Nr.142 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 71 Bezugspreis: File ben Monat März 5800 902. Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und emelgebiet fowie Oesterreich und Luxemburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Postbezugspreis teibleiben d. Boftbestellungen nehmen an Belgien. Dänemark, England, Eftland, Finnland, Frant reich, Holland. Lettland, Luxemburg, Defterreich, Echweden, Schweiz. Tichechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage., Boll und Zeit". ber Unters baltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage..Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: Sozialbemokrat Berlin* Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 200 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile Toftet 1200 2. Refiamezeile 6000 M. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 875 M.( zulässig zwet fett. gebrudte Worte), jedes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jedes weitere Wort 150 M. 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Die Untersuchung soll zunächst Aufflärung über gewisse Wenn auch zur Stunde Meldungen über gewaltsame Ber- Schriftstüde bringen, in denen sich die Bezeichnung fuche nicht vorliegen, so zeigt doch die Tätigkeit der abgefanV... S genen Hitler- Kuriere und der Eindruck, den die Maßnahmen findet. Die Polizei nimmt an, daß diese Bezeichnung die Abkürzung des Innenministers in deutschvölkischen Kreisen hervorgerufen für Völlische Kampf Rorps" ist und daß diese Kampf hat, daß polizeiliche Sicherungsmaßnahmen am Blaze find. forps fich zusammensetzen sollen aus den Turnerschaften, die Das Rundtelegramm, in dem die Alarmbereitschaft wieder in einere Einheiten gegliedert sein sollen. Die bisher Ver: befohlen wird, hat folgenden Wortlaut: Wegen drohender Unternehmungen radikaler Elemente erhöhte Alarmbereitschaft der Schuhpolizei überall anordnen. Ebenso ist größte Aufmerksamkeit der Kriminalpolizei geboten. Erwarte gegebenenfalls fchärftes 3ugreifen. Jnnenminister." hafteten haben bestritten, daß ihnen diese Bezeichnung bekannt sei und haben auch in Abrede gestellt, daß die von der Deutschvöltischen Freiheitspartei" gegründeten Sport- und Turnverbände den Charakter militärischer Formationen oder von Geheimverbänden Ruprecht gegen Ludendorff. hätten. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenste. 3 Postfcheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 8 Frankreichs beste Sicherheit. Als wir jüngst an dieser Stelle die Besorgnisse der öffentlichen Meinung Frankreichs um die Sicherheit des eige nen Landes in tommenden Zeiten schilderten, faßten wir die Gründe dieses Unbehagens in drei Tatsachen zusammen: Erstens das sich mathematisch verschlechternde Verhältnis der Bevölkerungszahl Frankreichs Deutschland gegenüber, zweitens die fortschreitende Selbstifolierung Frant reichs, von dem fich so ziemlich alle ehemaligen Bundesgenossen des Weltkrieges nicht zuletzt infolge der Außenpolitik des natio das schlechte Gewissen gegenüber dem mißhandelten nalen Blocks immer mehr zurückgezogen haben, und drittens deutschen Bolke, bei dem die Versailler Politik die nationalisti schen Instinkte unvermeidlich wieder wachrufen mußte. Benn hier jetzt an die Frage herangetreten wird, wie nun das wieder aufgerollie Sicherheitsproblem in einem für beide Teile befriedigenden Sinne gelöst werden fann, so muß zunächst cine Unterscheidung gemacht werden zwischen der materiel. ien Sicherheit Frankreichs und dem pinchologifchen Sicherheitsgefühl des französischen Volkes. Dem Rundruf ging eine Konferenz zwischen Minister In Deutschland gibt es feinen vernünftigen Menschen, der Senering, Polizeipräsidenten Richter und dem Kom: München, 24. März.( Eig. Drahtber.) Die politische Situation nicht aufrichtig überzeugt ist, daß für mindestens ein Menschen mandeur der Schußpolizei, Oberst kaupisch, voraus. In ist als fritisch zu bezeichnen. Nur die Uneinigteit der beiden after die materielle Sicherheit Frankreichs durch die Tatsache zwischen mußten in Hannover 8 wei neue Verhaftun- rechtsraditalen Machtzentren und das Fehlen einer der durchgeführten Entwaffnung unbedingt gesichert gen vorgenommen werden. Es handelt sich um den Heraus. Butschparole halten bisher den schwebenden Zustand aufrecht. Um it. Ronnte bereits vor mehr als einem Jahre die deutsche geber der deutschvöltischen Zeitschrift Sturm" und einen zwei gegenfägliche Persönlichkeiten, die sich zur Erreichung ihrer Sozialdemokratie auf der Frankfurter Fünfländerkonferenz feiner Mitarbeiter, die beschuldigt sind, eine militärische Dr- ehrgeizigen Ziele gegenfäßlicher Prinzipien bedienen, gruppieren sich den ausländischen Bruderparteien mit gutem Gewissen erganisation geschaffen zu haben, die sich in diesen Tagen zum alle die größeren und fleineren Butsch und Kampforganisationen: flären, daß nach dieser Richtung hin jeder 3meifel beseitigt ganisation geschaffen zu haben, die sich in diesen Tagen zum Erfronprinz Rupprecht gegen General Ludendorff, fei, fo fann sie es heute, besonders in Anbetracht der BeſtätiLosschlagen bereit hielt. Inmitten dieser ernsten Lage ist es erfreulich, feststellen d. h. weißblau großbanerisch gegen schwarzweißrot großdeutsch. Auf gung, die die Haltung Deutschlands gegenüber der Ruhrinvazu können, daß die Kommunistische Partei das Ge- feiten Rupprechts steht die stärkste Partei Banerns, die Bayerische fion bildet, mit befferem Gewissen denn je wiederholen. Aber rücht, fie wolle heute auf einigen öffentlichen Blägen Berlins Boltspartei, stehen von befannten Ramen vor allem Herr v. Sahr, auch außerhalb Deutschlands wird die Tatsache dieser Entgrößere Kundgebungen veranstalten, energisch Escherich, Bittinger, Professor Bauer, der Bund Bayern und Reid waffnung immer wieder anerkannt, so noch in den legten Dementiert. Derartige Rundgebungen in diesem Augenblick und ein Teil der sogenannten Bereinigten Baterländischen Berbände. Sagen von englischer offizieller Seite gelegentlich einer wären gänzlich zwecklos und würden lediglich den Kampf General udendorff stüßt sich dagegen auf die eigentlichen Anfrage im Unterhause. Die ganze interalliierie Militärsegen die Rechtsbankrotteure erschweren. Es wäre übrigens Kampforganisationen der Nationalsozialisten, des Bundes Oberland, kontrolle ist längst nur noch eine moralische Tierquälerei interessant zu erfahren, wer diese Gerüchte in Umlauf gefeßt der Reichsflagge usw. und ist deshalb seinem Rivalen Rapp hinter der sich wahrscheinlich lediglich der Wunsch einiger hat. Ob sich hier nicht wieder gewisse Elemente bemühen, Tat- recht militärisch weit überlegen. Ententeoffiziere verbirgt, ihre Pfründe so lange wie möglich ge fachen zu schaffen, die der gesamten Rechten ein Stich nießen zu können. wort liefern, auf das man nur wartet? Die Völkischen protestieren. beiden Machtgruppen und ist in ihrer Wirkungsmöglichkeit sehr stark Die banerische Staatsregierung steht zwischen diesen Nun wird von französischer Seite immer wieder bebeeinträchtigt durch starke Berseuchung ihres Beamten- und Polizei- hauptet, und das tat noch vor einigen Tagen der Kriegsapparates mit putschistischen Elementen beider Kategorien. The minister Maginot im Senat, die deutsche Reichswehr bilde nur moralischer Einfluß auf den besonneneren Teil der Baterländi- den Rahmen für die fünftige Millionenarmee der Revanche. fchen Berbände und die beträchtliche Wirkung der Anwesenheit Ganz abgesehen davon, daß der französische Minister mit des Reichskanzlers Cuno im Sinne der Stärkung des Reichsgedan- feinem Worte die entscheidende Frage berührte, wie denn fens in München dürfen nicht unterschätzt werden. eigentlich diese fagenhafte Revanchearmee bewaffnet werKontrolle der interalliierten Kommissionen zerstört wurden, so ist es doch eine besondere Kühnheit, Deutschland heute einen Borwurf daraus machen zu wollen, daß es ein Söldnerheer befigt. Dieses militärische System ist uns ja in Versailles von der Entente aufgezwungen worden, obwohl gerade die damalige Die leidenschaftliche, Diskussion, die die beiden Rechtsgruppen den follte, nachdem die technischen Voraussetzungen unter der vor aller Deffentlichkeit geführt haben, hat nunmehr die Gefährlichfeit der Lage vollständig enthüllt. Ludendorff warf den Weißblauen ziemlich unverblümt Neigung zu Landesverrat und Zusammenwirten mit den Franzosen vor und mußte sich dafür von der volts parteilichen. Bresse mit einer ganzen Serie von Schimpfnamen beTegen lassen. Nun läßt sich auch Rupprecht durch seinen Herrn D. Soden über die schwebenden politischen Fragen vernehmen und erscheint in bengalischer Beleuchtung treudeutscher Gesinnung und heftiger Franzosenfeindschaft. Mit dieser„ Reinigungsmenfur" verbindet Rupprecht jedoch noch einen Die Führer der aufgelösten Deutschvöltischen Freiheitspartei" find gestern vormittag im Reichstag zusammengetreten, um zu dem Berbot Stellung zu nehmen. Sie behaupten, das Berbot für Breußen sei nicht rechtswirksam, meil diese Partei nicht eine ausgesprochen preußische Organisation sei, sondern sich über das ganze Reich erstrede, also fönnte Minister Severing auch nur die innerhalb Preußens bestehenden Ortsgruppen, nicht aber die Reichs organisation auflösen. Auch das beschlagnahmte Bermögen sei Eigentum der Reichspartei und somit dem preußischen Zugriff ent 30gen. In einem Telegramm an den Staatsgerichtshof haben die Abgg. Wulle, v. Graefe und Henning gegen das Berbot protestiert und eine Entscheidung des Staatsgerichtshofes über diese Frage beantragt. Beiter haben die genannten Abgeordneten beim Untersuchungsrichter in Moabit beantragt, am Montag unter Eid vernommen zu werden, damit sie, wie sie erklären, die Hieb auf Ludendorffs Schildknappen Hitler und Kylander, Saltlosigkeit der gegen die Deutschvölkische Freiheitspartei erhobenen Borwürfe reftios auftlären tönnen. Am Sonntag wünschen die deren Opposition gegen Cunos Politik des passiven Widerstands in Herren von dem Reichstanzier Dr. Cuno empfangen zu werden. Diesem Augenblick nicht gebilligt werden könne. Hitlers Programm Man sieht, die Herrschaften sind sehr agil und haben sich vortrefflich lei ganz negativ und unter den Führern der Nationalsozialisten in die Rolle der verfolgten Unschuldslämmer gefunden. Den Bogel feien zu viele Fanatiker und ehrgeizige Leute, die hoffen, Minister schießt aber„ Oberleutnant" Roßbach ab, der durch seinen Rechts- 3u werden, wenn Hitler ans Ruder tame. Kurz, es handle sich um beistand erklären läßt, weber die Deutschvölkische Freiheitspartei Leute, denen die zur Leitung von Staatsgeschäften nötige politische noch die der angeschlossenen Jugendorganisationen verfolgten ge- Borbereitung abgehe. Man dürfe heute um feinen Preis den Einwaltsame Bestrebungen, die Deutschvölkische Freiheitspartei sei brud erweden, daß Frankreich für die Berwirklichung seiner Pläne lediglich eine Kampfpartei im Sinne der sozia. auf die inneren Parteifämpfe in Deutschland zählen dürfe. Heute listischen, die die Durchführung des politischen Kampfes durch handle es fich um die Existenz Deutschlands. Attivismus im Rahmen der Berfassung erstrebe. Seltsam, Diese schönen Worte sind solange politisch wertlos, bis nicht wie lammfromm man in diesen Kreisen in der Stunde der Gefahr Herr Rupprecht von Wittelsbach einen flaren und bündigen Thron plöglich wird! Man beliebt es fogar, fich hinter das Schuh- verzicht ausfpricht. Augenblicklich droht fchild der Sozialdemokratie zu verfiechen! Im übrigen dementiert Roßbach alles, fast fönnte man jagen, er demen- gegen den das Wort des Dr. Heim gemüngt war, daß er Bayerh tiert seine eigene Existenz. Die polizeiliche und gerichtliche Untersuchung die größere afute Gefahr von Ludendorff, nichts