Abendausgabe Nr. 170 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 85 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 100 Mark Donnerstag 12. April 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Prügelszenen im Unterhaus. Anlaß dieses Krawalls war die tags zuvor von der Regierung Bonar Law erlittene Schlappe, die das Kabinett anscheinend durch ein reglementswidriges Manöver wieder aus der Welt schaffen wollte. Darüber meldet„ Europa- Breß" in einem Londoner Telegramm: Wahlen in der Tschechoslowakei. Bon Bürgermeister Leopold Pölzl- Aussig. in den letzten Wochen Neuwahlen der Gemeindevertretungen In einigen Gemeinden der Tschechoslowakei haben stattgefunden, deren Ergebnisse die bürgerlichen Parteien in lichen bei den Tschechen sind die Verhältnisse infolge der eine Siegesstimmung versezten. Besonders die DeutschbürgerKoalitionspolitit der tschechischen Sozialdemokraten sowohl in Ursache wie in ihrer Auswirkung anders- frohloden in ihrer gesamten Presse über die Niederlagen der deutschen Sozialdemokraten und erhoffen bei den fommenden Neuwahlen, die voraussichtlich im Herbst 1. 3. stattfinden werden, die im Jahre 1919 an die Arbeiterschaft verlorenen Positionen in den Ge meinden wieder zurückzugewinnen. Wenn diese Erwartungen auch enttäuscht werden denn ein flares Bild über das Das forrettefte" aller Parlamente der Welt, das eng- organisation nur gefährlicher. Jeder Nerv müsse angestrengt mer lische Unterhaus, in dem traditionsgemäß jede unparlamen- den, damit die endgültige Krisis tomme, die Liberalen bereit seien, tarische Aeußerung rüdsichtslos durch den Präsidenten ihre Pflicht zu tun. ( Sprecher) und eine ganze Schar von Ordnern unterdrückt Times" schreibt, sowohl die Regierung als auch das wird, das einzige, in dem wohl noch nie regelrechte Prügel- Unterhaus hätten an Ruf eingebüßt infolge der Nieder. fzenen vorgekommen sind, ist gestern der Schauplatz milder lage, die die Regierung vorgestern at end erlitten habe und infolge Auftritte gewefen. So geht auch im konservativen England der durch die Niederlage gestern im Unterhaus hervorgerufenen eine Tradition nach der anderen dahin. Wer weiß, ob nicht Borkommniffe. Die Kenntnis davon, daß die Opposition oder ein vielleicht sogar der Sprecher eines Tages die lange, weiße großer Teil von ihr gestern abend gründlich aus der Hand geraten Berüde im Stile des 16. Jahrhunderts wird ablegen müssen, war, fönne fein wirklicher Troft für die Regierung fein in ber die er noch immer vor jeder Sigung auffezen muß?. Lage, in die fie fich so nachlässig habe hineinbringen laffen. Es sei zu hoffen, daß die Regierung die Lehre der letzten beiden Tage nicht vergessen werde. Weitere derartige Fehler feitens der Stärfeverhältnis der Parteien werden erst die GemeindeEinpeitscher und Nachläffigkeit auf feiten ihrer Anhänger würden wahlen in den großen Industrieorten mit den gewerkschaftfür ihren Kredit fast verhängnisvoll fein." Times" zufolge fann lich und politisch geschulten Wählermassen liefern, so darf angenommen werden, gaß teine andere Partei vorhanden ist, die natürlich nicht übersehen werden, daß sich die politischen BerIn der gestrigen Sitzung des Unterhaufes tam es zu einer das Land lieber an der Macht sehen würde; aber ihr Schifal hältnisse seit 1919 erheblich geändert haben. Gerade daraus regelrechten Schlägerei. Die Regierung wollte den An- hänge ja von ihr felbft ab. Die Opposition fei wirtlich ist ja zu erkennen, warum die Arbeiterschaft trotz der in Ertrag, bei deffen Abstimmung sie vorgestern eine Niederlage erlitten ft art und darauf aus, feine Gelegenheit zu versäumen, fcheinung tretenden Einbuße von Stimmen und Mandaten hatte, erneut zur Beratung bringen. Die Arbeiterpartei wider- Diese im Grunde genommen gleichartigen Aeußerungen feinen Grund zur Mutlosigkeit hat. fetzte sich diesem Vorgehen mit der Begründung, daß ties mit dem des liberalen und des fonservativen Organs, die beide aus bestehenden Reglement im Widerspruch stehe. Als aber die den heutigen Zwischenfällen die Schlußfolgerung der Unfähig der politische Kampf überhaupt, stets als ein Kampf zwischen Dem politisch Ungeschulten erscheint der Wahltampf, wie Regierung diesen Einwand unbeachtet ließ, fingen bie mit feit der Regierung und ihrer konservativen Mehrheit ziehen, Gerechten und Ungerechten, Ehrlichen und Unehrlichen, als glieder der Arbeiterpartei an, revolutionäre Lieber zu ist jedenfalls kennzeichnend für das tiefe Unbehagen, eine Angelegenheit der Moral. Der denkende, in die Mysterien fingen. Infolge eines Mißverständnisses fam es zu einem das in ganz England auf dem Gebiet der inneren, ebenso wie der heutigen Gesellschaft eingeweihte Sozialist weiß, daß jeder Handgemenge zwischen einem Mitglied der Arbeiterpartei auf dem der auswärtigen Politik herrscht. und dem Unterstaatssetretär politische Kampf, also auch der Kampf um die Herrschaft in im Kriegsamt, Oberst Nach Ansicht führender Parlamentarier der Arbeiterpartei der Gemeinde, ein Kampf der Befizenden gegen die Besiz B. Guinnes, der Fauftschläge erhielt. Darauf fette ein faft all. wäre übrigens mit einem bloßen Rücktritt Bonar Laws, deffen losen, ein Kampf zwischen Rapital und Arbeit, eben ein Teil gemeines Handgemenge ein, so daß der Präsident die Krankheit keine diplomatische, sondern eine wirkliche ist, des großen Klassenkampfes ist. Nicht aus Dummheit und Sigung aufheben mußte. außenpolitisch nichts gewonnen. Denn Bonar Law genieße Bosheit bekämpfen uns unfere Gegner, sondern weil ihr ein hohes Ansehen in seiner eigenen Partei und sei der einzige, Interesse, das Interesse der Besitzenden, unvereinbar ist mit der imstande sei, die extrem fonservativen Elemente, die Boin- dem Interesse des Proletariats. Wie sollte der Unternehmer, carefreundlichen, nationalistischen,„ die Lords" bei der Stange der in den Gewerkschaften und Betriebsausschüssen ein HemmEtwas detaillierter, wenn auch ebenfalls nicht ganz flar, ist die Darstellung eines Londoner WTB.- Telegramms: Nach der Aufhebung der Gißung näherte sich ein Mitglied der zu halten. Das deutsche Angebot. Eine französische Meldung. Arbeiterpartei dem Untersekretär des Kolonialamtes Gore nis feiner unumschränkten Herrschaft im Betriebe sieht und und vermidelte ihn in ein erregtes Gespräch, in dessen nunmehr zu den Leistungen für die Allgemeinheit mehr her Berlauf er versuchte, ihn mit einem Schriftstüd zu schla. angezogen wird als früher, der Händler und Kaufmann, die gen. Regierungs- und Arbeitermitglieder griffen unverzüglich ein in den Konfum- und Wirtschaftsgenossenschaften eine Be und verhinderten, daß es zu Tätlichkeiten fam. Angeblich war Paris, 12. April.( EC.) Aus Berlin wird dem Journal" gemeldet: drohung ihrer Eristenz erblicken, der Hausbesizer, der den vorher ein Mitglied der Arbeiterpartei von Reichsfinanzminister Dr. Hermes habe im Einvernehmen mit dem Mieterschuß und die öffentliche Wohnungsfürsorge fürchtet, einem Anhänger der Regierung geschlagen wor- Staatsjettetär Dr. Bergmann einen neuen Reparations- fozialdemokratisch wählen? Wenn sich auch die einzelnen bür ten, und dies soll den Zwischenfall veranlaßt haben. Einige Ar- plan ausgearbeitet, der bereits dem Reichspräsidenten zur Billigung gerlichen Interessengruppen und ihr Anhang untereinander bebeitermitglieder, die sich drohend gegen mehrere Regierungsanhänger vorgelegt fei. Diefer Plan sehe natural lieferungen und fehden, die Nationalparteiler mit den Nationalsozialisten und wandten, wurden von ihren Parteifreunden zurückgehalten. Schließ Geldzahlungen vor. Frankreich würden endgültig 26 mil. Deutschdemokraten, die Agrarier mit den Nationalparteilern lich verließen fämtliche Mitglieder das Haus, ohne daß es zu wei- tarden Goldmark angeboten werden. Außerdem werden und Chriftlichsozialen, die Gewerbe- und Wirtschaftsparteiler teren Zwischenfälleq fam. Vor der Aufhebung der Sigung hatte Belgien und 3tallen Reparationszahlungen erhalten. Durch mit den Nur- Politikern in Bank und Hader liegen, im Kampfe Macdonald nochmals die Regierung aufgefordert, eine Erinnere und äußere Anleihen sollen die Reparationssummen auf- gegen die Sozialdemokraten, im Krieg gegen jede Sozialtlärung abzugeben, ohne eine Antwort zu erzielen. gebracht werden. Der Berichterstatter des Journal" weiß nicht, ob politit, gegen alle Ausgaben für das gewöhnliche Bolt finden fich alle wieder. Bei der Wiederaufnahme der Sizung herrschte große Bewe- das kabinett die Pläne von Dr. Hermes bereits billigte. Soviel gung. In den Wandelgängen wurde erzählt, daß die Arbeiter stehe aber feft, daß in weiten Kreifen Deutschlands eine Henderung Bei den allgemeinen Gemeindewahlen im Juni 1919 mar vertreter beabsichtigten, ihre Rundgebung zu wiederholen. Der der Anschauungen eingetreten fei, die durch die wirtschaftlichen und auch in der Tschechoslowakei die durch Krieg und Revolution Sprecher vertagte schließlich die Sigung des Hauses auf mor- finanziellen Schwierigkeiten hervorgerufen wurden. Dr. Hermes erzeugte politische Stimmung der profetarischen und halbprofe gen, ohne daß nochmals die Ordnung gestört wurde. habe auch den Reichswirtschaftsminister Dr. Beder für feine Pläne tarischen Wählermassen für die Sozialdemokratie günstig. ObDer Bollständigkeit halber sei noch die Version des„ Daily 3 gewinnen gewußt. Ursprünglich widerstrebte Dr. Beder, aber wohl in dieser Zeit Partei und Gewerkschaften damit beschäf= Expreß" hinzugefügt: Hermes habe darauf hingewiesen, daß er die Streifunterstützungen tigt waren, die durch den Krieg fast völlig zerstörten und infür die Arbeiter nicht mehr bezahlen fönne, wenigstens nicht mehr folge der uns von Wien abtrennenden Friedensverträge ihrer Der Barlamentsberichterstatter des Daily Expreß schreibt, in demselben Umfang wie bisher. Zahlreiche Industrielle geistigen