MenKausgabe Nr. 172 ♦ 40. �ahrgaag Ausgabe B Nr. SS SepSSbebingmtgtB und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben L-daMou: Zw. SS. Linden strafie Z Aernfprecher: VSahoff 202— 295 SeL-Uatefie Sojinldemofrat Berlin W Gerlinev VolksblÄtt preis ISS Mark mmmmmmmmmmammmmmmmmsua ßreitag 13. flpril1H25' Verlag und Anz eig euabl eilu» g: S-schSfi-zeit»-S Uhr Verleger: vorn>Sr«»-Berlag GmbH. Berlin Zw. SS, Lindenslrahe 5 Zernsprecher. OSnhosf 2500■ 25S; Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifcben Partei Deutfchlands Die belgisth-franMsthe Konferenz. Paris. 12. April. flvTB.) Die morgen kurz nach Mttag in de? Kategorie C zu annullieren, damit Deutschlands Schulden. Pari» eintreffenden belgischen ZNiaisler Thcunis und Zafpar last vermindert werde. Wenn solche finanzielle Abmachungen zu- werden, wie»Journal des vebots" mitteilt, sich sofort zum Qnai stände kämen, so würde Frankreich zustimmen, daß die d'Orsay begeben und mit Poincare frühstücken. Unmittelbar darauf beginnen die Vesprechungen, au denen französischerseits außer Desehung des Ruhrgebiets und der Rheinlande innerhalb von 10 Jahren schrittweise aufgehoben würde. der Direktor im Ministerium des«eußern. deva Rocca. teilnehmen der Völkerbund imt merdeu. Ilehor hen IRemmflrrnh bsn"Kfrtrfnnnm tun» hnc Hfn»» ac. internationalen P n 1 1 z« werden, lleber den Gegenstand der Beratungen sagt das Blatt, es handle fich bekanntlich darum, insbesondere die auf der Brüsseler Konferenz bereits erörterten Fragen zu klären. Man nehme an, dag auch von der Reise Loucheurs die Rede fein werde. Das Ministerium des Aeußern teilt mit, daß alsbald nach der i intervenieren. Ein« in- ternationale Regie der Eisenbahnen würde ge schaffen werden und gewisse strategisch« Punkte würden unter noch zu bestimmenden Bedingungen den Alliisrten verbleiben. Der Matin* glaubt, daß einzelne Punkte dieses Planes Großbri- 5'«°°° r***---»*- 3**-... hätten. De?„Matin" nimmt ferner an, daß die Belgier diesem Plan zustimmen würden.•• Englands Stellung zum Reparationsprogramm. ihr Ergebnis in bestimmter Form bekanntgegeben werden sollen. Was will Frankreich! Paris, 13. April(CEC.) Der heute beginnenden Konferenz zwischen Franzosen und Belgiern wird in Pariser politischen Kreisen große Bedeutung beigemessen. Dcrschiedene Nachrichten besagen, daß man Paris, 13. April.(Eca.) lleber den gestrigen Besuch des fron _______________________.......______ zö fischen Botschafters in London St. Aulaire bei Lonar «inen großen Reparationsplan ausarbeiten wolle, der der Law macht der Londoner Berichterstatter des„Matin' nähere italienischen und englischen Regierung vorgelegt werden soll. Der„Matin" ist in der Lage,(soll wohl heißen: behauptet w der Lag« zu sein) das Reparalionsprogramm der franzöflschen Regierung zu veröffentlichen. Frankreich würde darauf beharren, daß das Londoner Zahlungsabkommen mit den 132 Milliarden Goldmark in Kraft bleibe, daß aber für die Durchführung wesentliche Abände- rungen geirossen werden können. Wenn Frankreich etwa innerhalb Angaben. Der Besuch sei in Verbindung mit der Demarche zu bringen, die der englisch« Geschäft« träger Eric Philipps in Pari» am letzten Dienstag bei Poincare unternommen habe. Diese beiden Unterhaltungen hätten die Reise Loucheur, nach England zur Grundlag« gehabt. St. Aulaire habe der Downingstreet vielleicht kein Projekt für die Regelung der Reparationsfrage überbracht, er habe stch jedoch sicherlich bei dem englischen Premierminister über die genaue Haltung der englischen Regierung in der Ruhrfrage von zehn Jahren durch int«rnati°nale Kreditoperationen 26 M i l.«-informiert. Gewiste Aeußerungen. die man Herrn Loucheur liarden Goldmark erhalten könne, die seinen Anteil an den Fonds der Kategorie A und B darstellen, so würde es einem solchen Abkommen seine Zustimmung geben. Zu diesen 26 Milliarden kämen aber noch hinzu die Ausgaben für die Wiederherstellung Jugoslawiens, Italiens und Rumäniens, für die Deckung der belgi- swen Prioritäten und für die Bezahlung der amerikanischen und der zugeschrieben hat und denen zufolge die englische Regierung nun mehr die französische Politik im Ruhrgebiet gutheiße, sind sicherlich auf ihre Genauigkeit geprüft worden. Hierbei habe man f«stgestellt. daß das Kabinelt Von« Law in keiner Weife feine Auffasiung geändert habe. Offiziell heißt es die französische Politik weder gut. noch allicrtcn Besatzungs kosten sowie für die Rückerstattung der Bor- verurteilt es sie. Es versteht aber auch, daß Frankreich nicht aus schösse, die Frankreich gelegentlich des Abkommens von Spa zur dem Ruhrgebiet herausgehen könne, auch nicht bei gradweiser Räu- L. n. würde eine darstellen. der deutschen Bergarbeiter gewährt habe. Das Gesamtsumme von 40 Alilllarden Es verbleibe noch ein Rest von 10 Milliarden mung, ohne daß man von vornherein ernsthafte Garantien der deutschen Regierung besitz«, und ohne daß Deutschland durch ein« Erfüllung den Beweis des guten Willens gegeb«n habe. Bonar Law und seine Kollegen, so heißt e« dann weiter, seien für die Bonds A und B. Dieser Rest würde annulliert werden noch fester entschlossen als jemals, in dieser Frag« nicht einzu- oder die Zahlung würde auf später verschoben werden, soweit greifen� solang« der Kanzler Cuno nicht es sich dabei um Deckung der Posten für die Penstonen handele. � Hierbei müsse England bedeutende Opfer bringen, doch_._............. bekäme es die Garantie, daß seine Schulden an Amerika g-t°n habe. Di. englisch« Regierung habe.edoch, ohne ihr« Hol- von Deutschland übernommen würden, was eine jäh:- liche Ausgabe von 300bis400MillIon«nGoldmark.- v....... � m.. ausmachen würde. Genaue Summen müßten noch errechnet laN-n. kein Angebot fuc eme Reg lung� n Iieparo ,°ns. tung der wohlwollenden Neutralität aufzugeben, durch Vermittlung mehrerer Persönlichkeiten in Berlin offiziös wissen werden. Die 40 Milliarden, die man sofort brauche, müßten innerhalb von 10 Jahren durch Anleihen gedeckt werden. Was nun die Bonds der Kategorie C in Höhe von 82 Milliarden Goldmark anfrage von der französischen Regierung in Betracht gezogen werden könne, wenn diese« Angebot hinter der Gesamtsumme von 40 Milliarden Goldmark zurückstehe, es sei dies die letzte Grenze. Ueber diese Frage, die belang«, so sei deren gegenwärtiger Wert weitaus geringer, weil durch den Besuch Loucheurs wieder aktuell geworden sei, hat sich, dafür keine Zinszahlungen vorgesehen seien. Frankreich könne mit dem Berichterstatter zufolge, gestern nlchmittag die Unterhaltung seinem Anteil an diesen 82 Milliarden sein« Schulden an Amerika des englischen Premierministers und des französischen Botschafters und England bezahlen. Dasselbe wäre der Fall für Italien, dos bewegt. Allerdings, meint der Berichterstatter, e» sei unmöglich, ans einer solchen Regelung besonderen Vorteil ziehen könnt«, weil aus dieser Unterhaltung auf die Wiederherstellung einer alliierten sein Anteil an den 82 Milliarden größer sei als die Höhe seiner Einheitsfront und die Anfzabe der englischen wohlwollenden Reu- Kriegsschulden. Frankreichs Anteil daran sei aber geringer als tralität zu schließen. Immerhin habe die Annäherung seine Kriegsschulden und es würde für den Rest die Ueberschrei- zwischen Frankreich und Engkand zur Ausarbeitung bung ewiger Konzessionen an deutschen Kohlenbergwerken fordern,«iner