weniger als erbaut von diesem Danaergeschenk war. Im vorwiegend sozialdemokratische Reichsregierung übrigen ergibt sich aus perschiedenen Geheimprotokollen der Pariser Friedenskonferenz unwiderleglich, daß der ursprüngliche Antrag des Marschalls Foch dahin ging, Deutschland. ein Söldnerheer von 200000 Mann mit schwerer Artillerie zu belassen und daß die Herabfegung der Reichsmehrziffer auf 100 000 fomie die Streichung der schweren Artillerie erst auf Betreiben Lloyd Georges erfolgte! Wenn uns Frankreich ein anderes militärisches System als die Söldnerreichswehr vorschlagen könnte, von dem es glauben würde, daß es seinem Sicherheitsbedürfnis mehr Rechnung trüge, so wären wir die ersten, die bereit willigst in eine Erörterung darüber eintreten würden. Der Grundgedanke, an dem auch die deutsche Sozialdemokratie feft. halten wird, solange der Völkerbund nicht eine praktische Wirklichkeit geworden und die allgemeine Abrüftung nicht durchge. führt sein wird, ist, daß Deutschland doch so viel militärische Kraft befizen muß, daß ihm nicht jeder beliebige Nachbar auf der Nase herumtanzen darf. Schließlich ist auch der Fall dent. bar, daß in einem Nachbarland anarchische Zustände entstehen, die zu lebergriffen gegen die Grenzbevölkerung führen, und in einem solchen Fall wird auch der entschiedenste Anhänger nicht durch einen Buisch versauen wolle. Die Verhaftungen von Ludendorffs Werkzeugen und Komplizen in Breußen und die Enthüllungen über die intimen Beziehungen des Generals zu den Ber gegen die aufgelöste Deutschvölkische Freiheitspartei wegen Hochschwörern Roßbach, Hitler, Graefe, Bulle, Henning haben Luden- der Gewaltlosigkeit die eigenen Volksgenossen, denen der verrats und Geheimbündelei geht fort. Oberreichsanwalt borff in eine ähnliche Situation gebracht wie vor drei Staat zum Schuß ihrer Freiheit und ihres Lebens verpflichtet. Ebermeyer hat bereits gestern abend Berlin wieder per Jahren. Die Haftbefehle der Regierung Bauer- Noste im März ist, nicht unbeschüßt lassen wollen. Aehnlichen Gedanken hat übrilaffen und sich nach Leipzig zurüdbegeben, hat jedoch die 1920 gegen Hauptmann Papst, den Bertrauensmann Ludendorffs, gens felbft Clemenceau furg oor feinem Rücktritt AusBoruntersuchung den zuständigen Moabiter Gerichtsbehörden und andere Anstifter der Militärrevolie haben Ludendorff damals brud gegeben, als er sagte, man hätte sonst dem Bölkerbund fibertragen. Roßbach befindet sich augenblicklich nod) im nervös gemacht und den Befehl zum verfrühten Los die Aufgabe übertragen müffen, Deutschlands Grenzen zu Stadtvogteigefängnis. Während er aber sich bisher lebiglich auffdlagen verursacht. schützen, und man fönne Frankreich nicht zumuten, für die Grund eines Haftbefehls des Oberpräsidiums in Oppeln in PolizeiBerteidigung deutschen Bodens gegen einen fremden Angriff haft befunden hat, ist nunmehr auf Grund der schwebenden Ermittelungen ein Haftbefehl des Ermittlungsrichters ffomatische Regierung hat die Einreise von 4500 reichsdeutschen Söhne zu opfern. Reichsdeutsche Kinder in die Tschechoslowakei. Die tschecho.( er dachte dabei offenbar an Sowjetrußland) die eigenen im Polizeigefängnis, Amtsgerichtsrats Dr. Strodmann, gegen ihn Stindern gestattet. Die Transporte sind zum Teil schon im Gange. erlassen worden. Am heutigen Vormittag finb General a. D. Hüger, Fabritant Erdmann, Redakteur zur Redden, einer Meschee Ronstantinonels eine Totenfeier für Enver Bascha ver. Enver Pafcha wirklich fot? Die Familie Enver Baschas ließ in sowie die Raufleute Schäfer und Bohler aus der Haft anstalten. da ihr sichere Meldungen zugegangen waren, daß Enver entlassen worden. Dagegen ist der Haftbefehl gegen Major Pafcha März 1922 im& autasus in einem Gefecht gefallen ist. Neuerdings ist in Frankreich der Gedante ausgesprochen fige Entmilitarisierung des Rheinlandes nach dessen worden, die materielle Sicherheit Frankreichs durch eine fünfRäumung zu erhöhen. Das wäre ein Gedanke, über den man in Deutschland durchaus mit sich reden laffen würde, jedoch unter zwei Voraussetzungen: Zunächst muß bemerkt werden, daß diejenigen in Frankreich, die diese Idee ausgeworfen haben, abwechselnd von„Entinilitarisimmg" und„Neutralisierung" sprechen, wobei in Anbetracht der gesamten Politik Frankreichs gegenüber Deutschlands die Angelegenheit einen mehr oder weniger annexionistischen Beigeschmack erhält und Mißtrauen hervorrufen muß. Wenn N�utralisie- rung im Sinne der allseitig garantierten schweizerischen Neu- tralität und Unverletzbarkeit verstanden wird und wenn sich keinerlei politische Hintergedanken dahinter verbergen, dann wirf) die deutsche Sozialdemokratie um so mehr für sie ein- treten, als die logische Folge einer Verwirklichung dieses Ge- dankens bei gleichzeitiger Regelung der Reparationsfrage eine schnelle Räumung der besetzten Gebiete fein müßte. Andernfalls und wie auch das Schlagwort lauten mag, hinter dem diF politischen Hintergedanken verborgen wären— gleichviel ob„Entpreußung" oder„Rheinische Re- publik" oder„Pufferstaat" und dergleichen— würde sich die deutsche Sozialdemokratie wie ein Mann erheben, um dieser Forderung ein klares Nein entgegenzusetzen. Die zweite Voraussetzung wäre, daß bei jener Entmili- tarisierung auch die Sicherheit Deutschlands im gleichen Maße verbürgt wäre wie jene Frankreichs. Und das fetzt u. a. ein« endgültige Klarstellung des berüchtigten 8 18 im Sinne des gesunden Menschenverstandes und des guten Glaubens voraus: nämsich, daß nach der Räumung des»Ruhrreviers und der sonstigen am Rhein neuerdings besetzten Gebiete, solche militärischenInvasioneneinfürallemalun- zulässig wären. Aber gleichviel: Was auch an materiellen Sicherheiten Frankreichs geboten werden mag, so wird das Sicherheits- gefühl des französischen Volkes sich niemals befestigen, wenn es an seiner Oftgrenze ein Deutschland zum Nachbar hat, das nicht nur ein immer größer werdendes Uebergewicht in der Bevölkerungszahl erlangt, sondern auch in seinen nationalen Empfindungen fortwährend gepeinigt und verletzt mit erbitterter Entschlossenheit auf das Ziel der Revanche hin- starren würde. Da würde keine Entwaffnung, da würden keine strategichen Sicherheiten, da würden keine„natürlichen" oder unnatürlichen neuen Grenzen helfen, sondern die Atmo» sphäre des Hasses allein, die durch die Brutalitäten des Siegers geschaffen und genährt wäre, würde genügen, um die Besorg- nisse des französischen Volkes bis ins Unerträgliche zu steigern. Deshalb ist die Frage der Sicherheit Frankreichs viel we- Niger ein materielles als ein p o l i t i s ch e s P r o b l e m. Die bisherige Politik Frankreichs, die man allerdings zur Ehre des französischen Volkes am besten als die Politik des nationalen Blocks von 1919 bezeichnen kann, ist in der Tat nur geeignet gewesen, die künstige Sicherheit Frankreichs zu erschüttern. Sie war im höchsten Maße eine a n t i nationale Politik, denn bei aller oft kleinlichen Gründlichkeit, mit der sie die ma- tcrielle Entwaffnung Deutschlands durchführte, sorgte sie. de- wüßt oder unbewußt, für die moralische B e w a f f- n u n g aller nicht sozialisttsch geschulten Teile des deutschen Volkes. Eine wirklich nationale Politik hätte das Haupt» gewicht auf die geistige Abrüstung Europas legen sollen, hätte insbesondere erkennen müssen, daß die Voraussetzung des künstigen Friedens Europas in der Festigung der deutschen Republik, in der Stärkung jener Parteien liegt, die jene mo- ralisch und materiell drückende Bürde auf.sich luden, die ihnen das im November 1918 zusammengebrochene kaiserliche Regime hinterlieh. Noch aber ist es Zeit, diese Fehler einzusehen und durch eine neue Politik wieder gutzumachen. Die ietzt ver- emigte deutsche Sozialdemokratie ist die stärkste Friedens- macht in Deutschland und jeder Fortschritt im Sinne einer gerechten, vernünftigen Behandlung Deutschlands würde sich mit automatischer Gewißheit auf ihre eigens Stärke, auf ihren eigenen Einfluß übertragen, sowie auf die Stärke und den Einfluß der ihr am nächsten stehenden demokratischen und katholischen Elemente. Die deutsche Sozialdemokratie ist bereits prinzipiell auf der Frankfurter Konferenz sogar entgegen dem Widerstand Große Volksoper:„Die Zarenbraut" von Rimsty Korsakoff. Ein sehr merkwürdiges Stück. Ein Text, eine Mischung aus Märchen, volkstümlichen Gebräuchen und naturalistischem Knall» effett, in der Musik ein dutzendsaches Gemenge von Stil und Ton- ort, die von Wagner bis Sibirien reicht. Rimsky Korsakoff hat sich den Stoff mit der tastenden Ungeschicklichkell eines Anfängers zurechtgemacht. Eine unheilvoll platte Uebcrsetzung wirft auch das Primitivste an Poesie und musikdramatischem Willen über den Haufen: Diel ist allerdings nicht zu verderben an einer Szenerie, die unpsychologisch und nur nach dem' Gesetz der Stichworwer- teilung Handlung vortäuschen will. Die Einfachheit des Vorganges wird langatmig in vier ungehobelte steigerungsunsähige Akte zerlegt: de? letzte erst läßt erkennen, was eigentlich geschah. Hat Richard Wagner dem Wagnerfeind das Rüstzeug geliefert? Nein, die Dühnenraffiniertheit aller Operntränke ist hier verwässert und entgiftet. Wo Handlung und Sinn aussetzt, da greift Maschine und Ariminalv erbrechen«in. Das Ende sind Leichen.ohne Erschütterung, Wahnsinn ohne Schuld, Erkenntnis und Läuterung ohne Reue, Opfer ohne Adel. Es fehlt den Menschen die Ehrlichkeit, zu sich selber zu stehen, der Mut der Sammlung, die Hingabe und Liebe. Und das alles soll sinnlichste Oper werden! In der Tat, ein merkwürdiges Stück: Ljuba verliert die Liebe Grjäsnojs, der seine Augen zur schwarzäugigen Marfa erhoben. Um diese zu gewinnen, läßt sich der Liebhaber einen Trank be- reiten vom Hexenmeister Bomelius. Ljuba ober erlauscht das Ge- heimms und erhält von dem Zauberer ein giftiges Pulver gegen die Zusicherung, daß sie fein eigen werden soll. Liebesdrang und Giftdrang sind bereit und sie erzeugen nicht Leben, nicht Tod, sondern Wahnsinn der jungen Marfa, die der Zar bei der Mädchen- schau zu seiner Braut erkoren hat. Grjäsnoj bezichtigt Marfas früheren Bräutigam Lykow des Mordes und ersticht ihn. Alz beim .Anblick der wahnsinnigen Geliebten ihn die Reue packt, bekennt er feine eigen« Schuld, auch die eigentliche Verbrecherin dui Liebe, Ljuba, meldet sich, wird erstochen von dem, der ihre Seele längst ge- tötet hatte, und Grjäsnoj führt man in Ketten dem Henker zu. Der letzte Akt bringt auch den Musiker Korsakoff in Wallung. Es meldet sich ein feiner Stimmungstünsller, der mit wenigen, ein- dringlich singenden Instrumenten klein« Episoden menschlicher Be- drückthett und Entrücktheit aufs best« illustriert. Er ist kein sehr dtfferenzierter. kein psychologischer Kopf. Seine Mittel sind einfach, ebtr sie erschüttern, wenn er der Singstimm« ihre freien, schweben- den, düster elegischen Russennoten gibt. Da gelingt ein einsames, wie im Nebel kalt verhallende» Lied, eine Eriimerung an verlorene Jugend, ein Terzett mit feinen Imitationen,«in Tanz, der aus dien Moll des Volkes plötzlich in die Lust des Dur umschlägt. Da gelingt die ganze, zwischen Pathos und Natürlichkeit pendelnd« der englischen Genossen aus realpolitischen Gründen für das Zustandekommen des englifch-franzöfischen Ga- rantiepaktes eingetreten. Auch hat sie die Burgfrie- denspläne, die der Reichskanzler C u n o über Amerika im Dezember 1922 dem Ministerpräsidenten Poincarä übermit- teln ließ, sympathisch aufgenommen, sie würde sich freuen, wenn sie bei den offiziellen Erörterungen über die Sicher- heitsfrage in irgendeiner Form wieder aufgegriffen werden könnte. Sie wird überhaupt jeden Schritt nach dieser Rich- tung hin fördern, der geeignet ist, Frankreichs Besorgnisse zu beseitigen, und sie wird es auch an eigenen Anregungen nicht fehlen lassen. Aber alle diese Bemühungen wären vergebens, wenn nicht das Unrecht der Besetzung des Ruhrgebiets alsbald wieder gutgemacht wäre. Mit der Räumung des Ruhrgebietes muß eine neue Aera in den deutsch- französischen Beziehungen eingeleitet werden. Eine wahr- Haft republikanische Politik, eine Politik der Gerechtigkeit, des lair play, des sozialen Fortschritts, das ist die beste» die einzige Sicherheit FrankrÄchs! Die unterürückte Erklärung. Paris, 24. März.