Menöausgabe Kr.l4S ❖ 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 73 Bq-gzbedmguog«l imb Anzeigenpreis- sind in der M-rgenansgabe angegeben Ledoktion: SV. öS, Linden strahe Z Fernsprecher: VSnhoff 202— 295 2cL- Vteeffe: Sojioldemofcot Berlin Sevlinev rv y VolKsblAti preis 100 Mark Dienstag 27.März1�2A Berlag und Anzeigenabteilung: «eschSstezeit S-Z Uhr Verleger: vorwSrls-veriag GmbH. Berlin Sw. 05. Lladenstrahe Z Fernsprecher: VSahosf 2S06'2S0Z Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifcben partei Deutfchlands Der /lbwehrkampf ist berechtigt. Urteil der belgische« Sozialiften. Brüssel. 27. März.(Cco.) Der frühere Minister Abg. Man- ters hat sich Ionrnallstea gegenüber eingehend über die Reise ge- öntzert. Seiner Rlelnong nach werde die Besahung nicht auf brutale Meise durchgeführt. Die Bevölkerung beklage sich zwar nicht über die Haltung der Truppen. Sie glaube jedoch, es wäre bester gewesen, wenn man wirtschaftliche Delegierte an Stelle der Soldaten zu ihnen geschickt halte. Sie hätten sich dann vielleicht anders oerhalten: aber fie wollen nicht als Sklaven behan- delt werden. Die Ruhrarbeiter handelten nicht unker dem Druck der Rationalisten, SapitaNsten oder der Regierung, sondern weil sie das vorgehen ihnen gegenüber sich nicht gefallen lassen wollten. Zndesten erklärten die deutschen Arbeiter, daß man verhandeln müsse, und zwar unter der voraussehung, daß die Truppen aus den Bahnhöfen und Fabriken verschwinden und daß die Uuverletzlichkeil des deutschen Gebietes garan- l i e r l werde. Alsdann würden sie bereit sein, wieder an die Arbeit zu gehen. Die Schlußfolgerung der belgischen Sozialiften ist, daß 1. die Deutschen im R e ch t seien, wenn sie nicht unter den Bajonetten arbeiten wollen; 2. wenn sie gegen die vesehung protestieren und Z. wenn fie behaupten, daß diese Besatzung überflüssige Ausgaben verursache. Amsterdam, 27. März.(MTB.) Der Sonderberichterstatter des sozialistischen„het Volk' hatte in der Zentral« des Bergarbeiter- Verbandes in Bochum eine Unterredung mit mehreren leitenden Persönlichkeiten, hierbei wurde u. a. erklärt: Der französische Opti- mismus ist für diejenigen, die die Tatsachen kennen, u n b e- gründet. Wir begreifen, daß die Regierung Poincare nach zwei Monaten fruchtloser Besetzung das Bedürfnis hat, dem französischen Volk« mit optimistischen Mitteilungen neuen Mut zu machen, aber wer wie wir täglich mit diesen Tatsachen zu tun hat, weiß den Wert dieser Mitteilungen einzuschätzen. Wir können uns nicht vorstellen, daß französisch« Sachverständige den Optimismus ihrer Regierung teilen. Es ist keine Red« davon, daß die deutschen Arbeiter in einigermaßen nennenswerter Zahl auch nur«inen Augenblick die Neigung hegen, für die besetzende Macht handlanger- dienst« zu leisten. Wenn bei den Arbeitern«ine Veränderung be- merkbar ist, dann ist sie wentgegengesetzter Richtung erfolgt. Die französisch-belgischen Maßnahmen der letzten Zeit, die Roheit des Auftretens, das Niederschießen von Kameraden, die Quälereien gegen die Bevölkerung haben den Geist des Wider- standes eher gestärkt als geschwächt. Vor einer impsrialistischen Macht, die uns mit dem Bajonett an die Arbeit treiben will, werden wir uns nicht beugen. Mac donalS, HenSerson und Thomas in Paris. London, 27. März.(TU.) Die Arbeiterführer Ramsay Mac Donald, henderson und Thomas werden Donnerstag nach Paris fahren, um an der neuen Konferenz mit französischen, belgischen und italienischen Sozialisten über die Reparationsfrag« teilzunehmen. London, 27. März.(WTB.) Am Sonntag findet in London «in« große Konferenz der Unabhängigen Arbeiterpartei statt. Bei einer Sonntag abend stattfindenden Kundgebung wird Ramsay Mac Donald über die sozialistische Bewegung in England sprechen. Ferner werden L o n g u e t- Frankreich und E r i s p i« n- Deutschland sprechen. Sie werden vermutlich ein« gemeinsame Politik zur Behandlung der Ruhrfrage und des Reparation sproblems vorschlagen. Ausfuhrtaxe und englisch-deutscher Handel. London, 27. März.(WTB.) Wedgwood Venn brachte zum Schluß der gestrigen Unterhausdebatte«inen Antrag ein, in dem unter Hinweis auf den geringen Umfang der eingegegangen Beträge, ferner unter Hinweis auf die für die britischen Kaufleute entstehen- den Nachtelle und die besonder« Lage im Ruhrgebiet die Ein- st e l l u n g der Anwendung des Rcparationsgesetzes vom Jahr« 1921 gefordert wird. Schatzkanzler Baldwin erklärt« sich gegen den Antrag und sogt«, das Reparationsgesetz habe seit letztem April 7 Millionen Pfund und im ganzen 11 Millionen Pfund eingebracht. Bisher beständen keine Anzeichen für einen Niedergang des Handels mit Deutschland. Der Antrag Wedgwood Benn wurde mit 142 gegen 77 Stimmen abgelehnt. Stinnes in Italien. Die französische Presse schenkt merkwürdigerweise der Reise Stinnes' nach Italien mehr Aufmerksamkeit als sie es verdient. Selbst die linksdemokratische Pariser„Cre Nouvelle' schreibt, es sei nicht übertrieben, dieser Reise eine größere Bedeutung beizulegen. Die wahren Herrscher Deutschlands seien gegenwärtig die Groß- industriellen. Wenn der mächtigste unter ihnen nach einem Lande der alliierten Mächte beordert werde, so müsse man dies als«in Manöver großen Stil» betrachten. Deutschland habe in der letzten Zeit ein« politische Vermittlung gesucht, heute scheine es eine wirtschaftliche Vermittlung anzustreben. Es bleibe jedoch zweifelhaft, ob die zweite Methode erfolgreicher sein werde als die erste. Auch im„Echo de Paris' werden„von besonders diplomatischer Seite' Ausführungen veröffentlicht, die dos lebhaft« Interesse der französischen Regierungskreis« für Stinnes' italienisch« Reife kenn- zeichnen. Es heißt darin, daß Stinnes nicht nach Rom gekommen fei, um nur mit den amerikanischen Großindustriellen zu verhandeln. Das sei nur ein vorwand gewesen. In Wahrheit habe Stinnes i m Einvernehmen und im Auftrage des Reichs- tanzlers in Rom den Versuch gemacht, die italienische Regie- rung für eine Vermittlung in der Ruhrfrage zu gewinnen. Es sei da, drittemal seit der Ruhrbesetzung, daß Deutschland Mussolini in ein derartiges Unternehmen zu verwickeln suche. Stinnes habe mit Absicht einen Augenblick gewählt, wo Mussolini eine Zusammen- kunft mit dem belgischen Minister Jaspar erwartet, um sich die Mög- lichkeit zu geben, mit Hilfe Belgiens deutsche Vorschläge an Frank- reich zu übermitteln. Einen neuen Reparationsplan habe Stinnes indessen nicht nach Rom gebracht; das sei aus seiner Unterredung mit den Vertretern Mussolinis, dem Generalsekretär des italienischen Außenministeriums Contarini, klar geworden. Es sei anzu- nehmen, daß Contarini den Inhalt seiner Unterredung mit Stinnes Mussolini mitgeteilt habe, jedoch Stinnes den Rat gegeben habe, seinen Einfluß beim deutschen Reichskanzler dahin geltend zu machen, daß dieser sich direkt an Belgien und Frankreich wende. Mit Mussolini, der nach Mailand abgereist war, sei Stinnes nicht zusammengekommen. Die Ausführungen im„Echo de Paris' erscheinen uns reich- lich phantastisch. Auch die Kombinationen, die an den Auf- enthalt von Stinnes in Italien geknüpft werden, dürften außer- ordentlich übertrieben sein Stinnes mag zwar ein tüchtiger Geschäftsmann sein, insbesondere wenn es sich um die Interessen seines weitverzweigten Trusts handelt, aber seinen Ausflügen in das Gebiet der„hohen Politik' schenkt das deutsche Volk nicht die Bedeutung, die ihnen von der Sensationspresse des In- und Aus« landes angedichte wird. finürohung von Repressalien. Paris, 27. März.(TU.) General D e g o u t t« hat an die De- völkerung der besetzten Gebiet« einen Erlaß gerichtet, in welchem es heißt:„Anschläge aller Art sind auf die Besatzung verübt worden. Diese Anschläge sind die offenkundig« Folge der n a t i o n a l i st i- schen Propaganda. Sie werden offenkundig von der deutschen Regierung unterstützt, die die Verantwortung dafür trägt. Wenn sich so'che Anschläge wiederholen sollten, wäre der Oberkomman- diercnde der Truppen gezwungen, strenge Unterdrückungsmaßnahmen zu ergreifen. Die Bevölkerung läuft Gefahr, mit den Urhebern dieser Anschläge solidarisch erklärt zu werden. Es liegt daher in ibrem eigenen Interesse, mit ollen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, eventuell scharfe Maßnahmen zu verhindern. Selbstmord und keine Ermordung! Paris. 27. März.(EE.) Die Nachricht von der Ermordung eines französischen Unteroffiziers im Ruhrgebiet wird jetzt amtlich als unrichtig erklärt. Es handelt sich um den Selbstmord eines Soldaten in Wetter, der angeblich mit seinem Gewehr unvorsichtig hantiert hoben soll. Reunkirchen, 27. März.(WTB.) Infolge eines Angriffes auf den hiesigen Platzkommandanten hat der Präsident der Re gierungskommission für die Gemeinden des Kreifes Ott weiler die Polizeistunde von 8/12 Uhr abends bis S Uhr morgens festgesetzt. Sämtliche Versammlungen, Aufführungen und Kundgebungen sowie Ansammlungen auf offener Straße und Zusammenrottungen von mehr als zwei Personen sind nach Eintritt der Dunkelheit verboten. Klara Zetkin angehalten— und freigelassen. Paris, 27. März.