Nr. 153 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 76 Bezugspreis: Für den Monat April 8800 22. noraus zahlbar. Unter Rrenaband für Deutschland, Danzig. Saar. und Memelgebiet sowie Defterreich unb Luremburg 7800., für das übrige Ausland 9800 M. Postbezugspreis reibleiben d. Bostbestellungen nehmen an Belgien. Dänemart, England, Effland. Finnland. Frank reich. Solland. Lettland. Luxemburg, Defterreich, Schweden. Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit ber Sonntags. Beilage Bolf und Reit", ber Unterhaltungsbeilage..Seimwelt" und bez Beilage..Giedlung und Rleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ..Sozialbemokrat Berlin" Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 250 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle Loftet 1200 M. Reflamezeile 6000. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Bort 375 M.( zulässig zwei fett. gebrudte Borte), jebes weitere Bort 200 R. Stellengesuche das erste Bort 200 M., jebes weitere Wort 150 M. Worte über 15 Buchstaben zählen filo zwei Borte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 300 M. Anzeigen für die nächste Rummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin GB.68. Linden. Straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2306--2507 Sonntag, den 1. April 1923 Blutige Ostern im Ruhrgebiet. 11 Todesopfer 32 Verwundete. Essen, 31. März.( WEB.) Der Zusammenstoß zwischen[ lich ein unmittelbarer Anlaß zum Waffengebrauch vorhanden franzöfifchen Truppen und deutichen Arbeitern auf den Krupp- gemefen, so bleibt doch festzustellen, daß die verantwortlichen Werfen hat insgesamt elf Todesopfer gefordert. Führer der Arbeiterbewegung mit bewundernswerter Energie 32 Arbeiter, darunter Schwerverlette, befinden sich zurzeit und bewundernswertem Erfolg tätig sind, um die Arim Krankenhaus der Krupp- Werte. Zu den Opfern ge- better von Gewalttätigteiten abzuhalten hört auch das Mitglied des Betriebsrats 3 ander( S03.), der und daß der französische Militarismus alles getan hat und in Erfüllung feiner Pflicht versucht hatte, die Arbeiterschaft zu noch tut, um die Arbeiter zu finnlosen Ausbrüchen der Leidenberuhigen und die eingedrungenen franzöfifchen Truppen zum schaft aufzupeitschen. Und es bleibt weitr festzustellen, daß ruhigen Abzug zu bewegen. das franzöfifche Militär im Ruhrgebiet Effen, 31. März, 8% Uhr abends.( WEB.) Ueber die blu- rechtmäßig überhaupt nichts tun fann, figen Borfälle in Effen konnte noch folgendes festgestellt werden: meil seine Anwesenheit im Lande und fein Am Samstag morgen gegen 7 Uhr befehte eine Abteilung ganzes Auftreten nur eine einzige Rechtsfranzösischer Soldaten unter Führung eines Offi- mibrigkeit darstellt. 3iers die Kruppsche Automobilhalle gegenüber dem Hauptverwal- Der französische Militarismus hat dem Ruhrproletariat fungsgebäude. Gegen diesen Eingriff der Franzosen wurden durch blutige Ostern bereitet. Sein Versuch, sich von dem verdie Sirenen der Fabrik die Arbeiter der umliegenden Betriebe goffenen Blut zu reinigen, wird mißlingen. Denn mag immer alarmiert, die fofort ihre Werkstätten verließen und sich in der Um- heute noch rohe Gemalt regieren, das fittliche Urteil der Welt gebung der befehlen Automobilhalle versammelten. Von dem fran- bleibt deswegen doch eine Macht, die auf die Dauer allen zöfifchen Kommando wurde erklärt, daß es ohne Befehl nicht Tanks und Maschinengewehren überlegen ist. Die Siege, abrüden werde und daß es auf eine kommission warte, die General Degoutte über friedliche, waffenlose Arbeiter erdie für sie weitere Maßnahmen bestimmen solle. Als diese Kom- ringt, fönnen nur den moralischen zusammenbruch mission gegen neun Uhr eintraf, hafte sich bereits eine derartige An- bestätigen, in den sich die französische Gewaltpolitik an der zahl Arbeiter versammelt, daß fie es vorzog, fofort weiter zu Ruhr unrettbar verstrickt hat. fahren, ohne sich mit dem französischen Kommando in Verbindung gefeht zu haben. Protestschreiben der Firma Krupp. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bosticheckkonto: Berlin 375 36- Bauffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Unser Selbstschut. Bon Carl Severing. " Als im Jahre 1915 die ersten Ostern des Weltkrieges vor der Tür standen, da hofften Millionen banger Herzen, daß die Botschaft des hohen Festes von der Auferstehung, vom Sieg des Lichts über die Finsternis dem blutigen Ringen bald ein Biel feßen, den Ostern des Mordens und Zerstörens bald ein Fest des Lichts und der Liebe folgen möge. Die Hoffnung trog; es folgten drei weitere Kriegsostern, und selbst als der Waffenstillstandsvertrag von 1918 die Einstellung der Feindseligkeiten und das Dittat von Versailles den Frieden" mit den Ententeländern brachte, waren dem deutschen Volke noch keine ruhigen Ostern, feine friedlichen Feste beschieden. Nicht weit hinten in der Türkei" im eigenen Lande schlug das Volt aufeinander in Kämpfen, die an Erbitterung und Grauenhaftigkeit von den Kämpfen an der Front nicht übertroffen werden konnten. Die blutigen Vorgänge im Westen, in Mitteldeutschland und Bayern im Frühjahr 1919, die Ereignisse im Ruhrrevier 1920 und der mitteldeutsche Butsch 1921, Rämpfe, die sämtlich mit dem Osterfest zusammenfielen, mahnten in betrübender Weise daran, daß die Sonne der Menschenliebe die Herzen noch nicht vom Eis des Hasses zu befreien vermocht hatte. Sieben blutige Ostern! Sollten jezt nicht zus mindest sieben friedliche folgen? Ein Blick nach unseres Landes Westen läßt diese Frage leider nicht hoffnungsfreudig beantworten. O gemiß, die 130 000 französischen und bel gischen Soldaten find ja nur zum Schuße der friedlichen Mission" der Ingenieure gekommen, und doch beweinen Der Arbelterrat der Kruppschen Werke Effen, 31. März.( WTB.) Anläßlich der Borgänge, die fich einige Dutzend deutscher Familien den Tod eines lieben Anheute vormittag auf dem Kruppschen Wert ereignet haben, richtete gehörigen, der den Kugeln oder den Bajonetten der Franzosen verfuchte, vor der Halle die Ordnung aufrechtzuerhalten das Ditettorium an den Divisiopstommandeur in zum Opfer fiel, trauern in Frankreich Eltern, Gatten und und die Franzosen zum Verlassen des Wertes zu veranlassen, indem Effen folgendes Schreiben: Kinder um den Tod ihrer Lieben, die auf unvertrauten er ihnen für den. Fall des Abzuges Gewähr leistete, fie sicher durch Heute morgen brang ein bewaffnetes französisches Kommando Schienenwegen ihr Leben verloren. Der Völker Frühling ift die Menge hindurchzubringen. Dieses Unsinnen lehnte der in unsere mitten in der Fabrit gelegene Kraftwagenhalle ein. Ge- noch nicht gekommen. Führer des Kommandos mit der Begründung ab, daß er erst die mäß einer zwischen der Werfsleitung und dem Betriebsausschuß der Aber hat es sich bei uns gehellt, sind wir im Innern Antwort der Kommiffion abwarten müßte. Lehlere war aber, wie Arbeiter und Beamtenschaft getroffenen Vereinbarung murde das einiger, freier, brüderlicher geworden? Auch darauf gibt oben erwähnt, ohne Kenntnis des Kommandos schon gegen neun Beichen des Sirenenrufs für die Arbeitseinstellung des be. es heute noch feine bündige, tröstliche Antwort. Man hatte Uhr weitergefahren. Gegen 11% Uhr brangen die Franzosen plob treffenden Werfteiles gegeben. Größere Arbeitermassen ver- zum Bürgerkrieg gerüstet, zu neuem Blutvergießen, . lich gegen die Menge vor und fchoffen, obwohl die Ber- fammelten sich darauf vor dem Eingang der von dem Kommando der Tag der Kriegserflärung" an die eigenen Volksgenossen fammelten die Straße freigaben, rechts und links in befeßten Halle, um gegen den militärischen Eingriff zu demon- war schon festgesetzt, das Schicksal der feindlichen" Führer die Maffen hinein. Daraus erflärt sich, daß fast fämtliche Tote ftrieren Mitglieder des Betriebsausschusses traten mit dem fchon im voraus bestimmt. Der Plan ist nicht zur Ausführung Schüsse aufwiesen, die von hinten eingedrungen find. Bis Rommando in Verbindung und boten sich an, dafür zu sorgen, daß gekommen, seine Borbereitungen sind gestört und der Beginn Samstag abend 6 Uhr wurden das Rommando ohne Zwischenfälle die Halle verlassen könne. Das des blutigen Tanzes muß mindestens hinausgeschoben werden. 11 Personen als tot festgestellt, weitere 32 Verwundete Anerbieten wurde abgelehnt. Nach einiger Zeit eröffnete das 2 ber die Gefahr ist noch nicht endgültig beKommando ein Feuer auf die mehrlose Menge. Eine feitigt, menn der größere Teil unseres Bol. wurden in die Kruppschen Krantenanstalten eingeliefert. Nach dem noch nicht festgestellte Zahl von Arbeitern murde getötet oder schmer tes fich nicht zufammenfindet zu dem festen Borfall passierte das Auto eluer inferalllierten omBillen, ihr entschieden entgegenzutreten. miffion die Straße. Die 3nfaffen wurden von der erregten Die Verantwortung für dieses unmenschliche Blut- Die Polizei hat die Nester der Berschwörer entdeckt und Menge aufgefordert, auszufteigen und das Auto für den Transport der Berwundeten freizugeben. Als die In- ergießen, dem unfere braven, friebliebenden Arbeiter zum Opfer fie ausgehoben. Gut, aber die Polizei hat damit nicht mehr faffen dies ablehnten, bemächtigte fich die aufs äußerste gefallen find, trifft ausschließlich die Urheber dieses miberals ihre Pflicht getan. Sie hat darüber hinaus unfriedliche erbitterte Menge mit Gewalt des Wagens. Sämtliche Betriebe rechtlichen Eingriffs in unser Wert. Wir legen schärffte und bewaffnete Vereinigungen verboten und aufgelöſt und der Firma Krupp wurden gegen 12 Uhr mittags zum Zeichen des Protestes und der Trauer geschloffen. Am Nachmittag um 4 Uhr rädte eine neue franzöfifche Abteilung in Stärfe einer Kompagnie und mit zwei Panzerautos an und nahm den Brandinfpeffor Igne feft. Bon den Getöteten konnten bisher die folgenden Namen festgestellt werden: Arthur Blum, Josef Zander, Frih Pieper, Hans Göllmann, Hermann Högemeier, Walter Schweres. Dermundet. Berwahrung ein. Friedrich Krupp, Aftiengesellschaft. Das Direktorium. Deutschenmord in Recklinghausen. Redlinghausen, 31. März.( 2.) In Redlinghausen- Süd ift in der geftrigen Nacht der 22jährige Juvalide nieruch von den Franzosen erschossen worden. Räheres ist noch unbekannt. Die beiden 3eugen, die fich in seiner Begleitung befanden, wurden verhaftet. fogar eine sogenannte„ politische Partei" in dieses Verbot einbezogen. Auch das war, obgleich in einem demokratischen Staatswesen nicht gerade populär, eine unumgängliche Notwendigkeit. Sie wird auch dafür zu forgen haben, daß die prahlerischen Ankündigungen der Verbotenen, ihre Tätigkeit unvermindert fortzusetzen, auf das Maß hohler Prahlereien zurückgeführt werden, um nicht neue Unruhe entstehen zu lassen und um dem Willen des Staates, b. h. bem Willen feiner Bürger, Geltung zu verschaffen. Kurz: die Polizei wird weiter ihre Pflicht tun. Buer, 31. März.( WTB) Wie die„ Buersche Zeitung" meldet, ereignete sich heute furz nach 8 Uhr auf dem Rhein- Herne- Ranal in Es wäre jedoch eine grobe Selbsttäuschung, die sich einmal Herr Poincaré hat den Vertretern der englischen Ar- Buer- Erle in unmittelbarer Nähe der Straßenbrüde ein blutiger bifter, rächen fönnte, wollte man von der Polizei allein beiterpartei gesagt, daß der Kampf der franzöfifchen Regierung 3 wischenfall, bem ein Franzose zum Opfer fiel. Der eine Heilung der Schäden unserer Zeit erwarten. Gerade uns nicht den Arbeitern, sondern den Rapitalisten gelte. Brüdenpoften rief zwei Infaffen eines Motorbootes an, bas mit Sozialdemokraten ziemt es nicht, im Bertrauen auf das Am Lage nach dieser Erklärung lagen bei Krupp in Essen deutscher Flagge den Kanal hinunterfuhr. Im Boote war vermutlich wachende Auge des Gesetzes die Schlafmüße fester auf den 43 Arbeiter als Opfer französischer Majhi megen bes Motorgeräusches der Anruf nicht zu hören. Jedenfalls Kopf zu ziehen und nach guter Spießerart einen hohen Senat nengewehre auf dem Pflaster; 11 von ihnen sind tot, fuhr das Boot weiter. Daraufhin schoß ber franzöfifche für das Wohl der Bürger jorgen zu lesen. Die stärkste Partei 32 liegen mehr oder weniger schwer verletzt in den Kranten- often von der Brüde aus in das Boot und tötete einen der In- des Landes und des Reiches, in der die Massen des Volkes häusern. faffen. Erst jetzt bemerkte der Boften, daß er einen der eigenen das Rückgrat der Republik, die festeste Stütze der Man wird in der ganzen Welt die franzöfifche Re Landsleute erschossen hatte, denn beide Bootsinfaffen waren demokratischen Verfassung erblicken, hat die heilige Pflicht, gierung nicht nach ihren Worten, sondern nach ihren Taten Franzosen. Der Tote murde von herbeieilenden Soldaten fort jeden Anschlag auf die Republik und die demokratische Ber beurteilen. Die Bertreter der englischen Arbeiterpartei müssen geschafft. faffung auch von sich aus und mit eigenem Rüstzeug abzufehr höfliche Männer sein, wenn sie Herrn Poincaré nicht Das produktive" Pfand. wehren. Und da der Hieb immer noch die beste Parade war, ins Geficht gelacht haben. Denn Poincaré und seine ReParis, 30. März.( WTB.) Der Temps" veröffentlicht heute darf fie fich auch nicht in jedem Falle in die Defensive drängen gierung sind die Bertreter des brutalften Rapitalismus, den es in der Welt gibt, und der Kampf gegen Kapitalisten irgend- abend Zahlen des Comité des Forges über die Eisenprodut- laffen. Angriffsmöglichkeiten bieten sich in diesem AbwehrSeit die kriegsgerichtliche Komödie gegen Frig Thyssen mit der elfen 305 526, die von Rohstahl 289 787 Tonnen, davon entfallen auf strophenpolitikern und Säbeldiktatoren, stehen wir in gleich Zu den Extremen von rechts und lints, zu den Katawelcher Sorte ist in ihrem Munde nichts als plumpe Heuchelei. tion im Februar. Danach betrug die Produktion von Roh- fampf in Hülle und Fülle. Berurteilung zu einer Geldstrafe ausgegangen war, hatte sich Cothringen 101 356 Tonnen Roheisen und 84 484 Tonnen Rohftahl scharfer Kampfstellung. Denn ob wir durch die Wahnsinns. Der gegenüber tätigkeit gegen die Arbeiter und die Arbeiter bewegung gewendet. Nicht die Kapitalisten, sondern die Arbeiter, Angestellten und Beamten sind es gewesen, die bisher die Reche an der Ruhr zu bezahlen hatten. 180 684 Tonnen, d. h. faft zwei Fünftel, bei Rohstahl 117 944 Tonnen, d. h. über ein Bierfel, davon entfallen 93 744 bzw. 59 877 Tonnen auf Cothringen. taten deutscher Desperados oder durch die vielfach sogar unverstandenen Rezepte der Turkestaner in den Abgrund gezogen, unter die Dittatur eines weißen" oder eines ,, roten" Säbels gebracht werden sollen, wir wollen uns Mannheim, 31. März.( WTB.) Gestern nacht fuhr ein Güter weder deutschvölkisch, noch bolfchemistisch aushungern und Die fran öfische Regierung wird natürlich mit einem Beaug, mit Kohlen beladen, von Lauterburg nach Lutwigshafen In tnebeln lassen. Diese Linie ist, uns und unserem Handeln flar richt aufwarten, nach dem es bel der Arbeitererschießung in Schifferstadt fuhr er auf ein falfches Gleis, überfuhr den Prellbod vorgezeichnet. Darüber hinaus aber gibt es für Sozialdemo Essen ganz ordnungsgemäß zugegangen ist. Natürlich waren und stürzte mit zwei Lokomotiven, Tender und Backwagen die traten ein reiches Feld zur Führung des Abwehrkampfes: die Arbeiter nur von Berliner Agenten" aufgehekt, natürlich Böschung hinunter. Der Materialschaden ist sehr bedeutend. Das ist die Aufrüttelung der Lauen und der Träumer, die waren die Franzosen bedroht, natürlich erfolgte der Waffen Bier Franzosen wurden getötet, drei Franzosen und Mobilisierung der sonderbaren Zeitgenossen, die in rührender gebrauch rechtmäßig. Aber selbst angenommen, es sei wirtein Deutscher verlegt. Bescheidenheit von sich meinen, daß es auf sie ja doch wohl Den Teufel spürt das Völkchen nie, Und wenn er sie beim Kragen hätte! " Umlagepreis: 650 000 Mark. „ Selbstmord der USP." Ledebours Urteil über seinen Parteitag. nicht ankomme, und daß es im übrigen ja auch wohl fo| eines jeden seiner Schritte sofort übersehen zu können. Um so schlimm" nicht sei; die auf der einen Seite in der Propaganda wichtiger ist die von der Republikanischen Presse" aufgeder kommunistischen Einheitsfront nicht die Predigt des räube- worfene Frage nach seinen Beratern. Die hier ange= rischen Fuchses erkennen, und auf der anderen Seite die führten Tatsachen werden vielleicht etwas weniger erstaun In der Debatte über das Referat Ledebours fommt es noch motorische Kraft der rechtsradikalen Bewegung beschönigend licher anmuten, wenn folgende Ergänzungsfrage beantwortet öfter zu heftigen Zusammenstößen der beiden Gruppen. Hatte „ Derstiegenen, irregeleiteten Patriotismus" nennen. ist: Ist es richtig, daß der Privatfetretär des Reichss man am ersten Tage noch versucht, die Einheit nach außen zu fanzlers Cuno Mitglied des Berliner deutsch wahren, so ging man am Sonnabend zur Generaloffensive über. nationalen Klubs ist?" Beide Gruppen bekämpften sich leidenschaftlich. Der Parteitag bot Das ist das Völkchen, das stets nach fester Führung ruft, zeitweise das Bild einer kommunistischen Radauversammlung. Die sich aber sofort in seiner spießerlichen Ruhe gestört fühlt, wenn Leitung ziellos, planlos, die Reden nicht minder. Die Gruppe ein fester Griff ein Wespennest aufstöbert. Und dieses indiffeLedebour hat wenigstens noch die flareren Köpfe: Th. Liebrente Völlchen stellt keine geringe Gefahr dar. Erziehung zu der Getreideumlage auf 650 000 m. für Roggen seine Anhänger übertragen. Und diese Bartei will die Masſen Das Reichskabinett hat den Preis für das letzte Sechstel Inedyt, selbst Illusionär und Konfusionär, hat diesen Geist auch auf wahren Staatsbürgern, Erziehung zur Demokratie, Er festgesetzt. Im Zwanziger- Ausschuß hatte sich, so wird dazu sammeln? Ach, wenn selbst die Elite der Partei solch flägliches ziehung zur Republik muß das Ziel dieser Betätigung amtlich bemerkt, eine Mehrheit nicht gebildet; die Abstim Bild der Zerrissenheit gibt, wie wird es dann erst bei der„ Masse" unserer Partei im Abwehrkampf jein. Daß dieser Abwehr mungsergebnisse bewegten sich zwischen 600 000 und über aussehen! Als die Liebknecht- Gruppe eine Resolution einbringt, tampf, der stetige, methodische Abwehrkampf nur mit geifti- 800 000 mark. Die Reichsregierung hat sich bei ihrer Ent- die internationale Aktion und schärfsten Kampf gegen den deutschen gen Waffen geführt werden kann, darüber besteht unter schließung von der Erwägung leiten lassen, daß dem Ginne Kapitalismus verlangt, spricht Ledebour so für sich und feine UmSozialdemokraten wohl kaum ein Zweifel. Es wird wohl in der Umlage gemäß eine Preisfestsetzung nicht in Betracht kom- gebung, was auch am Pressetisch gehört wird:„ Selbstmord der feinem Lande mit Revolvern und anderem Schießzeug ein jo men fonnte, die einschließlich der mit der Umlage verbundenen USPD." großer linfug getrieben, wie im Lande der geringsten Wehr Erfassungskosten und der sonstigen Untoften des Umlagevers macht. Das ist fein Widerspruch, denn eine starke Staats- fahrens den freien Marktpreis fast erreicht haben nicht, den Riß zu verkleistern. Er muß wohl eingesehen haben, Ledebour bemühte sich in seinem Schlußwort auch gar gewalt ist am ehesten in der Lage, dem Unfug des sogenannten würde. Sie fonnte dies um so weniger, als zwecks Durchfüh- daß es ihm nicht gelingen würde. Unter Stimmenthaltung Selbstschußes entgegenzutreten, und die Stärkung der Macht- rung des Abwehrkampfes die gesamte Richtung unserer Volks- der in der Minderheit gebliebenen Ledebour- Gruppe wurde die mittel des Staates darf darum auch von uns nicht vernachwirtschaft dahin gehen muß, alle Preise auf das engste zu be- Selbstmordresolution" angenommen. lässigt werden. Aber wenn wir uns an der Ruhr rechnen. Andererseits ist auch nicht an dem Preis des fünften front bemühen, mit der Macht der Idee die Gechitels von 600 000 m. festgehalten worden, weil wenigstens In der Diskussion griff Th. Liebknecht die LedebourBajonette zu überwinden, sollten wir denn in dem bezeichneten engen Rahmen das Mögliche geschehen Gruppe heftig an; die USB. müßte den Ruhrkampf auf dem Boden zu diesem Mittel bei den Kämpfen im Innern foll, um der Landwirtschaft den weiteren Dünge Weitertreiben ter Revolution in Deutschland verhindern, seine Aufrevolutionären Klassentampfes führen weniger Vertrauen haben? leichtern. Den Breis von 650 000 m. hatte auch die Mehrtarismus jei nur Deforation. mittelbezug während der Frühjahrsbestellung zu erfassung schädige die Partei.( hört! hört!) Der Barlamenzahl der Ländervertreter im 3wanziger- Ausschuß Frieden trage Deutschland selbst. Er hofft, daß sich die ArbeiterDie größte Schuld am Versailler für empfehlenswert gehalten. Eine Erhöhung des Abgabe- fchaft zu seinen been bekennen werde.