(WTB.) Wie die französische öffentliche Mei- nung informiert wird, dafür liegt heute wieder«in eklatanter Beweis vor. Die Agentur Havas übermittelte gestern abend noch vor 8 Uhr der gesamten Presse die offizielle Auskunst der englischen Regierung, die gestern im Unterhaus über die deutsche Ab- r ü st u n g erteill wurde. In dieser Auskunft wird im besonderen festgestellt, daß der britische Vertreter in der Militärkontrollkommission in Berlin die Entwaffnung Deutschlands sowobl hinsichtlich der Mannschaften als des Kriegsmaterials für effektiv erklärte. Weder„Matin" noch„Echo de Varls", noch„Petit Parisien", noch „Journal", noch„Petit Journal", also die am meisten gelese- a e n Blätter, fühlten sich verpflichtet, dies« Feststellung ihrem Leser- kreis zu unterbreiten. Hierdurch werden Millionen von Lesern der Aufklärung beraubt, der es im jetzigen Augenblick besonders bedarf, wo General Rollet die Wiederaufnahme der Kontrollhandlungen in Deutschland verlangt. Partei oüer verschworung? Zur Auflösung der„Völkischeu Freiheitspartei". Der Reichstag ist gestern nach einem lebhaften Finale, das alle Instrumente noch einmal in Bewegung brachte, bis zum 11. April in die Ferien gegangen. Eine Vertagung auf so lange Zeit bedeutet unter den gegenwärtigen Umständen ein Vertrauensvotum für die Regierung, das jedoch durch den Antrag der Sozialdemokraten, noch vor den Ferien den Aus- wärtigen Ausschuß tagen zu lassen, eine starke Ein- schräukung erfahren hat. Die Sozialdemokratie ist aber jetzt im Reich keine Regierungspartei wie die Deutsche Volkspariei, die gestern in ihrer Mehrheit mit der Rechten für das Weiter- tagen der Volksvertretung stimmte, um noch vor Ostern eine Aussprache über die Auflösung der„Völkischen Freiheitspartei" herbeizuführen. Nur die Abgeord- neten Rießer, Kahl, Lcutheußer und Kempkes stimmten mit der Mehrheit für Vertagung bis zum 11. April. Daß die Reichsregierung ein besonderes Verlangen danach getragen hätte, sich über diese Angelegenheit schleunigst zu äußern, glauben wir nicht, sie hätte schließlich auch nichts anderes sagen können, als daß sie mit dem Vorgehen der preußischen Staatsregierung e i n v e r st a n d e n ist. Lag es in der Ab- ficht der Volkspartei, eine derartige Erklärung zu veranlassen? Der Augenschein und die Haltung des offiziellen Organs, der „Zeit", sprechen dagegen und viel eher dafür, daß sich die Volkspartei un einem oppositionellen Vorstoß beteiligen wollte. Dies wäre um so merkwürdiger, als ja die Volks- parte! bekanntlich zu den Parteien gehört, von denen die ge- genwärtige Regierung Preußens getragen wird. Die„Zeit" aber mag sich sagen lassen, daß die Sozial- demokratie Maßnahmen, wie sie die preußische Regierung ge- troffen hat, nicht leichten Herzens billigt, daß sie das viel- mehr nur deshalb tut, weil sie mithelfen will, eine schwere Schlußszene. Auch das Vorspiel mit zwei gegensätzlichen Themen, einem russischen und einem italienischen, zeigt das Gesicht und den Rhythmus eines eigenartigen Künstlers. Die Mittelokj« sind schwach und platt! ein viel gewanderter, viel gereister Eklektiker schreibt Arien, Lieder, Tänze in ganz tonven- tionellem Stil, immer zart, aber kaum einmal neu und apart. Di« Stichworte fallen, und schon steht die lange Erzählung da, schon ist Aufforderung zum Tanz gegeben, schon ein Hymnus auf Gott und den Zaren chorisch angestimmt, schon ein Rezitativ ausgesponnen. Nicht russisch und auch international nicht lebensecht. Der Text belastet die Musik, die ohne Leitmotiv bleibt und in Er- kenntlichmachung der Personen nicht mehr Farbe findet, wie der Dichter sie hergab. Streckenweise Oratorium, streckenweise Rezi- tativ und Lyrik, nirgends Musikdrama und nur sehr wenig spczi- fische Russenmusik. So wirkt das Werk auf uns, die wir der russi- fchen musikalischen Einfalt weniger gut folgen können als ihrer Sinnenlust und melodischen Trunkenheit, viel zu lang. Man könnte ein bis zwei Akt« streichen. Bon den Solisten war Berta M a l k i n am echtesten, sie gab der unbekümmerten Jugendlichkeit so guten Ausdruck wie der krank- haften Vision. Frau Kurth, gesanglich prachtvoll, lebte sich in die Rolle der Eifersüchtigen nur mit Rot ein. Chor und Tanz ohne Hitze. Das Orchester unter H ö ß l i n dynamisch gestuft, doch ohne Weichheit, die Bilder einfach, von sichtlich treuer russischer Farbe und Aus- stattung. Di« Solisten sollen in einer Aufführung mit der Lur- jewskaja noch emmal besonders besprochen werden. _ Kurt Singer. Volksbühne:(Brlllparzers„Weh dem, der lügt." Eines der wenigen Lustspiele unser:? Literatur, das heute so wenig veraltet ist? wie vor achtzig Iahren. Das liegt nicht nur an dem frischen Tempo, dem lauwgen Ucbermut, dem flotten Witz, sondern auch cm der. Verlegung der dargestellten Ereignisse in die Dämmerzeiten der Geschichte. Der fränkische pfiffige Koch des Bischofs, der aus- zieht, um de» Neffen des cHsilickiert Herrn aus heidnisch bar- barischer Gewalt zu befreien, ist ein Parzival ins Schalkhafte über- etzt, feine„Tumbheit" ist nicht pathetisch, sondern humorig und eine Läuterung nicht von tragischen Untertönen begleitet, sondern von lieblichem Schellengeklingel. Nie war in dem Oesterreich des Vormärz vor diesem Lustspiel Grillparzers die schwächliche Borniert- heit, der� hohle Hochmut, die Einfall und Hilflosizkeit der aristokra- tischen Sprößlinge und Muttersöhnchen so verspottet wie in dem Neffen des Erzbifchofs, der seinen Retter v rachtet. weil dieser ein Koch ist.— Die Wiener adlige Gesellschaft strafte seinerzeit den Dichter bei der ersten Aufführung des Stücks, indem sie demonstratio das Theater verließ, weil sie die Verspottung ihrer selbst begriff und nicht ansehen wollte. Dieses heitere Spiel, dessen Inhalt zwar nicht märchenhaft in landläufigem Sinne ist, dessen innere Struktur und dessen Stim- mungsgehalt aber sich dem Märchenhaften nähert, erfordert eine drollig-phantastische Wiedergabe,«in glaubhaft unwirtliches Bühnen- spiel. Zum Teil ließ die Aufführung der Volksbühne dies« per- 'Gefahr von Staat und Volk abzuwehren. Niemand von uns will verhindern, daß eine geistige Strömung soviele An- Hänger wirbt, wie sie durch ihre Usberzeugungskraft gewin- nen kann. Hier ober handelt es sich n i ch t darum, eine geistige Bewegung zu unterdrücken, sondern vielmehr darum, greif- bare, weitgediehene Vorbereitungen zum Angriff auf die recht- mäßige Staatsgewall und zur blutigen Beseitigung ihrer Träger zu vereiteln und unabsehbares, unmittelbar drohen- des Unheil zu verhüten. . Der Gedanke, daß die Sozialdemokratie an der Unter- drückung der„Völkischen" ein partei mäßiges Interesse hätte, ist gerade-u unsinnig. Eher ist das Gegentell der Fall, denn die Zersplitterungsarbeit der Völkischen an der Rechten kann uns nur angenehm sein, genau so, wie umgekehrt die Bürgerlichen an der Schädigung der Arbeiterbewegung durch die Kommunisten ihre stille Freude haben. Die Sozialdemo- kralle hat gar kein Interesse daran, den Deutschnationalen die völkische Schmutzkonkurrenz vom Leibe zu halten. Wir wollen also die„Völkische Freiheitspartei" als politische P a r- t e i ruhig und gern ertragen, ohne vor ihr die geringste Angst zu empfinden, meinen aber nicht, daß die Regierung verpflichtet ist, eine Organisation, die mit verbrecherischen Mitteln verbrecherische Ziele verfolgt, deshalb unbehelligt zu lassen, weil diese Verschwörergesellschast vorsichtig genug war, sich mit dem Namen einer Partei zu schmücken. Das Berliner Zentrumsblatt: die„Germania", beurteilt den Sachverhalt durchaus zutreffend, wenn sie schreibt: Die deutschvölkische Freiheitspartei hat, des scheint festzustehen, den Plan eines gewaltsamen Umsturzes ernstiich verfolgt. Sie ist überhaupt kein« eigentliche Partei im politischen Sinne, sondern eine militärische Geheim- und Ver- schwörerorganisation unter dem Mantel einer politischen Partei. Es macht heute keinen Eindruck mehr, wenn politisches hochsiaplerlum sich national herausreden will. Wäre diese, gesunde Erkenntnis ollgemein, auch in der Deutschen und der Bayerischen Volkspartei, verbreitet, so stände vieles besser!_ Die berliner Sozialiftenbesprechung. Die Besprechung zwischen Vertretern der Sozial- demokratischen Partei Deutschlands und der von der Pariser Sozialistenkonferenz der inter- alliierten Länder nach Berlin entsandten Abordnung nahm gestern im Rcichstagsgebäude ihren Anfang. Die Abordnung, bestehend auS den Genossen Tom Shaw(England), Vincent Auriol und Grumbach(Frankreich), Huysmans(Belgien) und Matteotti(Italien), er- stattete Bericht über die Pariser Verhandlungen. Darauf wurden die Anschauungen der deutschen. Sozialdemokratischen Partei dargelegt. Nach der allgemeinen Aussprache trat man in die Spezialdebatte ein, wobei man mit dein R e p a r a- tionsproblem begann. Die Aussprache ivird am Sonn- tag fortgesetzt._ Eine wtirüi'ge Antwort.. Deutschösterreichische an französische Intellektuelle. wie«. 24. März.(BXB.) Der französische verband dc? geistigen Arbeiter hat an den Vorsitzenden des Zentralrates der geistigen Arbeiter in Oesterreich die Einladung ge- richtet, an einem Anfang April unter Vorsitz des gewesenen Minister- präfldenleu Bourgeois in Paris stattfindenden internationalen Kon- grcß teilzunehmen. Die Geschäftsleilung de» Zentralrates der öster- reichischen geistigen Arbeiter hak die Einladung dahin beantwortet, daß sie der ei! wäre, an einem solchen Kongreß teilzunehmen, daß sie aber den gegenwäckigea Zeilpunkt, wo durch da» bewasfuete Ein- dringen Frankreichs in Gebiete Deutschlands die Entfremdung zwischen den zwei größten Nationen des Kontinents noch gewachsen sei, für nicht geeignet halle und daher eine Berschie- bung des Kongresse» bis zu einer Zeit beantrage, wo der in Deutschland beskchende Verband der geistigen Arbeiter ebenfalls in voller Gleich st elluvg eingeladen werde. «SSSSS»»»'»»------?, missen. Die Regie Fichelsches glaubte genug getan zu haben, wenn sie märchenhafte Kostüme durch die Reiniger fchoffen ließ, wenn sie Stenders stilisierte Bühnenbilder verwendete. Im Spiel selbst fehlte der phantastische Schimmer trotz der Naturburschenhafttgkcit Ernst P r ö ck i s uick» der Frisch« der Gabrielle R o t t e r. Der Erfolg blieh dennoch unbestritten. Es war eine brave Leistunq mit allen Zeichen erfreulichen Willens und ehrlicher Freude am Spiel, t. „Die Schönste der Frauen." Dos Gemeinsame an der viel. gestaltigen Buntheit der gestrigen Metropoltheater premierc war das Halbe. Das Stück hieß Schwonkoperett«. war also halb Schwank und halb Operette, die Musik war halb Zirkus und halb Schwachtfelzen, das Ballett war halb angezogen, über Westermaier und Matzner lacht man sich halbtot und im Premierenpublikum sah man manche prunkende Erscheinung aus der halben Welt. Wal- ter Bromme, der das Wagnis einer Gostdirettion unternommen hat, ließ es sich was kosten. Vor allem hatte er sämtlich« Beine aus dem vorigen Ensemble engagiert, worauf es beim Metropol- theater im wesentlichen ankommt. Dagegen bracht« er nicht den Mut auf, aus dem Fahrwasser der üblichen Overettenfabrikation in unbekannte Gegenden zu steuern. Seine Musik ist sireuMich- priminv und fchnriegt sich leicht ein. Bei seinen Melodien weiß man nicht, ob man sich ärgern