Menöausgabe Nr. 141 ♦ 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 71 «»zus-iedingungen und«nz-Igenxreis« lind in der Morg>n-- strasen zwischen 1500 und 15 000 M. davonkamen. Die Rheinlanöbesatzung. Im Reichstag brachte heute Reichsschatzminister Albert die gewünschte Denkschrift üb« die Kosten der Rheinlandbesetzung ein. Die Besetzungskosten haben Ende 1922 rund 4,5 M i l l i a r d en Goldmark betragen(Hört, hört!), ungerechnet d« Kosten für die Besetzung des sogenannten Sanktionsgebietes und für die Alliierten Kontrollkommissionen. Diese Betröge sind, abgesehen von dem omerikanischen Anteil, effektiv gezahlt worden durch Sachleistungen, Zahlungen in bar und Devisen sowie sonstige unmittelbare Leistungen an die Besatzungsarmee. Noch dem Wortlaut und Sinn des Friedensvertrages und des Rheinlandobkommens war die Be« legungsstärke der ehemaligen deutschen Garnisonen des Rheinlandes als Höchstmaß für die Besatzung ins Auge gefaßt worden. Darum spricht das Abkommen grundsätzlich von der Verpflichtung Deutsch- lands, die vorhandenen militärischen Gebäude zur Verfügung zu stellen und Unteroffizier« und Mannschaften in den vorhandenen Kasernen unterzubringen. Was ist geschehen? An Stelle der ehemaligen deutschen Belegung mit 70 000 Köpfen in 28 Orten waren im September 1921 in den Rheinlanden 220 Orte mit 145 000 Mann belegt. (Hört! hört!) Das ist nicht nur das Doppelte der deutschen Friedensbeleg«, sondern geht auch noch über die Zahl hinaus die die alliierten Regierungen selbst im H«bst 192l durch ein besonderes Finanzabkommen festgelegt haben. Dieser starken Belegung entspricht d« Umfang der Inan- spruchnahm« Deutschlands durch Leistungen für die Besatzung?» armeen. Ich«inn«e nur an landwirtschaftliche Betrieb«, Flug- vlätze. Ex»zierplätze und dergleichen. Außer den vorhandenen 32 deutschen SchießgelSnden und Exerzierplätzen sind 54 neue An- lagen dieser Art"von Deutschland erzwungen worden. Außer den bereits vorhandenen sieben Flugplätzen sind iveiiere 19 Flugplätze auf Kosten Deutschlands hergerichtet worden.(Hört! hört!) Nur streifen will ich die ven den Franzosen geforderte Einrichtung von Bordellen, die teilweise In die kleinsten Landstädtchen gelegt war- den sind.(Unerhört!) Seit Beginn der Besatzimg sind von der Besatzungsormee in 61 Orten des oltbesetzten Gebietes 250 Fabrik- anlagen aller Art beschlagnahmt worden.. Kursstand unveränöert. Eie Reichsbank muff wieder eingreiseu. Im Berliner Devisenverkehr trat am Wochmschluh eine gewisse Versteifung zutage. Die R e i ch» b a n k. dl« schon seit mehreren Tagen kaum nennenswert in das Geschäft einzugreifen brauchte, um den vollartur» stabil zu holten, sah sich heute genötigt, b« lebhosten Nachsroze durch bemerkensw«te Abgaben zu be- gegnen. Auch von verschiedene» Provinzplätzen lagen Meldungen üb« eine reg«e Unternehmungslust der Dernsenspekulatio» vor. Die Kurse hielten sich unverändert auf dem bisherigen Niveau. Für Effekten zeigt sich anhallend reges Inttrejs«, In ihrer Gesamtheit ergeben die Anlagen d« Denkschrift ei» erschütterndes Bild des militärischen Aufmarsches der Franzosen und Belg!« auf Kosten Deutschlands. Sie zeigen, daß die französischen und belgischen Heer« seil dem Waffenstillstand das deutsche Rheinland mit deutschen Mitteln unter Anwendung von Zwangsmitteln all« Art gegenüber Gemeinden und Beamten zu einem großen Heerlager planmäßig ausgebaut haben.(Sehr wahr!) Dies wird durch di« graphischen Darstellungen der Denkschrift veranschaulicht. G«adezu unerträglich jedoch werde» diese Lasten durch die Auslegung, die von französischer und belgischer Seite den Ein- quartierungsbestimmungen gegeben werden. Die fron- zösische Arme hat für sich das Recht in Anspruch genommen, die Be- stimmungen jederzeit und nach Belieben zü ändern. Als Gesamt- bild«gibt sich, daß Ende 1922 auß« den vorhandenen Kasernen und außer den neu errichteten Kasernen insgesamt 150 000 Wohnungen mit 37 000 Zimmern, außerdem noch«eitere 10000 Zimmer zur Unterbringung von Ossizirren, Unteroffizieren und Mannschaften beschlagnahmt waren. (Hört, hört!) Diese Inanspruchnahme ist demjenigen kein Wunder, der sich vorstellt, daß neben den Truppen die Angehörigen der französischen und belgischen Befatzungsormre(Aha! rechts) auf Kosten Deutschlands untergebracht werden. So wurde z. L. in der belgischen Zone einem unverheirateten Offizier zur Verfügung gestellt: 5 herrschaftliche Zimm« nebst Küche für ihn selbst, seine Großmutter, seine Mutter, zwei unverheiratete Schwestern, eine verheiratete Schwester>md zwei Kind« d« verheirateten Schwester. (Bewegung und Entrustungsrufe.) Während Deutsche infolge der Wohnungsnot oder infolge unmittelbar« Anordnungen der Be- satzungsarme« jahrelang darauf verzichten müssen, mit ihrer Familie zusammenzuleben, nimmt die französische und belgische Besatzung?- armee für sich als felbswerstöndlich das Recht in Anspruch, die F a> Milien mit unt«zubringen, eine Aufsasiung, die selbst allen mili- tärischen Grundsätzen unmittelbar widerspricht. Auf Grund des Ver- sailler Vertrages ist ein ehemals blühendes Land aus seinen Wirt- schaftlichen Zusammenhängen herausgerisien und zu eirnni Heerlag« größten Stiles gemacht worden. Und diej« französische Mili- tarismus wird durchgeführt, unabhängig von der Bewilligung des Parlaments aus Kosten ein« anderen Notion(Rufe: Unerträglich!), der man dadurch gleichzeitig die Mittel für finanzielle Leistungen nimmt. Präsident L ö b e teilt ttn Anschluß daran mit, daß in der letzten Zeit beim Reichstag eine große Anzahl von Sympathiekund- gedungen zur Abwehr im Ruhrgebiet au, österreichischen und deutschen Städten, von Körperschaften und Dereinen eingegangen sind.