Itg.150 ♦ 40. Jahrgang Ausgabe A Nr. 75 Bezugspreis: Mr den Monat März S800 M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelsebict sowie Oesterreich und Luxemburg 7800 M.. für das übrige Ausland 0800 M. Postbezugspreis reibleibend. Poilbeitellungen nehmen an Belgien. Dänemark, England, Estland, ffinnland, Frank- reich, Solland, Lettland. Luxemburg, Oesterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der„Porwärtz" mit der Sonntags- beilage„Boll und geit�. der Unter- haltungsbcilage..Heimwelr' und der Bcilaze„Siedlung und Kleingarten� erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: „Sozialdemokrat Berlin' Morgenausgabe Devltnev Volktsblakt ( 150»tei*) Anzeigenpreis: Die einspaltig« Zionparcillezeil« kostet 1200 M. Reklamczeile«ovo M. „ikleine Anzeigen' das fettgedruckte Wort 873 M.(zulässig zwei fett- gedruckte Worte), jedes weitere Wort 200 M. Stellenzesuche das erste Wort 200 M.. jedes weitere Wort 130 M. Wort« über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien-Anzeigen für Abonnenten geile 800 M, Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.W. Linden- strasseZ, abgegeben werden. Eeösfuet von Z Uhr früh bis 5 Uhr nachm. �entralorgsn Äer Vereinigten SoztatcUmokrattrchen Partei Doitfcblands Das Iiasko der Ruhrattion. Reifeeindrücke eines französischen Sozialisten. Paris, 29. März.(WTB.) Der sozialistische Abgeordnete Uhry, der jüngst von einer Reise nach Mainz zurückgekehrt ist(über den Zweck und die Erlebnisse dieser Reise haben wir in unserer Donnerstag-Morgenousgabe berichtet. Red. d.„V."), schildert in der„Ere Nouvelle" feine Erfahrungen. Pionierofsiziere hätten ihm in Köln, wo er einen unfreiwilligen Aufenthalt habe nehmen müssen, gesagt: Vor unserer Ankunft gingen aus dem Ruhrgebiet täglich 1S(>l> Cisenbahnzüge nach allen Richtungen. Seit wir da sind, gelingt es uns kaum, z w e i Z ü g e abzulassen. Wenn wir alles instand bringen wollten, so brauchten wir 150 VW Waggons und ein außerordentlich zahlreiches Personal. Wir haben weder das eine, noch das andere. Die Eisenbahnschwellen sind aus Eisen und nicht wie bei uns aus Holz und erfordern eine ganz be- sonders sorgfältige Unterhaltung. Da wir niemand haben, der das besorgen kann, so müssen wir sehr langsam vorgehen. Sonst würde es Eisenbahnunfälle über Eisenbahnunfälle geben und man würde von Sabotage reden. Uhry sagt weiter, seit der Ruhrbesetzung sei der Handel zwischen dem Rheinland und den großen französischen Städten, der sich zu entwickeln begonnen habe, wie abgeschnitten. Die französische Handelskammer in Mainz sei in voller Tätigkeit ge- wesen. Französische Hoteliers hätten sich in Wiesbaden angekauft, und jetzt ruhe alles. Man könne weder ein Postpaket ab- senden noch telegraphieren oder tclephonieren. Die geschäst- lichen Transaktionen seien gleich null. Wenn man das Glück habe, in einen Zug zu steigen, der von wackeren französischen Eisen- bahnern geführt werde, so könne man sicher sein, daß man unter sich, alio unter französischen Soldaten und Offizieren sei, denn kein Deutscher benutze die von den Franzosen geführten Züge. Man wisse ferner, daß, wenn man um 3 Uhr nachmittags von Mainz abreise, man erst am anderen Vormittag um 7 Uhr, wenn man Glück habe, in Paris ankomme. Die französischen Eisenbahner, die die Zulage von 15 Frank täglich angelockt habe und die sich deshalb dazu hergegeben hätten, die deutschen Kameraden zu ersetzen, seien enttäuscht. Sie hätten ihm erklärt, die Nahrung sei schlecht, man müsie auf Stroh schlafen. Die Familien, dercn Mitnahme man gestattet habe, wüßten nicht,, wo sie unterkommen sollten, und man verbiete den Eisenbahnern auch den Zugang zu den Offiziersmessen. Noch mehr: dem Ministerpräsidenten sei ein Bericht übermittelt worden, die freiwilligen Eisenbahner würden vielleicht in den Streik treten. Jetzt, lieber Leser, so sagt Uhry, bist du aufgeklärt. Niemals werden die französischen Industriellen kohlen aus dem Ruhrgebiet erhallen. Uhry erzählt weiter, ein Generalstabsoffizier habe ihm gesagt:„Wenn die französische Regierung durch die Ruhrbesetzung eine politische Operation hat vornehmen lassen, so geht das die Offiziere nichts an. Wir haben den Befehlen gehorcht. Wenn man uns aber hierher gerufen hat, um Ingenieure zu schützen und um eine w i r t- s ch a s t l i ch e Operation durchzuführen, so müssen wir bestätigen, daß dieser Versuch Fiasko gemach! hat." Pas ist der wahre Grund, so erklärt Uhry, weshalb Poincarö sich jetzt so nervös zeigt und die Sozialisten verhindern will, von der Kammertribüne aus das Land aufzuklären. Frankreichs Nuhrkohlenförüerung. Paris, 29. März.(MTB.) Gegenüber den Erklärungen L e Trocqueurs vom 19. März, wonach die Sendungen von Ruhr- kohle am End« der letzten Woche 2599 bis 3000 Tonnen pro Tag erreichen sollten, stellt das Beiblatt der„Usine"(Die Fabrik) vom 24. März 1923 folgendes fest: 1. Die Kohlenverteil ungs st elle erhielt vom 1. bis 21. März insgesamt nicht mehr als 0000 Tonnen Ruhrkoks. 2. Seit dem 21. März ist eine Besserung aus der Basis der täglichen Gesamtlieferung von 1000 Tonnen zu verzeichnen. Die Transporte sind beschleunigt und kommen 3% Tage nach Abgang von der Ruhr an der französischen Grenze an. Die Gestellung von Arbeitern ein- zelner Werke für den Abtransport des Ruhrkoks ist von der Kohlen- verteilungsstelle für das mit dem Abtransport beauftragte Office des Heuillieres sinistrees organ siert. Dasselbe Blatt meldet noch folgendes: 1. der belgische Koks ist bei der Koksverteilungsst-lle noch nicht wieder ein- getroffen, wird aber erwartet. 2. Wie bekannt ist. befinden sich noch beträchtliche Be- stände von Gußeisen in den Fabriken des Ruhr- und des linksrheinischen Gebietes, die vom übrigen Deutschland durch«ine Zollgrenze getrennt sind. Wir glauben zu wisicn, daß man dabei ist, Mittel und Wege zu finden, um die Auslieferung dieser Bestände an Frankreich zu erwirken. drei SoMlüemskraten aasgewiefen. Trier. 29. März.(Eigener Drahtbericht.) Di« sozialdemo- kratischen Gemerkschaftssekretäre T i e tz und Nonn und der sozial- demokratische Parteisekretär Karl Weiß sind aus Trier aus« gewiesen worden. Koblenz. 29. März.(Rb.) Di« IRK. hat neuerdings ausgewiesen: 350 Zollbeamte mit sofortiger Wirkung, darunter allein 273 aus Aachen und 26 aus Cleve: ferner sind ausgewiesen «orüau die Bürgermeister von Montabaur, von Heinsberg, von Sieglar und von Niederkaffel, ferner die Landräte von Heinsberg und von Wittl, der Chefredakteur der„Westdeutschen Tageszeitung" in Kirn a. d. Nahe. Die G e s a m t z a h l der Ausweisungen im alt- besetzten Gebiet ist bis heute auf 2440 gestiegen. Frankreichs§elüZug gegen üie Sahnhöfe. Münster, 29. März.(Eigener Drahtbericht.) Die heute morgen besetzten Bahnhöfe Löttringhausen, Hörde-Hacheney, Hörde- Aplerbeck und Aplerbeck-Süd der Strecke Aplerbeck— Recklinghausen sind um 1,45 Uhr nachmittags von den Franzosen, nachdem sie die in Aplerbeck beschlagnahmten zwei Züge nach Hördicke abtranspor- tiert hatten, wiedergeräumt worven. Der Betrieb wurde wieder aufgenommen. Seit gestern nachmittag istderBahnhofBotropp Süd wieder besetzt worden. In Lippmann dürfen P e r s o- nenzüge nicht mehr halten. Fahrgäste werden in den Zügen nach Waffen durchsucht. In Dorsten und Simsen wer- den alle Wagenladungen ins besetzte Gebiet, ausgenommen Lebens- mittel, angehalten: in D o r st e n auch Postwagen.< Revision im Landauer Urteil. Ludwigshasen, 29. März.(Mtb.) Gegen die Verurteilung des Eisenbahnbetriebsinspektors Gottfried in Ludwigshafen zu 20 Jahren Zwangsarbeit durch das französische Kriegs- gericht Landau ist vom Verteidiger des Verurteilten Revision eingelegt worden. Die Revisionsverhandlung findet kurz nach den Osterfeiertagen in Düffsldorf statt, wohin Gottfried bereits abtrans- portiert worden ist. Mit der Verteidigung in der Revisionsverhand- lung ist Justizrat Dr. Grimm betraut worden. Auch gegen die Ver- urteilung des Eisenbahnsekretärs L« ch n e r- Ludwigshafen zu 10 Jahren Zwangsarbeit durch das französische Kriegs- gericht in Landau ist Revision eingelegt worden. Belagerungszustand in Godesberg. Godesberg, 29. März.(WTB.) Ueber Godesberg ist aus bisher unbekannten Gründen der Belagerungszustand ver- hängt worden. Jeder Berkehr auf den Straßen ist von L,30 Uhr abends bis 6 Uhr morgens verboten. Keine Wareneinfuhr mit Sefatzungshilfe! Unter Vorsitz des Reichswirtschaftsministers stimmte der Reichsrat om Donnerstag einer Verordnung der Reichsregierung zu, durch die verboten wird, Ware zu liefern oder sonstige Leistungen zu bewirken, wenn bekannt ist oder angenommen werden muß, daß sie unter Mitwirkung von Dienststellen der an der Ruhrbesetzung beteiligten Mächte dem Empfänger zugeführt werden sollen. Auch all« vorbereitenden Handlungen nach dieser Richtung sind verboten, Neben einer Freiheitsstrafe wird auf Geld- straf« erkannt, die nach dem dreifachen Wert der Ware bemesien wird. Damit will die Reichsrrgierung zwei Berordnungsn der Rheinland- kommission entgegentreten, die diese unter Androhung hoher Strafen zur Beschlagnahme von Waren und zur Anzeige von Warenvorräten erlassen hat. Die Stimme öer Wahrheit unterürückt. Köln, 28. März.(MTB.) Der kommandierende bel- gische General in Aachen hat für die Brückenköpfe Düsseldorf und Duisburg die ElusüHruug der Antwerpener sozialistischen Zeitung„volksgazet" verboten mit der Begründung, daß sie fortgesetzt Artikel veröffentlicht habe, die daraus ausgehen, die Ruhraktion unter den Besatzungstruppen verächtlich zu machen und die Truppen zur Gehorsamsverweigerung gegen alle dieser Aktion dienenden Befehle zu verleiten. * Ein Befehl der Besatzungsbehörde verbietet das„Volks- blatt* in Bochum vom 28. März bis 4. April. Unser Partei- organ hatte im Auszug einen Artikel Th. Wolffs wieder- gegeben, in dem einige französische Soldatenbriefe zitiert wurden. Auch die sozialdemokratische„Freie P reffe" in H ö ch st wurde von den Besatzungsorganen wiederum auf 14 Tage verboten. Die„Kommunistische. Arbeiterzeitung" in Duis- bürg ist seitens der französischen Besatzung vom 27. März bis 3. April verboten worden. Die pariser Sozialiftenkonferenz. Paris, 29. März.(MTV.) Die Konferenz von Vertretern der englischen, französischen, lkalicnlschen und belgischen SoziaNsien ist heute nachmittag im Kammergebäude zusammengetreten. Der Konferenz erstattete der nach Verlin cnlsandke Ausschuß über seine Verhandlungen mit der deutschen Sozialdcmokralischen Partei Bericht. Ob die Veratungen. die sich bekanntlich auf das Repara- kionsproblem und die Ruhraklion beziehen, noch heuke zu Ende ge- führt werden können, ist unbestimmt. Asqulkh widerstrebt der liberalen Einigung. Asquith hat die Einladung des liberalen Verbandes von Leeds, gemeinsam mit Lloyd George ao einem Frühstück teilzunehmen, abgelehnt. vorwä'rts-verlag G.m.b.tz., SW bS, L!nüenstr.3 Postscheckkonto: Berlin J7ä 3K— Bankkonto: Direktion der Diökonto-Gesellschaft, Depositenkajse Lindenstrah« S Roßbach& Co. Zerschlagene Aufmarschpläne. Die Bildung eines sozialdemokratischen Ordnungsdienstes in Leipzig, über die wir im Abendblatt berichteten» gibt der Rechtspresse einen willkommenen Anlaß, über die„Bildung einer Roten Armee" zu fabulieren. Die Absicht ist ganz klar. Indem man über die angeblichen Gefahren redet, die von diesen sozialistischen Ordnungsgruppen drohen sollen, will man die Oeffentlichkeit ablenken von der sehr ernsthaften und naheliegenden Gefahr eines Rechtsputsche s, wie er durch die völkischen Geheimorganisationen nicht nur geplant, sondern bis ins kleinste vorbereitet war. Ob die Bildung eines besonderen Ordnungsdienstes innerhalb der Sozialdemokratischen Partei notwendig und zweckmäßig ist oder ob nicht vielmehr die in sich geschlossene sozialdmokratische Parteiorganisation in Verbindung mit den Gewerkschaften schon aus sich selbst einen genügenden Abwehrdienst gegen putschistische Ueberraschungen darstellt, darüber kann man ver-- schiedener Meinung sein. Daß aber die Arbeiterorganisationen in den an Bayern grenzenden Ländern, die zum Teil schon sehr unliebsame Besuche der Hitler-Garden erlebt haben, die von Bayern drohende Gefahr näher sehen, als sie etwa in den Berliner bürgerlichen Kreisen empfunden wird, liegt auf der Hand. Und wenn sich die sächsischen und thüringischen Arbeiter deshalb vor jeder Ueberraschung schützen wollen, so sollte das zumindest allen verständlich erscheinen. die während des Kapp-Putsches die Unzuverlässigkeit weiter Kreise der Reichswehr erlebt haben. Vor allem darf man nicht außer Betracht lasten, daß es sich bei diesen proletarischen Schutzorganisationen in Sachsen und Thüringen um waffenlose Gemeinschaften handelt. Sie sind deshalb in keiner Weise den jetzt von Severing verbotenen deutschvölkischen Ber-- schwörertrupps vergleichbar, die ein über das ganze Reich gesponnenes Netz von militärisch aufgezogenen und zum gewaltsamen Kampf gegen die bestehende Staatsform bereiten Formationen darstellen. Die„Deutschvölkische Freiheitspartei" ist tatsächlich das Sammelbecken aller wegen ihres Ber-- schwörerwms aufgelösten Organisationen geworden. So„ge-> setzestreu" die Graefe, Wulle und Genossen sich jetzt in ihren Eingaben an die Reichsregierung und an den Staatsgerichts- Hof auch hinstellen mögen, so wenig werden sie bestreiten können, daß sie selbst in den Richtlinien der Partei sich als eine antiparlamentarische und auf die Beseitigung des Parlamentarismus gerichtete„Bewegung" bezeichnen, die in ihrem organisatorischen Aufbau ganz offen eine„?i b t e i- l u n g 3 B" aufführt. In den Erläuterungen zu dem Organi- sationsplan wird diese Abteilung 3B ausdrücklich als K a m p f- abteilung bezeichnet, die vor allem die„militärischen Angelegenheiten", die„Mobilisierung der Truppen", ihre Be- w a f f n u n g und Verpflegung zu bearbeiten hat und als deren Aufgabe ganz klar die Vorbereitung für den be- waffneten Umsturz bezeichnet wird. Wir glauben nicht, daß selbst Herr Wulle den Mut aufbringen wird, diese Angaben zu bestreiten! Der„Völkische Soldatenbund", der einen Teil der Deutsch- völkischen Freiheitspartei bildet, ist nichts anderes als der auf- gelöste„Verband nationalgesinnter Soldaten", der nur unter anderem Namen, aber unter denselben Vorstands- Mitgliedern und zum Teil mit denselben Mitgliedsausweisen weiterarbeitet. Auch die„Turner- schaften" der Partei sind Abteilungen dieser aufgelösten Or- ganisation, wie aus aufgefundenen Briefen an Roßbach deutlich hervorgeht. Um so erstaunlicher ist es, daß diese Turnerfchaften unter Führung von ehemaligen Offizieren auf Truppenübungsplätzen unter stillschweigender Duldung der Lagerkommandanten ihre militärischen Uebungen veranstalten konnten, die sich nicht nur auf den Parademarsch erstreckten. Bei der in W a n n s e e aufgehobenen, als„Geburtstags- feier für Herrn Tettenborn" ausgegebenen Zusammenkunft, an der auch Reichswehroffiziere teilnahmen, hat Roßbach ganz offen mitgeteilt, daß es sich darum bandele, der bevor- stehenden Auflösung aller Putschorganisationen unter Um- ständen mit Gewalt Widerstand zu leisten und zu diesem Zwecke die„wohlwollende Neutralität" der Reichswehr erbeten. Ein in Pommern verhafteter ehemaliger Offizier, der dort die als„Arbeitsgemeinschaften landwirtschaftlicher Ar- bester" auftretenden Geheimorganisationen kommandiert, hat gar kein Hehl daraus gemacht, daß nach seiner Meiming späte st ensbis MitteAprilder große Schlag erfolgen würde. Seine Arbeitsgemeinfchastler'wurden entsprechend in- formiert. Pommersche Agrarier aus dem alten Adel waren die Vertrauensleute dieses„Arbeitsgemeinschaftlers", aber sie pflegen, wie er verriet, ihre Söhne vorzuschicken, damit man ihnen selbst wegen Verheimlichung von Waffenlagern nichts am Zeuge flicken kann. Wie in Pommern, so in Schlesien, Hannorer, Westfalen und anderen Provinzen. Bei einem verhafteten Verschwörer, der früher denRangeinesStabsoffiziers bekleidete, wurde neben anderen Materialien ein vollkommener Plan für den Depeschcndienst zwischen Wien. Leipzig. Passtni, München, Berlin und Breslau vorgefunden und auch hin C h i f f r e n a m e n für die Leiter des neuen Putsche?. Daß dabei auch der aus de» siapptagen hinlänglich bekannte und noch immer steckbrieflich verfolgte Ober st Bauer eine Nolle spielt, wird niemand wunder nehmen, der die Betrieb- samieit dieses„besorgten Patrioten" verfolgt hat. Unter den militärischen Plänen, die man bei den Haussuchungen fand, befindet sich auch einer, dessen Existenz wir bereits andeuteten und der nichts weniger als eine militärische Zernie- r u n g B e r l i n s und die„Bortraguug des Angriffs" von der Havelseite aus vorsah! Diese ganz planmäßigen, von abgedankten Offizieren der alten Armee betriebenen Vorbereitungen zum gewaltsamen Losschlagen gegen die bestehende Staatsform in eine Reihe zu stellen mit den waffenlosen Abwehrorganisationcn sozialdemokratischer Arbeiter ist so absurd, daß nur die um andere Aus- reden verlegenen journalistischen Helfer der Putschisten aus diesen Einfall kommen können. Viel ernster und dringender ist die Frage, welche Maßnahmen in der Reichswehr ge- troffen werden, um das selbsttätige Vorgehen einzelner ihrer Kommandostellen zu verhindern, das praktisch aus eine B e- günstigiing de? Verschwörertums hinausläuft. Es wird B. erzählt, daß Adgesandte Roßbachs bei einzelnen ruppenkomniandeuren vorgesprochen und um die Entsendung von Mannschaften, Unteroffizieren nnd Offizieren zu jener „Geburtstagsfeier" in Wannfe« ersucht hätten. Die bei der Aufhebung betroffenen Offiziere sollen tatsächlich im Auf- trage ihrer Kommandeure teilgenommen haben. Wenn das wahr ist, fo erbebt sich die Frage, was mit den Kommandeuren geschieht, die aus Einladung eines Privatmannes ihnen unterstellte Offiziere, sagen wir von Mecklenburg»ach Wannsee schicken, damit sie sich dort bei einer„Geburtstagsfeier" einen