Abendausgabe Nr. 156 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 78 Preis 100 Mark Mittwoch 4. April 1923 = Vorwärts= Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Volksblatt Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutfchlands Die Stimme der französischen Arbeiter. Französischer Gewerkschaftsbund und Essener Arbeitermord. Der Herr über Oesterreich. G. P. Wien, Anfang April. Seit einem Vierteljahr beehrt der Generalkommissar des Bölkerbundes Desterreich mit seiner Anwesenheit, und wir haben nun genügend Zeit und Gelegenheit gehabt, den Kura. Paris, 4. April.( EP.) Die CGT. veröffentlicht in ihrem Paris, 4. April.( Eca.) L'Oeuvre" zieht in seinem heutigen for, den der um unser Wohl so besorgte Völkerbund über uns Gewerkschaftsorgan folgenden Aufruf: Angesichts der schmerzlichen Leitartikel die Bilanz aus 15 Monaten einer Politit, die Deutschland gesetzt hat, gründlich kennen zu lernen. Herrn 3immer. Zwischenfälle, die fich innerhalb der Kruppschen Werte abgespielt zum 3Zahlen bringen sollte.' Deuvre" tommt zu dem Schluß, daß mann, dem ehemaligen Bürgermeister von Rotterdam, den haben, betrachtet der Allgemeine Gewerkschaftsbund es als feine dr gaze Sieg in Frage gestellt fei, da bei der Politit, die sich zu dem der Bölterbund mit der Aufgabe betraut hat, uns beim WiePflicht, die Politik der militärischen Bejahung des Ruhrbeckens wieder Ruhrabenteuer entschlossen habe, nicht die Möglichkeit bestände, rüd- deraufbau zu helfen oder, richtiger gesagt, uns die Macht einmal zu brandmarken. Diese Gewaltpolitik kann nur die Auf- Ruhr nicht zurückziehen, ohne dadurch der Militärpartei in Deutsch- der Entente fühlen zu lassen, ging der Ruf vorgängig zu machen, was geschehen sei. Frankreich könne sich von der reizung der deutschen Nationalisten begünftigen. Ereignisse wie die land zum endgültigen Triumph zu verhelfen. Das Vorgehen im aus, ein Haffer der Sozialdemokratie zu sein, jenigen, die fich foeben abgespielt haben, vernichten jede gefunde Ruhrgebiet sei für Frankreich ruinös, trohdem fönne es nicht mehr und es ist nicht ausgeschlossen, daß bei der Auswahl dieses Reparationspolitik und erschüttern den auf sehr schwachen Füßen darauf verzichten, es müsse durchhalten, toffe es, was es wolle. Kurators dem Wunsche des Bundeskanzlers entsprochen ruhenden Frieden. Der Allgemeine Gewerkschaftsbund protestiert| Die vorstehenden Ausführungen des linksdemokratischen wurde, der einen strengen Herrn wünschte, um leichter mit den gegen die Erichießungen von Essen und ruft das Gewissen aller Blattes sind ungemein charakteristisch für die Stimmung selbst Proleten fertig zu werden. Immerhin fonnte man annehmen, Arbeiter an, damit fo schnell wie möglich mit diesem Abenteuer auf- jener französischer Kreise, die die Unsinnigkeit und 3wediofig. daß der neue Herr über Desterreich, wenn er auch der bürgergehört werde, das sowohl für die Regierung wie auch für den Welt- feit der Ruhraktion Poincarés einsehen und auf die öffentlichen Regierung in ihrem Kampfe gegen die Arbeiter zur frieden schädlich ist. Das einzige Mittel, die Wiederkehr folcher liche Meinung ihres Landes im Sinne einer Berständigung Verfügung stehen werde, doch wenigstens die Formender Zwischenfälle zu verhindern, ist die Anrufung der Intervention des mit Deutschland einzuwirten suchen. Dieser Verständigungs- Demokratie beobachten werde. In seinen ersten Aeuße Bölferbundes. Diefe Löfung, die schon einmal von dem Allgemeinen wille wird jedoch illuforisch gemacht, wenn dieselben Kreise rungen hat er auch wirklich irgend etwas von Zusammenarbeit Gewerkschaftsbund gefordert wurde, drängt fich heute mehr denn gleichzeitig die Parole des Durchhaltens bis zum mit allen Schichten der Gesellschaft gesagt, und man deutete je durch die Lage, die durch die tragischen Ereignisse in Effen gc- En be" ausgeben. Es mutet wie eine Aufforderung zum das damals dahin, daß er auf die Mitwirkung, wenn auch fchaffen wurde, auf." Selbstmorde an, wenn L'Oeuvre" schreibt, die Ruhr nicht der Sozialdemokraten, so doch der Gewerkschaften Wert attion sei zwar für Frankreich ruinös, sie müsse aber dennoch, lege. Aber bald tamen dem Herrn die Gelüste, sein Amt etwa tofte es was es wolle, durchgeführt werden. Das Hauptargu in der Art eines englischen Bizelönigs in Indien oder eines m.nt, das hierbei angeführt wird: daß durch einen Rückzug französischen Generals in Marotto aufzufassen, der nicht Frankreichs der Militärpartei in Deutschland zum nur mit den„ Eingeborenen" nicht viel Geschichten macht, sonSiege verholfen werden würde, geht vollkommen an den Tat- dern auch mit den heimischen Häuptlingen nur in der Form fachen vorbei. Das Gegenteil ist richtig. Berharrt des Rommandierens verfehrt. Frankreich bei seiner selbstmörderischen Politit, so werden Militarismus und Nationalismus nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland gestärkt. Welche Folgen das für die Deutsch- franzöfifchen Beziehungen und die Zukunft Europas haben muß, fann sich jeder einsichtige Franzose felber aus Deutsche Protestnote an Poincaré. Der deutsche Geschäftsträger in Paris ist beauftragt worden, der französischen Regierung wegen des Borfalles in Effen eine Note zu überreichen, die zunächst sagt: Die Besonnenheit und Geduld, mit der die Bevölkerung des Ruhrnebietes lange Wochen hindurch alle Arten von Gewaltatten der Einbruchstruppen ertragen hat, haben es nicht verhindert, daß französische Soldaten an dieser Bevölkerung jegt ein Verbrechen verübt haben, das alle bisherigen Untaten in den Schatten stellt. Am 31. März hat ein in die Kruppschen Werte in Effen eingebrun genes franzöfifches Rommando, ohne angegriffen oder auch nur bes droht zu sein, in eine Menge friedlich demonftrierender Arbeiter hineingeschossen und ein entsetzliches Blutbad angerichtet. 13 Arbeiter find getötet, mehr als 30 find verwundet worden. Die Berwundungen find zum Teil so schwer, daß weitere Todesfälle zu befürchten find. Es folgen nun die bereits bekannten Feststellungen der deutschen Behörden über die Borgänge in den Krupp- Werken und dann fährt die Note fort: Bergeblich wird von französischer Seite versucht, diesen Tatbestand zu fälschen und so über das schwere Verschulden der Befagungstruppen einen Schleier zu werfen. Sofort nach dem Borfall hat die Havas. Agentur Meldungen zu verbreiten gewußt, monach die Arbeiter das französische Kommando mit Revolvern bedroht, mit Steinen beworfen und mit heißen Dämpfen angegriffen hätten. Die Agentur fünt hinzu, das ganze Unglüd fei von entlassenen Beamten der Schutz polizei provoziert worden, die man zu diesem 3mede in die Bes triebe eingestellt habe. Die vernommenen Augenzeugen befunden übereinstimmend, daß keiner der Arbeiter einen Revolver hatte. und daß sich die Menge trotz ihrer begreiflichen Erregung zu feiner Tätlichkeit oder Drohung hat hinreißen lassen. Die Havas- Agentur felbst muß zugeben, daß die Soldaten nicht die geringste Berlegung erlitten haben. Ihrer Mitteilung über einen angebfish.n Angriff mit heißen Dämpfen liegt nichts anderes zu grunde als die Tatsache, taß hinter der besetzten Halle eine Schmals fpurlofemotive stand, deren Abdämpfe in das Fenster der Halle Bertleitung von früheren Beamten der Schußpolizei provoziert wor. eindrangen. Die Unterstellung, der Borfall sei auf Veranlassung der den, ift zu plump, als daß fie einer Widerlegung bedürfte. An tem nicht verdunfeln. malen. Um aus der jezigen verfahrenen Situation herauszus tommen, genügt es deshalb nicht, wie die linksdemokratische französische Presse es tut, bloß die ruinösen Folgen der RuhrEuropa aus der jetzigen Sackgasse herauskommen, so muß die besetzung zu schildern. Soll Frankreich und mit ihm ganz französische Demokratie den Mut aufbringen, den Weg der attiven Berständigungspolitik zu beschreiten, den die franzöfifche sozialistische Partei, im Einverständnis anderen Länder, vorgezeichnet hat. mit der deutschen Sozialdemokratie und den Sozialisten aller 2. Martow erstattete, hat man über die Art, wie er fein Amt auffaßt, Aus zwei Berichten, die er bisher an den Völkerbund einiges Interessante erfahren. Da tanzelt er die Regierung ab wie seine Untergebenen. Er erflärt es als ihre Aufgabe, fich nicht von politischen Erwägungen leiten zu lassen und wirft die Frage auf, ob das gewünschte Ziel erreicht werden könne, wenn die Regierung selbst durch ihre Zusammensetzung und Mentalität nicht die notwendigen Garantien gibt". Was er unter dieser Mentalität" meint, darüber läßt er feinen Zweigegen die Arbeiter fein Sehl macht, erscheint ihm noch viel zu fel. Die bürgerliche Regierung, deren Kanzler aus seinem Haß nachgiebig gegen die Arbeiter und Beamten. Nachdem er in dem ersten Bericht verlangt hatte, daß die Regierung auch davor nicht zurückschrede, Intercffen und Wünschen mehr oder minder wichtiger Bevölkerungsgruppen zuwiderzuhandeln", beschwert er sich in dem späteren Berichte darüber, daß die Minister, ohne sich vorher mit ihm zu besprechen, in Be sprechungen mit Parteiführern und mit Gewerkschaften der Bundesangestellten" irgendwelches Entgegenkommen beweisen, und verlangt, daß endgültig mit dem System gebrochen werde, " bie eine Klasse der Gesellschaft zum Schaden der anderen zu begünstigen." Soeben erreicht uns die erschütternde Nachricht, daß der Genosse Martow, der seit einigen Monaten in einem Sanatorium im Schwarzwald Heilung von einem schweren KehlDer Herr Generalfommissar des Völkerbundes spricht kopfleiden suchte, in dieser Nacht plötzlich verschieden ist. Die schon ganz in der Phraseologie der Scharfmacher, die sich ja Hoffnungen, die seine Angehörigen und Freunde auf seine auch immer über die Begünstigung der Arbeiter und Ange Wiederherstellung gesetzt hatten, bewahrheiteten sich leider stellten