(Beifall.) Der Antrag der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft und d« So» zioldemckraten, d« den Finanzminist« ermächtigt, die Tabak- Zölle für die Zeit wirtschaftlichen Bedürfnisses herabzusetzen, wird gegen di« Kommunisten in dritter Losung angenommen. (Fortsetzung m d« Monge rt-Slusgabe.) �eims Heimatöienst. Auf Grund der Veröffentlichungen des Pressechefs Wilsons über zu fragen, was sie für die R c p a r a t l o o e n und für die Sicher- !heil Irankreichs zu tun gedenke. f Schleswig.h-lst-inische Srinn-ruiisstas-.]ilU!n te„ at,aU, ,m ..... Eine Rede des Preußische« Ministerpräsidenten. heule in Berlin an. und in der folgenden Woche würden die sozio- s'c st7ebu ngVr �Ät hai d« B�ulügt7°n!'22! MSr;-lu- Anlaß der 7S. Wiederkehr de- Tages, an dem die Frei- � �aun� Pa��o� �n zu. [amtnetitommcn und dann über vollständigere Mitteilungen ver- fügen. Wenn diese zweite Zusammenkunft zu einem Erlolge führe. sei zu hosfcn, daß etwas getan oder vorgeschlagen werden könne, was den belelliglen Regierungen die MSg�.chkeit gebe, sich ans ihrer fchwierigen Lage herauszuhelfen. dieses Jahres der Presse eine Erklärung Übergeben, in der es u. h-> ts b e w eg u n g Schleswig-Holstein im Jahre 1848 ihren An- � fang naym, hielt bei einem großen Festakt im Ratyaus der Stadt '..Meine Besprechung mit dem General hat tatsächlich statt. Kiel �r preußische Miinsterpräsident Genosse Braun gestern mittag gefunden, jedoch habe ich mich weder aus eigener Initiative noch cin* in der er auf uen Zusammenhang zwischen dem schles- aus eigene Faust dazu entschlossen, vielmehr sind die R-ich-be. wig-holsteinischen Freiheitskampf und der 48er Hörden(Scheidemann) und die Bayerische Bolk-parui, die Bewegung für Deutschlands Einheit, Freiheit und Größe hin-;- damals mit dein Zentrum vereinigt war, davon unterrichtet ge- wies. Der Ministerpräsident wandt« sich gegen die Bestrebungen�, wefen." imit Hilf« einer chauvinistischen, dörch die hohe Valuta des Auslandes OinCtlfftni�bßn nßpCirßtlOn0OOt(wlO(|f* Hierzu schreibt uns Genosse Scheidemann: � befruchteten Agitation jenseits der Nordgrenze und durch das Spielen..„..Xrr.'' „In der denkwürdigen Sitzung, die die Nationalversammlung mit dem Gedanken eines schleswigschen P u s s« r sta a t e s\, geftcigen Sitzung des Konin der Aula der Berliner Universität abgehalten hat. bat mich der erneuten Zwiespalt in die schleswig-holsteinisch« Bevölkerung zu Srei,es der mlerallurr.eu Handelskammern wurde durch den ameri- damalige Abgeordnete und spätere Botschafter in Paris, Dr. Mayer- tragen. Er erinnerte an die Worte des Präsidenten der in den kanischen Dclcgierlen K e n t cm Anlrag emgevracht, m dem zum Kaufbeuren, nach meiner Rede einen Augenblick um Gehör. Er Märztagen 1848 errichteten provisorischen Regierung Schleswig- Ausdruck kommt, taa die Welt haupstaastich darunter leibe, da', sagte mir, daß der Abgeordnete Dr. Heim infolge persönlicher Be° Holsteins, Deseler,„daß nur im Boden des großen'��l �'dl�üe Probleme ungelöst find. Erstens die Re- Ziehungen eine ausgezeichnete Gelegenheit habe, in Mainz oder Vaterlandes das Glück der einzelnen deutschen parakionen. zwei.cus die interalliierten Schulden, Wiesbaden einen prominenten Franzosen zu treffen, von dem er Lande wurzelt". Mimsterprädsient Braun schloß mit den Budget defiz�te und die kontrollose Roten- vielleicht Wichtiges über die Absichten der Entente nach Ablehnung Worten: iuflation, viertens die Verwirrung der»ntcrnatio- des Friedensvertrages durch uns erfahren könne. Ich unterbrach„Und wie Schleswig-Holstein vor 73 Jahren eine historische aalen Kredite und fünflens das abnorme Schwanken den Kollegen Mayer mit der Bemerkung, daß ich allen'"~......~....~• gegnungen mit großem Unbehagen gegenüberstände und allerlei gewiß guten Menschen, aber schlechten politischen den Nat erteile, die Finger von solchen Unternehmungen zu lassen Dr. Mayer siel mir ins Wort und sagte:„Sie kennen ja Dr. Heim der Nordgrenze des Rerches. dem Ansturm fremden Wefens zu Was eine deutsche Anleihe in den vereinigten Staaten an- doch lauge genug, um zu wissen daß er wirklich lebr aerillen ist und widerstehen, das Deutschtum SchlcswlI-Holstems vpferfreudig�zu be- Klange, so ist fhnt der Ansicht, daß diese zugunsten der euro- daß er sich gewiß nicht aushorchen läßt." Das gab Uh zu, knüpfte h�hznhattew Denn an �r E�nf« i7u n d�E i n?e i N i ch k ei: Mschen Alliierten au-g-geben werde., soll, denen bereils für daran aber die Frage, warum Heim sich nicht direkt mit mir in«er-! de s R eich« s m ü s se n w i r mit heißer Liebe und un- mehrere Iahre ,m voraus veutsche Rcparatwnsraten zugute kommen bindung setze. Darauf erhielt ich zur Antwort. Dr. Helm wünsche heugsamem Willen festhalten. j sollten. Wenn Deutschland eine andere Aufsassung von der Anleihe nicht, daß auch nur im entferntesten eine direkte Fühlungnahme mit! Gestählt' durch diesen Willen, werden wir die schweren Wochen habe, so würde es schlechten Willen zeigen und alle Kredite ver- der Regierung für ihn in Betracht komme. Heim habe nur ge- � und Monate überstehen, die wir im Abwehrkampf an der Ruhr lierea. wünscht, daß er— Dr. Mayer— darüber unverbindlich mit mir noch vor uns haben. Und in Erinnerung an den unbeugsamen Der Delegierte kient beantragte, die Einberufung einer inter- spreche, damit die Regierung, falls über die Begegnung etwas in die Freiheit�eift der Schleswig-Holsteiner, in stolzem Gedenken an die nationalen Wirtschafiskonferenz, um alle von ihm Oeffentlichkeit dringe, wisse, zu welchem Zweck Heim die Reise an deutsch« Rordmarf, die in Kamp f und U n ter druckung au ch m« einen ��.ähnten Probleme zu lösen. In dem gegenwärtigen Ruhr- den Rhein unternommen habe. Ich habe darauf nur noch geant- ib" V�tz an �r �ite Teutt�'st und diese treue kouflikt glaubt der Kongreß keine eigentlichen Anregungen für dessen wartet, daß ,ch so gor nicht die Macht hatte, Heim an der Begegnung � st�ke Gesinnung noch unlängst bei der aufgezwungenen Ab- Lösung geben zu können, doch erklärte Senk ausdrücktick), daß im zu verhindern, daß ich aber wünschen müsse, von ihm unterrichtet zu stimmung vor der Welt bekundet hat, erneuern wir hier auf dem gegebeneu Augenblick die Regierungen, wenn sie eine Lösung werden, falls er wirklich van französischer Seite etwas Wisienswertes Boden alter Freiheitskämpfe, auf urdeutfchem Boden, das Gelübde wünschten,'ich an die Erfahrung parlamentarischer Vermittler in ')rfahtt. Darauf versicherte Dr. Mayer, daß Heim mir selbstoerständ. der Treue zu Reich und Land:.Schl es�wig-Ho�lst ein und den verschiedenen Ländern wenden könnten. Die in lern all o- nalen Handelskammern erklärten sich bereit, den intecef- flerten Völkern die Unlerstühnng zu geben, die sie wünschen könnten. Im Namen der Franzosen erklärke De L i g n e. daß die fron- zLsische Abordnung ursprünglich gegen die amerikanischen Anträge Bedenken hakten, weil Frankreich im Begriff siehe, eine Aktion in Di« von der. Pariser interalliierten parlamentarischen der Reparation durchzuführen. Aber nach einer neuen Prüfung lich Mitteilung machen