soll, weil man sie nicht so leicht wie- der los wird, oder ob man sich über da» Eingehen ins Ohr freuen soll. Ebensowenig wird das Gehirn durch die Knoiung der Hand- lung und dm Geist der Gefangstext« beansprucht. Natürlich spielt die Posse an einem Fürstenhof. Selbstverständlich sollen die Finanzen durch eine reiche Heirat rangiert werden. Die Braut will erst nicht, und �endlich nach allerlei Derquickungen will sie doch� Ein bißchen mehr könnten sich dl« Librettisten nun schon anstrengen. Auch die Gesangstexte(von Will Steinberg) wie„Mädchen, zeig dein Fossädchen" und„Mensch sei frech, dann hast du Chancen", stellen an den Geist keine großen Anforderungen. Ferry S i k l a jüdelt dm Fürsten, eine neu«, aber wenig überzeugende Auffassung. Lori Leux. entzückt wie immer mit ihrer dusligen Anmut, Matz- n er reißt, besonders wenn er den Kavellmeisser am Dirigentenpult vertritt, mit stinrs sprühenden Lärme den Mihmuttgen mit und der wie ein Boxer agierende Schmierendirektor Paul Westermaiers ist eine zwerchfellerschütternde Leistung. Diesm drei und d:m schmissigen Taktieren des Kapellmeisters Grzyb ist der laut« Er- folg zu verdanken. Dgr. Drahtlose Konzerte im Flugzeug. Eines der wichtigsten Hills. mittel bei der Durchschiffung von Lufträumm, die noch nicht durch- forscht und auf den Kartm eingezeichnet sind, ist die drahtlose Tele- graphie. Zu diesem Zweck sind die Flugzeuge mit Apparaten zum Empfang und zur Absendung drahtloser Botschoftm durch dm Piloten versehen, die gelegentlich auch dm Passagieren zur Weiterlcitung einer besonders wichtigen Nachricht zur Verfügung gestellt werden. Dagegen warm die Kabinen der Passagiere bis jetzt nicht mit weit- reichenden Empängem ausgestattet, um kein« Störung des droht- losen Nachrichtendimsies des Piloten durch eine zweite Luftlinie zu verursachen. So mußten die Reifenden den Genuß der drahtlos übermittellm Konzerte, Börsen- und Sportberichte bis jetzt mtbehrm. Wie der„Manchester Guardian" zu berichten weiß, ist es nunmehr gelungen, diesem Bedürfnis durch Erfindung ein« neuen Aufnahme, Das Reichspensionsamt. Aus parlamentarischen Kreisen wird uns geschrieben: Das ,, Berliner Tageblatt" nimmt in seinem Donnerstag- Morgenblatt zu der im Vorwärts" gebrachten Notiz über das Reichspen fionsamt Stellung und bezeichnet es als schlechten Big, wenn auch nur der Gedante erwogen worden sein sollte, Herrn v. Jacobi zum Referenten des Personalienrechts beim Reichsministerium des Innern zu ernennen. Mit Recht wird der ehemalige Landrat und derzeitige Präsident des Reichspensionsamts als Reaktionär und Vertreter antirepublitanischer Bestrebungen hingestellt. Die ganzen mislichen und schon oft, selbst in der Rechtspreffe, gerügten unhaltbaren Zustände in diesem Amt lassen sich auf die Unfähigkeit oder böswillige Sabotage dieses Herrn zurückführen. Seine Hauptstüge findet Jacobi in dem ebenfalls als reaktionär bekannten Freiherrn v. Welser, wie denn auch der Personalreferent des Amtes, der auf Borschlag Jacobis vom Ministerialamtmann zum Regierungsrat beförderte Herr Neumann eine noch weit üblere Persönlichkeit ist. Reichstag und Brotverbilligung. Die Rechte streift. 2ba. Lang( Banr. Tp): Die Regen über die 3mangswirtschaft fine so croh, daß die Aufbauungen sich derüber zu gurften der freien Wirtschaft wandelt haben. die Anfündigung durchareifender Maßnahmen. Aba. Heydemann( Remm.) vermist in der Rede des Ministers Im weiteren Verlauf der Sigung behandelte der Reichstag Darum erhob ich gestern Widerspruch, als man aller Abred. den Etat des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. zuwider die Debaite zu Ende bringen wollte. Dieselben Parteien, Abg. Herrmann( Dem.) fordert auf, die Gegenfätze zwischen die noch por Ostern diesen Etat verabschiedet wissen wollten, weil die Stat und Lond zu begraben. Landwirtschaft wiffen müsse, ob 3wagswirtschaft oder freie Wirtfchaft bestehen solle, verhindern jezt die Ensheidung. Das muß vor der Lande g brandmarkt werden. Das Pflichtbewußtsein der Rechter war gestern nicht so groß, um bis zum Schluß auszuhalten. Bei einer früheren ählichen Gelegenheit hat die Kreuzztg." diese Ta sache mit aller Deutlichkeit festgestellt und auch heute in ganz ähnlicher Weise den Abgeordneten der Rechten Vorwürfe gemacht. Es muß angenageit werden, wie die Rechte mit den vitalffen Interessen des Volkes Schindluder treibt. Ich beantrage über alle sachlichen Anträge zu diesem Etat die namentliche Ab= stimmung. Abg. Guerard( 3.) beantragt Bertagung. Abg. Eisenberger( Bayr. Bauernbund) verlangt Tarifermäß gungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse und fordert die Kultivierung von Dedländern. Reichsfinanzminister Hermes Präsident Cobe erklärt, das Haus fei allerdings nicht beschlußfähig, aber es feien noch Petitionen auf der Tagesordnung, die erledigt werden müßten. Er beraumt deshalb eine neue Sizung an. Abg. Müller Franken( Soz.) beantragt, den Haushalt des Ernährungsministeriums erneut auf die Tagesordnung zu sehen. Er fönne nicht begreifen, daß die Abgeordneten der Rechten so pflichtvergessen gewesen seien, abzureisen und daß die Fraktionen sie nicht hierhalten fonnten, so daß sie jetzt Gorge wegen der Abstimmung haben. Er stimme durchaus der Kreuzatg. zu, die heute geschrieben habe:„ Mit einer bürgerlichen Mehrheit, die wohl Diäfen und Freifahrtarten bezieht, aber im Hause nie vor handen ist, wird dem Bolle nicht geblent jein." Gegen diesen Neumann ist ein Disziplinarverfahren eingeleitet dem Antrage auf Berbilligung des Brotes und Aufbrin legt auf Verlangen der Sozialdemokratie feine Stellungnahme zu worden, das unseres Wissens längst abgeschlossen ist und einen Aus- nung der Unfosten durch Belastung des Belizes dar und erklärt: gang nahm, der diesen Herrn keine einzige Stunde mehr hätte im Dem Grundgedanken der beantragten Entschließung fann ich zu Amt möglich machen dürfen. Trotzdem ist Neumann noch heute stimmen. In welcher Weise die darin geforderte weitere Besig nach einem halben Jahr als Etatsreferent Hahn im Korbe und belastung erfolgen fann, darüber ist mir heute selbstverständlich kann auch noch als Personalreferent angesprochen werden, obwohl ein abschließendes Urteil noch nicht möglich. Die Frage bedarf forg offiziell hierfür ein Regierungsrat Jahn bestellt ist. fältiger Prüfung namentlich in der Richtung, wie diese Belastung in Festgestellt ist, daß dieser Neumann den Reichstag einen Sau- ber einfachsten und schnellsten Weise durchgeführt werden kann. Bermieden werden muß, daß wieder ein neues fompliziertes Gefeh gestall nannte, den man mit Handgranaten bombardieren müsse, und er schaffen wird. Die späte Berabschiedung des Geldentwertungsgefeßzes fich Mitarbeitern gegenüber ausdrückte, daß er sich schäme, nach hat eine durchaus unerwünschte Hinausschiebung der Beranlagung bem 9. November 1918 Regierungsrat geworden in diesem Jahre zur Folge. Die verlorene Zeit muß eingeholt wer zu fein. den. Dies schließt die Beranlagung neuer Steuern auf neuer Grund- Abg. Emminger( Bayr. Bp.) widerspricht diesem Antrage. Bekanntlich soll ja das Reichspensionsamt vom Minifterium des lage aus. Deshalb kann die neue Befitbelastung nur im Anschluß Nach längeren Auseinandersetzungen zwischen den Abag. LedeInnern abgetrennt und aus Sparsamkeitsgründen dem Reichsarbeits- an bestehende Stenern erfolgen. Als Ausgangspunkt für die neue bour, Leutheuser, Müller- Franken, Fehrenbach und Dittmann ministerium unterstellt werden. An dieser Stelle kann für heute Befitbelastung wird die Zwangsanleihe betrachtet werden können. schließt die Debatte. Die Petitionen werden genehmigt.. bie prattische Seite unberührt bleiben. Auf jeden Fall wirkt der entgegenzunehmen, die auch in andere Rechtung gehen. Im Laufe Ich bin aber gern bereit, Vorschläge aus den Parteien des Hauses jezige Zustand sich von Tag zu Tag unerträglicher aus. Der Herr bes Monats Mai wird das Ergebnis der ZwangsInnenminister muß eine gründliche Reorganisation an Haupt anleihe vorliegen, und dann wird sich auch einigermaßen überund Gliedern vornehmen, soll nicht das Reichspensionsamt in immer sehen laffen, mit welchen Steuereinnahmen überhaupt zu rechnen weiteren Kreisen ob seiner totalen Zerfahrenheit in Berruf kommen. ist. Sobald ich im Befiz der erforderlichen Grundlagen bin, werde Zahlreiche Briefe an Mitglieder aller Parteien weisen in oft beidh ungefäumt das Weitere veranlassen. wegten Worten auf diesen Jammerzustand hin und trotzdem werden die fähigsten Köpfe aus dem Amt hinausgeetelt, nur weil sie Republikaner sind und um ja nicht eine durchgreifende fruchtbare Arbeit Blaz greifen zu lassen, wie denn auch äußerst fähige Kräfte im Amt an wirksamer Arbeit direkt verhindert werden. Herr Minister Deser wird also wohl oder übel nicht umhin fönnen, und sei es im Benehmen mit dem Reichsarbeitsminister, nun endlich zu handeln, sonst müßte an dieser Stelle in fürzester Beit in recht deutlicher Weise das ganze System des Reichspensionsamts einmal gründlich besprochen werden. Selbst die Hakenkreuzler verjudet! Prag, 24. März.( Eigener Drahtbericht.) In die Butschpläne der bayerischen Hochverräter ist, wie bekannt, auch ein Rohlen. händler namens Johannes Munt verwickelt. Unser Parteiblatt,„ Der. Sozialdemokrat", ist in der Lage, einige Einzelheiten aus der Vorgeschichte dieses Hakenkreuzlers mitzuteilen. Herr So hannes Munt hieß früher Jatob Mund und ist in Brünn als Jude geboren. In Prag hatte er vor dem Kriege die Bertretung der Firma Beyersdorff u. Biach in Wien. An dieser Stelle hatte er Gelegenheit, sich für seine spätere Laufbahn vorzubereiten. Nach der Aufdeckung eines Fehlbetrages don 60 000 Friedenstronen verschwand er nach Amerika, wo er eine Austocherei errichtete. Da diese nicht reussierte, fam er bei Ausbruch des Krieges wieder nach Europa zurüd. Gr trat aus dem Judentum aus und änderte seinen Vornamen in Johannes um. In München etablierte er sich als Rohlenhändler und suchte Anschluß an die rassenreinen Arier. Schließlich landete er bei den Monarchisten, die wahrscheinlich nach dem Gelingen des Butsches seine Händlertalente gewürdigt hätten. ( D. Bpt.) die Beschlußfähigteit tes Hauses.( Die beiden Bor Beginn der Abstimmungen bezweifelt Abg. Leutheuser Rechtsparteien haben bis auf wenige Mitglieder den Saal verlassen und erscheinen nicht wieder.) Präsident Löbe teilt mit, daß das Bureau über die Beschlußfähigkeit nicht einig sei und läßt diese durch Auszahlung über den Antrag Gothein vornehmen, wonach die Entschlichung des Aus. schuffes genen eine Beteiligung des Reiches an der Getreide- Kreditattiengesellschaft an den Haushaltungsausschuß zurückverwiesen wer. dn soll. Die Auszählung ergibt 139 Stimmen für, 3 Stimmen gegen den Antrag Gothe'n und eine Stimmenthaltung. Das Haus ist nicht beschlußfähig. Präsident£ obe beruft mit Mütsicht darauf, daß am Sonnabend ebenso wie am Freitag die Beschlußunfähigkeit des Hauses absichtlich herbeigeführt worden sei, eine neue Sigung mit gleicher Tagesordnung auf 10 Minuten später ein. In der neuen Sizung erklärt Abg. Dittmann( Soz.) zur Geschäftsordnung: Vor der ganzen Welt ftelle ich feft, was fich hier abipielt. Der Ernährungsetat joffte möglichst schnell erledigt werden, diesen Wunsch hatten die Rechtsparteien, die jehl das Haus befchlußunfähig machen. Im Seniorentonvent war man überein. gekommen, diesen Etat am Freitag und Sonnabend zu eriedigen. Proletarische Abwehrorganisationen. Eine deutschvölkische Erklärung flärung, in der er gegen die Auflösung der FreiheitsAbg. v. Graefe( Deutschn. Freiheitsp.) verliest dann eine Erpartei durch den preußischen Minister Severing Einspruch er hebt, sie für unzulässig erklärt und die Reichsregierung ersucht, gegen folche Bergewaltigungen Front zu machen. Auf den 3wischenruf der nur herauf. ich merde Ihnen zeigen, wer feig ift!" Kommunisten Feige Gefellen" ruft Graefe:" Kommen Sie Abg. Maltzan( Komm.) stürzt sich auf die Rednertribüne, während von der anderen Seite der deutschvölkische Abg. Henning zur Tribüne eilt. Gleichzeitig folgten mehrere Kommunisten dem Abg. Malzan, so daß der Präsident eingreifen mußte. Abg. Graefe appelliert fortfahrend an das Haus, zum Protest gegen das Verhalten Severings eine Bollfihung abzuhalten. Abg. Schulh- Bromberg( dnat.) teilt mit, daß seine Partei eine Interpellation an die Regierung wegen der Auflösung der Freiheitspartei gerichtet habe. Es handle sich um einen unerhörten Eingriff in die Freiheit, die sich der Reichstag nicht gefallen lassen dürfe. Abg. Müller- Franfen( Goz.) verweist gegenüber der deutschnationalen Interpellation auf das Sozialistengeset. Abg. v. Graefe beantragt, der Präsident möge noch für heute nachmittag zur Aussprache über diese Frann eine Sigung anbe raumen. die Beschlußunfähigkeit des Hauses und beantragte seinerseits er. Abg. Müller- Franken( Soz.) bidersprach dem mit Rücksicht auf tagung auf den 11. April. Das Haus beschloß demgemäß gegen die Stimmen der Deutschen Freiheitspartei, der Deutschnationalen und der Volkspartet, * Ländern zurüdzuerstatten, wobei die Kommission fich auf die Grundfäße der deutschen Gefeßgebung über die Berpflichtung Einer der am meisten umstrittenen Bunfte des Abkommens zum Schadensersah beruft.