beschweren. Daß er diese Phraseologie so schnell erlernt nicht. Raum 50äjhrig, ist Genosse Martow aus seinem raftlosen hat, hat seinen Grund darin, daß er ausschließlich mit den wirken herausgerissen und vom Tode fortgerafft worden. reichsten Kapitalisten verkehrt. Die österreichische Regierung Der Tod Martows bedeutet nicht nur einen unerfeßlichen muß ihm ja vier Milliarden Kronen jährlich zah Führer er war, er bedeutet auch einen schweren Schlag für die ihn auch den ganzen Tag mit ihren Beschwerden und Wün Verlust für die russische Sozialdemokratie, deren anerkannter len, damit er es sich nicht nur im Kreise seiner Klassengenossen gut gehen laffe-fondern daß die Feinde der neuen Ordnung gesamte sozialistische Internationale, zu dessen bedeutendsten Theoretikern Genosse Martow gehörte. Seit seiner frühesten schen überlaufen. Bald sind es irgendwelche Industrielle, bald Bersuch, die Schuld an dem Borfall dem Direttorium der Werte Jugend, schon zu Anfang der neunziger Jahre, stand Martow, Hausherren, bald Monarchisten, die als Abordnungen zuzuschieben, der einer alten jüdischen Gelehrtenfamilie entstammte, in den ihm die Wünsche des österreichischen Volkes" vortragen, bald will fich anscheinend auch der französische Befehlshaber in Effen Reihen der sozialistischen revolutionären Bewegung Rußlands. unzufriedene Sektionschefs( Ministerialdirektoren. Red.), die beteiligen Er hat am Tage nach dem Vorfall drei Mitglieder des Er gehörte gemeinsam mit Lenin, Dan und anderen jener ihm Memoranden darüber zuschicken, wie nach ihrer Ansicht Direktoriums und einen Abteilungsleiter verhaften und in das Zucht Generation russischer Sozialdemokraten an, die Mitte der neun- der Staat eingerichtet werden foll. Alle jammern und schimphaus von Berden abführen lassen. Dieses neue Unrecht, tas schuld ziger Jahre an die Spitze der erwachenden Arbeiterbewegung fen sie über den Uebermut der Arbeiter und Angestellten, und lose Männer der Freiheit und zugleich das größte Unternehmen des Ruhrgebiets der Führung beraubt, fann den wahren Sachverhalt in Rußland trat und gemeinsam mit der bereits früher im der Generalfommissar des Bölkerbundes fühlt sich als ihr des Ruhrgebiets der Führung beraubt, kann den wahren Sachverhalt Auslande entstandenen„ Gruppe der Befreiung der Arbeit" Klaffengenosse und gibt die Wünsche als Befehle an die In Wahrheit ist von deutscher Seite nichts anderes geschehen,( B. Arelrod, Plechanow, Wera Sassulitsch und Leo Deutsch) ohnedies willige Regierung weiter. als daß die Arbeiterschaft auch in diesem Falle gegenüber einem die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands ins Leben Ist es nicht bezeichnend, daß dieser Vertreter des Völker rechtswidrigen Eingriff in feine Produktionsstätten den Entschluß rief. Vom ersten Tage der Entstehung dieser Partei an stand bundes noch nicht ein einziges Mal eine höhere Be befundet hat, nicht unter französischen Bajonetten zu arbeiten. Dieser Martow als Schriftsteller, Theoretiker und Agitator an der steuerung der Kapitalist en verlangt hat, während Entschluß ist ebenso wie die ruhige Art, in der er befundet Spike der Partei. Er war ständiges Mitglied der Redaktion er die Regierung unaufhörlich zu Konfliften mit den Arbeitern wurde, den französischen Truppen aus ihren früheren Erfahrungen des Zentralorgans und viele Jahre hindurch Mitglied des im Ruhrgebiet genau befannt, so daß er ihnen nicht den geringsten Anlaß u ihrem mörderischen Borachen Zentralfomitees der Partei. Im Eril wie im Inlande, legal bieten fonnte. Die Verantwortung für die unheilvolle Tat fällt und illegal, war Martom drei Jahrzehnte hindurch unermüdaber nicht allein auf die französischen Truppen, sondern auch auf lich für die Bewegung tätig. Er scheute feine Arbeit und teine bie franzöfifche Regierung felbft. In zahlreichen deutschen Mühe, er ertrug die härtesten Enibehrungen, er wanderte, wie Brotesten ist ihr das gewalttätige Borgehen der Truppen im die meisten russischen Sozialdemokraten, durch Gefängnisse und Ruhrgebiete immer wieder vor Augen geführt worden. Die Pro- Berbannungsorte, doch niemals erlahmte weder seine tefte find unbeantwortet geblieben, und es ist nichts davon Schaffenstraft, noch der tiefschürfende Geist, mit dem er die bekannt worden, daß fie zu einem Einschreiten gegen tie Schuldigen Partei und die Bewegung Jahrzehnte hindurch befeelte. Anlaß gegeben hatten. So ist es nur zu erklärlich, daß die Bergewaltigung der Bevölkerung von Woche zu Woche gröbere Formen angenommen hat, und daß die französischen Sofbaten es nun auch fertig bringen, burch sprupellofe Befchießung einer mehrlofen und friedlichen Menge zahlreiche Menschenleben zu vernichten. Die deutsche Regierung erhebt feierlichen Broteft gegen die frivole Bluttat. Sie fordert für die Opfer und ihre Angehörigen volle Genugtuung und verlangt, daß die zur Bemänteluna ber fran. zöfifchen Schuldverhafteten Berfonen sofort in Freiheit gesetzt werden. Die Note ist zugleich auch den übrigen Hauptmächten des Verfoiller Bertrages zur Kenntnis gebracht worden. Die verhafteten Kruppdirektoren sollen noch in diefer Woche wegen des Eirenenrufs triegsgerichtlich abgeurteilt werden, und Angestellten hetzt? Allerdings find die Befehle des Herrn 3immermann nicht immer sehr leicht durchzuführen. Das mußte der gute Mann sehr bald merken. Das Prunkstück feines Programms ist der Abbau der überzähligen Beamten. Es ist kein Zweifel, daß Desterreich zu viel Beamte hat. Da man aber die überzähligen Beamten nicht einfach umbringen kann, muß man über ihren Abbau mit ihren Organisationen verhandeln und ihnen überdies Abfertigungen zahlen. Beides paßt den Kapitalisten nicht, und der GeneralEs ist nicht möglich, in einigen wenigen Zeilen den reichen tommiffar ist sofort dabei, die Regierung zur UnnachInhalt dieses arbeitsvollen Lebens zu charakterisieren. Es giebigkeit zu heben; aber so oft die Regierung feinem Bes genüge vorläufig die Feststellung, daß es teine Gestalt in der fehl folgte und sich über die Organisationen der Staatsange Feind so hoch geschätzt wurde wie der Genosse Martow. Als nur den Staat in die größte Unordnung stürzte. So hat sie russischen sozialistischen Bewegung gibt, die von Freund und stellten hinwegjezte, mußte sie bald erkennen, daß sie damit Führer der menschewistischen" Fraktion vor der Spaltung erst fürzlich gerade während der Wiener Messe einen Kampf und als anerkanntes geistiges Haupt der russischen Sozial der Post- und Telegraphenangestellten heraufbeschworen, als demokratie nach der Konstituierung des Bolschewismus zu fie, ohne die Organisationen zu fragen, eine Regelung der einer felbständigen Bartei, war Genosse Martom von einer Fahrtbegünstigungen der Staatsangestellten diftieren wollte, wahrhaft rührenden Liebe feiner Freunde und Anhänger um und sie mußte zum Schluß feierlich das Mitbestimmungsrecht geben. Und selbst seine Gegner, die namentlich in den letzten der Personalvertretungen anertennen. Nicht beffer erging Jahren in der schärfsten Weise gegen ihn fämpften, vermochten es ihr, als sie auf Befehl des Generalfommissars mit leber. ihm nicht jene Hochachtung zu versagen, die ihm als Menschen gehung des von den Sozialdemokraten erzwungenen ,, Außer pie als Politiker gebührte. ordentlichen Kabinettsrates" eines Ausschusses des Parla ments, bor bei allen Berordnungen mitzuwirken hat, die auf Grund des Wiederaufbaugesetzes erlassen werden sollen die Zölle und Gebühren erhöhte. Der Verfassungsgerichtshof er tlärte die beiden Berordnungen als ungefeßlich und hob fie auf. Jezt geht der Kampf des Generaltommiffars gegen die demokratische Wehrmacht, die Desterreich befizt. Da er aber nicht offen seine Absicht aussprechen fann, versucht er sie auf einem Umweg durchzusetzen. Er verlangte also, daß die Zahl der Ministerien von elf auf acht herabgesetzt werde, und daß u. a. das Heeresministerium mit dem Ministerium des Innern vereinigt werde. Dadurch sollte das Heer zu einer bloßen Polizei verwandelt und womöglich auch der demetra tischen Einrichtungen beraubt werden. Aber der Plan war so plump, daß, als die Sozialdemokraten mit dem heftigsten Rampf dagegen einsetzten, auch die bürgerlichen Kreise ernüch tert wurden und erkannten, welche Gefahr ein Abbau des Heeres angesichts der noch immer drohenden ungarischen Gefahr für Desterreich bedeuten würde. So wurde diese Attion zunächst nertagt. Der Herr Kurator wird übrigens wohl noch öfter Gelegenheit haben, sich zu überzeugen, daß das Prole. tariat in Desterreich start genug ist, um die Anschläge des Rapitals, möge es fich auch hinter den Vertreter des Bölkerbundes verstecken, abzumehren. Zimmermann in Prag. Generalfommissar Zimmermann besuchte den Außenminister Benesch und den Präsidenten Masaryk in Brag und will auch noch nach Bern und Rom gehen, um diese drei Länder für die tätige Mithilfe an der Sanierung Defterreichs zu gewinnen. Die Feigheit des Bürgertums. Stresemanns Selbstkritik. Bei einer Bismards- Geburtstagsfeier der Deutschen Boltspartei in Jena hielt der Führer der Deutschen Volkspartei, Herr Dr. Stresemann, eine Rede, in der er nach dem Bericht der Beit" folgendes sagte: erschüttern. Als Scheidemann im Jahre 1912 mit Hilfe der Nationalliberalen zum Bizepräsidenten des Reichstags ge wählt worden war, entfesselten die Konservativen einen Ent rüstungssturm gegen die Nationalliberalen, weil diese einem " Hohenzollernbeleidiger" ihre Stimmen gegeben hatten, und richtig fielen die Nationalliberalen um und mählten sechs Wo chen später Scheidemann aus dem Präsidium wieder hinaus. So recht also Herr Dr. Stresemann hat, wenn er die Feig heit des Bürgertums für den Zusammenbruch verantwortlich macht, fo menig trägt er durch die unkritische Berherrlichung Bismards der geschichtlichen