Str. 173 40. Jahrgang Ausgabe Nr. 86 Bezugspreis: Für den Monat April 5800 0. vocaus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und memelgebiet sowie Desterreich und Lugemburg 7800 m., für das übrige Ausland 9800 M. Bostbezugspreis reibleiben d. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland. Lettland. Luxemburg, Desterreich, Schweden. Schweiz, Tschechoslowatei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Reit", der Unter. haltungsbeilage, Heimmelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 180 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 1200 M. Reklamezeile 6000 M. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 375 M.( zulässig zwei fett. gebrudte Worte), jedes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jedes weitere Wort 150 M. 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Sie blieben damit lediglich ihrer Grundeinstellung getreu, alle Lasten auf die arbeitenden Schichten abzuwälzen, dagegen die Besigenden vor Opfern zu schonen. Es ist deshalb verständlich, wenn die Deutschnationalen jetzt, nachdem auch ihre Freunde Opfer bringen sollen, nach der Reichseretu= tive(!) gegen die anhaltische Regierung rufen. Die Reichsexekutive war bisher immer ihr Heilmittel, wenn in den Ländern etwas gegen ihren Strich geschah. Rufen sie doch auch jetzt wieder wegen des Programms der sächsischen Regierung nach den Machtbefugnissen des Reiches. Nur Bayern blieb außerhalb der Schußlinie. Fortsetzung der Aktion, bis Deutschland direkte Vorschläge macht. Paris, 13. April.( Eca.) Am Ende der heufigen Sigung der außer Frage stehen. Daß wir zu Reparationsleistungen franzöfifchen und belgischen Minister wurde folgendes amtliche Com- im Rahmen unserer Kräfte bereit sind, haben wir immer wieder bemuniqué verbreitet: tont, wir sind sogar so weit gegangen, dem amerikanischen Vorschlag Die französische und belgische Regierung, die in gleicher Weise folgend, einem internationalen Sachverständigenausschuß ein Urteil entschlossen find, ihre gemeinsame Attion im Ruhrgebiet fortzusehen, über unsere Leistungsfähigkeit zu überlassen. Wenn jetzt von engbis Deuschland sich enschließt, dirette Bor- lischer Seite darauf gedrängt wird, daß wir ein Angebot fchläge für die Zahlung der Reparation zu machen, machen sollen, so ist eigentlich nicht einzusehen, warum unser Lons haten eine Reihe neuer Maßnahmen ins Auge gefaßt, um ihren doner Angebot, an das nach dem Ruhreinfall unsere jetzige Anerbiegemeinschaftlichen Drud eindringlicher zu gestalten, der, so- tungen faum heranreichen tönnen, nicht geprüft worden ist. Gleichlange es notwendig ist, andauern wird. Außerdem haben sie eine wohl scheint man innerhalb der Regierung und bei den maßgebenden Reihe Entschlüsse gefaßt, um den Abtransport der Kohle Parteien der Meinung zuzuneigen, daß wir unsere Verhandlungsund des kokjes intenfiner zu gestalten, sowie die Einbringung bereiffchaft durch einen neuen, von unferer Seite aufzustellenden Reder Kohlensteuer zu sichern und die Ausbeutung der Eisen- parafionsplan, bekräftigen sollten. bahnen zu verbessern. Die Konferenz wird. noch morgen früh Das Echo, das unser Artikel„ Die Pflicht zum Entschluß" zufammentreten, um insbesondere die Frage der Abrechnung der in der Donnerstagmorgenausgabe des Vorwärts" gefunden Die anhaltische Grundwertsteuer erfaßt nur den Boden allierten Dienststellen zu regeln, die Berteilung des Ertrages der hat, tlang allerdings nicht danach, als ob die Einsicht bei der nach dem gemeinen Wert, nicht seinen Ertrag. Die Steuer ist Geldstrafen und der Befchlagnahme von Geldbeträgen fowie die Regierung und den bürgerlichen Parteien schon so weit vor also damit zur Bacht geworden, der Staat hat sich zum Frage der Sachlieferungen ins Auge zu faffen. geschritten sei, wie der Deutsche" meint. Aber wenn der Obereigentümer von Grund und Boden gemacht. Die Die Erklärung der französischen und der belgischen Re- Schein trügen und sich herausstellen sollte, daß der Deutsche" Demokraten hören diese Bezeichnung aus Furcht vor ihren gierung führt den Streit, der im Ruhrkonflikt seinen Höhepunkt gut unterrichtet ist, so wäre das erfreulich. Denn fänden Re- Wählern nicht gern, ohne daß diefe Furcht begründet wäre. gefunden hat, an seinen Ausgangspunkt zurüd. Wer fie lieft, gierung und bürgerliche Parteien nicht den Mut, die Ver- In Anhalt find 26 Proz. des Bodens in staatlichem Besitz; in ohne die Borgeschichte des Konflikts zu fennen, müßte an handlungsbasis auszunuzen, die ihnen der ungebrochene unmittelbarem Nußen für die Gesamtheit ist 1 des Bodens. nehmen, der Einmarsch ins Ruhrrevier sei erfolgt, weil Widerstand der Ruhrbevölkerung gewährt, bestünde Anlaß, Nach dem Etat von 1923, ber 1414 Milliarden Mark erfordert, Deutschland sich weigerte, direkte Borschläge für die Zahlung mit vermehrter Sorge in die Zukunft zu blicken. ergeben die Erträgnisse der Staatsforsten und Domänen allein der Reparationen zu machen. In Wirklichkeit wollte Deutsch7 Milliarden Mart. Nach dem Grundsteuer- Reinertrag von land folche Vorschläge machen, aber Frankreich zeigte teine ehemals befißt der Staat 24,93 Proz. des GesamtbodenDas neue Reparationsprogramm. Neigung, sie in Betracht zu ziehen. Wenn jetzt die beiden ertrages. Er würde also, wenn ihm das ganze Land zur Beralliierten Regierungen bereit sein sollten, das Ruhrabenteuer Keine Billigung Englands. fügung stände, einen Gesamtertrag von 28 Milliarden haben, zu liquidieren, sobald Deutschland mit bestimmten Borschlägen London, 13. April.( Reuter.) Von gut unterrichteter Seite also allein aus dem Bodenertrag eine Einnahme ziehen, die hervortritt, so fönnte unter Bernünftigen über wird bestritten, daß der vom Parifer Malin" veröffentlichte 12mal so groß wäre wie die Bedürfnisse seines heutigen Gehaupt tein Streit mehr darüber bestehen, daß die Reparationsplan in London gebilligt worden sei. famtetats. Unter den 80 000 Familien des Landes gibt es deutsche Regierung jezt erst recht, und zwar sofort tumm 47 000 völlig landlose, 33 000 verfügen über Land, aber zum müsse, was zu tun sie ja schon vor dem Ruhreinmarsch beTeil auch nur als Pächter. 7,68 Proz. des Bodens gehören reit mar. noch der ehemals regierenden Familie und 600 Großgrundbefizer, für die sich jezt die Deutschnationalen fo eifrig einsehen, besigen ein volles Drittel des Lan des! Der Staat hat also, indem er den Gesetzentwurf einbrachte, nur im Interesse der überwiegenden Mehrheit seiner Bürger gehandelt, so daß unverständlich ist, wie man sich weigern fann, für das Obereigentum des Staates an Boden einzutreten. 3 99 = Rushebung der Deutschvölkischen. Die Havas- Agentur hatte gestern eine Mitteilung ihres Die Abteilung la des Polizeipräsidiums feilt amtlich mit: diplomatischen Redakteurs herausgegeben, in der es heißt, die Die Lellung der Deutschhoöllischen Freiheitspartei steht auf dem beiden Regierungen würden in einer Erflärung ihren Ent- Standpunkt, daß das für Preußen erlaffene Verbot nicht für die schluß beträftigen, die Ruhraftion fortzusehen, bis Deutschland Betätigung der Reichsleitung der Deutschvölkischen Freiheitsbestimmte Angebote gemacht habe, und das Ruhrgebiet partei gelten kann, daß sich daher die Reichsleitung in Preußen erft zu räumen, nachdem Deutschland feine weiterhin betätigen dürfe. Der Polizeipräsident von Berlin hält Verpflichtungen erfüllt habe. Nun wird durch diese Auffassung für rechtsirrig. Er geht davon aus, daß jede BeDie oben wiedergegebene Erklärung, die durch eine spätere tätigung der Deutschvölkischen Freiheitspartei auf preußischem Ge- Das Obereigentum wird nach einer Stala, die von 0,1 WTB.- Meldung bestätigt wird, nur der erste Teil dieser An- biete unter das Berbot fällt, gleichviel von welchen Parteiorganen bis 1,3 vom Taufend des Wertes geht, vom Staate besteuert. fündigung, nicht der zweite erfüllt. Es ist nicht davon die dieje Tätigteit ausgeht. Demgemäß hat der Polizeipräsident gegen Die fünf Kreise des Landes Anhalt nehmen einen Aufschlag Rede, daß die Räumung hinausgeschoben werden soll, bis diejenigen Ungestellten der Deutschvölkischen Freiheitspartei, die in gleicher Höhe, so daß die Stala insgesamt 0,2 bis 2,6 pom Deutschland seine Verpflichtungen erfüllt hat. während der letzten Tage im Reichsbureau" der Partei zu Tausend des Wertes, im Höchstfalle also nur etwas mehr als Logischer und ehrlicherweise fann man der Erklärung Berlin, Deffauer Straße 6, tätig waren, fowie gegen Herausgeber 14 des Bodenwertes erfaßt. Wenn der Boden als solcher nicht den Sinn unterschieben, die Ruhrbesetzung solle fort- und Druder des in Berlin erschienenen Pressedienstes der Reichs- 5 Broz. Ertrag bringt, ist also im Höchstfalle den privaten gesetzt werden, bis Deutschland Vorschläge gemacht hat, die leitung" der Freiheitspartei Strafverfahren gemäß§ 19 26. 2 Grundbefizern eine staatliche Zwangshypothef von 5 Proz die beiden Regierungen ohne weiteres annehmbar finden. des Gefches zum Schuh der Republik eingeleitet. Es wird ferner auferlegt. Die Bodensteuer muß nach dem jeweili= Es wäre von den Alliierten eine illoŋale Handlung, wenn forfan die Tätigkeit des Reichsbureaus in der Deffauer Straße und gen Roggenpreis bezahlt werden. Der Bodenwert wird sie von Deutschland erst einen Vorschlag herauslocken wollten, das Erscheinen des Pressedienstes mit polizeilichen Mitteln verhindert festgestellt nach dem Jahre 1914. Der damalige Roggenpreis ift auf 8,30 m. pro Zentner festgelegt. Die nach dem Werte um dann mit der Begründung, er genüge ihnen nicht, die werden. Ruhrattion dennoch fortzusetzen. Berhandlungen können nur Der deutschvölkische Abgeordnete Wulle hat sich in der von 1914 zu zahlende Bodenpacht wird in jedem Vierteljahr mit Vorschlägen beginnen und mit einer Verein- gestrigen Reichstagsfikung in der aufgeregteften Form über mit der Biffer multipliziert, die sich ergibt, wenn man den barung enden; es hieße, das Pferd beim Schwanz auf dieses Vorgehen des Bolizeipräsidenten beschwert. Mit seiner Roggenpreis von 1914 gleich 8,30 m. in den DurchschnittsBeschwerde wird sich der Geschäftsordnungsausschuß des roggenpreis des vorangegangenen Vierteljahres dividiert. Jit zäumen, wenn man umgefehrt verfahren wollte. Was es bedeutet, daß der Druck eindringlicher Reichstages befaffen. Es ist vielleicht angebracht, in diesem der Roggenpreis also 3. B. 5000mal so hoch wie 1914, so wird gestaltet" werden soll, ist nach den bisherigen Erfahrungen Busammenhang darauf hinzuweisen, daß das Vorgehen der auch die nach 1914 der Steuerstala gemäß zu zahlende Steuer ohne weiteres flar. Daß sich das Ruhrabenteuer aus einem Bolizei, das fich übrigens, wie fast immer gegenüber den mit 5000 multipliziert. Wer 20 Morgen Land besitzt, die 1914 Defizit zu einem Ueberschußunternehmen verwandeln lasse, Deutschoöltischen, sehr vorsichtig abgespielt zu haben je 1000 m. Wert hatten, hat diesen Bodenwert mit einem glaubt auch in Frankreich und Belgien tein Mensch. Ein scheint, feineswegs ohne Präzedenzfälle ist. In den Behntausendstel, also mit 2 m., in Staat und Kreis mit 4 M. bringlicherer Drud" heißt nichts anderes als gesteigerte Geschäftsräumen der Zentrale der Kommunistischen zu verſteuern. Wer 1000 Morgen Land besitzt, die 1914 einen militärische Bedrückung, vermehrte Quälerei der un Partei sind mehrere Male Haussuchungen vorgenommen worschuldigen arbeitenden Bevölkerung. Die Anwendung dieser den, bei denen feineswegs vor ben Schreibtischen und Mittel macht denen, die sie gebrauchen, feine Ehre. Pflicht Bureaus der dort arbeitenden 2 and tags- und Reich s der deutschen Regierung aber ist es, die Brobe auf das tagsabgeordneten Halt gemacht wurde, trotzdem die Das klingt für die Deutschnationalen fürchterlich, obwohl Erempel zu machen, ob die Möglichkeit besteht, durch Er betreffenden Abgeordneten sich während der Haussuchung un- dieser Betrag heute noch nicht einmal den Wert von 1000 stattung direkter Borschläge die Bevölkerung von diesem Drud mittelbar mit den in Betracht kommenden Ministerien in Ber- Kilogramm Butter hat. Das ehemalige herzogliche Haus bezu befreien. Sollte diese Probe negativ ausfallen, so würden bindung fekten. Die Frage, ob die Polizei