Bortrag des Privatmanns Roßbach anhören. Es wird nicht viele Leute in Deutschland geben, die so leichtgläubig sind, anzunehmen, daß etwa Regimentskommandeure des kaiserlichen Heeres einer Ein- ladung August Bebels zu einem Vortrage über die Pflichten der Armee Folge geleistet hätten... Nur die innige Verbindung der früheren Offiziere mit ihren ehemaligen Kameraden, die jeßt der republikanischen Reichswehr angehören, kann solche Absonderlichkeiten erklären. Und nur die Hoffnung, bei diesen Kameraden gegebenenfalls Rückendeckung und sonst noch einiges zu finden. lagt den Wage- mut der Verschwörer begreiflich erscheinen. Mit der Auslösung der„Deutschoölkischen Frciheitspartei" und der Unschädlich- machung der entdeckten Konspiratoren in Preußen darf es da- her nicht genug fein. Es muß eine ganz klare Entscheidung darüber getroffen werden, ob Reichswehroffiziere, di» bisher zu den Selbstschutzorganisationen in irgendwelcher amtlicher oder privater Beziehung gestanden hoben, noch weiter im Dienste zu belassen sind. Fast will es sckxinen. als ob die besten 'Absichten des Reichswehrnnnistere vielfach durch ihm unterstellte Militärbehörde» durchkreuzt und in ihrer Wirkung ausgehoben würden. Man nniß sich darüber klar sein, daß der Abwehrkompf gegen den französischen Militarismus, wie er im Ruhrgebiet unter den schwersten Opfern der Bevölkerung geführt wird, auf das ernsteste gefährdet wäre, wenn die Ueberzeugung all- gemein würde, daß im Rücken der Ruhrkämpfer nicht nur politische Desperados, sondern mich Teile der Wehrmacht um das Schicksal des Reiches spielen. Das Vorgehen des p r e u ß i- s ch e n Ministers des Innern gegen die Geheimorganisationen stärkt dos Vertrauen zur Republik und damit auch den Ab- mehrwillen an der Ruhr. Wir erwarten, daß die Reichs- r e g i e r u n g und besonders der ReichsweHnninister in dieser Hinsicht an Energie nicht hinter Preußen zurückstehen werden. Sie könnten damir vor alle» Dingen auch der Regierung in Bayern ein gutes Vorbild geben, die noch immer dem Treiben der Hitlcrgarden untätig zuschaut Ein Großer und sechs Kleine. K o n z e r t u m s ch a u von Kurt Singer. Das Osterfest ist der Gipfel der Musikwachen. Bon da beginnt der sommerliche Abstieg. Das Wesentliche ist nun erfüllt, das Rod beginnt sich inngsomer zu drehen. In Jahrzehnten hieß der künst- lerijche Abschlnsj: IX. Sinfonie. Ni tisch hatte hier, die Phil- harmoniter und der Ochssche Chor ihren größten Triumph. Namen wandein sich, dos Ding bleibt. Auch Furtwängler{d, liefet mit der IX. Sinfonie. Der Jubelhymnus, in dem er Orchester und lKinel-) Chor ausMngen laßt, treibt Herzen und 5)önde zu Beifall, zum Donkhymau» an den Interpreten. Ein Werk von gleichem Riesenwuchs, mi» die IX. Sinfonie; Bachs Matthii»»-Passion. Die Karivoch« bringt dieses imerschöpfliche(und streichloo kaum durchführbares-Monumental- drama gleich an vielen Sleileu Heraus, leider auch durch ganz Un- berufene. An einer solchen Musik sollte man Jahrzehnte vorarbeiten. man sollte die erste Ausfilhrung nicht eher wogen, als bis man himdertmal im Geiste das Werk ausgeführt hat. Der Oratorien- Berein Stehmonns wagte es. Und es gelang in den lyrischen Partien, in den Chorälen»nd schließlich(mil Rose Walter, Nissen u. a.) recht gut. Was noch zu sehten scheint, ist di» ganze auf- bäumende, hin treibend«, wogend-iebendige Dramatik. Man fühlt Wehmut und Goltessurchr, wenn Dirigent und Sänger«ine zaghafte Frage auswerfe»; aber man vermißt den Kontrast dazu, den Unmut, die Einstellung auf das geistliche Schauspiel. Das wird herausge- arbeitet werden müssen. Die guten Fundamente sind gelegt. Wer sich in Berlin als Dirigent einführen will oder wer der Haibrennersthaft die Freude des Wiedercrkennens verschossen will, der setzt auf das Programm die Namen Brahms und Tschaikowsky. Werner F. v. Siemens also dirigiert die IV. Brahmssche, die Vi. Tschaikowstyscti« Sinfonie. Die korrekte Haltung des Dirigenten, sein sachliches Hantieren läßt kaum erkennen, wie ihn das Werk, wie er das Werk anpackt. Cr läßt es wohl mehr oder weniger abrollen, in dunkler Ahnung unvergänglicher Schönheit, ohne zu stören, aber auch ohne zu bilden. Es bleibt alles nivelliert, in philharmonischem Anstand, blaß nnd einstudiert. Die Einzelphrase der hingebungs- vvllen Klage, wie der energischen Abwehr verliert sich ins Unerlebte. wenn nicht nebelhalt Uninteressierte. Die Intensität des Fühlens strömt nicht auf Musiker und Hörer; wenn Siemens größere Empfindungskoniplex« in sich mobilisieren lernt, dann kann er bei seiner ausreichenden technischen Geschicklichkeit ein Dirigent werden. Ernst P i n g o u d ist schon einer, soweit man es nach einem Konzert eigener Kompositionen beurteilen kann. Er weih seinen Willen in fühlbaren Ausdruck umzuwandeln. Seine Werke tragen alle, den nicht zu unterschätzenden Stempel des Unterhaltsamen, Ge- fälligen. Er ringt kaum mit einem Stoff, aber er gestaltet ihn doch künstlerisch, das geistige Probien, einer Sinfonie mit Durchführung und Formgefühl ist feinem schnellen Klangerleben fremd; er schüttet wechselnde Einsälle schnell in einen einzigen, vorsichtig und knapp gegliederten Satz. Er improvisiert eigentlich mehr, als daß er durch- imd zu Ende komponiert. Nach kurzen Schriitsägen komponiert er in da» bunte und reizvolle, wenn auch unfiltrierte Orchester hinein «men plötzliche» Riesenpunkt,«tu« Interjektion, betvbet die kaum Saperifihe �Notpolizei�. Herr Schweyer und die Bölkische« Verbände. Das Lsrordnungsblatt Nr. 2 des Bundes„Oberland" vom 6. Februar 1823 berichtet unter A 2 folgendes:„Um alle noch be- stehenden Zweifel zu beheben, wird mitgeteilt, daß der Herr Mi- nister des Innern Dr. Schweyer ausdrücklich erklärte, daß der Bund„Oberland" E. V. anläßlich seine» Anschlusses an die N o t p o l i z e i München mit der Organisation der Notpolizei im gesamten Freistaat(Bayern) beauftragt wurde. Cr erklärt« ferner ausdrücklich, daß der Bund Bayerische» Reich von feiten des. Ministeriums des Innern an der Aufstellung der Notpolizei nicht beteiligt wäre. Ausführungsbestimmungen gehen den Kreis- stellen(des Bunde») zu. sobald die Arbeiten abgeschlossen sind." Wes Geistes Kind der Bund ist, geht aus Nr. 3 seines Verord- nungsblatte» vom 17. Februar 1923 hervor, in dem mitgeteiit wird, daß sich die Bcrbände Bund Oberland, Gauverein Niederbayern mit Ingolstadt und Eichstedt, Nationalsozialistische A r b e i- t e r p a r t« i, Reichsflagge und Vaterländische Bezirksverbände München(Organisation Cella) zu einem Kartell zusammen- geschlossen haben, der tatsächlichen nationalen»nd aktivistischen Macht in Bayern. Ihr Organ ab 1. Mörz ist das„Heimatland", Verlag München. Für den 28. März hat der Bund durch Verordnung?- blatt 4, herausgegeben am 1. März 1923, eine Fnhrersitzung nach Miitelfranken einberufen. Tagungsdauer vom 29. März bis 2. April auf Schloß Hoheneck bei Insheim. Für jeden der ge- nannten Tage sind militärische Uebungen unter Leitung des Hauptmanns Rulzer vorgesehen. Die kommende Getreidewirtschast. In einem Aufsatz, der von der ganzen bürgerlichen Presse abgedruckt wird, schildert Reichsminister Dr. Luther die Aussichten der Getreidewirtschaft und der Brotver- sorgung im nächsten Erntejahr. Seine sMitteilungen enthalten gegenüber seinen Darlegungen im Reichstag nicht viel Neues. Die Reichsregierung beabsichtigt, eine Reserve von 3� Millionen Tonnen Getreide aufzubringen zur Versorgung der Minderbemiitelien und zur Regulierung des Marktes. Im übrigen aber wird die freie Wirtschaft eingeführt wer- den. Die Ausführungen Dr. Luthers enthalten eine wichtige Feststellung, daß die Reichsregierung ein? Verbilligung des Brotes für die Minderbemittelten nur durch die Belastung des gesamten Besitzes herbeiführen wird. In der Tat lassen die Mehrheitsverhältnisse im Reichstag nur noch den Schluß zu, daß der Bürgerblock die freie Getreidewirtschaft durchsetzen wird. Die Sozialdemokratie oerlangt bekanntlich den Ersatz des bisherigen Umiageverfah- rene durch ein anderes in der Absicht der Produktionsförde- ruilg geschaffenes System, indem das Umlagegetreide mit S ti ckft o f f bezahlt werden soll, um so eine ausreichende Versorgung der Landwirtschaft mit diesem wichtigen Dünger zu $nnöglichen und die Dolksernätzrung mittels der heimischen Produktion auf eine breitere Grundlage zu stellen. Sie wird davon nicht ablassen, diesen Gedanken zu vertreten, weil sie darin die einzige Gewähr dafür steht, daß mehr L c- b e n s m i t t e l erzeugt werden. Eine derartige Garantie gibt die freie Wirtschaft nicht. Wird sie trotzdem eingeführt, so werden die bürgerlichen Parteien, auf die sich die Regierung in ihrer Wirtschaftspolitik stützt, die Verantwortung dafür tragen. Die„DeutscheTageszeitung" knüpft an die Aus- führungen Dr. Luthers die Bemerkung, daß auch die Nicht- b e s i tz e nd c n zur Verbilligung des Brotes herangezogen werden sollen, indem sieden Brotzuschuß von„allen Leistung?- fähigen" verlangt. Hier wird wieder der verkappte Versuch gemacht, die Last der Brotverbilliaung auf diejenigen Kreise abzuwälzen, die ohnehin schon umer der Teuerung namenlos leiden; die Arbetterschaft und die Angestellten, ob- wohl nachweislich die Löhne noch weit hinter den Lebens- haltungstosten zurückbleiben und die Arbeitslosigkeit im Stei- gen begriffen ist. Trotzdem beliebt es die agrarische Agitation, begonnene Abenteuerlichkeit eines Ritters ohne Furcht und Tobel mit Frage- und Ausrufungszeichen. In heiterem und leichtem Ge- recht wirft ihn der Programmatiker Don Rirordo Strauß aus dem Sattel. Gefährliches Spiel, sich in die Nähe de« Urdrachentöters zu wagen. Die Unterhaltung mit Pingoud hält Niveau. Eln moderner Illustrator mit Sinn für witzige Pointen und eigenartige Klaugunterströmungen. Sein drittes Klavierkonzert von Kreutzer, rnrüio« hingelegt, belastet keines Denker, Gehirn, ist dankbar Im Spiel und Ausdruck, unkompliziert im RHytymus und von ein- gongiger, mäßig gewählter Sprache. Alexander M. Schnabel aus Riga Hot Togur-Lleder ge- schrieben. Ein Zyklus gleichförmiger Hymnen ist in gleichförmige, harmonisch freie und feine musitalisch« Gebilde umgesetzt. Eine schwerblütige Elegie und«ine weise gewordene Liebe zu Gott geben dem Klang seine Eigenart und Symbolik, das linpersönlich-Objektlve kühlt die Temperatur, und wenn endlich das hohe Lied hinbrausen soll, so wird aus Spannung nur ein Reiße» gebaren. Und die Freude,„still in Tränen" ruhend, verliert ihre Gottähnlichkeit. � Das höchst talentiert? Werk fand in Maria E k e b l a d eine feingeistige, schonsingende Interpret!». Man begegnet ihr viel zu selten. Der Fall Rudolf G r a e i e grenzt an die Komik. Etwa so: ein Kurzsichtiger fragt seinen Nachbarn:„Du, ich kann nicht sehen; sog', geigt er oder bläst er?" Nun, er knödelt, Gaumen und Nase hörst du in jedem Tan, nur von den Gipfeln der Tonbildung, von den Wipfeln der Musikalität keinen Hauch. Dabei eine Bombenstimme, ein heldischer Tenor. Hätte er nur singen gelernt, wüßte er nur, wo» Takt, was Atem, was musikalischer Ausdruck ist, wie ein Borfchlaz genommen, Register gewechselt, ein crescendo eingeleitet wird! Schade um dies jommervoll mißbrauchte Instrument. Der Begleiter Borchowar oerpatzte alles. Theater am Kursürftendamm:„HJ. U.K." von Charol Cappel. Charol Cappck, einer von den tschechischen Brüdern, die das stMboli- sche Insektendrama gedichtet haben, fragt sich, was ungefähr um das Jahr 2000 sein würde. Und er löst die Frage aus geistreich? Art: Die Menschen lernten Maschinenmenschen wie Fabritware her- zustellen. Sie kneteten, Konkurrenten des lieben Gottes, ihre Ar- beitsmaschine, die einer Kreatur de» Schäpsers nicht unähnlich ist. Sogar Gehirn und Talent sind vorhanden. Nur der moralische Sinn fehlt. So kommt es, daß diese Menschmaschinen, natürlich in Amerika fabriziert, reißenden Absatz finden. Ein Paradies fängt an, fo ist zunächst der Menschenglaub«. Aber der Mensch ist ein« Bestie und er braucht ein« Erfindung zum Morden. BI» die Maschinenmenschen eines Tages entdecken, daß ihre Erzeuger ihre bösesten Feind« sind. Di« Maschinenmenschrn rotten die Gottmenschen b!« zum letzten aus. Nur einer blieb übrig, ein guter, ein schwärmerischer, der schreit nun verzweifelt, daß die Erde doch neu bevölkert werden müsse von der Phantasie und dein Lachen und dem Weinen der Menschen, daß di« Empfindungen nicht aussterben dürfen. Es geschieht durch irgendein Wunder, denn siehe, ein Maschinenmensch, der einem Weibe gleicht. und ihr Gegenspieler, der männliche Züge trägt, finden sich. Sie sind in Gefahr, zu sterben. Sie wollen leben, das bedeutet, sie wollen zeuge». Und da sie zeugen wollen, sich fortpflanzen und Nachwelt begründen, haben sie die Malchin« in sich überwunden, Menschen sind sie wieder gewordea. Cappel nennt den Maschwemnenschrn den diese Kresse als leistungsfähig hinzustellen. Dagegen ist«ruf das schärfste Einspruch zu erheben. Der Versuch, die Kosten der Brotverbilligung von denjenigen aufbringen zu lassen, die s e l b st das billige Brot brauchen, kennzeichnet die Opserfreude des agrarischen Besitzes und soll nur dazu dienen, unter dein Deckmantel der Belastung leistungsfähiger Kreise die E n t- lastung des Besitzes von Steuern herbeizuführen. Dollaranleihe und Markstützung. Das Ergebnis der Dollaranleihe bleibt mit einem Zeich- nungsbetrag von 30 Millionen Goldmark wesentlich hinter den Erwartungen zurück, die man an sie knüpfen mußte angesichts der Tatsache, daß die Devisenbestände der deutschen Wirtschaft fraglos um ein Bielfaches größer sind als der geforderte Betrag. Das Zeichnungsergebnis ist cine starke Anklage g e g e n I n d u st r i e und Handel, die es unterlassen haben, dem Reiche in seiner größten Not ihre nicht unbedingt notwendigen-Devisenvorräte zur Verfügung zu stellen. Auch die Tatsache, �aß Deutschland jetzt eine bürger- l i ch e Regierung lzat, in der Wirtschaftler vom Schlage des Herrn Dr. Becker maßgebend sind, hat auf das Verhalten der Devisenbesitzer nicht den geringsten Einfluß gehabt. Es hat keinen Sinn, wenn man darauf verweist, daß der drohende Einspruch der Reparationskommission gegen die Dollaranleihe des Reiches die Stimmung der Anleihezeichner beeinträchtigt habe. Den Danken mar bekannt, daß, nachdem die Reichsbank einmal auch autonoin geworden war, sie auch zur Mitbürgschaft herangezogen werden Konnte und schon da- durch eine ausreichende Gewähr für die Sicherheit der Anleihe vorlag. Aber auch in der O r g a n i sa t i o n der Anleihe wie in ihrer Durchführung sind wesentliche Mängel zutage ge- treten. Die schmerzliche Erfahrung hat gezeigt, daß die Sozialdemokratie durchaus recht hatte, als sie verlangte, daß eine wertbeständige Anleihe zusammen mit a n d e r e n M a ß- nahmen zur Beschränkung der Deoisenspeku- l a t i o n erfolgen müsse. Statt dessen kam die Devisenanleihe erst vier Monate nach der Devisenverordmmg. Dann aber hat die Reichsbank entgegen dem Interesse der Anleihe ge- arbeitet, als sie, dem Drängen des Großhandels nachgebend und in zu weitgehender Rücksicht auf einzelne Industriekreise die Krediteinschränkungen gelockert hat und so es den Privaten ermöglichte, zu derselben Zeit Mark gegen fremde Devisen zu verkaufen, wo sie selbst Devisen kaufte, um die Mark zu stützen. Das muß jetzt anders werden. Die S t ü tz u n g s a k t i o n der Mark ist durch den Fehlschlag der Devifenanleihe keineswegs gefährdet. Dadurch, daß die Banken sich zur Abnahme von mindestens hundert Millionen Gold- mark verpflichtet haben, wird immerhin ein erheblicher Betrag an fremden Zahlungsmitteln dem Zentralnoteninftitut zu» fließen: außerdem hat es die Möglichkeit, mit seinem Gold zu- gunsten der Mark zu arbeiten. Aber diese Etützungsverfuche müssen nutzlos bleiben, wenn man nicht unter allen Umständen die K r e d i t e, die das Hamstern von Devisen und mit Devisen erkauften Importwaren ermöglichen, auf das äußerste Maß zurückschraubt.., Die R e i ch s b a n k, die Nim feit Sahren zum ersten Male einen zaghaften Versuch gemacht bat. ihre Aufgabe, die Auf- rechterhalMng der Währung, zu erfüllen, sonst aber nur zusah, wie die Währung sich verschlechterte, ist und bleibt dafür v e r- a n t w o r t l i ch, daß die Sttitz'ingsaktion gelingt. Sache des Neichswirtschastsministeriums wird es fein, daraus zu dringen» daß die notwendigen Maßnahmen auch durchgesetzt werden. Lenin. Da? neueste Bulletin führt die erhöhte Temvcratuc aus Verdauungsstörungen zurück. In den Lungen und übrige« inneren Organen sind keine Veränderungen festgestellt. Amerika für die Moskauer Verurteilken. Das StaaiSdeparte- ment hat die ameritaniiche Botschaft in Berlin angetoieten, der Näteregierung mitzuteilen, das; sie emlUich hoffe, daß da» Leben der beiden zu Tode verurteilten hohen Geistlichen geschont tverden würde. Robot, sein Erfinder ist Herr Werdonske, sein Patent ist der Wer- danske-Universal-Robat, platatmäßig abgekürzt„W. U. R." Das ist der Sinn dieses Stückes. Ist es nun ein geistreicher Sinn? Ach. es ist doch nur ein Ge» dankensptitterchen! Auch dann, wenn einer von den symbouschen Brüdern allein auftritt, bleibt er ein recht platter Herr. Die Theorie des Stückes wird im Prolog abgehandelt. Aus Europa erscheint ein neugieriges Fräulein, dem der Generaldirektor der Robot-jzabrik den Schwindel erklärt. Und man merkt sogleich, daß die beide« Liebesleut« werden. Dann aber geht es drei Akte lang zu witzig. zu spitzig, zu ausgeklügelt und doch ziemlich gebunden an allgemeine Epiefebürgerüchkett weiter. Charol Eappek hat einen guten Ein- fall, dann verlassen ihn die Götter. Ein Feuilleton ist kein Drama. Ein Drama kann zum Feuilleton werden. Herr Stahl- Nachbaur war der Generaldirektor de» Unternehmens, eher ein zärtlicher Liebhaber als ein Beherrscher des srofearnqsten Geheimnisses. Konrad Veidt spielte mit einer an ihm»un versteinerten Manier des allzu Eckigen, des tintöppisch Grausigen den Baumeister der Mensckteumaschinensobrik. Liebend« Frau imter diesen kalten Herzen und Köpfen muß Maria Fein sein. Sie ist eine strenge Künstlerin, sie neigt zur Tragödie, sie muß sich aber als ein« Salondame geben. Es sei zu ihren Gunsten ge- sagt, daß sie auch weiche Töne und«in angenehmes Lächeln findet. Max Hochdorf. Heber Helgoland, das jedem, der es einmal gesehen, unaus» löschlich in der Erinnerung bleibt, wurde in der Urania ein inter- effantcr Vortrag gehalten. Dieses Eiland seit Urzeiten den Wogen des Nordmeeres preisgegeben, wurde schon 1000 v. Ehr. von Menschen bewohnt. Durch Witter, ingseinflüsse und Meeresbrandung wurden die Felsen verkleinert. Nomentiich ist di« Westküste stark zerklüftet. Vergleichskarten von 1815 und 1889 zeigten deutlich den Landesverlust. Bis 1720 war die Diirt mit dem Unterlande ver- bunden, am Neujahrstage 1721 aber wurde sie durch eine Sturmflut für ewig« Zeiten vom Mutterlande getrennt. Helgolands Leucht» feuer, zuerst ein Kohlenfeuer, ist jetzt ein drehbares elektrisches Dogen- licht, das seine Strahlen bis nach Cuxhaven sendet. Im vorigen Jahrhundert war der Fischfang noch recht ergiebig, und e» wurden Fänge von SO 000 Schellfischen gemacht. Doch der Fischreichtum der Nordsee ging erheblich zurück: jetzt lohnt sich bei Helgoland nur noch der Humme-sang. Dieses Nordsee-Eiland hat auch seine Bedeu- tung als Rast- und Ruheplatz vieler Wandervögel. Sogar Irrgäste, di« in Nordamerika und Sibirien beheimatet sind, beobachtete man auf Helgoland. Eingehend sprach der Redner von dem Kriegshasen, der in unendlichem Fleiß dem Meere abgerungen wurde. Laut Friedensvertrag von Versailles mußt« er resllos zerstört werden.