( Stürmischer Beifall.) preises der Reichsgetreidestelle, die auf den Brotpreis einwirken würde, ist nicht beschlossen. Unser Land, unser Volk find frank. Die gewaltige durch Krieg und Reparation herbeigeführte Blutentziehung hat den Volkskörper an den Rand des Todes gebracht. Die Eisenbart- Kuren der Pfuscher von rechts und links:" Erst Reinigung im Innern" oder„ Errichtung der Räteherrschaft" würden ihn vollends zerstören. Rein neuer Aderlaß an Blut und Gut, sondern Abwendung jeder zerstörenden Gewalt das ist die Forderung der Stunde. Es gibt nur eine aufbauende, schaffende Gewalt, das ist die Gewalt der Bernunft, des Geistes. Mobilifieren wir mit dieser Waffe zu unserem Schuße, zum Schuge der Republik: Es führt zum Sieg der Freiheit Scharen Des Geistes Schwert, des Rechts Panier! Selbstvertrauen, Bertrauen zu unserer Sache, Bertrauen, Glauben an die Zukunft unseres Volkes, Mut, ihr Freunde es muß gelingen! Cunos Berater. " 1 Ledebour wolle das minster, Redakteur des„ Weckruf", tritt der Opposition scharf entgegen und entfesselt sehr heftigen Widerspruch. Für ihn bleiben. Er geht auf die eingangs erwähnte Resolution ein, die ist das Versailler Dittat ein Gewaltfrieden und wird einer USPD.! Ledebour zu dem Ausspruch verleitet:" Selbstmord de= Leipzig hauen in die Kerbe Liebknechts, was wiederum die andere Lautant, Frau Wiechmann und Franz- Taucha bei Seite zu rasenden Zwischenrufen veranlaßt. Endlich wird ein zum drittenmal gestellte: Schlußantrag angenommen. Vor dem Schlußwort Ledebours gibt es noch eine scharfe persönliche Debatte zwischen ihm und Frau ReichheimHamburg. Preisausschuß eine Mehrheit für eine derart weitgehende Die Erhöhung des Umlagegetreides erfolgt, ohne daß im Steigerung der an die Landwirtschaft gezahlten Preise zu ftande gekommen war. Sachlich bedeutet dies, daß der unterschied zwischen Umlage. und Markt preisen des Getreidehandels verschwindet. Damit ist die Voraussetzung für die Beseitigung des Ulm= lageverfahrens geschaffen, ohne daß im Reichstag dant der Quertreiberei der bürgerlichen Parteien eine Beschluß faffung darüber überhaupt erfolgt. Gegen dieses eigenmächtige Borgehen der Reichsregierung ist Einspruch zu erheben. führungen Liebknechts und der Frau Reichheim fönnen von Ledebour erklärt in seinem Schlußwort u. a.: Die AusDas um so mehr, als sie mit der Festsetzung des Umlage Peinem internationalen Sozialisten unterschrieben werden und preises für das letzte Sechstel lediglich die eine Seite, nämlich sind eine B1amage für die deutschen Sozialisten.( Sehr richtig die agrarischen Produzenten, berücksichtigt. Da und Huhu- Rufe.) Er lehnt jete Gemeinschaft mit solchen Anschaudurch, daß die Abgabepreise der Reichsgetreidestelle nicht er- ungen ab. Die große Mehrheit des Parteitages ging bei In der Berliner Boltszeitung" lesen wir folgende aus höht werden, bleibt die sonst unvermeidliche Rückwirkung des der Abstimmung mit Liebknecht. Ledebour- Revisionist! der Republikanischen Presse" übernommene Mahnung an die erhöhten Umlagepreises auf den Brotpreis aus. Die Diffe. Die unte: Stimmenthaltung der Ledebourianer angenommene Spigen des Staates zu größerer Borsicht: renz, die in die vielen Milliarden geht, wird von Resolution, „ Herr Roßbach, der jetzt endlich dingfest gemachte Ber dem Reiche durch Verbilligungszuschüsse übernommen. Wer die von den Landsmannschaften Wassertante, Berlin, Ostpreußen, schwörer, fonnte noch vor kurzer Zeit damit frebsen gehen, daß er diese Zuschüsse zahlt, steht außer Zweifel, wenn man sich daran Baden, Bayern und Medienburg unterzeichnet war, fagt u. a.:" Der nom Reichskanzler Cuno empfangen worden sei. erinnert, daß die schwebenden Schulden des Reiches Parteitag profiamiert gegenüber dem Streit der deutschen und Obgleich kein Zweifel darüber besteht, daß der Reichskanzler der in stetem Bachsen sind und daß jede einschneidende Belastung franzöfifchen Kapitalisten den internationalen Klaffenkampf, der Meinung war, es mit einem harmlosen Supplifanten zu tun zu des Besizes mit Steuern wieder von den bürgerlichen Barteien von der deutschen Arbeiterschaft in rücksichtslcfem Kampf gegen den haben, muß doch auf das Bedentliche dieses Falles hingewiesen hintertrieben worden ist. Derfelbe Verbraucher, dem deutschen Kapitalismus und feine Regierung ausgefochten werden werden. Gewisse republikanische Würdenträger, die sich im all jetzt der Brotpreis niebrig gehalten wird, wird später muß. Die gemeinen sorgfältig verschanzt halten, wenn aus den Kreisen der Durch indirette Steuern und durch die NotenUSPD. lehnt die Einheitsjront und die passine Resistenz ent Linksparteien jemand an sie herantritt, sollten sich überhaupt etwas presse den Fehlbetrag des Reiches decken. Das festzustellen und fordert die Arbeiter auf, den Ruhrkonflikt zu benutzen, um foftbarer machen, wenn„ national" etikettierte Persönlichkeiten oder Rorporationen fie zu offupieren trachten. War es z. B. nötig, daß notwendig, um die Ernährungspolitik, die jetzt in durchaus das deutsche Kapital zu der von ihm verschuldeten Wiedergut. ist falschen Bahnen betrieben wird, zu kennzeichnen. der Reichstanzler, der für keine der zahlreichen Märzfeiern eine Minute übrig hatte, in München die Herrschaften von der Bereinigung vaterländischer Verbände emp. Der Führer der fürfischen Oppofition ermordet? Der Abgeordfing, über deren staatsgefährlien Charafter boch wohl nete von Trapezunt, einer der Führer der Opposition in der nicht der leiseste Zweifel besteht? Wer berät den Reichstanzler Nationalversammlung von Angora, ist feit zwei Tagen nicht mehr eigentlich in derartigen Fragen, die nicht nur solche der Politit, einem politischen Morde zum Opfer gefallen ist. In der National in seine Wohnung zurüdgelehrt. Es wird angenommen, daß er sondern und vielleicht mehr noch solche des Taftes find? Bei versprach eine unparteiische Untersuchung einzuleiten und verfammlung wurde eine Interpellation deswegen eingebracht. Rauf gegebenenfalls die Mörder zu bestrafen. Auch mir bezweifeln, daß der jezige Reichskanzler genügend eigene politische Erfahrung besigt, um die Tragweite Ewige Ostern. Von Joseph Roth. Ich hege den tindischen Wunsch, ewige Ostern zu genießen. Ich möchte eine unaufhörliche Kette von Auferstehungen erleben und den tröstenden Gefang der Osterglocken in einen Dauerchoral ver. wandelt wissen. Ich möchte ein ganzes Leben lang sehen, wie die schüchternen Knospen an den jugendlichen Weidenruten ihre Miederleibchen sprengen und wissen, daß morgen oder übermorgen die weißen Raftanienferzen sich entzünden und der goldene Goldregen zu blühen anfängt, dem die Sonne ihre glühende Farbe verleiht. Ich wünschte, daß die große Natur ewig eine Aufflugsgegend bliebe; daß die Büsche an den Zäunen die Verbotstafeln verhüllten und der linde Regen die Strafandrohungen wegschwemmte, die uns das Betreten der schönsten Wege unmöglich machen. machung zu zwingen." Weiter gelangte eine Resolution der Dele gierten aus den befeßten Gebieten zur Annahme, die sich in ähn lichen Wendungen bewegt und die revolutionäre Arbeiterschaft verpflichten will, in jedem Lande den einheimischen Kapitalismus aufs schärffte zu bekämpfen. Das Wahlergebnis in Südstawien erfährt doch noch fleine Ver14 südserbischen Türten find pafischfreundlich( nicht feindlich, wie schiebungen, jo find nur zwei Sozialdemokraten gewählt. Die ein Druckfehler behauptete). 21 Dostojewsti im Ceffingtheater. In das Lessingtheater sind wieder| im Sinne einer Verminderung einwirften. Die Pragis bestätigte russische Schauspieler eingezogen, versprengte, vom Moskauer Künstler seine Theorie vollkommen. Berabreichte er dem Mann große Gaben theater, das jetzt die Alte und die Neue Welt mit seiner Kunst durch von Heramethylentetramin und ließ er die Frau vor dem Berkehr wandert. Wir haben nun Gorki und Tschechom von ihnen gefehen, Alkohol in größerer Menge zu sich nehmen, so tamen in jedem der die Offenbarungen des ganz modernen Menschen. Da waren sie von ihm beobachteten 123 Fälle nur Knaben zur Welt. Das franvollendet. Es bröckelte schon ein wenig von ihrer Genialität ab, als zöfifche Kriegsministerium soll dieser für die Wehrkraft bedeutsamen sie versuchten, in die matte Dramatik Knud Hamfums einzubringen. Entdeckung des englischen Gelehrten große Aufmerksamkeit schenken. Drama. Der wilde Dostojewstische Roman von dem tollen Gute eine neue Art von Malerei, über die der bekannte französische Was sie diesmal bringen, ist eigentlich nur ein lose gezimmertes " Lebende" Bilder in des Wortes originellster Bedeutung schafft und einem aufgeblafenen Tartüff zum Siege über alle gefunden schrift Art nouveau" berichtet. Es handelt sich um Gemälde exStepantschitowo, auf dem die Menschen sich sehr närrisch benehmen, Runfikritiker Armand Tiffier im neuesten Heft der Marseiller Seit Leute verhelfen, wurde in sechs Rapitel zerschnitten, die man jest preffionistischen Stils, auf denen einzelne rhythmisch gegliederte spielt. Man spielt das russische Biedermeier mit Laune. Besonders Teile der Bildfläche nicht mit Farbe bededt, sondern teils mit die Männer find vortrefflich. Mafsalatinoff hat einen sehr pfeläther, teils mit einer Rafeinlösung imprägniert weichen, einen ganz unentschiedenen Obersten darzustellen, der es nie- find. Beide Flüssigkeiten bilden bekanntlich einen starten Köder mals wagt, seine wahre Gesinnung preiszugeben, der sich immer dem für bestimmte Insektenarten: auf den Apfeläther gehen die jenigen unterwirft, der gerade gegen ihn das Maul am weitesten espen, während die zu der Schmetterlingsfamilie der Lycae aufreißt. Man wundert sich über diesen schwachen russischen Men- niden gehörenden Bläulinge den Reizen des Kafeinduftes nicht schen, der so starktnochig und schnauzbärtig dasteht. Welch ein sanftes widerstehen können. Werden nun die Bilder bei gutem Wetter im Gemüt! Heuchelei herunterfanzelt! Dieser Tartüff wird von Herrn Pawlow auf den imprägnierten Flächen die betreffenden Insekten, deren Wie zittert er, als der Tartüff ihn mächtig mit seiner Freien aufgehängt, so sammeln sich schon nach wenigen Minuten gegeben, einem Künstler, dem die guten Humore nicht fremd sind. Menge bald so groß geworden ist, daß die einzelnen Tiere feinen Er ist ein Rasputin, dem die Krallen Gott sei Dant nicht allzu lang Blaz mehr finden und sich gegenseitig zu verdrängen suchen. Dagewachsen sind. Von Salbung und falscher Bildung läuft er über. durch entsteht ein dauerndes Gewimmel und ein Flimmern einerEr ist ein eigenfüchtiger Kerl, man erstaunt, daß er soviel prächtige feits der goldleuchtenden Wespenleiber, andererseits der azurfarbe Lasterhaft genug bin ich, um den Schmerz zu entbehren und die Menschen an der Nase herumführt. Herr Pawlow fann näfeln und nen und filberglänzenden Lycaenenflügel, und das Ganze za- bert Theorien des frommen Lesebuches in ihr Gegenteil zu verwandeln. brüllen, sich fromm verbeugen, verzüdt Kreuze schlagen und sofort foloristische Reize hervor, die sich nach der begeisterten Schilderung Ich weiß, daß eine ganze Anzahl Menschen so lebt, als gäbe es wieder den biffigsten 3orn ausspelen. Er ist ein erfindungsreicher Tiffiers schlechterdings durch feine andere malerische Technik erzielen immer Ostern, und, daß es ihnen gut geht. Sie haben den ewigen Charakteristiker. Es stehen in der Truppe lauter gewandte Künstler. laffen. Im sonnigen Klima Südfrankreichs hat man die neue Art Glockenklang in den Ohren. Sie fümmern sich nicht um Verbots- Sie sind nicht mehr so verfunten, wie damals, da sie Gorki und von Malerei bereits vielfach für den fünfierischen Maueranstrich tafeln. Es sind die chronisch Feiertäglichen, die dauernden Spazier- reich über die Sitten ihres Boltes auf. Tschechow spielten. Sie sind nur noch interessant. Sie flären lehr von Gebäuden verwendet und damit Effekte von geradezu überM. H. gänger, und sie sehnen sich nicht nach der Mühsal. irdischer Schönheit erzielt. Namentlich im Licht der jungen Frühlingsfonne wirten die lebendigen Bildflächen wie tausendfarbig glihernde Fischschuppen, woher die Technik im Boltsmunde den Namen Poisson d'avril"( Aprilfisch- Malerei") erhalten hat. Ich stelle mir vor, daß es den kleinen Mädchen aus den Bureaus und Fabriken nicht schaden könnte, wenn sie Tag für Tag in ihren weißen Blusen, aller Sorgen ledig und auf das Wunder wartend, das sie verdienen, durch sonnige Straßen schlendern dürften, wie Schneeglöckchen, die gehen können. Es müßten wunderbare Tage sein, denen fein schaler Morgen Der leutbare klappersforch. Das Problem der willkürlichen mehr folgte, erfüllt von der Haft des Erwerbes und von der Arbeit, Bestimmung des Geschlechte der menschlichen Frucht ist nunmehr die ein Segen ist für die Arbeitgeber. gelöst. Wenigstens zum Teil, indem sich die Entwicklung weiblicher Ich möchte, daß unsere Morgen Gold im Munde haben, unsere Früchte unterdrücken läßt. In der neuesten Nummer des„ Journ. Mittage festlich und stolz werden, und unsere Abende nicht müder of obst. and Gyn. of the brit. Emp." veröffentlicht Dr. G. Smith Abschluß eines Tages, sondern friedliche Dämmerpause zwischen die Ergebnisse seiner interessanten Berfuche. Aus der Bereinigung Bachen und Schlaf. Daß der Frühling nicht eine entlehnte Freude von Ei- und Samenzelle entwickelt sich bekanntlich die Frucht. Die für schnell verrinnende Stunden bleibe, sondern köstlicher Besiz. Geschlechtsbestimmung fällt dabei allein der Samenzelle zu. Bei der Bildung der Samenzelle entstehen zwei Arten von Spermatozoen; In den großen und schönen Gotteshäusern der Welt vernimmt die eine Art liefert bei der Befruchtung das männliche, die andere eine gläubige Menschheit Troft und Berheißung für eine Zukunft, das weibliche Geschlecht. Hierbei spielen die als Träger der Ver die es nicht mehr auf Erden geben soll, sondern im Himmel. erbung geltenden Chromosomen eine Rolle. Die Samenzellen, die Ich sehe mir den Himmel an und stelle fest, daß er unendlich ist nach dem Eindringen in die Eizelle ein Männchen bilden, haben nämund blau und durchsichtig. Und ich möchte nicht gerne die ewigen lich ein Chromosom weniger als die weibchenbildenden. Dr. Smith Ostern dieser Erde gegen ein jenseitiges Osterfest tauschen. Denn ich gelang es nun, die Chromosomenzahl künstlich zu verringern llebri weiß nicht, ob in den himmlischen Gefilden die liebe Sonnenblume gens fam er durch einen Zufall zu seiner Entdeckung. Bei der Lichtwächst, und ob die Primel in den metaphysischen Wäldern blüht, Jahren, auf die Entwicklung eines bestimmten Geschlechts entscheidend nelfe( Melandrium) verstand man es bereits seit einer Reihe von und der blaẞblaue Flieder an den Gartenzäunen Gottes. einen starter Einfluß von Alkohol und Hexamethylentetramin beob einzuwirken. Bei Nachprüfung dieser Experimente fonnte Smith achten. Er stellte nun die Theorie auf, daß diefe Agentien auf die für die Geschlechtsbestimmung in Betracht kommenden Chromosomen Es ist ein fündhafter Irrtum, daß man gefreuzigt werden muß, um aufzuerstehen. Aber wunderbar ist die Legende von der Auferstehung der Lebendigen.... Wie wir foeben hören, follen auf der diesjährigen Ausstellung der Berliner Ropemberaruppe einige caratteristische Proben der Aprilfifch- Malerei im Garten unseres Landesausstellungspalastes vorgeführt werden. Im Leffing- Theater bringt das Baitfpiel von Mitgliedern des Moskauer Künstler- Theaters am Dienstag eine einmalige Aufführung von ichechows Komödie„ Der Kirichgarten" in gänzlich neuer Inszenierung. Mittwochs: Tichechows„ Dntel Banja". Der 4. Abend der Novembergruppe findet am 3. April, abends 7 br, im Künstlerhaus, Bellevueftraße, ftatt. Das Havemann- Quartett die fünf Säge für Streichquartett Dp. 5 von Anton Webern. spielt als Erftaufführung Philipp Jarnachs Streichquintett Op. 10 und Kongres für innere Medizin in Wien 9.- 12. April. Für die zug III klaffe vom Anhalter Bahnhof nach Passau mit Anschluß nach Stongreßteilnehmer geht von Berlin am 7., abends 7 Uhr, ein Ertra Mart im Krankenhaus Moabit, Turmftr. 21, am Dienstag und Mittwoch und ihre Damen Fahrtausweise für den ermäßiaten Fabrbreis von 11,400 Wien. Aerzte erhalten gegen Borzeigung der Teilnehmerfarte für sich von 9-4 bei Dr. Bed. Auswärtige erhalten die Fahrtausweise gegen Einsendung des Breises an Dr. Bed zugesandt. Ein Oster- Kukuckseiertanz. Fort mit Bersteckspiel und Zweideutigkeiten! Am Sonnabend murde in der zweiten Nachmittagsstunde, also, wie üblich, zu einer preffetechnisch unmöglichen Zeit, fol gende WTB.- Meldung den Zeitungen übermittelt: „ In der französischen Kammer hat Herr Poincaré eine Erflärung abgegeben, die hinsichtlich der Räumung des Ruhrgebiets besagt:„ Wir werden uns aus dem Ruhrgebiet nur in dem Maße und im Verhältnis der erlangten Zahlungen zurückziehen, und diese müssen sich der Gesamtheit der Schäden anpassen." Herr Poincaré wiederholt damit nur den Inhalt des Brüsseler Kommu niqués, zu dem der Reichstanzler in seiner Münchener Rede Stellung genommen hat. Der Reichstanzler sagte damals: " Jede Diskussion über die Beendigung des gegenwärtigen Konflifts muß von der vorbehaltlosen Räumung des Einbruchsgebiets ausgehen. Solange das Regime der Gewalt und der Rechtlosigkeit nicht endgültig aufgegeben ist, fann ich auch in dem Brüsseler Kommuniqué nicht irgendwie einen Fort Schritt erbliden." 4 und läßt diefes neue WTB- Kommuniqué los, das alle beginnende Klärung in neues Nebelgrau zu hüllen versucht. Die Erschießungen von Buer. ... Demgegenüber muß gesagt werden, daß das Bersted= Nach einer Meldung des B. L." hat eine aus neutrale.. spiel nur allzu lange gedauert hat. Noch in ihrer und deutschen Medizinern bestehende Kommission die gestrigen Abendausgabe schreibt die Kreuz- 3eitung" unter eichen der am 11. März von den Franzosen in Buer verhafteten ziemlich offenen Oppositionsdrohungen gegen die Regierung und erfcheffenen Deutschen Burghoff und Bittershagen Cuno, auch fie teile die Auffassung des Eng untersucht und festgestellt, daß sie durch Kopfschüsse von Iänders Mac Neill und verlange, daß Deutschland fich an hinten getroffen wurden. Die Leichen zeigten feine Mißden Berhandlungstisch nur dann sehe, wenn das Ruhr- handlungsspuren. In einem gestern vom WLB. verbreiteten gebiet tatsächlich und vollständig geräumt" sei. Sie Bericht eines Beamten, der Augenzeuge des Vorfalls war, heißt es verlangt hierüber Klarheit. Mit dieser Forderung erffären dagegen: Nach diesen Vorbereitungen begann ein Reffel. wir uns einverstanden. Die Formel ,, Erst räumen, dann treiben der Bache auf dem Schulhof auf die heiden vorgeführten Verhandeln" ist außenpolitisch Irrfinn, sie ist nichts als eine Gefangenen. Mit Messerstich en gequält, mit Kolben, Forderung innen politischer Demagogie. Eine Re- Reitpeitschen und Lotschlägern gemartert, hörte man gierung, die sich ihrer Berantwortung bewußt ist, darf vor weithin das Stöhnen, Jammern und gellende Schreie der Opfer, dieser Demagogie nicht zurückweichen. wie sie weibwunde Liere ausstehen, bazwischen das Hohnlachen der entarieten Soldatesta. Endlich gab man ihnen den Todesstoß, aber auch nur famofam, um ihre ruimen Reiben zu erhöhen. Man fchießt sie zuerst an, bis sie schließlich zur Untenntlich. Die Gegenüberstellung def be den Berichte zeigt, daß die Legen feit zerschlagen und verstümmelt ihr Leben aufgeben." fo notwendiger ist eine baldige amtlige Aufklärung. denbildung in diesem Fall bereits weit fortgeschritten ist. Uni Schwarz- Weiß- Rot gegen Blau- Weiß. Von unserem Münchener Korrespondenten wird uns geschrieben: Es liegt tein Anlaß vor, die Lage nach der Poincaréfchen Rede anders zu beurteilen, und es folgt daraus, daß die deutsche Regie. Severings gegen die Umsturz- und Verschwörerbande hat die Das vom preußischen Ministerium gebilligte kraftvolle Einschreiten rung die bewährie Politik der Abwehr unverändert fortführt. bayerische Einheitsfront der Deutschvölkischen und NatioEinige Blätter glauben in der von uns am 29. d. M. gegen nalsozialisten samt ihrem Anhängsel von National- Aktiven und Baterüber Ausführungen des englischen Unterstaatssekretärs M c. Meill gebrachten Richtigstellung eine Abweichung von der bisherigen ländischen Verbänden völlig ins Banken gebracht. Hatten sie Linie sehen zu sollen. Diese Auslegung ist irrig. Die notwendige bisher noch gehofft, die Vertreter der bürgerlichen Barteien in der Berichtigung wandte fich lediglich gegen die falsche Ausdeu- preußischen Regierung würden Severing desavouieren und die Reichstung eines deutschen Echrittes, der in der Richtung der fonfe- regierung zu Maßnahmen gegen ihn veranlaffen, so sind auch diese quenten Fortführung der deutschen Abwehrpolitif liegt." Strohhalme von dem Wirbel eitler Illusionen und vager Hoffnungen Die offiziösen Auslaffungen, die die Reichsregierung durch erfaßt worden. So ist es denn kein Wunder, daß die Suche nach dem BTB. seit Beginn des Ruhrkampfes über die Fragen der Ber- Schuldigen mit mehr Eifer als Geschick eingesetzt hat. Die öffenthandlungsmöglichkeiten verbreitet hat, laffen sich in zwei Kate- liche Polemik in der Presse zwischen dem Führer der Bayerischen gorien einteilen: erstens die, welche gänzlich über Bolkspartei, dem Abg. Held und Ludendorff, zwischen Stahlhelm flüssig find, aber feinen weiteren Schaden anrichten, und und Deutschvölkischen, sowie der verunglückte Rechtfertigungsverfuch zweitens die, welche nicht nur vollkommen überflüssig, fondern des Dr. Heim wegen des gegen ihn erhobenen Vorwurfes, mit den auch ausgesprochen schädlich sind. Ist eine WIB- Kund- Franzosen wegen Abtrennung Bayerns vom Reiche verhandelt zu gebung ausnahmsweise einmal nüglich, wie das in der er haben, ist zwar nur ein schwacher Wiederhall des in den Konventiteln wähnten Richtigstellung zu der Rede Mac Neills der Fall der Bünde und Parteiführer obwaltenden Getöses, aber doch ein mar, so beeilt man sich, diesen Nutzen möglichst schnell und rest nicht zu unterschäzendes Merkmal zur Beurteilung bayerischer los zu zerstören. Borgänge. Die Münchener Formel Cunos, auf die sich das WTB.Rommuniqué mit offenbarem Wohlbehagen beruft, als wäre fie ein Schulbeispiel politischer Klarheit, war in Wirklichkeit im höchsten Maße zweideutig. Als nun die Reichsregierung von der Sozialdemokratie im Auswärtigen Ausschuß aur größeren Klarheit aufgefordert worden war, wurde die Münchener Formel durch eine Berlautbarung des Ausschusses dahin erläutert, daß der passive Widerstand fortgesetzt werden müßte mit dem 3iel, hierdurch und durch inter nationale Abmachungen die Befreiung des Ruhrgebiets von der heutigen unrechtmäßigen Invasion herbeizuführen". So stand es in dem ebenfalls von BIB. verbreiteten offiziösen Bericht über die Sigung des Reichstagsausschusses zu lesen. Wenn Worte, selbst wenn fie von einem Diplomaten der alten Schule verfaßt werden, über haupt einen Sinn haben, so war dies eine Absage an die haupt einen Sinn haben, so war dies eine Abfage an die deutschnationalen und deutschvölkischen Etappenhelben, die das Reichskabinett zu der programmatischen Formel drängen möchten:„ Erst Räumung, dann Berhandlungen!" Welchen Schaden die vorangegangenen 3weideutigkeiten bereits angerichtet hatten, fonnte man am nächsten Tage aus der Rede des deutschfeindlichen Staatssekretärs Mac Neill entnehmen, der die weitere Paffivität der englischen Regierung hamit begründete, daß der deutsche Außenminister die voll ftändige Räumung des Ruhrgebiets zur Vorbedingung jeglicher Berhandlungen gemacht habe. Darauf erfolgte prompt eine Richtigstellung des BTB.