werde, sobald er zurück sei. Damit war die Unterredung beendte. Ich habe niemals wieder etwas gehört über die Angelegenheit, weder von Dr. Heiin noch von Dr. Mayer. Erst jetzt habe ich aus der Presse ersehen, was für Pläne Dr. Heim damals verfolgt haben soll." Die K?one als Staatsfpmbol. Die bayerische Staatsregierung hat dem Landtag einen Gesetz. eutwurf über das Wappen des Freistaates unterbreitet. Der Entwurf bestimmt u. a.:„Das große bayerische Staatswappen besteht aus einem gevierten Feld. Das erste Feld ist weiß-blau. das zweite zeiat in schwarz einen goldenen, rotbewehrten Löwen, auf dem Schilde rot eine Volkskron«; sie besteht aus einem mit Steinen geschmückten goldenen Reifen, der oben mit fünf ornmnen» taten Blättern besetzt ist." In der Begründung des Gesetzentwurfes heißt es:„Kronen find ihrem Sinne und ihrer Bedeutung noch das Zeichen der Vollendung und Machtvollkommenheit, also auch das Zeichen der Staatsgewalt. Auch der Freistaat kann»ine Krone auf feinem Wappen führen, nur muß sie in einer Weise gestaltet werden, daß eine Verwechselung mit einer Fürstentron« ausgeschlossen ist. Das Gesetz soll als dringend bezeichnet werden." Die Krone als Symbol der heutigen bayerischen Staatsgewalt ist in der Tot gut gewählt.zumal, wenn man sich der Worte des bayerischen Kultusministers Matt erinnert, daß die Kaiserkrone nur„vorübergehend versunken" sei. Das kann man allerdings auch von der heutigen bayerischen„Staatsgewalt" sagen, die leicht mit einer Monarchie„verwechselt" werden kann. Reichsanzler Dr. Euno ist heute vormittag mit dem fahrplan- mäßigen Zuge aus Stuttgart wieder in Berlin eingetroffen. Der Wohnungsbauabgabe stimmte der Reichsrat m der vom Reichstag beschlossenen Fassung zu. Preußen, Preußen und das Reich, das ganz« deutsche Vaterland frei und up ewig ungedeelt!" Die sozialistische Delegation in Serlin. sozialistischen Konferenz gewählte Delegation ist in Berlin ein- der amerikanischen Vorschläge bereile es den Franzosen Vergnügen. getroffen. Sie besteht aus den Genossen T 0 m S h a w- Eng- diesen zuzustimmen. Auch der belgische, holländische. land, Ä u r i 0 l- Frankreich, chuysmans- Belgien und schwedische und englische Delegierte drückten ihre Znstim- M a tt e 0 t t i- Italien. Die Besprechungen des Parteivor- mung zu dem amerikanischen Antrag aus, woraus dieser ein st i m- standes mit ihr haben gegen Mittag im Reichstag begonnen, mig angenommen wurde. L 0 0 d 0 n. 24. März.(MTB.)„Daily herald" zufolge werden j.. � ,,,,.. R a m s a y Macdonald, henderson und Thomas am„»merun Vermittlung vberett. nächsten Donnerslog in Paris ihre rcrlagie Konferenz mit den Paris, 24. März.(ET.) Einem Vertreter des„New Park sozialistischen Parteien aus dem Kontinent wieder aufnehmen. Herald" gab der amerikanische Senator Spencer, der gestern in London, 23. März(WTB.) Ramsay Macdonald Paris eintraf, die Erklärung ob, wenn die Zeit gekommen sei, daß hielt gestern vor der Vereinigung der ausländischen Presse eine Rede.; Frankreich glaube, die guten Dienste der Vereinigten Staaten bc- in der er sagte, Frankreich und England müßten Freunde bleiben. � nutzen wolle, die Vevcinigten Staaten«ine rasche Antwort erteilen Die schwebenden Probleme lönntenV.cht durch Semalt oder durch würden. Amerika wolle und könne aber im Ruhrkonflikt nicht eine Allianz gelöst werden, sondern ausschließlich durch die moralischen' intervenieren, wenn ihm der Wunsch der beiden Staats» ~"—...--"' nicht bekanntgegeben werde. Amerika wünsche ernstlich zu helfen, und das ganze amerikanische Volt würde eine Bewegung unter- stützen, die eine Vermittlung zwischen Deutschland und Frankreich zum Ziele habe, vorausgesetzt, daß sie von den genannten beiden Staaten gewünscht werde. Spencer erklärte, daß er sich in das Ruhrgebiet und das unbesetzt« Deutschland bc- geben wollt', nach Rußland dagegen wünsche er nicht zu gehen, weil er glaube, daß er sich dort nicht in freier Weise Eindruck ver- schaffen könnte. Die Tassache, daß die Sowjetrcgierung das Eigen- lleberzeugungen der Rationen. Dies fei der große Grundsatz, nach dessen Verwirklichung die Arbeiterpartei in der auswärligen Polilik strebe. Die Arbeiterpartei billige die Aktion im Ruhrgeb'.et nicht Die Arbeiterpartei habe vorgeschlagen, daß die Vertreter der b r i l i- scheu, französischen, ikalieuischen und belgischen Parlamente gemeinsam einen Ausweg aus der gegenwärtigen Schmierigkeit suchen sollten, die infolge des französisch-belgischen Vorgehens im Ruhrgebiet entstanden sei. Er und einige seiner Kollegen hätten darüber vor einigen Tagen In Paris mit französischen. italienischen und belgischen sozialistischen Parlamentsmik- tum von Ausländern konfiszierte, sei ein« der Hauptursachen dafür, gllÄiern gesprochen. Man habe dort beschlossen, eine Abord- daß die amerikanische Regierung Sowjctrußland nicht anerkennen nung nach Deutschland zu schicken, um die deutsche Partei wolle. Der Zrühling, öie schönste Jahreszeit. Eine Hausarbeit von Joseph Roth. Der Frühling, auch„Lenz" genannt, ist die schönste Jahreszeit, ue Saison der Kukukskonzerte und des Lerchengesanges, der grünen Wald- und Wiesenkostüm« und der göttlichen Blütenfabrikation. Es ereignet sich, von Lyrikern in Reimen begrüßt, die bekannte Auf- «rstehung der Natur, welche den Agrariern gehört, aber von diesen sehr menschenfreundlichen Besitzern den Ausfiüglern ohne Unterschied der Partei umsonst zur Verfügung gestellt wird. Di« Sonne, ein radikal sozialistischer Leuchtkörper, eines der wenigen Objekte dieser Welt, deren private Ausbeutung noch des- halb nicht gelungen ist, weil es� keine Groß-Himmels-Grundbesitzer gibt, diese teonn« nimmt sich die Freiheit, allen Menschen gleich zu leuchten und die dürre Haut des Hungernden ebenso zu wärmen wie den fetten Bauch des Satten. Zu den Objekten in Kommunalbefitz gehören auch noch die be- kannten Frühlingswolken, die„linden Lüfte", von denen die deut- schen Dichter leben, und der blaue Himmel, hinter dem sich der liebe Gott oerbirgt, um ungestört die Bittgesuche der Menschen der Reih« nach zu erledigen. Di« sogenannten Zugvögel, lebendige Symbole der menschlichen Sehnsucht kehren, unbelehrbar, wie Zugvögel sind, und einem un- vernünftigen Drange gehorchend, aus den südlichen Ländern nach Europa zurück, das sie eigentlich gar nicht nötig haben. Bei diesen Tieren sind Instinkt und Ueberlieserung so mächtig, daß sie