Führung beraubten Organisationen aufzubauen, die eine derartige Szene habe wahrscheinlich nie im britischen Bar- hätten auch bei Dr. Beder vorgesprochen und ihm die schädlichen Maffen der neuen Mitglieder zu schulen und aus diesem lament stattgefunden. Die Arbeitermitglieder hätten einen Höllen. Folgen dargelegt, die für die deutsche Industrie die Fortdauer der Grunde nicht überall ihre ganze Kraft dem Wahlkampfe midIärm veranstaltet, um zu verhindern, daß das Haus seine Geschäfte gegenwärtigen Situation haben müffe. Im Schoß des Kabinetts men fonnten, vereinigte bie Bartet, nach der amtlichen Zuerledige, und hätten tas Lied der roten Fahne gelungen. beständen Meinungsverschiedenheiten. Obwohl der Außenminifter fammenstellung des tschechoslowakischen Pressebureaus, auf ihre Während einer halben Stunde habe das Haus einem 80010. Dr. von Rosenberg für die Eröffnung von Berhandlungen einträte, Wahllisten in Böhmen, Mähren und Schlesien von 4 539 552 gischen Garten geglichen. Nach dem Kampf" im Hause wende er sich doch gegen den Gedanken, Frankreich Borschläge zu abgegebenen Stimmen überhaupt, darunter 1 422 038 beut. hätten einige Arbeiter- Parlamentsmitglieder in Bonar Laws unferbreiten, bevor nicht eine internationale Sachverständigen- chen Stimmen, 623 166 ober 43,82 Broz. Bon die3immer im Unterhaus einzubringen versucht, Polizisten tonferenz die Höhe der Leistungsfähigkeit Deutschlands festgestellt fen 623 166 deutschen sozialdemokratischen Stimmen entfielen hätten jedoch rasch die Tür des Simmers des Premierministers ab- haben würde. auf Böhmen 510 099( 46,91 Proz.), Mähren 76 415( 32,21 geschlossen. Broz.) und Schlesien 36 652( 37,58 Proz.). In deutschen polififchen Arelsen befürchte man, daß die EinNatürlich haben diese Zwischenfälle in der gesamten eng heitsfront der Alliierten gegen Deutschland wiederherDer Wahlerfolg verschaffte der Arbeiterschaft entscheidenlischen Presse einen lebhaften Widerhall gefunden: geftellt werden fönne und daß Deutschland dann Bedingungen auf den Einfluß auf einem bisher fast unbetretenen „ Daily Chronicle"( das Blatt Lloyd Georges. Red.) erklärt in erlegt werden fönnten, über die eine Erörterung nicht zugelaffen Rampfboben, aber damit auch neue, verantwortungseinem Leitartikel, das Kabinett von zweitflaffigen würde. Die Anhänger des Programms Dr. Hermes felen nament- volle Arbeit. In Dutzenden großen und mittleren Gemeinden, Leuten, über das Bonar Law den Borsig führe, habe durch seine lich in der Sozialdemokratie fehr zahlreich. Von der Mög- in Böhmen außerdem noch in den an Stelle der aufgelösten Unfähigkeit, durch das im Innern angerichtete Durch ein lichtelt einer Kanzlerdemiffion werde vielfach gesprochen und Bezirksvertretungen ernannten Bezirksverwaltungsfommissioanber und die im Auslande erlittenen Demütigungen die Dr. Stresemann als fein Nachfolger bezeichnet. Dieser habe nen, mußten unsere Genossen die Verwaltung übernehmen Leute, von denen es eingesetzt worden sei, enttäuscht und sei allerdings bisher teine bestimmte Erklärung abgegeben, doch habe oder mitarbeiten. Eine große Rahl der besten Vertrauensernstlich erschüttert. Niemand erhoffe von diesem Rabinett er bereits versichert, da er es niemals versuchen würde, das Ruhr- männer wurden der Arbeit für Bartei und Gewerkschaft entirgend etwas Gutes und wenige erwarteten, daß es noch lange Be- abenteuer zu liquidieren, wenn er fich nicht vorher die Mitarbeit zogen. Dazu tamen die Schwierigkeiten der Gemeinden in stand haben werde. Der persönliche Faktor ber geschwächten der Sozialdemokratie versichert habe. In parlamentarischen finanzieller Beziehung, die auch die Regierung bis heute nicht Gesundheit Bonar Laws hänge über dem Stabinett wie Streifen spreche man von einem bevorstehenden Regierungswechsel, befeitigen fonnte, und für die sozialistischen Gemeindeverwalein Damoklesschwert. Bonar Lam tönne jeden Tag zurücktreten, und man erwarte bei der bevorstehendn Erörterung des Budgets des tungen die Unmöglichteit, auch nur einen erheblichen und wenn er dies tue, würde niemand mehr übrig sein. Einer Auswärtigen Amtes wichtige Regierungserflärungen in der Repa- Teil der allzu berechtigten Forderungen der Wählerschaft zu politischen Krisis, die mindestens eine Neubildung des Ministeriums rationsfrage. perwirklichen. Und in natürlicher Folge die Enttäuschung Bon amlicher Eelte wird die Richtigtelt dieser Angaben entjener indifferenten Schichten, die in der Revolutionsperiode fönne, müsse daher entgegengesehen werden. Daily Chronicle" schieden in Abrede gestellt. Offenbar handelt es sich um Komtimur gefühlsmäßig zur Sozialdemokratie gestoßen sind, zur Folge haben würde und vielleicht zu Neuwahlen führen fragt, wie weit die verschiedenen Parteien bereit feien, dieser Krisis nationen aus Gerüchten, die Richtiges und Falsches vermischen. Neue Markflucht. ohne für Wesen und Inhalt des Klassentampfes Verständnis zu haben. Diese Tatsachen allein würden genügen, um einen Rückgang der sozialdemokratischen Stimmen bei den kommenden Wahlen begreiflich erscheinen zu laffen. zu begegnen. Die tonservative und die Arbeiterpartei seien nicht vorbereitet, die Arbeiterpartei sei einig, reich, wohl organisiert und zuversichtlich und sie fönne, wenn es zur Auflösung des Barlaments tommen sollte, sicher darauf rechnen, Obwohl die Rechsbant anscheinend die Zügel der Kurs. Den größten Einfluß auf die politische Einstellung viel besser at zuschneiden als im Ichten Herbst. Wie ftehe es bewegung am Devisenmartte noch fest in der Hand großer Schichten, die in der Nachkriegszeit mit der Sozialdagegen mit den liberalen Parteien? Einfach, weit einige hat, macht sich doch an der Effektenbörse wie auch an den Waren demokratie fympathisierten, üben natürlich jene Vorgänge, die reiche oder einflußreiche Persönlichkeiten eine Abneigung märften eine neue Flucht vor der Mart und eine Jagt nach sich in politischer und wirtschaftlicher Beziehung um uns abgegen Lloyd George hätten, blieben sie getrennt und macht. Sachwerten bemerkbar. An der heutigen Börse beobachtete spielen. Die Uneinigteit der Arbeiterklasse, die Spaltung der Sie hät en tein Programm, teine gemeiname Führung man wirder große Intereffenfäufe in oberschlesischen Montanwerten, Organisationen durch die Kommunisten in einer Beit, in der oder Strategie, feine Aussicht auf Erreichung der Macht. Wie Elettroaftien und Bankoklien. Der Goldmarkt zeigt im allgemeinen die Einheit am nötigsten gewesen wäre, ermunterten die Lange folle dies noch weitergehen? Jede Beschleunigung des Ab- wieder eine gewiffe Flüssigkeit. In Börsenkreisen steht man bem fonterrevolutionären Kräfte, zerrissen ihre einheitliche Rampi ftiegs der Regierung mache eine Berzögerung in der liberalen Re- l weiteren Berlaufe der Martstügungsaktion steptisch gegenüber. front. Niedergedrückt von der schon seit Monaten andauernden Wirtschastskriss, kst die Z�beiterktasie in der Tschechoslowakei vorläufig in eine Defensivstellung gedrängt. Mit der erstarken- den Reaktion wächst auch der Abfall der sich aus den Rechen der Beamten, Angestellten und Lehrer rekrutierenden Novem- der- und Juni-Sozialisten von unserer Partei. Sie finden wieder in das bürgerliche Lager zurück, und nur jene bleiben dem Sozialismus erhalten, die zum Klassenbewußtsein erwacht und geistig darin gefestigt sind. Tausend« Landarbeit er und Handwerker in den kleineren Gemeinden stehen wieder unter dem wirtschaftlichen Druck der Großbauern, Haus- und Grundbesitzer, die, vom Schrecken der Revolution befreit, wie- der ihre Herrenrechte ausüben wollen. Die nationale Hetze spielt in der Tschechoslowakei, dem neuen alten Oesterreich, bei den Wahlen eine nicht unbe- deutende Rolle. Im deutschen bürgerlichen Lager gibt es zwar dem Namen nach neue Parteien, aber keine neue Richtung in de? Politik. Noch wehr als früher im alten Oesterreich er- schöpft sich ihre Politik in Zänkereien und Krakeelen, im Streit darum, welche von den Parteien und Parteichen das deutsche Volk am besten vertritt. Entsprechend diesem Zustande ist das Vechalten der tschechischen Regierung. Uebergriffe der staat- lichen Behörden und Aemter, Schikamerung der deutschen Ge- meinden und Schulleitungen in der Sprachenbehandlung— erst kürzlich hat der Verband der tschechischen Städte seine Mit- glieder darauf aufmerksam gemacht, daß die Nichtbeantwor- tung der deutschen Zuschriften deutscher Gemeinden ganz in der Ordnung ist, während im Falle der Nichtbeantwvrtung einer tschechischen Zuschrift seitens einer deutschen Gemeinde gegen diese die Anzeige bei der politischen Landesverwaltung qu erstatten wäre—, die Drosselung des deutschen Volks« und Bürgerschulwesens sind an der Tagesordnung. Die Gemeindewahlen hätten in der Tschechoslowakei aus Grund der Wahlordnung vom Jahre 1913 schon im Juli 1922 stattfinden sollen, da in den Bestimmungen dieser Wahlordnung den im Jahre 1919 gewählten Gemeindevertretungen ausdrück- lich nur eine dreijährige Wirkungsdauer zugesprochen wurde. Das Gesetz vom 14. Juli 1922, mit welchem die Gemeindewahl- ordnung vom Jahre 1919 abgeändert wurde, verlängert diese Wirkungsdauer um ein Jahr, so daß sie Ende Juni l. I. abläuft. Die Durchführung der Wahlen ist mir in der Zeit vom 16. August bis 14. Dezember möglich. Nun sieht die neue Ge- meindewahlordnung vor, daß die Wahlen im ganzen Gebiete der Republik nicht an einem Tage stattfinden, sondern mit Rücksicht auf die DeHörden, welche die Wahlarbeiten nicht bewältigen können, bezirksweise auf einige Monate ausgedehnt werden. Die politischen Bezirksverwaltungen baben auch bereits entsprechende Weistmgen betreffend die Wahlausschreibung erhalten. In Böhmen, Mähren und Schlesien muß sich die sozial- demokratische Arbeiterschaft auf die Gemeindewahlen vor- bereiten. Der Wahlkampf wird, das ist das