(!) zwischen den Kommunisten und unserer Partei in Sachsen über die Regierungsbildung ist die Vereinbarung über die gegen den nichts bekannt. Sie würde übrigens eine Rechtsbeugung schlimmsten An amtlichen deutschen. Stellen ist von dieser Ordonnanz noch Fascismus zu treffenden Abwehrmaßnahmen. Die Grades bedeuten. fommunistische Presse stellt es als felbstverständlich hin, daß in Sachsen gemeinsame Organisationen beider Parteien zum Schuße der Demonftrationen, Versammlungen und des Eigentums der Arbeiterorganisationen gebildet werden follen. Die eip apparates ,, Ethophon V" Erfüllung zu veranlaffen, der erstmalig auf 3iger Boltszeitung" widerspricht dieser Auffassung und teilt der Luftlinie Croydon- Brüssel- Köln erprobt wurde. Dem Unein- mit, daß eine Fuktionärversammlung unserer Partei in geweihten erscheint der Apparat als eine tleine Schachtel, nur wenig Leipzig fich gegen gemeinsame Einrichtungen ausgesprochen hat, größer als die altmodischen Musitdosen, mit viel elettrischen Kugeln da das Verhalten der Kommunisten teine genügende Garantie für und verschiedenen Drähten in seinem Innern. Seine Berwendung ist einen wirklich einheitlichen Geist in solchen Organisationen biete. nicht an das Zuftreich gebunden, sondern er fann ebensogut im Auto Die„ Bolkszeitung" betont, daß der putschistische Einschlag in der burg wurden gestern vormittag militärisch besetzt, nachdem benützt werden. Während sich das Flugzeug vom Erdboden in die Lüfte erhob, konnten die Reifenden, bequem im Lehnstuhl fizend, Kommunistischen Partei noch viel zu groß sei, auch wünsche bie die Bestandsaufnahme verweigert worden war.. Infolge der Beden klar und deutlich vernehmbaren Lönen eines For- Trott lauschen. Sozialdemokratie. feine Militärpereinsspielerei zu treiben, fegung verließen die Arbeiter das Werk. Hagen, 24. März.( WTB) Zwischen Borhalle und Vollmarsendern nur Garantie gegen die Angriffe reaktionärer Elemente. Ein deutscher Radioklub wurde in Berlin von einer Anzahl von Fachleuten und Amateuren gegründet. Er soll besonders die Intereffen der Radioamateure jeber Art pflegen und weiter ausbauen, sowie die allgemeinen Radiointeressen gegenüber den Behörden vertreten. Er beabsichtigt eine zweite Radio- Funkgesellschaft ins Leben zu rufen und eine Konzession von der Bost zu erwirken, um auf diese Weise allen noch nicht erfüllten Wünschen der in Frage tommenden Wirtschaftskreise, wie Banten, Zeitungen, Industriekonzerne, Landwirtschafts- und Handelskammern sowie die Interessen der Amateuré gerecht werden zu können. In fast allen Kulturstaaten bestehen be= reits zahllose private Bereine und Gesellschaften privater Sende stationen auf diesem Gebiete für das allgemeine Nachrichten- und Ronzertwefen. In Deutschland habe bisher nur eine einzige private Radiofuntengesellschaft das Postmonopol für Rundspruch erworben. Der Deutsche Radioklub hat seine Geschäftsräume in Berlin C. 2, An der Stechbahn 1. # Anläßlich der Errichtung einer französisch- belgischen Eisenbahnregie" macht die Reichsbahnverwaltung noch einmal darauf aufmerksam, daß für tie deutschen Beamten diese Regie nicht cristiert und daß ihren Weisungen und Anordnungen deshalb, nicht nachzukommen ist. Ruhrchronit. Köln, 24. März.( WIB.) Die Deutschen Werke in Duis Die Folgen der Nuhrbesetzung. conton Bes Wir Für den putschistischen Geift der D. zitiert fie die Leipziger stein ist eine Unterführung der Eisenbahnbrüde gesprengt Sächsische Arbeiter 3eitung". Dort hieß es dieser Tage: worden. Die Franzosen verhafteten den Amtmann von Borhaile Gerade heute werden es zwei Jahre, daß die Berliner„ Rote und eine Anzahl Anwohner. Fahne" den Aufruf brachte: Arbeiter, nehmt Euch Wassen. Der Gedenktag der Märzattion jährt sich zum zweiten Male. glauben nicht, daß es eine beffere Rechtfertigung für unfere damalige Einschätzung der zukünftigen Entwidlung geben fann, als die vergangenen zwei Jahre. Was wir vorausfagten, ist buch stäblich erfüllt: Die deutsche Republik zersetzt, die Wirtschaft zer rüttet, die Konterrevolution schlagbereit, der Fascismus eine un mittelbare Gefahr. Darin ist unsere Märzattion glänzend gerecht fertigt. Aber das andere, den großen Fehler, haben wir festge: halten: Wir können noch nicht isoliert vorfloßen, als einzelne Partei tönnen wir nicht die Entscheidung provozieren. Wir müssen durch verschiedene Stationen durch, bis die letzten Illusionen bei der Mehrheit der Arbeiterschaft zerflattert sind und die Kommunistische Partei den endgültigen Kampf als die Partei des Proletariats führen und beenden fann." Dieses Zitat charakterisiert allerdings den Geist, der in der Urania- Vorträge. Sonnt., Donn.: Mit Sangunb Klang zwischen Schwarzwald und Alb"; Mont., Dienst., Freit.: Oberammergauer Bailionsspiele"; Mittw., Sonnab.: Helgoland im Bandel der Seiten. Vorträge. Sm Institut für Meerestunde( Georgenftr. 34/36) fpricht Kommunistischen Partei herrscht, zur Genüge. Der eine Teil, der am Dienstag, Brof. Stahlberg über: Das chilenische Seebeben und das aus den Erfahrungen immerhin einiges gelernt hat, wird im Schach Verschwinden der Difterinfel In der Urania beginnt gehalten durch den anderen, dessen Radikalismus in Phrasen sich am 26., abends 8 1hr, eine auf sechs Abende berechnete Vortragsreihe: Die Beltanschauung der Gegenwart von St. B. Goldschmidt. ungehindert austoben darf und in Aktionen nur deswegen Museumsführungen. Sonntag, den 25. März, 9, Uhr. finden gelähmt ist, weil der Einfluß der KPD. zu irgendwelchee ernst Führungen durch Direftorialbeamte im Museum für Bölterkunde( Siam), haften Borstößen nicht ausreicht. um 11 Uhr im Kaiser- Friedrich- Museum( Vorderasien) statt. " Suifliche Dichtungen von Andrejem, Dostojewsti, Borti, Tolstoi, Turgeniem u. a. spricht Ernst Friedrich am Sonntag, den 25., abends 7%, Ubr, im Meisteriaal, ölbener Straße 38. Eine neue Ordonnanz. London, 24. März.( WTB.) Ein Sonderberichterstatter des Daily Expreß in Rotterdam hebt hervor, daß die französische Besehung des Ruhrgebiets Rotterdam, einen der geschäftigsten Häfen der Welt, I a hm gelegt habe. Der Handel von Rotterdam fei auf 30 Broz. des ursprünglichen Handels zurückgegangen, 30 000 Arbeiter feien erwerbslos geworden. Die Rotterdamer Raufleute erklärten, die französische Attion sei eine Verlegung des Bertrages von 1868, durch den die Freiheit der Rheinschiffahrt garantiert werde. Standrechtsdrohung in Ungarn. Gegen die erwachenden" Faseisten. Budapest, 24. März.( 2.) Ministerpräsident Graf Bethlen erklärte im Parlament, er fei im Besitz aller Vollmachten zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und er übernehme die volle Garantie dafür. Die Regierung sei entschlossen, jeder Ordnungsstörung gegenüber energisch aufzutreten und das Standrecht zu verfünden. Infolge der energischen Erklärungen des Ministers ist eine allgemeine Erleichterung und Entspannung eingetreten. Die( antisemitischen. Red.) Studententrawalle auf der Universität haben seit gestern vollkommen aufgehört. Die Vorträge gehen nun ungestört vor sich. Sogar Horthy muß abwinken. Budapest, 24. März.( WTB.) Der Reichsverweser empfing heute auf Borschlag des Ministerpräsidenten die Führer der Universitätsjugend und erklärte, die Hochschuljugend habe sich ſeit der Revolution als eine bereitwillige Stüße der staatlichen Macht Nach einer Havasmeldung aus Bochum hat die RheinlandGhrung Cosima Wagners. Die bayerischen Staatstheater in fommission eine neue Ordonnanz erlassen, durch welche München werden von den Einnahmen aus den Aufführungen Wagnerscher Werte tros des Ablaufs ber Schußfrist einen Anteil an Frau Cosima tie Angehörigen der Besagungsmächte und diejenigen Personen Wagner überweisen. Es ist zu hoffen, daß diesem Vorgehen der bayerischen deutscher Nationalität geschützt werden sollen, die in den Dienst der Staatstheater sich auch andere deutiche Bühnen anschlieren werden. Besagungsmächte getreten find oder mit ihnen in Berbindung stehen. Thüringische Osterfeftipiele 1923. Die VolkshochschuleΣb: Die Ordonnanz erklärt die verschiedenen Befagungsarmeen für zu ringen veranstaltet auch in diesem Jahr für ihre Teilnehmer aus ganz Thiningen, sowie für solche aus fremden Boltsbildungsgemeinschaften, ständig zur Aburteilung jämtlicher Gewalttaten Osterfestspiele, und zwar in den beiden andestheatern Alten- oder tätlichen Bedrohungen, Streitauffort erungen, sowie allgemein bei der Wiederherstellung der Ordnung, sowie bei der Kräftigung burg und Meiningen. In Altenburg fommen zur Aufführung: von Handlungen, die den Charakter von Strafmaßnahmen oder Re- der christlichen und nationalen Gesinnung erwiesen. Die Brahms' Deutsches Requiem", Die Beber von Hauptmann und Wagners Meistersinger von Nürnberg preffalien gegen Personen irgendeiner Nationalität haben. jüngsten Zwischenfälle würden unparteiisch geprüft und in gerechter Außerdem erhält die Kommission die Befugnis, Personen, die Weise erledigt werden. Die Jugend möge auch ihrerseits alle Dpfer infolge von offenen Unruhen oder verbrecherischen Handlungen im Interesse der Ruhe und Ordnung bringen, deren der Staat in Schaden erleiden, Entschädigungen zuzuerkennen. der gegenwärtigen schwierigen Lage in erster Reihe bedürfe, und Die Entschädigungen find provisorisch von den Gemein alle Elemente von sich fernhalten, die sie bloß einseitig ausnuten den zu leisten und diesen eventuell vom Reich oder den wollten. BP SP in Meiningen neben einem Beethoven Stonzert mit der 1. und 9. Sinfonie die erste Gesamtaufführung der Bas Trilogie von Georg Saifer. Sarah Bernhardts Gesundheitszustand bet fich nach einer Mel, bung des Temps" feit vergangener Nacht derart verschlechtert, baß die Aerzte jeh beunruhigt find. Gewerkschaftsbewegung Herausforderung. baß die Arbeitgeber nici in ber Sage feien, 8ugenän b- 1ber einer gelernten Bosamentenbandarbeiterin 816 unb 653 niffe au machen und von den Arbeitern erwarten, für einen für eine geübte Arbeiterin 735 M. Zu diesen Löhnen soll noch dem Wochenlohn von 40 000 m. weiter zu arbeiten; ein Vorschuß fame Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses vom 21. März für demnach nicht in Frage. Dies bedeutet, daß ein Familienvater die zweite Märzhälfte eine Lohnzulag von fünf Prozent nach Abzug der gefeglichen Abzüge mit 88000 Mart