Kon- serenzen, Redaktionen, Produktenbörsen gar nicht merken und in harmloser Ahnungslosigkeit dort lieblich zwitschern können, wo der Mensch weinen muß. Diese Vögel zwitschern sogar in der Berliner Siegesallce. Auch am Kursürstendcmm offenbart sich der Anbruch des Früh- ungs: Die Bettler enthüllen ihre Gebrechen, und die vornehmen Spaziergänger ihre Frühlingstoiletten. Auf den Köpfen der Damen erblühen die neuen Strohhüte in verschiedenen, von den Mode- berichten vorgeschriebenen Formen. Die Frühlingsluft verursacht Pläne für die Sommerreise, welche die bedeutendste Frühjahrssorge der spekulierenden Menschheit ist. In den Fabriken und Bureaus sind die Fenster geöffnet, und die Menschen des Achtstundentages dürfen den Lenz in gesetzlich zu- lässigen Kubikmetern genießen. Der unbegrenzte Genuß der linden Lüste ist nur den Auserwählten gestattet und den Arbeitslosen. Jenen behagt es, diese sterben infolge des ungewohnten Vergnügens Es ist nicht jedermanns Sache, in vollen Zügen zu genießen. So irninch-r stirbt dahin, weil er Freuden ohne Mittagessen nicht verträgt. Sorglos aber leben die Auserwähltm, der Aprilregen befruchtet ihre Felder— und Gottes Segen ruht auf ihnen. Sie leben wie die Lilien im Felde, für sie wachsen die Anzüge bei den Schneidern, und alle Mühlen malen Hygienischenz Weißbrot, das der.Hausarzt vorschreibt____ Deshalb ist der Frühling die schönste Iahveszeit. Die Frühjahrsausstellung der Berliner Sezession ist heute mittag eröffnet worden. Und zwar wieder in ihren alten Räumen am Kursürstendamm, die man ihr eine Zeitlang entzogen hatte. Di« Räume haben sich verändert: der große Saal ist durch eine Zwischen- wand gegliedert, und aus dem so entstandenen zweiten Raum führen ein paar Stufen zu einem bühnenähnlichen Podium. Das enge, schlecht beleuchtete Hintcrzimmer mit dem Ausgang in den„Iardin- Garten" existiert nicht mehr. Die zur Verfügung stehende Wand- fläche ist im ganzen ein wenig verkleinert, aber sie bietet immer noch zu viel Platz. Denn die Berliner Sezession ist schon lange nicht mehr das, was sie früher war. Sie ist kein Kampfgelände für kühne Stürmer und Dränger, sondern in der Hauptsache ein Tummelplatz für brave Mittelmäßigkeiten. Der Besuch ihrer Aus- stellungen regt nicht mehr an, sondern schläfert ein. Lovis Eorinth, der Präsident, im rein Handwerklichen einst der stärkste und gesündeste Könner unter den deutschen Im- pressionisten, ist vorzeitig aus einem jugendlich überschäumenden Draufgänger zu einem kraftmeiernden Greise geworden, dessen wir- belige Farbendelirien—„Tod Jesu",„Chrysanthemen— peinlich und fast pathologisch wirken. Willi Jaeckel, eine nicht reiche, aber jedenfalls ernste und ehrliche Künstlernatur, trotz früher Erfolge unablässig nach Vervollkommnung strebend, zeigt eine monumentale Leinwand �Liebespaar" in schöner Flächenaulteilung und über- raschend wuchtiger Zeichnung, aber die Farbe ist nicht empfunden, sie vermählt sich nicht mit den Formen und gibt keine Stimmung. Nach Monumentalität strebt auch Erich W a s k e, aber er vergreift sich im Format, sein vortreffliches Schiffer-Bild und der Mädchen- topf würden stärker wirken, wenn sie kleiner mären, sie bieten zu viele tote Stellen. Erich Büttner sucht sein Ziel in dar anderen Richtung: er geht fast auf die Miniatur, die Kunst Paul Klees und die Aquarelle der neuen Inder haben fein„Urteil des Paris" becin- flußt; er gibt seine Details, aber kein organisches Ganzes. Don Klaus Richter ein„Selbstbildnis" und eine„Kreuzigung", beide in dem körnigen,' kraftvollen Farbenaufttag seiner Don- Ouichote-Vilder, aber'etwas unruhig in der Linienkcmposition wie in der Farbe und ein klein wenig zur Manier neigend. Von Kraus- topf ein Stilleben und eine Vorftühlinaelondschoft, die durch flotte und geistreiche Mache aufsallen. F r i t s ch segelt im Fahrwasser der neuesten Italiener, aber ihm fehlt die Verve, und namentlich sein« Farbe ist flau und langweilig. Erich Simon kultiviert unent- wegt, aber ohne merkbare Entwicklung sein Spezialgebiet der ge- fälligen Viedermeier-Biltchen, Finetti zeigt in seinen Lorer- und Tänzerbildern eine staunenswerte Braoour der Pinselführung, Josef Oppenheimer in seinem lebensgroßen Porträt der Erna Morena einen feinsein kultivierten koloristischen Geschmack, Gustav Hilbert bezieht seine Farben aus der Sandkuhle, die er sehr hübsch abkonterfeit hat, seine Malerei wirkt so schüchtern wie der Künstler selbst auf seinem Selbstporträt Eine sehr starke und gehalwolle Landschaft schickt Josef Eberz: Alex Bertelsson (Vita rustica I— III) schwelgt«1 dunkel leuchtender Schönfarbigkeit und wirkt fast wie ein vergröberter Maräes, G r i g 0 r i e w gibt em paar grausige Visionen aus dem Znklus„Das Gesicht Rußlands". Die Plastiken erreichen kaum ein bescheidenes Mittelmaß: von Josef Thorack eine große Pieta in ruhigem, klarem Massenaus- bau; von Otto Hitzberger einige Holzskulpturen in moderner, etwas weichlicher Gotik! von Berthold Müller eine farbige Leuchterfigur aus Zirbelholz von guter rhythmischer Wirkung! von Martin Müller ein paar solid«, langweilige Porträtköpfe und zwei graziöse Ktsinplaftiken. Alles in ollem: diese Veranstaltung ist nichts weniger als eine Eliteausstellung. Die Mehrzahl der hier vertretenen Künstler hat im Laufe des Jahres an anderen. Orten Besseres geboten. Als Firmenschild für einen bloßen Verkaufsbazar aber sollte der alte, historisch ehrwürdige Name„Berliner Sezession" zu schade sein. 2. S. lieber die Derwerlung der Skeinachschen Tieroperationen beim Menschen sprach Dr. Peter Schmiht auf Veranlassung der Ge- sellschaft für Geschlechiskunde und Sexualresorm. Dr. Schmidt, ein begeisterter Anhänger Steinachs, brachte zunächst einen gemeinverständlichen Ueberblick über dos Wesen der Steinach- schen Entdeckung. Im.Hoden sind die samcnbildendcn Samen- kanälchen in eine Zwischenlubstanz eingebettet, von der nach Steinachs Theorie allein die Entwicklung des spezifischen Geschlechts- charakters abhängig ist. Diese, von ihm„Keimdrüse" genannte Zwischensubstanz beginnt zu wuchern, um erneut oder in erhöhtem Maße die in ihr erzeugten Stoffe on das Blut abzugeben, wenn man die Vereinigung aller Samenkanälchen, den Samcnstrang, abbindet. Bei Tieren wurden nach solchen Operationen Verjüngungserscheinun- gen, wie Erneuerung des Haarkleides, Sinken des Blutdruckes, Wiedererwachen des Geschlechtstriebes u. dgl. beobachtet. Beim Menschen hotte die Operation den Erfolg einer' Neubelebung. Unter- bindet man nur einseitig, so wird auch die Zeugungsfähigkeit wieder hergestellt� Bei der Nachprüfung der Dauer der Wirkung hat Steinach eine unerwartet« Unterstützung von feiten des New Parker Urologen Chetwood erfahren, der zur Beseitigung von Vorsteher- drüscnbeschwerden schon seit dreißig Jahren Somenleiterunterbin- düngen vornimmt. AI? er von den Steinachschen Arbetten hörte, die ihm zeigten, daß er längst Strinachsche Operationen machte, fand er auf Grund seines Krankenmaterials bis auf 10 Jahre zurück die Keimdrüsenthcorie bestätigt. Dr. Schmidt besprach einige von ibm operierte Fälle, die erstaunliche Erfolge zu sein'chienen. Immerhin sind die Unterbindungen doch nicht so völlig ung-'fährlich, wie es der Referent, ein begeisterter Steinach-Anhänge'r, hinstellte. E- D— r. Erstaufführungen der Wvcbe. Tienet.: Kammerfdicle:„Die, Fluchtnach Venedig".