berechtigt ist, die figt noch 17 658 hektar, also 70 632 Morgen. Hätten diefe die französische und die belgische Regierung in eine moralische Arbeitszimmer eines Abgeordneten außerhalb des Reichs- 1914 einen Wert von je 1000 m. gehabt, fo wären bei rund Position geraten, die auf die Dauer nicht haltbar ist. tages zu betreten, seine Schreibtische zu erbrechen und in feine 70 Millionen Mark Wert von 1914 70 000 X 2,6= 182 000 Korrespondenz Einsicht zu nehmen, ist also bisher in der Mart Grundwertsteuer zu zahlen. Bei 5000fachem RoggenPragis, die sich allerdings nur gegen lints gerichtet hat, preis also 910 Millionen Mart. Wer den 13. Teil des Landes bejaht worden. Wir können uns nicht erinnern, daß und fast den 7. Teil seines Bertes befit, muß diesen Besit deutsch nationale oder andere rechtsgerichtete Abgeord. eben heute durch eine Bacht an die Gesamtheit entsprechend nete damals gegen ein solches Borgehen der Polizei Proteft verdienen. erhoben haben. Immerhin wird es nichts schaden, wenn diese Frage prinzipiell geflärt wird. Der Deutsche", das von Stegerwald begründete Organ der christlichen Arbeiter, beschäftigt sich mit der Lage im Ruhrkonflikt und mit der drohenden Gefahr einer fich neubildenden Einheitsfront gegen Deutschland. Dazu führt das Blatt weiter aus: Wert von je 1200 m., insgesamt also 1 200 000 m., hatten, muß 1200 X2,6 3120 M. zahlen. Bei 5000fadyem Roggenpreis alfo 3120 X 5000 15,6 millionen Mart. Von der Grundwertsteuer befreit sind das Reich, das Land, die Gemeinden, gemeinnüßige Bereinigungen Es beginnt sich in allen Parteien, wie es scheint, ziemlich ein- Davon ganz abgesehen wird aber auch Herr Wulle be- und unter bestimmten Borauslegungen u. a. gemeinnügige mütig die Ueberzeugung durchzusehen, daß wir gegenüber der Ge- greifen, daß die Republik fich vor bewaffneten Um Stiftungen und Bläge, Sportplähe und Turnhallen, außerdem fahr eines solchen Dittates nicht müßig bleiben dürfen. Als erste ft ur gplänen mit allen Mitteln, die ihr zu Gebote stehen, mit der Genehmigung des Staatsministeriums private Barks, Boraussetzung bei einer jeden fruchtbaren Berhandlung muß für zu mehren versucht, und daß fie Organisationen nicht duldet, die dem öffentlichen Verkehr dienen. Für Kirchen und Weltuns die Sicherheit bestehen bleiben, daß das Ruhrgebiet ge- die eingestandenermaßen den Deckmantel einer legalen Partei anschauungsvereinigungen ist nur der Boden frei, der unräumt wird. Ebenso dürfte wohl für alle Parteien die volle mit parlamentarischer Vertretung benutzen, um illegale mittelbar und ausschließlich dem religiösen Bedürfnis dient. Bahrung der rheinischen Souveränität und die feste bewaffnete Umsturzorganisationen auf die 23 000 morgen des Landes, die der Kirche gehören, sind Sugehörigkeit des Rheinlandes zum Reiche ohne alle Borbehalte Beine zu stellen. Isteuerpflichtig. Den Kreisen gegenüber sind auch der Staat unb die(Semeinben grundmertstsuerpflicht�z gemacht worden. Das geschah insbesondere deshalb, um den beiden waldreichen Kreisen Zerbst und Ballenstedt Einnahmen für ihren Landstragenbau zu verschaffen. Der Steuersatz ist für sie auf ein Maximum von 1 vom Tausend festgesetzt worden. Von der Erundwertsteuer befreit ist ferner mit 1600 Quadratmeter jedes erste Grundstück, auf dem sich ein zu Wohnzwecken dienendes und bewohntes Gebäude befindet.. Für jedes wei tere Wohngebäude sind 200 Quadratmeter steuerfvei. Diese Steuerbefreiung erfolgte wegen der Zwangswirtschaft im Wohnungswesen und der aus ihr hervorgehenden Wohnungs- bauabgabe. Kein Mieter braucht also anzuerkennen, daß Erundwertsteuer auf ihn abgewälzt werde. Aus dieser kurzen Inhaltsangabe des Gesetzes geht klar hervor, daß der Staat Anhalt ausschließlich im Interesse des Volkes gehandelt hat. Wir erwarten deshalb vom Reichs finanzminister, der feit mehreren Tagen von den Deutsch nationalen mit Protesten gegen dies Gesetz belästigt wird, daß er sich jeden Eingriffs zugunsten der Großgrundbesitzer ent hält. Statt Rsichsexekutive wäre viel notwendiger, daß sich das Reich das anhaltische Steuerbeispiel zum Vorbild nimmt, um so einen ernsten Schritt zur Gesurn düng der Finanzen des Reiches zu machen. Die kommende SeMbelastnng. Die Sozialdemokratie hat bei ihrem Kampf gegen die Be seitigung der Getreideumlage keineswegs ihrer bis! herigenForm das Wort geredet. Sie verlangte Sicher- stellung der Brotversorgung und wollte verhin dcrn, daß Brot zum Spckulationsobjekt gemacht werde. Des balb schlug sie einen direkten Austausch von Getreide gegen Stickstoff vor. Für den Fall, daß dieser Vorschlag, der mit dem in allen Einzelheiten bereits vorliegenden Gesetzentwurf der preußischen Staatsregienmg im Prinzip übereinstimmt. keine Zustimmung bei den bürgerlichen Parteien findet, hatte sie folgenden Eventualantrag eingebracht: „Eine Berbilligung des Brotes um jeweils zwei Fünftel des Marktpreises für Minderbemittelte, zu denen auf jeden Fall die breite Masse der Sozialrentner, Kriegsopfer, Kleinrentner, Erwerbs lose», Armengeldemp fanger und der Kinderreichen zu rechnen ist, ist unter Deckung der erforderlichen Mittel durch Zuschläge zur Vermögenssteuer zu bewirken. Diese Belastung des Besitzes muß vor Deginn des neuen Wirtschaftsjahres durchgeführt sein; eine entsprechende Abänderung des Vermögenssteuergesetzes ist dem Reichstag bis zum 15. April 1923 vorzulegen. Bor dieser ge- setzlichen Sicherung der Berbilligung darf die Reichsgetreidestelle nicht aufgehoben werden." Aber auch dieser Antrag, der verlangt, daß erst die Besitz- belastung durchgeführt ist, ehe die Umlage beseitigt wird, wurde von den bürgerlichen Parteien abgelehnt. Daß' darin die Ab- neigung enthalten ist, überhaupt den Besitz für die Brotver- l illigung zu belasten,, zeigt sowohl der Wortlaut des Antrages der bürgerlichen Parteien als auch die Definition, die ihm. insbesondere durch den Redner der Deutschen Volkspartei, ge- geben wurde. Er erklärte ausdrücklich, daß die Deutsche Volks- Partei sachlich mit den Deutschnationalen vollkommen überein- stimme. Der Antrag der Deutschnationalen aber will die Mittel für die Browerbilligung allen„leistungsfähigen Schichten" auferlegen. Wer leistungsfähig ist. geht aus dem Beschluß des Reichslandbundes hervor, in dem es heißt: „Eine einseitige Belastimg des Besitzes muß abgelehnt werden, ebenso die Aufbringung der Mittel nur durch die Landwirtschaft. Es sind auch diejenigen heranzuziehen, die infolge ihrer Einkünfte zu den Leistungsfähigen und somit zu den Besitzenden im weiteren Sinne zu zählen sind." Die angebliche Brotverbilligimg durch B e s i tz b e- l a st u n g wird also dieselbe Komödie wie die Zwangs- a n l e i h e. Es wurde eine Belastung des Besitzes versprochen und später wurde diese Belastung den Besitzlosen auferlegt, die heute schon die große Last der Staatsausgaben tragen. Im Monat Februar z. B. sind von den 103 Milliarden Ein- kommensteuer 97 Milliarden durch den Lohnab- z u g aufgebracht worden, obwohl in dem Monat Februar für die Veranlagungspflichtigen der Borauszahlungstermin liegt, an dem sie aber, wie diese Zahlen zeigen, auch nicht gezahlt haben. Der Versuch, die Abwälzung der Lasten für die etwaige Brotverbilligung auf die Masse der Bevölkerung zu legen, liegt um so näher, als für diese Zwecke bereits bei dem heutigen Preisstande für die 19 Millionen Menschen, die den Anspruch auf die Brotverbilligung haben, der ungeheure Betrag von 750 Milliarden Mark erforderlich ist. Die Dreisäulenmacht. Arbeiter, Angestellte, Beamte. Die„Germania" widmet dem Vertrag, den der All. gemeine Deutsche Beamtenbund mit den freigewerkschaftlichen Organisationen: ADGB. und AfA-Bund, geschlossen hat, längere Ausführungen, in denen es heißt: Rund 1l> Millionen Mitglieder umschließt die nunmehrige sozial- demokratische Einheitsfront der Arbeitnehmer, die Dreifäulen» macht der Organisationen der Arbeiter, Angestellten und öffent- lichen Beamten. Di« Hartnäckigkeit, mit welcher seitens der Sozial- demokratie seit Iahren nach der Erreichung dieses Zieles gestrebt wurde,- läßt erkennen, wie sehr sie bemüht ist, das wirtschaftlich« und öffentliche Leben, d. i. letzten Endes der Staat, ihrem Macht- willen zu unterwerfen. Die bekannten„Aktionen" der Hewerk- schasten bewegten sich bisher ja nach der gleichen Richtung. Die Sozialdemokratie und die mit ihr auf gleicher Linie marschierenden wirtschaftlichen Verbände dürfen sich jedoch nicht wundern, wenn ihr Druck Gegendruck erzeugt. Sie müssen sich davon über» zeugt halten, daß sich die Aktionen im Rahmen des höchsten Ver» antwortlichkeitsgefühls bewegen muffen, wenn anders die Bolls- gemeinschaft und die heut« nicht minder wie früher notwendige Stoatsautorität empfindlich leiden sollen. Dazu können wir nur sagen: wir wünschten, die Dinge lägen so, wie die„Germania" sie sieht. Leider gehört aber vor- läufig nur ein Teil der gewerkschaftlich organisierten Arbeit- nehmer auch der Sozialdemokratischen Partei an. Was die „Germania" sieht, ist für uns nur ein Wunschziel, nicht etwas schon Erreichtes. Im übrigen ist einem so gewaltigen Verband von Verbänden gegenüber die Sorge am wenigsten begründet, daß er die Volksgemeinschaft schädigen könnte. Stellt er von ihr doch einen so großen Tell dar, daß er das Ganze nicht schädigen kann, ohne sich selbst zu schädigen. Darum ist der erfolgte Zusammenschluß im Interesse nicht nur der Organisierten, sondern auch der Volksgemeinschaft selbst lebhäft zu begrüßen. Die Reüe Sikorskis. Die Posener Rede des polnischen Ministerpräsidenten S i k o r s k i hat, wie sie mußte, in Deutschland peinliches Aufsehen erregt. Auf der einen Seite war in Deutschland die .leberzeugung im Wachsen, daß man zur polnischen Republik, die keineswegs ein bloßer„Saisonstaat" ist. in ein möglichst gutes Nachbarvsrhättnis zu kommen trachten müsse, auf der anderen Seite galt bei nnsgerads der gegenwärtige Ministerpräsident Polens als ein Mirnn, von dem— vorsichtig aus- gedrückt— der Verständigungsgedanke keine f o große Schädi- gung zu erwarten hätte, wie vielleicht von manchem anderen.' Run Hot aber gerade Herr Sikorski durch seine Posener Rede denen Wasser auf die Muhls geleitet, für die der Ruf„Feinde! ringsum!" der Inbegriff aller nationalen Polifik ist. Von polnischer Seite wird uns nun mitgeteilt, daß Herr Sikorski die Behauptung, Deutschland r ü st e zu Revanchetaten, nicht aufgestellt habe. Auch habe sich sein Tadel wegen des Nichterlernens de? polnischen Sprache nicht an die Deutschen im allgemeinen, sondern nur an die Mitglieder des Konsisto- riums gerichtet, deren eines beim offiziellen Empfang erklärt habe, kein Polnisch zu verstehen. Auch die Sätze über das Recht des Stärkern und über die Stellung Danzigs sollen, so wie sie in der deutschen Presse gestanden haben, nicht aus- gesprochen worden sein. Aber auch wenn man diese Aeußerungen streicht, so bleibt von der Rede doch genug übrig, um den Schluß zuzulassen, daß auch die gegenwärtige polnische Regierung nicht wünscht, Bestrebungen in Deutschland zu ermutigen, die aus eine ent- schiedene Besserung der nachbarlichen Berhältniffe gerichtet sind. Eine solche Tatsache wäre im beiderseitigen Jntcresie zu bedauern, aber man muß, wenn sie gegeben ist, auch mit ihr rechnen. Gbersthleftsche Putschgerüchte. Ein Sclbstjchutzmanöver? Schon seit einigen Tagen ist die Rechtspreff« eifrig bemüht, Potfchvorbereitungen der Polen in Oberschlesien zu melden. So- wohl bei den Gemeindebehörden in Oberschlesten wie bei dem Ober- Präsidium ist von derartigen Vorbereitungen nichts bekannt. Wie verlautet, sollen diese Nachrichten systematisch nach Anweisung aus München in Oberschlesten an die deutsche Presse gegeben werden. Damit soll die Notwendigkeit der Aufrechterhalt ung des Selbstschutzes bewiesen werden. Es ist dringend notwendig, daß die Behörden diesen Dingen ihre Aufmerksamkeit zuwenden. Die Leiden der Minderheit. Beulhsn. 13. April.(MTB.) Die„Morgenpost" meldet aus R a t i b o r: Am Mittwoch abend wurde hier der Leiter der deutschen Minderheitsschulbewegung In Hohenbirken, Bauer, als er von seiner Arbeitsstätte zurückkehrte, von der polnischen Ortspolizci verhaftet. Man befürchtet, daß er nach Krakau verschleppt worden ist.