Nr.167 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 83 Bezugspreis: Für den Monat April 5800 902. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet fowie Desterreich und Lugemburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Poftbezugspreis reibleiben d. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank. reich. Holland. Lettland. Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Reit". der Unter haltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage..Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 180 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeilc toftet 1200 9. Reklamezeile 6000 M. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 375 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jedes weitere Wort 150 M. 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Die fächsische Regierung fann es daher den Arbeitervertretern nicht partei" haben nach den aufsehenerregenden Enthüllungen des grammerklärung ab. Ministerpräsident Dr. Seigner verbieten, nein, sie muß es bantbar begrüßen, wenn sich preußischen Innenministers Severing über die hochverräteriführte u. a. aus: Eachsen sei infolge seiner wirtschaftlichen Struktur die Arbeiter den Organen der Republik zur Verfügung stellen, schen Umtriebe der deutschvölkischen Frei unlösbar mit dem Reich verknüpft; es leide mit dem um im Bedarfsfalle unter der Leitung staatlicher heitspartei wieder einmal zum vernichtenden Schlage Reich unter der Besetzung des Ruhrgebietes. Die fächsische Regie: Polizei mit ihrem Leben alle gewalttätigen und ungefeßlichen ausgeholt. Seit der Auflösung dieser von ihrer Partei abrung ist mit der Reichsregierung einig, daß der Abwehrkampf mit Angriffe gegen die Republik abzuwehren. Das Proletariat ist die gesplitterten teutschen Gruppe führen sie in der Deffentlichkeit aller Kraft fortgeführt werden muß. Das Ziel des Abwehrkampfes stärkste und zuverlässigste Sicherung der Republif. Die Regierung und namentlich in ihrer Presse eine wütende Kampagne, um ist, die Verhandlungsbereitschaft mit der französischen und belgischen hat zur Arbeiterschaft das feste Vertrauen, daß sich kein Mitglied die Notwendigkeit der" harmlosen" deutschvölkischen Ererzitien Regierung auf vernünftiger Basis herbeizuführen. Diese Politit des Ordnungsdienstes an irgendeiner provokatorischen Handlung beder Abwehr, des passiven Widerstandes muß flar und eindeutig teiligt oder sich Erekutivbefugnisse beimißt, die ihm nicht zukommen, mit dem drohenden und wohlvorbereiteten Linksputsch zu bedurch eine attive Politik positiver Borschläge ergänzt werden. Eine und die fein Staat einer privaten Organisation überlassen könnte. gründen. Sie handeln dabei um mit Lessing in seinem Verständigung mit Frankreich ist aber ohne große Opfer der be. Davon, daß diese Abwehrorganisationen gegen strafrechtliche Be Anti- Boeze" zu reden nach dem Beispiel jener boshaften fizenden Klasse Deutschlands nicht denkbar. Um so aus der ver- stimmungen verstoßen, fann gar feine Rede sein, denn der sächsische Bettelleute, die sich einen haftigen Hund nicht anders vom zweifelten wirtschaftlichen Lage herauszufommen, wird die fächsische proletarische Ordnungsdienst ist nicht bewaffnet. Damit ent- Leibe zu halten wissen, als dadurch, daß sie ihn auf einen Regierung alles tun, was geeignet ist, die Entwicklung fallen alle Argumente. Nur einen Weg gibt es, um diese Abwehr- anderen hezen". organisationen überflüssig zu machen: das Reich mag endlich einvorwärtszutreiben. Wir wissen jedoch, daß ein feines Land wie greifen gegen die fascistischen Organisationen. Das Reich hat es in fammlungsagitation ist schließlich eine halbheit, wenn sie nicht Aber jede noch so nachhaltig geführte Pressefehde und Vers Sachsen mit seiner eingeschräntten Geseggebungs. der Hand, diese Abwehrorganisationen gegenstandslos zu machen, gewalt und bescheidenen Wirtschaftsträften inmitten einer fapita- wenn es dafür sorgt, daß die reaktionären Angriffsformationen mit unterstützt wird durch parlamentarische Aktionen. Wozu hat listischen Welt sozialistische Biele nicht so verwirklichen fann, wie aller Energie zerschlagen werden. Wir haben am 21. März vor man seine Vertretungen in den großen Parlamenten! Von wir es wünschen. Mit Rüdsicht darauf, daß die wirtschaftliche Not dem Landtag den Eid auf die sächsische Verfassung geleistet, wir diesem Gesichtspunkt ausgehend hat der in blütenweißer Uns die Ursache der Kriminalität ist, ird die Regierung dem Land- werden ihn halten. Wir betrachten es als unsere Aufgabe, die Re- schuld erstrahlende Herr Hergt den schönen Mut gefunden, tag ein Amnestie gefeß vorlegen. Weiter wird die Regierung publit zu sichern, aufzubauen und nicht zu zerstören. mit seiner ganzen Fraktion am Ende des März einen Antrag eine Berordnung erlassen, durch die jede Preistreiberei nach drücklich dadurch bekämpft wird, daß zur Kontrolle der Preisbildung im Reichstag einzubringen, der vom Reichstag fordert:„ bie besondere Ausschüsse bei den Preisprüfungsstellen errichtet werden, Reichsregierung aufzufordern, dahin zu wirken, daß den die aus Vertretern der Arbeiter und Angestellten bestehen und im landesverräterischen und zum gewaltsamen Umstura Einvernehmen mit den beteiligten Arbeiter- und Angestelltenorgani aufreizenden Aeußerungen der kommunistischen Bresse fationen berufen werden. Die Regierung wird jedem Berfuch, den insbesondere der Roten Fahne", wie den militärischen Achtſtundentag anzutaften, entschieden entgegentreten. Bei Borbereitungen und dem gewaltsamen öffent Schlichtung von Lohnstreitigkeiten wird sie die aufwärtsstrebenden lichen Borgehen linksradikaler Organisationen mit allen werftätigen Boltsschichten in allen berechtigten Eristenztämpfen unterstützen. Den in der Deffentlichkeit geäußerten Wünschen ent. Abgeordneten der Ruf Vaterlandsverrat!" erfchollen sein Nach diesen Worten soll aus den Reihen der bürgerlichen strafrechtlichen und polizeilichen Mitteln entgegengetreten wird". sprechend wird sie ein Arbeitskammergefez dem Landtag vorlegen. Dieser Ruf hat der Beit" so gut gefallen, daß sie ihn auf- rungen der kommunistischen Presse" haben es den deutschnatioAlso die zum gewaltsamen Umsturz aufreizenden Aeuße nimmt und ihren Bericht mit der Ueberschrift versieht:" Der und dem allgemeinen Schulfortschritt droht eine schwere Gefahr Ministerpräsident als Landesverräter". Die nalen Hütern unserer republikanischen Verfassung angetan. durch den Antrag der bürgerlichen Parteien im Reichstag. Die fächsische Regierung hält diesen Antrag für verfaffungs. Beit", die führende Zeitung der Volkspartei, hat offenbar als ob wir nicht aus Erfahrung wüßten, wer diese Leute sind widrig und hat bereits an maßgebender Stelle dagegen Proteft vergessen, daß das mit den Stimmen ihrer eigenen Partei be- und als was sie nicht alles in fritischen Situationen zu scheinen eingelegt. Alle für unseren wirtschaftlichen, sozialen und fulturellen schloffene Gefez zum Schutz der Republik auch die Beschimp- permögen! Wenn es sein muß, auch als stramme RepubliWiederaufbau notwendige Arbeit fann nur geleistet werden auf fung von Landesregierungen mit schweren Strafen ahndet, taner. Man hätte also auf die Beratung dieses Antrages dem Boden der Repubfit. Diese aber ist bedroht, und das Reich und daß sie selbst eben erst das Verbot der Roten Fahne", einigermaßen gespannt sein können, wenn auch zugegeben hat gegenüber dem Treiben der antirepublikanischen das wegen viel harmloserer Schimpfereien auf die Reichsregie- werden muß, daß die unglaublich dummen Tiraden Kreise nicht jene Festigkeit gezeigt, die notwendig gewesen wäre. rung erfolgt ist, wohlgefällig aufgenommen hat. Die preußische der Roten Fahne" den deutschnationalen PseudorepubliUeber ganz Deutschland haben sich zahlreiche Organisationen per Regierung wird sich faum dazu entschließen, die Beit" fanern in einer für sie außerordentlich ungünstigen Situation breitet, die verborgen und offen gegen die Republik hezen. Mit Bitterfeit haben wir feststellen müssen, taß auch die Reichswehr zu verbieten, die das offizielle Organ einer der Koalitions- reichlich Material geliefert haben, die öffentliche Aufmerksam fich nicht freigehalten hat von engen Beziehungen zu diesen reattio- parteien ist, aber auch das Verbot des fommunistischen Blattes feit von sich abzulenten und sich reinzuwaschen. nären fascistischen Organisationen. In dieser Situation fann es wird sich unter diesen Umständen nicht aufrechterhalten lassen. der Arbeiterschaft nicht verdacht werden, wenn sie zum Schuße ihrer Denn in einer demokratischen Republik geht es nun einmal Bersammlungen und Einrichtungen Abwehrmaßnahmen gegen nicht an, daß dem einen erlaubt wird, was dem anderen verUeberfälle ergriffen hat. boten ift. Dem Einheitsschulgedanken Nach einem Bericht der Beit" soll Genosse Dr. 3eigner nach den Worten, in denen von den notwendigen Opfern des Besizes die Rede ist, noch folgenden Satz gesprochen haben: Solange der Egoismus der Besigenden nicht dieser Ansicht weiche, sei bas Reben über den französischen Rechtsbruch und jeder Appell an das Rechtsgefühl und an das Rechtsgefühl der Welt zwecklos. 75 Millionen Mark Geldstrafe für Duisburg. Betriebe in allen Zweigen ruhen. Die Eisenbahnzüge hielten Duisburg, 10. April.( WTB.) Die Stadt Duisburg der übrigen Reichs- und Staatsbehörden, desgleichen in denen der auf der Strecke. Völlige Arbeitsruhe herrschte auch in den Bureaus Ift mit einer Geldstrafe in Höhe von 75 millionen Mart Rommunalverwaltung. Die Beendigung der Trauerstunde wurde belegt worden, weil an den auf dem Stadtgebiete belegenen Tele- burch das Geläut sämtlicher Kirchenglocken verkündet. graphenleitungen Sabotagehandlungen verübt worden sein sollen. durch das Geläut sämtlicher Kirchenglocken verkündet. Die Kontribution ist fristlos nach dem Tagesturse von 3571 Doflar zu erlegen. Der Oberbürgermeister und der Stellvertreter find für die Zahlung der Summe persönlich haffbar gemacht worden. 30 Millionen Mark Geldstrafe für Mettmann. Mettmann, 10. April.