gemeinsamen Politik gegenüber Deutschland eiürn großen von England und Amerika würde es abhängen, diese Bonds Schritt vorwärts gemacht. Steht Eitler über öem Gefey! Fragen an die Reichsregiernng. Das Urteil des Staatsgerichtshofs, das d-ie B e s ch w e r d e der Nationalsozialistischen Partei gegen ihre Auflösung in Preußen verworfen hat, enthält in der Begründung die außerordentlich interessante Feststellung, daß die H i t l e r- schenSturmtrupps in München, auf denen die Organs- sation der Notionalsozialistischen Partei beruht, gegen§ 7 Ziffer 4 des Gesetzes zum Schutze der Republik verstoßen. hieraus ergibt sich für den Oberreichsanwalt die 2? i e n st p f l i ch t, gegen Hitler und seine Mannen v o n Amts wegen Anklage wegen eines mit schweren Ge- fängnisstrafen, unter Umständen sogar mit Zuchthaus be- drohten Deliktes zu erheben. Wir fragen nun: 1. Hat der Oberreichsanwalt diese Anklage erhoben? Falls nein, hat. der Herr R e i ch s f u st i z m i n i st e r Dr. H e i n z e den Herrn Oberreichsanwalt auf seine Pflicht zum Einschreiten aufmerksam gemacht oder sich sonstwie d i e n st l i ch mit der Sache befaßt? 2. Hat die Reichsregierung die bayerische Staatsregie- rung aufgefordert, die gegen das Strafgesetz verstoßenden Sturmtrupps aufzulösen? Falls ja: Hat die bayerische Regierung gegen eine solche Aufforderung beim Staatsgerichtshof Widerspruch erhoben, dessen Stellung allerdings nach dem oben zitierten Urteil von vornherein fest- stehen dürste? Falls nein: Warum hat sich die Reichsregie- rung untätig verhalten? Insbesondere: Hat der Herr Reichsmini st er des Innern Schritte in dieser An- gelegenhest getan? Falls dies nicht geschehen sein sollt«: Hat der Herr Reichskanzler Cuno den Reichsinnenminister auf feine Pflicht zum Einschreiten gegen die Verbots- widrige Organisation hingewiesen, oder hat sich das Reichs- k abinett sonst mit der Sache befaßt? Wir erwarten auf unsere präzise gestellten Fragen eine ebenso präzise Antwort. Ein inkernalionaler Frauenstimmrechlskongreh findet in Rom vom 12 bis 19. Mai statt. Di« Tagung wird sich mit reinen Frau«nstiinmrechtsproblcm«n befassen, sodann mit Muiter- und Kindesrecht, mit Sittlichkcitsfragcn, mit der Staatsangehörigkeit der Ehefrau und mit den Problemen gleicher Lohn für gleiche Leistung. Das �uslanö kaust Dankaktien. Die lebhafte Geschäftigkeit, mit der die internationale Diplo- matie sich anscheinend bemüht, das Terrain für kommende verhand- lungcn vorzubereiten, legt der Börse ein« größere Zurück- Haltung aus. Am Devisenmarkt war hcute das Geschäft ganz still bei unveränderten Kursen. Im Effektenoerkehr zeigte sich eine gewisse Reaktion auf die gestrigen starken Kurs- steigerungen. Die Tendenz war zwar im ollgemeinen fest, doch fanden in den gestern bevorzugten Papieren heut« Realisationen statt. Insbesondere konnten die führenden oberfchlesischen Werte ihre gestrigen Kurse nicht behaupten. Lebhaft ist da» Geschäft in Dankaktien. Man spricht hier von Käufen für ausländische Rechnung, da angeblich das a n g l o sä ch si f ch e Kapital bestrebt ist, sich in der Berliner Bantwelt in ähnlicher Weis« festzusetzen, wie es bereit» tn Wien geschehen ist. Lehren öes Roßbach-putsthes. von Hermann Schützinger. Die Aufdeckung des Roßbach-Putsches hat die uns ständig bedrohende Gefahr eines Bürgerkrieges schlaglichtartig erleuch- tet. Ob der Mann, der den Funken w die Explosiokörper der rechtsradikalen Verbände wirft, Kapp oder Luttwitz, Roßbach oder Hitler heißt, ob die Rädelsführer erschossen, eingesperrt oder freigelassen werden, ob die staatsfeindlichen Organisationen»Nationalsozialistische Arbeiterpartei' oder»Deutsch- völkische Freiheitspartei" oder sonstwie heißen— ist für die weitere Entwicklung der Dinge nicht entscheidend. Die Gründe für die Gefahr einer gewaltsamen Ausein- andersetzung zwischen Republik und Reaktion liegen tiefer. Wer den brutalen Machtwillen der durch den Zusammenbruch ihrer Standesvorrechte beraubten Militärs der ehemaligen aktiven Armes und deren Nutznießer im Reserve-Offiziers- korps kennt, wer die Schnapphähne und Halsabschneider- Nawven der Roßbach- und Hitler-Kneipen in Reu-Bayern von Angesicht zu Angesicht beurteilen kann, der weiß, daß bei der sorgfältigen Pflege des Haß- und Rache- geistes gegen die»Novemberverbrecher" an eine Abdämpfung Ablauf meh- ._ Staatsgerichtsurteile reren Jahren nicht zu denken ist. Ein gewaltsamer Borstoß der Haßapvstsl der»Rovern- der-Revanche" und ihrer pathologischen, mit den Folgen eines vierjährigen Blutrausche, behafteten Gefolgschaft wird uns — nach menschlichem Ermessen— im kommenden Jahrzehnt nicht erspart bleiben. Die Frage ist nur die, w« l ck e Mittel wenden wir auf, um unser Staatsgefüge zur Abwehr dieses Stoßes widerstandsfähig zu machen. Der Hieb des Kapp- Putsche» ist allein durch die Parade des Generalstreiks aufgefangen worden. Jede über- wundene Kriegshandlung aber hat in der Geschichte des Kriegshandwerks den beiden Partnern militärisch-technische Erfahrungen beschert, deren Befolgung für den Ausgang de, nächsten Wafsenganges meist grundlegend war. Lernen wir deshalb aus dem Kapp-Putsch und aus dem Roßbach-Putsch, damit wir bei späteren militärischen Intermezzos nicht den kürzeren ziehen! Der Kapp-Putsch war zum Scheitern ver- urteilt wegen seiner lokalen Beschränkung auf die Bannmeile von Groß-Berlin. Der Roßbach-Putsch aber war auf bedeutend breiterer Basis angelegt; er gh die Konzentrierung der Verbände der„Deutschvölkifchen reiheitspartei" im nordöstlichen Aufmarschgebiet der Reak- tion, in Ostpreußen und Pommern, vor und brachte diesen großzügigen, ganze Provinzen einbeziehenden Aufmarsch in Einklang mit der Operation der»Nationalsozialistischen Arbei- terpartei" Hitlers und Ludendorffs im Südosten d«, Reiches. Auch hier stand ein unbedingt sicheres Aufmarschgebiet: Alt- Bayern und das angrenzende Deutschösterreich, zur Verfügung. Die Unterstellung der nordöstlichen Gruppe unter die südöstliche war aus operativen Gründen sowohl wie aus Gründen der Kräfteverteilung und des ungestörten Massen- aufmarsches im Süden strategisch vollkommen rich- t i g. Hier unten m Bayern war ja die wirksamste Abwehr- woffe der Arbeiterschaft, der Generalstreik— wie das Scheitern der politischen, ganz Bayern überspannenden Streikwafse anläßlich der Gaveis-Bestattungsfeier bewies— am schwäch- sten zu bewerten. Ueber den endgültigen Erfolg eine, Rechtsputsches im heutigen Deutschland sind wir uns alle im klaren. Er kann zwar zunächst örtliche Erfolge vor allem im Süden und im Nordosten erzielen, letzten Endes aber muß er an der Aktivität der Arbeiterschaft und der Passivität des Bürgertums fchei- tern.