(Eca.) Dem Haras-Bureau wird aus Düssel dorf gemeldet, daß die bekannte Kommunistin Klara Zetkin auf ! dem Weg« nach Essen, wo sie in einer kommunistischen Versammlung i sprechen wollt«, auf dem von den Franzosen überwachten Bahnhof Scharnhorst festgenommen word«n ist. General Degoutte hat sofort nach Eintreffen dieser Nachricht angeordnet, daß Frau Zetkin wieder auf freien Fuß gesetzt werde. Sie hat darauf hin ihr« Reise fortgesetzt._ Neue Erfolge üer Zremüenpolizei? Prag, 27 März.(TU.) Zu den Ausweisungen von Tschechen aus Deutschland verlautet heute, daß die aus Deutschland Ausge- wiesen«« zumeist Arbeiter und in ihrer Existenz ruiniert worden seien. Sie mußten bei der Ankunft in ihrer Heimat unterstützt werden, so daß also auch dem Staat ein Nachteil entstanden wäre. Die tschechoslowakischen Behörden bestehen darauf, daß die der hiesi- gen Regierung dokumentarisch bekanntgegebenen Fälle von Aus- Weisungen durch die Ausweisung einer entsprechenden Anzahl von Reichsdeutschen beantwortet werden. Dadurch soll das Gleichgewicht hergestellt und dann erst die Verhandlungen über die Wiederzulassung der Ausgewiesenen eröffnet werden. Die Ausweisungen tschechoslowakischer Staatsbürger wirken drüben um so verbitternder, als die tschechische Regierung, die doch nun einmal mit Frankreich verbündet ist, soeben die Einreise reichs- deutscher Kinder zur Erholung gestattet hat. Das Kapitel Fremden- polizei sollte einmal im Landtag gründlich beleuchtet werden— ebenso wie im Reichstag di« Verweigerungen der Einreisebewilligung für tschechoslowakisch« und sogar deutschösterreichisch« Staatsbürger. Man verweigert in Prag und Wien das Visum systematisch, trotzdem heute kein Ausländer mehr nach Deutsch- land kommt, um hier billiger zu leben als dah«im. Die südslawischen Parlamentswahlen sind beendet. Die n«ue Skupschtina Hot folgende Zusammensetzung: 109 Pasitsch-Radikal«, S2 Demokraten. 71 Rodiisch-Kroaten(Programm: Autonomie und Republik), 22 Noveniich-Klerikale, 13 südserbische(pasitschfeindliche) Türken. 18 bosnisch« Mohammedaner, 9 Bauernbündler, 8 Deutsch«, 3 Soziali st en, 1 Rumäne und 9 Wild«. Stille an üer öörse. Im Berliner Devisenverkchr war das Geschäft heute ziemlich still. Die Kurse hielten sich aus der bisherigen höhe. Die Nachfrag« nach Ef festen ist jedoch noch immer durchweg lebhast, h«> sonders gesucht find oberschlesisch« Werte und Schisstchrtsotlfell. Die neue Wohnungsabgabe. Von Hermann Silberschmidt. Am 14. März hat d«r Reichstag mit ganz geringer Mehrheit die Abänderung des Gesetzes über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung des Wohnungs- b a u e s beschlossen. Diese Aenderungen haben mit rückwirkender Kraft— ab 1. Januar— Gesetzeskraft erlangt, nachdem der Reichsrat dem Reichstagsbeschluh beigetreten ist. Nach dem Gesetz erheben die Länder und die Gemeinden lediglich zur Förderung der Wohnungsbeschaffung und der Siedlung eine Abgabe von den Nutzungsberechtigten solcher Gebäude oder Gebäudeteile, die vor dem 1. Juli 1918 fertigge stellt sind. Diese Abgabe beträgt vom 1. Januar 1923 ab 3 000 Prozent, das ist das 30fache der Friedensmiete. Bei einer Friedensmiete von jährlich 400 M. beträgt die Abgabe 30 mal 400 gleich 12 000 M. Mit diesen Mitteln sollen Wohnungsbauten errichtet wer- den, die dauernd Eigentum öffentlich rechtlicher oder gemein- nütziger Stellen bleiben müssen, und nur aus besonderen Gründen in Privateigentum errichtet und verbleiben, wenn durch geeignete Maßnahmen, insbesondere„dingliche Sicherungen", übermäßige Gewinnmacherei verhindert wird. Solchen bereits beobachteten wucherischen Gewinn- machereien wirb, so hofft man, mit dieser neuen Vorschritt wirksam entgegengetreten werden können. Das Gesetz bringt zwei Neuerungen von beachtliche r Bedeutung. 1. Wer gewerbliche Räume neu errichtet oder neu schafft, ist verpflichtet, für einen Teil der mehr Beschäftigten neuen Wohnraum zu erstellen: und 2. Ein angemessener Teil der aufgebrachten Mittel kann auch zur Unter st ützung von Unternehmungen verwandt werden, die auf dem Gebiete der Baustofferzeugung ,des Baustoff- Handels oder der Bauunlernehmung anerkannt gemeinnützig tätig stnd, die nachweisbar den Kleinwohnungsbau fördern und ver- billigen und die Gewähr für eine fachgemäße Verwendung der Gelder im Interesse des Kleinwohnungsbaus bieten. Das Gesetz bringt ferner bestimmten sozial schwachen Per- sonen eine Erleichterung, die auf Antrag ohne weiteres von de? Abgabe befreit werden. Das sind Sozialrentner, Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene, Kleinrentner und Personen, die Wartegelder, Ruhegehälter. Witwen- und Waisenpensionen erhalten: außerdem unter bestimmten Bedin- gungen Personen, die über 60 Jahr« alt sind: und ferner können Personen befreit werden, wenn Krankheit oder Erwerbslosigkeit vorliegt, oder wenn wegen großer Kinderzahl oder aus sonstigen Gründen die Erhebung der Ab- gäbe eine besondere Härte bedeuten würde. Das Gesetz enthält noch weitere Neuerungen, deren Besprechung in diesem Z"- sammenhang zu weit führen würde. Es sind insbesondere zwei Gründe, die gegen das Gesetz ins Treffen geführt werden. Einmal die enorme Belastung all«? Nutzungsberechtigten und der bisherige Wucher mit Bau- stoffen, der einen erheblichen Anteil der Abgabe verschlun- gen hat. lieber die Höhe der angeforderten Mittet dürfte kaum ein Streit bestehen. Jeder, der wirtschaftlich zu denken vermag, wird zugeben, daß die Mittel aufgebracht werden müssen, mit denen die alten Wohnhäuser und gewerblichen Räume vor dem Verfall geschützt und gebrauchsfähig erhalten werden und die erforderlichen neuen Räume erbaut werden können. Dieser Notwendigkeit könnte sich auch kein sozialistisches Gemeinwesen verschließen. Die Auffassung wird aber darüber auseinandergehen, ob die Abgabe die richtige Einnahmquelle ist und ob sie die alleinige fein kann oder sein darf, lieber diesen Gegen- stand werden die Verhandlungen weiter zu führen sein. Der Reichstag nahm bereits eine Entschließung an, in der die Regierung aufgefordert wird, die erwerbsfähigen Jugendlichen zur Finanzierung des Woh-nungswese?� heranzuziehen. Es handelt sich also nur darum, ob di« Lohn- und Gehaltsempfänger diese neuen Lasten tragen können. Angesichts der ungeheuer gestiegenen Preise für alle Produkte des Bedarfs, hinter denen die Löhne und Gehälter immer mehr zurückbleiben, kann die Frage nicht bejaht werden, auch dann nicht, wenn anerkannt werden muß, daß die heutigen Mieten im Verhältnis zur Friedensmiete und im Veichältnis der Kaufkraft des heutigen Sohnes zum Friedenslohn noch sehr gering sind. Darum hat die sozialdemokratische Fraktion im Wohnungs- ausschuß und im Plenum des Reichstags gefordert, daß diese Sonderbelastung durch besondere Erhöhung der Löhne und Gehälter abgebürdet werden muß. Der Minister erklärte hierzu im Reichstag: „Ferner wünschen die Lohn- und Gehaltsempfänger zu wissen, ob die Mehraufwendung für ihr« Mieter auch bei der Lohn- und Gehaktssestsetzung ihr« Berücksichtigung finden sollen. Demgegen- über habe ich zu erklären, daß es der Regierung fern liegt, eine der- artige Abgab« auf Kosten de« Reallohnes der Arbeiter entrichten zu lassen. Es versteht sich ganz von selbst, daß auch diese Ausgaben bei der Feststellung der Kosten der Lebensbedürfnisse ein- gerechnet werden müssen und daß sie dementsprechend auch bei den Verhandlungen über Löhne und Gehälter geltend gemacht werden müssen. Die Regierung wird auch be! derartigen Verhandlung."- in entsprechender Weise Srellung nehmen.' brechen. Im Hinblick auf die Verbilligung der Bauten durch Bau-[ gung der Mieterbevölkerung und eine direkte Unterstützung Die neuen Reformpläne machen die fünftigen neun. ftofferzeugung, Baustoffhandel und Bauherstellung trifft das der Pläne der Gegner der heutigen Wohnungswirtschaft. stufigen Oberlygeen mit stärferer Betonung ber fprachlichen Gesez nur die Bestimmung, daß ein bestimmter Teil der Ab- Wer in der heutigen Situation die öffentlichen Mittel zur Seite zu einer Art Oberrealschule; sie werden dadurch in die gabe solchen Unternehmen zugewendet ist, die geeignet erschei- Förderung des Wohnungsbaues verweigert, wirft bewußt oder Bereinbarungen einbezogen, die am 19. Dezember 1922 von den nen, im Wege der freien Konkurrenz die Preise herabunbewußt für die Aufhebung der Zwangswirtschaft und gegen Ländern für die Anerkennung der Oberrealschul- Reifezeugnisse abgezudrücken und die Monopolstellung der Syndikate zu durch die vitalsten Interessen der in schwerster Wohnungsnot leben- fchloffen worden sind. Dazu kommen Aenderungen und Erweite den Mitmenschen. rungen der Lehrpläne. Ferner sehen die Richtlinien die Durch Es heißt bereit sein, entweder zu einer Wohnungsmiete und zwar bis Obertertia, also bis zum 15. Lebensjahre. Im einführung eines verbindlichen Na delarbeitsunterrichts vor, und Abgabe, womit der alte Wohnbestand erhalten und der weitere Bedarf durch neue Wohnungen nach und nach gedeckt deinen werden die Lehrpläne noch durchgesehen und nach Möglichkeit werden fann; verweigert man diese Mittel, so führt man den rereinfacht werden. Zusammenbruch der Zwangswirtschaft herbei und liefert damit hand at a demisch gebildeter Lehrkräfte liegen. Die Anerkennung Die Mieter der schrankenlosen Ausnüzung der Wohnungs- jeder einzelnen Anstalt wird daher davon abhängig gemacht werden, besitzer aus. Die Beispiele in der Lebensmittelbewirtschaftung daß sie dieser Forderung genügt. Ueber geringfügige Mängel bei Im übrigen tonnte