Nr.17140.Jahrgang Ausgabe A nr. 85 Bezugspreis: Für den Monat April 5800 9. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luxemburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Postbezugspreis reibleiben d. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Echweden, Schweiz Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und geit", der Unter haltungsbeilage Heimmelt und der Beilage Giedlung und Kleingarten" erscheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adreffe: Sozialbemokrat Berlin sade sid Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 180 Mark Anzeigenprets: Die einspaltige Nonpareillezeile Loftet 1200 M. Reflamezeile 6000 W. ,, Kleine Anzeigen das fettgedrudte Wort 375 M.( zulässig zwei fettgebrudte Worte), jebes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jedes weitere Wort 150 M. 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Aus finanziellen Gründen haben wir für Ernährungsforschung gebildet, der auch gute Beröffentlichungen das nicht mitmachen können. Wir haben lediglich den Ausschuß herausgegeben hat. Im nächsten Jahr wird hoffentlich der betref fende Etatstitel weiter erhöht werden, den der Ausschuß diesmal auf 3 Millionen erhöht hat. Wir hoffen auch, daß die Männer der Wissenschaft nicht wieder das Bolt irreführen werden, wie es im Kriege geschehen ist( Beifall bei den Soz.) ausgeworfen, zur Förderung der Seefischerei 23 Millionen. Zur Förderung der Binnenschiffahrt find 500 000 M Der Reichstag hat gestern mit den Stimmen der bürger-| Eingriff in das tapitalistische System an, daß sie selbst die[ lichen Parteien gegen die Stimmen der Sozialdemokraten die Volksernährung darunter leiden zu lassen bereit sind. Beseitigung der Getreideumlage beschlossen. Da- Die bürgerlichen Parteien haben statt dessen bemit ist der letzte Pfeiler der behördlichen Ernährungswirtschaft schlossen, daß die Getreidewirtschaft völlig frei sein soll. gefallen, und zwar in einem Augenblid, in dem die Ernäh- Lediglich eine beschränkte Menge Getreide foll vom Reich als rung völlig ungesichert ist und die Aussichten für das tommende Reserve gehalten werden. Wie diefe Reserve aufgebracht Wirtschaftsjahr völlig unübersehbar sind. Das rein bürger- werden soll und vor allem zu welchem Preise, und wie der liche Kabinett Fehrenbach- Simons hat 1920 den Abbau der Gefahr der Preissteigerung durch den Kauf einer großen Zwangswirtschaft eingeleitet, das rein bürgerliche Kabinett Menge in einem sehr furzen Zeitraum begegnet werden soll, Cuno- Beder hat ihn vollendet. Diese Tatsachen tennzeichnen darüber hat man sich wohlweislich völlig ausgeschwiegen. die Richtung und die Gefahrrein bürgerlicher Re. Gleichfalls völlig unficher ist die Frage, wie die überaus gierungen. Bei ihnen hat sich das Gefamtinteresse dem schußbedürftigen Kreise der Bevölkerung Klaffenintereffe unterzuordnen, statt dieses zu beherrschen. die Rentner und Armengeldempfänger aller Art- vor den dem Ausland fortdauernd steige. Die Fischreedereien nahmen nicht Abg. Horn( Soz.) tabelt, daß die Ausfuhr deutscher Fische nach Wie start das letztere der Fall ist, zeigt die Stellung Gefahren eines täglich wachsenden und unablässig steigenden die geringste Rücksicht auf die Bolts ernährung und die Großhändler nahme der einzelnen Barteien zu der Frage: Wie kann die Brotpreises geschüßt werden sollen. Zwar enthält die Ent- steigerten fortgesezt die Preise im Inland. Dabei verschlechterte sich Bersorgung der Bevölkerung mit Brot am besten sichergestellt schließung der bürgerlichen Mittelparteien die Bestimmung, die Lage der fleinen Fischer zusehends. Von der Regierung müsse werden? Die sozialdemokratische Frattion hatte daß für Minderbemittelte eine gewisse Berbilligung man verlangen, daß das Berbot der Ausfuhr von Fischen davon abgesehen, sich erneut für die Wiederholung der alten des Brotes eintreten soll. Aber wie die Mittel dafür auf- ftreng aufrechterhalten werde. Getreideumlage einzusehen. Es war bereits im Vorjahre gebracht werden sollen, steht in feiner Weise fest. Ausdrücklich schwere Schädigung hin, welche die ostpreußischen Fischer dadurch Abg. Kunert( S03.) weist in eingehender Darlegung auf die schon schwierig, die Getreideumlage zum zweitenmal durch hat der Reichsfinanzminister Hermes erklärt, daß eine neue erlitten haben, daß die Willkür der Entente eine neue Grenze zusetzen. Es gelang nur, weil die ökonomische Widerstands Steyerquelle nicht in Frage fommt, aber auch eine Verschär- gegen das Memelland und Litauen aufgerichtet hat. fraft der Landwirtschaft durch die politischen Einflüffe( Teil fung der bisherigen steuerlichen Belastung des Besizes weisen nahme der Sozialdemokratie an der Regierung, Rathenau- die bürgerlichen Parteien zurüd. Die Sozialdemo Die beiden Positionen werden bewilligt. Mord) geschwächt worden war. Die mit jeder schematischen tratie hatte ausdrücklich beantragt, daß die zur Verbilligung Regelung verbundenen Härten aber find im abgelaufenen des Brotes erforderlichen Mittel durch 3 us chläge zu der Jahre dem Umlagegedanken besonders schädlich gewesen, weil Bermögenssteuer aufgebracht werden müssen und daß fie infolge der späten Verabschiedung des Gesetzes und des diese Belastung des Besizes vor Beginn des neuen Wirtschaftsteilweise schlechten Ernteausfalles besonders groß waren. Abstimmung über die zum Ministergehalt beantragten Entschließun Hierauf nimmt das Haus die vor der Osterpause zurüdgestellte gen vor. Die vom Ausschuß beantragte Entschließung, wonach Maß: nahmen zu treffen sind, die darauf abzielen, der Bevölkerung mit niedrigen Einkommen den Bezug des unentbehrlichsten Nahrungsjahres durchgeführt sein muß. Aus dem früheren Verhalten lichen, und wonach die Kosten dieser Maßnahmen allen leistungsmittels, des Brotes, zu verbilligtem Preise zu ermög der bürgerlichen Parteien, insbesondere bei Beratung des fähigen Bevölkerungsschichten aufzuerlegen find, gelangt mit den Geldentwertungsgesetzes, und durch die Ablehnung dieses An- Stimmen aller bürgerlichen Parteien zur Annahme. trages ist klar erwiesen, daß eine wirkliche