— Aber er wird große blutig« Opfer kosten, vor allem in Bayern, und wird uns einen schweren wirtschaftlichen Stoß versetzen. Die deutsche Republik und ihr Rückgrat, die sozial- demokratische Partei, verdiente nicht zu leben, wenn sie sich nicht jetzt, in der Vorbereitungszeit für den zwangsläufigen Nachfolger des Kapp- und Roßbach-Putsches, klar werden würde über die Kraft und Wirksamkeit der den Bolksstaat be- schützenden Instrumente, der staatlichen Exekutive und— bei deren Versagen der republikanischen Arbeitermassen. Geheimbünd« zu schaffen und in leisetreterischer Weise hinter verschlossenen Türen zu tuscheln und raunen, haben wir keine Veranlassung. Unser Ziel liegt offen und klar zu- tage: Wir erstreben die Stärkung und Schärfung der geseg- lichen Instrumente des Staates, der Polizei und Wehrmacht. Doneben aber hat, wie Genosse Severins in seinem Oster- artikel sagt,»die stärkste Partei des Landes und des Reiches die Pflicht, jeden Anschlag auf die Republik von sich aus und mit eigenem Rüstzeug abzuwehren", Die Reorganisation der Reichswehr wird infolge der Größe dieses das ganze Reich überspannenden Apparates be- sonders schwierig werden und bis zur Neubildung der Reichs- regierung und einer kräftigeren Einflußnahme der Partei auf das Reichswehrministerium vertagt werden müssen. An der Umstellung der Polizei zu einem brauchbaren Instrument der Republik wird in den einzelnen Ländern, je nach der Ver- teilung der politischen Macht mit größerem oder geringerem Erfolg gearbeitet. Daß auch die Schutzpolizei, vor allem deren Oberbeamtenschaft, nicht in jeder Beziehuna hieb- und stichfest ist, weiß jeder, der mit mir im Rahmen dieses Beamtenkörpers eingegliedert ist. So bleibt uns nichts übrig, als nach Severings Rat, von im» au» und mit eigenem Rüstzeug auf die Abwehr der Die Sozialdemokratie flagt den französischen Militarismus des Mordes an deutschen Boltsgenossen an; „ Republikanische" Justiz. Zum Lenard- Skandal. drohenden Gefahr durch unfere eigene Bartei hinzuarbeiten. I unverföhnliche Feinde jeder imperialistischen Raubpolitik werden die Stegerwald und des Staatsfefretārs in der Reichskanzlei, Dieses Bestreben muß natürlich seine Grenze in dem Zustand Sozialdemokraten in ihrem paffiven Widerstande gegen die Hamm, sämtlich Mitglieder des Reichstags, durch die Besazungsder staatlichen Exekutive der einzelnen Länder und den von französischen Heere aushalten, bis Frankreich zu einer Berstän- behörden Proteft erhoben und für die ihnen angetane Unbill Geunseren eigenen Ministergenossen erlassenen Verordnungen digung über die Wiedergutmachung im Rahmen der deutschen nugtuung verlangt wird. finden. Die bayerische Partei ist nach unserer Auffassung Leistungsfähigkeit bereit ist. volkommen berechtigt, bei dem Versagen der Staatshoheit fich ein militärisches, selbstschußartiges Gebilde zu schaffen. Aber auch im Norden des Reiches dürfen wir nicht die Hände in den Schoß legen! Gar manches ist schon geschehen. Die reaktionäre Breffe hat schon dugendmal die geheimnisvolle" Groß- Hamburger Vereinigung Republit", ein fest geschlossener und gegliederter Verband un bewaffneter Parteigenossen, die sich das Gelöbnis der tätigen Zusammenarbeit bei drohender Butschgefahr gegeben haben, zu denunzieren versucht; sie lamentiert über die Ausbreitung diefer Organisation auf Schleswig- Holstein und auf das bremische Staatsgebiet, sie schlägt Alarm wegen der Gründung einer„ Sicherheitsabteilung" der Partei in Leipzig. Was uns not tut, ist die Bereinheitlichung und Ganttionierung dieser an und für sich ferngefunden Bewegung durch die Partei. Nur so jagen wir unsere Genossen dem illegalen ,, proletarischen Selbstschuh" mit all seinen Gefahren ab. Grundsatz muß sein und bleiben: Reine Waffenverstecke, fein Soldatenspielen! Dagegen Erziehung zu Unterordnung und Selbstzucht, zu Schneid und Verschwiegenheit! Beleben wir die Arbeitersportbewegung im Sinne des Republitschutes, gliedern wir unsere Jugendgenossen in friedliche, waffenlose Turnerschaften der Partei, nicht mit dem Endziel, durch„ rote Arbeiterbataillone" dem„ wilden" Bürgerkrieg Nahrung zu geben, sondern sie bereit zu halten, für Ergänzung und Unterstüßung republi. tanischer Polizeiverbände, dann werden wir vielLeicht das Gespenst des Bürgerkrieges noch einmal von unserem deutschen Heimatboden verscheuchen. Endziel aber muß uns nach leberwindung dieses durch die Not der Zeit geborenen Ausnahmezustandes die Stärkung der Staatsgewalt durch raftlose Arbeit an der Republi fanisierung der Wehrmacht sein! Die Beile und Ruten" des Volksstaates sollen uns nur die Mittel sein, dem lichtscheuen Gesindel der Reaktion die Mordwerkzeuge zu entreißen; sind wir so weit, dann soll uns der Arbeitsfriede aufmärts führen. Aus der Reichstagsfraktion. " Sie erhebt schärfsten Einspruch gegen die unerhörte Barbarei der Austreibung tausender rheinischer Volksgenossen mit Bom republikanischen Aktionsausschuß der Universität Frauen und Kindern und gegen das unmenschliche Wüten der Seidelberg wird uns geschrieben: Das Urteil der Straf Militärgerichte; tammer des Heidelberger Landgerichts gegen Mierendorff in fie spricht diesen Opfern der franzöfifchen Gewaltpolitif ihre der Lenard Affäre, durch das jedes Rechtsempfinden verlegt wärmste Sympathie aus; wird, fordert die epublikanische Studentenschaft fie protestiert gegen die unaufhörlichen Eingriffe in die Heidelbergs nochmals zu einer flaren Stellungnahme heraus. Pressefreiheit, gegen die Unterbrüdung ber Ver Nach wie vor stellt sie sich mit aller Entschiedenheit hinter sammlungen, gegen die fortschreitende Lahmlegung des Mierendorff. Mierendorff hat aus vaterländischer Gesinnung politischen und gewerkschaftlichen Lebens. gehandelt, um die Verfügung der badischen Staatsregierung auf Mit derselben Entschiedenheit wendet sich die Sozialdemokratie gütlichem Wege durchzusetzen und so entgegen dem provokanten gegen jeden Versuch, den Bölkerhaß zu schüren, zu Gewalttaten Verhalten Geheimrats Lenard, das selbst von der Staatsanwalts gegen die Besatzung aufzureizen und nationalistische Leidenschaften schaft nicht nur als unflug, sondern auch als ungehörig bezeichnet zu rückschrittlichen innerpolitischen Zwecken auszunuzen. wurde, das Ansehen der Universität und der Republik zu wahren. Die bayerische Fronde. München, 13. April.( TU.) Zum Haftbefehl des Von der Reichsregierung verlangt die Sozialdemokratie, daß sie ihren Berhandlungswillen durch feinerlei Unflarheiten verdunkeln läßt. Die Reichsregierung muß einen Reparationsplan vorschlagen, der unter der Voraussetzung der Räumung des Ruhrgebietes und unter Mitverantwortung, unter Garantie und unter Belastung der deutschen Kapitaliſtentlasse den Beweis für den Staatsgerichtshofs in Leipzig gegen den Schriftleiter deutschen Erfüllungswillen liefert. Im Geiste der internationalen Dietrich Edart vom„ Böllischen Beobachter“ und Martin We. Sozialistenbeschlüsse fordern wir Mitwirkung der Arbeiterorgani- ge von„ Miesbacher Anzeiger" sagt heute der„ Bölkische Be fationen am Wiederaufbau Nordfrankreichs. Die rheinische Sozialdemokratie begrüßt die gegenseitigen Sicherungen, die einen neuen Krieg zwischen Frankreich und Deutschland unmöglich machen. Sie lehnt aber die als Sicherung geforderte Errichtung eines rheinischen Bundesstaates auf Befehl Frankreichs und unter fremder Kontrolle als eines freien Volfes unwürdig mit aller Entschiedenheit ab. Niemals werden sich die rheinischen Sozia liften wie ein Kolonialstamm behandeln lassen. So sehr die Soziale demokratie zu großen deutschen Opfern als einer Folge des Krieges bereit ist, so unversöhnlich wird sie alle Bersuche bekämpfen, das Reich zu zerstückeln und die hoheitsrechte der Deut. fchen Republif zu schmälern." In einer Mitgliederversammlung der VSPD. Elberfeld wurde nach einem Referat des Genoffen Sollmann der gleichen Entschließung zugestimmt. obachter": Jezt muß diefer Hohn auf uns alle aber ein Ende haben. Wir erwarten von der bayerischen Regierung, daß sie in Erkenntnis ihrer selbstverständlichen Pflicht dem deutschen Volke Erkenntnis ihrer selbstverständlichen Pflicht dem deutschen Bolfe gegenübe: sofort eine Erklärung abgibt, daß fie den vom Staats gerichtshof ausgesprochenen Hajibefehl gegen Dietrich Eckart nicht anerkennt. Sie hat im Gegenteil zu fordern, daß sofort die gesamte Kommunistische Partei aufgelöst, ihre Gelder be. schlagnahmt, ihre Zeitungen aufgehoben und ihre Führer verhaftet Die Deutschenverfolgungen haben aufzuhören, der Schutz des Deutschtums zu beginnen." Der Miesbacher Anzeiger" versieht die Mitteilung vor dem erlassenen Haftbefehl mit der Ueberschrift:„ Der Kampf um Leipzig". werden. Ein königl. preußischer Leutnant. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion bestimmte in Rheinische Sozialdemokratie gegen Loslösung. Am Karmittwoch tam es in Freiburg i. B. um 4 Uhr morgens ihrer geftrigen Sitzung die Genossen Hermann Müller und Düsseldorf, 13. April.( Mit.) In einer politischen Betrach zu einer Auseinandersetzung zwischen einigen Ruhestörern und der Breitscheid zu Rednern für den Etat des Auswärtigen tung bei der Beratung des städtischen Haushalts in der Stadtver Polizei. Bei der Feststellung der Personalien verweigerte 2e ut. Amtes und die Genossen Scheidemann und Hente zu ordnetenversammlung erflärte der Führer der sozialdemokratischen nant Wagner von der Reichswehr( Ausbildungsbataillon Rednern bei der Beratung der deutschnationalen Inter- Fraktion Abg. Berten hinsichtlich der Loslösungsbestrebungen Rillinger) seine Personalien, beschimpfte den Bolizeibeamten pellation über die Auflösung der sog." Freiheitspartei". in den Rheinlanden: Das werftätige Bolt des Rheinlandes wird mit Bolschewift und stellte sich selbst als föniglich Der Berliner Lokal- Anzeiger" weiß zu melden, daß sich jede Loslösung des Rheinlandes von Preußen oder Deutschland zu preußischer Leutnant vor. Auf der Wache unterstrich er in der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zwei Flügel verhindern wissen. Auch die Form eines Freistaates müssen diese Angabe. Die Schutzpolizeibeamten haben gegen Wagner gebildet hätten: der eine, von Breitscheid geführte, verlange wir bekämpfen, weil sie nur eine weitere 3ersplitterung Strafantrag wegen Beleidigung gestellt. Damit ist die Angelegenheit von der Regierung mehr Aktivität, während ein großer Teil der Fraktion, der sich besonders aus den alten Rechtssozialisten Folge haben würde. In Deutschland haben wir jetzt schon aber unseres Erachtens noch nicht erledigt. Es wird festgestellt 12 gesetzgebende Körperschaften und Verwaltungen zuviel. Wir werden müssen, ob der Königlich Preußische" Leutnant Wagner zusammenfeßt, der Ansicht ist, daß die Regierung feine andere können nicht unsere Zustimmung dazu geben, daß durch eine Selb mit jenem Reichswehrleutnant Bagner identisch ist, der seinerzeit in Politik verfolgen könne, als die, die sie bisher betrieben habe". ständigmachung des Rheinlandes noch ein weiterer Staat innerhalb meiningen Heereswaffen an Mitglieder des JungWir stellen feft, daß dieser Bericht" ein vollkommener Deutschlands gebildet wird. Schwindel ist. Die Auffassung, daß die Regierung in der gegenwärtigen Situation mehr Attivität als bisher entfalten müsse, wurde in der gestrigen Fraktionsfigung voll femmen einheitlich vertreten. " deutschen Ordens verschoben hat. und gegen den dieserhalb ein Verfahren schwebt. Sind die beiden Wagner miteinander Die Vertreibung der Eisenbahner. identisch, dann wird das Reichswehrministerium diesen Offizier, der Frankfurt a. M., 13. April.( WTB.) Nach einer Meldung durch seine Disziplinlosigkeit das Offiziertorps verunglimpft, verab der Frankfurter Zeitung" aus Mainz haben die Franzosen fchieden müffen. bedienstete mit ihren Familien ausgewiesen. Stolberg i. Rhld., 13. April.( WTB.) Gestern haben wieder 13 Familien( vorgestern 20) die Dienstwohnungen auf Bahnhof Stolberg- Hammer und Stelberg- Hauptbahnhof räumen müssen. Sozialdemokratie und Verständigungswillen gestern mittag mit fofortiger Wirkung 36 EifeabahnEine Tagung der rheinischen Sozialdemo fratie in Röin, die aus allen Gebieten des Rheinlandes befucht war, nahm nach einem Referat des Reichstagsabgeordneten Genossen Sollmann folgende Entschließung ein mütig an: Die Beseitigung der Getreideumlage. In unserem gestrigen Reichstagsbericht muß es in der Entschließung der bürgerlichen Minderbemittelte handelt, statt„ durch Belastung des Defizits" durch Arbeitsgemeinschaft an der Stelle, die von der Brotverbilligung für Belastung des Besizes heißen. Kommunistenprozeß in Ungarn. Heute begann vor dem Straf. " Die rheinische Sozialdemokratie erblickt ir französisch- belgischen Der deutsche Geschäftsträger in Paris ist angewiesen worden, gericht die Verhandlung gegen 67 Rommuniften, die beschuldigt werden, mit ausländischen Kommunisten in Verbindung gestanden Einbruch in das deutsche Ruhrgebiet einen militaristisch der französischen Regierung eine Note zu übergeben, in der gegen zu haben, sowie fommunistische Druckschriften verbreitet und unter imperialistischen Gewaltaft gegen die von den Massen die vorübergehende Festnahme des früheren Reichspostministers den Arbeitern eine fommunistische Agitation betrieben zu haben. Die nach innen und nach außen zu schützende Deutsche Republik. Als Giesberis, des früheren preußischen Ministerpräsidenten Berhandlungen dürften mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Geburtenbeschränkung. Bon Bruno Manuel. Eines Tages faß eine Expedition moderner Kulturmenschen bei den Hottentotten zu Gast. Die Unterhaltung drehte sich um Sitten und Gebräuche im allgemeinen und um Hottentottensitten und-gebräuche im besonderen. Es stellte sich bald heraus, daß diese ganz unkultivierten Negerstämme ebenfalls in einer Zeit aus. gewachsenen Elends leben. Da dachten bie modernen Kulturmen schen an ihre eigene Zeit ausgewachsenen Glends und sprangen vor ben Hottentotten mit dem Gedanken allgemeiner Geburtenbeschränfung gelegentlich umher. Als die modernen Kulturmenschen über die afrikanischen Berge zogen und die ganz untultivierten Negerstämme wieder unter sich waren, hatten sie ihre Zeit ausgewachsenen Elends so satt, daß fie die Absicht allgemeiner Geburtenteschränkung wah: machten. Nun sind aber diese ganz untultivierten Negeritämme über den Borgang des Kinderkriegens anderer Meinung als wir Kultur menschen. Schon die ganz untultivierten Negerfinder dieser ganz untultivierten Negerstämme glauben von vornherein nicht an den Storch wie die Kulturfinder unserer modernen Kulturmenschen. Und die ebenso unkultivierten Negereltern glauben auch nicht an den Zeugungsaft wie unsere ebenso fultivierten modernen Kultureltern. Entwicklung zu fümmern. Eine Leihgabe des Reichspräsidenten an die Berliner Staats-| Ruh geöffnet und ihm hunderte von fleinen Kälbern entnommen. bibliothet. Der Generaldirektor der Preußischen Staatsbibliothet, Diese Tonfälber werden unentgeltlich unter das Bolt verteilt, zum Frizz Miltau, hat foeben auf Veranlassung des Reichspräsidenten Zeichen, daß die durch die ununterbrochene Feldarbeit erzielte Frucht Ebert eine toftbare Leihgabe zu Ausstellungszwecken erhalten, die barkeit das Ginfen der Lebensmittelpreise und damit die allgemeine geeignet ist, troftreich und erbaulich in den Birrnissen und