Abendausgabe Nr. 166 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 83 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Rebaltion: Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 100 Mark Dienstag 10. April 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernfprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Der Tag der Toten. Die Trauerfeier im Reichstag. KriegsDas Begräbnis in Essen. Heute vormittag, als die Opfer angemaster französischer Streinte Staatssekretär Hamm verhaftet. gewalt in Essen in das gemeinsame Grab gesenkt wurden, auf Einladung der Reichsregierung im Plenarjaal des ReichsAlle drei Herren find Mitglieder des Reichstags. Bolte und Lande die Freiheit und den Frieden geben tann. Aud) heute am Grabe find wir bereit, in freie, von jedem 3wang freie Verhandlungen einzutreten. Aber Freiheit und Frieden müssen tags, auf dessen Dach die Fahnen schwarzrotgold halbstod die Dortmund, 10. April.( Eig. Drahtbericht.) Staatssekretär gesichert sein, wenn anders nicht die Opfer nuplos gebracht sein Trauer des deutschen Volkshauses bekundeten, eine Trauerver: Hamm, Chef der Reichstanzlei, sowie die früheren Reichs- und sollen, die wir an Rhein und Ruhr beklagen. Die Reparations. sammlung, die die Size des Saales und der Tribünen bis zum Staatsminister Stegerwald und Giesberts befanden sich pflicht muß auf das Maß des Erfüllbaren zurückgeführt, die Erde, letzten füllten, die Bertreter sämtlicher gewertschaftlichen und Be- heute morgen auf der Reise nach Effen, wo sie an der Begräbnis- von Fuß und Hand des Feindes, die in der Gefangenschaft und Berin der wir heute die elf Brapen bestatten, muß frei werden amtenverbände, sowie die Stügen der Berufsstände, Vertreter der feier teilnehmen wollten. In der Kontrollstation Scharnhorst wur- bannung Leidenden müssen der Freiheit und Heimat wiedergegeben wur- on Fuß und Hand des Feindes, die in der Gefangenschaft und Ber Länder, der Kirchen, der Parlamente und der Behörden. den fie aus dem Zuge herausgeholt und verhaftet. Stegerwald und und feiner Regelung fann zugestimmt werden, die Rhein und Ruhr Der Saal war unter der Leitung des Reichskunstwarts Dr. Giesberts wurden wieder freigelaffen. Staatsjettet är territorial oder verfassungsmäßig antasten. Solange der Gegner Redslob nach Entwürfen des Bildhauers Alfret Veete. Hamm befindet sich noch in Haft. zu solcher Regelung nicht bereit ist, muß der passive Widerstand vom Berlin stimmungsvoll in schwarzen Belarien und Tannengrün ge ganzen Bolte mit voller Entschlossenheit und mit der gleichen Be fleidet, der Präsidentensiz mit der schwarzroigoldenen Fahne überSonnenheit wie bisher fortgesetzt werden. In diesem Kampfe darf dacht, über ihm an der Wand der Reichsadler. es feine Parteien und feinen Unterschied der Klassen aber auch feine Baghaften und feine Unbesonnenen geben, so wenig dies bei jenen der Fall war, deren Tod wir heute beklagen. In diesem Kampfe darf teiner, Bein einziger fehlen. Fester wollen wir uns zusammenschließen als jemals zuvor, ein Wille soll uns einen, bie wir ja alle nichts sein wollen als Arbeiter am Wohle des Boltes. Und wie Sie heute hier alle Stände und Berufe vereinigen, in einer Trauer und einer Treue, so soll auch dieses Haus nur mehr den einen Wettstreit der Parteien fennen, zu einen, zu tragen, zu opfern. Alle Kraft der Erreichung des Friedens und bis dahin alle Kraft dem gefeht fürs Vaterland. So wollen wir es tun, indem wir uns im großen Abwehrkampf! Die Toten haben ihre ganze Person eins Geiste mit der Trauergemeinde Auf den Sizen der Reichsregierung hatten unter Führung des Reichskanzlers die Mitglieder des Reichstabinetts Plaz genommen, auf den Sigen der Ländervertreter neben anderen die Mitglieder der preußischen Regierung mit dem Minister präsidenten Braun, die Minister Severing, Siering, Böliz, der fächsische Minister Fleißner, Bürgermeister Ritter Berlin und andere. Neben dem Reichstanzler hatte der Reichstagspräsident Löbe Pich genommen. Punkt 10 Uhr erschien der Reichspräsident Ebert, von der Trauerversammlung, die sich erhob, begrüßt und nahm den üblichen Platz des Reichskanzlers. ein. Das Orchester der Staatsoper unter Leitung des Generalmusit. direktors Leo Blech leitete die Feier mit dem Trauermarsch aus der Beethovenschen Eroica ein. Reichskanzler Cuno führte in seiner Ansprache aus: Zu dieser Stunde, die uns in Andacht und Teilnahme hier vereinigt, soll sich in Essen das Grab schließen über dem, was fterblich ift, an elf schlichten deutschen Männern, die aus der Arbeit heraus zwischen Karfreitag und dem Auferstehungstage, von französischer Rugel durchbohrt, ihr Leben lassen mußten. Den stillen Zug der teuren Toben umschweben die Gedanken eines ganzen Boltes, Gedanken des Leides, der Dankbarkeit, des Gelöbnisses. Diese elf und zwei andere deutsche Leben find am Karsamstag gewaltfam aus gelöscht. Dreizehn Menschen sind hinweggenommen, die in chwerer Arbeit ein hartes Brot verzehrt haben. Wahllos hat sie die französische Kugel aus einer Menge Gleicher heraus geriffen. Nichts hat sie von den anderen unterschieden als der Zufall, der sie dem französischen Blutbefehl zum Opfer erlas, diese deutschen Leben, die nur targ an Freuden gewesen sein mögen, in dem grauen Einerlei des arbeitsreichen Tages, bedrängt von all den Sorgen und Fragen, die landauf, landab im Deutschen Reiche jedes Haupt bedrücken. Sind diese Märtyrer von Essen nicht ein Symbol unseres gemeinsamen deutschen Schicksals? wenn wir ihrer gedenken, all das unendliche Leiden dieser Zeit und dieses Landes unstillbar in uns auf? Sehen wir nicht die lange Reihe der Blutzeugen, Quillt nicht, Boltes, das man beruhigen will, indem man durch eine Juftiztomödie Unrecht in Recht, Recht in Berbrechen umfälschen will? Kein Richterspruch gegen Unschuldige wirb ben Schrei des verbrecherisch vergoffenen Blutes dämpfen, fein Urteil der Welt über die wahren Schulbigen täuschen und die Tatfache beseitigen, daß zum Raub ausgezogene franzöfifche Soldaten waffenlose deutsche Arbeiter, ohne von ihnen ein Beid erfahren zu haben, mit der Waffe getötet haben. Gedanken des Leides, aber Stunde. Die Toten, die heute zur ewigen Ruhe bestattet werden, auch Bedanten der Dantbarkeit bewegen uns in diefer haben nicht das Ihrige gesucht. Bon einem jeden muß es heißen: Im Kampfe für dein Bolt hast du dein ehrlich Haupt niedergelegt." Sie standen in Reih und Glied, der Waffengemalt preisgegeben, ohne Befehl, ohne 3wang, im freien deutschen Opferwillen. Sie haben damit ein Beispiel gesezt, das der französischen Gewalt das Maß der Entschloffenheit zeigen soll, mit der sie zu rechnen hat. Maschinengewehre können diese Entschloffenheit in einzelnen ihrer Träger vernichten, niemals im ganzen Bolle brechen. Indem sie ties bewiesen haben, leisteten die Toten auf dem Felde der Arbeitsehre 2 am Grabe der deutschen Arbeiter in Effen vereinigt fühlen und ihre Seele und unser Baterland Gott befehlen. Lassen Sie uns in diefer feierlichen Stunde jedem einzelnen aus dem Bolte in Front und Heimat mit den Klängen der Glocken als Gelöbnis und Mahnung zugleich die Worte zurufen und fie auch befolgen: Und handeln sollst du so, als hinge Bon dir und deinem Tun allein Das Schicksal ab der deutschen Dinge Und die Verantwortung wär' dein! Der zweite Saz aus Beethovens VII. Sinfonie schloß die nicht nur ihren Arbeitsgenossen in dem bedrohten Gebiet, sondern der Gesamtheit der fämpfenden Bevölkerung und dem ganzen Baterlande den höchsten Dienst, den Dienst mit der Hingabe des eigenen Lebens. Etwas unendlich Hohes, aber auch ein furchtbarer Ernst Feier. Reichspräsident Ebert und Reichsfanzler Tuno begaben liegen in diesem Kampfe. Es greift an die Wurzeln aller fich dann zu den Vertretern des Effener Wertes und menschlichen und staatlichen Existenz. Die Frage der Arbeiter und sprachen ihnen nochmals ihr Beileid aus. wird ausgefämpft, ob die grausame Zeit des Der vorstehende Bericht über die Rede des Reichskanzlers Altertums wiebertehren foll, daß fremde Herren entspricht im allgemeinen dem amtlichen Bericht, bis auf die über ganze Bölfer wie über Stlavenhorden eine Stelle, wo es heißt:„ Auch heute noch, am Grabe, schalten, daß an die Stelle der in jahrhunderte- find wir bereit, in freie, von jedem 3 wang langer Entwicklung erworbenen Freiheit der Arbeit freie Verhandlungen einzutreten." Gerade dieser Saz, deffen Bedeutung feinem entgehen kann, fehlt in eine neue Hörigkeit treten foll- eine hörigteit dem amtlichen Bericht. Man braucht aber daraus feineswegs on Nation zu Nation. Bielleicht befinden wir uns auf dem auf eine Böswilligkeit der Berichterstattung schließen, der ZuEntschuldigung, nicht zu wissen, worum es geht. hat im beutschen ſammenhang scheint vielmehr ein anderer zu sein. Denn wäh Höhepunkt diefes Kampfes. Sicherlich hat heute niemand mehr die Bolte noch jemand zweifeln fönnen, es müssen alle Augen jetzt rend Dr. Cuno die übrige Rede nach einem bereitgehaltenen geöffnet sein. Hat in Frankreich jemand leichten Herzens die Trag Manuftript verlas, sah er bei diesem Sah von seinen Bapieren weite des am 