Besitzbelastung felbst in dieser Zeit der Not und für den Schutz der allerbedürftigDarauf folgte die sten Kreise unseres Volkes nicht zu erwarten ist. # rung ab, daß seine Partei fachlich mit den Deutschnatio die Resolution Hergt stimme, weil der von ihr mit unterschriebene nalen volitommen übereinstimme, daß sie aber gegen Kompromißantrag dem Sinne nach dasselbe ausspreche. Eine von den Kommunisten beantragte Entschließung, die Daher ist der Widerstand der Landwirtschaft gegen die Umlage ungemein gewachsen. Er erstreckt sich nicht mur gegen die Wiederkehr einer Umlage im tommenden Erntejahr, sondern ebenso sehr auf die Durchführung der beschlosse nen Umlage. Sie ist in vielen Fällen durch den paffiven und Gesamtabstimmung über die künftige Getreidewirtschaft attiven Widerstand der Landwirtschaft und durch die So stellen denn die Beschlüsse des Reichstags ein schwe= Schwäche der Staatsgewalt unmöglich geworden. res Unrecht gegen die Masse der Bevölkerung, deren 3wangswirtschaft auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Die Resolution Hergt und Gen.( Dnat.), monach die Damit entfällt die Möglichkeit, sie im kommenden Erntejahr Widerstand am Rhein und an der Ruhr dadurch auf eine Erzeugung mit Beginn des Wirtschaftsjahres 1923/24 aufge nun noch einmal zu wiederholen. Das fommt aber auch um neue starte Belastungsprobe gestellt wird, dar. Bei weite- hoben, auch Getreideumlage nicht mehr erhoben und die Reichsbeswillen nicht in Frage, weil der Hauptvorteil der Umlage- rem Sinten der Mart wird die freie Wirtschaft die getreideftelle am 1. Oftober d. 3. aufgelöst werden soll, wird mit die Niedrighaltung der Preise durch das Ver- Brotversorgung der Bevölkerung den schwersten Gefahren 261 gegen 93 Stimmen abgelehnt. halten der bürgerlichen Barteien und der Reichsregierung be- aussehen. Brot wird dann genau fo wie jetzt andere Nah- Abg. Döbrich( Dt. Bp.) gibt zu dieser Abstimmung die Erfläfeitigt worden ist. Die Umlagepreise find genau so hoch wie rungsmittel täglich seinen Preis ändern. Da der Lohn nicht die freien Marktpreise. Daher ist vom Standpunkt der Preis mit derselben Schnelligkeit zu folgen vermag, noch weniger die freien Marktpreise. Daher ist vom Standpunkt der Preisgestaltung aus gesehen die Umlage fein zweckmäßiges Mittel die Renten und Unterstützungen, so wird eine weitere Bermehr zur Brotversorgung der Bevölkerung. Bevölkerung mit dem wichtigsten Nahrungsmittel völlig ber Folge sein. Aber auch bei etwaigem Steigen der Mark find 3wangswirtschaft für Getreide in vollem Umfange wiederherzus Ebensowenig aber ist es denkbar, daß die Versorgung der Schärfung der Unsicherheit der Eristenz dieser Schichten die Willkür der Interessenten überlassen bleibt. Da Deutschland große Gefahren zu befürchten. Immer deutlicher wird die stellen, wird abgelehnt, desgleichen ein analoger Antrag der nur etwa zwei Drittel seines Bedarfs an Brotgetreide auf dem Absicht der Erzeugerfreise, die lange Jahre hindurch alle Vor- Sozialdemokraten. teile der Geldentwertung genossen haben, die frei sind von Hierauf stimmt das Haus namentlich ab über die vom heimischen Boden erzeugt, würde der Berzicht auf eine Regelung Schulden, die sie mit Pfennigen zurückzahlten, wo sie Tausende 3entrum, Demokraten, Deutsche Volkspartei und Bayerische Volks die Gefahr des Mangels in bestimmten Zeiten und „ Die Sicherung des Bedarfs an Brotgetreide durch eine geGegenden und die Gefahr wilder Preissteige von Mart erhalten hatten, bei einem etwaigen Umschlag der partei eingebrachte Entschließung: rungen hervorrufen; denn auch vor der Spekulation mit Konjunktur sich gegen die niedrigeren Weltmarkt- bundene wirtschaft ist nicht mehr möglich. Von einer Brot schreckt der profitlüfterne Kapitalismus nicht zurück. preise zu schützen. Der Ruf nach den Schutzöllen wird weiteren Getreideumlage muß daher abgesehen werden. Die rechtschon jetzt erhoben, er würde, verstärkt und mit nationalen zeitige Sicherstellung einer für die Ernährung der Bevölkerung ausWenn deshalb die Sozialdemokratie auf die Wiederholung Gründen versehen, dazu benutzt werden, um die Auslands- reichenden Brofgetreidemenge unter Mirtwirkung der landwirtschaftder Umlage im Jahre 1923/24 feinen Wert legte, fo bedeutet preise fünstlich vor dem Sinken zu bewahren. lichen Organisationen, der Berbrauchervertretungen, der Mühlen, der bas teineswegs den Verzicht auf den Schuß der Bevölkerung vor den Gefahren der freien Wirtschaft. Im Gegenteil, die einen Beweis. Die Sozialdemokratie wollte, um die deutsche auf jeden Fall die breite Maffe der Sozialrentner, Erwerbslosen, Die gestrige Sigung des Reichstags lieferte bereits dafür Bäcker und des legitimen Handels ist erforderlich. Eine Berbilligung des Brotes für minderbemittelte, zu denen Sozialdemokratie verlangte einen erhöhten Schuh, indem fie Bevölkerung mit dem billigen Auslandsgefrierfleisch Armengeldempfänger und der Kinderreichen zu rechnen ist, ist unter eine Regelung vorschlug, die über den Rahmen eines wirtschaftlichen Programms hinausging und vor allem die Er- zu versorgen, das in tadelloser Qualität geliefert wird, daß Deckung der erforderlichen Mittel durch Belastung des Defizits in zeugung von Getreide zu fördern beabsichtigte. Die Sozial- beffen Einfuhr frei wird von den schifanösen Bestimmungen, weitestem Umfange zu bewirken. Diese Belastung muß vor BeDemokratie verlangte deshalb, daß der gesamte Getreidebedarf die vor Jahren aus Liebe zu den Agrariern eingeführt worden ginn des neuen Wirtschaftsjahres gesehlich festgelegt sein. Borzur Brotbeschaffung für die versorgungsberechtigte Bevölke- waren. Sie sind zwar gegenwärtig durch eine Verordnung her wird die Reichsgetreideftelle nicht aufgehoben werden. Das Errung mit 4% Millionen Tonnen im Inland aufgebracht wer außer Kraft gesetzt, tönnen aber jederzeit wieder eingeführt nährungsprogramm der Reichsregierung für das Jahr 1923/24 it den soll. Für jede Tonne abgeliefertes Getreide soll eine werden und sind somit ein ungeheures Hindernis für die stär- mit möglichster Beschleunigung vorzulegen. entsprechende Menge