fr. 138+ 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 69 Bezugsprets: Fe ben Monat März 5800 0. Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar. und Memelgebiet sowie Desterreich und Buremburg 7800., für das übrige Ausland 9800 M. Poftbezugspreis reibleiben d. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frant. reich, Holland. Lettland, Luxemburg, Oesterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Gonntags. beilage Boll und Reit". der Unters haltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Aleingarten". erfcheint mochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. " Telegramm- Abrene: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 150 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillegeile Foftet 1200 M. Reflamezeile 6000 Mt. ,, Aleine Anzeigen" das fettgedruckte 28ort 375 R.( zulässig zwei fetigedruckte Worte), jedes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jedes weitere Wort 150. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 300 Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SB.68, Linden. fraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506--2507 Freitag, den 23. März 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Der völkische Volksverrat. Aufgedeckte Mord- und Umsturzverschwörung- Verhaftungen in zahlreichen Städten Preußens. Indes genügt das, was bisher befannt wurde und weiter unten veröffentlicht wird, um die Größe der Gefahr erfennen zu laffen, an der Reich und Staat vorübergeglitten find. Die Beteuerungen gewiffer Rechtsblätter, es handle fich um falsche Verdächtigungen, und ihr Eifer, die Deffentlichkeit -mie in folchen Fällen immer auf eine angebliche„ rote Gefahr" abzulenten, wird gegen dieses schwerwiegende Mate#rial nicht aufkommen. Während das Reich nach außen im allerschwersten Kampf um seine Behauptung steht, waren im Innern Kräfte am Werte, deren Gedante auf Bürger frieg und Mord gerichtet waren. Das ist ein Verbrechen am ganzen deutschen Bolte, dessen Größe sich gar nicht ermeffen läßt, und dieses Berbrechen ist geplant und vorbereitet worden von Menschen, die den Namen des Baterlandes fchänden, in dem sie sich seiner zu ihrer gewissenlosen Heze gegen Im Breußischen Landtag wird heute der Minister des so wissen diese aus schmerzlichen Erfahrungen, daß alle gewalt= Innern, Genoffe Severing, in Beantwortung einer sozial- famen Aktionen durch den entschlossenen Widerstand der großen demokratischen Interpellation Auskünfte über die Aufdeckung Sozialdemokratischen Bartei zum Scheitern verurteilt sind, einer rechts putschistischen Verschwörung geben, nicht zu reden von den Bürgerlichen, die immer noch die Mehrdie den Behörden in den letzten Tagen gelungen ist. Einige heit im Lande bilden, und deren Abneigung gegen alle bolicheMitteilungen über das bisherige Ergebnis der Untersuchungen mistischen Experimente taum noch herporgehoben zu werden finden unsere Leser weiter unten. Ausführlicheres wird von verdient. Was die Kommunisten heute bewegt, ist vielmehr der Rede Severings zu erwarten sein. Allerdings muß es dem die Sorge vor dem weißen Terror des Fascismus Minister überlassen bleiben, wie weit er das bisher einwand als der Glaube an die Möglichkeit ihres eigenen Erfolgs. frei festgestellte Material zur Kenntnis der Deffentlichkeit brin- Wo Bestrebungen der Arbeiterschaft im Gange sind, den gen will. Er wird denen, die brennend daran interessiert sind halb militärisch aufgezogenen fascistischen Verschwörerbanden zu erfahren, was die Behörden schon wissen und was sie noch etwas physisch Gleichwertiges moralisch freilich weit lebernicht wissen, schwerlich den Gefallen tun, feine Karten ganz legenes entgegenzustellen, da find sie nicht aufzudecken. aggreffiven Absichten bestimmt, sondern vielmehr aus dem Bunjch hervorgewachsen, die Republik und die Rechte der arbeitenden Bevölkerung nicht unverteidigt zu lassen. In dem Maß, in dem die Gefahr verschwindet, wird auch die Bedeutung jener Bestrebungen geringer werden. alle Andersdentenden bedienen. Es mag sein, daß ein Teil dieser Leute von verworrenen Ideen geleitet ist, die sie selber noch für politisch" halten. Die geistige Berwirrung, die der Krieg mit seinen unfriedlichen Nachspielen in unzureichend ausgerüsteten Gehirnen anrichtete, ist ja grenzenlos. In der Hauptfache aber ging es diesen fonderbaren Verteidigern des Baterlandes um nichts anderes, als um die Verteidigung ihrer Futtertrippen, die sie durch das energische Borgehen der Behörden, unter der umsichtigen Leitung des Innenministers Severing, mit Recht bedroht fühlten. Die Geheimorganisationen, die allzu lange nach jedesmaliger Auflösung unter verändertem Namen weiter wucherten, sehen ihr Ende nahen, und deshalb wollten diejeni gen, die aus ihrem Bestand die Mittel zur Führung ihres Abenteuerbaseins ziehen, noch rechtzeitig zu einem leßten Schlag ausholen. Dieser Streich ist ihnen vorbeigeglüdt. Es ist nur selbstverständlich, daß fie und ihre Gönner sich jetzt auf die verfolgte Unschuld herausspielen. So wird der Deutschen Zeitung" von der Deutschvöltifchen Freiheitspartei geschrieben: Don Deutschvölkische Freiheitspartei, Presseabteilung. An die Landesverbände und Ortsgruppen, die feinem Landesverband angeschlossen sind: Sämtliche Ortsgruppen der Partei haben im Verlaufe der nächsten Tage eine Depesche an den Reichskanzler zu richten, die, ohre den Wortlaut von hier festzulegen, folgendes enthalten soll: Berwahrung gegen die Verhaftung der völlischen Führer in Berlin, Schlesien und anderen Orten des Reichs. Mahnung an den Reichskanzler, nicht nachzugeben und im bisherigen Widerstand gegen die Ruhrbefehung zu verharren. Forderung auf Bc. feitigung des preußischen Miniffers Severing als denjenigen, der durch seine Berfolgung der völkischen Bewegung und ihrer Führer die nationale Einheitsfront zerschlägt. Treugelöbais an den Reichstanzler für den Fall, daß( 1) Severings Tätigkeit unmöglich gemacht wird. Im Auftrage der Parteileitung. Gez. Weberstedt. Daß der Major a. D. Weberstedt mit den Vorbereitern des Mordkomplotts in Verbindung stand, soll damit keineswegs behauptet werden. Tatsache aber ist, daß alles vorhanden war, vor der Inszenierung einer planmäßigen Heße bis zur Vorbereitung des Attentats. Es ist gewiß ein überaus gefährlicher Zustand, menn sich verschiedene Teile der Bevölkerung tampfbereit gegenüber stehen, doppelt gefährlich in einer Zeit, in der, auch von außen Gedeckt wurde das Verschwörertreiben durch die Deutschvölkische die schwersten Gefahren drohen und fremde Agenten an der Bartei und die Nationalsozialistische Partei, die bekanntlich, in engster Bertrümmerung des Reiches arbeiten. Jedem gleiches Recht Berbindung miteinander stehen. Wie weit die Führer dieser Barzuzumessen und alle in ihren Rechten vor gewaltsamen Anteien mit den Plänen, die unter ihrem Schuß gesponnen wurden, im griffen zu schüßen, ist die Aufgabe des Staates. Von einzelnen befannt und einverstanden waren, muß die Untersuchung diesem Standpunkt aus ist es zu begrüßen, daß der Freistaat ergeben. Selbstverständlich aber ist, daß die Behörden, nachdem Breußen endlich begonnen hat, mit der Bekämpfung von fie in den Besitz so gravierenden Materials gelangt waren, auch dem rechtsputschistischen Umsturzbestrebungen Ernst zu machen. Treiben der drei völkischen Reichstagsabgeordneten Niemand vermag zu sagen, in welche Zustände wir geraten v. Graefe, Wulle und Henning wären, wenn es den preußischen Behörden nicht gelungen wäre, das überaus weit gespannte Nez der Verschwörung ihre schärffte Aufmerksamkeit zuwandten. Diese völkischen Helden noch rechtzeitig zu zerreißen. Wahrscheinlich hätten uns dann gerieten infolgedessen in einen Zustand äußerster Bestürzung, in dem Dinge erwartet, gegen die der Kapp- Butsch und die Minister- fie den Reichstagspräsidenten 2öbe ersuchten, sie gegen die ihnen morde nur als ein geringfügiges Vorspiel erschienen wäre. angeblich drohende Gefahr der Verhaftung bei BerDie bayerische Nationalsozialistische Partei, die mit der laffen des Reichstagsgebäudes zu schüßen. Erst als den Herren Deutschvölkischen in engster Verbindung steht, gibt täglich un- begreiflich gemacht worden mar, daß sie unter dem Druck einer Angstgescheut in ihren Blättern und ihren Bersammlungen die Pa- hypnose standen, entschlossen fie sich zum Verlassen des Hauses.( Nach) role aus: Berräter müssen vernichtet werden!" einer anderen Bersion soll Henning sich schon nach München unter Verrätern find dabei alle diejenigen verstanden, die fich in Sicherheit gebracht haben.) Sollte sich das Anklagemateria! erlauben, über das, was dem Bolle frommt, anderer Meinung gegen sie so verdichten, daß eine gerichtliche Verfolgung zu erwarten zu sein als die Ludendorff, hitler, Bulle, Hen wäre, so würde beim Reichstag der Antrag auf ihre Auslieferung ning, Graefe. Diejenigen aber, die diese Parole ausga- gestellt werden. Sonst find gestern in- verschiedenen Städten des Reiches zahl ben und sich anschickten, fie auszuführen, sind selbst die schlimmften Verräter, denn gäbe es einen schlimmeren Verrat als reiche Berhaftungen erfolgt. Von den in Berlin vorgenommenen den, der durch die Vorbereitung von Bürgerkrieg und Mord wurden 12 aufrechterhalten, die Berhafteten sind zum großen Teil an unserem schwer fämpfenden und leidenden Bolt verübt Offiziere der alten Armee. Einer ist General a. D. Biele von den Gesuchten hatten allerdings gleich bei den ersten werden kann? Anzeichen einer beginnenden polizeilichen Kampagne ihre Wohnun gen verlassen, was auf fein besonders gutes Gewissen schließen läs: Eine Verhaftung in Breslau. 27 Das Volf hat ein Recht, Schutz zu verlangen vor den Seit Wochen sind wir unterrichtet, daß die preußischen Re- jenigen, die selber Dolche schleifen, indes fie Dolchstoßlegenden gierungsstellen einen Schlag gegen die voltische Bewe- erfinden. Es empfindet in seiner ungeheuren Mehrheit& tel gung, insonderheit gegen die Deutschvöltische Freiheitspartei vor dem ſtumpfsinnigen, blutrünftigen Verschwörertum des planen. Dieser geplante Schlag ist in den frühen Morgenstunden Rechtsbolschewismus und es will, daß damit endlich Schluß Maß von Schlauheit verfügten, das nun einmal zu ihrem gefähr vollzogen worden. Eine große Anzahl der Ortsgruppen gemacht wird. führer unserer Bewegung ist heute früh verhaftet, die Hauptk Im übrigen läßt sich nicht sagen, daß alle Berschwörer über, das lichen Handwer? notwendig ist. Bezeichnend für diese allgemeine Beobachtung ist u. a. folgender Borfall. Bor einigen Tagen fand in. geschäftsstelle unserer Partei ist durch ein großes Polizeiaufgebot Das befannte Abkommen zwischen dem Reichswehrminifterium Breslau eine Geheimfigung statt, von der die Polizei Wind bekam heute morgen belegt worden, man hat sämtliche Listen usw. be- und dem preußischen Ministerium des Innern hat für die Geheim und die auszuheben ihr gelang. Mittlerweile stand ein Beamter schlagnahmt und hofft, das nötige Material zu finden, um diesen organisationen den 31. März zu einem tritischen in 3ivil an der Haustür und beobachtete einen Herrn, der sich mit ungeheuerlichen Rechtsbruch gegen eine politisch parlamentarisch ner. Tag gemacht. Die Führer dieser Organisationen fühlten sich in fichtbarer Betlommertheit der Stätte näherte, unschlüssig, ob er eintretene Partei einigermaßen rechtfertigen zu können. Wie wir wissen, ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht und richteten ihren ganzen treten solle oder nicht. Der Beamte trat an den vorsichtigen Mann ist auch die Berhaftung der viltischen Abgeordneten ge Grimm gegen den preußischen Ministe: des Innern Genoffen heran und sagte ihm: Gehen Sie nicht hinauf, die Kriminal. plant. Severing, in dem sie sehr richtig einen der gefährlichsten polizei ist oben." Hoch aufatmend bedankte sich der Fremde, Der Stein ist ins Rollen gekommen durch die Entlarvung eines Gegner ihrer Bläne erfanten. Den Behörden entging es indessen fügte aber gleich hinzu, da müsse er schnell zum Bostamt laufen und Bolizeispiels namens Richter, der sich in die Turner nicht, daß es in jenen Kreifen wie in einem aufgescheuchten Bienen- den anderen telegraphieren, die zu morgen eingeladen seien. Die schaften der Freiheitspartei eingeschlichen hatte. Richter hat sich in schwarm zuging. Durch sorgfältige Beobachtungen, denen Berhaf- beiden begaben sich nun gemeinsam zum Postamt; der geheimnisunserer Spandauer Organisation eifrigst betätigt, er hat verschiedent tungen und Durchsuchungen in Oberschlesien, Breslau, Botsbam, volle Frembling bat noch den Beamten, seine Mappe zu hal lich zu politischen Morden aufgefordert, vor allem sollte Klara Berlin und gestern in zahlreichen anderen Städten folgten, gelang es, ten, während er selber an den Schalter trat. Der Beamte nahm 3ettin beseitigt werden, ein Anfinnen, das der Leiter unserer eine weitverzweigte Verschwörung in ihren Inhalt Einsicht, und das Ergebnis war, daß er sie und Spandauer Organisation, Major Snethlage, mit aller Entschieden aufzudecken. Die Ziele der festgenommenen Rechtsputschisten waren ihren Eigentümer, nachdem er sich diesem legitimiert hatte, mitgehen heit zurüdwies. Zur Belohnung ist Herr Major Snethlage heute zum Teil ziemlich verworren, zum Teil aber auch, von ihrem Stand. hieß. Auf diese Weise war übrigens wichtiges Material, das zu weifrüh verhaftet worden. Bor den Augen der Reichs- und Landesregierungen vollzieht teinen geringeren Plan, als den, punft aus, fehr folgerichtig Ein Teil von ihnen verfolgte nämlich teren Festnahmien Anlaß gab, in die Hände der Behörden gelangt. fich der Aufmarsch der Roten Armee. Wir haben die Reichsregierung über den Stand der Dinge dauernd auf dem laufenden gehalten. Leider ohne Erfolg. Jetzt sind die Rüstungen so gut um damit vor allem auch Severing aus dem Amt zu entfernen wie beendet, der Schlag fann erfolgen. Was aber geschieht und das bewußte Abkommen damit zum Scheitern zu bringen. zur Abwehr? Man beraubt die Böllischen ihrer Führer. Gelang dies nicht, so war eine besonders zielbewußte Gruppe entDas ist von der ersten bis zur legten Zeile Unfinn. Un- fchloffen, ein Attentat auf Severing mahr ist die Geschichte von dem Polizeispiel Richter, und lächerlich erlogen ist die Geschichte von dem Aufmarsch der zu unternehmen und ihn dahin zu senden, wohin Rathenau, Erz Roten Armee". Jeder politisch Unterrichtete weiß, daß die berger, Gareis und viele andere vorausgegangen find. Sozialdemokratische Partei den Bürgerfieg verabscheut und Zunächst wurde eine planmäßige Heze gegen Severing ins die demokratische Republik schützt. Was aber die Kommu- Wert gefeßt. Wie dabei vorgegangen werden sollte, zeigt folgendes nisten mit ihrem verhältnismäßig geringen Anhang betrifft, Dokument: die preußische Regierung gewaltsam zu stürzen, Der Wortlaut der Anfrage. Die Große Anfrage über die rechtsbolschewistischen Selbstschug" Organisationen, die von der sozial. Demokratischen Frattion des Preußischen Landtags eingebracht ist und heute zur Verhandlung fommen soll, hat folgenden Wortlaut: In den letzten Wochen haben in der Oeffentlichkeit lebhafte Erörterungen über die Tätigteit von Selbstschuhorgani. fationen verschiedener Art stattgefunden. 3ft die Staatsregleraug bereit, mitteilungen über die von ihr getroffenen Abwehrmaßnahmen zum Schuhe der öffentlichen Ordnung zu machen?" Erdrückendes Material. trag gefommen. Frankreich habe einen Gewaltschritt zur end- es nur ein unbeugjames Nein. Daran vermag auch die Tatsache, Berlin, 22. März.