11. Januar begonnenen Unternehmens verfannt, so auf und sprach frei. Daraus ist zu schließen, daß der Satz erst tann und muß auch dort heute jeder wissen, zu welchem Ab- nach Ueberlegungen der letzten Stunde zustande gekommen ist grunde dieses Beginnen geführt hat. Hat die Welt bisher mehr und in den Tert, der schon früher an die Zeitungen verschickt der Gemarterten und Gequälten, ber Beleidigten und Berfolgten, oder weniger interessiert in der Zuschauerrolle dem Schauspiel an war, eingeschaltet wurde. der Ausgewiesenen und Verurteilten, die Schar derer, die im un- Rhein und Ruhr zugesehen, so muß sie heute sehen, wo Krieg ist würdigen Gefängnis leiden, all der Mütter und Kinder, die im und wo Frieden, wo Sicherheit und wie die Ueberantwortung deutung jener Aeußerung, die über die Gräber hinweg den Wäre diese Annahme richtig, so würde dadurch die BeFrieben ein Leib erleben, das im Kriege zu beseitigen seit Menschen an fremde Willfür. Und im Namen der Toten frage ich die Böller Millen zu freier Berständigung ankündigt, noch unter. altern das Bestreben aller Kulturnationen war? mir ist, als sehe der Erde, wielange noch wollen sie warten, ehe diesem wahnwizigen ich hinter den Särgen die schmerzensreiche Schar der Vielen den und grauenvollen Mißbrauch der Gewalt ein Ende geboten wird? ft rich en werden. Weg des Leids in Essen gehen, der Toten, die der im Rerter Der Dant und die Treue des gesamten Boltes, dessen Dolmetsch Schmachtenden, in der Verbannung Leidenden, die teine andere wir hier sein wollen, begleiten die teueren Toten auf ihrem lehten Schuld zu büßen hatten und haben als das Schidial, Deut. Gange, mit dem heißen Wunsche, daß die Hingabe fürs Baterland sche zu sein, und die Schuld, es mit Wissen und Willen zu sein. ein Gegen werden möge ihnen, ihren Hinterbliebenen und der deutBittert nicht ein Wehschrei der gepeinigten deutschen Erde durch die fchen Sache. Wie fie auf dem Ehrenfriedhof ihre legte Ruhe finden, Glodenflänge, die in diefer Stunde über unserem Vaterlande fo follen sie in unserem Herzen unvergessen bleiben, als deutsche schwingen. Dreizehn deutsche Menschenleben, von dem gleichen Leid Helden, die ihr Vaterland mehr liebten als ihr eigenes Leben. gezeichnet, aber von demselben Willen erfüllt! Auch diese Männer Mit dem gleichen Empfinden gebenken wir aller derer, die ihnen und Jünglinge hat der eine, einfache und große Gedante geleitet, an Rhein und Ruhr mit dem Opfer des Lebens, der Gefundheit, der der unseren Abwehrkampf vom ersten Tage an beherrscht. Sie Freiheit vorangegangen find. Ihnen allen gilt heute un'er Dant und standen in Reih und Blied, nicht um der Gewalt mit Gewalt zu unser Gedenken. Wie ärmlich flingen unere Worte im Vergleich begegnen, sondern um ihr den zu dem, was diese Märtyrer der deutschen Sache getan! Es ist, als ob uns aus der Schar der Toten, Berwundeten und Gefangenen bie waffenlofen Widerstand des Rechts entgegenzusetzen. Sie standen vor den französischen Mordwaffen als wir für euch, auf daß ihr in Freiheit und Arbeit leben könnt, und vorwurfsvolle Mahnung und Frage entgegenklingt: Das alles taten Träger und Schützer jenes Rechts, das zu einer Macht geworden ist, weil ein gemeinsamer Wille es trägt. Klar und eindeutig ist das was tut ihr? Es ist, als ob diese Frage aufgenommen und zu aus allen Kreisen der Bevölkerung und aus allen deutschen Gauen betragen wird von ben millionen Rämpfern an Rhein einen, Gewalt und Unrecht auf der anderen Seite. Nichts doch nicht müde werden, in der besonnenen paffiven Abwehr feindRuhr, die täglich zu gewärtigen haben, was jenen geschehen, und kann diese geschichtlich flare Scheidung verwischen. Keinem licher llebergriffe. Ihnen allen, denen unsere Gedanken heute be französischen Soldaten ist ein haar getrümmt, sonders nahe find, lassen sie antworten mit dem Gelöbnis, alles zu aber 50 deutsche Arbeiter liegen in ihrem Blute. Ob jene französi tun, was in unseren Kräften steht, um sie zu stügen und zu stärken schen Soldaten ein Grauen vor der rechtheischenden Maffe ange im Abwehrstreit und ihnen zu einer mandelt hat, ob sie blind einem blinden Befehl gehorcht haben, mag ihr eigenes Gewissen darauf antworten. Nicht fie flage ich in dieser Stunde an, vielleicht unwillige, jedoch gefügige Werkzeuge rechtloser Gewalt. baldigen Befreiung zu verhelfen. Berständigung boten wir an, Geld und Gut und Er trag der Arbeit langer Jahre, Sicherheit aus freiem Willen zum Die Schuld trifft die französischen Machthaber, Frieden. Man hat nicht gehört. Selbst bann noch, als der Feind die zur Durchsetzung einer rechtlofen und erfolglosen Bolitit im Lande stand, haben wir wiederholt erfennen laffen, daß wir zu Tausende Deutscher, weil sie nicht Gehilfen des Unrechts fein wollten, freier, ehrlicher und gleichberechtigter Berhandlung bereit sind. Ja, von ihren Heimstätten vertrieben, Hunderte eingeferfert, zahlreiche wir haben einen praktischen Weg gewiesen, wie das durch den Ruhr Menschenleben vernichtet haben, und auf deren Gewissen nun auch einfall faft unentwirrbarr geworbene Reparationsproblem zu lösen dieses Maffensterben fällt, dessen Opfer heute bestattet werden. ist, indem wir Die Beerdigung der Opfer. unter der tiefsten und würdigsten Teilnahme der gesamten Bevölke Effen, 10. April.( WTB.) Die Toten des Karsamstag sind heute Tung des Ruhrgebietes zur letzten Ruhe getragen worden. Die blieben zum Zeichen der tiefen Trauer geschlossen. Die Fenster Arbeit ruhte in allen Betrieben, sämtliche Geschäfte waren verhängt. Bielfach sah man schwarzen Trauerflor. Das Glodengeläute aller Kirchen ertönte als letzter Gruß ür die Opfer für Freiheit und Recht. Zwölf Todesopfer französischer Rugeln waren im großen Licht hof des Hauptverwaltungsgebäudes der Kruppschen Gußstahlfabrit unter einem Hain von Lorbeer und Palmen. Hunderte von Kränzen aufgebahrt. Im matt erhellten Lichthof standen die zwölf Särge Gußstahlfabrik ein enger Kreis von Angehörigen sowie Mitglieder Bur Teilnahme an der Trauerfeier hatte sich um 9% Uhr in der der Werkleitung und Bertreter der Reichs- und Staatsbehörden eingefunden. Der Kruppsche Männergesangverein„ Gemeinwohl" leitete den Traueraft zu dem gleichen Zeitpunkt ein, an dem im Reichstag die Führer des Boltes fich zu gleich ernster Trauerfeier versammelt hatten und im ganzen deutschen Baterlande die Gloden zur Trauer und zu ernstem Sinnen mahnten. Nach dem Gesange sprach Herr Gustav Krupp von Bohlen Halbach folgende Abschieds. worte: Aus dem Herzen der Gußftahlfabrit, der in deutscher Treue ihrer Hände und ihrer Köpfe schaffende Arbeit gewidmet war, wollen wir, ihre um sie tief trauernden Mitarbeiter, unfere lieben Rame raben, unsere unvergeßlichen Toten zur letzten Ruhestätte begleiten. Schmerzlich bewegt, unaussprechlich betroffen, drücken wir ihren Angehörigen in dieser ernsten Stunde des Leides die Hand. Uns allen aber, bie wir zur Kruppschen Werkgemeinschaft ge treter des franzöfifchen Boltes vernommen. Bern hätte ich geglaubt, Man hat nicht gehört. Alles ist gefchehen, um den Ruhreinmarsch hören, möge diese gemeinsame Trauer dazu dienen, daß wir enge daß Scham und Gewissen den französischen Gewalthabern Schweigen zu vermeiden oder die Dauer des Ruhreinfalles abzufürzen. zufammenftehen,-um die schwere Gegenwart zu tragen und zu übergeboten hätten. Ist aber es Scham und Gewissen des französischen So wird auch fünftig nichts unterbleiben, was unferem minden. Nicht ein Wort des Bebauerns über diese Vernichtung uns zu dem Vorschlag des Leifers der amerikanischen Außendeutscher Menschenleben habe ich aus dem Munde der amtlichen Ber politik bekannten. Ehere dem Andenten der Gefallenen; auch sie starben für deutsche Freiheit, für deutsche Würde und für deutscher Arbeit Verantwortung; ihr Leben und Sterben bleibe ein Baustein zur deutschen Zukunft. Das malte Gott!" Unter den Klängen eines Scheidegrußes trugen Kruppsche Arbeiter die Särge ins Freie und hoben sie auf drei große schwarz ausgeschlagene Leichenwagen. Die gesamte Kruppsche Belegschaft, die seit den frühen Morgenstunden in den Betrieben versammelt war, hatte unterdessen unter Leitung freiwilliger Ordner Aufstellung genommen und rund 60 000 Mann schritten den Leichenwagen voraus, als diese das Fabriktor verlassen hatten. Die Spize bildete eine Fahnengruppe mit vielen hunderten von Fahnen. Danach folgten die Scharen der Kranzträger, die u. a. einen Kranz des Reichspräfidenten und der Reichsregierung mit Schleifen in den Reichsfarben trugen. Der eine Kranz trug auf der schwarzrotgoldenen Schleife die Worte:„ Den Opfern für Freiheit und Recht!" Das Reichsarbeitsministerium hatte den Für die Freiheit der Arbeit Gefallenen" einen besonderen Kranz gesandt, ebenso das preußische Staatsministerium und die übrigen Behörden. Für jeden Toten waren vom Kruppschen Direktorium und vom Betriebsrat ein befonderer Kranz gegespendet worden. Außerdem hatten die Kruppschen Außenwerte ihren Arbeitsfameraden fowie die Bertreter der Arbeitgeber wie Arbeitnehmerschaft eine Hülle von Kränzen gesandt. Der Sozialdemokratische Parteivorstand ließ an den Särgen einen Kranz niederleger, dessen rote Schleife mit ten Worten Freiligraths geschmückt war:„ Sie töten den Geist nicht, ihr Brüder!" durch friedliche, kulturfördernde Arbeit der Völkerversöhnung nicht rohe Gewalt darf siegen bei den Auseinandersehungen der zu dienen. Völker, sondern der Wille zur friedlichen Verständigung der Völker untereinander auf der Grundlage des Rechts muß und wird die Oberhand gewinnen. Verhaftete Reichstagsabgeordnete. Der kommunistische Abgeordnete Remmeie hat heute mittag den Reichspräsidenten telegraphisch davon benachrichtigt, daß drei Abgeordnete, die zur Beerdigung der Effener Arbeiter nach Essen fahren wollten, in Hamm verhaftet und nach Castrop gebracht worden sind, die Namen der Abgeordneten stehen leider noch nicht fest. Eine französische Tendenzmeldung. Kollegen und Genossen! Im Namen der Arbeitnehmer der Zeche„ Gustav" und der Fr. Krupp A.