— Nach einer weiteren Meldung desselben Blattes aus K a t t o w i tz wurden in der Nacht zum Donnerstag wieder zahlreiche Schaufenster und Schilder an Häusern, die Deutschen gehören, mit Pech besudelt. An vielen Stellen ist ein Totenkops zu sehen, um den herum geschrieben ist:„Die Deutschen müssen raus", und„Raus mit den Juden!" Satkowih. 13. April.(Mib.) Zum Vorsitzenden der Stadtver- ordnetenoersammlung wurde nach dem Rücktritt des bisherigen Bor- stehers ein deutscher Studienrat gewählt, der die polnische Sprache beherrscht. Die polnischen Stadtverordneten erklärten in der letzten Sitzung, er beherrsch« die polnische Sprach- nur manael- Haft und sei deshalb für das Porsteheramt ungeeignet: Be- schlüsse, die die Stadtverordnetenversammlung faffe, seien ungc- s e tz l i ch. Darauf verließen sie die Sitzung und machten dadurch die Versammlung beschlußunfähig. In K ö n i g s h ü t t e wurde vor einigen Wochen zunächst der alte langjährige Stadtverordnctenvai- steher, ein deutscher Rechtsanwalt, wiedergewählt, legt« aber nach kurzer Zeit das Amt nieder, da er die Leitung in polnischer Sprache nicht durchführen tonnte. Infolge Uneinigkeit der deutschen Frat- tionen wurde dann ein Pole zum Vorsteher gewählt. Oberbürger- meister B r a h l ist wegen der Schwierigkeiten, die das Amts- sprochengesetz seiner Amtsführung bereitet, zurückgetreten. Es ist zu befürchten, daß in absehbarer Zeit die Mehrzahl dcr deutschen städtischen Beamten in ganz Polnisch-Oberschlesien ihre Aemter niederlegen. Polnische Beamte stehen in genügender Zahl nicht zur Verfügung._ Lehrerbilöungsfragen. Der 30. Ausschuß des Reichstags folgte der Anregung her sozial- demokratischen Fraktion, die Reichsregierung zu ersuchen, ihren ob. lehnenden Stanopunkt in der Lehrerbildungssrag« nach- zuprü en und dem Reichstag beschleunigt ein entsprechende, Gesetz vorzulegen. Es ist, erfreulich, daß Sachsen und Thüringen im Einoernehmen mit der Reicheregierunz die Initiative«rgriffcn haben und bereits jetzt ihren Landesrersammlungen entsprechende Vorlagen unterbreitet haben. Falls die Regierung nunmehr ihren Standpunkt revidiert, würde es erwünscht sein, daß Thüringen und Sachsen beschleunigt ihre Lehrerbildung durchführen, damit sur da, Reich schon in diesen Ländern ein« gute Grundlag« geschaffen wird.-_ Zeitungsverbok. Die„Frankfurter Rachrichten" sind wegen eines Artikels„Zweierlei Matz" gegen den Mtnisler de, Innern Severing auf Grund de? Schutzgesetzes auf zwei Wochen verboten. Der Proletarier und das Kabarett. Das deutsche Kabarett, heute noch Doinäne des zahlenden Bürgertums, weist manche Voraussetzungen für eine proletarische Kunst- und Unterhaltungsstätte auf. Wenn an dieser Stelle über- Haupt von Berliner Kabaretts gesprochen werden kann, so geschieht es nicht referierend. Weder der Nackttanz noch das billige Chanson kümmern uns. Die Lüsternheit dessen, der mit alkoholgetrübtem Aug' geschlechtliche Reizungen sucht— und die Muffigkeit des an- deren, der das Strafgesetz gegen die Nacktheit aufruft: es sind mittel- bare Folgen der bürgerlichen Gesellschaftsordnung, Erscheinungen einer Welt, in der wir nur zufällige Gäste find. Nur dem Satten ist Celly de Rheydt ein Problem. Der Hungrige kann weder Ge- schmack finden an sexuellen Reizmitteln(seien es nun Bilder oder Worte)— noch kann er„Anstoß nehmen". Der Lüstling sowohl wie der Vrunner— es sind beide bürgerliche Typen. Das gute Kabarett, in bewußter Anlehnung an die Pariser Montmartre-Kunst einige Male in deutschen Städten, wie München und Berlin, versucht, hat längere Lebensfähigkeit nicht bewiesen. In Paris lebt das literarische Kabarett von jenen, die es schaffen: von Literaten. In Berlin muß es sich darauf beschränken, dem Spieher, der es besucht, den karikierenden Spiegel vorzuhalten. Der gutgelaunte Bürger hat es manchmal gern, sich verspotten zu laffen — zuniol. wenn er in dem Geaenstand des Spottes nicht sich selbst wiedererkennt, fondern seinen Kompagnon. Wehe aber, wenn er sich seihst getroffen fühlt! Wenn ein bürgerliches Gemüt oerletzt ist, bringt es sogar eine Einheitsfront mit dem geschäftlichen Associe zustande.. Also muß dos Berliner literarische Kabarett Kompromiffe schließen: ei» bißchen Spott und«in bißchm Frauenfleisch: Satire und Spibenhoschcn: Verhöhnung und Versöhnung. Der literarische Kabareitkünstler— meist ein bewußter Proletarier— gleicht jenem schreibenden Literaten, der den Lesern einer bürgerlichen Zeitung den geistigen Fortschritt darstellen soll. Er mildert, er muß mildern, weil jedes bedeutungsvolle und vorwärts weisende Ereignis im Reiche des Geistigen die bürgerliche Welt, die Welt des Lesens, negiert. Solange also das literarische Kabarett auf bürgerlichen Besuch angewiesen ist, muß es unvollkommen bleiben. Di« Sängerin der beißenden Satire ist zugleich Reklameträgerin der oder jener Mode- firma. Hart neben dem antibürgerlichen Witzbold steht. auf dem Programm das Seidenmodehaus. Das Dekollete« mildert die Ironie. Während man sich über seinen Kaiser lustig macht, blinzelt der wilhelminische Untertan nach dem entblößten Frauenbein. Das Kabarett kann nur dann literarisch sein, wenn es prole- tarisch wird. Nicht wegen der hohen Geistigkeit meidet es der Ar- beiter heute, sondern wegen der hohen Eintrittspreise. Schlimm ist es, daß der Proletarier sich mit dem billigen, auf Knall- und Tränen- effekte gestellten Vorstadtkabarctt begnügen muß. Dort ist er in einer fremden Welt, in der die bourgeoise Lüsternheit, der bürger- liche nationalistische„Humor"— und das sentimentale Chanson herrschen. ★ Zwei Berliner Kabaretts, die ich in dieser Woche besuchen konnte, bestätigen das oben Ausgeführte: die„Rote Nachtigall in der Elsoffer Straße und die„Wilde Bühne" in der Kantstraße, Die„Rote Nachtigall" hätte ein proletarisches Kabarett— das erste in Deutschland— werden sollen. Das.wurde es nicht. San- dcrn Herr Peter Sachse leitet es. Peter Sachse hat einen Kabarett- und Bariete-Trust— einen geschäftlich sehr ergiebigen Betrieb, der es dem Inhaber gestattet, seine Mitwirkenden cm einem und dem- selben Abend abwechselnd an seinen verschiedenen Bühnen aus- treten zu laffen, und so mit einem verhältnismäßig steinen Ensemble mehrere Theater zu versorgen. Das Geschäft geht anscheinend gut. Sachse erwirbt ein Kabarett nach dem anderen. Und leider auch die billigen— die Amüsementsfallen für da« Proletariat. Die„Rote Nachttgall" hat— Ringclnatz ausgenommen— das übliche Klischeeprogramm: die Dorstadtsoubrette mit schlechter Stimme und Goldplomben, einen Konserencier mit den üblichen Begrüßungsphrasen, ein paar Tänzer. An dem Tag, an dem ich das Kabarett besuchte, trug ein Flüchtling aus dem Ruhrgebiet, ein aus Mitleid und Patriotismus zugelaffener Intellektueller, Gedichte von Dehme! und Heine vor. Und ffe gefielen dem Publikum, das aus einfachen Menschen zu bestehen schien. Joachim Ringelnatz, den einzigen literarisch ernsten Mitarbeiter des Kabaretts, konnte Ich leider nicht mehr hören. Ein Beweis dafür, daß es gesund gewesen wäre, aus der„Roten Nachttgall" eine proletarische Kleinkunstbühn« zu machen. Leider aber wird die Literatur nicht in der Elsofler Straße heimisch, sondern in der westlichen Kantstraße, wo die Leute zahlen können. Natürlich schließt die Literatur hier jene notwendigen Kompromiffe. von denen ich oben sprach. Trude Hesterberg bringt eine Mehringsche Sartre gegen die Presse, Paul Nikolaus hat reizende steine Bosheiten gedichtet. Allein, diese ganze antt- bürgerliche Tendenz geht in diesem Milieu verloren. Eine Propa- gcmda gegen das Bourgeois«, vor der Bourgeoisie betrieben, verliert ihre Wirkung. Der Witz verpufft und gleitet an dem Bauch- des Zuhörer» ab. Dieser Witz erfordert ein Publikum ohne Bauch. Dann könnte man auch die Kompromiffe weglassen: eine Wehstage auf den sterbenden Mittelstand zum Beispiel, für den der reich ge- wordene Klassengenoffe gern eine Träne zur Berfügung stellt, um seinen Beutel zu retten. Der Wert des Kabaretts besteht in seinen Propagandamöglich- leiten. Es darf ffch«her ein« scharfe Tendenz erlauben, als die große Bühne. Es hängt inniger mit den Ereigniffen des Tages zu- jammen, mit den Geschehnissen der Politik. Es kann auf direktem Weg erzieherisch wirken. Deshalb ist ein Puritonismus, der das Kabarett gering schätzt, nicht am Platze. Es könnte«ine Kleinkunstbühne geben, auf der der soziale Kampf ins Geistige, Witzig-Amüsante übergeleitet wird:«Ine Satire, mit dem Zweck, den.Brotgeber" und seiner Welt jener Würde zu entkleiden, die ibnen der Besch verleiht. In diesem Theater würde sich der Proletarier heimisch fühlen. Omega, Der R-ichsknnsswark über die moderne Bühne nkunll. Aus Darmstadt wird geschrieben: Vor einem gewählten Publikum hielt Reichskunstwart Dr. Redslob in Donnstodt einen fesselnden Vortrag über die Beziehungen der bildenden Kunst und Bühne. In geistvollen Thesen brachten sein« Aus- führungen den Beweis, daß sich in der modernen Dühnenkunst Deutschlands mit einer seltenen Klarheit das Geschehen unserer Zeit, all unsere geistigen, materiellen und kulturellen Nöte widerspiegeln. Und zwar nicht nur in den Erzeugliissen der modernen Buhnen- litemtur, sondern in der ganzen Art. wie wir auch klassische Stuck« heute durchdringen mit dem Geist unserer Tage wie wir sie mit unserem Gefühl ersoffen und au» unserem seelischen Bedürfnis heraus gestalten. Und weiter, daß dies« modern« Bühnenkunst nicht nur die Nöte unserer Gegenwart, unser kulwvell-aeistiges Leid wider- spiegelt, sondern daß ihr kraftvoll gestaltender Ausdruck auch gleich- zeitig Beweis dafür ist, daß wir nicht kusturellem Untergang, sondern Aufstieg entgegengehen, daß die moderne Bühnenkunst heute schon«in kraftvoll betonter Wille zum Leben und zum kulturellen Neuschöpfen ist. „Der Urwald von Ceylon und sein Leben" war der Inhalt eines sehr gedankenreichen Vortrages, den P r o f. D r. Günther in der Urania hielt. Meisterhaft verstand er es, den Zuschauern die tropisch« Natur schauen zu lehren, denn die Natur drängt sich nie- mandem aus. Ein« jede Landschaft hat ihr Antlitz und es tcmmit nicht darauf an, was man sieht, sondern, wie man sieht. Einführend in das Iropengebiet, erstrebte der Redner zuerst bei den Zuhörern ein« Loslösung von festgesetzten Begrissen. Denn diese hindern daran, das Wesentlich« auszunehmen. Die Gedanken an die tropisch« Ueppigkeit, die Farbenpracht und den Dust muffen nämlich von Grund aus aufgegeben werden. Wir haben eben die Vorstellung der Ueppig» beit aus unserer Natur herausgenommen. In Ceylon ist aber alles nicht so aus die Jahreszeiten zusammengedrängt. Bei dem herrschen- den gleichmäßigen Klima können die Pflanzen das ganze Jahr an sich bauen. Di« Tropewbäume haben eine holzartige Entwickelung, sie haben nicht den Blätterreichtum. der unsere Bäum« schmückt. Ein glitzernder Wald ist dcr Tropenwald, der sich schlecht photographieren läßt. Di« Tropenlandschast bringt eine Ermüdung mit sich, daher ist auch die Lebensverneinunz der Religionen verständlich. In Dsutschtand hat man 3ö Baumarten, in Ceylon 1500. Der dortig« Urwald ist beleuchtet bis aus den Grund. Man sieht sehr individuelle Bäume, sie setzen voneinander ab und plastisch steht man die einzei- nen Kuppeln. Der Urwald der Höhe wechselt mit Steppe. Im trockenen Dschangel(der Redner verwahrt« sich gegen die Bezeich- nung„Dschungel) gewahrt man die Wolfsmilch als Boumart. Die Palm« spielt im Urwald von Ceylon keine Rolle, wohl aber an der Meeresküste, weil dies« mit Kokospalmen besetzt ist. Orange trifft man unter den Farben häufig an. Do, Grün de, Papageien ist keine Schutzfärbung, im Gegenteil, er fällt im Urwald auf. Als Höhlenbrüter braucht der Papagei auch keine Schutzfärbung Indem Prof. Günther eindrucksftart für den Schutt der Natur warb, brachte er. dank seiner harmonischen persönlichen Einstellung zu der Natur. mm� Zuschauer zu einem seelischen Erfassen, der. wenn auch nur im Lichtbild, geschauten Schönheiten. e. d. ilrno H»l;. der am 2«. April sein 60. Lebenssahr vollendet, ist von 63 Professoren der Literatur und Aefthetik an deutschsprachigen Hochschulen des In- und Auslandes zur Verleihung des Nobel- Preises für Literatur vorgeschlagen worden: es sind da»»wei Drittel der Vorschlogsberechtigten deutscher Zunge überhaupt. Der Kappisten- Pabst- Tiroler! Innsbrud, 13. April.