— Nun ist also Helgoland wieder das friedliche Seebad, als welches die Deutschen es von den Engländern übernahmen. Die alten Fischer» samilien, die am Tag« der Kriegserklärung auf ein Machtwort der deutschen Regierung die Felseninsel räumen mußten, sind wieder in ihre Heimat gezogen und gehen auf Fremdenfang aus. Und Leute, di« es sich erlauben können, besuchen als Tages« oder Kurgäste Helgoland. Auf dem ehemaligen Festungegelönde weiden Schaf«, und der Wald von Warnungstafeln, die ankündigten„Photograpbie- ren und Zeichnen verboten", ist auch wohl verschwunden. Der Sammler wird höchstwahrscheinlich sogar einen Stein aufhebe« dür- seit, ohne daß ei» Mllttärposten ein«. Sptou tu ihm wittert, t-'a,, Berlepsch. 3 feinem 80. Geburtstage. Das adhte Lebensjahrzehnt vollendet in diesen Tagen Freiherr 5. Berlepsch, der einst als Wilhelms Sozialminister eine neue soziale Aera einleiten sollte und dann über die Widerstände stolperte, bie ihm das reaktionäre Unternehmertum bereitete. Fast wie eine Runde aus einer untergegangenen Welt mutet heute die Einnerung an jene Kämpfe an, die sich zu Anfang der neunziger Jahre un fozialpolitische Maßnahmen und Notwendigkeiten abspielten. Bil helm II. stand noch im Zenith feines Latendranges. Er hatte das Bort geprägt, daß man ihm die Sozialdemokratie nur überlassen solle, er würde schon allein mit ihr fertig werden. Und um dieses, sein Selbstbewußtsein, praktisch zu erweisen, begann er jene sozialpolitische Periode, als deren Repräsentant der frühere Oberpräsident Des Rheinlandes, Freiherr v. Berlepsch, in die Arena trat. Berlepsa war zweifellos vom besten Willen bejezlt. Er hatte die Notwendigkeit erkannt, gegenüber dem ins Ungeheure wachsenden Industrialismus durch staatliche Maßnahmen der Berelendung der Arbeiterschaft zu begegnen. Mit großem Eifer und liebevoller Hin. gabe widmete er sich dem schwierigen Auftrage, den Herren im Haufe" der Industrie sozialpolitische Reformen abzulocen. Es ent sprach aber nur der tatsächlichen Machtverteilung, wenn ihm die Ausführung dieser Absichten nur zu einem mehr als bescheidenen Teile gelang und nicht ohne daß er den auf ihre Macht pochenden Industrietapitänen Konzessionen machen mußte. Um fie günstig zu stimmen, mußte er sich bereit finden, Beschränkungen der Koalitions: freiheit der Arbeiter vorzuschlagen. Aber selbst diese Bereitwilligkeit genügte nicht, um den Zorn derer zu besänftigen, die durch jede fozialpolitische Maßnahme des Reiches sich in ihren Herrenrechten geschmälert fühlten. Und als Berlepsch) 1896 über die Bädereiver ordnung stürzte, die einen nur allzu unzulänglichen Schutz der Bädereiarbeiter anstrebte, da fonnte der Führer des Zentralver bandes der Industriellen frohloden, daß sie endlich den Herrn v. Berlepsch flein bekommen" hätten. Und Wilhelm, der mit einer sozialen Fanfare begonnen, blies als bald die Schamade des Zuchthausgefeges, das ganz den Einflüfterungen jener Kreise entsprach, die auch den Sturz des Sozialministers herbei geführt hatten. Herr v. Berlepsch hatte sich nach seinem Rücktritt ganz Ser sozialpolitischen Propaganda gewidmet. Als Vorsitzender der „ Gesellschaft für soziale Reform" hat er sich große Berdienste ermor ben, indem er die Notwendigkeit der Sozialpolitit breiten Schichten des Bürgertums zum Bewußtsein brachte. Er war nicht Sozialdemo frat, aber ein Mann, der lange vor den meisten feiner Klaffengenoffen die Bedeutung der Arbeiterschaft im Produktionsprozeß und damit im Staatswesen erfannte. Unter schweren Anfeindungen aus feinen eigenen Kreisen hat er lange zu leiden gehabt. Er hat aber dadurch sich nicht beirren lassen. Und seinem unermüdlichen Werben gelang es, auch die Gewerkschaften für die Arbeit der Gesellschaft für soziale Reform" au gewinnen. An feinem Lebensabend denten daher auch viele Arbeiter, die feiner Tätigkeit nahestanden, seiner in Hochachtung und teilen die Wünsche, die ihm von feinen Freunden entgegengebracht wurden. " . Der Reichspräsident hat an den Staatsminister a. D. Freiherrn v. Berlepsch, den Ehrenpräsidenten der Gesellschaft für soziale Reform, der gestern seinen 80. Geburtstag beging, das folgende Glückwunschtelegramm gerichtet: An Ihrem heutigen Geburtstage gebente ich mit aufrichtiger Dankbarkeit Ihrer großen Verdienste auf dem Gebiete der sozia. len Arbeit und spreche Ihnen meine herzlichsten Wünsche für Ihr ferneres Wohlergehen aus." Englische Parlamentarier für Aegypten. 97 Mitglieder des Unter hauses, die fich hauptsächlich aus 2rbeiterparteilern, aber auch aus Liberalen und einem Konservativen zusammensetzen, haben ein Manifest über Aegypten veröffentlicht, in dem sie erklären, daß die Politik Allenbys mißglüdt fel und in dem sie darauf bringen, daß die Tatjade anerkannt werde, daß das ägyptische Voit die nominelle Abhängigkeit, die mit brüdender militä rischer Kontrolle und mit der Besetzung der wichtigsten Posten durch Fremde Hand in Hand gehe, verwerfe. Es wird gefordert, daß 3aglul freigelassen werde, damit eine dauernde und befriedigende Regelung der ägyptischen Frage erzielt werden könne. Kommunistischer Parteiwirrwarr. Konfuse Tendenzen". Ueber die Schärfe des Kampfes in der Kommunistischen Bartei täuscht die Rote Fahne" ihre Leser durch Totschweigen und durch frisierte Berichte hinweg. Bezeichnend ist ein Bericht über eine Mitgliederversamlung in Köln, den die Sozialistische Republi" bringt. Nach Darstellung der Ausführungen der Referentin Ruth Fischer heißt es wörtlich: か fachen ausüben, in benen deutsche Gerichte auf Grund der teutschen Zollgefeße wegen Zuwiderhandlungen gegen deutsche Zollanordnungen erkannt haben. Dies bedeutet einen schweren Ein. griff in die deutsche Staats- und Berichtshoheit. Die Berordnung 152( Strafverordning betr. Den Post-, Tele graphene und Fernspred, dienst) will durch Strafbestimmungen von außergewöhnlicher Grausamkeit die deutschen Boft- und Telegraphenbetiensteten zwingen, sich im Widersprud mit ihrem Diensteid und vaterländischen Gefühl aktiv die neue Berordnung charakterisiert sich durch ihre Dehnbarkeit, an der rechismibrigen franto- belgischen Aktion zu beteiligen. Auch die allen Interpretationstünften freies Spiel läßt. Süter jeder Art im befesten Gebiet befahlagnahmt, die zu Restitu Durch die Spezialverordnung 153 werden Material, Waren und tions- und Reparationszweden bestimmt sind. Es handelt sich un waren und Güter, deren Zweckbestimmung darin bestand, an die alliierten Regierungen oder alliierten Staatsbürger( der amtliche deutsche Lert spricht von Untertanen" im 5. Jahre der Republit! Red.) geliefert zu werden. Für ein Eingreifen der Inter. aiiierten Rheinlandtommission fehlt es an jeder Rechtsgrundlage. Tatsächlich stehen die Lieferungen außerhalb jeglichen Zusammen hangs mit den 3 weden der militärischen Besagung. Die Spezialordonnanz 154 geht sogar soweit, diese Maßnahme anzuordnen bezüglich der Gegenstände und Erzeugnisse, welche von alliierten Staatsangehörigen bei deutschen Staatsangehörigen im Handelsverkehr bestellt worden sind und für welche die Bezahlung boten wird. Es verstößt gegen alle Rechtsgrundfähe, daß hier die entweder bereits erfolgt ist oder bei Ablauf der Lieferungsfrist ange Entscheidung über Streitigkeiten, die sich aus einem Privatver boten wird. Es verstößt gegen alle Rechtsgrundfähe, daß hier die trag ergeben, jeder Gerichtsbarkeit entzogen wird. Tatsächlich wird einer Berwaltungsstelle das Recht gegeben, von ihren eigenen Staatsangehörigen geltend gemachte Ansprüche, Die instruktiv wirkungsvollen Ausführungen der Genoffin Ruth wurden von den Mitgliedern mit Beifall aufgenommen. In der Diskussion machten sich einige tonfuse Ten. benz en bemerkbar. Zwei Genoffen glaubten die Haltung der Zentrale in der Frage der Arbeiterregie rung in Sachsen verteidigen zu müssen.(!) Die er brüdende Mehrheit der Bersammlung ftand jedoch hinter den Aus führungen der Genoffin Ruth, die im Schlußwort die Argumente ber beiben Genossen gründlich zerpflückte.(!) Eine im Sinne des Referats ber Genoffin Ruth gehaltene Resolution wurde von den über 500 anwesenden Mitgliedern gegen 4 Stimmen angenommen." Menn in irgendeiner sozialdemokratischen Mitglieder versammlung die ganze Bersammlung sich auf den Standpunkt der Opposition gestellt hätte und die Anhänger des Parteivorstandes damit abgetan würden, daß man ihnen tonfuse Tendenzen" nachfagte, in welch sensationeller Aufmachung würde die Fahne" über eine solche Mitgliederversammlung berichten. Daß das in ihrer eigenen Partei an der Tagesordnung ist, verschweigt das tommunistische Zentralorgan wohlweislich. Die Abstimmung auf dem rheinischen Parteitag, wie das Ergebnis dieser Mitgliederver fammlung in Stöln, zeigt, daß die Stellung der Opposition in der BD. immer gefestigter wird. Nicht nur die Bezirke Berlin, affertante und Mittelrhein stehen geschlossen hinter der zwangsweise zu befriedigen. Das ist eine Berleugnung der ohne Rechtsgarantie für den angeblichen Schuldner, Oppofition gegen die Zentrale, auch das Rheinland beginnt gegen elementarsten Rechtsbegriffe. Uebrigens bedeutet die vorgesehene den Opportunismus" zu rebellieren und die sächsischen Ab Entscheidungsbefugnis der französischen und belgischen Restitutions. machungen fonnten nur gegen eine Minderheit durchgeführt werden. stellen einen schweren Verstoß gegen die von der Deutschen Regierung So zmedios es wäre, daraus voreilige Schlüsse auf einen 3erfall mit der Französischen und Belgischen Regierung abgeschlossenen der KPD. zu ziehen die Rote Fahne" würde das natürlich Berträge über den freien Lieferungsverkehr, da diese Berfofort tun, so find diese Symptome doch außerordentlich träge gerade auf Wunsch Frankreichs und Belgiens auf dem Grundmichtig und müssen bei der Beurteilung der Stärke und Leistungs: fatz des freien Brivatverkehrs aufgebaut waren. fähigkeit der Kommunistischen Partei genügend berücksichtigt werden. Auch der Rheinlandfommission ist diese Note in Abschrift über geben worden. 11 Die Groß- Hamburg- Frage. Nach Meldungen Hamburger Blätter soll Preußen die Absicht haben, in unmittelbarer Nähe des Hamburger Hafens einen eigenen großen Hafen zu bauen. Diese Mitteilungen zeugen, wie amtlich festgestellt wird, von mangelnder Kenntnis der Einzelheiten des preußischen Gesegentwurfes über die Aufschließung der Elbinsel Wilhelmsburg und find irreführen. Der preußische Gefeßentwurf sieht den Ausbau des Reiher stieges und der Rethe somie den Bau eines Kanals quer durch den Oftteil der Insel vor. Der Oft teil der Insel ist durch die Bahnlinie Hamburg- Harburg vom seeschiffticfen Wasser abgeschnitten und tommt daher für Bett bewerbsanlagen gegen den Hamburger Hafen überhaupt nicht in Betracht. Es sollen dort auch nur Anlagen zur industriellen Aufschließung geschaffen werden. Schulwesen und Ruhrbesehung. Sozialistische Lehrerkonferenz in Bielefeld. Bielefeld, 29. März.( Eigener Drahtbericht.) Eine große Ta gung fozialistischer Lehrer des Ruhrgebiets, die heute hier stattfand, beschäftigte sich mit den Einwirkungen und Gefahren der Belegung auf dem Gebiete des Schulwesens. Es wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: Bor aller Welt erhebt die heutige Tagung der sozialistischen Lehrerschaft aus dem Ruhrgebiet, insbesondere des Einbruchsgebiets, namens der Kultur in feierlichster Form Protest gegen die immer mehr um fich greifende Inanspruchnahme von Schulen durch die französisch- belgischen Besatzungsbehörden. Nach dem Stande vom 14. März waren von den Invasionstruppen 124 Bolfs= schulen mit 943 Schulräumen, eine Mittelschule und 12 höhere Schulen fast ganz belegt. 11 höhere Schulen sind teilweise und 6 weitere vorübergehend der Beschlagnahme untermorfen worden. Anfang Februar waren durch diese Gemaltmaßnahmen diefe 10 000 Schulkinder und Tausende von Militärdebatte in Paris. Paris, 29. März.( WIB.) Die Kammer beschäftigte sich heute vormittag nochmals mit der Militärreform. Das Gesetz hat noch durch den Senat eine unwesentliche technische Fragen betref. fende bänderung erfahren, der die Kammer erst zustimmen muß. Nach Schluß der Beratung erklärten die Sozialisten, daß sie gegen die Annahme des Gefeßentwurfes protestierten, den sie nach Beseitigung des deutschen Militarismus für vo!!. fommen unnötig hielten. Im Namen der Radikalen erhärte Herriot, er respeffiere die nationale Pflicht. Niemand dürfe an der Baterlandsliebe seiner Bártei zweifeln. Angesichts der Militär. reform müsse aber festgestellt werden, daß seine Partet für die ein. jährige Dienstzeit sei und die 18monatige Dienstzeit nicht an nehme. Herriot wurde von Blaisot angegriffen, der die Radikalen aufforderte, die gleiche Solidarität zu üben wie ihre Kollegen im Senat. Jebe politische Frage müsse ausgeschaltet werden, wenn es sich um die nationale Verteidigung handle. Herriot vermahrte fich dagegen und erklärte, es werde nicht die 18monatige, nicht eins mal die 24monatige Dienstzeit angegriffen, sondern die 26monatige, womit Herriot auf die Ruhrbesetzung anspielte und leb. haften Beifall auf der Binken erntete. Der Gesezentwurf wurde schließlich mit 414 gegen 154 Stimmen angenommen. Nach dem Antrage des Senats wird die Frage der Dienstpflicht der Parlamentarier vorerit vom Gesezentwurf abgetrennt. Ueber diese Frage soll später verhandelt werden. Die treafischen Abgeordneten im fübflawischen Parlament haben einmütig die Forderung nach der Bildung einer froatischen entsprechenden Aufruf an die Serben und Slowenen gerichtet. Republif im Rahmen des Königreichs SHS erneuert und einen Anaben und Mädchen, welche höhere Schulanftalten besuchen, Geburtstag des„ Vorwärts" Diefe Am 1. April tritt der„ Borwärts" in sein vierzigstes Lebensjahr ein. Neununddreißig Jahre hat das„ Berliner Bolfsblatt", das seit 1890 den Titel„ Borwärts" führt, in hartem Kampfe für die Sache der aufstrebenden Arbeiterklasse gestanden. Es hat an Wunden in diesen Kampfesjahren nicht gefehlt. Aber so start auch oft der reaktionäre Sturm es um brauste, immer haben die Parteigenossen treu zu ihrem Blatte gestanden, das ihnen Führer und Vertrauter zu gleicher Beit war. Eine verspätete Wagner- Première. Aus München wird uns geschrieben: Die Münchener Oper, seit dem Abgang Bruno Walters mit einigem Mißtrauen bedacht, sah sich veranlaßt, einen Nachweis ihres Eifers zu erbringen und wählte dazu eine Neuheit, wangsweise vom Unterricht ausgeschlossen. die mindestens aufmerksames Authorchen herauszufordern versprach: Bahl ist inzwischen bedeutend überschritten worden. Ein derartiges Richard Wagners Liebesverbot". Freilich stellte sich Borgehen der Besatzungsbehörde trifft die geistige Ausbildung und nachträglich heraus, daß es fich hier mehr um eine Rarität als um fittliche Erziehung eines europäischen Kulturvoltes mitten ins Herz. eine erstaunliche Schöpfung handelte aber es war immerhin Es steht in grellstem Widerspruch zu jeden Menschenrechten, die geetwas geschehen. So unbefannt ist diese zweite Jugendoper des rade aus der französischen Nation und ihrer Verfassung heraus der 21jährigen Richard Wagner, daß selbst seine Verwandten nichts mehr Welt stets als Grundlage von Recht, Freiheit und Kultur verkündet von ihr mußten; man fah die Bremière für eine Uraufführung an, wurden. Die durch den Krieg und seine Begleiterscheinungen feelisch und mit Recht, obzwar die mufifliterarisch Gebildeten sich wohl daran und körperlich hart betroffenen Kinder müssen heute zum großen erinnerten, daß das Liebesverbot" 1836 in Magdeburg, übrigens mit ungünstigstem Erfolg und ohne jegliche Rotiznahme feitens der Teil, soweit sie überhaupt die Schule besuchen fönnen, weite Wege Bresse( Wagner selbst schrieb sich die einzige Kritik) einmal aufge- gehen und können unter folchen Verhältnissen nur ganz unzureichend Besonders schwer sind die Zeiten gegenwärtig für die führt worden war. So zeigte das Nationaltheater auf dem Spiel- und mangelhaft unterrichtet werden. All das führt bereits zu leb- Parteiblätter. Schwer laftet der wirtschaftliche Druck und die plan bescheidentlicher Erstaufführung" an. Tatsächlich ergab sich, haften Klagen aus den Kreisen der Eltern und Lehrerschaft und der Ungunst der