( TU.) Nach einer Mitteilung des franzöfifchen Ortskommandanten an die Stadtverwaltung hat General Degoutte wegen des auf einen französischen Offizier verübten Anschlags die Stadt mit einer Geldbuße von 30 Millionen Mart belegt. Der Betrag soll in acht Tagen bezahlt werden. Das 14. Opfer. Der Reichsverkehrsminister hat dem Präsidenten der Reichsbahndireffion Trier in Gießen zur Linderung der Not der aus ihren Wohnungen vertriebenen Eisenbahner 30 millionen Mart überwiesen. Man hätte...! Inzwischen haben die Leute um Hergt und Helfferich durch das Verbot der Roten Fahne" Gelegen heit bekommen, sich schmunzelnd die Hände zu reiben. Ist das mit nicht die denunziatorische Ermunterung zur Eröffnung einer frisch- fröhlichen Kommunistenhezze an die Adresse der Reichsregierung als vollkommen berechtigt erwiesen? So wäre also der Antrag Hergt durch seine tatsächliche Ausführung schon immerhin zweifelhaft erscheint als erledigt zu betrachten, noch ehe er beraten und- was Reaktion fühlt sich entlastet und in ihrer Presse bringt sie das angenommen wurde. Die deutlich genug zum Ausdruck. Neue Eisenbahner- Ausweisungen. Es ist hier nicht der Ort, sich in eine tiefgründige DedukTrier, 10. April,( WTB.) Gestern find auch die Bewohner tion darüber einzulaffen, ob für die in Frage kommenden Be Trier, 10. April.( WTB.) Gestern find auch die Bewohner hörden rein formaljuristisch der Grund zu einem Verder Eisenbahntolonie Trier- St. Paulin von den Fran- bot gegeben war. Ich habe auch nicht den Beruf, als Ver30fen mit 23 affengewalt von ihren Wohnftätten vertrieben worden. Weitere hundert Familien find damit obdachlos. Die teidiger der Roten Fahne" aufzutreten. Dennoch fann ich werktätige Anteilnahme der gesamten Bevölkerung am Schicksal der mir eine bittere Bemerkung nicht ersparen: Unsere republika. Bertriebenen ist mustergülfig. Der Wille der Eisenbahner zur Abwehr nischen Behörden sind unübertrefflich in der Kunst, ihren der französischen Bergewaltigung steigert sich zu immer fefterer Ent- Standpunkt mit dem Heranziehen so und so vieler Bara graphen zu begründen, aber sie haben bis heute noch nicht fchloffenheit. gelernt, in delikaten Situationen taftvoll und politisch flug vorzugehen. Ist es Gewöhnung oder ist's Methode? Wer be fonders bösartig ist, mag in dem erfolgten Verbot der„ Roten Fahne" die geflisfentliche und eilige Befolgung der in dem trat gestern vormittag im großen Sigungssaal des Reichsverkehrs- rung erblicken. Der ständige Ausschuß des Reichseisenbahnrats zitierten Antrag der Deutschnationalen enthaltenen Aufforde Mit Recht ist darauf hingewiesen worden, daß das blut ministeriums zusammen. Bor Eintritt in die Berhandlung gedachte der Vorsitzende, Staatssekretär Stieler, ehrend der Toten von rünftige Gepolter des fommunistischen Organs längst jede Be= Buer, 10. April.( Rb.) In Waltrop wurde die Haus Essen, die am Karsamstag französischen Kugeln zum Opfer fielen deutung und was uns das Wichtigste scheint- jede Berbeangestellte Elifabeth Scheuchmann von einem französischen und die zu dieser Stunde zur ewigen Ruhe geleitet werden; weiter fraft in den entscheidenden Massen der deutschen ArSoldaten erschossen. Die Sch. war bedienstet in einer Birt aber auch der Tausende tapferer Eisenbahner, die, in beiterschaft eingebüßt hat. Gerade der Bestand und schaft, in der die Franzosen verkehren. Man fand sie, als der Schuß vorderster Kampflinie stehend, stündlich Opfer von Mannesmut und hie wachsende Ausdehnung der Vereinigten gehört wurde, mit einer Stirnwunde tot auf. Der Täter, der Fahr treuester Pflichterfüllung bringen. Sozialdemokratischen Partei find die beste lässigkeit angibt, stellte sich seiner Behörde und wurde verhaftet. Gewähr dafür, daß die fonfusen Ideen der Kommunisten nicht wirklichkeit werden. Die Die Trauerkundgebung im Rheinland. Gloriole des Märtyrertums, die ihnen durch das Verbot ihres Köln, 10. April.( Mtb) Die allgemeine Trauer- Paris, 10. April.( BTB.) Der diplomatische Redakteur der 3entralorgans um die Stirne gewunden wird, verhilft den stunde zum Gedächtnis der 13 Toten in Essen und der übrigen Agentur Havas glaubt zu wissen, daß Poincaré am nächsten politischen Kindern", wie Severing fie nannte, innerhalb der Todesopfer des Ruhrgebietes wurde in Köln und in der ganzen Sonntag bei der Einweihung des Kriegerdenkmals in Dünkirchen Arbeiterschaft zu dem Schein einer Bedeutung, die sie schon englisch besetzten Zone würdevoll durchgeführt. Bunft 9 Uhr begann den bisherigen Standpunkt der französischen Regierung in der Re- fängst nicht mehr besigen. Das Verbot der Roten Fahne" das Trauergeläute fämtlicher Kirchenglocken. Die Geschäfte parationsfrage teine Herabsehung der deutschen hemmt den notwendigen Klärungsprozeß innerhalb der deuts schlossen hierauf fast ohne Ausnahme ihre Läden. Die Schuld an Frankreich, teine Räumung des Ruhrge- schen Arbeiterschaft und hat nur die eine reaktionäre Wirkung, Straßenbahn stellte ihren Betrieb ein. Auch der Fuhr.biets vor Erfüllung der deutschen Berpflichtungen bestätigen die Aufmerksamkeit der großen Deffentlichkeit von den eigentmertspertehr auf den Straßen ruhte vollständig. Die Reichs werde. Loucheur werde in seiner Eigenschaft als Abgeordneter lichen und mächtigsten Feinden der Republik abzulenfen. perfehrsanstalten, Bost und Eisenbahn ließen zehn Minuten lang die des Norddepartements persönlich der Feier beiwohnen. Bon diesem Standpunkt aus ist das Berbot der Roten Fahne" Effen, 10. April.( WIB.) In der vergangenen Nacht ist wieder einer der am Karsamstag in den Kruppschen Werten Schwerverletten feinen Berletzungen erlegen. Somit erhöht sich die Zahl der Todesopfer auf 14. Poincaré wird sprechen. eine politische Unklugheit! ich bin zu höflich, es eine sträfliche Dummheit zu nennen. Die Zurücknahme des Verbotes muß unverzüglich erfolgen. Aus welcher Ecke der Wind pfeift, wird sofort offenbar, wenn man die beiden Interpellationen zu Gesicht bekommt, die die Deutschnationalen gleichzeitig mit dem erwähnten An- trag eingebracht haben. Die sine stellt die durch den Genossen Severing erfolgte Auflösung der deutschvölkischen Freiheits- parte! als einen„außerordentlichen" Vorgang hin,„der in der Vergangenheit seinesgleichen nicht hat und als Präzedenzfall für die Zukunft eine schwere Gefähr- dung der Freiheit des politischen und parlamentarischen Le- bens bedeutet". Man weiß hier nicht, worüber man sich mehr wundern soll: über die bodenlose Frechheit, mit der dies« Herr- schaften nach Severings Enthüllungen vcm der Reichsregie- rung die Bekanntgabe der Gründe fordern, oder über die merk- würdige Gedächtnisschwäche, die das Sozialistengesetz als nie dagewesen ansieht. Die andere fragt die Reichsregie- rung an, was sie gegen die U e b e r g r i f f e des preußischen Innenministers Severing zu tun gedenke, die sie in dem Verbot aller Selbstschutzorganisationen sieht, die nur„berech- � tigte Notwehr gegen die'Störung erlaubter Versammlungen sowie gegen gewaltsame Angriffe auf das Eigentum und die persönliche Sicherheit und die F r e i h e i t" sind. Wie man sieht, ist das Manöver, die öffentliche Austnerk- famkeit von sich abzulenken, von feiten der Reaktion geschickt eingeleitet.„Haltet den Dieb!" dieser Angstschrei der ertapp- ten Sünder hat feine Wirkung bis heute noch nicht verfehlt. Inzwischen bereitet man die neue Dolchstoßlegende vor und —-die Tätigkeit der republikanischen Polizei gibt dieser Maul- wurfsarbeit noch den Schein einer Berechtigung. Wenn dock die Polizei endlich einsehen wollte, daß sie durchaus nicht das Vorrecht hat, dümmer zu fein, als sie es 'elbst erlaubt. Sie Silanz öer Kriegswirtschaft. „Besser als ihr Ruf." Der Ausschuß zur Prüfung des Geschäfts- gebahrens der Kriegsorganisationen, der aus Vertretern des Reichstages, des Reichsrats und der Reichs- regierung gebildet war, hat nunmehr seinen Bericht vorgelegt. In mehreren Ausschüssen wurde die Geschäftstätigkeit der Kriegsgesellschaften geprüft und auf ihren Abbau hingearbeitet. Seit dem 1. Oktober 1920 find 84 Kriegsgesellschaften aufgelöst worden, der Personalbestand derartiger Organisationen ist von 19482 auf 1429 zurückgegangen. Der Bericht sagt dazu, daß die Kriegsgesellschasten praktisch verschwunden sind. Denn von den 1429 Angestellten wirtschaftlicher Kriegsorgani- sationen, die am 1. Januar 1923 noch beschäftigt wurden, ent- fallen 10 auf die inzwischen ebenfalls aufgelöste Reichsschuh- Versorgung, die übrigen in der Hauptsache auf die Reichs- getreidestelle, den Reichskohlenkommissor und einige andere Ueberwachungsorgane Die Einzelheiten des Berichts geben Kenntnis von der Unzahl von Beschwerden, die gegen die Kriegsorganisationen erhoben worden sind. Ost, man kann sagen: in der Regel, handelte es sich um Angriffe von Interessenten, denen sich meist die über den Sachoerhalt nicht unterrichtete Presse nicht ver- schlkßen zu können glaubte. In vielen Fällen aber war das pLonmäßige Wühlerei gegen das verhaßte System der orgonisiertsn Wirtschaft. Der Ausschuß stellt zusammen- fassend fest, daß die Tätigkeitsberichte der Treuhänder die Unterausschüsse übereinstimmend zu dem Schluß gebracht haben,„daß ein großen Teil der Angriffe gegen die Kriegs- organisationen der Begründung entbehrte". Die Nachprüfung ergab vielmehr, daß auch der Vorwurf, die Kriegsorganisationen arbeiteten mit verhältnismäßig hohen Kosten, unzutreffend war. Der Ausschuß gibt zu, daß bei der Organisation und Beschäftigung der Kriegsgesellschaften infolge des schnellen Aufbaues und des vielfach mangelhaften Personals manches versäumt worden ist. Im allgemeinen Tin den unbekannten Soldaten. lieber dem Portal der Kruppschen Nutehalle zu Essen, durch �a? die französischen Geschosse am Karsamstaq sausten, um stch im gleichen Augenblick in die Leiber deutscher Arbeiter zu bohren, ist eine Kugelspur zu sehen— eine einzige. Aber diese einsame Ritz« im Stein sollte als ein ewiges Denkmol reinster Menschenliebe ge- hütet werdfen. Augenzeugen de» grauenhaften Porganaee hoben nämlich ge- sehen, wie einer der zwölf azurblauen Soldaten, als der Offizier den. Acfehl zum Schießen in die Menge gab, sein Gewehr nach oben, weit über die Häupter der versammelten Menge, gegen die Wand oberhalb des Portals richtete. Und während die elf anderen in derselben Sekunde Tod, Trauer und Schmerz säten, schoß er bewußt, anstatt in das lebende Menschenfleisch, in den leblosen Stein. Dem Schießbefehl des Offiziers war er, wie die anderen Unter- «denen, gefolgt. Aber er verstand es, zugleich dem Befehl seines Gewissens zu folgen, der ihm zurief:„Du sollst nicht töten! Du sollst bedenken, daß die schwo.r.w Menslbenmauer vor dir aus lauter Wesen besteht, die gleich dir Mütter, Frauen, Brüder haben. Tin anderes Land hat sie geboren als dich, sie reden eine ander« Sprache als du— aber es sind deine Klassengenossen, deine Brüder, die das gleiche Recht Zum leben haben, wie du selber." Wer bist du, unbekannter Soldat? Bist du oiellescht«d«u Elemente etwas anderes als das Judentum erblicken.... Der eine stellt die Mittel zum Kampf, der andere opfert Leib und Leben.... Uns angeschlossen und aus dem Trutzbund hervor- gegangen ist der DNS.