Dunkel- Wohlfahrt herbeiführt. heiten unserer Gegenwart zu wirken, denn durch das Kunstwert, un das es sich hier handelt, wird der Blick nicht nur auf Ereignisse einer hauses", so lesen wir in einem englischen Blatt ,,, haben fürzlich EinWie billig wahrer Frieden wäre. Einige Mitglieder des Unterbeinahe wunderbar scheinenden Bergangenheit gelenkt, sondern auch ficht in die Zahlen genommen, die über die Kosten des Bölferbundes verheißungsvoll und hoffnungsreich einer besseren Zukunft zuge für England aufgestellt worden sind. Es zeigt sich dabei, daß einige wendet. The Holy Experiment, den heiligen Versuch, nennt der wichtigsten Leistungen des Bölkerbundes sehr billig gewesen sind. der Künstler, Violet Dakley, ſeinen Bilderzyklus, der hier in schönen So betragen die Gesamtkosten für England bei der Rettung ber farbigen Abbildungen vorliegt. Gemeint ist die Gründung des Quaterstaates BenniŋIpanien 1681 durch William Benn, eines österreichischen Finanzen vor dem äußersten Zusammenbruch nicht mehr Staates ohne Festungen und ohne bewaffnete Macht, ohne Bürger den Ausgaben des Böferbundes für die Regelung der oberschlesi als 600 Pfund Sterling. Ebenso ist der Anteil Großbritanniens an wehr, ohne Staatskirche und ohne Rangunterschiede. Das Wagnis gelang gegen alle menschliche Slugheit und Borausberechnung. Berchen Frage nur 1500 Bfund Sterling hoch. Es ist bemerkenswert, trauen eroberte die Bilden auf viel bessere Weise, als Musteten gegen diese Zahlen die Ziffern zu halten, die im Gegensatz zu solchen und Stechfpigen es vermocht hätten. Die Wandgemälde Dalleys Briegszeit erforderten. So belaufen sich die Kosten der militärischen wurden in den Jahren 1902 bis 1922 entworfen und ausgeführt für Belegung von Oberschlesien auf 400 000 Pfund Sterling, während die begleitenden Legt, der in verschiedenen Sprachen beigefügt ist, wie nur 4000 Bfund Sterling verschlungen hat. Die Ausgaben für die das Regierungsgebäude in Harrisburg. Der Künstler schildert in dem ganze Regelung der Angelegenheit durch den Böfterbund im ganzen er in London, als schon die Ballanwolfen am politischen Himmel Ruhrbesetzung befiehen sich nach den offiziellen Angaben in den ersten aufzogen und diplomatische Künfte das Unheil beschwören wollten, Wochen auf 196 Millionen Frank." sich am Anblick des entschlossenen alten Quafers innerlich erbaut habe. Run widmet seine geschichte Hand das wohlgelungene Verherrlichungswert dankbar dem Andenken William Penns und der Sache des Friedens". Den Bölfern ein Beispiel zu geben war ja der Leitgedante dieser idealen Staatsgründung. Spender der Gabe an den Reichsnräsidenten ist der frühere Leiter der Quäfermission, die sich durch ihre Kinderspeisungen in Deutschland so hoch verdient gemacht hat, Alfred Drattergood in Philadelphia. Berlängerung der Lebensdauer in England. Das englische Ges fundheitsministerium hat einen Bericht für 1921 herausgegeben. Danach ging die Geburtenzahl von 25,5 auf 22,4 pro 1000 zurüd, die Todeszahl ist gegen das Borjahr von 12,4 auf 12,1 gesunken. Die Säuglingssterblichkeit ging auf 83 pro 1000 Geburten herab. Die Lebensdauer wurde verlängert, und zwar besonders durch die Terminderung der Todesfälle in früher Jugend. Bon 100 000 männlichen Rindern, die ein Alter von 5 Jahren erreichten, starben Don 1891 bis 1900 in den nächsten 5 Lebensjahren 2132, Don 1910 bis 1912 aber nur 1678. Mit 15 Jahren betragen die entsprechenden Bahlen 1864 und 1392 und mit 25 Jahren 2947 und 2116. Das durchschnittliche Lebensalter für Männer betrug von 1838 bis 1854 in England 40 Jahre, für Frauen 42 Jahre, für 1910 bis 1912 betrugen die Zahlen 51,5 und 53,3 Jahre. Ein heute geborenes Rind hat also Aussicht auf eine durchschnittlich 12 Jahre längere Lebensbauer als sein Großvater. Bei den ganz untultivierten Negerstämmen fommt das Kindertriegen daher: wenn so eine unfultivierte Negerfrau oder so ein unfultiviertes Negermädchen ahnungslos an einem Kindergrab vo: beigeht, dann springt einfach die Geele so eines toten Negerfindes, die nur darauf lauert, in den Leib so einer untultivierten Regerin Chinesische Frühlingsfeste. In China begeht man den Früh zu springen, da hinein und fängt an, sich darin um ihre fleischliche lingsanfang mit einer Zeremonie, die der charakteristischen Symbolik nicht entbehrt. Der höchste Beamte der Stadt verläßt, mit prächtiDas erste, was die ganz untultivierten Negerstänme für die gen Meidern angetan und das Haupt mit Blumen bekränzt, die allgemeine Geburtenbeschränkung taten, war, daß fie die Neger. Stadt durch das nach Osten gelegene Tor in Begleitung von Tänze findergräber mit weithin sichtbaren Warnungstafeln verfahen. Dann rinnen und Musikanten und von der Volksmenge gefolgt. Dicht stellten sie feft, daß die Sprungtraft so einer Negerfinderfeele hinter ihm werden in feierlicher Prozession reich mit Edelsteinen gemindestens zehn Meter beträgt. Die ganz untultivierten Reger- schmückte Figuren von Personen der Bergangenheit getragen, die frauen und ganz untultivierten Negermädchen haben seitdem von haben. Der Beamte hält im Weitergehen streng die Richtung nach fich um die chinesische Landwirtschaft besondere Berdienste erworben den bedrohlichen Negerfindergräbern elf Meter wegzubleiben. Osten ein, bis er der Figur einer riesigen, aus Ton gefertigten präch Als nach einigen Jahren ihre Zeit ausgewachsenen Elends tigen Ruh begegnet, die von kräftigen Burschen getragen wird. Ihr tein Ende nahm, wurden diefe ganz unfultivierten Nege: stämme steht ein Junge zur Seite, der nur an einem Bein einen Strumpf modernen Kulturmenschen, der über die afrikanischen Berge fommt, trägt und ohne Unterlaß auf das Tier mit einem Steden einschlägt. Der Junge soll nach dem Boltsglauben ein Sinnbild des Acerbauam Spieß zu braten. zu empfehlen, daß, die Expeditionen gottes sein, der so eifria bei der Arbeit ist, daß er nicht Zeit ges Infolgedessen ist es funden hat, sein anderes Bein mit einem Strumpf zu befleiden, und moderne: Kulturmenschen nicht mehr über die afrikanischen ber burch sein ununterbrochenes Losschlagen andeuten will, daß nur Berge gehen. Es sei denn, daß sie sich zutrauen, die Bevölkerungs- unermüdliche Tätigkeit die Erde ertragreich zu machen vermag. Der der Staatsoper in Höhe von etwa 7 Millionen Mart der Untertükunga Walter Kirchhoff bat die Honorare für feine legten Gaſtſpiele in politit diefer ganz untultivierten Negerstämme in vernünftige Beamte geht dann in die Stadt zurüd, wobei ihm die tönerne Ruh faffe der Staatsoper, der Mittelstandsfürsorge und Oberbürgermeister Bahnen zu lenten. vorangetragen wird. In der Stadt angekommen, wird der Leib der Dr. Boeß für arme Berliner Stinder gewidmet. bayerische Regierung nicht zum scheitern gebracht, wie gemeldet worden. Die Verhandlungen über die Einheitsturzschrift find durch die Bon zuständiger Stelle wird mitgeteilt, daß die Verbandlungen noch nicht zum Abschluß gelangt find. Profeffor Karl Brabbée, Boriteber an der Charlottenburger Technischen Bersuchsanstalt für Heiz- und Rüftungsvesen, bält, bevor er einen einjährigen Urlaub nach den Bereinigten Staaten antritt, eine Ab. fchiedevorlesung( öffentlich und frei) am 21. April, mittags 1 Uhr, im hör. faal 120 der Technischen Hochschule über Relative Forschung in der Heiz- und Lüftungstechnit". Eine Wohnung frei. Liebende, Brautleute, junge Ehegatten: Es ist'ne Wohnung frei. Es ist'ne Wohnung frei...! Verlobt Euch, schließt den heiligen Bund, kündigt die trauliche Gemeinschaft mit Schwieger- muttern; es ist'ne Wohnung frei; es ist'ne Wohnung frei!