- G.: Lebt wohl, ruhet sanft! Arbeitnehmer sämtlicher Kruppschen Werte, des christlichen und des Werte Hinterbliebene! Ich habe die Aufgabe, im Namen der Deutschen Metallarbeiterverbandes sowie der anderen Gemert- Paris, 10. April.( EE.) Aus Berlin wird dem ,, Petit Parischaften, Korporationen, Einzelpersonen und Parteien weit über die sien" gemeldet, das Kabinett Cuno sei kaum in der Lage, Grenzen Effens und des Deutschen Reiches hinaus, die im einzelnen Verhandlungen in der Reparationsfrage zu führen, denn es sei ein zu nennen zu weit führen würde, Ihnen unfer herzlichstes Beileid Gefangener der Rechten. Aber es sei möglich, daß eine wichtige auszusprechen. Wir werden bestrebt sein, soweit es in unseren Entscheidung in der Reparationsfrage von Deutschland getroffen Kräften steht, Ihr Los erleichtern zu helfen. Ist der Schmerz um würde und daß das Kabinett Cuno mit dem Reichstage die den Berlust auch noch so groß, wir werden nicht verzagen, Berantwortlichkeiten hierfür teilen würde. Deutschland würde foldenn das Leben ruft zu neuen Pflichten. Für die Stadt Essen sprach der stellvertretende Oberbürgermeister, Beigeordneter Ba ajel Danach erfolgte im Beisein der Familienangehörigen die Bei fehung der zwölf Toten in drei Gräbern und die Einsegnung am Grabe, die von Trauerliedern des Männerchors der chriftlichen Gewertschaft eingeleitet und beschlossen wurde. Die Trauerverfamm lung auf dem Ehrenfriedhof schritt dann noch einmal an den offenen Gräbern vorüber. Um die Mittagsstunde war die gewaltige und erhebende Trauerfeier been gende Vorschläge zur Lösung des Reparationsproblems machen: An allen fünftigen Beratungen soll Deutschland mit beratende: Stimme teilnehmen. Alle Schäden, die durch die Ruhrbesehung erliften feien, sollen festgestellt werden und dies soll den Anlaß geten, daß während einer langen Zeit die Naturallieferungen eingestellt werden sollen. Infolge der Besetzung fenne Deutschland seine wirtschaftliche Kraft im Augenblick nicht; es fönne müßten Deutschland vergütet werden. Was die Höhe der Repa deshalb keine bestimmten Angebote machen. Alle erlittenen Schäden rationsfum me anbelange, so hält Deutschland seine Vorschläge nügenden Anteil von den 30 milliarden erhalten, die Deutsch untereinander Vereinbarungen treffen, damit Frankreich einen ge für die Parifer Januarfonferenz aufrecht. Die Alliierten sollen land vorschlagen wolle. Falls über die Höhe der Leistungsfähigkeit garze Bevölkerung der Stadt Effen war auf den Beinen und aus Deutschlands Meinungsverfahiedenheiten bestünden, solle eine allen namhaften Orten des Ruhrgebietes waren Deputationen mit internationale Sachverständigenkonferenz eine Kränzen und Fahnen erschienen. Um 10 Uhr begann im Haupt- Entscheidung treffen. Nach Crfüllung aller dieser Bedingungen verwaltungsgebäude der Krupp- Werte die Trauerfeier. Im Lichthof würde Deutschland Anleihen ausgeben, wofür Garantien des Verwaltungsgebäudes waren unter Lorbeerbäumen, Palmen aus industriellen Kreisen aufgebracht werden sollten. und Kränzen die zwölf Eisenfärge nebeneinander aufgestellt. Berg- Ueber die Form diefer Garantien verlaute aber noch nichts Beist auf seinen Wunsch bei seinen Kindern an anderer Stelle beifnappen in Uniform hielten tie Totenwache. Einer der Gefallener stimmtes. gefeht worden. Hinter den Leichenwagen schritten die Familienangehörigen. Dann folgten der Betriebsausschuß, der Betriebsrat, der Aufsichtsrat Opfer des Rarfamstags gestaltete fich zu einer gewaligen DemonEffen, 10. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Beerdigung der und das Direktorium, darunter auch Herr Krupp von Bohlen- Halftration gegen die fremde Gewaltherrschaft im Ruhrgebiet. Die bach, ferner die Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden und der Verbände, die Abteilungsdirekteren der Gußstahlfabrik und die Direktoren der Außenwerke, Abordnungen anderer Bereine und Bereinigungen. Mehrere Hunderttausend Personen hatten sich bereits am frühen Morgen in den Straßen versammelt, die der Trauerzug berühren fellte. Bei Borüberfahren der Leichenwagen entblößte jeber in ehrfurchtsvollem Schweigen das Haupt. Als die Spize des Trauerzuges den Ehrenfriedhof erreicht hatte, teilten sich die Sechserreihen der den Särgen voranschreitenden Belegschaft und die Leichenwagen fuhren an den Arbeitskameraden, die Spalier gebildet hatten, vorbei. Die Trauerfeier im Freien wurde durch Borträge des Effener Volfschors umrahmt. Nach den Reden des evangelischen und des fatholischen Geistlichen hielt als Vertreter des Kruppschen Diret toriums Dr. Wendt eine Ansprache, worauf der Schloffer Paul Brehme für den Betriebsrat folgende Rede hielt: Berehrte Beidtragende! Wir stehen hier an den Bahren von Opfern eines Schicksals, welches die Werlangehörigen der Firma Krupp A.-G. durch den Einbruch einer fremden Militärmacht betroffen hat. Biel ist in den letzten Tagen darüber geredet worden, ob die Vereinbarungen zwischen dem Betriebsrat und der Firma zwedmäßig und angebracht waren. Die Kruppsche Arbeiterschaft hat ftets die Ansicht vertreten, nicht unter Bajonetten zu ar beiten. Ich will nicht unterlassen, auch an dieser Stelle zu sagen, daz die Franzosen sich schon vor dem 31. März Eingriffe in das Gelände der Fabrik erlaubt hatten, und zwar einmal auf dem Lagerplatz Segeroth, ein anderes Mal in der Eisenbahnbetriebswerk. ftatt Süden fowie in der orop stait. adurch bildeten sich die wildest en Gerüchte innerhalb der Betriebe und wir im Betriebsratsbureau wurden ununterbrochen von Fragestellern aus den Betrieben bestürmt. Auf dieser Erkenntnis, die Belegschaft nicht unnötig zu beunruhigen, mußte eine Regelung, die die Tatsache einer Besehung der Belegschaft anzeigen würde, geschaffen werden. Unsere Kollegen haben alles versucht, um Zusammenstöße mit dem französischen Militär zu vermeiden, aber blinder Militärgehorsam raffte 13 in blühendsten, hoffnungsvollsten Jahren stehende Kollegen dahin. 5 Lehrlinge haben wir unter ihnen zu beklagen, bei denen wir uns zur Aufgabe gestellt hatten, mitzuhelfen, um sie zu tüchtigen Facharbeitern heranzubilden. Bei Euch älteren Kollegen ist es ein tragisches Geschic, daß gerade Ihr es wart, die die tödliche Rugel traf, Ihr, die Ihr Euch bemüht habt, Unbesonnenheit einzelner Bersonen zu vermeiden. In vollem Bewußsein, für unser Recht friedlich zu demonstrieren, seid Ihr unsern Reihen entrissen worden. Ich glaube auch in Euerm Sinne zu sprechen, wenn ich sage: Nicht mit Haß, nicht mit Kanonen und Gewehren, sondern auch ferner werden wir bestrebt sein, Was wird aus der Auslandhochschule? " Der Deutsche Reichstag und der Preußische Landtag haben sich vor längerer Zeit schon auf den Ausbau des„ Orientalischen Seminars" zu einer Auslandhogshule" festgelegt. Herr Dr. Beder, der Leiter des preußischen Hochschulwesens, denkt aber nicht an den Ausbau, sondern an den Abbruch dieses SemiSeminars erfundigt, ob denn im nächsten Semester noch Vorlesungen nars. Wenn man sich jetzt telephonisch im Gekretariat des im Seminar abgehalten werden, dann erhält man die merkwürdige Antwort, das sei noch unbestimmt, man solle noch einmal im April anfragen. Herr Dr. Becker läßt aber durch die„ Allgemeine Deutsche fein Anlaß. Vielleicht teilt er der Deffentlichkeit bald mit, wann Zeitung" versichern, zu irgendwelchen Beunruhigungen wäre gar und in welcher Form er die feinerzeit gefaßten Beschlüsse des Reichs- und Landtags verwirtlichen will. Unter den Kränzen, die an den Särgen lagen, bemerkte man den Kranz des Reichspräsidenten und des Reichs fanzlers. Auf der Schleife des Kranzes der Reichsregierung stand:" Den Opfern für Recht und Freiheit." Der Kranz des Reichsarbeitsministeriums trug die Inschrift:" Den für die Sozialdemokratischen Parteivorstandes trug das bekannte Freilig Freiheit der Arbeit Gefallenen." Der Kranz des rathsche Wort:" Sie morden den Geist nicht ihr Brüder." Im Lichthof hielt Krupp v. Bohlen und Halbach eine kurze tiefdie Gärge zu den Wagen hinaus. Je vier Särge wurden auf einen mit vier Pferden bespannten Wagen gesetzt. Der Zug setzte sich durch die völlig stille Stadt in Bewegung. Alle Geschäfte, Gastwirtschaften usw. hielten ihre Lokale geschlossen. In den Fenstern, auf