(Verband nat. gesinnter Soldaten) und der NDO.(Not. Verband deutscher Ossiziere). Ihnen sowie insbesondere Angehörigen der Brigade Ehrhardt ist jede erdenk- l I ch e Hilf« zu leisten. Daß es nicht mir bei der im letzten Rundschreiben erwähnten Tätigkeit bleibt, ist selbstverständlich: doch hatten wir gehofft, ohne die nicht immer angängige genau« Zweckerläuterung die«rforder- lichen Summen zu bekommen.... Fast jede Ortsgruppe hat ihre Iugendgruppe. Sie wird mit nicht verbotenen Kara- blnern ausgerüstet und in Geländeübungen zu seid- erprobten Männern erzogen. Gegebenenfalls müssen die umliegen- den Güter des Wa f f e n b e s i tz e s wegen um Jagderlaubnis an- gegangen werden. Wir haben außerdem eine Reihe meist unvcr- heirateter Männer, deren besondere Aufgaben öfteres Zu- sammenkommen nötig machen. Sie kommen aus unserem und den befreundeten Verbänden.... Wir bitten bei dieser Gelegenheit um die Abgab« von Handieucrwaffen... (Eigene Sache, nicht Bundeoangelegenheit: Totkräftige, entschlossen« Leute wollen sich bei mir in Schwerin, Alexan- drinenstraße 11, jetzt bereite gelegentlich melden, versehen mit einem Empfehlungsschreiben de» Empfängers diese» Schreibens.)" In einem weiteren Artikel machte die„Mecklenburgische Bolkszeitung" auf die Aehnlichkeit zwischen dem Nachsatz des veröffentlichten Schreibens und den bei dem Anschlag auf Horden"festgestellten Gebeimzirkularen aufmerksam und bezeichnete es als auffällig, daß sich unter den Verschwörern auch ein Reichsbeamter, der Telegraphenpirektor Straede befindet. In der darauffolgenden Nummer veröffcnt- lichte die„Dolkszeiwng" ein zweites, von denselben Herren unterzeichnetes Geheimschreiben, in dem es heißt: „Alle weiteren großzügigen Pläne in Wirklichkeit um- zusetzen, hat der Gnu wohl Mut und Schaffenstrieb, und die Uederzeugung des Müssen s: doch kann er allein und ohne Hilfe seiner Mitglieder nichts machen. Zum Kriegführen gehört nun einmal Geld." Die Nummer enthält weiter die Mitteilung von der Ver» haftungBadesinder Rathenau-Affäre und eine kritische Stellungnahme des Sozialdemokratischen Parlamentsdienstes zum ersten Geheimschreiben. Wegen dieser Veröffentlichungen soll nunmehr auf An- trag der Mecklenburg-Schwerinschen Staats- a n w a l t f ch a f t vor dem Schöffengericht in Rostock gegen den verantwortlichen Redakteur der„Mecklenburgischen Doltszeitung" das Hauptverfahren eröffnet werden. Die Mecklenburger Staatsanwaltschaft unterstellt der„Volks- zeitung", daß sie durch die in den Artikeln ausgesprochene Ver- dächtigung, die genannten Personen verfolgten als„Deutsch- völkische" tm geheimen gegen die verfassungsmäßige Staatsform und gegen das Leben jüdischer Staatsbürger gerichtete Pläne. die Herren Bade und Genossen beleidigt habe. Tele- araphendirektor Straede sei außerdem in seiner Eigenschaft als Staatsbeamter beleidigt worden.„Die Unter- f u ch u n g s h a f t", so schließt das Schreiben der Staatsan- waltfchaft,„wird nicht angeordnet." Nehmen wir selbst an, daß aus den von der„Bolkszeitung" veröffentlichten Geheimzirkularen nicht klar und deullich her- vorginge, daß es sich um Umtriebe handelt, die mit dem Gesetz zum Schutz der Republik nicht vereinbar sind, so ergibt sich doch schon aus der Entscheidung des Staatsgerichtshofes, nach derdisAuflösungdesDeutfchvöltifchenSchutz» und Trutzbundes und der mit ihm nach dem ersten Zirkular verbündeten Organisationen zu Recht besteht, daß sie nach der Auffassung der obersten Rechtsinstanz tatsächlich staatsfeindliche Ziele verfolgten. Die Beröffentlichun» gen der„Volkszeitung" entsprachen mithin nicht nur den Tat» fachen, sie hatten sogar das hohe Verdienst, mit zu der Auf- deckung von Machenschaften beigetragen zu haben, die sich gegen die öffentliche Sicherheit wandten. Das Auftreten der Mecklen- burg-Schwcrinfchen Staatsanwaltschaft kann also nicht anders als rechtswidrig und ungeheuerlich bezeichnet wer- den. Die Anklage muß in der Oeffentlichkeit wie eine kaum noch verhohlene Begünstigung der gegen die Republik gerichteten Organisationen wirken. Außerdem handelt es sich hier um eine öffentliche Sabotage der Reichsgesetze und um eine Unter- grabung der in den Reichsgesetzen verankerten Reichseinheit. Das Beispiel Bayerns scheint ansteckend zu wirken. Wenn man nicht denVerfalldcrreichsdeutschenStaats- a u t o r i t ä t befördern will, wird es notwendig sein, mit aller Energie derartigen Zersetzungserscheinungen zu steuern. WLrtflchafi Thüringische Sknalsbank. Am Dienstag, den 10. April, wurde die Thüringisch« Staatsbank eröffnet. Sie soll mit den dem Staat zufließenden Mitteln im Rahmen eine» neuzeitlichen Bankbetrieb«» arbeiten, während die alten Staatsbanken, mit Ausnahme der preußischen, in der Hauptsache die Ausgab« hatten, die Geldmittel mündelsicher zu oerwalden oder aber ihr Notenprivileg zum Zw-ccke der Schaffung laufender Staatsmittel auszunutzen. Die Staatsbanken in Braun- schweig und Sachsen dienten der thüringischen Regierung als Vor- bild. Die in den bisherigen Gebieten Thüringens bestehenden Land.'sanstalten, di» mit einer einzigen Ausnahm.» keinen Neuzeit. lichen bankmäßigen Betrieb eingeführt hatten, werden nach und nach in die Staatsbank übernommen. Für die Geschäft« der Thüringisch«, Staatsbank haftet gemäß dem � 5 des Staatsbankgeletzes der Staat mit seinem ganzen Vermögen. Die- Thüringische Staatsbank untersteht der Aufsicht des Ftnanzministers. Sie errichtet mit dessen Genehmigung und unter Zustimmung des Verwaltungsrates auf der Grundlage der bisherigen Landesanstalt'n in den wichtigsten Städten Thüringens Zweig- und Nebenstellen, die der Oberleitung und Oberaufsicht des Direktoriums unterstehen. Neben dem Direktorium, da» dem Finanzministcr unmittelbar unterstellt ist, besteht ev dreizehntäpsiger V e r w a l- tungsrat, in den alle Wirtschaftstreise bcg Landes einen Ver- treter entsandt haben. Keines seiner Mitglieder darf selbständig ein Bankgeschäft betreiben.oder Mitglied des Vorstandes und Aussichts- rates oder Angestellter oines Geldinstituts sein. Der Berwaltunge- rat übt ein Kontrollrecht über die Tätigkeit des Direktoriums sowie der Zweig- und Nebenstllen aus. Als Konkurrent der bestehenden Privat- und öffentlichen Institute wird die Staatsbank immer oersuchen, in freundschaftlicher Weise«ine gegmleitige Vereinbarung zu erreiäien, di« alle Teile befriedigt. Den Gemeinden soll in weitgehendstem Maße ge- Holsen werden. Als Gegenleistung wird erwartet, daß sie ihre eigenen und auch die flüssigen Mittel ihrer Sporkassen der Staate- dank zuführen. Der Wirtschast zu dienen, ist die Ausgabe des In- stüuts, das vom Staate und damit von der Bolksgcmeinschast ge- schaffen wurde.___ AMenkapital und Ilmsah. Auf der G«t»raloeriammlung der zum Sprengstoffkonzern gehörigen, neuerdings in großem Umfange auf die Herstellung von Kunstseide und Vulkanfiber eingerichteten Köln Rottweil A.-G. stellte der Lorsitzende, Kommerzienrat Hagen, fest, daß d> r Umsatz tätlich doppelt so groß sei wie das Aktienkapital von 200 Millionen Mark, während vor dem Kriege das Aktienkapital von 1k,ö Millionen Mark nur einmal im Jahre um- geschlagen wurde. Diese Mitteilung gibt ein Bild von der tatsächlichen Höhe der Umsätze mancher Konzerne. Im vorliegenden Fall hat der Umsatz mindestens 60—70 Milliarden Mark im Jahre be- tragen. An Dividende ausgefchütlet werden 200 Vroz. oder 100 Millionen Mark, also ein ganz winzi.ier Teil, ncch nicht 1 Proz. des Umsatzes, obwohl das Aktienkapital erst seil dem Kriege und zum Teil durch Verwässerungen auf d'e zwölffache Höhe des Vorkriegs- kapital» gebracht worden ist. Diese Zahlen zeigen, daß die tat- sächlichsten Gewinne der Gesellschaft bedeutend größer ge- wesen sein muffen, als man nach den Ausschüttungen oder nach den bilanzmäßig auegewiesenen Gewinnen einschl. Abschreibungen an- nehmen kann—«ine Beobachtung, die bei vielen Industrieunter- nehmungen zu machen ist. Dies« nicbt ausgewiesenen Gewinne werden in der Regel in irgendeiner Form zum Betriebskapital ge- schlagen.— Die Köln-Rottweil A.-G. geht mit der Deutschen Wollwarenmanufaktur A.