Stid stoff geliefert werden, die dem tere Einfuhr von Gefrierfleisch, die die Voraussetzung für Wertverhältnis zwischen Stickstoff und Getreide im Frieden billige Lieferung und billige Versorgung ist. Der von den entspricht. Zur Beschaffung des Stickstoffes soll das Reich Sozialdemokraten vorgelegte Gesezentwurf wurde von den die ganze Inlandsproduktion in Anspruch nehmen und, wenn kratische Entschließung ihres Kernstüdes, der zehnjährigen bürgerlichen Parteien überhaupt abgelehnt, eine sozialdemo= erforderlich, Chilesalpeter einführen. Dieser Antrag sichert zwar den Landwirten den Frie Frist für die freie Einfuhr, beraubt. Einige freihändlerisch denspreis für ihr Getreide, sucht aber durch Bezahgesinnte Demokraten, die mit den Sozialdemokraten stimmten, lung in Stidstoff die Verwendung dieses wertvollen und konnten dieses Ergebnis nicht beeinflussen. Die Erzeugung steigernden Düngemittels so zu fördern, daß So zeigte der Ausgang der gestrigen Beratungen ein die fünftige Getreideernte wahrscheinlich den Bedarf Deutsch- durchaus klares Bild: der Proift über alles! Wo freie Wirtlands in vollem Umfange decken würde. schaft den Erzeugern zweckmäßig ist, da treten sie für freie Wirtschaft ein, und wo es ihnen erwünscht ist, da wissen sie sich auch mit dem 3wang abzufinden. Reichsregierung und bürgerliche Parteien lehnten diesen Borschlag der Sozialdemokratie, der ziemlich identisch ist mit dem Vorschlag der preußischen Staatsregierung, ab, angeblich wegen seiner technischen Undurchführbarkeit, in Wirklichkeit, weil er ein Stück Gemeinwirtschaft ist und dem Reich nicht nur die Getreideversorgung in die Hand gibt, sondern auch die Stidftofferzeugung. Das aber sehen die bürger lichen Parteien und die Reichsregierung als einen so starten nifteriums für Ernährung und Landwirtschaft fortgefeßt. In der Der Reichstag hat gestern die Beratung des Etats des MiEinzelberatung bemerft beim Titel Beihilfen für Forschungen auf dem Gebiete der Ernährung" haltung wird diese Entschließung angenommen. mit 211 gegen 146 Stimmen bei einer StimmentAbgelehnt wird ein Antrag der Kommission betr. Wiedereinführung der Zuderzwangswirtschaft. fleinen Teils des Zentrums und der Demofraten gegen 134 Stimmen Mit 148 Stimmen der Sozialdemoraten, Kommunisten und eines der gesamten Rechten und der Mehrzahl der übrigen bürgerlichen Barteien wird eine Ausschußentschließung angenommen, in der die Reichsregierung aufgefordert wird, der Verdoppelung der 3uderpreise ihre Zustimmung zu verjagen oder in Berhandlungen über die Rückgängigmachung der Preisverdoppeling einzutreten. Angenommen werden ferner einige Entschließungen, in denen die Reichsregierung ersucht wird, für die Landwirtschaft, insbesondere für Genossenschaften, Kredite zur Beschaffung von Betriebsmitteln zur Verfügung zu stellen. In einer anderen Entschließung wird die Regierung ersucht, die Einzelstaaten zu Maßnahmen zu veranlassen, die verhindern, daß Güter an Personen ge= eine deutschnationale Entschließung, in der die Aufhebung der langen, die der Landwirtschaft völlig fernstehen. Angenommen wird höchstpreisverordnungen für Milch in Sachsen und Thüringen gefordert wird. Abgelehnt wird eine kommunistische Entschließung auf Wiedereinführung der Zwangswirtschaft für Kar die Verbindung von Stickstofflieferungen an die Landwirtschaft| Die Gehaltsregelung im Reiche. toffeln. Eine von de: Abgeordneten Frau Wurm( Soz.) begründete höchste Steigerung der landwirtschaftlichen tigte sich am Donnerstag mit den legten Besoldungsverhandlungen. mit Getreidelieferungen der Landwirtschaft an das Neich die Der Haushaltsausschuß des Reichstages beschäf Entschließung fordert im ersten Teil die Erleichterung oder wenig Produktion und die rationellste Ausnutzung des in Gen. Steinkopf übte scharfe Kritit an der Art der Erhöhung stens die Beibehaltung der bestehenden Vorschriften über die Einfuhr von Fleisch- und Fleischwaren, und im zweiten Deutschland produzierten Stickstoffs herbeiführen. Wieder ein- der Beamten- und Arbeiterbezüge. Vor allem wandte er sich gegen Teil die Einfuhr von Gefrier und Kühlfleisch bis zum 31. De- mal ist der Gedanke vertagt, aber noch nicht aus der Welt die Borschußwirtschaft und erinnerte die Regierung an ihr zember 1933. Der erste Teil der sozialdemokratischen Entschließung geschafft. Trotzdem müssen wir auch jetzt die Forderung er- Versprechen, zum 1. April die Grundgehälter zu erhöhen. Wenn wird abgelehnt und der zweite nach Streichung der Borte bis heben, daß das Reichh lieber den für die Ausfuhr vorgeschla- die gegenwärtige Regelung eine Notstandsattion sei, und die Zulage zum 31. Dezember 1933" angenommen. genen Stickstoff selbst übernehmen soll, um ihn unter sich tatsächlich als eine einmalige 3ulage auf verschiedene Es entwickelt sich dann eine längere Geschäftsordnungsdebatte vorteilhaften Bedingungen den Landwirten anzubieten, als ihn Monate verteilt auswirte, folle man sie wenigstens einheitlich geüber die Tagesordnung der nächsten Sizung, zu der Abg. Schulz zu exportieren. Von dem Stickstofferport hat nur das Stick- stalten, wie es bisher der Fall gewesen sei. Steinkopf beantragt: Bromberg die Beratung der Interpellationen über die Aufstoffsyndikat Vorteile, das für diesen Teil seiner Pro- Der Ausschuß für den Reichshaushalt ist damit einverstanden, lösung der Deutschvölkischen Freiheitspartei und über den Antrag betreffs Bestrafung der Störungen von Bersammlungen beantragt. Präsident Löbe feilt mit, daß der Minister des Innern gebeten habe, die Interpellationen erst Ende der nächsten Woche zu beraten, da bis dahin ein Urteil des Staatsgerichtshofs vorliege, bei dem sich die Akten befinden. Gegen die Stimmen der beiden Rechtsparteien und der Rommunisten wird der Antrag Schult abgelehnt Nächste Sizung: Freitag 2 Uhr. Interessenpolitik oder Volksernährung? Die Gefahren des Stickstofferports. duktion den Weltmarktpreis nehmen kann, nachdem es unter dem Druck der Absatzstockung die Inlandspreise hat herabsezen müssen. Den Schaden von dem Erport hätte da s ganze deutsche Volt. Stickstoff auszuführen, um