Dächern und auf Bäumen waren dichte Buschauermaffen zu sehen. Den ganzen langen Totenweg von der Kruppschen Fabrik zum Ehrenfriedhof national- wissenschaftlichen Charakter. Es zerfällt in folgende In Das„ Orientalische Seminar" hat bereits einen ganz interbildete die Kruppsche Arbeiterschaft Ehrenspalier. Dreitausend stitute: in ein englisches, russisch- ukrainisches, ein türkisch- tatarisches, Krupparbeiter verfahen den Ordnungsdienst. Umfange, in völliger Ordnung, ohne Anwesenheit irgendwelcher Sprachstudium wurzelt in diesem Seminar in der sorgfältigen Pflege Es ist wohl das erste Mal gewesen, daß ein Aufzug von diesem chinesisches, ein japanisches und ein afrikanisches Institut. Das ein franzöfifches, ein gricchisches, ein spanisches, ein arabisches, ein Polizeiorgane, stattgefunden hat. In dem Trauerzuge wehten des Wirtschafts- und Kulturlebens der Gegenwart. Eine deutsche mehrere Hunderte von Fahnen der Gewerkschaften, Vereine, Be Auslandhochschule hat nun im Interesse der Fortentwicklung der amtenforporationen, Kirchen usw. Die Zahl der Krantenträger weltwirtschaft und Weltpolitit ihre Tore weit allen Elementen zu war unübersehbar und machte im Zuge eine Länge von mehr als öffnen, die mit der Förderung der internationalen Beziehungen beeinem Kilometer aus. Auf dem Ehrenfriedhof fand dann eine auftragt sind: den Kaufleuten, Ingenieuren, Berwaltungsbeamten, Abschiedsfeier statt, bei der die Kruppdirettoren, der Be Journalisten und vor allem den Arbeitern, die in ihren Vertriebsrat, die Spitzen der Geistlichkeit usw. sprachen. Den Kranz bänden internationale Berbindungen mit dem Ausland angeknüpft des Reichskanzlers und der Reichsregierung legte der Staatssekretär 5 am m nieder. Die Opfer wurden auf dem Ehrenfriedhof in einem großen gemeinsamen Crabe unter Gesängen und Musik beigesetzt. fchaftspolitische und sozialfulturelle Interesse Die deutsche Arbeiterschaft hat das stärfste wirt. an einer auf festen Grundlagen aufgeführten Ausland hochschule, die allen international tätigen Männern und Frauen Raum für die Pflege eines von der alten Universitätsroutine befreiten Studiums der Sprache, Wirtschaft und Kultur fremder Böller gibt. Beginn der belgischen Zinfenzahlung an Amerika. Aus Washington meldet die„ Chicago Tribüne", Belgien habe seine Absicht mitgeteilt, mit den Zinfenzahlungen an Amerita bereits in der nächsten Zeit zu beginnen. # haben. Heiterkeit der russischen Kammerspieler. Das Optische, das auf Mantegnas Slichen gesehen wurde, schwebte Witwe sie noch? Noch wichtigere Dinge aber stehen auf dem Spiele. Gastspiel im Deutschen Theater. Mar Hochdorf. bestätigt: daß die Berordnung zum Schuh national wertvoller KunstWas schon lange geraunt wurde, wird hier von Sachfennern werte, die an sich schon eine halbheit ist, mit solcher Lagheit befolgt wird. Unsere Reichstagsvertreter sollten dafür sorgen, daß sie strikte durchgeführt wird. Daseinsfarbigkeit schenken, indem er solchen Mastenzug anordnete.| Bilder der Hamburger Sammlung Theo Behrens, aber hat feine ihm vor. Olympos, Orfus, Erde, erotische Völker. Es war der Darum müßte mit aller Energie verlangt werden, daß der auf Rarnevalstriumphzug, das Flimmerbild der Renaissance. Grund jener Regierungsverordnung eingesetzte Ausschuß eingreift, Italienischer Karneval, ein Kostümfest der Buntheit, die Doch wenn die Augenfreude vorüber ist, dann müßte eigentlich wo nur Gefahr besteht. Märchenwelt der verzauberten Modepuppenstube und der Trubel die Besinnung kommen, die Ausdeutung müßte fommen, es müßte blendender Komödianten und Gautler, das alles wurde aus der sich zeigen der Zug von Ewigkeit, der das Kunstwert erleuchtet. Prinzessin„ Brambilla", dem Capricio, die sich die Moskowite: Verschwinden müßte der Schein, damit sich die Unendlichkeit entous dem Hoffmannschen Märchen zurechtgeschnitten haben. Die hüllt. Ja, in dieser Wischtechnik hapert es bei den Moskowitern. Masten entzückend. Ueberlegene Humoristen, die sich einen präch- Sie sagen, daß sie sich von Stanislawski und seinem Naturtheater tigen Rofenmontag gestatten, erdichten dieses schwirrende Durch befreit haben, um nach dem trockenen Naturalismus zu frischerer Die schverste Sprache. Als die schwerste Sprache der Welt gilt einander Don Geide, flammenden Fahnenlappen, leuchtenden leppigkeit zu gelangen. Das ist ja Unsinn und nur Ausrede. Es mit Recht das Chinesisch. Welche ungeheuren Schwierigkeiten der Frauenlippen, phantastischen Stugenzylindern, Fluntern, Narren- judte fie eben nur heftiger in den Beinen und übrigen Gliedmaßen lischen Reiches zu verständigen, zeigen die Ausführungen eines in Europäer zu überwinden hat, um sich mit den Söhnen des Himm prifchen, Spuffiguren, Harlekintappen und egotischen Tieren. Man als in der Seele. Darum verschafften sie mit Fleiß, mit ihren China lebenden Engländers Henry Petersen. Die geschriebene reißt die Augen weit auf. Dabei geschieht auch allerhand Hotus- wohlerzogenen Beinen und Armen und Grimassen dem Theater die Sprache, die nur ein literarisches Ausdrucksmittel ist, hat mit der gepotus. Jemand flappt einen Regenschirm auseinander und im Kindervolksfreude, die es nicht entbehren fann. Sie fönnen sich sprochenen sehr wenig zu tun, und diese besitzt eine Menge Worte, Handumdrehen wird daraus ein Tischlein- deck- dich. Oder ein Mensch auf E. T. A. Hoffmann selber berufen, der gerade in der Prinzessin die nicht geschrieben werden können, da man feine Buchstaben befigt, wird regelrecht zerschnitten, die Rörperpaztien auf der Messerfichel Brambilla folche frohe Kulissenbotschaft eingeschmuggelt hat. Es um die Laute auszudrüden. Immerhin ist das Erlernen der dorgeboten und unter das Volk geworfen. Dann liest das liebende find schwerblütige deutsche Kunsttheoretiker, die von solcher Licht Schreibschrift, die in allen 18 Provinzen Chinas dieselbe ist, noch Mädchen alles wieder zusammen und baut mit ihren Zärtlichkeiten und Scheinnotwendigkeit für das Theater plaubern. Sie einigen jeder Provinz verschieden, sondern sie wechselt fogar von Bezirk zu verhältnismäßig leicht. Die Umganssprache aber ist nicht nur in den Zerhadten wieder auf. sich aber schließlich dahin, daß der Geist alles harmonieren müsse. Bezirt, und ein Chinese fann nur schwer einen andern versiehen, der Jahrmarktbudenblendung. Ein munteres Spiel, Komödianten. Sie kannten die Moskauer noch nicht. Sonst würden sie zugestehen, 100 Kilometer weit entfernt lebt. Die geschriebene Sprache ist eine laune, die sich in hunderterlei Luftigkeit gefällt. Lobenswert bei daß von ihnen viel Geist, sogar einige Geiftigkeit über die Bühne Bilderschrift, die fich aber von den ägyptischen Hieroglyphen dadurch allem, daß es nicht nur ein Schaustück für die Groben wird, es geschüttet wurde. unterscheidet, daß sie unendlich viel mehr Zeichen befitt. Da die wird ein Schauftück für die Innerlich- Braziösen. chinesischen Worte alle einfilbig sind und sich in ihrer Grammatit Die Schneiderin und der Komödiant lieben sich, doch beide Der gefährdete deutsche Kunstbefih. Seit einiger Zeit dringen fo vollkommen von unseren Sprachformen unterscheiden, so glaubt werden geplagt von der Kindertorensehnsucht nach etwas höherem. immer häufiger Nachrichten in die Deffentlichkeit, die den Berfauf gar mancher, diese Sprache fei ein zufälliges Gemisch, das ein Sie: Ach, wäre ich doch eine Prinzessin. Er: Ach, wäre ich doch ein Das erregt besonders deshalb Aufsehen, weil die Reichsregierung fönne. Das ist natürlich falsch. Auch die chinesischen Worte bebedeutender Kunstwerke in deutschem Besiz ans Ausland melden. Fremder nur vermöge eines wunderbaren Gedächtnisses erlernen Brinz. Und alles geht auf einige Karnevalsstunden in Erfüllung. durch die Verordnung vom 11. Dezember 1919 und das Berzeichnis figen ihre Sprachwurzeln, von denen die einzelnen Ausbrücke abBis wieder Nüchternheit kommt. Nein, Rausch, Liebesrausch zum der national wertvollen Kunstwerte"" heimlichen Berkäufen" dieser geleitet werden, befizen ihre Regeln und Geseze, die allerdings sehr Küssen, nur auf der lebendigen Blumenerde spielt sich alles ab. Wie Art einen fräftigen Riegel vorzuschieben glaubte. Wie wenig aber schwierig find. Das größte Hindernis besteht aber für den Fremden nennt E. T. A. Hoffmann diesen fäuselnden, sehnenden, seligen, im diese Liste einen wirtjamen Schutz bietet, dafür bringt jetzt die Zeit darin, das in der gesprochenen Sprache jeder Laut vier verschiedene Wahnsinn summenden Komödianten? Ein Liebeslied mit Lippen schrift Das Sammlerfabinett" nähere Angaben. Warum, jo wird Lonarten hat, von denen selbst die beste abendländische Uhr zunächst zum Küffen. Sinfonie über dieses Thema ist alles. da gefragt, ist diese Liste so voller Lücken, wie, um nur rasch zwei nur zwei erkennen kann, und jede Tonnuance hat eine besondere Eher Sinfonietta, um im Stile des Capricio zu bleiben. Des- Beispiele aus Mitteldeutschland zu nennen, mit dem völligen Fehlen Bedeutung. Es ist daher leicht begreiflich, daß die Anfänger aukerhalb hüte man sich, das ästhetische Geschwäß zu übertreiben. Alles, der Sped von Sternburgschen