( WTB.) Die polizeiliche Durchsuchung, die in Europa unternommen. Es wolle Deutschland vollends zerschlagen. flägen und Fühlern die Welt von Paris aus erfüllt wird, gültigen Erringung der wirtschaftlichen und militärischen Hegemonie daß von den angeblichen deutschen Vermittlungsvor am Donnerstag vormittag von Beamten der politischen Polizei in Dem liegt ein lang vorbereiteter Plan zugrunde. Er erinnere an nichts zu ändern. Kein Wort ist wahr daran. Die Reichsden Geschäftsräumen der Deutschvölkischen Freiheits- die Dokumente Iswolskys aus dem Jahre 1914. Der regierung hat niemals um Vermittlung gebeten. Dapartei und bei verschiedenen Führern dieser Partei in Berlin Erfolg des Gewaltakts sei der, daß Frankreich und Belgien vom gegen hat sie manchen Fühler erhalten, nicht, wie Herr Herbette vom fomie zugleich auch in anderen preußischen Städten( jo u. a. in 11. Januar bis jegt zirka 80 000 Tonnen Kohle und 18 000 Tonnen Quai d'Orsay behaupten wollte, drei, wohl aber jede och e kajjel, Erfurt, Halberstadt, Hannover, Köjen, Rots, also soviel erhalten habe, als man ohne den gewaltsamen einen. Magdeburg, Merseburg, Minden, Naumburg und Stolp in Pommern) vorgenommen wurden, erfolgten wegen des dringenden Verdachts hochverräterischer Umtriebe und des Verstoßes gegen die Verordnung des Reichspräsidenten vom 24. Mai 1921 betr. des Verbotes militärischer Berbände. Die Durch fuchung hat er drüdendes Material gegen die Deutschvoltische Freiheitspartei zutage gefördert. Die im Anfchluß an die Durchfuchung polizeilich vorläufig fejlgenommenen Personen find nach ihrem Berhör zum Teil wieder entlassen worden. Der andere Teil wird dem zuständigen Richter vorgeführt. Die in einem Teil der Presse verbreitete Nachricht über einen gegen die Reichstagsabgg. Wulle, Henning und v. Graefe erlaffenen Schuhhaftbefehl ist unrichtig. " o. C Schritt in drei Tagen erhalten hätte. So werde es auch im wesent lidhen bleiben. Deutschland habe im Vertrag von Versailles die Besetzung des Rheinlantes freiwillig auf sich genommen, eine Laft, deren finnlose, wirtschaftsvernichtende Erpressungen zum Himmel schreien und um ein Mehrfaches über das hinausgingen, was je der deutsche Militarismus im Rheinland für notwendig hielt. ließ. Will Frankreich das? deutschen Boltes. Der Kanzler schloß mit einem Appell an die Disziplin des ... Wir sind allen Vorschlägen nachgegangen, aber einmal waren die Vermittler schlecht legitimiert oder die Vorschläge waren Attentate auf Ehre und Vernunft. Bei aller Bereitwilligkeit für eine vernünftige und ehrenhafte Berständigung konnten und können wir uns auf derartige Fühler nicht einlassen." Widerstand und Gegendruck. Unterdrückung des Sa ar bergarbeiterstreits nach, was von den Die Bergarbeiterverbände weisen in einem Aufruf an der unterdrückung des Sa ar bergarbeiterstreits nach, was von den Gewaltpolitif werde auch weiterhin gewaltlos, ruhig und besonnen frantobelgischen Versprechungen zu halten ist; der imperialistischen los, ruhig un erfolgreicher Widerstand geleistet werden. ,, Nun aber", so führte der Kanzler weiter wörtlich aus, wird auch an der staatlichen Zugehörigkeit des RheinIantes wieder gerüttelt. Wieder greift man zurück auf das Abkommen, das während des Krieges zwischen Iswolsky und Delcassé geschlossen wurde, ein Abkommen, welches das ganze linte Rheinufer Frankreich preisgeben wollte. Und wenn man heute noch davon spricht, daß das Rheinland im politischen Berband des Reiches bleiben fönne, so ist wohl auch das nur Neue Attentate auf die„ Münchener Post"? unter dem Gewande eines autonomen und neutralen Staates, das ein 3wischenschritt zu jenem alten Ziel französischer Politit In Duisburg wurde der Kesselheizer Hermann Droste, München, 22. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Münchene: linksrheinische Gebiet Frankreich zu unterwerfen. Wer das anstrebt, Water von 5 Kindern im Alter von 1% bis 14 Jahren, von einem Boft" meldet, daß am Dienstag am Münchener Hauptbahnhof begeht die ungeheuerliche Bergewaltigung eines französischen Posten erschossen. Nähere Einzelheiten fehlen noch. pier Mann anfamen, die sich als Ruhrflüchtlinge bezeichneten gleichberechtigter Boites, das ungeheuerlichste Unrecht Der belgische General Borremans in Stertrade hat dem Res und von den Nationalsozialisten mit Bereinsabzeichen und an einem Bolt, das vor der Stunde des letzten schweren Kampfes gierungspräsidenten in Düsseldorf auf dessen Protestschreiben in der Armbinden versehen wurden. Die Leute haben später öffentlich im Bertrauen auf bindendes Wort des Gegners sich diesem über- Angelegenheit der Erschießung des Schuhmachermeisters Stockhorst erflärt, daß sie ihre Kameraden befreien und die Münchener und der Verlegung eines Straßenbahners in Essen- Wintrop durch Bost" zerstören wollten. Später tam ein neuer Trupp mit Was wir wollen, ist einfach und klar: Wir wollen unben belgischen Korporal Brandy und den belgischen Soldaten Fisher der Bahn an. Unser Parteiorgan bemerkt dazu:" Es scheint, daß ringen in schwerer Arbeit unter Anspannung aller Kräfte. Wir Berfahren gegen sie sei deshalb eingestellt worden. feren Staat erhalten. Wir wollen uns die Freiheit er mitgeteilt, daß die Belgier sich in Notwehr befunden hätten, das man neuerdings aus allen Gegenden des Reichs Leute zusammen wissen, daß wir schwere Lasten zu tragen haben und find dazu bereit. zieht, um gegen die verhaßte Münchener Post" mit Gewalttätig- käme es nur darauf an, so wäre unter ehrlich wollenden eine Verfeiten vorzugehen. Der Polizeidirektion ist dieser Vorgang wohl nicht verborgen geblieben und sie wird nicht umhin können, fländigung möglich, denn in der Wirtschaft ist immer, wenn nicht ein sich diese von den Satenkreuzlern eingekleideten" neuen Ruhr ständiger möglich. Bis zu folcher Grenze zu leisten, hat Deutsch Mechanifer aus der Kaffeler Gegend. objektiver Maßstab, so doch ein objektves Urteil fluger Sachver- Der flüchtige Smeets- Attentäter ist ein zulett arbeitsloser flüchtlinge genauer anzusehen, ebenso die Banden, die sich fand sich immer bereit erklärt. Was wir ablehnen und ablehnen in der Umgebung Münchens zusammenziehen." müssen, das sind nicht schwere Lasten an sich, wohl aber Forderun TU. meldet aus München: Auf Antrag des Staatsanwalts wurde gen, die über unsere Kraft gehen, denn damit würde uns in Augsburg wegen Hochperrats und Berbrechens gegen das sicher ein Strick um den Hals geworfen, an dem der Gegner ziehen die Gesetz zum Schuße der Republit, im Berlagsgebäude der liche Leistungen über die Kraft unferes Bolles aus uns zu holen und zerren kann, wenn es ihm beliebt, nicht bloß um wirtschaftRoten Fahne" der feit turzer Zeit dort tätige fommunistische bis zur Freigabe des eigenen Lebens, sondern auch um uns politisch Redakteur Karl Müller Stutgart und der verantwortliche Redakteur der„ Roten Fahne" Hager verhaftet. Müller hat zu vernichten unter dem Titel der Sicherung Frankreichs gegen in der letzten Nummer gegen die Mitglieder der Reichs- Namens der Sicherung. Daß im Rahmen der Staatshoheit Das ist eine Fälschung des regierung die.gröbsten Beschuldigungen vorgebas waffenlose Deutschland zu Abkommen bereit war, bezeugen bracht. Man wird abwarten müssen, worin die Beschuldigungen das Angebot des Rheinlandpafts und unsere Bereitwilligkeit, dem Der„ Roten Fahne" bestehen. Borläufig erweckt die Verhaftung Gedanken andere Formen zu geben. Einbrüche in die Staatshoheit den Eindruck einer Farce, da die bayerische Regierung gestern noch erklärt hat, gegen Hitler und Genoffen, die sich täglich an Berhebung und Bekämpfung der Republik und der Regierung das Tolffte leisten, geseglich nicht vorgehen zu fönnen. find aber unerträglich. Und dann hat die Welt Verständnis dafür, daß auch das entwaffnete Deutschland einer Sicherheit bedarf, mehr als Frankreich, das Reich der größten Candarmee und der größten Luftflotte. Nichts vermag die Tatsache aus der Welt zu schaffen Die Kanzlerrede in München. oder auch nur zu beschönigen, daß der französische Einbruch völlig rechtswidrig erfolgt ist. Jede Diskussion über die Beendigung des ● Beim Empfang im alten Rathaus in München hielt Reichs. gegenwärtigen konflittes muß daher von der vorbehaltlosen Räufanzler Dr. Cuno eine Rede, in der er nach einigen einleitenden mung des Einbruchsgebietes ausgehen. Solange das Regime der persönlichen Dankesworien an die Stadt München auf dle schmere Gewalt und der Rechtlosigkeit nicht endgültig aufgegeben ist, ist ein Not der Zeit hinwies, aus der es herauszutommen gelte. Klarer Regime der vertragsmäßigen Erfüllung undenkbar. Darum fann und heller als je", sagte er, sehen wir heute am fernen Himmel ich auch in dem Brüsseler Kommuniqué nicht irgendwie einen Fort diefes Ziel der Freibeit, flarer und beller empfinden wir schritt erblicken, und ich verstehe insbesondere nicht, wie diese Beres alle, daß unserem Bolte, unferen Kindern, unserer Zukunft Gott lautbarung ein Zeugnis dafür sein könnte, daß Frankreich sich von und den Menschen gegenüber es keine höhere Pflicht für uns geben dem Gedanken der Annexionen, unter welchem Wort er sich auch fann, als diese Freiheit wieder zu erringen." Seit dreieinhalb immer verbergen mag, abgewendet hätte. Wir haben vielmehr geJahren ständen weite teutsche Bandesteile unter dem harten Druck rade in den letzten Tagen Auslegungen der uns nicht näher beFremder Besetzung und unter dem härteren Drud einer schmachvollen fannten Brüffeler Beschlüsse gehört, die einen völligen Umfturz des Behandlung. Mit dem 11. Januar habe infolge der Befeßung Versailler Bertrages bedeuten würden. des Ruhrgebiets ein neuer Abschnitt begonnen. Der Vertrag von Versailles sei ein Unrecht gewefen. Nun aber sei zu dem Unrecht im Vertrag auch noch das Unrecht gegen den Ber Drohbriefe an Freiligrath. Loucheur hat in Grenoble Ansichten angekündigt, die auf nichts anderes hinauslaufen, als auf die Loslösung der Rheinlande von der deutschen Souveränität. Solchen Plänen gegenüber gibt In der gleichen Nummer des Blattes mird übrigens eine 3u schrift Ferdinand Lassalles, der damals in der Haßfeldschen Raffettenbiebstahlsangelegenheit vor den Assisen stand, veröffentlicht. Lassalle wehrt sich darin gleichfalls gegen übie Berdächtigungen. Eine Erinnerung aus dem Revolutionsjahre 1848. Bon Heinz AL. Bohlmeyer- Münster. Die englische Krankheit im Ruhrgebiet. Die Rachitis oder eng Drohbriefe haben die fluchwürdigen Verbrechen angekündigt, die lische Krankheit hat vor dem Kriege bei uns feine erhebliche Rolle an Erzberger und Rathenau begangen worden sind. Mit Droh gespielt. Nun aber ist es leider so weit gekommen, daß die englische briefen sind seit 1918 fast alle führenden Republikaner in Deutsch Krankheit zu einer deutschen geworden ist. Ueber die Bedeutung der land bedacht worden. Der ehemalige Reichskanzler Dr. Wirth foll Rachitis für die Boolksgesundheit spricht Prof. Engel in der„ Klini ihrer einen ganzen Wagen voll bekommen haben, Scheidemann en Wochenschrift", und zwar behandelt er hauptsachlich die Ber: dürfte nicht hinter ihm zurüdstehen, und der preußische Innenminister hältnisse im Ruhrgebiet und besonders in Dorimund, wo man mit Severing beilte noch fürzlich in einem Kreise von Freunden mit, daß einer erfolgreichen Bekämpfung dieser Bolfskinderbrantheit begon man ihm jeden Tag ein Dutzend diefer Erzeugniffe nationalistischer nen hat. Nach seinen zahlenmäßigen Erhebungen ist die Menge Feigheit und moralischer Minderwertigteit ins Haus, sende. der rachitischen Rinter in Dortmund erschreckend groß. 10 Broz. der Es gibt nichts auf dieser schönen Welt, was nicht schon einmal von ihm untersuchten Kinder litten an schwerer und schwerster RaDie bedrohten Häupter der Republik haben im Sturm dhitis und waren im höchsten Grade fürsorgebedürftig. Während jahre 1848 einen großen Borgänger gehabt auf diesem Gebiete. Es leichte Fälle ohne Folgen ausheilen, haben schwere Fälle die aller war niemand anders als Ferdinand Freiligrath. In der traurigsten Konsequenzen, und eine nicht zu fleine Zahl von Kindern Neuen Rheinischen Zeitung" von 1848, Nr. 90 vom 31. August 1848, geht durch den furchtbaren Rachitistod zugrunde. Abgesehen von veröffentlicht Karl Marx, der damals mit Friedrich Engels zu den hervorgerufenen Krankheiten beeinträchtigt aber auch die Rafammen die Neue Rheinische Zeitung" rebigierte, einen Brief chitis das Wachstum außerordentlich und führt zu Verkrümmungen Freiligraths, in dem dieser sich über das reaktionäre Schwarzweiß- und Berunstaltungen der Knochen. In schweren Fällen kommt es tum in Westfalen beklagt und darüber, daß er fortlaufend den Bes felten zu einer vollständigen Ueberwindung dieser Folgen, die Kör drohungen der Feinde der Republik ausgefeßt sei. Freiligrath nennt pergröße bleibt zurück und ebenso die Verfrümmung der Glied dieses Vorgehen das rübe Loben der Vendée" und meint, die Frei- maßen. heitsmänner des neunzehnten Jahrhunderts hätten es leichter als die des sechzehnten. Er fährt fort: da mar. Durch das traurige Experiment des Krieges find uns erst die Ursachen deutlich geworden, die zur Rachitis führen. Alle Umstände " Diefe, um die Jämmerlichkeit ihrer Gegner zu brandmarten, herabgeminderter Lebensführung zusammen, namentlich das Leben hatten im Namen und Geiste derselben lächerliche Briefe zu fingieren; in den düsteren Mietstafernen der Großstädte, führen die Rachitis uns hingegen kommen die Briefe der Duntelmänner, von den Dunkel- herbei. Nach den Dortmunder Erhebungen läßt sich der engste Zumännern eigenhändig geschrieben, poft täglich ins Haus gefammenhang zwischen Wohndichte und Rachitis feststellen. Je weflogen." Freiligrath fündet dann an, diese Briefe zur Büchti- niger Raum auf einen Menschen fommt, um so zahlreicher find die gung der Ignoranz, wie der unjäglichen Gemeinheit und Brutalität Rachitisfälle. Um durchgreifend zu helfen, müßte also die allgemeine der Widersacher" fammein und drucken zu lassen. Gegen einen Brief Lage gebeffert werden. fchreiber Dunder in Iserlohn habe er Klage angeftrengt. Die Zu- Auch ohne große Summen läßt sich Wichtiges erreichen. In schrift Freiligraths ist datiert vom 26. August 1848 und tommt aus Dortmund ist durch den Kauf einer großen Billa mit schönem Park Düsseldorf, wo er sich damals bekanntlich aufhieit. Zwei der eine Zentralstätte geschaffen worden, in der täglich 150 Kleinfinder Drohbriefe gibt die Neue Rheinische Zeitung" wieder, darunter auch versorgt werden. Die Kinder fommen bei gutem Better nadend in den des bereits erwähnten Dunder in Iserlohn, der Freiligrath einen den Bart zu Freiluftspielen und spielen bei schlechtem Wetter nadt Bappes von Grünschnabel", einen„ verfluchten Banditen und Räuber- in den Sälen; fie erhalten Soolbäder, Bestrahlungen, Maffage, möghauptmann" fomie einen Eset" nennt. Er droht ihm ferner, ihn lichst pflanzliche Nahrung, und bei der Pflege beteiligen fich auch berbe durchzubläuen", ihm seine Hütte in Brand zu steden, ihn Helferinnen aus Arbeiterkreisen, die dann auf die Bevölkerung eram Spieß zu braten, damit er nach und nach verbrenne". Außer zieherisch einwirten. Mütterabende, Borträge, ein Kochbuch für die dem enthält der Brief ein fo.rohes Schimpfwort, daß Freifigrath Ernährung der Kleinkinder usw. helfen weiter. 1922 find etwa 1000 felbst schreibt, er habe einen Ausdrud der pöbelhaftesten Sorte" Kinder auf diese Weise sehr günstig beeinflußt worden, und weite Kreise haben die Segnungen einer finngemäßen Lebensweise tennen Ein anderer Brief lautet: gelernt. unterbrüdt. Werden a. d. R., den 25. Juni 1848. Bie man's macht! Den Schurken und Arbeiterbetrüger Freiligrath et Conforten am ersten besten Galgen aufgeknüpft, und seinen armen Betrogenen wird man mit Schrapnells usw. zu begegnen wissen! So macht Im Namen vieler Arbeiter." man's. Gehen wir gerade? Geht der gesunde Mensch auf seinen tag lichen Wegen ganz geradeaus? Daß wir, wenn wir etwas Alkohol im Kopfe haben, allerlei Zidzadlinien beschreiben, ist ja eine allbe tannie Tatsache. Aber auch der ganz Rüchterne hält teine gerade Linie inne, sondern neigt nach einer Seite zu. Betrachtet man eine Anzahl von Fußgängern, so wird man finden, daß neun von zehn geführt durch den französischen Betrieb, hat 26 Soldaten und Das Unglüd auf dem Bahnhof Friemersheim, herbei18 Pferden das Leben gekostet. Die beiden Buerer Polizeibeamten leben! Zu den Auseiandersetzungen zwischen uns und dem WTB. über Berichterstattung aus Buer teilt WTB. nun folgendes mit: Auf unsere Anfrage erhalten wir aus Buer folgende Mitteilungen in Sachen der Schutzpolizeibeamten Mahr und Krause: Die von uns am 14. März gebrachte Meldung über die Erichießung zweier weiterer Schupobeamten beruht auf der dienstlichen Feststellung eines Polizeirats, der aber furz darauf ausgewiesen worden war. Die amtliche Feststellung wurde uns übermittelt und von der Stadtverwaltung am selben Tage bestätigt. Trotzdem sollten sofort weitere Ermittlungen angestellt worden, die aber durch die Entfernung der Schupo seit dem 9. März fehr erschwert waren. Auch der Tätigkeit der deutschen Kriminalpolizei wurden seitens der Franzosen große Schmierig feiten in den Weg gelegt. Die von den Franzosen im Nachrichtendienst( foll heißen: in ihrem Nachrichtendienst. Red.) gemeldete Richtigstellung fonnte also von den deutschen Behörden nicht fofort nachgeprüft werden. Erst am 20. März wurde amtlich festgestellt, daß einer der beiden Schupobeamten nicht mehr im besepten Gebiet sei und der andere noch in der Haft in Recklinghausen sich befinde. G2AW Danach steht also feft, daß die beiden Polizeibeamten leben. Dies hatte der Berichterstatter der„ Boff. 3tg." am Spätabend des letzten Sonnabends gemeldet eine diesem Bericht sehr ähnliche, also wohl aus der gleichen Quelle stammende MTB.