Wahrheit Rechnung. Denn so hoch auch Bismard seine politischen Nachfahren überragte, fo war doch gerade er ein Träger des st arren Autoritätsprinzips, und unter seinem Regiment sind alle Regungen bürgerlich- politischer Selbständigkeit systematisch ausgerotiet worden. Das Bürgertum, das vor Wilhelm II. fuschte, war in Bismards Schule erzogen; es hatte sich in ihr freilich so millfährig gezeigt, daß die Schuld mehr den Schüler als den Lehrer trifft. Die Ursachen für den Untergang des Kaiserreichs liegen schon in den Umständen seiner Begründung, und auf jedem Blatt feiner Geschichte steht groß vorangeschrieben: Berfagen des deutschen Bürgertums. Deutschnationale Geldverschwendung. Unzählige aber überflüssige Kleine Anfragen". Als noch im alten Reichstag das System der Kleinen Anfragen" eingeführt werden sollte, haben sich die Konservativen, die Borläufer der heutigen Deutschnationalen", gegen diefe Einrichtung fehr heftig gewehrt, wie sie überhaupt jedem parlamentarischen Fort. Schritt abhold waren. Jezt aber, da die Republik den verabscheuten Parlamentarismus gebracht, übertreffen die Deutschnationalen alle anderen Parteien in der Zahl der von ihnen eingebrachten Kleinen Anfragen", die jede eine nicht unerhebliche Roftenrechnung verur, facht. Der preußische Minister des Innern hat ihre Querulanten fragerei jetzt einmal energisch zurückgewiesen. In einer dieser deutschnationalen Fragen war behauptet worden, daß der Oberpräfidialrat Dr. Herbft in Rönigsberg eine Dienstreife nach Elbing auf einem Kraftwagen dazu benutzt habe, für die Hätte der Entel des großen Railers es ebenso verstanden, Demokratische Partei Spenden zu sammeln, daß er große Männer anstatt Byzantinismus um sich zu dulden, ferner einen ungerechtfertigten Eingriff in die Selbstverwaltung wäre manches anders gekommen, was nachher als Ergebnis der von unternommen habe. Am 15. Juni v. J. war diese Anfrage vom ihm entfachten Zeit des Materialismus, der wirtschaftlichen Hoch preußischen Minister des Innern und zugleich vom Handelsminister tonjunktur und der hierdurch bedingten seelischen Not des Bolles dahin beantwortet worden, daß kein ungerechtfertigter Eingriff in zwangsläufig herauswachsen mußte. Bismard hatte angesichts die Selbstverwaltung stattgefunden habe, und daß die Behauptung, dieser Erscheinungen immer gemahnt und gefordert, daß das Bolt Dr. Herbst habe in Elbing einige geldkräftige Bürger aufgesucht, um fich mehr mit den politischen Fragen beschäftigen Spenden für die Demokratische Partei zu sammeln, aus der müsse, aber teiner hatte die Stimme des Warners in sich aufge. Luft gegriffen" fei. Troß diefer Feststellung haben sich die nommen noch nach ihr gehandelt. So mußte der 9. November 1918 Fragesteller zu einer neuen Kleinen Anfrage entschloffen, in der in tommen, nicht meil das Wert Bismards schlecht oder morsch ge. umfangreicher Weise die Behauptungen wiederholt wurden und als worden wäre, nein, weil das Bürgertum zu feige gewesen war für der" von Dr. Herbst aufgesuchte gelbträftige Bürger der Fabrit. die politische Tat, die es damals und früher schon hätte tun müssen. befizer Franz Schiller genannt wirde. Auf diese neuerliche Darum gilt es heute, den Worten Bismards zu folgen und sich ein- Anfrage antworteten die beiden genannten Minister folgendes: zustellen auf die politischen Notwendigkeiten." Herr Dr. Stresemann berührte damit ein dunkles Kapitel aus der Gefchichte seiner eigenen, der vormals Nationallibe ralen Partei. In den Kreifen diefer Partei wußte man sehr genau, was Deutschland an Wilhelm. II. besaß, aber der Mut, dies auch offen auszusprechen, fehlte vollständig. So fam eines Tages Bebel ganz aufgeregt im Reichstag zu einem kleinen Kreis von Fraktionsfreunden, um ihnen zu berichten: Bassermann sprach eben mit mir; er fagt, oben ginge alles drüber und drunter und ER fei wieder einmal ganz aus dem Häuschen." Bei einer anderen Gelegenheit meinte ein anderer nationalliberaler Führer im Gespräch, die Sozialbemotraten müßten noch schärfer gegen den Raiser vorgehen, und er gebrauchte dabei über die geistigen und sittlichen Quali. täten dieses Mannes Ausdrücke, die so ziemlich das Aeußerste der Berurteilung darstellen. Wenn aber öffentlich die Rede auf den Kaiser fam, waren die Nationalliberalen und die übrigen bürgerlichen Parteien ganz Untertänigteit. Darum vermochte auch der sogenannte Novembersturm" von 1908 das persönliche Regiment nicht zu Nach wiederholter Brüfung des Sachverhalts, die eine Fülle unnötiger Arbeit und Kosten verursacht hat, fönnen die in der Antwort auf die Kleine Anfrage Nr. 554( Druckfache Nr. 2786 bzw. 3046) angeführten Tatsachen nur in vollem Umfang aufrecht erhalten werden. Insbesondere fann nochmals die Behaup tung als leichtfertig bezeichnet werden, daß der Oberpräfi dialrat Dr. Herbst bei Gelegenheit seiner dienstlichen Reise nach Elbing dort einige geldfräftige Bürger aufgesucht hatte, um Spenden für die Demokratische Bartei zu sammeln. Der in der Anfrage für die gegenteilige Behauptung als Beuge benannte Fabritbefizer Franz Schiller hat dem Herrn Oberpräsidenten in Rönigsberg gegenüber selbst ausdrücklich bestätigt, daß der Oberpräfidialrat Dr. Herbst ihn nicht aufgesucht und bei ihm kein Geld für die Demokratische Partei gefammelt habe. Beider wird die Erklärung aber kaum noch den Schaden weltmachen können, welcher der Staatsautorität durch die im Anschluß an die Aleine Anfrage in der Deffentlichkeit gegen den Oberpräsidialrat inszenierte Hebe zugefügt worden ist". Bon ganz ähnlicher Art war eine andere Kleine Anfrage der Deutschnationalen Der für den 14. Februar d. J. in Königsberg i. Pr. vom Bürgerverein von 1920" angefehte Vortrag des Generals von Lettom Borbed wurde vom Polizeipräsidenten Lübbring 27 S " verboten. Bon den Deutschnationalen wurde behauptet, daß dieses Berbot die Gefühle weiter Kreise der Bevölkerung Oft preußens aufs tiefste verlegt" habe. Das Staatsministerium wurde gefragt, ob es bereit fet, den Polizeipräsidenten zu veranlassen, hinfort nicht so einseitig und leichtfertig Versammlungsverbote zu erlassen". Minifter Severing beantwortet die Anfrage folgender. maßen: Zu der für den 14. Februar 1923 in Rönigsberg geplanten Beranstaltung des Bürgervereins von 1920 waren von einer mit der Bildung eines Freiforps in Verbindung stehenden Persön lichkeit mehrere für die Anwerbung in Frage tommende Flüchtlinge aus dem Ruhrgebiet bestellt worden, um dort Aufklärung über die weiteren Ziele der Organisation zu erhalten; ferner waren am Vormittag des 14. februar 1923 in der Universität Rönigsberg Bettel verteilt worden, durch die die Studentenschaft zu erneuten Demonstrationen vor der Ententefommission im Anschluß an die Veranstaltung aufgefordert wurden. Unter diesen Umständen konnte die Beranstaltuno nicht als friedlich im Sinne des Art. 123 der Reichsverfassung angesehen und mußte zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung verboten werden. -LOO Gegen den Vorwurf eines leichtfertigen Versammlungsverbots muß ich den Polizeipräsidenten entschieden verwahren." Nachdem sie in diesen Fällen dem preußischen Staat ganz über. flüssige Rosten verursacht haben und sie schreien doch immer so steinerweichend über die mangelnde Sparsamkeit in der Republik!--, haben sie jetzt im Reichstag eine neue Anfrage über den Fall Rerthoff eingebracht, die in der Deutschen Tageszeitung" abges druckt wird und dort mehrere Textspalten an Raum einnimmt! Vielleicht macht auch die Reichsregierung sie darauf aufmerksam, daß sie nicht mit den Mitteln des Reichs so leichtfertig umgehen dürfen. " Die Verhaftung Dr. Zechlins. -" Ueber das Schicksal des von den Franzosen verhafteten Legationsrats Genossen Dr. 3 echlin war bisher weiter nichts zu erfahren. Die Berhaftung hat sehr großes Aufsehen erregt. Genoffe Dr. Zechlin ist nicht nur unseren Berliner Barieigenossen ein guter Bekannter er war u. a. längere Beit Mitglied der Breffekommission des Vorwärts", fondern er genießt auch bei den ausländischen Journalisten einen sehr guten Ruf. An ihn wandten sie sich im Ruhrgebiet, wenn sie über die dortigen Borgänge Auskunft von deutscher Seite zu erlaggen wünschten. Sie werden ihm bestätigen, daß er sich bei seiner Auskunfterteilung von jeder Uebertreibung und zu erlangen wünschten. Sie werden ihm bestätigen, daß er sich bei seiner Auskunfterteilung von jeder Uebertreibung und jeder tendenziöfen Böllerverhegung weit ferngehalten hat. Die Berhaftung Dr. Zechlins fann nur den Zweck haben, für die französischen Oftupationsbehörden im Ruhrgebiet gewaltsam ein Nachrichtenmonopol zu schaffen und für das Düsseldorfer Kriegspreffequartier jede Ronkurrenz auszuschalten. Der Fall ein Nachrichtenmonopol zu schaffen und für das Düsseldorfer Dr. Bechlin ist somit nicht nur eine deutsch- französische Angelegenheit, sondern auch eine Angelegenheit der ausländischen Presse. Neue Konferenz in Lausanne. Condon, 4. April.