in dieser furzen Zeit nur durch verwaltungstechnische und Kontrollmaßnahmen die Vorbereitung getroffen werden, um den Ueberteuerungstendenzen der Synditate und Kartelle zu begegnen. Weiter fommt es darauf an, ob bei der Mehrheit des Reichstages der Wille vorhanden ist, diefem unerhörten Zustand ein Ende zu machen und andererfeits, ob die Regierung den Willen zum Durchgreifen besitzt. Auch hierüber suchte die Fraktion durch positive Fragestellung Gemißheit zu erlangen. Der Minister antwortete: zeigen uns die zu erwartende Entwicklung. a In Zukunft soll der gesamte wissenschaftliche Unterricht in der fonft bewährten Anstalten wird die Schulaufsichtsbehörde in der Zeit „ Der erste Redner aus dem Hause hat besonders Wert auf die Unseres Erachtens tam es zunächst darauf an, die Bau des Ueberganges hinwegsehen, und Härten, die erprobte Lehrkräfte Berbilligung der Baustoffe, der Bauausführung und des Baustoff- tätigkeit im allgemeinen und die Wohnungsbautätigkeit treffen, nach Möglichkeit zu vermeiden suchen. Ist die Reform endhandels gelegt. Ich fann ihm in seinen einschlägigen Ausführungen im besonderen im Gang zu erhalten, damit die Wirt gültig durchgeführt, dann werden wir also eine vierjährige Grundnur aus ganzem Herzen zustimmen und ihm wiederholt die Ber- schaft nicht zum Stillstand kommt, die Wohnungsnot und das schule und ein darauf aufgebautes neunjähriges Oberlyzeum ficherung geben, daß die Regierung bereit ist, alles zu tun, Wohnungselend nicht noch über das sonst vorhandene Ausmaß und ein sechsjähriges Lyzeum haben, von dem ohne weiteres der mas irgend in ihren Kräften steht, um diesem Ziele zuzusteuern. vergrößert und der Arbeitslosigkeit nach Kräften vorgebeugt Uebergang in ein Oberlyzeum vollzogen werden kann. ... Wir werden in dieser Beziehung auch mit dem Ausschuß in Mittel zukünftig vor den wucherischen Zugriffen geschüßt Kinder in die mittlere und höhere Schule eintreten fönnen, foll für werden kann. Ferner ist zu fordern, daß die aufgebrachten Da zu Ostern noch nach dreijährigem Elementarschulbesuch ftändiger Fühlung bleiben." Bezüglich der Verbilligung des Holzes für den Kleinwohnungsbau ließ der Minister für Ernährung und Landwirtschaft auf unsere tonfrete Frage erklären, daß er auch fernerhin auf die Länder einwirfen werde, und trotz juristischer Bedenten fei er bereit, in Verbindung mit dem WohnungsausSchuß und den Vertretern der Länder erneut die Frage zu prüfen, ob und wieweit es notwendig erscheint, das gesteckte Ziel auf dem Wege der Reichsgesetzgebung zu erreichen. Nimmt man die eingeleiteten Berwaltungs- und Kontrollmaßnahmen hinzu und außerdem die Entschließung, die da fordert, daß die Regierung möglichst bald ein Kartell gesez einbringe, welches bestimmte Einschränkungen der wirtschaftsgfährlichen Kartellgewalt verlangt, so darf man hoffen, daß gute Anfäße zur Bekämpfung der Bauwucherei geschaffen sind. Jetzt heißt es, nicht mehr nachlassen und fräftig nachfaffen. Die Gegnerschaft dieses Gesetzes wird im Reichstage ge bildet von den Deutsch nationalen, die geschlossen gegen das Gesetz eintreten, durch erhebliche Teile der anderen bürgerlichen Parteien und durch die Kommunisten. werden. Erst von 1924 ab dieses Schuljahr noch an einem fiebenstufigen Lyzeum und einem Wie nachgewiesen, ist in dieser Richtung geschehen, was zehnstufigen Oberlyzeum festgehalten werden. parlamentarisch mit unserem moralischen und politischen Ein- werden die auf 6 Jahre für das Lyzeum und 9 Jahre für das Oberfluß möglich war. Es muß die Aufgabe der politischen Bar Inzeum zugeschnittenen neuen Lehrpläne voll in Kraft treten. teien sein, diesen Weg fortzusehen und die sehr beachtlichen Anfänge tonfequent meiter zu entwickeln. Schulreform in Preußen. Die Retter der Nation. 2) Deutschnational- kommunistische Katastrophenpolitiker. Gestern war es die Deutsche Zeitung", die unter der Richtlinien zugestimmt, die im Ministerium für Wissenschaft, welt die furchtbare Entdeckung mitteilte, daß die Feindsozialisten Am 20. März 1923 hat des Preußische Staatsministerium den Ueberschrift„ Sozialisten in Berlin" der staunenden MitKunst und Boltsbildung auf dem Gebiete des weiblichen Schulzurzeit in Berlin auf der Besprechung mit der deutschen Sozialaufgebauten Oberlyzeen ausgearbeitet worden sind. wesens für die Umgestaltung der Lyzeen und der bisher darauf demokratie gemeinsam im französischen Auftrage die deutsche Abfünftig als höhere Lehranstalt für Mädchen, einer neunstufigen In fürzester Form zusammengefaßt, geht die Reform dahin, daß mit der Berechtigung zum Hochschulstudium gilt, die den Namen Knabenanstalt entsprechend, eine neunstufige Bollanstalt Oberlyze un führt. Den Namen„ Lyzeum" wird eine sechs tufige Anstalt tragen, die das Arbeitsprogramm des Oberlyzeums in den ersten sechs Klassen erfüllt. wehrfront zu erschüttern suchen. Heute bläst die Rote Fahne" Dortmund ganz besonders die abfolute nationale 3uper. in dasselbe Horn. Das edle Blatt betont in einer Meldung aus de: 3eche Concordia die Franzosen teine Kohle bekommen, lässigteit der Kommunisten, die dafür gesorgt haben, daß auf worüber sich in Deutschland jeder Mensch nur freuen wird. Dain lassen sie Herrn Losowski, der zurzeit in der heftigsten Weiſe den Geftionen einer einheitlichen internationalen Bartei, sondern „ Die Berhandlungen sind geführt worden, nicht wie zwischen von Macht zu Macht. Die Unterhändler aus Baris berichten ihren Auftraggebern in Paris. Paris entscheidet, d. h. der Ententeimperiatismus, voran Poincaré, als dessen Handlungsreifende die Enfentefozialisten in Berlin erschienen sind und als deffen gehorfame Willensvollstrecker die VSPD. auftritt." Die gesamten bürgerlichen Parteien sind geschworene die Kampagne gegen die deutschen Gewertschaften in der KPD. Gegner der heutigen Wohnungsbewirtschaftung; fie erstreben hat eine für die damalige Zeit erfreuliche Entwicklung vor allem worten wie arm an Gedanken ist, Die letzte Neuordnung des Mädchenschulwesens vom Jahre 1908 organisiert, in einem langen Leitartikel, der so reich an Schimpf. die freie Wirtschaft. Während der eine Teil auf die fo- für Preußen neu begründet. Zum ersten Male wurden Mädchen- Ententesozialisten genau wie die deutschen die handlanger der an Gedanken ist, auseinandersetzen, daß die fortige Beseitigung hinarbeitet, hält der andere es aus 3wed- fchulen seit 1912 tragen sie den Namen Lyzeen als höhere Bourgeoisie sind, während allein die kommunistische Inter. mäßigkeitsgründen noch nicht für zeitgemäß. Diese Politiker Schulen im eigentlichen Sinne anerkannt. Zum ersten Male wurde nationale die wahren Interessen Deutschlands gegen meinen fogar, die Wohnungsabgabe und das Reichsmieten- darauf als organischer Aufbau weiter führende Bildungsanstalten über dem Bersailler Bertrag und der Entente verteidigesetz könne der freien Wirtschaft die Wege ebnen, indem die gesetzt, wenn auch hauptsächlich zur Vorbereitung für den Lehre gen fann. Und die„ Rote Fahne" fügt aus eigenem bei der Be Mieten dadurch langsam an hohe Mietzahlung gewöhnt wur- rinnen- und Erzieherberuf. Es muß zugegeben werden, daß auch sprechung der Berliner Sozialistenkonferenz hitzu: den. Dagegen gehen die anderen von der Auffassung aus, je heute noch an manchen Anstalten die Zusammenstellung des Lehrweniger neue Wohnungen geschaffen werden, um so größer förpers den damals aufgestellten Anforderungen noch immer nicht die Nachfrage und die Not der Wohnungslosen und um voll entspricht, und daß sogar die Lehrpläne von 1908 auch heute fo schneller bricht die Zwangsbewirtschaftung zusammen. Was noch nicht bis zu Ende erprobt find. dann folgt, ist die sogenannte freie Wirtschaft. Innerhalb dieBei der jetzigen Reform aber gab es auch noch andere ser Wirtschaft wird der Preis der Wohnung bestimmt durch Schwierigkeiten zu überwinden. Sie konnte nicht in Angriff gedas in einem neu erbauten Hause investierte Kapital, das durch nommen werden, ohne daß die Gesamtlage des ganzen preußischen die Miete verzinst und damit rentierlich wird. Die weitere und deutschen Schulwesens betrachtet wurde. Dazu gehörte die AusFolge ist, daß die Mieten der alten Wohnungen auf die wirkung des neuen Grundschulgesetes, das den gemein gleiche Höhe steigen und dem Besiger zu einem unberech- famen Volksschulunterricht für die ersten vier Schultigten Gewinn und zur ungeheuren Steigerung der jahre für Mädchen und Knaben bestimmte. Dazu tam die Reform Bodenrente verholfen wird. der Lehrer- und Lehrerinnenbildung, womit sich demnächst die Länder Die Kommunistische Partei lehnt ebenfalls die abschließend zu beschäftigen haben. Dazu tam auf dem Gebiete des Bewilligung der Abgabe ab und fordert, daß die höheren Schulwesens ein neuer Typ, die neunstufige deutsche Mittel zur Fortführung des Wohnungsbaues durch die Er- Oberschule, die das deutsche Kulturgut in der Borbereitung zum faffung der Sachwerte der Besitzenden bereitgestellt werden. Leben und zur Hochschule in die Mitte stellt, und den übrigen Die Kommunistische Partei weiß sehr wohl, daß zurzeit nicht höheren Schulen den Mädchen offensteht. Dazu kam die auf die die geringste Aussicht besteht, diese Forderung zu verwirt- Bolfsschule sich aufbauende Aufbauschule, die in 6 Jahren fichen. Sie hat daher nur eine parteiagitatorische Bedeutung. die