( Eig. Drahtbericht.) Die sozialdemofratische Boltszeitung" meldet, daß der Major Pabst, der na dem Kapp- Putsch aus Deutschland flüchten mußte, in Tirol als Stabsleiter der Heimwehren angestellt wurde. Da er aber unter seinem Namen in Tirol nicht auftreten konnte, hat man ihm falsche Papiere auf den Namen Peters verschafft, und er hat unter diesem Namen auch das Heimatsrecht in einer Tiroler Gemeinde erhalten. Hitlerianer als notpolizei. Bor einiger Zeit berichteten wir auf Grund einer Mitteilung des Berordnungsblattes Nr. 2 des Bundes„ Oberland", daß nach einer Erklärung des bayerischen Ministers des Innern, Dr. Schmeyer, der Bund„ Oberland" anläßlich seines Anschlusses an die Notpolizei München mit der Organisation der Notpolizei im gefamten Freistaat Bayern beauftragt worden sei. Die halbamtliche bayerische„ Korrespondenz Hoffmann" veröffentlichte dazu eine Berichtigung, die besagte, eine derartige Berordnung des bayerischen Innenministeriums fei nicht ergangen, infolgedessen tönnten dem Bund„ Oberland" auch nicht folche Bollmachten erteilt worden sein. Wir halten demgegenüber unsere Behauptung aufrecht, daß sich in dem erwähnten Berordnungsblatt des Bundes Oberland" die genannte Mitteilung befand. Eine Auseinandersehung über den tatfächlichen Sachverhalt müßte also nicht zwischen dem bayerischen Innenministerium und uns, sondern vielmehr mit dem Bund„ Oberland" erfolgen. Im übrigen sei im Anschluß an die amtliche Be richtigung an die bayerische Regierung die Frage gestattet, was wohl in Bayern einer linksstehenden Organisation passieren würde, bie sich wie der Bund„ Oberland" erlauben würde,„ wahrheitsmibrig" zu behaupten, daß ihr vom bayerischen Ministerium des Innern die Uebertragung von polizeilichen Befugnissen für das Land Bayern zugesichert worden sei. Ruhrflüchtlinge". hüllungen sollen offenbar Herrn Rube intereffant machen, indem sie ihn mit der Gloriole des verfolgten Kämpfers für Freiheit und Recht" umkleiden urd im übrigen die Spießer mit den Kommunisten graulich machen. Der Kommunistenfchred ist offensichtlich die einzige politische Nahrung der reaktionären Herrschaften. Die Hochschulreform. Debatten im Hauptausschuß des Laudtages. Die Universitäten bildeten am Dornerstag und Freitag den Gegenstand der Beratungen des Hauptausschusses des Bandtages. Im Vordergrunde der Debatte stand die Hochschulreform und die studentische Mot, für die der Minister sehr fennzeich Die Eisenbahnerausweisungen. nende Zahlen nannte. 80 Broz. der Studierenden müssen sich einen großen Teil ihres Unterhaltes als Werkstudenten verdienen. Frankfurt a. M., 13. April. In Höchst am Main haben Der Redner des Zentrums fordert, daß das Ministerium nicht nor heute früh 95 Eisenbahnbedienstete den Auswelfungsbefehl erhalten. Den Vertretern des falschen völfischen Rasseprinzips in den StudentenIhre Familien müssen innerhalb vier Tagen folgen. In Hoch- organisationen zurüdweiche. Im Interesse des national- fulturellen heim( Main) erhielten sämtliche Eisenbahnbedienstete den Aus- Gedantens hätte das Hochschulstatut im Berordnungswege erlassen weisungsbefehl, desgleichen 60 Elfenbahnbedienstete, vornehmlich werden müssen. Der Minister bestritt jede einseitige Stellungnahme Cokomotivpersonal, in Wiesbaden. Ihre Familien müssen bis Diens im studentischen Organisationsstreit. Er würde jedes klare antitag folgen. semitische Prinzip" in der Organisation der Studentenschaft zurüdweisen. Soll bas vielleicht heißen, daß ein mehr verschleiertes Uus dem Ruhrgebiet, 13. April.( Eigener Drahtbericht.) In feinen Anstoß erregen würde? Glabbed ist die Seche Graf Moltke" von den Franzosen be- und forderte anknüpfend an den Fall Heldmann in Halle eine Genoffe 2a e ntig besprach Fragen der Hochschullehrerberufung fezt worden. In Dortmund wurden am Freitag unter Aufwendung Kenderung des Disziplinarrechts der Fakultäten und eines großen Truppenaufgebots ein Kreissekretär, der Verleger der Schaffung eines geordneten Rechtsweges. So wichtig das SelbstEremonia", Sensing jr., und die Redaktionsmitglieder verwaltungsrecht der Universitäten in Lehre und Forschung ist, die Martin Engo und Maler, sowie der Kastellan des Amtsgerichts Berufung sollte durch die Unterrichtsverwaltung vorgenommen von den Franzosen verhaftet. In den Polizeibezirken 7, 8 und 13 werden. Wie notwendig eine Aenderung in dieser Beziehung ist, fahndeten die Franzosen vergeblich nach einigen Polizeibeamten, die geht auch aus den Klagen über das Streben nach jubenreinen falsche Bässe ausgestellt haben sollen. Lehrförpern an den Universitäten hervor, über die besonders auch der Abgeordnete Preuß sprach. Französische Darstellung. Genosse Weyl und Genosse Heilmann forderten mehr in Paris, 13. April.( EE.) Die Rheinlandkommission hat die Aus- der Bekämpfung der Reaktion an den Hochschulen. Genosse Heil. weisung von weiteren 433 deutschen Beamten, meist mann sette den Fall des üblen Verleumbers des Reichspräsidenten Eisenbahnern, angeordnet. Bon den Eisenbahnerausweisungen in Ebert dem Herrn Brofeffor Jung in Marburg dem des Profeffors Euren bei Trier am 7. und 9. April, gibt die französische Militär- burch die Regierung das Beschimpfen der Republit ständig fortsetzt. Fregtag Loringhoven zur Seite, der trotz Bermarnung behörde folgende Darstellung: Seit dem 1. April wußten die Eisen- Die Regierung erklärt aber, nichts weiter tun zu können. Sie fann bahner, daß sie die Arbeit wieder aufzunehmen hatten, und ihnen auch angeblich nichts tun gegen den rücksichtslosen Bontott der war am 6. April der Beschluß mitgeteilt worden, daß sie für den philosophischen Fakultät in Halle gegen den Profeffor Held. Fall ihrer Weigerung aus ihren Wohnungen entfernt würden. Am mann, der zufällig nicht reattionär eingestellt ist und weiter nichts 7. wurde die Ausweisung verwirklicht, weil diese Wohnungen der perbrochen hat, als Kriegsgegner zu fein. Ein klägliches Bild von Ceipzig, 13, April.( Eig. Drahtbericht.) Auf dem hiesigen Haupt- Cisenbahnverwaltung gehören, die nunmehr französisch- bel- hilfs- und Kraftlosigkeit! Heilmann fordert mehr Energie, Der bahnhof wurde ein aus 17 Personen bestehender, von einem ehe- gifcher Regie unter stellt ist. Bei den Ausweisungen ist es Staatssekretär Beder erklärte, der Bermurf der Reaktion an den Hochschulen dürfe nicht verallgemeinert werden(!!). maligen Mitglied eines hanseatischen Freitorps geleiteter 3u feinen Gewalttätigkeiten gefommen. Die Soldaten machten Genosse Dr. Cohn warnt, die Frage der Ausländer an Transport angeblicher Ruhrflüchtlinge festgehalten. Als ihr Reise- von der Waffe teinen Gebrauch.(!) Uebrigens hatten den Universitäten vom Standpunkt der Gebührensäge aus zu beziel gaben sie München und Augsburg an, wo sie angeblich einzelne Eisenbahner mit der Räumung ihrer Wohnungen beim Eintrachten. Die ausländischen Studenten find wertvolles Kapitel für als landwirtschaftliche Arbeiter Beschäftigung gefunden haben wollen. treffen der Soldaten bereits begonnen. Das Mobilar wurde auf die deutsche Kultur, die gefördert und nicht geheht werden dürfen. Der größte Teil dieser Ruhrflüchtlinge besteht aus ehemaligen Wagen und Autos, die vom Stadtrat von Trier und von privater o ausländische Eltern Steuerzahler in Deutschland sind, sollten Freischärfern und war mit Revolvern und Dolchen ausgerüstet. Seite zur Berfügung gestellt wurden, fortgeschafft. Aus Wohnun- die Kinder Deutschen gleichgestellt werden. Die Behörden glauben, daß sie von rechtsrabitafen Streifen ange- gen, die der Eisenbahndirektion nicht gehören, wurden feine im Namen der Deutschnationalen sich mit diesen Forderungen einIm Laufe der Debatte erklärte der Abgeordnete Dr. Kähler worben wurden und zu irgendwelchen umstürzlerischen Zweden Ver- Eisenbahner ausgewiesen, ebenfalls nicht in Krankheitsfällen. verstanden und wünscht nur, daß die gleiche Behandlung auch den wendung finden sollten. Zwischenfälle sind nicht vorgekommen. Die meisten Ausgewiesenen, Auslandsdeutschen zuteil werde. so schließt der amtliche Bericht, hätten übrigens in Privat und Caféhäusern(!) in Trier Unterkunft gefunden. Der verfolgte Herr Kube. Der Prozeß Labourel. Wissentlich unbefugte Grenzüberschreitung. Elbing, 13. April.( WTB.) Der Strafprozeß gegen den franzöfifchen Journalisten George Labourel aus Baris fand heute vor der Elbinger Straftammer statt. Labourel, der sich vom 7. März bis zum 2. April in Untersuchungshaft befunden hatte und dann gegen eine Raution auf freien Fuß gesetzt worden war, war zur Stelle. Die neue Städteordnung. Der Verfassungsausschuß des Preußischen Landtages beschäf Ser Berliner Stadtverordnete Wilhelm Rube ist von uns bereits einmal als der Mann festgenagelt worden, der planmäßig tigt sich zurzeit mit ben wichtigen Fragen des neuen Gemeinde. Derfaffungsrechtes. Wahlberechtigt foll Wahlberechtigt soll jede deutsche die Organisation von Krawallen in der Berliner Stadtmännliche und weitliche Person über 20 Jahre sein, sofern sie verordnetenversammlung in die Hand nimmt, indem er die Tribüne sechs Monate an ihrem Wohnort anfäffig ist. Für die mit seinen 3 u perlässigen Leuten besetzt. Er ist Leiter der 2ählbarteit ist ein Alter von 25 Jahren notwendig. Der Berliner deutschnationalen„ Bismard- Jugend". Als solcher teilt er in Bersuch der sozialdemokratischen Fraktion, die Bestimmung über der Rechtspresse den Wortlaut eines ihm zugegangenen Schreibens bie fechsmonatige Ansässigkeit am Drte aufzuheben, wurde von mit, nach dem ihm nahegelegt wird, die Führung im Bismard- Bund tennt die Magistrats. und die Bürgermeisterei Berfaffung als beden bürgerlichen Barteien abgelehnt. Die Regierungsvorlage erniederzulegen, andernfalls er die Macht der profetarischen Jugend Er ist angeklagt, die deutsche rechtigt an. Die fozialdemokratische Fraftion forderte im Ausschuß zu spüren bekommen werde". Dieser Blödsinn, der nach seiner Reichsgrenze unbefugt überschritten und ohne Paß zu verlassen versucht das Einförperschaftssystem. Die Stadtverordnetenvereigenen Angabe vorgebrudt ist, dient als Beleg für die zu haben. Da etwa 400 000 Mart bares Geld in deutschen und fammlung müsse die allein beschlußberechtigte Körperschaft sein. Kampfesart der Kommunistischen Partei". Man fönnte felbft van Herrn Rube, der nicht die ge- mehr als 200 000 M. über die Grenze nehmen durfte, lautet die Ein entsprechender Antrag wurde mit den Stimmen sämtlicher französischen Werten bei ihm vorgefunden wurden, und er nicht Bürgermeister und Beigeordnete hätten als follegiale Rörperschaft das verwaltende und ausführende Organ der Gemeinde zu bilden. ringste Veranlassung hat, sich über die Stampfesart anderer Antlage ferner auf Bergehen gegen das Kapitalfluchtbürgerlicher Parteien und der Kommunisten abgelehnt. Den Be Leute zu beschweren, annehmen, daß er ein Schreiben, das nad) gefes. Labourel ift 23 Jahre alt. Mit verschränkten Armen bemühungen der Sozialdemokraten ist es jedoch gelungen, die prin- de seiner eigenen Angabe den Aufdrud„ KAPD., Abteilung Jugend- antwortet er mit Hilfe des Dolmetschers die Fragen des Vorfigen: zipielle Anerkennung des Bolts begehrens und des Bolts. sekretariat" trägt, nicht der Kommunistischen Partei in die Schuhe den nach einer Ansprache, in der er betont, baß er in dem Richter entscheids herteizuführen. Der§ 18 erhält folgenden Wortschiebt. Die Kommunisten mögen gewiß politische Kinder sein, aber den Richter refpettiere, ganz gleich, ob er in Frankreich, Deutschland laut: so dumm, um solchen Unsinn loszulassen, sind sie denn doch selbst oder hin a fich befinde. Am 11. Januar, dem Tage der Ruhrbesetzung, wurde Labouret dieses Gesetzes unmittelbar oder mittelbar. ,, Die Bürgerschaft äußert ihren Willen nach den Borschriften von dem Die unmittelbare Diefe nur für ganz dumme Leser bestimmten Schauerent. Dua Diretor des Intransigeant" beauftragt, sofort nach Aeußerung erfolgt durch die der Bürgerschaft vorbehaltenen 23 a hDeutschland zu reisen, in Berlin nicht. " len, durch Bürgerschaftsbegehren und Bürger. um die Wirkungen der Ruhemaßnahmen