-D. in Grünberg ein« I n t« r- essengemeinschaft ein. vom Reichsbrannlweinmonopol. Die Verwaltung des.Reichs- branntweinmonopols veröffentlicht ihren Geschäftsbericht für da» 3. Geschäftsjahr. Danach berrug der Absatz an Inlandsbranntwe-n 2 078 266 Hektoliter. Der Absatz an Auslandsbranntwein betrug insgesamt 252 497 Hektoliter. Entsprechend dem großen Llbsatz an Branntwein war das finanzielle Ergebnis wesentlich günstiger als im vorhergehenden GeschästsjaHve. Es wurde Branntwein im Gesamtbetrage von 2 928 610 324 M. übenwmmen. An Entschädigungen für Brennereibesitzer, Trinkbranntweinhevsteller, Händler, Angestellte, Arbeiter usw. sind rund 35 Mll. M. gezahlt worden. An Belohnungen für di« Aufdeckung von Zuwiderhond- lungen gegen da» Monopolgesetz und an Kosten für die Verschluß- sichere Einrichtung der Brennereien sind je rund ein? Million Mark gezahlt worden. Nach Abzug sämtlicher Ausgaben ist der Monopol. Verwaltung ein Betrag von 7112619 M. verblieben. Außerdem wurde in das Betriebsjahr 1922—1923 ein Bestand von rund 100 000 Hektolitern Branntwein übemommen. Das Loch im Dessen. Infolge ungenügender Bewachung der Landesgrenze in der Aachener Gegend gelangen täglich Riesen- mengen unverzollter Waren aus dem Auslande in das besetzte Ge- biet. Da auch ein großer Teil der Waren nach Köln verschoben wird, hat die Kölner Wucherpolizei in den letzten Tagen mehrfach all« Hauptzugongswege im Westen der Stadt besetzt. Bei Revisionen von Kraftwagen und Fuhrwerken wurden ungeheure Mengen von Schmuggelwaren, insbesondere Kaffee, Tabak und Zigarren beschlagnahmt,' bei Revisionen von Fußgängern wurden insgesamt 50 Zentner Rohkaffee sowie 10 000 Zigaretten beschlagnahmt. keine allgemeine Ermäßigung der Gütertarife. Der ständig« Ausschuh des Reichseisenbahnrats unterzog in einer Sitzung die gesamte Wirtschaftslage einer eingehenden Erörterung, ai, deren Ergebnis die einmütige Auffassung sämtlicher Mitglieder fest- gestellt werden tonnte, daß eine allgemeine Ermäßigung der Gütertarife zurzeit nicht angängig sei, und daß die Reichsbahn, unbeschadet der Erstattung der Ruhrschäden aus allge- meinen Reichsmitteln, an der Deckung der Ausgaben durch die laufen- den Einnahmen festhalten müsse. Stelgerung der Kultivierung von Moor und Oedland. Der Unter- auSschutz für ländliche« SiedlungSweien de« vorläufigen Reich«- >o>rtscha>r«ralS ersucbie in einer Entichlicßung die NecchSregierung, io schnell ol« mögltiii ein Gesetz zu schaffen, wonach Moor und Oedland zugunsten der öffentlich rechtliche» Stellen oder Privater, die die Gewäfir für eine sachgemäße Durchflidrung der Kultivierung«- maßnahmen vielen, gegen angemessene Enischädigung enreignet oder zwangSangepachtet werden kann. Deutschösterreich und die Buhrkrise. Noch immer lastet über Deutschösterrcich die Wirtschaftskrise, die bereits vor der Stablli- sierung der Krone begonnen hatte. Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit nehmen weiter zu, während die Lebenshaltungskosten weiter steigen. Einzelne Industrien allerdings haben durch die Ruhrtrifö ein« gewisse Erleichieruna erfahren. Die Wiener sozialistisch« Zeit» schrift„Arbeit und Wirtschaft" berichtet darüber u. a.:„Die Besse- rung erstreckt sich lediglich auf einige Industriezweige, die in der Lag« sind, die durch die Ruhrkrise geschaffene Situation auszunützen. Hierher ist in erster Linie die Alpine Montangesell schafl zu rechnen, die jetzt auf Monate hinaus mit Aufträgen versehen ist. Auch das Aufkören der deutschen Konkurrenz auf fremden Märkten, namentlich aus dem Balkan— eine Folge der Stabilisierung der deutschen Währung und der Behinderung des Exports der deutschen eisenverarbeitenden Industrie— hat einigen österreichischen Indu- strien Aufträge eingebracht. So sind in den letzten Wochen größere Auslandsbestellungen auf Lokomotiven, Eisenkonstruktionen usw. bei Wiener Firmen eingelaufen. Es unterliegt jedoch keinem Zweifel, daß diese Aufträg« nur einen Bruchteil des früheren Ex- ports ausmachen."— Dl« Alpine Montangefellschoft, die besonder» Ruhrlrise Vorteil hat, gehört bekanntlich von der konzern. zum Snnne,- Devisenkurse. Unserer gestrigen Kurstasel sind noch folgende amtlichen Notierungen nachzutragen: 1 finnische Mark 670.07 Geld, 672.93 Brief:!00 österr. Kronen obgest. 29.67 Geld. 29.73 Pries; 1 ungarische Krone 4,72 Geld. 4,76 Brief: 1 bulgarische Lewa 155,60 Geld. 159,40 Briet; 1 jugoslawischer Dinar 209,22 Geld. 210,29 Brief.— 1 polnische Mark kostete im freien Verkehr etwa 49 Pf. Gewerkschaftsbewegung Abbau der Gewinne! Um einen Preisabbau durchzusehen, fing man beim verkehr ten Ende an, bei den Löhnen. Es ist die Beobachtung gemacht worden, daß trotz des Rückganges der ausländischen Devisen die städtischen Tarife für Gas, Wasser usw. noch stiegen. Natür lich fanden sich Leute, die die hohen Löhne" als Ursache dieser Tariffteigerungen angaben. Wie wenig dies berechtigt ist, geht aus dem umfangreichen Material des Magistrats über die städtischen Gastarife hervor. Aus diesem Material greifen wir folgende Angaben heraus: Aus der anliegenden Tabelle der Kohlen- und Gaspreise, der Löhne und Gehälter ist ersichtlich, daß seit dem April 1922 bis zum März 1923 der Kohlenpreis von 900 m. auf 184 248,40 m., d. h. auf das 205 fache, der Gaspreis von 3,50 m. auf 700 m., also nur auf das 190fa che des Anfangsbetrages gestiegen find. Im letzten Friedensjahre vor dem Kriege 1913 hat der Kohlenpreis rund 20 m. pro Tonne und der Gaspreis 12,35 Pfennig pro Rubikmeter betragen. Dieses Preisverhältnis ermöglichte es den Gaswerten einen für ein derartiges Unternehmen leidlich angemessenen Gewinn zu erzielen. Seitdem hat sich der Kohlenpreis auf das 8854fache, der Gaspreis jedoch nur auf das 5668fache der Beträge von 1913 erhöht. Das Preisverhältnis ist daher für die Gaswerte wesentlich ungünstiger geworden. Die Unterhaltungsfosten für die Anlagen sind vom April 1922 mit rund 2 522 000 m. bis zum Februar 1923 auf 529 916 000 m., also auf rund das 210 fache des Aprilbetrages, die Löhne und Gehälter dagegen nur auf das ca. 70fa che gestiegen. Wenn diese Steigerung auch gegenüber den andern Posten nicht unerheblich zurückbleibt, so fällt dies für die Berechnung der Gestehungstoften des Gases doch wenig ins Gewicht, da die Gesamtausgabe für Löhne und Gehälter mit 23 bzw. 12 Milliarden Mart angesichts der ungeheuren Ausgaben für Kohlen nach dem derzeitigen Stande rund 200 Milliarden Mart ohne wesentlichen Einfluß sind. Was für die städtischen Tarife zutrifft, ist für die Privatindustrie nicht weniger richtig. In einem Auffaz im Handelsblatt der„ Bosfischen Zeitung" vom 13. März wird die Exportmöglichkeit in der Maschinenindustrie untersucht. In dem Auffah wird ein Vergleich mit den Borkriegspreisen gezogen und die notwendigen Fabrikationsausgaben find in drei Posten zusammengezogen. Berechnet man die dort angegebenen absoluten Zahlen nach ihrem prozentualen Verhältnis, so ergibt sich folgendes Bild: Fertigungelohn. Unfosten Baustoffe. Bor dem Kriege 907. Broz. Jegt Steigerung . 300 24,0 450 36,0 500 40,0 M. 600 000 2.925 000 6.500 000 10 025 000 Proz. 6,0 29,2 64,8. 100,0 um das ... fache 2000 6 500 18 000 8020 Zusammen 1250 100,0 Auch hier zeigt sich, wie sehr die Löhne als preisbildende Fat toren zurückgegangen find. Während die Löhne um das 2000fache in die Höhe gegangen sind, stiegen die Unkosten um das 6500fache und die Baustoffe um das 13 000fadh e. Hier, bei den Materialtoften, muß also zugepackt werden, will man einen Preisabbau herbeiführen. Selbst wenn die Löhne auf ihrem Hungernineau verbleiben sollten, was wir bei der gegen wärtigen Teuerung für ausgeschloffen halten, so würden die Preise badurch in nichts berührt werden. Konferenz der Berliner Eisenbahner. Montag tagten die Leitungen der Zahlstellen der Ortsgruppe Berlin des DEB.. Diese Konferenz beschäftigte sich mit dem der zeitigen Organisationszustand, wie er durch das Vorgehen der Opposition entstanden ist. Von den aufgelösten Zahlstellen konnte im allgemeinen berichtet werden, daß bei weitem nicht in diesen bisher von der Opposition beherrschten Zahlstellen die Mehrheit der Mitglieder zur Oppofition steht. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: Der Bollzugsausschuß der Bergarbeiter im Rhonddatal beschloß, den Streit für beendet zu erklären. Nahezu alle bisher unorganisierten Arbeiter haben sich dem Bergazbeiterbund angeschlossen. Lohnerhöhung in Amerika. Kein meldet, die Löhne der gewöhnlichen Arbeiter vom 16. April ab Die Carnegie Stahlgefellichaft hat, wie 28TB. um 11 Bro erhöht. Aehnliche Lohnerhöhungen werden von den ihr angeschlossenen Stahlwerken in Sharon gewährt. Die Konferenz der Zahlstellenleitungen der Ortsgruppe Berlin In Deutschland aber werden die Löhne stabilisiert. des DEB. verurteilt auf das schärffte das Beginnen der sogen. Wunder, daß Amerika bei hohen Löhnen eine aufsteigende Kon" Opposition", den DEB. zu zerschlagen. Die Versammelten halten junttur bat, während in Deutschland bei stabilisierten Hunger es für die Aufgabe eines jeden Mitgliedes, allen Bestrebungen löhnen die Krtie an Umfang zunimmt. auf Spaltung der Organisation mit aller Kraft entgegenzutreten. Da Einheit und Festigkeit in der Arbeiterbewegung das Gebot der Stunde sind, verpflichten sich die anwesenden Funktionäre, mit ihrer ganzen Person für die Einheitsorganisation der gesamten Eisenbahnerschaft einzustehen und ihr auch in der Stunde der Not unverbrüchliche Treue zu wahren. Zur Neuwohl der Ortsverwaltung wurde eine Kommiffion eingesetzt, die die Kandidatennomini rung vornehmen soll. Bur tommenden Betriebsrätewahl wurde ebenfalls einmütig die Ansicht vertreten, auf allen Dienststellen zielbewußte DEB.