dann zu Weltmarktpreisen das damit erzeugte Getreide zu kaufen, dieses Verfahren hat der frühere bayerische Landwirtschaftsminister Wugelhofer als Wahnsinn" bezeichnet. hoffen, daß fein Ministerium, das der Landwirtschaft und der Ernährung dienen soll, sich zu einem derartigen Wahnsinn OG S bergibt. " Arbeitsgemeinschaftler beim Kanzler. Wir Ueber einen Besuch der Führer der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft beim Reichskanzler wird der folgende Bericht durch WTB. verbreitet: daß bis zur Neuregelung der Grundgehälter, die rasch herbeizuführen ist, den Reichsbeamten ein Vorschuß von je 120 000 m. vom 1. März 1923 ab gezahlt werden darf". Staatssekretär Schröder und Ministerialdirektor v. Schlie ben wandten sich gegen diesen Antrag. Sie betonten und gaben zu Protokoll, daß die gegenwärtigen Bulagen feine einmaligen Zulagen seien, sondern eine Erhöhung der laufenden BeBender erklärt, daß die Gewerkschaften dem Vorschlage züge darstellen, und die Besorgnis ungerechtfertigt sei, daß vom Juni ab die ursprünglichen Februargehälter gezahlt werden. Genosse der Regierung nicht zugestimmt hätten. Schließlich läßt die Regierung noch mitteilen, daß sie bereit sei, die Grundgehälter so schnell wie möglich neu zu regeln. Bei der Abstimmung wird entgegen dem Widerspruch der So zialdemokraten nicht zuerst über den sozialdemokratischen Antrag, sondern über die von der Regierung gewünschte Formulierung abgestimmt, die ihr die Ermächtigung gibt, die Zahlung des Monats gehalts im April und Mai vorzunehmen. Der Antrag der Sozial demokraten war damit von den bürgerlichen Parteien abgelehnt worden. Der Vorschlag der Regierung fand dann einstimmige Annahme. Erziehung zur Staatsgesinnung. Bei der Beratung der einzelnen Titel des Etats der höhe ren Schulen im Hauptausschuß des Landtags besprach Genosse Dr. Waentig den Geist der höheren Schulen von seinem Vor einer Woche verlangten wir von der Regierung Aufflärung, ob es zutreffe, daß man die Ausfuhr von 30 000 deutschen Tonnen Stickstoff in das Ausland gestatten wolle. Unsere Frage blieb unbeantwortet. Weil es möglich ist, daß großes Unheil noch verhütet werden kann, müssen wir die Der Reichskanzler empfing mit dem Reichsminister des AusFrage eindringlicher wiederholen und fragen, ob etwa die wärtigen die Führer der Fraktionen der Arbeitsgemein Ausfuhrgenehmigung bereits erteilt ist. schaft. Gegenstand der Besprechung war die politische Lage. Wäre das der Fall, so wäre hier eine wirtschaftliche Die Aussprache ergab volle Einigkeit der Fraktionsführer und Verschwendung getrieben, die sowohl vom ernährungs- ihre völlige Uebereinstimmung mit der Regierung. politischen, wie vom finanziellen Standpunkt aus gleich ver-" Herrlich, etwas dunkel zwar, doch es flingt recht wunderwerflich ist. Jede Tonne Stickstoff bringt bei zweckmäßiger bar!" Vielleicht darf man hoffen, zu erfahren, worin die also der Stidſtoff, der in Deutschland produziert wurde, nicht Die sozialdemokratische Düngung einen Mehrertrag von 20 Tonnen Getreide. Bird Einigkeit und womit die völlige Uebereinstimmung bestand? Standpunkt als Universitätsprofessor. Er sieht einen verbesserten Unterricht vor allem in der deutschen Sprache als dringend notin den deutschen Boden gebracht, so ergibt sich ein EinfuhrFrattion des wendig an. Besonders wichtig sei die Erziehung zur bedarf von 600 000 Tonnen Getreide, den wir durch eigene Reichstags beschäftigte sich in einer sehr ausgedehnten Staatsgesinnung und politischen Bersönlichkeit. Die Ursache Gebiete Mangel auf diesem ſei wohl Produktion ersparen fönnten. 600 000 Tonnen Roggen müßten Sigung am Donnerstag abend mit dem Ruhrkampf und dem für wir einkaufen zu je 180 Goldmart, also über 100 Millionen Verhandlungsproblem. Diese internen Beratungen geben Einstellung auf den alten Staat. Daran merde fich Goldmark an Devisen für die Einfuhr fremden Getreides un- natürlich zu allerhand Gerüchten Veranlassung, die schon durch nichts ändern, solange das Ministerium und feine Arbeit nötigerweise opfern. Das ist mehr als der Gesamt die Tatsache erledigt werden, daß die Berhandlungen vertraulich nicht entsprechend geändert habe. Vor allem sei Staatsgefinnung nicht zu erzielen, wenn sie nicht mit einer bestimmten Staatsertrag der Devisenanleihe des Reiches." lich sind. form als Grundlage verbunden werde. Das sei aber bei der Bes jahung des Staates in der Form des Ministers Boelih nicht der Fall. Den die auch Nicht anders stellt sich die Sache vom finanziellen Standpunkt aus dar. Den 100 Millionen Goldmark Noch kein neuer Reparationsplan. Devisenbedarf bei einer Lebensmitteleinfuhr steht ein Erlös Die„ Expreß- Korrespondenz" meldet: Der Berliner Bericht Beispielen über die Art des parteilofen" Geistes, in dem die höheren Der folgende Verlauf der Aussprache gab nun eine Reihe von aus dem exportierten Stickstoff von 40 Millionen Goldmark erstatter des„ Journal" behauptet, es befinde sich nach Besprechungen Schüler zur Staatsgesinnung erzogen werden. So berichtete der gegenüber. Der Verlust beträgt also 60 Millionen Goldmart des Reichsfinanzministers mit dem Staatssekretär Bergmann ein Genosse König über den Geist am Staatlichen Gym. eine Reparation für sich. neuer Reparationsplan in Vorbereitung, der auch die Zu- nasium in Salzwedel, den besonders der dortige, auch auf Das Wesentliche ist aber: Es ist nicht wahr, daß stimmung des Reichspräsidenten gefunden habe. Wie wir dazu die Republit vereidigte Direttor vertritt. Ganz abgesehen davon, Deutschland diesen Stickstoff entbehren kann. Der deutsche hören, ist diese Angabe unzutreffend. Innerhalb der Reichs- daß er in den Lehrerkonferenzen deutschnationale Literatur ver Boden hungert nach diesem Dünger, die Landwirte wollen regierung finden zwar ständig Ressortsverhandlungen breitet, macht er auch monarchistische Propaganda im Unterricht für aber den Preis dafür nicht aufwenden, weil er ihnen im Ver- statt, die besonders dem Zwecke dienen, den seinerzeit in Paris bereit die Hohenzollern. Republikanische Minister sucht er hältnis zu ihrem Erlös zu hoch erscheint. Die