zu studieren. fchaftsentscheid, die mittelbare Aeußerung durch die ver Niederlegung der Warschauer ruffischen Kathedrale. Der großährend er sonst sein Baßoifum stets innerhalb einiger Minuten faffungsmäßig gestellten Organe. Bürgerschaftsbegehren und Bürartige Brunfbau der ruffischen Kathedrale in Warschau ist dem auf dem deutschen Konfulat in Paris befomumen habe, sei er dieses gerschaftsentschelde finden nur in den in diesem Gefeß vorgesehenen polnischen Nationalgefühl ein peinlicher Anblick, denn dieses Bauwert mal abgewiesen worden, meil zuvor in Berlin angefragt werden Fällen statt. Bürgerschaftsbegehren sind nur rechtswirksam, menn erinnert an die verflossene russische Herrschaft. Wie im Manchester follte. So sei er nach Köln gefahren, wo er fein Paßvisum in sie von einem Fünftel der für die letzte Gemeindewahl StimmbeGuardian" berichtet wird, hat die polnische Reglerung nunmehr be. Drdnung bringen wollte. Dort sei er ebenfalls abgewiesen worden, rechtigten geftellt werden. Bürgerschaftsentscheide sind nur rechts. schlossen, dieses Gebäude niederzulegen, als„ Sinnbild des Ber- weniger freundlich als in Baris. Dann habe er sich nach München wirksam, wenn die Mehrzahl dieser Stimmberechtigten daran teilschwindens der ruffischen Gewalt". Die ersten Schritte zur Ber- und Berlin gewandt, wo er anderthalb Monate geblieben jei. Nach genommen hat. Die Abstimmung fann bei Bürgerschaftsbegehren störung der Kathedrale sollen mit besonderer Feierlichteit am 3. Mai, nochmaligem Aufenthalt in München ging er nach Hamburg und und Bürgerschaftsentscheiden nur bejahrend oder verneinend sein, dem polnischen Nationalfeiertag, unternommen werden. wollte von dort über Danzig nach Mostau fahren, tam aber das Nähere regelt das Gesetz. Verfassungsmäßig bestellte Organe irrtümlich bis nach Marienburg und wollte dort den nächsten Zug find die Gemeindevertretungen, Stadtverordnetenversammlungen nach Danzig benutzen. Sein Schnellzug war der sogenannte und der Gemeindevorstand. Gemeindevorstand ist entweder der Korridorzug, aus dem man in Dirschau nicht aussteigen darf. Die Magistrat( Magistratsverfassung) oder der Bürgermeister Baßfontrolle in Marienburg bemerkte ihn und forderte seinen Baß.( Bürgermeisteretverfassung)." Elbing gebracht. Ein Naturschußfilm. Uns wird geschrieben: Nun ist der Film mit seiner großen, propagandistischen Macht auch in den Dienst des Naturschutzes gestellt. Der Siedlungsverband Ruhrtohlenbezirt in Effen hat bei seinem Bemühen, die heimatlichen Grünflächen zu ſchüßen, den Film als Helfer herangezogen. Der Bildſtreifen foll fich lehrend an die große Deffentlichkeit wenden und für die Not wendigkeit des Schutzes der heimatlichen Wiesen, Wälder und Gärten eintreten. An Beispielen und ihren Kontrasten wird gezeigt, wie gerade im rheinisch- westfälischen Industriegebiet das immer mely verschwindende Grün der Natur gewahrt werden muß. Garten anlagen, in denen Rinder die freundliche Kunst der Gartenpflege erlernen, städtische Anlagen und frische Wälder werben gezeigt bazu das traurige Gegenstüd, mie im Industriegebiet, namentlich) in. felge der Industrialisierung, die herrlichsten Wälder perfommen. Ausschnitte aus dem Hertener Wald, im Hochsommer aufgenommen, eröffnen geradezu beklemmende Einblicke in die Verwüstung der Natur: öde und dürr ragen die Baumitämme in die Luft. Auch mutwillige Zerstörung von Waldbeständen, wie sie durch Schädigung der Flur durch Kinder oder durch achtlofes Fortwerfen von glimmen den Zigarren und Zigarettenresten verursacht wird, zeigt der Film, der, mahnend und belehrend, die Liebe zur Heimat stärken hilft. Die Jahresbilanz der indischen Großwildjaga. Nach dem amtlichen Ausweis über die Jagdergebnisse des Jahres 1921 wurden in Indien über 6000 Leoparden, 3000 Bären, 2000 Wölfe und rund 3000 Tiger, im ganzen rund 25 000 wilde Tiere abgefchoffen. Die Belohnungen, die die Regierung den Jägern zahlte, gehen in die Laufende von Pfund Sterling. Außerdem wurden 60 000 Schlangen zur Strede gebracht, für die gleichfalls große Beträge als Prämien gezahlt wurden. Aber diese Jagd, bei der nach Ausweis der von der Megierung ausgestellten und aus begreiflichen Gründen scharf ton trollierten Jagdscheine 300 000 Gewehre beteiligt waren, hat auch ihre Opfer gefordert. Mehr als 19 000 Menschen erlagen in dem genannten Jahre dem Biß von Schlangen. Die Ziffer ist um einige Hundert geringer als die des vorigen Jahres; dafür ist sie aber bei den Opfern der anderen wilden Tiere um zehn höher als im Jahre 1920 und beträgt insgesamt 3360 Berfonen. Die Mehrzahl fiel der But der Tiger zum Opfer, die 1500 Jäger zerfleischten. Mölfe und Leoparden forderten je 500 Opfer, während je 70 von Bären und Elefanten und zehn von Hyänen getötet wurden. Da er fein Bifum führte, wurde er am 7. März verhaftet und nach Oberstaatsanwalt Trint: Der Angeflagte bestreitet gar nicht, die Reichsgrenze ohne Paß überschritten und die Grenze wieder ohne Bah zu verlassen versucht zu haben. Da er sich über die gefehlichen Bestimmungen abfichtlich hinweggefeht hat, jo müßte ich eigentlich die höchste zuläffige Strafe, ein Jahr Gefängnis, beantragen. Ich will jedoch annehmen, daß der Angeflagte aus ehrenwerten Motiven nach Deutschland gekommen ist, um einen Auftrag zu erfüllen. Ich beantrage also für die unerlaubte Ein- und versuchte unerlaubte Ausreise 100 000 Mart Geldstrafe. Wegen des Berstoßes gegen das Kapitalfluchtgesetz hafte ich eine Strafe von 100 000 mars für an gebracht, denn der Angeklagte war mit deutschen Verhältnissen gut vertraut; er hatte in Innsbrud bereits ähnliches erlebt, und er muße wiffen, daß das ift. Kapitalfluchtgefeh gerade auf Befrelben der Entente erschienen Verteidiger R.-A. Dr. Löschte- Berlin bemühte sich, das Baß bergehen misde erscheinen zu lassen und dem Angeklagten Intenntnis des Kapitalfluchtgefeßes zu unterlegen. Differenzen bei den russischen Kommunisten. Mostan, 12. April.( DE.) Troß des unmittelbar bevorstehenden Zusammentritts des 12. Kongresses der Russischen Kommunistischen Bartei ist es, nach zuverlässigen Informationen des Ost- Expreß, noch nicht gelungen, die in der Bartel herrschenden Meinungsverschiedenheiten, die sich seit dem Ausscheiden en ins deutlich bemerkbar machen, in allen Punkten zu beseitigen. Ein Teil der Parteimitglieder, mit Ramenem an der Spize, äußert namentlich Unzufriedenheit aus Anlaß der Zeplial und Tichon- Prozesse, meil bie Barole Rampf gegen die Religion" die weit wichtigeren, von Benin aufgeworfenen aktuellen Fragen über den Ausbau bes Staatsapparates und die Bekämpfung des Bureaufratismus zurüd zudrängen geignet sei. Diefe Gruppe meint, der Kampf gegen die Religion sei für den gegenwärtigen Zeitpunkt teine geeignete Barole und wegen ihrer Unpopularität nicht ungefährlich. Es gilt in maßgebenden kommunistischen Kreifen für bedenklich, wenn es nicht gelingen follte, die Meinungsverschiedenheiten, infolge der Abwesenheit Lenins, nicht noch vor dem Parteifongreß zum Ausgleich zu bringen. Ob die Bertagung des Tichon- Prozesses auf die von der Ramenew- Gruppe vertretene Strömung zurückzuführen ist, läßt sich zurzeit noch nicht mit Sicherheit fagen. der Anklage eines Bergehens gegen das Rapitalfluchtgefeß freign Luxemburg und der Versailler Vertrag. Das Urteil lautete dahin, daß der Angeflagte Babourel von prechen und wegen unbefugten Grenzübertrittes zu der höchst richtshof läßt die ehrenhaften Motive gelten. Er erblickt aber darin Bersailler Bertrages bei der deutschen Regierung mit einer an den zulässigen Geldstrafe pon 100 000 m. zu verurteilen ist. Der Ge- Die Botschaftertonferenz hat unter Berufung auf Artikel 41 des einen besonders schweren Fall, daß die Einreise erfolgte, trotzdem sie deutschen Geschäftsträger in Baris gerichteten Note vom 4. April den Labourel ausdrücklich nicht gestattet war, Labourel alfo in Antrag gestellt, das Großherzogtum Luxemburg in den Mitgenuß vollem Bewußtsein der Rechtswidrigkeit handelte. 10 000 m. ber ber in den Artikeln 264 bis 267, 274 bis 279, 321 bis 324, 365 bis Strafe werden auf die Untersuchungshaft angerechnet, und im 371 und 376 bis 378 des Vertrages für die Ententemächte ausbeübrigen tritt im Nichtbeitreibungsfalle für je 150 m. ein Tag Ge- dungenen Rechte auf dem Gebiete des Wirtschafts- und Berkehrsfängnis ein. mefens zu fetjen. Der Antrag unterliegt zurzeit bei den zuständigen Behörden einer Brüfung. Eine Note der deutschen Regierung protestiert gegen die Be. schlagnahme deutscher Reichsbanlgelber, wie gegen die Einbehaltung und Unbrauchbarmachung von Druckplatten für die Herstellung deutschen Papiergeldes. Mendelssohns„ Glias bringt Rapellmeister Arnold Ebel am 19. April in der Barnisonkirche mit dem Echeinpflugichen Thor, der Schöne berger Medertafel und dem Philharmonischen Crcheiter zur Aufführung. 21- Stundenfihung im Unterhaus. Die Krife in der Freien Sezeifion. Die Freie Sezession, die in Donnerstag nachmittag 3 Uhr zusammentrat, tagte ununterbrochen Das Unterhaus, das am ihrer legten( Generalverlammlung ihr Fortbestehen befchloffen bat, mußte eine neue Generalversammlung, die dritte innerhalb eines Monats eine bis Freitag nachmittag. Man beschäftigte sich mit den Krediten für berufen. Auf der Tagesordnung steht die Wahl bes Präsidenten die Armee und Marine. Das Haus vertagte sich nach einer ununterund eine Sagungsänderung. Bisher war Mag Pegtein Bräsident. I brochenen Sigung von 21 Stunden. fich auf wirtschaftliche Bestimmungen über Einfuhr, Ausfuhr und Die hier genannten Artikel des Berfailler Bertrages beziehen Durchfuhr von Waren, ferner auf die Bestimmungen über unlauteren Wettbewerb, auf die Benutzung der Häfen, Wasserstraßen und Eisenbahnen, endlich auf die Bestimmungen über internationale Beförde Artikel 41 des Versailler Bertrages fönnen die alliierten und rung auf den Bahnen und die Abtretung von Eisenbahnlinien. Laut assoziierten Mächte alle Vorteile und Rechte auf dem Gebiete des Berkehrswesens und der Luftschiffahrt auch dem Großherzogtum Luxemburg zuwenden. Gewerkschaftsbewegung Neuregelung der örtlichen Sonderzuschläge. Französische Lehnkämpfe. wendigen Ausgaben für die Bildung der Mitglieder, für tie Auf flärungsarbeit bei Werbung neuer Mitglieder und vor allem anAls eine Folge der Ruhrbesehung ist in Frankreich eine Steige gesichts der Aufgaben hervor, die heute den gewerkschaftlichen Orga- rung der Lebenshaltungskosten eingetreten und zwar betrug diese nisationen obliegen. Wir denken dabei insbesondere an das Ein Steigerung von Ende Dezember 1922 bis Ende Februar 1923 rund dringen in die Wirtschaft, in die Geheimfüche der Kal- 30 Broz. Seitdem hat die Teuerung weitere Fortschritte gemacht. Die Verhandlungen über die Neuregelung der örtlichen Sonder- tulation und an die Ausnutzung der Rechte und Möglichkeiten, die als eine Folge dieser Teuerung machen die Arbeiter überall Fordezuschläge für die Beamten haben gestern nachmittag im Reichsfinanz- das Betriebsrätegesetz den Arbeitern gibt. Es ist zweifellos anzu- rungen auf Erhöhung der Löhne bzw. Anpassung an die ministerium begonnen. Die Regierung gab ein allgemeines Erposé erkennen, daß unsere gesamte Gewerkschaftspresse sich bemüht, das Teuerung geltend. Der große Bergarbeiterstreit ist durch ein Nachüber die Art, in welcher sie die Maßnahmen nunmehr durchführen Felt ihrer Aufklärungsarbeit zu erweitern. Aber diese Bemühungen geben der Unternehmer vermieden worden. Auch in anderen Bewill. Zunächst foll im besetzten Gebiet, im neuen Einbruchsgebiet stehen rufen gestanden die Unternehmer entsprechende Lohnzulagen zu. und in den angrenzenden Gebieten allgemein eine Erhöhung der in feinem Verhältnis zu den großen Aufgaben, Dagegen ist es in vielen Lohngebieten zu erheblichen Arbeitsörtlichen Sonderzuschläge vorgenommen werden. Gleichzeitig soll die jetzt zu bewältigen sind. Das ist natürlich nicht die Schuld der fämpfen gekommen. in gewissem Umfange dann noch eine Korrektur der bisherigen Ein- Gewerkschaftspresse. Die Ursache dieser Unzulänglichkeit ist einzig teilung der Drte des befehten Gebietes erfolgen. Für das nicht zu fuchen in der Unzulänglichkeit der finanziellen Mittel, die den Auch unter den Pariser