löhne am Warenpreis wesentlich zurüdgegangen, lebernahme einer solchen Verantwortung ruiniert werben mürbe. an den Finanzausschuß geht hervor, daß die vom Barlament vermengeschrumpft ift. Von den Rohstoffen und Halbfabrikaten Paris, 20. März.( Tul.) Aus dem Briefe des Finanzministers bei einzelnen Industrien sogar auf winzige Prozente zusamEngland erwartet deutsche Vorschläge. langten Strebite zur Dedung der gesamten Ruhrausgaben für das her, deren Preisbildung durch Kartelle leicht beherrscht wird, erste Bierteljahr 196 Millionen betragen. Da von dieser Summe ein werden die Preise hochgehalten. Das ergibt sich aus Der Londoner Rorrespondent der Boffischen 3tg.", Dr. B. H. Betrag von 36 Millionen abzuziehen ist, um die sich die Erhaltung der Statistit, nicht aus willfürlichen oder gar parteipolitisch Edwards, drahtet seinem Blatte, daß die von den englischen Kor- der Truppen im Innern Frankreichs verbilligt, bleiben 160 Millio- gefärbten Berichten. refpondenten in Berlin nach London berichteten Anzeichen, die für nen übrig. die Bereitschaft der deutschen Regierung sprechen, neue Re- Der Arbeitsminister e Trocquer ist gestern in Düsseldorf parationsvorschläge auszuarbeiten, bei allen englischen angekommen und hat die Grube Concordia" besichtigt, auf der man Barteien die günstigste Aufnahme gefunden haben. im Begriff ift, 3000 Tonnen Kofs für Frankreich zur Verladung zu Wäre die deutsche Regierung bereit, in diesem Augenblid bestimmte, bringen. Breffevertretern erflärte Le Trocquer, die Ausbeutung der flar begründete und ausreichend garantierte Reparationsvorschläge Rohlen- und Rotsvorräte auf den Grubenplägen der Ruhr habe jetzt zu machen, fo würde diese Tat schon an sich auch im Falle, daß begonnen und würde ohne Unterbrechung fortdauern. Einer der die Endziffer von Frankreich abgelehnt werden würde, klärend auf Haupttransportwege, der Rhein Herne- Kanal, der vor die politische Lage einwirken und eine Löfung in der näheren einigen Wochen sabotiert und unbrauchbar gemacht worden wäre, Zukunft beschleunigen. sei jetzt wieder instandgesetzt. Die Bahn würde von Tag zu Tag In diesem Sinne erklärte eine Bezsönlichkeit, die sowohl über stärker werden, und die Deutschen würden erkennen, daß die Be die Absichten der Bölferbundsleitung, als auch über die politie fagung die von ihnen aufgestellten Hindernisse nacheinander beseitigen schen Anschauungen der englifden Regierung merbe. gut informiert ist, dem Korrespondenten der Boffischen 3tg." folBerlängerung des Wohnungsnotgefches? Die Reichstagsgendes: Nach der Brüssele: Besprechung zwischen Theunis unb fraftionen des Zentrums, der Deutschen Beltspartei, der Sozialdemio bleibenden Einnahmen mit befferem Gelde notwendige Neuan Boincaré, sowie auf Grund von Eröffnungen Mussolinis in Paris traten und der Demokraten haben, wie Eca meldet, im Reichstag dürfte feststehen, daß meher Belgien noch Italien mit dem Umfang einen Befejesantrag eingebracht, der die Berlängerung der französischen Ruhraktion und ihrer negativen wirtschaftlichen des Bahnungsmangelgeleges bis zum 30. Jumi 1923 Ergebniffe einverstanden sind. Ein Klipp und flares geschäftlich Dorfieht. " Unbedingt muß danach gestrebt werden, die Waren bei gleichem Aufwand von Rohstoff und Arbeitskraft billiger als bisher herzustellen. Diese Forderung, die von der Sozialdemofratie und von den Arbeitnehmern des Reichswirtschaftsrats wiederholt erhoben und durch praktische Vorschläge unterstützt worden ist, gewinnt jetzt wieder Bedeutung. Daß eine Rationalisierung der Produktion möglich ist, geht aus einem Artikel hervor, den Dr. Robert Siegert im Handelsteil des Berliner Tageblatts" veröffentlicht: PP „ Das Verbraucherinteresse erfordert es, die Kaufluft und Kauffraft des Inlandmarktes zu heben. Troß steigender Löhne hat sich die Lebenshaltung ber hauptsächlichsten Verbraucherkreise relativ verschlechtert. Man ermögliche es daher diesen Be völkerungsschichten, durch Belassung der derzeitigen nominal gleichfchaffungen zu machen und damit den Inlandsverbrauch zu steigern. Ein fofortiger Abbau der Löhne und Gehälter erscheint alfo noch verfrüht Freilich darf die Verschiebung des Lohn. abbaues fein Grund zur Hochhaltung der Preise sein; trotz stabiler Löhne wird es vielmehr Sache der Erzeuger sein müssen. auch ihrerseits und in ihrem eigenen Interesse den inländischen Ab- satz zu heben. Die Erzeugerschaft sollte dazu ohne weiteres in der Lage sein, denn ste hat lange genug, auf dem„Wisderbeschoffungs- dogma" fußend, die Preise mitverteuert. Sie müssen also bei Weg- fall dieses Kalkulationspostens erheblich verbilligt werden. Schärfste Auskalkulation im In- und Auslande ist die Forde» rung. Auch die teilweise sehr hohen Sätze für allgemeine Spesen und Unkosten können herabgesetzt werden, ohne die normalen Gewinnmöglichkeiten zu gefährden. Auch die Rohstoffunkosten der meisten Industriezweige vertragen wohl eine schärfere Berechnung: denn sie find doch, selbst soweit ste aus dem Auslande stammen, zum größten Teile vor etwa einem Vierteljahr, also zu Dollarkursen von 7000 bis 9000, angeschafft. Und die Wiederbeschaffungsprämien aus früherer Zeit sind zumindest seit Umschlag der Konjunktur reine Ge- winne. Sollten ste sich freilich durch Börsenspekulationen verflüchtigt haben, so kann dieser Schaden nicht auch noch auf die Derbraucher- schaft abgewälzt werden." In der Verbilligung der Produktion, die im Interesse des Verbrauchers zu erfolgen hätte, und in der Begünstigung der Qualitätsindustrie liegt auch die einzige Gewähr für die Ueber- Windung der Krise im Export. Alle beteiligten Kreise, nicht zuletzt die Regierung, sollten deshalb mit größter Entschieden- ' eit die Bestrebungen nach rationeller Wirtschaft fördern. Geisler unü feine Gönner. Ein volksparteiliches Urteil. Der viel erörterte Fall G e i s l e r gibt der„Kölnischen Zeitung" zu folgenden Betrachtungen Anlaß: Das Kennzeichnende an dem Fall Geisler ist die Tatsach«, daß Leute ohne politische Vorzüge bei gewissen Stellen des Bürgertums Geld in Hülle und Fülle bekommen, wenn ste nur da» Gespenst des Bolschewismus oder Sozialismus an die Wand malen und sich mit großem Phrasengedröhn zur G-spensteraus- treibung empfehlen. Man scheint in diesen Kreisen des Bürgertums aus den unheilvollen Folgen der Tätigkeit des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdcmokrati« nicht die kleinste Spur gelernt zu haben. Ueberall, wo eine Stadtlerei, Hitlerei oder Bei»- l« r e i in Gang kommt, sind Gelder in staunenerrcgender Menge da, die von einigen politischen Abenteurern in der leichtfertigsten Weise ausgegeben werden, um das deutsche Volk mit allen Kräften zu ver» hetzen und in feindliche Lager zu spalten. Dem ist nur hinzuzufügen, daß solche Leute ohne polltische Vorzüge es mit ihrem antisozialistischen Phrasengedröhn sogar ?o weit bringen konnten, als volksparteiliche Abgeordnete in den Reichstag gewählt zu werden. die Arbeiter schützen sich. Temonstratio» der sozialdemokratischen Sicherheits- abteilungen in München. München, 20. März.(Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag. den 18. März, ist es in München wiederum zu einigen Zwischen- fällen gekommen. Kurz vor der Abreise der Organisation Roßbach und zahlreicher nationalistischer Hundertschaften nach Kempten usw. wurden der Iugendgruppe Fürstenfeld-Bruck des Republikanischen Reichsbundes auf dem Münchener Hauptbohnhofe von Hakenkreuzlern die schwarzrotgoldenen Fahnen zerrissen. Die Polizei kam weder den Mißhandelten noch der Fahne der Republik zu Hilf«! Di« Feier des Republikanischen Reichsbundes im Münchener Kindl-Keller war von vielen Tausenden besucht und nahm«inen sehr erhebenden Verlauf. Der thüringische Justizmini st er Rittweger überbrachte die Grüße der Thüringischen Republik, des besten Hortes der Deutschen Republik und des Hüters demokratischer Freiheit. Professor O u i d d e hielt die Festred«. Die Rückkehr der republikanischen Fahnen zum Ge- werkschaftshaus vollzog stch dank des Schutzes einiger Abteilungen der sozialdemokratischen Sicherheitsabteilung ohne Störung. Am Montag benutzt« die sozialdemokratische Sicherheitsabtei- lung den kürzlich zum staatlichen Feiertag erklärten„Iosefitag" zu einem großen Marsch in die weitere Umgebung Münchens. Preissturz. Van Emil Rath- Cchönholz. Das Wort„Preissturz" verfolgt mich schon im Wachen und im Traume. Wenn ich morgen» und abends durch die Straßen Berlin» haste, kreischt es von allen möglichen Warengeschäften auf mich herab: „Gewaltiger Preissturz! Stiefel von 80000 M. an!"