Universitätsreife vermitteln soll. Schließlich dürfte nicht über Wäre nach den Wünschen dieser Partei die Abgabe abgelehnt, fehen werden, daß Oberiyzeen außerhalb Preußens in größeren so bedeutete dies in der Praxis die stärkste Benachteili- Ländern nicht bestanden. Kognak mit Ei. Bon teha teha. Was loftet wohl so eine Flasche gelben Fusel, benamset Kognat mt Et? Dummes Zeug," werden die Leser sagen, das erfährt man doch in jeder Destille. Wer kann das Zeug überhaupt noch kaufen, doch höchstens Rafftes." Stimmt nicht. Ber wissen will, was Rognat mit Ei koftet, hätte mit uns den Nachtzug von Kassel nach Hannover benutzen sollen, da wäre er genau im Bilde und hätte seinen Teil.... Doch halt, noch sind wir in Raffel. Wir faßen zu fünft in der dritten Klasse, döften so vor uns hin, wie man nachts um zwei eben döst, als ein älterer Herr und ein junges Mädchen zu uns famen. Der Alte erzählte uns sofort, das wäre seine Tochter, sie hätten ein glänzendes Geschäft gemacht, viel Geld verdient, wären voller Freude und so fort. In fünf Minuten wußten wir seine ganze Lebensgeschichte. Dann zog er eine Flasche Kognak mit Ei aus der Manteltasche. Mit den Worten:„ Die Nacht sollen mal alle eine Freude haben," reichte er den Sprit der Reihe nach herum. Er schmeckte in der Tat nach mehr. Der Zug hielt noch lange nicht in Göttingen, da war die gläserne Madam lee: und einige voll. Die reaktionären Blätter werden sich über diese„ sachverstän dige" Unterstützung zweifellos freuen. Die Deutsche Lages. zeitung" fegt heute den gestrigen Angriff der Deutschen Zeitumg" fort. Sie behauptet, daß auf der gestern von uns gebrachten Bariser Meldung des New York Herald" mit voller Klarheit zu erkennen sei, daß diese ganz sozialdemokratische Aktion als ein Zug in dem französischen Propagandaspiel wirft, das auf Deutschlands Sermürbung und auf deutsche Verhandlungsbereitschaft auf der Grundlage deutscher Zermürbung hinarbeitet. Die Tageszeitung" wittert in den Bemühungen der sozialistischen Parteien eine ernste und dringende Gefahr und behauptet ebenso wie die„ Deutsche Zeitung", daß Severings Attion gegen die deutschyoölkische Freiheits. partei mit dieser internationalen Attion der deutschen Sozialdemo tratie in Zusammenhang" stehe. Wir verstehen die Schmerzen der " Meine Pelzjacke ist fort. Meine teure Jade. Ach, Unglüd, was| Geliebten an, während Frau Duse ihr erschütterndes Armondo!" fang ich an!" Wir schnellten alle in die Höhe wie Stehaufmännchen. Richtig, die haarige Hülle war weg. Sie fonnte nur der alte Herr gemauft haben. Es dauerte nicht lange, da schrie ein andere::„ Gottver: dammich, mein Koffer ist leer, wer war das Luder?" Auch das erwies sich als richtig. Der Mann weinte vor But. Es stellte sich bald heraus, daß jedem etwas fehlte. Dem in der Ede, der noch halb schlief, die Geldtasche, jenem der Hut und die Stiefel, mir der Selbstbinder und die Müze, der Dame neben dem Pelz die abgeschnittene Tasche. Bate: und Tochter waren also ausgefochte Spizbuben gewefen. Nun erinnerten wir uns auch, daß das Mädel nicht mitgetrunken und der Alte nur genippt hatte. In dem Kognat war zweifellos Schlafpulver gewesen, daher der bleierne Schlaf bei uns allen. Wir machten Inventur und stellten feft, daß fü: über eine Million Werte gemopft waren. Wiedergesehen wird wohl davon teiner etwas haben. Nun wußten wir aber, wie teuer so eine Flasche Gift tommen tann. Was muß der Gauner gelacht haben, als er auf meine Frage, ob er auch alles hätte, antwortete:„ Ja, dante, ich hab alles." Er hatte in der Tat alles, das war richtig. Jedesmal wenn ich Rognat mit Ei sehe, denke ich an meinen Selbstbinder. Und an die Freude, die wir jene Nacht erlebt haben. Der Spender, der bis dahin geschwätzt hatte wie ein Jahr. martisbudenmann, war einfach- kostbar. Meiner Nachbarin, die ihre Pelzjade auf dem Schoß liegen hatte, redete er so lange zu, bis sie das wertvolle Stück in das Netz legte. Den Koffer eines Herrn rückte er zurecht,„ ber fönne jede Minute herunterfallen". Die viel größere Künstlerin, die immer ans Herz rührt, die das echte Die Bernhardt und die Duse. Für uns Deutsche ist die Dufe In diesem Tempo gings weiter. Indessen, als der Schnaps zur Gefühl gibt, wo die Bernhardt eine raffinierte Virtuofin blieb. GeNeige ging, wurde er müde. legentlich des Berliner Gastspiels von Sarah Bernhardt im Jahre So, nun wollen wir mal ein bissel die Augen wärmen und 1902 hat Eugen Babel die beiden Schaufpielerinnen in der Berden Schnabei halten." Mit diesen Worten schnürte er die Lampe förperung der Kameliendame" verglichen( abgedruckt in seiner zu, setzte sich zum Schlafen zurecht, zog seine Tochter an sich und Krititensammlung 3ur modernen Dramaturgie). begann bald Löcher in die Luft zu gurgeln. Wir anderen schliefen Bei der Darstellung der Kameliendame schreibt er- zeigte auch schon halb und halb. Sonst wache ich regelmäßig, wenn der es sich in überraschender Weise, daß Sarah Bernhardts Spielweise Zug hält, auf. Diese Nacht wiegte ich mich wohlig hin und her. in Einzelheiten nicht unbedingt feststeht, sondern auch jezt noch In Kreiensen stieß auf einmal jemand an meine Knie. Es war das äußerer Anregung und Beeinflussung zugänglich ist. Im dritten Att, junge Mädchen, das mit dem Bater ausstieg. Ich wollte Licht wenn Marguerite Gautier den Brief an den Geliebten schreibt und ihm in einer rührenden Abschiedsszene entsagt, war sie allerdings machen, der Alte fiel mir aber in den Arm: ganz sie selbst und tein Zug hat sich darin seit zwanzig Jahren ver" Zu was denn, machen Sie keine Geschichten, wir finden uns ändert. Der Schmerz, der sie erfüllt, als sie wieder in das trübe Element ihrer Vergangenheit zurückgeschleudert wird, fand bei ihr Haben Sie denn alles?" fragte ich. die weichsten Töne und die vielseitigsten Ausdrucksmittel in Mienen " Danke, wir haben alles. Auf Wiedersehen und glückliche und Gebärden. Bon hier ab mußte sie aber den Preis der Dar stellung an Frau Duse abtreten, bei der wir alle, wenn auch noch Damit waren sie fort. Bir duselten weiter. Bon den anderen so glänzend ausgeführte schauspielerische Technik vergessen und uns fünf war niemand erwacht. Die Dame neben mir schlief wie ein an dem Bilde unmittelbaren Lebens erfreuen. Deutlich war es zu bemerken, wie die Französin hierbei die Spuren der Italienerin einlenkte, Feinheiten ihres Spiels in sich aufnahm und individuell zu verarbeiten fuchte. Den angsterfüllten Buruj Armand!" wendete Frau Bernhardt bereits in dem Zwiegespräch mit dem verlorenen hon!" Heimkehr." Murmeltier. Auf einmal hörte ich einen Schrei, als ob jemand am Spieße geröstet wird. In mein schläfriges Gehirn bohrt sich der Ruf: erft ausstößt, wenn dieser ihr vor der ganzen Gesellschaft die Bantnoten ins Gesicht wirft. In ähnlicher Weise versuchte Frau Bernhardt auch in der Sterbefzene den Brief, der ihre Rechtfertigung ents hält, nicht erst abzulesen, sondern, weil sie ihn mit ihren Tränen oft genug beneßt hat, aus dem Gedächtnis herzusagen. Aber sie wendete dabei die Nüance an, daß sie an einer Stelle ins Stoden Bam und fie erst in dem Schreiben selbst suchen mußte. Go begegneten fich die beiden großen Künstlerinnen und es war dem Publikum überlaffen, sich mehr für die eine oder die andere zu entscheiden. Die zartere und reinere Natur ohne Trübung durch virtuosenhafte Uebertreibung ist jedenfalls Frau Duse, während die Frau Bernhardt die im Gefühl ihrer Kraft alles on sich reißen will und vor nichts etwas von dem verzehrenden Ehrgeiz einer Bühnendespotin stedt, zurüdschredt. Wie alt find unsere Braunfohlen? Je mehr man uns von unferem Steinfohlenreichtum genommen hat oder zu nehmen sucht, auch größere Aufmerksamkeit erregt. Die Frage nach dem Alter der desto wichtiger wird für uns die Braunkohle, deren Geschichte daher Braunkohlen beantwortet Rudolf Hundt in der Leipziger Illustrier ten Zeitung". Unsere Braunkohlen find im Tertiär entstanden und gehören teils oligozänen, teils miozänen Schichten an. Aus Radiummerten läßt sich für das Oligozän ein After von 20 Millionen Jahren berechnen. Für die Bildungszeit dieser Braunfohlenflöze hat man die sich regelmäßig wiederholenden Stubbenhorizonte, die alten Bodenoberflächen herangezogen. Nach der Zahl der Jahresringe, die sich in den alten Stubben feststellen laffen, haben die riesigen Baumstümpfe ein Alter von 1000 Jahren gehabt. Die in der Senftenberger Gegend vorgenommen wurden, haben also die in 3000 Jahren gebildet haben. Nach diesen Untersuchungen, die zwischen den Stubbenhorizonten vorhandene Rohlenschicht wird sich beiden Senftenberger Flöze zu ihrer Entfiehung 30 000-40 000 Jahre gebraucht. 