- Mitglieder als Betriebsräte zu wählen, tie sich nicht von einer Partei dirigieren lassen. Einstimmig wurden 20 Kollegen zum Bezirksbetriebsrat und 14 zur Bezirksschlichtungsstelle vorgeschlagen. die neuerdings verfolgte Lohnpolitit der Regierung verZu dem Ergebnis der letzten Lohn- und Gehaltsbewegung wurde urteilt. Folgender Antrag gelangte einstimmig zur Annahme: Die Funktionärtonferenz der Ortsgruppe Berlin des Deut. schen Eisenbahner- Berbandes, die am 9. April 1923 stattfand, nahm zu der am 7. April abgeschlossenen Lohn- und Gehaltsbewegung Stellung. Auch bei Berücksichtigung aller Umstände, die zu einer solchen Regelung führten, lehnt die Konferenz eine solche Lohnpolitik ab. Sie erwartet vielmehr vom Verbandsvorstand, daß bei Lohn- und Gehaltsaufbesserungen diese ihren Ausdruck finden in einer Erhöhung der Stundenlöhne bzw. Gehälter. Die Konferenz beantragt ferner, bei den bevorstehenden Verhandlungen über die Regelung der Ortszuschläge einen Ausgleich der Löhne und Gehälter für Berlin anzustreben. Diese Konferenz ist ein Beweis dafür, daß die 3ersplitterungsarbeit der Opposition doch nicht soweit gediehen ist, in der Ortsgruppe Berlin die organisatorische und gewerkschaftliche Arbeit unmöglich zu machen. Der Theaterdonner ter Opposition in den Bersammlungen Bettin der Baum ber Opposition nicht grün ist. fann nicht darüber hinwegtäuschen, daß ge'prochen mit Klara Die Lohnkämpfe in England. Die Streitbewegung in England dauert mit unveränderter Schärfe fort. Außer den tereits bego: menen Streifs wurden seit Montag neue gemeldet. Die Konferenz von Norwich, die auf Verlangen des Aderbauministers zu: Regelung des Land. arbeiterstreits zusammentrat, fonnte zu feiner Einigung gelangen. Die landwirtschaftlichen Arbeiter beharren auf ihre Forderung nach 25 Schilling für 53 Stunden Arbeitszeit. Der frühere Präsident der Landwirtschaftskammer, Fisher, warf den Arbeitern vor, daß sie das Bieh verkommen ließen, da sie tein Futter gäben. Der Gefretär der Gewerkschaft der Landarbeiter, Lunnon, erwiderte, die Arbeiter liebten die Tiere, aber noch mehr ihre Frauen und Kinder. Sie wüßten, Daß der Landarbeiterstreit ein Krieg fei. Wenn die Tiere umfämen, seien die Landwirte hierfür verantwortlich. Fisher verließ den tönne, die es ablehnten, die Tiere zu füttern. Die Lokomotiv. Beratungsfaal und erflärte, daß er mit Leuten nicht fonferieren führer beschlossen, endgültig die Borschläge der Eisenbahngesell schaften abzulehnen. Der Sefretär ihrer Gewertschaft erklärte, daß die Gesellschaften sich in sehr günstiger Lage befänden, denn sie zahlten fürzlich größere Dividenden als in früheren Jahren. Innicht generen. Infolgedeffen sei die Herablegung der Löhne nicht gerechtfertigt. Der Arbeiterabgeordnete Thomas, der sich auf dem Kontinent be fand, fehrle eiligst nach London zurück. Die Bauarbeiter hielten eine Sigung ab, um über den Streit zu beraten. Zur Stunde steht der Bericht über den Ausgang de: Beratungen noch aus. 500 Lehrer in Croydon, im Süden von London, erschienen gestern nicht in den Schulen, weil sie eine Gehaltsver= minderung um 5 Proz. ablehnen. 30 000 Schüler mußten nach Hause geschickt werden. Der Ausschuß de: Bergarbeiterföderation von Derbyshire beschloß, den Arbeitern der einzelnen Bergwerfe anzuempfehlen, der Fortdauer des gegenwärtigen eignet sei, es zu beenden oder eine Abänderung zu erzwingen. Die allgemeinen Lohnabkommens zuzustimmen, da die Zeit nicht geAusschüsse der Bergleute in den Bezirken von Nottinghamshire, Nehmen wir aber einmal den undenkbaren Fall an, daß die Löhne noch mehr herabgedrückt würden, fagen wir um 15 Broz, fo würde das bei den Preisen, wie vorstehende Tabelle zeigt, taum 1 Broz. ausmachen. Wenn wir auch annehmen müssen, daß in den Materialpreisen gleichfalls Arbeitslöhne enthalten sind, und daß eine Lohnherabsetzung auch dort verbiiligend wirken würde, so wäre der Endeffekt kaum mehr als eine Verbilligung von 3 bis 4 Proz. Nun ift es aber bei den heutigen Preisen der großen Masse der Verbraucher überhaupt unmöglich, im gleichen Maße mie in der VorPriegszeit als Räufer aufzutreten. Eine Lohnherabsehung würde diese Schwächung der Kauffraft noch weiter verschärfen. Die Wirtschaftstrise würde damit zu einer unübersehbaren Katastrophe. Es gibt also nur eine Stabilisierungsmöglichkeit: Abbau der offenen und vor allem der verschleierten Gewinne.| Leicestershire und Yorkshire unternahmen den gleichen Schritt. Theater, Lichtspiele usw. 6pernhaus Volksbühne 6 Uhr: 7 Uhr: Lohengrin Weh' dem, der lügt Schauspielhaus Lessing- Th. 1½ Uhr: 712 Uhr: Torquato Tasse Königin Christine Theater i. d. Königgrätz. St. Preislers 7.30: Eckfenster Kayssler, Höflich, Melagast Komödienhaus 7.30 Madame. Do. u. Freitag 72 Bürger Schippel Deut. Künstler- Th. Allabendlich 72 U. Der Fürst von Pappenheim Deutsch. Opernhaus Metropol- Varieté 7 Uhr Oberon Behrenstr. 54 Groß. Volksoper im Theat. d.Westens 7 Uhr z. 1. Male: D.verkauft. Braut Intimes Theater Familienfest usw. 8 Unr: Kleptomanie Lustspielhaus 8 U.: Bobby, sag' Metropol- Theater 7: Die Schönste die Wahrheit der Frauen Vorverkauf ununterbrochen. Neues Operett.- Th. Täglich 7, Uhr: Der neue Gilbert: 73 Uhr: Das unibertreffliche AprilProgramm! Etablissement Cafe ielka Friedrichstr. 60, Ecke Leipziger St Varieté/ Kabarett Großes April Programm. Katja, die Tänzerin Mia Werber Pompadour Theater des Ostens mit Margit Suchy Leo Penkert. Berliner Th. 2. Mädi 7.30: Hilde Warner, Cl. Waldoff ( Rose- Theater) Nordheim, Beckersachs 7% Uhr: Paulsen, Beckmann, Reichshallen- Th. Kaiserplatz 3 I. Gross, Mamelok Allabendl.72 Ubr, Neues Th. am Zoo Sonntag nachm. 30 halbe Preise Stettin. Casino- Theater: Gilberts Oper. 8 Uhr: Der neue Schlager Dorine u. der Zufall RESIDENZ- TH. Zum blauen Kakadu Neues Volkstheater Täglich 8 Uhr: Alb. Bassermann in: Der Raub der Sabinerinnen Trianon- Th. 8 Uhr: Professor Bernhardi 8 Uhr Kleines Theater 7 U. Rater Lampe Renaissance- Th. 8 Uhr: Kampf der Geschlechter Gastsp. Em. Reicher Der Blaue Vogel Schiller- Th. Charl. U. & Goltzstraße 9 Krieg im Frieden Sänger DonhoffBrett'l Anf.71/ 2U. Cart Triedrich Sprint Nollendori 1613 Thalia- Theater 15. April, 72 Unr, Allabendlich Uhr: Bin Jahr Meistersaal, Köthener Str. 38 Allabendliche Liebe Das stärkere Rand Teelt, Sandruck, Kaiser- Tite Das 3.Programm Walhalla- Th. 7,45 Uhr: Die Liebe geht um Dora, Lautner, Zernitz Central- Theater Tägl. 8 Uhr: Försterchristel Theater a. Kottb, Tor Abends 7'/ 2 Uhr und Sonntag Bachm. 3 Uhr: EliteSänger U. a. ssessors Flitterwochen MARMOR HAUS Xenia Desni als Prinzessin Suwarin In dem Uco- Film der Decla- Bioscop DIE PRINZESSIN SUWARIN nach dem Roman der Berliner Jilustrirten Zeitung von Ludwig Wolff Regie: Dr. Johannes Guter Uraufführung: Morgen, den 12. April UCOFILM Letzter Vortrag Th. a. Nollendorfpl. Heitere Dichtungen: 74 Uhr: Aus dem Die schön.Rivalin Lande der Liebe. Stg. 31/2: Königin der Straße Wallner- Theater Komische Uhr: Der kühne Oper 7% Große Revue Europa spricht davon! üb.200 Mitwirk Mister Jackson mit engl. Girls Else Balzer Bruno Kastner Arnold Riek Kutzner, Flink u.a Darsteller 3 Schwimmer WIND ORTEN Mark- Zigaretten Garbaty, Salpaus, Ronstantin, Karmitry Avramitos, Manoli, Murati gibt ab unter Tagespr, Arno Geßner& Co., Tabatw, Varieté- Spielplan! Großhblg., Baulst. 34 Rauchen gestattet! Teleph.: Moabit 2114 dmirals- Varieté Fugeniose Zur Verlobung rauringe J Duk.- Gold 900 gest. v. 25000 M. an einfache Trauringe, gest, von 6000 M. an. Fast alle Preislagen am Lager. Namen u. Etui umsonst. Umarbeitungen und Anfertigungen von Trauringen bei Goldzugabe in 24 Stunden Garantieschein für gesetzl. Goldgehalt! 800 April- Programm Trauringfabrik Albert Thal& Co., wie immer erstklassig C 19, Seydelstraße 5( Spittelmarkt). Urania Der Urwald von Ceylon und sein Leben Aussperrung in Deutschböhmen. Die Schichtwerte in Auffig haben wegen des gestrigen Ausstandes der gesamten Arbeiterschaft mit dem 11. April gekündigt. Berband der Gemeinbe- und Staatsarbeiter, Bezirk 6. Morgen, Donners tag, 5% Uhr, im Märkischen Sof", Berlin 60., Admiralstr. 18c, Versammlung aller im Bezirk wohnenden Mitglieder. Die Gektionsleitung. J. A.: Leske. Chemische Industrie. Wichtige Versammlung der Vertrauensleute der AfBerbände am Donnerstag abend, 7% Uhr, im Verbandsbureau des Zentral. verbandes der Angestellten, Belle- Alliance- Straße 7/10. ist von den Arbeitgebern abgelehnt worden. Es müssen mithin in allen Bezirken am Donnerstag, Freitag oder Sonnabend dieser Woche Bezirks. versammlungen abgehalten werden, um zu der neugeschaffenen Situation müffen dann wiederum Bezirksversammlungen abgehalten werden mit der Stellung zu nehmen. Am Sonntag vormittag, 9 Uhr, findet im Gewerkschaftshaus, Gaal 1, die Rahlstellenversammlung ftatt. Am Montag, den 16. April, Tagesordnung: Bericht aus der Ruhlstellenversammlung." Alle Kameraden müffen daran teilnehmen. Achtung Zimmerer! Der Schiedsspruch des Bezirkslohnamtes vom 4. April Aus der Partei. Zur Maifeler gibt der Zentralbildungsausschuß der BSPD. als Nr. 4 der Schriftenfolge Arbeiter- Bildung" ein Programmheft heraus, daß cine Disposition für die Festrede von R. Breuer, sowie einige Festgedichte und Anregungen für die Beranstaltung der Feier en hält. Die Schrift ist zum Preise von 150 m. und 40 M. Porto gegen Voreinfendung des Betrages oder unter Nachnahme durch den Zentralbildungsausschuß der BSPD.( R. Weimann) zu beziehen. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Bion Soz. Partei Beirei- Zion". Donnerstag, den 12. April, wird Genoffe A. Kagan im 8. J. B., Heiligegeiftstr. 52( Bahnhof Börse) über den II. Arbeitertongreß in Palästina sprechen. Auch wird ein eben aus Balastina ein getroffenes Mitglied der Crefutive der Arbeiterorganisation über die gegen wärtige Lage der palästinischen Arbeiterschaft berichten. J. A.: J. Ragan. Berantwortlich für den redakt. Seil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: h. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlaasanftalt Baul Ginger u. Co. Berlin. Lindenstr. 3 Sierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage Heimwelt". 