( EE.) Der Reuterforrespondent in Konstantinopel meldet: Die Regierung von Angora hat befchloffen, heute ihre Antwort auf die Ichte Note der Alliterten wegen der Lausanner Konferenz abzusenden. Die türkische Regierung stimmt zu, daß die Friedensverhandlungen in Lausanne an 15. April wieder beginnen sollen. Die türkische Abordnung wird Angora Ende dieser Woche verlassen und sich über Konstantinopel nach Lausanne be geben. Das politische Hauptinteresse in der Türkei wendet sich jetzt den Neuwahlen zu. Falls die Lausanner Berhandlungen vor Beendigung der Wahlen fcheitern follten, würde die gegenwärtige Nationalversammlung die notwendigen Beschlüsse fassen. Falls aber die Friedensverhandlungen vor den Neuwahlen einen günftigen Ausgang nehmen sollten, würde der Friedensvertrag von verschie denen Kommissionen studiert werden. Die Ratifikation würde aber erst durch die neue Nationalversammlung erfolgen. Der fürfische Oberst Osman Pafcha, ter angebliche Mörder des Abg. Ali Schütry Ben, wurde bei einem Zusammenstoß mit Gendarmen getötet. Sein Leichnam wurde vor die Nationalversamm lung gebracht und, auf Berlangen einer Deputation, vor dem Ge bäude an den Füßen aufgehängt. Arzybafchew: Der Kampf der Geschlechter Augen blinken. Da bedienen fie fich nun einer Methode, die wieder Können. Das gilt ganz besonders für Philipp Jarnachs Renaissance Theater.) B Wenn der Vorhang zum fünften Male niedergegangen ist, wirft Emanuel Reicher, der einen russischen Arzt und 3ynifer spielt, die Militärmüße auf den Tisch und er mettert wütend:" Berdammte Physiologie. Um dieses Wörtlein drehte es sich. Daß Männlein und Weiblein nur von ihren Sinnen abhängen, daß die lleberfinn lichkeit der Liebe ein Unsinn sei, das seht der medizinische Raisonneur auseinander, das sollen die Ehepaare beneifen, die alle in dem Stüd gegeneinander fämpfen und schließlich auseinandergehen, frei millig, gewaltsam oder durch den Tod. Es ist also ein Thesenstüd, aber ein schlechtes, das überall das bißchen Verstand borgt, aus rter Hand tommen die Gedanten. Sie sind so dürftig, daß ein Reben darüber gar nicht lohnt. Arzybafchew, der vor einigen Jahren im alten Rußland die Jugend mit einer Art Wolluftfeuche verdorben bat, plätschert in den trübften Säßen der Selbstverständichkeit. Man fragt sich wieder einmal mit einiger Beunruhigung, warum gerade dieses Schundstück ausgewählt wurde. So bumm, so flach fönnen doch nicht die duimmsten Theaterfreunde fein, daß sie sich an diesem ausgewaltten Schwachsinn ergößten. Zwei Wigworte und hier und da ein wenig Technit des Spannenden können auch hier nicht für bie vollkommene Nebensächlichkeit und Dede dieses Geschlechter Bampfes entschädigen. das Bernietetsein an eine geheime Natur foll ihnen stets aus den laffen es gelten, spüren Kampfesmut darin, neues Wollen und neues von dem Naturalismus Reicherts und dem etwas reißenden Streben Streichquintett( op. 10); ein auch fontrapunttish feines, fluges Werf. nach glänzenden Posen der Frau Leito entaegenarbeitet. Sie wollen Rlare Linienführung, überraschende Auflösungen, starkes rhythmisches den Zuschauer expreffionistisch einfangen. Sie wollen nicht erklären, auch nicht malerisch schlängelnd, sondern glutvoll zupackend mit dem Wort an die Empfindung des Zuschauers gelangen. An fich fein übler Weg, dieser Expressionismus, aber der Stil flafft vollständig von bem anderen ab. Noch ein vierter, der sich nicht zurechtfindet in dem, was Harmonie des Ensembles fein foll: Karl Göß, ein gewiß erfahrener Komödiant, auch ein stiller und vornehmer Charafteriftifer, aber er weiß nicht recht, wie er mit den anderen zu fammentfingen foll. Um Naturalist zu sein, ift er zu wenig hellfichtig, um Filmwirfung allein zu suchen, ist er au tattooll, um er pressionistisch zu explodieren, fehlt ihm die Heißblütigkeit. Also geht er zwischen den Stilen spazieren. Es war lehrreich, all dies Ein neuer Edelstein. Die Erde ist nach Edelmetallen und Edels Straucheln, all dies Taften zu beobachten. Aber ein Theater ist doch steinen seit langem mit großem Eifer durchsucht worden; und doch feine Stätte zum Studium des Mißlungenen. Mar Hochdorf. aibt es noch immer neue überraschende Entdeckungen. So berichtet Gefühl und virtuose Instrumentation. Zu dem Havemann- Quartett trat hier noch Kammermufiter Raue hinzu. Das Publikum jubelte ihnen wie dem herausgerufenen jugendlichen Komponisten zu. Trot aller Qualitäten war es gut, daß das Programm in homöopathischen Dofen verabfolgt wurde; die Kurzweiligkeit beugte Langeweile vor. Als zweiter Teil war im Programm noch hypodromische yrit" versprochen. Es war Weisheit, würdig eines Laotse, als der maître de plaisir, nachdem das Publikum die lange Bause ver gnüglich abgewartet hatte, diefen Teil eröffnete und gleichzeitig schloß mit der Mitteilung: die Hypodromische Lyrik falle aus. vn. Prof. Grober in der Frankfurter Wochenschrift Die Umschau" von der Auffindung eines bisher unbekannten Edelsteins, auf den man Cuffspielhaus. Der neueste aus Amerifa importierte Schwant: Bobby, fag die Wahrheit von J. Montgomery geborene in der Nähe der alten Saphirgruben" Indiens im Gold ganz unerwartet gestoßen ist. Bor einiger Zeit entdeckten Einbrachte es, im Gegensatz zu der sonst hier mit Borliebe ausgeschentten ande einen graublauen Stein, der in der geringen Tiefe von 1 bis parfümierten Rost, in einer ganzen Reihe feinet Szenen zu richtig 14 meter lose in mehreren Stücken lag. Die Größe dieser rohen verrückter Poffenstimmung und starter Heiterfeit. Ein netter junger Stüde betrug nur wenige Rarat, und sie fehen äußerlich rauh und Mensch und eraltierter Bräutigam einer schwerreichen Schiebertochter unscheinbar aus. Man beachtete daher den Stein zunächst faum, Man spielte das ftillole Stüd in vier Stilen. Rarlheinz geht, um seine finanziellen Talente der Berlobten zu beweisen, mit bis die mineralogische Untersuchung ergab, daß es fich um 3ir. martin gelang es faum, feine Bühnenmenfchlein feft in die Hand ihrem würdigen Bapa eine Wette auf 20 000 Dollar ein, daß er im bone von einer bisher unbekannten Farbe, nämlich blau, han. zu nehmen. Emanuel Reicher machte aus seinem Raisonneur Berlauf von 24 Stunden auf jede Frage die lautere Wahrheit fagen belte. Diese neue Entdeckung wurde in ihrem Bert dadurch erhöht, einen überdeutlich akzentuierenden Berschwender von Weisheit. Ge- werde. Er stiftet da natürlich die tollsten Verwirrungen an, man bak ter Edelstein beim Schliff ganz besonders prächtige Eigenschaften wiß, er erfreute durch eine robuste Maste und durch ein hämmern meint, er fei verrückt geworden. Doch feine Entschloffenheit bleibt entfaltete. Der Stein befist eine sehr lebhafte Farbenzerstreuung, des, dem Militärarzt gut anstehendes Sprechen. Otto Brahm hätte unerschüttert, er gewinnt. Die Figur wurde von Herrn Curt und namentlich die größeren mittelblauen Steine der besten Art feinem Lieblingsfünstler aber einige energische Regieminte gegeben, Bespermann mit verblüffend liebenswürdiger Unschuldsmiene bieten ein sehr intereffantes Bild: überall an den Ranten der blauen bamit er nicht zu bewußt auftrumpfe, damit er auch die Bewegungen sehr luftig durchgeführt. Die Herren Baselt und Haase, Frau Flächen blitt es gelb und grün auf. Der neue naturwissenschaftlich des belehrenden Moralisten mit größerem Tatt anbringe. Gisela Schneider Nissen wirften in anderen Rollen zu dem wie technisch gleich interessante Edelstein findet sich leider sehr felten Brahms Aufmerksamkeit war ja immer darauf gerichtet, daß Erfolge mit. dt. und ist meistens nur flein. Simmerhin ist ein geschliffener Stein von ber Schauspieler sich nicht von dem Effett forttragen laffe, fondern nur von der Wichtigkeit dessen, was bie Rolle betonen möchte. Dem Der vierte Konzertabend der November- Gruppe fand gestern 36 Starat befannt. Die Amerikaner, die den Stein an Ort und Stüde unterworfen fein, ihm nicht überlegen sein, das war die abend im Künstlerhause statt. Das Ungewöhnliche war Stelle auftaufen, fchätzen ihn sehr; nach Europa find bisher nur Aesthetik der Schule, die Brahm verlangte, die Reicher gelegentlich Dominante, jedoch nicht nur der verpflichtenden Firma zuliebe. Diese wenige Stücke gelangt. auch erfüllt, die er aber nicht mehr unbestechlich in Nerven und verstimmende Absicht war nur zu merfen bei Wladimir Bogels Volksbühne E. 2. Am XIV. Stonzert der Boltshähne am Sonntag. Gedächtnis trägt. Dann Maria Leito, die eine schwerblütige, Klavierstüden und hier vielleicht deswegen so start, weil Frau den 8., mittaas ½, 12 Usr, im Theater am Billomplag mird bas tief liebende Frau zu geben hat. Sie ist eine bedeutende Künstlerin Jatob.Löwinsohn nicht die Zauberin ist, die diesen Bogel zum se lingler. Duartett unter Mitwirkung von Karl Benbel( Bratiche) bes Films. Sie richtet ihr Schreiten und Blicken, ihr Lächeln und Singen bringen fönnte. Bom Künstlerzimmer her unbefugt ein Mozarts Quintett G- moll und Beethovens Quintett C- dur opus 29 zum ihr melancholisches Haiten des Mundes, ihr Stirnrunzeln und ihr dringende Kinderstimme meldete unbewußt die Opposition des Natür Vortrag bringen. Krampfen der Hände so ein, daß die heftig beleuchtende Jupiterlampe lichen. Beffer geschah es Anton Berberns Opus 5, das das ein gewinnendes Bild liefert. Aber die Stummheit, zu der fie fo egzellente Quartett: Prof. Havemann( niestädt, Mahlte, lange verurteilt war, hat ihr geschadet, weil sie fo lange ftumm Lug) musterhaft forgfältig vortrug: E. L. A. Hoffmann- Mystit; Ge spielte, mußte fie manchmal durch ein sehr scharfes Schleudern des pensterfeufzen und wispern hängt spinnwebenzart im Ohr, gleitet Kopfes oder durch einen ähnlich harten Geftus deutlich werden. wie fühler Sput über Nersen, dämmert in zitternden Flageoletten Jept, da sie mit dem Worte nachhilft, verliert sie noch die Melodie. auf erdferne Insel hinüber, wo Neurastheniterseelen wollensmübe Roma Bahn und Theodor 200s sollen ein dunkel verirries träumen mögen. Zuweilen Ausruhen auf Dissonanzen, tastendes ErLiebespaar sein. Die Frau ganz findisch, ekstatisch, blindlings auf proben neuer Tonmöglichkeiten. Das gefunde" Empfinden lehnt das bas Abenteuer zuftürzend, der Mann grübelnder und mehr von den als krankhaft, als Symptom von Nervenschwäche ab, was vielleicht Furchen der Gewissensangst durchtreuzt. Aber die Gebundenheit und Stigma unferer verzweifelnden Menschenfeele; weniger Fertige" Die große Wolfeoper legt Wert auf die Feststellung, daß fie bas beater des Westens bis zum 31. Auguft 1924, also auch für die nächste Spielzeit, gepachtet hat. Ale von anderer Seite ausgehenden Mitteilungen Spielplanänderung. Im Deuten Dpernbans fommt am anitatt der angekündigten Vorstellung Königslinder Eugen d'Alberts Oper Die toten Augen zur Ausführung. Halbjahr 1404 Studierende( bavon 45 weibliche) eingeschrieben und zwar: An der Landwirtschaftlichen Hochschule waren im lekten Winter. 