3mischen den beiden Braunkohlenflözen liegt ein Zwischenmittel von 40 Metern. Bezieht man dies in die Ent fiehungszeit hinein, so müffen seit Beginn der Braunkohlenbildung bis zur Beendigung der Bildungszeit des oberen Flözes mindestens 100 000 Jahre vergangen sein. Für das Braunfohlenlager im Geifeltal bei Halle hat Prof. Lang eine Werdezeit von 300 000 Jahren errechnet; die gleiche Beit gilt für die Braunkohlerlager bei Köln. Es muß also vor einigen 100 000 Jahren ein Klima in Deutschland geherrscht haben, das der Braunkohlenbildung günstig war. Im Lustspielhaus ist die auf Sonnabend angesezte Premiere von „ Bobby! Sag die Wahrheit" auf Ostersonntag verschoben. Ein Boykott gegen einen Theaterdirektor. Die Deutsche Bühnennenoffenschaft bat gegen Willi Willy, den Direktor des Neustädter erlaubnis bei der fächsischen Stonzessionsbehörde gestellt, mit der Begründung, Schauspielhauses in Dresden, Antrag auf Entziehung der Spiel daß Bivi Billy den Anforderungen, die man an einen Theaterdirettor stellen müffe, in künstlerischer und sittlicher Hinsicht nicht entspreche die Gemeindeverwaltung von Gehlsdorf ihre 8ahlungsun. Eine Gemeinde in Konkurs. Wie aus Rostod gemeldet wird, hat fàbigteit erklärt, ihre Beamten und Angestellten entlassen und ihre tommunale Tätigkeit völlig eingestellt. Deutschnationalen wie die Rommuniften vollständig. Für fte] beide wäre es allerdings eine ernste Gefahr, wenn es dem Einfluß der Sozialdemokratie zu verdanken sein würde, daß aus der Ratastrophe, in die Europa durch die Ruhraktion zu geraten droht, irgendein Ausweg gefunden werden könnte. Denn beide find fie nur an einer Ratastrophe interessiert und die heuchlerischen Redensarten, mit denen von rechts und links die Katastrophenpolitiker sich als„ Retter der Nation" aufspielen, sind nur eine Verdeckung ihrer wahren Absichten. Die Sozialdemokratie, die Hauptträgerin des nationalen Abwehrkampfes, denkt nicht daran, sich von dem Geschrei deutschnationaler oder kommunistischer Aben teurer irgendwie von ihrem flaren Wege abbringen zu lassen. Neue Putschgerüchte in Bayern. München, 27. März.( Eigener Drahtbericht.) Die politischmilitärische Lage in Bayern ist nach wie vor undurchsichtig. Die Enthüllungen und Berhaftungen in Preußen und Thüringen haben zwar den Gesamtaufmarsch der rechtsradikalen Putschisten empfindlich gestört und den Ausbruch von Unruhen in Bayern am letzten Sonntag, für den zahlreiche Anzeichen vorlagen, vorläufig verhindert. Damit ist die Gefahr jedoch noch feineswegs vorüber. Feuerdings werden wieder mehrere bevorstehende Butschtermine ge nannt. Die Münchener Post" ist infolge der bald sprichwörtlichen Unvorsichtigkeit der Nationalsozialisten heute in der Lage, einen Dienstbefehl zu veröffentlichen, den die Nationalisten in Nürnberg verteilten. Folgende Befehle wurden erlassen: ,, Am 2. April nach München alle Sturmabteilungen, große öffentliche Versammlung. Am 9. April alle Abteilungen nach Lindau am Bodensee. Alle Tage in den Abendstunden Nachtübungen( FeldZu der immer wiederkehrenden Ansehung von Butschterminen durch die Rechtsleute, die bisher nie innegehalten wurden, sei einmal grundsäglich gefagt, daß naturgemäß fein verantwortlicher Politiker und Journaliſt dafür bürgen kann, daß der Putsch nun tatsächlich an diesen Tagen stattfindet. Aber trotz aller bisherigen Erfahrungen fann man ebensowenig mit Bestimmtheit versichern, daß ber Butsch, natürlich" wieder nicht stattfinden würde. Der gewissenhafte Beobachter fann vielmehr lediglich feststellen, daß die immer wiederkehrende Androhung von Butschen die Deffentlichkeit beunruhigen und zermürben sollte und daß die fast automatisch erfolgende Beröffentlichung der Butschpläne durch unsere Parteiorgane die Kreise der Verschwörer dauernd gestört hat. Die hiesige Presse der Rechtsradikalen versucht weiter mit einer beispiellojen Hehe gegen Minister Severing dienst)." bie Situation zu verdunkeln. Der„ Bölkische Beobachter spricht von Deutschen verfolgungen in" Breußen" und droht dem Monfieur Severing: Brost Mahlzeit, Genosse, wir werden uns noch einmal sprechend" Die angeblich demokratischen Münchener Neuesten Nachrichten" überschrieben gestern ihre abfälligen Bemerkungen über die sehr berechtigten Besorgnisse in" Berlin mit den Worten„ Eine Berliner Stüßungsattion des Frant?"; gleichwohl hat der Hauptschriftleiter des Blattes heute die Stirn zu schreiben:„ Jegliche Auf rollung innerer Gegenfäße follte unterbleiben, die Münch. Neuesten Nachr." haben dieses Gebot stets gern befolgt... Die dauernde große Gefahr der nationalsozialistischen Bewegung für den Bestand der Deutschen Republit wird deutlich charakterisiert burch die neueste Kampfrede Hitlers, die dieser, umgeben von acht Sturmtrupplern im Stahlhelm, hielt und in der er die Reichsminister aufs gröblichste folgendermaßen beschimpft hat: Bor jedem Negerunteroffizier machen unsere Minister begeistert Barade. Je mehr sie sich vor den Feinden ducken, desto brutaler unterdrücken fie ihre national denkenden Volts genoffen. Ich predige aß! Unsere innerpolitischen Gegner sollen uns nur haffen. Wir sind durch unsere Sturmabteilung eine Macht in Bayern und vor allem in München und lassen uns niemals auf lösen. Es tommt die Zeit der Abrechnung mit der Fauft. Gegen den jüdisch- internationalen Terror sehen mir germanische Gewalt. Die Parlamente müssen beseitigt werden, da sie uns verraten haben. Wir wollen teine parlamentarische Partei sein, sondern eine nationale Sturmarmee. Auch wenn es dem Vaterlande nichts hilft, so sollen doch zuerst die Novemberverbrecher gehängt werden. Wenn wir alle sterben sollen, so wollen wir wenigstens mit unserem letzten Atemzuge die Berräter paden und mit in den Abgrund ziehen. Durch die Bestrafung aller hohen Würdenträger der Republik, die das Vaterland verjudet haben, er ringen wir die Achtung der Welt und erhalten dann auch Waffen. Die Linte verrät Deutschland und die Rechte( im Parlament, meint er. Red.) erschlägt die deutsche Zukunft. Man darf nicht immer fragen, was nach her tommt, sondern muß unbedenklich handeln.(!) Wir wollen teine Majorität werden, sondern durch die brutale Entschlossenheit uns durchfezen." Die Münchener Post" bemerkt dazu mit Recht:„ Politisch bemerkenswert ist in diesem Geschwätz vor allem, daß Hitler ganz unbedenklich die Begründung des Geveringschen Auflösungsverbotes der deutschvölkischen Freiheitspartei in zwiefacher Beziehung be stätigt, indem er die deutschpöllische Freiheitspartei in Preußen als mit der nationalsozialistischen identisch bezeichnet und als ihr Ziel mit flaren Worten die Hol' über! für Kriegsblinde 384 000 t., für Oberschenkelamputierte und Träger Don Stügapparaten und Hülsen für das ganze Bein 192 000 M., für Die„ Sechserbrüden" und" Groschenfähren" in Groß- Berlin ge- Oberarmamputierte und Träger von Armapparaten 168 000 m ,, für hören der Vergangenheit an. Auch der Fährmann hat sich vom Klein- Unterschenkel- und Unterarmamputierte und Träger entsprechender geld emanzipiert. Noch im vorigen Sommer wurde von Ausflüglern Apparate 96 000 M., für Lungen-, Nieren-, Magentrante, Beschä weidlich geschimpft, als sie für die Drei- Minuten- Ueberfahrt auf Herabsetzung der Sehschärfe auf dem erhaltenen Auge, Beschädigte digte mit organischen Nervenleiden, einseitig Blinde mit erheblicher einem gewöhnlichen Handfahn, wohlflingend Fähre genannt, zwischen mit bleibenden Folgezuständen äußerer Berlegungen, z. B. RüdenGrünau und Wendenschloß eine lumpige Papiermark zahlen mußten. marfsleidende, bei einer Erwerbsminderung von 30 bis 40 Proz. Wer im heurigen Frühjahr auf diesem vielbenutzten Kurzwege nadh 96 000 m., 41 bis 60 Prog. 152 000 m., 61 bis 80 Proz. 288 000 m., den Müggelbergen gelangen will, yat als Erwachsener einschließlich 81 bis 100 Broz. 384 000 m. Anträge auf zubilligung der Traglast 50 M. und für ein Kind im Alter von 6-14 Jahren( Tauf- Sonder- Werbungsfoften find beim zuständigen Finanzamt unter schein mitbringen!) 20 M. zu entrichten. Das Wochenabonnement Borlegung des Steuerbuches für 1923 und des Rentenbescheides zu zur einmaligen Hin- und Rückfahrt tostet 400 m., zu täglich mehr stellen. Sie können zu jeder Zeit, sobald die angegebenen Voraus maliger Fahrt 700 m., die Monatstarte 1600 und 2400 m., bei mehr, wie das bisher war, an eine Frist gebunden. fegungen erfüllt sind, gestellt werden. Die Antragstellung ist nicht Kindern die Hälfte. Die übrigen neuen Fährtarife in Groß- Berlin stellen sich ähnlich hoch und werden wohl bis zu Pfingsten noch mehr nach oben gehen. Das wird manchen, der eine größere Familie hat, Dom Besuch beliebtester Ausflugspuntte abschreden. Schließlich ist es aber im Verhältnis zu allem anderen nicht zu teuer, wenn man daran denkt, daß eine frühere 5- Pf.