(„ Keine Bedingung gestellt"), deren Bedeutung wir sofort unterstrichen. Darob große Empörung bei den Deutschnationalen und Bölkischen. Das sei eine Abweichung von der bisherigen Linie". Sofort klappt die Reichsregierung wieder zusammen Epilog eines Deutschen. Bon Alfred Kerr. I. O Deutschland! du bist schwer gestraft, Bu frevelhafter Fron versflavt. Der Siegerbüttel faßt dich an. Es stöhnt dein Stolz. Du stehst wie Sanft Sebastian Am Marterholz Die Blödheit und die blinde But, Die Rachsucht und die Raserei, Sie trallt dein Herz, sie zapft dein Blut. Wer steht dir bei? Wenn andre Länder blühen, Mußt du in Drangfal und im Dred Dich für die Fremden mühen. Die edlen Führer eilten meg. Sie riffen, fatt vom Heldenschmaus, Nach Holland( und nach Schweden) aus. II. Der Yankee bricht den Bann nicht. Der Brite will, und fann nicht. O bau auf dich und sei nicht bang. Du bist nicht reif zum letzten Gang. Du wanderst weit und lebst noch lang. Der Feind, der plump die Plempe zieht, Versehrt sich selbst mit jedem Streich, Bom Rumpf der Welt sind wir ein Glied, Uns rinnt das Blut- doch euch zugleich! Was sich an Krieg und Rachsucht regt, Wird einst vom starten Arbeitsmann Aus Erdenlanden weggefegt, Der fängt das Reinemachen an. Einst soll die Welt genesen Durch seinen harten Befen. Du, liebes Deutschland, sei nicht bang. Dein Weh ist nur ein Uebergang. Du wanderst weit und lebst noch lang. Das Osterkonzert der Volksbühne am zweiten Feiertag mittaas 1,12 bringt chumanns Symphonie B- dur, bie Genobeba- Duveitie und bie Symphonie D- moll mit dem Philharmonischen Orchester unter Leitung bon Hans Pfigner. Konzertchronif. An den beiden Feiertagen finden im Blutbner Eaal, abends 8 Ubr, Osterkonzerte des Berliner Sinfonieorchesters Blüthner- Drchester) statt. Kohlenraub. Buer, 31. März.( WIB.) Auf der Zeche Schlägel unh Eisen in Disteln erschien am Starfreitag mittag während der Arbeitsruhe eine Rompagnie französischer Soldaten und besetzte den Bechenplatz und die Bahnanlagen. Die feit einiger Zeit dort stehenden 120 Wagen mit insgesamt 2250 Ion nen tohle wurden mit zwei Lokomotiven in Richtung LangenBochum fortgeschafft. Am Abend rückten die Franzosen wieder ab. Die Leitung der Unternehmung wurde durch ein Mitglied der früheren Kohlenfommission in Essen geführt, das mit den Verhält niffen auf der Schachtanlage wohl vertraut war. Wie in LangenBochum, so hatten fich die Franzosen auch hier eine Zeit gewählt, zu der die Belegschaft nicht arbeitete. Der Wert der erbeuteten Kohle beträgt rund 310 millionen Mart. Buer, 31. März.( WTB.) Die Franzosen stellen neuerdings an die Stadt Buer neue außerordentlich große Quartier forderungen. Sie haben zwei weitere Schulen mit Beschlag räumt werden mußten. Auch ein behelfsmäßiger Schulunterricht ist belegt, so daß jetzt insgesamt acht Schulen für Quartierzwede ge dadurch unmöglich geworden. Die der Stadt Buer durch die Bejagung entstandene Belastung beträgt jetzt schon weit über 150 Millionen. Wie war doch alles so schön im Lauf, ehe das preußische Spreng pulver die Koalition Schwarz- Weiß- Rot mit Blau- Weiß ausein andergeriffen hatte! Unter einer mehr für ihre Selbsterhaltung als die gleichmäßige Wahrung staatsbürgerlicher und verfassungsmäßiger Rechte bedachten Regierung fonnten die mit amerikanischjüdischen( Bord!) und bolfchemistischen Millionen arbeitenden Hitlerbanden verheißungsvolle Borarbeit leisten, Der Eisenbahnverkehr in der englischen Zone. und zwar für alle Teile des in München domizilierenden General handlungen über die Benutzung der Eisenbahn in der eng Köln, 31. März.( WTB.) Die britisch deutschen Ver= ftabes zur Bekämpfung und Störung der Reichseinheit. Nun, da der lischen Zone für französisch- belgische Transporte aus Anlaß der RuhrRing, der die Weiß- Blauen und Schwarz- Weiß- Roten zusammenhielt, aftion haben nunmehr zu dem Ergebnis geführt, daß auf den linksgesprengt ist, werden zwar die Nationalsozialisten unter Führung des rheinischen Strecken Brühl- Kierberg- Köln- Worringen militärischer neuropathischen, politisch unreifen Schwägers Hitler ihr Geschäft und Abschubverkehr in einem Rahmen zugelassen worden ist, der wieder in gleier Weise fortbetreiben folange die Betriebsmittel ungefähr den Monatsdurchschnitt des militärischen Verkehrs erreicht, ausreichen, aber die Harmonie der Intereffen von Separatisten, wie er vor dem Ruhreinbruch gefahren worden ist. Darüber Föderalisten, Deutschvölkischen, Antisemiten und der unter der Aegibe hinaus find täglich zwei reine Berpflegungszüge und D. Kahrs stehenden Baterländischen Berbände" ist für einige Zeit eine Kurswagengruppe bis zu drei Personen- und einem Badwagen zerstört. Dafür ist aber Ludendorff aus seiner politischen Kulisse zugelaffen. Diese Kursmagengruppe von und nach der französischen an die politische Rampe getreten. Was den Abg. Held veranlaßte, 3one soll auf den bezeichneten linfsrheinischen Streden zusammen Baterländischen Bezirksvereine" Münchens, der Reichsflagge", des fonenzüge haben und lediglich dem gewöhnlichen Wilitärreiseverkehrden Protektor der Nationalsozialisten, der Kampfverbände", der täglich fünfmal in jeder Richtung Anschluß an die deutschen PerBundes„ Oberland" und des Verschwörerklubs„ Blücher" auf die dienen, der bisher in reservierten Abteilen befördert wurde, welcher Szene zu bringen, ist folgendes: Der General hat, wie aus seiner dafür in diesen Zügen in Wegfall kommen. gegen Helb abgegebenen unzweideutigen Erklärung hervorgeht, durch fein Eintreten für die Reichseinheit, die, von seinem Stanbpuntt aus betrachtet, auch von dem Marsch der Hitlerbanden listen" und Königsmachern in die Suppe gefpudt. Wie fehr dies den politischen„ Dialektiker" Held geschmerzt hat, beweist sein fläg licher Rückzug vor dem glorreich Besiegten. nach Berlin nicht bedroht worden wäre, den bayerischen FöderaDer Zollkrieg am Rhein. Koblenz hat die Interalliierte Rheinland kommission Paris, 31. März.( WIB.) Nach einer Havasmeldung aus befchloffen, taß der Transitverkehr aus dem nichtbesetzten. durch das besetzte Gebiet hirdurch von sämtlichen für die Ausführ aus dem besetzten Gebiet angeordneten Abgaben befreit ist, wenn der Auflieferer. der Ware eine von der zuständigen Stelle des nichtbelegten Deutschlands ausgestellte Ausfuhr bewilligung nachweist, die eine Angabe über den Betrag der an der Kasse des nichtbesetzten Deutschlands abgeführten Ausfuhrabgabe ent hält. Frankreichs Volksverminderung. Die Regensburger Geheimräte befizen eine besondere, für alle Fälle brauchbare Dialettit. So Heim wie Held! Ersterer hat stets ein Dugend Alibibeweise in der Tasche, aber angesichts der Fest stellungen von Wilsons Sekretär Baker muß er jetzt endlich eingestehen, mit den Franzosen über die Absonderung eines Teiles von Deutschland verhandelt zu haben. Selbstverständlich nur für den Fall der Bolschewisierung des Nordens und nur zu dem Zwed, um ,, Deutschland gesund zu erhalten". Wenn man fich erinnert, daß die bayerischen Reaktionäre unter dem Schlagwort Paris, 31. März.( EP.) Nach einer Veröffentlichung des Bolschewismus" auch die für die Republik und für die Verfassung Arbeitsministeriums beträgt die Geburtenziffer im Jahre 1922: tämpfende Sozialdemokratie treffen wollen, so weiß man die 759 846 gegen 813 396 im Jahre 1921; die Zahl der Sterbefälle Heimsche Deutung seiner Verhandlung mit den Franzosen richtig ein 689 267 gegen 693 273. Der Geburienüberschuß des vergangenen zuschüßen. Durch die Belegung des Ruhrreviers find Jahres stellt sich auf 70 579 gegen 117 023 im Jahre 1921, weit übrigens die Aussichten unserer Rheinbundpolitiker auf den Rull also wiederum einen sehr beträchtlichen Rüdgang auf. punft gefunken. Man hat in Paris eingesehen, daß mit ihnen dank der entschiedenen Haltung der Arbeiterschaft und der Sozialdemokratie in Bayern nichts zu erreichen ist. Verfassungswidrige Zollerhöhung. So erübrigt es sich, dem Geschwäß der Deutschnationalen über Der Verfassungsgerichtehof in Wien hat die feinerzeit von ben gegen die Deutschen" in Preußer eingeleiteten Rampf mehr der Regierung Seipel ohne Befragung des Außerordentlichen Bedeutung beizumessen, als dem Aerger politischer Lohgerber über Kabinettsrate verordnete Zollerhöhung als verfassung.8. weggeschwommene Felle zukommt. Als Kennzeichen der politischen widrig erklärt und ausgefprochen, daß die Bundesregierung unNaivität dieser Leute genügt es anzuführen, daß sie ernsthaft von verzüglich die Aufhebung dieser Verordnung amtlich zu veröffent einer Allianz Held- Severing sprechen und der bayerischen lichen habe. Der Verfassungsgerichtshof hat weiter die lage der Bundes regierung gegen den Landeshauptmann und Bürgermeister von Wien, Genossen Jalob Reumann, auf Einstellung der eichenverbrennung im städtischen Krematorium abge wiefen. Regierung vorwerfen, nicht für die Beseitigung des Re- Jezt find neue, sehr bedeutende Zollerhöhungen, auch ouf not publitschußgefeßes eingetreten zu sein. Wäre das geschehen, wendige Lebensmittel, der gefegmägigen Beschlußfaffung dann hätte der ,, international- margistische Severing" eine Berfolgung borgelegt. der Deutschen" nie gewagt. Hat das Eindrücken der reaktionären Front in Bayern ein fast fomisch wirkendes Geräusch erzeugt und hält man es aus strategischen Gründen für angemessen, von den Butschisten ein wenig abzurücken, so steht es doch außer Frage, daß sich die Weiß- Blauen mit den Schwarz- Weiß- Roten bet gegebener Gelegenheit wieder zu gemeinsamem Tun zusammenfinden werden. Borläufig bemühen sie sich, einen modus procedendi zu entdecken, der ihnen ermöglicht, trog ihrer weit auseinandergehenden Ansichten über das, was ,, paterländisch" ist, eine gemeinsame Marschroute wiederzufinden. Genährt wird die Hoffnung auf die Entdeckung einer überparteilichen Auslegung ,, paterländischer" Ziele durch eine Regierung, die mit verschränkten Armen die Entwicklung zur Anarchie betrachtet, weil sie nicht weiß, wo der Boden der gegebenen Tatsachen" morgen und übermorgen liegen wird. Teilbegnadigung in Moskau. Mostau, 30. März.( WTB.) Das Präsidium des Allrussischen Erefutipfomitees beschloß, das gegen den Erzbischof 3epliat er gangene Urteil in zehnjährige Freiheitsstrafe mit strenger Einzelhaft umzuwandeln. Das Gesuch um Begnadigung des Priesters Buttewitsch hatte feine Folge In dem Beschlus heißt es, die Handlungen 3e pliats feien bewußt gegen die InterEin volitischer Mord in Bayern. essen der Arbeiterflaffe gerichtet gemesen und unter Ausnutzung der gefeßlich verbürgten Glaubensfreiheit begangen worden. Es werde München, 31. März.( TU.) Wie die Münchener Post" jedoch berücksichtigt, daß 3epliat der Vertreter eines Glaubensbe melbet, wurde am 29. März bei Freising eine Leiche angeschwemmt, tenntnisses sei, welches vom 3arismus unterdrüdt worden sei. die einen Kopfschuß hatte. Der Lote fei als der Student Bauer, Infolgedessen könnte die Bollstreckung der über ihn vom Gerich geboren am 21. März 1901 in Wismar, der seinerzeit wegen Be- verhängten Strafe von den katholischen Bürgern Rußlands als günstigung der Rathenau- Mörder ausgeschrieben war, fefigestellt befonders gegen einen Briefter ihres Glaubens ergangen be worden. Er sei außerdem personengleich mit dem Bauer, der das wertet werden Buttewitsch habe auf religiöser Grundlage offenAttentat auf Scheidemann im Januar dieses Jahres aus- fichtlich eine gegenrevolutionäre Tätigkeit entfaltet und Verführen sollte. Die„ Münchener Poſt" meint, daß es sich nicht um bindungen mit einer der Republik feindlich gesinnten frember einen Selbstmord, sondern um ein politisches Berbrechen handele. bürgerlichen Regierung unterhalten. | Gewerkschaftsbewegung Stabilisierungs- Schledsspruch für die Hutarbeiter. reine Afforblöhne und betragen für Facharbeiter durchschnitt Der neue Kurs im Reichsarbeitsministerium. Der Streif im Saarbergban. lich 55 000 bis 60 000 m möchentlich. Den Antrag der Arven nehmerorganisation, in erneute Berhandlungen einzutreten, hat der Erneuerung! Im Januar d. 3. hatte der Hutarbeiterverband beim Arbeitgeberverband unter Berufung auf die bekannte RegierungsReichsarbeitsministerium beantragt, die Schlichtung eines Lohnstreites parole abgelehnt. Da der Berdienst der Feuerarbeiter ber Entkleiden wir den Auferstehungsgedanken feines fonfeffionellen für die Strohhutinduftrie zu übernehmen. Darauf ging der Ber-| Glasindustrie mie hier der der Flaschenarbeiter infolge der niedri Beiwerts, gehen mir auf seinen natürlichen Ursprung zurüd, dann bandsleitung unter Attenzeidjen IV. C. 53 der Bescheid zu, das gen Akkordlöhne tatsächlich zu gering ist, mußte erwartet werden, wird uns sein wunderbarer, tieferer Sinn erst recht offenbar. Bir Reichsarbeitsministerium habe nach seiner ganzen Stellung die Auf- daß man der Erläuterung der Regierungslohnparole durch das follen die alljährliche Auferstehungskraft und Bracht in der Natur, gabe, in besonders wichtigen grundfählichen Streitigkeiten, soweit sich Reichsarbeitsministerium das profitliche Verhalten der Unter die seelische Erneuerung, die der Frühling in alle Herzen bringt, maßgebende Schiedssprüche die Lohnbewegungen grundlegend vor- arbeitsministerium die erforderliche Korrektur erfahren würde. Das die Streitteile nicht einigen tönnen, einzugreifen und durch einzelne nehmer durch Anrufung des Schlichtungsausschusses beim Reichsnicht gefühls- und gewohnheitsmäßig hinnehmen, sondern mit vollen zubereiten. Es sei aber bei der knappen Zahl der ihm zur Ber- Schiedsgericht fam nun am 26. März zu der von Herrn Ministerial Sinnen das große Geheimnis der Natur erfassen und, uns seiner fügung stehenden Arbeitsträfte nicht in der Lage, die regelmäßig rat Wulf als Unparteiifcher abgegebenen Erklärung, daß„ nach Wirkung hingebend, neu aufrichten, innerlich auferstehen, uns auf wiederkehrenden Streitigkeiten, die fich hauptsächlich mit der An- Lage der wirtschaftlichen Berhältnisse eine Lohnerhöhung nicht uns selbst besinnen, auf unsere hohe Miffion, die uns unser Mensch passung der Bezüge an die fortschreitende Geldentwertung befassen, notwendig fei. Troßdem die jeßigen Löhne statistisch nachgewiesen tum, unfere soziale und materielle Stellung im Leben zuweisen. ftets zu übernehmen Diese Fälle müssen regelmäßig als minder wurden, froßdem es sich um schwer arbeitende Affordarbeiter han Machten es große 3iffern, dann fönnten mir mit unserer wichtig aus dem Aufgabenkreis des Reichsarbeitsministeriums aus delt, die ihre ganze Arbeitszeit vor dem Feuer verbringen müssen. Gewerkschaftsbewegung, sogar mit unseren Existenzmitteln in Ge Sag 2 der Tarifvertragsverordnung vom 23. Dezember 1918 zu Gristenz zu ringen. Sie sind derart gewerkschaftlich geschult, daß scheiden. Dem Verband murde anheimgestellt, den nach§ 22 Abs. 1 Die Flaschenarbeiter haben seit Oftober 1922 fchwer um ihre ftalt des Arbeitslohnes ganz zufrieden sein. Doch zeigen uns gerade ständigen Schlichtungsausschuß anzurufen. Entspreche das Verfahren fie Rämpfe möglichst vermeiden und deshalb alle Mittel und Wege unsere Löhne und die gegenwärtig so heißen Kämpfe um die not nicht ihren Wünschen, fönnten die Parteien eine besondere, ihren zur Verständigung suchen. Doch hat alles feine Grenze. Die wendige Ergänzung ganz finnfällig, daß die Quantität allein es nicht Bedürfnissen Rechnung tragende Schichtungsstelle vereinbaren. Es Flaschenarbeiter sind durch diese falomonische Entscheidung des macht. Die Qualität muß hinzukommen. Güte und Menge sei zwemäßig, wenn ein für allemal eine Stelle bestimmt würde, Schlichtungsausschusses auf den Kampf angewiesen, falls der zufammengenommen bilden erst ein Ganzes. Daran fehlt es heute die für derartige Streitigkeiten zuständig wäre. Sollten sich bei den Schiedsspruch nicht revidiert werden kann. noch sehr in jedweder Beziehung; an der Qualität leider noch Berhandlungen hierüber Schwierigkeiten ergeben,' o wäre der Die Organisationsvertreter sind bereits beim Reichsarbeitsweit mehr als an der Quantität. Wie ist die schlimme Uneinig. Reichsarbeitsminister gern bereit, den Verbänden beratend zur Seite ministerium am folgenden Tage vorstellig geworden. feit, wie die erschredende Gleichgültigkeit in den Reihen zu stehen. Ein solcher Entscheid ist auch anderen Verbänden zugeder Arbeitnehmerschaft zu erklären? Doch nur mit dem mangel anders verfahren. gangen. Allein das Reichsarbeitsministerium tann offenbar auch einer geschlossenen Weltanschauung, dem Mangel an Natur- und Die Streiflage ist weiterhin unverändert. Auf einzelnen Gruben Gesellschaftswissen, dem Mangel an sozialistischer Er. Reichslohntarif, durch den die Löhne bis zum 9. März geregelt wieder zu Hause geblieben. Die Verwaltung hat Beamte, Angestellte, Für die Boll und Haarhutindustrie bestand ein sind einige Bergleute angefahren, viele sind aber auf anderen Gruben maren. Die Berhandlungen über die Neuregelung der Löhne am Fahrhauer, Bergschüler und Bergbaupraftitanten auf ,, Viktoria" zus Die Masse pendelt zwischen leiblicher und geistiger Selbstgenüg- 12. März führten zu teiner Einigung. Damit war der Reichslohn fammengezogen, um weninstens die allernotwendigsten Kohlen für famfeit, stumpfsinniger Ergebenheit in ihr angeblich gottgewolltes tarif gefallen, und die Arbeiterschaft hatte das Recht, ihre Zöhne den eigenen Betrieb zu erhalten. Kündigungen werden noch immer Schickfal, fleinlich liftig- egoistischer Vorteilshascherei und radikal ber Anweisung des Reichsarbeitsministeriums, stärker aufgetreten und wird nervös. Troß der gegenteiligen Zusiche örtlich zu regeln. Die Verbandsleitung hat, entsprechend vorgenommen. Das Militär ist, wie bekannt, in der letzten Zeit sein sollendem Getue, das um fo geräuschvoller ist, je größer die verschiedene Schlichtungsausschüffe im Reich anrufen lassen, und von rung des Direttors des Innern werden die streifenden Bergarbeiter, Ohnmacht, noch hin und her. In ihrer verschwommenen, untiaren bem zuerst angerufenen einen Schiedsspruch erzielt, der eine die gewohnheitsmäßig des Morgens schon sehr früh aufstehen, von Dentweise, gemischt aus religiösem Aberglauben, überlieferten Ge- angemessene Erhöhung der Märzlöhne versieht. Die den Straßen weggetrieben. Aber auch Frauen, Kinder, Bassanten bräuchen, Kasernengeist und Kafernenhofmanieren bis ins Arbeitgeber im Bezirk dieses Schlichtungsausschusses erkannten überhaupt, auch solche, die zur Kirche geben wollten, wurden in die Unmenschliche vergröbert durch den Krieg, oder einem revolutions. die Berechtigung der Forderung an und waren auch gewillt, Häuser zurückgejagt. Es ist vorgekommen, daß Leute, die des Morromantischen Aberglauben, als ob durch einen Gewaltaft mit einem die Löhne in der durch Schiedsspruch festgesetzten Höhe zu zahlen. gens schon früh wegmußten, um an einem Begräbnis teilzunehmen, Schlage die ganzen gesellschaftlichen Verhältnisse über Nacht gründ- Sie erklärten jedoch, nur auf Anweisung ihrer Verbandsleitung die von dem Militär von der Straße vertrieben wurden. In Riegels. lich umgestaltet werden könnten, schwankt die große Masse in ihrem Arbeitgeber, daß die gezahlten Löhne unzureichend find, fie ver Militär in die Kirche getrieben. Man wollte dort miederum einen Auszahlung vorzunehmen. Auch in anderen Bezirken erklärten die berg wurden sämtliche auf den Straßen befindliche Personen vom Denken und Handeln. Es ist kein Zufall, daß die Ertreme der langten jedoch eine zentrale Regelung. Dabei stügten sich Bergmann ans Pferd binden, als ein Offizier hinzukam Nationalisten und der Kommunisten sich so start berühren; ihr Schnitt die Mitglieder des Arbeitgeberverbandes auf ein Rundschreiben ihrer und dies vereitelte. punkt liegt in der Dentfaulheit und im Kasernen- Untertanen- und Verbandsleitung, wonach der Arbeitgeberverband einGewaltgeist. Wie gar täglich würden die meisten Gewaltanbeter ft i m mig beschlossen hat, seinen Mitgliedern eine Regelung und Wortradikalen, deren Borniertheit und Lungenkraft in Ber- der Löhne in den einzelnen Betrieben zu untersagen. Wörtlich heißt fammlungen Triumphe feiern, dastehen, wenn man sie in ihrer es weiter: Ein Ausbau der Teuerungszulage wird als berechtigt Häuslichkeit, ihrem Alltagsleben näher betrachtete und sie als jämmer. anerkannt. Verhandlungen hierüber und über die allgemeinen Ar liche Spießbürger erkennen müßte, die auch im Proletarierkleid nicht beitsbedingungen( Manteltarif) können jedoch nur zentral geführt selten find werden zwischen dem Arbeitgeberverband der Deutschen Woll- und Haarhutindustrie einerseits und dem Deutschen Hutarbeiterverband, Altenburg, andererseits". fenntnis. Mensch sein heißt Rämpfer fein! Wie fann Kämpfer sein, mer zu träge ist, sich mit dem nötigen geistigen Rüstzeug auszustatten, sich in seinem rechten Gebrauch zu schulen und das Erworbene seinen Familienangehörigen, feinen Bekannten und Kameraden zu übermitteln? Kann der der Freiheit dienen, der sich selber von den alten Banden geistiger Knechtschaft und Bevormundung noch nicht frei gemacht hat? Wer ist so vermeffen, im Großen wirken zu wollen, bepor er es im Kleinen versucht hat? schlimmsten Weise brangsaliert werden. Doch wie sie in Die Bergleute berichten aus allen Orten, daß sie in der allen Bersammlungen, die nach wie vor gut besucht sind, versichern, wird der Wille zum Aushalten durch diese Schifanen nicht wanfend gemacht. gewerbe. Stud. und Gipsbaubranche. Die Berhandlungen der Tariftommission haben zu teiner vollständigen Eini gung geführt. In einer Mitgliederperfammlung am Mittwoch 6½ Uhr in der Nichtverbandsfirmen haben Lohnzulagen in der geforderten Höhe Großen Frankfurter Straße 117( Nähe Strausberger Blak) foll über das Ergeb annähernd bewilligt. Die Arbeitgeber riefen nun zur Schlich- nis und die weiteren Maßnahmen gefprochen werden. Wir erwarten vollzäh ing diefes reinen Lohnstreits das Reichsarbeitsministe.liges Erscheinen der Mitglieder der Fachgruppe für das Stud- und Gipsbaus Die Gruppenleitung. wie der Arbeiterorganisation, übernahm es, dem Anruf der Ar. Berantwortlich für ben rebaft. Teil: Bietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: rium an. Anstatt den Arbeitgebern den gleichen Bescheid zu geben beitgeber folgend, ohne weiteres die Schlichtung dieses Lohn- Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b.