1184 Landwirte, 151 Geodaten, 62 Studierende ber landwirtschaftlich- tech nischen Gewerbe und 7 Studierende der Naturwissenschaft. Die Moskauer Henkerjustiz. Nadelstiche. Fürsten mit Berbrechern näher einließen, was man ja früher empfindlicher Ohren wegen nicht laut fagen durfte. Da wird zum Die bereits gemeldete Hinrichtung des fatholischen Es tönnte im Mietnotrecht unter den Parteien alles viel ruhiger Beispiel der Großherzog Friedrich Franz von Mecklenburg genannt, Priesters Butkiewicz, an dem das Urteil des Sowjet- zugehen, wenn man auf beiden Seiten sich mehr von Nadelstichen der sich in der Gewalt eines Erpressers befand. Kriminalkommissar gerichtes durch Erschießen vollstrect worden ist, hat die Mos und Schifanen fernhalten wollte. Bei allen Mängeln der gefeßlichen belasteten, aus London zu holen, wo sie fich in der Hand eines Tresdom erhielt ten Auftrag, Briefe, die den Großherzog schwer fauer Sowjetregierung in eine recht heitle diplomatische Si: Bestimmungen ist die schiedlich- friedliche Einigung gar nicht so schwer, Berbrechers befanden. Diese seine Berbrecherjagd in London und tuation gebracht. Wie erinnerlich, wurden in dem Prozeß fobalb man sich in die Materie einigermaßen hineingefunden hat. Die Liften, welche er auf feinem Kriegspfad anwenden mußte, um gegen die katholischen Priester, die sich der Beschlagnahme der Der Streit bricht gewöhnlich wegen Kleinigkeiten aus und feßt sich zum Ziel zu gelangen, werden in dem Buch fesselnd und frisch geKirchengüter durch die Moskauer Regierung widerseht hatten, fort bis zu hartnädiger Rechtsverbohrtheit, die dann zu zeitraubenden schildert. zwei Todesurteile gefällt, und zwar gegen den Erzbischof und toftspi figen Klagen führt. Ein gutes, fluges Wort, ein kleines Bepljat und feinen Gehilfen Butkiewicz. Infolge der Proteste nadben hüben und drüben, auch ein wenig Wiz und Humor zur in den verschiedenen Ländern und der diplomatischen Bor rechten Zeit und es ist alles in Butter". Aber gerade diefes Bel manchen Behörden wird, wenn wir nicht irren, längst auf Eine gewissenhafte Behörde. stellungen einiger westeuropäischen Regierungen wurde der gute Bort, das in peinliche Situationen wie ein erlösenter Sonnen die Eintreibung von Geldforderungen fleinster Beträge verzichtet. Erzbischof Bepljat zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe beftrahl fällt, wird so schwer gefunden. Augenbli dlich brennt es wieder 3ft das nicht auch bei Steuerforderungen möglich, oder hält man Erzbischof Bepljat zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe begnabigt, das zweite Todesurteil jedoch ist nunmehr vollstrect in den meisten Häusern wegen der diesmal den Geldbeutel besonders hier um des Prinzips willen für nötig, jeden noch so fleinen Anworden. Man geht wohl in der Annahme nicht fehl, daß diefe hart angreifenden Umlagefosten- Abrechnung. Schon das Bo und spruch geltend zu machen? Im Berwaltungsbezirt Neukölln hat Hinrichtung, die in beschleunigtem Tempo erfolgte, eine Kon. Wie der Prüfung der Hausrechnungen erhigt die Gemüter. Du der Befizer einer in Mariendorf gelegenen Laube eine Brobe zeffion an den terroristischen linten Flügel der Kommunistischen fieber Simmel, fommt der Berg nicht zu Mohammed, fo geht Er wurde zur Gebäude steuer veranlagt, und zwar vergeblich, dieses Prinzips tennengelernt, die wirklich Bewunderung verdient. Bartei bedeutet, ebenso wie die Begnadigung des Erzbischofs Mohammed zum Berge. Der Gesetzgeber fann doch nicht auch noch da nur ein Nuhungswert von 60 Mart angesetzt werden konnte, ein einen Bersuch darstellte, den Protesten und diplomatischen Vor- darüber Borschriften erfassen, eb man sich in der Wohnung des jährlicher Steuerbetrag von 2,40 marf( zwei Mart stellungen Westeuropas entgegenzufommen. Mit Recht. prechung hat weder die eine, noch die andere Handlung Herr X. oder der Frau V. auf die Hosen sehen soll. Ein so tein- und vierzig Pfennig). Den Beranlagungsbescheid überfandte bas prechung hat weder die eine, noch die andere Handlung 3u eimas zu tun. Denn, da die beiden Briefter wegen eines und falibriges Bolt find wir doch nicht. Da muß jeder Beteiligte prat. Ratasteramt Neukölln dem Laubenbefizer durch die Poft mit Zudesselben Deliftes angeflagt und als„ Konterrevolutionäre" tisch denten und einen schnellen, gerechten Ausgleich im Auge haben, ftellungsurkunde, wobei ein Portoaufwand von 130 mart zum Tode verurteilt wurden, ist nicht einzusehen, weshalb der aber nicht auf Bergeudung der Nervenfraft verfeffen sein. Aus der entstand. Wer zweifelt nun noch daß wir uns endlich im Bieber. aufbau befinden, ein Wiederaufbau gröbsten Berwaltungsunfinnst eine begnadigt und der andere erschossen worden ist. Wer die erstaunlichen Fülle dieser häßlichen Nadelstichpolitit fei folgendes 2,40 Mart ist ein Betraa, für den du heute nicht ganz zwei Streich verschlungenen Wege dieser Juftia" begreifen will, muß von herausgegriffen: Ein Hausbefizer ladet die Mietervertretung zur hölzer faufen fannst. Wieviel mag neben ben 130 Mart Bortoaufpornherein davon absehen, die Grundsäge des modernen Abrechnung in feine Wohnung. Als die Mietervertretung pünktlich wand der Gehaltsbetrag ausmachen, der auf die erforderlich gewesene Rechtes und der Gerechtigkeit auf ihnen zu suchen, er muß die eintrifft, zeigt es fich, daß der Hausbefizer alle Stühle bis auf einen Bureauarbeit entfällt? Sowjetjustiz vielmehr einzig und allein als Atte der auf den er selbst thronte, aus dem Zimmer entfernt hatte. Die Mieter zogen wieder ab, da sie nicht trei Stunden stehen wollten. Aber auch unter diesem Gesichtspunkt zeigt sich erneut. Nun flagt man beim Amtsgericht um die Stuhlfrage. Ein neu daß das Festhalten an der terroristischen Blutjustiz felbft gebackener Hausverwalter, früher selbst Mieterobmann, will eine ihm menn man von allen Grundfäßen der Moral und der Gerech fehr unbequeme scharfäugige Mietervertreterin zur Rechnungstigteit abficht und die Justia, wie es die Mostauer tun, prüfung nicht zulaffen. Bielleicht hat er fein gutes Gewissen! Die lediglich als Waffe der Boliiit betrachtet auch vom Abrechnung unterbleibt, die Mieter wissen nicht, was sie zahlen follen. Standpunfte der Sowjetregierung das Bieber ein anderer Hausverwalter ist fuchswild und in seiner Würde Dümmfte und Schädlichfte ist, was sie hm tann. Die Hin- tief getränkt, weil die Mieter, ohne ihn zu fragen, vor den Feier richtung des Briefters Butkiewicz hat nicht nur die ziemlich tagen ben Müllberg selbst beseitigt haben. Sie wollen auf eigene weitgediehenen Berhandlungen zwischen der Sowjetregierung often den Hofgarten in Ordnung bringen. Nun bebanten sie sich und der päpstlichen Rurie zweds Abschluffes eines Rontordats tafür. Richt selten liegt die Kleinlichkeit auch bei den Mietern. Man zerschlagen, sie hat auch zu einer außerordentlichen Berwanbert wegen eines Schlüssels, einer Gummifcheibe am Waffer schärfung der Beziehungen zwischen Sowjetrußland leitungshahn, wegen einer Jalouficschnur zum Gericht. Ein Haus- Rheinlanda blommen entitebenden Verpflichtungen. Dr. Schoppen, einerfeits, Bolen imd England andererseits geführt. Mag reiniger hat im Nebenhause einen fleinen Biegenftall, feine Boh Ischitscherin in seiner Antwortnote an die englische Renung Nun soll er für die paar Quadratmeter die ganze Umlage gierung noch so sehr im Recht sein, daß England feine Be- mitbezahlen. Das Gesetz läßt das zu. Soziales Entgegenkomme fugnis au Proteften habe, weil es felhft politiche Hinrichtun wäre befier. Mezu alle diese Nadelstiche, diese Stänkereien? Mr gen in Irland. Indien und Aegnnten habe vollziehen fallen, fo haben heute wirklich wichtigeres zu tun. Mehr Zusammenschluß, geht diese Feststellung an der Totfache vorbei, daß die an mehr Einigkeit, weniger Haß und Feindschaft auch in den vier geblich fommuniftische Moskauer Regierung den Namen des Pfählen, die unser Obdach sind und uns verpflichten, tas Leben nicht Kommunismus schändet, wenn fie fich mit bürgerlichen Re- noch schwerer zu machen, als es ohnehin schon iſt! gierungen um das Brivilegium der Hinrichtung der politischen Gegner ftreitet und daß fie gleichzeitig die Intereffen thres Landes und ihres Boltes verrät, wenn sie die außenpolitische Stellung Rußlands fortgefekt durch das trampfhafte Festhalten an der terroristischen Blutjustiz verschlechtert. Iitif bewerten. Hitlerei in Wien. Allerlei Diebesvolk. Ein Mörder und Brandstifter entsprungen. Aus dem Gerichts. gefängnis zu Torgau ist in der Nacht zum ersten Feiertag ber 36 Jahre alte, au Werben geborene Händler Wilhelm Dtto aus udenwalde entwichen, der im Oftober vorigen Jahres vom Schwurgericht zu Torgau wegen Mordes und Brandstiftung bermutet, daß er sich nach Berlin gewandt hat. Die Kriminal zum Tode und sechs Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Man polizei fabnbet bier auf ihn. Aufgaben der Gemeinden im alt und neubesetzten Gebiet be. handelt bie demnächst erscheinende Aprilnummer der Gemeindepolitik". ministerialrat Dr. Karstedt schreibt über die Drganisation des Deutigen Boltsobfers unter Berüdfichtigung der fommunalen hafen gibt eine eingehende Darstellung der ben Gemeinden aus bem Verwaltungsaufgaben bierbei. Oberbürgermeister Dr. Weiß Ludwigs. Leiter des statistischen Amtes der Stadt Düsseldorf schildert die Beziehungen amifchen Ernährungs- und Wohnungsweise der Bevölkerung und der Tuberfulose. Die Arbeit ist im Hinblid auf die wohnungshygienischen Folgen ber franzöfifch- belgischen Belegung des Rubrgebiets befonders wichtig. Stadtverordnetenvorsteher Schmidt in Lüdenscheid veröffentlicht einen Vorschlag der dortigen fozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion zur be fist auch ein Gutachten von dem fürzlich zum fommissarischen RegierungsReform der Wohnungsbauabgabe. Großen praktischen Wert präsidenten von Züneburg ernannten Ministerialrat ans Krüger zu $ 59 und 9 a des Kommunalabgabengesetes( Arbeitgeber beiträge für Wohnungsbauten). Die Notizen enthalten Berichte über legte geleggeberische Ereignisse. Die Mainummer der Gemeinde politi!" wird den Wortlaut des Gesetzes über die vorläufige Regelung der Gemeindewahlen in Breußen mit einem erläuternden Auffaz von Staatsminister a D. Paul Hirsch veröffenl. lichen. Die Veröffentlichung ist als Sonderdrud zu einem mäßigen Preise durch den Verlag der Gemeindepolitit", Berlin SW 68, schon jetzt zu beziehen. Hofgeismar Woche der Jungsozialisten. Beim Einbruch wurde in der vergangenen Nacht auf dem Grundftüd Goethestraße 36 der 20 Jahre alte Arbeiter Karl Radom aus ber Wallstraße zu Charlottenburg überrascht und erschossen. Eine Streife der Spürhundführer der Kriminalpolizei beobachtete gegen 1 Uhr nachts, wie brei Männer und eine Frau sich an dem Laden des Wäschegeschäftes von Faustmann in der Goethestraße 36 Wien, 4. April.