Erfreuliche für die Partei, einseitig und klar nach unseren sozialistischen Grund- anschauungen geführt werden können. Es wird die Hauptaufgabe der Partei sein, die Wahlbewegung zu einer großen Werbeaktion für den Sozialismus?u gestalten. Jene Tausende, nach chrer sozialen Stellung zur Arbeiterklaffe gehörenden Menschen zu uns herübermstehen, darüber Klarheit zu schaffen, daß alle gesetzgebenden und Verwaltungs- körperschasten Herrschaftsinstrumente der kapitalistischen Gesell- schast, der Besitzenden, sind, solange die Arbeiterklasse nicht stark genug ist, die politische Macht zu erobern und zu erhalten. Nicht allein um Stimmen und Mandate geht es, sondern um die Ge- winnung neuer Anhänger, um die Erweckung des Intereffes der Arbeitermaffen für die Kommunalpolitik. Da immer aus- fchließlicher nur der Haß gegen die Sozialdemokratie das Han- deln unserer Gegner bestimmt, werden sich diese immer wesens- verwandter und die Unterscheidungen verschwinden. Alajestäksbele'idiguugsprozeß in Spanien. Der früh»« faziali- stffch« Abgeordnete Prieto, der in einem Vortrage über die Nieder- tage bei Melilla die Person des Königs hineingezogen hatte, wird ?or Gericht gestellt werden. Die irische Hölle. Wie das„Jownol' aus Tu am(Irland) er- fährt, wurden gestern früh sechs Aufständische, in deren Besitz man Waffen vorgefunden hat, in der dortigen Kaserne hingerichtet. Sureautratismus. Don Bruno Frei. Sie glauben zu wissen, was Bureaukratismus ist? Sie sind stolz auf den peinlich genauen deutschen Beamten? Auf den Post- schaltergestrengen, der einen Einschreibebrief mit der Weihe eines ägyptischen Mysteriums zelebriert?„Es klappt!"— sagen sie, die Brust voll der schulgewohnten Publitumsawcrkennung—„und tas ist die Hauptsache!" Nun, ich sage ihnen:.Nein, es klappt nicht! Es gibt ein« Ordnung, die kretinhaft ist und aus rsnem Ordnung?- sinn heillose Unordnung stiftet, es gibt einen Fanatismus der Pe- danterie, der toller ist als die südöstlichste Schlamperei, in deren Regionen der Amtsschimmel mitunter in rasendem Galopp verfällt, und— journalistisch, wenn auch etwas ungenau ausgedrückt— die tollsten Blüten treibt. Ich muß ihnen erzählen, was Bureau- kratismus.st- Meine Wirtin erzählt mir. der geltbringende Postbote habe mich gesucht. Er habe das große Wort gesprochen: Ich bin zum erstenmal da. So selten kommt d» Geldbote zu mir. Nun ist end- lich alles gut. Er war da, der gute Mann. Er wird wieder kommen der Sendbote der Erfüllung— Erfüllung mein« Träume nämlich.—„Er war zum zweitenmal hier"— sagt am nächsten Tag meine Wirtin—„und er ließ einen Schein zurück". Ich bin sonst.unmusikalisch, aber in diesem Augenblick fühlte ich wilde Rhythmen durch mein Blut wallen. Ich las, zum Teil gedruckt, zum Teil handschriftlich eingesetzt, diesen Bogen der Ber- he-ßung: Benachrichtigung. Für.... ist eine Postsendung eingegangen, uw deren Abholung unter Vorzeigung dieser Benachrich- Ugung und nach Ausweis der EmpsangSberechtigung logL die Bemerkungen aus der Rückseiic) bei der Zahlstelle des Postamtes Nr. 1 hiermit ersucht wird. Berlin, de»........... peute nicht»er 1 Uhr. Briefträger. Bitte wende nl Run ging ich— nicht vor 1 llhr— zur Zahlstelle meines Post- omtes. Nach amtlicher Beglaubigung mein» EmpsangSberechtigung »hielt ich: Postscheckamt Berlin SA.— Pst «om Fernsprechamt 1(FernsprechbeitrazSkonto) Konto Berlin 4977 4 Prozent Zinsen von'.000 M. Fernsvrechbcitrag siir die Zeit vom 1. 3.'23 bis 31. 3. 23 für den Fern- iprechanschiust..... Noch heute bewundere ich meine Selbstbeh»rschung. Ich winkte nur müde verzichtend afst„Schon gut... Machen Sie sich weiter keine Mühe!"... �lusglekchenüe Gerechtigkeit. Nepublikaucr verurteilt.— Ungesühnte Provokationen. Bor dem Heidelberger Landgericht fand die Derhandlung wegen der Vorgänge anläßlich d» Rathenau-Demonstra- tionen in Heidelberg statt. Angeklagt waren der Student Carlo Mierendorff aus Karlsbad, k» Arbeiter Kratzert aus Schönau, der Metzger Erle aus Schwetzingen, d» Schlaffer Heilmann aus Heidelberg und d» Schlosser Zobely aus Eppelheim. Es handelt sich um eine dreiste monarchistische Provokation, dü? sich der Professor Lenard am Tage d» Nather.au-Demonstration leistete. Profeffor Lenard hatte trotz der Verfügung der badi'chen Regie- rung seine Uebungen im Radiologifchen Institut abgehalten und ließ auch die Flagge nicht auf Halbmast hissen. Aus diesem Grunde kam es zu einem Sturm der Arbeiterschaft auf das Institut, wobei die Arbet»maffen die verschlossenen Türer. aufbrachen, sich de? Professor? Lenard bemächtigten und die Flagge auf Holbma st setzten. Mierendorff hat den Rektor der Universität wiederholt auf das Verhallen des H»rn Lenard aufm»ksam gemacht. D» Rektor erklärte jedoch,» könne in der Socke nichts tun. Darauf hat Mierendorff den Gewerkschaften Mitteilung gemacht, und es wurde beschloffen, eine Deputation in das Institut zu schicken. Infolge der Weigerung Profeffor Lenards, die Deputation zu empfangen, hat sich der Menge eine große Erregung bemächtigt, die dadurch»höht wurde, daß Steine auf die Arbeiter geworfen und Waffer gespritzt wurde. Mierendorff hat die Studenten in Schutz genommen und den Ar- beitern»klärt, daß sie von Lenard terrorisiert seien. Nach Erzwingung des Eingangs wurde Lenard zur Polizeiwoche und dann zum Gewttkschaftshaus gebracht und bis in die Nacht in Schutzhaft behalten. D» Profeffor Lenard ab», der sowohl auf die Republik und die Anordnungen ihr» Regierung mit souveräner P»achtung herabblickt, ist immer noch Lehrer der akademischen Jugend! Wirklich, es ist herrlich um die republikanisch« Justiz be- stellt! Das Urteil lautete: Mierendorff wird zu vier Monaten Gefängnis, der Arbeiter Black zu drei Monaten«nd der Arbeit» Zobely zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Moskau entscheiüet. Der Streit in der kommunistische« Partei. Vor kurzem drohte noch Heinrich Brandler aus dem Kon- greß d» kommunistischen Jugend d» Opposition mit dem Hinaus- wurf. Wir haben schon damals darauf hingewiesen, daß die Zen- trat« der KPD. einen Hinauswurf gar nicht riskieren kann. Wie recht wir damit gehabt haben, zeigt, eine parteioffiziöse Mitteilung in der kommunistischen Presse üb» Verhandlungen zwi- schen der Zentrale und den oppositionellen Bezirken. In der Verlautbarung heißt es: die Zentrale habe die Initiative»griffen und festgestellt, daß formelle Disziplin- brüche nicht vorliegen. Man habe sich auf folgende Richtlinien geeinigt: „1. Es finden seitens der Zentral« keine politische Maß- reqelungen d» oppositionellen Genoffen statt. Borkommende Diszipliribriiche werden nach den Bestimmungen des Organisation?- statuts behandelt. 2. Jedes Parteimitglied hat das Recht der Kritik und d» Meinungsfreiheit in d» Frage, soweit die Parteitätigkeit nicht durch die Änttt und Meinungsäußerung gehindert wird. 3. Die Delegation von Vertretern d» Bezirks- leitung und d» Bezirke zu Bezirksparteiwgen ist zulässig, wenn die Zentrale ihre Zustimmung erteilt hat. 4. Die Opposition wird zur Diskussion der parteitaktischen Differenzen in der„Roten Fahne" und der übrigen Tagespreffe, sowie in der„Int»nationale" der erforderliche Raum bereit- geholten. Die Schaffung ein» B»lin» Wochenzeitung wird abgelehnt. Sollte die Exekutive auf die von B»liner Eenoffen ein- gebrachte Deschw»de anders entscheiden, so wird sich die Z-ntra!e diesen Entscheidungen selbstverständlich fügen. 5. Die Delegation zur Aussprache üb» die Parteidifferenzen nach Moskau wird entsprechend der Einladung der Exekutive vor» genommen. Die Hinzuziehung eines Dertreters der Opposition aus Rheinland-Westfalen wird von d» Zentrale unterstützt. Es gibt in Berlin ungefähr 200 000 F»nsprechanschlüffe. Wie viele Beamte„verarbeiten" den monatlichen Zinsendienst des Fernsprechbcitragskontos? Wie viele Millionen Mark sind not- wendig, um die 3 M. ihren rechtmäßigen Eigentümern zuzuführen? Wieviel Dummheit wegen eines Trugbildes von Genauigkeit! Sehen sie, mein Lieb», das ist Bureaukratismus: der ge- räuschvolle Leerlauf des Verwaltungsapparates um feiner selbst will».. »Die«rkauste Branl." In der Großen Dolksoper wollte man uns lachen machen mit einer köstlichen Musik, die aus lauter tschechischer Tanzlust, weicher Lyrik und romantisch leuch- tender Melodie besteht. Eine nationai-lebendige Partitur aus dem Reiche der geborenen Musikanten, heißblütig entworfen, galoppierend und einfallfrei und so musterhaft klar gezeichnet, daß die Feinheit des Stils die Plumpheit des Inhalts vergeffsn macht. Ein länd- liches Idyll mit leicht durchschauten dramatischen Verwicklungen, mit einem Heiratsvermittler als spitzbübischen Peitscher der Handlung, mit Treue bis in den Tod und mit einem erlösenden Kichern über den gefoppten Ehestift». Sogar ein bäuerischer Kretin stottert Melodien der Blödigkeit, ohne daß man— Triumph eines genialen Komponisten— die Freude an der kindlichen Theaterluft einbüßt. Dieser Meister war S m e t a n a. Man wollte uns zum Lachen bringen, aber«s langte nur zum Lächeln Man wollte unser Blut in Tonzwallung bringen, aber es stockte beim ersten Schritt. Der eine einzige Ludwig Mantler hatte mit seinem nachdrücklichen Spiel, mit sein» guten Laune, mit alten und neuen Späßen, mit Schirm und Tabakdose den Erfolg der ansteckenden Lustigkeit. Hätte doch d» Dirigent Prätorius dieses Tempo, diesen Eis», diese Schirmgeschäfttgteit in die Seele seines Taktstockes hinein- geschmuggelt! Dem Winzer Kurt Widmann merkte man an. wie lachhaft er wirken wollte: es war Humor aus zweiter Hand, mit Liebesseufz» am Baum, aber recht drastisch. Sehr erheiternd Kurt G o r i tz- R i e l i tz an der Spitze der Schmierentruppe. Stella E> s n c r gab ihrer Landmarie fast zu vornehmen Geschmack, äußerlich wie innerlich. Ihre Wehmut, ibre Schelmerei und ihr Trotz setzten sich schauspielerisch gut durch, ihre Stimme blieb durch Indisposition an der Entfaltung gehemmt. Der Partner Will- minskn sollte seinen schlanken und hübschen Tenor aus der Presse nehmen lassen, die Höhe näselt gefährlich.