— Zwar liegt st« himmelhoch und ist nur klein, doch ein glücklich liebend Paar findet sie zweifellos wunderbar. Und der Säugling über ihr oder auch der Pianiste darunter stört durchaus nicht. Und nicht einmal die chausreinigung braucht ihr zu übernehmen. Sie befindet sich, Gott sei Dank, in festen Händen! Ideal also wäre diese Wohnung, ideal, zumal in der engen Straße die Rüstern eben grüne Spitzen ansetzen. Zumal kein Schienenstrang den Asphalt durchquert und das Gebimmel der Straßenbahn nicht zu ihr dringt. Auch wird kein Aberglaube Euch abholten, gerade diese Wohnung zu beziehen, denn in ihren vier Pfühlen starb nicht etwa wer, nein, man zog hinaus, hinaus,— in Amerika(oder Rußland?) das Glück zu suchen! Vor vier Wochen schon zog man hinaus. Vor vier Wochen! Und das Wohnungsamt weiß es bereits. Leider fand es einen neuen Mieter noch nicht. Weiß vielleicht nichts von Wohnungsnot, das gute Wohnungsamt?— Drum fragt es nur, auf wen es warte, da es die Wohnung, die ideale, noch nicht vergeben... Muß etwa getauscht werden mit dem Mieter in Amerika oder dem in Rußland? Wieviel Wochen müsien noch ins Land gehen, wieviel wohnungslose Wochen? Müssen sich erst noch dreißig Liebes- paare verloben, vierzig junge Leute ehelichen, fünfzig Schwieger- söhne die Mütter ihrer Gemahlinnen in die p.p. Hölle wünschen, ehe das Wohnungsamt den Bedürftigsten findet? Wer weiß? Wer weiß? Die Geschwister Nägler vor Ken Gesthworenen. Gertrud Nägler aus der Hafk entlassen. Nach wiederholten Vertagungen begann heut« der neue Pro» Zaß gegen die Geschwister Ernst und Gertrud Nägler vor dem Schwurgericht des Landgerichts I. Die beiden angeklagten Geschwister haben, wie erinnerlich sein dürft«, Üm Sommer 1820 gemeinsam mit ihrem Detter, dem Drogisten Wilhelm Bock, im Hotel„Münchener Hof" in der Königgrätzer Straße den Kaufmann Wölfner überfallen und getötet, um ihn zu berauben. Di« Geschworenen hatten Gertrud Nägler am 24. Juni 1921 zu 15 Iahren Zuchthaus, Ernst Nägler und Wilhelm Bock zu lebenslänglichem Zuchthaus wegen Raubes mit Todeserfolg verurteilt. Auf die von Rechtsanwalt Dr. Alsberg eingelegte Revision hatte das Reichsgericht das Urteil, soweit es die Geschwister Nägler betraf, infolge falscher Beantwortung der Fragen wieder aufgehoben. Gegen Bock ist das Urteil rechtskräftig geworden. Schon vor einem Jahr fand eine Verhandlung gegen die beiden Geschwister statt, die jedoch wegen der Erkrankung der Gertrud Nägler oertagt wurde. Heute wurde Gerrrud Nägler von zwei Aufseherinnen und einer Krankenwürrerin auf die Anklage- dank mehr getragen als geführt. Ihr Bruder Ernst, der in der ersten Verhandlung elegant und blühend aussah, erscheint heut« in Sträflingskleidung- mit eingefallenen Gesichtszüge». Er verbüßt gegenwärtig eine ander« Nebenstrass im Zuchthaus Sonnenburg, die inzwilchen rechtskräftig geworden ist. Zunächst gibt Ernst Nägler dem Gericht Auskunft über s e i n V o r l« b e n. Er hat Kaufmann gelernt, aber kein« Neigung dazu gehabt, sondern sich zum Schau- spieler berufen gefühlt. Gegen den Willen seines Vaters hat er heimlich bei dem Spielleiter des Braunschweiger Londestheaters Unterricht genommen. Im März 1919 verübt« seine Mutter Selbstmord, indem sie sich aus Sckwermut erhängte. Kurze Zeit vorher hatte sich e i n B r u d« r der Frau Nägler erschossen. Dieser Vorfall hat aus die Geschwister«inen tiefen Eindruck gemacht und ihr Voter schickte sie zur Erholung nach Draunloge. Hier ver- übten die Geschwister ihre erste Straftat, indem sie Hotelgästen Schmucksachen stahlen. Späier verübten sie nach anderen Diebstählen in Berlin die zur Verhandlung stehende Mordtat. Sodann versmyre der Vorsitzende die Angeklagte Gertrud Nägler zu vernehmen. Während der ganzen Vernehmung ihres Bruders hatte sie zusammen- ge'a'.'ert auf der Anklagebank gesessen Auf die verschiedenen Fragen und Anrufe des Vorsitzenden gab sie keine Antwort. Es wurde darauf Sanitätsrat Dr. I u l i u s b u r a« r darüber vernommen, ob er glaub«, daß die Teilnahmlosigkcit der Angeklagten echt sei ovti Simulation vorliege. Der Sachverständige glaubt mit Wahrschein- lichkeit behaupten zu können, daß heut« keine Simulation vorliege. Nachdem die Sachverständigen, Oberarzt Dr. G rae g von der Irven- «nstalt Buch und Prof. Dr. Strauch, ebenfalls Zweifel an der Vcrhandlungsfähigkeit der Angeklagten Gertrud Nägler geäußert hatten, beschloß das Gericht, do s Verfahren gegen Gertrud Nägler einzustellen, da sie nach der Tat in oen Zustand der Geisteskrankheit hysterischer Art in Verbindung mit Haftpsychos« verfallen sei. Weiter beschloß das Gericht, den Haftbefehl gegen die Nägler aufzuheben und gegen den Bruder g'errcnnt weiter zu verhandeln. Der Angeklagte wurde dann zur Tat vernommen.__ „Jwe" und ihr Bruder. Die Tochter eines Handwerksmeisters aus der Kövenickcr Slraße lernt« vor einiger Zeit einen jungen Mann kennen, der sich ihr als Kaufmann Ernst Schulz« aus Spandau vorstellte. Weil er aus guter Familie stanunte und das Mädchen Gefallen an ihm fand, so erhielt er euch Zutritt zu den Eltern. Nach einiger Zeit brach:-„Scknilze" auch sein« angblich« Schwester, die er Iwe nannte, bei einem Besuch« mit und auch dies« macht« den besten Eindruck. Als nun der Meister auf kurze Zeit mit seiner Frau verreist war, bat der junge Mann die Tochter zu einer bestimmten Zeit um ein Stelldichein in der WUmersdorser Straß«. Sie traf jedoch niemand an der verabredeten Stelle und wartete auch vergeblich aus„Schulze". Noch größer war ihre Enttäuschung, als sie wieder nach Hause kam. Einbrecher hatten unterdessen nicht weniger als vier Kunstschlösser geöffnet und aus der Wohnung für 23 Millionen Wert- und Schmucksachen gestohlen. ?etzt zeigte es sich, daß Schutze an der angegebenen Stelle in Spandau gar nicht wohnte. Er hatte den Heiratsschwindel benutzt. um für sich und seine Spießgesellen eine Gelegenheit zum Einbruch auszukundschaften. Nächtliche Raubnberfällc. Eine Bande von jungen Wegelagerern verübte in der vergangenen Nacht aus der Spandauer Chaussee bei Westend eine Reihe von räuberischen Ueberfällen. Gegen 11 Uhr sielen gegen 8 bis 10 Burschen zwischen dem Krankenhaus Westend und dem Klub des Westens über drei Frauen und vier Männer her. entrißen mit Gewalt einer der Frauen die Handtasche mit 20 000 Mark und entflohen eiligst mit der Beute. Die Ueberfallenen riefen das 124. Polizeirevier zu Hilfe und ein Kommando von Schutzbeamten nahm alsbald die Nachforschungen auf. Es stellte sich heraus, daß dix Bande bereits um 10 Uhr mit Ueberfällen auf Leute, die aus den Tonzlokalen der Gegend ge- kommen waren, begonnen hatten. Die Beamten durchsuchten sofort olle Lokal« und fanden auch zwei junge Männer, die von Beraubten als Teilnehme? an den Ueberfällen erkannt wurden. Beide, die übAbeleumlindeten Gebrüder Hermann und Karl Bube aus Spandau, wurden festgenommen. Sie stellten sich schwer b«- trunken, gaben wohl zu, daß sie bei den Ueberfällen dabei gewesen seien, wollen ober wegen Trunkenheit nichts näheres wissen. Die übrigen Wegelagerer waren nickt mehr zu finden. Gestern abend stieqen vier unbekannte Männer über den Zaun der Kohlboumschen