Angestellten im Kleinhandel ist es zu einem So streifen gegenwärtig in Paris die Bekleidungsarbeiter. befehte Gebiet Deutschlands beabsichtigt die Regierung haupt- Gewerkschaften zur Verfügung stehen. Vielleicht wird manchmal größeren Teilstreit gekommen. In Lille, wo es gelungen ist, die sächlich die Grenzgebiete zu regeln, also die dänische Grenze, nach dieser Richtung mehr gefpart, als unbedingt notwendig wäre. Löhne der Metallarbeiter ohne Streit um 25 Centimes pro Stunde die holländische Grenze, die Saargrenze, die französische und schwei- Man fann aber durchaus begreifen, daß unseren Gewerkschaften n zu erhöhen, und zwar infolge des Druces, den der alte Metallzerische Grenze, ferner die tschechoslowakische Grenze. Was sonst im erster Linie am Herzer. liegt, die Organisationen in finanzieller Bearbeiterverband ausübte, versuchte die kommunistische Organisation Binnenlande des nichtbefehten Gebietes geschehen soll, beziehung fampffähig zu erhalten Nichtsbestoweniger flafft hier einen Streif zu provozieren. Doch nur ein kleiner Teil der Arbeiter schrärft sich auf einige wenige Großstädte und deren ein bebauerliches Mante, das sich bereits bitter zu rächen beginnt. folgte der Parole. Dagegen ist ein großer Streit der TextilVororte. Die Erhöhung der Zulage soll in den westlichen arbeiter in Lille gegenwärtig im Gange. In sämtlichen Webe Gebieten in der Hauptfache einen Ausgleich gegenüber den reien ist die Arbeit niedergelegt worden. Andere Streits finden in Arbeiterlöhnen bringen, während im nichtbesetzten Teil des verschiedenen Lohngebieten und Berufen statt, so in Marseille, Reiches die Regierung nur die allgemeinen Teuerungs in der Delindustrie, in der großen Glasindustrie 3entralfrantverhältnisse berüdlichtigen will und dort nicht die Zulagen auf reichs und in der Eisenindustrie des Som me- Departements. die Arbeiterlöhne abstellen will. Die Organisationen haben diese allgemeen Umrisse von der Regierung entgegengenommen und haben verlangt, daß ihnen ein schriftlich ausgearbeiteter Entwurf darüber zugehen soll. Nach längeren Beratungen über die Frage, ob heute schon in die Spezialberatung eingetreten werden soll oder ob erst die Vorlage eines solchen Entwurfes seitens der Regierung abgewartet werden soll, hat dann schließlich das Reichsfinanzministerium in Aussicht gestellt, Anfang nächster Woche den Organisationen einen solchen Entwurf zuzu ftellen, worauf die Berhandlungen auf Donnerstag nächster Woche vertagt worden sind. Ein Jahresbericht. und deshalb ist es notwendig, daß den Mitgliedern immer wieder eingehämmert wird, wie niedrig und unzulänglich ihre Beiträge sind, und daß die Voraussetzung für hohe Löhne immer war und heute mehr als je ift: hohe Gemert schaftsbeiträge. Aber es liegt leider so, daß die Löhne den Breifen und die Beiträge den Löhnen nachhinten. Nur wenn die Beiträge mit der Geldentwertung gleichen Schritt halten, werden es auch die Löhre tun. Betriebswirtschaft und Privatwirtschaft. Die Einsicht in die Betriebsbilanz, die Entgegennahme von Vierteljahrsberichten, die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat zwingt die Arbeiter und Angestelltenschaft, insbesondere die Betriebsräte, dem Betrieb als solchen, seinen rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingt heiten, ihr Intereffe zuzuwenden. Gründliche Schulung, ernsthafte Arbeit des einzelnen ist notwendig, um dem fachlich wohlgerüsteten Unternehmertum gegenüber die Interessen der Arbeitnehmerschaft vertreten zu können. = Fascismus und italienische Gewerkschaftsbewegung. Die nicht- fascistischen Gewerkschaftsorganisationen genießen feinerlei Aktionsfreiheit, namentlich in den fleinen Provinzzentren und auf dem Lande. Die fascistischen Bereinbarungen tragen sich mit der Absicht, nicht allein die Arbeiterorganisationen, sondern sämtliche Organisationen überhaupt zu monopolisieren. Ihrem Programm gemäß sollen alle Arbeitgeber. und Arbeitnehmerver. einigungen zu einer einheitlichen Organisation unter fascistischem Banner vereinigt, und gegen alle anderen soll mit unerbittlicher Strenge vorgegangen werden. Die d'Annunzio zugeschriebene Idee de: Zusammenfassung Der Zentralverband der Schuhmacher 1922. Der neue Lehrplan der Freige wertschaftlichen Be- aller Gewerkschaftsorganisationen, der fascistischen wie der freige. er„ Schuhmacher", das Organ des Zentralverbandes der Schuh- triebsräteschule enthält deshalb folgende betriebs- und werkschaftlichen, ist in Italien wie außerhalb viel besprochen wor macher, veröffentlicht in seiner letzten Nummer ten Organisations privatwirtschaftlichen Kurse, bie sämtlich in der Woche vom 22. April den. Der Gewerkschaftsbund hat diese Idee keineswegs feindliá bericht für das Jahr 1922. Es geht daraus hervor, daß der Zentral- beginnen:" Die arbeitspolitische Stellung der Betriebsbelegschaft in aufgenommen, sondern folgende Motive als Grundlage für einen verband der Schuhmacher im abgelaufenen Jahre seine Mitglieder der modernen Brivatindustrie",„ Die wirtschaftlichen Aufgaben der Verständigungsplan zur Diskussion gestellt: zahl um 10 695 erhöht hat. Bon 104 750 im vierten Quartal 1921 Betriebsräte aus§§ 66-72 BRG. und die zu deren Erfüllung notstieg die Mitgliederzahl auf 115 445. Bemerkenswert ist es, daß im wendigen Mittel"," Buchhaltung und Bilanz" ,, Arbeit und Arbeiter felben Zeitraum auch die Zahl der weiblichen Mitglieder nicht im Großbetrieb"," Rentabilität und Produttivität in der privat unerheblich zugenommen hat, und zwar von 45 380 auf 50 683. Es tapitalistischen Unternehmung". ift allergings im vierten Quartal 1922 ein fleiner Rückgang der Mitgliederzahl von 116 956 auf 115 445 eingetreten. Dieser Rüd gang ist ausschließlich auf die Wirtschaftstrife zurückzuführen. Ende Januar waren 3829 Mitglieder des Verbandes arbeitslos, Ende Februar 4495. Die Zahl der Kurzarbeiter, die erheblich höher ist, wird dort nicht angegeben. Die rapide Geldentwertung, Hörerfarten zu 500 M.( für Kurzarbeiter zu 250 M., für Arbeitslose unentgeltlich) und Unterrichtsverzeichnisse werden in den Ortsverwaltungen der Gewerkschaften und im Bureau der Betriebsrätezentrale, Engelufer 24/25, 2. of I, ausgegeben. Dort finden auch Montags und Freitags von 4-7 Uhr Lehrberatungs- Sprech stunden statt Betriebsräte, Vertrauensleute! Werbt in Euren Betrieben für den Besuch Eurer Schule! Freigewertschaftliche Betriebsräteschule. ,, Kommunistische Musterknaben". 1. Unbedingte Unabhängigkeit der Gewerkschaften von allen Parteien und Regierungen. 2. Anschluß an die Internationalen Berufssekretariate und somit an die Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale. Die Fascisten haben diese Grundlage für eine Einheitsaktion abgelehnt und neuerdings ihre Auffassung beträftigt, wonach internationalen Organismen angeschlossene Gewerkschaften ihrer Meinung nach gegen die Nation und somit gegen das eigene Land gerichtet sind. Der italienische Gewerkschaftstund macht derzeit zweifellos eine ungemein ernste Krise durch. Wenn auch die lokalen Gewerkschaftsorganisationen augenblicklich ruiniert und zer de besonders um die Mitte des vorigen Jahres einsetzte, führte zu schlagen und die meisten Kämpfer verbannt oder gezwungen find, einer fortgef gten Bewegung, um die Löhne der Teuerung anzufich von der Bewegung fernzuhalten, der Gewerkschaftsbund selbst zu ohnmächtig ist, um die Arbeiterschaft zu schüßen und zu leiten, passen. Es muß hier hervorgehoben werden, daß der Zentralverband der Schuhmacher zu den menigen Organisationen gehört, wo die so ist die italienische Gewertschaftszentrale in allem Ungemad) Löhne, allerdings nur die der Fabritarbeiter, zentral geregelt gleichwohl der Leuchtturm, dem die Blicke der italienischen Arbeiter werden. Diese Art der Lohnregelung mag einige fleine Unannehm Unter dieser Aufschrift brachten wir in Nr. 155 des„ Borio." zugefehri find. Der italienische Gewerkschaftsbund hat einen großen lichkeiten und Nachteile für einzelne Orte, wenigstens zu gewissen bom 4. April eine Zuschrift aus Bossen, die sich im zweiten Abiah Teil feiner Streitfräfte eingebüßt Die Reaktion im Verein mit Seiten, nach fich ziehen. Diese Unannehmlichkeiten werden jedoch gegen den früheren Staffierer der Warenversorgung des ADGB. der wirtschaftliche. Krise hat bewirft, daß die Mitgliederzahl im zehnfach aufgewogen durch die Ersparnis an Kraft und Zeit, die durch richtete. Der Angegriffene Lothar Wichert bestreitet in einer Jahre 1921 pon 2500 000 auf 1200 000 und in dem verflossenen Diese Vereinfachung herbeigeführt wird. Die örtlichen Organisationen Berichtigung die Richtigkeit der gegen ihn erhobenen Angriffe Jahre auf eine Million zurüdgegangen ist. sind besonders in einer Zeit rapider Geldentwertung bei zentralen sei unwahr, daß durch ihn bei der Warenversorgung Welche Richtung wird der Fascismus nunmehr einschlagen? Lohnregelungen nicht gezwungen, fich ein Defizit von 3000 m. entstand. Der Ortsausichuß des Es ist nicht zu verkennen, daß gewisse Anzeichen auf eine bevor ADGB. habe ihn auf Antrag eines Revisors einstimmig stehende Berfegung dieser miderspruchsvollen und so verschieden entlastet. Erst später fei ein Manko von etwa 12 000 M. festgestellt artig zufammengefekten Bewegung deuten. Schon die Latsache, worden, weil warenpakete, die er an die Zentrale nach Berlin daß Unternehmer und Arbeiter in einem und demselben Verband zurüdgeschickt habe, nicht verbucht worden feien. Diefes Manto beisammen sind, macht einen Konftift unvermeidlich. Der Fafcis... habe sich schließlich auf 3000 M. ermäßigt, über dessen Herkunft ihm mus wird vor die Notwendigkeit gestellt merden, sich für die Interac fein Aufichluß gegeben werden konnte. Un wahr sei auch, daß er essen der Arbeiter einzusehen, wie dies schon heute in vielen Geeine Sammelliste unterschlagen habe. Er habe die Weihnachts- bieten geschehen ist. Der Block, der nach außen hin wie ein Granit unterstügung an die vom Drtsausschuß bestimmten Personen aus erschien, zeigt bereits Sprünge und Risse, die sich mit der Zeit vergezahlt und die Liste, auf der etwa 120 M. gezeichnet waren, feinem größern werden. Nachfolger samt den Aften des Drtsausschusses übergeben. Aus dem Metallarbeiterverband sei er lediglich deshalb ausgetreten, weil deffen Ortsvorsitzender den Bosten eines Magistratsdieners belleidete und dabei auch Polizeidienste verrichtet habe. In der Arbeiter union sei er noch niemals Raffierer gewesen. Mithin wäre. fein fommunistischer Musterknabe", obschon die Mankogeschichte durch diese Berichtigung nicht geflärt ist. in fortgefehten Cohnverhandlungen zu erschöpfen. Was für die Ortsverwaltungen ter Gewerkschaften zutrifft, stimmt allerdings auch für die Unternehmerorganisationen. Im Laufe des Jahres 1922 wurden die Tariflöhne nicht weniger als dreizehnmal erhöht. Die Tarifbauer betrug also durch schnittlich nur vier Wochen. Die Spihenlöhne für Männer erhöhten fich von 528 M. pro Woche im Januar auf 14 100 m. im Dezember, die der Frauen von 421 m. auf 10 576 m. Die Spigenlöhne der Männer wurden also um das 27fache, die ter Frauen nur um das 25fache erhöht. Es ist freilich nicht richtig, von einer„ Erhöhung" zu sprechen; denn nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts find die Ernährungsfoften vom Januar bis Dezember 1922 um das 33fache gestiegen. Es hat also nicht nur teine Lohnerhöhung, auch teine Anpassung an die Leuerung stattgefunden, fondern es find die Löhne gegenüber den Preisen immer mehr in Rückstand gekommen. Diese bekannte Tatsache, die man jetzt bei der mit unzulänglichen Mitteln persuchten Martstabilisierung in den Kreisen der Unternehmer und der Regierung geflissentlich übersteht, heben wir nur deshalb hervor, meil der Rückgang der Reallöhne der in den Schuhfabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen dank ihrer quten Organisation geringer ist als in verschiedenen anderen Berufen. Bei dieser Gelegenheit fei für alle Fälle bemerkt, daß wir von Organisationsvertretern als selbstverständlich voraussetzen, daß ihre Angaben durchaus zuverlässig sind, auch dann, wenn sie politische Gegner, insbesondere aus Arbeiterfreisen, betreffen. Es dürfen nur erweisbare Tatsachen berichtet werden und nicht etwa Bermutungen oder Vorwürfe, die auf Hörensagen begründet sind. Der Memeler Streit beendet. Wird die schärfere reaktionäre Tendenz fiegen und im Programm der gegenwärtigen Regierung erweiterten Raum einnehmen? Das ist in Anbetracht des starten Einflusses, den sie ausübt, nicht ausgeschlossen. Fascismus, die wirklich geglaubt hat, eine Revolution gemadyt zu In diesem Falle aber würde sich die andere Gruppierung im Stelle die neue aus dem Kriege hervorgegangene Generation ge haben, indem sie die alte regierende Klasse beseitigt und an ihre setzt hat, von dem Blod atlösen und sich in der Richtung des Freiheitsideals und der Demokratie orientieren, die der einzige Schutz der zivilisierten Völker und die unerläßliche Bedingung für ihre Entwicklung sind. Baugewerkschaft, Fachgruppe Glafer. Montag, 7 Uhr, im Gewerkschafts. haus, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zu der Ablehnung unserer Lohnforderung. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Dieser Rückgang der Reallöhne macht sich besonders unangenehm Memel, 13. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeit ist am bemerkbar, sobald man die Finanzen des Zentralverbandes der Freitag vormittag überall wieder aufgenommen worden. Schuhmacher an der Hand der Geldentwertung näher untersucht. Die Am Donnerstag wurden die Gewerkschaften bei dem litauischen Jahreseinnahmen beliefen sich auf 146 875 263 D., während die Aus- Oberkommissar erneut wegen der Anerkennung ihrer Forderungen gaben 76 189 645 m. betrugen. Das Vermögen des Verbandes stieg vorstellig. Es wurde ihnen erklärt, zunächst solle die Arbeit wieder alio non 11 500 588 M. im vierten Quartal 1921 auf 78 943 676 m. am Jahresschluß. Während die Geldentwertung an der Hand der aufgenommen werden, dann sollen die Bedingungen der Gewerk- Am Montag, den 16. April findet in der Kaiser- Friedrich- Straße 4( Schule) cben angegebenen Ziffer das 33fache betrug, die Löhne um das schaften innerhalb drei Tagen Anerkennung finden. Eine Obmänner25fache bem. 27fache stiegen, steg das Bermögen des Verbandes nur tonferenz beschloß deshalb am Donnerstag abend einstimmig, um das 7fache. Aus dieser Tatsache, die leider eine allgemeine Er- den Streit zu beenden. fcheinung in unserer Gewerkschaftsbewegung ist, ergibt sich, daß die Unterstühungsfähe unzulänglich find Die Zeitungsverleger von Memel haben gegen die von uns bereits gefennzeichnete Berordnung vom 7. April Einspruch erhoben und ihre Aufhebung verlangt, ohne daß vom Oberkommissar und bei weitem nicht mehr ausreichen, um die Unterstüßungs- eine entsprechende Zusicherung gegeben wurde. Dagegen wurde eine betürftigeh über Wasser zu halten. Wenn es sich auch bei Arbeits- Milderung insofern zugesagt, daß Ausländer als Redakteure mit GeIcfigkeit und Krantheit nur mehr um Zuschüsse der Organisationen handelt, so verhält es sich doch ganz anders mit der Streit nehmigung der Aufenthaltsbewilligungskommission beschäftigt wer und Maßregelungsunterfügung. Dasselbe gilt auch ben tönnen, jedoch nicht verantwortlich zeichnen dürfen. Die Zenfur für Rechtsschuk. Reiseunterstügung und Umzugsunterstügung. In ist inzwischen aufgehoben worden; der Belagerungszustand noch höherem Maße aber tritt diese Unzulänglichkeit bei den not- besteht fort. Arbeiter Esperanto- Bund, Berlin. Gruppe Neuföln. Atentu Gesamideanoj. eine Zusammenkunft aller Esperantisten Neuköllns, Südens und Güdoftens statt. ane ehemaligen Mitglieder seien hiermit besonders eingeladen. Berantwortlich für den redatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: b. Gloce, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerci u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Gierzu 1 Beilage. Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe fertig und nach Maß Billige Preise MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 SUNLICHT hält die Wäsche frisch und unversehrt und macht sie blendend rein TT"— Kr. 773 ♦ 4S. Jahrgang Seilage des vorwärts Sonnabend. 74. �tprU 7923 Sonntägliche wanderziele. Der Schmöckwitzer Werder. Vom Görlitzer Bahnhof oder von der Stadtbahn sin Niederschöneweide umsteigen) fahren wir bis E i ch w a l d e. Vom Bahnhof bringt uns die Bahnhofftraße durch die 1893 auf dam Gs- lande des früheren Vorwerks Radeland entstandene Siedlung Eich- nxilde noch Schmöckwitz� Das alte Fischerdorf, das bereits 137Z erwähnt wird, liegt auf einer weit in die Dahmeseen oorsprin- genden Halbinsel. Die westlich des Orts sich hinziehenden Riede- rungen waoen ursprünglich sicher ebenfalls ein Arm des Flusies, so datz die Erhöhung, auf der Schmöckwitz sich erhebt, ju jener Zeit vollständig von Wasier umgeben war Wir wandern durch dos Dorf, das seinen alten Charakter nahezu völlig eingebüßt und sich in einen lieblichen Ausflugsort umgewandelt hat, und kommen zu der über die Dahme führenden Brücke. Sobald wir sie überschritten haben, sind wir auf dem Schmöckwitzer Werder. Als Halb- infel von dreieckiger Gestalt erstreckt er sich nach Süden. Das West- ister des Werders wird von dem Zeuthener See bespült. Auf alten Karten aus dem Anfang des vergangenen Jahrhunderts wird dieser See Ziethensee genannt, und das Dorf am jenseitigen Ufer des Sees hieß damals nicht Zeuthen, sondern Ziethen. 1843 waren aber bc- reits die heutigen Bezeichnungen eingeführt. Am Zeuthener See wandern wir nach Süden bis Rauchfangswerder, dem frühe- ren Rocks- oder Rauchswerder. Hier, an der südlichen Spitze des Echmöckwitzer Werders, vereinigt sich der Zeuthener See mit dem von Nordost kommenden Großen Zug. Wir wandern nun zuerst an diesem See, dann nach dem Crossinsee, dem früheren Kroschin- see, zu der von Schmöckwitz kommenden Chausiee, der wir bis zum Waldende folgen. Hier wenden wir uns nach links zum Oder- Spree-Kanal. Er verbindet die Spree mit der Oder und bildet eine wichtige Wasserstraße für den Verkehr von Schlesien nach dem Westen. Wir bleiben nun zunächst am Kanal, überschreiten ihn dann und gelangen alsbald zu den G o s e n e r Bergen, die von der Schillerwarte gekrönt sind. Die Gosener Berge sind ebenso wie die Müggelberge die Ueberreste eines Endmoränenzuges, dessen übrige Teile von den Wassern des Urstromtales, in dem sie liegen, sortaewaschen wurden. Am Nordhang der Gosener Berge liegt das l 7S3 gegründete Dorf Gosen. Die ursprünglichen Dopvelhäuser sind noch vielfach erhalten. Von den Gosener Bergen wandern wir wieder über den Kanal zurück. Ein schöner Fußpfad am User des Seddinsees, der die Nordwestseite des Schmöckwitzer Werders be- foült, bringt uns zur Schmöckwitzer Brücke zurück. Hier überschreiten wir wieder die Dahme und wandern durch Schmöckwitz zum Bahn- bof Eichwalde, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung.(Weglänge 24 Kilometer.) Kltlanösberg— Werneuchen. Zwei freundliche Landstädtchen sind das Ziel. Von den Fern- bohnhöfen der Stadtbahn oder vom Wrie.zener Bahnhof(am Schle- fischen Bahnhof) fahren wir mit den Vorortzügen der Ostbahn bis Neuenhagen. Vom Bahnhof geht es südlich auf der Chaussee nach Bollensdorf. Kurz hinter der Bahn überschreiten wir das Neuenhagener Fließ Wir durchwandern Bollensdorf und gehen vom Ostende des Orts gen Nordost. Der Weg führt teils durch Wald, teils an Aeckern vorüber; linker Hand liegt die vom Neuen- bagener Fließ durchzogene Niederung. Das Gelände ist von leichten Bodenwellen überzogen, wodurch das Landschaftsbild große Ab- mechslung bietet. Nach Ueberschreiten der Bahn kommen wir an Elisenhof vorüber nach Altlandsberg. Don Osten führt das Strausberger Tor in die Stadt; der Torturm ist von einem Storch- nest gekrönt. Nach Süden zieht sich ein Rest der allen Stadtmauer aus Feldsteinen zum Berliner Tor; an ihrer Außenseite führt eine von Bäumen eingefaßte Promenade hin. In der Reisebeschreibung Jobann Bernoullis durch Brandenburg vom Jahre 1777 ist über das Städtchen zu lesen:„Altlandsberg ist ein artiges Städtchen, das angenehm in einer schönen und fruchtbaren Ebene liegt; es sind auch angenehme und zum Teil mit Bäumen bepflanzte Spazier- ganze, sowohl vor der Stadt als in dem großen Garten des könig- lichen Amtes; insonderheit aber gehet vom berliner nach dem rechter Hand zunächst folgenden Tore ein sogenannter Poetensteig, der für einen nachdenkenden Spaziergänger ungemein viel Reize hat/ Wir verlassen Mtlandsherg auf der Chaussee nach Werneuchen. Bald nachdem wir das Fließ überschritten haben, teilt sich der Weg. Wir gehen geradeaus weiter. Zwilchen zwei Mühlen hindurch. Nach 40 Minuten, etwas vor dem Walde, führt nach rechts ein Feldrain zum Krummen See hinab, der in einer Geländefalte versteckt liegt. Wir wandern links um den See herum; der nach rechts führende, von jungen Kastanien eingefaßte Weg endet bald an einem Drahtzaun. Wir bleiben min immer am Ufer des reich ge- wundenen schmalen Sees, der von Laubgebllfch eingefaßt ist. Schsieß- lich führt der Pfad an einem Fließ weiter zum Südende des Dorfes Krummen fee. Auf der Fließbrücke überschreiten wir die Chaussee und wandern jenseits zuerst neben der Niederung, in der der H a u s s e e liegt, und dann rechts ab. zuletzt durch ein Wäldchen an eine andere Niederung, die vom Langen Elfen- oder S t i e- n i tz f l i e ß durchflössen wird. Wir folgen dem Rand der Niederung nach Norden. Der Weg zeigt schöne Landschaftsbilder. Nach einiger Zest sehen wir links eine einsame Kiefer aufragen, die wie ein Merkzeichen weithin das Land beherrscht. Sie steht auf der Grenzscheide der Kreise Niederbarnim im Süden und Oberbarnim im Norden. Bald kommen wir cm eine Brücke. Hier können wir entweder nach links zur Straße nach Werneuchen gehen oder wir überschreiten die Brücke und wandern durch das Wäldchen am Schützenhaus vorüber zur Stadt. Bis in das vergangene Jahr- hundert hinein besaß Werneuchen einen Nest aus dem Mittelalter, aus der Zeit der Femgerichte, die„W r ö h". Auf einem von Linden beschatteten Platz zwischen dem Pfarrhaus und der Kirchhofsmauer versammelten sich die Ackerbürger zu bestimmten Zeiten im Sommer, um eine Wröh abzuhalten Diese Gerichtsbarkeit beschränkte sich in der letzten Zeit nur noch darauf, den Schaden sestzustellen, den das Vieh des einen Besitzers den Feldern des anderen zugefügt hatte. Werneuchen ist der Ort, an dem der märkische Dichter Schmidt, ge- nannt Schmidt von Werneuchen, von 1796 bis zu seinem Tode 1838 als Prediger wirkte. Auf dem füllen Friedhos neben der Kirche liegt er begraben. Die natürliche Sprache seiner Gedichte fand bei den Berliner und Märkern Beifall. Großer Volkstümlichkeit er- freuten sich zum Beispiel die Zeilen: Die Tafel ist gedeckt, Wo nun der Schüsseln Duft die Lebensgeister weckt; Schweinebraten, ach, nach dir, nach euch, gebackne Pflaumen, Sehnt sich die Braut schon längst! ihr glänzen beide Daumen... Goethe richtete Spottverse gegen den Dichter, was ihm dieser aber nicht weiter übelnahm. Der Bahnhos liegt nördlich der Stadt; von hier bringt uns die Bahn zum Wriezener Bahnhof zurück.