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Die Belancierung des Etats wird doch auf wesentlich größere Schwierigkeiten stoßen als im Vorjahre, aber es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Herstellung des Gleichgewichts auch diesmal gelingen wird und gelingen muß, wenn alle Einnahmemöglichkeiten bis zum äußersten angespannt und alle Ausgaben auf das Aller- notwendigste beschränkt werden. Ueber die Einzelheiten wird später zu reden sein. Schon heute aber weiß jeder Kenner unserer städtischen Finanzen, daß mit den laufenden Einnahmen der Stadt auch nur die laufenden Ausgaben gedeckt werden können und daß für ein- maligs und für außerordentliche Ausgaben auch in diesem Jahre an und für sich kein Raum sein würde. Es geht aber nicht länger an, daß der Ausbau und die Erhaltung werbender Betriebe weiter wie bisher vernachlässigt werden müsien und daß dadurch wichtige Einnahmemöglichkeiten versperrt bleiben. Es können auch unmöglich gerade in dieser Zeit der Not alle kulturellen und sozialen Aufgaben noch mehr als bisher unerfüllt bleiben, um Mittel für notwendige einmalige Ausgaben zu ersparen. Für neue dringende Aufgaben müsien also auf anderen Wegen die erforderlichen Mittel beschafft werden. Und das kann nur aufdemWegeder Anleihe geschehen. Der Magistrat hat daher bereits gestern der Finanzdeputation den Plan einer neu auszunehmenden Anleihe in Höhe von 10 M i l l i a r d en unterbreitet, und er wird sich heute auf Grund der einmütigen Zustimmung der Deputation erneut mit diesem Plan beschäftigen, um die Anleihe möglichst bald nach Erledigung der notwendigen Formalitäten auflegen zu können. Die Zeit dafür erscheint durchaus günststr Der Markt, der für Stadt- anlechen lange Zeit nahezu vollständig verschlosien zu sein schien, wendet sich seit einigen Monaten bereits weiter mit steigendem Interesse diesen Inhaberpapieren zu obgleich eine aewisienlose H e tz p r e s s e gerade hier in Bersin sich alle erdenkliche Mühe gibt, durch tendenziöse oder gefälschte Nachrichten über die städtische Finanzwirtschaft den Kredit der Stadt zu ruinieren. Sie hat es trotzdem nicht verhindern können, daß die Wahrheit sich schließlich Bahn gebrochen hat und daß man auch in Finanzkreisen der jetzigen Stadtverwaltung ein ständig wachsendes Vertrauen entgegenbringt. Der Kinderschreck vom„roten Magistrat" zieht nicht mehr. Das Gerede von dem kommenden oder schon bestehenden Bankerott noch viel weniger. Man glaubt allmählich doch den Tatsachen mehr als den durch keine Sachkenntnis gettübten und durch kein Verant- wartungsgefühl gedämpften Prophezeiungen deutschnationaler Pastoren und Scherl-Iournalisten. Es muh immer wieder darauf hingewiesen werden, daß die finanziellen Schwierigkeiten der Stadt Augenblickssorgen sind, daß die Kalamität lediglich in der schwierigen Beschaffung der notwendigen Barmittel zu sehen ist und daß die Vermögenslage der Stadt so günstig wie nur möglich ist, ja, daß sie gerade durch die Begleiterscheinungen der Geldentwertung immer günstiger geworden ist, um so mehr, als die Stadtverwaltung dank ihres starten sozialdemokratischen Einschlags es verstanden hat, auch in diesen Zeiten höchster finanzieller Kraft- anspannung sich ihre großen Vermögenswerte voll und ungeschmälert zu erhalten. Wäre sie nach dem Rezept gewisser bürgerlicher Par- teien an das Verschleudern ihres Besitzes gegangen, dann wäre aller- dinqs ihr Kredit mit Recht untergraben worden. Davon kann aber glücklicherweise keine Rede sein, und eine Anleihe ist daher auch heute so gut fundiert, wie es nur irgendein Jnhaberpapier sein kann. Die allgemeine Finanzlage aber läßt die Hoffnung zu, daß mit einer solchen Anleihe gerade jetzt der Stadt kein« unerträglichen Lasten stir die Zukunft aufgebürdet werden. Der größte Teil der Zehn- Milliarden-Anloihe ist für den Ausbau werbender Betrieb« in Aussicht genommen. 25� Milliarden sollen der Nordsüdbahn zugute kommen, 700 Millionen der Straßenbahn, eine halbe Milliarde dem Fuhrpark. Alle diese Summen sind absichtlich bescheiden gewählt, um die Gcsomthöhe der Anleihe nicht gar zu fehr anschwellen zu lassen. Für die Straßenbahn war beispiels- weise bereits im Vorjahr« ein Betrag von 400 Millionen für ihre Erneuerungsarbeiten in den Etat eingestellt, der bisher nicht be- schafft werden konnte und der unter Berücksichtigung der inzwischen eingetretenen Geldentwertung heute die Höhe der gesamten in Aus- ficht genommenen Anleihe weit übersteigen würde. Hier wird die Stadt aus dem Holzschlag« und aus dem Wagenverkauf die Summe ergänzen müsien. Rund 3� Milliarden sollen die Bedürfnisse der Bezirke befriedigen. Hier steht der Neubau des Kranken» Hauses Moabit mit Milliarden an erster Stelle, daneben erscheint das Schulwesen mit Vi Milliarde und weiter Fried- Höfe, Straßen- und Brückenbauten, Bibliotheken und Müllbeseittgung neben vielen kleineren Ausgaben. Nur 1900 Millionen sind für die Kümmere i selbst, für die Kapital- und Schuldenverwaltung be- reitgestellt und follen hier die gänzlich unzureichenden Betriebsmittel, die augenblicklich die für den Berliner Etat lächerlich geringen Summe von 300 Millionen bettagen, auf rund 2 Milliarden ver- stärken helfen. Auch hier ist der Anschlag um etwa 1 Milliarde hinter der eigentlich erwünschten Höhe zurückgeblieben. Es sit zu hoffen, daß Aufsichtsbehörde und Kapitalmarkt die Begebung der hochverzinslichen Anleihe(voraussichtlich 10 Proz.) recht bald ermöglichen werden. Denn diese Anleihe wird einen wichttgen Baustein im Fundament der städtischen Finanzen bilden. Sie wird den ersten Schritt auf dem Wege zu einer einigermaßen erttäglichen finanziellen Bewegungsfreiheit der neuen großen Stadtgemeinde bilden, deren Wille zu einer weit- blickenden Kommunalpolitik auf allen Gebieten bisher nur allzu eng von den Fesseln der wirtschaftlichen Not eingeschnürt war. » Um die Berliner Tfolstandsarbeiten. Der ständige Ausschuß für die Erwerbslosenfür- sorge beschäfttgte sich in seiner gesttigen Sitzung mit den ver- fchiedensten Anttögen. Ein kommunistischer sür freie ärzlliche Be- Handlung aller Familienmitglieder der Erwerbslosen wurde auf Anttag der Sozialdemokratie abgeändert, daß der Ma- aisttat ersucht wird, im Sinne des obigen Anttages bei Reichs- und Staatsbehörden dahingehend zu wirken, daß eine solche Regelung auf gesetzlichem Wege möglichst durchgeführt wird. Die wichtigste Arbeit des Ausschusses war, Stellung zu nehmen zu dem sozialdemo- kratischen Anttag betr. Ausführung von Notstandsorbeiten, um die voraussichlliche Arbeitslosigkeit im Keime zu ersticken und Mittel für die produktive Erwerbslosenfürsorge zu beschaffen. Bon unserem Fraktionsredner wurde der Weiterbau der Nord- südbaHn befürwortet. Der Kämmerer mochte besonders darauf aufmerksam, daß es bisher an ernsten Vorstellungen bei Reichs- und Staatsbehörden nicht gefehlt hat; bisher leider vergeblich. Wenn nicht in Zukunft ein Zufammenbruch der städtischen Notstandsmaß. nahmen herbeigeführt werden soll, sei es nun endlich an der Zeit, hier größere Mittel bereitzustellen. Die Fertigstellung der Nordsüd- bahn koste weniger, als die Einstellung der begonnenen Arbeiten. Der Anttag wurde angenommen.— An Reich und Staat liegt es nun, hier helfend einzugreifen, um in ausreichendem Maße große Ge- fahren für die Reichshauptstadt abzuwenden. « Die Not in Berlin. Unter Hinweis auf die Broschüre des Oberbürger- meisters Böß, die gestern im„Vorwärts" besprochen wurde, richtet die sozialdemokrattsche Stadtverordneten fraktion an den Ma- gisttot folgend« Anfrage:„Vor wenigen Tagen hat der Ober- bürgermeifter Böß eine Schrift über„Die Not in Berlin" erscheinen lassen. Seine Angaben geben ein erschütterndes Bild von dem Elend der großstädtischen Bevölkerung Berlins. Wir ftagen an: Was gedenkt der Magistrat zu tun, um diesem katasttophalen Zu- sammenbruch der Gesundheit der' Berliner Bevölkerung entgegen- zutteten?" Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: fleisch aasreichend, Geschäft schleppend. Fische reichlicher. Geschäft rege. Obst nnd Gemüse aasreichend, Geschäft rege. « Am Dienstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise; Rindfleisch 3100— 3600 M., ohne Knochen 3600— 4600 M. Schweinefleisch 3900-5000 M. Kalbfleisch 2400-4300 M. Hammelfleisch 3000 bis 4500 M. Schelllisch 800—1500 M. Kabeljau 900—1500 M. Rot- zungen 1200— 1300 M. Dorsch 500—750 M. In Eis: Aale 4500—5200 M. Schleie 2800—3100 M. Hechte 1800—2800 M. Lebende Schleie 3500 bis 4400 JI. Hechte 3000- 3500 M. Naturbutter 8500-9600 M. Margarine 2400—3200 M. Schweineschmalz 3400—3600 M. Eier 340—380 M. das Stück. MalsgrleB 750—800 M. Gerstengrütze 850—900 M. Haferflocken 850—1000 H. Backobst: Birnen 500—600 M, Pflaumen 900 bis 1400 M„ Gemischtes 700— 1200 M. Kartoffeln 350— 450 M. sehn Pfund. WeiBkohl 220-250 M. Wirsingkohl 250-300 M. EBäpfel 350 bis 750 M. Zwiebeln 90—115 M. ßremöenanpöbelungen. Heimfahrt vom Untergrundbahnhof Fehrbelliner Platz. Viele Russen fahren mit, die von der Einäscherung des Genossen Marlow kommen. Unter dem Eindruck der dort gehauenen Reden sprechen sie vielleicht etwas lebhafter als sonst miteinander, ohne aber irgend jemanden zu belästigen. Da sängt«in Mann in Arbeitskleidung zu schimpfen an. Er läßt das Buch in seiner Hand Buch sein und wendet sich an die vor ihm stehenden Leute mit der enttüsteten Frage, ob man glaub«, daß jemand in Warschau deutsch sprechen könnte, ohne totgeschlagen zu werden. Da kein solcher Kenner fremder Länder verpflichtet sein kann, die Sprachen dieser Länder zu kennen, mache ich ihn darauf aufmerksam, daß die Leute russisch reden und kein Mensch im ganzen Wagen polnisch spricht.