politischen Verhältnisse auch auf den Unterneh daß diefe Oper vom eigentlichen Wagner fast nichts lehrt und ein behördlichen Stellen. mungen der sozialistischen Organisationen. Aber gerade in mehr psychologisches Interesse auslöft: sie ist an sich bramatisch und Bon den Besatzungsbehörden fordern wir daher die unverfolchen harten Zeiten pflegt sich die Treue der Parteimufifalisch von gleichmäßig geringer Bedeutung; eine„ tomische Oper" im Antlang an Rossini und Menerbeer streift fie fast biegliche Freigabe der Schulen. Die deutschen zuständigen genoffen zu bewähren. Darum werden sie auch ihrem BarteiGrenze der Operette; einfach in gefangliche: und orchestraler Ge Stellen bitten wir bringend, alles zu tun, was die überaus schwere blatt in dieser Zeit mit verdoppeltem Eifer helfen wollen und ſtaltung bewältigt sie den freundlichen und heiteren, aus Shafe- Lage auf dem Gebiete des Schulwesens im Ruhrbecken erleichtern schon zum Beginn seines vierzigsten Lebensjahres ihm neue speares Maß für Maß" entnommenen Stoff, aber sie greift feines- fann. Gerade von dem ernsten Willen unsererseits, die Jugend auch Leser werben. Alle Kraft gehört in diesen Tagen der Agitation wegs ins Grenzenlose und ruft das einzige Erstaunen hervor, wie für die großen Ideale der Völkerverständigung und des Weltfriedens für den und woraus ist Richard Wagner gewachsen! zu erziehen, glauben wir als jozialistische Lehrer erwarten zu dürfen, Die Aufführung, mit äußerster Sorgfalt von Robert He daß das neutrale Ausland ebenfalls feinen ganzen Einfluß gener eingerichtet und geleitet, verdiente alle Anerkennung; nur die bühnenbildnerische Unterstüßung durch den Regisseur Wirt war geltend macht, um den kulturfeindlichen Maßnahmen der Invasions. zu gering. Indessen waren die Golopartien mit Relly Merz, mächte und ihres Militärs ein Ziel zu setzen." " Befahunghilfsamt in Koblenz. Friedrich Brodersen und der außerordentlichen Hermine Bosetti aufs glänzendfte und glücklichste bejekt, der Chor wurde den an ihn gestellten hohen Anforderungen vollkommen gerecht, fo daß der herzliche Erfolg durchaus verdient war. Jo Lherman. Die Rheinlandkommiffion als frankobelgisches Werkzeug. Staatsmonopol für Autorenrechte in Rußland. Die Sowjet Unbeirrt turch alle deutschen Proteste, beharrt die Inter. alliierte Rheinlandtommiffion dabei, das ihr im Rheinlandabkommen für bestimmte feftumschriebene Swede verliehene Verordnungsrecht misbräuchlich zur Unterstügung der rechts und vertrags widrigen Attion der französischen und belgischen Regierung zu ver▾ menden. Eine teutsche Note, die den Regierungen in Brüffel, Paris und regierung hat das Autorenrecht für die Werke ber bebeutendsten London überreicht worden ist, fagt u. a.: verstorbenen Schriftsteller Rußlands zu einem Staatsmonopol erflärt. Die Maßnahme betrifft die Werke auch solcher Schriftsteller wie z. B. Buschfin, Gogol usw., für deren Berte das Autoren recht lange vor der Revolution erloschen war, fomie tie Schriften Tolstois, die von Tolstot selbst für den Nachbruc freigegeben worden waren. Das Boltsfommiffariat für Bildungswesen erhält das alleinige Recht, die Werke zu verlegen, fann jedoch dieses Recht an ftaatliche, genoffenschaftliche und private Berlagsanstalten auf Grund Regierung bereits als rechtswidrig gefennzeichnete Spezialordonnanz Ihre Berordnung 151 ist dazu bestimmt, die von der deutschen befonderer Vereinbarungen abtreten. Die Erben ter Schriftsteller, 136 zu ergänzen. Wenn die Interalliierte Rheinlandtommiffion in für deren Werke das Autorenrecht noch bestand, haben Anspruch diefer Berordnung auf Entschädigung auf Grund der einschlägigen Defrete. 5 Uhr. sich selbst das Begnadigungsrecht verleiht Staatsoper. Die heutige Parsifal- Aufführung beginnt bereits um in allen den Straffachen wegen Zuwiderhandlung gegen die Berordnungen 132-136 usw., die tie Rheinlandkommission den deutschen Diebstahl eines Gemäldes. Gin wertvolles Bemälde Stufftie Gerichten zur Aburteilung überwiesen hat, so fann dem eine prafMaben von Alfred Partitel, bes. A. Bartifel 1920, Delgemälde tische Bedeutung nicht beigemessen werden, da sich im ganzen befepten auf Holz, 13 cm breit, 21,5 cm boch, in fleinem gefchmeisten baroden Gebiet tein deutsches Gericht finden wird, dos auf Grund dieser Goldrahmen, ist vorgestern aus den Ausstellungsräumen ber Galerie 2. Co., Unter den inden 21, geftoblen worden. Die be rechtswidrigen Berordnung urteilt. Indes soll nunmehr auch stoblene Firma hat auf die Wiederbeschaffung des Gemäldes eine Belohnung bei solchen Zuwiderhandlungen gegen 3oligefege die ausgejekt. Rheinlandtommission das Begnadigungsrecht in 3ollstraf.l „ Vorwärts"! " Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des Vorwärts", Berlin SW. 68, Linden straße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist der Borwärts" bei der Post zu bestellen.) " Ich abonniere den Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage, Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage .Heimwelt" und der 14tägig erscheinenden illustrierten Bei lage Steblung und Kleingarten" in Groß- Berlin täglich zweimal fret ins Haus. Name " Wohnung: -Straße Nr.vorn Sof- Quergeb.- Seitenfl. Tr. links- rechts bet Gewerkschaftsbewegung Ueberflüssige Feiertage. Wird der Achtstundentag durch die in Borbereitung befindlichen urbeitszeitgefeße nicht von Ausnahmen verdrängt, dann sind die Wochentag- Feiertage wie Karfreitag, Fronleichnamsfest, Himmelfahrtstag und vor allem die Bußtage einfach überflüssig. Diesen Standpunkt vertraten bezüglich der beiden erstgenannten Wochen feiertage die Arbeiter eines größeren Betriebes in Köln. Durch ihren Betriebsrat tlagten sie vor dem Schlichtungsausschuß auf Feststellung, daß Karfreitag und das Fronleichnamsfest als Feiertage nicht zu betrachten feien, an denen die Arbeit ruhen solle, wie es die Arbeitsordnung vorschreibt. In der heutigen schweren Zeit der Teuerung fönnten die Arbeiter nicht auf den Lohn für diese zwei Tage verzichten. Die Firmeninhaber wiesen darauf hin, daß in ihren Betrieben an den genannten Feiertagen seit Jahrzehnten nicht gearbeitet worden sei. Solange die Arbeiter das Recht in Anspruch nehmen, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen, müssen die Betriebsinhaber auch die Arbeitsruhe an den für sie heiligen Tage bestehen lassen. Die Kläger machten geltend, daß der 1. Mai als Feiertag im Reichs tarif verzeichnet sei. Laut einer Abstimmung der Belegschaft, seien fünf Sechstel dafür, daß am Karfreitag und Fronleichnamsfest gearbeitet werde. Uebrigens werde in vielen großen Betrieben Kölns an diesen Tagen gearbeitet. Der Schlichtungsaus= fchuß lehnte den Antrag des Betriebsrates a b, da triftige Gründe, eine alte Einrichtung abzuschaffen, nicht vorlägen. Wenn der Schlichtungsausschuß feine anderen Gründe hat, als bie des Alters der Einrichtung, dann fann seiner Entscheidung entgegengehalten werden, daß der Achtstundentag eine neue Situation in dieser Beziehung herbeigeführt hat. Natürlich kann die Feiertagsfrage nicht für jeden einzelnen Betrieb, sondern nur allgemein geregelt werden. Lohnbewegung in der Schlosserei. Am 3. März wurde für die Branchen der Bauschlosser, Bauanschläger, Möbel und Geldschrantfchloffer vor dem Schlichtungsausschuß ein Tarifabschluß bis zum 15. März vereinbart. Bom Arbeitgeberschutzverband Berliner Schlossereien und verwandter Gemerbe murde dieser Schiedsspruch mit Geltung für den ganzen Monat März angenommen, von den übrigen be teiligten Arbeitnehmergruppen bis zum 15. März. Da nun die in diesem Spruch niedergelegten Löhne wesentlich hinter den Erhaltungsfoften einer Familie zurückbleiben und von einem Preisabtau trok riesiger Reflameschilder nichts zu bemerfen ift, außer bei einigen Importartifeln, ist es nur natürlich, daß für die zweite Hälfte des März für diese Gruppen die minimale Lohnerhöhung von 200 Mart pro Stunde gefordert wurde. Die Berechtigung dieser Forderung liegt ohne weiteres vor, da zur Steigerung der Lebensmittel auch noch die sozia len Lasten im März auf das 5½ fa che gestiegen sind, dazu eine Fahrpreissteigerung und die riesige Erhöhung der Wohnungsbauabgabe auf 3000 Proz. fogar rüdmirfend Außerdem ist es allen bürgerlichen Kreisen, mithin auch den Arbeitgebern, befannt, daß in den Familien der Arbeitnehmer dem Bedarfan Bekleidung unbedingt Rechnung getragen werden muß, wenn die Arbeiterschaft, trog Arbeit, nicht in Lumpen herumlaufen foll. hinzutritt. Doch von irgendwelchen sozialen Gesichtspunkten lassen sich die Arbeitgeber nicht antränteln, sondern antworten mit AusSperrung, in einer Zeit, mo nach außen hin der Eindruck der Geschlossenheit des ganzen Wolfes gewahrt werden soll. Diesen Machtstandpunkt der Arbeitgeber muß mit äußerster Energie entgegengetreten werden. Die Ortsverwaltung des Deutfchen Metallarbeiterverbandes unterstügt mit allen Mitteln die Fors derungen der vorgenannten Berufsgruppen. # Sprüche des Schlichtungsausschusses Groß- Berfin betreffend Rege- gewährten, wurden die Kirchengemeinden an das gegebene Ber lung der Märzgehälter werden zurüdgezogen. sprechen erinnert, nun ebenfalls Lohnzulagen zu gewähren. Man 2. Die im Großhandel beschäftigten Arbeitnehmer erhalten erklärte fich awar bereit, nochmals zu berhandeln, blieb jedoch bei einen Vorschuß in Höhe von 75 Proz. eines Wochenlohnes unter der ablehnenden Haltung. Bugrundelegung der für die zweite Hälfte des Monats Februar In einer Bertreterversammlung der Friedhofsarbeiter wurde vereinbarten Tarifgehälter, welcher, wenn irgend möglich, noch vor bie Haltung der Kirchengemeinden einer scharfen Kritif unterzogen. Ostern zur Auszahlung zu bringen ist. In einer einstimmig angenommenen Resolution wurde gegen 3. In der ersten Woche des Monats April tritt ein Schieds- die Verhandlungsmethoden der Kirchengemeinden gericht aus drei unparteiischen Vorsitzenden und je drei Beisigern protestiert und die Organisationen beauftragt, alle erforderder Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen, das zu befinden hat: lichen Schritte einzuleiten, um wenigstens die ungenügenden Löhne a) über die Berechtigung des gezahlten Borschusses, des Schiedsspruchs zu erreichen. Die Arbeiterschaft ist mit Recht b) über die Aprillöhne. darüber empört, daß dieses Spiel mit ihnen getrieben wird, zumal Die Entscheidung des Schiedsgerichts ist für beide Teile bindend, den ganzen Winter hindnrch in den meisten Betrieben nur 4 bis wenn sie mit-Majorität gefällt wird. Die unparteiischen Bor- 6 Stunden gearbeitet wurden. fizenden und die Beisitzer werden im Benehmen beider Verbände machungskommissar angerufen worden. Zunächst ist der Demobilnamhaft gemacht." Abschriften dieser Vereinbarung fönnen beim Verkehrsbund, Engelufer 24/25, am Sonnabend und Dienstag von 8 bis 1 Uhr, sonst von 8 bis 7 Uhr, abgeholt werden. Sie gelten für folgende Branchen des Großhandels: Chemikalien, Dele und Fette, Glas und Keramit, Altmetall, Eisenfurzwaren und Werkzeugmaschinen. Elettro, Edelmetalle und Uhren, Textil, Lederwirtschaft, Samen, Kolonial, waren, Fourage und Dung. An unsere Abonnenten! Wir bitten unsere Zefer, bei Vorlegung der Abonnementsquittung den jeweilig fälligen Betrag bereit zu halten, um dadurch den Botenfrauen die Arbeit zu erleichtern. Dabei machen wir darauf aufmerksam, daß der Bezugspreis stets im voraus zahlbar ist. Vorwärts- Verlag, Berlin, Lindenstraße 3 Der Streik im Buttergroßhandel beendet. Zwischen dem Deutschen Verkehrsbund und der Tarifgemein schaft der Arbeitgeber im Buttergroßhandel wurde vereinbart, daß die Arbeitgeber einen Vorschuß von 75 Proz. des letzten Wochenlohnes vom Februar zahlen und sich außerdem verpflichten, die Vereinbarungen, welche von dem Stolonialwarengroßhandel getroffen werden, anzuerkennen. Eine Versammlung der Funktionäre aus allen Betrieben beschloß, die Arbeit am gestrigen Donnerstag wieder aufzunehmen. Achtung, Bauarbeiter! Berliner Eisenbahner und KPD. Man schreibt uns: Die Rote Fahne" ereifert sich über die Maßnahmen, die die erweiterte Ortsverwaltung infolge des fahungswidrigen Verhaltens der„ Opposition"( Moskauer Richtung) treffen mußte. Mit diesem Blatte sich in eine fachliche Diskussion einzulassen, ist müßig; es setzt sich auch über den Berichtigungszwang glatt hinweg. 9 " " Niedriger hängen wollen wir nur die Notiz in Nr. 74 der Roten Fahne": Die Amsterdame: als Denunzian ten." Schmidtke war nicht in der Lage, in einer„ oppofitionellen" Bersammlung der Zahlstelle Grunewald den Briefschreiber zu nennen. Auch die„ Rote Fahne" tut das wohlweislich nicht. Die berichtet oder ihre Versammlungsniederlagen mit noch nicht entOpposition, die in ihrem Mitteilungsblatt" allgemein von Siegen" fchieden" bezeichnet, hatte eine Versammlung für die Werkstatt Grunewald einberufen. Ungefähr 250 Mitglieder waren der Einladung gefolgt, darunter auch oppositionelle Mitglieder anderer Bahlstellen zur Unterstützung dieser Grunewalder„ Aftion". Schmidtte als Referent sagte mit vielen Worten nichts. Die Gazungen eriftierten für ihn anscheinend nicht, denn auf die Rechtsfrage ging er nicht ein. Beefer trat als Korreferent auf und mies überzeugend nach, daß die Kommunisten bewußt auf die Spaltung der die Mitglieder mit ihrer Beitragssperre irrezuführen. Gewerkschaften hinarbeiten. Schmidtte und Genossen suchten ebenfalls mit aller Klarheit gegen die oppofitionellen Machinationen. In der Diskussion wandten sich Neumann und Bonazzy fammlung blieb nicht aus. Außer einer Refolution, die auch schon Die Abrechnung mit der Opposition in dieser Verin der ordentlichen Mitgliederversammlung angenommen war, wur den folgende Anträge mit übergroßer Mehrheit( von zirka 250 Anwesenden haben ungefähr 35 dagegen gestimmt) angenommen: Die am 27. März in Charlottenburg bei Schulz von der fogenannten Opposition einberufene Mitgliederversammlung der Zahlstelle Grunewald spricht Schmidtke und Genossen das Recht ab, im Namen des DEB. Mitgliederversammlungen einzuberufen und Beitragsmarken auszugeben. Die Versammelten fordern den Hauptvorstand des DEB. auf, Schmidtke und Ge: noffen wegen Betrugs zur Anzeige zu bringen. Der Streit der Werfsteingruppe( Bausteinmege) wird einmütig und verschärft weitergeführt. Auf einigen Baustellen wird von interessierter Seite das Gerücht verbreitet, daß wir Tarif bruch begangen und uns deshalb in einem tvilden Streit befinden. den Ünternehmern zum 1. April gekündigt worden. Verhandlungen Zur Aufklärung stellen wir fest: Unser Rahmentarif ist von Die Mitgliederversammlung beantragt, den Kollegen Schmidtte waren bis heute noch nicht. Für die Zeit vom 16. bis 31. März und alle Funktionäre, die nach den Richtlinien der sogenannten oppo forderten wir eine Erhöhung des Stundenlohnes von 1600 auf fitionellen Ortsverwaltung arbeiten, infolge Verbandsschädigung aus 1800 M. Die Unternehmer lehnten jebe 8ulage ab, dem DEV. auszuschließen. worauf mit Dreiviertelmajorität der Streit befchloffen Es handelt sich also nur um die Nichtbewilligung der 1800 m., mithin fann von Tarifbruch keine Rede sein. Wir erwarten von allen Bauarbeitern, daß nach den Feiertagen strengste Stontrolle geübt wird, damit alle Arbeiten, die bisher von den jetzt Streifenden ausgeführt wurden, auch weiterhin verhindert werden. wurde. geftrigen Morgenblatt berichteten, erhalten wir folgende Berichtigung: Zur Lohnregelung in der Chirurgie- Mechanit, über die wir im in der Chirurgie Mechanit genau so befteben, wie in der zweiten " Vom 1. März bis auf weiteres bleiben die Lohn- und Akkordbasen Februar hälfte. Nur der feite Stundenzuschlag wird auf 500 m. resp. 375 reip. 325 m. erhöht. Die Löhne der Orthopädie- Mechanifer und Bandagisten werden um 15 Proz. erhöht." Die graugrünen Arbeitsberechtigungstarten müssen den Stempelaufdrud 1923 tragen. Die Betriebsräte und Obleute der Bauten bitten wir, in gweifelsfällen uns sofort Nachricht zu geben. Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag Vorwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Ortsverwaltung und Streifleitung des Zentralverbandes Borwärts- Buchbruderci u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin, Lindenftt. 