( EP.) 11 3üge nationalsozialistischer Sturm- au Charlottenburg zu schaffen machten. Als die Gesellschaft die Die Jungiozialisten Westfalens veranstalten ab truppen nehmen am Montagvormittag in der Umgebung von Wien Streife herantommen fah, ging fie davon. Die Beamten vermuteten, 31. März in ofgeismar eine Arbeitsmode, die sich mit eine Feld dienstübung unter dem Kommando des mün. daß sie zurückommen werde, und beobachteten nun das Haus. Als dem Thema:" Unfer Verhältnis zu Volk und Staat" befaßt. Ale chener Oberleutnants Budner vor, der als Delegierter Hitlers bald tamen alle vier zurück und bevor die Bamten noch hinzueilen Redner iprechen Karl Bröger über: Deutscher Menich und deutscher fonnten, hörten sie die zertrümmerte Schaufenster Geist." Profeffor Natorp- Marburg über: Bolt und Menschheit," in Wien gilt. Die Hafenfreugler waren etwa 400 Mann starf. fcheibe flirren. Die Streife stellte fest, daß sich zwei Männer in ferner Dr. Walter Koch- Kaffel, Alma de L'aigle, Dr. Eduard 50 Mann sozialistische Arbeiterwehr hatten sich in der Nähe ver- dem Laben zu schaffen machten. Sie forderten sie auf, herauszutom Heimann, Reichsjuftigminifter a. D. Dr. Radbruch und Profeffor fammelt, um die militärischen Uebungen zu beobachten. Es tam zu men, erhielten aber feine Antwort. Der Diensthundführer Dr. Singheimer Frankfurt a. M. Den Vorträgen schließen sich an einem Zusammenstoß zwischen beiden Parteien, wobei farfe Schwerdtfeger schoß nun einmal durch die zertrümmerte den Nachmittagen in fleineren Streifen Aussprachen an. Schüsse gewechselt wurden. Unter den Dsterausflüglern entstand Scheibe in den Laden hinein, um der Aufforderung Nachdruck zu schluß der Woche bildet eine öffentliche Versammlung in& affel, eine große Banit. Auf sozialistischer Scite wurden zwei Leute und geben und den Verbrechern flarzumachen, daß etwaiger Widerstand in der Reichstagsabgeordneter Sollmann Köln sprechen wird. von ten Hafenkreuztern ebenfalls zwei verwundet. Die Polizei hat umsonst fein werde. Dann drangen alle Beamten ein und fanden Einen ausführlichen Bericht von der Woche werden die jung eine strange Untersuchung eingeleitet. Die bürgerlichen Blätter einen Mann am Boden fauern. Auf ihre Aufforderung: Sände sozialistischen Blätter, Maiheft, bringen. verlangen die Ausweisung der Senbboten Hitlers aus Defter och griff dieser, statt ihr nachzutommen, in die Tasche. Jetzt fchoß der Bamte zum zweitenmal und traf den Einbrecher so fchwer, daß er widerstandsunfähig war. Der zweite wurde nun ebenfalls festgenommen, nach der Wache gebracht und als ein Möbelträger Franz Sanned aus der Wallstraße zu Charlottenburg ertannt. Der verlette Radow wurde nach der Rettungsstelle in der Kaifer- Friedrich- Straße gebracht und starb dort bald nach der Aufnahme. Der britte Mann und die Frau, die draußen aufgepaßt hatten, waren entkommen und sind noch nicht ergriffen. reith. Diese Meftung ergänzt die furze Depesche in unserer Mittwoch Morgenausgabe. Der englische Sozialistenkongreß. Alkoholfrage und Moskau. London, 4. April.( TU.) Nach lebhafter Debatte entschied sich bie Konferenz der Unabhängigen Arbeiterpartei in London gegen ein Totalverbot des Spirituosenausschants. Eine Resolution mar eingebracht worden, die Ueberführung der Spirituofen in den öffentlichen Besitz und die öffentliche Kontrolle seien tie besten Mittet zur Bekämpfung der Truntfucht. Ein Zufagantrag, der sich für ein glattes Berbot aussprach, wurde mit 168 gegen 152 Stimmen abge lehnt und die Resolution angenommen. Ein Antrag zugunsten einer Annäherung an die Kommunistische Internationale wurde gegen ganz wenige Stimmen abgelehnt. Weltpolnische Preßfreiheit. In Bromberg wurde der frühere Hauptschriftleiter der Deutschen Rundfchau", Contag, wegen Berächtlichmachung staatlicher Behörden und Aufreizung der öffentlichen Meinung zu eineinhalb Jahren und der mitangeflagte Redakteur rufe zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Auch im Memelland verstehen sie das Zeitungperbieten schon; bie Königsberger Allgemeine Beitung" hat's eben erfahren müssen. Devisenkurse. 4. April 8. April Käufer Bertinter Räufer Berläufer ( Belb-)( Brief)( Belb-)( Brief-) Kurs Rurs Kurs Kurs 8279.25 8320 75 8279.25 7779.40 7750.57 1197.8800.47 4019.92 1 holländischer Gulden 1 argentinische Bavier- Peso 7740.60 1 belgischer Frant 1174.55 1180.43 1 norwegische trone 8802.96 3822.04 1 dänische Krone. 4019.92 1 schwedische Krone 5593.48 4040.08 5621 52 5586.1 finnische Mark. 574.06 9009.75 576 94 10025.575.55 1054 85 1 japanischer Den 1 italienische Lire 1 Bund Sterling 1 Dollar.. 1 französischer Frant 1 fpanische Beseta 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frant. 100 öiterr. Stronen( abgeft.) 1 tschechische Krone 1 ungarisme Strone 1 Bulgarische Lewa 1 jugoslawischer Dinar 1054.85 1060.15 Stockhiebe für Trinker. Das neue Alfoholverbot in der Türkei. Vom 4. April ab wird It. einer Wolf- Meldung aus Konstan tinopel in der Türkei, jede Person, die beim Genuß alkoholischer Getränke betroffen wird, auch wenn es sich um Ausländer handelt, mit einer Bastonabe von dreißig Sieben bestraft Ein Artist Karl Peterson wurde als Einbrecher entfarvt und werden. Händler, die solche Getränke verlaufen. werden mit einer festgenommen. Er hielt fich unangemeldet bei seiner Geliebten in der Geldbuge von fünfzig türkischen Pfund bestraft. Die Ausländer Cuvryftraße auf. Auf ihn fiel der Berdacht, daß er mit großen Ein. find aufgefordert worden, den Behörden eine vollständige Angabe brüchen in der Gegend von Grüneberg in Schlesien zu tun gehabt über ihre Vorräte zu machen. Sie werden aber eine Frist von habe, bei denen den Verbrechern wertvolles Silberzeug in die Hände zwei Monaten erhalten, in der sie die alkoholischen Vorräte wieder gefallen war. Bei einer Durchsuchung der Wohnung fanden die ausführen dürfen; andernfalls werden dieie vernichtet werden. Striminalbeamten auch allerlei Sachen, die aber aus verschiedenen Bon diefen Maßnahmen sind lediglich fremde Militärs Diebstählen in mehreren Ortschaften in Neustrelik herrühren, u. a. ausgenommen. auch einen Stempel vom Karolineum in Neustreliß und Bücher aus Die Einführung der Brügelftrafe gweds Interbindung der der dortigen Bibliothel. Ferner das Gehäuse einer AutoSehnsucht nach dem Aitobol ist ein Mittel bon drafonischer uhr, die aus einem Einbruch in Wilhelminenhof bei Gülzom Originalität. Die fremben Militäre, die man vorfichtigerweife, ftammt. Bei diesem wurden die Verbrecher überrascht und einer von wohl um hriegerischen Verwidlungen" vorzubeugen, ausgenommen ihnen auf der Flucht erschossen. Beterfon leugnete erst, bat, werden diesen Vorrang ersprießlich zu nüßen wissen. gestand aber endlich unter der Last des Beweismaterials, bei den Einbrüchen in Medfenburg beteiligt gewefen zu sein. Wahrscheinlich Das tägliche Aufounglüd. Ein schweres Autounglüd hat sich hat er auch bei den Grüneberger Einbrüchen seine Hand im Spiele bei München ereignet. Auf der Fahrt nach Augsburg wurde das gehabt. Mitteilungen über ihn und seine Tätigkeit nimmt Kriminal. Motorrad des praktischen Arztes und Heilanstaltsinhabers Dr. Otto fommiffar Trettin im Zimmer 103 entgegen. Gewerbsmäßige Mühlhäufer aus Augsburg von einem dahinraienden Runst biebe treiben in der letzten Zeit in Groß- Berlin ihr Un Automobil überbolt und überrannt. Dr. Mühlbänfer wefen. In der Galerie Alfred Flechtheim am Lüzowufer ftahlen sie war fofort tot. Sein mit auf dem Motorrad fivender Aififtent, ein Gemälde in Goldrahmen mit Glasscheibe, das einen weib. Dr. Gifenlobr aus Augsburg. wurde fchwer aber nicht lichen Kopf von Eugen Bat darstellt. Lebensgefährlich verlegt. Kriminalpolizei auf dem Kriegspfad. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Troden und überwiegend beiter, nue morgens etwas neblig, nachts leichter Frost, in den Mittagsstunden ziemlich warm bei mäßigen öftlichen bis südöstlichen Binden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Ueber die Mittel, die von der Kriminalpolizei angewandt werden, um Verbrecher zu fangen, vornehmlich aber über die Art und Weise tes Bertehrs zwischen Kriminalpolizei und schweren Jungen" herrschen im großen Bublifum noch immer die merkwür bigften Borstellungen. Intereffante Aufschlüsse über alle diese Dinge 8320 75 gibt bas im Verlag von F. Fontane u. Co. erschienene Buch des 7789.48 Striminalfommissars von Tresdom: Bon Fürsten und anderen Achtung, Kaffierer! Die Maimarten für 1923 find foeben im 1203. Sterblichen." So handelt ein Kapitel, was heute, wo das Ver. 3819.53 brechertum Berlins wieder außerordentlich ausgebreitet ist, besonders holen tönnen, werden sehr darum gebeten. Die Kaifierer, welche diefe Marken abBureau eingetroffen. Alle bis Montag, 4040.08 inter fiert, von Wilberern im Grunewald. Kurz vor den 16. April, nachmittags 5 Uhr, nicht abgeholten Marken werden 5614.