— Vtitlw� Teeater in der Kommandanten- ii rage:„Gentz und Fanny E I h l e r-;„In Twigteti. Amen'!, Der Selige-.— Tbeater in der-Königgrätzer Strage: Kreislers Ecksen st er'.— Tonuerst.: ReueS VoltStbeater: ein Mtfl 5n der Stadtverordnetenversammlung hat die Deutsche Voltspartei folgenden Antrag eingebracht:„Um das Weiterbe st ehen der Rettungsstellen au ermöglichen, wird der Magistrat ersucht, zu erwägen, ob nicht die ch e i l g e- Hilfen durch approbierte Aerzte ersetzt werden können, da deren Bezüge nach den jetzt getroffenen neuen Abmachungen ge- ringer sind als die der Heilgehilfen. Den Antrag hat mitunter- zeicynet der zur Deutschen Lolkspartei gehörende Arzt Dr. Falken- berg, der vermutlich auch der Vater des Einfalles ist. Bei den von den Rettungswachen beschäftigten Heilgehilfen hat dieser Antrag große Verwunderung erregt. Glaubt der Arzt Dr. Faltenberg wirk- lich, daß irgendeiner seiner Kollegen die Arbeit eines Heilgehilfen wind übernehmen wollen? Ist der Antrag überhaupt ernst gemeint oder soll er nicht vielmehr als Vorrrand zu einer Debatte dienen, in der man wieder auf den Magistrat loszuhauen beabsichtigt? Ein Heilgehilfe einer Rettungsstelle wird so bezahlt, daß sein Gesamt- lohn tatsächlich höher ist als das Eesamtgehalt eines Arztes der Rettungsstelle. Aber die Heilgehilfen werden dafür auch m i t ihrer ganzen Arbeitstraft in Anspruch genommen, während die Aerzte in den Rettungsstellen nicht voll be- s ch ä f t i g t sind und daneben ihre Privatpraxis treiben können. Berechnet man die Bezüge der Heilgehilfen und der Aerzte für die Arbeitsstunden, so ergibt sich, daß die Aerzte erheblich mehr als die Heilgehilfen pro Stunde erhalten. Die Merzte werden sich hüten, Tag für Tag acht Stunden den Heilge- b lfcndienst zu tun und für den Heilgehilfenlohn zu arbeiten. Und für unmöglich werden sie es erklären, allein von diesem Einkommen die Lebensbedürfnisse zu decken. Den Herrschaften aus der Deutschen Rolkspartei ist mchl die Zeit noch nicht«rr.stst genug? Wollen si« sich in der Stadtverordnetenversammlung als Spaßmacher be- tu. igen?_ vom zum Metallhehler. Enthüllungen des Geheimlagebuchs eines Betrüger». Durch fein G: Heimtagebuch, das ihm verloren ging und der Kriminalpolizei in die Hände fiel, wurde, wie mitgeteilt, ein ehe- maliger Offizier Herbert Biltz, ein junger Mann von 22 Iahren, von dem Leiter des Erkennungsdienstes und Schriftfachoerftändigen, Kriminaloberkommissar Dr. Schneickert als großer Schieber und Schwindler entlarvt. Nach den weiteren Ermittlungen ist der Der» haftete bereits einer großen Anzahl von Schwindeleien überführt und auch geständig. Nach Einleitung der vemobilmachung hatte Biltz, der seiner Angaben nach im Felde fünfmal, darunter einmal schwer durch c-inen Kopffchuß verwundet worden war, einen Eisenbahnzug mit Heeresgut nach Frankfurt a. M. zu führen. Er leitete den Zug nach Hanau und verkaufte das Gut auf Grund gefälschter Papiere nach Baden. Biltz wurde festgenommen und nach der Irrenanstalt in Reichenau bei Konstanz gebracht. Dort entwich er und bei einer neuen Schiebung verkauft« er unter anderem«in Automobil des Großherzogs von Baden. Wieder ergriffen ent- iprang er zunächst au» der Psychiatrischen Klinik in München und dann aus dem Gefängnis in Stuttgart. Eine Dresdener Firma be- trog er um ein« große Menge Siegestack und Klebestofs, die er unter verschiedenen Namen bestellte und erhielt, aber nicht bezahlte. Ein Dresdener Fahrradwerk liefert« ihm 14 Fahrräder, ohne dafür einen Pfennig zu bekommen. In München fälscht« er auf die Namen von Offizieren Pfandscheine und oer- kauft« sie an Juweliere. In Breslau betrieb er unter dem Namen Dr. Heinz Bösler Briefmarkenschwindel im großen. Nach Berlin übergesiedelt, legte sich Biltz unter den Nomen Berg, Burg. Bock, Block usw. auf die Nepperei, die ihm in vielen Fällen auch gelang. Zwischendurch betrieb er einen Aktienschwindel, der ihn von Berlin fernhielt. Nach hier zurückgekehrt, betrieb er jetzt den An- und Bertauf von Edelmetallen. Zuletzt sank der ehemalige Offizier zum ollergewöhnlichsten Metallhehler herab._ Unfall auf einem neuen Vorortzug. Seinen ersten Unfall hat bereits einer der neu eingestellten, für den späteren elektrischen Verkehr berechneten Züge, die übrigens zunächst auf der Wannscebahn verkehren, zu verzeichnen. Auf dem Bahnhof Lichterfelde. West wollte ein Herr trotz warnen- der Zurufe in den bereits im Anfahren begriffenen Zug springen, trat aber fehl, geriet zwischen Zug und Bahnsteig und erlitt schwere Berletzungen, die sein« Uebersührunq in ein Krankenhaus notwendig machte. Es fei aus diesem Anlaß darauf hingewiesen, doß die neuen Züge keinerlei Trittbretter ausweisen, so doß es vollkommen unmöglich und nur mit den allergrößten Gefahre� verbunden ist, während des Fahrens den Zug zu besteigen. Auch ein Mitfahren an der Außen- feite des Zuges bei großem Andrang ist unmöglich. Man darf er- warten daß das Publikum oerständig genug ist, den Dahnbeamten keinerlei Schwierigkeiten zu bereiten, wenn sie, wozu sie verpslichtet find, Leute von dem bereits fahrenden Zug zurückhalten.