8. der Steinarbeiter Deutschlands( Bahlstelle Berlin) Hierzu 1 Beilage. Engelufer 25, 1( Teleph.: Amt Morigplatz 11500-11508). Beamtenmusiker als Lohndrücker. Jm Jndra Bart, Greifswalder Straße 128/133, spielt ab 1. April eine Beamtenkapelle unter Leitung des pensionierten Schußmannes Brinz. Diese Beamtenkapelle hat das Engagement nur deshalb erhalten, weil sie sich dem Unternehmer weit unter den Säßen des Tarifs der Berufsmusiker zur Verfügung gestellt hat. Es sind also städtische bzw. staatlich angestellte Breisdrüder, welche ab 1. Ofter feiertag im Indra- Park den Berufsmusikern das Brot wegnehmen. Die organisierte Arbeiter und Angestelltenschaft wird sich also die Frage vorlegen müssen, ob der indra- Part in der Greifswalder Straße mit seiner preisdrückenden Beamtenmufilfapelle ein für sie geeignetes Vergnügungslokal ist. Den maßgebenden Regierungsinstanzen möchten wir aber anraten, den in jeßiger Zeit für die Boitsgesamtheit äußerst schädlichen Machtstant punft der Herren Arbeitgeber etwas zu dämpfen. Die Mitglieder der angeführten vier Berufsgruppen werden ersucht, die Versammlungsanzeigen der nächsten Tage zu beachten. Vergleich für die Handelsarbeiter im Großhandel. Der Groß- Berliner Arbeitgeberverband des Großhandels lehnte getreu der Barole der Unternehmer- Spizenverbände für den Monat März jede Lohnerhöhung in direkten Verhandlungen ab. Durch elf am 8. und 9. März cr. bei verschiedener Belegung gefällte Schiedssprüche sollten die Löhne der Arbeiterschaft um 33% Proz. erhöht werden. Es war anzunehmen, daß die Arbeitgeber bei dem schlechten Stand der Löhne( der Durchschnittslohn für verheiratete Arbeitskräfte beträgt 40 000 m.) diese Schiedssprüche anerkennen würden. Weit gefehlt! Nach wie vor blieben die Herren bei ihrer Behauptung, der Großhandel könne diese Be= lastung nicht ertragen und verharzten rüdsichtslos auf ihrem ablehnenden Standpunkt. Das Arbeitsministerium lehnte Praktiken der Berliner Kirchengemeinden. ein Eingreifen ab und übertrug die Angelegenheit dem De= Der Tarifvertrag der Friedhofsarbeiter fieht eine mobilmachungskommissar. Dieser bemühte sich in Lohnneuregelung ab 1. März vor. Bei den geführten Verhandmehreren Verhandlungen vergeblich, einen annehmbaren Ber- lungen mit den Vertretern der Kirchengemeinden lehnten diefe eine gleich herbeizuführen. Zu der Verbindlichkeitserklärung der Lohnerhöhung mit der Begründung ab, daß zunächst die Verhand Schiedssprüche fonnte er sich jedoch nicht aufraffen, trotzdem die lungen mit den Reichs- und Staatsbehörden abgewartet werden zirka 20 000 hier in Betracht kommenden Arbeitsfräfte mit den müßten. Es wurde aber ausdrücklich hinzugefügt, falls die geerreichten Lohnfäßen die schlechtbezahltesten nicht nur ganz Deutsch- nannten Behörden Zulagen gewähren, würde dasselbe auch von lands, sondern der ganzen Wel wären. den Kirchengemeinden geschehen. Der angerufene Schlichtunge Nach unendlichen, teils heftigen Auseinandersehungen wurde ausschuß fällte am 9. März einen Schiedsspruch, wonach die unter Mitwirtung des Vertreters des Oberpräsidenten als Demobil- Löhne ab 1. März um 20 Broz. erhöht werden sollten. Danach machungskommiffar zwischen dem Groß- Berliner Arbeitgeberverband würde der Spigen lohn 1200 m. pro Stunde betragen. Diefer des Großhandels und dem Deutschen Verkehrsbund folgende Verein- Schiedsspruch ist von den Kirchengemeinden ab. barung getroffen: Gåige Kohlenwertanleihe der Brandenburgischen Kreis- Elektrizitätswerke G.m.b.H. kommunale Ueberlandzentrale in Spandau zum Preise von 25000 Mark für die Tonne ( 20 Zeniner) eingeteilt in Stücke zu 1, 2, 5, 10 und 20 Tonnen Besonders günstige Bedingungen Zinsgewinn Zeichnungsstellen: Brandenburgische Giro-Zentrale Berlin W 8, Kronenstraße 61-63 gelehnt worden. Da inzwischen Reich und Staat Lohn- sowie die durch Plakataushang kenntlich gemachten Stellen Prospekte kostenfrei! wil 1. Die Anträge auf Berbindlichkeitserklärung der Schieds- lerhöhungen in Form der befannten Voriaußzahlungen Zwei gute Bekannte IVO PURONNY A MERCEDES BC DIE BATSCHARI KRONE 3 Ausnahme- Tage Mittwoch abendstag, Leihhaus Moritzplatz 58a ANZÜGE Serie 35 000 M. " 11 60 000 M. Ill 95 000 M. Sonnabend Cutaways, Schlüpfer 50% herabgesetzt. Keine Lombardware. nt.150 ❖ 4H. Jahrgang Sellage öes Vorwärts Freitag. ZS. März ms wanöerZiele in den Gstertagen. Aur Elbe. In den nordwestlichsten Zipfel der Mark, die Prignitz, führt diese Wanderung. Mit den Zügen der Berlin— Hamburger Bahn geht die Reis« zunächst bis Karstadt. Bom Bahnhof geht der Weg auf der Chaussee gen Nordwest, nach einer halben Stunde über die Löcknitz und jenseits der Brücke alsbald links ab über Dargardt nach Mellen(11 Kilometer von Karstadt). Kurz vor dem Dorf, links der Chaussee, liegt ein Riesen st eingrab fMegalithgrab) aus der jüngeren Steinzeit(etwa ZOOV Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung). Ein länglicher flacher Erdhügel wird von aufrechtstehenden Granitblöcken umsäumt. In der Mitte, der einen Liuerseite etwas näher, liegen die Ueberreste der Grab- kammer, die als Mastenbegräbnisstätte diente. Nach kurzer Wände- rung kommen wir zu dem benachbarten Dorf R a m b o w und steigen zu der Tolnicderung bmab, in der der Rambower See liegt. Am Rande der Niederung/wandern wir über N a u s d 0 r f zum R u d 0 w e r See. Wir bleiben eine kurze Strecke auf dem Westufer des Sees und folgen dann einem der rechts abbiegenden Wald- wege zur C häufst«. Der Wald weist eine Anzahl Reiherhorste auf, die jetzt in der Mark Brandenburg recht selten geworden sind. In südwestlicher Richtung kommen wir nach Lenzen(14 Kilometer von Mellen), einem alten Städtchen an der Löcknitz, im Elbtal ge- legen. Ueber die Löcknitz wandern wir südlich zum Elbdeich, der sich dicht neben dem Sttom hinzieht. Jenseits des Stromes erhebt sich«in M Meter hoher, mit Wald bedeckter Höhenzug, der Höhbeck. Auf seiner Höbe befand sich das Kastell Hchbuoki, das von Karl dem Großen(nach 800) als Grenzfeste gegen die Wenden errichtet wurde. Bon der Höhe des Berges, zu dessen Fuß man mit dem Fährboot hinüberfahren kann, bietet sich ein weiter, prächtiger Ausblick über den Strom und weit in die Prignitz, Mecklenburg und das hannoversche Land hinein. Bon der Fährstell« Lenzen wandern wir aus dem Elbdeich gen West durch die Lenzener Wische. Links vom Deich strömt die Elbe, während rechts die Häuser der Wischedörfer liegen. Fast ausschließlich ist hier das niedersächstfche Bauernhaus, eine Seltenheit in der Mark Brandenburg, anzutreffen. Zwischen alten Nüstern»nd Eichen, mit tief herabgezogenem Stroh- dach und Pstrdeköpfen als Giebelocrzierung, ist es breit und behäbig hingelagert. Menschen und Vieh, Erntesegen und Tenne beherbergt es unter einem Dach, das von keinem Schornstein gekrönt ist. Durch die offenen Fache im Giebel und durch das„Uhlenloch" in desten Spitze sucht sich der Rouch seinen Weg ins Freie. An den Dörfern Mödlich, Kroß- und Klein-Wootz, Kietz, Unbesandten, Be- sandten, Baarz und Gaarz vorüber geht es zur Elve, die in Mecklcn- bürg entspringt und hier in die Elbe müntet. Wir lasten uns über- setzen und sind bald in Dömitz, einem kleinen mccklenburaischen Städtchen, das ehemals Festung war. Hier oerbrachte Fritz Reuter den Rest seiner„Festungstid". Entfernung von Lenzen(ohne Ueber- fahrt zum Höhbcck) 22 Kilometer. Bon Dömitz Rückfahrt über Wittenberge nach Berlin. Zur tzavel. Die schönen, blauen Havelseen bieten«in näher gelegenes Ziel. Bom Bahnhof W a n n s e e gehen wir durch die Bahnhof- und Königstraße zur Brücke über das Berbindungsfließ des Großen mit dem Kleinen Wamste«. Einige Wochen weiter, und die Seen werden wieder belebt fein von schmucken Seglern, flinken Ruderbooten und qualmenden Dampfern. Wir wandern weiter bis zum Ende des Orts. Beim Wirtshaus„Reichsadler" wenden wir uns rechts ab. In den Kiefernwald sind vielfach Akazien oder richtiger gesagt, Robinien eingesprengt. Nach etwa einer Biertelstund« verlosten wir die schmale Chaussee und wandern in nördlicher Richtung durch den Wald zur Havel. Hügelzüge von beträchtlicher Erhebung begleiten den Fluß. Zwischen dem Fuß dieser Hügel und dem Wasser zieht sich ein Wiesengürtel hin, den die steigenden Frühjahrsfluten oft überschwemmen. Inmitten der Havel erhebt sich die Pfauen- i n s e l, von der das Geschrei der Pfauen herübertönt. An der � Fährstelle können wir uns überletzen lasten. Schöne Partanlagen weist die Insel auf, auch fremdländische Bäume sind hier ange- pflanzt. Auf der Pfaueninsel hatte der Erfinder des Rubinglases, der Alchimist Kunkel von Löwenstein, der im 17. Jahrhundert lebte, � fein Laboratorium. Bon den Uferrändern bietet sich ein prächtiger Blick über die sceartige Havel mit ihren Ufern. Auf dem Festland wandern wir weiter, zur Linken die steilansteigenden, schön be- waldeten Berge, zur Rechten den blauen Wasserspiegel der Havel. Wir kommen an der M 0 0 r l a t e, einer Havelbucht, vorüber Vom jenseitigen Ufer grüßt Sakrow mit der Heilandskirche am Port. Zuletzt führt der Weg an dem umfriedeten Park von Glienick« hin. Schließlich kommen wir zur S l i e n i ck e r Brücke. Bon hier haben wir noch einmal einen schönen Blick über die Havel. Vor uns Potsdam, das von den Fluten umspült wird,-am gegen- überliegenden Ufer der Park von Bab'lsberg. Hinter uns die weite Wasserfläche bis nach Sakrow, von der der Jungfernse« gen Nordwest abzweigt. Ein Rundgang durch die Altstadt Potsdam beschließt die Wanderung.(Weglänge etwa 16 Kilometer.) Aur Löcknitz. Eins unserer schönsten märkischen Waldfließ« ist die Löcknitz, die in ihrem unteren Teil schiffbar ist. Wir fahren bis Erkner und durchwandern den freundlichen Ort. Bald hinter der Kirch« führt halblinks die Fürstenwalder Straß« zum Friedhof und zur : Eisenbahn. Am ersten Bahnübergang überschreiten wir die Eisen- j bahn, wenden uns durch den Waid eine kurze Strecke nach Ostcn � und haben die Wiesenniederung erreicht, durch die sich die Löcknitz ; schlängelt. Sie entspringt in dem sich zwischen Strausberg und � Mümj)eberg erstreckenden Roten Luch. Schon als junger Bach ist , die Löcknitz so wasserreich, um mehrere Mühlen zu treiben. Der � Weg führt bald dicht am Fließ, bald in einiger Entfernung von ' ihm hin. Recht abwechslungsreiche Bilder bietet die Wanderung. ! Gurgelnd und glucksend ziehen die Wasser durch den schweigsamen Kiefernwald. Hin und wieder stehen kleine Häuschen und Lauben am Ufer, die uns an die Nähe der Großstadt«rinnern. Jenseits der Löcknitz tauchen die Häuser von Werlsee, Gottesbrück und Bergluch auf,«in Kranz von Ortschaften, der die Löcknitz ' und die sich westlich von ihr hinziehende Scenkette begleitet. Auf � der Großen Wallbrücke, über die der Weg von Grllnheide zum Bahnhof Fangschleuse führt, überschreiten wir die Löcknitz. In der Nähe der Hundezuchtanstalt vorüber, wo auch Polizeihunde abgerichtet werden, kommen wir nach Grün hei de, auf der Landenge zwischen Peetzsee(rechts) und Werlsee(links). Von dem Hochgele- gonen Friedhof haben wir eine schöne Aussicht. Hier sind einige Weymouthskiefern angepflanzt, die sich von unserer heimischen Kiefer besonders durch ihre Nadeln und Zapfen unterscheiden. Die Nadeln sind ganz weich und stehen zu Fünfen vereint, die Zapfen sind bis 12 Zentimeter lang und haben groß« Schuppen. Die Weymouths- tiefer, auch Strobe genannt, wurde 1705 durch den englischen Lord ! Weymouth von Nordamerika nach Europa gebracht.— Auf dem Nordufer des Werisees wandern wir nach Fangs chlcuse, dann � auf der Chaussee nach Erkner bis zum Wandanfanz. Hier biegen | wir links ad und bleiben in der Nähe des Waldrandes. Bald haben wir den Heidereuter- und den Wupatzsee erreicht, zwei echte, mär- kische„Waldaugen". Am Rande der Löcknitzniederung wandern wir zur Chauste« und sind bald darauf wieder in Erkner.(Wegläng« etwa 16 Kilometer.) fiuf öer Auktion. Wie wird das Osterwetter? �egen m, NW' NOI "V, sw r Die schon seit Mitte fles Monats März überall vorherrschende heitere und trockene Witterung hielt in den meisten Gegenden Deutschlands auch in den letzen Tagen an. Nur am Anfang dieser Woche fanden beim Vorübergang eines kleinen aus Südwest herangezogenen Tiefdruckgebietes an verschiedenen Stellen West- und Mitteldeutschlands leichte Kegenfälle statt. Nach Entfernung dos Tiefs breitete sich ein in Westrußland befindliches Hochdruckgebiet nach Skandinavien aus. Nordöstlich der Elbo trat daher bei ziemlich frischen nordöstlichen Winden eine nicht unbedeutende Abkühlung ein, wogegen inWestdcutsohland nach wie vor 20 Grad 0' täglich übersobritten wurden. Jetzt ist von Süd- westeuropa nach Krankreich und Süddeutschland auch ein umfangreiches Hochdruckgebiet gelangt, das langsam weiter nordwärts vorzurücken scheint. Bei niäUigcn. vorheprschonsl nordÖMtlichcn Winden haben wir dementsprechend um vortibergefaende Ziinahinc der Bewölkung, sonst für Freitag und Sonnabend trockenes. gaUßtenteils heiteres, in der IVacht zu Sounabend ktlhles Wetter, aber an beiden Tagen ziemlich hohe �littagstenipera- tnren zu erwarten. Aach für die Oster felertage Ist die Aussieht auf schönes, warmes, wenngleich etwas veränderliches Frühlingswetter nicht gering. Not und Elend, Kummer und Sorgen sind beute ständige Gäste in den breiten Bevölkerungsickichten. Ter Wochenverdienst des Mannes deckt knapp die laufenden Ausgaben. Wie wird es aber, wenn die Schuhe zerrissen sind, die Kleidung zerfällt und das .�Flicken der Unterwäsche leinen Ersolg mehr veripricht? Dann ' greift der bedrängte Familienvater notwendig zu dem letzten Aus» I weg. dann vcräutzert er noch vorhandene Wertsachen. Sind Uhr, > Kette und Ring bereits verkauft, dann folgen einzelne entbehrliche j Möbelstücke, um die wiitschafiliche Not ein wenig zu lindern. Sachen, die sich in der Familie von Kind zu Kind vererbten, woran so manche Erinnerung hastet, übergibt man dem Auktionator. Das Gesamtbild dort ist der Spiegel unserer traurigen Zeit! Da stehen alte Küchenspinden, hinter deren Scheiben noch Gar« dinen trauern, Sofas, Kleidersvinden, Gardinensiangen. Tische und Stühle. Kurzum, es ist soft alles da. was der Menick braucht oder brauchen könnte. Schon lange vor Beginn der Auktion haben sich die Händler eingefnnden, um die Gegenstände zu besichtigen. ES sei hierbei bemerkt, daß daS Privatpublikum auf einer Auktion so gut wie gar nicht zum bieten kommt. Es wird fast immer Von den Händlern überboten werden und ist schließlich nicht mehr in der Lage. Höchst selten kommt es vor, daß irgend jemand aus dem Privatpublikum einen Gegenstand zu erstehen vermag. Dann aber haben die Händler gewöhnlich keine Verwendung dafür und bieten nicht mit. Mit geringen Summen wird angefangen und teuer genug ist der Gegenstand geworden, wenn der Hammer des Auktionators entscheidend fällt. Aber eS kommt zuweilen auch ander?. Steht da z. B. eine gebrauchte, weißgestrichene Küche. Man bietet 60 000. 80 000 und 100 000 M. Das ist dem Auktionator zu wenig und er bricht die Küchenauktion ab. Eine noch ziemlich gut erbaltene Ladeneinrichtung geht mit der lächerlichen Summe von 110 000 M fort, während ein Frisierspiegel, der fast vollkommen wertlos ist, bis zu 50 000 M. gesteigert wird. Manchmal kommt es überhaupt gar nicht zum bieten, da das Publikum kein Angebot macht. Dem Auktionator ist daS gleichgültig. Der Gegenstand wird dann am nächsten Tage versteigert und bringt oft höhere Summen, als man erwartet hat. Gar zu bald ist für den Auftraggeber des AutionotorS aber auch die Quelle seiner Sachwerte versiegt und das grausame Spiel der Not sängt wieder von neuem an. fienSerungen von Straßenbahnlinien. Bei der Straßenbahn sind noch folgende Linienändcrungen nötig gewordene Linie 7 oerkehrt versuchsweise statt über Goltz- und Maaßenstraße über die ganze Grunewgld-, Kaiscr-Friedrich-, Man» stein-, Bülowstraß«: Linie 18 verkehrt bis auf weiteres auch an Sonn- und Feiertagen: Linie25und125 werden als einheitliche Linie 2? über llniversitäis-, Dorothcen-, Budapester, Königgrätzer Straße bis Anhalter Bahnhof verlängert; Linie 26 und 43 werden eingezogen: Ccinsatzlinlc 43E verkehrt zwischen Hohcn- zollernkorso und Behrcnstraße: L i n i e 4 0 wird von Pankow(Breite Straße) bis Niederschönhausen(Blankenburger Straß«) verlängert; Linie 51 und 151 werden von Jnvalidenstraße statt über Bete- ronenstraße usw. durch die Brunnenstraße bis Dsmminer Straße geführt: Linie 67 wird vom Alexanderplatz über Alexander-, Münz-, Neue Schönhauser, Rosenthaler Straße, Hackefcher Markt, Burgstraße, Friedrichsbrücke, Museumstraße, Kupfergraben geführt und hier mit Linie O vereinigt: Linie 70 wird von Tempelhof (Friedrich-Äarl-Straße) bis Maricndorf(Dorfstraß?) verlängert: als Linie 78 wird die neue Linie Lichtenberg(Biktvriaplatz) bis (Nachdruck verboten. Ser Malit-Bcrlaz, Serlin.) Drei Soldaken. 74] Von Zohn dos Pasjos. Aus dem OTierltonIschen Manuskript übersetzt von Julia» Suaiperz. Andrews schaute auf die Uhr. Er hatte noch ungefähr eine Stunde Zeit vor der Universität. Er stand auf, bezahlte den Kellner, ging den Boulevard hinunter und dachte lächelnd an Seiten, die er geschrieben hatte, an Seiten, die er noch schrei- den würde und war von einem Gefühl frohen Zufriedenseins erfüllt. Es war«in grauer Morgen, gelblicher Nebel lag in der Luft. Das Pflaster war feuckt und spiegelte Frauenkleider und Beine und die Umrisse von Droschten wider. Ein Geruch von Veilchen traf Andrews, als er im Nebel an einem Blumenstand vorbeiging. Er erinnerte sich plötzlich, daß der Frühling nahte. In diesem Frühling werde ich nicht emen einzigen Augenblick vergeuden, sagte er zu sich selbst.„Man muß ihn Schritt für Schritt oerfolgen, von dem ersten Beilchen an. O, wie intensiv muß man leben, um sich für all die ver- geudeten Lahre schadlos zu halten." Er ging weiter auf dem Boulevard. Er erinnerte sich daran, wie er und das Mädchen, das der Soldat Jeanne ge- nannt hatte, zusammen gelacht hatten, als ihre Augen sich in jener Nacht in dem Restaurant trafen. Er wünschte den Bau- levard mit einem Mädchen wie diesem auf und ab gehen zu können und im nebeligen Morgen zu lachen. Er wunderte sich, in welchen Teil von Paris er wohl kommen werde. Aber er war zu glücklich, um sich darum zu kümmern. Wie wunder» voll lang waren die Stunden am frühen Morgenl Er bemerkte, daß er an einem langen Gebäude mit glän- zenden Fensterreihen vorbeiging, an besten Haupteingang Gruppen rauchender amerikanischer Soldaten standen. Unbe- wüßt beMeunigte er seine Schritte, in der Angst, einen Ossi» Zier, den man grüßen müsse, zu treffen. Er ging an den Sol- baten vorbei, ohne sie anzuschauen. Eine Stimme hielt ihn zurück: »Hallo, Andrews!" Als er sich umwandte, sah er einen kleinen Mann mit lockigem Haar, d'sten Gesicht, obschon bekannt, er nicht identt» sizieren konnte, untz�r jetzt auf ihn zuschritt. .Hallo, Andrew--! Dein Name ist Andrews, nich'?' Andrews gab ihm die Hand und versuchte, sich zu er- inner». „Ich bin Fuselli. Erinnerst du dich nicht? Als ich dich das letztemal sah, fuhrst du gerade in einem Zuge mit Chris- sield an die Front... Wir nannten ihn immer Chris, nich'? Ln Cosne. Erinnerst du dich nicht?" „Natürlich." „Wie geht's Chris?" „Der ist jetzt Korporal," sagte Andrews. „Donnerwetter... Ich sollte auch'mal Korporal werden." Fuselli trug fleckige olivfarbene Hosen und schlecht ge- wickelte Gamaschen. Sein Hemd war am Hals offen. Aus seinem blauen Kitteljackett kam der Geruch ranzigen Fettes, den Andrews sofort erkannte: der Geruch von Armeeküchen. Sofort erinnerte er sich daran, wie er inmitten langer Reihen an kalten, dunklen Morgen gestanden hatte und an das Ge- räusch, das das Esten verursachte, wenn es in das Eßgeschirr hineingeschüttet wurde. „Warum bist du denn nicht Korporal geworden, Fuselli?" fragte Andrews nach einer Pause mit gezwungener Stimme. „Habe Dummheiten gemacht, nehme ich an." Sie lehnten sich gegen die staubige Hausmauer. Andrews sah hinunter. „Nun, wie geht's dir jetzt?" Andrews fragte und schaute plötzlich auf. „Lch bin in einem Arbeitsbataillon. So geht's. Sehr im- angenehm." � Andrews wollte fort. Er hatte plötzlich Angst, zu spät zu kommen. Aber er wußte nicht, wie abbrechen. „Wurde krank," sagte Fuselli grinsend.