- tem Krieg wurde im Grunewald sehr stark gewildert, und namentJ. A.: Alex Pagels. 570.45 lich wurden viel Hirsche abgeschossen. Das merkwürdigste mar aber, am 17. April durch die Boft zugestellt. 9975-10025.- daß die Forstbeamten niemals einen Schuß gehört hatten, Kriminal Heute, Mittwoch, den 4. April: 1060.15 fommiffar von Tresdom gelang es, die Wilderer abzufangen und 47. Abt. Die Begirisführer rechnen am 4. oder 5. April beim Genoffen Mag 98493 63 das Mätfel zu lösen, wie es hatte geschehen können, daß niemals Smmidt. Waldemarfte 41, Gift. 2 Tr., ab. 21152.75 im Walde bas Echo eines Schuffes laut wurde. Bei der Haus 137. bt., Reinidendorf Weft. 7% Uhr Sigung des Bildungsausschusses im 1406.01 fuchung fand er mehrere Pappzylinder in ter ungefähren Größe 2340.00 von Lampenzylindern. An den mit Pappe geschlossenen Enden 8909.75 entdeckte er zwei Deffnungen, eine größere und eine fleinere, die die 30. Abt. 7 Uhr Funktionärsihung bei A Carl, Bicheriftr. 69. 8248.09 Größe eines Schußlochs von sechs Millimeter Durchmesser hatte. 34. 29.88 Diese Bylinder wurden auf die Gewehrmündung gesetzt und dämpften 36. 630.08 termaßen den Schall, daß man beim Abfeuern des Gewehrs feinen 35. 4.99 Anall, fondern nur das Geräu'ch des abgedrückten Gemebrichfolies 157.90 hörte. Fürsten und Verbrecher spielen in diefem interessanten Buch 84. 210.58 eine große Rolle. Denn es ist nicht felten vorgekommen, daß fich 97901.62 98895 88 98004.87 21079.66 21185.34 21047.25 1371.56 1878 44 1898 99 2244.87 2255.63 2326,91 8909.75 8890,25 8243.09 3226,91 29.72 8890 25 3226.91 626.92 493 157.10 209.47 Bolkshaus, Scharnweberftr. 114. Morgen, Donnerstag, den 5. April: t. 7, Uhr Funktionärfonferens bei Rofin. Gubener Str. 19. Petersburger Str. 5 6. 7 Uhr Sigung der Funktionäre und tätigen Mitglieder bei Wittschuß. bt. 7 Uhr bet Bauer, Große Frankfurter Str. 1, Sigung fämtlicher Funktionäre, Betriebsvertrauensleute, Elternbeiräte und Bertreter der Beamten. Die Bezirks ührer müffen die Beamtenvertreter einlaben. Abt., Santwiz. Bünktlich 7 Uhr 45 Minuten Borstandssigung beim Genossen Nonfa, Raijer Bilhelm- Str. 122a Gewerkschaftsbewegung Der Vertrag der Spikenorganisationen. Wir veröffenlichen hiermit den Organisationsvertrag zwischen dem Algemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund( ADGB.), dem All. gemeinen freien Angestelltenbund( Afa- Bund) und dem Allge. meinen Deutschen Beamtenbund( ADB.). verzeichneten Forderungen eine ftritte Ablehnung. Gegen die dritte Forderung wurde geltend gemacht, daß die Erhöhung für die Industrie nicht tragbar sei. Bezüglich der geforderten Befagungszulage wurde von den Vertretern des BBMI. behauptet, daß schon mehr bezahlt werde. Sie schlugen vor, festzulegen, daß nach dem Willen der Vertragsparteien Befagungszulagen gewährt werden müffen. Die Höhe fei nach freier Berein. barung festzusetzen Als Versicherungsfähe wurden von ihnen vorgeschlagen: für Unverheiratete 1500 000 m., für Berheiratete Ein Zuschuß für AnBon besonderer Bedeutung für die praktische Wirkung diefes 2 250 000 m und für jedes Kind 375 000 m. Vertrags ist§ 4 und vielleicht noch mehr der§ 5. Es ist nunmehr fchaffung von Reiseförben wurde nicht bewilligt. Nach diesem Ergebnis der Verhandlungen wandte die Kommission Sache der betreffenden örtlichen und bezirtlichen Organisationen, diese Bestimmungen in die Praris umzusetzen. Hier der Wortlaut sich an das Reichsarbeitsministerium, das unterm 24. März folgenden Bescheid gab: Zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen und sozialen „ Das Reichsarbeitsministerium tann nur solche Arbeitsstreitig Interessen aller Arbeiter, Angestellten und Beamten und zur höchfeiten auf Grund des§ 22 Abs. 2 der Verordnung vom 23. Dezember sten Steigerung ihrer organisatorischen Kraft und ihres Einflusses 1918 übernehmen, bei denen es sich um Fragen von grundsä im Wirtschaftsleben vereinbaren die vorgenannten drei Spitzen- licher Bedeutung handelt, oder die im Hinblick auf die große verbände unter Anerkennung des Grundsages der parteipolitischen Zahl der beteiligten Arbeitnehmer oder die besondere Wichtigkeit des und religiösen Neutralität für sich und ihre angeschlossenen Ber. Berufszweiges eine erhebliche Störung des allgemeinen Wirtschaftsbände folgenden Organisationsvertrag: lebens befürchten laffen. Diese Boraussetzungen sind im vorliegenden Falle m. E. nicht gegeben. Ich bedauere daher, ihrem Antrage nicht entsprechen zu tönnen und stelle anheim, den nach§ 22 Abs. 1 der Berordnung vom 23. Dezember 1918 zuständigen Schlichtungsaus schuß anzurufen. J. A.: Dr. Sizler." des Vertrags: § 1. Die Organisationen vertreten den Grundsay, daß in der Wirt. schaftspolitik die gemeinwirtschaftlichen Intereffen stets den privaten Einzelinteressen voranzustellen sind. Ausgehend von der Erkenntnis, daß der soziale Aufstieg der deutschen Arbeiter, Angestellten und Beamten bie Erhaltung der deutschen Republik zur Voraussetzung hat, verpflichten sich die unter zeichneten Organisationen, jeder Berletzung der republikanische Terfassung im Reich und in den Ländern mit allen zu Gebote stehenden Mitteln entgegenzutreten. Zur Förderung einheitlicher gewerkschaftlicher Aktionen der Arbeiter, Angestellten und Beamten aller Länder stellt sich auch der ADB. mit den bei den mitunterzeichneten Spitenorganisationen auf den Boden des Internationalen Gewertschaftsbundes( Siz Amsterdam). § 2. De: ADGB., AFA- Bund und ADB. verpflichten sich als organi. fatorisch selbständige Spizenverbände gegenseitig, in allen gemert. schaftlichen, fozial. und wirtschaftspolitischen Angelegenheiten, welche die Interessen der Arbeiter, Angestellten und Beamten ge. meinſam berühren, zufammenzuwirken. In Fragen, die nur die Interessen eine Gruppe unmittelbar berühren, behält jede Epipenorganisation thre Selbständigkeit. So. fern jedoch Interessen der anderen Gruppen beeinflußt werden fönnten, soll jede Organisation, bevor fie ihre Maßnahmen ergreift, fich mit ten beiden anderen verständigen. § 3. Grundfäßlich wird der DGB. als die gewerkschaftliche Spigen organisation der Arbeiter, der AfA- Bund als die der Beamtenner bände anerkannt. Demgemäß follen die Arbeiter in den dem ADGB., die Angestellten in den tem AFA- Bund und die Beamten in den dem ADB. angeschlossenen Verbänden organisiert werden. Ueber notwendige Abweichungen von diesem Grundlag werden die unterzeichneten Vorstände fich untereinander und mit den betei ligten angeschlossenen Berbänden verständigen, wobei geschichtliche unt organisatorische Eigentümlichkeiten berücksichtigt werden follen, wie das bereits in der am 19. Dezember 1922 abgefchloffenen Verein barung zwischen dem ADB und den der früheren Gewerkschaftlichen Beamtenzentrale des ADGB. und AfA- Bundes angeschloffenen Orga nisationen festgelegt ist. Streitigkeiten, die nicht durch Verständigung beigelegt werden Pönnen, sind von Fall zu Fall durch ein gemeinsames Schietsgericht zu entscheiden. § 4. Zum 3mede des Zusammenwirtens zwischen ADGB., ATA. Bund und ADB. find, menn gemeinsame Fragen vorliegen, die Bor. stands und Ausschußfizungen und die Kongreffe gegenseitig durch Delegationen, die mit beratender Stimme teilnehmen, zu beschicken. Erforderlichenfalls fönnen Ausschußsihungen und Kongresse von Fall zu Fall gemeinsam veranstaltet werden. Für das Bertretungsund Stimmrecht gelten die Sagungen des ADGB. finngemäß. § 5. Die im§ 4 für die zentrale Zufammenarbeit getroffenen Beftimmungen finden auf die örtliche und bezirkliche Zusammenarbeit entsprechende Anwendung. Die gleichen Industrie- und Fachgruppen der DGB.., AFA. und ADB.- Berbände sollen gemeinsame Gruppenausschüsse bilden. § 6. Der zwischen dem ADGB. und dem AfA- Bund am 12. April 1921 abgefchloffene Organisationsvertrag bleibt von den vorstehenden Abmachungen unberührt. Die Auslösung der Außenmonteure. Die Anrufung des Schlichtungsausschusses ist inzwischen erfolgt, ein Berhandlungstermin aber noch nicht festgelegt. Dem Bericht folgte eine längere Aussprache, die manche wertvolle Anregung für die Bersammelten brachte. In seinem Schlußwort hob na ad hervor, daß die Tariffäße für alle Kollegen gelten, die für den BM3. auf Montage gehen, auch wenn sie außerhalb Groß- Berlins wohnen. Spiteleien im Betriebe A. Wertheim. Bon der Bezirksverwaltung des Deutschen Verkehrsbundes wird uns geschrieben: In einer vom Deutschen Berkehrsbunt für die Handelshilfs. arbeiter einberufenen Versammlung wurde ein ungeheuerliches Material über das Spikelsystem im Betriebe der Firma A. Wert heim der Versammlung unterbreitet. Bollmeier vom Deutschen An hand von Berichten stellte er fest, daß die Personalleitung der Berkehrsbund referierte zunächst über die Berfonalnelitit her Firma. Firma fein Mittel scheut, wenn es darauf ankommt, thren Willen durchzulegen. Seit längerer Zeit war es der Organisationsleitung bekannt, daß Berfonen im Betriebe am Werte sint, die Versammlungsberichte und sonstige Mitteilungen der Geschäftsleitung über mittelten. Ein bei der Firma beschäftigt gewesener Fahrstuhlführer hat dann ouch in einer Bersammlung gegen den Fahrstuhlführer Schulz die Behauptung aufgestellt, daß dieser gegen Bezahlung der Firma Berichte ausfefert. Schulz sollte daraufhin die Privat Mage gegen den angeblichen Beleidiger einreichen, was er abge lehnt hat; der Aufforderung der Organisation, sich von dem Ber