Fabrik in Adlershcf, wahrscheinlich um die in dem Betrieb benutzten wertvollen Geräte zu stehlen. Auf«inen f W S ch t e r, der sie antraf, gaben sie einen Schuß ab, fielen f dann über ihn her und fesselten und knebelten ihn. Als es dem Wächter gelang, sich des Knebels zu entledigen und um Hilf« zu rufen, entflohen die Verbrecher und verschwanden ohne Beute. voa 75 Staatsanwaltschaften gesucht. Die.griechische Aerzliu". an 15 Staatsanwaltschaften wurde- eine Hoch- staplerin, die auch in Berlin Gastrollen gab, gesucht, bis sie jetzt in Stuttgart hinter Schloß und Riegel gebracht wurde. In Berlin und vielen anderen deutschen Großstädten trat eine Dame auf, die alle möglichen Namen führte, Frau Dr. Kollermann, Frau Dr. Bruhn usw. und stets mit einem Manne reiste, den sie für ihren Ehemann ausgab. Die Dame wohnte in den besten Hotels oder Pensionen und rühmte sich den Leuten gegenüber, deren Bekanntschaft sie suchte, engerer Beziehungen zu hervorragenden Künstlern. Diese sollten es ihr ermög- lichen, bedeutende Bilder zu verhältnismäßig billi- gen Preisen zu verkaufen. Die scheinbar vornehme Der- Mittlerin ließ sich erhebliche Anzahlungeh geben und dann nichts mehr von sich hören. Sobald ihr ein Streich gelungen war, siedelte sie in ein anderes Hotel oder Pensionat über, und wenn sie in einer Stadt genügend gewonnen hatte, verlegte si« ihr? Tätig- keit in eine andere. 15 Staatsanwaltschaften und alle Kriminalbehörden waren hinter ihr her, bis es jetzt gelang, die Schwindlerin in Stuttgart, wo sie die Frau Dr. Bruhn spielte, unschädlich zu machen. Sie wurde als eine Thea Häsler entlarvt und wird nun eine Rundreise antreten, um sich zunächst an 15 Stellen vor Gericht zu verantworten. Auch in Berlin hatte sie viele Leidtragende hinterlassen. Ihr letzter Be- gleite? soll»in ehemaliger Student der Medizin sein."— Als griechische A erztin trat eine Hochstaplerin aus, die auf Veranlassung der hiesigen Kriminalpolizei in München fest- genommen wurde. Eine Kronkenpflegerin Ella Döllefeld lernte in einem hiesigen Pensionat einen griechischen Studenten kennen) der sie auf den Gedanken brachte, die Rolle einer griechischen Aerztin zu spielen. Seitdem nannte sie sich Dr. Mara Edda Mamitios und betrog viele Damen denen sie vorspiegelte, daß ihr Wechsel aus der Heimat ausgeblieben sei, um erhebliche Summen. Als ihr in Berlin der Boden zu heiß wurde, verschwand sie, um in der Provinz und im Reich ihre Schwinde- leien fortzusetzen. In München wurde sie jetzt endlich entlarvt und festgenommen._ Mafiregelung einer Schule? Dom Elternbeirat der 149. Gemeindeschule geht uns ein Schreiben zu, dem wir folgendes entnehmen: „Die 14 9. Gemeindeschule, Bergmann st raße 28 29, wurde vor 2H Iahren aus ihren Räumen verdrängt, irm die Er» werbslofenfürsorg« unterzubringen, sie kam nach Bergmann. straße 00)65, woselbst sich nun drei Schulen(149., 60., 236.) gegen- seitig beengen. Eingaben waren ohne Erfolg. Daher begann im Februar d. I. der Elternstreik, um die Hergabe der Klassenräume für Schulzwecke zu erzwingen. Der Volksbildungsminister gab die schriftliche Zusage, daß die"Behörden die Bureaus entfernen sollten. Dieses ministerielle Verfahren aber wartet die städtische Schulbehörde nicht ab, sondern geht gegen die klagende Schule vor. WähreiA bei 300 Schulen überhaupt nur 150 Klassen aufgelöst wer- den sollen, löst man umgehend an der 149. 4 und an der ber-ach- barten 133. 3 Klassen auf. Zudem versetzt man den Leiter und dre! der ältesten Lehrkräfte. Man nimmt der 149. Schule Rektor und Konrektor, überhaupt olle männlichen Lehrkräfte. Das ist nichts weiter als eine Auflösung der Schule; für Schul« und Lehrerschaft an derselben steht.es einer Maßregelung täuschend ähnlich." „Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage best lln 8 Sfunden van Vcrlln nach London. Der Flugdienst auf der Strecke Berlin-Hamburg-Bremen-Amster- dom-London w-rd am 1. Mai dieses Jahres von der Deut- schen Aero Lloyd A.-G. in Betriebsaemeinschaft mit der Daimler Hire und der Koninklijke Guchtoaan Maatschappij aufgenommen und erstreckt sich sowohl auf die Beförderung von Personen, als auch von Post und Fracht. Di« Reisedauer von Berlin bis London wird zirka 8 Stunden betrogen, während die bisher schnellsten Verbindungen mit der Eisenbahn und Schiff 20 bis 24 Stunden erforderten. Ein schweres Eisenbahnunglück ereignet« sich heute früh auf der Strecke Münster— Bremen bei der Station Belm. Ein Personen- z u g fuhr auf«inen engleisten und in der Kurv« des Bahnhofes quer zum Gleis stehenden Wagen eines Giitorzüges. Der Anprall war furchtbar. Noch weiter« fünf Wagen des Güter- zuges entgleisten, ebenso die Lokomotive, der Pack- wagen und drei Wagen des Personenzuges. Drei Reisende des letzteren sind leicht verletzt. Ein Oberschossner aus Osnabrück erlitt einen Bruch des rechten Oberschenkels Der Materialschaden ist erheblich. Die Gleise sind vorläufig aesperrt. Der' Schnellzug- und Fernverkehr wird über Bünde- Bassum geleitet.___ Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Etwas lllhler. überwiegend bewölkt mit wiederholten leichten Regensällen und mähigcn südwestlichen Winden. Groß-Serliner Parteinachrichten. Iuaasozialiften, Ortogrnpp« Schönoderg-Frledevan. Seut« abend, TV, Uhr, im Ittgendbori, �eurigi'rr. 35, Dortrag de» Genossen Dr Fricdlaendert»Ma-.edonische Gw drücke". Gäste willkommen. Geschäftliche Mitteilungen. Sie bekannt, Akrma Garl Oocstau Aachs.. deren Stammbau» stch tu Berlin. Mlmersdork. Berliner Str. 130, bestndet. eröffnet am bentiaerr Freitag in der Turm- Nrahe 31 ein neue« jtautbau». Dir verweisen unsere Leser aus da» Eröffnung«» Borzug-angebot dieser Firma im Anzeigenteil. Vevisenkurse. l holländitckex Gulden.., l argentinische Papier-Peso 1 belgischer Frank...... 1 norweg�che Krone.... 1 dänische Krone....... 1 schwedische Krone..... 1 finnische Mark....... l japanischer?)en...... 1 italienische Lire...... 1 Pfnnd Sterling...... 1 Dollar........... 1 sranröfischer Frank.... 1 brasilianischer Milrei».. I Schweiber Frank...... t spanische Peseta.... 100 österr. Kronen(abgest.). 1 tschechische Krone..,.. 1 ungarische Krone..... 1 bulgarische Lewa..... 1 jugoslawischer Dinar... GewerMsstsbewegung Gertliche Sonöerzulage für Seamte. Heute werden im Reichsfinanzministerium die Verhandlungen mit den Spitzenorganisationen über die Frage der örtlichen Sonder- zulagen für Beamte an besonders teuren Orten wieder aufgenommen. Es handelt sich nicht nur um die prozentual« Er- höhung der augenblicklich geltenden Zulagen, die zum Grundgehalt und dem überoll eingeführten Ortszuschlag gewährt werden, sondern auch um«ine weitere Hineinbeziehung bisher nicht berücksichtigter Orte in dieser Sonderregelung. In einer großen Anzahl anerkannt teurer Orte erhalten die Beamten augenblicklich keine besonderen örtlichen Teuerungszuschläge. Die Organisationen hatten vor Ostern der Regierung ihre Vorschläge eingereicht, die diese inzwischen den Regierungen der Länder zur' Kenntnis gebracht hat. Neue Lohnvereinbarung der Schuhmacher. Am 9. April fanden beim Demobilmachungskommissar für Groß- Berlin erneute Verhandlungen zwischen dem Verband der selbständi- gen Schuhmacher und dem Zentraloerband der Schuhmacher statt, die zu folgendem Ergebnis führten: Für die Zeit vom 12. März bis 7. April erfolgen keine Nachzahlungen. Für die Woche vom 9. bis 14, Äpril werden diejenigen Lohnsätze bezahlt, welche in der Zeit vom 26. Februar bis 11. März 1923 tariflich vereinbart waren. Für die Zeit ab 16. April erfolgt ein Aufschlag von 10 Proz. auf die Tariflöhne der Zeit vom 26. Februar bis 11. März. Ab 16. April bettagen somit die Mindeststundenlöhne für Zeit- lohnarbeiter und als Akkordbasis für neue Arbeiten 1155 M. Die Mkordbasts für Reparaturen bettägt 1039.50 M. Zeitlohnarbeiter in orthopädischen und mechanischen Betrioben erhalten 1270,50 M. Di« Akkardbasis für neue Arbeiten in orthopädischen Betrieben ist 1270,50 M. Dieser Neuregelung haben die Arbeitnehmer in ihren Bezirks- Versammlungen am 9. April mit Mehrheit zugestimmt, desgleichen die Arbeitgeber am 11. April, so daß der Frieden in dieser Branche, der durch Mißverständnisse gestört war, wieder hergestellt ist.