Bilder in Lühschena und der herzog ordentlich viele Fehler machen und daß die merkwürdigsten Verwas bei der Moskowitern gut iſt, iſt altes, gutes, liebes Theater. Und wie fommt es, daß Werte aus ihr gestrichen werden, die nie- Wort„ Streit" in den verschiedenen Berbindungen zur Bezeichnung lichen Privatsammlung alter Meister usw. im Meininger Schloß? wechselungen vorkommen. In der Sprache von Kanton wird das Auf die Theaterei ist der Hauptton gelegt. Und auf die Sinnfällig mais außer Landes gehen durften? Rembrandts Diana und von mindestens hundert Dingen verwendet, die von Strieg bis zu feit und Geschmeidigkeit eines jeden Eindruds. Wenn z. B. fo Attäon", Eigentum des Fürsten Galm- Salm nach der Liste Trinkgeld gehen. ein Theatermaulheld den Karnevalsmantel an sich reißt, dann ist auf Anholt in Westfalen aufbewahrt, hängt als Leihgabe im es, als wenn ein wunderhübsches Pfauenrad geschlagen würde. Das Mauritshuis des Haag. Das Erempel, das mit der Rembrandt Pfauenrad muß sichtbar sein. Es wird aber geschwungen mit einer Landschaft der Freiherrn von Ketteler in Ehringerfeld ftatuiert Technik, die aus dem Zirkus und dem Varieté ihre Methode borgt. wurde, die hohe Goldmarkbuße für den Versuch des Verkaufs ins Das schadet gar nichts. Denn alles Schwere wird ja dort in Leich- Ausland, hat nichts genugt. Denn daraufhin haben arme Schächer tigkeit verwandelt. für flügere Leute Rembrandts Selbstbildnis, Eigentum des GroßHeiligen von Weimar tamen in den Kunsthandel, etwa damit sie im herzogs von Weimar, furzerhand gestohlen. Und die MemlingBande bleiben? Wo ist die Landschaft des Philips Ronind, ehemals Eigentum des Herzogs von Arenberg? Reichlich aufgeführt sind die Karnevalszüge Trionfi heißen sie noch heute im Karnevalsitalien wie zu Goethes Zeit. Und Goethe, der den Mummenschanz in den zweiten Teil des Faust" einfügte, wollte Abglanz von aller Karl Marg, fein Leben und seine Lehren ist das Thema einer 5 doppelstündigen Vorlesungsreibe, die Dr. Afred Saller im Rahmen der Sumbolot- Hochschule am Mittwoch, 18. April, 6%, Uhr, in der Lehrstätte, Dorotheenſtr. 12, hält. Armut und Ueberbölferung, das Buchthaus für Boltsfreunde sowie miltel Erzwungene Mutterschaft. Ueber die Doppelmoral unferer Zeit, Schneidt und Reichstagsabg. Dr. Julius Moses am Freitag, 13. April, alterliche Geseze sprechen für die Gesellschaft für Segualreform Redakteur abends 8 Ubr, im Gewertschaftshaus( großer Saal), Engeluser 24. Eintrittspreis 150 Mart Sozialdemokratischer Wahlsieg. Urania" und„ Motolux". Zu der Beseitigung der Uraniasäulen und ihrer Erfegung durch Motolugfäulen teilt die städtische Tiefbau- Deputation mit: ämter, Magistrate, Landratsämter oder an die Landwirtschaftsfammer Westfalen, Zweigstelle Minden in Westf.) zu richten. In den Frachtbriefen ist unter der Inhaltsangabe zu vermerken:„ Freiwillig gefpendete Gaben zur unentgeltlichen Verteilung an Arme und Notleidende im Ruhrgebiet" oder„ Für die Nothilfe im bea fezten Gebiet". Sie konnte nicht widerstehen! Mit einem unwiderstehlichen Drange" entschuldigte die schon Minden, 10. April.( Eigener Drahtbericht.) In Schaumburg- Lippe fanden am Sonntag nach dem neuen Kreis- und Gemeindewahlrecht die Kreis- und Gemeinderatswahlen statt. Sowohl in dem Kreistag des Landkreises Bückeburg wie dem des ,,, Die Ureniasäulen erforderten in den letzten Jahren ständig Areifes Stadthagen hatten bisher die bürgerlichen Parteien die steigende Unterhaltungs- und Betriebskosten, Mehrheit. In dem Kreistag von Bückeburg besaßen sie sogar die einmal weil sich wegen des Alters der Säulen an ihnen zahlreiche absolute Mehrheit. Nach dem endgültigen Wahlresultat erhalten jetzt technische Mängel herausstellten, dann aber auch, weil die in ihnen die Sozialdemokraten im Kreistage Büdeburg 9 Berlichen Metallileile oft gestohlen wurden und fofispieligen Erfah Dievcreien, die sie in ihrer Dienststelle verübt hat. Sie gab an, daß die Sozialdemokraten im Kreistage Büdeburg 9 Ber- eingebauten Registrier- und Meßapparate wegen der darin befind- wegen ähnlicher Taten vorbestrafte Stüße Tetla Meisel die freter, während die bürgerlichen Parteien, die bisher die abfolute forderten. Die Unterhaltungsfoften stiegen daher in immer größerem sie nicht widerstehen könne, sich Sachen anzueignen, wenn sie in einer Mehrheit besaßen, nur 6 Sige bekommen. Auch in Stadt- Mißverhältnis zu den Einnahmen. Im Herbst 1922 betrugen die größeren Wohnung unbeaufsichtigt sei, während sie, wie jetzt z. B., hagen, das bisher als Domäne der Deutschnationalen schon wegen Einnahmen nur ein Prozent der Ausgabe. Da die feiner überwiegend ländlichen Bevölkerung galt, fiegten die Einnahmen vertragsmäßig noch für längere Zeit festgelegt waren Bei der Berbüßung ihrer früheren fünfmonatlichen Gefängnisstrafe wo sie in einer Fabrit arbeite, niemals an einen Diebstahl dente. Sozialdemokraten mit 8 gegen 7 bürgerliche Vertreter. und daher nicht gesteigert werden konnten, war bei der schon damals in der Barnimstraße hatte die Angeflagte eine Therese Kurzwig einsehenden Geldenwertung vorauszusehen, daß das Mißverhältnis fennengelernt, eine vielfach vorbestrafte Diebin. Als sie nach VerStinnes festgenommen und freigelassen. der Stadt verändern mußte. In einer Zeit, in der die finanzielle fie auf Anfästen ihrer neuen Freundin aus der Wohnung eine zwischen Einnahmen und Ausgaben sich immer weiter zum Nachteil büßung ihrer Strafe wieder eine Stellung angetreten hatte, hatte Wie die„ Deutsche Allgemeine Zeitung" erfährt, find Herr und Notlage fogar Einschränkung des Krantenhause Frau Stinnes heute morgen anläßlich der Gepäckkontrolle in betriebes fordert und die Zuschüsse zu Wohlfahrtseinrichtungen einen Pfennig zu erhalten. Sie selbst hatte sich damals verschiedene goldene Uhr gestohlen, die sie der Kurzwig gab, ohne dafür Scharnhorst aus dem Schlafwagen herausgeholt und in den Güter- vermindert werden müssen und auch die Volksschulen nicht weiter wäsche und Kleidungsstücke angeeignet, und schließlich auch noch ausgebaut werden können, wäre es unverantwortlich gewagen gesperrt worden. Auf den Protest des Herrn Stirnes find die wesen, die Gelegenheit zu versäumen, statt einer Einrichtung, die einen foftbaren Brillantenschmud. Wegen diefer Diebstähle hatten Berhafteten nach einiger Zeit wieder freigelassen worden millionenzuschüsse erforderte, eine gleiche mit Millionen sich die beiden nunmehr vor dem Schöffengericht Bantow zu ver sich die beiden nunmehr vor dem Schöffengericht Pankow zu vers und haben die Reise in das Einbruchsgebiet fortsetzen können. ertrag zu schaffen. Bei den durch den Verkauf der alten Säulen antworten. Der Amtsanwalt beantragte gegen die beiden Angeerzielten Einnahmen ist zu berücksichtigen, daß der Abbruch hohe flagten je ein Jahr 11 Monate Gefängnis. Die Verteidiger, RechtsRosten verursacht und nur im Zusammenhange mit dem Gesamt- anwalt 11ger- Pankow und Dr. Jacobsohn, verwiesen vertrage beurteilt werden kann. Zudem ist dieser Verkauf bereits darauf, daß diefe Strafen wohl zu hoch seien, wenn man bedenke, Mitte vorigen Jahres erfolgt, so daß man selbstverständlich nicht die daß Frau Röber, die 15 Jahre lang ununterbrechen gestohlen heutigen Geldverhältnisse bei der Beurteilung der Höhe des er- habe, nur 3½ Jahre Gefängnis erhalten habe. Das Gericht erkannte zielten Erlöses als Maßstab anlegen darf. Der augenblickliche Zu- gegen die Kurzwig als die Anstifterin auf ein Jahr und vier Monate stand ist nur als Uebergang anzusehen, da die neuen Säulen, welche Gefängnis, gegen die Meisel auf zehn Monate Gefängnis. auch mit einer mit der Polizeibehörde zu vereinbarenden Feuermelde- und Alarmvorrichtung verbunden werden sollen, in kürzester Frist zur Ausführung kommen werden." Poincaré gegen Loucheur? Englisch- französischer Meinungskampf. Condon, 10. April.