„Vielleicht bin ich's noch. Sie behandeln«inen hier wie Dreck..." Eine Frau in einem hellblauen Hut ging vorbei. Andrews erblickte ein weißes, gepudertes Gesicht. Ihre Hüften zitterten auf und ab wie Gelee unter ihrem blauen Rock, bei jedem schweren Tappen ihrer hohen Absätze auf das Pflaster. „Die sieht ja wie Jenny aus. Bin froh, daß sie mich nicht gesehen hat." Fuselli lachte. „Hätte vor ein paar Nächten bei ihr sein sollen. Wir waren so betrunken, daß wir uns nicht rühren konnten." „Du wirst wohl bald nach Hause kommen, nicht? Sie können dich aber wohl nicht entlasten, ehe du geheilt bist." •Weiß mcht. Einige sagen, daß so etwas nie heilt," „Findest du nicht, daß die Küchcnarbeit verdammt lang- weilig ist?" „Nicht langweiliger, als irgend etwas anderes. Was machst du in Paris?" „Studiere an der Universität." „Bin froh, daß ich nicht wieder zur Schule muß." „Auf Wiedersehen, Fuselli." „Auf Wiedersehen, Andrews." Fuselli wandte sich um und schlenderte zurück zu der Gruppe Soldaten am Eingang. Andrews beeilte sich, fortzu- kommen. Als er um die Ecke ging, sah er Fuselli mit den Händen in den Taschen und gekreuzten Beinen, an die Mauer des Toreingangs gelehnt, stehen. 3. Der Regen rauschte schwer um ihn und machte seine Nerven ganz lebendig und sein Fleisch zitternd vor Erregung. Das Gurgeln des Wassers, das durch die Straßen rinnend ab- floß, erweckte in ihm Vorstellungen von einschläfernder, woll- lüstiger Musik. Die fiebrige Erregung seiner Sinne schuf rasende Rhythmen in seinen Ohren. „Ach, der arme Soldat! Wie naß er ist," sagte eine kleine, zitternde Stimme neben ihm. Er wandte sich um. Das Mädchen bot ihm ihren Schirm an. „O, es ist ein Amerikaner," sagte sie, als ob sie noch zu sich selbst spreche. „Aber es ist ja nicht nötig" „Aber ja." Er trat unter den Schirm neben sie. „Aber Sie müssen mir schon erlauben, ihn zu hallen." „Schön." Als er den Schirm in die Hand nahm, sah er sie an. Er blieb stehen. „Aber Sie sind ja das Mädchen aus der„Tanzenden Ratte." „Und Sie waren an dem nächsten Tisch mit dem Mann, der das Lied sang?" „Wie amüsant!" „Und jener da, der so ulkig war..." Sie brach in Lachen aus. Andrews lachte euch. (Fortsetzung folgt.) Zur Beschaffung von Siedlungsland. des Friedenau( Südwestforfo) bezeichnet; Sinie 97 wird eingezogen;| Steuer für mufitalise Darbietungen in Restaurants Žinie 168 wird statt über Invaliden-, Chaussee-, Müllerstraße und Cafés auf durchschnittlich er Viertel der vorgeschlagenen usw. über Brunnen- und Badstraße bis Egerzierstraße geführt; Steuersumme her abzusehen und bei der Kraftdrofchten- Das Boltsbegehren auf Ergänzung des Reichsfiedlungsgesetzes. Linie G wird aus der Brunnenstraße zurückgezogen, über Betes steuer den bisherigen Pauschaljah von 11 000. im Monat vor. ranenstraße, Kastanienallee, Schönhauser Allee bis Bantow( Breite läufig weite bestehen zu lassen, obgleich dadurch die Steuer Don gemeldet wurde, zur Beschaffung von Siedlungsland durch EntDer Reichsbund für Siedlung und Bachtung hatte, wie bereits Straße) geführt und Linie 45 genannt. Gleichzeitig werden die 10 Proz. auf wenig über 2 Proz, herabgedrückt wird. In beiden eignung die Zulassung eines Boitsbegehrens auf Er. Fahrpläne der Linien 3, 22, 28, 30, 32, 46, 56, 91 etwas geändert. Gewerben ist die Notlage ganz besonders schwer. Die Kraft gänzung Alle Aenderungen treten am 31. März in Kraft. Die Einziehung droschten führer müffen zurzeit 12, ja 16 und noch mehr Stun Dem Antrag hat der Reichsminister des Innern stattgegeben, und Reichssiedlungsgesezes beantragt. der Linien 26, 43, 97 und die Verlegung der Linie 168 find nötig den Dienst tun, um überhaupt die bescheidenste Einnahmesumme auf Grund des Gesetzes über den Boitsentscheid vom 27. Juni 1921 geworden, weil infolge des Betriebes der Nordsüdbahn der Straßen zu erzielen, und die Musiker befürchteten mit Recht von einer und der Reichsabstimmungsordnung vom 1. Dezember 1921 ist das bahnverkehr durch Müller- und Chauffeestraße einen Rüdgang bis zu starten Anspannung der Steuer vermehrte Entlassungen und Eintragungsverfahren für ein Voltsbegehren auf folgenden zu 70 Broz. aufzuweisen hat. Ersatz für die Linie 43 und 97 und für Dermehrte Arbeitslosigteit. Unnötige Störungen des Wirtschafts. Gesezentwurf( dessen Hauptforderung fchon der im Bordie schon früher fortgefallene Linie 101 schafft die Berlängerung von lebens müssen aber gerade jept mehr als je vermieden werden, und märts" Nr. 104 am 3. März 1923 veröffentlichte Artikel„ Um unser Linie 25 bis Anhalter Bahnhof. auch die Steuerpolitif muß heute mehr als je ein Glied der Ge- Land" von Wilh. Sollmann- Köln furz wiedergab) zugelassen amt politit fein, muß auf wirtschaftliche und politische Notwen worden: Tariferhöhung auch bei den Kraftomnibuffen. bigkeiten gebührend Rücksicht nehmen. Wenn das im Reich zurzeit Auch die Allgemeine Berliner Omnibus- Aktiengesellschaft wird durch den Widerstand der bürgerlichen Parteien nicht zu erreichen am Sonnabend, den 31. März, gleichzeitig mit der Straßenbahn ist, so soll die Stadt Berlin mit ihrem starten sozialdemo die Fahrpreise der Kraftomnibuslinien auf 300 M. für die Teil- tratifchen Einschlag innerhalb der Verwaltung mit gutem ftrede und 400 M. für die ganze Strecke erhöhen. Beispiel vorangehen. „ Sonderbezahlungen". Noch einmal die Bestechungsaffäre Helfft. Ergebnis der Konsumgenossenschaftswahlen. Ueberragender Sieg der Liste„ Genossenschaftsaufbau". Sie am verflossenen Sonntag vollzogenen Vertreterwahlen zur Generalversammlung der Konsumgenossenschaft Berlin zeitigten folgendes Ergebnis: Lifte Genoffenschaftsaufbau Kommunistische Liste. Sonstige Listen. " . 379 Bertreter • . 136 9 12 3 Unbestimmt( Nachtahl notwendia). Gesamtzahl " = 12 § 1. Zu einer Adernahrung im Sinne des§ 1 des Reichs. fieblungsgesetzes vom 11. August 1919( RGBL S. 1429) gehören bei Bodenklasse I 50 Morgen, bei Bobentlasse II 60 Morgen, bei Bodenflaffe III 70 Morgen, bei Bodenflaffe IV 80 Morgen, bei Bodenklasse V 100 Morgen, bei Bodenklasse VI 120 Morgen, bei Bodentiaffe VII 160 Morgen, bei Bodenklasse VIII und noch ge zingerer Bodenflasje 200 Morgen. § 2. Wer an Land, Wiesen und Wald mehr als zwei volle Acernahrungen befigt, ist verpflichtet, ein Drittel der die zweite Ackernahrung übersteigenden Fläche an das Land, in welchem sich der Grundbefiz befindet, ohne Entschädigung abzutreten. § 3. Die Länder haben diese von den Großgrundbesitzern über. nommenen Flächen bis zum Umfang einer Adernahrung an solche Familien in Erbpacht zu vergeben, die noch kein Land oder noch feine volle Ackernahrung befizen. § 4. Die Höhe der Erbpacht beträgt 5 Broz. des Wertes de: Grundstücke im Jahre 1914. Die Einziehung der Erbpacht erfolgt durch die Verwaltungsbehörden. abgetreten werden, sind sie zur Gewährleistung einer ordnungs. § 5. Soweit auf Grund des§ 2 Waldflächen an die Länder mäßigen Bewirtschaftung vom Staate zu verwalten. flächen antragen, fann das Land die Grundflächen in größerem § 6. Solange feine Familien auf Uebertragung der Grundumfange an die bisherigen Besitzer oder an andere Landwirte in Beitpacht zur Bewirtschaftung überlassen. Die Zeitpacht ist in solchen Fällen nach§ 4 zu berechnen. Die Eintragungsfrist ist auf die Zeit vom 18. April bis ein schließlich 1. Mai festgesetzt worden. Die Zustände bei dem Mieteinigungsamt Charlottenburg, die bereits wiederholt die Deffentlichkeit beschäftigten, waren wiederum Gegenstand einer Anflage vor der Strafkammer des Landgerichts II, Bie erinnerlich, waren der Regierungsrat Helfft, der Architekt Loeß, der Rentner Kirnse und der Bureaugehilfe Angermann von der Straffammer wegen Bestechung zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Regierungsrat Helfft war Borsigender des Mieteinigungsamts Charlottenburg und hatte sich 580 Vertreter mit den anderen Angeklagten, die Beifizer bzw. Protokollführer Wenn in einem spaltenfüllenden Artikel der Roten Fahne" maren, Sonderbezahlungen geben lassen. Wenn Haus vom 21. März zum Ausdrud gebracht wurde, die Wahlen würden befizer eine Erhöhung des Mietpreises erstrebten, erklärte Helfft, zeigen, daß die Kommunisten in Berlin bald von unserer" daß eine Erhöhung des Borfriedenspreises nur möglich sei nach Ab- Genossenschaft werden sprechen können", so sehen sich die Moskauer schägung geleistet werden. Diese Tätigkeit fönne aber nicht uments nunmehr arg enttäuscht, denn sie werden in der Generalversamm geltlich geleistet werden. Für die Abschäzung bean lung, die am 7. Mai ibre erste Tagung abhalten wird, nur etwa ein pruchte helfft 1 pro Mille und ließ sich den Betrag an Biertel der Vertreter ftellen. Und dies Ergebnis ist zu verzeichnen, fein Privatkonto überweisen. Der Betrag wurde dann mit den Beisitzern und dem Protokollführer geteilt. Dieses Verfahren kam obwohl von kommunistischer Seite alles aufgeboten war, um in der an die Deffentlichkeit. Gegen das erste Urteit hatten die Berteidiger Konsumgenossenschaft den Sowjetstern erglänzen au laffen. Selbst Revision beim Reichsgericht eingelegt, und dieses hatte das Urteil bor groben unwahrheiten scheute man, wie gewöhnlich, nicht zu aufgehoben und den Fall an die Straffammer zurüdverwiesen. In rüd. Schrieb doch Ketty Guttmann in der Roten Fahne" an der der erneuten Verhandlung wurden Landgerichtsrat Hafsian und Spize eines tonfusen Artikels, es würden am Wahltag die Dele Justizrat Straßmann, die ebenfalls Borsigende beim Mieteinigungs. giertenwahlen zu dem im Mai stattfindenden Genossenschaftstag hat eine ganz gefährliche Schwindlerin, die jetzt endlich unschäblich amt waren, als Zeugen vernommen. Beide erklärten überein- borgenommen! In Dugenden von Versammlungen stimmend, daß sie das Verfahren des Angeklagten für die kommunistischen Zämmer für den Wahltag gedrillt. Und die seit Monaten ohne Beschäftigung war, machte sich auf der Straße unzulässig hielten. Staatsanwaltschaftsrat Schmidt hielt die trotzdem nun die offenlundige Niederlage der Kommunisten an spielende kleine Mädchen heran und versprach ihnen Schokolade, Anklage der passiven Bestechlichkeit für vorliegend. Durch die Irr. Die ahlbeteiligung lieg leider zu wünschen übrig; Buppen, Buppenlappen oder auch Gelb. Die Kleinen folgten ber tumserregung hätten sich die Angeklagten des Betruges während in einzelnen Wahlbezirken die Wahlbeteiligung bis zu liebenswürdigen„ Zante" in Erwartung der Geschenke, wohin sie fie schuldig gemacht. Das Verfahren des Angeklagten Helfft als des 30 Proz. betrug, fant fie in anderen Bezirken bis unter 10 Proz. auch führte, einmal jogar bis Rarishorst Dort draußen Hauptbeteiligten sei durchaus verwerflich. Der Staatsanwalt be- Da, wo unsere Genossen sich rübrig zeigten, gelang es ohne große wurden die armen Kleinen dann ausgeplündert und hilflos ihrem antragte, sämtliche Angeklagten zu der früheren Strafe zu ver- ühe, fämtliche Mandate zu erringen; bie tommunistischen Mandate Schicksal überlassen. urteilen. Recytsanwalt Dr. Alsberg hielt nicht nur die Bestechung stammen fast restlos aus Bezirken, in denen unsere Genossen sich jähriges Mädchen in der Linienstraße auf diese Weise der Ohrringe Gestern nachmittag wurde wieder ein breifür nicht vorliegend, sondern aud) den Tatbestand des Betruges lässig erwiesen. Fest steht nach diesem Wahlgang, daß, wenn beraubt. Der Bater nahm sofort mit anderen Leuten die Verfolgung nicht für gegeben. Die Angeklagten hätten feinen Jrrium erregt. unsere Genossen den Vorgängen in der Genossenschaft die genügende auf, und es gelang endlich, die Schwindlerin zu faffen. Sie wurde Es sei hier etwas geleistet worden, was außerhalb der Tätigkeit Beachtung schenken, die Moskauer den Gedanken für immer auf der Polizei übergeben; die Dienststelle des Kommissars Dräger, der Spruchlammer lag. Das Landgericht sprach die Angegeben müssen, in der Genossenschaft zur Herrschaft zu gelangen 3immer 133, nimmt weitere Mitteilungen entgegen. Die Verhaftete flagten bis auf den Regierungsrat helfft fret, und sie zum Werkzeug ihrer Zerstörungsarbeit zu machen. ist geständig, fann sich aber bei der Masse der Fälle der einzelnen den es wegen Betruges zu 3000 M. Geldstrafe verurDiebstähle nicht mehr erinnern. Festgestellt ist schon, daß sie für teilte, weil er als Jurist hätte wissen müssen, daß die Parteien nicht mindestens vier Millionen Mart erbeutete. Die besonders zu zahlen brauchten, und weil er diese Tatsache verSchmucksachen verkaufte fie ftets fofort auf der nächsten Metall. schwiegen habe. auftaufsstelle. Schwere Strafen für Kokainschieber. wurden Die„ Kinderdiebin" endlich verhaftet. Heber 100 Rinder bestohlen gemacht wurde. Eine Arbeiterin Else Giese aus der Kolonieftr. 122, Das gemeingefährliche Treiben von Kotainschiebern wurde von der Straffammer des Landgerichts III mit schweren 66 Millionen Mark Schmerzensgeld. Strafen belegt. Die Kaufleute Katz und Withoeft aus Ham- Freigabe auf Kohlenfarten und Kohlenbezugsscheine der Ausburg hatten zusammen mit einem berüchtigten Rofainschieber gabe 1923/24. Ab 1. April 1923 wird Abschnitt 1 ber 5-3entne: Nach fast 10jähriger Dauer entschied das Landgericht I Berlin Rroeger, der auch in politische Affären mehrfach vermidelt Kohlenfarte und Abschnitt 1 und 2 der 10-70-3entner- Kohlenfarten einen Prozeß, den ein Repräsentant der Parfümeriefabrit Leichner war und für den sich das Auswärtige Amt vielfach intereffiert,( Ausgabe 1923/24) mit der doppelten Menge zur Belieferung frei gegen diese auf Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld einen Poften von vier Rilogramm Kotain aus dem Ham- gegeben. Die Kohlenfarten der Ausgabe 1921 verliezen mit dem megen eines erlittenen Autounfalles angestrebt hatte. Das Urteil burge: Freihafen herausgebracht und versucht, es weiter zu ver- 31. März 1923 ihre Gültigkeit. Dagegen dürfen die alten Son ist in mehrfacher Beziehung für das rechtsuchende Publikum von treiben. Kroeger ist geflohen und soll sich im Ausland befinden. derfarten auch über diesen Lermin hinaus weiter ganz besonderem Interesse. Ende November 1913 wurde der Kläger Die beiden anderen Angeflagten, die sich nunmehr zu verantworten beliefert werden. Bom 1. April me: den freigegeben zur von dem Prokuristen der Firma Leichner ersucht, ihn auf einer hatten, entschuldigten sich damit, daß Preistreiberei und Ketten- Belieferung in Steinkohlen und Briketts auf Kohlenbezugsschein Geschäftstour nach Dresden in einem Auto zu begleiten, um handel für Waren aus dem Freihafen nicht in Frage fommen für Zentralheizungsanlagen 1923/24: 1. für Ge dort Kunden der Firma zu besuchen. Unterwegs verunglückte das fönnten. Das Gericht war aber der Meinung, das internationale schäftsräume ufm. 40 bzw. 25 Proz., 2. für Schulen 50 bzw. 25 Fahrzeug. Der Kläger wurde so schwer verlegt, daß er völlig Opiumabkommen bezwede, den Handel auch außerhalb der Zoll- Prozent, für Krankenhäuje: ufm. 50 bzw. 25 Broz, für Kirchen usw. arbeitsunfähig wurde. Da die Vergleichsverhandlungen grenzen zu erfassen. Der. Staatsanwalt Dr. Ueberhorst be- 30 bzw. 25 Broz.; auf Kohlenbezugsscheine für Ofenbrand zu feinem Ziele führten, ließ der Berunglückte durch Rechtsanwait antragte mit Rücksicht auf die Gefährdung ber Boltsge- 1923/ 24: 1. für die im§ 58 der Berordnung des Magistrats Dr. Balded gegen die Firma Leichner Klage einreichen, die sich fundheit durch die Verbreitung dieses schädlichen Betäubungs- vom 30. März 1921 genannten Verbraucher mit Ausnahme der vor allem darauf stüßte, daß die Firma als Arbeitgeberin für das mittels im Publikum hohe Strafen. Das Gericht erkannte gegen Ka Kirchen, Kapellen und Synagogen 50 bzw. 25 Pro3., 2. für Kirchen Arbeitsgerät", das sie ihrem Repräsentanten zur Verfügung auf drei Monate Gefängnis und eine Million Mart uim. 30 bzw. 25 Broz.; auf Kohlenbezugsschein für Warmstellte, verantwortlich ist. Als Arbeitsgerät sei hier das Automobil. Geldstrafe; es bewilligte den Angeklagten aber eine Auswasserbereitungsanlagen 1923/24: 40 b3m. 25 Proz. welches der Kläger auf Geheiß des Profuristen der Firma zu be- segung der Gefängnisstrafe gegen die Zahlung einer weiteren Buße nugen hatte, anzusehen. Alle Instanzen billigten diese Ansicht und von fünf Millionen Mart. Withoeft erhielt 3 mei Gine wesentliche Erleichterung für die Inhaber von Monatsfarten Aenderung von Straßenbahnmonatstarten auf den Bahnhöfen. verurteilten die Firma L. zur Leistung des vollen Schadenersages Wochen Gefängnis und 500 000 Mart Geldstrafe. bei erforderlich werdender Aenderung der Liniendeckblätter ist von nebft Schmerzensgeld. Wegen der Höhe der Ansprüche wurde die Sache vom Reichsgericht an das Landgericht zurückverwiesen. Als der Straßenbahn jeßt dadurch geschaffen, daß vom bevorstehenden Förderklaffen für höhere Lehranstalten. Monatswechsel ab der Umtausch von Liniendeckblättern außer in der Schadensrente für die eingetretene Erwerbsunfähigkeit wurden dem Kläger 6 Millionen Mart jährlich und als Schmerzens- anstalten wird die Ablegung einer Prüfung gefordert, bei ter triebsbahnhöfen in der Zeit des Wertmarkenverkaufs erfolgen Für die Aufnahme von Kindern in die Sexta der höheren Lehr Hauptausgabeſtelle am Leipziger Blah auch auf allen Be geld 10 Millionen Mart zugebilligt. Außerdem berechnete ein Maß von Kenntnissen nachzuweisen ist, das normalerweise erst