- Meldung ent hielt diefe Richtigstellung einer so auffehenerregenden, vorher verbreiteten Meldung nicht. Wir fönnen nicht wissen, ob diese Unterlassung dem WTB.- Korrespondenten oder irgendeiner Stelle, die mit der Veröffentlichung der WTB- Depesche zu tun hot, zur Last fällt. Wir glauben aber fagen zu können, daß schon das Erscheinen einer Richtigstellung in der Boff. 3tg." vom Sonntag das WTB. zur Erkundigung und Ergänzung hätte veranlassen müssen. Und die Boff. Stg." hatte die Richtigstellung nicht aus dem franzöfifchen Nachrichtendienst, sondern offenbar aus der gleichen Quelle im neubesetzten Gebiet, aus der auch WIR. schöpfte. " " | bei ihrem Gang nach rechts hinüberneigen, dann wieder nach der geraden Linie zurückfehren und dann wieder nach rechts ausbiegen. Der Grund dafür ist die Tatsache, daß unser rechtes Bein fräftiger entwickelt und ftärfer ist als unfer lintes. Linkshänder, deren linkes Bein auch stärker ist, wenden sich beim Gehen nach links. Wenn je mand auf dem linten Ohr etwas taub ist, fo wird er ebenfalls beim Sehen ein wenig nach links ausbiegen. Ist er auf dem anderen Ohr schwerhörig, so neigt er nach der entgegengesetzten Richtung. Das ommt daher, daß Schwerhörige eine leichte Neigung nach der Seite zeigen, auf der sie weniger hören können. Nicht anders ist es mit Seite, auf der das schlechtere Auge liegt. Aber ganz gerade geht turzsichtigen Leuten. Ihr Gang mendet sich unwillkürlich nach der überhaupt fein Mensch, selbst wenn der Rörper vollfommen gleidh entwickelt wäre. Denn die Gedanken der Fußgänger spazieren überall herum, und so entbehren die Beine der sicheren Führer, die sie ganz geradeaus gehen lassen würden. Das Spica- Phänomen. Seitdem man die Konjunktion des Mars mit Spica, dem hellsten Stern in der Jungfrau, beobachtet hat, wird in der Aftronomie„ Spica- Phänomen" die Erscheinung genannt, daß helle Sterne von weißer oder gelblicher Farbe bei Annäherung des feuerroten Planeten Mars plötzlich ganz blau oder blaugrün werden. Man glaubte zunächst, daß es sich hier um eine rein physiologische Kontrastwirtung handele. Wie Balier in der Leipziger luftrierten Beitung" ausführt, ist aber jetzt beobachtet worden; daß felbft dann, wenn bei starter Bergrößerung im Fernrohr der Firstern allein im Gesichtsfelde erschien, dieser genau die gleiche blaue Farbe zeigte, als wenn der Mars mit ihm zugleich auf die Neghaut des Auges wirkt. In den beiden letzten Jahren hat man mehrere Wiederholungen dieser Erscheinung beobachtet und immer wieder bestätigt gefunden, daß der normalerweise weißflammende Firstern grünblau neben dem gelbroten Mars erscheint. Die Fest ftellung des Spica- Phänomens zeigt, was für neue überraschenve Entdeckungen sich noch am Firmament machen lassen und wie weit mir von der Kenninis aller Faktoren entfernt find, die das Bild des Nachthimmels beeinflussen. Bariifal". Es Aufführungen, die am 25. beginnen und am 2. April enden. Die Staatsoper veranstaltet in diesem Jahre neun Die für die lauiende Spielzeit vorgeiebenen Neuheiten Die tote Stadt" von Korngold und Hemuta von Janacek werden in die nächste Spielzeit verlegt. fommen dafür die Gianni Schicchi" von Buccini in der zweiten Hälfte oril und„ Der goldene Hahn von Rimsty storfaton Mitte Mat zur Aufführung. Das einmalige ruifiie Gaitipiel Die Karte ber Fran oulou Luftspiel in drei Aufzügen von Gabriele Sapoista, findet am 25., abends 8 Ubr, im& westenfaat, Lazowfir. 111-112, Staatstheater E. Nidan, E. Nosiner, B. Stwanin und J. Jurovsky. Mitwirfenbe: Die Schauspieler der Petersburger und Mostauer ftatt. Jubiläum der geologischen Landesanstalt. Am Mittwoch fand anläglich des 50jährigen Bestehens der geologischen Landesanstalt in deren zum 1. April in den Ruhestand tretenden Präsidenten der Anstalt, Prof. Aula eine schlichte Gebentjeier statt, die zugleich eine Abschiedsfeier für den Benfchlag, bildete. Theaterdirektor Steiner eine verfchollene fomilde Oper von Offenbach aus. Ein neuer Offenbach. Sie aus Wien gemeldet wird, hat der gegraben, die in einer vollständigen Umarbeitung in Bien und Berlin aufgeführt werden soll. Staat/ Kirche/ Schule. Gine Klilturdebatte im Neichstag. Nach d-batteloser Erledigung verschiedener Materien folgte in der gestrigen Sitzung des Reichstages die I n t e r p e l l a t i o n M a r x(30 und Genossen betr. die Teilnahm« von Lehrern lind Schülern an religiösen Feiertags Handlungen. Die Interpellation nimmt darauf Bezug, daß das sächsische Kultus� Ministerium durch Verordnung vom 12. August v. I. bestimmt hat, daß an staatlich nicht anerkannten Feiertagen Lehrern und Schülern künftig in keinem Fall mehr Unterrichtsbesreiung zum Zweck der Teilnahme an religiösen Feiertagshandlungen gewährt werden dürfe. Eine weitere Verordnung vom 24. August v. I. verbietet jide Art religiöser Beeinflussung austerhalb des Religionsunterrichts und beschränkt die Zulässtgkeit von Andachten, Gebeten und Kirchen- li«dern auf die Religionsstunden. Diese Mahuahmen wider- sprächen den Art. 13S, 149 und 174 der Reichsv er- fasfung. In Verbindung damit wird die Interpellation chergt < Dnat. VpO und Gen. betr. Schutz der Religio usfreiheit in den Ländern Sachsen, Thüringen und Braunschweig be- raten. In der Interpellation wird darauf hingewiesen, daß in Sachsen. Thüringen und Braunschweig der Schutz der kirchlichen Feiertage immer weiter abgebaut, Morgenandacht«n in den Schulen verboten und Schülern und Lehrern die Feier des Bußtages un- möglich gemocht werde. Die zur Besoldung der Geistlichen nötigen Mittel würden nicht der Gelbentwertung entsprechend ausgezahlt. Der konfessionelle Charakter der Schulen werde ständig mehr oer- dunkelt. Zur Begründung der ersten Interpellation nimmt das Wort Abg. Marx(Z.): Die Erlasse über die Teilnahme von Lehrern und Schülern an religiösen Feiertagshandlungen werden in der christlichen Bevölkerung als rechtswidrig angesehen. Die �atho- 1 i f ch e Kirche hat Feiertage, an denen jede Arbeit unzulässig ist: es ist Sache der katholischen! Kirche, diese Feiertage festzusetzen und wir müssen daher verlangen, daß an den katholischen Feiertagen Lehrer und Schüler vom Schulunterricht befreit werden. Daß ein besonderer Antrag dazu gestellt werden muß, ist eiize unnütze burcau- kratische Belastung. Wir erwarten, daß die Androhung der Ver- iveisung der Schüler von der Schule wegen Verstoßes gegen diese Erlasse zurückgenommen wird. Wir wollen volle Gewissensfreiheit haben. Die Reichsverfosiung gewährt volle Gewissensfreiheit und Religionsfreiheit, Der Satz in der Verfassung, daß davon die allge- meinen Staatsgcsetze unberührt bleiben, kann nur dahin ausgelegt werden, daß die allgemeine Ordnung,' die öffentliche Ordnung und Sitte unberührt bleiben durch die Anrufung der Gewissensfreiheit. Nach der Verfassung sind die Religionsgesellschaiten in ihren inneren Angelegenheiten durchaus frei. Sonfcssionelle Schulen bezwecken nicht blast, den Religionsunterricht konfefsionell zu gestalten, sie sollen ganz und gar von konfessionellem Geist durchtränkt sein. Die Der- ordnungen der sächsischen Regierung sind durchaus verfassungswidrig (Lebh. Beifall im 3-) Abg. Dr. Borth-Chemnitz(Dnat. VpO begründet die Inter pellation chergt. Die Anordnungen der sächsische» Regierung sind gegenüber Kachvliben und Israeliten zurückgezogen worden, aber den Evangelischen gegenüber werden sie aufrecht er- vollen!(Hört, hört! rechts.) Das hat man schon häusiger bei den Sozialdemokraten erlebt. Man stellt Katholiken und Israeliten zu- frieden, um desto ungestvrier die Evangelischen verprügeln zu kön< nen.(Unruhe links.) Es handelt sich sticht bloß um die Laune eines Ministers, sondern um einen Bernichtungskampf gegen die christliche Religion. Wenn ein Seminarist Unterrichtsbesreiung verlangt, weil er an einem kommunistischen Umzufl teilnehmen will, so erhält er sein Gesuch bewilligst aber wehe ihm. wenn er um Unterrichtsfreiheit bittet zur Teilnahme an einer Religionsseier!(Lärm links.) Als das bischöfliche Ordinariat in Bautzen Einspruch gegen den sächsischen Ministererlaß erhob, er schien im.Sächsischen Staatsanzeiger" ein Artikel„Gegen die christ- liche Anmaßung", und es wurde Strafantrag gegen das Ordinariat gestellt. Der sächsische Kultusminister hat erklärst er würde kurzen Prozeß machen unt> das kirchliche Eigentum an den Kirchhöfen einfach enteignen. Zu dem gesamten Etat der sächsischen evangelischen Landeskirche von 7 Milliarden Mark zahlt der Staat ganze 4 Millio- nsn Mark. Ganz kirchliche Gemeinden sind bereits durch Mangel an Geistlichen verwaist. Die Schülerbibliotheken w-rden von christlichen Büchern gereinigt, ja die Kinder müssen sogar solche Bücher in der Klasse unter der Leuung des Lehrers zerreißen.(Hört, hört! rechts.) Das Schulgebet soll schon dann unterbleiben, wenn nur ein einziger Schüler westlicher Anschauung in der Klasse ist. Der Staat darf nickst über die christliche Religion herfallen wie ein Räuber über seine Beute.(Beifall rechts. Zischen b. d. Komm.) Reichsminister des Innem Ocser: Am 8. Dezember 1922 hat ein« Besprechung zwischen mir und den Unterrichtsministern von Sachsen, Thüringen und Braunschweig stattgefunden. Die Reichsregierung steht auf dem Standpunkt, daß die Landesgesctzgebung berechtigt ist, Feiertage einzuführen und zu ändern, solange rdchsrechtlich nichts anderes bestimmt ist. Diese Tat- fache hat der Reichsregierung gerade Anlaß gegeben, einen Gesetz- entwarf vorzulegen, der die wichtig st«n Föiertage reichs-, rechtlich festlegt. Der Entwurf liegt zurzeit dem Reichsrat vor; er wird dem Haus« in nächster Zeit zugehen und eine geeignete Grundlage zur Ausivrach« über diesen Teil des Problems bieten. Was die Religionsausübung an einem staatlich nicht anerkannten kirchlichen Feiertage betriffst so hat die Verhandlung mitten ge- nannten Ländern folgendes Ergebnis gehabt. 1. Die Rechts- frage ist aus der Verfassung nicht klar und zweifelsfrei zu be- antworten. Die Regierungen der genannten Länder legen entfchei- dendes Gewicht darauf, daß jedenfalls dem einzelnen Schüler oder Lehrer aus der Berfassung kein Rechtsanspruch auf Befreiung vom Unterricht erwäcksist wenn er ein religiöses Bedürfnis empfindest Sie berufen sich hierbei auf eine Verfügung de, bayrischen Kultusministers. die dieses hinsichtlich der den Israeliten eingeräumten Befreiungen deutlich ausgesprochen hat. Eine maßgebende Auslegung wäre nur durch oberstrichterliche Entscheidung herbeizuführen, sei es des Staatsgerichtshofes nach Art. IS oder 19 der Reichsverfassung, sei es des Reichsgerichts als Revisionsinstanz In einem Strasv-rjahrcn. 2. Die genannten Länder sind aber bereit, ihre Berwaltungs- praxis auf den Wunsch der Reichsregierung so zu gestalten, daß sie dem Bedürfnis nach Religionsübung an solchen Tagen Rech- n ung trägt. S. In welchem Ausmaß eine solche Rücksicht zu nehmen rsst ist allerdings in gewissem Umfange in das Ermessen der Landesregierung gestellt. Einigkeit wurde darüber erzielt, daß die Unterrichtsvsrwaltungen bei ihren Anordnungen, insbesondere auf all übernommene VoUs- auffassungen, Gebräuche und Sitten, örtliche Uebungen und der- gleichen gebührende Rücksicht nehmen werden. Andererseits bestand Uebereinstimmung darüber, daß den Unterrichtsoerwaltungen nicht zugemutet werden kann, auf solche Wünsch« Rücksicbt zu nehmen, die zweifellos erst als Widerspruch gegendie Verfügungen des Staates zu politischen Demonstrationszwecken in Szene gefetzt werden. DasfächfifcheUnterrichtsministe. r i u m hast wie inzwischen auch durch die Erklärungen des Herrn Unterrichtsministers im sächsischen Landtag bekannt geworden, auf Ergnd dieser Verhandlungen eine Neuregelung der Schulbefreiung an den staatlich nicht anerkannten Feiertagen eingeleitet. Ein««nt- sprechende Verordnung ist in diesen Tagen erschienen. Braun- schweig hat den Herbstbußtag als staatlich anerkannten Feiertag abgeschafft Der Bußtag ist außer in Preußen auch in Sachsen. Mamburg und in sast ganz Norddeutlchlaud staatlich anerkannter Feiertag. In Braunschweig war er es feil der Reformation bis zum Gesetz vom 4. Januar 1922. Er wird dort noch als kirchlicher Feiertag begangen. Las bnninschweigtsthe........ es indessen abgelehnt, für den Herbstbußtag Befreiung vom Unter- richt zu gewähren. Wegen der künftigen Regelung sind die Verhand- lungen im Anschluß an die Besprechung vom 8. Dezember 1922 noch nicht zum Abschluß gebracht. Der sächsische Erlaß vom 24. August vorigen Jahres zur Ausführung des Art 148 Abs. 2 der Reichsver- fasfung bestimmte, daß i» den Schulen jede Art religiöser Be- e l n f l u s s u n g außerhalb des Religionsunterrichts zu unter- bleiben hat. Tlndachken und Kirchenlieder find nur in den Rellgions- stunden zulässig. Wegen dieser Verordnung hat sich das Rsichsministerium des Inner» gleichfalls an das sächsische Kultusministerium gewandt und folgende Auffassung vertrelen.- Gegen den Inhalt der Verordnung ist von Reichs wegcn kein Bedenken'zu erhebe», unter der allerdings wefent- lichen Voraussetzung, daß die Verordnung keine Anwendung findet, wenn alle Kinder einer Klasse oder Schul« dem- selben Bekenntnis angeboren und vorn Religionsunterricht besrciie Kücher nicht vorhanden sind. Die in diesen Tagen er- schienen«, bereits erwähnte sächsische Verordnung regelt auch dies« Frage neu. Sie kommt der Aufsasiung der Reichsregierung insofern entgegen, als sie die religiöse Beeinflussung„im Sinne eines Be- kennlnisses", nicht die religiöse Beeinflussung schlechthin außerhalb des Religionsunterrichts verbielet. Nicht weit genug geht der Erlaß insofern, als seine Vorschriften nur auf einen Teil der katholischen Bekenntnisschulen und bestimmte Jniernatschulen keine Anwendun finden sollen. Nach Auffassung der Reichsregierung darf der Erlast kein« Anwendung finden auf all« Schulen, deren Schüler dem- sejben Bekenntnis angehören und in denen vom Religion?- Unterricht abgemeldete Kinder nicht vorhanden sind.Dieses Ziel zu erreichen, wird Ausgabe weiterer Verhandlungen sein müssen. lieber die fchulpolitiichen Verhältnisse in Thüringen sind beim Reichsministerium des Innern seit langem keine Klagen vorgebracht worden. Mit der braunschweigischen Landesregierung wird seit Beginn des Schuljahres über einen Erlaß des frühere» Kultusministers Grotewohl verhandelt, der— wie in Sachsen— die Beschränkung von Gebeten, Andachten, religiösen Schulfeiern usw. aus den Religionsunterricht aussprach. Ein Teil der Abändcrunasvorschiäge ist bereits zugestanden worden; im übrigen ist ein Abschluß der A- rhandlungen noch nicht erzielt. In der Interpellation Hergt wird behauptest daß der konfessionelle Charakter der Volksschulen ständig mehr verdunkelt wird. Es ist zu berücksichtigen, daß sich die Verabschiedung des Reichsschulgeietzes unerwartet verzögert hat Ferner haben sich die tatsächlichen konfessionellen Ver- h ä l t n i s s e in zahlreichen Volksschulen dadurch geändert, daß zahlreich« Erziehungsberechtigte und Lehrer vom Art. 149 Abs. 2 der Reichsverfassnng Gebrauch gemacht hoben, ihre Kinder am Religionsunterricht nichl teilnehmen zu lassen, oder den Religion»- Unterricht nicht zu erteilen. Die natürliche Folge davon ist. daß Artikel 148, wonach beim llnlerrick« in ösfentlichen Schulen aus die Empfindungen Andersdenkender Rücksicht zu nehmen ist. an Be- deulung gewinnt. Nach Art. 138 der Reichsverfassung werden die auf Gesetz, Vertrag oder besonders Rechtstiteln beruhenden Staats» lcistungen an die Religionsgefellschasten durch die Landesgeietzgebung abgelöst. Die Grundsätze hierfür stellt das Reich auf. Bis zum Erlaß dieses Reichsablösungsgefetzes bleiben nach Art. 173 der Reichsverfassung die bisherigen genannten S ta a t sl e i st u n g« n bestehen. Was darunter zu verstehen ist, ist in einzelnen Ländern strittig geworden. Auch die Höhe der E-taatslerstun-gen selbst ist in einzelnen Ländern auf den Geldstand von 1919 abgestellt. Zur Auf- rechterhaltung der bisherigen Staatsleistungen, wie sie die Reichs- Verfassung in den Ucbergangsvorschristen vorgeschrieben hat, gehört auch eine Erhöhung der Beträge. Ob eine rechtlich« Berpflich- tung hierzu besteht, läßt sich nicht lediglich danach entscheiden, ob die Leistungen bisher betrogsrnoßig festgesetzt waren. Es muß vielmehr geprüft lverden, ob die Rechts st«llung der Kirch« gegen- über dem Staat« in der bettagsmäßigen Festlegung der Staats- lsistungen«inen erschöpfenden Ausdruck gesunden hat. Diesen Standpunkt habe ich in einem Rundschreiben vom 28. Dezember 1922 vertreten. Soweit eine Einigung zwischen der Reichsregierung und den Landesregierungen nicht erfolgen sollte, würde die Rechts- frage zur Entscheidung dem Staatsgerichtshof zu unter- breiten sein. Unabhängig von der Rechtslage mochte ich es für billig erachten, wenn in der Uebergongszeit in gewissem Maße unter Be- rücksichttgung.der Steuerkraft und des eigenen Vermögens der Kirchen- die früheren fogenannten freiwilligen Staats- le ist un gen vorläufig uoch� weiter gewährt würden. Rück- Wirkungen für die Ablösungen kann ich daraus nicht befürchten, da für die Ablösung lediglich der Umfang der Verpflichtung im Zeit- vunkte des Inkrafttreten der Reichsvcrfassung maßgebend ist. Das schwere Problem von Staat und Kirch« ist auch in der Verfassung von Weimar nicht restlos geklärt worden. Das Reichsministerium des Innern wird auch weiterhin nachdrücklich bestrebt fein, in Ver- Handlungen mit den beteiligten Landesregierungen auf«ine richtige Anwendung der Reichsverfassung sowohl ihrem Inhast. wie auch ihrem Geiste nach zu dringen und, soweit in Rechtsfragen ein« über- einstimmend« Auffassung sich nicht erzielen lassen sollte, die ver- bleibenden Streitfragen dem Staatsgerichtshaf zu unterbreiten. (Beifall.) Abg. Fleißner(sächsischer Kulwsminister): Nach einem Universitätsgutgchten beruhen die Gehälter der ei st lichen und Kirchendiener in Sachsen nicht auf taatlichen Rechtsgrundsätzen(Lachen rechts und im Zentrum), sondern es handelt sich nur um«in Gewohnheitsrecht. (Große Unruhe rechts und im Zentrum.) Wir müssen daraus achten, daß die Staatsgelder nur nach dem Gesetz etatsmäßig verwendet werden. Wir haben trotzdem der Landeskirch« ein Dar- l« h e n gegeben. Die sächsisch« Regierung hat es also an Toleranz nicht fehlen lassen.