„Ja, da» ist eben das Unglück", ist die Antwort,„haß dieses Gesindel noch in Schutz genommen wird, von Leuten, die, wenn sie einen Ausländer sehen, am liebsten..." Er spricht die angefangene Weisheit nicht zu Ende, zeigt aber gleich darauf feine charakterfeste Konsequenz durch die erneute, allerdings unbeant- wartet bleibende Frage:„Glaubt wer, daß jemand in Warschau deutsch sprechen dürfte, ohne erschlagen zu werden." Die Russen sind leiser geworden, die Deutschen im Wagen sprechen überhaupt nicht. Schämen sie sich? Wenn üie Liebe nicht«är... Der Ententeosfizier. Die Sucht vieler Frauen, sich Ausländern in die Arme zu werfen, hatte einer Frau W. bitterste Enttäuschung und eine herbe Lehre eingebracht. Ein vielfach wegen Äettuges vorbe- fttafter Heiratsschwindler hatte sich ihr in der Maske eines O f f i- ziers der Interalliierten Kommission genähert und ihr von seinen großen Gütern in Mecklenburg erzählt. Da- durch hatte er die bis dahin in zufriedener Ehe lebende Zeugin Frau W. veranlaßt, ihm fortgesetzt erhebliche Beträge vorzustrecken. Der Schwindler hatte ihr auch ihren s ä m t- lichen Schmuck und sogar ihren Trauring abgelockt. Schließlich schlug er Ihr vor hinter dem Rücken ihres Gatten auch die Wohnungseinrichtung zu verkaufen. Dies alles tat die leichtgläubige Frau, um sich von ihrem Manne scheiden zu lassen und den angeblichen ausländischen Offizier, der in Wirklich- keil ein Hausdiener Naumann ist, heiraten zu können. In der l Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin-Tempelhof gegen den Angeklagten Naumann beantragte der Staatsonwalt ein Jahr Ge« ! fängnis. Der Verteidiger führte aus, daß man mit der Zeugin > wttklich kein Mitleid zu haben brauche und daß ich: der erhallen« Denkzettel nichts schaden könne. Das Gericht schloß sich dieser Erwägung an und erkannte gegen Naumann auf n u r vier iMonote Gefängnis. Große Heiterkeit erregte es, daß der Angetlagt« ttotz des milden Urteils erklärt«, daß er dagegen Be- rufung einlegen werde. Die Liebeskorrespondenz der Stenotypistin. Zu der Gattung jener unerfreulichen Zimmervermieterinnen, die ihren Mietern das Heim zu einer wahren Hölle zu machen oerstehen, scheint die Zimmervermieterin Frau Klara Zuter- mann zu gehören, die sich vor der Berufungsstrafkammer de« Landgerichts II wegen Diebstahls und Erpressung zu verantworten hatt«: � Bei ihr wohnte ein junges Mädchen, ein« Steno- typ ist in H., die bei einer im öffentlichen Leben stehenden Per- sönlichkeit beschäftigt war. Das junge Mädchen hatte nun d r e i Liebhaber zu gleicher Zeit, mit denen sie in eifriger Korrespondenz stand. Diese Beziehungen waren nicht ohne Folgen geblieben und Fräulein H. mußte im Dezember 1920 schließlich in ein« Anstalt gebracht werden, da sie dicht vor einem„freudigen" Ereignis stand. Wenige Tage später erhielt der Arbeitgeber der Stenotypistin, der mit ihr gleichfalls in intimen Beziehungen stand, von der Zimmervermieterin einen Brief, in dem es hieß:„Habe in meiner Wohnung etwas gefunden. Den Inhalt der Wahrheit zu prüfen, liegt in Ihrem Interesse." Als der Zeuge auf diesen Brief nicht reagierte, erhielt er noch eine ganze Reihe von Droh- briesen, bis der Herr schließlich Frau Zutermann aufsuchte. Nun trat sie mit einer Schadenersatzforderung von 35 901) Mark an ihn heran, da die Mieterin angeblich durch Fortwersen glimmender Stteichhölzer und von Zigarettenasche einen wertvollen Teppich beschädigt habe. Da der Zeuge auch dieses Ansinnen zurückwies, schrieb die Angeklagte an die auswärts lebende G a t- tin des Zeugen einen Brief, in dem sie ihr allerlei Andeu- tungen über die Beziehungen ihres Mannes zu seiner Privat- sekretärin macht« Dieser Brief hatte die verhängnisvolle Folge, daß die schwer leidende Frau an den Nachwirkungen der Auftegung cRachdruck verboten. Der Malif-Berlog. Derlin.)'•tL. Drei Soldaten. 82] Don John dos Passos. Aus dem amcrifanifche» Manullrivt übersetzt von Julian Sumper». „Da habe ich'n Vögelchen gefangen. Bill." sagte der andere und schob Andrews roh durch die Tür. „Gut gemacht, Handfome. 36' er still?"•. „Setz' dich dahin. Wenn du dich bewegst, kriegst ne Kugel in den Nischel." �, Der Militärpolizist zog die Schnauze breit. Er hatte eine schmutzige Haut, die unterhalb der grauen, starren Augen ge- dunsen war.. „Der sagt, er sei aus irgendeiner Schulabteilung. Wohl das erstemal, daß sie'n erwischt haben, was?" „Schulabteilung!" Bill sank lachend in seinen Stuhl am Fenster und streckte die Beine weit von sich. „Gut gemacht, was?" brüllte Handfome, schrill lachend. „Hast du Papiere bei dir? Mußt doch irgendwelche Pa- piere haben!" Andrews durchsuchte seine Taschen. Er wurde rot.„Ich sollte eigentlich einen Schulpaß bei mir haben." „Sicher, Bürschchen. Blöder Hund!" sagte Bill. Er lehnte sich tief in seinen Stuhl zurück und blies den Rauch durch die Nase. „Schau dir'mgl seine Hundemarke an, Handfome!" Der Mann ging hinüber zu Andrews und riß ihm die Uniform auf. Andrews zog seinen Körper fort.„Ich habe vergessen, sie heute morgen umzunehmen." „Keine Marke, keine Abzeichen." „Doch, Infanterie." „Keine Papiere..." „Der ist bestimmt schon'ne ganz« Zell unterwegs," sagte Handsome nachdenklich. „Lege ihm lieber die Handschellen an," brummte Bill gähnend.' „Wollen noch'n wenig warten. Wann kommt der Leutnant?" „Erst nachts." „Sicherl" ■-.-Ii.,. „Ja.'s kommt vorher kein Zug." „Was meinst du zu'nem Schnaps, Bill?" „Der Hund da, der hat bestimmt Geld." «Du spendierst uns doch'n Glas Kognak, was, Schul- abteilung?" Andrews saß fehr steif auf seinem Stuhl und starrte sie an. „Ja," sagte er.„Bestellen Sie sich, was Sie wollen." «Behalte ihn im Auge, Handsome. Man kann nie wissen, was so einer plötzlich gegen einen losläßt." Bill Huggis ging aus dem Zimmer mit schweren Schritten. Nach einem Augenblick kam er zurück und schwang eine Kognakflasche in der Hand. „Habe der Madame erzählt, du bezahlst, Bürschchen," sagte der Mann, als er an Andrews' Stuhl vorbeiging. An- drews nickte. Die zwei Militärpolizisten setzten sich an den Tisch neben Andrews. Andrews muhte sie immer ansehen. Bill Huggis summte, als er den Kork aus der Flasche zog: „Wenn du lachst, dann bist du glücklich, Wenn du lachst, dann ttauerst du." Handsome beobachtete ihn grinsend. Plötzlich brachen sie beide in Lachen aus. „Und dies Schwein denkt, er sei in einer Schulabteilung!" schrie Handsome mit seiner schrillen Stimme. „Bürschchen, du wirst bald in einer anderen Sorte W- teilung sein," lachte Bill Huggis. Er begoß sein Lachen mit einem langen Schluck aus der Flasche. Dann schmatzte er mit den Lippen und begann wieder zu summen: „Wenn du lachst, dann bist du glücklich, Wenn du lachst, dann ttauerst du." „Willst auch'n Schluck, Bürschchen?" sagte Handsome und schob die Flasche Andrews zu. „Ueberleg's dir richtig, Bürschchen. Wird verdammt lange dauern, bis du wieder solch' guten Kognak zu Gesicht kriegst." grollte Bill Huggis. „Gut, ich Nehme einen Schluck." Ein Gedanke war Andrews plötzlich in den Kopf ge- kommen. „Donnerwetter, der Hund kann ja Kognak trinken!" schrie Handsome. „Hast du genug Geld, uns noch'ne Flasche zu kaufen?" Andrews nickte. Er wischte seinen Mund abwesend mit dem Taschentuch ab. Er hatte den Kognak getrunken, ohne ihn zu schmecken. „Hol' noch'ne Flasche, Handsome," sagt« Bill Huggis. Eine purpurne Röte überzog den unteren Test seiner Backen. Als der andere zurückkam, brach er in Lachen aus. „Das ist der letzte Kognak, den das Bürschchen da aus der Schulabteilung für lange Zeit kriegen wird. Trink' ordent- lich Bürschchen... So was gibt's da unten auf der Farm nicht... Schulabteilung!" Er lehnte sich in seinen Stuhl zu- rück und schüttelte sich vor Lachen. Handsomes Gesicht war dunkelrot. Nur die Narbe über seinem Auge blieb weiß. Er fluchte leise, als er den Korten aus der Flasche herauszog. Andrews mußte die Gesichter der Männer immer anschauen. Er sah von einem zum anderen, widerwillig. Dann und wann traten auf einen Augenblick die gelben und braunen Karos der Tapete und die Bar mit einigen leeren Flaschen in seinen Blick. Er versuchte die Flaschen zu zählen: ein«, zwei, drei... Doch bald starrte er wieder in die glanzlosen, grauen Auge» von Bill Huggis, der in seinen Stuhl zurückgelehnt lag. Rauch aus der Nase blasend, dann und wann nach der Kognakflasche greifend und immerzu schwach und undeutlich summend: „Wenn du lachst, dann bist du glücklich, W«nn du lachst, dann ttauerst du." Handsome saß da mit den Ellenbogen auf dem Tisch und das Kinn auf seine Ochsenhände gestützt. Sein Gesicht war über und über rot. Das Licht im Zimmer wurde langsam grau. Plötzlich sprana Andrews auf. Handsome war mit einem Satz neben ihm und packte ihn bei den Armen. „Kann man denn hier nicht austreten?" fragte Andrews. „Nimm den mit nach hinten und laß ihn nicht aus den Augen, hörst du? Das ist ein schlüpfriger Bursche." Als sie zunickkamen, stand Bill Huggis stramm. Ein junger Offizier mit weil gespreizten Beinen erfüllte die Mstte des Zimmers. Andrews ging an ihn heran. „Ich bin in der Sorbonne-Abteilung, Paris, Herr Leutnant." „Sie wissen wohl noch nicht, daß Sie zu grüßen haben?" sagte der Offizier und sah ihn von oben bis unten an.„Einer von euch Kerls kann'mal dem Aas das Grüßen beibringen," sagte er longsam. (Fortsetzung folgt.) Panlow. 128. st. 7 Uhr zahlabend im Zeichenfaat der Schule Raifeen Friedrich- Straße. Thema: Die politische und wirtschaftliche Lage." Ref.: Gen. A. Häußler. 129. und 130. Abt. 7% Uhr zahlabend im Jugendheimt 135. Abt. Karow. 7½ Uhr Bahlabend bei Klig, Bankgrafenstr. 3. Breite Straße. Ref.: Gen. Schiller. 136. Abt. Reinidendorf- Oft. 7½ Uhr in der Jugendhalle Seebad, Residenz perflarb. Das Schöffengericht hatte die Angeklagte wegen Dieb. Das Telephongespräch im fahrenden Eisenbahnzug. Stahls und Erpressung zu dreieinhalb Monaten Gefängnis rerurteilt, und gegen dieses Urteil hatte sie Berufung eingelegt. fchaft Huth- Berlin, über die bisher nur allgemeine Berichte in der Die Eisenbahnzugtelephonie der Funtentelegraphischen GesellDas Gericht hielt für erwiesen, daß die Angeklagte die Briefe ge- Deffentlichkeit befannt waren, wurde den leitenden Persönlichkeiten lefen und fie fich angeeignet habe, weil sie die Gelegenheit benuizen des Reichsverkehrs- und Reichspostministeriums in der Bragis wollte, fie für ihre unlauferen 3wede auszuschlachten. Die Strafe von dreiundeinen halben Monat erschien dem auf der Strecke Berlin- Hamburg vorgeführt. Die Minister mit Gericht durchaus angemessen. Der Angeklagten wurde den Herren ihrer Ministerien und der Eisenbahndirektion Altona bejedoch auf Bitten der Verteidigung eine dreijährige Strafs gaben sich nach Wittenberge und erwarteten den aus Hamburg ausfegung bewilligt unter der Bedingung, daß sie eine Buße dem sie nach Berlin zurüdkehrten. Sie überzeugten sich von dem Sangsozialisten. 7 Uhr Generalversammlung im Rathaus, Gaal 109. Königstraße. von 50 000 m. zahle und die Briefe zurückliefere. Die Reichsmilchverordnung. Keine Butterftener- Billige Milch für Minderbemittelte Im Reichsernährungsministerium haben sehr ausgedehnte Besprechungen über die Verschärfung der am 5. Mai ablaufenden Reichsmilch verordnung stattgefunden, an denen die Bertreter zahlreicher Organisationen, darunter auch des deutschen Städtetages, teilgenommen haben. ftraße 49, gemeinsamer Bezirksabend. Tagesordnung: Bericht vom Bezirks. tag und Verschiedenes. 