nach Hause fommen. Die Unternehmer sind drauf und dran, mitten im Ruhr geht. Trozdem die Arbeitnehmer diesen Schiedsspruch als un frieg Riefentämpfe zwischen Kapital und Arbeit Die heutige Beriammlung der Arbeiter wird zu diesem un- befriedigend betrachten, haben sie ihn durch Urabstimmung an im Innern hervorzurufen. Wir wollen von vornherein ohne glaublichen Verhalten der Arbeitgeber Stellung nehmen. Nach der genommen. Den Arbeitgebern jedoch waren auch diese fünf weiteres zugeben, daß nicht alle Unternehmer so turzsichtig und ge- ganzen Sachlage ist damit zu rechnen, daß es zu einem Streit Prozent noch zu hoch, weshalb fie den Schiedssprud missenlos handeln. Es gibt Unternehmergruppen, die vernünftig| tommt. ablehnten. Der Demobilmachungsfommissar hat zwar bisher genug sind, zu begreifen, daß die Martstabilisierung nicht einzig auf stets entschieden, die Tegtilindustrie gehöre nicht zu den Kosten der Arbeiter vorgenommen werden kann und daß sie die Lohnbewegung der Angestellten in der Bekleidungsindustrie lebenswichtigen Betrieben. Dennoch ist die Verbindlichkeits. ungesunde Profitwirtschaft der legten Jahre nicht weiter fortsetzen fönnen. Aber neben diefen einsichtigen Arbeitgebern gibt es eine Eine gut besuchte Veriammlung der Angestellten der Herren ertlärung des Schiedsipruchs beantragt, zur Entscheidung dar Mehrheit, die die Gewinnsucht blind und taub gemacht hat. Und und Senabenkonfektion, der Damen- und Mädchenmänteltonfektion, über, ob die Griftenzfrage diefer Arbeitnehmer nicht lebenswichtig diefe haben offenbar die Führung an sich gerissen. Blusen und Kleiderfonfektion und der Herrenwäschebranche nahm genug ist, um ihr diese 5 Prozent zuzuiprechen. Die Vorgänge im Reichswirtschaftsrat bei der Beratung am 28. März in der Brauerei Königstadt Stellung zu den Tarifdes Arbeitszeitgefeßes reben eine deutliche Sprache, die nicht mißzu berhandlungen. Bublis vom Zentralverband der Angestellten Der Deutsche Buchdruderverein feiit mit: Das Zentralschlich verstehen ist. Gewiß haben die Arbeitgeber und die ihnen ergebenen berichtete, daß die Arbeitgeber es ablehnten, für März tungsamt für das deutsche Buchdruckgewerbe hat durch vorgeftrigen unparteiischen" Bertreter die Mehrheit im Reichswirtschaftsrat, wie 3uge ftändnisse zu machen, was eine lebhafte Entrüstung Schiedsspruch die unveränderte Berlängerung der die bürgerlichen Parteien die Mehrheit im Reichstag haben. Sie auslöfte. Die Angestellten gaben in einer Entschließung. geltenden Tariflöhne beschlossen. Dieser Schiedsspruch ist tönnen also dort nach Belieben Beschlüsse faffen und Gefeze machen. die einstimmig angenommen wurde, der Erwartung Ausdrud, gestern von den vertragschließenden Organisationen angenommen Bie sich solche Gefeße aber in die Bragis umfegen, befonders daß der Zentralverband der Angestellten alles tun werde, um trop, wenn sie dem Willen und den Bünschen der Mehrheit der Bevölke: der ablehnenden Haltung der Arbeitgeber ein Ergebnis zu erzielen. rung ins Geficht schlagen, ist eine andere Frage, Die Unternehmer das die Wüniche der angestellten einigermaßen befriedige und eine mit der Regierung durch eine Lohnzulage von 10 Prozent beendet Der Transportarbeiterstreit in Düsseldorf ist in Verhandlungen md ihre Helfershelfer fönnen doch unmöglich glauben, daß die wenn auch schwache Angleichung des Gehaltsniveaus Arbeiter nunmehr den Achtstundentag aufgeben wer- Breisstand bringe. Zum Schluß gab Fräulein Lit vom Zda. den, weil die Unternehmer das wünschen und weil der Reichswirt- Anweisungen für das Verhalten bei Betriebseinschränkungen. schaftsrat den Wünschen der Unternehmer sich gefügig gezeigt hat und weil vielleicht auch der Reichstag in die Fußtapfen des Reichsmirtschaftsrates treten wird. Den Achtstundentag haben sich die Arbeiter erobert, und zwar nicht in einer lleberrumpelung, sondern in zähen Kämpfen, die ein halbes Jahrhundert und darüber alt find. Und nun glauben die Unternehmer, daß ein Beschluß des Borläufigen Reichswirtschaftsrates oder selbst des Reichstages die Arbeiter veran laffen fönnte, freiwillig wieder aufzugeben, was sie sich mühsam erfämpft haben! Die Unternehmer sollten doch aus alter Erfahrung wissen, daß die Arbeiter sehr wohl verstehen, Eroberungen zu machen und jeden Versuch, ihnen diese Eroberungen wieder zu entreißen, zurückzuweisen. Der Anschlag der Unternehmer auf eine Errungenschaft, die den Arbeitern am meisten ans Herz gewachsen ist, erscheint um so wahn miziger in einem Augenblid, wo wir mitten in einer Wirtschaftstrije stehen und allenthalben die achtstündige Arbeitszeit verfürst werden muß. Damit nicht genug, gehen die Unternehmer systematisch daran, große Arbeitermaisen auszusperren, wenn in irgendeinem Betrieb ein Konflitt ausgebrochen ist. So haben wir gegenwärtig in der Holzinduftri in Sachsen, im öftlichen Bestfalen, in Hannover und in Pommern Aussperrungen, die mehr als 40 000 Arbeiter umschließen. Charakteristisch für alle diese Aussperrungen ist die in Sachsen. Dort war ein Schiedsspruch gefällt worden, der die Löhne der Holzarbeiter ab 1. März auf 1550 M. die Stunde und ab 9. März auf 1650 m feftichte. Die Unternehmer wollten nur 1390 M. bewilligen und lehnten den Schiedsspruch ab. Darauf tam es an einzelnen Orten zu Teilstreits. Die Unternehmer begnügten fich nicht mehr mit der Ablehnung des Schiedsspruches, fondern fchritten darauf zur Aussperrung sämtlicher Holz arbeiter. Es hieße Bogel- Strauß- Politit treiben, wollten wir an diesen Tatsachen adtlos vorübergehen. Ohne Rüdsicht auf die Folgen treiben es die Unternehmer zu schweren Konflikten. Die Regierung läßt die Zügel schleifen. Für tie Arbeiterschaft ergibt sich daraus die eiserne Notwendigteit, den aufgedrungenen Kampf durchzuführen. In der Stärfe ihrer Organisationen liegt die Gewähr, daß fie diesen Rampf fiegreich bestehen wird. Schiedsspruch für die Schuhmacher. an den Durch einstimmigen Schiedsipruch des Schlichtungsausschusses am 23. März sind die Löhne für die Schuhmacher der Reparaturbranche für die Zeit vom 12. März bis 14. April 1923 unt 20 Broz. erböht. Die Mindestſtundenlöhne betragen für Arbeiter im Zeitlohn und als Affordbasis für neue Arbeiten 1260 m, für Arbeiterinnen im Zeitlohn und als Alfordbasis für Reparaturen 1134 M., für männliche Zeitlobnarbeiter in mechanischen und orthopädischen Betrieben und als Affordbasis für neue Arbeiten in orthopädischen Betrieben 1386 M. Diesen Schiedsspruch baben die Arbeitgeber abgelehnt. Die Arbeitnehmer haben beim Demobilmachungskommissar beantragt, den Giebsspruch für verbindlich zu erklären. Die Kollegen werden aufgefordert, in allen Betrieben die Säge des Schiedsipruches in Anerkennung zu bringen. Der Verband der felbständigen Schuhmacher des Stadttreifes Berlin veröffentlicht in der Nr. 6 der Berliner SchuhmacherBeitung seine Richtiäge, gültig ab 12. Mara 1923, und im Anschluß baran einen Auszug aus dem Lobutarif, der eine willfürliche Aenderung der tatsächlichen Lobniäge vorfieht. Der Mindestitundenlohn betrua bis zum 12. März für neue Arbeiten 1050, für Rebaraturen 945 M. Der Verband der selbständigen Sausmacher batte den bestehenden, für allgemein verbindlich erklärten Tarif nicht gefündigt und somit kein Recht, die bestehenden Säße eigenmachtig zu ändern und herabzuiezen. Alle Arbeitgeber, welche der Aufforderung des Verbandes der Arbeitgeber zum Tarifbruch Folge geleistet und ihren Arbeitern Sobnabzüge gemacht haben, müssen von den Arbeitern vor dem Gewerbegericht auf Zahlung des zu wenig gezahlten Arbeitslohnes verflagt werden. Dem Zentralverband der Schuhmacher ist in jedem Einzelfalle Mitteilung zu machen. Nochmals:„ Preisniveau oder Sohnniveau". Wir erhielten zu diefer Streitfrage noch folgende Erklärung: Gegenüber den Ausführungen des Reichstagsabgeordneten Ernfte Differenzen im Buttergroßhandel. Aufbäufer in Nr. 180 des Vorwärte vom 18. März 1928 legt das Ein Wochenlohn von 40000 Mart genügt, um eine Reichsarbeitsministerium Wert darauf, ausdrücklich feitFamilie menschenwürdig ernähren zu fönnen, nach Meinung der Austellen, daß die Fassung Lohnniveau" statt Breisniveau", wie Arbeitgeber im Berliner Buttergroßhandel. Anfang Februai wurde es in dem ersten Entwurf beriebentligebeißen batte, neben für die zweite Hälfte Februar für die Kuticher ein Sohn von 40 000., für Arbeiter 39 800 m. und für Arbeiterinnen 28 000 W. mit den Arbeitgebern vereinbart. Für März wurde eine Er höhung von 75$ 1oz zu den bestehenden Löhnen gefordert. Die Arbeitgeber lehnten diese Forderung rund weg ab. Verbandlungen verliefen reialtatios, da die Arbeit. geber zu feinem Zugeständnis bereit waren und der Echlichtungsausschuß au teinem Schiebsspruch fam. Auch bei den Bergleichsverhandlungen bor bent Demobil machungsfommiffar bettraten die Arbeitgeber den Stand punkt, daß angesichts der schlechten Gefchäftelage en irgend welche Lohnerhöhung nicht zu denken, fei. Es fam wiederum feiner Berständigung. zahlreichen anderen Aenderungen in der Besprechung mit den Gewerfichaite vertretern in der Reichstanalei beichlossen worden und nicht etwa nachträglich erfolgt ist. Herr Aufhäuser wird fich von der Richtigkeit diefer Angaben durch Anfrage bei den übrigen beteiligten Getvertschaftsführern überzeugen lönnen. Er bat es scheinbar versehentlich unterlassen, die beschlossene Fassungsänderung in dem ihm vorliegenden Entwurf nachzutragen." Genoffe ufhäuser bemerft dazu: 3 babe gegen die amtliche Veröffentlichung bei der Pressestelle der Reichetanzlei als. bald telephonisch Beschwerde erhoben, worauf der betreffende Beamte iofort fragte, ob es fich etwa um das Wort„ Preisniveau" handelte. Ein Beweis dafür, daß auch von anderer Seite bereits wegen der Erfeßung des Wortes Lohnn veau" durch„ Preisniveau" Wenn Herr Ministerialdirektor Sigler inDie Vertreter der Arbeiter wollten jedoch unbedingt zu einer moniert sein mußte. Regelung fommen. Sie ertlärten sich bereit, falls ein Vorschuß zwifchen obne meine Sinzuziehung mit Gewerkschaftsgezahlt wird, die Lohnfäße für fich als bindend anzuertennen, welche vertretern anderer Richtungen Feststellungen gemacht hat, so halte in den nächsten Tagen für den stolonialwaren großhandel ich dieses Verfahren für mindestens eigenartig." bereinbart werden. Die Arbeitgeber ver prachen, am gestrigen Sonnabend zu diesem Vergleichsvorschlag Stellung au nehmen und bis 8 Uhr nachmittags dem Verkehrsbund( Transportarbeiterverband) Der Stundenlobn eines Bosamentiergehilfen, der nach vierMitteilung zu machen. Diese Mitteilung fam und lautet dabin, jähriger Lehrzeit dieses Kunsthandwerk ausübt, beträgt 1265 M.. gu Märzlöhne im Posamentiergewerbe. morden. worden. Achtung, BSPD.- Gewerkschaftsangestellte! Die Fortsegung der am 14. März vertagten Bersammlung ist am Mitt. moch abend 7 Uhr in den Berliner Bereins- und Konzertsälen, Kommandanten. Straße 58-59, Blauer Saal, 1. Etage. Referent Dr. Ru bolf Silferding. Bezirksverband Berlin BSPD., Betriebssekretariat. 3. A.: A. Solz. Achtung, BSPD.- Metallarbeiter! Heute finden folgende Branchen. versammlungen statt: Eisen- und Revolverdreher, Dreherinnen, Rundfchleifer: 9 Uhr Sophien- Säle; Emaillierer: 10 Uhr Nejidenz- Festsäle, Landsberger Str. 81; Hobler, Bohrer, Stoßer, Fräser: 9½ Uhr Humboldt- Gymnasium, Gartenstr. 25; Rejselschmiede: 10 Uhr Feibels Fest fäle, Rolberger Str. 23; Maschinen, Auto- und Reparaturschlosser: 9 Uhr Mufiterfäle, Kaiser- Wilhelm- Str. 31; Schmiede: 9½ Uhr Boeters Festfäle, Weberstr. 17; Walzwerk-, Blei- und Drahttabel sowie Papier robrarbeiter und-arbeiterinnen: 9% Uhr Schulaula Weinmeisterstr. 16/17. Besucht restlos diese Versammlungen! Wer fernbleibt schädigt die Organisation. BSPD.- Buchdruder. Montag 5 Uhr Fraktionssigung bei Baum, Stallschreiberstr. 