dacht zu reinigen, ist er nicht nachgekommen. Die Berichte, die über die Spigelcien vorliegen, ergeben, daß Schulz ab Monat Juni für jeden Bericht eine Entschädigung in der Höhe eines Wochenlohnes erhalten hat. Auch die Geschäftsleitung der Firma A. Wertheim war zu der Versammlung eingeladen, hat es aber abgelehnt, zu erscheinen, und erklärt, daß sie für Ermittlungen bisher fein Geld ausgegeben habe und auch nicht ausgeben würde. Die Organisation hat der Geschäftsleitung mitgeteilt, daß sie bereit ist, das gesamte Material in Abschrift zur Verfii nung zu stellen und ist in der Versammlung nochmals ausdrücklich betont worden, daß, folange fein Gegenbeweis von Schulz angetreten ist, die Organifation ihre Anschuldigungen nicht zurücnimmt. Die Bersammlung nahm mit großer Entrüstung die Mitteilungen entgegen und soll der Ausschlußantrag aus der Organisation, ten Die Branchenverfammlung schon gefaßt hat, der Bezirksverwaltung übermittelt werden. Lohnerhöhungen in Amerika. Nach einer Havasmeldung aus New York hat der Verband der Baumwoll industriellen in Fall River beschlossen, vom 24. April ab die Löhne um 12% Broz. zu erhöhen, was etwa 36 000 Arbeitern zugute fommt. Die Baumwollfabrikanten in New Bedford haben eine ähnliche Erhöhung bewilligt, die nach Mitteilung der Arbeiterführer angenommen werden wird. Bemerkenswert an dieser durchaus nicht vereinzelten Tatsache ift, daß gleichzeitig mit den in Amerita vorgenommenen Lohnerhöhungen in Deutschland. wo die Arbeiter nur einen Bruchteil der Löhne der amerikanischen Arbeiter bekommen, eine Lohnftabilisierung versucht wird. Nicht minder bemerkenswert ist die andere Tatsache, daß bei ungleich höheren Löhnen ein Aufschwung der Industrie. tätigkeit in Amerifa zu verzeichnen ist, während in Deutschland, dem Lande der stabilisierten Hungerlöhne, eine wachsende Krise fich be merkbar madji. Die dem Deutschen Metallarbeiterverband angehörenden Ber Zusammenstoß zwischen englischen und deutschen Fischern. Wie liner Außenmonteure befinden sich bereits seit Monaten in einer die Londoner Blätter melden, ereigneten fich gestern abend in Lohnbewegung. Es gilt, für fie eine Erhöhung der Aus. Aberdeen mieter wilde Szenen", als eine aus fchottischen lösungen und einige andere berufliche Forderungen zu erreichen, Fischern bestehende Menge eine Anzahl von deutschen Fischerbooten die in ihrer Bersammlung am zweiten Weihnachtsfeiertage aufgestellt erheblich beschädigte. Die ftreifenden schettischen Fischer verfammelten wurden. Inzwischen ist mit den Arbeitgebern verhandelt worden, sich auf beiden Seiten ves Hafeneinganges mit Rörben und Säden, und am zweiten Ostertag fand im Haufe des Metallarbeiterverbandes die mit Steinen und Ziegeln gefüllt waren. Als das erste deutsche wieder eine Bersammlung der Außenmonteure statt, um zu dem Er. Schiff den Hafen verließ, wurde es von den Streitenden mit einem gebnis der Verhandlungen Stellung zu nehmen. Ueber den Berlauf Hagel von Steinen berorfen, bis es außerhalb der Reichweite der der Verhandlungen wurde vom Vertreter des Berbandes, Kollegen Steinwürfe tam. Zwei antommende deutsche Fischerboote mußten Rnaad, eingehend berichtet. unter den Steinwürfen der Streifenden wieder in See gehen.( ir wollen hoffen, daß den deutschen Fischern unbekannt war, daß sich die schottischen Fischer im Streit befinden. Wenn die deutschen Ber. braucher auch nur mit Marf und nicht mit englischen Pfunden zahlen, an Abnehmern kann es den Fischern in Deutschland nicht fehlen.) Streit im englischen Bergbau. Heute traten 46 000 Bergarbeiter im Rhondatal in Südwales in den Streif, deffen Hauptzwed darin besteht, die Richtorganisierten der Gewerkschaft zuzuführen. Die Bergarbeiter von Tredegar beschlossen gestern, sich am Streit nicht zu beteiligen, da er gegenwärtig aussichtslos erscheinen müsse. Als Grundlage der Auslösungen sollten die bisherigen Gruppen 1 bzw. 3 und 7 dienen. Für das gesamte befeßte Gebiet wird, eine Besetzungszulage in Höhe von 2500 m. täglich verlangt. Ferner sollen die Auslöfungssäge den Forderungen unter 1 entsprechend um 50 Broz. erhöht werden. Die Bersicherungssumme gemäß Anhang cb foll auf das 100fache der Säße des Nachtrags la erhöht werden. Weiter besteht bei den Monteuren der Wunsch, ihnen eine einmalige Bauschalsumme zur Anschaffung von Reiseförben zu zahlen. In der Verhandlung mit den Bertretern des BBM. am 13. März wurden die Forderungen von Rnaad begründet. Die unter 1 genannte wurde abgelehnt, weil einheitliche Säße nicht in Frage tommen fönnten. Ebenso erfuhren auch die unter 2 und 3 Am 2. April berstarb im 64. Jahre mein lieb Mann, mein guter Bater und Schw egervater. der Former Emil Zaein. Um ftilles Beileid bittet Anna Zaein u. Kinder. Einäsch.Donners tag, nadhm 41/2 Krem.. Gerichtstr Fitr 15000 Mark wöchentlich erb. Sie bei 11. Anz einzelne Möbel jeder Art preiswert und gut Barthel Borndorfer Str. 54 Bab.Tiek.Frti. Allee Korb- u.Rohi möbel Eig.Fabrik, stets hervorrag Neuh. Gr.Auswahl. 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Der Hauptanteil der Attien befindet sich in den Händen der Arbeiterorganisation felbst, während der Rest der An teile für die Gewerkschaftsmitglieder und dritte Personen reserviert worden ist. Die Direktion besteht aus 21 Mitgliedern; vier davon find Beamte des Maschinistenverbandes, ferner zwei Beamte anderer Arbeiterorganisationen und die verbleibenden 15 sind Bant. angestellte und außenstehende Geschäftsleute. Im Jahre 1920 wurde die„, Brotherhood of Locomotive Engineers Cooperative National Bank"( genossenschaftliche Natio nalbank der Bruderschaft der Lokomotioführer) in Cleveland errichtet. Dies ist eine reine Arbeiterbant. Der Hauptanteil der Anteile gehört der Bruderschaft als selbständige Organis sation, und der Rest den Mitgliedern. Es befindet sich demnach kein Anteil in fremden Händen. Die Direktoren der Bank sind die leiten. den Beamten( national officers) des Berbandes. Im Jahre 1921 erwarb die Bruderschaft durch Antuf von Aftien ein Kontrollrecht in einer in Hammond, Indiana, bestehenden Bank, welche jetzt den Namen„ People's Cooperative State Bank" trägt und nach dem Muster der Bank in Ceveland arbeitet. Anfang 1921 wurde durch die Bereinigten Arbeiter der Bettei bungsindustrie( Amalgamated Clothing Workers) die Amalgamated Trust and Savings Bank" in Chitago ins Leben gerufen. Dies ist ein weiteres Bantunternehmen im ausschließlichen Besitz der Arbeiter. Die Direktion besteht aus 11 Beamten, die aus dem Zentralvorstand der Gewerkschaft und dem Ortsausschuß der Gewerkschaft in Chitago gewählt werden. Die drei großen Banten hatten sofort unvergleichlichen Erfolg. 200 000 Dollar eröffnet. Die ,, Mt. Vernon Savings Bank" wurde mit einem Rapital von Sie verfügt zurzeit über Kapitalien in Höhe von 2 700 800 Dollar und Depofiten im Betrage von 2 300 000 Dollar. Die Brotherhood Bank in Cleveland wurde 1920 mit einem Grundkapital von 1000 000 Dollar eröffnet, wovon damals 651 000 Dollar eingezahlt waren. Das Kapital vergrößerte sich monatlich um 1000 000 Dollar. Das ihr jetzt zur Verfügung stehende Betriebs. fapital beläuft sich fast auf 15 000 000 Dollar; die Bant bezahlt 6 Prozent Dividende. Die Amalgamated Bank in Chicago erhielt mährend der ersten drei Monate ihres Bestehens ungefähr 1 000 000 Dollar an Depositen und verfügt jetzt über ein Kapital von 1 291 411 Dollar. Nachstehend lassen wir eine vollständige Aufstellung des Inter. nationalen Gewerkschaftsbundes der in den Bereinigten Staaten bestehenden Arbeiterbanken folgen: Name der Ban! B. L. E. Co- op. Nat'l Banki.Cleveland. Ohio The People's Co- operative State Bank in Hammond, Indiana Aufsichtsrat Aft.- Nap. Neje: ben in Dollar 160 000 3 689 182 1 000 000 15 547 402 50 000 250 000 Mount Vernon Savings Intern. Association of Bank in Washington Machinists( Jutern. D. C. Maschinistenverband) Brotherhood of Locumotive Engineers Brotherhood of Locomotive Engineers ( Bruderschaft der Loko. motivfibrer) Amalg. Clothing Workors( Berein. Arbeiter d.Bekleidungsindustrie 200 000 1 291 411 Central Labor Union Members( Mitgl. der Bentr. Arbeiterunion) 155 831 Railroad Workers Saving Bank in San( Eisenbahnarbeiter) Bernardino, California Amalgamated Trust and Savings Bank in Chicago, Illinois Producers and Consumers Bank in Bhiladelphia, Pennsylvania Brotherhood Trust and Co- operative Bank and Labor Groups( DertTrust Company in liche Organisationen) Tuscan. Arizona Federated Bank and State Federation of LaTrust Company in borand Local Centrals Birmingham, Ala Brotherhood of Locobama motive Engineers ( Brudericha't der Lokomouvführer) Labor Groups First National Bank in Three Forks, Mont. 200 000 770 000 70 000 262 000 125 000 Troß ihres jungen Bestehens haben die amerikanischen Arbeiter. banten bereits gewaltige Erfolge aufzuweisen. Sie laufen auch Aftien großer Unternehmungen auf, um dann in den Aufsichts. rat Arbeitervertreter zu delegieren und setzen so auf ihre Weise den Einfluß der Arbeiterschaft auf die Produktion durch ein für deutsche Berhältnisse schwieriger und trotz der Größe der deutschen Gewerkschaften taum gangbarer Weg. Die Einfuhr englischer Kohle nach Deutschland nimmt lebhaft zu. Im Februar betrug die Einfuhr nicht weniger als 1000 097 Tonnen gegenüber 521 854 Tonnen im Januar. In der ersten März hälfte tamen allein im Hamburger Hafen 374 673 Tonnen englischer Kohle an. Auch die ersten Badungen amerikanischer Stohle werden, mie wir hören, in Kürze in Hamburg eintreffen. Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag 6. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderci u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Billige Seife! Einlauf von Brillanten, Hosen! Hosen! 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