—„Schokolade um 25 Proz. billiger!"— Alle Preise sind scheinbar au» entwölkter Dollarhöhe auf die reale Erde gefallen und schauen mich mit ver» wunderten Augen an. Ich selbst betrachte mich mii erschrockenen Aptzen. Das Märchen vom Glück ward Wahrheit... und ich komme freudetrunken nach Haufe und brülle die Treppe hinauf, daß es nur so dröhnt:„Preissturz!" Die Leute reihen entsetzt die Türen auf, stieren mich ungläubig, zweifelnd, mitlidig an. Meine Frau läßt mich eiligst hinter der angstvoll quietschenden Tür verschwinden. Ich werfe mich keuchend in meinen Klubsessel— Verzeihung!— e» ist ein dreibeiniger, altehrwürdiger Küchenstuhl!— und schnappe nach Luft.„Preissturz!— Das— ist— kaum— glaublich, aber wahr! Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen!" Meine Frau entggnet schroff:„Diese Augen scheinen vom Alkohol getrübt gewesen zu sein!" Wenn sie so spricht, ist keine Widerrede möglich. Gottlob, werde ich jeder Antwort enthoben. Die Zeitung tut es gnädigstlich: Gaspreis erhöht auf 700 M.— D rotpreis auf 900 M.— Milchpreis ab Montag 716 M. „Rückwärts, rückwärts, Don Rodrigo," wend' ich schaudernd meine Blicke: Portoerhöhung 100 Proz.— Eisenbahnfahrpreise er- höhen sich um 100 Proz.— Zucker duckt sich zu einem gewaltigen Sprunge in schwindelnde Höhe, und ich weiß, s o gut springen kann ich nicht, weder körperlich noch finanziell! Dieses Ducken des Zuckers hat sich schon b»inertbar gemacht: die Marmeladenstulle ist noch dünner beschmiert ol» sonst, und das will schon etwas heißen. Es er- scheint unmöglich, aber„Das Unbeschreibliche, hier ist's getan!" Bei mir macht stch die unverschämte Einsicht breit, daß der Preissturz nur eine„Schimäre" ist. Denn ich weiß noch ganz gut, daß dos Schmalz bei einem Dollarstande von 50 000 auf 7000 und darüber geklettert war und bei 20 000 nur auf Z500 zu sinken vermochte. Und Fett ist doch sonst so schmiegsam und flüssig.... Aber ich bin ein ganzer Mann und kann auf halbem Wege nicht stehen bleiben. Ich bin zu meinem Arbeitgeber gegangen und habe ihm dl« Sache klargelegt. Ader sein« Gründe waren zwingender: „Lieber Herr Rath,"(hat er gesagt, und da war ich schon halb ent- waffnetl),„sehen Sie, mit den Preisen Ist das so wie mit einer schmalen Leiter: Sie sogen, die Preise sind Ihrem Einkommen vor- ausgeeilt— schön, Sie haben recht. Nun stellen Sie stch einmal die Cache vor: Auf der Spitze der Leiter sitzen die Preise, erfüllt von ehrlichem Streben, wieder herunterzusteigen, nicht wahr? Aber: die Preise können einfach nicht. Dem, Sie sitzen doch mit Ihrem Ein- Der fast 2000 Mann starke Zug machte allseitig einen vor» trefflichm Eindruck Unsere Genossen tragen als einl)«itlich«s Ab- zeichen rot« Binden mit einem schwarzrotgoldenen Ouerstreifen. Der Vorsitzende der Münchener Partsileitung, Genosse Thomas Wimmer, dankte in einer Ansprache im Namen der Partei allen Genossen, die durch das vorbildliche Zu- fammenwirken in wenigen Monaten eine so starte und zuoeriäfstge Organisation geschaffen haben. Mit Genugtuung könne man fest- stellen, daß die Partei mit Ruh« den kommenden Dingen entgegensehen könne. Es werde den Haken- kreuzlern nicht gelingen, den Hort der freien Arbeiterschaft zu z�r- reißen. Die sozialdemokratisch« Sicherheitsabteilung nimmt nur in jahrelanger Partei- und Gewerkschaftsarbeit geschulte Genossen auf und verschmäht NichtParteimitglieder, insbesondere Kommunisten. * Wie zu erwarten war, drehen die Geheimbündler den Spieß um, indem sie die Bildung von Sicherheitsmannschasten zur Abwehr fascistischer Angriffe als Darboten einer„Roten Armee" be- zeichnen, gegen die es rüsten geile. Es nimmt auch nicht gerade Wunder, daß die Vereinigten Vaterländischen Ver- bände Deutschlands, die ein« so wohlbeleumundet« Person- lichkeit wie Herrn G e i s l e r zu ihrem Vorsitzenden ausersehen haben, den Reigen der neckischen Rufer eröffnen. Wie TU. mitteilt, haben die genannten Verbände für Freitag, den 23. März, ein« außer- ordentliche Vetreterversammlung anberaumt mit der Tagesordnung: „Stellungnahme zu der im ganzen Reiche rasch fortschreitenden Auf- stellung einer„Roten Armee(Proletarische Solbstschutz-Hundert- schaften")." • München, 20. März.(TU.) Eine Abordnung des Verbandes der israelitischen K u l t u s g e m« i n d e hat sich zum Ministerpräsidenten Dr. v. Kn Illing begeben und Dorstellungen wegen der Lage der Juden in Bayern erhoben. Sie wiesen auf die Leben und Eigentum bedrohenden Terrorakte hin und er- klärten, daß ein Mangel an Rechtsschutz bestehe gegenüber der Aufreizung der Bolksleidenschaften eines ganzen Bevölkerungs- teiles. Die Regierungöbilüung in Sachsen. Dr. Zeigner Ministerpräsident. Dresden, 20. März(Eigener Drahtbericht.) Gestern haben Landiagsfraktion und Landeeparteiinstanzen der VSPD. zu den von der Siebenerkommisston ausgearbeiteten Richtlinien für das Zu- sammenarbciten mit den Kommunisten Stellung genommen. F r a k- tion und Landespartelin stanzen haben sich einmütig mit dm Richtlinien einverstanden erklärt. Da auch von dm Kommunisten endgültig die Zustimmung gegebm wurde, ist Vereinbarung über die Unterstützung einer soziakdemotra- tischen Minderheitsregierung durch die Kommunisten zustande gekom- mm. Zum Ministerpräsidenten wird von unserer Fraktion der bisherige Iustizminister, Genosse Dr. Zeigner vorgeschlagen werden. Roßbach bleibt in f)ast. Dm Bemühungen maßgeblicher Persönlichkeitm der deutsch- völkischen Freiheitspartei ist es nicht gelungm, den über Leutnant a. D. Roßbach verhängten Haftbefehl zur Aufhebung zu bringen. Scitms der zuständigen Behördm ist daraus hingewiesen worden, daß angesichts der zahlreichen gegen Roßbach schwebmdm Anklagen und bei der Schwere der gegen ihn erhobenen Vorwürfe Fluchtverdacht nicht von der Hand zu weisen sei. Roßbach ist deshab bereit» gestern vom Polizeipräsidium aus dem Unter» suchungsrichter vorgeführt wordm, der ihn wegen der ihm zur Last gelegten Delikte vernommm hat. Verhaftungen von Selbstschutzverbändleru. Wegen Agitation kür die Gründung verbotener Gelbstschutzderbände sind in Gier Witz der Vorsitzende der deutschnaüoncilen BolkSpartci und Stadtverordnete Rektor Günther, sowie ein Hauptmann a. D, P u t b, verbaflet und nack Oppeln geschafft worden. Die südslawischen Parlammtewahlm ergabm bisher: Radikale (Pasttsch-) Partei 120, Kroatische Bauernpartei(Radiffch) 67, De- mokraten 50, Mohamedaner Bosnien 18, Slowenische Partei 22, Agrarier 9, Deutsche 9, Sozialdemokraten 3. tommm davor. Also: wenn die Preise Sie nicht in die Tiefe reißm sollm, müffen Sie zunächst mit Ihrem Einkommen von der Leiter schleunigst herunterklettern. Die Preise werdm nicht zögern, zu folgen." Ich oerbog mich stumm und wurde hinausgegangen. Auf der Treppe fiel mir erst ein, daß zwischm meinem Einkommm und dem Stand der Preise noch zahlreiche Sprossm frei waren. Aber ich tonnte doch nicht gut umkehren. Erstens hätte man mich wohl kaum zum zweitmmal eingelaffm, zweitens wäre mein Arbeitgeber zu sehr mit der Kalkulation seiner neuen Preise(selbstverständlich er» h ö h t e r!) beschäftigt gewesen, um meinen unmaßgeblichen Argu- menten Gehör zu schenken. Es geschieht mir also ganz recht, wenn zuerst mein Einkommen, mit dem ich nicht auskommen kann, abge- baut wird. Warum bin ich auch Arbeitnehmer? Geben ist seliger denn nehmen.... Auflösung der Freien Sezession? Die Frei« Sezession hat dieser Tage auf ihrer Generalversammlung beschloffen, die Frage ihrer Auflösung auf die Tagesordnung einer sofort einzuberufenden neuen Generalversammlung zu setzen. Damit scheint dos Schicksal dieser Vereinigung besiegelt zu sein, die seit 26 Iahren unter den Künstlerverbänden Berlins zweifellos an erster Stell« gestanden hat. Veranlassung zu der Verschärfung der seit längerer Zeit schleichen- den