(Lachen rechts und im Zentrum.) Zu ihrem Vor- geh-»» auf dem Schulgebiet ist sie vielfach herausgefordert worden durch Akte der Intoleranz von der anderen Seite. So wurde in einem Falle die Aufstellung.eines Grabsteines abgelehnt, well er die Inschrift hatte:„Faeidenfend war sein Lebensweg und ruhig ei fein Todesschlummer."(Hört, hört! links.) Der wirklich liberal denkend« Teil der sächsischen Bevölkerung steht in dieser Frage hinter der Regierung. Das haben auch die sächsischen Wahlen b-e- wiesen. Das Parlament deckt die sächsische Regierung. Die ganze Agitation bezweckt weniger der Kirche zu nützen als der viel ge- schmähten sächsischen Regierung zu schaden. Wir haben nicht etwa unser« Auffassung geändert, sondern wollten durch Abänderungen der Verordnungen lediglich entgegenkommen und«ine Verständigung herbeifichren. Di« Oeffenttichkeit ist durch die rechtsstehenden Zei- tungen salsch informiert worden, die richtigen Informationen bieten die stenographischen Bericht« des sachsichen Landtags. Der Früh-- jahrs-Bußtag ist durch einen Beschluß des sächsischen Parlament» aufgehoben worden, ist also kein staatlicher Feiertag mehr. Aber die Kirche wollt« einen Vorstoß gegen den Staat und fordert« die Eltern auf, an diesem Tage ihre Kinder von der Schule fernzuhalten. Diesen Angriff ans die Staatsautoritäl konnte sich keine Regierung und auch das Parlament nicht gefallen lassen. Des- halb erließen wir unsere Verordnungen. Einen Kulturkampf haben nicht wir heraufbeschworen, sondern'die, die sich über die Regierung beschweren. Diese Leute behauoten, daß eine republikanisch« Jugend immer«in« gottlose Jugend fern müsse. Es ist ein nnvemntwort- liches Kesseltreiben gegen die Regierung veranlaßt worden, die Kinder wurden zu S ch u l st r e i k s und zum Ungehorsam gegen die Lehrer aufgehetzt Selbst die Densschnotlonale Partei im fach- Auch der bayerische Kultusminister hat in einer Verord- nung den Standpunkt vertreten, daß ein Rechtsanspruch aus Be- freiung vom Schulunterricht nicht bestehe. Ich befind« mich also in guter Gesellschaft(Bewegung im Zentrum.— Beifall links.) Vom Reichsgericht ist die sächsische Verordnung als zu Recht bestehend anerkannt worden. Die Volksschulen-sind jetzt keine ton- sessionellen Schulen mehr.(Wioerspruch rechts und im Zentrum.) Nach der Reichsverfassung ist die jetzige Schule die weltliche Ge- m e i n s ch a f t s s ch u l e. Die Agitation gegen die sächsische Regie- rung ist nur parteitaktischer Natur.(Lärm und Zwischenrufe rechts und im Zentrum.— Abg. Marx: Unerhört!) Daß die sächsisch« Re- gierung sich nicht duckt«, sondern den Fehdehandschuh aufnahm, war nicht nur ihr Recht, sondern ihre Pflicht. Sie wird den Grundsatz aufrechterhalten: Die Kirche hat in der jetzigen Zeit nichts mehr in der Schule zu suchen.(Großer Sturm und Pfuiruf« rechts und im Zentrum, Beifall links.) Das Haus beschließt einmütig die Besprechung der Inter- pellationen. Abg. Schreck(Soz.):. Der deittschnattonal« Redner hat ein« unnötige Schärfe in diese Debatte gebracht. Es ist traurig, daß ein« einheitliche Auslegung der Reichsverfassung nicht herbeizuführen ist. Die sächsische Verord- nung ist lediglich aus schulischen Gründen erlassen worden, aber die Kirche lehnt sich bewußt dagegen auf. Die Frag« der gesetzlichen Feiertage ist nach Ausfassung meiner Partei nicht ausschließlich nach Recht und Brauch, sondern auch nach der größtmöglichsten Duldsamkeit zu entscheiden. Auch die frühere bayerische Re- gierung des Freiherrn v..Hsrt!ing, der auch der jetzige Minister- Präsident v. Snilling angehörte, hat eine Anzahl kirchlicher Feiertage aufgehoben. Wenn das keine Gotteslästerung gewesen ist, dann kann man diesen Vorwurf auch nicht gegen die modern« Regierung er- heben. Hoffentlich wird der Duldsamkeit eine Lösung gelingen. wie kann der deutschnationale Redner behaupten, daß die fozia- listische Kulturpolitik antireligiös sei? Man sollte sich schämen, das tiefereligiöseGefü hl in der Arbeiterschaft zu schmähen und zu verletzen. Die religiöse Kraft ist so stark, daß kein Staat an ihren Grundsätzen rütteln kann, aber gerade aus religiösem Gefühl verlange ich die Trennung der Kirche von den, Staate.(Beifall bei den Soziaidmokraten.) Abg. Coerling(D. Dp.): Es ist sicherlich ausgesprochene Absicht der sächsilchen Regierung, den Evangelischen gerade den einen Feier- tag, den Bußtag, zu nehmen. Abg. kuelz(Dem.): Wir treten auch hier für die Verfassung ein, aber nicht für ihren Buchstaben, sondern für ihren lulturpolitischen Geist. Die Intoleranz liegt darin, daß die Schul« in Sachsen den Schüler in ollen möglichen Fällen freigeben darf, nur nicht wenn er mit den Eltern in die Kirche gehen will. Nach Erklärungen von Vertretern der verschiedensten Parteien. die wesentlich Neues nicht mehr ergaben, vertagte sich das Haus auf Freitag.— Schluß gegen 9 Uhr abends. * Di« Kommunisten verlangten, auf die nächste Tagesordnung einen Initiativantrag zu setzen, der den K r i« g s b e s ch ö- d i g t« n, die 29 Proz. oder weniger Rente beziehen, einen Vorschuß auf ihr« Rente verschafft. Dieser Antrag wurde gegen die Stimmen der Kommunisten abgelehnt, da der Soziale Ausschuß sich noch nicht schlüssig geworden ist, ob nicht eine Abfindung für dies« Rentenempfänger eintreten soll Alle übrigen Rentenempfänger werden auf sozialdemokratisches Verlangen hin von der Reichsregierung Borschüsse erhalten. Die Kommunisten hatten sich etliche Kriegsbeschädigte auf die R« i ch sta g z t r i b ü ne kommen lassen, die in Unkenntnis der Sachlage oder aus kommu- nistischem Agitationsbedürfnis heftig« Worte in den Sitzungssaal hinabriefen. sischcu Landtag hat den Vorwurf fallen gelassen, daß unsere Ver- ordnung verfassungswidrig fei, sie stützt sich nur noch ans die Toleranz. deutschlanüs Entwaffnung öurchgeführt. Anfragen im Unterhaus. London. 22. Mörz.(MTB.) BonarLaw teilte im Unterhaus auf eine Anfrage WodgewoodBenns(Arbeiterpartei) mit, daß bisher keinerlei Instruktionen an die britischen DÄegierten auf der bevorstehenden Ausammenkunst des Völkerbundrates mit Bezug auf die Ruhrfrag« gegeben worden feien. Wodgewood Venn fragte hierauf, ob beabsichtigt fei, von dem freundschaftlichenRecht.das England besitz«, Gebrauch zu machen, um die Frag« aufzuwerfen. Bonar Law erwidert«, es würde ungewöhnlich fem, dem Haufe die Instruktionen mitzuteilen, bevor sie den D Regierten erteilt werden. Ge n n« s teilt« in Erwiderung auf eine Anfrag« Wodgewood Venns im Unterhause mit, daß das britische Mitglied der internationalen Militärkontrollkommission der Ansicht sei, daß die vom Friedensvertrag in Aussicht genommene Verminderung im deutsch«, Heere sowohl bezüglich der Mannschask als auch des' Male- rials so durchgeführt worden fei, daß sie eine wirksame Entwaffnung� bedeule. Ferienreise oder Mission? London. 22. März.(EP.) Der Berliner Korrespondent des „Z�tily Chronicle" will aus guter Quelle wissen, daß Lord d'A b e r- n o n beaufttagt sei, der englischen Regierung die Bedingungen mitzuteilen, unter denen Deutschland bereit sei, mit Frankreich in Unterhandlungen zu treten. Wie der„Temps" Politik treibt. pari», 22. März.(WTB.) Die Politik, die der halbamtlich« „Temps" seit einigen Togen oertritt, wird vom sozialistischen„Popu- loire" heute, wie folgt, gekennzeichnet: Es sei heute recht belustigend, aufmerksam die„großen Blätter" zu lesen, diejenigen, die die Politik machen, diejenigen, die„in die Geheimnisse der Götter ein- geweiht" seien, diejenigen, die„in allem einer Meinung" mit der Regierung seien. Deutschland, so könne man lesen, ordne Wider- stand an: Das fei«in Akt der Perfid ie, um die Weit zu täuschen. Deutschland scheine Anweisungen ertellt zu haben, im Widerstand nachzulassen: das sei eine neue Perfidie,' um Frankreich zu täuschen. Deutschland mache keine neuen Vor- schläge: dos sei ein Beweis seines Mangels an gutem Willen und seiner Entschlossenheit, sich seinen Reparationsver- pflichtungen zu entziehen. Deutschland verbreite die Nachricht, daß es neue Vorschläge vorbereite: das fei der entscheidende Beweis dafür, daß es entschlossen sei, die öffentliche Meinung auf Irrwege zu führen. Dasselbe Blatt, derselbe Mann vcröffent- liche im Laufe von 48 Stunden die widerspruchsvollsten Dinge. Aus der Masse der Leser erheb« sich kein Protest: der Leser schlucke alles, «r fei mit allem einverstanden. Die Ereignisse folgten sich so schnell, daß der arm« Leser auf jedes persönliche und kritische Nachdenken verzichte. Die üeutsche dollaraaleihe in Amerika genehmigt. New park. 21. März.(MTV.-Funkspruch.) Nach eiuer Mel- dung aus Washington wird dort offiziell erklärt, daß das Staats- departement, wenn es auch dem beabsichllgkcn verkauf von Schahanweisungen der deutscheu Dollaranleihe Zuge- stimm» habe, dennoch in keiner weise für die Sicherheit der Anleihe eine V ü r g s ch a f k übernehme. Die Firma parson, San u. Co. in New Pack, die die Zeichnung der Anleihe übernommen Hut. hak die Frage des Verkaufs der Zertisikaie dem Siaa.sdeparte- rnenl unlerbrcllel, welches erklärie. daß es kein Hindernis gegen deren verkans in Amerika sehe. Gewerkschaftsbewegung Die Frauenarbeit in der Textilindustrie. Ein Manifest für den Achtstundentag. Wie weit der Weltkrieg und der bereits ebenso lange, noch immer nicht beendete Kriegsfrieden unser Kulturleben zurüdgebracht haben, zeigt auch die Tatsache, daß an eine neue Berufs- und Betriebszählung aus finanziellen Gründen noch nicht gedacht werden tann, obgleich die letzte Zählung bereits um über 15 Jahre zurückliegt. Auch für die Gemertschaften, die vordem eifrig bemüht waren, die wirtschaftliche Lage ihrer Berufsgenossen nach hen verschiedensten Richtungen hin zu untersuchen, ist es heute aus tenselben Gründen ungemein schwer, die Entwicklung der Dinge meiter zu verfolgen. Um so begrüßensmerter ist es, wenn sie dennoch bemüht find, die Berhältnisse so meit wie möglich flarzustellen, wie es jetzt der Deutsche Tertilarbeiterverband bezüglich des Umfanges der Frauenarbeit in der deutschen Textilindustrie, sowie der sozialen und wirtschaftlichen Lage und der Familienverhältnisse ter verheirateten und perheiratet gewefenen Frauen in dieser Industrie, im verfiossenen Jahre unternommen hat. Das Ergebnis seiner statistischen Erhebun gen liegt nun in einer 40 Seiten umfassenden Broschüre vor, die im Berlage des Berbandes erschienen ist. Sämtliche Textilbetriebe Deutschlands zu erfassen, war nicht möglich. Insbesondere fonnten die Familienwohnungen, in denen Heimarbeit verrichtet wird, wie auch die zahlreichen Einzelbetriebe nicht erfaßt werden. Von der Erhebung murten 8999 Betriebe mit 300 976 männlichen und 504 151 weiblichen, insgesamt 805 127 Beschäftigten erfaßt. Sie beschränkte sich nicht auf die Verbandsmitglieder, sondern erstrecte sich auch auf die in anderen Berbänden Organisierten und die Unorganisierten. Die Frauenarbeit in der Textilindustrie ist weit umfangreicher, als es in vorstehenden Ziffern zum Ausdrud tommt, weil wie bemerkt die Heimarbeiterinnen darin, fehlen. Während bei der letzten Berufsund Betriebszählung 1907 die Textilindustrie bereits über die Hälfte ( 51,2 Broz.) Frauen und Mädchen beschäftigte, ist inzwischen Unterschriftsleifhmg bollzogen werden kann. Neber das Ergebnis der Verhandlungen am Freitag werden wir sofort nach ihrem Abschluß berichten. Personalpolitik der Reichspoftverwaltung. Man schreibt uns: Am 31. Oftober 1922 haben die Berliner Fernsprechämter sämtliche Telephonistinnen, die im Angestelltenverhält nis jahrelang beschäftigt waren, entlaffen und diese Maßnahme mit Berkehrerüdgang begründet. Bei diesen Entlassungen find große Härten vorgekommen. Kriegerwitwen mit mehreren Kindern sowie Angestellte im Alter von 45 bis 55 Jahren, die für Dollar Schatzanweisungen des Deutschen Reiches Garantiert von der Reichsbank Schluß der Zeichnung: Sonnabend, den 24. März 1923 die Frauenarbeit auf rund zwei Drittel der Beschäftigten angewachsen. Verheiratete Tertilarbeiterinnen wurden 1907 20 vom unterstützungsbedürftige Angehörige zu sorgen haben, wurden rüd Hundert gezählt. Heute ist jede dritte Legtilarbeiterin fichtslos entlassen und sind heute noch stellungslos. verheiratet oder mar es. Und von diesen Frauen haben 57,4 Broz. schulpflichtige Kinder zu erziehen und zwar 26413 Frauen 47854 Kinder unter 14 Jahren, von 45 999 Frauen überhaupt. Jugendliche unter 16 Jahren wurden 61 120 gezählt und zwar 19 076 männliche und 42 044 weibliche. Jest stellt die Reichspostverwaltung bei den Fernfprechämtern neue träfte ein, aber nicht etwa die, die seinerzeit entlassen wurden, sondern andere, die zum Teil aus feften Stellungen genommen werden. Die neu eingestellten Kräfte follen zu Beamtinnen gemacht werden, obwohl, wie all gemein in der Deffentlichkeit bekannt ist, die Reichspostverwaltung nach ihren eigenen Angaben Tausende von Beamten über zählig hat. 3 Lohnbewegung im Buchhandel. Wie in allen anderen Branchen, sträuben sich auch die Arbeitgeber im Buchhandel, für die zweite Hälfte des Monats März irgend welche Zugeständnisse zu machen. Die Unternehmer muten ihren Arbeitern zu, mit 46 000 bzm. 48 000 m. die Woche ihre sämtlichen Ausgaben für den notwendigsten Lebensunterhalt zu bestreiten. Dieje Hungerlöhne follen im günstigsten Falle weitergezahlt werden. Die Wartthelfer und Bader werden heute abend zu dem Verhalten der Arbeitgeber Stellung nehmen. Der Achtstundentag in Italien. Das italienische Amtsblatt veröffentlichte fürzlich den Wortlaut des Defrets über die Durchführung des Achtstundentages in Italien. Danach darf der normale Arbeitstag der Arbeiter oder Angestellten aller privaten Betriebe, auch wenn es sich fich um Unterrichts- oder Wohltätigkeitsanstalten handelt, ferner in den öffentlichen Arbeiten, in den Hofpitälern und überall, wo unter der Leitung eines Dritten Arbeit vergolten oder entlohnt wird, acht Stunden täglich oder 48 Stunden wöchentlich an effettiver Arbeitsleistung nicht überschreiten. Das Gesetz findet teine Anwendung auf hausangestellte, auf das Diret tionspersonal der Unternehmungen und auf die Hand= lungsreifenden. Für an Bord von Schiffen geleistete Arbeit wie für die Amtstätigkeit in öffentlichen Bureaus werden besondere Borschriften erlassen. In den landwirt= schaftlichen Betrieben gilt der Achtstundentag nur für die Lehrlinge. Unter effettiver Arbeit wird jede Arbeit verstanden, die