— Die Bilder Stroh- dach?— Wicsenfcld und Wirtshaus— sahen sehr gefällig aus. Ich glaube aber nicht, daß es in der Umgebung des Mistes und der Schweine so saubcr zugeht, wie bei dieser lackierten Ideal- dauern schaff. K. S. Ehrenerklärung für de« Intendanten Hortmann. Zum Streit des Intendanten Hartmann mit dem Deutschen Opern- hause hat jetzt die Stadtverwaltung Charlottenburg Stellung genommen in einem Schreiben, in dem es unter anderem heißt:„Von Ihrem gefälligen Schreiben vom 3 Aprtt, in dem Sie uns Ihre Enthebung von dem Amt des Vorstandes der Deutschen Opernhaus-Betriebs-A.-G. und des künstlerischen Leiters des Nauses anzeigen, haben wir Kenntnis genommen. In einmütigem Cinver- ständnis mit unserer Kunstdeputaticm bedauern wir auf das Leb- 6. Es wird ein politischer Information sabend siir B»lin organisi»t, wo mit den politischen Funktionären d»� Berlin« Organisation und der Zentrale, wenn irgendmöglich wöchentlich. die politischen Aufgaben regelmäßig und gemeinsam durchgesprochen w»den." Das Ergebnis d» Aussprache ist also zunächst ein Erfolg der Opposition. Sie wird nicht hinausg»oorfen, es wird ihr vielmehr in d»„Roten Fahne" und d» übrigen Tagespresse „der erforderliche Raum bereitgehalten". D» durch die Opposition eingeführte Brauch der Beschickung d» Be- zrrkspartcttage durch Delegierte der Opposition wird sanktioniert. Dafür darf die Zentrale in Berkin cinen polltischen Information S- abend einrichten, um sich von d» Opposition vor den Funknonären abkanzeln zu lassen. Auch Moskau, das als höchst« In» stanz ang»ufen worden ist, wird keine Entscheidung bringen. Man wird mit allen Mitteln versuchen, den Riß zu verkleistern. Um Psinsten werden wir die neue Botschaft hören, nach der die kommunistische Partei die„einzige Partei" des reinen, klaren und unverfälschten Klassenkampfes ist. • Um zu verstehen, wie stark die Zentrale vor d» Opposition zu» rückgewichen ist, muß man sich vor Augen halten, daß Wilhelm Pieck, d» organisatorische Leit» der Partei, dieser Tage erst das Vorgehen d» Opposition folgendermaßen charakt»isierte: „So unverantwortlich wie das Vongehen der Genossin Fischer auf dem Bezirksparteitag im Rheinland, also im Gebiet der Ruhr- a k t i o n, war, so unverantwortlich sind auch ihre sonstigen Bor- schlüge, die sie dort und anderwärts in d« letzten Zeit gemacht hat.. Dieser Vorstoß gegen die Parteldisziplin. den die Genossin Fischer unternahm, ist d» s ch w e r ff e in d» Partei, deffen sich bisher eine Opposition in der Partei schuldig gemacht hat. Wenn die Genossin Fischer auf dem Bezirksparteitag in Lb»quellendem Krastgefühl ihres vermeintlichen Sieges ankündigte, daß der Tag kommen werde, wo sie alle Genoffen, die„auf dem Boden d» Demokratie stehen und mit d» Weimar» Verfassung liebäugeln, aus der Partei hinauswerfen werde", so nehmen wir dies« liebenswurdlga Absicht zur Kenntnis. Ab» nur nicht so hitzig, Genoffin Fischer. nicht alle Blütenträume reifen." Demgsgenüb» stellt jetzt die Zentrale fest, daß Disziplinbrüche nicht vorgekommen sind! Das genügt doch wohl, um die Stärk« der Opposition in der KPD. zu kennzeichnen. Gapern unö üer Staatsgerichtshof. Der„Miesbacher" erscheint nicht in Leipzig. Bor dem süddeutschen Senat des Staatsgerichtshofs sollte sich heute vormittag d» Schriststcll» Eckart aus München wegen Beleidigung des Reichspräsidenten verantworten. Wer nicht er- schien, war Eckart, der als echt» Bay» neulich»klärt hat, daß er vor einem außerbayerischen Gericht nicht erscheinen werde. Ebenso soll heute noch ein Termin gegen den Schriftleiter des„M iesbacher Anzeiger", Marten W e g n e r. stattfinden Auch dieser Angeklagte hat vor einigen Togen erklären lassen, daß » nicht nach Leipzig kommen werde. Gegen Eckart hat d» Staats- g»ichtshof heute Haftbefehl»lassen. Da sind wir wirklich gespannt, was aus der Geschichte wird. Sollte vielleicht die bayerische Regie- rung nach berühmtem Must» befürchten, daß eine Derhaftung und zwangsweise Borführung vor dem Staatsgerichtshof in Bayern bei „weiten Dolkstr eisen" eine solche Erregung auskö'en wird, daß man diese Versjafmng nicht zulassen kann? In Bayern ist alles möglich. Bielleicht bringt Herr Eckart• aus München noch das ganze Reich aus den Fugen! Regierungsumbilöung in Glöenbury. Oldenburg. 12. April.(TU.) Die Forderung der Deutschen Bolls. partei auf Bildung eines politischen Ueb»gangsminist»iums durch alle Parteien ist abgelehnt worden. Die alten Regierungsparteien haben die Bildung ein» Regierung übernommen, die ein u n p o l i- tische» Beamtenministerium darstellt, das die wohi- wollende Neutralität der Dollspartei sindet. Minist»präsident wird Präsident von Finkh. weit»« Minst» sind Geheim» Ober- regierungsrat Stein und Minist»ialrat Weber. hastest« das von der Betriebs-A.-G.„Deutsches Opernhaus" gegen Sie geübte, die einfachsten Rechtsrcgein verletzende Kontumaz, al- verfahren. Die Aktiengesellschaft hat es für richtig befunden,<»,« 14 Tag« vor Ihrer Rückkehr von dem Ihnen vom Aufsichtsrai zur Durchführung eines Gastspielvertrages in lllordamerika gewährten Urlaubs gerode zu einem Zeitpunkt, in dem Sie, umgeben von aus- erlesener deutscher Künstlerschar, aus fremdem Boden deutscher Kunst, deutscher Kultur und damit deutscher Sache dienend, fern von der heimatlichen Erde weilten, rücksichtslos Ihres Postens als Leiter des Opernhauses zu entsetzen.... Der gegen Ihr« künstlerische Ehre geführt« Schlag hat Sie um so überraschender treffen müssen, als Sie die Gesellschaft durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates, den Ihnen damals in engster Freundschaft verbundenen Herrn Bau- rat Ahrens, bei verschiedenen Anlässen, insbesondere vor einem Jahre gelegentlich Ihres 60. Geburtstages, in Anerkennung Ihrer zahl- reichen künstlerischen Derdienst« während Ihres zehnjährigen Wirkens in dem Hause in Worten höchsten Lobes geehrt und ge- feiert und Sie unter gerechter Würdigung Ihrer umfangreichen Tätigkett als äußeres Zeichen zum Intendanten ernannt hat. Selbst noch vor drei Monaten, an dem Tag« des zehnjährigen Bestehens des Hauses, hat die Gesellschaft durch den gleichen Aufsichtsratsvor- sitzend cn Ihnen von neuem Ihre Verehrung und hohe Anerkennung zum Ausdruck gebracht." Ein Schimpansenjubiläom.„Micky", der große Schimpanse de» London» Zoologischen Gartens, an dessen Spaßen sich Generationen von Kindern»freut haben, begeht in diesen Tagen das seltene Iu- biläum seiner sünsundzwanzigjährizen Anwesenheit im London» „Zoo". Es ist das für einen menschenähnlichen Affen ein Fall ohne Beispiel. Bish» sind die nach Europa gekommenen anthrcpo- morphen Assen rasch dem Klima erlegen, und man sollte meinen. daß gerat« das Londoner Klima om wenigstens geeianet ist. einem Schimpansen, der in der Gefangenschaft gewöhnlich rasch an Lungen- sckwindsucht zugrunde geht, günstige Lebensbedingunaen zu be- reiten.„Micku" ist ein lebendiges Beispiel des Gegenteils. Als er nach London kam, war er ein mit Rachitis behaftetes, hinfälliges Affcnbabv, dem man am ollerwenigsten eine lange Lebensdauer prophezeit hätte. Von der„englischen Krankheit" hat» stch indessen dank der sorgsamen Pflege rasch»holt, und nur sein mangelhaft ent- wickeltes Gebiß gemabnt noch an die glücklich überwunden« Kind«- krankheit. Er verdankt sein langes Leben nicht zum wenigsten d» modernen Hygiene, die heute auch den Affen zugute kommt. Man hat erkannt, daß der Aufenthalt in ftischer Luft am besten geeignet ist, das Leben d» menschenähnlichen Affen zu verlängern und sie vor Erkrankungen der Lunge und des Magens, denen sie in un- ferem Klima nur zu leicht ausgesetzt sind, zu bewahren. Auß»dem hat man Mickys Käfig durch dicke Glasscheiben abgeschlossen, die es unmöglich mochten, daß d» Affe mit Besuchern in Berührung kam. wodurch er vor der Gefahr der Uebertragung menschlich» Krankheitskeime behütet blieb._ ftüniticrtec iu der v-rlincr Sezession. D»» i rtl ch a ftl i ch e Verband bildender Künstler veranstaltet, um seine Förderer und die Ocffenllichkcit für seine Bestrebungen zn inl-r«lfi»en. am tammenden Sonntag, 14.. um!ltö Uhr einen Tee mit tünsilcrische« Darbietungen in der Berliuer Sezession, Kursürstendamm 232. Die Eisenbahneraustreibung. Deutsche Protestnote. Schülermühen. Das Schuljahr hat wieder begonnen. Neben den Kleinen, die Den Regierungen in Paris, London und Brüssel ist folgende ein wenig scheu noch und ängstlich von ihren ersten Schulstunden Note übergeben worden: zurückkehren, neben den langen Zügen der Kinder der Boltsschule, „ Die Interalliierte Rheinlandtommission hat durch die Berord- für die das Ende des Unterrichts noch längst nicht den Beginn der nungen 149 und 150 dem Oberbefehlshaber der interalliierten Be Erholung bedeutet, gehen die„ beglüdteren" Kameraden aus der jagungstruppen diftatorische Gewalt über die deutschen Eisenbahnen höheren" Schule einher. Wir wollen heute nicht darüber streiten, libertragen und unter völliger Ausschaltung der deutschen ob sie wirklich glüdlicher daran find und ob ihre Schule höher zu Reichsbahnverwaltung eine Interalliierte Regie bewerten ist als die andere. Wir sind ja von einer Einheitsschule der Eisenbahnen des besetzten Gebiets" eingerichtet, deren Leitung immer noch weit genug entfernt. Aber ist es wirklich nötig, daß die fie einem französischen Direktor unterstellt. Die neue Berwaltung foll befugt sein, das bisherige Personal insgesamt oder im Wege zugehörigkeit zur höheren" Schule auch äußerlich betont wird? der Einzelfündigung zu entlaffen. Wäre es nicht endlich an der Zeit, in einem demokratisch sein Die Verordnungen werden damit begründet, daß die Deutsche