kann. Die Aenderung der Karten wird jedoch nur bei gleichzeitiger das Gericht unter Zugrundelegung der Reichsinderziffer einen Ber- nach vierjährigem Besuch der Volksschule erreicht wird. Durch die Lösung der Wertmarke, bei Eintritt von Linienveränderungen auch Luft von 60 Millionen Mart, den der Kläger in den vor- Aufhebung der Michaeliszōten ist hier eine Unstimmigkeit entstanden. außer der Zeit, in jedem Falle aber nur bei Borlage der Monatshergehenden Jahren dadurch erlitten habe, daß er nicht rechtzeitig Kinder, die zu Michaelis 1920 eingeschult wurden, können erst zu tarten vorgenommen. Lose Deckblätter werden nicht verabfolgt. von der Firma L. die fällige Schadensrente erhalten hatte. Ditern 1925, also nach 4% jährigem Schulbesuch, in eine höhere Lehr- Tödlicher Eisenbahnunfall beim Besteigen eines Ringbahnzuges. anstalt übertreten. Um diesem Uebel abzuhelfen und um die Schul- Auf dem Bahnhof Prenzlaue: Allee geriet der Buchhändler Hugo zeit nicht unnötig zu verlängern, verlangte ein Antrag an die Friedrich zwischen Trittbrett und Bahnsteig. Er wurde durch Stadtverordnetenversammlung die Einführung von Quetschungen so schwer verlegt, daß er auf de: Stelle verstarb. Förderklassen, in denen die für den Hebertrift in höhere Lehranstalten Die Leiche ist dem Schauhaus zugeführt worden. vorgesehenen Knaben, die Michaelis 1920 eingeschult wurden, so gefördert werden, taß sie zu Ostern 1924 die Reife für die Serta erlangt haben. Der Ausschuß, der sich am 26. März mit diesem Antrage beschäftigte, hat ihm im wesentlichen 3 ug e ft i mmt. Aus drücklich wurde aber betont, daß es sich nur um eine Ausnahme für diesen einen Fall handelt. Förderkurse als dauernde Einrichtung fanden im Ausschuß feine Sympathie, fie find auch nicht notwendig, da später der Lehrplan der Grundschule den Aufstieg in die höhere Lehranstalt chne weiteres zuläßt. „ Erfolg des Mieterstreiks. Der Ausschuß für Wohnungswesen teilt mit: Seit dem 1. März d. 3. ist in einzelnen Bezirken Berlins von verschiedenen Mietern die Zahlung der Miete verweigert worden. Der größte Teil der Mieter, die damals die Mietzahlung eingestellt haben, hat in zwischen freiwillig oder infolge gerichtlichen Borgehens feitens der Vermieter die Bablung geleistet. Es liegt im eigenen Interesse der mit der Miete noch rückständigen Mieter, sobald als möglich die Mieten an die Vermieter abzuführen. Bei weiterer Berweigerung der Zahlungen setzen sie fich der Gefahr aus, daß ihnen durch ein gerichtliches Vorgehen der Vermieter erhebliche Kosten entstehen und sie infolge einer Kündigung feitens der Bermieter ihre Wohnungen verlieren. Wirtschaftsnot und Sondersteuern. nicht gefaßten Feuerfassenschwindlers arbeitet ein Betrüger mit Ein falscher Schornsteinfeger. Nach dem Muster des noch immer nicht gefaßten Feuerfaffenschwindlers arbeitet ein Betrüger mit gefälschten Schornsteinfegerrechnungen, die er den Hausbefizern zur Bezahlung vorlegt. So gab er in Treptow bei der Firma Erich u. Graes eine auf einen gar nicht existierenden Bezirksschornsteinfeger. meister P. Reinhard lautende Rechnung über 17 200 m. ab, ahn liche Rechnungen, die alle teinen Geschäftsstempel tragen, auch in der Lohmühlenstraße. An diesen Stellen hat man den Schwindel noch rechtzeitig erfannt. Der Betrüger, der möglicherweise mit dem Großfeuer tam am Donnerstag aus noch unbekannter Ursache Feuerfaffenschwindler identisch ist, fommt natürlich nicht zum zweiten bei den Opel- Werfen in der Courbièreftr. 14 zum Male, wenn er nicht sofort Zahlung erhält. Ausbruch. Als die Löschzüge aus Berlin, Charlottenburg und Das Bolksbildungsamt Kreuzberg bringt am Freitag. 27. Abril, Die wirtschaftliche Not der Gegenwart wirkt sich besonders Schöneberg auf mehrmaligem Alarm an der Braudſtätte eintrafen, abends 8 11hr, in der Neuen Belt, Hafenbeibe 108/114, das Requiem fatastrophal auf eine Reihe von Gewerbebetrieben aus, ftand der Dachstuhl des Vorderhauses schon an mehreren bes verstärkten Sinfonie( Blüthner-) Orchesters und mehrerer Solisten. von Verdi unter Mitwirkung des Boltschors( Dirigent Dr. Bander). die ihren Verdienst aus dem Streben ihrer Mitmenschen nach Er Stellen in solcher Ausdehnung in Flammen, daß die Webr fiber Karten find an der Abendlasse und im Borverkauf im Bezirksamt Streuz holung, nach Entspannung oder auch nach Bequemlichkeit und Luxus zu ziehen gewohnt sind. Seit der breite Zustrom der Aus- awei mechanische Leitern und die bereits total verqualmten Treppen berg. Borditr. 11, 3immer 76, und in den Steuerkaffen des Bezirts fomie länder in Berlin zu einem schmalen Bächlein geworden ist, feit fünf Schlauchleitungen legen mußte. Nach mehrstündigem Löschen in der Vorwärts- Buchhandlung, Lindenstr. 3, erhältlich. Mittelstand und Arbeiterschaft bei dem ständig sintenden Reallohn fonnte fie nachmittage wieder abrüden. Der Dachstuhl ist nieber- Vereinigung der Freunde für Religion und Rölkerfrieden. ihre Ausgaben auf das Lebensnotwendigste beschränken müssen, gebrannt. Freitag, 30. März, nachm. 4, Uhr, in der Mittelschule I, Steglig. Sachsensind diese Gewerbebetriebe zum Teil in eine außerordentlich waldstraße: Sozialistische Feierstunde. Gen. Pfarrer Bleier spricht zu dem Thema: Stellvertretendes Leiden. fchwierige Notlage geraten. Es ist verständlich, daß sich der Unmut bei dieser Sachlage zunächst gegen die städtischen Sondersteuern richtet, die dem einzelnen Gewerbe noch auferlegt find. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend. Geschäft ziemlich rege. Fische ausreichend, Geschäft rege. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. Eine Gesundheitswoche für Lehrer und Lehrerinnen, veranstaltet vom Landesausschuß für hygienische Boltsbelehrung in Breußen und dem Sentralinstitut für Erziehung und Unterricht findet in der Zeit vom 3. bis 7. April in Berlin statt. Der Lehrgang bezwedt die Einführung der Leh renden in den Stoff und die Methode bes bhgienischen Unterrichtes. Besonders foll gezeigt werden, wie der Arbeitsgebante auch in diefem Fache verwirklicht werden kann. Die Teilnahme ſteht allen Lehrenden frei. Anmeldungen sind bis zum 30. Mara unter gleich zeitiger Einzahlung einer Einschreibegebühr von 500 M. an die Geschäfts. ftelle des Staijerin Friedrich- Haures, Berlin NB. 6, Luisenplaz 2-4( Bost jedtonto: Berlin 76261) zu zioten. Die Stadt ist zwar nicht in der Lage, folche Steuern daraufhin Schlechtweg zu erlaffen, da dadurch der gesamte, so mühselig balancierte Etat ins Banten geriete und da überdies die Erhebung be stimmter Eteuern z. B. der Bergnügungssteuer reichsgefeßlich Kleinhandelspreise: Am Donnerstag galten in der Zentralmarkthalle folgende den Kommunen vorgeschrieben ist. Andererseits fann sich eine Rindfleisch 2900-3700 M., ohne Knochen 3800-4200 M. SchweineStadtgemeinde in dieser Frage, wo die Existenz ganzer Gefleisch 3500-4200 M. Kalbfleisch 2600-3900 M. Hammelfleisch 3000 werbe betriebe und ihrer Arbeitnehmer auf dem bis 4200 M. Schellfisch 1000-1800 M. Kabeljau 900-1800 M. RotSpiele steht, nicht lediglich von fistalischen Gesichtspunkten aus zungen 1400-1500 M. Grüne Heringe 350-500 M. In Eis: Schleie Der Tod unter Tag. Auf den Zedhen Achenbach 1-2 und Bram leiten lassen. Sie wird mit einer an sich gerechtfertigten Anpassung 2500-3000 M. Hechte 1500-2400 M. Lebende Schleie 3000-4000 M. bauer im Ruhrgebiet sind in der Nacht zum 28. März bei Neuaddäm Hechte 2600-3800 M. Karpfen 3000-3600 M. Naturbutter 8000 bis derartiger Steuera an die inzwischen eingetretene Geldentwertung 9500 M. Margarine 2500-3500 M. Schweineschmalz 3400-3600 M. mungsarbeiten in einem alten bereits abgedämmten Brandfelde unter Umständen zurückhalten müssen, wenn die Gesamtlage des Eier 340-380 M. das Stück. Welskohl 180-230 M. Wirsingkoh! 200 pier Reparaturhäuer durch auftretende Brandgase zu Tode Gemertes eine solche Belastung nicht gestattet. Aus dieser Er- bis 260 M. Rotkohl 800-400 M. Mohrrüben 100-120 M. Kohlrüben gefommen. Fünf weitere Bergleute, die gefährdet waren, find wägung heraus hat die Finanzdeputation sich entschlossen, die l'100-130 M. Kartoffeln 350-400 M. zehn Pfund. durch Rettungsmannschaften lebend geborgen worden. Vom„ religiösen Sozialismus". Bon Hedwig Wachenheim. In der sozialistischen Bewegung der Borfriegszeit war für den religiösen Sozialismus" fein Raum. Die revolutionäre Empörung der Massen gegen die weltliche Verfassung, wirtschaftliche und staat liche, fonnte nur siegreich fein, wenn sie das geistige Band, das diese hielt, zerriß. Schonungslos deckte daher der Sozialismus den zu fammenhang von Religion und Wirtschaftsleben auf und zeigte die Bedingtheit der Philosophie in ihrer Zeit. Er gab dem Werk der Aufklärung erst die Krönung. An Stelle deffen, was er leugnate, fegte er die eigengesehliche Bewegung der Masse. Sie sollte eine neue Welt schaffen. Eine reale Aufgabe war der Menschheit gestellt. Um fie fammelten sich die Sozialisten. Sie wurde Inhalt ihrer Pflichterfüllung, ihrer Sehnsucht, ihrer Kraftentfaltung. Sie hielt ihr Dasein in unerhörter Spannung. Sie folgten der Lehre, die Anatole France's Luzifer in der„ Révolte des anges" ten Engeln gibt, daß zum Sieg der Revolution in uns und nur in uns Jaldabaoth ( Gott) angegriffen und zerstört werden muß. Sie räumten auf mit der Diesseitsverleugnung des Christentums und wollten Menschen glück durch Ordnung dieser Welt. Der Kampf gegen das Bestehende gipfelte im Kampf gegen den Staat als organisatorischen Ausdruck des Klaffencharatters der Gesellschaft, als Machtzentrum der herrschenden Klassen. In diesem Kampf wuchs die neue geistige Verfassung der Massen. Dann fiel der Staat, ein tönerner Scherbenhaufen, und es hatte zunächst den Anschem, als wäre mit ihm tie Macht der herrschenden Klaffen zerfallen, und als sei nur ein Schutthaufen wegzufegen, um ein neues menschliches Leben zu geftalten. Die fonzentrierte Kraftentfaltung des Sturmangriffs löste sich, und in der Entspannung erging der Ruf nach der Formung eines neuen Lebens. Sozialistisch leben wollte die Jugend. Gemeinschaft bilden, war das Verlangen der Stunde. Und in allen wuchs die Frage auf: Wie wird nun die Zukunft, für die wir unsere beste Kraft gegeben haben und geben wollen, aussehen? Soll sie wirklich eine neue Mechanisierung des Daseins bringen? Oder soll nicht vielmehr die Mechanisierung nur das Borletzte, das Lezte aber ein neuer Lebensinhalt sein, der aus ihr erwächst? Man braucht nicht, wie Eduard Heimann in einem Heft der Diederischschen„ Tat", das dem„ Religiösen Sozialismus" gewidmet ist, an den Sturz fast des gesamten Margismus als wiffenschaftlichen Lehrgebäudes zu glauben, um mit ihm die Sehnsucht nach Gestaltung eines Lebens der Gemeinschaft an Stelle der Auffassung von der Bewegung zum Sozialismus hin als Ergebnis einer mehr oder weniger selbsttätigen Entwicklung zu fühlen. In dieser Lage stießen zum Sozialismus einige Theologen und ihr Anhang, denen, wie Mennicke im Geleitwort des Tatheftes fagt, „ der Schleier bürgerlich- traditioneller Befangenheit zerriß, so daß fie die Wirklichkeit nadt sehen mußten". Aber sie messen fast alle den Sozialismus an ihrem eschatologischen, auf den Durch bruch Gottes gerichteten Denken. Dabei fehen die einen von Gott her die Relativität aller Dinge der Welt, auch des Sozialismus, aber doch in ihm einen aufgehobenen Finger, der auf das Letzte, das Neue deutet. Die anderen finden sich dem Unbedingten gegenüber als solche, die trotz aller Bedingtheit eines sollen, zu einem berufen sind: ihr Leben zu verlieren im Dienst der Stunde. Wieder andere sagen, daß religiöse Grundhaltung mur da fei, wo sie fräftig sei, und das wird sie eben in ter religiöfen( wohl gerechten?) Weltgestaltung. Für Tillich ist der Sozialismus eine Botschaft vom Kairos von der Zeit, die erfüllt ist. Aufgabe des religiösen Sozialismus ist, zur großen Geschichtsbewußtheit aufzurufen. Hier ist einer, der den Sozialismus als geistige Bewegung, bester Zustand der Mensch heit sieht, und nicht mehr wie die Dehn und Mennice fragt: Tue ich vor Gott recht, daß ich da stehe, sondern der beginnt sich im geschichtlichen Muß zu verlieren. Und dann zählte sich jene andere Gruppe bisher zum refi giösen Sozialismus", die nach der Gemeinschaft sucht und der, sie zu finden, die wichtigste Aufgabe des Sozialismus ift. Die Inbrunst ihrer Sehnsucht ist diesen Sozialisten religiös. Bielleicht gibt ihrer Frage nach dem Aussehen der Gemeinschaft Natorp die beste Ant. wort, wenn er in seinem Vortrag Individuum und Gemeinschaft" fagt:„ In der echten Gemeinschaft ist nichts von Opferung, aber auch keine Absonderung von der gemeinsamen Welt des Dentens in Drum prüfe, wer sich ewig bindet! Als Selbsthersteller liefere ich in Qualität und Preis einzig dastehend Trauringe 1 Ring Dukatengold v. M. 25000 an 1 Ring 585 gestempelt v. M. 17000 an ges. gesch 1 Ring 333 gestempelt v. M. 10000 an Einfache Ringe 4500 Mk. Berlin N, Artilleriestr. 30 H.Wiese, Juwelier Berlin W. Passauer Str. 12 Bitte auf Hausnummer achten. Ausführliche Preisliste nach außerhalb gegen Rückporto. Anfragen u. Bestellungen ohne Rückporto können nicht erledigt werden. 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Solide u. modernste Ausführung. Grebler Weinbergsweg 4 am Rosenthaler Platz. Wirtschaft Der Preisabbau stockt. der Wissenschaft, bes Wollens in der Sittlichkeit, des freien Geftal tens nicht minder in der zuletzt einen Welt der Kunst. Und so in der alles umschließenden Weltanschauung in brüderlich gleicher fchaft, als welches die Gottheit oder von seiten des Menschen die und freier Stellung aller zu einem legten Zentrum der GemeinReligion verstanden wird." Und wenn er in der Weiterführung dieser Gedanken die Verknüpfung des Individuums mit der Ge- nur wenig zu spüren war, waren im Großhandel die Waren. Mährend in den Lebenshaltungskosten von einem Preisabbau meinschaft in dem Leben des Ursprungs. Gottes, in beiden preise rüdgängig. Diese Tatsache wurde bei den Lohnverhandlun begründet sieht, so finden wir vielleicht in diesen Gedanken die gen immer wieder betont. Der Rückgang der Großhandelspreise ist Brüde, auf der sich die Gottverbundenfühlenden und die Gemein- aber jegt zum Stillstand gekommen. Die amtliche Meßziffer schaftssucher unter den„ religiösen Sozialisten" getroffen haben. der Großhandelspreise hat sich vom 15. bis zum 24. März vom Freilich, es gibt auch andere Antworten auf die Frage nach der 4750fachen auf das 4821fache des Borkriegsstandes erhöht, weist Gemeinschaft. Wie nahe ist Radbruch Natorp, wo er von der Ge- also eine geringe Steigerung auf. In den einzelnen Ge bieten des Warenmarktes sind gegen den 15. März folgende Ver. änderungen zu verzeichnen. Die Meßzahlen geben an, auf das wievielfache gegen 1913 die Preise gestiegen find. Unsere nsere werten Leser und Freunde werden gebeten, in allen Gaststätten, Kaffeehäusern, Zeitungsverkaufsstellen usw., sowohl in GroßBerlín als auch im übrigen Reich und im Ausland ausdrücklich den 99 VORWÄRTS" zu verlangen. Die kommenden Feiertage bieten Gelegenheit, überall für die Parteipresse zu werben und das Auslegen des Zentralorgans der VSPD. in allen Verkehrsstätten zu veranlassen. Sollte der Vorwärts" an Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen oder anderen Verkaufsstellen nicht erhältlich sein, so wären wir für entsprechende Mitteilung dankbar 39 ,, VORWÄRTS"-VERLAG Berlin, Lindenstr. 3:: Fernspr. Dönhoff 2506/2507 15. März 24. März Getreide und Kartoffeln Fette, Zucker, Fleisch und Fisch. Solonialwaren, Hopfen 2582 2 631 4492 4750 5502 5147 Häute und Leder. 5159 5 080 Zegtilien 8 291 8445 Metalle und Betroleum Kohlen und Eisen 5 989 7.987 6 034 7.987 Es sind also nur ganz vereinzelte Warengebiete, deren Preise noch weiter zurückgehen; bei Lebensmitteln scheinen die Fisch preise in der Hauptsache die Meßzahl gesenkt zu haben. Dagegen find Textilien und Leder bereits wieder im Steigen. Daß es noch immer die Industriestoffe und die Inlandswaren sind, die den Preisabbau nicht mitmachen wollen, während die Einfuhrwaren nach wie vor sinkende Tendenz zeigen, geht aus folgende Tabelle hervor, die den Preisabbau im Groß handel seit dem 9. Februar, dem Tage des Höchststandes der Preise, darstellt: Warengruppe 5. Febr. 25. Febr. 5. März 15. März 24. Märg Lebensmittel Industriestoffe Inlandswaren Einfuhrwaren Gesamtinbeg meinschaftskultur spricht, aber wie weltlich ist er da, wo er sagt: Gemeinschaft ist gemeinsame Sache, gemeinsame Arbeit, gemeinsames heit Wert, und wie ist er im Gegensatz zu denen, die an ihrer religiösen Grundhaltung ihre sozialistische Pflicht messen, wenn er von selbstvergessener Sachlichkeit" spricht. " 4902 3 983 3 662 3 195 3 299 7558 7 782 7.846 7 657 7684 4925 4874 4725 4876 4477 11 176 7 170 7.093 6618 6 577 5 967 5 257 5120 4750 4827 der Lebensmittelpreise wieder im Steigen ist. Beachtlich ist an dieser Zusammenstellung, daß auch die Gesamb Stand und Bedeutung des Funkverkehrs. Inzwischen ist bei den sozialistischen Kämpfern das Gefühl, die Ueber den gegenwärtigen Stand und die Bedeutung des Hauptschlacht siegreich bestanden zu haben, geschwunden. Sie sehen, Stingl bei den letzten Haushaltsberatungen folgendes ausgeführt: Funktelegraphenwesens hat der Reichspoftminister daß zwar der Staat nicht mehr das Herrschaftsinstrument der bürgerlichen Klaffe ist, aber auch noch nicht der proletarischen. Sie feine besondere Wirtschafts- und Berkehrslage neuer. Deutschland bedient sich der Funttelegraphie mit Rücksicht auf sehen, daß auch auf allen anderen Gebieten des gesellschaftlichen dings in einem viel ausgedehnteren Maße als irgendein anderes Lebens der Kampf hin und her wogt. Und das zwingt sie, deren Land. Der Funkverkehr, der sich auf fast alle europäische Länder Grundhaltung vom diesseitigen Ziel bestimmt wird, zur Sammlung und auf Uebersee erstreckt, hat bereits einen Umfang angenommen, für neue politische Kämpfe. Inwieweit dabei diejenigen mitgehen den man früher nicht für möglich gehalten hätte. Deutschland ist werden, die aus ihrer religiösen Grundhaltung heraus an der Ord- das einzige Land, das auf Grund dieses Monopols größere Einnung der Dinge dieser Welt teilnehmen wollen, ist eine offene Frage. nahmen aus dem Funkverkehr erzielt. Der größte Teil des überIhre Worte aber bleiben schon dann unverloren, wenn sie zu einer Kabelverbindungen über Funklinien. Die wichtigen Wirtschaftsfeeischen Telegraphenpertehrs geht wegen Fehlens von Auseinandersetzung in der Sozialdemokratie über diese Fragen und meldungen, Weltmarktpreise, Kurse usw., die alle Tage zu bestimmten damit zu einer grundsätzlichen zwischen christlicher und sozialistischer Minutenzeiten abgenommen werden fönnen, nämlich zwanzigmal Ethik führen, die die entscheidende Frage nach Ursprung und Ende täglich, werden drahtlos- telephonisch über ganz Deutschland privaten der Aufgabe in den Bordergrund stellt. Beziehern, deren Zahl sich ständig steigert, zugesprochen. Breffe nachrichten werden täglich durch Funftelegraphie ausgefendet. Ebenso werden deutsche Wirtschaftsmeldungen täglich für außer deutsche Länder gefunkt und nach Vereinbarung mit einer Anzahl Europradiodienst genannt, ist der erste dieser Art, der innerhalb Länder dort aufgenommen und weiter verbreitet. Dieser Dienst, Europas verbreitet wird. Besonders wichtige Telegramme innerhalb Deutschlands werden durch den schnellarbeitenden Bli funtperfehr befördert. Der Umfang diefes Berkehrs hat sich innerhalb eines Jahres vervielfacht. Die Frage nach Form und Inhalt der Gemeinschaft wird, da fie nun einmal gestellt ist, auch in der veränderten Lage nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Antwort ist noch nicht gereift. Und dennoch erkennen nicht mit Unrecht viele schon in der Fragestellung ein startes Ferment zur Fortentwicklung des Sozialismus. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Schöneberger Männerchor Freundschaft. Sonntag, den 1. April, abends 7 Uhr, im Bürgerfaal des Neuen Rathauses, Schöneberg, Rudolf- Wilde- Play, großes Bobal- Ronzert. Eintritt 250 M. nisthal. Am L. Osterfeiertag Volksliederabend 7½ Uhr in der Aula bes Real Bollschor Südosten( M. d. A. S. B.). Ober- und Niederschöneweide, Johan fostenbeitrag 200 M. gymnafirms Oberschöneweide, Seppelinstraße, gemischter und Männerchor. 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Nachdem auf diese Weise die Funttelegraphie in Deutschland für wichtige Berkehrszwede ausgebildet ist und der Berwaltung wie der Wirtschaft Nutzen bringt, hat es sich als erforderlich erwiesen, diesen Verkehr gegen störende Einflüsse zu schüßen und eine Verlegung des als dies nach der bisherigen Rechtslage der Fall ist. Es ist daher Telegraphengeheimnisses durch unbefugtes Mithören mehr zu sichern, ein Geseß zum Schuße des funftelegraphischen Eine Sprachlektion kostenlos poriofrei und ohne irgendwelche Verbindlichkeit Sprachkenntnisse sind heute mehr gesucht werden. Dieser großen Nachdenn je eine unerläßliche Notwendig- frage steht aber nur ein äußerst gekeit für jeden vorwärtsstrebenden ringes Angebot gegenüber. In allen Menschen. Der Ausbau unserer wirt- Berichten und Statistiken von Arbeitsschaftlichen Beziehungen mit dem Aus- nachweisen usw. kommt zum Ausdruck, lande erfordert Sprachkundige in allen daß überall großer Mangel an SprachStellungen und in allen Berufen. kundigen herrscht. Nehmen Sie einmal eine Tageszeitung Nützen Sie also die Gelegenheit zur Hand und sehen Sie sich die Stellen- durch Erwerbung von Sprachkenntangebote durch. Sie werden erstaunt nissen vorwärtszukommen aus. sein darüber, in welch großer Anzahl ginnen Sie sofort mit dem Studium. heute Sprachkundige in allen Berufen| Unsere weltberühmte Methode Toussaint- Langenscheidt Bebietet Ihnen Gelegenheit, in leicht ver- nicht erforderlich. Das Studium nach ständlicher, bequemer und interessan- unserer Methode ist eine interessante, ter Weise auf Grund des Selbstunter- Ihre Bildung ungemein fördernde Berichtes jede wichtigere fremde Sprache schäftigung für Ihre freien Stunden. zu erlernen. 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Wenn weitere Zusätze gemacht werden, nur als verschlossener Brief zulässig Hier abtrennen der Ic suche um Zo sendun der in Vorwärts angebotenes Probel ektion [ 10 Sprache, kosten los, portofrei und ohne Verbindlichkel Name: Beruf: Ort u. Stra Berfehr's in Vorbereitung. Nach Erlaß dieses Gesetzes soll die! Funktelephonie auch für kulturelle Zwede nutzbar gemacht werden. Wie schon vor Monaten angekündigt wurde, werden in fürzester Frist ein sogenannter Vergnügungsrundspruch belehrenden und unterhaltenden Inhalts sowie Musik- und Gesangsvorträge vorbereitet. Dem großen Publikum wird das Mithören ermöglicht werden. Es ist für den Bergnügungsfunkverkehr ähnlich wie in England eine Regelung in der Weise vorgesehen, daß das Privatpublikum gegen Zahlung von Gebühren. Empfangsapparate zum Abhören benußen darf. Für Personen, die sich aus wissenschaftlichem Interesse oder technischer Liebhaberei mit Funkapparaten beschäftigen wollen, sollen besondere Bestimmungen getroffen werden. Die Berwaltung wird jedoch dafür Sorge tragen, daß die im Ausland augenblicklich zur Mode des Tages gewordene Spielerei mit Funtapparaten nicht auch in Deutschland zu Auswüchsen führt, durch die ein ernsthafter Funkverkehr und eine Steigerung der Einnahmen behindert wird. Ruhrbesetzung und Erzversorgung. Die deutsche Schwerindustrie an der Ruhr ist auf die Zufuhr von Erzen größtenteils aus dem Ausland, zu einem wesentlich fleineren Teil aus dem Inland ange: miesen. Während bisher die Erzzufuhr nach den Hüttenwerken ohne Schwierigkeiten vor sich ging, haben die Franzosen vor einigen Tagen auch für die nach deutschem Recht zollfreien Erze einen Einfuhrzoll von 10 Proz. zu erheben versucht. Die Folge davon war, daß die Einfuhr eingestellt wurde, was vorerst der Industrie wenig schadet, weil sie noch für längere Zeit Vorräte hat. Abzuwarten bleibt, ob die an der deutschen Erzzufuhr interessierten fremden Staaten diese neue Störung des Handels ohne weiteres hinnehmen werden. Roggenwertkredite der Preußischen Zentralgenossenschaftskaffe. Die Zentralgenossenschaftskasse hat jetzt Roggenwertkredite eingeführt und ist damit den Bestrebungen nach der Schaffung eines wertbeständigen Kreditverkehrs entgegengekommen. Interessant ist, daß fich die Zentralgenossenschaftstasse das Recht vorbehält, die Roggenschuld in eine reine Goldschuld zu verwandeln, wenn der Wert von 100 Kilogramm Roggen an mehr als 60 Tagen innerhalb eines Vierteljahres unter den Wert von 4,68 Gramm Feingold finkt. Auf diese Weise hat sich die Preußenfasse dagegen gesichert, daß infolge finfender Roggenpreise der Gegenwert der in Roggen eingegangenen Schuld zu tief sinft. Weitere Ermäßigung des Goldzollaufgeldes. Für die Zeit vom 4. bis einschließlich 10. April 1923 beträgt das Goldzollaufgeld 494 900 Pro3. Zurzeit beträgt es 509 400 Proz. Groß- Berliner Parteinachrichten. * Am Ostersonnabend ist das Bezirkssekretariat geschlossen. Kreis. Webbing. Die Abteilungstaffierer werden gebeten, den fälligen 13. Rreis. Tempelhef, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade. Sonnabend, Rreisbeitrag von 3 Proz. umgehend an den Kreistaffierer abzuliefern. den 31. März, 28 Uhr, Sigung der Bildungskommission für alle vier Orte zweds Ausgabe der Eintrittstarten für den Stammermusikabend am 7. Apcti Auch die Bezirksführer werden gebeten, zu erscheinen. Die Veranstaltung findet wegen technischer Schwierigteiten nicht in Tempelhof, sondern in Mariendorf im Gymnasium, Raiserstraße 21, statt. Mitwirkende: Das Klingler- Quartett. 8. Das englische Pfund besser als der Schweizer Frant. Den p Währungen ergeht es ähnlich wie der kapitalistischen Wirtschaft: heute geht es dem einen gut, morgen dem anderen. In der letzten Woche erfolgte die Entthronung des Schweizer Frant; er ist recht tief water die Goldparität gefunken, hell leuchtet dagegen die 3. Genne des englischen Geldes. War noch vor einem Jahr der Schweizer Frant, auf die Vorkriegsparität umgerechnet, um mehr als 14 Proz. besser als das englische Pfund und stand er noch Ende 1922 immer noch wesentlich besser als das letzteze, so hat sich im März dieses Jahres das Verhältnis umgefehrt, und heute steht das englische Pfund näher zum Goldwert als der Schweizer Frant. Vor dem Kriege kostete ein englisches Pfund 25 Frant und 20 Rappen, heute muß man bereits 25 Frank und 50 Rappen für das Pfund zahlen. Das englische Geld wird seit einem Jahr durch verfchiedene Maßnahmen fyftematisch verbessert, und das englischamerikanische Schuldenabkommen hat zur weiteren Steigerung der englischen Währung beigetragen. Sie dürfte die Goldpazität bald erreichen. Für die legte Steigerung des Pfundes, ebenso wie für das Sinken des Frank ist aber die Ruhrbe= fegung verantwortlich. Diese hat die Kohlenpreise auf dem Weltmarkt in die Höhe getrieben, wovon die englische Volkswirt. Schweiz dagegen einen Verlust hat. Dies kommt auch in de: Verschaft einen Nutzen, die auf die verteuerte Einfuhrkohle angewiefene schlechterung ihrer Baluta zum Ausdruck. 97. Abt. Zu der am 1. Osterfeiertag stattfindenden Partie nach dem Gorinſee treffen fich die Genossen und Genofsinnen vormittags 7½ Uhr am HochbahnAbt. Menkölln. Unser Genosse Karl Nerlich ist gestorben. Die Beerdigung hof Bülowstraße. Für Nachzigler 8½ Uhr am Stettiner Bahnhof. findet Sonnabend, den 31. März, nachmittags 2½ Uhr, auf dem Jakobi101. Abt. Treptow. Freitag, den 30. März, nachmittags, zwangloses gemüt tirchhof( Hermannstraße), statt. liches Beisammensein im Saa! und Garten in Neu- Lipoli, früher Mügel, Neue Arugallee 65. diendo ad Arbeitersport. Fußballspiele zu Ostern! Der größte Teil unserer Vereine meilt zu Ostern auswärts. Froh Frei fährt nach Leipzig, um gegen Vorwärts anzutreten. Hoffentlich machen sie Berlin Ehre. Sweite Mannschaft von MSC. fährt nach Tangermünde und tritt gegen Mannschaft fährt nach Stettin, um gegen Remiz 2. zu spielen. BFC Met bie zweite Mannschaft spielt in Romawes gegen Kalbe i. Th. und die dritte Fortuna tomb. an. Nowawes fährt mit der ersten Mannschaft nach Weißwasser, mania 22 wird auf dem Teutoniaplag in der Christianiastraße gegen WaderBerein. Es dürfte sich hier eins der besten Spiele innerhalb Berlins zeigen. Dieses Spiel findet aber erst am 2. Osterfeiertag fiatt. Weitere Anmeldungen liegen zurzeit noch nicht dor. Jena antreten. Alemania tennen wir alle und Wader- Jena ist ein führender land die Entfendung von 80 000 Tonnen Getreide in das RuhrRussischer Getreideerport. Die Tatsache, daß Sowjetruß gebiet angekündigt hat, ist an den deutschen Produktenmärften mit einigem Unbehagen vermerkt worden. Rief sie doch die Tatsache in Erinnerung, daß früher oder später Rußland als Konfurrent auf dem Getreidemarkt auftreten wird. Vorläufig ist jedoch die Leistungsfähigkeit des russischen Getreideerports noch gering. Wie der mittags 5 Uhr, findet im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 24, ein StädteBerliner Sportvereinigung Nordwest. Am Sonntag( 1. Osterfeiertag), nachOft- Expreß von zuständiger ruffischer Seite erfährt, umfaßt der für mannschaftstampf im Ringen, Kottbus Berlin, statt. Da Kottbus über eine das laufende Wirtschaftsjahr( 1. Oktober 1922 bis 30. September gute Mannschaft verfügt, wird Nordwest auch seine Beſton auf die Matte schicken. 1923) insgesamt geplante Getreideerport aus Rukland staltet am 31. März in den Gesamträumen Schloß Schönhausen( NiederschönTurn- und Sportverein Fichte. Die Abteilung Niederschönhausen veran 100 000 bis 120 000 Tonnen Roggen und 25 000 bis 30 000 Tonnenhausen, Lindenstr. 11, Jnh. Schönherr) ein Werbe- Turn- und Sportfest. Das Gerste; die vorgesehene Ausfuhr von 100 000 Tonnen Delkuchen wird und Stuhlturner, sportliche Freiübungen und Turnen am fahrenden Rec. Die interessante Programm enthält u. a. Musterriegenturnen, humoristisches Tischsich nur zu 40 bis 50 Broz. realisieren lassen. Die Ausfuhr geht 6. Frauenabteilung zeigt Keulenschwingen sowie Ausdrudsübungen. Anfang sowohl über Petersburg und die baltischen Häfen, wie über das 7 Uhr. Eintrittstarten zu 320 W. in der Geschäftsstelle, Köpenider Str. 108 1. Schwarze Meer. Nach Deutschland geht hauptsächlich Roggen, nach England Gerste, nach Schweden, Finnland und Dänemark Roggen und Delkuchen. Devisenfurje. Unserer gestrigen Kurstafel find noch folgende amtlichen Notierungen nachzutragen: 100 öfterreichische Kronen abgeftempelt 29,67 Geld, 29,83 Brief, 1 tschechische Krone 630,42 Gelb, 633,58 Brief; 1 bulgarische Lewa 158,60 Geid, 159,40 Brief, 1 jugoflawischer Dinar 210,47 Geld, 211,53 Brief, 1 Bolenmart galt im freien Berkehr etwa 51 Pfennige. Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma A. J. Grebler, Weinbergsweg 4, bietet besonders günstige Einlaufsgelegenheiten. Siehe heutiges Inserat. Neurasthenie Satyrinn anregendes und krätigendes Yohimbin- form of Prapstar ate Akt- Ges. Hormona, Düsseldorf- Grafenberg. Zahlreiche ärztl. Anerkennungen. Prospekte gratis. Erhältlich in Apotheken! Stets vorrätig in Berlin: ElefantenApotheke. Leipziger Str. 74; Engel- Apotheke, Kanonierstr. 44; HohenzollernApotheke, Königin- Augusta- Str. 50; Wittes- Apotheke, Potsdamer Str. 84 a Eine neue Form der Festwertanleihe bringt der Freistaat Hessen heraus. Er nimmt eine tombinierte Roggen Braunkohlen- Anleihe auf, deren Zeichnungspreis fich zur Hälfte nach dem Preis der in Oberhessen gewonnenen Braunkohle und zur Hälfte nach dem Preis für einen Zentner Roggen festge. setzt wird. Die Verzinsung und Rückzahlung erfolgt ebenfalls nach diesem Schlüssel. Neben dieser Festwertanleihe nimmt Hessen auch eine gewöhnliche Anleihe auf, deren Zinsen sich nach dem 145 Uhr Gendlig. Ede Charlottenstraße. Abfahrt von Berlin Stettiner Bahn- Elefanten- Apotheke, Berlin SW, Leipziger Straße 74, am Dōnhoffplatz Reichsbankdiskont richten. STS Guter Kaffee gibt gute Laune, darum Trinke Quieta! 211 Theater, Lichtspiele usw. 6pernhaus Walhalla- Th. Central- Theater Volksbühne 71 Uhr: Ueber die Kraft Erster Teil Lessing- Th. 7U.: Peer Gynt Sonnabend 7: Gastspiel von Mitgl. d. Moskauer Keastler- Theaters: Zum 1. Male: Stepantschikowo. Senntag 7 Uhr: Faust Montag 7 U.: Stepantschikowo Deut. Künstler- Th. 7 Uhr: FAUST Allabendlich 7 U.: Der Fürst von Pappenheim Deutsch Opernhaus Abends 5 Uhr: Parsifal Große Volksoper im Theat. d.Westens 7 Uhr: Lohengrin Intimes Theater Geschloss. Morgen 8 Uhr: Kleptomanie Familienfest usw. Lustspielhaus 8 Uhr: Jugend Morgen 8 Uhr: Das Prinzchen Metropol- Theater Geschloss. Morgen 72: Die Schönste der Frauen An beiden Ostertagen 3 Uhr: Die Bajadere Außer Abonnement 7.45 Uhr: Die Liebe Geschlossen Neues Operett.- Th. Parsifal Dora, Lautner, Zernitz 5 Uhr: geht um Geschloss. Morgen 7/2 Theater des Ostens Casino- Theater Katja, die Tänzerin Schauspielhaus( Rose- Theater) 72 Uhr: Hanneles Himmelfahrt Theater 1. d. Königgrätz. Str. Heute 7.30 Uhr: REISLERS ECKFENSTER KR Friedr. Kayssler, Lucie Höflich, Erika Meingast, Loth. Müthel, Hans Herrmann, H. Vallentin. Komödienhaus Morgen Sonnabend 8 Uhr: Musik M Orska, Dernburg Ab Ostern( abends): Mad. Pompadour in d. bek. Besetzung Berliner Th. Heute und morgen geschlossen. Sonntag z. 1. Male: Mädi Operette v. Grünwald n, Stein Musik von Rob. Stolz Hilde Wörner, Claire Waldoff, Fritz Warner, Hans Albers. RESIDENZ- TH. Täglich 8 Uhr: Alb. Bassermann in: Die Wildente Trianon- Th. 8 Uhr: Professer Bernhardi 8Uhr Kleines Theater Das stänkere Band Foelle, Sandrock, Kaiser- Titz 8 Uhr: Der nene Schlager Geschlossen Zum blauen Kakadu UFA Spielplan v.31.3. bis 5.4. 23: UFA- PALAST A. ZOO Fridericus Rex 11,1V TAUENTZIENPALAST Paganini U. T. KURFURSTEND. Die Frau mit den Millionen. II. Teil. Der Prinz ohne Land. mit Margit Suchy, Nordheim, Beckersachs Tiedtke, Paulsen, Gross, Mamelok An beid. Ostertagen 3 Uhr: Die kleine Sünderin m. Harald Paulsen, Josefine Dora Neues Th. am Zoo 7% U.: Iphigenie mit Alfred Gerasch Rita Parson Morgen u. folg. Tage 72 Uhr Dorine u. der Zufall Neues Volkstheater 72 Uhr: Emilia Galotti Renaissance- Th. Geschloss. Sonntag 7/2 U.T. NOLLENDORFPL. Hampf d. Geschlechter Eine versunkene Welt MOZARTSAAL Die Tänzerin Navarro KAMMERLICHTSP. Alt- Heidelberg. U. T. FRIEDRICHSTR. U. T. HASENHEIDE Die blonde Geisha U. T. ALEXANDERPL. Ein Glas Wasser U.T. WEINBERGSWEG Hanneles Himmelfahrt U.T. SCHÖNEBERG Vom 31. 3. bis 2.4, 23: Ehefrenden Vom 3. 4. bis 5. 4. 23. Sodoms Ende Jugendveranstaltungen. Lantwig. Die Teilnehmer an der Osterwanderung treffen sich heute um hof 5,50 Uhr. UfA Programm für Karfreitag Beginn 6 Uhr UFAPALAST AM ZOO Oratorium Die Schöpfung. TAUENTZIEN- PALAST U. T. FRIEDRICHSTRASSE EDENPALAST, KOTTB.DAMM FILMP ALAST, SPANDAU Jadith und Holofernes. MOZARTSAAL KAMMERLICHTSPIELE U. T. WEINBERGSWEG HUMBOLDT- THEAT. BADST. Hanneles Himmelfahrt, U. T. KURFÜRSTENDAMM U. T. ALEXANDERPLATZ U. T. HASENHEIDE DECLALICHTSPIELE REINICKENDORFER STR. ROLLKRUG, NEUKOLLN DECLALICHTSP.WEISSENSEE Joseph. U. T. NOLLENDORFPLATZ U. T. SCHONEBERG BALLSCHMIEDER LICHT. SPIELE BADSTR Christus. 舍 Restehandly. Haarpuder Goltzstr.2dGran waldstraße Herren- u.Damenstoffe, Seiden, Samt, Für Bei Husten, Asthma und Lungenleiden Sanitätsrat Dr. Wegscheiders Brust- Teech Original- Vorschrift hergestellt. Zu haben: 15000 Mark Coercoatmäntel, Donegalmäntel, Mo- Nähgarn. Biller, Swinemünderstraße 7. wöchentlich erh. Sie bei fl. Anz. einzelne Möbel Jeder Art preiswert und gut sämtliche Futterartikel Barthel bedeutend unter Preis 3orndorfer Str. 54 nah.Tiez, Frtf. Allee Verkäufe Weingartens Pfandleihe, Frühjahrsmäntel 7500.-, Webfehler, Raufe alle Arten Gäde, Badleinwand, dellkleider. 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