47. Bollzähliges Erscheinen erwartet der Fraktionsvorstand. Gattler, Tapezierer und Portefeuillez. Mittwoch abend 7 Uhr in BEPD.. Döhrings Festfälen, Raunnirftr. 27, Berfammlung aller Genossen. Jede Werkstatt muß verireten sein. Partei- und Gewerk. fchaftsausweis legitimiert. AfA- Funktionäre, Metallindustrie. Montag 6 Uhr im Musikervereinshaus, BBM. Ausweis: Mitgliedsbuch und Funktionärtat 4. großer Gaal, Kaiser- Bilhelm- Str. 31, Bericht über die Berhandlungen mit dem Achtung, Zimmerer! Dienstag nachmittag 3 Uhr im Gewerkschaftshaus, Seal 3, Bertrauensmännerversammlung der Zimmerez GroßBerlin. Der Borstand. Solzarbeiterverband. Stellmacher der Klein und Innungsbetriebe: Ber. Jammlung Dienstag 7 Uhr bei Summel, Sophienstr. 5. Wie ist es möglic, in den Junungsbetrieben geregelte Sohn- und Arbeitsverhältnisse zu schaffen 4 Die Branchenleitung. Zentralverband der Angestellten. Fachgruppe Sozialversicherung: Dienstag 8 Uhr in der Kommandantenstr. 63-64 Bersammlung der Kollegen des Außendienstes, Krankenbefucher, Rechercheure, Rahlstellen- und Kaffenboten. Afa- Mitglieder, Gesundheitsindustrie. Dienstag 7% Uhr im Parterresaal von Oswald Berliner, Brunnenstr. 140, wichtige Bersammlung. Ausweis: Mit gliedsbuch und Funktionärtarte. Berantwortlich für den redaft. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Gierzu 3 Beilagen. Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin. Lindenstr. 3 Nährflocks REZEPT NR. 5 Das Gemüse- Spinat, Gemüse- Nährflocks: Mangold, Kohl oder Kraut usw. kocht man auf die gewöhnliche Art und Weise. Vor dem Auftragen streut man eine dicke, Schicht der blätterteigahnlichen knusperig- braunen Nährilocks darliber Der Wohlgeschmack wird noch köstlicher, wenn man die Nährflocks vor dem Darüberstreuen in Butter oder Fett leicht aufröstet. Die Gemüse- Nährflocks bilden eine sättigende ptmahlzeit für die ganze Familie. Sie ersetzen durch ihren hohen Nährwert und ihre vol e Schmackhaftigkeit teure Fleischgerichte, übertreffen diese aber an Bekömmlichkeit und vor allem auch an Billigkeit. 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Der Landtag führte gestern die Beratung des WohlfahrtsAbg. Frau Ege( Soz.): Wohlfahrtspflege ist Gemeinschaftspflege. Die geftrige Aussprache ließ leider den Gemeinschaftsgedanken sehr vermissen. Und doch ist es notwendig, daß der Ge meinschaftsgedante, Staatsgedanfe, heute allem vorangestellt werden muß. Erst dann werden wir auch mit der Wohlfahrtspflege ein Stück vorwärts tommen. Bei der Fürsorge für die Kleinkinder müssen höhere Summen zur Verfügung gestellt werden. Bei der Verteilung der Gelder im letzten Jahr zeigten die eingegangenen Berichte, wie groß die Notlage im Lande ist. Bei der Jugendbewegung im allgemeinen mißfällt uns an manchen Stellen die Gesamteinstellung. Bei der Verteilung der Unterstüßungsgelder wird nicht immer nach den Grundsäzen der Billigkeit verfahren. Wir fordern hier größere Konsumgenossenschaftsmitglieder! Parteigenossen! Gerechtigkeit bei der Zuteilung von Geldern an private Vereine der Jugendpflege. Vor allem dürfen Gelder nicht solchen Ver= Heute, Sonntag, von vormittags 9 bis miffags 1 Uhr: einen zukommen, die die Jugend zur Ablehnung des heu= Zum Schluß möchte ich den Minister auf die grauenvollen Zustände hinweisen, die sich im Osten von Berlin herausgebildet haben, wo Kinderhorte heute in Häusern untergebracht sind, in denen sich Absteigequartiere befinden. An alle Frauen des Landtages richten wir den Appell, künftighin doch dann, wenn über Steuererhöhungen tigen Staatswesens erziehen. Der Minister hat für solche Bertreterwahlen zur Generalversammlung Bereine selbst Beispiele mitgeteilt. Den Lugus, immer mehr Privat schulen zu errichten, die dann aus den vorhandenen Mitteln mit unterstützt werden sollen, können wir uns heute nicht leisten. Nüzliche Wohlfahrtspflege ist nur da möglich, wo die Leiter und die Organe dieser Pflege mit denen fühlen und denken können, denen die Fürsorge und die Pflege zugute kommen soll. Auf die Frage: Woher das Geld nehmen?, antworten wir:„ Die Enteignung der gesamten Krongüter würde für unsere gesamte Wohlfahrtspflege eine große Hilfe sein und die vom Staat zur Verfügung gestellten Mittel wirksam er gänzen."( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Unsere Stimmzettel fragen das Kennwort: Genossenschaftsaufbau. urne. Da die Mandate nach dem Verhältnis der abgegebenen Jedes Mitglied erscheine rechtzeitig an der WahlStimmen auf die Wahlvorschläge verteilt werden, tommt es auf jede einzelne Stimme an. Als wahllegitimation gilt das Konsumgenossenschafts- Mitgliedsbuch. lokal ihrer Verkaufsstelle oder im Wahllofal ihres Wohnfiges. Die Mitglieder üben ihr Wahlrecht aus entweder im WahlArbeitsausschuß der BSPD.- Konsumgenossenschaftsmitglieder. Abg. Frau Dr. Lauer( 3.) fordert hauptamtliche Jugendpfleger und Jugendpflegerinnen und schließt sich den Klagen der Genofsin Ege über ungerechte Verteilung der Zuwendungen an Bereine an. Staatssekretär Scheidt erklärt, die Verteilung der Jugendfür und über die Bereitstellung von Mitteln beschlossen wird, auf ihre forgefonds erfolge durch die Regierungspräsidenten. Ebenso erfolge Fraktionen einen Drud auszuüben, damit wir nicht ewig das widerdie Auswahl der Lehrpersonen durchaus unparteiisch. Die Ueberliche Gerede hören müssen, daß für die Fürsorge der Kinder, für führung der Referentinnen bei den Regierungen in etats die Erziehung der Jugend im Staaie nicht genügend Geld vormäßige Stellen sei auch der Wunsch des Ministeriums. Die Not- handen ist.( Bravo! b. d. Soz.) loge der Wohlfahrtsschulen und sozialen Frauenschulen werde anerkannt. Allein die Finanzlage zwinge zur Sparsamkeit. Nach Abg. Gehrmann( Komm.) und der Abg. Frau Dönhoff ( Dem.) erhält das Wort Abg. Frau Chriftmann( S03.): Noch immer graffieren Prügelstrafe und Kostentziehung in der Fürsorge erziehung. Der Minister gab uns zwar einige Erklärungen, die uns beruhigen sollten, allein nach unseren Feststellungen wird noch immer mit der Entziehung des Brotaufstrichs gestraft, und das in einer Zeit, wo in den Fürsorgeanstalten die Kost wahr haftig nicht verschwenderisch gegeben wird. Diese Art von Strafe ist unter allen Umständen gesundheitsschädlich. Die Prügelstrafe aber ist schon gar tein Mittel der Erziehung. Wer ohne dieses Mittel nicht auszukommen glaubt, taugt nicht zum Erzieher und gehört besser selbst erst einmal in eine Erziehungsanftalt. Minister Hirtfiefer: Ich werde natürlich der Sache auf den Grund gehen, die die Borrednerin zuletzt erwähnt hat. Die Für forgeanstalten sind zumeist Eigentum der Provinzen; es alles tun, was in unseren Kräften steht. Es ist schwer, das vor= geht nicht so schnell mit weiteren Fortschritten, aber wir werden handene Personal ohne weiteres durch anderes zu ersehen. Wir werden uns weiter bemühen, die Fürsorgeerziehung in neuem Geiste zu gestalten, aber ich bitte das Haus, die dabei bestehenden Schwierigkeiten nicht zu unterschäzen. wird bewilligt. Damit schließt die Besprechung. Das Gehalt des Ministers Sonntag, 25. März 1923 an Neiz. die friminalistische Note verliert durch gefchidt placierten Humor an überflüssiger Gewichtigkeit. Die ganze, ohne Verlegung der Logit nett aufgebaute Begebenheit variiert das unerschöpfliche Thema vom befehrten Weiberfeind. Der Verfasser Hahn hatte in dem Regisseur Alfred Hahn nicht den besten Helfer; die Spielleitung verschleppt das Tempo und strafft zu wenig, wenn auch manch hübsches und filmisch durchgeführtes Detail fesselt. Grete Reinwald sieht wie immer sehr hübsch und frisch aus; ihr Ausdrucksvermögen gewinnt allmählich an Ueberzeugungskraft, über die wirkt wieder durch seine Massigkeit, und der famose Leonhard Hastel ihr Partner Hermann Tbimig in reichstem Maße verfügt. Suszar macht aus einem Dummfopf eine glaubwürdige Gestalt. p- s " Der letzte Kampf", dem man mit starker finomäßiger Spannung alle Tüden menschlicher Feindschaft und technischer Raffinements. Er besteht in der Schauburg beiwohnt, zeigt Harry Biel als Duellanten gegen natürlich die Gefahren, die sich um ihn türmen, mit Erfolg, so sehr auch die Autoren( Alfred Reisler und Viktor Abel) geschickt und unbekümmert ihn in gewaltige Brüfungen jagen. Hauptsensation: wie Biel über eine Art fünftlichen Menschen, ein elektrisch geladenes Ungetüm triumphiert. Gewiß, man darf sich gegen diese Art Filme wenden, die keiner Idee und feiner fünstlerischen Absicht dienen. Aber, vergessen wir gefälligst nicht: das Kino hat immerhin auch die Aufgabe, zu spannen und dadurch zu ents durchaus nicht zu verachten. Rumal, wenn dieser Harry Biel, der auch für lebendige Regie sorgt, fich tatsächlich exponiert, tatsächlich nicht ungefähre liches auf sich nimmt und das alles mit einem Schuß Liebenswürdigkeit und nicht einmal aufdringlich zeigt. p- s. spannen. Und so ist Phantaste- Anregung, wenn auch in derberer Zurichtung, Ueberdies verdient " Das alte Neft", Ameritas berühmtester Film", der 16 Monate in New York ausverkaufte Häuser erzielte und zu dem Jugendliche Zutritt haben, wurde nach Entfaltung einer Riesenreklame in der Alhambra gezeigt. Den Amerikanern traut man ohne weiteres Sentimentalität zu, liebe, bei hilflosester Gedankenarmut immer und immer wieder als fauft Sentimentalität hätte man sie eigentlich zu gefund gehalten. Denn sie damit Geschäfte machen können, aber für eine solche verlogene Die Mutter dicke Tendenz aufgetragen, muß schließlich verstimmen. eine Mutter, die ihre Kinder verzieht, statt erzieht, feine Sympathie. Der ganze Film bringt eine vorzügliche Großaufnahme, ein pridelndes Faschingss bild, sowie ein paar allerliebste Stindergefichter, die man aus den Goldwyn. Kinderkomödien bereits fennt. Alles andere ift Kitsch. Auch wurde der die Deutschen kaum Verständnis haben, sie haben zu schweres Erleben Tert mit bemerkenswertem Ungeschick verfaßt. Für„ Das alte Neft" können hinter sich, bei ihnen tann, selbst bis tief in die Bürgerkreise hinein, diese mütterliche Rührseligkeit nicht wirken. Bruno H. Bürgel, sah man in den Richard. Dswald- Light" Gespenster", nicht nach Ibsen, sondern nach dem Ulstein- Roman von. brimitivste Mensch schon an Halluzinationen und die Beschäftigung mit dem Dffultismus ist Modefache geworden. Ohne eine Lösung der Frage spielen". In unserer Zeit der Nervenüberreizung leidet oft der zu geben, ohne den Versuch einer Aufklärung zu machen, begab man sich im Film frant und frei in das Gebiet des Unbekannten. Man wird Zeuge des Trancezustandes und sogar einer Materialisation. Dabei lebte selbstverständlich beim Photographen die Freude auf, fein Können zu er proben. Man scheute weder Mühe noch Arbeit, und Menschen-, Natur- und Tieraufnahmen stehen miteinander im Wetteifer um das restlose Gelingen Bedrüdend ist z. B. die Szene, wo der Gelehrte, der über das Grübeln des Ganzen. Auch verstand es die Regie, gute Wirkungen zu erzielen. nach dem Entstehen des Gedantens dem Wahnsinn zutreibt, an einem Riesengehirnmodell Experimente macht. Da sah man viel Einzigartiges, was nur der Film bieten fann, weil man Uebernatürliches" nach Belieben in das Bild auf der Leinwand hineintomponieren fann. Das Bublifum war ganz gefangengenommen von dem Geschehen. Erfreulicherweise aber Spiritismus und seine verwandten Gebiete. e. b. LIKÖRE WEINE migare homöopathischer Aerzte wird ein Antrag des Ausschusses Zu dem Gesetzentwurf betr. das Dispenfierungsrecht entfaltet der Film feine irgendwie verderbliche Propaganda für den für Bevölkerungspolitik angenommen, das Staatsministerium zu ersuchen, dem Landtag mit Beschleunigung die Verordnung zu unterbreiten, die nach eventueller Aufhebung des jetzt geltenden Reglements geeignet sein soll, vorhandene Mängel zu beseitigen. Der