wollenden Staat und in einer zur Hälfte sozialistischen Stadt mit Regierung durch gewiffe unter angeblicher Verlegung des Bertrages von Versailles und des Rheinlandabfommens an ihre Beamten erlassenen Befehle den Eisenbahnverkehr im befeßten Gebiet la hmgelegt und somit die Sicherheit und den Unterhalt der interallierten Armeen, somie der Zivilbevölkerung der besetzten Gebiete gefährdet habe. Die Deutsche Regierung muß den Borwurf der Vertragsverletzung auf das Entschiedenste zurückweisen. Die von ihr den Eisenbahnbeamten im vertragsmäßig besetzten Gebiet erteilten Be fehle lauten ausdrücklich dahin, daß alle von den alliierten Be hörden in Uebereinstimmung mit dem Rheinlandabkommen geforder. ten Militärtransporte für die Bedürfnisse der Besakung in dem nach Maßgabe des Bertrags von Versailles besetzten Gebiet durchzuführen feien. Dagegen hat es die deutsche Regierung mit Recht abgelehnt, die deutschen Eisenbahnen und ihr Bersonal für solche Militärtransporte zur Berfügung zu stellen, die den von der französischen und belgischen Regierung unter Berlegung des Bertrages von Bersailles eingeleiteten Gemaltaftionen dienen sollen. Nicht deutscherfeits find die Betriebsunterbrechungen verursacht, sondern sie sind eingetreten durch Vertreibung der deutschen Eisenbahner von ihren Dienstposten mit Waffengewalt, durch unmittelbare Eingriffe französischer oder belgischer Militärpersonen in den Betrieb, so daß jegliche Sicherheit für die Reifenden und das beförderte Gut aufhörte, und durch die Zumutung an die deutschen Bedienste ten, ihre Arbeiten unter militärischem 3wang zur Unterstützung des rechtswidrigen Einbruchs in deutsches Gebiet fortzufegen. Den Bes diensteten wurde in solchen Fällen nur die Wahl gelassen zwischen dem Berlaffen des Dienstes und dem Berrat am eigenen Volke. Nachdem sie unter tiefem 3wang den Dienst verlassen haben, wird behauptet, fie feien in Streif getreten, und daraus wird der Borwand für die Wegnahme aller für Löhnung und Besoldung bestimmten Geldbeträge abgeleitet. Durch Be brohun mit Waffengewalt, Mißhandlung, Gefängnisstrafe und 3wangsarbeit sollen die Bediensteten gefügig gemacht werden. Die Behauptung, daß bei Erlaß der neuen Verordnungen auch die Sorge für die Sicherheit und Eristenz der Bevölkerung mitgesprochen habe, wirft mie beabsichtigter Hohn. Die Bevölkerung Der deutschen Rheinlande, die in unerschütterlicher Liebe zu ihrem Baterland geduldig alle Lasten der Besayung trägt, weiß genau, daß die Sorge für ihre Eristenz niemandem mehr am Herzen liegt als der Deutschen Regierung. Die Bevölkerung wünscht, von den bisherigen Bebrüdungen und Drangfalierungen Rleinen Auskunft gegeben hätte. Auch als vermißt ist er nicht gemeldet worden. Man muß also mit der Möglichkeit rechnen, daß der Knabe vielleicht von der Mutter, die ihn besettigen wollte, mit Absicht in das Wasser geworfen worden ist. Alle Nachforschungen nach der Herkunft des Ertrunkenen sind bisher erfolglos funft geben kann, wird ersucht, sich im Schauhaus in der Hannovergeblieben. Wer über das Berschwinden eines kleinen Knaben Ausschen Straße zu melden. Der Kleine war etwa 70 Zentimeter groß und hellblond und trug ein blautariertes Bollkleid, eine weiße wollene Jade mit angestrickten Handschuhen, graugrüne Strümpfe und ein weißes Hemd mit einem Fliden, der B. gezeichnet ist. Der Unterrod des Knaben ist blauschwarz gestreift. Reickes Bestattung. dem Unfug der bunten Schülermüßen aufzuräumen? Was wird heute in Wilmersdorf durch Feuer bestattet. An der von der Der verstorbene Berliner Bürgermeister a. D. Reide murde damit anderes bezweckt oder zum mindesten anderes erreicht, als Familie veranstalteten Trauerfeier in der Halle des Krematoriums daß sich die Träger dieser Müzen als etwas Besseres" dünken, daß beteiligten sich so viele Personen aus der Kommunalverwal fie sich daran gewöhnen, einen vielleicht vorhandenen Vorteil nach außen hin zu betonen und den breiten Schichten daß der Raum nicht alle Erschienenen aufzunehmen vermochte. Nach fozialen tung und aus der Schriftsteller und Künstlerwelt, sozial schlechter gestellter Kameraden und Altersgenoffen hochmütig der Bredigt des Geistlichen nahm Oberbürgermeister Böß das Wort vor Augen zu führen. Man tomme nicht mit dem törichten Ein- und würdigte die Arbeit, die Reide im Dienste der Stadt Berlin wand, die bunte Müze fördere Kameradschaft und Schuldisziplin. geleistet hat. Auch Oberbürgermeister a. D. Wermuth, der unter Bir danken für eine Kameradschaftlichkeit, die sich auf Kinder der der Trauergemeinde war, widmete dem Verstorbenen warme Worte des Gedenkens. Ihm schloß sich ein Vertreter des Berufsvereins gleichen Gesellschaftsschicht auf Kinder der gleichen Schulklasse, auf der höheren Kommunalbeamten an. Hermann Sudermann Kinder mit demselben Schulgeld beschränkt! Und wenn die Schul- feierte in Reide den Dichter, und in Erinnerung an Reices Tätigkeit disziplin durch farbige Schulmüßen oder gar Klaffenmüßen gefördert im Goethe- Bund den Vorfämpfer für Geistesfreiheit. Ein Freund wird wie wär's dann, wenn man die Volksschüler einmal damit der Familie, Dr. Spiro, gab ein Bild der gewinnenden Persönlichkeit beglückte? Nein, es ist eben so: die Schülermüße ist ein Stüd des Menschen Reide. Der Erdsche Männergesangverein und der Uniform, wie die Studentenmüße oder die Achselstücke der Herren Cellist Heinrich Grünfeld schufen durch Gaben ihrer Kunst die rechte Offiziere- ein Stüd Uniform, durch das sich Angehörige einer Stimmung für diese Feier. Die Beischung der Afche wird in „ befferen" Gesellschaftsschicht schon äußerlich von den gewöhnlichen Schreiberhau erfolgen. Sterblichen und vom„ Bolte" unterscheiden möchten. Und wenn wir ben Studenten und den Offizieren es unserthalben gönnen wollen, sich in den Augen freidenfender, sozial und demokratisch empfinbender Menschen so lächerlich zu machen, wie sie es selber für nötig halten von unseren Kindern, von den Kindern der deutschen Republik wollen wir den Kastengeift fernhalten, sie wollen wir davor bewahren, schon mit 9 oder 10 Jahren den Dünkel und Hochmut eines höheren Schülers innerlich und äußerlich zum Ausdruck zu bringen. Darum: Arbeitereltern, verlangt, daß die bunten Müßen einer undemokratischen Zeit verschwinden! Berlangt, daß die Kinder unferes Boltes und unserer Stadt zu allen sozialen Ungleichheiten nicht noch deren aufdringlichsten und aufreizendsten äußeren Aus. brud zur Schau tragen! Fort mit der Mükenuniform aus den Bildungs- und Erziehungsstädten unserer Jugend! Der gekränkte Untermieter. Die Generalversammlung der Jungsozialisten. list ifchen Bereinigung erstattete Genosse Wegner den In der gestrigen Generalversammlung der Jungsozia Geschäftsbericht, aus dem sich ergab, daß die Vereinigung im Wachsen begriffen ist. An die geschäftlichen Mitteilungen fnüpfte Wegner eine Formulierung der Aufgaben der jungen Sozialisten in der Republik. Freudige Bejahung des Staates und feiner äußerlichen Form der Republik. Die Aussprache über den Bericht und die vorliegenden Anträge zeigten Gegenfäße innerhalb der Bereini-, gung. Auf der einen Seite verlangte man, daß die Jungsozialisten in der wissenschaftlichen Aufklärung junger Parteigenossen ihre Aufgabe erbliden. Auf der anderen Seite geht man wesentlich meiter und legt die Betonung in erster Linie auf die Umstellung der Gesinnung und das Herausstellen des ethischen Sozialismus. während jene in der Partei nahezu Selbstzwed erbüden, bejahen diese die Partei nur als Mittel zur Durchsehung bestimmter politischer und wirtschaftlicher Ziele. Auf eine knappe Formel gebracht würde die Gegenüberstellung ungefähr so lauten: Margistischer Sozialismus mit aller Enge des Dogmas hier, lebendiger Sozialismus ohne Festlegung dort. Bei den Wahlen zum Arbeitsausichuß zeigte es sich. daß die Auffassung der Lehtgenannten in der Minderheit war. Gewählt wurden die Genossen: Lamm, Bäti Karl, Athgen, Wegner, Turk und Friedländer. Phantafien eines franzöfifchen Korrespondenten. Die Pariser Zeitung„ Echo de Paris" veröffentlichte einen Artikel thres Berliner Korrespondenten George Saillier- Dupont, in dem behauptet wurde, daß die deutschen Behörden in brutaler Weise den Korrespondenten seiner Wohnung beraubt und auf die Straße Rheinische Reichstagsabgeordnete suchen möblierte Zimmer. Angesetzt hätten. Zu diesen vollkommen unrichtigen Begebote sind dem Sekretariat der sozialdemokratischen Reichstagshauptungen erfahren wir von zuständiger Seite folgende Tat- fraktion zu übersenden. fachen: ber Dtfupation befreit zu werden, aber sie lehnt es ab, daß eine fremde Macht ihre sonst nicht wahrnehmbare fürsorgliche Gesinnung Effener Arbeiterfänger in Berlin. Der Sängerchor des ChristHerr Saillier Dupont wohnte als Untermieter zusammen mit burch Entlassung und Vertreibung ter deutschen Volksgenossen be dem Mitglied der Luftfahrt- lleberwachungskommission, dem englischen lichen Metallarbeiterverbandes in Effen wird in den Tagen vom stätist. Leutnant Gilles, bei dem Kaufmann Bodenstädt in dem Hause 20. bis 23. April d. J. Berlin besuchen und in einer Reihe von Alle angeführten Gründe find, wie jeder Beobachter der Bor- Friedrich- Wilhelm- Str. 14. Das zuständige Wohnungsamt des Be Konzerten zum Besten des Deutschen Vosopfers an die Deffentlichkeit treten. gänge am Rhein weiß, nur Bormand, um das seit Beginn der Bezirksamtes Berlin- Tiergarten stellte fest, daß der Wohnungsfogung von Frankreich erstrebte Ziel zu erreichen, die Eisenbahn in inhaber Bodenstädt zwei Wohnungen befaß und be Bund religiöser Sozialisten Deutschlands. Folgende sozialistische die Hand seines Militärs zu bringen. Die jetzt getroffene Maßnahme schlagnahmte die Räume in der Friedrich- Wilhelm- Straße. Da bei Geistliche predigen am Sonntag, den 15. April, Genosse Pfarrer reiht sich der Errichtung besonderer Berwaltungen für die Zölle, die derartigen Beschlagnahmen auch die Untermieter regelmäßig gerante, 6 Uhr, Heilig- Kreuz- Kirche, Blücherplatz Genosse Bfarver Forsten und das Ein- und Ausfuhrwesen an; fie ist ein weiteres Glied fündigt werden, wurde dem englischen Offizier und dem französischen Schmidt, 10 Uhr vormittags, Thomaskirche, Mariannenplay. in der langen Reihe der Verordnungen der Interalliierten Rhein- Journalisten mitgeteilt, daß fie fich nach einer anderen Unterkunft Jubiläen. Das Ehepaar Robert Bernhardt, Kaulsdorf, Köpenider landkommission, die alle gleichmäßig dasselbe Biel verfolgen, das umsehen müßten. Der Offizier weigerte sich auszuziehen, da er als Straße 15 bei Dblim, begebt am 12. april bas geit der diamantenen Rheinland politisch, wirtschaftlich und administrativ vom unbesetzten Mitglied der genannten Kommission den Schutz der Exterritorialität Hochzeit. Das greise Ehepaar lebt in den dürftigsten Berbältnissen und Deutschland zu trennen. Die neu eingerichtete Regie macht von der für sich in Anspruch nehme. Das Wohnungsamt war dagegen macht- bezieht Armenunterstügung. Die Eheleute Stupferschmied Gottlieb Sapiat. ih rechtswidrig übertragenen Ermächtigung zur Entlassung des deut- los und erklärte fich bereit, den englischen Offizier weitermohnen Braunftr. 