Preispolitik gehaltenen Vorschlag der Reichsregierung den jetzigen Verhältnissen dem ministeriellen Verbot des Tragens fein täglich und ständig ständig herabzuseßen, das hafentreuz wurde nach des Stickstoffsyndikates hat es dahin gebracht, daß sich trot anzugleichen. Ein neuer Plan ist nicht ausgearbeitet und sichtbar gemachtes Abzeichen. Auch am Städtischen Lyzeum des unbestreitbaren Bedarfes an Stickstoffdünger die Land- fann daher auch nicht die Zustimmung des Reichspräsidenten ge- in Salzwebel wird der gleiche Geist gepflegt von dem Anstaltswirtschaft ihn nicht abnimmt. Die Reichsregierung hatte funden haben. leiter und seiner Stellvertreterin. In Schulauffäßen wird die durchaus recht, wenn sie getreu dem Worte, Erst Brot, Sozialdemokratie herabgefeht. Die Nachricht von der dann Reparationen" die Lieferung von Stickstoff auf Die Rote Fahne" erscheint wieder. Wie wir erfahren, ist die Ermordung Erzbergers löst bei dem stellvertretenden Reparationskonto in bestimmtester Form ablehnte. Die zu Berbotsfrist der" Roten Fahne" derart abgekürzt worden, daß das Fräulein Direktor Dant aus. Die Verfassungsfeier am 11. August fällige Konjunktur, die jetzt herrscht, kann die Tatsache des Blatt vom nächsten Sonntag ab wieder erscheinen kann. wird durch die Kleidung der Schülerinnen sicher auf entsprechende gewaltigen deutschen Stickstoffbedarfs nicht aus der Welt Anweisung als Trauerfeier für sie gekennzeichnet. Zusammen. schaffen. Wenn man aber den dringend benötigten Dünger geſchloſſen in den Deutschnationalen Jugendbund„ Altpreußen“, zum Export freigibt, und gleich eine Monatsproduktion ins machen Gymnasiasten in Insterburg Schießübungen Ausland schickt, anstatt alles aufzubieten, um ihn dem deutschen Boden zuzuführen, so wäre das im Interesse der Boltsernährung wie der Reichsfinanzen gleich unverantwortlich. Die bürgerliche Reichstagsmehrheit hat jetzt die Vorschläge der Sozialdemokratie, welche die Frage mit einem Schlage gelöst hätte, abgelehnt und die freie Getreide wirtschaft beschlossen. Die Sozialdemokratie wollte durch Kleinstadtzeitungen. Von Ernst Grau Das ist nun ein Kapitel, das zu den jammervollsten in unserer jungen Republik gehört. Ein leidiges Kapitel, über das man schon so unendlich viel geschrieben hat und doch immer wieder schreiben muß. Denn es gibt reichlich Aufschluß über die Frage: Warum steht gerade in den deutschen Kleinstädten der schwarzweißrote Spießer so vollendet in Blüte. „ Die Rote Schmach". Schriftleiter Ludwig Kapeller teilt uns mit, daß er bei seiner vom Reichspoſtministerium verbreiteten Schilderung der Plünderung des Telegraphenzeugamts in D. feines wegs die Arbeiterschaft oder eine ihr nahestehende Partei habe verunglimpfen wollen. Er bedauere außerordentlich, wenn durch die Ueberschrift„ Die Rote Schmach" ein derartiger Eindruck erweckt worden sei. tönnen aber ein gewisses Erstaunen darüber nicht unterbrücken, Wir nehmen von dieser Erklärung gerne Kenntnis, daß es Herrn Rapeller nicht bekannt war, in welch gehässiger Weise unter der Barole„ Die Rote Schmach" von rechtsgerichteter Seite gegen die sozialistische Arbeiterbewegung geheizt wird. So greift ein Rad ins andere, und es geschieht nichts, aber auch gar nichts, um Wandel zu schaffen. Gewiß ist es schwierig, hier durchgreifende Maßnahmen zu treffen. Wie schon eingangs erwähnt, ist es stets nur eine kleine Schicht, die mit der politischen und literarischen Einstellung, der geistigen Dede und Leerheit dieser Blättchen nicht einverstanden ist. Aber sie ich machtlos. Der Berleger belächelt ihren Widerstand. Denn er weiß ja, daß die wenigen nie fräftig genug sein werden, eine Konkurrenz auf die Beine zu stellen. Er wird seelenruhig seine antirepublikanische Politik weitermachen, wie seine Hintermänner sie ihm vorschreiben, und was er unter dem Strich bringt, wird immer wieder billigste Gehirnverkleisterung übelster Sorte sein. Schließlich fann er ja auch nichts dafür, daß seine Leser unentwegt nach der Courths Mahler verlangen, allenfalls fich noch die lyrischen Ausscheidungen irgendeiner Lokalgröße ge= fallen laffen. Wehe dem Redakteur, der einmal mit der Republit liebäugelt, der es wagt, eine geistvolle Satire zu bringen. Ganz übel. Und einige Dugend Briefe mit der fürchterlichsten Drohung sofortiger Abbestellung hätte er sicher zu gewärtigen. Dazu eine nicht minder angenehme Aussprache mit seinem Verleger, der ihm die Freude an solchen Seitensprüngen für allemal nähme. Sage mir, was einer lieft, und ich will dir fagen, was er ist. Man kann von einer Kleinstadtzeitung im allgemeinen getrost fagen, daß fie den Wünschen all ihrer Leser voll und ganz" entspricht. Sie ist leider häufig genug im Städtchen, ja im ganzen Kreise das einzige Blatt. Die Spießer sind an die Kost, die es bietet, Don Kindesbeinen an gewöhnt, haben das freisamtliche Giapopeia Stümpelfingen fäße mit schiefem Flunsch auf dem Sofa und nähme mit der Muttermilch eingefogen, ahnen wohl gar nicht, daß es überhaupt noch etwas anderes gibt. Jene winzig fleine Schicht von Menschen, die politisch und literarisch andere, zeitgemäßere Ansprüche ftellt, zählt gar nicht. Mag sie doch fern bleiben. Das Kreisblatt gebeiht auch ohne sie. mit Brownings. Die Erklärungen der Regierung diesen Dingen gegenüber waren völlig ungenügend. gerichtshofes in Leipzig und des Senatspräsidenten Dr. Hagens ift Der beleidigte Staatsgerichtshof. Wegen Beleidigung des Staats. gegen den Redakteur der Roten Fahne Steinide Anflage er hoben worden. Die Beleidigung wird in einer Kritik über die Führung des Rathenau- Prozesses erblickt. Aus der himmlischen Rangliste. Der Jahresbericht des Bay e rischen Automobiltlubs beginnt mit folgenden Worten: " Das Berichtsjahr brachte dem Klub dadurch eine besonders erfreuliche Auszeichnung, daß Seine Königliche Hoheit Prinz Rupprecht die hohe Gnade hatten, das Protektorat des Klubs, das bisher sein Allerhöchstseliger Bater weiland Seine Majestät König Ludwig III. inne hatte, zu übernehmen. Seine Königliche Hoheit hat dadurch dem Klub, dem Er bereits seit vielen Jahren angehörte, erneut