— Leider ist auch von bösartigem Gesindel bereit» wieder versucht worden, in den ganz neuen Zügen Metallteile zu entfernen. Der- artige Diebstähle am Eigentum des Staates, d. h. der Allgemein- heit, sollten in Zukunft weit schärfer als bisher bestraft werden. Ein ungetreuer städtischer Beamter. Der Etadtobcrinspektor Fritz Lietzmonn. Neukölln, Laube. straße 7, hat dem Jugendamt Neukölln durch Fälschung von Unter- schriftcn seiner Dezernenten 1800 000 Mark unierschlagen. Die Der- m.treuungen konnten um so weniger auffallen, da L. die Derechti- pung zum G ldanwcisen hatte, nur bedurfte es der Unterschrift des betressmden Siadtrais. Erst durch Stichproben im Rechnungsbureau kam man hinter die Fal'chuncxn, Die Unterschriften waren zum Teil sehr geschickt gefälscht. Lietzmonn wurde verhaftet. Die Stadtaemeinde ist nicht geschadet, da L. der Zeit enffpvcchend die veruntreuten Gelder in Sachwerte angelegt hatte. Die Skadiverordnelenversammlung tagt in der nächsten Woche mit Nücksicht auf die bevorstehenden Osterfeiertage nicht am Donnerstag, sondern am Dienstag. Auf de? umfangreichen Tagesord- nung stehen an die 50 Punkte, meistens Sachen, die bisher nicht crledigt wurden, da die letzten Sitzungen nur sehr langsam arbeiteten. Besonder» die sehr wichtig« Vorlage über die Bildung einer ge- mischten Deputation für die Umorganisation der gesamten Kroß-Berliner Derwaltung ist immer nock, nicht erledigt. Außer der Plenarsitzung tagen in der Osterwoch« eine ganz- Reih« wichtiger Auofchüsse, fo der Ausschuß für die Organisation der Werke u, a. D- nächste Sitzung nach Ostern wird am Donnerstag, den 5. April, tagen. Zuzendwelhe In Weißenfee. Für den 18. verwaliungsbezirk findet die Jugendweihe morgen Sonntag vormittag 10 Uhr, in der gärtnerisch eeschmückt-n Gemeindefestholle, Pistoriuestr 24, statt. Mitwirkende sind SB, Paas, Harmonium, Fräulein Heckenbach. Molin«, Bruno Kohlmetz. Cello, ferner der Wcißens-er Männerchor und Genossin Maria Krisch« als Festrednerin. Di« Kinder erhalten dos Buch Gerd Wullenweber(die E-fchicht« eines jungen Arbeiters) von Jürgen Brand als Geschenk. Nereintgung der Freunde tär Religion und völkcrsrlede». Genosse Psarrer Blei er Ipricht Sonntag, den 25. MSrz,>0 Ubr voim. in der TrinitaliSlirche in Eharlollenburg(Unlergnmdb. LiSmorckllraße». Sherna: Gibt e» ein stellveriretendeS L-tden? Zusammenfloß zwischen Polizei und Arbeiter in Hamburg. Am Freitag nachmittag beobachteten Polizetbeamte auf einem Hamburger Fährdampfcr«Inen Arbeiter, der wegen einer straf. baren Handlung festgenommen werden sollte. Ein Beamter begab sich auf den Föhrdvmpfer, wo der Arbeiter von de? Menge beschützt wurde. Der Beamte machte nach Warnung von seiner Schußwaffe Genoffen unö Genoffnnen! Morgen, Souutag finden in Groß- Berlin die ZMMMM»» WsWWM« statt, wir erwarten, daß jedes der verein!, ten Sozialdemokratischen P rtei angehörende Mitglied der Sonsumgenoffenschaft fein Wahlrecht ausübt und sich beteiligt an den wichtigen Wahlarbeiteu, Für unfre Mitglieder kommen nur Stimmzettel mit dem Kennwert Geoosfenschafsanfbau in Frage. VeröezirksvorstanS öes öezirksverbanöes SerlinVSPd. Gebrauch. Der, Arbeiter Ilgen brach, in den Leib getroffen, tot zusammen. Die Menge entriß dem Beamten den Dienstrevoloer, aus dem nunmehr ein Schuß auf den Beamten fiel. Eine Unter- suchung wurde sofort eingeleiiet. In lebenslänglichem Zuchlhaus hat der Homburger Senat die zum Tode verurteilten Mörder Bartkowiak und Wilms v e g n a- d i g t, die den Weinhändler Marons und feine Tochter ermordet hatten. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Zeitweise ciwctZ neblig, sonst überwiegend belter und trocken, in den MiltagSstundcn warm bei grötzleiiteils südlichen Winden. Hroß-Serliner Partemachrichten. Mittwoch, ZS. März, abends pünktlich Glü Ahr: Oeffcnllichc Versammlung in der.Königsbank". Große Frankfurler Skr. 117, mit der Tagesordnung:.Sozialdemokralie und Kommunistische JJodeT. Rescrcnl: Genosse Künstler. M.d.B. Freie Aussprache. Zahlreichen Besuch erwartet Bezirksverband Berlin der VSPD. 5. ftrei», Friedrich»hai». Sonntag(rül) uirt 10 Uhr erweiterte KreisoorstandssiKung im Lolal Gubener Ew. IS. St.«dt. Wahllokal Mr die Terlreterwahl»ur Zkonsumgenossenschast für die!0Z. und 110. Bertausostelle im Schraderhou», Malptagueistrahk Sport. »i« Boxkämpfe im Sportraiast halten gestern wieder ein großes Publikum Der erste Kamps de» Abend» Rich Raujoi« gegen Fralik(Prag), endete mit einem{chonen Punllsieg von Naujol». Die Halbsckwergcwichts» Meisterschaft gewann Arndt gegen Kröger, beide Kampier erhielte» Verwarnung wegen t alten». Der Kamp! zeigte wenig Technik In der IS Runde mußte Kröger z» oden. Beim daraullolgenden dritten Niederschlag wurde der Kampf abgebrochen und der Sieg an Arndt gegeben.— Im»ächsten Komps Sasse gegen Rolaus um die Federgewichumerste.schaft über 20 Zlunden wurde Gaffe von Roiauf nach Puntten geich agen. Rolaus war fast immer der Angreisende Der G'eg wurde ihm von dem flin en Gaste recht schwer gemach!. Der letzte Kampl zwischen Sa m s on» K örn er gegen Bmnb. Jörgen wurde wegen Ucberlegenhrir de» Deulsch-Amerltaner» in der S. Runde abgebrochen und der Sieg Samson zu- gesprochen. Der illirge Dane zeigte sich at» ein tapferer und harter Kämpfer, der viel einzustecken vermochte._ Theater der Woche. Vom 25. März bis 2. April. Polkibühne! 25., 27., 29., 1. und«. Weh' dem, der kstgt. 86. und 81. Eine Abrechnung. Herr Vielgeschrei. 28. und 2. Mein Leopold. 30. Ueber die Kraft, 1. Teil.— Opervhau»! 25. 8. di» 2. Paisival.— Bchauspielha»»: 25., 27., 20., 1. und 8. Wilhelm Test. 26. Othello. 28. Kätche» von Hcilbrann. 80. Hannele» Himmelfahrt. 81. Peernt.— Deutsche» Theater: 25. Rabale und Liebe.(Alt-Heidelberg 26., 27., 28., 29., 81., I. und 2.) Karsreilag: Faust. — Kamwerspiele: 25. Kabale und Liebe. 26. Da» Glas Walser. Ab 27. Die Flucht nach Venedig.— Lesfing-Theater: 25. b!» 28. Vilrger Schippel. 29. Der Biberpelz 80. Peer fflijnt. 31. und 2. Gastspiel des Moslauer Kiinstlcrtheatcr»: Glephaimchitow. 1. Faust.— Theater I. d. Königgrätzcr Straße: 25., Z. Au» «m Leben der Infetten. 26., 27. Geschlossen. 28. bis 2. kreisler» Eckfenster. — Deutsche» Opernhaus: 25., 20. und 1. Königslinder. 26. Fidelio. 27 Da, Rheingold. 28. Die Walküre. 80, und 81. Parsival. 2. AGa.— Schiller. Theater: 25. Rosenmantag. 26., 28. und 3. Kapitän B rosemann» Opfer. 27. und 2. Krieg im Frieden. 29. und 1. Rose Bernd. 30. Maria Stuart 81. Die Braut von Mesfina.— Gr. Gchauspielhau»: Die törichte Jungfrau.— Reue» B»U»-Theater: 26., 20. und 26. Kater Lampe. 27. Sie Laune der Brr- liebten.. Der Resse al» Onkel. 29. di» 2. Graiiia Gclofti.— Große Boll»- opcr im Thealer de» Westen»: 26., 28. und 2. Die Karenbraut. 