( WBTB.) Pall Mall and Globe" veröffent. licht eine Mitteilung von maßgebender französischer Seite", in der es heißt, Loucheur habe seine Mission auf eigene Verantwortung hin unternommen und sei hierzu nicht e: Die Mörder der Hauswartsfrau Ermisch wurden gestern noch mutigt worden. Er sei mit dem Gedanken nach England gekommen, einmal eingehend verhört. Die Geliebte des Kalinowski, die Aufdie bestehenden unflaren Beziehungen zwischen England und Frank- Den Lokalanzeiger" bringt diese Tatsache, daß eine wärterin Angreß, bestreitet, an dem Berbrechen tätigen Anteil gereich zu erleichtern. Ihr Ergebnis sei jedoch vollkommen schädlich Sache neu eingerichtet werden muß, weil ihre Unterhaltung in der hommen zu haben. Sie muß aber zugeben, schon am nächsten Tage gewesen. Brüssel sei vo: der Reise Loucheurs nicht zu Rate ge- bihserigen Weise zu hohe Kosten verursachte, ganz aus dem Häus. davon erfahren zu haben. Wie sie sagt, tam Kalinowski verstört zogen worden, und dies habe dazu beigetragen, Mißverständnisse chen. Er meint, es sei doch ein öffentlicher Standal und eine nach Hause und erzählte ihr von der Tat, die sie ihm dann später zwischen Belgien und Frankreich zu verursachen. Damit jedoch Schande für Berlin als Kulturstadt, daß es in Berlin keine öffent- bei den Streitereien und Prügeleien vorwarf. Sie wußte auch von nicht genug, sei die Tätigkeit Loucheurs dazu angetan, Deutschland lichen Uhren mehr gibt. Die Leute könnten nun ihre Uhren nach Anhanges. anderen Einbrüchen und Diebereien ihres Geliebten und seines in dem Glauben zu unterstützen, daß eine Möglichkeit einer weiteren den Kirchturmuhren, wie in Krähwinkel, stellen und so werde Trennung der Alliierten bestehe. Frankreich stelle sich nach wie vor der Ruf der Stadt Stück für Stück heruntergewirtschaftet". Ein Maschinenfabrit Elias u. Co. in Rudow. Beim Hochheben eines Ein tödtlicher Unfall ereignete sich heute vormittag in der auf den Boden der Erklärungen Poincarés und nichts sei geschehen, Standal und eine Schande für Berlin als Kulturstadt wäre es nun schweren T- Trägers riß die Kette des Dampffrans, der Träger schlug um diese Erklärungen abzuändern. Die Leute, die auf eine neue allerdings, wenn die sozialen Einrichtungen, die Krantenanften herab, traf den vorbeigebenden Arbeiter Frizz Miethgen und zer Politik Frankreichs infolge der Tätigkeit Loucheurs rechneten, wüz- usw., noch mehr eingeschränkt werden müßten, nur damit das schmetterte dem Unglüdlichen ein Bein und den Kopf, so daß der den enttäuscht werden. Die Lage habe keinerlei Alenderung er- Lofaltzeige:"- Bublifum auch ja seine Uhren richtig stellen kann. Tod auf der Stelle eintrat. fahren, und Frankreich sei nach wie vor entschlossen, sich Eicher. Da ein bedauernswerter Redakteur besagten Blattes( berechtigterheit zu verschaffen. weise) soviel Ueberlegung bei seinen Lesern nicht voraussetzt, fann er sich auch die Bemerkung leisten, daß durch fehlende Normafuhren de: Ruf Berlins heruntergewirtschaftet wird. Er trägt so das feinige dazu bei, daß durch solche geistvolle Logik( einem Krähwinkeler Burschtanzeiger durchaus würdig) der Ruf Berlins ins ungemeffene steigt. 27 Ball Mall and Gobe" schreibt, diese Erklärung, die als maß gebend angesehen werden fönne, werde zweifellos in England mit gemischten Gefühlen aufgenommen werden. Es sei flar, daß eine tiefe Meinungsverschiedenheit zwischen Loucheur und Poincaré bestehe und daß der letztere entschlossen sei, auf der augenblicklichen starzen Linie fortzufahren, bis die Uebergabe Deutschlands eine voll. endete Tatsache sei. Die Desapouierung Loucheurs werde in amtlichen Kreisen Englands einen beunruhigenden Einfluß verursachen. Die türkische Wahlbewegung. Konstantinopel, 9. April.( WTB.) In einer Sigung der von Kemal Bascha neugegründeten Boltspartei, bei der Kemal Pascha den Vorsiz führte, wurde das Parteiprogramm in großen Zügen wie folgt festgelegt: Die Souveränität steht ohne Vorbehalt oder Einschränkung der Nation zu. Der Beschluß vom 1. Januar 1922, durch den die Souveränität einer Person abgeschafft wurde, ist unantastbar. Die Nationalversammlung bleibt die Stüße des Kalifats. Ordnung und Sicherheit im Lande sind zu gewähr leiften. Die Rechtsprechung muß rasch verfahren. Das Partei programm sieht auch den Bau von Eisenbahnen, Wegen, materielle Unterstützung der Landwirtschaft. Zollschuh für die innere Produktion und Modernisierung des Volksunterrichts und der Erziehungsmethoden vor. Die Aufsichtsbehörde für den öffentlichen Unterricht hat den fremdländischen Schulen mitgeteilt, daß fie mindestens drei türkische Lehrer für den Unterricht in der Sprache, Geschichte und Geographie der Türkei einstellen müßten. Die Lehrer sollen von der Behörde ernannt, aber nach dem Tarif der ausländischen Schulen bezahlt werden. Allgemeine Hausfebewegung. Der Raubmord in der Mohstraße. Obduktion der ermordeten Verkäuferin. beginnt in diesen Tagen ein Seminar für Jugendwohlfahrtskunde, Quartier für Arbeiter- Hochschüler. An der Hochschule für Politif an welchem auch Genossen aus der Arbeiter- Jugend aus dem Reiche teilnehmen. Welcher Parteigenoffe fann einen folchen Schüler aufnehmen? Meldungen von Quartieren unter Angabe der Bes dingungen sind an das Jugendsekretariat( Walter Rüdiger), W. 68, Lindenstr. 3, 2. Hof 2 Treppen, zu richten. Noch einmal das gesegnete Brafilien". Zu diesem wiederholt erörterten Thema wird uns von unter richteter Seite weiter geschrieben: 4 por der Aus Zu dem Raubmord in der Moßstraße wird mitgeteilt, daß die Leiche der Verkäuferin Anni Dittner gestern nachmittag Der brasilianische Gesandte Herr Guerra- Duval hielt es für im Schauhaufe von den Gerichtsärzten Geh. Medizinalrat Dr. Stre- notwendig, die 3uschrift der in Brafilien lebenden Genossen mit semann und Professor Dr Fränkel im Beisein der Kriminalkom einem Kommentar zu versehen. Aus diesem Kommentar ist zu miffare Berneburg und Albrecht obduziert wurde. Es ergab sich, entnehmen, daß Brasilien eine obligatorische Versicherung für Fadaß die Ermordele 7 Schläge auf den Kopf erhalten britarbeiter befigt, im übrigen aber nur die Einwanderung hat, die teilweise die Schädeldecke zertrümmerten und dann noch con Landarbeitern begünstigt. zwei scharfe Schnitte durch den Hals. Der Mörder hat mit einem geben wab, die als Landarbeiter nach Brafilien auswandern Da es aber auch Genossen stumpfen Werkzeug, wahrscheinlich einem Hammer oder der Rück wollen, dürfte es angebracht sein, an die Warnungen des Allg. es feite eines Beiles blindlings zugeschlagen und sein Opfer, nachdem italienischen Gewerkschaftsbundes es zusammengebrochen war, in dem Hinterraume mit dem Messer wanderung nach Brafilien zu erinnern. In Nr. 7 seines Organes vollends getötet. Der Täter ist noch nicht ermittelt, wird ein ausführliches Bild der rücksichtslosen Ausbeutung der einauch die Mordwerkzeuge find noch nicht gefun- gewanderten Arbeitskräfte durch das von feiner wirtsamen den. An den Säulen ist heute ein Anschlag erschienen, der die gefeßlichen Schranke gehemmte Unternehmertum entworfen. Bebereits bekannten Einzelheiten wiedergibt und die Belohnung von fondere Gefahren läuft der Arbeitslose oder sonst unvorhergesehen 100 000 Mart ausschreibt. in die Hände der Polizei Geratene im Staate Sao Paolo. Alles, was dieser dort in die Finger gerät, wird rücksichtslos in das fund am Mühlendamm aufgedeckt wurde, veranlaßte gestern nach Unternehmertum als billige Arbeitsware zur Der Frauenmord in der Brückenstraße, der durch den Leichen Innere des Landes deportiert und dem dortigen mittag Kriminalfommissar Trettin, mit dem Gerichtschemiter Verfügung gestellt. Der brasilianische Publizist Benedetto Dr. Brüning die Behausung des Juft und seiner Geliebten, Frau de Antsade hat diese himmelschreienden Zustände in der Zeitschrift Staberod, noch einmal gründlich zu durchsuchen. Obwohl Frau O Parafuso" ausführlich behandelt und fonstatiert, daß die PolizeiStaberod nach dem Verbrechen die Wohnung gefäubert hatte, fand gewaltigen für diese Menschenjagden Kopfprämien bekommen, woman doch noch Spuren von Blutsprißern und in der Afche des durch auch ihr Eifer bei dieser Ordnungsaktion zu erklären ist. Dfens entdeckten die Beamten Reste von verbrannten Gleichzeitig erschien auch eine Bekanntmachung des italienischen Knochen und Kleidungsstücke, sowie Haarnadein, die Auswanderungsamtes, die besagte, daß Aussicht für erträgliche landwahrscheinlich von dem verbrannten Kopfe der Frau Röckling herrühren. Just will vollständig unter dem Einfluß der robusten Frau Staberod gestanden haben. Sieben weltliche Schulen eröffnet. wirtschaftliche Arbeit als Bächter oder Halbpächter nur für Familien mit mindestens drei arbeitsfähigen männlichen Mitgliedern bestehe. Im übrigen sei die Auswanderung nach Brasilien nur dem ange= raten, der für den Anfang über mindestens 10 000 Lire( zirfa 10 Millionen Mark) verfüge." Wetter für morgen. aber veränderlich bei mäßigen südöstlichen Minden. Berlin und Umgegend. Vielfach beiter und am Tage ziemlich mild, Keine erheblichen Niederschläge. Die bereits gegen Schluß der gestrigen Börse eingetretene Belebung des Effeitengeschäftes auf einigen Spezialgebieten erweiterte sich im Laufe der heutigen Börje zu einer allgemeinen hausse. Die Bewegung ging jedoch vorwiegend von der Berufsspetulation und den Banten aus, die sehr große Räufe tätigten. Das Publikum, des offenbar mit der Neuordnung der Börjentage noch nicht recht vertraut ist, hatte auffallend Heute vormittag wurden in der Gotenburger Straße die wenig Orders gegeben. Man bringt die rege Rauftätigkeit der 283. und die 280. Gemeindeschule als weltliche Schulen eröffnet. Banten mit Gerüchten in Zusammenhang, wonach sich prominente Die Elternschaft hatte die Pforten sowie die Straßeneingänge würdig Bertreter der Berliner Finanzwelt bei der Regierung für eine mit Tannengrün geschmückt, während hoch oben am Schulhause die Berständigung in der Ruhrfrage eingefeßt haben sollen. Falls Reichsfahne wehte. Beim Abziehen der Kinder des christlichen diese Versionen sich bewahrheiten, beweisen sie, was dem aufmerf. Glaubens warfen die„ chriftlichen" Eltern, in Befolgung der Lehre famen Beobachter der Börsentendenz schon lange flar war, nämlich Chrifti über die Nächsten- und Bruderliebe, manch biffiges Wort zu ein überängstliches Verhalten der Vertreter des Börsenhandels in den