$., Berlin. Drud: streits. Ein Schiedsgericht unter Boufis des Oberregierungsrats Borwärts- Buchbruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenftr. 3 Dr. Caesar fällte mit deffen Stimme als Unparteiischer folgenden Aufflärung, geistige Auferstehung, Gewinnung der Schiedsspruch: Frauen für unsere Jbeen, Erziehung der Kinder in unserem Sinne, weiter bezahlt". Eingliederung der Schulentlassenen in die Jugendabteilungen ber Die am 9. März gezahlten Löhne werden auch bis Ende März Gewerkschaften, in die Arbeiter- Jugend, Aufrüttelung der Gleich- rechtigung einer Bohnerhöhung von Arbeitgebern Also in einem Stadium der Bewegung, wo bereits die Be= gültigen, Ermunterung der Zweifelnden; Benutzung der Bildungsanertanni mird, mo der Arbeitgeberverband den einrichtungen, Besuch der Versammlungen, Lesen der Partei und Ausbau der Teuerungszulage für notwendig hält, Gewerkschaftspreffe, gelegentliche Erwerbung eines guten Buches, wo duro Schiedsspruch eines Schlichtungsaus. Unterstützung all der Einrichtungen, die die moderne Arbeiterbeweihuffes der Arbeiterschaft schon höhere Löhne zuge. gung in Jahrzehnten mühsamer Arbeit und fauren Pfennigopfern prochen find und auch schon bezahlt wurden, fommt geschaffen hat. Nichts darf versäumt werden, mas uns, was unsere man im Reichsarbeitsministerium zu der Feststellung, daß Löhne pon 1216 m. für Berlin und 1092 m. für die Provinzorte Sache vorwärtsbringen fann. ausreichend" sind und faselt dann noch so etwas von Wirtfchaftsfrieden und nationaler Einheitsfront. Die notwendige Besserung unserer Lage müssen mir außer mit den gewerkschaftlichen und politischen Bestrebungen bei uns Jelber betreiben, in der Familie, in Freundeskreisen. Fort mit der lahmen Mießmacherei, fort mit der öden Phrafendreschereil Heraus aus der geistigen Enge! Um wie vieles leichter und wieviel erfolgreicher werden unfere weiteren Rämpfe fein, wenn wir uns alle mit unserem ganzen Sein darauf einstellen, jeder nach feinen Kräften, nur ernsten Willens und in selbstloser Hingabe. Auf unseren Osterausflügen ins Freie follen uns solche Gebanten und Absichten begleiten. Wie die Natur sich im Frühling erneuert, müssen auch mir uns erneuern, uns hin und wieder einen Rud geben zur Neubelebung, zur Auferstehung! Die Rechtsberater des Arbeitgeberverbandes mollen jetzt den Schlußftein auf ihr Gebäude fezen, indem sie die Verbindlich. teit dieses Schiedsspruches beantragt haben. Trotzdem müssen menschenwürdige Beitlöhne auch in der Hutindustrie gezahlt werden. Sollte dies jeßt nicht gelingen, dann werden die Hutmacher gegebener Zeit um so nachdrüdlicher ihre Ansprüche geltend machen. Noch ein Stabilisierungsschiedsspruch. Die Löhne in der Flaschenindustrie. Die lehte Lohnerhöhung in der deutschen Flaschenindustrie ist mit Wirkung ab 15. Februar vereinbart worden. Die Löhne sind Nähr flocks Hierzu 3 Beilagen. Nährlocks REZEPT NR. 10 Nährflocks-Suppe: Die wichtigste Vorschrift hierbei ist die, daß man die Nährflocks niemals mit der Suppe kochen und überhaupt nie mit einer Flüssigkeit vermengen darf. Man muß die köstlichen Nähr flocks nur la möglichster Gleichmäßigkeit auf die fertige Suppe streuen, so daß sie ihre wundervolle körperhafte Knusprigkeit behalten und als einladende goldbraune Schicht trocken auf der Suppe selet schwimmen, mit der sie sich beim Essen zu einem harmonischen Geschmacksganzen vereinen. Die Nährflocks erhöhen durch ihren Nährgehalt, ihre Leichtverdaulichkeit und ihren stets gleichen Wohlgeschmack den Genußwert jeder Suppe um ein beträchtliches. Die Hausfrau lernt den großen Wert der Nährilocks" für die Küche und die Ernährung der Familie mit jedem Tage mehr schätzen. Wer einmal einen Versuch mit Nährflocks gemacht hat, der will sich nie mehr von dieser neuen Nahrung" trennen, die an Nährkraft, Bekömmlichkeit, Bequemlichkeit und Billigkeit einfach unvergleichlich dastebt. Zu haben in allen einschlägigen Geschäften. Besonders vorteilhafte Angebote von Kleider- und Seidenstoffen für Frühjahr und Sommer an Karierte Kleiderstoffe doppeltbreit...... 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März. Die moralische Isolierung Deutschlands vor und im Welt- kriege war die Ursache unseres Unglücks. Diese Isolierung zu brechen ist die Aufgabe für das neue Deutschland. Diese Auf- gäbe ist nach dem Kriege natürlich noch sehr viel schwerer zu lösen als vorher. Es gehört dazu vor allem ein feines psycho- logisches Verständnis für die Seele des Auslandes. Nicht als ob das Ausland in allem recht und wir in allem unrecht gehabt hätten, aber auch, wo das Ausland irrt, genügt es nicht, uns oder ihm diese Irrtümer zu widerlegen. Wir haben nicht nur eine logische Aufgabe vor uns, wir müssen die Ent- stehung der ausländischen Stimmungen einschließlich der aus- ländischen Irrtümer begreifen, um den rechten Weg zu finden, wie wir das Ausland zu einem besseren Verständnis Deutsch- lands führen können. Das ist eine psychologische Aufgabe. Zur Lösung dieser Aufgabe war der K o r p s st u d e n t e n- und Sekondeleutnantsgeist des alten Deutsch- land absolut unfähig. Aber das neue Deutschland hat bis jetzt auch noch nicht viel Erfolge in dieser Richtung erzielt. Was uns gegenwärtig schwer belastet, ist der kapitalistische Geist unseres neuen Regimes. Die neue Weimarer Verfassung schien ihn überwunden zu haben. In der damaligen gefähr- lichen Situation waren auch unsere Kapitalisten angesichts des drohenden Bolschewismus ziemlich kleinlaut und nahmen die Sozialisierungsparagraphen hin. Aber immer sind wohl gerade diese Paragraphen die tiefste, wenn auch nicht immer misgesprochene Ursache ihres Hasses gegen die Weimarer Verfassung gewesen. Und jetzt ist der Kapitalismus bei uns wieder so mächtig geworden, daß er die Weimarer Ver- fafsung als ein ungefährliches Stück Papier glaubt behandeln zu können. Er wird sich schließlich auch mit der Republik ab- finden, wenn nur die Sozialisierung toter Buchstabe bleibt. Er korrumpiert die Zeitungen, er kauft sich dadurch indirekt die Wählerstimmen, die er nötig hat, er verschafft sich also die Herrschaft erst über die politischen Stammtische und dann auch über das Parlament, und dann hofft er wieder fest im Sattel zu sitzen. Eine nationalliberale deutsche Republik, in welcher, wie sich die Herren unter vier Augen oft auszudrücken belieben, die Sozialdemokraten wohl ihr Sprüchlein hersagen dürfen, im übrigen aber auf den kapitalistischen nationalistischen Wegen der Volkspartei mitgeschleppt werden. Auf diesem Wege aber entsteht natürlich weder„ein einiges Volk von Brüdern", innenpolitisch gesehen, noch auch ein neues vertrauenerweckendes Deutschland, außenpolitisch ge- sehen. Innenpolitisch müßten die Herren Stinnes und Kon- sorten sich auf den Boden der Republik stellen, sich bereit erklären, ihre politischen Rechte ehrlich mit den Arbeitern zu teilen, ihren technischen Stab in den Dienst einer großzügigen Sozialisiening stellen, der Arbeiterschaft helfen, die im domo- kratischen Staatswesen gewonnenen Rechte m behaupten, dann wäre die innere Einheitsfront wirklich möglich, die ohne Opfer seitens der Besitzenden und Bevorrechteten immer nur Phrase sein kann. Die sicherlich nur Phrase ist, wenn man an allen Vorrechten des Milliardärs festhaltend dem Arbeiter weiter nichts zu sagen weiß, als daß er auch noch seinen Acht- stundentag wieder aufopfern soll. Die völlige psychologische Blindheit dieser Stinnespolitk, die in unserer Innenpolitik alles verdirbt, stört aber nicht weniger die Außenpolitik des neuen Deutschland. Warum ist das Ausland auch heute noch nicht von der Echtheit der deutschen Revolution überzeugt? Weil es trotz dieser Revo- lution im Vordergrunde der deutschen Bühne immer noch dieselben Männer agieren sieht, die das deutsche Schick- sal vor und im Kriege bestimmten. Stinnes, der die lothringischen Erzgruben für Deutschland wollte und an den belgischen Deportationen interessiert war, Ludendorff und H i n d e n b u r g, die Paraden abhalten und die Weltfriedens- idee verwerfen, die haben das Echo der ausländischen Presse für sich. Die deutschfeindliche Propaganda sorgt in ihrem eigensten Interesse dafür. Von dem deutschen Hungerelend wird das Ausland wenig gewahr. Unorganisch sind aus unserer Kriegsnot, aus dem Jammer unseres Zusammenbruchs und aus der Ent- wertung unseres Geldes die Riesenreichtümer der Stinnes und Konsorten hervorgewachsen. Ein solcher Mann fragt ganz naiv die Arbeiter, wie sie glauben könnten, nach einem ver- lorenen Kriege verkürzte Arbeitszeit zu genießen. Er denkt aber nicht daran, die andere Frage zu stellen, die im Aus- lande auf jedermanns Lippen ist: Wie ist es möglich, daß bei der deutschen Armut ein Mann wie Stinnes seine Betriebe fortwährend erweitert und die politische Macht in seinen Händen stetig steigert? Hinter dem Anblick dieser Wirtschaft- lichen und politischen Riesenmacht, die sich in der Hand eines einzelnen Mensihen konzentriert, die von dessen Willkür noch mehr wie von der eines Kaisers das Schicksal von Millionen abhängig macht, die diesen Mann letzten Endes stärker er- scheinen läßt als die ganze deutsche Regierung, ja, die nach dem letzten Kabinettswechsel in Deutschland die Regierung selbst nur noch als ein W e r k z e u g solcher Kapitalsmacht erscheinen läßt — hinter dem Anblick dieser Kapitalsmacht verschwindet für den Blick vom Auslande her der Eindruck von Deutschlands Not und Schwäche. Mit der Angst vor Stinnes läßt sich genau so gut Propaganda machen wie einst mit der A n g st vor dem deutschen Kaiser. Wie das deutsche Volk in der Aus- landspresse hinter dem Kaiserbilde verschwand, so verschwindet es heute ebenso hinter dem Bilde der deutschen Kapitals- Magnaten. Man kann hier in Amerika kaum eine Zestung lesen, kaum eine außenpolitische Volksversammlung mitmachen, und niemals eine Diskussion über die Reparationsfrage führen, ohne zuletzt immer wieder auf die Frage zu stoßen: Ja, aber wie steht es mit der M i l l i a r d e n m a ch t der Stinnes und Thyssen und Konsorten? Und an dieser Frage scheitert auch das ehrlichste Bemühen, den wohlmeinenden Ausländer von der Unfähigkeit Deutschlands zur Leistung der phantastischen Reparationsforderungen zu beweisen. Das Problem ist freilich nur dann zu lösen, wenn das neue Deutschland innenpolitisch mit der plutokratischen Gefahr fertig würde. Der B u ch st a b e von Weimar müßte zur T a t werden. Das deutsche Poll als solches müßte endlich im Vordergrunde der politisiben Bühne erscheinen und diejenigen beiseite schieben, welche sich nur zu Unrecht anmaßen, das deutsche Volk als Ganzes zu repräsentieren. Nachschrift der Redaktion: Was Genosse Dr. Strecker über die Unfähigkeit der im Korps st udenten- g e i st erzogenen Diplomaten der kaiserlichen Zeit, das Aus- land zu verstehen und Sympathien für Deutschland zu ge- Winnen, hier anführt, gilt natürlich doppelt und dreifach für das neue Deutschland. Man sollte nun meinen, daß diese Erkenntnis bis in das Auswärt ig e Amt der deutschen Republik— viereinhalb Jahre nach der Revolution— ge- drungen wäre. Von einer Demokratisierung des diplomatischen Beamtentorps ist jedoch bisher fast nichts zu merken gewesen. Die wenigen linksgerichteten Persönlich» keiten, die in der ersten Zeit als Gesandte hier und da ernannt wurden, sind bestenfalls als Konzessionsschulzen zu bezeichnen. Aber auch das hat schon längst aufgehört. Und wie wird für den Nachwuchs gesorgt? Ist es richtig, daß unter den achtzehn zuletzt neu ernannten jungen Legations- röten sich nicht weniger als siebzehn ehemalige Bonner B o r u s s e n, als Angehörige des feudalen Studentenkorps besinden? Wivtfdyaft kreöitpolitik und Preisabbau. Die Stabilisierung des Markturses hat dazu geführt, daß man jetzt auch geringen Veränderungen de? Dioisenturse große Aufmerksamkeit schenkt. In den letz!en Tagen ist an der Berliner Börse eine erhöht« Nachfrage nach Devisen zu beobachten gewesen. Soweit sich die Nachfrage aus den Bedarf der deutschen Industrie an Einfuhrwaren erstreckt, ist sie begründet. Es scheint oder, daß sich auch die Spekulation bereits wieder lebhafter be- tätigt. Vorläufig ist allerdings eine wesentliche Erhöhung des Dollarkurses nicht eingetreten, aber die Nachfrage wird dringender. Dazu hat die Reichsbank selbst genug Gründe geliefert. Die Notenpress« arbeitet in einem Tempo, das befürchten läßt, daß die innere Geldentwertung sehr bald der äußeren Geldentweo, tung voraneilen wird. Ungeheuer ist der Bedarf des Reiches an Krediten und an Geld. Die schwebenden Schulden nehmen einen Umfang an, der jede Sorge um die künftige Finanzwirtschast des Deutschen Reiches berechtigt erscheinen läßt. Aber auch den Privaten gegenüber geht man mit Krediten nicht vorsichtig genug um. Die Folge davon ist, daß weite Kreise in die Lage gesetzt werden, ihre Demsenbestärtde durchzuhalten oder sich Devisen zu kaufen, obwohl dos wirtschaftliche Interesse des Bolksganzeu dem widerspricht. Die schiechten Ersahrungen, die man mit de« Tollarschatzanweisungen gemacht hat, zeigen, daß die Vergebung von Krediten zur Aufrechterhaliung von Devisen und Warenbestän- den unter allen Umständen unterbunden werden muß. Ist man schon genötigt, mit Rücksicht auf den Abwehrkampf an der Ruht einzelne Teile der deutschen Wirtschast bevorzugt mit Krediten zu beliefern, so darf diese Rücksicht nicht so weit gehen, daß dfc; Stützungsaktion der Reichsbank selbst darunter leidet. Aus dem inneren Markt ist der Preisabbau, der im Gro&i Handel beobachtet werden konnte, zum S t i l l st a n d gekommen, Im Durchschnitt des Monats März lagen die Großhandelspreise zwar niedriger als im Februar, aber gegen Monatsende ergäbe« die amMchen Messungen eine geringe Steigerung der Preise gegen die Monatsmitte. Ob und inwieweit die beschlossene Herabsetzung der Kohlenpreise auf das gesamte Warenpreisniveau einwirke« wird, läßt sich unter diesen Umständen schwer voraussagen. Die gering« Steigerung, die die Großhandelspreise am Ende März zeigten, ist erfolgt, obwohl die Lohnerhöhungen in den meiste« Berufen nur äußerst gering waren und obschon die Spanne zwi- scheu den Löhnen und den Warenpreisen, wie man sie an de«* Lebenshaltungskosten messen kann, noch keineswegs geringer ge, worden ist. Wenn aber die zwangsmätzig niedrig gehaltenen Löhne sich in den Preisen so wenig auswirken, so kann man kaum et* warten, daß die Herabsetzung der Kohlenpreise m den Fabrikpreise« der verarbeitenden Industrien bald spürbar werden wird. Dadurch� daß die inländischen Rohstosserzeuger sich einem Preisabbau so entschieden entgegenstellen, tun sie selbst und der Volkswirtschaft einen schlechten Dienst. Besonders bezeichnend sind dafür die Vor» gäng« am Düngemittelmarkt. Hier herrscht in der Industrie voll!» kommen« Absatzstockung, obwohl gerade die Kali- und die Stick» stoffindustrie den zahlungskräftigsten Kundenkreis, die Landwirb, schaft, hinter sich hoben. Würden diese Industrien nach Möglichkeit und energisch die Preise herabsetzen, um sie dann für längere Zeit unverändert zu lassen, so würden sie die Kauftütigkeit anregen. Statt dessen folgen sie dem Preisabbau entweder gar nicht oder nur so zögernd, daß selbswerständlich auch diejenigen Landwirte, die sich nicht schon zu billigere« Preisen mit großen Vorräten ein» gedeckt haben, ihr« Nachfrage zurückhalten oder versuchen� ihren Bedarf aus Angeboten von Händlerfirmen usw. zu decken� die m der Lage sind, niedrigere Preise zu stellen. Diesen entschiedenen Willen zum Preisabbau vermißt man auf weitesten Gebieten der deutschen Wirtschaft. Man scheint sich noch nicht klar darüber zu sein, daß die geschwächte Kauftrost der breiten Massen sich auch mit den jetzt gültigen Preisen nicht abfinden kann. Man scheint es eher darauf ankommen zu lassen, die Produktion einzuschränken und stillzulegen, als mit alle? Mitteln diejenige Senkung der Preise herbeizuführen, die den Warenmarkt und damit die Produktion wieder belebt. Man hofft, vielleicht bald oder irgend wann später, auf eure neu« Baluto» konjunktur und entzieht sich in dieser Hoffnung der Pflicht, das Aeußerste zur Rationalisierung der Produktion zu tun. Der amerikanische Autokönig Ford hat, durch die Absatz kris« am Welt- markt vor eine ähnliche Lage gestellt, die Betriebe innerhalb kurzer Frist umgestellt und die Preise so radikal herabgesetzt, daß er trotz der in anderen Gewerbezweigen noch herrschenden Krise innerhalb weniger Monate mehr Aufträge hatte und mel/r Arbeiter be. schäftigen tonnte als vorher. In der deutschen Produktion wird man vergeblich nach einem ähnlichen Beispiel großzügiger tapita» listischer Produktionspolitik iuchent Entweder die Preise steigen oder es geht überhaupt nicht. Nirgends, soweit man auch um sich schaut, löst sich ein einzelnes Unternehmen aus dieser Gesamtrichtung Der Thef. Don Hans Klabautermann. Das Prwatkontor. Klubsessel, Ledersofa und Perser trompeten dem Kunden die Wohlfundiertheit des Unternehmens ins Gesicht. Die Konkurrenz soll platzen. Vor dem schnitzereistrotzenden Schreib- tisch, der. mit Ordnern, amerikanischem Organisationskram und tom- plizierten Telephonanlagen belastet, vor Geschäftsgeist keucht, thront d e r C h e f. Da er seinen Angestellten zum leuchtenden Beispiel als unfehlbares Wesen zu gelten bestrebt ist, aber diese Rolle nicht die ganze Bureauzeit hindurch ohne Unterbrechung aufrechterhalten kann, hat er sich hinter gepolsterte Doppeltüren und hinter einen im Vor- zimmer knurrenden Cerberus wie in einer berannten Festung(oder wie ein Scherlscher Redakteur) oerschanzt. Als Chef, der auf sich hält, ist er sich seiner Bedeutung für die Volkswirtschaft und der ihm ständig dräuenden Gefahr bewußt, es könnte ihm ein Stein aus der Krone fallen. Augenblicklich ist er Privatmann, liest gemütlich seine Zeitung und raucht genußfroh eine Zigarre. Es klopft. Hastig ver- deckt er die Zeitung mit Aktendeckeln und stülpt kaufmännische Sach- lichkeit über seine Feistheit. Er ordnet die seit Stunden gesichtete Korrespondenz zu einem wüsten Hausen an und entwickelt fieberhafte Scheingeschäftigkeit, indem er Aktenstücke übereinanderschichtet. Fräulein Schmidt, vorschriftsmäßig angemeldet, wird ein- gelassen. Sie ist noch nicht SO Jahre alt, sieht ober, jedes weiblichen Reizes bar, zeitlos aus, da ihr die ewige Arbeit für andere die nott'ir- liche Anmut aus dem Körper gemergelt und aus ihrer Seele einen Bureaumechanismus gemacht hat. Geschäftsmäßig unterwürfig: «Guten Morgen, Herr Schönwaldt." Der Chef brummelt etwas Undefinierbares, fährt fort, den Ueberlostet«« zu markieren und betrachtet sie als Luft, um deutlich zu mache«, daß eine Angestellte für ihn keine größere Bedeutung hat als eine über den Schreibtisch kriechende Fliege. Endlich dämmert es ihm, daß«r Fräulein Schmidt durch das Wartenlassen ihrer Tötig- keit für ihn entzieht und er sich dadurch selbst schädigt.„Was haben Se denm Fräulein? Aber'n bißchen dalli, möcht ich jcbeten haben." Fräulein Schmidt:„Ich möchte Herrn Schönwaldt an die Regelung des Gehalts erinnern." Der Chef:„Na, wolln Se denn schon wieder mehr haben? Könnt Ihr denn den Rachen nie voll genug kriegen?" Fräulein Schmidt denkt an ihr durch Margarine, Rüben und Kafee-Ersatz verziertes Hungerdasein, schluckt aber die Pille, ohne sich etwas merken zu lassen:„Die Lebenshaltung ist doch so teuer geworden. Herr Schönwaldt." Der Chef:„Ach mos, Lebenshaltung! Fordert nich diese enormen Löhne, dann wird's schon billiger werden. Aber Ihr müßt ja andauernd in den Kientopp rennen und Euer Geld für Putz raus- schmeißen. Ich muß mich auch einrichten." Er notiert sich bei dieser Gelegenheit, daß er sich nach einem billigeren Chauffeur umsehen wollte.„So möcht ich's auch mal haben wie ihr. Um nischt braucht Ihr Euch Sorgen zu machen. Ihr lebt in Saus und Braus, der Chef bezahlt's ja.