bewiesen, welch hohes Interesse Er dem Klub bewahrt hat. 2m 24. März wurde die leber. nahme des Protektorats durch Seine Königliche Hoheit mit einem Herrenessen feierlich begangen, an dem Allerhöchstderselbe die hohe Gnade hatte, teilzunehmen." Nach der banerischen Automobiltheologie gibt es im Himmel verschiedene Rangstufen der Seligkeit. Die abgeschiedenen Seelen zerfallen in allerhöchstselige, höchstselige und gemeine Seelen. Die letzteren scheinen im bayerischen Baradies besonders zahlreich zu sein. Kirchen als Klubgebäude." Ein Leser schreibt uns: Die Tate fache, daß man, wie die Notiz in Nr. 83. besagte, Kirchen in Klubgebäude verwandelt, ist keineswegs neu oder eine Erfindung der Russen. In den Bereinigten Staaten, wo vollständige ReGewiß wird man hier und dort lobenswerte Ausnahmen fennen. Ligionsfreiheit herrscht, sind sogar schon anrüchige Lokale in Kirchen Geht man der Sache auf den Grund, dann findet man, daß diese Doch es sind eben nur Ausnahmen! Im allgemeinen aber ist die verwandelt worden und vice versa. Aber wir brauchen gar Kreisblätter in Landbezirken den Großagrariern, im Industriegebiet heutige Provinzpresse meist nicht geeignet, das republikanische Wesen nicht nach Amerifa zu gehen. Unsere Genossen in Belgrad be. den Großindustriellen faft bedingungslos ergeben sind. Ihr Be- in Deutschland zu verbreiten und zu feftigen. Sie wirkt eher wie igen, oder besaßen wenigstens bis zum Kriege, ein geräumiges, tätigungsfeld ist ihnen also damit eng umgrenzt vorgezeichnet. Sie ein Hemmfolg, den man je eher, je lieber abstellen sollte. Mag man für ferbische Berhältnisse großes Boltshaus, den Narodny find fast stets offen oder versteckt treu monarchistisch bis auf die doch einmal einigen hundert Blättchen dieser Spielart das amt- dom", der ursprünglich gottesdienstlichen Zwecken diente. Wie mir Knochen", dienen daneben der Republik als Amtsblatt, spähen aber liche Publikationsrecht und den Staatszuschuß feinerzeit der im Weltkriege gefallene ferbische Sozialiſt Tu30ständig nach Gelegenheiten, dieser selben Republik einen Nadelftich, entziehen. Vielleicht, daß dadurch Wandel geschaffen wird. In witsch mitteilte, war das Gebäude ursprünglich eine Kirche, die einen Fußtritt zu versetzen. Sie treiben im politischen Teil sozu vielen Köpfen in Stadt und Land ist nun einmal die Ansicht einge- einging. Eine Bant, die die Kirche übernahm, machte Pleite. So fagen paffive Resistenz. Daneben bringen sie in wonnefamer Ab- niftet, doß nur das, was im Amtsblatt" steht, das Richtige ist. Hier erwarben preiswert unsere serbischen Genossen dieses ehemalige wechslung Stadtklatsch, Kochrezepte, Kalenderweisheiten, Hindenburg- zeigt sich also ein Weg, man übertrage den amtlichen Gotteshaus und richteten sie darin häuslich ein. In den Räumen bilder und verwässerte Zwanzigmart- Romane. Einer geiftigen Höhe, Teil in allen angángigen Fällen der republikani- wurden die gewertschaftlichen und Barteiorganisationen untergeweder über noch unter dem Strich, fann sie auch ihr ärgster Feind schen Presse. nicht beschuldigen. Es wird sich lohnen. würden. B. R. bracht. Der Narodny dom" wurde zum Mittelpunkt der Arbeiter. schaft Belgrads, wo es immer sehr lebhaft zuging, und in deren Man muß nun in Betracht ziehen, daß auch eine Beitung ein Castwirtsvorgarten es jich im Kreise ferbischer Genossen in lauen geschäftliches Unternehmen ist, ihrem Besizer also einen materiellen Ruzen bringen soll. Und daß auch der Redakteur eines solchen Rudolf Riutmann mit seiner Grotesfe„ Der Tanzbar Gleiche tun, fo find fie eigentlich sehr spät auf die Idee gekommen, Die Tragikomödie unferes Zeitalters wollte der Hamburger Sommernachten angenehm fihen ließ. Wenn heute die Ruffen bas Blattes nur ein besser oder( meist) schlechter bezahlter Angestellter schaffen, die vor einigen Tagen in den Hamburger Kammerspielen Airchen praktisch zu verwenden. Aber immerhin: beffer spät als ist, der den Wünschen( lies: Befehlen!) seiner Brotherren unbedingt zum erstenmal gespielt wurde. Das fünfaftige Stüd hat, wie uns gar nicht. Es wäre zu wünschen, daß die halb leerstehenden und nachkommen muß, will er fich auf seinem Blake behaupten. Fast aus Hamburg geschrieben wird, eine Häußer- Figur zum Mittel- mangelhaft benüßten Tempel aller Richtungen auch bei uns immer ist er ein gefügiges Werkzeug in der Hand des Berlegers, das punkt, einen närrischen Propheten, den eine ruffische Revolutionärin einer notwendigeren und nüßlicheren Verwendung zugeführt diefer als notwendiges lebel duldet, da er ja schließlich doch einen in ihren Bann zwingt. Er soll den Gözen Kapitalismus stürzen, Menschen haben muß, der ihm die Zeitung zusammenliebt. So ist der im Chef eines Welthauses, Mac Pin, der großen Spinne, seine es denn leicht zu erklären, daß man einen Kleinstadtredakteur, der in groteste Berkörperung findet. Im Mastenwirbel flutet das Chaos Solland eingeladen, wo es Die Juden" von Tichiritoff. Ramp Das Renaissanee Theater wurde zu einem Enſemblegaftspiel nach dem ihm anvertrauten Blatt eigene Wege geht, überhaupt nicht finden ber Zeit in das Geschehen. Auf einer Riesentribüne soll der Tanzer Geschlechter von Arzybalchen und Abiensohn( abriel fann, selbst wenn man ihn mit der bewußten Diogenes- Laterne bär das Evangelium einer neuen Welt einer Million durch Riefen Bortmann" mit Emanuel Reicher zur Aufführung bringen wird. fuchte. Die Beziehungen zwischen Geldgeber und Berleger, zwischen reflame zufammengetrommelter Menschen verkünden. Im letzten Inferaten und Textteil sind in den allermeisten Fällen enger, als Moment aber gewinnt das Raubtier in ihm die Oberhand: er luft- Der Ausschuß der deutschen Volksbildungsvereinigungen hat der Laie gemeinhin glaubt. Und wenn vielleicht doch mancher Re- mordet die fanatische Russin. Mac Pin aber spricht an feiner Stelle feine Auflösung beschlossen. Der Vorstand hat die Bestände und dakteur seinem Blatte einiges Niveau" geben möchte, stets wird er zu den Massen Erich 3iegel hatte sich des als Schrei in die Materialien dem Reichsministerium des Innern überwiesen, daß fie als in einem