eine dauernde Beschäftigung voraussetzt; nicht als effettive Arbeit gelten solche Betätigungen, die mit unterbrechungen rechnen, eine Wartezeit einschließen oder einem einfachen Wachdienst gleichkommen. Im landwirtschaftlichen Betrieb oder wo sonst technische oder jahreszeitliche Notwendigkeiten vorliegen, fann der Achtstundentag nach noch zu be stimmenden Normen überschritten merden. Bei Verständi gung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist eine leberschrei tung des Achtstundeniages bis zu einem Marimum von 12 Stunden wöchentlich gestattet, die besonders zu vergüten sind. Das Arbeitsministerium ist befugt, Ausnahmen in der Anwendung des Defrets zuzulassen. Das Detret tritt vier Monate nach seiner Beröffentlichung in Kraft; dieser Termin tann aber durch Berfügung des Arbeitsministers für die landwirtschaftlichen Betriebe fomie nach Anhörung des Ackerbauminifters bis um 12 Monate nach seiner Veröffentlichung hinausgeschoben werden. Dieser Achtstundentag ist also ganz erheblich durchlöchert. Er wird in Wirklichkeit nur dort beobachtet werden, wo die gewert schaftlichen Organisationen start genug sind, um seine Einhaltung durchzusetzen. Der vierte Teil der in der Textilindustrie tätigen verheirateten pher verheiratet gewesenen Frauen, rund 46000, hat den Fragebogen beantwortet. Davon waren 32247 Frau en noch ver Das Schidial der Kriegerwitwen, die jahrelang bei Der Bergarbeiterffreit in Oberschlesien führte am Mittwoch zu heiratet, das find 70,1 Proz. der Berichtenden, während 11433 der Reichspoftverwaltung beschäftigt waren und heute noch erwerbs- einer Revierkonferenz der Betriebsräte und Vertrauensleute der. bermitmef, 1424 geschieden waren und 895 vom Ehe los find, fümmert scheinbar die Reichspostverwaltung nicht, wenn Bergarbeiter. Der Vorsitzende berichtete über die Bemühungen der manne getrennt lebten. Von den verheirateten Frauen nur der homogene Beamtenförper wieder hergestellt wird. Wird Arbeiterorganisationen, die Unternehmer an den Verhandlungstisch marer rund 30 Broz ohne Ernährer, d. h. sie müssen der Herr Reichspost minister auch hier die Oberpost zu bringen und empfahl, die endgültige Entscheidung um für sich und ihre Kinder selber sorgen. Ben je 10 früher verheirateter direttion Berlin, die an Willfür gegen die Angestellten 24 Stunden zu vertagen. Der Borschlag begegnete in der VerFrauen stehen heute drei allein da. Im Alter bis zu 30 Jahren schon Erstaunliches geleistet hat, schalten und walten lajien wie sammlung lebhaftem Widerspruch, wurde aber schließlich mit mehr. waren 29 Broz. der Frauen, über 30 bis 35 Jahren 7987 Frauen fie will?" heit angenommen. Eine neue Revierkonferenz fand gestern nachmit oder 17,4 Proz., bis zu 40 Jahren 15,4 Pro3., bis zu 45 Jahren tag statt. 12,8 Broz., bis zu 50 Jahren 9,3 Proz., bis zu 55 Jahren 6,8 Proz., his 60 Jahre 4,8 Proz., bis 65 Jahre 3,1 Broz. und über 65 Jahre 1,4 Proz., darunter eine 81 jährige Frau. Die Erhebung erstrect fich weiterhin auf die Größe der Familien, bas Alter der Kinder, den Tagesaufenthalt derselben 35,4 Proz. der Kinder waren unbeaufsichtigt während der Erwerbstätigkeit der Mutter, ein kleiner Beitrag zur Frage der Berrohung"! auf die Entschädigung für die Unter bringung der Kinder, die Beschäftigung der schulpflichtigen Kinder, die Berufszugehörigkeit der Ehemänner 954 Frauen find mit Kriegs- oder Berufsinvaliden verheiratet auf die Ursache der Erwerbstätigkeit der noch verheirateter. Frauen und auf die häuslichen Arbeiten der Frauen. Das Schlußtapitel behandelt die Arbeitszeit in der Tertil industrie. Die Textilindustriellen waren die ersten der Unt ernehmer mit, die gegen den Achistunden tag Sturm liefen und am 4. November 1920 bereits das Arbeitszeitabkommen vom 22. Januar 1919 fündigten. Die Arbeitszeit von acht Stunden, Sonnabends sechs Stunden blieb auf Grund der Entscheidung des Schlichtungsausschusses des Reichsarbeitsministeriums vom 1. August 1922 unverändert be stehen bis zum 30. Juni dieses Jahres. Diese Regelung verlängert fich jeweils um drei Monate, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor Ablauf von einer Seite gefündigt wird. Streifgefahr in der Stuck- und Gipsbaubranche. Die Betriebsräte hatten sich gegen die unverschämten Treibereien Eine Versammlung der Fachgruppe für das Stud- und Gips- triebsräte maßregelten. Der Reichskanzler hat sich telegraphisch an der Selbstschußorganisationen gewandt, morauf die Arbeitgeber Be von den Tarifverhandlungen entgegen. Als der Kollege Ersuchen, alsbald Verhandlungen aufzunehmen, unter Hinweis auf baugewerbe am Mittwoch im Dresdener Kasino nahm den Bericht die Organisationen der Arbeiter und Unternehmer gewandt, mit den Sed feine Ausführungen beendet batte und zuſammenfassend die außenpolitische Gesamtlage. mitteilte, daß die hauptsächlichsten Tarifbestimmungen, welche bedeutende Verschlechterungen aufweifen, bis jetzt noch Bertrauensmännerversammlung aller Gewerkschaften zusammen, in Gestern abend 6 Uhr trat in Hindenburg eine Betriebsräte und nicht erledigt find, brachten die Versammelten ihre Entrüstung zum der über die augenblickliche Streiflage und übe: tommende MaßAusdrud.. Sämtliche Diskussionsredner waren darin einer Meinung, nahmen Beschluß gefaßt werden soll. daß man sich feine Verschlechterungen gefallen lassen wird. Folgende Resolution wurde daraufhin einstimmig angenommen: Die Unternehmer haben bisher noch teine Reigung zum Entgegenkommen gezeigt. Der Arbeitgeberverband selbst hat fich mit der Angelegenheit noch nicht beschäftigt, trotzdem der Reichs. tanzler darum ersucht hat und besonders auf das gefährdete Ueberstundenabfommen des Waldenburger Gebiets hingewiesen hat. Die Mitglieder des Baugewerksbundes, Baugewerlichaft Berlin, Fachgruppe des Stud und Gipsbaugewerbes, stellen mit Bedauern fest, daß das Ergebnis den gehegten Erwartungen leider nicht entspricht, daß die Arbeitgeber bei den wichtigsten Baragraphen fein Entgegenkommen zeigen und jedes soziale Verständnis ver- Auffassung, daß die gemaßregelten Betriebsräte un Die Gewerkschaften aller Richtungen sind der übereinstimmenden miffen lassen. Die Versammelten erklären zum wiederholten Male, bedingt wieder eingestellt werden müssen. Weiter erdaß sie jede Verschlechterung des bisher Bestandenen entschieden heben sie aber auch die Forderung, daß die Industriellen jetzt endlich ablehnen und daß die Verhandlungen io zeitig beendet sein die vertraglich zugestandenen Soziallöhne für Invaliden und müssen, daß der Schlichtungsausius noch Gelegenheit Witwen und Baisen und die Deputattohle für Invaliden hat, bis zum 31. März einen Spruch zu fällen. In der Erwägung, und Witwen bewilligen. daß ein Weiterarbeiten ohne gültige Zarifbestimmungen undenkbar ist. werden die Kollegen, wenn die Angelegenheit bis zum 31. März nicht erledigt ist, die sich hieraus ergebenden Konjequenzen ziehen. Achtung, Betriebsräte des DEV.! Der Tertilarbeiterverband hat durch seine Erhebung den Nach weis erbracht, daß eine Berlängerung der Arbeitszeit in der Tertilindustrie, in der die Mehrzahl der Beschäftigten aus Frauen besteht, die zu einem großen Teil verheiratet sind und neben ihrer Berufsarbeit die häuslichen Arbeiten zu verrichten und unerwachsene Die in der Roten Fahne" und in Flugschriften der sogenannten Kinder zu versorgen haben, ein Ding der Unmöglichkeit ist. oppofitionellen Ortsverwaltung erfolgten Bekanntmachungen und Die Schlußbemerkungen flingen in die folgenden Säge aus: Bersammlungen sind nicht Beranstaltungen bes DEB. Wir übergeben hiermit die Feststellungen der Deffentlichteit. Maßgebend find nur Bekanntmachungen der Ortsverwaltung Berlin, Sie sprechen für sich selbst. Für den, der sich bewußt ist, daß SD.26, Bethanienufer 10. Dorthin sind auch alle Zuschriften zu leis fie sich nicht auf abstrafte Arbeitskräfte, sondern auf lebende, ten. Die Rollegen werden ersucht, die Bekanntmachungen im Vorfühlende Menschen beziehen, ist ihre Sprache geradezu erwärts zu beachten. Ortsverwaltung Berlin des DEB. [ dhütternd." " Abschluß eines neuen kollektivvertrages im Ministerium. Der Streit im Offrau- Karwiner Steinkohlengebiet ist durch den für öffentliche Arbeiten in Prag feinem Ende nahe. Die Vereinbarungen, die erst noch von der Revierfonferenz der vereinigten Bergarbeiterverbände des Reviers am Sonntag genehmigt werden müffen, regeln vor allem die Frage der Sonnabendschichten für die unter Tag beschäftigten Arbeiter. Die Bergarbeiter sollten auf Aufforderung der Unternehmer Sonnabends zwei Stunden Ueberschicht machen, acht Stunden, wie an den übrigen Wochentagen. Martthelfer und Pader im Buchhandel. Sente abend 6 Uhr bei Fenfara, Melchiorstr. 15, Stellungnahme zu den Lohnverhandlungen. Achtung, Schmiebe der Amsterdamer Richtung! Unsere Rommissionsmit. alleder treffen sich am Sonntag, 8% hr, bei Bocker, Weberstr. 17. Fraktionsvorstand. Der Achtung Zimmerer! Am Sonnabend oder Sonntag find in allen Bezirken Bezirksversammlungen abzuhalten. Bezirk 20 Sonnabend 7 Uhr Bollzähliges Er. Märzlöhne der Angestellten der Metallinduftric. Schwarze Liften. scheinen der Rameraben ist in Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung not Heute finden gemäß einer Vereinbarung zwischen den Tarif- Uns wird mitgeteilt: Der Verband der Großhändler in wendig. Des weiteren bitten wir, in den Bezirksversammlungen darauf hinzuweisen. bertragsparteien Verhandlungen über die Gestaltung der März Futterstoffen und Schneiderartifeln,. 62, Bay Bertrauensmänner- Berfammlung fämtlicher Blag- und Baudelegiertert baß am Dienstag nachmittag 3 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 1, eine große löhne der Angestellten der Groß- Berliner Metallindustrie reuther Str. 41, hält die gegenwärtige Zeit für geeignet, um feinen bes Hoch, Beton- und Tiefbaugewerbes fowie fämtlicher Fabritbetriebe stattfindet. statt. wieweit es hierbei möglich sein wird, das zum Teil noch Mitgliedern die Errichtung einer Auskunftei über Ange- notwendig, daß jede Arbeitsstelle durch ihren Vertrauensmaun vertreten ift.- Auf Da es sich um eine außerordentlich wichtige Tagesordnung handelt, ift es unbedingt ungeregelte Februarabkommen zum Abschluß zu bringen, ist aur ftellte zu empfehlen. Er erklärt seine Bereitwilligkeit, Angaben den nen aufgemachten Baustellen ift. soweit tein Bertrauensmann vorhanden ist, Zeit noch nicht festzustellen. Gleichzeitig soll versucht werden, bei über Entlassungsgründe entgegenzunehmen und unter seinen Mit- fofort einer zu wählen und in die Versammlung zu entfenden. diesen Verhandlungen einen Termin zu bereinbaren, an welchem gliedern auszutauschen. Gezeichnet ist das Schreiben von Dr. Sa- fowie Betriebsausweise legitimieren. die Redaktionskommission den Rahmentarii nunmehr endgültig molewig. Während die Unternehmer im Hinblid auf die außenfertigstellt. Ueber die einzelnen Punkte des Nahmentarifs befteben politische Lage das Lied von der Einheitsfront fingen, entblöden sich Diese diese Unternehmer nicht in der heimtüdischsten Form der Schwar zwischen den Vertragsparteien Differenzen nicht mehr. Arbeiten sollen soweit gefördert werden, daß noch im März die zen Listen gegen die Arbeitnehmer vorzugehen. Soweit Frische Dorsche Pfund 380 M Makrel.- Bücklinge 850 M Vorra!! Tafel- Margarine Pi2650M Corned- Beef. Pfund 2900 M Küse Kräuterkäse große große...... Stück 425 M Schachtel 720 M Camembertkäse. Brickäse 9 Verbandsbuch Berantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Borwärts.Budbruderci u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenfir. 3 Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Hierzu 1 Beilage. a.Wertheim Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz Frisches Fleisch Gemüse Soweit Sellerie Mohrrüben Vorrat! Kalbskammu.- Brust Pf. 1800M M Gehacktes Fleisch Pfund 2600 M mit Pfd. M Stück 425 M Kalbsnierenbraten Pid. 2000 M M Schweineschinken. Bell. 3500 Pfund 2700 M Kalbskeule ganz u.geteilt Pid. 2000 M Schweinerücken 3500 M Pfund 3000 M Rinderkammu.- Brust P2500M Roma ourkäse o. Staniol. Pfund 2800 M Stangenkäse Tilsiter Käse. Pfund 4300 M Abteilung Frische Blumen Leipziger Straße Königstraße. Moritzplatz Verkauf von Obstbäumen etc. der Baumschule L.Späth Zusendung in Groß- Berlin frei Haus Apfel- Büsche Pfund u.-Blatt M Schweinebauch St. 3000 M Apfel- Mittelstämme.. St. 6000 M Birnen- Büsche. Birnen- Mittelstämme. Kirschen- Büsche. Kirschen- Mittelstämme .. St. 5500 M St. 6800 M St. 2700 M St. 6000 M 3500M Rote Rüben Weißkohl Pfund 40 u. 70 M Pfund 55 u. 70 M Pfund 90 M Pfund 10M Teltower Rübchen..... Pfund 170 M Kartoffeln Badsartikel Auszug Mehl Weizenmehl 70% Kartoffelmehl 10 Pfund 350 M Pfund 825 M Pfund 680 M Píund 480 M Pfun 800 M Riesenmandeln süß Pfund 7500 M Pfund 4000 M Vanil.in- Zucker Backpulver Beutel 100 M Beutel 120 M Maispuder Rosinen mit Bell Pid Pflaumen- Büsche..... St. 7600 M Pflaumen- Mittelstämme. St. 9500 M Pfirsich- Büsche. St 6500 M Johannisbeer- Büsche St. 300-400 M Johannisbeer- Hochstämme St.3000 M St. 100 M Himbeer- Büsche Stachelbeer- Büsche. St. 550-800 M Stachelbeer- Hochstämme St. 3000 M Wilder Wein... Staude 650 M Buxus- Büsche kräft. Pflanzen v.750 M an Buxus zum Einfassen. Meter 450 M Sämereien Kunstdüngemittel 116 Nr. 138+40. Jahrgang Beilage des Vorwärts " Arbeiterfreunde." Bon Heimann u. Gen.( Soz.) ist der Dringlichkeits= Freitag, 23. März 1923 Abschied von der Normaluhr. Stadt gekommen zu sein. Nach dem Sprichwort schlägt bekanntlich Berlin scheint seit einiger Zeit in den Zustand einer glücklichen dem Glücklichen feine Stunde und er bedarf feiner Uhr, um zu daß es der Stadt auch jetzt noch nicht möglich sei, Deckungsvorschläge zu machen, da das Lastenausgleichsgesetz immer noch auf sich warten laffe. Für die Zahlung des Lohnvorschusses, auch an die Straßenbahner, habe sich der Magistrat um einen Borschuß an die Aufsichtsbehörde gewandt. Die Ausschußberatung wurde abgelehnt und die Borlage une In der Stadtverordnetenversammlung wurde beanstanden, daß die Versammlung in dieser Weise durch den verändert angenommen. man gestern belehrt, daß es i... ner noch Leute gibt, denen die Be Magistrat übergangen sei; der Magistrat wollte Preissteigerungen Nach Erledigung einer Reihe weiterer Vorlagen, darunter der fchaffung von Arbeit feine dringliche Angelegenheit ist. vermeiden. Das wird von der Linken anerkannt. Die nachträgliche Vorlage wegen vorläufiger Regelung der Haushalts= Arbeitsbeschaffung bezwedte ein Dringlichkeitsantrag der sozial- Bewilligung erfolgte mit großer Mehrheit. Mit 92 gegen 87 Stim- wirtschaft für 1923, ohne Aussprache, schloß die öffentliche Sigung demokratischen Fraktion, der an die Notwendigkeit des Weiter men beschloß man auf Antrag der Wirtschaftspartei die Einfeßung nach 10 Uhr. baues der Nordsüdbahn erinnerte. Aber ein von der eines Ausschusses, der überlegen soll, wie in Zukunft die Wiederrechten Seite fammender Widerspruch verhinderte die sofortige Be- holung solcher Unzuträglichkeiten" vermieden werden kann. ratung. Ebenso erging es den Kommunisten mit einem Dringlich antrag vorgelegt:" Den Magistrat zu ersuchen, fofort Mittel befeitsantrag, der auf eine andere Möglichkeit der Beschaffung von reitzustellen für die Weiterführung der Arbeiten zur Herstellung der Arbeit hinwies. Auch er fand Widerspruch auf der rechten Seite, Berbindung der mo man fich offenbar um die Not der Erwerbslosen wenig Gorge macht. Später bat sich in einer Debatte über Arbeiterlöhne Nordfüdbahn zwischen Kaiser- Friedrich- Plah und Hermannden rechtsstehenden Fraktionen nochmals Gelegenheit, ihre Arbeiterfreundlichkeit" zu zeigen. Verschleppung in einen Ausschuß und um auf diese Weise die große Arbeitslosigkeit, die zurzeit Verschlechterung der Lohnbedingungen waren ihre Absichten, die in Berlin herrscht, etwas zu beheben." aber vereitelt wurden. Genosse aß fennzeichnete ihr die Arbeiter gleichen Grunde fofortige Ausführung von Reparaturarbeiten an Ein Dringlichkeitsantrag der Kommunisten verlangt aus dem der Stadt provozierendes Verhalten. In derselben Sitzung fam auch öffentlichen Gebäuden ufm. die Beschlußfassung über die Lehr- und Lernmittel zustande. Die Notwendigkeit, auf eine Verbilligung der Schulbücher hinzuwirken, wurte anerkannt. Angenommen wurde auch ein von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachter Antrag, der hierzu Mittel vom Reich und von den Ländern fordert. Aber für die Zentralstelle zur Beschaffung und Verteilung von Lehr- und Lernmitteln