(Den Telephonhörer abnehmend): Wer ist da? Zentralverband der Angestellten?... Das geht Ste'n Dreck an. Ich brauche keinen Betriebsrat. Schließlich bin ich doch noch Herr im Hause. Bei mir fühlen sich alle sehr wohl... Was, das Gesetz? Kann mir den Buckel lang rutschen. Die 2000 Emm Geldstrafe wer- den mich nich umschmeißen. Ihr Vertreter soll sich bei mir nicht blicken lassen. Der fliegt die Treppe runter, verstanden?" Er hängt wütend an, so daß die Zigarre herunterfällt. Fräulein Schmidt(die Zigarre aufhebend):„Bitte sehr, Herr Schönwaldt." Der Chef reißt sie ihr aus der Hand und kramt aufgeregt in Papieren herum.„Warum helfen Sie mir nicht, wenn ich etwas suche? Wozu habe ich denn meine Leute, wenn ich doch alles alleine machen muß?" Fräulein Schmidt: ,3c», Herr Schönwaldt, ich weiß ja nicht, was Sie suchen." Der Chef:„Soviel Grips müßten Se alleine haben. Die Sache Tietz. Polnische Wirtschaft. Ich habe Se Ihnen in die Hand gegeben, aber Sie verschmeißen ja alles." Fräulain Schmidt:„Mir haben Sie nichts gegeben." D e r C h e f(schreit):„Widersprechen Sie nicht immer, Fräulein!" Er schlägt mit der Faust auf den Tisch, die Zigarre fliegt wieder zu Boden. Endlich findet er das Schriftstück in seiner Brusttasche.„Se hätten sich keinen Schaden getan, wenn Sie die Zigarre aufgehoben hätten. Sie denken wohl, Sie sind eine Prinzessin." Fräulein Schmidt bemüht sich vergeblich, zu verhindern, daß ihr die Galle überläuft. Der Chef:„Der Ton gefällt Ihnen nicht? Se wollen wohl mit Glacehandschuhen angefaßt werden, well Ihr Bruder Sozial- demokrat ist? Bei mir gibt's solche Neuerungen nich. Bei mir fliegt das Kommunistenpack verkehrt raus. Merken Se sich das! Hier herrscht Ordnung. Und rvenn Ihnen was nich paßt, so brauchen Se's bloß zu sagen. Es gibt ja schließlich genug Damen." Fräulein Schmidt taut auf. In einem Anfall von Kühn- heit schaltet sie die Maschine aus und wird Mensch. Jetzt Ist ihr alle» Wurst.„Rein. Herr Schönwaldt. e» paßt mir wirtlich nicht..» Nein, jetzt rede ich mal. Jeden Ersten um mein Gehalt feilschen zu müssen, habe ich nun endlich satt. Ich mache doch nicht die Valuta. Und dann soll ich mich noch für meine Arbeit treten lassen. Sie sind ein miserabler Chef, wenn Sie nichts weiter können als mit Heraus- schmeißen sich Respekt verschaffen wollen. Gewiß, die Autorität de» Unternehmers sollen Sie haben. Aber wenn Sie sich in der Gesell» schaft so benehmen wie in Ihrem Betrieb, dann nernrt Sie jeder«inen Flegel. Und Ihr sogenanntes Risiko tragen wir ebenfalls. Gehen Sie pleite, sind wir auch brotlos. Uns stets und ständig unsere Ab- hängigkeit fühlen zu lassen, ist eine Roheit. Sie sind doch nicht moralisch der Stärkere, well Sie zufällig wirtschaftlich kräftiger sind. Mit Ihrem Geld schenken Sie uns nichts, sondern bei den Löhnen» schenken wir Ihnen etwas. Wir geben Ihnen unsere Arbeit, Sie geben uns dafür Geld. Das ist Leistung und Gegenleistung. Damit sind wir quitt. Und klüger als wir sind Sie auch nicht, sonst würden Sie die einfache Rechnung begreisen. Adieu, Herr Schönwaldt." Der Chef glotzt ihr, vollkommen platt, mit offenen» Mund« nach.(Zum Cerberus):„Holen Se mir'ne Flasche Kognak, aber'n bißchen dalli, möcht ich jebeten hoben." Aprilepistel. Jeder Monat hat so seinen Sparren:— der April hält die Menschen gern zum Narren,— lügt ihnen vor. daß schon Frühling sei, lacht sich heimlich ins Fäustchen dabei— und läßft während die Leute sich freuen,— wieder dazwischen stürmen und schneien,— daß es die zarten Halme und Blätter— gruselt beim unbeständigen Wetter!— Freüich: der launische Wetterverwalter— täuscht nicht die Vögel, die Käser und Falterl— Die wissen Bescheid:— wenn es auch schneit,— aus ist des Winters Herrlich- keit!— Wenn nur wir Menschen genau so wüßten,— daß wir nicht weiter durch Elend müßtenl— Hunger und Elend und Unter« ernährung— Kohlenmangel und Kleider entbehrung:— das war der Rohmen, der umjpamrt— hielt im Winter das deutsche Land.—. Jetzt, wo es Frühling wird, heißt es beklommen:— wird es im Sommer wohl besser kommen?— Oder bleibt die alte Misere— mit Ihrer drückenden Schwüle und Schwere?— Wenn nur ein kleiner Hoffnungsstrahl— lindern wollte die Pein»md Qual!— Immer das gleiche— fahle und bleiche— Schemmern der Rot;— das wirkt wie Tod!— Nun, der April kann ja weinen und lachen,— er kann vielleicht es besser machen,— kann uns helfen führer- bereit— in eine bessere, ruhige Zeit!— Ach, wir wurden ja so be- scheiden!— Nur ein bißchen Hoffnung auf Licht— würde uns er- füllen mit Zuversicht.— Nur nicht so langsam oerkümmern, ver- derben,— nur nicht so langsam siechen»md sterben!— Anders werden muß es doch wieder!— Und wir recken und strecken die Glieder,—> heben das Haupt und strafien den Nacken:— Schicksal komm an, wir wollen dich packen!— Der verkommt nur, der zaae bäll MI— Stimmt es? Ich sehe dich lächeln, April! telle. wächst. fapitalistischen Dentens heraus. Unbeschränkt herrschen die Kar Jeiner furzen Frist aufzufordern ift, fich zu erklären, ob es feineswegs immer durch den Zusammenschluß von Werten beseitigt, binnen zwei Jahren den Nachweis der wiederhergestellten sondern bleibt zunächst auf den Selbstkosten der Werte ruhen. Sic Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, daß in Absatz- Förderfähigkeit erbringen oder unter Berzicht auf die halbe stellt eine Prämie für den Besitzer dar, dem in jedem Falle die stodung weiter anhält und auf den Arbeitsmarkt zurückwirkt, daß Beteiligungsziffer sich im Sinne der Kaligefeßnovelle vom 22. Oktober Rentabilität des Werkes garantiert ist, ganz gleich, ob es in Betrieb Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit steigen. Und doch wird es not- 1921 freiwillig ftillegen wolle.( Wir haben bekanntlich zu bleibt oder nicht. Wenn diese Prämie bisher nicht beseitigt worden roendig sein, diese Kluft zwischen Kaufkraft der Bevölkerung und Sinne der Kaligesegnovelle, verhindert werden, daß in unwirtschaft ist, so liegt das lediglich daran, daß bei den bisherigen Vorschriften viel Kaliwerte. Red.) Durch diese Bestimmung sollte, ebenfalls im Warenpreisen einmal zu überbrücken. Noch hat bis heute der licher Weise außerordentlich hohe Summen für die Wiedereinstellung zur Regelung der Kaliwirtschaft die UnternehmerinterKreditstrom, der nach leberwindung der Geldknappheit wie- förderunfähig gewordener Kalischächte mit vielleicht zweifelhaftem effen in diesem Punkte die Oberhand behalten haben. der ziemlich üppig fließt, verhindert, daß große Zahlungseinstellun Erfolge aufgewendet würden. Sie sollte den von einem Betriebsgen zu regelrechten Zusammenbrüchen führten. Immer wieder, fam unfall betroffenen Kalimerten den Anreiz bieten, auf die Wiederher- 5 Billionen Mart Reichsbanknoten befinden sich nach dem es zu einer gütlichen Bereinbarung der Schuldner mit dem Gläu- ftellung zu verzichten, indem ihnen die Möglichkeit eröffnet wurde, Wochenausweis der Reichsbank vom 23. März im Umlauf. In biger. Diese Tatsache und die andere, daß die Dividenden sich durch Stillegung bis zum Jahre 1953( ohne vorherige Wieder dieser einen Woche sind nicht weniger als für 683,1 Milliarden unbeirrt von der Not des Volkes steigen, zeigen, daß wir herstellung) die Hälfte der Beteiligungsziffer bis zu diesem Zeitpunkt Mark neuer Zettel in den Verkehr gegeben worden. Daneben hat uns erst in den ersten Stadien einer Stabilisierungsfrise befinden, zu erhalten. Wenn eine solche Möglichkeit zur Rettung eines Teils die Reichsbank für 7,1 milliarden Mart Scheide. menn diese überhaupt sich für die Besitzenden zu einer Krise aus der Beteiligungsziffer nicht gegeben wird, würden die Kaliwerke münzen aus Aluminium, Zink und Eisen dem Berkehr zugeleitet. genötigt sein, den Bersuch zu machen, ohne Rücksicht auf die Diese Münzen werden, soweit sie nicht im Umlauf sind, im MetallKosten mit allen Hilfsmitteln der Technik die Schächte wieder in bestand des Zentralnoteninstituts weiter nach ihrem Nennwert aufOrdnung zu bringen, weil sie wegen des Abteusverbots sich Erfaz für geführt, so daß der Reichsbankausweis immer unübersichtlicher wird. erfoffene Schächte durch Niederbringung neuer Schächte nicht mehr Es find für 2,7 Milliarden Papiermark Münzen dieser Art in den verschaffen fönnen. Wenn eine Regelung dieser Frage bisher Beständen der Reichsbant. Der Ausweis enthält schließlich die Mitnicht erfolgt ist, so liegt der Gund hierfür also weder an der Praxis teilung, daß der von der Reichsbank im Ausland depoder Kaliprüfungsstelle, die an die geltenden gefeßlichen Bestimmungen nierte Goldbestand, der zur Aufnahme von Devisenkrediten gebunden ist, noch an dem Reichstalirat, welcher rechtzeitig auf die dient, um weitere 100 Millionen Goldmark erhöht worden ist. Notwendigkeit einer zweckmäßigen Lösung dieser Frage durch Erlaß Damit ist jetzt ein Sechstel des Goldbestandes der entsprechender Bestimmungen hingewiesen hat, sondern lediglich an Reichsbank im Ausland. dem Fehlen der erforderlichen vom Reichswirtschafts- Die schwebenden Schulden des Reiches find in der zweiten ministerium zu erlassenden Bestimmungen." Dekade des März wiederum ganz bedeutend angewachsen. Allein Wir bringen diese Darlegungen, weil sie die irrige Mitteilung die diskontierten Reichsschaganweisungen sind in diefer Zeit um richtigstellen, die Industrie wolle den durch höhere Gewalt lieferungs- fast 1 Billionen auf 5,8 Billionen Mart gestiegen. Der unfähig gewordenen Werken die volle Beteiligung auf 30 Jahre amtliche Vericht weist darauf hin, daß durch die Besetzung des sicherstellen. Aber auch die verringerte Beteiligungsziffer ist durch Ruhrgebietes mit ihren Begleiterscheinungen eingeschränkte ökonomische Leistungen der Unternehmer nicht begründet, stellt also Roblenförderung, Beschlagnahme von Steuererträgen, Fortfall der einen ganz mühelosen und ungerechtfertigten Gewinn dar. Nach dem find, während die Laften weiter gewachsen find. Geradezu erschredend ausfuhrabgaben große Ausfälle bei den Einnahmen entstanden Wortlaut des Gesetzes aber mußte die Beteiligungsziffer bei ist wieder das Mißberhältnis zwischen Ansgaben Hedwigsburg und Neindorf hinfällig werden, weil die Werke und Einnahmen. nicht zu liefern imftande sind. Richtig ist, was auch schon in dem in diefen 10 Tagen nur 101 Millionen Mark Einnahmen der 1559 Millionen Mark Ausgaben standen erwähnten Artikel betont wurde, daß die Reichsregierung durch die Finanzverwaltung gegenüber. Berzögerung des Entscheides die Hauptschuld daran trägt, wenn jetzt noch feine eindeutige Auslegung des Gesetzes vorliegt. Die Praris der Kaliprüfungsstellen. In einem Artikel 2bfaktrise in der Düngemittelindustrie" beschäftigten wir uns mit der kritischen Lage, in die die Kalindustrie infolge der Absahstockung geraten ist, und wiesen darauf hin, daß, entgegen den gefeßlichen Bestimmungen die Kaliwerke Hedwigsburg und Reindorf ihre volle Beteiligungsziffer von etwa zehn Tausendsteln behalten haben, ob wohl ihre Schächte im Oktober 1921 ersoffen sind. Der Borsitzende des Reichskalirats, Juftizrat Kempner, schickt uns zu dem Artikel eine Erwiderung, der wir folgende Ausführungen entnehmen: „ Daß die beiden Kaliwerte im Oktober 1921 von einem Waffereinbruch heimgesucht, sie aber noch heute im Besige ihrer alten Beteiligungsziffer am Gesamtabsatz des Deutschen Kalifynditats find, trifft zu. Dies entspricht aber den gefeßlichen Bestimmungen, mit benen die Pragis der Kaliprüfungsstellen sich im Eintlang befindet. Die Kaliprüfungsstelle ist auf Grund.jachverständiger Gutachten zu der lleberzeugung gelangt, daß die technische möglich feit besteht, die beiden vom Wassereinbruch heimgesuchten Schächte wieder förberfähig zu machen, daß also eine Lieferungsunfähigkeit, welche im Sinne des Gefeßes zur Aberkennung der Beteiligungsziffer berechtigt, noch nicht gegeben ist. Die Kaliprüfungsstelle hat daher bereits vor Jahresfrist und der Reichstalirat hat sich dem angefchloffen eine Borfchrift für die vom Reichswirtschaftsminister zu erlaffenden Ausführungsbestimmungen in Vorschlag gebracht, wonach in derartigen Fällen, das betreffende Kalimert mit Es ist aber unzutreffend, wenn Herr Kempner in seiner Erwiderung weiter darlegt, die Aufrechterhaltung der Beteiligungsziffer erhöhe nicht die Kalipreise. Diese unproduktive Laft wird D Be Kopfschmerz R itrovanille Frankfurt/ MS. Brztlich bevorzugt Rasch wirkend Migräna. Zahnschmerz Rheuma Zeichnungsaufforderung 5% ige Gold- Anleihe auf ( 4,20 Goldmark= 1 Dollar) der Rhein- Main- Donau A.- G..München zum Ausbau von Wasserkraftanlagen, durch Reallast auf den Anlagen der Großkraftwerk Franken Aktiengesellschaft, Nürnberg gesichert, vom Deutschen Reich und von Bayern gesamtschuldnerisch für Kapital und Zinsen verbürgt, reichsmündelsicher. Im Auftrage und für Rechnung der Rhein- Main- Donau Aktiengesellschaft wird hiermit von der vorstehenden Anleihe ein Betrag im Geldwerte von 2 Millionen Goldmark bi zur öffentlichen Zeichnung unter folgenden Bedingungen aufgelegt: 1. Zeichnungen werden bis einschließlich 18. April 1923 bei den unterzeichneten Banken und Bankhäusern, sowie deren sämtlichen Niederlassungen während der bei jeder Stelle üblichen Geschäftsstunden entgegengenommen. Anmeldescheine sind bei den Stellen kostenfrei zu haben. Früherer Schluß der Zeichnung bleibt vorbehalten. 2. Die einzelnen Schuldverschreibungen lauten über den Geldwert von: Goldmark 21( 5 Dollar) Goldmark 105 25 Dollar) Goldmark 42(= 10 Dollar) Goldmark 420(= 100 Dollar) 3. Die Zeichnung erfolgt zum Kurse von 95% unter Zugrundelegung des letztnotierten Berliner Briefkurses für Kabel New- York vor dem Zeichnungstage abgerundet auf volle Mark 50 nach unten. Eine Stückzinsenverrechnung findet nicht statt. Stücke oder Handdarlehen der alten 5% igen Anleihe der Rhein- Main- Donau Aktiengesellschaft von 1922 werden bis zur Höhe des Kaufpreises der Goldanleihe zum Kurse von 115% unter Verrechnung von Stückzinsen in Zahlung genommen. 4. Gezeichnete Stücke gelten als voll zugeteilt und sind sofort zu bezahlen. Eine Börsenumsatzsteuer ist nicht zu entrichten. 5. Für die Zuteilung stehen eventuell weitere Beträge zur Verfügung. 6. Die Aushändigung der Stücke erfolgt möglichst bald nach besonderer Bekanntmachung. Im März 1928. Preußische Staatsbank( Seehandlung). Berliner Handelsgesellschaft. S. Bleichröder. Deutsche Bank. Commerz- und Privat- Bank Aktiengesellschaft. Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien. Delbrück Schickler& Co. Direction der Disconto- Gesellschaft. Dresdner Bank. J. Dreyfuß& Co. E. L. Friedmann& Co. Hardy& Co. G. m. b. H. Mendelssohn& Co. Mitteldeutsche Creditbank. Reichs- Kredit- Gesellschaft m. b. H. Allgemeine Deutsche Credit- Anstalt. Bayerische Staatsbank. Bayerische Hypotheken- und Wechsel- Bank. Bayerische Vereinsbank. Bayerische Disconto- und Wechsel- Bank A.G. Bayerische Girozentrale. Bayerische Zentral- Darlehenskasse e. G. m. b. H. Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft e. G. m. b. H. H. Aufhäuser. Anton Kohn. Merck, Finck& Co. Friedr. Schmid& Co. A. E. Wassermann. Städtische Sparkasse Nürnberg. Barmer Bank-Verein Hinsberg, Fischer& Comp. Frankfurter Bank. E. Heimann. Marx& Goldschmidt. Deutsche Vereinsbank. Essener Credit- Anstalt. Simon Hirschland. Landesbank der Rheinprovinz. A. Levy. Norddeutsche Bank in Hamburg. Oldenburgische Spar-& Leih- Bank. Sal. Oppenheim jr.& Cie. Osnabrücker Bank. Rheinische Creditbank. A. Schaaffhausen'scher Bankverein. B. Simons& Co. Lazard Speyer- Ellissen. J. H. Stein. Jakob S. H. Stern. Süddeutsche Disconto- Gesellschaft A.-G. Vereinsbank in Hamburg. Württembergische Vereinsbank. M. M. Warburg& Co. Erhältl. in Apotheken Billigere Preise! Covertcoat bis Mäntel in Tuch, Donegal u Kostüme and Gabardine... Kleider und Gabardine... 27500 295000 in Donegal, Cheviot 85000 350000 Blusen bis in Cheviot, Poppelin 22500 350000 In Sportfianell, Che mise und Voile.. Stoffen 750 150000 8750 Kost.- Röcker. Gabard. 12508 Strickjacken in prima Wolle a. schou. Farb. 95000 500 95000 29500 bis Extra- Angebote In Jumpers and Kleidern Wolle. Selde in den in verschiedensten Ausführungen. auch handgehäkelt, Damen- Confektion Elegant® Hermann Pert Charlottenburg, Wilmersdorferstr.46 Bekanntmachung über Abgabe von Steuererklärungen Die Fristen für die Abgabe einer Steuererklärung für die Beranlagung zur Cinfommen- und Kapitalertragsfeuer für das alenderjahr 1922 fowie für die erste Beranlagung zur Vermögenssteuer und für die Beranlagang zur 3wangsanleihe sind auf den Monat April verlegt worden. Die Steuer ertlärungen find baber spätestens bis 3am 30. April 1923 abzugeben. Ber zur Abgabe einer Steuererklärung ver pflichtet ist, ergibt sich aus der Bekanntmachung vom 23 Januar 1923. Für die Bermögenssteuer und Zwangsanleihe ist jedoch zur Abgabe der Steuerflärung nur verpflichtet, ter am Stichtag( 81. Desember 1922) ein Bermögen von mehr als 400 000 t. befeffen hat. Die Bordruce für die Bermögens- und Einkommensteuererklärungen werden den Steuerpflichtigen vom Finanzamt in ber erften Hälfte des Monats April überfandt werden. Etwa schon früher zugesandte Borbrude für die Bermögenssteuer find burch das Geldentwertungsgeseg überGrößtes Berliner Kommissionshaus Gebr. Orlovski Brillanten, Perlen, Antiquitäten, Pelze, Teppiche, Briefmarken usw. An- u. Verkauf- Kommission Friedrichstr.44, zwischen Zimmer- u. Kochstr.: Tel.: Dönhoff 4862, 45-37 Hauptziehung 17. April bis 19. Mal Preussische Staats- Lotterie 390000 Lose- 240000 Gewinne zas. über 4300 Millionen. Grüßter Gewinn auf ein 1 Los 100 Millionen M holt und daher nicht zu verwenden. Da 2 × 50 Millionen M gegen find die den Steuerpflichtigen bereits zugefanbten Gintommensteuererklärungs- Bordrucke zu benußen. 3m 4 × 30 Millionen M legten Falle erhalten die Steuerpflichtigen nur noch ergänzende Mertblätter init 6x20 Millionen Tarif. Wer zur Abgabe der Steuereellärung verpflichtet ist, aber bis zum 15. April 1923 die Borbrude oder Mertblätter mit Zarif nicht erhalten hat, ist verpflichtet, fie vom Finanzamt abzuholen. Für die inländischen juristischen Berfonen, Personenvereinigungen und Ber mögensmaffen erfolgt besondere Bekannt machung durch das Zentralfinanzamt( 1). Berlin, den 28. März 1923. Die Finanzämter im Bezirk des Landesfinanzamts Groß- Berlin Liquidations Bilanz der Malereigenossenschaft zur Ausführung jeder Art Malerarbeiten für Berlin und Umgegend, E. G. m. b. H. Berlin 50 15, Am Köllnischen Park 7. Attiva Paffiva Inventar M. 902. Kantlose Los 12000 M., Los 6000 M. Les 3000 M. Los 1500 M Staatl. LotterieKröger, Einnehmer, Berlin W8, Friedrichstr.192-193 nabe Leipziger Str. Preis Abbau Deutsches Teppichhaus Emil Jefèvre G.m.b.H. 239 448,11 Berlin, Oranienstr. 158 1,-GeschäftsGeräte.. anteil. 196341,60 Material 3003 972,- Schulden 6579 675,10 Forberg. 4011485,8 Ueberfch. 239443,11 902. 7015 459,81 M. 7015459,81 Unsere Genossenschaft ist durch General versammlungsbeschluß aweds Umwandlung in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung Dom 8. Februar 1923 aufgelöft. Die Gläu biger werben aufgefordert, fich zu melden. Die Liquidatoren: 107/14 Maritz Stain, Reinhold Frank, Karl Butres. Reiche Lagerbestände! Einkauf jetzt günstig! Sie sind unterversichert DENKBAR GRÖSSTER FEUERSCHUTZ GEBOTEN FÜR HAUS, WERK, FABRIK, LAGER etc* SONDERLÖSCHER FÜR ALLE PRIVATEN UND TECHNISCHEN ZWECKE VERTRETERBESUCH KOSTENLOS VERTRETER ÜBERALL CENTRALEN MINIMAX BERLIN STUTTGART COUN EMRA 23. MINIMAX blaz FIM FUSS AUSKUNFT MESSAMT merre FRANKFURT AM 15:21. APRIL Geschäftsstelle für Groß- Berlin W. 8, Charlottenstraße 8 Theater, Lichtspiele usw. 6pernhaus Pompadour Operette v. Schanzer u. Welisch, Musik v. Leo Fal übersiedelt Ostern mit der bekannten Besetzung ins Komödienhaus Täglich 7.30 Uhr. VERGNÜGUNG PARK Am Lehrter Bahnhof Eröffnet vollenBetrieb mit neuen sensationellen Attraktionen 5 Orchester. Luft- Schauspiele. Feuerwerke Alt- Berlin. 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Nicht•überzeugt davon ist eine andere, verhärmte in dem Wagen 4. Klasse, die leisen Zweifel zu haben scheint, daß die armen Leute sonderlich entzückt sind, wenn der liebe Gott mit ihnen ist. Die Inhaberin der Eicrkörbe versucht zu ergründen, was damit gemeint ist. Der lieb« Gott ist für sie Autorität: weil er die Hühner schuf und die Kartoffeln immer noch wachsen läßt, ohne daß man eigentlich weiß warum; solchem Herrn darf man nicht untreu werden. Also witterte die Dicke Feindseligkeiten außerhalb ihrer Eierkörbe, läßt sich in kein Gespräch mehr ein, sieht schwarze Fabriken draußen vorüber- eilen, Rauch, Ruß, Mauern. Der Zug hält. Die Dick«, schwerbelastet, erkämpft sich den Ausgang, sieht auf dem Bahnsteig zwei magere Jungen, ruft sie an:„Tragen helfen?" Gut. die Jungen tragen. Nach einer Viertelstunde hält der Eiertransport schnaufend vor dem Gemüseladen. Entlohnung: jeder Junge kriegt 20 Mark.