Krise war der auf der letzten Generalversammlung zur Debatte stehende Antrag, der die Mitglieder verpflichten wollte, in der Ber- liner Akademie der Künste und bei den I u r y f r e i e n nicht auszustellen. Kongreß der ärztlichen Gesellschaft für Sexualwissenschaft. Die „Aerztliche Gesellschaft für Sexualwissenschaft und Eugenetik" ver- anstaltete im Hygienischen Institut anläßlich ihres zehniährigen Be- stehens ein« Tagung, zu der Teilnehmer aus ganz Deutschland und dem Auslande gekommen waren. � Das Gesamtthema der Tagung hieß„Konstitution und Sexualität". Wie der Vorsitzende der Gesellschaft Dr. Max Hirsch ausfübrte, beruhen die Wissenschaften von der Konstitution und von der Sexualität auf der Lehre von der inneren Sekretion und auf der Vererbungslehre. Die Erforschung der Vererbung». gesetze hat gezeigt— wie Prof. H a r t m a n n ausführte—, daß die Chromofome in den Zellen die Erbträger sind, wobei jede Zelle beide Geschlechtsbestimmungen in sich trägt. Nur dem Vorhanden- sein(weibliches Geschleckt) oder Fehlen(männliches Geschlecht) des Geschlechtsdifserenziator-Chromofvms bestimmt, daß dos andere Ge- schlecht sich nicht entfalten kann. Bei Kreuzungen von Rassen mit verschieden potenzierten Faktoren werden dann intersexuell« Orga- nismen erzeugt. Diese an einfacheren Lebewesen experimentell be- wiesen« Taffach« gilt auch für höhere Organismen, da ja die sexu- elle Teilung durch die ganze lebend« Natur hindurch geht. Aber die erbliche Variation und Mcdifikation ist scharf zu trennen von der Entwicklung des einzelnen infolge der Umwelteinflüsse. Diese doppelte Bestimmtheit des Menschen, die Taffache, daß manche Krank- deiten und manche organische Veränderungen verschiedenen Ursprungs fern können(genetischen od« somatischen), macht eine besonder« Bor- Die Gßener Moröe. Bochum. 20. März.(WTD.) General Fournier hat durch Maueranschlag die Festnahme der bereits genannten Essener Geiseln bekanntgegeben und hierin ausdrücklich erklärt, daß der Mörder des französischen Soldaten unbekannt ist. Die Geiseln würden in Freiheit gesctzt, sobald der Urheber der Tat von den deutschen Behödren übergeben werden würde. Falls der oder die Schuldigen nicht entdeckt würden, behalte sich der Divistonsgeneral vor, der Stadt Essen eine Geldstrafe aufzuerlegen, deren Höhe noch festgesetzt werden soll. Nach der Erklärung des Divisions- kommandanten kann also der erschossene Buchdruckereibesitzer Schult« als Mörder nicht in Frage kommen. Die beiden Kriminalbeamten und der Arzt, die Schulte ,n das Kohlensyndikat begleitet hatten, wurden, als sie sich zur Feuerwache zurückbegeben wollten, auf dem Bahnhofsplatze von mehreren Mannschaften angehalten, in den Ein- gang des„Handslshof" hineingezerrt, wo die beiden Kriminal- beamten schwer mißhandelt wurden, so daß einer von ihnen dienstunfähig ist.— Außer den bereits gemeldeten Geiseln nennt d« Maueranschlag des Generals noch Oberregierungsrat Blechner, den Vorsitzenden des Finanzamtes Essen-Land, und den Polizei- direktor B i e l o w s t i als verhaftet. Gegen die Verhaftung des Landgerichtsprästdenten und des nur zufällig in Essen anwesenden Abg. Ouaatz, der längst nicht mehr Syndikus der Handelskammer ist, sind wohlbegründete Vorstellungen erhoben worden. Die in Essen angestellten Ermittlungen über die Vorgänge in d« Nacht zum Sonntag haben einwandfrei ergeben, daß Schutte ohne jede» Anlaß«schaffe« worden ist. Schulte hat stch, wie amtlich festgestellt wurde, gegen 2 Uhr nachts mit einigen Freunden auf dem Heimweg befunden, von denen er stch an d« Ecke Altenessener- und Sellingstraße verab- schiedet«. Nach Bekundung eines Begleiters hatte Schutte die Ad- ficht, sich durch die Sellingstraße, Sieelsr Straß«, Ansbachstraß« und die Bahnunterführung zu sei".« m Sitterfeld gelegenen Wohnung zu begeben, um auf diesem Wege zu vermeiden, mit Franzosen in Berührung zu kommen, well er keinen Paß bei sich hatte. Von ein« Selbstschutzwache von Essener Bürgern wurde beobachtet, daß die Schüsse nach d« Verabschiedung von seinen Freunden, die die Sellingstraße hinaufgingen, fielen. Die gleiche Wache hörte einen weit«en Schuß in der Herkulesstrahe fallen. Gegenüber der Behauptung eines französischen Pattouillenführers, in dem niedergeschossenen Schutte sei mit all« Bestimmtheit der Mann wiedererkannt worden, der am Hauptbahnhof den fran- zösischen Soldaten niedergeschossen habe, steht die Bekundung der Zeugen, nach d« es Schulte ganz unmöglich war, in der kurzen Zeit zwischen der Verabschiedung von seinen Begleitern zum Hauptbahnhof und von da wieder zurück zur H«kul«sstraße zu ge- langen. Außerdem wird von mehreren Zeugen an Eidesstatt be- kündet, daß Schutte weder eine Waffe befaß noch ein« solche bei sich getragen hat. Münster, 20. März.(Eigener Drahtbericht.) D« gestern morgen oerhaftet« Reichstagsobgeordnete Dr. Ouaat, ist gestern abend wieder freigelaffen worden. Di« übrigen Inhaftierten w«- den in Haft behatten. Paris. 20. März.(EP.) Nach einer Meldung au» Koblenz hat die RheinlandkommUfion beschloffen, wegen des Attentats auf Smeets den Polizeipräsidenten von Köln seines Postenz zu entheben und eine Untersuchung zu«öffnen. Schweizer Gewerkschaften für Nuhrhilfe. Bern, 19. März.(Schweizerische Depeschenagentur.) D« Aus- schuß des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes veröffentlicht«inen Aufruf an alle Arbeiter, Angestellte und Be- omte sowie an die übrig« Bevölkerung, in dem er diese auffordert, sofern sie in der Lage seien, über ibren eigenen Haushalt hinaus noch für zwei Monate Sorg« für«in Kind aus den b e- setzten Gebieten Deutschlands zu übernehmen, dies zu tun. Weiter heißt es in dem Aufruf: Der Kampf der Arbeiter, Angestellten und Beamten an der Ruhr gegen die fremde Ge- waltherrschaft erfordert große Opfer. Diese können dadurch erleichtert«erden, daß wir«inen Teil der Lasten tragen helfen. Der erste Zug soll womöglich am 16. April in der Schweiz ein- > treffen, ein zweiter etwa am 6. Mai. ficht bei der Bestimmung d« Konstitution notwendig. Man muß — wie Prof. F. Kraus vortrug— imm« den ganzen Menschen betrachten, sein« ganze Disvosttion, seine Art, auf äußere Einflüsse zu reagieren, da sein individueller Charakter von äußerster Wichtigkeit für dos Krankheitsbild ist. Di« Medizin steht zwischen Natur- und Geisteswissenschaften und hat die Lehren d« Beiden zu hören. Prof. K r e t s ch m e r zog im Anschluß an seine Konstituttonstypen- lehre dann eine Parallele zwischen dem körperlichen und dem psy- chischen Geschehen und zeigt« ihre Abhängigkeit voneinander. Die konstitutionelle Dynamik des Trieblebens reicht bis in die letzten Gipfel des geistigen Geschehens hinaus und bestimmt alle sein« Er- Zeugnisse. Der ganze Charakt« des Menschen ist— wie Prof. Mühsam bewies— von der Sexualionftitution abhängig. Für die Bestimmung der Konstitution selbst stellte Dr. P e r e tz die drei Komponenten auf: die Geschlechtsfaktoren in den Zellen, die Hör- mone in den Keimdrüsen und die endogenen Reakffonstypen in dem Nervensystem. Während eine Aenderuna d« Geschlechtsfaktoren nicht in unser« Macht steht, ändern sich vi« Hormone fortwährend und beeinflussen den Reaktionstypus. Dies« Reoktionstypus ist das- jenige. was den Kinderckarakt« bestimmt, bis dann in der Puber- tätszeit zusammen mit dem Reifen der Keimdrüsen sich d« Hcm. mungskomplex zu entwicken beginnt. Die Schwierigkeit der Tupen. fesfftellung b«uht in dieser BerSnd«ung der einzelnen im Laufe d« Zeit, so daß— nach den feinsinnigen Ausführungen von Prof. Matthe»— die generellen K onstitu ti onsmerkmale beinahe ver- wischt werden können. San.