konnten die Bürgerlichen sich nicht erwärmen. Sie witterten dahinter so etwas wie Kommunalisierung. * Zu Beginn der Sigung fag zunächst der Dringlichkeits= antrag unserer Genossen vor, den Magiftrat zu ersuchen, den bei der Straßenbahn beschäftigten Arbeitnehmern den vom Magistrat beschlossenen und allen übrigen städtischen Arbeitnehmern ausgezahlten Lohnvorschuß in derselben Höhe unverzüglich zur Auszahlung zu bringen". Widerspruch wurde auf feiner Seite laut, und der Antrag gelangte zur einstimmigen Annahme. Die Anfrage der Kommunisten, was geschehen werde, um der eintretenden Beschäftigungslosigkeit der in der Blindenanstalt be schäftigten Blinden entgegenzutreten, beantwortete Stadtrat Beise dahin, daß alles geschehen sei, was im Rahmen des Möglichen liege. Der ablehnende Bescheid, den der Magistrat auf seine neuerliche Borstellung wegen Beseitigung oder Ermäßigung der Kohlensteuer für den Hausbrand straße, wissen, wieviel es geschlagen" hat. Und weil in Berlin nun alle Menschen restlos glücklich sind, hat man wohl auch die sogenannten Normaluhren, die an den verschiedensten Straßenecen standen, entfernt. Allerdings mit der Normalzeit, die angeblich von diesen ftellte im Borbeigehen seine Uhr nach der Normaluhr und mußte Uhren angegeben wurde, hatte es so seine eigene Bewandtnis. Man Beiden Anträgen wird auf der Rechten wider die richtige ühr nach Stunde und Minute erfahren und sich zu eigen häufig genug erkennen, daß man nicht eine Normalzeit, das heißt sprochen! Ihre Beratung muß verschoben werden. genarrt worden war. Denn diese elektrisch Das Ortsgefeg zum Schutz der Stadt Berlin gegen Bergemacht hatte, sondern unstaltung und der Antrag der Deutschnationalen betr. die Be- betriebenen Uhren hatten meistens ihre eigene Zeit, die mit der fehung hervorragender Bläge mit Verkaufsständen und betr. Nach- Normalzeit nicht nahe verwandt war. Biele Berliner waren der prüfung des gesamten Reklamemesens in seinem heutigen Umfange, Ansicht, daß die Uhren auf den Uraniasäulen, wie man sie nannte, hatten einen Ausschuß beschäftigt. Dieser hat das Ortsgesetz mit ge- aus dem Grunde ganz genau und eraft die Zeit angaben, weil sie ringen Aenderungen zur Annahme empfohlen und den Antrag damit von der Sternwarte reguliert werden. Diese Ansicht ist indessen für erledigt erklärt. Nach längerer Aussprache wurde das Ortsgesetz durchaus irrig. Die Sternwarte hat zwar auch öffentliche Uhren mit großer Mehrheit angenommen. in Berlin aufstellen lassen, nach denen man seine Uhr mit dem besten Gewissen stellen kann. Sie sind rein äußerlich an der feltsamen Form erkenntlich. Auf einem Sockel befindet sich die Uhr in einem tonnenähnlichen Gehäuse. Außerdem tragen sie die Aufschrift: Reguliert von der Sternwarte. Derartige wirkliche Normaluhren sind aber sehr spärlich geät. Auf dem Spittelmarkt, dem Bots. damer Platz, dem Hackeschen Markt und vor dem Kammergericht sieht man nur diese Uhren der Sternwarte. Benn nun die Normaluhren auf den Uraniasäulen, die so häufig eine unrichtige Zeit angaben, verschwunden sind, wird man ihnen feine Träne nachweinen, Im Gegenteil, man wird glücklich sein, nicht, weil einem nun feine nach der Normalzeit stellen und doch ungenaue Zeit haben kann. Stunde mehr schlägt, sondern weil man nun nicht mehr seine Uhr Hiernach kehrte die Versammlung zu dem kommunistischen Antrage wegen Errichtung einer Zentralstelle für Beschaffung und Verteilung von Lehr- und Lernmitteln zurüd, dessen Erledigung am 20. März nicht zu Ende geführt werden konnte. Herr Richard Kunze empfahl ein Verbot der Papierausfuhr und eine Besteuerung der Dividenden, um das Bapier und damit Hefte und Schulbücher zu verbilligen. Natürlich ging es auch hier ohne etwas Judenhezze nicht ab; betam es Herr Kunze doch fertig, zu behaupten, daß von den Schülern der Berliner höheren noch der Demofrat Merten gegen die Errichtung einer ZentralLehranstalten 75 Broz. der jüdischen Raffe" angehören! Nachdem stelle gesprochen hatte, gelangte folgender Ausschußantrag zur An= nahme:„ Der Versammlung noch im Laufe des März eine Vorlage zugehen zu lassen, die die Belieferung der Schulen mit den notwendigsten Lehrmitteln und eine verbilligte Belieferung der Schüler mit Büchern und Lernmitteln sicherstellt"; Dom Reichsfinanzminifter erhalten hat, wurde von Schwend ( Kommunist) scharf fritisiert; wenn die Reichsregierung diese Steuer nicht beseitigen wolle, so müsse man die arbeitende Bevölkerung der Ausschußantrag b) sofort mit der Einrichtung einer Zen= zum Kampfe gegen sie aufrufen. Richard Kunze führte auf die tralstelle für Beschaffung und Verteilung von Lehr- und Lernhohe Rohlensteuer auch die Riefendividendengewinne der Aktien mitteln zu beginnen" fiel mit 96 gegen 85 Stimmen; gesellschaften zurück. Während die Kommunisten sich über Herrn der Ausschußantraa c) erneut und sofort Mittel zur Verfügung Kunze luftig machten, erscholl von der Zuhörertribüne leb- zu stellen, um Lehr- und Lernmittel schleunigst zur Abgabe an be haftes Beifalltlatschen, was den Vorsteher zu einer dürftige Schulkinder zu beschaffen" fand Annahme, scharfen Berwarnung veranlaßte. ebenso der während der Berhandlung noch eingebrachte Antrag Da Herr Kunze auch die Sozialdemokratische Bartei für die Heimann( Soz.) bei den zuständigen Regierungsstellen vorstellig Aufrechterhaltung der Kohlensteuer verantwortlich gemacht hatte, 3 werden, daß Mittel des Reichs zur Berbilligung der Schul führte Genosse Dr. Lohmann ihm zu Gemüte, daß es sehr bücher zur Berjügung gestellt werden". zmeierlri fei, ob man fich gegen eine einzuführende Steuer zur Wehr sehe oder eine bestehende Steuer wieder beseitige Nach dem Ausschußvorschlag wird eine neue, vom 1. April 1923 in Geltung tretende Ordnung für die Erhebung einmaliger Haus anfchlußgebühren und laufender Entwässerungsgebühren beschlossen und der Einheitsfag auf 190 m. pro Rubikmeter bei einem Kohlenpreis von 230 000 m. für eine Tonne feftgefeßt, ferner wird bestimmt, daß alljährlich durch Gemeindebeschluß festzustellen ist, welcher Einheitssatz( der sich nach den Kohlenpreisen richten soll) zu gelten hat. Nach längerer Debatte nahm die Bersammlung einen Antrag Heimann- Beylan, die Medizinalprattitanten in ihren Die Berliner Verkehrstarife. Neue Fahrpreiserhöhungen in Sicht? Die Breffe beginnt von neuen Erhöhungen der Tarife der Stadt-, Hoch- und Untergrund- und Straßenbahn zu munkeln. Diesen Ge: rüchten, nach denen am 1. April eine neue, wenn auch prozentual nicht mehr so bedeutende Tariferhöhung wie bisher bei den Berliner Berkehrsunternehmungen eintreten soll, liegt, soweit wir haben feststellen können, die Tatsache zugrunde, daß die Untergrundbahn, die Nordfüdbahn und auch die Straßenbahn, deren Tarife aufs aller. nappfte falfuliert find, infolge der feit dem 1. März noch einge tretenen Steigerung der Stromfosten, zum Teil auch der Löhne und Gehälter eine Erhöhung ihrer Einnahmen benötigen. mas Der Streit geht nur noch darum, wer nach dem Grundfah: Bezügen den Krankenpflegeschülern im ersten Jahre gleichzustellen. Hannemann, ach du voran" als erfter seine Tarife erhöhen soff. Mit der Einrichtung von Konreftorstellen an Bolts- Besonders die Untergrundbahn hat es bisher alänzend verstanden, schulen mit sechs und mehr aufsteigenden Klaffen, sowie mit der Ein in der Deffentlichkeit die Berantwortung für Tariferhöhungen gruppierung der Studiendirettoren, Oberstudienräte, Studien- immer auf die Straßenbahn abzuwälzen. Bei der bekannten räte, Lehrer und Lehrerinnen an den höheren Lehranstal- Einstellung der Berliner Boulevard- Bresse gegen alles, ten im Sinne des Ministerialertastes vom 28. August 1922 erflärte| städtisch ist, ist das ja auch nicht so schmer. Ende Fe sich die Versammlung einverstanden und bewilligte die erforderlichen bruar zum Beispiel beschloß die Hoch- und Untergrundbahn mittel. Ein Antrag der Sozialdemokraten, die Oberstudienräte zu vier Tage vor der Straßenbahn eine 50prozentige Erhöhung ihrer streichen, murde mit 80 genen 79 Stimmen abgelehnt. Tarife, während die Straßenbahn fich mit 20 Proz. begnügte und Für die Beschaffung von 230 Müllfästen für Neu- Zur Vorlage megen Erhöhung der Löhne der städtischen Arbeiter die Berliner Straßenbahn zurzeit tatsächlich erfreulichertölln sollen 15 Millionen, für 14 Müllabfuhrautomobile ab 16. Januar 1923 und wegen Regelung er Bezüge der nichtweise einen der billigsten Tarife der deutschen. für Wilmersdorf 100 Millionen bewilligt werden. Die Beständigen Angestellten ab 1. Februar 1923 gab auf An- Straßenbahnen hat. Da aber der Beschluß der Verkehrsdepu schaffung ist bereits erfolgt, und das veranlaßte einige Redner, zu frage von Koch( Dnat. Vp.) ter Kämmerer die Erklärung ab, tation, dieser 25prozentigen Erhöhung zuzuftimmen, natürlich sofort ( Nachdruck verboten. Der Malit- Berlag, Berlin.) 68] 37 Drei Soldaten. Bon John dos Passos. Ihren Namen notieren." Der Oberst lächelte gütig und ging| seinen Hut in der einen Hand hielt, mit ein paar thafifarbenen ins Zimmer zurüď. " Dante verbindlichst, Herr Oberst," sagte Andrems und falutierte. Ohne ein Wort zu Sheffield zu sagen, lief er fort, die dunkle Dorfstraße hinunter, in sein Quartier. Handschuhen, und der sich immer mit der anderen Hand über sein helles, gutgebürstetes Haar strich. Andrews fühlte sich schmuzig und übelriechend in seiner schlechtfizenden Uniform. Der Anblick dieses tadellos gekleideten jungen Mannes in gutfizenden Breeches, mit seinen manikürten Nägeln und sauber Er hätte mit ihm Nachdem Andrews eine Beile durch das Fenster in das polierten Gamaschen machte ihn mild. Café Braves Alliés" hineingeschaut hatte, ging er ein wenig fämpfen mögen, beweisen, daß er der Bessere sei, ihn niederdie Straße hinunter und starrte dann in derselben Stellung in debattieren, ihn seinen Rang und sein wichtigtuerisches Ausdas„ Repos des Boilus" hinein, wo ein großes Schild fehen vergessen machen. American spoken" das ganze Fenster einnahm. 3wei Offiziere gegangen, um mit dem Obersten zu sprechen. Andrews be gingen vorbei. Seine Hand ging automatisch zum Gruß wie merkte, daß er irgendeine Karte, die an der Band aufgehängt ein Signal. Es war schon dunkel. Nach einer Weile sinnlosen war, zu studieren begonnen hatte. " Der Leutnant war hineinAus dem amerikanischen Manuskript überseßt von Julian Gumperz. Nach dem Dienst flopfte Andrews an Sheffields Tür an. Was ist los, Junge? Sie sehen ja aus, als ob es mit Ihnen zu Ende ginge," sagte Sheffield und bat Andrews, ein zutreten. Andrews hatte sich in einen Stuhl fallen lassen und faß, mit feinem Geficht in den Händen vergraben, schaute durch die Finger auf das Feuer, plöglich stand er auf und schrie schrill: Ich kann dieses Leben nicht mehr ertragen! Hören Sie! Reine überhaupt ausdenkbare Zukunft ist dies wert! Herumstehens empfand er die Kälte des Windes, der durch die Machen Sie, daß Sie reinkommen," flüsterte ihm jemand Wenn ich jetzt nach Paris fann gut. Wenn nicht, desertiere Straßen strich, zitterte und begann ziellos durch die Straßen zu, und er stand mit seiner Müze in der Hand vor dem Oberſt, ich, und alles ist mir ganz gleich." zu wandern. Er bemerkte Walters, der auf ihn zufam und der ihn streng ansah und die Papiere, die er auf dem Tisch Aber ich habe Ihnen doch schon versprochen, alles zu tun, wollte ohne ein Bort oorbeigehen, als. Walters ihn ansprach, liegen hatte, mit wichtigen Gesten befingerte. Andrews faluihm ins Ohr murmelte: Komm zu Baboon," und mit seinen tierte. Der Oberst machte eine ungeduldige Bewegung. großen, schnellen, geschäftsmäßigen Schritten weiterging. Kann ich mit Ihnen sprechen, Oberst, über mein UniAndrews stand eine Weile unentschlossen, mit gebeugtem Kopfe versitätsgesuch?"" da, dann ging er die Allee hinauf und in Babettes Küche. Das" Ich nehme an, Sie haben Erlaubnis, zu mir zu Feuer brannte nicht. Er starrte wie frank auf die graue Asche, tommen?" bis er endlich Walters Stimme neben sich hörte:„ Ich habe " 3u Befehl, nein." alles für Sie in Ordnung gebracht." was ich fann." Gut. Dann tun Sie es jegt," unterbrach ihn Andrews brutal. Wenn Sie wollen ich werde zum Oberst gehen und thm erzählen, was für ein großer Mufifer Sie sind." „ Gehen wir jetzt zusammen!" " Es wird aber sehr fomisch aussehen, mein Lieber." Ist mir ganz gleichgültig. Sie können mit ihm sprechen. Sie scheinen ja mit allen Offizieren gut Freund zu sein." " Sie müssen warten, bis ich mich fertiggemacht habe," fagte Sheffield. Gut, ich warte." Andrews ging auf und ab im Schlamm nor dem Hause, knallte mit den Fingern vor Ungeduld, bis Sheffield heraustam. Dann gingen sie schweigend ab. Warten Sie jetzt eine Minute," flüsterte Sheffield, als fie an ein weißes Haus tamen, wo der Oberst wohnte. ,, Was meinen Sie?" " Was ich meine? Schlafen Sie, Andrews? Man hat einen Namen non der Schulliste gestrichen. Das ist alles. Wenn Sie sich beeilen und feiner Ihnen zuvorkommt, werden Sie in Paris sein, ehe Sie es wissen." " Andrews fämpfte verzweifelt um irgendein Bort, das er fagen konnte. ,, Nun, dann werden Sie besser gehen und sich die ErTaubnis holen." ,, Aber Herr Oberst, es ist keine Zeit mehr. Die Reisepapiere merden gerade jetzt ausgestellt. Man sagte mir, ein Name sei auf der Liste gestrichen worden." Bu fpät." " Das ist anständig von Ihnen, zu mir zu fommen und mir das zu sagen." ,, Hier ist Ihr Gesuch," sagte Walters und zog ein Papier„ Aber Herr Oberst, Sie wissen ja gar nicht, wie wichtig aus seiner Tasche. Gehen Sie damit zum Oberst, laffen Sie, das ist. Ich bin Mufiter von Beruf, und wenn ich nicht wieder Nach einigem Warten fand sich Andrews an der Tür eines es ihn unterzeichnen, und dann springen Sie hinüber zum üben fann, ehe ich entlassen werde, wird es unmöglich sein, hell erleuchteten Schreibzimmers. Ein starter Zigarrengeruch Bureau des Sergeanten... Die Reisepapiere werden jetzt eine Beschäftigung zu finden.... Ich habe eine Mutter und quoll heraus. Der Oberst, ein ältlicher Mann mit gütigem gerade ausgestellt. Auf Wiedersehen!" eine alte Tante, die von mir abhängen; meine Familie hat Bart, stand vor ihm mit einer Kaffeetasse in der Hand. Walters war verschwunden. Andrews war wieder allein schon bessere Tage gesehen... Nur wenn ich in meinem Andrews falutierte nach Vorschrift. und starrte auf die graue Asche. Beruf ein wirklich hervorragendes Niveau erreiche, kann ich Man erzählt mir, Sie feien ein guter Pianist. Schade, Blöglich sprang er auf und eilte zu den Stabsquartieren. So viel verdienen, um sie erhalten zu können, und ein Mann daß ich es nicht eher mußte," sagte der Oberst in freundlichem Im Vorraum vom Bureau des Obersten wartete er eine lange in Ihrer Stellung, Herr Oberst, müßte wiffen, was auch nur Ton. Sie wollen nach Paris gehen, um dort zu studieren?" Beit, sah auf seine Stiefel, die dick vom Schlamm beschmiert einige wenige Monate Studien in Paris für einen Pianisten 3u Befehl." waren. Diese Stiefel werden einen schlechten Eindruck, bedeuten fönnen." " Wie schade, daß ich es nicht vorher wußte. Die Lifte ist machen," fagte eine Stimme in ihm immer und immer wieder. vollkommen fertig. Aber vielleicht im letzten Augenblic- Ein Leutnant wartete auch auf den Obersten, ein junger menn niemand sonst gehn will Ich kann mir immerhin Mann mit rosigen Baden und einer milchweißen Stirn, der! Der Oberst lächelte. Lassen Sie mich Ihr Gesuch sehen," sagte er. Fortlegung folgt.) 