- Postkarte auch schon 50 M. foftet und daß der Sechseromnibus ganz verschwunden und jede Autobus falyrt 250 m. beansprucht. Das Gerüst des Todes. Elfes Flucht in Feldgrau. „ Das Geld liegt beim Bauer haufenweise umher." Auf einem Bauernhof in Krischt im Kreise Ost- Sternberg diente eine Else Weber, die vorgestern plötzlich verschwand. Der Hofbefizer suchte eine Weile vergeblich nach ihr und entdeckte dann, daß fie ihm feine goldene Uhr und, in Zeitungspapier eingewidelt, 1 million Mart mitgenommen hatte. Es wurde nun festgestellt, daß sich das unternehmende junge Mädchen unter Zurücklaffung ihrer eigenen Habe einen feldgrauen Der Bauunfall des Anhalter Bahnhofs vor Gericht. Männeranzug angelegt und einen Herrenhut auf Der verhängnisvolle Gerüsteinsturz, der sich am 16. August Beitungspaket unter dem Arm und einen Wanderstab in der Hand, ihren Bubentopf gestülpt hatte. So war fie, mit dem vorigen Jahres am Anhalter Bahnhof ereignete und den Tod nach dem nächsten Bahnhof gegangen und von dort nach Berlin von zehn Menschen zur Folge hatte, gelangte heute vor der abgefahren. Die Drtspolizei benachrichtigte schleunigstt die hiesige 4. Straffammer des Landgerichts I unter Borsiz von Landgerichts- Kriminalpolizei. Als nun einem im Schlesischen Bahnhof antomdirektor Dr. Schulze zur Verhandlung. Bon den Angeklagten ist menden Zuge ein frischer Jüngling mit roten Baden entstieg, der inzwischen ein Modell des Gerüstbaues hergestellt worden und im fich tech umfah und anschickte, in das Leben der Großstadt hineinGerichtssaal aufgestellt worden. Zur Berhandlung find zahlreiche aufsteigen, wurde er festgehalten und es entpuppte fich unter dem Sachverständige erschienen. Unter der Anklage der fahrlässigen feld grauen Anzug die entwichene Else Weber. Sie trug das Geld noch unter dem Arme und die goldene Uhr in der Tötung haben sich zu verantworten der Inhaber der Gerüstbau- Tasche. Die Verhaftete gab ohne weiteres den Diebstahl zu. Sie anstalt Leo Altmann und der Gerüstbauer Adolf Tonow. fagt, sie habe es auf dem Bauernhof nicht mehr ausgehalten und Die Anklage vertritt Staatsanwalt Schwandtke. die Million mitgenommen, weil das Geld dort doch nur so in Haufen rumgelegen habe. Ihre Absicht, nun einmal als Mann das Leben der Großstadt zu genießen, wurde allerdings Der Angeklagte Altmann hatte es unternommen, ein Hängegerüft unter dem Dach des Anhalter Bahnhofs anzubringen, da an der Bahnhofskuppel Malerarbeiten auszuführen waren. Am vereitelt. 16. August stürzte das Baugerüst ein und 12 Mann stürzten in die Tiefe, von denen 10 den Tod fanden, während zwei schwere Ber- Der Berliner Arbeiter- Schachtlub veranstaltet für die Osterlegungen davon trugen. Nur zwei Maler und der Polier fonnten feiertage 1923 ein großes internationales Arbeitersich noch retten. Die Anflage wirft den Angeklagten vor, daß fie Schach- Turnier. Die Anmeldungen auswärtiger und auslän fahrläffig gehandelt hätten, da sie als Unterbau für das tischer Vereine sind bis jetzt schon äußerst zahlreich. Es werden hängegerüst teine Leitern hätten verwenden dürfen. Es daher noch annähernd 200 Quartiere gesucht. Alle Arbeiter- Sportsei vorauszusehen gemefen, daß an der Zugangsleiter ein ftarter vereine werden aufgefordert, den Berliner Arbeiter- Schachflub durch Drud vorhanden sein würde. Außerdem wären die Erbauer des Stellung von Quartieren gegen mäßige Entschädigung zu unterGerüftes verpflichtet gewesen, außer den nerwandten ftügen. S Haten auch Sicherheitstetten zur Aufhängung Der Angeklagte Altmann verteidigte sich in anzubringen. längeren Darlegungen damit, daß er die Ausführung des Baues in Köhn zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Schlußaft im Zwidauer Mordprozeß. zuverlässigste Hände gelegt habe. An dem stehengebliebenen Teil des Gerüftes habe er festgestellt, daß die Ausführung mit größter Sorgfalt erfolgt sei. Die Ursache des Unfalles führt der Angeklagte Die Berkündung des Urteils im Zwickauer Mordprozeß vollzog darauf zurück, daß an dem ganzen Tage mehr als 30 maler fich gestern unter atemlofer Spannung und ungeheurem Andrang. zugleich auf dem Gerüst gewesen seien und dadurch eine Eine riesige Menschenmenge hatte den Schwurgerichtssaal besetzt, zu starte Belastung erfolgt sei. Die Maler seien aber nicht zu be- zahlreiche Türen des Saales fonnten nicht mehr geschlossen werden. lehren gewesen, sondern hätten schnellen Laufes das Gerüst über Bis auf die Gänge drängten sich die Zuhörer Kopf an Kopf. quert, was verboten sei. Es sei nicht richtig, wie die Anflage behaupte, daß die Anbringung von Leitern in horizon zurüd. Sie bejaten die Frage nach vorfäglicher Nach mehr als einstündiger Beratung fehrten die Geschworenen taler Lage die notwendige Sorgfalt vermissen lasse. Der Ange- Tötung, verneinten aber die Schuldfragen nach Ueberlegung, flagte gibt allerdings zu, daß gegen derartige Leitern ge wille Bedenten erhoben werben tönnten und daß prachen also den Angeklagten des Todschlages schuldig da besondere Sicherungsmaßnahmen notwendig unter 3ubilligung mildernder Umstände. Weiter mären. Er habe sich aber überzeugt, daß diese Sicherung in vollſtem bejaten die Geschworenen sämtliche Fragen nach Unterschlagung unter Berneinung mildernder Umstände. Der Staatsanwalt Maße erfolgt sei. Auch den Anklagepunkt wegen nicht genügender unter Berneinung mildernder Umstände. Der Staatsanwalt Sicherung durch die S- haten weist der Angeklagte als unberechtigt beantragte auf Grund des Wahrspruches eine schwere Freiheitsstrafe fowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte unter Zugrundezurüd. Der Prozeß geht weiter. legung der Tatsache, daß der Angeklagte ehrlos gehandelt habe. Er beantragte ferner die Untersuchungshaft nicht anzurechnen, weil Röhn bis zulegt geleugnet habe. Die Demokraten und Groß- Berlin. " 3m Schlußwort Namens der Berteidigung erklärte Rechtsanwalt Dr. Alsberg, Am vergangenen Freitag tagte der Berliner Bezirksparteitag daß die Verteidiger zu diesem Wahrspruch der Geschworenen inner. der Demokraten. Die Beratungen über eventuelle enderun lich überhaupt feine Stellung nehmen könnten. Er müsse sich lediggen des Groß- Berliner Gesetzes wurden dort zu Ende geführt. Nach lich gegen die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte wenden dem Bericht des Berliner Tageblatts" ist eine Entschließung ange- und mit Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit auf eine milde nommen worden, die zunächst die volle Aufrechterhaltung Strafe und um Anrechnung der Untersuchungshaft bitten. des Gebietes der neuen Gemeinde wie der Finanz- und Steuerhoheit für die zentralen Rörperschaften verlangt. Außerdem wird in der Entschließung darauf hingewiesen, erklärte der Angeklagte:„ Sie haben mich verurteilt. Es ist daß die Aenderungen der Zahl und Größe der Bezirke wie ein Irrtum, glauben Sie mir das. Ich bin völlig unschuldig. Ist ihrer Kompetenzen nach dem Wortlaut des Gesetzes bereits fie ermordet, dann wird sich der Täter finden, wenn er hört, daß durch die Gemeindekörperschaften selbst vorgenommen werden können. ich hier unschuldig verurteilt worden bin. Aber, auch wenn er sich Danach ist also anzunehmen, daß die Demokraten erfreulicherweise nicht stellt, dann wird sich eines Tages meine Unschuld erweisen. fich gegen eine voreilige Aenderung des Gesetzes aussprechen und Eine Strafe fommt für mich überhaupt nicht in Betracht. Für mich die Antragsteller auf den normalen Weg der Entscheidung der ftritti gibt es überhaupt nur noch den Tod.( Sehr erregt sich plöglich an Berliner Einwohnerschaft verweisen werden. Auch die Haltung der glauben Sie mir tas. Wenn Sie mich zum Tode verurteilt hätten, begen Frage im Rahmen der Selbstverwaltung durch die Groß- den Staatsanwalt wendend.) Sie schützen sich, Herr Staatsanwalt, demokratischen Stadtverordnetenfraktion in der Frage der Mär 3 dann wäre es milder gewefen. So werde ich einfach verhungern, gräber wurde einer heftigen Kritik unterzogen. Der Stadtverord wie ich es schon einmal getan habe. Und wenn es dann zum nete Dr. Dove mußte die Haltung der Fraktion verteidigen. Nach letzten geht, dann Herr Staatsanwalt, habe ich nur noch den einen feinen Ausführungen habe sich die Frattion nicht für tompe- Wunsch, daß Sie dann noch zu mir tommen, und dann vielleicht tent erachtet, einen Vorschlag der Sozialdemokratie über die Einzel- doch erkennen, daß ich tein Mörder bin.( 3u den Geschworenen.) Geiten der Friedhofsausschmüdung zuzustimmen, da ,, nach Ansicht Ich bin nicht bitter, meine Herren Geschworenen, Sie find ja auch Ses zweiffellos befonders fompetenten Stadtbaurats Ludwig Hoff- nur Menschen und können sich als solche irren. Ich bin innerlich mann das Schöne und Ideale des Friedhofs durch diesen Bor- ganz ruhig und weiß, daß meine Unschuld sich erweisen wird. Die Revision im Erzberger- Mordprozeß. Oberreichsanwait fchlag verloren gehen würde". Man fann fich der Meinung des Berliner Tageblatts" anschließen, das dazu bemertt:„ Es wäre er Ebermener fendet uns folgende Berichtigung, der wir gern Kaum geben:„ Der Bertreter der Reichsanwaltschaft hat in der Ber- freulich, wenn dieser unerquickliche Kompetenzkonflikt recht bald durch handlung vor dem Reichsgericht über die Revision der Staatsanwalt eine ürdige Ausstattung des Friedhofs und einen Denkstein für fchaft Offenburg gegen die Freisprechung des Rapitänleutnants die Toten überflüssig gemacht würde." v. Rillinger Bein Wort davon gesprochen, daß in der gegen. wärtigen Zeit fein Anlaß sei, den Prozeß nochmals aufzurollen; er hat nicht mehr gesagt, als die Rechtslage ge fordert hat. Was ihm in der Morgenausgabe des Vorwärts" vom 28. Februar 1923, Nr. 98, in den Mund gelegt wird, hat der Ber teibiger des Angeklagten gefagt." gewaltsame Beseitigung der Berfassung durch seine„ nationale" Sturmarmee angibt. Also der Vorwurf des versuchten Hochverrats entbehrt teineswegs der Begründung, Herr Abg. v. Graefe!" Kurs Hunderttausender. Nach einer einhalbstündigen Beratung verfündet dann der Borfizende, Landgerichtsrat Gruhie, das Urteil, das wegen Toffchlages und Unterschlagung auf sechs Jahre, sechs Monate Gefängnis sowie auf berkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren lautet. Die erlittene Untersuchungshaft mird mit neun Monaten angerechnet. Wetter für morgen. Es ist jetzt so weit. In den nächsten Tagen werden Reichsbanknoten zu 100000 m, in den Vertehr gebracht Bestrafte Bucherer. Die Straffammer des Landgerichts Ratibor werden. Die Noten sind 115 × 190 Millimeter groß und auf weißem perurteilte den Viehhändler Maiß aus Radewiß, der eine Kuh mit Papier gedruckt, das rechtsseitig eine violette Stoffauflage mit 100 Broz. Gewinn verfauft hatte, zu vier Monaten Gefäng. 