137. Abt. Reinickendorf- West. 7 Uhr Zahlabend im Boltshaus Scharn meberstraße 114. 138. Abt. Hermsdorf. Die Mitgliederversammlung fällt aus und findet am Mittwoch, den 18. April, ſtatt. guten Funktionieren der Einrichtung durch verschiedene Gespräche mit Berlin. Es wurden Gespräche mit dem Reichspräsidenten und Finanzminister und Ministerien und anderen Persönlichkeiten 80. geführt. Am eindrucksvollsten war die Tatsache, daß man mit jebem Telephonanschluß in Berlin während der Fahrt ebenso verbunden wird, als wenn man sich in Berlin selbst befindet, 99. bt. Brig- Buckow. 7½ Uhr Mitgliederversammlung( Gäfte haben Zutritt) ja, daß der Angerufene nicht einmal bemerkt, daß er mit dem in voller Fahrt befindlichen D- 3ug im Gespräch ist. 2. 13. Groß- Berliner Parteinachrichten. 19. Kreis. Pankow. Freitag, den 18. April, abends 7 Uhr, bei Lindner, Bantom, Breite Str., große, ofientliche Boltsversammlung. Referent: Genoffe Reichstagsabgeordneter Schöpflin. Kreis. Tiergarten. Donnerstag, den 12. April, 8 Uhr, Sigung des gesamten Bildungsausschuffes bei Trümper, Flensburger Straße 3. Unbedingtes Erscheinen und Pünktlichkeit ist Vflicht, da. Stellungnahme zur Maifcier. Areis. Tempelhof Marienborf. Donnerstag, den 12. April, 7½ Uhr, in Tempelhof, Wilhelmsgarten", Berliner Straße, Bersammlung aller au Schöffen und Geschworenen ausgeloften Genoffen. Alle Genoffen und Genoffinnen find eingelaben. Ref.: Gen. Dr. S. Rosenfeld. Thema: Rechte und Pflichten der Schöffen und Geschworenen." 14. Strei. Reulalla. Donnerstag, ben 12. April, 7 Uhr, Gigung der weibAus den Besprechungen ist besonders hervorzuheben, daß die Reichsmilchverordnung einige Berschärfungen erhalten hat, die, wie man hofft, nicht ohne Einfluß auf die Produzenten und auch auf die Preisbildung selbst bleiben werden. Besonders bezüglich der Lieferungspflicht der Steinbauern und der Moltereien find einige Bestimmungen vorgesehen, die den milchbedürftigen Kommunen das Recht geben, den Erzeuger zur Ablieferung eines bestimmten Quantums Milch zu veranlassen. Dogegen hat man davon abgesehen, die Butter zu besteuern, wie dies von verschiedenen Seiten vorgeschlagen worden war. Der Ber treter des Reichsfinanzminifteriums erflärte zu dieser Frage, daß eine steuerliche Erfassung der Butter wohl in den Großmolfereien und in den Großverfaufsstellen in den Städten möglich sei, daß dagegen in den Kleinbetrieben die Steuer zweifellos umgangen werden fönne. Um die Butter zu banderolieren, müßte einmal vorgeschrieben werden, die Butter pfundweise zu verpaden, und zweitens müßte zur Kontrolle ein Beamtenheer aufgeboten 19. werden, das den Ertrag der Steuer durch seine eigenen Ausgaben absorbieren würde. Dagegen soll eine großzügige Attion durchgeführt werden, um der minderbemittelten BeDölferung Milch zu billigen Preisen, zum Teil fogar unentgeltlich zuführen zu können. Bezüglich der Fabriten, die Trocken oder Kondensmilch herstellen, sieht die Reichsmilchverordnung eine scharfe ueberwachung vor. Diese Betriebe dürfen in Zukunft nur noch Milch verarbeiten, die als Frischmilch nicht mehr verwendbar ist. Schließlich soll auch der Betrieb der Butterauftionen anders als bisher geregelt werden. Die Auktionen, die augenblicklich gänzlich gesperrt find, follen nur dann in Tätigkeit treten, wenn die Meiereien sich verpflichten, mehr als die Hälfte ihrer Butterproduktion auf die Auftionen zu senden, damit nidyt durch geringe Belieferung der Auktionen eine Notmarttlage fünstlich geschaffen, sondern die amtlichen Notierungsfommissionen in die Lage gefekt werden, auf Grund der vorhandenen Mengen fiá ein Bild der wirklichen Markt lage zu machen und danach die Breise festzulegen. Stadtrat a. D. Hamburger, Direktor bei der AEG, ist am Dienstag vormittag unerwartet und ganz plöglich im Alter von 55 Jahren während einer Stadtbahnfahrt am Herze schlag verdorben. Er war bis zur Revolution und Bildung der Stadtgemeinde im kommunalen Leben Berlins tätig. 24. 28. Tichen Funktionäre, Borwärtsspedition, Nedarstr. 2. Kreis. Bankow. Alle Abteilungen find verpflichtet, an der am Freitag stattfindenden öffentlichen Versammlung teilzunehmen. Für die Funktio näre um 6% Uhr Funktionärbesprechung. Heute, Mittwoch, den 11. April: 26t. 714 Uhr 3chlabende: Gruppe 1 bei Röglet, Immanuelkirchstr. 25; Gruppe la bei Schmidt, Marienburger Str. 49; Gruppe2 bei Winzer, Christburger Str. 9; Gruppe 3 bei Geiler. Abt. 7½ Uhr im Musikalischen Fuchs", Joftyftr. 7, Abteilungsversamm lung. Thema: Die wirtschaftliche Lage." Nef.: Gen. Adolf Wufchick. 37. t. 7 Uhr Bahlabende in fogenden Lokalen: 1. Bezirk bei Kröske, Ebertyftr. 6; 2. und 3. Bezirk bei Jerafch, Ebertystr. 10; 4. Bezirk bei Linke, Straßmannstr. 16; 5. und 6. Bezirk bei Beez, Thaerftr. 32. Bortrag des Genossen P. Krause. 79. bt. Schöneberg. 7% Uhr Sahlabenbe in folgenden Lotalen: 1. Bezirk bei Arndi, Baugener Str. 1, Ref.: Genoffe Geb, Thema: Wirtschaftliche Reit- und Streitfragen." 2. und 3. Begirt bei Rosenau, HohenfriedbergEde Rolonnenstraße, Ref.: Genosse Cacminsti; 4., 5. und 6. Bezirk bei Groß, Sedanstr. 17, Ref.: Genosse Thurau: Die politische Lage." 7. Bezirk bei Bobezus, Gadfendamm 40, Thema: Fascismus." Ref.: Genosse Wendi. 8. Bezirk Schule Lindenhof, Thema: Religion und Sozialismus." Ref.: Gen. Rozowred. Reutön. 92. Abt. 7 Uhr Rahlabende: Bezirk 14, 19 und 30 bei Alein, Bilden. bruchfte. 15. Bez. 27, 28, 32 und 33 Schule Elbestr., Zimmer 26, Ref.:. Gen. Groger. Bezirk 31, 44, 45 und 55 bei Lippert, Roseggerstr. 17. Referent: Gen. Runze. Bezirk 46 und 59 bei Dahse, Richardstr. 108. Bezirk 72 und 73 bei Schneider, Rosenfte. 7. 93. Abt. 7 Uhr Bahlabende: 56. Bez. bei Ruppelt, Kaiser- Friedrich- Straße 142. 57. Bez. bei Belger, Treptower Str. 28. 58., 81., 82., 35. Bez. bei Reuter, Kaifer- Friedrich. Ede Treptower Straße. 83., 84., 97. Bez. bei Oünzel, Marefchstraße. 95. Bez. bei Bristow, Richardstraße. 3., 6., 98. Bez. bei Rönia, Caminer Str. 15. 99. Bea. bei Barnstedt, Thüringer Str. 22. Röllnische Heibe Giedlung Bärwinkel, Dafür nächste Woche Abteilungs 96. Abt. Mittwoch fein Zahlabend. Donnerstag, den verfammlung, Sprechchor für proletarische Feierstunden. 12. April, 7, Uhr, in der Aula ber Copbienschule, Weinmeisterftr. 16/17, 123. Abt. Rantsborf. 7½ Uhr Zahlabend Schule Adolfstr. 25. Thema:„ Die lebungsstunde. Pünktliches Erscheinen notwendig. Kommunalisierung des Bestattungswesens." Ref.: Gen. Priskow. Sehr billig! Hosen: Achten Sie genau aut Straße( Goltzstraße) und Hausnummer( 7) MünchenVertrieb von Gladbacher Englischleder Hosen Gestreifte Hosen, schöne Muster. Feldgraue Hosen, Ia Ersatz für Maß. 11 SCO M. 11 800 M. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht, Referent: R. Wegener; 2. Abänderung des Statuts, Referent: Otto Lamm. Ohne Mitgliedstarte fein Eintritt. Morgen, Donnerstag, den 12. April: Abt. Schöneberg. Ein eifriger Funktionär, der Genosse Karl Tannenbring, ist verstorben. Einäscherung Donnerstag, nachmittags 5 Uhr, Krematorium Wilmersdorf. Die Genossen treffen sich um 4 Uhr beim Genoffen Gürlich. in der Aula der 2. Gemeindeschule Bürgerstraße. Thema:„ Die freie Schulgemeinde." Ref.: Gen. Dr. Rarfen. 124a bt. Mahlsdorf- Süd. 7 Uhr im Rest. ,, Kurpark", Cöpenider Allee Ede Königsweg, Rahlabend, Mitgliederversammlung und Frauenabend. Bortvag: Die Wunder der Sternenwelt." Ref.: Gen. Singte. 2. Neuwahl des Borstandes. 3. Maifeier. Erscheinen Pflicht. 136. mub 137. Abt. Reinidendorf- Oft und West und 141. st. Rosenthal. Alle Jugendpflege und sporttreibenden Vereine haben ihre Delegierten für den Ortsausschuß für Jugendpflege zu der in Reinickendorf- Ost, 7% Uhr, Amendestr. 79, stattfindenben Fraktionssigung zu entsenden. Tagesordnung: Stellungnahme zur Vollversammlung des Ortsausschusses für Jugendpflege und Leibesitbungen. Jungfozialisten. Gruppe Tempelhof- Marienborf. Die Veranstaltung fällt aus. 32. Abt. Freitag, den 13. April, 7 Uhr, Abteilungsvorstandsßigung bei Kromp hardt, Grüner Weg 49. abend: * Jugendveranstaltungen. Heute, Mittwoch, den 11. April: 1 Falkenberg bel Grünau. Jugendheim Schule Roſestraße Diskussionsabend: Lieber und Bücher." Groß- Biterfelbe. Jugendheim Albrechtstr. 14a LeseDer Mensch ist gut." Straße 14. Dichterabend:" Walt Whitman." Norboften II, Jugendheim Christburger Brenzlauer Borstabt. Jugendheim Gemeindeschule Danziger Str. 23. Generalversammlung. Rofenthaler Borstadt. Jugendheim Gipsstr. 23a. Hauptverſammlung. 7Wetter bis Donnerstag mittag. Mild, zeitweise heiter, jedoch überwiegend bewölkt bei mäßigen füdlichen Binden. Steine erheblichen Niederschläge. Bei DUNLOP CORD Im Gebrauch die billigste Bereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Korpulenz Fettleibigkeit sind Entfettungs- Tabletten Dr. Hoffbauers ges. gesch. ein vollkommen unschädliches und erfolgreiches Mittel ohne Einhalten einer Diät. Keine Schilddrüse. Kein Abführmittel. Ausführliche Broschüre gratis. 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Die Einzahlungen betrugen im Jahre 1922 Johannisftr. 14/15, zusammen 86/5 trug am 31 12. 22: 42, das Guthaben 5569,88. Die SaftVerband der Gemeinde- und Staatsarbeiter summe betrug am 31. 12 21: 8200 2. am 31. 12. 22: 8400 02. Deutscher Transportarbeiter- Berband hat fich also im Jahre 1922 um 200 M erhöht. Denischer Metallarbeiter- Berband Neukölln, den 18. 1. 23 107/17 Berband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter Nufsichtsrat; Emil Müller. Borstanb: Wilh.Kolberg, Auo.Tige Deutscher Metallarbeiter- Verband Deutscher Metallarbeiterverband reusfühle, Wölfe. Beißfücie, Belz. Pelzwaren 50 Prozent herabgefekt! Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße83/ 85. Geschäftszeit vorm.9 Uhr bis nachm.4Uhr. Telephon: Amt Norden 833 bis 896 nad 6592 bis 6595. Achtung! Weißmetall Achtung! Morgen, Donnerstag, den 12. April, nachm 4 2hr, im Lotal von Redling, Wassertorstraße 71: Sigung der Funktionäre der Weinmetall Industrie. Auto- Reparatur- Betriebe Morgen. Donnerstag, den 12. 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