27. Der Schmuck der Madonna. 29. Der Troubadour. 80. Lohengren. 81. Di» lustigen Weider von Äindfor. 1. Der Bordier von Sevilla.— Reuaissauee-Theater: 25. bis 80. Die Juden. Ab 81. Kampf der Geschlechter.— Die Tribüne: Der Gedanke.— Deutsch«, Künstler- Theater: Der Fürst von Pappenheim. Am 80. Faust.— Komodienhau«: 25. vi» 29. Mustl. Karfreitag geschlossen. Vom 51. di» 2. Madame Pompadour.— Berliner Theater: 25. bis 29. Madamt Pompadour. 81., 2. Mädi.— lrianou-Zhcater: Professor Bernhard:. Abends 10 Uhr: Lisst, bit Kokott«.— Residenz. Theater: 26. und 27. Di« Wildente. 28. di» 2. Der Raub der Sabinerinnen.— Zutral-Theater: 26. und 27. Der Akiienbaron. 30. Geschlossen.— Theater!u der Kcmmaudantenstraße: 25. Eine glückliche Ehe. 26. Geschlossen. Ab 27. Gentz und Fanny EIßler: In Ewigkeit. Amen: Der Selige.— Zutime» Theater: 7 Einakter. II. a. Kleptomanie. Familienfest Sahn- ziehen mit Musik. Katze im Sack. 81. Rachivorslellung: Wie stehen Mexikaner? — Komisch« Oper: Europa spricht davon.— Lustspielhau»: 25. bi, 29. Da» Prinzchen. 80. Die Pfarrhauskomödie. Ab 81. Bobby, sag' die Wahrheit.— Meteropal-Theater: Di« schönste der Frauen.— Reue» Operetien-Theatrr: Katja, die Tänzerin.— Thalila-Theater: Ein Jahr ohne Liebe.— Theater am Rovendarsplatz: 25. bi« 27. Dir Königin der Straß«. 28. und 29., 81. bis 8. Di« schön« Rosalie. 30. Ansorge-Delihooen-Konzert.— Theater am Kursiirftr». dämm: 25. und 26. Der Schatten. 27. und 28. Geschlossen. Ab 29. WUR.— Kleine» Theater: Da» stärkere Band.— Wallnee-Theatcr: Der kühne Gchwim- mer. Karfreitag: Emilia Galotti.— Walhalla-Theater: Die Lieb« geht UM.— Theatee de» vfteu»(Rose-Theater): 25. bis 29. Berliner Mädchenhändler. 80. und 31. Geschlossen. 1. und 2. Log« Ztr. VN.— Kassao-Theater: tzum blauen Kakadu. Karfreitag geschlossen.— Reue» Theater am koo: D-rine und der ftufall. Karfreitag Iphigenie auf Tauri».— Gchlotzparl-Theairr Sttgitz: Kleine« Haus. Ein« glllcklich« Eh«. Rachmittag»«orstellungen. Bolkilllhne: 25. und 1. Eine Ah- rechnung. Herr v>«lg«schrei. 2. Der Verschwender.— gchauspielhau»: 2. Lum- pazi BagabundU».— Deutsche» Theater; 25. Da» Gla« Wasser. L Frühling» Erwachen. 2. Kabale und Liebe.— Kammerspiele: 25. und 1. Die deuischcn Kleinstädter. 2. Die Büchse der Pandora.— Lesfing-Theater: 26., 1. und 2. Mann kann nie wissen.— Theater in der Küniggräßrr Straße: 26., 1. und 2. Au» dem Leben der Insekten.— Deutsche, vperuhau,: 25. Kar und Kimmer- mann. 1. Der Freischütz. 2. Der Evangelimann.— Schiller-Theater: 25., 1. und 2. Die fünf ffrankfurlrr. 3. Wilhelm Teil.— Große» Schauspiclhau,: 26. und I. Di« Maschinenstürmer. 2. Der Widerspenstigen Zähmung.— Rene« Polk»-The»ter: 28. Michael Krämer. 1. und 2. Roter Lampe.— Deutsche» KSnftler-Theater: 25., 1. und 2. Liebelei.- Komödienhgn,: 26.. 1. und 2. Prin- zelssn Skala.— Beeliuee Theater: 25., 1. 2. De? Wildschütz.— Trio»»«- Theater: 25. Eine Fron ohne Bedeutung.- Ressdeaz-Theater: 25. Die spanische Fliege.— Rente al-Thater: 25. Der fidele Bauer.— Theater I» her Kommau- danteastraße: 1. und 2. Sine glückliche Ehe.— Intime« Theater: 25. Der Herr mit der grünen Krawatte. Da» Himmesbett. Di« Pritsche und...? Die S'schamig«.— Lustsplelhan». 1. und 2 Die Pfa er Hauskomödie— Reue» Operetten. Theater: 1. Die klein« Sünderin.— Thater am Rollend« rsplatz: 25. Der Better au» Dingsda. 28., 29. und 8l. Dos Gcftlngnls. 1. und 2. Die Königin der Straß«.— Kleine» Theatee: 25. Iettchen Gebert.— Wallner. Tdeatee: 25. Minna von Barnhelm. 28.. 8t. 1. und 2. Annalis«.— Walhalla- Theater: l. Der Freischütz.— Kassno Theater: 25. Dämon Gold.— Renes Theatrr om Zoo: 25. Iphigenie auf Tauri». Vevifenkurse. GeWerVfthostsbewegung vie Kommunisten spalten. Di«„Rote Fahne" versucht sich mühselig herauszureden. Sowett die Unterschriften unter dem Aufruf zu der kommun stischen Manifestation in Frage kommen, behaupiet sie, daß„sowohl der Z ntralverband der Kupferschmiede, i. A. Schober, wie der Ver- band der Zimmerer, i. A. R e p f ch l ä g e r, die Einladung unter- schr eben hoben". Zunächst die Feststellung, daß wahrscheinlich wieder„infolge �nes drucktechnischen Versehens" die Bezeichnung„Ortsoerwaltung Berlin" unterblieben ist. Aber es gibt„gar viele und merkwürdige Vers hen" in der„Roten Fahne" und in der KPD. Es ist wohl nur ein„Versehen', daß weder die Funktionärkonferenz noch die OrtD Verwaltung der Kupferschmiede von der ganzen Angeleaenheit auch nur unterrichtet werden ist, geschweige denn zugestimmt haben, daß die Gewerkschaft zu einer parteipolitischen Beranstaltung mißbraucht werden soll. Diese Mitteilung erhielten wir übereinstimmend von mehreren Vertrauensleuten der Kupferschmiede. Und wie stcht es mit der Befragung der Beniner Zimmerer?... Zu dem Ausfchlußvcrfahren gegen die kommunistischen Mit- glieder des Baugewerksbundes behauptet die„Rote Fahne" mit gewohnter Unverfrorenheit, die Bezirksleitung der KPD. habe «s abgelehnt, ihre Mitglieder zum Uebertritt zu zwingen, geschweige denn auszuschließen. Wir sind im Besitz mehrerer übereinstimmender Zuschriften an Mitglieder des Baugewerksbundes folgenden Inhalts: „Wert- Genossen! Auf Antrag des Verbandes der Ausgeschlossenen werden S!« wegen parteischädi- genden Verhaltens vor die Schiedskommission geladen, Münzstr. 24. Bezirksleitung KPD." Wir raten der„Roten Fahne", sich vorher zu erkundigen, bevor si« unsere Behauptungen abschwört. Das ganz« Geschwafel, das die „Rote Fahne" jetzt bezüglich der Spaltung der Eisenbahner, der Bau- arbeite? und darüber hinaus der Gewerkschaften überhaupt verbricht, kann die Tatsache der bewußten Spaltung der Gewerk- s ch a f t e n durch di« KPD. nicht verhüllen. Im übrigen gesteht die „Rote Fahne" selbst ein, daß die Gewerkschaften und die Gewerk- schaftsgenossen nur dann und nur insoweit von der KPD. g e- duldet werden, als sie sich dieser bedingungslos zur Ver- fügung stellen. Sie schreibt:„Wenn ein befähigter Genosse zu einer wichtigen Funktion gebraucht wird, hatersichzurBer- fügung zu stellen." Wir haben diesem offenen Geständnis nichts hinzuzufügen. An die Gewerkschaftsmitglieder ist es, besonders an die M e t a l l a r b e i t e r, die morgen ihre Branchenleitung wählen, dafür zü sorgen, daß nicht Leute gewählt werden, die keine freien Gewerkschafter, sondern nur Hörige von Moskau sind. Absage an Mockau. Die Branchenversammlungen der Berliner Ortsverwaltung des Deutsätzen