1, begehen am 14. April die goldene Hochzeit im Alter von schen Personals mit äußerster Brutalität Gebrauch. Sie begnügt sich zu lassen. Der Pariser Korrespondent verlangte auf 75 und 70 Jahren. nicht mit der Dienstentlassung", sondern vertreibt die Beamten mit dem Wohnungsamt in fehr barscher Weise, daß auch In der dritten Bogkampf Matinee, die im Zirtus Busch am ihren Familien aus ihren Wohnungen. So sind allein am Morgen ihm die Genehmigung erteilt würde, weiterwohnen zu können und Sonnabend nachmittag 2%, Uhr stattfindet, wird der junge Hannoveraner bes 7. April in Trier 120 Eisenbahner mit Familien drohte, als man auf seine Forderungen nicht eingehen wollte, Ernit Rosemann im Ring erscheinen, deffen an der gleichen Stätte über er werde sich durch seinen Botschafter beim Auswärtigen Amt be- den früheren deutschen Schwergewichtsmeister Otto Flint errnngener Sieg schweren. Tatsächlich hat der französische Geschäftsträger sich für noch in der Erinnerung fein wird. Sein Gegner ist ein für Berlin neuer Herrn Saillier- Dupont eingefeßt und das Auswärtige Amt wies das Mann, der Düsseldorfer Alfred Nourney. ohnungsamt an, den Korrespondenten in seiner Wohnung zu lassen. Das Wohnungsamt Tiergarten war jedoch der Ansicht, daß angesichts der großen Wohnungsnot eine Sechs. 3 immer Wohnung für die beiden Herren zu groß sei und überließ ihnen drei Zimmer. Der Rest der Wohnung wurde dem Hauswirt zur Verfügung gestellt. Herr Saiflier Du pont hat sich durch diese Maßnahme des Wohnungsamtes jedoch getränkt gefühlt und ist in das Hotel Esplanade über gesiedelt. Um feine neuen Konflikte hervorzurufen, hat das zu ständige Wohnungsamt ihm troßdem feine bisherige Wohnung in der Rhein- Friedrich- Wilhelm- Straße weiter überlassen. Es tann also gar feine Rede davon sein, daß eine Behörde gegen einen Franzosen brutal" vorgegangen ist. aus privaten Genossenschaftshäufen von bewaffneten Spahis mit Gewalt ausgetrieben worden. Fünfhundert Männer, Frauen und Kinder find dadurch obdachLos auf die Straße gefeßt. Darunter befinden sich Wöchnerinnen und Säuglinge, auch 22 Kinder, die am nächsten Tage zur ersten Kommunion gehen sollten. Schriftliche und mündliche Vorstellungen der Stadtverwaltung und der Regierung waren vergeblich, auch der fleinste Aufschub wurde verweigert. Gegen diese neuen Gewalttätigkeiten und Vertragsbrüche der Interalliierten Rheinlandfommission legt die Deutsche Regierung hiermit feierliche Bermahrung ein. Der Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete in Roblenz ist gleichfalls beauftragt worden, der Interalliierten Landfommission eine Abschrift der Note zu überreichen. De Valera verhaftet. Condon, 11. April.( EE.) Truppen des Freistaates Irland haben heute den Führer der irischen Aufstandsbewegung, de Balera, in Clonmel in der Grafschaft Tipperary verhaftet. Da zur gleichen Zeit der zweite Führer der irischen Revolution, Lynch, in tödlich verwundetem Zustande in die Hände der verfaffungsmäßigen Truppen gefallen ist, so dürfte die Partei der Unnerföhnlichen einstweilen ausgespielt haben. Ihre Bewegung mag heroisch erschienen sein, sie war im Grunde genommen nur eine ein zige Torheit und auch vom demokratischen Standpunkt aus ver= merflich. 1 holländischer Gulden 1 dänische Krone. Die Unsicherheit im Grunewald. Ueberfallen und beraubt wurden gestern mittag im Grunewald ein Fräulein Lüdte aus der Sophie- Charlotten- Straße 15 in Char lottenburg und ein Fräulein Eva Henneberg aus Kiel, das zum Besuch in Berlin war. Die beiden Damen hatten sich auf einem Ausflug gegen Mittag unter einer Linde einen Augenblid gelagert, um auszuruhen, als pöglich ein Mann von etwa 30 Jahren mit gezogenem Revolver hinter einem Baum hervorgesprungen fam und ihnen einen Sommermantel von Pfeffer und Salzfarbe, einen braunen Tuchhut mit blauem Band und eine Handtasche mit Toilettenfachen, alles in allem für 300 000 m., raubte. Der Räuber entfam mit der Beute. Nachforschungen, die alsbald von Beamten des 162. Reviers aufgenommen wurden, blieben erfolglos. Es wäre sehr bedauerlich, wenn es den Behörden nicht gelingen sollte, die in der nächsten Nähe Berlins liegenden, zu Groß- Berlin gehören. den Wälder und Barts von Gesindel so zu fäubern, daß die Bevölkerung fich in Ruhe der Erholung hingeben kann. Gesegnetes Brasilien. 20 " Mit der folgenden Erwiderung des brasilianischen fandten in Berlin, Guerra Duval, schließen wir die Debatte über das Gefegnete Brafilien". Herr Duval schreibt: Ich lese in der Abendausgabe Nr. 166 vom 10. April Ihres gefchäßten Blattes unter der Spigmarte Noch einmal das Ge fegnete Brafilien" den Beitrag eines Anonymus, der auf mich persönlich bezug nimmt und einige weitere unrichtige Behauptungen über Brasilien und die Art und Weise, wie es Auswanderer aufnimmt, veröffentlicht. Der Artikelschreiber entnimmt feine Nachrich ben dem Organ des Allgemeinen Italienischen Gewerkschaftsbundes ( von welchem Tage?) und einem anderen Blatte O Parafuso", welches in Brasilien erscheinen soll und dessen Namen ich zum ersten Male höre. Was das Material aus italienischer Quelle betrifft, so dürfte es vielleicht genügen, Ihnen mitzuteilen, daß Italien im Jahre 1921 ein Arbeitsabkommen schloß, in dessen Ausführung Hunderttausende von Italienern nach Brafilien ausgewandert sind und noch auswandern, nicht nur mit der Einwilligung, sondern sogar mit der Unterstügung der Regierung ihres eigenen Landes. Was für einen Zwed haben unter diesen Umständen Behauptungen wie die Ihres Gemährsmannes? Was nun den Parafuso"( auf Deutsch die Schraube"), ein Blatt, das, wie gesagt, ich zu kennen nicht die Ehre habe, betrifft, so wissen die Leser des Borwärts" sehr wohl, daß es gar nicht schwer sein würde, irgendeine der Wahr heit und den Interessen Deutschlands zuwiderlaufende These einfach durch Wiedergabe von Auszügen aus deutschen Blättern zu bekräftigen. Und ich muß befennen, daß wir in Brasilien nicht weiter fortgeschritten find als in Deutschland. Um endgültig diese Angelegen. heit zu beschließen, ist es wichtig zu betonen, daß mein Land, so sehr es Einwanderer wünscht und willkommen heißt, feine Propaganda entfaltet, um sie heranzuziehen. Wer über die gegenwärtige Am 30. Mai, vormittags 10 Uhr, findet vor dem Schöffengericht daß die europäischen Auswanderer in steigendem Maße auf unsere Lage Europas und Amerikas auf dem Laufenden ist. weiß fehr wohl, Werder a. d. H. der Prozeß des Herrn v. Kaehne gegen mehrere Gastfreundschaft angewiesen sind. Nicht ein um Einwanderer flehenBerliner Zeitungen statt. Es ist nicht Anklage wegen öffentlicher des Land ist Brasilien, dessen Grenzen die Hälfte des Flächenraumes Beleidigung erhoben, sondern die Sache wird auf dem Wege und der Bevölkerung Südameritas umfaffen, des so überaus freien der Privattlage erledigt werden. Den Vorsiz führt Amtsrichter Sentpiel. Als Zeugen sind geladen der Erste Staatsanwalt und reichen Erdteils, das die Hoffnung der Auswanderer darstellt..." in Potsdam Gerlach und die Berichterstatterin Frau Mauracher. Die Zeugen sollen befunden, daß Herr v. Kaehne jun. schon bei einer Schwurgerichtsverhandlung am 23. Januar 1922, bei der er megen 21032 28 21137.72 21093.64 21195.36 versuchten Totschlages angeklagt war, behauptet haben soll, daß die v. Kachne schon von Kindheit auf dazu angehalten worden feien, bei Rechtsverletzungen auf ihrem Gebiet fofort zur Baffe zu greifen. Kurs Devisenkurse. 12. April 11. April Käufer Verkäufer Räufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Surs Kurs Kurs 8239.35 8280.65 8239 35 7678.20 1206.97 1218.03 1201.98 3777.53 8796.47 8780 52 3992.49 4012.51 8999.97 5588.49 5616.51 5593.48 8280 65 7736.80 1208.02 7799.68 4120.03 5621.52 570.07 572.93 9975.- 10025.- 9975.- 1025.1043.88 1049.12 1044.88 1050.12 97879.68 98370.32 97879.68 98370.82 1 argentinische Papier- Beso 7703.19 7741.81 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 schwedische Krone 1 finnische Mart. 1 japanischer Jen 1 italienische Sire 1 Biund Sterling 1 Dollar. 1 französischer Frank 1 brasilianischer Wilreis 1 Schweizer rant. 1 spanische Beseta 100 öfterr. Stronen( abgeft.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Strone 1 bulgarische Rewa 1 jugoslawischer Dinar 1402.48 1409.52 1398.99 1408.01 2244.87 2255.03 2244.37 2255,63 3864.64 3835.88 3854,62 3815.30 8219.98 8236.07 3236.07 3219.93 29.62 29.78 627.92 4.66 160.84 212.96 Ein Kachne- Prozeß. Wer ist das ertrunkene Kind? www Am 31. März wurde von einem Wachtmeister der Schutzpolizei 631.01 an der Sandfrugbrüde die Leiche eines Knaben von etwa 4.70 1% Jahren aus dem Wasser gelandet und nach dem Schauhause 162.66 gebracht. Es ist unbegreiflich, daß sich trog der Beröffent 214.04 lichung nog niemand gefunden hat, der über den! Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Mild und vielfach beiter, vorübergebend stärker bewölft mit etwas Regen und ziemlich lebhaften östlichen bis südöstlichen Binden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Jungsozialisten, Gruppe Treptow. Elfenfte 8, Mitgliederversammlung Heute, abends 7% Uhr, im Jugendheim, 14. Kreis, Reukölln. Bezirksverordnete und Mitglieder der Wohnungskommiſſion Freitag, no mittags 4 Uhr, Sigung im Gigungssaal des Wohnungsamtes, Bantower Straße. Beraan. Sonnabend, den 14. April, abends 8 Uhr, bei Modisch, Kaiserstraße, Generalversammlung. Erscheinen sämtlicher Mitglieder wird erwartet. Gewerkschaftsbewegung Wie steht's im Ruhrgebiet? Bericht einer Delegation der Borsigwerke. e Arbeiter und Arbeiterinnen der Borsigschen Betriebe ... in Tegel versammelten sich am Mittwoch in ihrer Kantine, um en Bericht einer Arbeiterdelegation, die auf Kosten der Direktion eine Studienreise ins Ruhrgebiet unternommen hatte, entgegenzunehmen. Ein Redner verlangte, diesen Bericht von der Tagesordnung abzuseßen, da die Reise auf Anregung und auf Rosten der Diretion und nicht auf Berlangen der Betriebsbeleg schaften unternommen wurde und der Bericht deshalb nicht ab. jeftin sein tönne. In der Abstimmung entschied sich die Versamm lung für Entgegennahme des Berichts. Ein fommunistisches Mitglied der Ruhrdelegation berichtete, daß die siebenköpfige Abordnung, die aus allen Parteirichtungen zusammengefeßt war, ihre ersten Studien in Oberhausen ge. macht hätte. Hier konnte sie feststellen, daß die Franzosen den Bahnhof zerstört haben und sich die Spuren ihrer Zerstörungswut auch an Stellwerken und Weichen zeigen, wobei häufig der Borschlaghammer benutzt war. Nicht genug damit, daß man ganze Waggons ausplünderte oder deren Inhalt unbrauchbar machte, z. B. einen Waggon Porzellan zerschlug oder Ladungen von Kaffee und Gewürz durcheinandermengte, vergriffen sich die Franzosen auch an Kleidungsstücken der Eisenbahnarbeiter und erschnitten die Kleider. Die Kommission tonnte weiter feststellen, daß sich alle Parteirichtungen in der Abwehr dieser Schandtaten einig find. Ferner wurden einzelne Zechen und Gruben besucht, um so bie Stimmung der unter Lag schaffenden Arbeiter fennen zu lernen. Ueberall dasselbe Bild. Man sagte uns, wir sollen nur für das notwendige Effen forgen, die Franzosen würde man sich schon vom Leibe halten. Auch in Buer und Redlinghausen besteht eine gefchloffene Abwehrfront. In Effen hatte die Abordnung Be Legenheit, das Kruppwert zu besichtigen. Von einer Arbeits: losigkeit ist nichts zu verspüren, froßdem eine Absatzmöglichkeit für die angesammelten Waren momentan nicht vorhanden sei. Die Direktion läßt auf Lager arbeiten. Das tommunistische Kommissionsmitglied bestätigte bann die Behauptung der Tagespresse, daß franzöfifche Offiziere mit geflochtenen Hundepeitschen umherlaufen und diese dann und wann ausprobieren". Selbst ihre eigenen Mannschaften traftieren sie damit. Persönlich konnte die Kommission nur einen Fall von Mißhandlungen beobachten. Ein Franzose beläftigte ein Mädchen, was sich ein Herr verbat, worauf der Soldat mit einigen Kolbenstößen antwortete". In der nun folgenden Distuffion bezeichnete ein Redner die ganze Delegation samt dem rein sachlichen Bericht als„ nationale Mache" und warnte vor einer Stimmung wie 1914. Ein anderer Redner betonte, daß, wenn einmal die Ruhrbesetzung erledigt sein follte, ein großer Kampf zwischen der dortigen Arbeiterschaft und bem Rapital unvermeiblich fet, infolge der Arbeit auf Lager" Durch die riesigen Warenvorräte hätten die Industrieherren die Macht über die Arbeiterschaft. Einige Delegationsmitglieder ergänzten den Bericht dahin, daß der kommunistische Betriebsrat Böhm bei Krupp in einer AusSprache die Schreibweise der Roten Fahne" über die Vorgänge im Ruhrgebiet verurteilt habe. Nachdem bereits der größere Teil der Bersammlungsteilnehmer den Saal verlassen hatte, gelangte noch eine Entschließung zur Annahme, die gegen das Verbot der" Roten Fahne" protestiert. Die republikanische Postverwaltung. Man schreibt uns:„ Die Vorgänge innerhalb der Boftverwaltung, auf die hier bereits mehrfach hingewiesen wurde, lassen erkennen, daß die Verwaltung bestrebt ist, einen Reil in die Beamtenschaft zu treiben, um sie zu einem willenlofen Werkzeug der Reattion zu machen. Neuerdings hat das Briefpoftamt folgenden Erlaß an das Berfonal gerichtet: Durch Berhandlungen mit den zuständigen Organisationen lassen fich gewiffe Sicherungen nach der Richtung hin schaffen. 400 bis 600 m. Fahrgeld zu veranlassen, um sie dann durch die Schupo wieder fortjagen zu lassen. Wie wir feststellten, hatte die Firma weder von der zuständigen Organisation, dem Buchbinderverband, noch von derem Arbeitsnachweis Arbeitsfräfte angefordert. Es gibt Situationen die Zuschrift weist mit Recht auf den Rapp- Butsch hin, wo die Berpflichtung zur Arbeit vorübergehend hinter die höhere Pflicht zur Erhaltung der Republit zurücktritt. Hält die Reichspoftverwaltung ihre Methode für richtig, bann müßte fie schon tonsequent handeln und jeden einzelnen Beamten, insbesondere in den gehobenen Stellen ver endgültig gescheitert. Die Aussperrungsfündigungen der Unter3m konflift im englischen Baugewerbe find die Verhandlungen pflichten, alles zu unterlassen, was der Förderung der nation a nehmer treten somit am Sonnabend in Kraft. Die Zahl der beistischen Umtriebe zur Berächtlichmachung und Betämpfung troffenen Arbeiter beträgt 500 000. Die Lage im Land. unferes republitanischen Staatswesens dient. Das erscheint uns arbeiterstreit in Norfolk ist unverändert. 600 Polinoch notwendiger als solche Borbeugungsmaßnahmen gegen giften aus anderen Grafschaften find in Norfolt fonzentriert einen etwaigen Streit. Es muß jedoch das Mißtrauen aller worden. Infolgedessen hat, wie Reuter meldet, der Einschüchterungsrepublikanischen Beamten in hohem Maße erregen, wenn andauernd feldzug der Streifenden gegen die Außenseiter nachgelaffen. Maßnahmen gegen die linfsstehenden Beamtenkreise vor etwaigen wirtschaftlichen Bewegungen getroffen werden, die An Der Ausstand im steirischen Kohlen- und Erzrevier dauert an. hänger der unablässig mit politischen Aktionen gegen den Bestand der Republit drohenden monarchistisch- nationalistischen Kreise unter den Postbeamten jedoch unbehelligt bleiben. Wirtschaft Der Streik der Bananschläger beendet. Gegen das„ freie Spiel der Kräfte" im Kohlenbergbau. Da bei den Lohnverhandlungen der Bauanschläger mit den Ar. Dem Bericht der amerikanischen Rohlenfom. beitgebern feine Verständigung zu erreichen war, mußte vor dem mission, die nach dem großen Bergarbeiterstreit ins Leben ge Schlichtungsausschuß verhandelt werden. Dieser fällte am 31. März rufen wurde, entnehmen wir folgende Angaben über die Mängel einen Spruch, der den Anschlägern einen Stundenlohn der heutigen Kohlenwirtschaft in den Bereinigten Staaten. Die on 1718 m. und die Erhöhung des Affordpreises auf das Rommission stellt eine Uebertapitalisierung des Stein2030fache des Tarifs von 1912 zubilligt. Von den Arbeitern wurde fohlenbergbaues feft als die Hauptursache des unsicheren der Spruch angenommen, von den Arbeitgebern aber abgelehnt. Geschäftsganges, der mangelhaften und unregelmäßigen Beschäfti Die Bertreter der Arbeiterschaft wandten sich hierauf an den De- gung der Arbeitsfräfte und der viel zu langsamen Besserung der fonnte, fam es in den Betrieben derjenigen Arbeitgeber, die dem tohle jährlich verbrauchen; mit den vorhandenen Bergwerks mobilmachungskommissar. Bevor dieser eine Entscheidung treffen Konjunktur. Das Land fann etwa 580 Millionen Tonnen SteinSpruch des Schlichtungsausschusses die Anerkennung versagten, zum anlagen( im Rapitalwert von 1,9 Milliarden Dollars) und bei der Streit. Gestern fanden die Berhandlungen vor dem" Demo" statt, heutigen Bergarbeiterzahl( zwei Drittel Millionen Mann), würde die zur Anerkennung eines Bergleichsvorschlags aber die volle Ausnuzung der Werke und die volle Be führten, über den Fuchs als Vertreter des Metallarbeiterverbandes schäftigung der Arbeiter eine Menge von 800 Millionen Tonnen in der Bersammlung der Bauanschläger am gestrigen Mittwoch ergeben. Daraus erklärt es sich, daß die durchschnittliche Zahl der abend berichtete. Nach dem Vergleich erkennen die Arbeit. Arbeitstage 1921 nur 149 Tage betragen hat, während fie 1913 gebe: den Spruch an, andererseits willigen bie Arbeiter 217 Tage betrug, während das Jahr eigentlich 308 Arbeitstage barin, daß dieser bis zum 15. Mai gelten soll. Doch wurde aufweisen sollte: diefer Ausfall an Arbeitstagen ist nur zu einem Lohnerhöhungen Anspruch zu machen, wenn diese den gleichen oder verlorenen Arbeitstage), während er zum größten Teil durch die eine Klausei angefügt, nach der die Arbeiter berechtigt find, auf fleinen Teil auf die Streits zurückzuführen( nur 1 Prozent der Drwandten Branchen in der Bauschlosserei inzwischen zugestanden unregelmäßige Versorgung mit Aufträgen, also durch die Ueber. werden sollen. Der„ Demo" ertlärte, fich eventuell für diesen An. laftung des Kohlenmarties infolge der Ueberfapitalisation fpruch einzufezen Die dem Bericht folgende lebhafte Diskussion zu erklären ist. Troß steigender Arbeitsergibigkeit( 4% Tonnen pro hatte zum Ergebnis, daß die Versammlung gegen eine erhebliche Tag und Kopf der Belegschaft im Jahre 1921 gegen 3½ Tonnen Minderheit dem Vergleich zustimmte. Heute soll die Arbeit im Jahre 1910) und gestiegener Arbeiterzahl( 663 000 Mann statt allen Betrieben geschlossen wieder aufgenommen werden. 