„Wat?" sagt der eine, guckt die 20 Mark an und dann die Dick«. Protest' und Auflauf. Die Frau aus dem Gemüseladen stürzt heraus, erfähn den Tatbestand. Andere Frauen nehmen Partei gegen die Herrin der Eierkörbe, die plötzlich Gefahr sieht. Di« Gemüsefrau, resolut, greift in den Korb, steckt jedem der Jungen drei Eier in die Tasche. Die Dicke schnauft und schimpft, sieht sechs Eier davonlaufen und ist nun wirtlich überzeugt, daß der liebe Gott mit den armen Leuten ist, wenn auch auf ihre Kosten. Der Gemüsefrau, die sie damit tröstet, daß auch die Berliner Jungen mal ein Osterei haben wollen, antwortet sie tief bekümmert:„Wer schenkt mich ein Osterei?" Sie hat es nötig! „Man nehme", steht in den alten Kochbüchern zu lesen; und da die Kochkunst es noch immer nicht gelernt hat, eine gute Sache her- zurichten, ohne etwas nehmen zu müssen, steht es auch in den neuen Büchern. Man nehme, st�eht da, 10 Eier, sondere das Gelbe vom Weißen, rühre das Gelbe mit Zucker und schlage das Weiße zu Schnee... Nun ist es sicher nicht Sache der Kochbuchdichter, sich darum zu kümmern, woher einer etwas nimmt. Dt« Kochbuchdichter waren in dem Glauben groß geworden, daß man die Eier z. B. den Hühnchen wegnimmt, vorausgesetzt, daß man Hühnchen besitzt. Da aber die meisten Men'chen keine Hühnchenbesitzer sind, so müssen sie sich an dle wenden, bei denen neben den fetten Schw.'inen und den milch- erfüllten Kühen auch noch das Federvieh Unterschlupf gesunden hat. Diesen Lieben etwas wegzunehmen, ohne es mit einer auf schönem Papier gedruckten hohen Zahl zu belegen, ist seil Jahrhunderten vergeblich versucht worden. Es wird auch heut« nicht gelingen, wenn man nicht mit den gebündelten Paketen der Tausender anrückt, die ein gutrs Kochbuchrezept zum Erstehen der ausreichenden Eiermenge erfordert. Also können uns die Kochbücher gestohlen bleiben und wir hauen aus Brotkarten—„auch"— Niehl, Margarine und feinstem Süß- stoff den Osterkuchen von 1023 zusammen. Das ist die wahrhaft« Be- freiung vom El.(Herlliche Eigelbillusion, wo es erforderlich, bietet Safran.) Nämlich nach dem Liede:„Safran macht den Kuchen gehl" »«> „Der liebe Gott ist mit den armen Leuten", sagt di« gute Bauernfrau, die 1,23 Meter im Durchmesser ist und aus der Fahrt 4. Klasse von der Priegnitz nach Berlin begriffen ist. Sie sagt das im sicheren Schutz einer Barrikade von drei Eierkörben, die, bis zum Rande mit dem Hühpcrprodukt gefüllt, Berlin unermcßlich beglücken werden. Man Gsterreigen 192Z. Ringelringelreihe— macht nich' son jroß Ieschreie! Wir wer'n auch nich zu Ostern satt, weil Mutta keene Jelder hat? Wa kicken in de Röhren— wa Jähren! Ringelringelreihe— wa sind jetzt dreimal dre«! Wat Vata von die Arbeit hat, det macht uns jrade eenmal satt Un Strümpe ham wa keene an die Beene! Ringesringelreihe— wa kriejen keene neie! Wat Mutta so zusammenstreicht, jerad for'n bißken Schwarzbrot reicht, Zichorie, Marmelade— un keene Schokolade! Ringelringelreih«— Hört uff mit det Leschreie! Wa brauchen nich' ze suchen— un Ostereier suchen— Die hast der Sauer feste im Neste! Ringelringelreihe— uns fährt keen Mensch in't Freie! Wa könn' im Hofe spielen uns uff die Straße sielen, un Kuchen jibt't kernen, nich eenen! Ringelringelreihe— wa stich jetzt dreimal dreie! Auch Ostern is'ne Neppe vei— keen Kuchen, Irunewald, keen Eil Wa kicken in de Röhren— wa Jähren! 3. M. F. vergessene berliner Gsterfttten. Wir schreiben bekamillich das Jahr 1923. Um das Jahr 1100 herum stand auf dem Harlunger Berg in Brandenburg noch das Heid- nifche Götzenbild des Trizlaff, der allerdings kein germanischer, son- dern ein wendischer Gott war. Die Spanne, die uns von dem Heidentum trennt, ist also gar nicht so groß, etwa 800 Jahre, und es ist deshalb wohl zu verstehen, wenn sich besonders auf dem Lande und dort wieder in recht abgelegenen Gegenden allerlei Sitten und Gebräuche erhasten haben, deren Ursprung auf das Heidentum mit feinem Aberglauben zurückgeht. Unsere modernen Völkischen aber sehen besonders in diesen alten„Sitten und Gebräuchen" ein Stück germanisch-deutschen Volkstums, das man hingebend pflegen muß, auf daß wir nicht„international" werden, sondern uns„völlisch" von anderen Nationen unterscheiden. Je weiter wir uns aber von agrarischen zu industriellen Wirtschaftsformen entwickeln, um so mehr verlieren die alten Sitten und Gebräuche ihren Einfluß und ihre Kraft. Der Berliner Maid, die sich in der Osternacht zwischen 11 und 12 Uhr in der Karl- oder Hannoverschen Straße an das Ufer der lieblich duftenden Pank« begeben würde, um nach altgermanifchem Brauch schweigend das Osterwasser zu schöpfen, das bekanntlich, wenn man es trinkt, innere Kronkhesten vertreiben und äußerlich zur Schönheit verhelfen soll, dieser Maid würde es wohl übel ergehen. Denn das Pankewasser innerlich wie äußerlich zu genehmigen, dürfte selbst in der von allers so segensreichen Osternacht nicht ratsam sein. Und von den schönen Mädchen von Bernau, woselbst die herrliche Pank« ihre Quelle Hot, vernahm man noch niemals, daß sie in der Osternacht an die Pankquelle pilgern Di« alten Sitten und Ge- tRachdruck verboten. Der Malik-Verlag, Derlin.) Drei Soldaten. 76s von lohn dos Paffos. Aus dem amerikanischen Manuskript übersetzt von Julian Sumvertz. Als sie den Boulevard Saint Germain überschritten, wur- den sie von einer Droschke angefahren, die sie mit einer ge- hörigen Ladung Dreck beschlammte. Sie hielt sich an seinem Arm fest und blieb dann zitternd vor Lochen stehen. „O, wie schrecklich, wie schrecklich," sagte sie. Andrews lachte und lachte. „Aber halten Sie doch den Schirm über uns... Der Regen läuft auf meinen besten Hut," sagte sie. „Ihr Name ist Ieanne?" meinte Andrews. „Impertinent... Sie hörten meinen Bruder mich so nennen... Armer Kerl. Mußte in jener Nacht wieder zur Front. Er ist erst neunzehn Jahre alt... Sehr klug... O, wie bin ich glücklich, daß der Krieg vorbei ist!" „Sie sind älter als er?" „Zwei Jahre... Ich bin das Haupt der Familie... „Haben Sie schon immer in Paris gelebt?" „Nein. Wir-kommen aus Laon... Wegen des Krieges." „Flüchtlinge?" „Nennen Sie uns nicht so; wir arbeiten." Andrews lachte. „Gehen Sic weit?" fragte sie und sah ihm ins Gesicht. „Nein, ich wohn? hier in der Nähe...' Mein Name ist übrigens genau der gleiche wie der Ihre." „Jean? Wie komisch. Wo gehen Sie hin?" „Rue Descartes, hinter Saint Eticrme." „Dann wohne ich ja ganz in Ihrer Nähe." „Alfer Sie dürfen nicht kommen. Die Pförtnerin ist eine Tigerin. Ctienne nennt sie immer Madame El6menceau." „Wer. der Heilige?"..„ „Nein. Sie Dummkopf, mein Bruder. Er fft Soziasist, Setzer bei der Humanit«4. „So? Ich lef« oft die Humanit6." „Armer Junge. Er hat früher immer geschworen, nie ins Heer einzutreten. Er wollte nach Amerika. „Das würde ihm jetzt nicht viel helfen," meinte Andrews bitter.»Was arbeiten Sie jetzt?" „Ich?" Erbitterung überlief ihre Stimme.„Warum sollte ich's Ihnen nicht sagen? Ich arbeit« bei einer Schneiderin... Doch da sind wir ja." Sie lachten beide. „Wollen wir uns nicht wieder treffen?" „Gut. Im Kaffee am Ende des Boulevard Saint Michel. Aber Sie werden wahrscheinlich doch nicht kommen." „Ich schwöre, daß ich kommen werde!" rief Andrews eifrig aus. „Werden sehen." Sie lief fort, die Straße hinunter. Andrews blieb allein inmitten des rauschenden Regens. Er fühlte sich ruhig und müde. Als er in fem Zimmer zurückkam, fand er kein« Streichhölzer in der Tasche. Durch das Fenster drang ein Licht. Er härte nur das zischende Geräusch des Regens im Ofen. Er stolperte über einen Stuhl. „Bist du betrunken?" kam Wallers Stimme aus dem Bett.„Auf dem Tisch sind Streichhölzer." „Aber wo zum Teufel ist der Tisch?" Endlich gelang es ihm. die Streichholzschachtel zu er- wischen. Das rote Flackern des Zündholzes blendete ihn. Er blinzelte. Die Lider waren noch voller Regentropfen. Als er eine Kerze angezündet und sie zwischen die Noten auf den Tisch gestellt hatte, riß er sich die nasien Kleider vom Leibe. „Habe gerade ein entzückendes Mädchen getroffen, Walters" Andrews stand nackt neben dem Haufen Kleider und rieb sich mit einem Handtuch ab. „Donnerwetter, bin ich naß... Aber sie ist wirklich das entzückendste Geschöpf, das mir bisher in Paris über den Weg gelaufen ist." „Ich dachte, du wolltest die Weiber zufrieden lassen?" „Die Dirnen, meinst du wohl." „Ist nicht jedes Mädchen, das du von der Straße rauf- holst,'ne Dirne?" „Unsinn." „In diesem verfluchten Land gibt's nur Dirnen... Gott, ich möchte'mal wieder fo'n nettes, fesches, gesundes ameri» kanifches Mädchen zu sehen kriegen." Andrews antwortete nicht. Er blies das Licht aus und stieg ins Bett. Andrews begann an Ieanne zu denken, und der Gedanke an sie ließ ein Gefühl ruhigen Wohlseins durch seinen Körper strömen. Wenn er mit ihr durch die abendlichen, menschen- gefüllten Straßen schlenderte, besänftigte die Berührung mit ihrem Körper die Erregtheit seiner Nerven, so wie er es noch nie vorher gekannt hatte. Es erregte ihn, mit ihr zu fein, doch sehr süß und sanft, so daß er fast vergaß, daß seine Glieder steif in eine unbequeme Uniform eingepreßt waren, so daß seine fiebrigen Wünsche fast aus ihm auszuströmen schienen, bis er mit ihrem Körper zusanimen mühelos in dem Strome all der Leben der vorübergehenden Menschen zu treiben schien. Er war dann so matt von der ruhigen Liebe, die ihn um- strömte, daß die harten Wälle seiner Individualität fast ganz in dem nebligen Straßenzwielicht zu zerfließen schienen, und auf einen Augenblick, wie er daran dachte, stieg ihm der Geruch von Blumen, schwer von Blütenstaub, und von sprießendem Gras und feuchtem Moos und schwellenden Säften in die Nase. Manchmal, wenn er an einem rauhen Tag« im Ozean schwamm, hatte er dieselbe unbekümmerte Heiterkeit gefühll. wenn er von einer ungeheuren, brausenden Welle gefangen an die Küste getragen wurde. Er saß ruhig und still in dem teeren Weinladen an diesem grauen Nachmittag und fühtte sein Blut in den Adern murmeln und anschwellen, wie das neue Leben jetzt murmelte und anschwoll in den Keimen der Bäume, im zarten Grün, das sich unter ihrer rauhen Rinde regte, in den kleinen Tieren der Wälder und in dem Bich, das auf den Wiesen zur Weide hinausging. Dieser Vorfrühling war eine unwiderstehliche Kraftquelle, die ihn und alle mit sich forttrug. Die Uhr schlug fünf. Andrews sprang auf und stürzte. noch kaum in seinen Mantel geschlüpft, aus der Tür. Ein rauher Wind blies auf dem Platze. Der Fluß war schmutzig grau-grün, geschwollen und strömend. Ein heiseres, triumphiereirdes Brüllen entstieg seinen Wellen. Der Regen hatte aufgehört, aber das Pflaster war mit Matsch bedeckt, und in der Gosse waren große Pfützen, die der Wind kräusett«. Alles— Häuser, Brücken, Flüsse und Himmel— war kalt grau-grün beschattet und nur von einem Fetzen Ockergelb am Himmel unterbrochen, gegen den Notre Dame und ihr schlan» ker Turm dunkel und rötlich aufragten. Andrews ging mit schnellen Schritten, paffchte durch die Pfützen, bis er einen überfüllten grünen Auwbus erreichte. (Fortsetzung folgt» oräuche haben in siner Stadt wie Berlin keine Stätte mehr, und wenn die deutschoölkischen Handlungsgehilfen Ostern feiern, so tarn sie das im Cutway bei bayerischem Bier, Militärmusik und Shimmy, was bekanntlich in Urgermanien noch nicht Brauch war. Ganz merkwürdig aber berührt es doch, wenn man hört, daß noch wenige Jahre vor dem Krieg in allernächster Nähe Berlins sich Spuren alter Gebräuche gefunden haben. Im alten Teil des Dorfes Schmargendorf konnte man in den Ostertagen die Fenster der Wohnhäuser mit Ostereiern geschmückt sehen, die von Kindetto auf Fäden gereiht waren, welche quer über die Scheiben gespannt wurden. Wer die meisten vollen Fäden aufweisen konnte, war„Osterkimig". Bis zum Anfang dieses Jahrhunderts war in und um Potsdam auch noch das sogenannte Osterpietschen hier und da im Schwange. Die Kinder zogen mit Körben(für die Eier) und mit Ruten umher und riefen den gemütvollen Bers;„Osterpietsche, jif mi'n Ei oder ick hau Di'n Döz(Kopf) inzwei." Dann mußten die also Ange- rufenen mit einem Osterei herausrücken. Und die von Kitzler heraus- gegebene Heimatzeitschrift.Die Mark"' brachte in ihrer Osternummer 1307 zwei sehr nette und bemerkenswerte Bilder über dieses Oster- pietschen oder auch Stiepen aus dem bekannten Friedrichs- Hägen, wo ein paar Berliner Segler von der Jugend auf offener Straß«„gesticpt" werden und sich durch Münzen loskaufen. In demselben Heft berichtet O. Illlicher von der alten Rixdorfer Herrn- hutischen Bruderschaft, die am Ostersonntag früh mit Weib und Kind unter Posaunenmusik, die nach ererbter Sitte von den Gemeinde- kindern selbst ausgeübt werden muß, zum alten böhmischen Friedhof schreitet, woselbst eine Totenfeier abgehalten wird. Vielleicht mögen auch in einzelnen religiösen Sekten noch bestimmte Ostergebräuche bestehen, von denen die Ocffentlichkeit nichts sieht und erfährt. Bei der jungen und jüngsten Berliner Generation ober ist e, Sitte ge- worden, zu Ostern möglichst weit ins Land zu fahren, um sich ein Stückchen fremder heimischer Erde anzusehen, und es ist ein Zeichen unserer Zeit, wenn man für den Preis eines halbwegs anständigen Schokoladen- oder Marzipaneis bis in die Sächsische Schweiz fahren kann. Der Kulturengürtel um Serlin. Das Städtebauamt der Stadt Berlin teilt mit: Je mehr mit der allgemeinen Verarmung die Möglichkeit zur Errichtung von Fa- milienhäufern schwindet, um so wichtiger wird die Pflege der Fa- miliengärten. Liebe zur gärtnerischen Betätigung und Sorge für die Gesundheit der Kinder haben schon früher manchen Bewohner der engbebauten Innenstadt veranlaßt, sich draußen einen Kleingarten zu schaffen. Nach dem Kriege ist zu dem Wunsche nach Erholung im Freien der Wille und die Notwendigkeit getreten, die Ernäh- rungslage der Familie durch Gartenkultur zu besiern. Heute haben die Kleingärten um Berlin einen Umfang von öl 68 Hektar erreicht. Die Zahl der Kleingärtner ist allein im verflosienen Jahre von 158 OVO auf 170 000 gestiegen, d. h. jede siebente oder acht» Familie besitzt einen Garten. Tausende aber sind für Landzuweisungen vorgemerkt: die Nachfrage nach Kleingartenland kann trotz der gesetzlichen Befugnisse zur Zwangspachtunq nicht befriedigt werden. Gutes Land in einigermaßen günstiger Verkehrs- läge zur Innenstadt ist nur noch in geringem Umfange vorhanden. Unter diesen Umständen war es Pflicht der Verwaltung, jede im Stadtgebiet noch vorhandene Brachfläche auf ihre Ausnutzbarkeit zu prüfen. Das Zentralkleingartenamt hat in Verbindung mit den Bezirksämtern und den gemeinnützigen Kleinpachtverbänden diese Prüfung vorgenommen mit dem Ergebnis, daß etwa 1023 Hektar Brachland im Gebiet der Stadt Berlin vorhanden sind, von denen jedoch nur etwa 266 Hektar der Bestellung zugeführt werden konnten, falls sich für diese Flächen die genügende Zahl Pächter finden und die Verpachtungen nicht verweigert werden. Dabei soll versucht werden, für die erste Bestellunq dieser Flächen Zuschüsse aus�dem Reichsfonds für Meliorationen von Oedländereien zu erhalten. Der größte Teil des Brachlandes, etwa 653 Hektar kommt leider wegen ungünstiger Bodenverhältnisse und schlechter Verkehrslage für eine gärtnerische oder allgemein landwirtschaftliche Nutzung überhaupt nicht in Betracht: ferner sind noch 11 Hektar vorhanden, welche in erster Linie für Siedlungszwecke verwandt werden sollen.— Auf den 266 Hektar, die so insgesamt der Be- stellung noch zugeführt werden können, sind bestenfalls 6650 Klein. gärten unterzubringen. Damit sind aber die Möglichkeiten der An- läge von Kleingärten im derzeitigen Stadtgebiet erschöpft. Der Kul- turgürtel um Berlin liegt heute schon zu einem großen Teil außer- halb des Stadtgebietes: in der Richtung der nördlichen Radial- Bahnen, der Ostbahn und der Dresdner Bahn fallen die Grenzen der Kleingärten der Berliner Bevölkerung mit der Grenze der Vor- orttarife zusammen. Es zeigt sich auch in dieser Angelegenheit, daß das S t a d t g e b i e t für die Erfüllung mancher Aufgaben auch heute noch zu eng ist, von einer Verkleinerung sollte jeden- fall» ernstlich nicht gesprochen werden. Preisabbau für öriketts und Koks. Das Nachrichtenamt de» Berliner Magistrats gibt bekannt, daß im Kleinverkauf von Briketts und Koks vom3. Aprilab folgend« Höchstpreise festgesetzt sind: für Küchen- und Ofenbrand je Zentner Briketts ab Lager 6130 M., frei Keller 6390 M., je Zentner Gaskoks ab Lager 11 640 M., frei Keller 11 940 M., bei fuhrenweiser Lieferung an das Kleingewerbe und für Zentralheizungen je Zentner Briketts ab Lager 6130 M., frei Keller 6350 M., je Zentner Gaskoks ab Lager 11640 M., frei Keller 11000 M. Hiermit ist endlich die Preisermäßigung eingetreten, die in Aussicht gestellt war und sehnlichst erwartet wurde. Sie beträgt für Briketts mehr als ein Zehntel des bisherigen Preises: denn zuletzt kostete für Küchen- und Ofenbrand ein Zentner ab Lager 6945 M.. frei Keller 7225 M. Di« Ermäßigung ist infolge Herabsetzung der Zechenpreise möglich geworden._ weitere Verteuerung der Milch. Die Milch macht leider den Preisabbau nicht mit, sondern wird noch teurer. Der neue Preis je Liter ist für das Gebiet der Stadtgemeinde Berlin vom 2. April ab so festgesetzt worden: für Vollmilch 86 0 M., für nach Berlin eingeführte Magermilch 420 M. Beliefert werden die A.-Milchkarten mit% Liter, die L, Milchkarten und die Karten für werdende Mütter mit Liter. Daß wir die neue Milchpreissteigerung den Landwirten zu danken hoben, wurde im„Vorwärts" bereits dargelegt. Bei geringerem Milchpreis würden sie noch weniger Milch nach Berlin kommen lasten. Ein neues Verfahren gegen den„Propheten" Haeußer Gegen den Wanderprediger und„Propheten" Louis G. Haeußer. gegen den erst kürzlich die Strafkammer des Land- gerichts Oldenburg wegen Verbrechens gegen das Gesetz zum Schutze derRepublik sowie wegen Nötigung gegenüber dem Amtsgericht Delmenhorst auf ein Jahr neun Moßate Gefängnis erkannt hatte, f'ndet bereits am 9. April eine neue Verhandlung vor dem Schöffengericht Hannover statt. Es handelt sich wiederum um Nötigung und Beleidigung, welche Strafhandlunzen im Zusammenhang mit der inzwischen aufgelösten Verlobung Haeußers mit der Tochter des verstor- denen Admirals o. Pohl stehen. R.-A. Dr. Schwindt- Berlin hat sich an den Ministerpräsitenten von Oldenburg in einer längeren Eingabe gewandt, um die Aufhebung der für das Gebiet des Staates Oldenburg aegen Hacußer verhängten Schutzhaft zu er- reichen. Haeußer beabsichtigt nämlich, den Staub des Landes Olden- bürg von seinen Füßen zu schütteln, da er die Ueberzeugung ge- wonnen hat, daß die Menschheit für seine Ideen noch nicht„reis" sei. Weiter soll Haeußer zu d-m vernünftigen Gedanken gekommen sein, daß es für ihn bester sein werde, sich einem praktischen Berufe zu widmen. Infolge des leidenden Zustandes des 'Verurteilten hat das Gericht vorläufig von der Dollstreckung des Urteils Abstand genommen. Die schnelle Wandlung vom„starken Mann" zum„kranken Huhn" wird besonders den Verehrerinnen , Haeußers wenig imponieren und ihm seinen Nimbus sehr schnell rauben. l- £fnc zweite öluttat. Ermordung einer Frau durch ihre Skiefsöhue. Zum Osterfest wird die Oesfentlichkeit durch zwei grauenhafte Bluttaten aufs tiefste erregt, die eine, die den im Grunewald heim- tückisch ermordeten jungen Griechen betrifft, liegt in bezug auf die Täterschaft noch im tiefsten Dunkel. Unmittelbar darauf hat sich in Oer fortgesetzte Kampf gegen Monarchisten und Kommunisten erfordert täglich große Mittel zur Abwehr der außerordentlich großen Gefahr. Zeder ausrichtige Republikaner sendet deshalb für diese Kämpfe freiwillige Seiträge auf Postscheckkonto Nr. 487 4Z an fUex Pagets, Serlin SW 68, Linöenstraße 3. Charlottenburg eine zweit« schwer« Bluttat ereignet, deren Täter zwar flüchtig sind, von denen man aber die Namen weiß, so daß Gewißheit vorhanden ist, daß man ihrer bald habhast wird. In dem Hause Mopstockstraße 52 wurde die 43 Jahre alte Ehe- frau Pauline de» Arbeiters Papke in ihrer im zweiten Stock auf dem Hof belegenen Wohnung von ihrem von der Arbeit heimkehren- den Manne tot aufgefunden. Um ihren Hals war ein Lederriemen geschlungen, im Mund steckte ein Knebel. Die Ermittlungen der mit der Aufklärung des Verbrechens be- trauten Kriminalkommistare Galzow und Rünqer ergaben, daß das Derbrechen von den beiden Stiefsöhnen der Er- mordeten, dem 16 Jahre alten Kurt und dem 17 Jahre alten Max, ausgeführt worden ist. Die beiden Taugenichtse, unter denen das Ehepaar schon viel zu leiden hatte, waren vor wenigen Tagen wieder ihren Lehrherren entlausen, nachdem sie sich Unregelmäßig- keiten hatten zuschulden kommen lasten. Die Bluttat ist in den Morgenstunden zwischen 10 und 11 Uhr verübt worden. Kurz nach 10 Uhr börten Nochbarn Frau Papk« stöhnen. Weil sie glaubten, daß sie Krämpfe habe, wollten sie sie aufsuchen. Auf ihr Klopfen wurde aber nicht geantwortet. Später hörten sie dann nochmals Geräusch m der Wohnung, und als sie lauschten, vernahmen sie leise Männerstimmen. Einer sagte:„Ach laß sie, es ist doch gleich zu E n d e" Nunmehr setzten sie sich mit der Kriminalpolizei in Verbindung. Inzwischen kehrte der Mann auch von der' Arbeit heim. Die Burschen ober hatten uuterdesten die Wohnung oerlasten, der eme unter Mitnahme eines Fohrrades, das dem Untermieter der Familie gehört. Die Bluttat selbst hat in der Küche stattgefunden. Von dort ist die Ermordete über den Korridor in das vermietete Zimmer geschleppt worden. Schleifspuren waren hier deutlich sicht- bar. Kisten und Kästen waren alle durchwühlt. Geraubt wurden Geld, Wertsachen und Kleidungsstücke. Die flüchtigen Burschen werden von der Kriminalpolizei gesucht. Mitteilungen über ihren Auf- enthalt nehmen die Kriminalkommistare Galzow und Bünger«nt- Segen._ Die neuen Strastenbahnfahrpreise. Di« bereits angekündigte Tariferhöhung der Straßenbahn bringt ob 1. April folgende neue Preise: 1. Einzelfahrscheine für Erwachsene 300 M.: im Bereich der Vorortbahnen(vor- mal? Spandouer, Köpenicker Straßenbahn, Teltower Kreisbahnen mit Grunewaldbahn) 250 M.: für Kinder von 6— 14 Iahren, ferner (auf Berechtigungsschein) für Lehrlinge und Schüler von 14 bis 17 Iahren und für unbemittelte Studenten sowie(auf Ausweis des Bezirksfürsorge- oder Wohlfahrtsamtes) für Kriegsbeschädigte und im Gehen schwer behinderte Personen ollgemein 150 M. Die Einkom- mensgrenze für den Bezug von Berechtigungsscheinen für Lehrlinge und Schüler ist auf 360 000 M. jährlich(einschließlich Naturalbezüge) erhöht. Die Ausfertigungsgebühr für den Berechtigungsschein be- trägt 60 M. 2. Teilstreckenfahrschein(versuchsweise) auf den Linien 9, 16, 116 für die durch Aushang in den Wagen bekannt- gegebenen Strecken 200 M.: Fahrten darüber hinaus kosten 300 M. 3. Umsteigefahrscheine, auch im Wechfelvertehr mit der Hoch- bahn, 450 M., im Bereich der oorbenannten Vorortbahnen 300 M. 4. Wochenkarten: Für wochentäglich zwei ununterbrochene Einzel- fahrten auf beliebiger Strecke innerhalb einer Kalenderwoche auf den Stammbahnen 3000 M., im Binnenverkehr der zu 1. genannten Vorortbahnen 2500 M. Sonntags gelten die Karten nicht: jedoch an Wochenfeiertagen. 