77 Dom Kohlenwucher. Das Selbstbestimmungsrecht der Bezirke. Oberbürgermeister Böß in der Bezirksversammlung Charlottenburg. Wirtschaft Der Staat hat Schuld! in die Bresse fam, erflärte die Verwaltung der Hoch- und Unter- schen Martt- Alexanderplatz mit der Linie 67 eingeführt, unter grimbbahn einen Tag darauf stolz wie ein Spanier:" Dem Beispiel der neuen Bezeichnung 78". Ebenso wird an diesem Tage die der Straßenbahn folgend, sehen auch wir uns genötigt, unfere La- Linie G unter Führung über den Kurfürstendamm- Uhlandstraße. von rife zu erhöhen." An diesem edlen Wettstreit sich zu beteiligen, spüren der Invalidenstraße nach Pantow- Kirche verlängert mit der Benatürlich die Stadtverordnetenmitglieder der Verkehrsdeputation zeichnung 45" und die Linie 49 über Bantom nach der Blanten wenig Neigung. Soweit wir wissen, hat der Verkehr der Straßen- burgstraße geführt. Ab 25. März d. I. verkehrt die Linie 18 wieder Auf der Generalversammlung der Siemens- und Schudert A.G. bahn in letzter Zeit sich erheblich gebessert. Auch die Einnahmen Sonntags. find bedeutend gestiegen. Wenn also die Forderung auf Erhöhung hielt der Borsitzende des jetzt zum Rhein- Elbe- Truft gehörigen des Tarifes von 250 auf 300 Mart gestellt werden wird, ist kaum Siemenstonzerns, Herr Karl Frietrich v. Siemens, eine in anzunehmen, daß die Verkehrsdeputation ohne ganz eingehende Brüverschiedenen Bunften interessante Rede. Nachdem er festgestellt fung dieser Steigerung ihre Zustimmung geben wird. Die bisherige hatte, daß die Papiermark nicht über den Dollar in Gold umgerechnet Haltung der Deputation und auch der sozialdemokratischen Vertreter, werden dürfe, um einen Maßstab für die innere Wirtschaft zu die Tariffteigerungen nur ganz langsam und Schritt für Schritt vor= Die Bezirksversammlung Charlottenburg be- finden, machte er prompt gleichwohl den Versuch, mit dem von ihm zunehmen, hat fich in den legten Monaten durchaus bewährt und schäftigte sich gestern in einer umfangreichen Debatte mit dem Aus felbft als unzuverlässig erfannten Maßstab die Dividende von hat auch zur Folge gehabt, daß die Abwanderung des Verkehrs end- bau des Selbstbestimmungsrechts der Bezirksversammlung. An lich zum Stillstand gekommen ist. Wie wir hören, soll auch die dieser Versammlung nahmen als Gäfte Oberbürgermeister Böbie geringe Berzinsung des angelegten Kapitals als eine große 80 Proz. als lächerlich gering hinzustellen. Er bezeichnete Stadtbahn die Absicht haben, ihre Stadtbahntarife noch um einen und der Stadtfyndifus Dr. Lange teil. Gegenstand der Aussprache Gefahr für die deutsche Industrie, ohne die Unterbezahlung der geringen Prozentsatz zu erhöhen. Wir werden eingehend darüber war die Antwort des Berliner Magistrats auf eine Entschließung, Gefahr für die deutsche Industrie, ohne die Unterbezahlung der berichten, sowie das Material durch die Straßenbahnverwaltung vor- die die Charlottenburger Bezirksversammlung in einer vorhergehen deutschen Arbeitskraft, welche mindestens eine ebenso große Gefahr gelegt worden ist. den Sizung gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Fraktion darstellt, auch nur zu erwähnen. Ueber den Geschäftsgang in der angenommen hatte. In dieser Entschließung wird eine Benderung Elektroindustrie führte er aus: des Gesezes für Groß- Berlin gefordert und zum Ausdrud gebracht, Wir haben in unserem Bericht darauf hingewiesen, daß der daß eine zuweitgehende zentralisierung der Berwaltung eine ernste Bestellungseingang fidh merflich vermindert hat. Gefahr sei. Dagegen fordert man im Intereffe der Erhaltung der Diefe Bewegung geht weiter. Die Flucht aus der Mart Selbstverwaltung eine weitgehende Dezentralisation. in die Ware hat längst aufgehört, felbft vor dem großen Foll Nachdem zunächst der frühere Oberbürgermeister von Charlottenburg, ber Mark im Januar, bazu tommt die Stagnation in den Be Dr. Golz, das Wort ergriffen hatte, und die Form, in welcher ftellungen durch den Rüdgang des Dollarkurses und die Hoffnung der Berliner Magistrat es abgelehnt hat, die gefaßte Entschlichung auf weiteren Preisabbau der Ware. Der Gegenpendelschlag der an den Landtagsausschuß weiterzuleiten, als einen Aft der Unfreund Spekulation. Unsere Preise in Deutschland liegen heute über Beim Kohlenamt waren fortgefeht Beschwerden von Kunden lichkeit bezeichnete, entschuldigte der Stadtfynditus Dr. Lange vom den Weltmarttpreisen, aber die Elektrotechnit ist in ihrer eingelaufen, daß Seidler feine Kohlen verfaufe. Die Berliner Magistrat die Abfassung des Schreibens als einen Kanzlei- Breisgestaltung abhängig von den Preifen derjenigen Stoffe, die daraufhin vom Kohlenamt entsandten Revisionsbeamten erhielten die fehler, womit er im ganzen Haufe die größte Heiterfeit erzielte. Im sie zu ihrer Weiterverarbeitung nötig hat. Der Preisabbau Berficherung, daß keine Kohlenvorräte vorhanden feien; da die Be- Auftrage der Fraktion der Bereinigten Sozialdemokratischen Bartei mird nicht etwa verzögert aus dem Bunsche, in Papiermort teuer fdwerden aber immer dringender wurden und immer wieder die erklärte Genosse horlig, das wir zurzeit feine ende eingetauftes Material nicht zu geringeren Papiermarkbeträgen zu Behauptung auftrat, daß bestimmt Kohlenvorräte vorhanden feien, rung des Gesetzes von Groß- Berlin wünschen, da die zwei verkaufen, sondern die Preise werden allein bestimmt von tem Burde nochmals eine Revision vorgenommen. Seidler öffnete den jährigen Erfahrungen, die man bisher mit dem Gefeß gemacht habe, Biederbeschaffungspreis des Materials, der Löhne und den allerBeamten feine Kellerräume und zeigte ihnen, daß sie leer waren. eine Benderung nicht rechtfertigen. Vor allem sei erforderlich eine dings ungeheuer gestiegenen Untoften. Die Beamten fegten sich jedoch nochmals mit dem Bortier in Ber- genaue Abgrenzung der Befugnisse des Magistrats Wenn es uns nicht gelingt, diese Infosten auf das frühere bindung, der sich zunächst sehr zurückhaltend verhielt, dann aber und der Bezirksämter. Unter der jetzt geübten Berwaltungspraris Maß zu verringern und die Leistung zu erhöhen und dadurch mit der Sprache herausrückte und erklärte, daß noch versteckte sinkt die Tätigkeit der Bezirksverordneten zu einem nutlosen Gerede bei ausreichender Kapitalverzinsung die Herstellungspreise auf eine Kellerräume vorhanden seien. Es zeigte fich dann auch, daß herab. Wir wünschen eine zwed mäßige Dezentrali- Stufe mit den Weltmarktspreisen zu bringen, so wird die deutsche einige Kellerräume feft verrammelt und verhängt waren fation im Rahmen des bestehenden Gesetzes. Der Ton, in dem die Industrie nicht mehr betrieben werden können. und in ihnen befanden sich 600 3entner Rohlen. Das Weiterleitung der Entschließung an den Landtagsausschus abgelehnt Eins möchte ich besonders betonen, der Rüdgang der Wirtschaft, Buchergericht hielt eine sehr schwere Strafe für derartiges wurde, ist entschieden zu verurteilen und dazu angetan, die Reihen ter sich überall zeigt, ist nicht etwa eine Folge des Ein Treiben für geboten und verurteilte Seibler zu einem Monat ber Freunde des Gesetzes Groß- Berlins empfindlich zu schwächen, falles unserer Feinde ins Ruhrgebiet. Er mukte ipäGefängnis sowie einer Million Mart. Außerdem soll das Urteil im Kohlenhändlerorgan" veröffentlicht werden. feine Gegner aber zu stärfen. Oberbürgermeister Bö er- teftens eintreten in dem Augenblid, in dem die Mart aufhörte, an Der veritedte Kohlenfeller.-Markenfreie Britetts. Dem Rohlenwucher gehen jetzt die Gerichte schärfer zu Leibe. So hatte sich vor dem Buchergericht beim Landgericht III der Kohlenhändler Seidler aus der Marburger Straße in Charlottenburg wegen Zurüdhaltung von Kohlen zum 3mede Der Preistreiberei zu verantworten. Es ist sicher anzuerkennen, daß die Behörde gegen diese Zeit genossen energifch vorgeht. Leider aber haben die Kohlenpreise eine Höhe erreicht, die von vielen Familien, die die ihnen zustehenden Mengen aus Mangel an dem nötigen Kleingeld" schon längst nicht mehr beziehen tönnen, ebenfalls als Bucher empfunden wird. Und diefe Leute fragen sich von ihrem Standpunkt aus durchaus mit Recht, was die Rationierung nügen soll bei Baren, die so teuer find, daß fie von zahlreichen Bezugsberechtigten nicht mehr getauft merben tönnen. Aber nach Anficht hervorragender Unternehmer muß ja mohl ein Lohnabbau vorgenommen werden, damit der Profit erhalten bleibt. Die Bersammlung stimmte schließlich einem Antrage zu, die Entschließung nunmehr direkt an den Landtagsausschus weiter zugeben. Das Urteil im Giftmischerinnenprozeß rechtsträftig. In dem Prozeß gegen die Frauen Klein, Rebbe und beren Mutter wegen Vergiftung ist das Urteil nunmehr rechtsträftig ge. worden, da der Staatsanwalt auf die Ginlegung der Revision beim Reichsgericht nerzichtet hat und die verurteilten Frauen Klein und Rebbe sich mit dem Urteil beruhigt hatten. Bon der Einreichung eines Gnadengefuches für Frau Nebbe zu dem 3med, die gegen sie erkannte Zuchthausstrafe von 1½ Jahren in eine entfprechende Gefängnisstrafe umzuwandeln, hat sich die Verteidigung nun doch entschlossen, Abstand zu nehmen. aus, um ohne Der Polizei ist es gelungen, einen Rohlenschieber in der flärte, daß der Berliner Magistrat bereits mit der Vorbereitung auffraft zu verlieren. Er ist beschleunigt worden durch die hebung Berfon des 23jährigen Otto Eichstädt aus der Ruppiner Straße einer durchgreifenden Reform der Verwaltungsricht derfelben nach dem Januarsturz. In unserer Industrie empfinden festzunehmen. Er bezog von Kohlenhändlern, aus der Kastanien- linien für Groß- Berlin beschäftigt ist, wodurch die Rechte mir die Folgen der Ruhrbefegung erst in geringem Maße, die Maallee sowie von Kutschern, die von den Bahnhöfen Kohlen zu den der Zentrale erheblich beschnitten werden. Es sind insbesondere terialporräte reichen meist noch großen und fleinen Firmen fahren, feine Ware. Er faufte nur Borschläge gemacht worden, um gemeinsame Besprechungen des wesentliche Stockung den Betrieb fortzusehen; Erfaz läßt sich in sehr ganze Wagenladungen, die er dann stapelte. Am Kurfürstendanim magistrats und der Bezirksbürgermeister herbeizuführen. Ferner ist vielen Fällen cllertings unter Heranziehung des Auslandes und anderen Straßen des Westens brachte er dann seine Ware zu beabsichtigt, Mitglieder der Bezirke in die Verwaltungstörper der beschaffen. Der Geldbedarf wird hierdurch start erhöht. Selbst, hohen Breisen ohne Marken an den Mann. Er gab stets nur in der Gründung befindlichen neuen städtischen Gesellschaften zu ent- verständlich werden auch wir hier im unbelegten Gebiet mit der Wagenladungen von 50-70 3entnern ab. Dabei pflegte er jedoch senden. Der Magistrat ist stets bestrebt, die verschiedensten Mei- Beit die Erschwerung der Probuftion immer mehr und mehr ver feine Kunden gehörig zu betrügen und nur 50-60 Broz, der bes nungen im engsten Verkehr mit den Mitgliedern der Bezirksversamm- spüren. Dann wird sich erst zeigen, ob wir unserer Brüder ant Rhein und an der Ruhr wert sind, die neben allen wirtschaftlichen alten Mengen zu liefern. Die leberwachungsabteilung der Stadt lungen auszugleichen. Berlin ließ ihn verhaften, nachdem seine Betrügereien in zahlreichen Schmierigkeiten noch die viel größeren persönlichen Bedrückungen Füllen geglückt waren, so daß er Millionen verdient" hat. ertragen müssen. Denfen wir stets daran, daß von dem Ausgang des maffenlofen Rampfes im Ruhrgebiet die mirt. schaftliche Zukunft des unbesegten Deutsch. lands und ganz besonders der metallverarbeitenden Industrie in weit höherem Maße abhängig ist als diejenige Des Teiles. Der unter dem ruchlosen Einbruch fo fchwer zu leiden hat. Die Meinung über tie Gründe ber bjagtrife, mie fie Herr v. Siemens darlegte, teilen wir durchaus. Was aber ant dem Bericht und an der ganzen Einstellung dieses Induſtrieführers zu bemängeln ist, das ist die Tatsache, daß er ebenso wie viele ardere Unternehmer die Berteuerung der Probuftion immer wieder nur auf die Eingriffe bes Staates zurüd. führt und gar nicht daran denkt, daß diese Eingriffe in den weitaus Keine Konzeffionierung von Lifördielen mehr. In Anbetracht überwiegenden Fällen durch zwingende wirtschaftliche Not der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage hat der Polizeipräsident veranlaßt sind. Sich gegen die meniger gemeinwirtschaftlichen Einangeordnet, daß im Eintiang mit der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichtes bei Umwandlung von Gastwirtschaften in Liför- griffe des Staates wehren, ihnen alle Schuld an der Berteuerung stuben, Bars, Dielen oder sonstige Lugusgaststätten stets eine ter Produktion zuschreiben, heißt nichts anderes, mie noch mehr, als neue Konzeffion einzuholen ist. Die Konzessionsinhaber werden es schon geschieht, alle Last der Geldentwertung auf die jedoch in ihrem eigenen Interesse darauf hingewiesen, daß derartige wirtschaftlich Schwächsten abwälzen mollen. Schließlich steht Anträge regelmäßig aussichtslos fein werden. ja den steuerlichen Forderungen des Staates sowie ben verhältnis. mäßig geringen fozialen Lasten, die den Unternehmungen auferlegt sind und dem ††† Achtstundentas noch die Tatsache gegenüber, daß die deutsche Industrie Jahre hindurch nur Bruchteile der Benn fie trotzdem jezt faft tonfurrenzunfähig gegenüber dem Ausjenigen Löhne gezahlt hat, die im Ausland gezahlt wurden. land ist, so hat das andere Gründe. Aus den Ueberschüssen des Rhein- Elbe- Konzerns erwarb Stinnes die Alpine Montangesellschaft, die Berliner Handels- Gesellschaft, trang er in die ungarische, in die fübflamische, in die schwedische und in die chilenische ausgeschütteten Gewinne nicht viel eher der Grund liegen, Industrie ein. Sollte in der Ueberspannung dieser nicht weshalb Siemens nicht billiger falfulieren zu können glaubt? Die Tote vom Teufelssee. Der feltene Fall einer Antlage megen Tötung auf aus drückliches Verlangen wird am 28. d. M. die Straffammer Hes Landgerichts II beschäftigen. Wegen dieses Bergehens ist der Monteur Springer angeflagt. Am 12. April v. J. wurde am Teufelsfee im Grunewald die Leiche der Hausangestellten Elfriede Stahnte mit durchschoffener Schläfe aufgefunden. Der Berdacht der Täterschaft lentte fich auf Springer und er wurde wegen Mordes verhaftet. Springer, der verheiratet ist, vier Kinder hat, unterhielt mit der S. feit vier Jahren ein Liebesper hältnis. Am 3. April hatte sie Springer morgens von ihrer Dienststelle abgeholt. Seitdem hatte man nichts mehr von ihr gehört. Rechtsanwalt Themal will nun in dem Prozeß einen umfangreichen Beweis dafür erbringen, daß das Mädchen sich wieder holt mit Selbstmordgedanken beschäftigt habe, da gegen fie ein Berfahren wegen Abtreibung und Diebstahls schwebte. Gegen Springer ist auch infolgedessen die Anklage wegen Tötung auf ausdrückliches ernstes Verlangen erhoben worden. Springer behauptet, daß er und seine Geliebte durch Selbstmord enden wollten. Er habe der Stahnte den Revolver an die Schläfe gefeßt, doch habe der Schuß versagt. Nunmehr habe das Mädchen ihm die heftigften Vorwürfe gemacht, so daß er nach Entfernen der verjagenden Batrone einen aweiten Schuß, diesmal mit Erfolg, abgegeben habe. Hinterher habe er jedoch nicht den Mut gehabt, auch sich selbst zu töten. Schulkiuohete. Weiche republikanische Behörde entscheidet eigentlich über die Bilder, die den Grundschulkindern in den Schultinos vorgeführt werden? Und wer fontrolliert, was wirklich gezeigt wird? Diese Fragen muß man stellen, wenn man erfährt, daß jezt in den Schultinos ein Film" Die Franzosen im Ruhrgebiet" gezeigt wird und daß dazu noch jenes wißig sein follende Bild des Bariser Journal" gezeigt wird, auf dem die französische Republik dem Stinnes die Kehle zuschnürt ein Bild, das ja auch auf jeder Untergrundbahnstation und wer weiß wo noch überall angeschlagen ist. In einem uns bekannten Fall fügte der Lehrer, der den Erklärer machte, hinzu:„ So wird es noch uns allen gehen, wenn die FranRosen herkommen." Ein fleines Schulmädel schluchate bei diesen Borten angsterregt laut auf. Die erziehliche Wirkung solcher Vorführungen ist flar. Wird sie von den Behörden der Republik gewollt? Linienänderungen bei der Straßenbahn. Bei der Straßenbahn haben sich infolge der Eröffnung der nörd lichen Nordsüdbahnstrecke ebenso wie bei der Omnibusgesellschaft einige Berfehrsveränderungen notwendig gemacht. 423 Jugendweihe Neutölln Sonntag, den 25. März, vorm. 10 Uhr, in der neuen Welt", Hafenbeide. Mitwirkende: Emmi Hedmann Bettendorf( Staatsoper), Hopf Trio, Arbeiterfinderchor Neuföün. Weiherede: Gen. Stadtrat Schneider. Karten sind vergriffen. Die Ordner zur Jugendweihe treffen sich Freitag, den 23. März, abends 7 1hr, in der Neuen Welt". Droner, die Soz. Arbeiterjugend zwanzig Ordner. Jede Abteilung stellt bier müssen zur Einteilung zur Stelle fein. Die Droner treffen fich heute, Freitag 7 Uhr, Neue Welt", zur Einteilung. Jede Abteilung muß mit vier Ordnern vertreten sein. " Alle Ordner ftaltet die Abteilung Norben XV. Die Naturfreunde am fommenden Im Intereffe der Ferienfahrten von Arbeiterkindern veranSonnabend, abends 7, Uhr, in der Schulaula, Gleimftr. 