556 000) ist infolge der unregelmäßigen Beschäftigung der Ertrag fogar etwas gesunken. Berichtigung von Willy Emanuel u. Co. Hier ist ein glänzendes Beispiel dafür, daß„ bas freie Spiel der Kräfte nicht imftande ist, die Produttion den Marktververöffentlichte Warnung vor den Heimarbeiterinnengebühren der tausend Grubenbefizer, welche die 9000 Braunkohlengruben befizen Die in der letzten Montagausgabe( Nr. 164) des Borwärts" hältnissen rasch und schmerzlos anzupassen. Die sechs Firma Willn Emanuel u. Co., Mohrenstr. 8, brachte uns eine preß-( es handelt sich in dem ganzen Bericht nur um die Braunkohle, gefeßliche Berichtigung" nebst folgender Ankündigung ein: nicht um das Anthrazit, beffen Produktion viel mehr fonzentriert Bir behalten uns selbstverständlich vor, nach Rücksprache mit ift), zusammen mit einigen Hunderten von Großhändlern, 3½ Tau unserem Rechtsbeistand weiter gegen Sie vorzugehen, da wir in der fend Zwischenhändlern und 38 Tausend Kleinhändlern haben in den erlassenen Warnung eine Geschäftsschädigung erbliden." Pressegesetzes entspricht, lehnen wir deren Aufnahme ab, wollen begünstigt. Dazu kommen noch die Eisenbahngesellschaften, Da die„ Berichtigung" nicht den Anforderungen des§ 11 des Seiten der Hochkonjunktur in wildester Konkurrenz immer neue und neue Betriebserweiterungen vorgenommen bzw. jedoch turz auf die Angaben eingehen, die die genannte Firma für welche 28 Prozent der Steinfohle verbrauchen, und die ebenfalls ihr Berhalten geltend macht. Sie habe für eine neue Papierfalz- untereinander fonfurrieren und daran interessiert sind, durch tarifarbeit Heimarbeitskräfte gebraucht und fich deswegen an die in liche Borteile die Gründung neuer Schachtanlagen zu begünſtigen, Frage kommenden gewertschaftlichen Organisationen um durch billige Lokomotivbeheizung den Konkurrenten totzuschlagen. gewandt. Als nach zwei Wochen fich feine Arbeitskräfte meldeten, Aehnlich haben sich auch die anderen großen Kohlenkonsumenten habe die Firma das Gesuch in der Morgenpost" aufgegeben. Unfere( die Eisenbahnindustrie verbraucht 7 Prozent, die Bertokung 15 ProAngabe, daß sich daraufhin fofort am Ofterdienstag sehr viele Frauen zent) verhalten: einige haben eigene Kohengruben angelegt, um im gemeldet haben, wird durch die Berichtigung bestätigt. Man habe Ronkurrenzfampf auf sich selbst gestellt zu sein. Die Folge davon mit den zuerst Gekommenen die Angelegenheit besprochen und sich diejenigen herausgesucht, die nach ihrer früheren Tätigkeit und ihren neue und wenig ergiebige angelegt wurden, was- sobald die hoch war, daß, statt die bestehenden Bergwerfe voll auszunuzen, viele fonftigen Fähigkeiten geeignet erschienen, und den übrigen mitgeteilt, tonjunttur aufhörte zu Berluften für die Unternehmer und Ar daß die freien Stellen befeßt wären". beitslosigkeit oder zu Lohn herabsegungen und Lohn. tonflitten für die Arbeiter führte und noch jetzt die Erholung hemmt. Das ist aber nur die Folge davon, daß sowohl das Kohlen. angebot wie bie Kohlennachfrage unter dem Chaos der Konkurrenz leiden. blem auf den Grund zu gehen und die Frage zu stellen, ob dieses Diese Sachlage hat die Kohlentommiffion veranlaßt, dem Prolebenswichtige Produkt der freien Konturrenz überlassen werden soll oder ob eine Regelung oder Kontrolle oder Staatsbesig vorzuziehen wäre". Ohne sich für Treuhänder der Gesamtheit anzusehen, denen das wichetwas Bestimmtes zu entscheiden, betont die Kommission die Notwendigkeit, sowohl die Bergwerksbesitzer wie die Berarbeiter als tigfte Gut anvertraut ist und die deshalb in ihren Handlungen ( Breisfestsetzung Ronflitte) unter Umständen gebunden werden follen. Nach der Schilderung von Frauen, die fich fofort pünktlich um Gemäß Verfügung 29 im Poftnachrichtenblatt, Nr. 6/23 for 11 Uhr melden wollten, waren die Stellen bereits befeht als fie das arbeitsbereite Bersonal ermittelt werden. Beamte, die im Falle in der Mohrenftr. 8 antamen. Den zunächst eingestellten Kräften einer Arbeitsniederlegung gewillt find, unter allen Umhabe man ertiärt, daß ihnen das Fahrgeld und eine gewisse Ent ständen zu arbeiten, wollen daher eine entsprechende Erklärung schädigung( Wieviel? Die Red.) vergütet werde, selbst wenn sich bei ihrem Stellenvorsteher abgeben!" nach der Zeit des Einarbeitens( etwas 6 bis 8 Tage) herausstelle, Erst hat man schüchtern versucht, das arbeitsbereite Berfonal daß fie für die Tätigkeit nicht geeignet seien. Das Einarbeiten zu ermitteln, jezt verlangt man bereits, daß unter allen Umerfolge stets an unverfäuflichem Abfallmaterial. Die zunächst einge ftänden gearbeitet wird. Bir verweisen hierbei auf den Rapp- ftellten Frauen feien damit einverstanden gewesen. Weiter steht Butsch und fragen gleichzeitig, ob sich die Bostverwaltung bereits bann in der Berichtigung: auf ähnliche Fälle vorbereitet, um diesmal den Rechtsbolschewisten tarte Menge veranlaßte am ersten Tage das Erscheinen der SchußDie von abgewiesenen Elementen aufgehegte etwa 3000 Röpfe zum Siege zu verhelfen." Ob das Problem der Berpflichtung der Beamten zur Arbeits- polizei. Durch deren Eingreifen allein gelang es, den Hof des willigkeit unter allen Umständen so brennend ist und ob derartige Bureauhaufes zu säubern. Der Geschäftsinhaber felbft hatte sich Methoden geeignet find, es vollauf zu lösen, laffen wir dahingestellt vorher vergeblich bemüht, die Anwesenden zu entfernen, die glaubten, fein. Bunächst ist die Nebenwirkung dieser Methode eine Ge- ihrer Enttäuschung in den ungehörigsten Ausdrücken Luft machen finnungsfnüffelei, die jedoch zwecklos ist, da unter zu dürfen." Eine dreiprozentige Herabjehung der Walzeisenpreise wurde vom folchem Gewissenszwange je der Beamte die geforderte Erklärung Auf unsere Darstellung, daß die Frauen den Erfah ihres Fahr- Stahlbund beschlossen. Bisher galten noch die Breise vom abgeben, im gegebenen Moment jedoch trotzdem das tun wird, was geldes verlangten, und dieser ihnen verweigert wurde, geht die Be- 21. Februar, wonach 1 Rilogramm Thomas Stabeifen sich auf die Allgemeinheit der Beamten für notwendig und ehrenhaft hält. richtigung" nicht ein. 1043 M. ftellte. Heute foftet es 1012 m., mehr als das ZehntausendBugegeben, daß eine Institution wie die Reichspoft verpflichtet ist, Bir bleiben dabei, daß es eine Rüdfichtslosigteit fache des Vorkriegspreijes bei dem fünftausendfachen Dollarstand für möglichst ungestörten Betrieb zu forgen. Rommt es lediglich fondergleichen ist, durch die Art der Abfassung des Inserats, und noch nicht zweitausendfünfhundertfachen Löhnen gelernter Me barauf an, dann gibt es dazu denn doch andere Mittel und Wege als das„ Ständig Arbeit, hohen Verdienst" zusicherte, ohne irgendwelche tallarbeiter in Essen- das nennt man dann Preisabbau! eine wirtschaftlich zwangsläufige Berpflichtung der einzelnen Angaben der Zahl der gesuchten Arbeitsträfte, wegen Beamten. Auch der Reichspostverwaltung dürfte bekannt sein, daß der Beschäftigung einiger Frauen, eine etwa 3000 Röpfe starte Berantwortlich für den rebaft. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: ihre Arbeiter, Angestellten und Beamten organisiert find. Menge" arbeitsloser Frauen anzuloden, fie zur Ausgabe von etwa Borwärts- Buchbruckerei u. Berlaasanftalt Baul Ginger u. Co.. Berlin. Lindenstr. 8 Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag 6. m. b. S.. Berlin. Hosen! Hosen! Damen- und Herren- Stoffe Arbeitshosen, feldgraue Hosen, Breeches, schwarze u. gestreifte Hosen, Turner und Fußballhosen kauft man gut u. vorteilhaft in großer Auswahl in der Munchen- Gladbacher Hosen- Zentrale NW.87, Beusselstr. 39 Blauer Laden. Bauchhosen für beleibte Herren. Fahrgeldvergütung! aller Art in großer Auswahl. Gabardine, Kammgarne, Covert. coats, Tache, moderne Streifen, Volle, Musseline usw. Kleider- u. Futter- Seiden schwarz und farbig. Paul Karle O. 34, Warschauer Straße 79. 15000 Mark möchentlich erh. 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Karlshorft: Bernd, Riost, Bahnhofplag. Rönigswusterhaufen: E. Mener Botsbamer Str. 9. Rovenid, Sirichgarten: Schla a Rieker Str. 6( Laden) Lichtenberg 1: Lichtenberg. Wartenbergstr. 1. Tharlottenburg III, Cichlamp: Joachimi, Ralferbamm 102, Lichtenberg II, Rummelsburg, Stralau: Lichtenberg, BogGartenhaus 1 Tt. hagener Str. 62. Neukölln II: Siegfriedftr. 28/29. Seulölln III: Binaler. Sobrechtftr. 40, v. 1. Reutöln- Brig: Mittaa Brig. Chauffeeftr. 82. Niederschöneweide: Schindler. Fennstr. 23. Rowawes: Rari Rrohnbera Eilenbahnftr. 10. Oberschöneweide: Robert Raul Mathildenftr. 5 Bankow Rikmann blen fr 70. Rahnsdorf: Teichert. Forftftr. 7. Meinidendorf- Ost Schönbola: bert Bable Brovina Reinidendorf- Rofenthal: Seinrich Gorstt. Sauptftraße 28. Reinickendorf- West: Seidel, Scharnweberstr. 114. Schmargendorf: Rehab Breite Str. 8. Schöneberg: Belziger Str. 27. rake 50 Paden! Senaig, Mittenwalde, Schentenbort, Rieberlehme, Rene Mühle, Bernsdorf, Cablaw: Friebemalb. Gengig, Chauffeefte. 54. Südenbe: Budwig, Halsteftr. 86. Tegel, Tegelort, Jörsfelde, Conradshöhe: Spies, Tegel, Schlieperftr. 52. Teltow: äfe1. Ritterftr. 29. Tempelhof: Raiser Wilhelm- Str. 18. Sempelhof: Randler, Suhenzollerntorso 5. Erebbin: Göring. Bahnhofftr. 62. Waidmannsluft: Rohde, Oraniendamm 10. Ereptow: Weiß Riefholaftr. 18b. Weißenice: Greunte Berliner Dee 54. Wildan- Boherlenme: Rub. 2ettom. Bilheimshagen, Seffenwintel: Schulse. Wilhelmshagen. Wilhelm ft. 81. Wilmersdorf: Frau Schubert, Tübinger Str. 4a, Rellet. Wilhelmsaue 27. Bittenau: 8ibeII, Sauptstr. 24. Woltersdorf: urban m Eichendamm 22. Behlendorf, Schlachtenfee, Nitolassee. Rehlendorf. Teltowee Straße 8. Benthen, Miersdorf: A. Behling. Bahnhoffte. 2. Boffen: itt. Bahnhofftr. 25. Sämtliche Literatur fowie alle wiffenfchaftlichen Berfe werden geliefert. Sonntags fub bie Geschäftsstellen gefchloffen.