-Rat H i r s ck fe l d entwickelte dann an d« Hand zahlreicher Lichtbild« alle intersexuellen Zwischenstufen in ihr« psychischen und physischen Bedingtheit und zeigte, daß ihre Handlungen und Ihre Neigungen chr« Zkrcmlaaung entsprechen. Wie wichtig dies« Fesfftellung für unsere Rechtspflege ist— führte Prof. H ü o n e r au»—. zeigen die Fäll«, in denen da» scheinbar« D«brechen nur eine Krankheit war. Er entwickell« eine ganze An- zahl von Problemen, die einer juristischen Erörterung harren, damit wir ein gerechtes und sinngemäßes Strafrecht bekommen. Der ganz« Verlauf d« Tagung zeigte ein«freuliche» Wegrücken von der bisherigen Art d« Heilung von Lokalsymplomen und ein Zuwenden zum gesamten Menschen, zur B«ücksichtigung all« sein« Anlagen. Den treffenden Ausdruck für dieses Bestreben formu- li«te Prof. Kraus durch den Satz:„Nicht nur der ganze Organis- mus ist ein klinische» Problem, die Aerzte müssen als P«son«n zu den Kranken als Personen in Beziehung treten". Da» wird wirklich das ideal« Verhällnis««den. M. C h a r o l. Volksbühne S. v. Im letzten vorttag von Prof. Kestenberg am LS., abend» 8 Uhr, im Bechileinlaal, wird der Madrigalchor der staatlichen kltademl» für Kirchen, und S ch» lm u j i t, unter Leitung von Prot. Carl Thiel, mitwirken. «eselllchaft für«eschlecktSknude und Sexualreform. Arn SZ- •/.T Ulli, spricht im I n st I u t für Meereskunde. Seorgenftr. SS, Dr. Peter Schmidt über die kiwi chen Wirkungen der Gteinach» operation am Menschen. Eintritt 160 M. ®et„Fenerrettrr vaü- in der S e a l a(Lutberstr. 22/21) findet am Sonnabend den 2t. ab S Ubr statt. Kartenausgabe im Verlag Tilgner sLützowslr. 16)»nd in der Luchhandlung d«S Graphischen Kabinett»(Kur- süistendanun 232). wie steht's im Nuhrgebiet? Lebensmittel ausreichend— Beschäftigung genügend— aber der Bureaukratismus! von unserem Korrespondenten wird uns geschrieben: Die Lebensmittelversorgung im gesamten besetzten Gebiet ist aus- reichend Infolge der Verkehrsschwierigkeiten auf der Eisenbahn muß die Ware mit anderen Transportmitteln an Ort und Stelle befördert werden. Die besonderen Frachtkosten wirken sich stark auf die Preise aus, sie tragen zum Teil mit dazu bei, wenn die Löhne der Arbeiter- und Angestelltenschast der privaten Industrie im Industrie- gebiet bis jetzt noch nicht Im Verhältnis zu den hohen Auswandskosten für die Lebensweise stehen. Deshalb muß man sich auf n e u e L o h n- Verhandlungen gefaßt machen. Bei dieser Gelegenheit könnte das Reichswirtschaftsminifterium wieder gut machen, was es durch die Behandlung bestimmter Arbeiterschichten im Innern Deutschlands aus Anlaß neuer Lohnoerhandlungen indirekt der deutschen Abwehr- front geschadet hat. Durchaus zufriedenstellend ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Arbeitslose gibt es im Innern des Industrie- gebiets kaum. Soweit sie vorhanden sind, wird ihnen durch Nctstandsarbeiten Arbeitsmöglichkeit gegeben. Linksrheinisch liegen die Verhältnisse nicht so gut. Hier gibt es eine ganze Reihe von Arbeitslosen infolge der Verkehrsschwierigkeiten, ferner durch den sich bemerkbar machenden Rohstoffmangel. Die Tabakindustrie liegt restlos lahm. Dagegen brauchte bisher nicht ein deutscher Hoch- ofen ausgeblasen zu werden, während in Frankreich fast V, aller Hochöfen stillgelegt wurden. Der hierzu notwendige Kalk wird im besetzten Gebiet selbst gewonnen und ist in genügendem Maße vor- handen. Auch an den sonst notwendigen Rohstoffen besteht bisher kein Mangel. Die Bergwerke weisen. natürlich einen starken Produktionsrückgang auf. Sie fördern heute fast ausschließlich nur noch den Selbstoerbrauch und den Bedarf für Industrie und Ge- meinden im Ruhrgebiet. Das sind ungefähr SO P r o z. der bisherigen Förderleistung. Schon daraus ergibt sich, daß der Ertrag der französischen Beuteunternehmungen an Kohle und Koks nicht groß fein kann. An der Versorgung der Gemeinden mit Koh'e ist die Besatzung selbst interestiert, um Wasser und Licht zu er- halten. Deshalb unterläßt sie die Eingriffe in die Kohlenversorgung der Gemeinden. Der Verkehr auf der Eisenbahn ist infolge der Be- schlagnahme großer Strecken sowie der besten Maschinen und Wagen nur notdürftig. Aber ebenso notdürftig ist der Verkehr der Franzosen auf den militarisierten Eisenbahnlinien. Bisher haben sie auf den ihrer Aussicht unterstehenden Strecken einen geregellen Be- trieb nicht zustande gebracht. Lediglich das Notdürftigste an Proviant wird gefahren: ab und zu sieht man auch einen Reklame-Personenzug ohne Pasianten. Die deutsche Bevölkerung lehnt es ab, die von Franzosen gefahrenen Züge zu benutzen. An diesem Verhalten hat auch die Einrichtung französischer Bureaus zur Werbung von Passanten nichts geändert. Man ist deshalb dazu übergegangen, zweifelhafte Personen gegen Bezahlung in den Zügen zu befördern. Aber auch hier haben. sich nur wenig zweifelhafte Naturen gefunden. Neuerdings gestatten die Franzosen wieder die Ausfahrt d e u t- scher Lebensmittelwagen. Diese Wagen wurden bisher zurückgehalten, so daß die Versorgung der Bevölkerung mit Lebens- Mitteln dem Reich täglich eine große Menge guter gefchlosiener Güterwagen kostete. Diese Maßnahme der Besatzung war als Eni- gelt für die Zurückhaltung deutscher Kohlenwaggons aus dem Ruhr- gebiet gedacht. Leider verschuldet der Bureaukratismus, der die Eisen- bahndirektionen des Westens auszeichnet, manchen Verlust an Material und Geld. In Duisburg hat man den Franzosen bisher z. V. dreimal das Vergnügen der Beschlagnahme von Lohngeldern gemacht. Das war nur möglich, well die Lohnauszahlungen trotz der wiederholten Beschlagnahmen immer wieder am gleichen Ort und zu gleicher Zeit vorgenommen wurden. Und warum? Well nach den Aussagen der Beamten eine Verfügung, die die Auszahlung der Löhne an einem andern Orte als sonst bestimmte, nicht vorlag. Diese Verantwortungslosigkeit hat dem Reich bisher hunderte von Millionen gekostet. Dem gleichen Geist ist der Verlust von mehreren Milliarden fürMaterialzu verdanken, das von den Fran- zosen beschlagnahmt worden ist, obwohl wochenlang Zeit war, es In Ruhe an einen sicheren Ort abzutransportieren. Außer dem Bureaukratismus in der Eisenbahnoerwaltung des Westens wird das hetzerische Treiben organisierter deutschvölkischer Banden im besetzten Gebiet zur Gefahr für unsere gerechte Sache. Der Vorsitzende des Deutschen Berg- arbciterverbandes, Genosse Husemann, hat die Regierung?- Mitglieder am Sonntag in Hamm aus guten Gründen, die man hoffentlich inzwischen auch in Berlin erfahren hat, auf die Treibereien der Rechten aufmerksam gemacht. Hier muß gehandell werden, wenn man die deutsche Arbeitersichast bei der Stange halten will. Alles in allem gibt die Lage im Ruhrgebiet vorläufig keinen Anlaß zu Befürchtungen über die Haltung der Abwehrfront. Wenn das so ist, dann trägt hieran die deutsche Arbeiterschaft den wesentlichen Anteil. Sie hat zum Teil Haus und Hof ge- opfert. Verhaftungen und Ausweisungen über sich ergeben lasten und wird wahrscheinlich noch viel mehr ertragen müssen. Sie er- wartet hierfür keinen Dank, aber sie vorlangt zum mindesten ebenfalls Opfer der besitzenden Schichten des Volkes, für die jene erst kürzlich im Reichstag verabschiedeten Steuergesetze hier nicht als Kennzeichen betrachtet werden. vsvisenkurfe. praktijche Kleinrentnerfürforge. Um der Not der Kleinrentner nach Möglichkell zu steuern, sind von der Reichsregierunz im Einvernehmen mit dem Reichsrat Richtlinien aufgestellt worden. Die Bearbeitung der allgemeinen Angc- legenhellen der Kleinrentrersürsorge liegt in Berlin dem zentralen Wohlfahrtsamt ob, während für die Gewährung der Kleinrentner- Unterstützungen die Kleinrentnerfürsorge st elle desjenigen Verwallungsbezirks zuständig ist,'n dem der unterstützungsbedürftige Kleinrentner seinen Wohnsitz hat. Als Kleinrentner im Sinne der Bestimmungen gelten bedürftige, im Inlande wohnende Deutsche, die selbst oder deren Ehcgaiten durch Arbeit ihren Lebensunterhalt er- warben haben, sich vor dem 1. Januar 1320 für das Alter oder die Erwerbsunfähigkeit eine Iahresrents von wenigstens 300 M. oder eine ihr entsprechende Sachversicherung sichergestellt haben und jetzt wegen Alters- oder Erwerbsunmöglichkcit im wesentlichen auf diese Versorgung angewiesen sind. Ihnen können bedürftige Personen gleichgestellt werden, die wegen geistiger oder körperlicher Gebrechen keine Arbeit finden konnten, denen aber aus Vorsorge ihrer Ange- hörigen eine entsprechende Versorgung gesichert ist. Die Kleinrentner- fürsorge an sich muß genau wie andere Unterstützung?