27. März 26. März grünen und orangeroten Fajern trägt. Der etwa 40 Millimeter nis und 200000 Mart Gelb strafe, den Pferdehändler De breite, nur mit einem grauen Linienmuster belegte Schaurand läßt det aus Zabellau megen Pferdeschmuggels nach Polen und der Räufer Berkäufer Käufer Berkäufer bei der Durchficht ein fortlaufendes Wafferzeichen Eichenlaub mit Tschechoslowakei zu zwei Jahren Zuchthaus und zwei millionen Mart Geldstrafe. ( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Kreuztorn erfennen. Das Druckbild der Vorderseite wird von Kurs Rurs Aurs einem breiten, grau- violett gehaltenen Zierrahmen eingefaßt, der 8227.36 8265.62 8229.87 8270.63 unten auf grauem Untergrund die Wertbezeichnung„ 100 000 mart" 7698.20 7736.80 7698.20 7736.80 enthält. In der linken unteren Ede befindet sich das von einem Berlin und Imgegend. Zeitweise nebelig, fonit troden und vielfach 1182.95 violetten Linienmuster freisförmig umrandete Kopfbildnis des beiter, nachts tühl, in den Tagesstunden ziemlich mild bei mäßigen östlichen 1162.08 1167.92 8784.44 Raufmanns Georg Gisze von Hans Holbein d. J. Binden. 8775.53 3794.47 Der zweifarbig grau- violette Nezdruck zeigt rechts von dem Kopf4014.93 4035.07 bildnis den Reichsadler. Angesichts der Tatsache, daß wir zur Aus5541.11 5568 85 561.59 564 41 gabe von Hunderttausendern genötigt sind, berührt es doch recht 9975.- 10025.- merkwürdig, daß es die Reichsschuldenverwaltung fürzlich noch für 1027,57 1015.95 1021.05 nötig hielt, die Ein- und 3 weimartscheine neu druden 97755.- 98245.- zu lassen. 1 holländischer Gulden 1 argentinische Papier- Beso 1 belgischer Frant 1177.05 1 norwegische Krone 3765.56 dänische Krone. 3987.50 1 schwedische Krone 5548.60 1 finnische Mart 563.58 1 japanischer Jen 9975.4007.50 5571.40 566,42 1025.1 italienische Lire 1022.43 1 Pfund Sterling 97755. 98245. 1 Dollar. 20852.73 1 franzöfifcher Frank 1 Schweizer Frant... 1 spanische Beseta 100 österr. Kronen( abgeft.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone 29.15 4.78 1 bulgarische Rewa 149.62 4.77 150,38 1 jugoslawischer Dinar 1 brasilianischer Milreis 3851.84 8570,66 3201.97 20957 27 20862.71 20967.29 1371.56 1878,44 1338.14 1344.86 2299.23 2310,70 2299.23 3851.84 3218.03 3201.29.31 29.04 618.69 4.65 142.64 213.96 Groß- Berliner Parteinachrichten. Morgen, Mittwoch, den 28. März. 10. Abt. 7%, Uhr Diskussions- und Rahlabend für das Hansa- Biertel, Kirch- und Thomafiusftraße, bei Trilmper, Flensburger Str. 3, alle übrigen Bezirke bei Mathes, Paulftr. 20. 16. Abt. 7 Uhr außerordentliche Funktionärsigung bei Krüger, Huffitenstr. 34. 43. Abt. Rahlabend in den befannten Lotalen. 54. abt. 5. Gruppe 8 Uhr Zahlabend im Lokal Bühnemann, Helmholtstr. 39 Sonder- Werbungskosten für Kriegsbeschädigte. 2310.77 Die Kriegsbeschädigtenorganisationen hatten vor längerer Zeit 3870 66 durch Verhandlungen mit dem Landesfinanzamt die Festsetzung von 3218.08 Sonderwerbungsfosten für Kriegsbeschädigte erreicht. Nachdem der 29.20 Reichstag im Februar einer Erhöhung der steuerfreien Beträge zu621.81 geftimmt hat, haben die Kriegsbeschädigtenorganisationen auch für 4.69 die Sonder- Werbungsfosten eine Erhöhung beantragt. Daraufhin 143.36 find die bisherigen Säge vom 1. März ab vervierfacht Beften. Neues Jugendheim, Steinmegstr. 36a bei Riekert( Lokal). Dis 215.04 worden. Die Sonder- Werbungskosten betragen demnach pro Jahr: tusponsabend!„ Gemeinschaftserziehung". Jugendveranstaltungen. Heute, Dienstag, den 27. März. Gewerkschaftsbewegung werfe. Der Bortragende hob in feinen weiteren Ausführungen ferner Streifbrecherantverbung für Argentinien. hervor, daß die Beamtenschaft alle Ursache habe, Schulter an Schulter mit den großen Arbeiterorganisationen für die Verbesserung ihrer dort Agenten nach dem Erzgebirge geschickt, um Strumpfwirker als Wie uns aus Buenos Aires telegraphiert wird, werden von Lage zu kämpfen. Nach der Meinung prominenter Persönlichkeiten Streitbrecher für Buenos Aires zu werben. Wir machen bei dieser Betriebsräteaufklärung. des Deutschen Beamtenbundes vertritt auch dieser den Kopfzuschlag. Gelegenheit besonders darauf aufmerksam, daß bei Arbeitannahme In den Mitteilungen( Nr. 56 vom Februar 1923) bes Deut. Der Redner beweist durch Verlesung von Ausführungen des Be- für das Ausland stets die größte Borsicht zu beobachten ist und gen Industrieschuhverbandes, der nach seinen eigenen soldungsreferenten tes DBB. und des Reichsbundes höherer Beamingaben 13 000 Einzelmitglieder und 300 angeschlossene Verbände ten, daß der DBB. den Kopfzuschlag seit längerer Zeit zum Teil vorher bei der zuständigen gewerkschaftlichen Organisation Erfundigungen einzuziehen find. umfaßt, also eine ziemliche Bedeutung hat, befindet sich ein Aufruf: grundfäßlich ablehnt oder ihn erst fordert, nachdem er das höchste An unsere Mitglieder!" Darin heißt es: Maß des prozentualen Teuerungszuschlages einzutreiben sucht. Zu Achtung, Eisenbahner! Alle fagungstreuen Zahlstellenleitungen Die einseitige Einstellung der Betriebsvertretungen lediglich dem Beamtenrätegesetz übergehend, bemerkt der Vortragende, daß des DEW., Ortsgruppe Berlin, welche nicht unter die Auflösung der Die einseitige Einstellung der Betriebsvertretungen lediglich der Grundgedanke, im Sinne der Betriebskontrolle, positive Mitarbeit Bahlstellen fallen, entfenden morgen vormittag oder im Laufe des auf Geltentmachung weitestgehender gewerkschaftlicher Interessen und teilweise ganz verstiegener Arbeitnehmerwünsche, die völlige zu leisten, an der Gestaltung ihrer eigenen Geschicke für die Beamten Lages einen Vertrauensmann mit besonderem Ausweis zur AbNichtbeachtung der Wirtschaftlichkeit des Betriebes und der Mangel zur Geltung kommen müsse. Die Geheimrätebureautratie glaube holung von Flugblättern nach Bethanienufer 10, Ortsbureau. des Verständnisses für seine Existenzbedingungen sind einesteils allerdings, es fönnte noch einmal die Zeit fommen, wo sie in den Die Ortsverwaltung. gez. Veefer. die Anwürfe von gegnerischer Seite möge gefagt fein, daß die am bleibt das Bureau am Ostersonnabend geschloffen. Betrieben nicht Menschen, sondern Untertanen unter sich habe. Auf 13. März stattgehabte Bersammlung mit Barteipolitit nichts zu tun Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Der Osterfeiertage wegen haben durfte. Sie sei auch als eine Bersammlung des Ortsausschusses reichen Bortrags stellte der Redner feft, daß sich Deutschland in den Groß- Berlin des ADB. eröffnet worden. Am Schluß seines inhaltnächsten Tagen in einer Etappe der Revolution befinde. Alle müßten zusammenhalten, die ein Interesse an den Bestand der Republit haben. Wenn der Bind umschlagen sollte, würde es auch für die das müsse die Parole sein.( Stürmischer Beifall) Beamten gewiß nicht besser werden. Vorwärts und Aufwäris", der Ausdrud eines franthaft gesteigerten Machtdünkels, der mit dem Fortfallen feiner jegigen Nährquellen wieder verschwinden wird, und andernteils bedingt durch die Unkenntnis der Grundlagen und Zusammenhänge der Volkswirtschaft. Der Hebel zur Befferung der jeßigen, auf die Dauer unerträg fichen Verhältnisse muß also hier angefegt und es müssen die fehlen Den Renntnisse durch leicht verständliche, dem Begriffsvermögen des Nichtvorgebildeten angepaßte und nicht zu umfängliche Auf flärungsschriften verbreitet werden. Die von uns vor längerem gegründete Gesellschaft zur Verbreitung voltswirtschaftlicher Kenntnisse verteilt folche Flugblätter unter der Arbeiterschaft im allgemeinen. Aus den eingangs dargelegten Gründen ist die Auftlärung aber insbesondere der Betriebsratsmitglieder vor allem nötig. Deshalb beabsichtigen wir, aufklärendes Schriftenmaterial und Flugblätter, in denen die wichtigsten. Wirtschaftsfragen behandelt merden, jett hauptsächlich an die Betriebsratsmitglieder aussenden zu lassen. Also die Unternehmer wollen die Betriebsräte auffären Gratis und franto. Wogegen schließlich nichts einzuwenden ist. Es ist immer gut, die Argumente des Gegners zu kennen, sich mit ihnen zu beschäftigen, sie zu meistern. Deutscher Kommunalbeamten Grüning, der von den zielbewuß Als Korreferent sprach der Vorsitzende der Reichsgewertschaft ben Bestrebungen dieser Reichsgewerkschaft ein flares Bild zeichnete und von gegnerischer Seite verbreitete falsche Darstellungen über zeugend zurücwies. der Reichsgewertschaft beteiligten, kam es zu recht lebhaften AuseinIn der folgenden Aussprache, an der sich Anhänger und Gegner andersetzungen. Die Redner der Komba" und des Deutschen Beomtenbundes mußten sich unter lebhaften Beifall der Versammlung, insbesondere von Händeler, bittere Wahrheiten sagen laffen. Erst kurz vor Mitternacht fand die Versammlung ihr Ende. Tagung der Bühnengenossenschaft. Wirtschaft Das neue Genossenschaftsparlament. Der Syndikus des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine, Dr. Karl Hermann Maier, macht in der neuesten Nummer der zu der Aenderung des Genossenschaftsgesetzes betreffend die Einrich Ronfumgenossenschaftlichen Rundschau" grundsätzliche Bemerkungen