erfolglosen Kampfe mit seinem Berleger unterliegen. Denn Beit, als Dokument einer revolutionären Epoche wertvollen Werkes Grundstock eines ribs für Boltsbildung zu erhalten beab fichtigt. Das Archiv und seine Handbücheret stehen allen deutschen diesem sind in erster Linie die Interessen seiner Geldgeber und In- mit pieler Liebe angenommen. Mit Karl 3iftig, Johanna Bildungseinrichtungen, Behörden, privaten Bereinigungen und Einzel ferenten maßgebend, und dieser Punkt ist schließlich der ausschlag Hoffart, Maria Loja und Friß Eßler verschaffte er ihm personen zur Verfügung. Es befindet sich Moltkestraße 7 und ist für Begebende, dem sich auch der Redakteur beugen muß. einen lebhaften Erfolg, für den der Autor wiederholt danken durfte. I fucher wochentäglich von 9-2 Uhr geöffnet. Entschlossen zur Abwehr. Aktiver Kampf verurteilt. Zu Deginn dieser Woche fand, wie WTD. berichiek, eine Tagung der führenden Arbeiigeber und Arbeitnehmer aller Wirljchaflszweige und politischen Richtungen des gesamten befehlen und Einbruchsgebieles statt, die im Anschluß an die Er- ledigung grundlegender wirtschostlicher Fragen einstimmig folgende Entschließung faßte: „Vertreter von 2trbeilgebern und Arbeitnehmern aller Rich-, »ungcn aus den altbesetzlen und Einbruchsgebieten an Rhein und Ruhr, Dloscl Tiedar und Main sowie aus dem übrigen Deutschland bringen erneut den nnerschüNerbchen willen zum Ausdruck, un- geachtet aller?iot und Leiden, aller Dedrückungen. seelischer und körperlicher Mißbandlimgen den passiven Abwehrkampf fortzuführen. Mit derselben Entschlossenheit, mit der sie jeden aktiven Kampf verurteilen, mit derselben Entschiedenheit, mit der sie jede Möglichkeit zu Verhandlungen als Gleichberechtigte erfaßt zu sehen wünschen, lehnen sie die Entgegennahme eines Diktats ab. Auch sie wollen, daß der Aus- gangspunkt Zeder Verhandlung die Sicherung der völligen Räumung der Elnbruchsgebiete sein muh, Schadloshaltung der durch den Ein- bruch an Leib und Gut Geschädigten. Freilassung der widerrechtlich Gefangenen, Rückkehr aller aus ihrem Wirkungsbereich Vertriebenen. Das Ziel der Verhandlungen soll Erhaltung des ge- samten deutschen Landes und eine Lösung de» Reparationsproblems sein, die bei Aebernahme oller Reparationsverpflichtungen, die Deutschland tragen kann, uns gestattet, als freie Männer zu arbeiten und zu leben."_ die Essenbahnerausweisungen. Stolberg(Rheinland), 12. April.(WTD.) Gestern mußten 2 0 Dienstwohnungen am Hauptbahnhof Stolberg von den Eisenbahnern geräumt werden. Köln. 12. April.(WTD.) Die Zahl der in Reuß au» den Wohnungen getriebenen Eisenbahnersamilien ist a u f ZL g e st t e g e n. Aus dem Bahnhof Hönningen(Rhein) haben heute nachmittag fünf Beamte den Befehl erhalten, ihre Dienstwohnungen zu räumen. Münster. 12. April.(WTL.) Die Bahnstrecken R e ck l i v g- Hausen-Süd, Recklinghaus« nwe st und Reckling- Hausen— Waltrop sind militarisiert worden. 3o Bochum haben die Franzosen heute vormittag wegen angeblich verweigerter Requisition das Rathaus und ein weiteres städtisches Verwaltung»- gebäude beseht und abgesperrt. Die Beamten wurden vertrieben. Der Dienstbetrieb liegt still._ Buer lehnt die Bezahlung der Geldbuße ab. Buer, 12. April.(TU.) Der Dertrauensausschuß des Magistrats hat sich heute morgen in einer außerordentlichen Sitzung mit der Geldbuße von SO Millionen Mark be. fchäftigt, die die Franzosen der Stadt wegen der Sprengung einer Brücke der militärischen Eisenbahn auferlegt haben. Der Magistrat protestiertenergisch gegen die Behauptung, daß der Atten- täter in Buer ortsansässig sei. Diese Behauptung sei durch nichts erwiesen. Der Magistrat erhebt weiter schärfsten Einspruch gegen die Wiedereinführung der Berkehrssperr«. Schließlich erklärt der Magistrat, daß er sich ganz entschieden weigert, die Geld- büße zu bezahlen. Tie italienischen Gewerkschafte« an Poi«ear6. Rom, 12. April.(WTB.) Italienisch« Gewerkschas- t« n schickten andenfranzösischenMinisterpräsidenten einen Protest gegen das Vorgehen der Franzosen in Essen und verlangten die Beendigung des Konflikts durch Ueberweisung der Angelegenheit an den Völkerbund. Lächerlich geringe Kohlenergebnisse. Paris. 12. April.(MTB.)„Echo National" schreibt, daß trotz des unerschütterlichen Optimismus des Ministers für öffent- lich« Arbeiten die Requisition von Kohlen und Koks im Ruhr- gebiet eine lächerlich geringe Meng« nicht überschreite. Die Wahrkeit über Sapern. Heim gegen Hitler. München. 12. April.(Eca.) Reichstagsabgeordneter Dr. heim veröffentlicht heute in der..Bayerischen Staotszeitung" Betrach- tungen zu den politischen Zeitströmungen, wobei er sich besonders eingehend mit der Propaganda der r e ch t s a k t i v i st i s ch« n Kreise beschäftigt. Er schreibt wörllich: „Angenommen, es werde Hitler gelingen, in München die Macht an sich zu reihen, die Vertreter der Presse zu hängen, die Regierung davonzujagen, was würde dann geschehen? In Bayern will der größte Teil der Bevölkerung von einer solchen Politik nichts wissen. Nicht nur die Linksparteien sind Gegner, sondern in diesem Falle auch ein reicher Teil unseres Volkes, vor allem die Bauern, aber auch der arbeitende Mittelstand und ein großer Teil unserer Beamtenschaft. Es könnt« sich also nur darum handeln, daß es einer nationolaktivistifchin Gruppe gelingt, ohne Rücksicht aus die Anschauung der Mehrheit de» Volkes, genau so wie im Zlovember 1918, nach den gleichen ungerechten und falschen Rezepten für kurze Zeit Bayern den Willen einer mit Gewalttat arbeitenden Minderheit aufzudrängen. Es wird dann einen Kampf geben im Innern, den Bürgerkrieg." Dr. heim führt dann weiter aus, daß das L b r i g e D e u t s ch- land bei diesem Bürgerkrieg nicht Gewehr bei Fuß stehen würde, sondern daß sich das Bild vom April 1S19 wiederholen und das umliegende Deutschland in Bayern einfallen und gegen die bayerische Rechtsbewegung die Waffen ergreifen würde. Da im gleichen Augenblick Bayern, von aller Zufuhr von Rohstoffen aus dem übrigen Deutschland abgeschnitten würde, könnte es sich nur um eine Episode von vielleicht 190 Togen handeln. Auch