5. Monatskarten. Dom Monat April ab: auf den Stommbahnen: eine Linie 18 000 M.. drei Linien 24 000 Mark, all« Linien 48000 M., im Binnenverkehr der zu 1. genannten Vorortdahnen: eine Linie 12 000 M., für den Bereich einer der Vor- ortbahnen 15 000 M. 6. Schülermonatskarten: 5500 M. Kein Mieterstreik. Wir haben bereits in der gestrigen Abendausgab« auf die von unverantwortlicher Seite neuerlich in Szene gesetzte Propaganda für einen Mieterstreik hingewiesen. Der Gau Berlin im Bunde Deutscher Mietervereine teilt uns dazu mit, daß er für den 1. April keine Parole für einen Voll- oder Teilstreik der Mieter ausgegeben habe. Er betont weiter, daß er mit der sogenannten Streikleitung, die von unbekannten Personen gebildet worden ist, nichts zu tun hat, schon deshalb, weil er be- gründete Hoffnung hat. fein« Forderungen auf dem Derhandlungs- weg« zu erreichen._ Das Eiserne Kreng— im Jahre ISSS! Der Schluß des Krieges liegt jetzt ziemlich viereinhalb Jahre hinter uns. Ist es da möglich, daß noch jetzt Eiserne Kreuz« verschickt werden? Einer, der noch am 29. März 1923 mit einem solchen Kriegsandenken überrascht wurde, legt uns den ihm zu- gegangenen Einschreibebrief samt Inhalt vor. Dos Abwickelungs- amt des 3. Armeekorps hätte ihm schon im Dezember 1920 das Lredeusmittelpreise der Woche. Zufuhr: Fleisch ausreichend. Geschäft ziemlich rege. Fische ausreichend, Gesch&ft rege. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. In der Woche vom 25. bis 31. März galten in der Zentralmarkt- halle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 3000— 1000 M. ohne Knochen 3500—4500 M. Schweinefleisch 3500—4500 M. Kalbfleisch 3000—4500 M. Hammelfleisch 3000 bis 4000 M. Geräucherter Schinken 6000—0500 M. und Speck 40i)0 bis 6000 M. Ruten 5500-6500 M. Hühner 4000— 4500 M. Gänse 3500 bis 5000 0. Enten 5000-5500 M. Schellfisch 900-1200 31. Kabeljau 1000—1600 M. Flundern 600—1000 M. Rotzungen 1000—2500 M. in Eis: Aale 5000-9000 M. Schleie 2500 M. Hechte 2200 3L. Barsche 600—1900 M. Zander 3500—4500 M. Rlötien 600-1200 M. Lebende Aale 6000—9000 M. Schleie 4000—4500 M. Hechte 2900—3500 M. Bleie 600—1500 M. Karpfen 3000—3500 M. Plätzen 800—1600 M. Zander 4000— 4500 M. Naturbutter 8000—9000 M. Margarine 2500—3300 M. Schweineschmalz 3500 M. Eier 850— 360 M. das StücV. Erbsen 850 bis 1400. M. Weiße Bohnen 800—1000 M. Linsen 850—1400 M. Weizenmehl 650—950 M. Roggenmehl 650—750 M. Nudeln 900-1600 M. Reis 750-1100 M. Weißkohl 250 M. Wirsingkohl 250-260 M. Rotkohl 400 M. Rosenkohl 1100 M. Mohrrüben 120-130 M. Kohlrüben 120 bis 150 M. Spinat 700—800 M. Rote Rüben 130—145 M. Sellerie 100 bis 120 M Morcheln 1800 M. Eßäpfel 450-800 M. Apfelsinen 300 bis 550 M. und Zitronen 120—180 51. das Stück. Eiserne Kreuz, das ihm vom Befehlshaber des Wehrkrieskomman. dos 3 durch Verfügung vom 30. Oktober 1920(!) verliehen worden war. nebst Besitzzeugnis zustellen wollen. Der Empfangsberechtigte konnte damals nicht aufgefunden werden, well seine derzeitige Adresse nicht bekannt war. Jetzt endlich haben sie ihn erwischt— und er hat nun auch sein Eisernes Kreuz weg. Hoffentlich ist die Verteilung der Eisernen Kreuze bald vollständig„abge- wickelt". Vojacks werSegang. Gerichkliche Enkhüllungen einer Schieberexistenz. In den Werdegang eines modernen Schiebers, der sich in kurzer Zell vom Heimarbeiter zum Milliardär„emporgearbeitet" hat, wird ein« Verhandlung hineinleuchten, die sich binnen kurzem beim Land- gericht I abspielen wird. Hier wird einer der größten Schieber- Prozesse aufgerollt werden, die in den'etzten Jahren die Gericht« beschäftigt haben. Angeklagt ist der Kaufmann Johann Wojock, Margarethenstr. 1 wohnhaft, und mit ihm 12 andere Personen. Der Hauptangeklagte Wojack hat«ine abenteuerliche Karriere hinter sich Er war zuerst Arbeiter, dann Opernschüler, Sänger und schließlich Kaufmann. Im Dezember 1918 hatte er in der Friedrich- straße nahe dem Halleschen Tor ein Zimmerchen im dritten Stock und fertigt« dort mit einer Heimarbeiterin aus alten Masken- kostümen Pantoffel an. Ansang des Jahres 1920 knüpfte er B e- Ziehungen zur Reichsbekleidungsstelle an, brachte einen großen Posten Wäsche,' der für oitpreuhische Flüchtling« be- stimmt war, in seinen Besitz und fing, da dieses Geschäft sich sehr lukrativ gestaltete, an, Schiebergeschäfte im großen zu machen. Er gründete nacheinander vier Gesellslbasten. mietete groß« Lagerplätze und Schuppen und kaufte nun auf, was ihm irgendwie erreichbar war. Er wandte sich an die Reichstreuhandgefellschast, um von dieser Schrott zu erwerben und durch Bestechungen gelang«s ihm, an die Reichstreuhandgesellschakt so anstatt 63 Tonnen Schrott nur 28, in einem anderen Fall anstatt 28 Tonnen nur 4. in einem dritten Fall anstatt 33 Tonnen nur 8 zu bezahlen. In seinen Lagern hatte Wojack bald für Hundert« von Millionen Waren aufgestapelt, die aus dem Besitz« des Reiches stammten. Seine Buch- führung aber bestand nur aus losen Zetteln, so daß späterhin ein« völlig« Nachprüfung der Geschäft« gar nicht mehr möglich war. Wojack machte sich dann an den Leiter der Finanzabteilung der Zweigstell« Berlin der Reichstreuhandgefellschast, Schauer, heran und wußte diesen, sowie den Angeklagten Rätzler gegen Zahlung von Provisionen dazu zu verleiten, ihm Kaufmöglichkeiten aus den Be- ständen der Reichstreuhandgefellschast nachzuweisen, von denen er schneller Kenntnis bekam, als jeder andere Kaufmann. Schließlich „lötigte" er noch«in großes Geschäft in Automobilen. Er kaufte den gesamten Autobestand der Reichstreuhandgesellschaft, nämlich 110 Kraftwagen unter Ausschaltung d«s gesamten legitimen Automobilhandels als— Schrott auf. Wojack wird sich nun wegen Betruges gegenüber dem Reichsfiskus, die anderen An- geklagten wegen Bestechung und Beihilfe zum Betrug zu verant- warten haben. Der Prozeß, der voraussichtlich m«hrer« Wochen andauern wird, dürft« interrstant« Einzelheiten über die Geschäftsführung einzelner mit der Verwertung von Heeresgut be- auftragten Stellen bringen. Dieser groß« Prozeß ist übrigens der Auftakt zu einer Reih« anderer noch schwebender Vestechungs- Prozesse._ Wohnungsbefchlagnahme bei Polizeistundenüberiretung. DaS Notgesetz vom 24. Februar 1923 bestimmt, daß die auS dem rheinischen EinbruchSaebiet ausgewiesenen Personen bevorzugt unterzubringen sind. In Ausführung dieser gesetzlichen Bestimmun- gen schließt die Polizei alle Gast- und Schankwirischaften, in denen Glücksspiele. Nackttänze oder ähnliche Vorführungen nach Schluß der Polizeistunde festgestellt werden. Die hier« durch freigewordenen Räume werden, soweit fie fflr Wohnung«-- zwecke geeignet sind, im Sinne des Notgesetzes zur Verfügung gestellt. DaS Polizeiamt Wedding allein ist bereits in drei Fällen gegen derartige Lokale vorgegangen. Von der Beschlagnahme der Räume ist nur deswegen Abstand genommen, weil die Wirte sich noch aus Unkenntnis der gesetzlichen Bestimmungen berufen konnten. Der Polizeipräsident nimmt daher erneut Veranlassung, auf diese Bestimmungen hinzuweisen. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß in Zukunft mildernde Umstände von der PolizeiproxiS nicht mehr an- rkannt werden können._ Gebührenordnung für Wohnnustsvermittlung. Ein Stadverornetenausschuß hat die Magistrats- vorläge über den Erlaß einer Gebührenordnung für W o h- nungsvermittlung angenommen und gleichzeitig diese neue Gebührenordnung beraten. Es sollen diese auch nur erhoben wer- den von den Wohnungssuchenden durch die Wohnungsämter. Di« Gebühren werden betragen: bei Zuweisung und bei Tausch von Wohnungen von mehr als 200 bis 800 Mk. Grundmiete ohne Heizungskosten 10 Proz.. bei Wohnungen über 800 Mk. 20 Proz., bei Wohnungen über 1200 Mk. 3S Proz., bei Wohnungen über 2400 bis 4000 Mk. 56 Proz. und über 4000 Mk. 70 Proz. und bei Mieträumen über 8000 Mk. 100 Proz. Dazu kommen 1000 Mk. für Ausstellung eines Ueberweisungsfcheines. Auf Anttag kann diese Gebuhr ermäßigt werden. Die Beträge werden erhoben bei Anzeigen an dos Bezirks-Wohnungsamt. bzw. Zenttalamt nach erfolgter Zuweisung bzw. nach Abschluß der Mietsverttäge und Aushändigung des Ueberweisungsfcheines, die Fragebogen sind de- sonders zu bezahlen. Di« Zahl, mit der die Gebühren zwecks Ausgleich der Teuerung in Zukunft multipliziert werden müssen, wird allmonatlich unter Zugrundelegung der amtlichen Teuerungszahl für August errechnet. Sie liebte„Nebenverdienst". Durch einen raffinierten Trick hatte die Geflügelver- käuferin Frau K ei bei zahlreiche Personen betrogen. Sie hatte einen Stand in der Zentralmartthalle. in dem sie Gänse ver- tauft«. Eines Tages machten Konkurrenten der Händlerin einen Beamten der Schutzpolizei darauf aufmerksam, daß Frau Keibel, um emen„Nebenverdienst" herauszuholen, ihre Wage auf falsches Gewicht eingestellt habe. Der Beamte verbarg sich in der Nähe des Standes und stellt« sehr bald fest, daß auf dem Grunde der trichterförmig geformten Wag« ein Gänsekopf im Gewicht von 125 Gramm lag. Um dieses Gewicht wurden die Kunden beim Kauf bewogen und die Händlerin verdiente an jede: Gans im Durchschnitt 1500 bis 1800 Mark mehr, als sie berechnen durfte. Bor Gericht verteidigte sich die Angeklagte damit, sie hätte nicht gewußt, daß in der Wage der Gänsekopf gelegen habe, doch beantragt« der Amtsanwalt sechs Monat« Gefängnis gegen sie. R.-A. Such bat um ein« milder« Bestrafung, da die Angeklagte am härtesten durch die Entziehung der Handeiserlaubnis getroffen sei. Das Gericht erkannte auf drei Wochen Ge- f ä n g n i s und billigte ihr Bewährungsfrist gegen«in« Luhe von 200000 Mark zu._ Markenzucker für 120 M. pro Pfund. In Deutschland kostet ein Pfund Markenzucker 700 M. und dar- über. Im Freistaat Danzig wird der Markenzucker für 120 M. pro Pfund geliefert. Die Zuckerrafsinerie in Neufahr- wasser arbeitet unter k«in«n günstigeren Verhältnissen als die deut- scheu Zuckerfabriken. Das Danzig-r Beispiel beweist, wie u n g e- reckitfertigt die deutschen Preiserhöhungen sind und daß eine mit fester Hand durchgeführt« Zwangswirtschaft sehr wohl die Preise niedrig halten kann. Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt bis auf weiteres unverändert zum Preis« von 85 000 M. für ein Zwanzigmarkstück, 42 500 M. für ein Zehnmarkstück. Ter Ankauf von Reichssilbermünzen durch die Reichsbank und Post er- folgt bis auf weiteres unverändert zum 1500fachen Betrage des . Nennwertes. Diebstahl von Theaterrequifiten. Der in Hafenfee im Hause Der Reiseverkehr im Ruhr- und Rheingebiet. brauchen. Berwunderlich ist aber auch manches von Gerichtsfeite. Joachim- Friedrich- Str. 13 wohnende Oberregiffeur Artur Reßbach Warum wurden die Unterfragen wegen Totschlag und Da die Franzosen in den letzten Tagen dazu übergegangen wegen Rörperverlegung nicht gestellt? Reis hat, inist durch Einbruchsdiebstahl um mehrere Millionen geschädigt worden. Aus dem Keller wurden ihm unter anderem gestohlen: ein großer waren, ganz willkürlich Bahnhöfe im Ruhrgebiet zu besehen, auf dem er bei der Eheschließung sein Alter um 5 Jahre höher angab, Bosten bemalte Theaterleinemand, vier große wasserdichte denen sie wertvolles Eisenbahnmaterial vermuteten, mußte der doch eine intellettuelle Urfundenfälschung begangen. Segeltuchtaschen mit Ledereden, figniert„ Eigentum Artur Rezbach, Schnellzugsverkehr im Ruhrgebiet weiterhin eingeschränkt werden; Warum wird er wegen dieses Delifts nicht verfolgt? Das Gericht Berlin", und gestempelt mit den Firmen Theaterdienst Berlin" o verkehren die D.3üge von Berlin nur bis Hamm, hält für erwiesen, daß er die„ Bombe", die ihm acht Lage vor und„ Nicoleit u. Janowitz, Berlin", ein großer Reklamevorhang mit ebenso die Schnellzüge von Hamburg, die über Münster nach Hamm dem Morde ins Haus geworfen" wurde, selber fabriziert Rinofläche, bezeichnet„ Café Woerz, Nollendorfplat", ein Gaumont- geleitet werden; dafür sind an die Berliner und Hamburger hat. Im Küchenschrank hat die Polizei noch Restmaterial und das scher Kinovorführungsapparat, etwa 35 000 bunte Reklamebilder Personenzüge geschaffen worden; die neuen Anschluß- Reis hat den Leutnants- und den Oberleutnantstitel und das Eiserne D- 3üge in Hamm Anschlußverbindungen durch Werkzeug gefunden. Auch hier weder Anklage noch Bestrafung. „ Eine Haremsnacht". Angaben nimmt das Berliner Bolizeipräsidium ( Bimmer 90a) entgegen. 20 Proz. des wiedererlangten Bertes find züge, die teilweise als Eilaüge gefahren werden, verkehren in Kreuz erster Klasse gestohlen. Auch hierfür wird er nicht bestraft. als Belohnung zugesichert. beiden Richtungen von Hamm bis Dortmund, Herne, Wanne, Einzig und allein wegen unberechtigter Führung des Doktortitels Gelsenkirchen nach Essen Hauptbahnhof, wenn Essen besetzt oder hat er zwei Wochen haft erhalten. Moralisch ist die Fürsorge für Rhein- und Ruhrflüchtlinge. Die Zentralfürforge- gestört ist, nach Alteneffen oder nur bis Banne. Rontroll. Deutschnationale Partei gerichtet, in der es möglich ftelle für Flüchtlinge Groß- Berfin hat für alle hier eintreffenden station" für alle diese Süge ift Scharnhorst. Die Schnell ist, daß solche Hochstapler ihr Wesen treiben fönnen. Reis hat in Rhein und Ruhrflüchtlinge eine besondere Ruhrabteilung im züge von Süddeutschland biegen in Rabel( zwischen Schwerte und feiner Marienburger Redaktionstätigkeit" die Sozialisten und die Polizeipräsidium Berlin, Aleranderplan, Zimmer 259 und 260, ein- Hagen) auf die Strecke Hagen- Elberfeld- Köln ein; mer von Arbeiter ständig in der schlimmsten Weise begeifert. Man kann sich gerichtet. Diejenigen Flüchtlinge, welche sich im Befige vollgültiger München oder Frankfurt ins Ruhrgebiet will, erreicht Personen aber darauf gefaßt machen, daß die Rolle biefes Abenteurers noch Ausweispapiere befinden, können sich unmittelbar an diese At- oder Schnellzuganschlüsse nach Dortmund und Essen entweder in nicht ausgespielt ist, und man sollte ihn deshalb nicht aus den teilung zweds Betreuung wenden. Anmeldezeit wochentags 8 bis Rabel oder in Schwerte; Rontrollstationen" für die Züge von Augen lassen. Die deutschnationalen Zeitungen aber bringen den 2 Uhr. Die nach 2 Uhr nachmittags eintreffenden Flüchtlinge er Süddeutschland( auch von Berlin) sind Hengsten und eine zweite traurigen Mut auf, von einer eße der Sozialisten zu halten eine vorläufige Betreuung durch den Bahnhofstommiffar Vohwinkel. Der Personenverkehr über sämtliche Rheindes Roten Kreuzes am Schlesischen Bahnhof, Wartefaal 1. Klasse. ubergänge nach der Pfalz ist gesperrt. Die Züge der sprechen, die zur Anklage gegen Reis geführt habe. Alle übrigen Flüchtlinge müffen sich zunächst im Bolizeipräsidium Reichsbahndirektion Karlsruhe verfehren nur bis und von Marau, Berlin, Alexanderplatz, Zimmer 342( nach 2 Uhr nachmittags Rheinsheim und Lußhof; Schnellzüge von und nach Mürzburg Zimmer 264 F), vorstellen. Weitere Auskunft erhalten sie daselbst. beginnen und enden in Mannheim; der Fußgängerverkehr über die Die Juriffifche Sprechstunde fällt am Dienstag, den Münchener Schnellzüge D 52/53 enden und beginnen in Bruchsal, Rheinbrücke von und nach Ludwigshafen ist unbehindert. Die 3. April, aus. D 60/63 verkehren bis und von Mannheim. Zwischen Frank furt a. M. und Darmstadt leidet der Zugverkehr unter Verspätungen, da der Betrieb eingleisig unterhalten wird. Bereinigung der Freunde für Religion und Völkerfrieden. Dfterfonntag, 1. Abril, abends 6 Uhr, in der Trinitatis firche, Charlottenburg ( Untergrundb.: Bismarditraße), Dfterfeier: Genoffe Pfarrer Bleier. Der Jndra- Part, Greifswalder Straße 128/33, wird heute wieder eröffnet. Mieterjubiläum. Jubiläum. Genoffe einrid, Greifswalder Str. 210, 2. Dgb. IV, begebt am 1. April ein dreifaches Jubiläum. Er ist an biefem Tage 25 Jahre Borwärts- Lefer, feiert seine Silberhochzeit und sein 25 jähriges Eine Bekanntmachung über die Abgabe von Steuererklärungen, ausgehend von den Finanzamtern im Bezirk des Landesfinanzamtes GroßBerlin, finden die Lefer im Anzeigenteil der vorliegenden Ausgabe. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute nachmittag 34, Uhr im großen Saal der Philharmonie, Bernburger Straße 5: Fefttonzert ( 2. Gerie, rote Starten). Werle von Hadn, Mozart und Schubert. Die Nachzahlungen für Abonnenten betragen 100. pro Starte. Einzelfarten zum Preise von 200 M. pro Stud find zu haben im Bureau des Bezirks. bildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr., Zimmer 8, im Lands. gemeindehaus, Sophienstr. 23, und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen. Das Sozialwissenschaftliche Seminar des Genossen Stein beginnt am Donnerstag, den 5. Abril, abends 7, Ubr, in der Sophienschule, Beinmeiſterſtr. 16/17. Der Naum wird am schwarzen Brett bekanntgegeben. Hörgebühr 500 M. Dienstag, 1. Mai, abends 7, Uhr, in der Philharmonie Maifeier. Die Neunte Sinfonie von Ludwig von Beethoven. Mitwirkende: Gertrud Wolf( Sopran), Paula Weinbaum( Alt), Waldemar Hente, Mitgl. d. Staatsoper( Tenor), Carl Armster, Mitgl. d. Staatsoper( Bak). Profeffor Walter Fischer( Drael), Feitansprache Genoffe Lobe, Präsident des Deutschen Reichstages. Der Ber liner Aerzte- Chor unter Leitung von Dr. Singer. Das Philharmonische Drchefter. Musikalische Leitung: Kavellmeister Scherchen. Starten à 1000 M. im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, im Landsgemeindehaus Sophienftraße 23 und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen. Dann Familienfragödie in Goslar. Berrüttete Familienverhältnisse haben in Goslar zu einer furchtbaren Familientragödie geführt. Die von ihrem Manne getrennt lebende Frau Klinke wurde von brachte der Mörder seiner Braut einen tödlichen Schuß bei, um dem Bräutigam ihrer Tochter erschossen. schließlich die Waffe gegen sich selbst zu richten. Auf den beiden Frauenleichen fand die Polizei das fechs Wochen alte uneheliche Kind der Tochter lebend vor. Ein deutsches Flugzeug im Kaufajus. Ein Junder- Dampf. Zum Freispruch im Gattenmörderprozeß Reis. Metall- Berfehrsflugzeug ist, von Mostau fommend, auf dem LuftWie wir bereits furz berichtet haben, wurde der wegen Ermor wege über Chartow- Rostow- Novo- Roffijft am 27. März in Tiflis Bie wir bereits furz berichtet haben, wurde der wegen Ermor- eingetroffen. Es ist das erste Berkehrsflugzeug, das im Kaukasus dung seiner Ehefrau angeklagte deutschnationale Redakteur Reis in erschienen ist. Marienburg auf Grund des Wahrspruchs der Elbinger Geschworenen Eine ungeheure Feuersbrunft hat die Stadt Nantucket heimgefreigesprochen. Der nachstehende ergänzende Bericht läßt noch einige fucht. Der Schaden wird auf mindestens eine Million Dollar ge beachtenswerte Schlaglichter auf das ganze Verfahren fallen. Schätzt. Wetter bis Montag mittag. Sehr fühl, zeitweise beiter, jedoch JACOBI 1880 Alter Weinbrand Im weiteren Verlauf einer Ausführungen betonte der Staatsanwalt, daß die ostpreußischen Arbeiter schwer in Erregung zu bringende Leute seien. Aus folchem Holz würden teine politischen überwiegend bewölkt mit geringen Regenfällen bei frischen öftlichen Winden. Attentäter gemacht. Zur Zeit des Mordes herrschte in Marienburg Döllige Ruhe. Die acht damals Verhafteten hätten mit der Mordtat absolut nichts zu tun gehabt. Nur ein einziger von ihnen sei überhaupt jemals mit Reis in persönliche Berührung gekommen. Eine alte friminalistische Erfahrung sagt, daß der Verbrecher stets in der Nähe zu suchen sei. Wenn einem die Frau niedergeknallt werde, fuche man das teure Leben zu erhalten. Es wäre naheliegend gemesen, ärztliche Hilfe zu holen, statt sich auf die Straße zu be geben und dort zu schießen. Die Geschworenen mögen sich nicht irreführen lassen, sondern Mut und Mannhaftigkeit zeigen, damit der Mord gefühnt werde. Der deutschnationale R.-A. Kroll. Marienburg als Verteidiger forderte die Geschworenen auf, auch die Gründe des Angeklagten anzuhören. Der Angeklagte sei nicht überführt. Reis ersucht in einem Schlußwort um seine Freisprechung. Es war nur die eine Schuldfrage wegen überlegten Mordes gestellt. Nach 1½stündiger Beratung verneinten die Geschworenen die Schuld. Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Ausge worauf die Richter den Angeklagten freisprechen mußten. Dafirche am Mariannenplay am Dftermontag um 6 Uhr abends; Pfarrer bei ertönten aus dem Zuhörerraum vereinzelte Bravorufe, Acid. acet. salie., 0406%, Chinin, 12,6%, Lithium, ad 100 Amylum. was der Vorsitzende als Schamlojigteit rügte. Die Uebers nahme der Reis entstandenen Kosten lehnte das Gericht ab. Reis wurde auf freien Fuß gesetzt. Bund religiöser Sozialisten Deutschlands. Folgende sozialistischen Frande in der Heilig- Kreuz- Kirche am Blücherplat am Dftermontag um 10 Uhr vorm.; Pfarrer Dr. Lic. theol. Dr. phil Biechomafi in Neukölln in der Philipp- Melanchthon- Kirche, Stranolbitr. 