Anhängern der weltlichen Schule hinüber, wie„ Berbrecher- Groß- Berliner Parteinachrichten. dieser schweren Schicksalsstunde. Die Festnahme von Stinnes machte schule" usw. Dank dem Verhalten unserer Genossen konnten ernstere auf die Börse feinen großen Eindrud, zumal bald bekannt wurde, wischentälle vermieden werden. Um 10 Uh: versammelten sich die Achtung, Zahlabend- und Abteilungsleiter! daß die Freilaffung bereits erfolgt sei. Sehr starkes Interesse bringt weltlichen Kinder, Knaben und Mädchen, in der Schulaula, wo der die Spekulation augenblicklich fast allen Montanwerten, fowie Rektor, Herr Rief, die stattliche Zahl herzlich in der weltlichen Schule abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaufe die Generalversammlung Wir weisen darauf hin, daß am Donnerstag, den 3. Mai, den führenden Papieren der Maschinen- und Elettro bewillkommnete. Darauf sprach ein Vertreter der Elternschaft. Die der Verlagsgenossenschaft Freiheit" stattfindet. Die Funktionäre industrie entgegen. Man erwartet weitere bedeutsame 3u- Zusammensetzung des Lehrerkollegiums leistet für eine ersprießliche haben die Anteilzeichner der Verlagsgenossenschaft„ Freiheit" festder Berlagsgenoffenschaft Freiheit" flattfindet. Die Junffionäre fammenschließung in diesen Branchen für die allernächste Zutunft. Busammenarbeit zwischen Eltern und Lehrerschaft volle Gewähr. haben die Anteilzeichner der Verlagsgenossenschaft Freiheit" feftHofmann, AEG. stärker beachtet. Im weiteren Verlaufe der Börse Röhl, Prinzenallee 33 II, zu richten. Im übrigen wurden heute werden schon jetzt auf die sehr wichtige Versammlung aufmerksam Im Zusammenhang hiermit wurden vor allem Mannesmann, Linke- Kinder können noch aufgenommen werden. Anträge sind an Herrn zustellen und sofort Namen und Adressen an das Bezirkssekretariat, Lindenstr. 3, einzusenden. Alle Genossen der Berlagsgenossenschaft prägte sich die feste Grundstimmung noch deutlicher aus. vormittag noch sechs weitere meltliche Schulen im alten Berlin eröffnet. gemacht. 1 holländischer Gulden 1 argentinische Papier- Peso 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Strone 1 finnische Mart 1 japanischer Jen 1 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar.. 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frank. 1 spanische Beseta 8280.65 3807. 10. April 9. April Käufer Berkäufer Käufer Berläufer ( Geld-)( Brief)( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Kurs Kurs 8239.35 8280.65 8239.35 7698.20 7736,80 7705.68 1226.92 1233.08 1219.44 3783.01 3801,99 3788.3997.48 4017.52 4002.46 5581.01 5608.99 5576.02 570,07 9975.- 10025.- 9975.1046.12 1051.88 1046.37 97879.68 98370.32 97879.68 21097.12 21202.88 21077.17 1423.93 1431.07 1416.45 6269.31 6280.69 2194.50 3850.35 3869.65 3852.84 3219.93 3236.07 3219.43 29.53 628.45 4.72 158.85 100 österr. Kronen( abgeft.). 1 tschechische Krone 629.42 632.58 1 ungarische Krone 1 bulgarische Lewa 1 jugoslawischer Dinar 10025.Heute, Dienstag, den 10. April. nossen Krause, Kochhannstr. 12, Schuhmacher, Steinmegstr. 56. 102. Abt. Baumschulenweg. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Aula des Lygeums Baumschulenftr. Bortrag des Gen. Stadtrat Wermuth: Die materialistische Geschichtsauffaffung". 122. abt. Biesdorf. 8 Uhr bei Porath, Marzahnerstr. 31, Rahlabend. Bortrag des Genossen Lehrer Rogge: Religion als soziales Gebilbe". Frachtfreiheit der Spenden für das befehte Gebiet. Die für die Ruhrhilfe zunächst bis zum 31. März gewährten 37. bt. bend 71, Uhr treffen sich alle Bezirtsführer und die Vertreter beim Ges Tarifzugeständnisse sind bis zum 30. Juni verlängert worden. Diese Anordnung gilt auch für die Nothilfe für die nicht Morgen, Mittwoch, den 11. April. zum Ruhrgebiet gehörenden befekten Gebiete, die ebenso zu be- 38. Abt. Bezirk 157 und 458. 18 Uhr 8ahlabend bei Bartusch, Friedenstr. 88. 7744.82 handeln sind wie das Ruhrgebiet auf Grund des Erlaffes des Reichs 94. Abt. Neukölln. 64. Bezirk Zahlabend bei Taubel, Weisestr. 23. 67. Bezirk bet Bortrag des Genoffen Franke, Maifeier und Bezirksangelegenheiten. 1225.56 perfehrsministers vom 9. März 1923, E. g. 52, Nr. 2008. Nach dem Erlaß wird für a) Lebensmittel und Kleidungsstücke als Stück 4022.54 gut oder in Wagenladungen, b) Getreide in Wagenladungen, c) le5608.98 bende Tiere bei räumlicher Ausnutzung der Wagen, die vom Aus572.93 lande als Liebesgaben der Ruhrhilfe" oder den besetzten Gebieten zur Verfügung gestellt werden wie für derartige Inlandssen1051.63 bungen von der Reichsbahn und fast allen übrigen deutschen 4. 98370.32 Eisenbahnen frachtfreie Beförderung auch bei Auflieferung der 21182.83 Sendungen als Gilgut unter folgenden Bedingungen gewährt: 5. 1423.55 1. die Sendungen müssen laut Frachtbrief von einem Hilfsverein 119. 2205.50 einer staatlichen, städtischen oder firchlichen Behörde, von einem 3872.16 deutschen Konsulat oder einer deutschen Mission( Gesandtschaft, Bot3233.57 fchaft) aufgeliefert werden. Der Stempel ist den Frachtbriefen auf29.69 zubruden. Absendungen durch Einzelpersonen( z. B. Spediteure) 631,58 find nicht zugelassen. 2. Die Sendungen find an staatliche, städtische 4.76 rder firchliche Behörden im Ruhrgebiet oder in anderen besetzten 159.65 Gebieten des Deutschen Reiches( Landwirtschaftskammern und ihre Unterstellen, Amts-, Gemeinde- und Kirchenvorstände, WohlfahrtsKreis Prenzlauer Berg. Die Rarten für die Maifeier sind bei dem Genossen Littauer, Esmarchftr. 11, abzuholen. Kreis Friedrichshain. Die Karten für die Maifeier find beim Gen. Günther, Abt. Lichtenberg. Der Genoffe Bruno Müller, Herzbergstr. 127, ist verstorben. Fruchtstraße 33/34 abzuholen. Die Einäscherung findet Freitagnachmittag, 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Jugendveranstaltungen. Ortsausschuß für Jugendpflege Neukölln. Heute Abend 7%, Uhr findet in der gelangt Lumpazie Bagabundus". Eintrittstarten zum Preise von 100 Mark für Aula der Boddinrealschule, Boddinstraße, ein Rinoabend statt. Sur Borführung Jugendliche und 300 Mart für Erwachsene find am Gingang zu haben. Gewerkschaftsbewegung des Kollegen Schröder, daß gegen Frih Schmidt von Mit- Rechenschaft gezogen. Auch das gilt für alle Mitglieder. Die Metallarbeiter zur Maifeier. Johann Leimpeters+. " der Ortsverwaltung eingefeht, sollte feststellen, ob die Behauptungen| sprechend den in den Statuten selbst gegebenen Bestimmungen zur gliedern der Geschäftsleitung ein Kesseltreiben veranstaltet werde, Die Kommunisten aber nehmen für sich in Anspruch, daß sie zutreffen. Die Berichterstatterin gab einen Tatsachenbericht, wonach über den Statuten und Beschlüssen der gewerkschaftlichen Organi die Kommission einmütig festgestellt hat, daß diese Behauptungen fationen stehen. Sie gehen darin noch weiter und verlangen, daß Eine stark besuchte Versammlung der Betriebsräte des Deutschen unzutreffend find. Infolge vorgerückter Zeit wurde die Verfamm- ihre Mitglieder sich nicht allein über die Statuten der Gewerkschaften Metallarbeiterverbandes am Montag in den Sophien- Sälen nahm lung auf Dienstag vertagt. stellen, sondern sich strikte an die von Mosfau ausgege= Stellung zur diesjährigen Maifeier. Bor Eintritt in die Tagesord benen Weisungen halten, selbst dann, wenn diese Weisunnung wurde von den Kommunisten der Antrag gestellt, zunächst gen im diretten Gegensatz zu den Statuten und Beschlüssen Stellung zu nehmen zum Berbot der Roten Fahne". Gleichzeitig empfahl der Antragsteller die Annahme einer Resolution, die Der Berband der Bergarbeiter beklagt den Tod seines früheren Mitglied der KBD. ein, sich wie jedes andere Mitglied der Gewertder gewerkschaftlichen Organisationen stehen. Fällt es aber einem gegen das Berbot protestiert und dessen Aufhebung fordert. Es Redakteurs, jetzigen Arbeitersekretärs für den Bezirk Oberhausen, schaft an die Statuten seiner Organisation zu halten, dann wird er wurde darauf hingewiesen, daß die sozialdemokratische Johann Leimpeters, geboren am 23. Ottober 1867 zu Rinzenburg als Berräter" behandelt. Presse bereits Stellung gegen das Berbot genommen habe in der Eifel., Er erlernte das Schuhmacherhandwerk und fuhr nachund daß sich in der Bersammlung gewiß feiner finden werde, der bem längere Zeit als Trimmer und Heizer zur See. Seit 1894 ge- mungsurteile gefällt worden. Zunächst wurde G. ausgeschlossen, weil In dem vorliegenden Falle sind übrigens mehrere Berdamfür das Berbot eintreten wolle. Der Vorsitzende Ulrich stellte dies hört er dem Verbande der Bergarbeiter Deutschlands an. Im Jahre mungsurteile gefällt worden. Zunächst wurde G. ausgeschlossen, weil burch Befragen der Versammlung ausdrücklich fest und erklärte, daß 1901 hatte er durch seine Gewerkschaftstätigkeit sich das Vertrauen sich gegen die Verbreitung der Sammellisten des sogenannten Verer zur Sammlung für die Ruhrhilfe aufforderte und hiernach fein Grund vorliege, die fostbare Zeit der Kollegenschaft feiner Kollegen erworben, so daß er neben dem im vorigen Jahre bandes der Ausgeschlossenen wandte. Dann wurde noch ein zweites mit überflüssigen Diskussionen zu verbringen. verstorbenen