feindliche Truppen, vor allem französische und tfchecho- slowakische würden voraussichtlich in diesem Falle gegen Bayern in Marsch gesetzt werden. Das Ende dieser„Politik der Tat" wäre für Bayern der Verlust des letzten Restes feiner Selb. st ö n d i g k e i t. Dr. heim schließt mit den Worten:„Ein handeln, ohne an das Ende zu denken, halte ich für ein Verbrechen." • Man wird die Ausführungen des Herrn Dr. heim im Zusammenhang mit der Entwicklung betrachten müssen, die die politischen Verhältnisse in Bayern genommen haben. Das Organ des Herrn Held, der„Regensburger An- zeiger", war Ends vorigen Monats außerordentlich scharf gegen Ludendorff vorgegangen. Den Kreisen um Rupprecht von Wittelsbach sagte man eine ähnliche Stellung- nähme nach. Da man in Bayern vielfach Hitler lediglich als die Strohpuppe Ludendorffs betrachtet, wendet sich offenbar auch der febr bemerkenswerte Aufsatz Heims gegen den deutsch- völkischen General. Es scheint also, daß die Mißstimmung gegen den einst mit so großer Begeisterung aufgenommenen preußischen Gast immer stärker wird. was tat Klotz in London? Paris, 12. April.(WTB.) lieber die Reise des ehemaligen Finauzministers im Ministerium Clemenceau, Klotz, nach London, berichtet ,haoas": Sein Aufenthalt in London fei erst am letzten Tage von den Journalisten bemerkt worden. Im übrigen seien strenge Anweisungen erteilt worden, daß seine nur den französischen Beamten bekannte Anwesenheit geheimgehalten werde. Die drei Tage, die Klotz in London zugebracht habe, seien besonders reichlich ausgefüllt gewesen. Vom Sonntag, dem Tage seiner Ankunft, bis gestern abend 11 Uhr, Hab« er eine eifrige Tätigkeit entwickelt. Usber den Zweck seines Bruches, der bereits vielfach kommentiert wird, und den die Blätter mit der Reise Loucheurs in Zusammenhang brachten, sei nichts durch- gesickert. Es heiße, daß Klotz Unterredungen mit offiziellen englischen Persönlichkeiten gehabt habe. Man habe jedoch für dieses Gerücht keinerlei Bestätigung. Im Gegensatz dazu wird in Re- gierungskreisen behauptet, man wisse nichts von seiner Anwesen- heit in London. Da Klotz sein Programm erledigt habe, habe er heute früh London verlassen. Sein« Abreise sei fast zur gleichen Zeit wie seine Ankunft in London bekannt geworden: denn man hatte angenommen, daß er erst gestern in London eingetroffen sei. * Klotz, der formell der Radikalen Partei angehört, war Minister unter Clementeau, ebenso wie Loucheur, aber auch wie Tardieu. Roch seinen allgemeinen politischen Tendenzen wäre es eigentlich schwer anzunehmen, daß er sich im Sinne der Verständigung in London betätigt haben sollt«. Doch gehört er auch zu den intimen Beratern Millerands, der angeblich mit Loucheurs Reise einverstanden war, und außerdem besitzt er gute Beziehungen zur internationalen Finanzwelt. Der Memeler Streit. Zioch kein Friedensschluß. wemel, 12. April.(Eigener Drahtbericht.) Die Wiederaus- nahm« der Arbeit ist bisher immer noch nicht vollständig erfolgt, da der Oberkommissar der Forderung der Gewerkschaften, die politischen Gefangenen freizulassen, bisher nicht nachgekommen ist. Lediglich die Geschäfls haben den Ber- kaufsbetrieb wieder vollkommen ausgenommen. Die Vertreter der Gewerkschaften haben dem Oberkommissar am Donnerstag mittag erklärt, daß der Streik fortgesetzt wird, falls die politischen Gefangenen nicht sogleich freigelassen werden. Erst jetzt wird eine Verordnung des Oberkommissars vom 7. April bekannt, die„fremden Staatsbürgern", d. h. nicht einge- borenen Memelländern, oerbietet, in Versammlungen als Redner auszutreten. Zeitschristen oder Zeitungen zu redigieren und an den Maßnahmen der Litauer Kritik zu üben. Wer dieser Verordnung zuwiderhandelt, soll mit Gefängnis bis zu einem Jahr« oder mit einer Geldstrafe bis zu fünf Millionen Mari be> straft werden. Im Wiederholungesalle wird nur auf Gefängnis erkannt. Sikorfti als polnischer yakatift. Eine Rede des polnischen Ministerpräsidenten. Posen, 12. April.(Mtb.) In seiner Rede auf dem Rathaus in Posen sagte der polnische Ministerpräsident, daß Deutschland zu Revanchetaten rüste und nach der Beseitigung des Korr!» dors strebe. Die deutsche Bevölkerung Polens hätte in vier Jahren nicht einmal die polnische Sprache erlernt, um den Minister- Präsidenten in polnischer Sprache begrüßen zu können.(!) Es läge im unmittelbaren Interesse Polens, daß der historisch« Prozeß der E n t d e u t s ch u n g der westlichen Wojewodschaften sich in möglichst kurzer Zeit vollziehe. Es fei immer so. daß der Starke recht Hot und der Schwach« als der Bezwungen« gelten und in den Hintergrund treten muß. Der Ministerpräsident er- klärte feierlichst, daß am Vorabend der Vollstreckung der Liquid!«- rung deutscher Besitzungen die bisherige Nachgiebigkeit Polens endgültig ein End« finden müsse. Zur Frage der deutschen Ansiedler erklärte er, daß man ihre Enteignung mit der größten Genauigkeit durchführen werde. Presieverttetern erklärte Sikorski noch, daß das Verhältnis Polens zu D a n z i g unbedingt geändert werden müsse, und zwar so, wie es die Interesien Polens erforderten. Danzig wolle gegenwärtig nur Dorteile aus dem Verhältnis zu Polen ziehen und gebe seine Per- pflichtungen nicht zu. In Zukunft müsse die ganze Entwicklung Danzigs von Polen abhängen. Die polnische Regierung habe nicht die Absicht, die bisherige Nach- giebigkeit Veiter zu üben. Die Rede hat in der hiesigen deutschen Presse einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. Man hatte angenommen, daß der Minister- Präsident bei seiner Anwesenheit in Posen Gelegenheit nehmen würde, die nationalen Gegensätze zu mildern. Statt dessen hat er die nationalen Gegensätze noch erheblich verschärft. Die Gpfer der Zremöenpolizei. Nach 30 Jahren ausgewiesen. Vilsen. 12. April.(TU.) Di« Berufung de» reichsdeutschen Ober- Ingenieurs der Skoda-Werk«, Georg de A r o n. gegen sein« Aus- weifung aus der Tschechoslowakei ist vom Innenministerium und auch vom Oberverwaltungsgericht verworfen worden. De Lroy mutz nunmehr die Tschechoslowakei verlassen. Er hat seinen Posten bereit» seit mehr als 3