16, am 1. April 10 Uhr vorm., am 2. April abends 6 Uhr über das Thema Ewiges Reben". Die Arbeitsgemeinschaft fozialdemokratischer Lehrer and Lehrerinnen Deutschlands Drtsgruppe Berlin• hält am Sonn abend, den 7. April, mit den Arbeitsgemeinschaften der Broving Branden. burg eine gemeinsame Zagung ab, auf der neben fulturpolitischen Referaten Paulsens und Königs auch Lohmann über eine straffere Busammenfaffung der über die Proving zerstreuten Arbeitsgemeinschaften und ihren Mit gliedern sprechen wird. Zu dieser Sigung werden viele Lehrergenoffen von außerhalb erwartet, für die eine Anzahl Nachtquartiere bereit gehalten werden muß. Unsere Berliner Mitglieder werden daher dringend gebeten, Freiquartiere für eine Nacht zur Verfügung zu stellen und sie Beim Schriftführer( bols. Bln. Behlendorf. Sohannisstr. 7) ober in ber Geschäftsstelle( Lindenstr. 3), spätestens aber vor Beginn der Sizung beim Borstand anzumelden. Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Werkzeugmacher Richard Thiemig am 28. März gestorben ist. Die Einäscherung findet am Dienstag, ben 3. April, nachmittags 4 Uhr, tm Krematorium Baumschulenweg, Riefholaftraße, ftatt. Bekanntmachung. . Das Urteil, das in Elbing und darüber hinaus in ganz Deutschland allgemeines Aufsehen erregt, erklärt sich aus den ostpreußischen Verhältnissen. Ostpreußen ist ein Heerlager der Deutschvölkischen, das Bayern nichts nachgibt. Schon ganz allgemein gehört hier die Mehrzahl der Geschworenen agrarischen Kreisen an. Im vorliegenden Fall fam noch hinzu, daß die Verteidigung von ihrem Recht der Ablehnung außerordentlichen Gebrauch machte. Auch die Stimmungsmache der deutschnationalen Presse Ostpreußens, die noch jest für Reis eintritt, muß in Betracht gezogen werden. In Mittel- oder Westdeutschland hätte der Staatsanwalt die Geschworenen nicht zu Mut und Mannhaftigkeit auffordern Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Auf Grund der Beschlüsse des RaffenFiliale Groß- Berlin. Dorftandes vom 15. März und bes Aus- Dienstag, ben 3. April( 3. Ofterfeiertag) schuffes vom 26. März werben die Raffen- bleiben unsere Bureaus und faffen beiträge ab 1. April 1ä23 auf 10 bom [ 11/3 Sunbert erhöht. Berlin, den 29. März 1923. Allgemeine Ortskrankenkasse der Stadt Berlin. R. Nürnberg, Borfigenber geschlossen. Achtung, Beitragssammler! Die Propagandamarten für die Gewerkschaftliche Warenversorgung werden eingezogen. Wir ersuchen baher, bie nicht umgefeßten P. Doris, Marten bei der nächsten Abrechnung an Schriftführer. bie Raffenboten bzw. die Raffe des Orts bureaus zurüdzugeben. Die umgefesten fchehen ist, gleichzeitig abzurechnen. Die Ortsverwaltung. Unſer Rollege, ber Berkzeugbreher Deutscher Metallarbeiter- Verband Kurt Neumann ift am 28. März geftorben. Die Einäscherung findet Mittwoch, ben 4. April, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Riefholzstraße, ftatt. Chre ihrem Anbenken! Rege Beteiligung erwartet 145/13 Die Ortsverwaltung. Am Donnerstag perft i 61 Lebensjahre mein lieber Mann, uns guter Bater, Schwieger pater und Groß vater, ber Schnei dermeister Ernst Köhler Um stilles Beileid bittet Marie Köhler u. Angehörigen. Einäfcherung Mittwoch nachm. 1 im Krema toriumGerichtstr. chokolade billiger! Sarotti Stollwerck Mauxion Kant u. a. Marken billig! Deutscher Metallarbeiter- Verband arten fb, fomet bas noch nicht ge Ferwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. 86/ Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm.4 Uhr. Telephon: Amt Norben 833 bis 836 und 6502 bis 6595. Dienstag, ben 3. April, nachmittags Steinigs Klaffe- Litöre 4, Uhr, im Verbandshaus( Parterre- Likörfabrik J. B. STEINIG, Jimenau faal). Linienftraße 83 85: Branchenversammlung der Bauanschläger. Tagesordnung: Bohnbewegung. Pflicht Das Erscheinen aller Rollegen ist Mitgliedsbuch legitimiert. Achtung! Geldichiantfchloffer Dienstag, ben 3. April, nachmittags 4% Uhr, im Schiller- Cyzeum, Bant ftraße 41, Eingang Böttgerstraße: Versammlung Eisen& Diamanter i ber Geldſchrankiuduſtrie Kaiserstr. 4 Andreasstr. 18 beschäftigten Kollegen. Tagesordnung: Bericht über ble Berhandlung vor dem Schlichtungsausschuß. Bekanntmachung Achtung Bauschloßer Achtung! Dienstag, ben 3. April, abbs. 6 Uhr, Binienstraße 83/85: Allgemeine Ortstrantentane im Berbandshaus( Arbeitsloſenſaal), für Adlershof und Umgegend. Branchenversammlung Bleche. Wir bringen hiermit aur Renntnis, daß der Baufchloffer und der Kollegen bie Beiträge ab 1. April 1923 auf ans den Betrieben für gelochte 10 Hunderttel bes im§ 19 der Sagung feftgefesten Grundlohnes bemeffen und monatlich für jeden Arbeitstag be- Tagesordnung: Bericht über die Berhandlung vor dem Schlichtungsausschuß rechnet werden. Sie betragen für jeben Arbeitstag: Für Lehrlinge ohne Entgelt In Stufe ze Unfere Litöre sind ben ausländischen Fabrifaten ebenbürtig. 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Piedecubiste hat in seiner Westentasche noch drei Franken entdeckt, genügend Geld, um weiterzuleben, wie bisher, bis sein getreues Eheweib in Antwerpen ihm weiteres schickt. Als er telegraphieren will, tritt er, da seine Pedalflächen den größten Teil der näheren Umgegend bedecken, e nem Herrn so heftig auf den Fuß, daß er nur darum der Gefahr entgeht, gelyncht zu werden, weil man ihn für einen Minister a. D. hält. Weil aber der junge Mann die beweglichsten Klagen ausstößt über sein gänzlich demoliertes Hühnerauge, gießt Piedecubiste lindernden Balsam auf seinen Schmerz, indem er ihm das millionenfach bewährte und ärztlich verordnete Hühneraugenmittel Kukirol empfiehlt in warmen Worten schildert er ihm die schnelle und sichere Wirkung des Kukirol, das binnen wenigen Tagen selbst das gemeinste Hühnerauge schmerzlos beseitigt, und weist auch darauf hin, daß jeder, der seine Füße viel anstrengen muß, fleißig das stärkende Kukirol- Fußbad benutzen solite, das die Füße warm und trocken hält und den häßlichen Schweiß geruch verhütet. Beide Präparate, so schließt Piedecubiste. bekommt man in jeder größeren Apotheke und besserer Drogerie. Hergestellt werden sie von der Raften Automobilen, Bootsmotoren. 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Zeichnungskurs: 100% frei von Stückzinsen. Zeichnungsfrist: vom 3.- 18. April d. Js. Zeichnungen werden von den unterzeichneten Banken und Bankfirmen und deren sämtlichen Niederlassungen und Depofitenkaffen entgegengenommen. Die angenommenen Zeichnungen gelten als voll zugeteilt. Die Bezahlung des Gegenwertes kann sogleich erfolgen und muß spätestens bis zum 20. April d. 9. bewirkt werden. Zeichnungen, auf welche die Zahlung nicht rechtzeitig geleistet wird, können von der Zeichnungsstelle für ungültig erklärt werden. Die Zeichner erhalten für die bezahlten Beträge zunächst Rassenquittungen, gegen deren Rückgabe baldigft die Aushändigung der endgültigen Stücke erfolgt. Ein Schlußscheinstempel ist von dem ersten Erwerber nicht zu entrichten. Die Einführung der Anleihen an sämtlichen deutschen Börsen wird veranlaßt werden. Berlin, Frankfurt a./M., Samburg, Köln, Königsberg i./Pr., Leipzig, Mannheim, München, Stuttgart, im März 1923. Preußische Staatsbank, ( Seehandlung) Commerz- und Privatbank, Attien- Gesellschaft Delbrück Schickler& Co., Dresdner Bank, Berliner Handelsgesellschaft, S. Bleichröder, Darmstädter und Nationalbank, Rommanditgesellschaft auf Attien Deutsche Bant, J. Dreyfus& Co., Mendelssohn& Co., Lazard Speyer- Elissen, Norddeutsche Bank in Hamburg, F. W. Krause& Co, Bankgeschäft, Preußische Zentral- Genossenschaftskaffe, 2. Behrens& Söhne, Bei Einkauf Fahrtvergütung! Fahrtvergütung! Noch billiger! Alles übertreffend! Greifen Sie zu! Ohne Rücksicht auf große Verluste! Ohne Rücksicht des heute weit höheren Herstellungspreises! Herren- Anzüge 165000, 129000, 95000, 75000, 45000 Jünglings- Anzüge.. 75000, 58000, 36000, 23000 Sommer- Schlüpfer. 145000, 95000, 78000, 52000 Gummi- Mäntel.... 120000, 75000, 58000, 45000 28000, 22000, 15000, 8500 Rechtzeitiges Erscheinen verhindert den Andrang in den Abendstunden! 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Daß das damals gesteckte Ziel gerade in der heutigen, Beschädigten mit allgemeiner Rente und Zusatz- gereicht unseren Genossen zu um so größerer Ehre, wenn man berente der Betrag als Mindestmaß erreicht wird, der als An- denkt, daß der„ Volksfreund" überhaupt erst seit dem 1. Dezem ber 1919, und zwar bisher als Kopfblatt von Bochum erscheint. Nach einer vom Reichsarbeitsministerium über die Ver- fangsgehalt in der Gruppe I der Reichsbesoldungsordnung zu Unter französisch- militärischer Borzensur erschien die Festsorgungsämter durchgeführten Statistik gibt es in Deutschland steht. Berücksichtigt man, daß es sich bei den letztgenannten nummer. Möge das neueste Parteiorgan möglichst bald wieder frei Rentenbezieher nach dem Reichsversorgungsgesetz: Versorgungsberechtigten um Bersonen handelt, die dauernd und ungehindert sich weiter entwickeln! 1 275 000 Kriegsbeschädigte, 533 000 Witwen, 1 134 000 Halb- o erwerbsbeschränkt sind, daß sie ihren Lebensunterhalt mur waisen, 58 000 Vollwaisen, 58 000 Elternpaare und 162 000 von den Renten bestreiten fönnen, so muß wohl zugegeben Elternteile. Auf einen Beschädigten entfallen im Durchschnitt werden, daß eine so bemessene Rente ein sehr bescheidenes 1,2 Kinder. Geben diese Zahlen schon einen weitgehenden Existenzminimum darstellt. Voraussetzung wäre für eine Aufschluß über das durch den grausamen Krieg über einen solche Regelung die Beseitigung der auf dem sonstigen Eingroßen Teil unserer Volksgenossen gebrachte Unglück, so muß fommen beruhenden Kürzungen der allgemeinen Renten, von dabei berücksichtigt werden, daß noch eine ganz erhebliche An- denen gegenwärtig 15 der gesamten Kriegsbeschädigten erfaßt zahl von Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen um werden. Diese Sache kostet dem Reich mehr an Verwaltung, den Grund ihrer Ansprüche( Anerkennung der Dienstbeschä- als was sie einbringt. Die Regierung glaubt jedoch, den digung) bei den Versorgungsgerichten streitet. 262 000 Kriegs- Organisationen nicht weiter entgegenkommen zu fönnen. beschädigte, die vor Infrafttreten des Reichsversorgungsgesetzes eine Teilrente von 10 Proz. nach dem alten Mannschaftsver sorgungsgesetz bezogen, find im Jahre 1920 abgefunden worden. Sie sind also in der vorbenannten Zahl der Renten empfangenden Kriegsbeschädigten nicht mit eingerechnet. Die Versorgung der Kriegsopfer.erden, und zwar in der Weise, daß 3. B. bei einem erwerbs für das weftfälische Sohlengebiet, ſo ſchweren Zeit erreicht wird, Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung, Genofsinnen! Am 3. Osterfeiertag, Dienstag, den 3. April, gemütliches Beifammensein( mit Familienangehörigen und Freunden) in Franz Mischkes Biktoriagarten"( im Gaal), Treptow, Am Treptower Part 25-26( 3 Minuten von der Stadtbahn). Gesang( Sängerchor der Niederschöneweider Arbeiterjugend), Rezitationen( Klara Maria Schuch und Robert Keller), Lieder zur Laute( Hannchen Grebenstein). Rhythmische Tänze( Briger Jugendgruppe, Duncan- Schülerinnen). Am Alavier Gustav Liljeberg. Abends Tanz bei Klavier und Geige. Die Kaffeefüche ist von 3 bis 5 Uhr geöffnet. Portionenkannen werden zu mäßigen Preisen abgegeben. }}}}}}}}}}{ E}}}}}}} [[ 5. Kreis. Friedrichshain. Dienstag, den 3. April, abends 7 Uhr, erweiterte 11. Kreis. Dienstag, den 3. April, 7½ Uhr, im Simmer 14 der 10. GemeindeKreisvorstandsßigung bei Rosin, Gubener Str. 19. schule, Feurigstr. 57, Bersammlung der freien Schulgemeinde der soz. Elternbeiratsmitglieder und der soz. Lehrer und Lehrerinnen des Kreises. Thema: ,, Der neue Geschichtsunterricht". Ref. Gen. Prof. Dr. Hilfer. vorstandssigung in der Ober- Realschule Pasteurstr. 44-46. 9. Kreis. Wilmersdorf. Mittwoch, den 4. April, gemeinsame Sigung des engeren Kreisvorstandes und des Werbeausschusses 7% Uhr im Jugendheim Hildegardstraße 4. heim, Floraftraße, Frauenabend. Thema: ,, Seguelle Erziehung". 74. Abt. Zehlendorf. Dienstag 7% Uhr bei Midley Borstands- und Funktionär versammlung. Bericht über Bezirks- Vorstandssigung, Maifeier u. a. Er scheinen aller notwendig. 82. Abt. Steglig. Mittwoch, den 4. April, 8 Uhr, Funktionärversammlung bei Thiel, Albrecht, Ede Ringstraße. 104. Abt. Riederschöneweide. Mittwoch, den 4. April, 28 Uhr, allgemeine Straße. Funktionärverfamlung im Konferenzzimmer der Knabenschule Rudower Es muß von den Verhandlungen im Reichstag erwartet werden, daß als Mindestmaß der Versorgung die von den Organisationen gewünschten Mindestrenten gewährt werden. Auch ist es notwendig, daß die sogenannten Bedürfnis-( 3usatz) Renten nicht nur den Beschädigten mit einer ErwerbsDie Frage der Versorgung der Opfer des Krieges darf beeinträchtigung von mindestens 50 Proz. und den erwerbsnicht von der finanziellen Gesamtauswirkung der Renten- unfähigen Kriegerwitwen, Eltern und Waisen, sondern auch gewährung allein betrachtet werden. Die überwiegende Be- den leichter Beschädigten, die um ihrer Beschädigung willen 4. Kreis. Prenzlauer Berg. Mittwoch, den 4. April, 6½ Uhr, erweiterte Streis deutung ist vielmehr von den wirtschaftlichen und sozialen feinen oder keinen ausreichenden Erwerb finden können, soVerhältnissen sowie der Auswirkung der Rentenhöhe für den wie den erwerbsfähigen Kriegerwitwen, die unter denselben Einzelnen abzuleiten. In der öffentlichen Meinung wird oft Verhältnissen leben müssen, gewährt werden. Man muß eben 19. Kreis. Pantow. Mittwoch, den 4. April, abends 48 Uhr, im Gäuglingszu Unrecht angenommen, daß mit dem Reichsversorgungs- die Rentenfrage von dem Gesichtspunkt betrachten, wie sich gefeß für die Kriegsopfer glänzend gesorgt gewesen sei. Nein, die Renten für den einzelnen Versorgungsberechtigten schwere Nachteile sind ihnen zugefügt worden. Denn die auf auswirken. Grund des Reichsversorgungsgesetzes zustehenden Mehrerträge Der Einwand, die Finanznot des Reiches sei so groß, sind nicht mit dem Infrafttreten des Reichsversorgungsgesetzes daß man dem notwendigen Erfordernis nicht Rechnung tragen zahlbar gemacht, worden. Die Zahlung erfolgt vorwiegend erst tönne, fann mindestens solange nicht als stichhaltig anerkannt im Jahre 1922, zu einer Zeit, zu der die gewährte Nach- werden, als das Reich nach Ansicht der Mehrheit des Reichszahlung infolge der eingetretenen Markentwertung fast nichts tags und des Reichsrats in der Lage ist, ohne ein Pensions mehr bedeutet hat. Zum anderen hat aber die Reichsregie- fürzungsgesetz auszukommen. Es muß auf die schwer rung sich nicht an die flare Vorschrift des Gesetzes gehalten, benachteiligten Opfer des Krieges außerordentlich verbitternd die bedingt, daß mit der fortschreitenden Geldentwertung eine wirken, wenn ihnen eine zweifache starte Kürzung ihrer Verlaufende Anpassung der Bezüge an die Teuerungsverhältnisse forgungsgebührniffe zugemutet wird, auf der anderen Seite vorgenommen wird. Man hat sich mit 3ustimmung ehemalige Reichsbeamte und Offiziere Pensionen weit über des Reichstages vielmehr darauf beschränkt, Teuerungs- den wirklichen Lebensbedarf hinaus beziehen und eine Kür zulagen nur nach Bedürfnis zu gewähren. Von den Teuerungs- ung selbst bei höchstem Nebeneinkommen nicht erfahren. Das maßnahmen werden nur höchstens 5 Proz. Kriegsbeschädigte Gerede, daß man mit den unverhältnismäßiy hohen Offiziers: ind 50 Proz. Kriegshinterbliebene erfaßt. Wer als 100 Broz. pensionen( die völlig gesunde Leute und viele Feinde der Erwerbsbeschränkter im Februar ein Monatseinkommen von Republik beziehen) die Versorgung der Opfer des Krieges mehr als 56 250 M. in Ortsklasse A hatte, erhält keinen nicht ausreichend verbessern könne, ist mindestens nach der Teuerungszuschuß. Ab 1. Oftober 1922 find zwar allgemeine Seite richtig zu stellen, daß die Gewährung von Riesensummen Erhöhungen der Renten vorgenommen worden, die aber nicht an einen geringen Kreis eine sehr starte foziale Ungeim entferntesten den Teuerungsverhältnissen Rechnung ge- rechtigkeit ist, solange für die Aermsten der Kriegsopfer tragen haben. Die Renten vom 1. Januar 1921 sind zum nicht der ernste Versuch gemacht wird, für sie ausreichend zu f. März 1923 erst aufs 3wölffache gebracht. Die Lebens- forgen. haltungskosten sind aber während dieser Zeit nach den Berechnungen des Stitistischen Reichsamts um mehr als das 250fache gestiegen. Die öffentliche Meinung, auch weite Kreise der Arbeiterschaft sind zu einem Teil der Ansicht, daß die Opfer des Krieges eigentlich über mangelhafte Versorgung nicht zu flagen hätten. Es werden zuweilen sogar Beschädigte und Kriegermitwen um ihre fümmerlichen Renten beneidet. Ein genaues Studium zerstört jedoch allenthalben die vorgefaßten falschen Meinungen. 19. Abt. Am 29. März verstarb Genosse Schneidermeister Ernst Röhler im Alter von 60 Jahren. Einäscherung Mittwoch nachmittag 1% Uhr im Krematorium Gerichtstraße. 102. abt. Baumschulenweg. Unser langjähriger Funktionär Richard Thiemig, Marienthaler Str. 2, ist verstorben. Einäscherung Dienstag, den 3. April, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Bund der Kriegsverlegten, Witwen und Waisen der tschechoslowakischen Republik, Ortsgruppe Groß- Berlin. Die nächste Monatsversammlung findet am Dienstag, den 3. April, 28 Uhr abends, in den Hohenstaufen- Sälen, Berlin G., Rottbuserdamm 76, statt. 6ºige Kohlenwertanleihe der Brandenburgischen Kreis- Elektrizitätswerke G.m.b.H. kommunale Ueberlandzentrale in Spandau zum Preise von Hoffen wir, daß die Beratungen des Reichstages dazu 25000 Mark für die Tonne Bet Inkrafttreten des Reichsversorgungsgesetzes deckte die Rente eines 100 Broz. erwerbsbeschränkten Kriegsbeschädigten rund von dem Anfangsgehalt der Gruppe I der Reichs besoldungsordnung. Nach dem jetzt vorliegenden Regierungsentwurf soll die Rente eines 100 Broz. Erwerbsbeschränkten führen, den Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen von aber nur noch knapp 45 Proz. des Anfangsgehalts der Be- dem früher in großen Tönen versprochenen Dank des soldungsgruppe I betragen. Nur bei besonderer Bedürftigkeit Vaterlandes" etwas abzustatten. Bis jetzt hat auch der soll zu dieser Rente eine sogenannte Zufahrente gewährt wer- Reichstag allen Vorstellungen gegenüber mur wenig Verbesseden. Mit allgemeiner Rente und Zufahrente würde dann un- rungen geschaffen. An ihm liegt es, auf den großen Kreis der gefähr der Betrag errreicht werden, der 1920 in Betracht fam. pon den Folgen des Krieges direkt betroffenen Volksgenossen Bei den Hinterbliebenen wird das gleiche Verhältnis ange- so einzuwirken, daß sie sich nicht als verlassene Staatsbürger mandt, mur daß die Bedürftigkeitsgrenzen noch erheblich nied- fühlen müssen. Es ist ihr gutes Recht! riger gesetzt sind. Eine solche Regelung fann, abgesehen von allem anderen, nicht die Zustimmung der Versorgungsberechtigten finden. Aus der Partei. ( 20 Zeniner) eingeteilt in Stücke zu 1, 2, 5, 10 und 20 Tonnen Besonders günstige Bedingungen Zinsgewinn Zeichnungsstellen: Brandenburgische Giro-Zentrale Berlin W 8, Kronenstraße 61-63 Prospekte kostenfrei! Die Organisationen der Versorgungsberechtigten haben fich auf den Standpunkt gestellt, daß es keine übermäßige For- Eine erfreuliche Nachricht, die Zeugnis ablegt von dem vor: sowie die durch Plakataushang kenntlich gemachten Stellen derung ist, wenn als Rente für den dauernd Erwerbs- wärtsstrebenden Geist und dem zähen Willen in unserer Partei, unfähigen soviel verlangt wird, als der schlechte ft bezahlte fommt aus dem Ruhrgebiet. Unfer Barteiblatt für die westBeamte der Gehaltsgruppe I bezieht. Mindestens muß aber fälischen Bezirke Redlinghausen, Buer, Bottrop und Gladdas Verhältnis vom 1. April 1920 in allgemeiner Hinsicht donnerstag zum erstenmal auf eigener 16seitiger Rotationsbed, der Boltsfreund" in Recklinghausen, ist am Grünwiederhergestellt werden. Für diejenigen, die zur Bestreitung maschine im eigenen neuerrichteten Betriebs. Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe ihres Lebensunterhalts ganz oder überwiegend auf die Ver- gebäude hergestellt worden. Trotz aller Nachkriegswehen ist da= fertig und nach Maß Billige Preise forgungsgebührnisse angewiesen sind, müßte dazu aber eine mit ein Blan endlich verwirklicht worden, der auf das Jahr 1914 MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 GARBATY GARBAT ASPASIA GARBATY Erstklassige Herrenbekleidung ASDASIA SPASIA GARBATY DITTMANN ASPASIA Eigentum des Vorstandes der SPD" Briefkasten der Redaktion. Beiträge zur Jnvalidenversicherung fönnen freiwillig weiter geleistet werden,| milienſtand u. ä. R. W. 1923. Wenden Sie sich an 1. die Deutsche Staats. dadurch wird eine Berbesserung der Leistungen erzielt. Aber auch ohne frei bürger- und Beamtenschule in Berlin W. 35, Flottwellstr. 3; 2. R. Hannig, Die Juristische Sprechstunde fällt am Dienstag, den 3. April, aus. willige Weiterversicherung bleibt die Anwartschaft in der Invalidenversicherung Berlin NO. 43, Prenzlauer Berg 10, und die Verwaltungsakademie, Berlin, dadurch aufrechterhalten, daß Beiträge zur Angestelltenversicherung geleistet wer- Charlottenstr. 51-52. D. H. D. 30. Der Teuerungszuschlag beträgt für Januar A. B. 5000. Lehnen Sie die Herausgabe der Sachen ab. C. G. 192. Die Scimatrcise. Richtet sich nach dem Stand der Valuta. Erfundigen Sie 395 Proz., für Februar 942 Proz.; die Frauenzulage für Januar 5000, für Raffe ist im Recht. Das Gesez ist erst am 23. Februar 1923 in Kraft getreten. fich bei der Paßstelle Ihres Polizeiamtes. F. G. 100. Ihre Frage läßt sich Februar 12 000 m. und die Kinderzulage bis zum 6. 2000 m., bis zum 14. 2500 M. A. 2. 35. Sie sind nur bei der Angestelltenversicherung versicherungspflichtig. I leider nicht beantworten. In Betracht kommen das Dienstalter, Wohnort, Fa- und bis zum 21. Lebensjahre 3000 m. den. Wakh/ toffe Der Artikel des Tages! 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