49, einen Kunst abend. Mitwirkende: Sela Trau( Cello), Klara Brat( Rieber zur Laute), Traute Neumann( Rezitation) und ein Doppelquartett des Schubert- Chors. Der Eintrittspreis beträgt 300 M. Der Ertrag des Abends ist dazu be stimmt, bedürftigen Arbeiterlindern eine Ferienfahrt zu ermöglichen. Abt. Bedding( Kindergruppe). Sonnabend, ben 24. März. Mula, Lütticher Str. 47/48, Bunter Abend. Beginn 1,8 Uhr. Eintritt 150 M. Der Tod hat im 2. Streis( Tiergarten) wieder einen alten unermüdlichen Kampen, den Genossen rnit rise, dabingerafft. Als Gewert schafts- und Parteifunktionär, als Stadt- und Bezirksverordneter hat er 30 Jahre lang unter fiändiger persönlicher Aufopferung im Dienste des Sozialismus gewirkt. Die Einälgherung findet Sonnabend, den 24. März, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Zugunfall im bejezten Gebiet. Bei der Einfahrt des Parifer Buges in Wiesbaden entgleiste plöglich infolge Surückstellung der Beiche eine der beiden Lokomotiven und tippte um. Der Unfall wird auf die unzureichende Bedienung der Weichenanlagen durch die Franzosen zurückgeführt. Jugendveranstaltungen. Moabit: Jugendheim Ge Oftes zweiten Woche des März hat die Reichsbant nach dem jetzt vor. Die Tätigkeit der Notenpresse dauert unvermindert an. In der liegenden Ausweis 401,3 milliarden mart an Bantnoten neu in den Verkehr gegeben und damit den Gesamtumlauf an Bapiergeld auf 4,27 Billionen erhöht. Die Kreditanforderungen des Reiches und der Brivaten machen sich noch immer geltend, wenn auch nicht so start wie in ben vorangegangenen Wochen. Auffallenderweise hat in der zweiten Woche des März auch der Be. it and der Reichsbant an Metallgelt wesentlich zu genommen. Rund 400 Millionen, wohl hauptsächlich in Silbergelb find den Kassen der Reichsbant zugefloffen, Ueber die Herkunft diefes Silbers ist im Ausweis nichts gefagt. Nicht ausgeschloffen dürfte es sein, daß nach den Schwierigkeiten, die sich jetzt im Metallhandel eingestellt haben, der Reichsbank erhebliche Mengen von Silbermünzer zum Anfauf angeboten worden sind. Das Goldzollaufgeld beträgt vom 28. März bis einschließ lid) 3. April 509 400 D. 5. Zum Grach im Metallhandel. Der Zusammenbruch der Metallfirma H. 3imat u. Co., Berlin, der die Börsen in Berlin und Heute, Freitag, den 23. März, abends 71 Uhr: Hamburg in lebhafte Beunruhigung verlegt hat, scheint doch nicht Brig: Jugendheim Chauffeeftr. 48. Bortrag: Entstehung der Gewerkschaften". nahm. Immerhin find den spekulativen Machenschaften dieser Blankenburg: Jugendheim Gemeindeschule Triftstraße. Lichtbildervortrag. so große Berlufte gebracht zu haben, wie man ursprünglich an Charlottenburg: Jugendheim Rosinenstr. 4. Distuffionsabend: Jugend und Firma rund 2 Milliarden Mart zum Opfer gefallen. In Gewerkschaften". Gesundbrunnen: Jugendheim Gemeindeschule Gothenburger Straße 2. Leseabend.Köpenia: Jugendheim Grünauer Str. 5. Discussions. Erwartung weiterer Preissteigerungen wurden Metalle, insbesonDie Linie 168 wird statt über die Chausseestraße nach der abend: Arbeitszeitgefeh der Lehrlinge". Sandsberger Biertel: Jugendheim dere Silber, in erheblichen Mengen vorweg getauft, die im März Seestraße vom Rosenthaler Platz aus im Zuge der Brunnenstraße beim Doffeftr. 22, pie. Lefeabend: Giaßbrenner". Gemeindefchule Olivaer Str. 19. Distusionsabend. Lichtenberg- Mitte: Jugend- und April abgenommen werden sollten. Die Firma war nach dem nach dem Gesundbrunnen- Ererzierstraße geführt und hierdurch meindeschule Waldenferstr. 21. Bortrag: Soziale Gesesgebung". Rentölln: Breissturz nicht mehr in der Lage, die zu hohen Preisen abge gleichzeitig die feit langem gewünschte Verbindung zwischen dieser Jugendheim Rogatstr. 53. Generalversammlung. Korbolt I: Jugendheim schlossenen Räufe zu bezahlen. Nachdem man bisher die wilde Spe Stadtgegend und der Frankfurter Allee hergestellt. Die Linie 43 Gemeindefchule Seinarsdorfer Str. 18. Bartrag: Saint Simon". Rozbring: tulation in Metallen achtlos hingenommen hat, finden sich jetzt in Jugendheim Gemeindefdule Scherenbergftz. 7. Distuffionsabend. wird eingezogen, nur im südlichen Teil wird wie bisher die Einfeh( B.-B.): Jugendheim Gemeindeschule dertfir. 16. Bortrag: Barum bin ich der Börsenpresse Töne leichter Entrüftung über die Treibereien linie 43E nach Bedarf verkehren. Zur Herstellung einer unmittel- in der G.?" Bankom: Jugendheim Breite Str. 32( Cing. Finanzamt). mancher Firmen. deren Geschäft lediglich aus einigen Fernsprech Reinidendorf- Best: Jugendheim Rinderhost, neben der baren Verbindung zwischen Bahnhof Friedrichstraße und Anhalter Gegenstirche, Augufte- Bittoria- Allee, Bortrag: Jugend, und Gewerffchaften. apparaten besteht und die in der Zeit der Geldentwertung mühelos Bahnhof werden die Linien 25 und 125 unter der einheitlichen Rofenthaler Vorstadt: Jugendheim Gemeindeschule Gipsstt. 28. Bortzag: riesige Gewinne schluckten. Uebrigens ist auch in diesem Falle Bezeichnung 25" von der Charlottenstraße im Zuge der Dorotheen- Arbeiter Dichtung". Schöneberg 1: Jugendheim Rubens, Ede Hauptstraße. zwischen Gläubigern und dem Schuldner ein Abkommen getroffen, Straße Brandenburger Thor- Potsdamer Bahnhof nach dem An- Comenius- Schule, Frankenstr. 10. Schöneberg II: Jugendheim tas den Konturs abwendet und der Firma Zimat die Möglichkeit Diskussionsabend. Steglig: Jugendheim halter Bahnhof verlängert. Der Westring 7 wird, einem Wunsche Albrechtstr. 46. Bortoag: Arbeiterjugend und feguelle Frage" Guben: zur Erholung läßt. Des Bezirksamtes Schöneberg entsprechend, statt über den Winterfeldt Jugendheim Städt. Badeanstalt, Bärwaldstr. 64-65. Bortrag: Die politifden plak im Zuge der Grunewaldstraße nach dem Bahnhof Großgörfchens ftraße 7. Borttag: Freiligoath". Barteten im Deutschen Reiche", Devisenturfe. Unserer gestrigen Rurstafel find noch folgende Suboft( R..B.): Jugendheim Manteuffel. Besten: Sugendheim Baugewertschule, amtliche Notierungen nachzutragen: 1 finnische Mart 564,58 Gelb, ftraße zum Nollendorfplatz erweitert. Die Linie 70 wird nach Rurfürstenstr. 141. Lichtbilbervortrag. Berbebezial Ofibahn: Jugendheim 567,42 Brief; 100 österr. Kronen abgeft. 28,93 Geld, 29,09 Brief; Moriendorf verlängert. Die angegebenen Betriebsänderungen treten Bartaue.. Bortrag: Arbeiterjugend und feguelle Frage". 1 tschechische Krone 617,95 Gelb, 621,05 Brief: 1 ungarische Krone vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden am Mittwoch, Wetter bis Sonnabend mittag. Barm, vielfach beiter, aber ver 4,54 Gelb, 4.58 Brief; 1 bulgarische Lema 139,15 Gelb, 139,85 Brief; den 28. b. M., in Kraft. Am gleichen Tage wird dann auch die änderlich, schwache vorherrschend südöstliche Winde, teine erheblichen Nieder- jugoslawischer Dinar 214,21 Geld, 215,29 Brief; 1 Bolenmart bereits früher angekündigte Vereinigung der Linie O über den Hade- chläge. galt im freien Verkehr zirka 51 Pf. Mädchenabend. Diskussionsabend: Unsere Gommerarbeit Arbeitslosigkeit im Baugewerbe. Wohnungsnotdebatte im Landtag. Der Bandtag beschäftigte sich gestern zunächst mit einer Großen Anfrage des Zentrums, die Auskunft darüber verlangt, was das Staatsministerium getan hat, um die Gemeinde Haatsch in Oberschlesien vor der Fremdherrschaft zu retten. Staatsfetretär Scheldt ist gegen die Einsetzung eines parlamen tarischen Untersuchungsausschusses. Die Forderung des Ministe riums, die Wohnungsbauabgabe auf 6000 Broz. zu erhöhen, ist durch aus berechtigt. Das Ministerium wird in seinen Bemühungen, dieses 3iel zu erreichen, nicht nachlassen. Abg. Münmeyer( Dt. Bp.) fordert die direkte Einziehung der Wohnungsbauabgabe von den Mietern. Groß- Berliner Parteinachrichten. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde, Gruppe Schillerpart. Sonnaben, den 24. b. M., 6 Uhr, in der Aula der 14. Realschule, Lütticher Str. 88, FrühTingsfeier. Rezitationen, Boltstänze, Rindersprechchor u. a. Eltern, die Rinder alle mitbringen! 2. 2. Kreis Tiergarten. Am 19. d. M. serfarb die Genoffin Agnes Friedrich, Beuffelstr. 44. Als Funktionärin hat sie jahrelang unermüdlich für den Sozialismus gewirkt. Chre ihrem Andenken! Die Einäscherung erfolgt Sonnabend um 11½ Uhr im Krematorium Gerichtstraße. Kreis. Achtung, Funktionäre der freien Schulgemeinde und sozialistische Eltern: beiräte! Sonnabend, den 24. März, 6% Uhr, wichtige Zusammenkunft bei Josef, Wilhelmshavener Str. 48. t. 7 Uhr Sigung der Kommunalfommiffion bei Grunewald, Kameruner Heute, Freitag, den 23. März: Straße 19. Abt. 7½ Uhr Funktionärtonferenz in der Schule Sonnenburger Sir. 20. Alle Bezirtsführer, Betriebsvertrouensieute und Agitationsmitglieder der Ronjumgenossenschaft haben unbedingt zu erscheinen. Jungsozialisten. Gruppe Echöneberg- Friedenau: 8 Uhr Diskussionsabend im Jugendheim, Feurigstr. 85. Morgen, Sonnabend, den 24. März: 17., 22. und 23. Abt. Alle Frauen beteiligen fich gefchloffen an der Frühlings 24. Abg. Haefe- Wiesbaden( Soz.) weist gegenüber der in der DeEin Regierungsvertreter ertiärte: Am 14. März ist batte wiederholt aufgetauchten Behauptung, daß die Löhne zur auch Sandau von der Grenzfommission einstweilen der Steigerung der Bautosten start beigetragen hätten, darauf hin, Ischechoslowakei zugesprochen worden. In der Kommission daß die Statistik einwandfrei festgestellt habe, daß im Verhältnis ist die Teilnahme eines deutschen Kommiffars überhaupt nicht vor die Böhne immer fleiner und die Baustoffpreise 23. gesehen. Unser Hinweis auf diese Unterlaffung blieb erfolglos. Die immer größer merden. Das Ministerium muß unter allen Entscheidung findet ihre Erflärung nur in einer vorhergegangenen Umständen auf eine Berbilligung der Kosten für die Baustoffe hin- 27. Berständigung zwischen Bolen und Tschechien. Die arbeiten. Mit den 2 Broz., mit welchen die Zement- und KalkBotschaftertonferenz hat die Wünsche der Bevölkerung auf fynditate der Wohnungsnot abhelfen wollen, ist es nicht getan. Benn Berücksichtigung ihrer Nationalität nicht beachtet. Die preußische der Boltsparteiler Dr. Grundmann den Bauarbeitern den Regierung hält die Entscheidung für einen unbegreiflichen neunstündigen Arbeitstag für den Sommer empfiehlt, Fehlspruch. Die Regierung dankt den beiden Gemeinden in fo muß man daran erinnern, daß die Bauarbeiter schon längst der Abschiedsstunde für ihr mannhaftes Bekenntnis zum Deutsch- im Sommer den neunstündigen Arbeitstag haben, da sie fast in tum.( Lebhafter Beifall.) allen Fällen einen weiten Weg bis zur Baustelle zurückzulegen haben. Die Arbeitslosigkeit unter den Bauarbeitern steigt Don Tag zu Lag. Man zählte Ende Januar 68 000 Arbeitslose und Ende Februar 100 000. In der Provinz Schlesien find 60 Broz. der Bauarbeiter arbeitslos. Diese Arbeitslosen in Schlesien haben etwas zur Belebung der Bautätigkeit zu tun. Im Namen von sich bereits an das Staatsministerium wenden müssen mit der Bitte, 750 000 Bauarbeitern in Breußen verlangen wir schnelle Hilfe vom Ministerium. Die Ereignisse in Stettin sollten der Regierung zu denten geben. Mir fordern Bereitstellung von Kre= Die von den Mehrheitsparteien beantragte enderung des Biten für die Belebung der Bautätigkeit fomie StaatsaufDiätengefes( Erfeßung der freien Fahrt im Falle der Still- träge, damit gegen die Arbeitslosigkeit und gegen die Wohnungslegung des Eisenbahnbetriebes in einzelnen Landesteilen) wird ohne not endlich einmal etwas Durchgreifendes geschieht.( Beif. b. d. Goz.) Aussprache genehmigt. Darauf wird die zweite Beratung des Wohlfahrtshaushalts beim Abschnitt Abg. Söthenbürge( 3.) verlangt, daß der Mehrgewinn aus den staatlichen Holzverkäufen dem Wohlfahrtsministerium für den Woh nungsbau überwiesen werde. Angenommen wird darauf die Borlage zur weiteren Betei ligung Preußens in der Ostpreußenwert- Attiengesellschaft". Der Staat übernimmt danach für 200 Millionen Mart neue Attien und stellt für die Aktiengesellschaft je nach dem Fortgang der Arbeiten 4250 Millionen Mart zur Verfügung. Das Staatsministerium wird ersucht, sofort mit dem Reich und der Provinz in Berhandlungen zu treten, wie für den Ausbau des Mittelspannungsneges in Masuren weitere Mittel zur Verfügung gestellt werden können. fortgelegt. Wohnungs- und Siedlungswesen Sierauf vertagt sich das Haus auf Freitag 11 Uhr. Auf der Abg. Grundmann( Dt. Bp.) fordert den Abbau der oh- Tagesordnung steht die Interpellation unserer Genoffen über die nungszwangswirtschaft und betont, die Wohnungsbau Selbstschußorganisationen. Schluß gegen 6 Uhr. abgabe dürfe auf keinen Fall einen fostspieligen Beamtenapparat notwendig machen. Wer baue, müsse Steuervergünstigung haben; denn er handle im sozialen Intereffe. Abg. Jansen- Solingen( Dem.): Der von der Deutschen Boltspartei beantragte Untersuchungsausschuß ist nichts als Zeit- und Geldverschwendung. Abg. Ladendorf( Wirtschaftspartei): Im Jahre 1922 hat man Tausende von Bauten angefangen, aber feinen Bau vollenben fönnen. Jezi müßten neue Milliarden nachgeworfen werden. Selbst 20 000 neue Wohnungen genügen nicht, wo mehr als eine Million Menschen ohne Wohnung ist. Das Reichsmieten gesetz ist nur die Maste für die Sozialisierung des Hausbesizes. Briefkasten der Redaktion. Brieflike ustunit wird nicht erteilt. Jeder für den Brief. aften bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Rummer bei. Cilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. 1. Sot part. lints, vor. Edriftftüde und Berträge sind mitzubringen. 3. 69. Näheres erfahren Sie vom Vorsitzenden der Gewerkschaftlichen agitationstommiffion für Ostpreußen, Friedrich Schiforr, Königsberg i. Br., F. 6. 20. Billig" wäre ein Rurfus in der FoctBorderroßgarten 61-62. bilbungsschule. Fragen Sie an in der Bah I fortbildungsschule, Grünthaler Straße 5. E. S. 84. Das Unternehmen soll einwandfrei sein. 32. feier der Kinderfreunde abends 6% Uhr in der Realschule amt Zeppelinplot, st. Alle Genossen und Genoffinnen der Gruppen 1, la und 2 holen SonnLütticher Straße. Stinder mitbringen. ebend, ben 24, d. M., um 5 Uhr und Sonntag, den 25. b. M., um 8½ Uhr vormittags bei Winzer, Chriftburger Str. 9, michtiges Material ab. t. Achtung, Bezirksführer! Abrechnung aller Martenbefiände von bis 7 Uhr am 24. März und von 9 bis 12 Uhr am 25. März beim AbteilungsBafierer, Memeler Str. 51. 125. Abt. Weißenfee. 7 Uhr Gigung der Bildungskommission im total 57. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr Funktionärtonferenz bei Rapczynsky, Arumme Girafe 47. Crfcheinen der Funktionäre Pflicht. Friedensgarten, Moelde., Ede Pistoriusstraße. Bernou. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Gesellschaftshaus von Robisch, Raiserstraße. Vortrag: Rarl Marg und fein Bert". Referent Gense Wagner- Bien. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Frauenveranstaltung am Sonnabend, den 24. März: 98. Abt. Rentään. T½ Uhr in der 6. Gemeindeschule, Mariendorfer Weg 69–70. Thema: Jugendschuß und Jugendpflege". Referent Stadtrat Schneider. Kreis Teltow, Ahrensdorf. Am Sonntag, den 25. März, nachmittags hr, findet in Ahrensdorf, im gofal Lehmann, eine Gruppenkonferenz fait, Tagesordnung: 1 Borinag: Die fascistische Bewegung und wie führen mit ant beften' den Abwehrkampf?" Referent Genofie Brüdner, M. b. 2. 2. Gruppenangelegenheiten. Ale Funktionäre der Gruppe müffen undebingt erscheinen. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Berliner Mieterverein, E. B. 23. März und 26. März, 71 Uhr, Zügem ftraße 84-85( Schulaula), Vortrag: ,, Das Reichsmietengeses und die Berliner Wohnungen". Referent R. Dorach. Deutscher Monistenband, E. B., Drisgr. Berlin. Ganitätsrat Dr. Magnus Sirschfeld pricht am Freitag, den 23. b. M., abends 48 Uhr, in der Aula des Berner- Siemens- Gymnasiums, Sehenstaufenstr. 47-48, über bcs Thema Serualitat als Sulturfatior"; anschließend freie Aussprache. " Erziehungs- und Fürsorge- Verein für geistig zurädgebliebene( schwach finnige) Sinber.. B. Hauptversammlung Sonnabend, den 24. März, abends Uhr, im Zimmer 55 des Rathauses. Sagesordnung: Jahres- und Raffenbericht. Bericht der Kassenprüfungskommission, Borstandswahl. Seim. Steinfte. 35 Aussprache über unsere Erfahrungen aus der Alkohol. 24. März Zusammenkunft im Arbeiter Abstinenten- Bund, ht. Mitte. woche im Bedding". Gäste gern gesehen. Zwei gute Bekannte A BC MERCEDES IVO PUHONN DIE BATSCHARI KRONE 3910 Theater, Lichtspiele usw. 6pernhaus 12 Uhr: Volksbühne 71% Uhr: Sinf.- Mittagskonz. Eine Abrechnung Deutsch Opernhaus Central- Theater 7. Königskinder 71% Uhr Große Volksoper Aktienbaron im Theat. d.Westens 7: Lust. Weiber Intimes Theater 8 Uhr: 7 Binakter u. a: Kleptomanie, Familienfest usw. 4% Uhr: Herr Vieigeschrey Lustspielhaus 9. Sinfonie- Konzert Komische 7% Oper Große Revue Europa 1. Male: Spricht davon! Lessing- Th. Metropol- Theater U. Das Prinzchen Schauspielhaus Heute bis Mont 7 Heute geschlossen Wilhelm Tell Bürger Schippel The Ubre Theater i. d. Deut. Rünstler- Th. Königgrätz. Str. Allabendlich 7 U. 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