(Tarsse im Verbandsbureau, Engelufer 24.) Tie Berliner Zimmerer zur pslitifcheu Lage. Bon der Zahlstellenleilung der Berliner Zimmerer erhallen wir folgenden Bericht: Die Zimmerer der Zahlstelle Groß-Berlin des Zenttalver. band« de? Zimmerer Deutschlands beschlossen in ihrer am Montag stattgefundenen Zahlstellenversammlung einstimmig, den 1. Mai 1923 durch Arbeitsruhe zu begehen. Im weiteren kam folgender Anttag, welcher der Berliner Gswerkschaftskom- Mission zu übermitteln ist, zur Annahme: Di« Zahlstelle Groß-Berlin des Zenttalverbandes der Zim- merer Deutschlands erblickt in dem Aufmarsch der Gewerkschaften am 1. Mai d. I. im Lustgarten nicht den genügenden Protest gegen die herrschende Klasse, welche drauf und dran ist, mit Unterstützung der Regierung den Achtstundentag zu beseitigen, und beantragen deshalb: Die Gewerkschaftskommission wird ersucht, die gesamte Arbeiterschaft Berlins zu einer einheitlich geschlossenen wuchtigen Demonstration nach dem Westen Berlins(Bourgoisviertel) aufzu- rufen. Es sind Redner zu beauftragen, welche zu folgender Tages- ovdnung zu sprechen haben: 1. Was ist zur Erhaltung des Acht- stundentag« zu tun? 2. Wie schützt sich die Arbeiterschaft gegen die Maßnahmen der Cuno-Regierung und den von ihr geduldeten Fascistenorganisationen? 3. Wie lange noch duldet die Arbeiter- schaft das rechtswidrige Verbot ihrer Presse durch den sozialdemo- kratischen Minister Severing? Der Aufmarschplan zu dieser Demonstration ist rechtzeitig in allen Arbeiterzeitungen bekanntzugeben. Wie Massenaufnahmen gemacht werden. . Darüber berichtet ein Genosse folgendes: Der Unterzeichnete war vom 28. Dezember 1922 bis zum 6. April 1923 als Statist im Zirkus Busch beschäftigt. Am 4. April wurde uns bekanntgegeben, daß die„Berlino- Illustrierte Zeitung" mehrer« Photos von" dem„Schaustück 1806" aufnehmen wolle; die Aufnahm« sollte nach der Vorstellung ohne jede Entschädi- gung erfolgen. Di« gesamte Statisterie wehrte sich dagegen und die Aufnahm« unterblieb an diesem Tage. Am anderen Abend stand am schwarzen Brett:„Sämtliche Statisterie hat nach dem Fallen des Vorhanges nach dem letzten Bilde auf den Plätzen zu verbleiben." Jetzt war die Zeit zu einer Besprechung zu kurz. Als nun nach dem letzten Bilde der Vorhang fiel, sahen wir uns auf einmal von ollen Seiten von Regisseuren und Inspizienten umringt und es wurde einfach bekanntgegeben, daß wir jetzt photographiert werden. Von Bezahlung war keine Rede. Ich weigerte mich, der Aufforderung Folge zu leisten. Wenn der Vorhang fällt ist es �12 Uhr, und für uns, die wir morgens um 7 Uhr an unserem Arbeitsplatz stehen müssen, ist dann die Neben- beschäftigung um diese Zeit, mit 750 Mari pro Abend, beendet. Di« Statisten ließen sich wohl aus Furcht vor Emlasiung ohne Murre» für das Blatt phoiographieren. Mit mir oerließen nur noch zwei Kollegen die gastliche Stätte, worauf wir am folgenden Tage sofort entlassen wurden. Di« Kollegen hatten sich zwar am Tage vorher solidarisch erklärt, ließen uns aber jetzt, nachdem wir entlassen waren, im Stich. Als wir auf Bezahlung für diesen Abend drangen, da man uns «ine halbe Stunde hatte warten lassen, wies man uns mit dem Bemerken ab:„Spartakisten können wir nicht gebrauchen, hier sind olles anständige Leute." Wenn derartig« Aufnahmen nicht zuvor mit dem Personal vor- einbart sind, hat der Unternehmer weder«in Recht, unbezahlte längere Anwesenheit zu verlangen, noch von den Angestellten zu fordern, sich zu solchen Aufnahmen zu stell ktt. Eine Achtstundentag-Kommissiou. Nach emer TU.-Meldung aus Genf Hot der VerwaltunAsrot des Internationalen Arbeitsamts am 12. April auf Antrag des englischen Arbeitervertreters Poulton und ein« französischen Arbeitervertteters beschlossen, eine Kommission zu ernennen zur Herbeiführung einer beschleunigten Ratifizierung des achtstündigen Ar- beits'tages. Dos kann zwar nichts schaden, wird jedoch wenig Helsen. Die vergwerksbesitzer in Sieiermark machen« der Verwaltung der Saargruden nach. Die dekretierten, daß sie, solang« der Streik dauert, mit der Bergarbeiterorganisation nicht verhandeln:„Die einzelnen Unternehmungen behalten sich vor, bei der Wiederaufnahme der Arbeit nur so viel Arbeitsträste wieder einzustellen, als es die Situation des Betriebes gestattet. Mit Rücksicht auf das von den Derttetern der Arbeiterschaft mitgeteilt« Ultimatum, daß spätestens am 13. April der oerschärfte Streik eintteten werde, wird die Entlassung der gesamten Belegschaft beschlossen."— 211« ob die Bergarbeiter nicht wüßten, daß die„Unternehmungen" ihrer Arbeitskraft auch nach der Entlassung bedürsen, weil ja Unter- nehmer mit ihrem Bergwerksbesitz sonst nichts anfangen können. Solche Gesten zeugen nur von ziemlicher Rückständigkeit der Unter- nehmer, die natürlich auch in den Lohn- und Arbeitsbedingungen zum Ausdruck kommen. Vernünftige Unternehmer verhandeln, um einen Stteib sobald als möglich beiz.legen. Dabei ging es noch immer besser als mit Bekundung der Brutalität, die freilich den einen Vor» zug hat, daß sie nichts kostet. Die Arbeilslosenziffer In Deutschösterreich ist im März von 169 147 auf 155 772 zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen in Wien ging in den zwei letzten Wochen von 56 000 auf 83 000 zurück. Kirnnimortlidd llir den redalt. Zeil: Victor Schill, Berlin; llir Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag Borwärta-Verlog G. m. d. K.. Berlin. Druck: Borwart»»?uchdruckerel u. Berlagscrnstalt Paul Singer u. Co.. Berlin, Lmdenftr. I Firma und Hausnummer bitte genau beachten. Stammhaus Carl Boehme Nachf., Berlin- Wilmersdorf, Berliner Str. 130 Neu- Eröffnung Freitag, den 13. April 1923, nachmittags 3 Uhr Großer Umsatz! BERLIN NW. Turmstr. 31 Kleiderstoffe Wäschestoffe Möbelstoffe Gardinen Kaufhaus Kleiner Nutzen! Carl Boehme Nachfolger ( früher P. Rothenberg Nachf.) Modernes Geschäftshaus für sämtliche Bedarfsartikel Weißwaren Kurzwaren Teppiche Läuferstoffe Steppdecken Bänder, Spitzen Wachstuche demdentuch. Linon, Kissenbreite Linon, Deckbettbreite Damast, Kissenbreite Damast, Deckbettbreite Laken, Dowlas. Deckbett und 2 Kissen aus Linon, fertig Mtr. 5200.O Mtr. 5500.Besätze Zephir. Sämtl. Artikel z. Schneiderei Futterstoffe Seidenstoffe Wäsche aller Art| Trikotagen Herren- Artikel Handschuhe Strümpfe Krawatten Lederwaren BERLIN NW. Turmstr. 31 Konfektion Schürzen Handarbeiten Brautausstattung. Wirtschaftsartik. 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