- und Wohl- fahrtseinrichtungen ausgebaut werden, denn die bereitgestellten Mittel bedeuten nicht mehr als einen Tropfen auf einen heißen Stein. Daß auch mit den vorhandenen geringen Mitteln Segensreiches gestiftet werden kann, wenn foziales Verständnis vorhanden ist, das zeigt die Einrichtung eines Kleinrentnerheims im Osten Berlins, in der Rigaer Straße 103, Querg. 2 Tr., durch die Kleinrentnerfürsorgestelle des Dezirksamts Friedrichshain. Das Heim besteht aus zwei freundlichen hellen Räumen, geschmackvoll von einer bekannten Kunstmalerin kostenlos ausgestattet. Der eine Raum — die Malereien an den Wänden versinnbildlichen den Frühling— ist als Arbellsraum ausgestattet. Der zweite Raum, der Aufenthalts- und Speiseraum, allegorisiert den Spätsommer. Im Arbeitsraum befinden sich einige Nähmaschinen, mit deren Hilfe eigene und be- zahlte Arbeiten hergestellt werden können. Den besonders bedürf- t:g«n Kleinrentnern wird kostenlos warmes Mittagbrot und Kaffee gereicht. In einer kleinen Küche befindet sich Kochgelegenheit. Durch die Zentralstelle wird den Kleinrentnern, die dazu imstande find oder es wünschen, gewinnbringende Arbeit vermittelt. Dieses Heim, von den Kkeinrentnern des Bezirks sehr begrüßt, wurde kürzlich durch eine kleine, dem Ernst der Zeit entsprechende Feier den Kleinrentnern und damit der Oeffentlichkeit übergeben. Das Helm ist täglich von 10 Uhr vormittags bis S Uhr abends ununterbrochen geöffnet und wird von den Kleinrentnern selbst ver- waltet. Es ist zu hoffen und zu wünschen, daß das Heim von den Kleinrentnern des Ostens recht rege in Anspruch genommen wird. I holländitcder Gulden... 1 argentinische Papier-Peso 1 belgischer Frank...... 1 norwegische Krone... 1 dänische Krone....... 1 schwedische Krone..... 1 finnische M'ri.;..... 1 japanischer Den...... 1 italienische Lire...... 1 P'»nd Stetling...... 1 Tollar........... 1 französischer Frank.... 1 brasilianischer Milrer».. 1 Schweizer Frank...... 1 spanische Peseta•••• 100 österr. Kronen labgest.). 1 tschechische Krone..... 1 ungariiche Krone 1 bulgarische Lewa..... 1 jugoslawischer Dinar... Ein Ruhrhilfestbwinöel. Der Oberst der Oberbergknappschaflen. Einem Ruhrhilseschwinbel großen Stils hat jetzt die Kriminal- Polizei ein End« gemacht. Das Unternehmen dehnt« sich auf alle Großstädte Deutschlands aus. Der Urheber und Leiter war ein<3 Jahre alter anscheinend geisteskranker aus Magde- bürg gebürtiger Eugen Fischer aus der Landgrafenstraß« 45 zu Frankfurt a. M., wo' sein Betrieb bei semer Frau und seinem Dater seinen Sitz htt«. Fischer, der sich„Ingenieur-Geologe" nennt, ernannte sich selbst �um b« r st der Oderberg-Knappschasten" und reist m einer Phantasieuniform, halb Offizier, halb Bergmanns- tracht, mit vielen Orden geschmückt, im ganzen Reich umher. Ueberall ernannte er angesehene Männer zu Hauptleuten, Ehren- und Der- bandsräten des„Deutschen Reichs-Wohlsahrts-Verbandes der Berg- tnappschaften„Schlägel und Eisen" e. V." Well er seinem Unter- nehmen einen behördlichen Anstrich gab und vertrauenerweckend auftrat, so fand er überall offene Ohren und Hän�e. Die ernannten Hauptleute usw„ die er mit einem Bergmannsstab „vereidigt" und denen er Ehrenurkunden über die Ernennung aus- stellt, spendeten große Summen für den vermeintlichen wohl- tätigen Zweck. Tatsächlich behielt er zunächst einmal für sich drei Zehnt«! des Geldes. Dann leben von den Eingängen sein Dater und seine Frau, die in seinem Unternehmen als Rendant.md Schrerbgehilfen angestellt sind. Für wohltätige Zwecke kann also nicht viel übrig bleiben. Di« Kriminalpolizei in Frankfurt a. M. hat jetzt das Bureau geschlossen und alle Bücher und Kassenbestände beschlagnahmt. Fischer selbst ist jedoch noch nicht ermittelt.__ Liuienveränderung der Autobusse. In den nächsten Tagen treten folgende Aenderungen ein: Die Linie A verkehrt zwischen Neukölln und Unter den Linden wie bisher. Von hier ab wird sie aber nicht mehr durch die Fried- richstraße, Chausieestraße und Müllerstraße bis zur Seestraße ge- führt, sondern über den Lustgarten, Hackoschen Markt, Rosenthaler Platz nach der Brunnenstraße, Ecke Invalidenstraße geleitet. Die Linie heißt alsdann:„A, Brunnenstraße(Ecke Invalidenstraße)— Neukölln, Hermannplatz"— Die Linie 4 verkehrt wie bisher zwischen Neukölln. Hermannplatz— Hallesches Tor— Friedrichstraße bis zum Oranienburger Tor. Von hier ab wird sie nicht mehr durch die Chausseestraße und Reinickendorfer Straße zum Nettelbeckplatz geführt, sondern über Rosenthaler Platz, Schönhauser Tor, Weißen- burger Straße bis zur Danziqer Straße, Ecke Prenzlauer Allee geleitet. Die Linie heißt alsdann'„4, Prenzlauer Allee(Ecke Donziger Straße)— Neukölln, Hermannplatz". Der genaue Zeit- punkt der Aenderungen wird noch bekanntgegeben. Ter Aluminium-Zweihunderter. Auf unfern Redaklionstisch.flatterte" beute ein blitzende? funkelnagelneues Geldstück des Teuifcken Reiches und zwar bandelt es sich um eines der soeben zur Ausgabe gelaiiglcn neuen LOO-Matk- Stücke, die auf der Vorderseite die Inschrift: 200 Mark 1923 Deutsche» Reich und auf der Rückseite den Reichsadler und den Spruch:.Einigkeit und Recht und Freiheit' tragen. Die Be- zeichnung.flattern" erscheint angesichts der großen Leichtigkeit des Geldstücke«— es ist aus Aluminium— nicht unangebracht. Hofstnt- lich erweist sich nun auch die Valuta nicht als flatterhaft, sondern als stabil, weil man iontt nach kurzer Zeit mit dein Zweihundert markstück weder«in Theatergardcrobengeld noch eine Untergrund« bahnfahrt noch ein halbes Pfund Rotkohl mehr bezahlen könme. Ein Schritt zur UnterrichtS-Wahlfreihrit. Don der Hohenzollernfchule-Oberrealabteilung in Schöneberg wird uns geschrieben, daß der Minister die vom Lehrerkollegium beantragte„Elastisierung des Unter- richts in Prima grundsätzlich g c n e h m i g t hat. Der Lehr- plan ist dabei so gestaltet, daß die Schüler entweder den normalen Kursus der Oberrealfchule durchmachen oder je nach Neigung, Ve- gabung und Berufsabsichten Stundenzahl und Lehrziel in einigen Fächern verringern können, um erhöht« Ziele in a n d e r en Fächern zu erreichen. Diese Freiheit der Verstärkung bzw. Abichwächung gilt für Fremdsprachen, Mathematik und Naturwissenenschaften, wobei die Entlastung in einer Richtung immer eine stärkere Ansponnung in der andern zur Bedingung hat, ohne daß aber, wie bei der sogenannten„Gabelung", die Prima in zwei starre Stränge aufgespalten wird./ Jeder Schüler hat außer- halb des gemeinsamen Kernunterrichts seine eigene, begrenzte „Wahlfreiheit", insbesondere auch für die A r b e i t s g e m e i n- j ch a f t e u in Philosophie, Deutsch. Französisch, Englisch, Latein, Spanisch, Bürgerkunde. Naturwissenschaften, Zeichnen, Musik, Hand- ferligkcit, Turnen usw. Es ist zugelassen, daß wertvolle Leistungen in diesen Kursen gebührend bei der Reifeprüfung, die bei dieser Ge- staltung doch den„bundcsstaatlichen Abmachungen" entspricht, also an allen deutschen Hochschulen Anerkennung finden wird, berück- sichtigt werden dürfen bzw müssen. Wennaleich die Anstalt an ihrem Charakter als Oberrealschule festhalte« wird, dürfte doch auch bis- herigen Realgymnasiasteu der Ucberganz in ihre Oberstufe möglich sein, vorausgesetzt, daß sie schon in Obersekunda eintreten. Die Elastisierung der Prima beginnt zwar erst Ostern 1924, aber schon Ostern 1923 treten die Lchrpläne der Obersekunda, die eine weit- greifende Umstellung des Lehrstoffs und der Lehrmethoden in Mathematik und Naturwissenenschaften und wahlfreie Kurse in Latein und Spanisch vorsehen, in Kraft. Anmeldungen von Schülern, die 1924 in Prima die hier gegebene Bcwegunasfreihei! für sich fruchtbor zu machen beabsichtigen, müssen deshalb schon jetzt für die Obersekunda beim Direktor der Anstalt(Schöne berg, Belziger Str. 48/53) erfolgen. Wie man ohne Selü zu Lebensmitteln kommt. Aus der Praxis eines einzigartigen Vereins. Der in dem weitverzweigten Vereinswesen nicht unbekannt: und sehr beliebte Name„Frohsinn" hat, wie sich in einer Verhandlung vor der Strafkammer des Landgerichts I ergab, auch zu einer höchst eigenartigen und einzigartigen Dereinsgründung her- halten müssen. De? Posthilfsschaffner Wilhelm Henning, war in dieser Zeit der Teuerung auf den Gedanken gekommen, seine Lebenshaltung zu verbilligen, indcm er