Entschließungsantrag der Sozialdemokraten auf Errichtung einer Hebammenlehranstalt in Ostpreußen wird ans genommen, desgleichen der Antrag der Sozialdemokraten wegen I Anbahnung einer Arbeitsgemeinschaft für sämtliche Wohlfahrts- und soziale Ministerien des Reichs und der Länder über Säuglings- und Kleinkinderfürsorge, Bekämpfung der Prostitution, Staatsmittel für die Sittenpolizei usw. Die Einzelbesprechung und die Abstimmungen über die weiteren zum Haushalt vorliegenden Uranträge und Entschließungen wird bis nach Ostern vertagt. Nach Erledigung von 146 Petitionen vertagte sich das Haus bis Dienstag, den 17. April, nachmittags 3 Uhr. Auf der Tagesordnung steht dann der Rest des Etats des Wohlfahrtsministeriums und fleinere Vorlagen. Schluß 3 Uhr. KAHLBAUM Jogal hervorragend bewährt bei: Grippe Herenschuß Nervenschmerzen. Gicht Rheuma Ischias Der Erlaß des Ministers zur Prügelstrafe erlaubt noch immer Züchtigungen, die sehr leicht in Mißhandlungen ausarten fönnen. Die Prügelstrafe muß verboten werden, weil das Personal in den Fürsorgeanstalten heute nicht durchweg so beschaffen ist, wie wir es brauchen. Ich will bei diesem Punkt nur daran erinnern, daß es noch immer Anstalten gibt, aus denen fortschrittlicher denkende Verwaltungen und Behörden die Kinder wieder herausnehmen lassen, weil die Erziehung in den betreffenden Fürsorgeanstalten alles zu wünschen übrig läßt. Wenn der Minister meint, in Berlin sei in den Anstalten nur gutes Material, so irrt er. Berlin hat gerade deshalb auch minderwertiges Material aufgenommen, um den Nachweis zu liefern, daß man auch mit humaneren Methoden erziehen tann. Für die Ausdehnung des Kontrollrechtes sind wir bereits im vorigen Jahr eingetreten. Wir müssen erneut diese Forderung stellen. Wir begrüßen, daß die Fürsorgepolitik des Ministeriums, die in manchen Puntten noch etwas mittelalterlich anmutet, da und dort zu bessern versucht hat, so z. B. durch die Beseitigung der Gitter in den Fürsorgeanstalten und dergleichen. Freude und Lebensmut sollte in den Fürsorgeanstalten herrschen. Daran fehlt es aber noch start. Wir begrüßen, daß in den Fürsorgeanstalten piychopathische Stationen eingerichtet werden sollen; denn es handelt sich ja vielfach bei den Fürsorgezöglingen um Degenerationserscheinungen, die nicht mit in der der Autor, Alfred Hahn( UT. Nollendorfplatz), die Elemente " Das Weib auf dem Panther" ist eine Liebes- und Diebesgeschichte, Prügelstrafen geheilt werden können. Das Personal der Fürsorge des Schwantes mit denen der kriminellen Spannung zu vereinen sucht. anstalten muß träftig gefiebt werden. Nicht jeder, der einen Zivil- Nicht ohne Erfolg. Luftige Anläufe gewinnen durch betektivische Zuspihung MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 Filmschau. Die Filme der Woche. 5 Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Ausges zeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen Apotheken erhältlich. Best. 64,3% Acid. acet. salic., 0406% Chinin, 12,6%, Lithium, ad 100 Amylum. Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe fertig und nach Maß Billige Preise Bedeutende Preisermäßigung! aus weißem Batist mit Hohlsaum- und Knopfgamierung 4900.Bluse mit langen Ärmeln. Morgenrock aus bedrucktem Musselin Stoff....... Kleiderrock aus vorzüglichem praktischen Stoff Kleid aus reinwollenem Cheviot mit Stickerei... Damen- Strümpfe Seidenflor, 9750.9750.39000.Ausstellung von Frühjahrshüten schwarz, mit Doppel- 4900.- Tagalborte sohle... 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Da er weren Ueberflusses an Geldmangel oder Mangel an Geldüberfuß( Dalles nennt es der Lateiner) nicht wetten kann und es ihm ohnehin bekannt war, daß eins von den Pferden zuerst und eins zuletzt durchs Ziel gehen würde, so langweilt er sich sträflich und erregt die lebhafte Aufmerksamkeit einer niedlichen Dame dadurch, daß er ihr sämtliche Hühneräugelein entzweitritt. Höflichst entschuldigt er sich, verwechselt aber die deutschen Bezeichnungen für das Geflügel und sagt: O pardon Gnädigste, ick nix' aben gewußt, daß Sie sind eine Dame mit wie' eißt sich doch mit Gänsetüßchen". Sie sieht ihn vernichtend an, und weil ihr Kavalier sich mit teindseligen Blicken nähert, so entzieht sich Piedecubiste den zu erwartenden Begrüßungsfeierlichkeiten durch schleunigen Rückzug, nachdem er ihr noch schnell eine Schachtel Kukirol in die Hand gedrückt hat. Als sie die Aufschrift der Schachtel gelesen hat, giätten sich ihre Mienen, denn sie weiß, daß es gegen Hühneraugen nichts Besseres gibt als das millionenfach bewährte Kukirol. Es lindert sofort die Schmerzen, und nach einigen Tagen ist das Hühnerauge nur noch ein Märchen aus alten Zeiten, mit Abendsonnenschein und goldenem Geschmeide und so. Wenn man dann noch regelmäßig das stärkende Kukirol- Fußbad benutzt, so läuft selbst der Greis noch auf seinen alten, in Ehren ergrauten Beinen wie einé Wachtel. Dem lästigen Brennen und Wundlauferi der Füße wird vorgebeugt, Fußschweiß wird beseitigt. Kukirol und Kukirol Fußbad erhalten Sie in jeder größeren Apotheke und besseren Drogerie. 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Diwandecken, Perser Muster..85 000 60 000 Plüschläufer, Breit... 11 900 Perser Muster, 68 em 36 000 Große Preisherabsetzung in der KVG Damenkleider Kleid bedruckter Voile, äußerst preiswert Kleid Leinen, diverse Farben Kleid Rips, flotte Form. Kleid Musseline, sehr fesch • Kleid Cheviot, blau und schwarz. Kinderkleider in großer Auswahl, führung, von Mäntel, Kostüme flotte Verarbeitung, 88 000, 62 409 Ware 15000 Mantel Donegal od Covercoat, bache 46.400 17 000 Staubmantel farbig... 37 600. 31 200 42 400 Alpakka- Mantel whr gute 44000 36 400 Tuchmantel Schwarz und farbig, hervorragende Qual. 57 600 21500 Kostüme engl. Stoffart, Sportfasson 100 000 Kostüm Cheviot, dunkle und helle entzückende Aus6000 an halbs. Futter 96 000 76 000 112 000 Farben, moderne Machart, 148 000 halbseidenes Futter 180 003 Röcke Stoff 14500 Kleiderrock aus gemustert. 12 500 Kleiderrock für den Sport, 25 000 sehr gute Qual. 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Nachdem Ich auf der Suche nach Heimarbeit*) so trübe Ersah- 1 die sich manchmal— meist sind es dann höhere Töchter, denen es rungen gemacht hatte, war mein Mut gänzlich gesunken, bis mir nur um das Taschengeld zu tun ist— fast für ein Butterbrot an- eines Tages wieder der„Arbeitsmartt" in die Hände fiel Dieses bieten. E� gibt Tarife, ja; aber der Chef pfeift auf die Mal war es di« Rubrik„G e f ch ä f t s p« r f o n a l" die mir be- Er erhält ja genügend„gebürdete Damen", die aus SL| g.'SSSÄ? ä tsssna Bureaus, meist sind dann ihre Chefs Menschen, die unseren Ideen nahe stehen oder selbst einmal„arbeiten" mußten, die ihren Ange- stellten Licht und Luft, Erholung und Annehmlichkeiten gönnen; aber in der Mehrzahl utird die Bureauangestellte als Werkzeug und Ma- fchine benutzt, die man abbrauchen darf, ungestraft, und die man eben nur wie Maschinen, deren Ersatz nicht kostspielig ist, behandelt; man verwendet nicht viel Zeit und Nachdenken darauf und sagt sich eben:„Es gibt ja so viele von diesen Menschen!" besucht, war schon früher einmal in einem Betriebe tätig gewesen, 1 Damen, die die Hunderttau'endinarkgrenze überschreiten; jedoch sind .—.>_' diese Fälle, auf di« ich noch kommen werde, seltener als man denkt. Was sagt man aber dazu, wenn ein völlig alleinstehendes Mädchen, seit zwei Iahren in Tätigkeit, ganze SsisiOfl Mark erhielt. Davon sollte nun das Mädchen Steuern, Krankcnkaffe, Fahrgeld, bezahlen; hatte dort gute Zeugnisse erhalten; es war also Hoffnung. Polonäse im tzausflur. Am anderen Morgen, in aller Frühe, machte ich mich auf den pi/'' um ja die Erste zu sein und so die größten Aussichten zu baoen. Angekommen, sehe jch im Hausflur eine große Menge Renschen stehen. N nutzen pflegt, wird eine Einrichtung aufgefallen sein, die dieses weltstädtische Verkehrsinstitut von allen anderen seiner Art unter- scheidet. Wir meinen den ständigen Wechsel der Fahrt- richtungsanzeiger. Wer z. B. die Strecke Gleisdreieck- Stadion befährt, kann fast auf jeder Haltestelle eine andere Station als Endziel der Bahnfahrt angegeben finden. Auf der Bülowstraße liest er etwa„Wilhelmplatz", auf dein Nollendorsplatz„Fehrbelliner Platz", auf dem Wittenbergplatz„Zoologischer Garten", auf dem Zoo„Reichskanzlerplatz", am Knie„Stadion", auf der Bismarck- straße wieder„Wiihelmplatz" usf. Durch diesen ständigen Wechsel wird die Eintönigkett der Fahrt auf das angenehmste belebt, und die geheimnisvolle Frage: Wohin werde ich schließlich gelangen? be- reitet den schlaffen Nerven des Großstädters einen wohltättgen Kitzel. Aber die Ungewißheit des Fahrtziels hat auch prakttfche Bor- züge. Dies wird besonders dann deutlich, wenn der Fahrgast den letzten Abendzug benutzt; sich plötzlich in eine fern von seinem Ziel gelegen« Statton befördert sieht und nun genötigt ist, den Weg zu seiner Wohnung oder wohin er sonst wollte, zu Fuß zurück- zulegen. So mancher eingeborene Berliner hat auf diese Weise schon Gegenden unserer schönen Reichshauptstadt tennengelernt, die er wahrscheinlich freiwillig nie in seinem Leben ausgesucht hätte. Mit stillem Dank an die Bahndirektion nimmt er dann gern die kleine Unbequemlichkeit einer nächtlichen Kietzwanderung in den Kauf, die seine topographische Kenntnis Berlins in unverhoffter und oft sehr gründlicher Weise bereichert. Ist es ein Wunder, daß die Direktion an der bewährten Ein- richtung des wechselnden Fahrtrichtungsanzeigers trotz mancher un- besonnenen Beschwerden mibeirrt festhält, und kann man es ihr verdenken, daß sie sich nunmehr entschlossen hat, diese Einrichtung sogar für ihre Finanzen fruchtbar zu machen? Wie wir hören. wird nämlich vom 1. April an auf sämtlichen Stationen der Bahn ein T o t a l i s a t o r b e t r i e b eingeführt werden, der die genannte Einrichtung als Grundlage benutzt. Es sollen, ebenso wie bei den Rennen, Weiten sowohl auf„Sieg" wie ans„P l a tz" angenommen weiden. Im ersten Fall wettet man, daß irgendeine.Statton das tatsächliche Endziel der Fahrt sein werde, im zweiten Fall dar- auf, daß der Fahrtrichtungsanzeiger einer bestimmten Haltestelle eine bestimmte Station als Endziel angeben werde. Die Tota- lifatorttcketts erhält man an den Fahrkartenschaltern, und der Ret- sende, der z. B. auf Bahnhos Bülowstraße seine Fahrt antritt, kauft zugleich mit der Falzrkarte eine„Wettkarte" auf„Sieg", d. h. etwa auf„Fehrbelliner Platz" als mutmaßliche Endstatton, und beliebig viel«-auf„Platz", d. h. darauf, daß etwa der Richtungsanzeiger auf dem Zoo wahrscheinlich„Wiihelmplatz", am Knie„Stadion" und auf Bismarckstraße„Reichskanzlerplatz" angeben werde. Auf der Statton, auf der er den Zug verläßt, hat er dann seine Weit- karten nur am Schalter zu präsentieren und die eventuellen Gewinne einzuziehen. Dem Betriebe der Hoch- und Untergrundbahn, der aus dem obengenannten Grunde schon immer einen glückspielarttgen Charakter trug, wird dieser nun in seiner edelsten Ausprägung offiziell verliehen werden. Um unseren Lesern gleich mit einiget� Tips für zukünftige Wetten behilflich zu sein, geben wir schließlich noch die Mitteilungen eines Hochbahntouristen wieder, der uns die Resultate semer lang- jährigen Erfahrungen zur Berfügung stellt. Bei> Platztnetten— schreibt er— lassen sich einigermaßen sichere Boraussagen nicht machen, da der Beirieb der Hoch- und Untergrundbahn weder „Favorits" noch„Outsider" kennt, sondern auf den Fahrtrichwngs- anzeigern alle vorhandenen Stationenschilder in wähl- und regel- losem Wechsel ziehen läßt. Für Wetten auf Sieg gilt folgendes. tRachdruck verboten. Der Ralik-Zerlaa. Berlin.) Drei Soldaken. 701 Von John dos Paffos. «u, brat