Metallarbeiteroerbandes, die am Mittwoch stattfanden, nahmen im allgemeinen einen sehr guten Verlauf. Die Kommunisten hatten große Anstrengungen gemocht, um die von ihnen seit Iahren mit großer Hartnäckigkeit berannte Burg des Metallarbeiterverbandes nunmehr im Sturm zu nehmen. Sie scheinen mit Bestimmtheit daraus gerechnet zu haben, bei der Wohl der Brcmchenleitungen die gewerkschaftlichen Amsterdamer durch Hörige von Moskau zu oerdrängen. Dieser Plan ist, dank der Entschlossenheit der Metallarbeiter, mit den Organisationszerstörern reinen Tisch zu machen, voll- ständig mißlungen. Die gewerkschaftliche Richtung ist überall, und zwar mit wachsenden Mehrheiten, wiedergewählt worden. Darüber hinaus haben die Moskauonhängcr die Branchenleitung der Elettromonteure an die gewerkschaftliche Richtung ver- l o r e n. Auch di« Branche der Klempner, die bisher tommu- nisttsch besetzt war, Hai jetzt ein« paritätische Leitung. In anderen Branchen, wo die Kommunisten bisher starke Minderheiten aufwiesen, wurden die bisherigen Leitungen mit überwältigender Mehrheit, manchmal sogar einstimmig wiedergewählt. An unseren Genossen liegt es, diesen Sieg über die Organisationszerstörer am kommenden Sonntag zu einem vollständigen zu machen. Konflikt im Buchhandel. Die im Luchhandel Groß-Berlins beschäftigten Markthelfer und Packer haben vergeblich oersucht, mit den Arbeitgebern eine Ver- ständigung über die Löhne für die zweit« Hälfte des Monats Mörz zu erreichen. Von den Arbeitgebern wurde erklärt, daß sie jede Lohnerhöhung rundweg ablehnen müßten und daß sich aus diesem Grunde eine Lohnverhcmdlung erübrigen würde Eine in diesem Sinne lautende Erklärung gaben sie auch bei der am Mittwoch stattgehabten Verhandlung vor dem Schlichtungsausschuß ab. Die Betriebe könnten eine weitere Erhöhung der Löhne nicht mehr tragen. Der Spruch des Schlichtungsausschusses billigte der Ar- beiterfchaft eine Erhöhung der Löhne uni IS Proz. zu. Di« Arbeit- gebe? haben, wie Gruppenleiter Schade in einer Versammlung der Markthelfer und Packer am Freitag berichtete, den Spruch ab- gelehnt. Auch den Angestellicn sei/ wie der Redner mitteilt«, bisher für den ganzen Monat März noch keine Zulage bewilligt worden. Wie es in Wirklichkeit mit dein großen„Patriotismus" in den Kreiien der Arbeitgeber bestellt sei, lehre die Talsache, daß von verschiedenen für die Ruhrhilfe ganze 10 000 M., von einigen sogar noch weniger gezeichnet wurde. Wir hoben, so schloß der Redner, dem Sckllichwngsausschuß erklärt, den Spruch annehmen zu wollen, und werden im Einvelffiändnis mit der Versammlung die Verbindlichkeit bei dem Demobllmachungskommissar beantragen. Nachdem der Branchenleiter T h i e m e den Bericht des Vor- vedners noch in einigen Punkten ergänzt hatte, setzte ein« längere Aussprache ein mit dem Ergebnis, daß beschlossen wurde, die Ver- bindlichkeit des Spruches herbeizuführen. Hierauf schritt man zur Wahl von neun Delegierten für die Generalversammlung. Gewählt wurden: Gottschal?. Kunkel, Schulz, Schröder. Zwelrad, Schiefer,' Triller, M e s ch k e und Paars. ver Streik der Saarbergarbeller dauert bereits in die iebente Woche hinein. Dennoch ist die Stimmung unter den lusständigen eine vorzügliche. In vielen Versammlungen, die in den letzten Togen stattfanden, wurden Entschließungen angenommen. worin die Bergarbeiter ihren Willen zu weiterem Aushalten im Kampfe um die gerecht« Sache bekunden. Die Lage hat sich in ein- zelnen Bezirken dadurch etwas verschärft, daß das Militär, an- scheinend auf„höheren Befehl" wieder schärfer zugreift. So wurden im Rcunkirchencr Revier die Streikposten durch Kavalleriepatrouillen auseinandergetrieben. Aus den Reihen der wirklich im Bergbau tätigen Arbeiter hat die französische Grubenverwaltung trotz der siebenten Streikwoche bisher keinen Zuwachs bekommen. Gab es hier und da einige Streikbrecher, so haben sich diese bald wieder eines Besseren besonnen und sind von der Grube ferngeblieben. Die Saarbcvölkerung nimmt nach wie vor lcbliaften Anteil an dem Kampfe und beweist das durch den Erfolg, der dem kürzlich er- gangenen Ausruf zur Sammlung für besonders notleidende Strei- tend« beschieden war. Durch die Sammlung wurden der Haupi- streikleitung bereits in der vergangenen Woche übe« 5 Millionen Mark und 16 626 Frank überwiesen, zusammen über 2S Millionen Mark. Ein wilder Vcrnarbelterstreik in Köln mit S000 Beteiligten ist inszeniert worden. Di« Gswerkschaften Haiden die Zahlung von Streikunterstützung abgelehnt. Eine Aussperrung in der englischen Zntrindustrie hat die Vereinigung der Unternehmer in der englischen Juteindustrie gegen 30 000 Arbeiter beschlossen. BerantmorNi» für den redakt. Teil; Pulst Schlss, Berlin; für Anzet,en: Th. Glocke, Berlin. Berloz Bvrwärts-Berlaz S. m. b. K., Berlin. Druck! BarwärtH-Buchö ruck erst tu»edaassnflaU Paul Sinter a. Es., Berlin, Lindesfit.• EeaisiGn-Konf GUiion Musselin-Kleider nliL' am,d'Iilks™ 12500 Voile- Kleider 01'chön"'- 77 5ö) Elg. Vollvoile-Kleider 29500 Gute Stoffkleider ff*\QQ moderne Streifen...... IT SOO-— w Reinw.Chevioiröcke aj% sSS>*£a& 9500 Kostüme �dZi"g:olUnem 69 500 Donegal- Kostüme 98000 TVf AU5 covericoatartigen Stoffen, moderne O/l AHO *-tLClBllfJl Fassons....... 3Ö000, 29 000 VW Donegal- Mäntel und 33 000 Tuch u. Gabard. Mäni. 98000 Besonderes Angebot! 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Abschnitt sJ S sjt Unser Ausnahme-Angebot für das Ohne Rücksicht auf die noch bestehenden hohen Einkaufspreise für neuaingehende Waren bieten wir unserer werten Kundschait sunt Frühjahr außerordentlich billige Kautgelegenheit für n r erstklassige QnalilätsSchuhwaren aller Art OamsB-Haibscinihe Dameß-HalbscSrnhe Damen-Haibschnhe Damen-Salbsclmhe damen-Halbschohe Damen-Halbschuhe Damen-Halbscbnhe Wildleder-Schuhe IHaman Rnliicnhnho w,;i8 Leinen, zum Schnüren, halbhoher Ab Dduieil-SalUatllUUC satz, beste Verarbeitung, sehr preiswert Beachten Sie unsere Ungebole! zum Schnüren, R-Cher. und eent Chevr� so lan e Vorrat, auSersi billig.... zum Schnüren, R. Chevr� nur Gr 40 u. 41 zum Schnüren, echt Chevr neue schicke Form, mod Abs erstki. F�hr, besond-bM zum Schnüren, prima R.- Chevr, runde Form, hoher Absa". vorzügl. Fabrl>at z Schnüren, brau",echiChevr ,nutG'.40u 41. Derbyschnitt, halbh Abs., äußerst pr- isw. zum Schnüren, mod. spitze Form, ha bhoh. 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