durch Diebstahl von Eisenbohnaoisen sich in den Besitz ansehnlicher Lebensmittelmengen setzt«. Anfangs stahl Henning ollein, als aber feine Beutezüge immer ausgedehnter wurden, nahm er sich einige Freund« zu Hilf« und man gründet«, um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen, einen Verein, dem man den schönen harmlosen Namen„Frohsinn" bei. legte. Der ganze Verein ging mit Hennings Hilfe auf die Diebes- fahrten und stahl mit Hilfe der unterschlagenen Avise ansehnliche Mengen von Lebensmitteln, wie Zucker, Mehl, Fleisch, Kisten mit Eiern usw. Jeder erhielt von der Beute, soviel er für seinen Haus- stand bedurfte, der Rest wurde an gefällig« Händler abgegeben und der Erlös dann wiederum ausgeteilt. Der Verein bestand monatelang in ungetrübter Harmonie, bis eines Tages der Vorsitzende Henning die Gelegenheit auskundschaftete, einen Posten Gänse zu„kaufen". Der Verein, der aus sieben Mitgliedern bestand, begab sich an den verabredeten Ort und in oller Still«, im Dunkel eines Waggons, wurden zu nächtlicher Stunde 30 Martinsvögeln der Hals umgedreht. Man zog reich beladen in dos gewohnte Stammlokal, um zu teilen. Nun aber ergab sich die Schwierigkeit, daß 30 sich durch 7 schwer dioi- dieren läßt und ein Rest verbleibt. Nach einigem Ueberlegen kam man zu dem Entschluß, die restlichen Gänse gemeinsam zu verspeisen. Man tat das auch, hatte aber die Rechnung ohne die Wirtin gemacht, die wohl im Aerger darüber, daß man ihr nicht auch«inen Gänse- braten überlassen, den ehrenwerten Verein„verpfiff". Nun hatte sich gestern der gesamte Verein„Frohsinn" vor Gericht wegen Dieb- stahls und Hehlerei zu verantworten. Sechs Angeklagt« waren ge- ständig, nur der siebente, der erst neu aufgenommen war, konnie seine Unschuld nachweisen und erklärt« stolz:„Ick Hab mit die Brüder nischt zu tun, Herr Vorsitzender, det is keen Verein vor mir." Di« Verteidiger baten um milder« Beurteilung der langfingrigen Der- einsbrüdsr, doch verurteilte das Gericht den Voftschassner Henning zu einem Jahr drei Monate«, den Bierfahrer Töpfer zu einem Jahr sechs Monaten, den Arbeiter Lippert zu vier Monaten, den Kutscher Glas zu einem Iabr Gefängnis, die Ehefrau Glas zu zwei Monate- und den Arbeiter Neufeld zu vier Monaten Gefängnis. »veamtenschafi«md Sozialismus" war das Thema einer öffc,.. lichen Vramrenveisammlung dcS 4. Kreises am 19. März. Mi! großem Interesse borten die zablreickien Beiucker das Referat de? Genossen G r o n e f e l d. der auch die politiscben TageSfragcn streitte. In der Diskussion wurde besonders das Gciübl der Zusammengehörigkeit mit der organisierten Arbeiterschaft zum Ausdruck ge- brockt und bemängelt, daß den noch zahlreich vorhandenen reakt'v- nären höheren Beamten, beionderS bei der Schutzpolizei, das Hand- werk nicht gelegt wird. Daran fei aber auch oft das passive Der- halten unserer Anhänger ichuld. Mit der Mahnung zu energischer Haltung wurde die Versammlung, die auch einige Neuaufnahmen bracht«, geschlosien. Führungen im vokanijchea Garten Dahlem im Zahr« 1923 beginnen Montag. 19., Dienstag. 20.. Montag. 20. und DicnStag, 27/ März. Jeden Monat findet für die Teilnehmer eine Führung statt. Eintrittskarten für eine Führungsreihe sind zum Preise von 200 M.(inkl. Eintrittsgeld für den Garten) erhältlich bei den Pförtnern des Botanischen Gartens. Kinder unter 14 Jahren können nicht zugeiossen werden. Eine pädagogische Osterwoche mit dem Hauptthema„Er ziehung zur Eigentatigteit" veranstaltet das Zentral institut für Erziehung und Unterricht, Berlin W. 35, Potsdamer Straß« 120, vom 4. bis 7. April d. Ä. An der Veranstaltung kann nicht nur die akademisch und seminarisch vorgebildete Lehrerschaft. sondern können auch alle Freunde de» Erziehungswesens teilnehmen. Es werden 14 Vorträge und Lehrproben von 18 Fachleuten gehalten iverden. Die verräterischen Fingerabdrucke. Vom Erkennungsdienst wurde ein 28 Jahre aller Schivss. Walter Schwarz überführt, der im Januar 1921 den Bonkagente D ö r r i n q und dessen Ehefrau und Schwiegermutter in Klütz in Mecklenburg durch Schläge mit einein Gasrohr e r m o r> d e t e. Schwarz leugnete beharrlich. Der Berliner Erkennungsdienst stellte jedoch nach Finger- u n d H a n d a b d r ü ck e n, die er an der Tür des Zimmers, in dem die Opfer ermordet wurden, seine Person und Täterschaft unzweifelhaft fest. Ein Lichtbild der Silbdrücke wurde in der Schwurgerichtsverhandlung in Schwerin vorgeführt. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten des dreifachen Mordes schuldig, und dos Gericht oerurteilte ihn zum Tode. Es ist dos erstemal, daß Finger- und Handabdrücke bei einer Eni- scheidung über ein Kapitaloerbrechen eine so große Rolle gespielt haben._ Schwere» Unglück auf der Mefleansfleltung in Siel. Auf dem Gelände der landwirtschaftlichen MesscauSstcllnng in Kiel stürzte der hochragend« Arm eines Getreidehebers plötzlich nieder und begrub vier Personen unter sich, von denen eine getötet, ein« andere schwer, die übrigen leicht verletzt wurden Eisenbahnunglück lu der Provinz Hannover. Ein Eisenbahn- unglück ereignete sich gestern vormittag zwischen 9—10 Uhr zwischen Eschede und Unterlüß. Der von Hannover kommende Eil- z u g 77 fuhr aus bisher unbekannter Ursache auf einen Güterzug auf und entgleiste. Zehn Wagen wurden aus dem Gleis geworfen. Der Eilzug hat keinen Schaden erlitten, während ein größerer Materialschaden durch die entgleisten Güterwagen zu verzeichnen ist. Der Betrieb konnte am späten Nachmittag wieder ordnungsgemäß bewerkstelligt werden. Personen sin* nicht zu Schaden gekommen. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Trocken und vielsach heiter, nacht» wieder sehr kühl, in den Mittagsstunden mild bei mätzigen östlichen Winden. Groß-Serliner partewachrichten. ». Krei», Wedding. Freie«chulzemelnde. Heute abend, 7 Uhr. Funitionärkonfere«, bei Aaderson. Stralsunde« Str. U. Gewerkschaftsbewegung Die Arbeitslosigkeit. Wirtschaft Zur Nugholzverwertung. ftürzt. Ende Ottober. 1922 mar die Zahl ber unterstützten Arbeitslopen bereits auf über 57 000 gestiegen. Im Dezember zählte das tleine Land 91 237 Bollerwerbslose, davon allein 85 345 in Wien. Mitte Januar ist diese Zahl bereits auf 128000 gestiegen, dazu treten jedoch noch 250000 Rurzarbeiter. Neuerdings liegen Die folgende Uebersicht, die wir dem Gewerkschaftlichen Nach auch aus Rußland genauere Nachrichten über den Umfang der cichtendienst des DGB. entnehmen, zeigt eine Berscharfung Arbeitslosigkeit vor. Die steigende Finanztrise hat die SowjetAus Kreisen der Forstwirtschaft wird uns geschrieben: der Arbeitslosentrife. Zu den Ländern mit chronischer Arbeitslosig. regierung gezwungen, die ungeheuer überbefeßten Behörden start Das Nugholz wird besorgniserregend in app. Links des feit großen Umfangs find jezt auch die Länder mit start ent abzubauen, die Arbeiter und Angestellten zu entlassen. Aber die Rheins stocken Abgabe und Abfuhr aus Staatsforsten gänzlich, der werteter Währung getreten. Die Geldentwertung hat die russische Wirtschaft tann die Entlassenen, obwohl das Land an allen, einschlag aus Gemeinde- und Privatwaldungen gelangt nicht mehr Arbeitseintommen ausgehöhlt und damit die Massen Dingen bitter Rot leidet, nicht aufnehmen, denn die Industriemerke über den Strom und an die Stätte seines hauptsächlichen Berbrauchs. der Verbraucher in ihrer Kauftraft mesentlich geschwächt. Der und der Handel find in troftloser Berfassung und felbft zu weiteren Die Einfuhr aus den öfilichen Grenzländern wird durch Zölle und Breiswucher der Industriekartelle, der Landwirtschaft und des Entlassungen genötigt. Nach einem am 17. Januar veröffentlichten Handels hat vielfach die Preise über das Weltmarktniveau hinaus amtlichen Bericht des Boltstommissariats für Arbeit registrierten zum Teil hohen Stand der fremden Währung, sowie durch langen getricben. Die Arbeitslosentrise hat also doppelten und internatio- am 1. Dezember 1922 Petersburg, Mostau und 77 Provinznachweise Frachtweg verteuert durch die Abneigung der Tschechen und nalen Charakter. zufammen 243 950 Arbeitslose Bon diesen entfielen auf Peters Bolen gegen die Reichsmart außerdem erschwert. Trotz des