tung der Bertreterversammlung an Stelle der bisherigen General versammlung. Dr. Maier sagt dazu u. a. folgendes: 27 Bei Nach der Art, wie das Bolt an der Ausübung der Staatsgewalt die unmittelbare und die mittelbare Demokratie. beteiligt ist, unterscheidet man zwei Arten von Demokratien, nämlich der ersteren steht die Staatsgewalt dem Bolksverbande selbst zu das heißt der Gesamtheit der Bürger. Dieses System ist natürlich nur in fleineren Gemeinwesen denkbar. Ueberwiegend wird da Freilich gehört dozu mehr als großspurige Redensarten über gegen die Staatsgewalt nicht vom Bolte selbst, sondern von dessen Betriebsfontrolle, Bilbung von Hundertschaften, Rontrollausschüsse, Bertretern ausgeübt, die durch Wahlen bestimmt werden und zu Arbeiterregierung usw. Diese Spielerei überlasse man ruhig den einer Bolfsvertretung, einem Parlament", zusammentreten.. Hörigen Sowjetrußlands, wo sie freilich mit solchen Redensarten die Die vier Tage Delegiertenversammlung der Deutschen Bühnen- Anders auf dem Gebiete des Privatrechts. Die dem Privatrecht anbeste Aussicht hätten, ins Gefängnis zu fliegen. Notwendig ist in genossenschaft in Leipzig endeten schließlich über alle Meinungsver- gehörenden Assoziationsformen( Vereine, Attiengesellschaften usw.) erster Linie, daß die Betriebsräte volkswirtschaftliche Kenntnisse haben schiebenheiten hinweg doch mit einem Sieg des Gewert find durchgehends auf demokratischer Grundlage aufgebaut, indem und in die Geheimfüche der Betriebsfaltulation eindringen. fhaftsgebantens in den neuen Sagungen: Die Genossenschaft die Bereins-, Gesellschafts- usw. Gewalt grundsätzlich den Mit Eine ganze Anzahl von Gewerkschaften haben bereits volkswirt als Arbeitnehmergemeinschaft ist sich bewußt, der Arbeitgebergruppe gliedern( Mitgliederversammlung, Generalversammlung) zusteht, schaftliche Abteilungen eingerichtet und geben besonders zur Schulung in einem Wirtschafts- und Kulturfampf gegenüberzustehen. Das und nach dem heutigen Stande der Gesetzgebung sind diefe privatDer Betriebsräte volbswirtschaftliche Merkblätter heraus. Auf der Zusammenstehen der Schauspielerschaft in diesem Ringen foll er rechtlichen Demokratien regelmäßig unmittelbare Demokratien, Arbeiterakademie in Frankfurt und auf den Wirtschaftsschulen in möglicht und gefördert werden durch besondere Disziplinarmittel da die Mitglieder die ihnen zustehenden Befugnisse selbst, nicht durch Berlin und Düsseldorf werden Arbeitnehmer auf Kosten der Gewerf gegen Außenseiter. Damit foll gleichzeitig auch der Gefahr der Zer eine von ihnen gewählte Vertretung, ausüben. Während Staat und schaften hochschulmäßig ausgebildet. Fast in allen Orten Deutsch splitterung vorgebeugt werden. Aus dem Verlauf und dem End- Kommune in persönlicher und räumlicher Hinsicht regelmäßig mit lands werden Kurse zur Schulung der Betriebsräte und der Gemert- ergebnis der Tagung wird der Souhverband die Folgerung ziehen großen Verhältnissen zu rechnen haben, denen( schon aus technischaftsmitglieder abgehalten. Es bedarf also nicht der Hilfe der müffen, feine eigene Auflösung zu vollziehen und feinen Mitgliedern schen Gründen) nur die repräsentative Demokratie gerecht werden Arbeitgeber. Aber wir benutzen diese Gelegenheit, nunmehr auch an den Wiedereintritt in die Genossenschaft zu empfehlen. Denn um tann, weisen die Verhältnisse bei den privatrechtlichen Assoziationen Arbeitgeber. Aber wir benutzen diese Gelegenheit, nunmehr auch an fonft hatte die Führerin der Oppofition, Frl. Borchardt aus regelmäßig einen verhältnismäßig fleinen Zuschnitt auf, ſo daß die Betriebsräte und die Gewerkschaftsmitglieder den dringenden Appell zu richten, sich nicht durch Redensarten und Parolen blenden Hamburg, verkündet, daß die Berliner Ortsgruppe zum Schußver für einen repräsentativen Aufbau der Vereins, Gesellschafts- usw. zu lassen, sondern sich fachlich in ihre schwierigen Aufgabengebiete band gestoßen fei; der Bezirksobmann für Berlin, Körner, be Demofratie tein Bedürfnis vorhanden ist.... lehrte sie und die Tagung eines anderen. einzuarbeiten. Dazu ist es notwendig, die Gewertschaften zu stärfen, Soweit feine ehren bedeutsame Ausnahme. Das Gesetz vom 1. Juli 1922 hat folgende damit diese die Mittel für die Schulung ihrer Mitglieder stets auf übrigen Taten vorliegen, ermöglicht das neue Statut allen Schutz bedeutsame Borschrift in das Genossenschaftsgesetz eingefügt: zubringen in der Lage find, und dazu ist weiter dringend nötig, bak berbändlern die Rüdtehr. Eine besondere Resolution fordert diesen daß Schritt vom Schutzverband bie Betriebsräte und Gewerkschaftsmitglieder dann auch restlos die gefchaffenen Einrichtungen benutzen. Lohnregelung Kommunalbeamte in die Gewerkschaftsfront! Eine öffentliche Rommunalbeamtenversammlung, einberufen von der Reichsgewertschaft Deutscher Kommunal beamten( Drisverwaltung Berlin), die am Montag in den Sophien- Sälen stattfand, beschäftigte sich mit der auf der Tagesord nung stehenden Frage: Reichsgewertschaft oder Romba?" Bor Eintritt in die Tagesordnung teilte Fischer als Leiter der Versammlung mit, daß der Romba zum heutigen Abend drei andere Bersammlungen für seine Mitglieder einberufen habe. Um so erfreulicher fei die Tatsache, daß die Bersammlung fich dennoch eines fo zahlreichen Besuches erfreuen Bönne. Hierauf sprach als erster Referent der Borsitzende des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes Faltenberg. In seinen sehr flaren und umfangreichen Ausführungen streifte ber Redner auch die Borgänge im Ruhrgebiet und wandte sich dabei gegen die nationalistische Auffaffung, Frankreich fiegreich schlagen zu fönnen. Die Abwehr burch passive Resistenz müsse aufrechterhalten werden. Wie ftelle fich nun die Reichsregierung zu den Schichten, die in erster Linie die Abwehr im Ruhr- und Rheingebiet zu bewirten haben? Es müßte doch für die Stärkung dieser Schichten gesorgt werden. Schwer lich werde das Einkommensteuergesetz hierzu beitragen, das alle Gewinne auf die eine, alle Mieten auf die andere, die schwächere Seite Arbetter- SamariterKolonne Berlin E.V. Am 23. b Mist unser Ehrenmit glied 2915b Gold- Silber-, Platin- Bruch, Bahn. gebiffe, Uhren, Retten, Ringe fauft zu hohen Tagespreifen Hahn& Co., Juwelter Wilhelm Meyer, Goldschmied, NeuSchönholz.St. 20, tölln, Jnnstraße 28 Derstorben. Einäscherung Donnerstag4Uhr Kremator. Gerichtstraße. Rege Beteilig erwart. D.Borst. 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Für den Fall, daß die Mitgliederzahl mehr als 3000 beträgt, fann das Statut bestimmen, daß die Generalverfammlung aus Bertretern der Genossen bestehen soll. Die Ver treter müssen Genossen sein. Ebenso wie in fast allen anderen Berufen Groß- Berlins Nach dem jetzt geltenden Rechte fönnen also Genossenschaften mußten auch die in den Brauereien, Mühlen und tie in der Reichs von 3000 bis 10 000 Mitgliedern die Generalversammlung durch eine monopolverwaltung für Branntwein beschäftigten gewerblichen Ar- Vertreterversammlung ersehen, während für Genossenschaften mit beitnehmer langwierige Berhandlungen führen, um eine Erhöhung mehr als 10 000 Mitgliedern die Vertreterversammlung obli der Löhne für März zu erhalten. In allen drei Gruppen entschied gatorisch ist. Die Tendenz der neuen Bestimmung geht also der Echlichtungsausschuß endgültig. Arbeitgeber und Arbeitnehmer bahin, ein Repräsentativorgan zu schaffen, das restlos an die nahmen die vom Schlichtungsausschuß gefällten Schiedssprüche an. Stelle der Generalversammlung tritt, so daß die Mitglieder auf Die Löhne der Brauereiarbeiter betragen rückwirkend das Wahlrecht beschränkt sind. Es ist das erstemal, daß in Deutschab 1. März wöchentlich für Gefernte 74 000 m., Fahrpersonal land das Drganisationsrecht der privatrechtlichen Assoziationen durch 73 700 M., Ungelernte 73 400 m. und Frauen 48 500 m. bam. öffentlich- rechtliche Gedanken befruchtet wurde. Das Genossenschafts. 49 000 m. Reinemachefrauen erhalten einen Stunt enlohn von recht bildet nunmehr in organisatorischer Hinsicht die Brücke zwischen 720 m. Das Lohnabkommen gilt bis zum 4. April 1923. privatem und öffentlichem Assoziationsrecht. Während früher die Die Wochenlöhne der Mühlenarbeiter betragen rüd- privatrechtlichen Korporationen ausnahmslos unmittel wirkend ab 1. März bis einschließlich 28. März 1923 für Gelernte, bare Demokratien waren, findet heute eine Zweiteilung ftatt, inSadträger und Kutscher 67 000 m., Ungelernte 66 000 m. und dem grundsätzlich zwar die unmittelbare Demokratie vorherrscht, Frauen 44 000 m. wichtige Gebilde aber, nämlich die großen Genossenschaften, Für die in der Reichsmonopolverwaltung für ausnahmsweise den Typ der repräsentativen Demokratie auf Branntwein Beschäftigten betragen die Wochenlöhne ebenfalls rüd- meisen. wirfend ab 2. März 1923 für Gelernte 71 300 M., Kutscher Berantwortlich für den rebatt. Zetl: Bietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: 71 100 m., Ungelernte 71 000 m. und Frauen 56 800 m. Dieses sh. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Abkommen erreicht mit dem 29. März 1923 sein Ende. Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Fahrtvergütung! Noch billiger! Alles übertreffend! Greifen Sie zu! Ohne Rücksicht auf große Verluste! 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