Kollegen Hue in die Redaktion der Bergarbeiter- Bei- Urteil gefällt, in dem als Grund des Ausschlusses an erster Stelle Aisdann wurde dem Referenten Ziska das Wort zur Lages- tung" gewählt wurde. Während des Krieges übernahm er den die bereits erwähnte Tatsache angeführt wurde, daß G. mehr die ordnung erteilt. Er führte aus, die Organisationsleitung habe es Rechtsschutz für den Bezirk Bochum und siedelte nach dem Kriege Richtlinien der Gewerkschaften als die der KPD. eingehalten hat. für notwendig erachtet, eine Bersammlung der Betriebsräte einzu- nach Oberhausen als Arbeiterfekretär über. Im Alter von 56 Jahren Als zweiter Grund des Ausschlusses wurde angeführt, daß er sich berufen, um die Stimmung der Mitglieder in den Betrieben fennen urbe er nach längerem qualvollen Magenleiden am Sonntag, den berufen, um die Stimmung der Mitglieder in den Betrieben kennen- 1. April, von seinen Schmerzen erlöst. Der Bergarbeiterverband einer Organisation gewandt hat und sich auch geweigert hat, eine gegen die Gründung einer fommunistischen Frattion innerhalb zulernen, in welcher Weise die Maifeier begangen werden folle. Nach den Erfahrungen bei der Novemberfeier im vorigen Jahre hat durch seinen Tod einen schweren Berluft erlitten. Funktion in der KPD. zu übernehmen. Schließlich wurde als dritter erscheine dies bringend erforderlich. Zu einer Revision des Beschlusses Punkt angeführt, daß er sich nicht an den Veranstaltungen der KPD. der Gewerkschaftskommission dürfe es nicht wieder tommen. Die beteiligt hat. Aus diesen beiden Urteilen, die einander mehr er Vertretung der Organisation müsse der Gewerkschaftskommission das gänzen als widersprechen, geht mit aller nur wünschenswerten Deuts empfehlen fönnen, was hier von den Betriebsräten beschlossen werde. fichkeit hervor, daß man nur dann Mitglied der KPD. sein Die anschließende Aussprache ergab volle Einigkeit darin, daß fann, wenn man auf Weisung von Moskau gegen die Stadie Feier nur durch tuten und Beschlüsse der Gewertschaften handelt. vollständige Arbeitsruhe am 1. Mai würdig begangen werden könne. Bon feinem Redner wurden hiergegen Bedenken erhoben, alle traten dafür ein und 3ista ridhtete in seinem Schlußwort an die Betriebsräte die Bitte, nunmehr das für Sorge zu tragen, daß die Arbeitsruhe am 1. Mai in den Betrieben restlos durchgeführt wird. Einstimmig wurde die vollständige Arbeitsruhe am 1. Mai zum Beschluß erhoben. Zentralverband der Angestellten. In den" Muſikersälen" versammelten sich am Montag die Berliner Delegierten des 3d2., um die am 19. März abgebrochene Tagung fortzusehen. Es galt, die Anträge, die zur Schaffung des neuen Orts statuts gestellt waren, durchzuberaten. Ein Antrag, der verlangt, daß die Fachgruppenleiter im Behinderungsfalle einen Bertreter entfenden können, wurde angenommen. Die Jugendabteilung, die bisher nur einen Vertreter hatte, foll fortab berechtigt sein, für je 2500 Mitglieder einen weiteren Vertreter zu wählen. 3u§ 12 wurde beschlossen, daß die Leitung der Fachgruppen nur von Mitgliedern besetzt werden kann, die mindestens eine zweijährige Berbandszugehörig. feit hinter sich haben. Ebenso gelangte ein Antrag zur Annahme, der von den Mitgliedern der Settionsleitungen eine einjährige Mitgliedschaft verlangt, wovon jedoch auf Antrag bei der Ortsverwaltung Ausnahmen gestattet werden fönnen.§ 17, der eine Altersgrenze bis zu 17 Jahren für die Mitglieder der Jugendabteilung bestimmt, war viel umstritten. Es wurde verlangt, diese Grenze bis zu 20 Jahren zu erweitern. Dagegen wandten sich besonders jugendliche Delegierte. Der Antrag wurde abgelehnt. Bu§ 18 hatten die Jugendlichen einen Antrag formuliert, der die Wiedereinführung von Ausweiskarten für jugendliche Funktionäre fordert. Die Delegiertenversammlung erklärte fich damit einverstanden. In der Gesamtabstimmung gelangte das neue Drisstatut mit großer Mehrheit zur Annahme. Zu Punkt 2 der Tagesordnung sprach die Kollegin Sehner als Berichterstatterin der Fünferfommission. Diese Kommission, von Bekenntnisse. Der legte fommunistische Parteitag beschloß( nach der Roten Fahne" Nr. 27 vom 2. Februar 1923) gegen eine Stimme: 1. Die Mitglieder der RBD. find verpflichtet, sich ihrer revolutionären Gewerkschaftsopposition anzuschliedie Mitglieder der KPD. obligatorisch. 3. Die Zugehörigkeit Ben. 2. Die von dieser Organisation erhobenen Beiträge sind für und Beitragsleistung zur Gewerkschaftsopposition ist von den örtIrchen Parteiorganen ständig zu fontrollieren. Wie tiefer neue Beschluß in Wirklichkeit gemeint ift, geht aus folgenden Mitteilungen des Baugewerkbundes hervor: Der Rommunist R. G. aus Lichtenberg hatte in seiner Eigenschaft als Bezirks leiter des Baugewerbundes in einer Mitgliederversammlung den ausgeschlossenen Bauarbeitern Einlaß zu dieser Bersammlung gewegen zur Rechenschaft gezogen wurde, sah er diesen Fehler ein und versprach, sich in Zukunft nur nach tém Statut und nach den Anweisungen des Borstandes richten zu wollen. In einer späteren Mit gliederversammlung fam er dem nach und verwehrie den Ausgefchloffer.en den Zutritt zur Bersammlung. " G. vor die Ticheka zitiert und ausgeschlossen, weil er, wie es Da diese Haltung nicht in den Kram ber Moskauer paßte, wurde in der Begründung u. a. heißt, mehr die Richtlinien feiner Gewerkschaft als diejenigen der Partei als Rightschnur für seine Tätigteit genommen hat". tungen bemerkenswert. Es stellt erstens fest, daß die Kommunisten Drefes fommunistische Erfenntnis" urteil ist nach zwei Rich bei ihrer gewerkschaftlichen Tätigteit sich nicht r.ach den Richtlinien ihrer gewerkschaftlichen Organisation, sondern nach benen ber Rommunistischen Barbet bzw. nach den von Moskau aus gegebenen Parolen zu richten haben. Die zweite Feststellung ist ter Gegensaß, der zwischen den gewert fchaftlichen Grundsägen und ten Don Mostau ausgegebenen Richtlinien besteht. Diese Feststellung deckt die heuchlerische Behauptung der Kommunisten auf, als würden die Mitglieder ber RPD. von den Gewerkschaften wegen ihrer politischen Ueberzeugung gemaßregelt. In Wirklichkeit ist bas Gegenteil der Fall. Die Gewerkschaften haben ihre nach demokratischen Grundsägen beschlossenen Statuten. Diese Statuten wie die Beschlüsse der Verbandstage und Gewerkschaftstongresse sind für alle Mitglieder maßgebend. Wer diese Statuten und Beschlüsse verlegt, wird entGehaltsbewegung der Bankangestellten. verband der Bankleitungen das Ersuchen gerichtet, Berhandlungen Die Organisationen der Bantbeamten haben an den Reichshaben daraufhin den Organisationen mitgeteilt, daß fie bereit feien, über eine Erhöhung der Gehälter anzuberaumen. Die Bankleitungen Die Märzgehälter entsprechend der amtlichen Inderziffer um 8 Broz. zu erhöhen, daß sie es aber ablehnen müßten, darüber hinaus eine Erhöhung der Aprilgehälter vorzunehmen, und daß deshalb besondere Berhandlungen zwecklos feien. Die Organisationen werden sich mit diesem Bescheid nicht zufrieden geben, sondern noch einmal, ehe die Angelegenheit dem Schlichtungsausschuß übergeben wird, an die Bankleitungen herantreten. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Unfertommiffion VII, Charlottenburg. Die Vertreterversammlung am Mittöffnet, so daß die Vertreter noch Gelegenheit haben, ihre Zahlabende woch wird wegen des Zahlabends um 7 Uhr pünktlich erzu besuchen. Achtung, Buchhandlungsgehilfen! Der Tarifvertrag ist nicht bis Ende April, sondern bis Ende Februar für verbindlich erklärt. Auch die Glafer- Zeitung" hat nunmehr, infolge des Anschlusses des Zentralverbandes der Glaser an den Deutschen Baugewerksbund, ihr Erscheinen eingestellt. Seit 28 Jahren hatte sie die Interessen der Glaser vertreten. Ihr Vorläufer„ Der Glaser" erschien zum erstenmal am 1. Juli 1886 im Privatverlage des bamaligen Verbandsvorsitzenden Ottomar Nigsche( Wiesbaden), bis dann durch die Generalversammlung im Jahre 1895 die" GlaserZeitung" als Verbandsorgan obligatorisch eingeführt wurde. Rebatteur war der Verbandsvorsitzende Hermann Eichhorn, der jept von Leipzig nach Hamburg übersiedelt. Der Grundstein" wird fortab auch das Berbandsorgan der Glafer sein. Berantwortlich file ben rebatt. Teil: Bietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: " th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Rorwärts- Budbruderei u. Berlagsanftalt Baul Singer u. Co.. Berlin, Lindenstr. 3 Reste- Haus Ginlauf von Brillanten, Hühneraugen Wir bringen bringen C. Pelz unserer verehrten Kundschaft bei unseren bedeutend herabgesetzten Preisen jetzt ganz besonders billige Angebote. Hier nur einige Beispiele: Lack- und Chevrean- Schnfir- und SpangenSchuhe, sowie Pumps, 2 Spangen- oder » Laschenschuhe auch Selfenschnürung<< eleg. schicke Sachen mit Louis XV.- Absätzen darunter Sämischleder in Sandalett, Schnüru. Pumps, z. T. mit kleinem Schönheitsfehler. Die Artikel sind in großer Anzahl am Lager 28500 500 195⁰⁰ 39500 Halbschnürschuhe, despitze Form, sowie 2 Spangenschuhe in Chromleder Lederspangenschuhe moderne Form, hoher Absatz. Braune Halbschuhe, moderne, spitze Form 1. 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