stetiger Wohl zeigt Amerita seit etwa Jahresfrist eine bemerkenswerte burg 71 373, auf Mostau 55 353. Damit zeigt sich seit dem 1. Oktober gewordenen und gesuntenen Kurses der fremden Währung erzeugt Befferung, als noch die Zahl der Arbeitslosen allein in den Ber- ein Unfteigen der Gesamtzahl um 30 132, davon in Petersburg um die Ruzholzknappheit ein gefährliches weiteres Steigen der Preise, dus einigten Staaten auf 3 bis 4 Millionen geschätzt wurde. Leider 1750, in Mostau um 7339. mit der Preistreiberei des Zwischenhandels und der Marksturzfpetulan. fehlen genauere Zahlen, um die Entwicklung des nordamerikanischen ten sowie mit den veralteten Zahlungsstundungen nichts zu tun hat. Arbeitsmarktes übersehen zu können. In Ranada läßt sich die Berschieden, wie die Ursachen der Nugholzverteuerung, müssen Entwicklung zahlenmäßig an der Zahl der erwerbslosen Gemertdarum auch die Abwehrmaßregeln sein. schaftsmitglieder verfolgen Dezember 1921 und Januar 1922 waren dort 14 bis 16 vom Hundert der Mitglieder erwerbslos. Diefe, Bahl fant September auf 2,8 vom Hundert, um von da ab wieder zu steigen. Ende November 1922 waren bereits wieder 6,2 Dom Hundert der Mitglieder arbeitslos. Gautag der Holzarbeiter. some Monopol Der Gau Brandenburg des Deutschen Holzarbeiter Be: bandes hielt am 17. und 18. März im Gewerkschaftshause feinen Gautag ab, um zum tommenden Verbandstag in Raffel bahn- und Telegraphenverwaltung. Das EisenbahnWie nötig fie find, zeigt u. a. die Notlage der Reichs Stellung zu nehmen. zentralamt ist genötigt, Schwellen gegen englische Pfunde zu Gauvorsteher Sidfeld gab einen Bericht über die ver- laufen. Die Telegraphenverwaltung bezieht einen erheblichen Bosten floffenen zwei Jahre. Unter Hinweis auf den gebrudt vorliegenden ihrer Masten aus Böhmen und Bolen. Warum dies? Bächst in Frantreich zählt verhältnismäßig wenig Arbeitslose, weil Bericht tonnte er feststellen, daß sich die Mitgliederbewegung sehr den deutschen Forsten nicht mehr genug Schwellen- und Mastenholz es Hunderttausende unter den Waffen hält und Kriegsdienst ver- günstig gestaltet habe. Eine besonders hohe Zunahme hatten die zu? Reinesfalls erscheint es angängig, die Reichsbetriebe mit inlän richten läßt und weitere Hunderttausende mit der Herstellung von weiblichen und jugendlichen Mitglieder zu verzeichnen. Für die dischen Erzeugnissen im Stich zu lassen und nun einigen wenigen Striegsmaterial beschäftigt. Die Bandwirtschaft nimmt viele Arbeits Erziehung der Mitglieder zum Gedanken der Organisation tonnte Großhandelsfirmen die zu befürchtende fräfte ab, so daß jogar ein durch einwandernde Ausländer gedeckter infolge der starten Inanspruchnahme der Funktionäre bei den stellung gegenüber dem Reiche verfchaffen zu helfen. Darum: Bedarf entstanden ist. Hinzu kommt, daß beim Aufbau der zerstörten dauernden Lohnbewegungen nicht das geleistet werden, was not era bjegung der Einfuhrzölle für Schwellen und Gebiete zahlreiche Arbeitskräfte beschäftigt sind. Belgien zeigt mendig war. Die Lohnverhandlungen gestalteten fich äußerst Mastenholz und Bewilligung von Einfuhrprämien im Sinne der eine erhebliche Besserung des Arbeitsmarktes. Seit Beginn 1921, schwierig, weil die Unternehmer nur zum Teil Mitglieder des Forderungen Tarnocos fofort und zunächst für diese staats. wo rund 200 000 Arbeitslose und Kurzarbeiter festgestellt wurden, Arbeitgeberverbandes find und aus diesem Grunde eine Anzahl wirtschaftlich wichtigen Sortimente, falls man für Schnitthölzer fich ist die Zahl bis Ende Dezember 1922 auf rund 26 000 gejunten, für örtlicher und betrieblicher Berhandlungen notwendig waren. Den dazu noch nicht entschließen wollte. Da verbilligte und erleichterte das kleine Land eine trogdem nicht unerhebliche Zahl. Die deut Rampfcharakter der Organisation erfenne man aus der Tatsache, Einfuhr vielleicht noch nicht genügen wird zur Bedarfsdeckung und schen Zahlen sind bekannt. Die bis Juli 1922 anhaltende Hoch- daß in der Berichtsperiode 360 Streits mit 45 323 Bemaßvollen Preisbildung, fo find gleichzeitige innerwirtschaftliche tonjunktur, die fich auf den niederen Löhnen der deutschen Arbeiter teiligten durchgeführt wurden, die 21 Millionen Mart Unterstügungen mittels veränderter Berwertung des gesamten aufbaute, weicht feitdem einer stärkeren Arbeitslosigkeit, die Ende Streitunterstüßung erhielten. Januar in einigen Industrien bereits zur Krise gesteigert ist. Smar Nugholzes erforderlich. Die seither bräuchliche öffentliche Verstei ist Ende Januar mit 4,4 vom Hundert erwerbslofer Gewerkschafts- vorstandes gutgeheißen. In ber Aussprache wurde im allgemeinen die Arbeit des Gau- gerung oder Submiffion gegen Meistgebot tann dem Reiche gegen. mitgiieder eine eigentliche Ratastrophe noch nicht erkennbar. Aber über in freihändige Abgabe zu einem vereinbarten Breise Darauf sprach Dammer vom Verbandsvorstand über den umgewandelt werden. Nach unserer gesamten Wirtschaftslage felbstver neben der Zahl der Bollerwerbslosen steht die schnell und start Berbandstag in Kassel Der Berband hat sich gut entwidelt. Die ständlich fann es nur ein Breis fein, der sich vom Weltmartts: Steigende Zahl der Kurzarbeiter. Mitgliederzahl stieg von 371 000 auf 441 000; davon die Zahl der preise stets in gewiffen Abständen hält. Solche Preis England zeigt, verglichen mit den Höchstzahlen im Mai und Lehrlinge und Jugendlichen von 16 000 auf 28 350. Für die vereinbarungen zwischen den Waldbefizern aller Art und den Juni 1921, als die Krise am schärfften wirfte, eine Befferung des Agitation und Betriebsräteschulung werde das möglichste getan. Reichsbehörden sind noch in einzelnen Waldgegenden jederzeit mög Arbeitsmarktes. Damals waren 2,1 Millionen( 17 bis 18 vom Es fann mit Genugtuung festgestellt werden, daß der größte Teil lich. Bon feiten der Brivaten und der Gemeinden muß soviel EinHundert) der gegen Arbeitslosigkeit Versicherten völlig erwerbslos; derjenigen Kollegen, die den bisher bewährten Weg verlassen sicht in die Notlage der Reichsbetriebe erwartet werden, daß fie in bie Gewerkschaften zählten 22 bis 23 vom Hundert ihrer Mitglieder arbeitslos. Seitdem finten diefe Zahlen langfam, aber im Dezember hatten, inzwischen sich wieder zurüdgefunden hat. Mit einer Mah. der Breisvereinbarung tein materielles Opfer erblicken, sondern eine arbeitslos. Seitdem finken diese Zahlen langsam, aber im Dezember nung zur Einigkeit und Gechlossenheit saloß der Redner. Ein An- wirtschaftliche 3wed mäßigkeit, die, wenn sie nicht ver. 1922, dem günstigsten Monat, waren noch 1 431 929 Bersicherte( 12,2 trag, ein Rorreferat entgegenzunehmen, wurde fast einmütig ab- wirklicht würde, sie schwer schädigen müßte. Denn jede Bernachläffi vom Hundert), von den Gewertschaftsmitgliedern 14 vom Hundert, arbeitslos. Im Januar 1923 ist die Zahl wieder auf 1 493 000( 12,7 gung der wichtigften Berkehrsmittel muß auf den Abfag und Handel vom Hundert), davon 1,23 Millionen Männer und 264 700 Frauen, träge, die dem Berbandsvorstand für seine Haftung in Fragen der In der Aussprache begrünbeten zwei fommunistische Redner An- mit Nuhholz früher oder später mit Bestimmtheit nachteilig wirken. Bon preisregulierendem Einfluß ist die Abschaffung aller Rau f gestiegen. Außerdem bezogen noch 60 147 Kurzarbeiter Erwerbs Arbeitsgemeinschaft das Mißtrauen aussprechen. Diese Anträge gelberstundungen auf ein halbes Jahr oder drei Vierteljahr. fofenunterftügung. Seit mehr als zwei Jahren steht die englische wurden gegen wenige Stimmen abgelehnt. die der Martsturzfpetulation ungewollten Borschub leistete und Bolkswirtschaft vor der Aufgabe, von ihren rund 12 Millionen Berficherten dauernd durchschnittlich mehr als 1½ Millionen erwerbs. ftand auffordert, den Lohnabbau folange zu verhindern. Schwellenholzes nur zu gern Rücksicht genommen wird auf den je Angenommen wurde ein Antrag, der den Berbandsvor preistreibend gewirkt hat. Da beim Aushalien des Buchen. iofer Arbeiter zu unterhalten, ohne daß eine Lösung des furchtbaren bis die Breise der Lebensmittel im Berhältnis zu den Röhmen den weiligen Bucherscheitholzpreis, fo iſt deſſen Gentung von Stand der Bo: friegszeit erreicht haben. Weiter ein Antrag, der Bedeutung. Auch sie fann durch Aufgabe der langfristigen Rauf Die standinavischen Länder zeigen wohl eine Besserung die Bekämpfung des Buchers und die Einsehung von gelderstundungen, die hauptsächlich von den füd- und westdeutschen tes Arbeitsmarftes, zeigen jedoch nach wie vor eine ungeheure Rontrollinstanzen verlangt. Arbeitslosigkeit. In Dänemart, Schweden und Norwegen trat bie Reform der Steuergefeßgebung und die Einführung mit erreicht werden. Ebenso Anträge, die eine fommunalen und privaten Forstverwaltungen noch gestattet sind, Krife Ende 1920 ein und erreichte ihren Höchststand um die Wende ber Goldentlohnung verlangen. Für die Maschinenarbeiter bleibt hingegen vom Nadelbremholzpreise unbeeinflußt und ganz Das Riefern, Fichten und Tannenmastenholz der Jahre 1921 und 1922, als die dänischen Gewertschaften 29 bis wurden Zuschläge zu den Fachart eiterlöhnen gefordert. 33 vom Hundert, die schwedischen 33 bis 35 Dom Hundert und die Der Verbandsvorstand wurde ferner beauftragt, in der Lehr. dem Nadelbauholzpreise unterworfen, der abgesehen von den frei narwegischen 24 bis 26 vom Hundert ihrer Mitglieder völlig arbeits- lingsfrage energische Schritte zu unternehmen. Der Jugendarbeit willigen, gegendweisen Vereinbarungen zwischen Waldbesitz und los zählten. Ende Oktober waren diese Zahlen auf 11,3, 15,0 und foll in Sutunft größere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Zu Bauholzverbrauchern nur mit Einfuhrerleichterungen zu regulieren 11,6 vom Hundert gefunten. Seitdem zeigt fich ein erneutes Un biefem 3mede wurde die Abhaltung einer Jugendleiter- Besprechung fteigen der Arbeitslojigteit. So waren Ende Dezember in Dänemart vereinbart. Eine direkte Unterstützung der Reichsbetriebe durch die inlan. 20,3 vom Hundert, in Schweden 21,7 vom Hundert der Gemertschaftsmitglieder arbeitslos. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen in menden Rämpfen, die uns zweifellos bevorstehen, einig zufammen der an sich höchst einfachen, ohne Spezialarbeiter zu bewältigenden Sidfeld schloß die Konferenz mit der Mahnung, in den tom dische Forstwirtschaft mit ausgedehnter Schwellenhauerei und mit Schweden betrug am Jahresende 45 900. Neuere Zahlen für Normenden zuhalten. Herrichtung von Telegraphenstangen ist nichts weiter als Pflicht gegenüber der Allgemeinheit und eine reine Organi gegen die Sdywellen- und Mastenherstellung in eigener Regie fationsfrage. Wenn von gewiffer intereffierter Seite Einwendungen gemacht werden, so steht fest, daß die Forstwirtschaft und die Reichsbetriebe aus etwaigen früheren Fehlern genug ge. lernt haben und ihre Arbeiten zum Staatswohle nunmehr mit ver. befferten Methoden wiederaufnehmen können. Broblems zu erfennen ist. wegen liegen nicht vor. Auch die Sch me iz ist nach wie vor start notleidend. Das Band, das in der ersten Hälfte des Jahres 1920 zwischen 3000 und 5000 Arbeitslose zählte, jah 1921/1922 ein frisenhaft schnelles Un Steigen. Der Februar 1922 brachte mit faft 100 000 Arbeitslofen den Höhepunkt. Bis zum Oktober fenfte sich diese Zahl auf 48 200, Stieg von da an wieder und erreicht Ende Dezember wieder 53 463 Arbeitslose und 20 429 Kurzarbeiter. Ende Januar 1923 find es 56 275 Arbeitslose und 19 868 Kurzarbeiter. Auch Italien zeigt eine ähnliche Entwicklung. Januar 1922 Höchststand mit 60819 Arbeitslosen, dann ein Absenten bis zur Mitte des Jahres auf 318 000, um von da an wieder anzusteigen auf 382 000 Arbeitslose. Dazu traten noch Ende Dezember 42 600 Kurzarbeiter. gelehnt. Groß- Berlin für allgemeinverbindlich erklärt worden ist, regeln fich Wertmeister im Einzelhandel! Nachdem unser Tarifvertrag für vom 15. November 1922 an die Bezüge der Maschinen- und Wert meister aller Branchen im Einzelhandel nach dem verbindlich erklärten Bertmeister- Tarifvertrag. Auch alle Handels- und Spezialgeschäfte, welche der Einzelhandelsgemeinschaft nicht angehören, fallen unter biefe Berbindlichkeitserklärung. Ausfünfte erteilt die Geschäfts. ftelle des Deutschen Wertmeister- Berbandes, Stradauer Str. 56. sein wird. Eine gewerkschaftliche Feststellung über genossenschaftliches Wirten. Der Konsumverein in Mannheim, ein in febr be. Weitere Fufionen englischer Gewerkschaften. friedigender Entwidlung befindliches genossenschaftliches Unter Die zwei vom Generalrat des Gewerkschaftsfongreffes für die nehmen mit 665 Millionen Mark Halbjahresumsaz seiner MitFür Holland liegen nur die Zahlen der arbeitslosen Gemert- 35 Metallarbeiter und die 15 Tertilarbeiterverglieder, bielt fürzlich eine Generalversammlung ab, um den Geschaftsmitglieder vor, die das Weiterwüten der Arbeitslosigkeit bände( Organisationen der Baumwollindustrie ausgeschloffen) ein schäftsanteil zu erhöhen. Bemerkenswert waren die Ausführungen zeigen. Auch hier eine Besserung verglichen mit den Höchstzahlen berufenen Ronferenzen zeitigten günftige Resultate. eines Vertreters der größten Gewertschaftsorgani Anfang 1922, als 20 bis 22 vom Hundert der Gewerkschaftsmit- Der Generalrat ift nun im Begriff, zur Besprechung der Frage fationen von Mannheim, der Metallarbeiter, der erflärte, daß glieder arbeitslos waren. Es zeigt sich eine erhebliche Besserung des Zusammenschluffes, ähnliche Konferenzen für das Druckereis für die monatlichen Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern bis zum September, als immerhin noch 9,1 vom Hundert arbeitslos gewerbe und die Dienstzweige der Postverwaltung zu organisieren. jeweils die Steigerung der Lebenshaltung von zwei der beg maren. Bon da an steigt die Zahl erneut. Ende Dezember waren 3m Drudereigemer be gibt es ungefähr 14 Berbände deutendsten Geschäfte in Mannheim ermittelt wird. 14,0 vom Hundert der Mitglieder arbeitslos. Einschließlich 10 000 mit einer Gesamtmitgliederzahl von zirka 173 000. Diefe Organi fich regelmäßig heraus, daß die Preise ber im KoniumKurzarbeitern waren von 332 000 Mitgliedern 52 519 nicht voll fationen find bereits in der Föderation der Berbände des Druderei beschäftigt. gemperbes und verwandter Berufe lofe zusammengefaßt, und der Ges neralrat glaubt, daß eine Tendenz zum allgemeinen Zusammen. fchluß besteht. Die Techoslowakei zeigt das Bild einer überaus ernsten, sich schnell steigernden Krise. Die Gesamtzahl der Arbeitsfofen betrug am 1. Oftober 1922 232 390, am 1. November 266 964. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen wird für 1922 angegeben: Juni 56 600, Ottober 127 300, Dezember 141 000 und Januar 1923 mit 190 000. Deutschösterreich ist seit der Reorganisation" feiner Finanzwirtschaft durch die Alliierten in eine tatastrophale Krise ge. Volkskleidung Zinn Gold-, Silber- Bruch Quecksilber Beitungspapier Spezial gebünd., kg 250, Haus Bein Hosen Biel, Kupfer, Platin Sohe Breise Bebandi. for Die österreichischen Angestellten der Poft baben wegen Entiebung der Regiefarten und Freifarten auf den Bundesbahnen beflossen, von gestern. Montag, ab in die paffive Refiftena zu treten. Dem Befchluß baben fich fämtliche Drganisationen obiger Angestellten angeschlossen. J Häffen, Gew. Dabei stellte berein entnommenen Waren durchschnittlich um 20 b. S. niebtiger find als die im größten Privatgeschäfte der Stadt Mannheim. Diese Ausführungen zeigen, was die Genossenschaft ihren Mitgliedern während der ganzen Zeit der Teuerung gewesen ift. Die breisregulierende Tätigkeit der Genossenschaft wurde dann auch allenthalben anerkannt. Berantwortlich für ben rebatt. Teil: Bieter Schiff, Berlin; für Anzeigen: h. Glade, Berlin. Berlag Borwäris- Berlag 6. m. b.$.. Berlin. Drud: Rorwärts- Budbruderci u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin. Lindenstr. 8 Ischias Gold, Silber, Platin- Amd Platin, Gold- und Sitherbruch Bain L. 15 T. beseft. Invalidenstr. 106. 9-11, 4-6. Jacoby. Brillanten mpen flaschen Gintauf von Brillanten, Zahngebisse zahlt unüberbietbare Prelse Neukölln 178 Weser Winterjoppen tauft. Engrosvreife Blasgeich. Reinladen Berlen, Smaragde, Blatin Solden 67 Grosse Frankfurter Strasse 67. unb Manchester- Anzüge Scharnow, Lange Str. 35 Fernfor. Neuf. 281. Silberbruch, sowie Uhren, Retten u. 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