(Weg- länge 23 Kilometer.) Schaumpun. Wie wird das Sonntagswetter? �egerw S ■5chö� Zn Begann dieser'Woche fanden,■nUhrend der nördliche Teil eines in Italien gelegenen Tiefdniofcgobietes mitten durch Deutschland zog. hier bei sehr kühlen nordöstlic ieu Winden zahlreiche Regenfälle, in verschiedenen Gegenden auch leichte Schneefälle statt. Zwischen Montag und Dienstag erschien auf dem Biskai- schen Meer ein größeres atlantisches Tiefdruckgebiet, das sich langsam weiter nach Norden und Osten entwickelte. In Deutschland drehten sich demgemäß die Winde nach Südost und führten eine sehr starke Erwärmung herbei In den Mittagstnnden wurden seit Mittwoch an vielen Orten 20 Grad 0. überschritten. Dabei war der Himmel zwar größtenteils bewölkt, meßbare Niederschläge kamen jedoch bis Donnerstag nur im oberen Rheingebiet, vor. Erst in der Nacht zum Freitag traten in ganz West- und Mitteldeutschland ergiebigere Regenfälle ein, die sich im Laufe des Tages etwas weiter nordostwärts fortpflanzten. Jetzt scheint sich an der Südostseite des ausgedehnten Tiefdruckgebietes ein neues Teiltief zu entwickeln, das wahrscheinlich ebenfalls nordwestwärts vordringen wird. Bei niülilgen. zwischen SUdoKt und Südwest schwankenden Winden haben wir daher für Honnahend und Monntas: überwiejrend trockenes, etwas kühleres Wetter mit wiederholten leichten Rcg;enfaileii zn crwai ton. Dazwischen dürfte sich Jedoch der Himmel bisweilen an f klären und die Temperatur für die Jahreszeit wieder ziemlich hoch emporsteigen. Es ist eine schöne Sache um die reine deutsche Sprache, denn je weniger sie von Fremdwörtern durchsetzt ist, d'.si» eher wird das Volk die Rede verstehen und es ist keineswegs ein Zeichen von be- sonderer Bildung, wenn Wort oder Schrift mit recht vielen Fremd- Wörtern durchsetzt sind, vornehmlich mit solchen, die sich sehr wohl durch ein gutes deutsches Wort ersetzen lassen. Merkwürdig genug ist es nun aber, daß gerade die deutsche Industrie, deren BeHerr- scher im allgemeinen sich in Betonung ihres deutschnationalen oder völkischen Standpunktes gar nicht genug tun können, uns mit einer Unmenge von Warenbezeichnungen überschwemmt hat, die, zum Beispiel auf dem Gebiet des Arznei- und Nährmittelwesens, fast immer auf griechischen Ursprung zurückgehen, während eine große Reihe anderer Namen auf englischen oder gar französischen Ursprung weisen. Wenn dann einmal, wie am 1. August 1914 oder bei der Ruhrbesetzung, eine»Welle nationaler Erregung" durch das Volk geht, dann sehen sich dieselben Herrschaften veranlaßt, schleunigst eine Verdeutschung ihrer an sich unverständlichen Bezeichnungen vorzunehmen. So kennt die Frauenwell das Wort Shampoon, dos, englisch ist und ein Kneten, Reiben des Körpers, besonders nach dem Bade, bedeutet. Lächerlich aber muß«s wirken, wenn man jetzt auf den Tüten, die das Puloer enthalten, statt des offenbar plötzlich verpönt gewordenen englischen Wortes das Wort Schaum- pun entdeckt. Shampoon hatte immer noch einen Sinn, wenn er auch nicht klar zutage lag. Schaumpun ist Unsinn. Bei Beginn des Krieges ging es ebenso mit einem deutschen Seifenprodukt, das aber die englische Bezeichnung Sunlight trug, englisch Sönnleiht gesprochen wurde und auf deutsch Sonnenlicht hieß. Warum eine gute Seife nicht deutsch Sonnenlicht heißen kann, das ist eigentlich nicht zu verstehen. Bei Ausbruch des Krieges aber wurde aus der Sunlight-Srif« eine Sunlichtseife, also em Wort halb englisch, halb deutsch, und in dieser Weise wieder lächerlich. So könnte man in endloser Weise fortfahren. In Wirklichkeit ist das Ganze ein. Stück- chen Reklameirrsinn der Industrien, die ängstlich darauf bedacht sind, für ihre Erzeugnisse eine möglichst hochtrabende, möglichst schwer zu lesende und auszusprechende und gar nicht zu oerstehende Bezeichnung zu erfinden. Wenn dann aber«in„nationaler Sturm" die„nationale Welle" hochschäumen läßt, dann besinnen sich diese Herrschaften auf ihr Deutschtum, aber immer nur soweit, als es ihrem Geldbeutel nicht wehe tut, und nur so lange, bis der„natio- nale Sturm" verbraust ist und die„nationalen Wellen" sich ver- laufen haben. Was sie dann an den Strand geworfen haben und zurücklassen ist— Schaumpun. Tie baufällige Caputher Mhrbrücke. In Nr. 161 des„Vorwärts" berichteten wir über einen Spazier- gang nach Caputh. Aus Leserkreisen teilt man uns mit, daß es richtig wäre, hierzu eine Kein«, aber notwendige Ergänzung zu liefern. Es handelt sich um die Fährbrücke in Caputh. Dies« Brücke ist im Lauf« der Zeit so baufällig geworden, daß deren Betreten mit Lebensgefahr verbunden ist. Schleunige Abhilf« ist hier am Platze, um so mehr, als in wenigen Tagen wieder der Massen- verkehr zur Baumblüte einsetzen dürfte. Es ist dringend zu wünschen, daß sich die Behörde einmal mit dem Zustand dieser Fährbrücke beschäfügt. (Nachdruck verboten. Der Malit-Berlag, Bertin.) Drei Soldaten. Von John dos Passos. Au» dem alnerikanischen Manuskript llbersetzt von Julia» IS nur? er». „Zwei haben sie neulich auf einen Monat eingesteckt, weil sie so sprachen, wie wir eben," flüsterte der Junge. „Aber Junge, ich habe nickst die Kraft, so etwas jetzt zu Dersuchen." „Aber bestimmt, Kamerad. Du und ich, wir haben mehr Kraft, als alle anderen zusammen. Gott, wenn die Menschen nur wirklich Kraft hätten, könnte man sie nicht so behan- deln.... Ich muß hier raus!" „Aber Junge, nach den Verewigten Staaten kannst du dann nicht mehr zurück." „Ist mir ganz egal." „Gehen wir zu Bett." u „Gut, wir schlafen von jetzt an.zusammen, Kamerad. Andrews fühlte, wie der Junge seinen Arm fest an sich preßte. Auf seinem dunklen Lager lag Andrews eine lange Zeit wach, hörte auf das Schnarchen und das schwere Atmen um ihn her. Gedanken flatterten ruhelos in seinem Kopse, aber w der blassen Hoffnungslosigkeit, die ihn ganz gepackt hielt, konnte er sich nur die Lippen zerbeißen und den Kopf von einer Seite auf die andere legen und mit verzweifeller Aufmerksamkeit auf das schwere Atmen der Männer hören, die über ihm und um ihn schliefen. Als er einschlief, träumte er, daß er allein mit Gt-neviöve Rod sei, und daß er verzweifelt versuche, irgendeine Melodie für sie zu spielen, eine Melodie, die er immer wieder vergaß, und in der oerzweifelten Anstrengung, sie wieder zu finden, strömten ihm die Tränen die Backen hinunter. Dann hatte er die Arme� um G6nevteves Schultern, und er küßte sie, küßte sie, bis er' merkte, daß er ein hölzernes Brett küsse, ein Hölzer- nes Brett, auf dem ein Gesicht mit breiter Stirn und großen, hellgrauen Augen und kleinen, festen Lippen gemalt war, und während der ganzen Zeit rief ihm ein Junge, der zuerst Chris- field und dann fein Schlafgenosse zu sein schien, zu, er solle laufen, laufen, damit ihn die Militärpolizei nicht fasie. Dann saß er fröstelnd vor eisigem Schrecke mit einer Flasche in der Hand, während eine schreckliche Stimme hinter ihm sehr laut sang: „Wenn du lachst, dann bsit du glücklich, Wenn du lachst, dann trauerst du." Das Signalhorn weckte ihn, und er setzte sich mit einem solchen Ruck auf, daß er mit dem Kopfe schwer gegen das über ihm liegende Bett schlug. Doch er hatte keine Zeit, sich mit seinem Schmerz zu beschäftigen, denn er mußte sich beeilen, um rechtzeitig angekleidet zum Appell zu kommen. Fast erlöst stellte er fest, daß die Soldaten draußen immer noch, mit den Füßen stampfend, vor der Küche warteten und mit ihren Geschirren klapperten, während sie in dem kühlen Dämmerlicht des Frühlingsmorgens zitternd standen. Andrews wartete hinter Hoggenback. „O, wir arbeiten alle in demselben Kahn," sagte Andrew lachend. „Wünschte, dag wir sinken," murmelte der andere. «Weißt du," fuhr er nach einer Pause fort,„hätte nie gedacht, daß ein gebildeter Mann wie du in so'ne Geschichte rein- kommen'könnte. Habe auch'n bißchen Bildung geschnappt, aber wahrscheinlich nicht genug." „Glaube nicht, daß das viel ausmacht. Man leidet genau so, wenn man nur lesen oder schreiben kann, oder wenn man eine Universität besucht hat." „Weiß nicht, Kamerad. Wer im Leben hin und her geworfen worden ist. der kann sich mit vielem abfinden.... Hätte wahrscheinlich eine ganz anständige Anstellung be- kommen, wenn ich nicht so verdammt ungeduldig gewesen wäre.... Ein Holzfäller von Beruf un' mein Oller hat vor einiger Zeit'nen ordentlichen Fischzug mit Kriegslieferungen gemacht. Der hätte mich bei den Technikern unterbringen können, wenn ich mich nicht gemeldet hätte." „Warum tatest du es?" „Hatte keine Ruhe, Wollte die Welt sehen. Um den Krieg habe ich mich nie viel gekümmert; wollte wissen, wie's hier drüben ausschaut." „Run, setzt hast du ja gesehen," sagte lächelnd Andrews. „Im Nacken," stieß Hoggenback hervor und holte sich seine Tasse Kaffee. Auf dem Lastwagen, der sie zur Arbeit führte, saßen An- drews und der Junge Seite an Seite und versuchten, trotz des ratternden Geräusches sich zu unterhalten. „Liebst du Paris?" ftagte der Junge. „Nicht vom Lastwagen aus," antwortete Andrews. „Sag'mal, einer sagte, du könntest richtig ftanzösisch sprechen. Du solltest es muh lehren." „Aber du kannst ja schon was." „Schlafzimmerfranzösisch/ sagte der Junge lachend. „Genügt doch nicht, immer und wieder; vuleh-vuh cuscheh aoec moa, zu sagen." „Wir gehen nach Pasiy-Wharf, um Steine auszuladen," sagte jemand murrend. „Nein, Zement. Zement für das Stadion, das wir der Großen französischen Nation schenken werden. Hast du es nicht in den„Stars and Stripes" gelesen?" „Ich möcbte dieser Natten und noch einigen Leuten, die uns näher sind,'nen Tritt in'n Arsch schenken." „So, wir sollen heute also den ganzen Tag schwitzen," murmelte Hoggenback,„um diesen gotwerdammten Franz- Männern ein Stadion zu schenken." „Wenn's das nicht wäre, wär's was anderes." „Aber haben wiik denn nicht Angehörige zu Hause, für die wir arbeiten können?" schrie Hoggenback.„Warum bringt unsere Arbeit und unser Schweiß nicht auch uns was ein? Em Stadion bauen! Mein Gott!" „Raus!... Schnell!.. schnarrte eine Stimme vom Führersitz. Durch den Dunst des stickigen weißen Staubes hindurch erhaschte Andrews dann und wann einen Blick auf den grau- grünen Fluß mit seinen Lastkähnen, die von kleinen Barkassen den Fluß hinaufgezogen wurden. Die Zementsäcke waren sehr schwer, und die ungewohnte Arbeit schmerzte ihn entsetzlich. Der beißende Staub stach ihn unter die Fingernägel, in die Augen und in den Mund. Den ganzen Morgen ging ihm eine Art Refrain durch den Kopf:„Menschen haben ihr Leben ver- bracht... und nur dies getan. Menschen haben ihr Leben verbracht... und nur dies getan."— Wenn er die enge Planke, die vom Kahn zum User führte, überschritt, sah er in das schwarze Wasser hinaub, das unter chm durchfloß. Ei wußte nicht, warum, aber ein Teil seiner selbst dachte immer wieder, wie wunderbar es sein müsse, hier zu ertrinken, im ewigen schwarzen Schweigen den hoffnungslosen Kampf zu vergessen. Einmal sah er den Jungen vor dem Sergeanten stehen in der Haltung vollkommener Erschöpfung, und er sah, wie der Junge den Sergeanten aus seinen blauen Augen flehentlich anscheute wie ein Kind, das bittet, ihm die Prügel zu erlassen. Der Anblick machte ihn wieder frober und er sprach zu sich selbst:„Hätte ich rosige Wangen und geschwungene Lippen wie ein Cupido, könnte ich mich vielleicht davon er- nähren", und er stellte sich den Jungen vor als altett feisten cherubimartigen Mann, aus einer Limousine steigend, wie es die Leute im Film tun. die ihre milden blauen Augen funkeln lassen. Aber bald vergaß er alles wieder in der verzweifelten Anstrengung, die schweren Zementsäcke zu tragen. (Fortsetzung folgt.) H Jm Kampf gegen den Wucher. Das teuere Jnlandfleisch. Hochwertiges Gefrierfleisch als Erjah. Berliner Varietés. Die worden sei. Er habe allerdings nicht gedacht, daß Wolffner durch| Balbidyllen von Budow und Freienwalde und das Schlanbetal be ble Rez den Knebel erftiden würde. Die weitere Beweisaufnahme ergab mart, vornehmlich die schönen Täler der Mietel, Schlibbe und Banze und Seit Beginn dieses Jahres erstatten die Polizeiverwaltungen tann die bereits bekannten Tatsachen. Am heutigen Sonnabend zu den interessanten Architekturbildern von Königsberg, Bärwalde ujm. führen. Karten an den Konzertkassen von A. Bertheim, Bote n. Boď usm. Breußens dem Landespolizeiamt allmonatlich eine statistische wird die Verhandlung zu Ende geführt werden. und der Abendkaffe. lebersicht über die von ihnen bearbeiteten und an die Staatsanmaltschaft weitergeleiteten Mucherfälle, sowie über die An zahl der von ihnen auf Grund der Verordnung über die Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September 1915 ausDie Scala gewährt wieder einer Reihe guter Artisten Kaum. Die Preise auf dem Berliner Bichmarkt haben am legten Luftgymnaftifer Bonellys arbeiten sicher am schwingenden Trapez und an gesprochenen andelsunterjagungen. Bisher liegen die Sonnabend außerordentlich start angezogen. Besonders der wirbelnden Leiterwage in schwindelnder Höhe. Ruis und Artig zeigen Angaben von Januar und Februar vor. Die Märzmeldungen Schweinefleisch, das in den letzten Wochen so begehrt war, moderne Kunstradspiele in feltener Vollendung, während Cronos allerlei sind noch nicht ganz abgeschlossen. weil es erheblich billiger war als Rindfleisch, ist start in die athletische Höchstleistungen im Stile Breitbarts vollbringt, z. B. das BerSchließlich legt Für den Monat Januar lagen von 433 Polizeiverwaltungen öhe gegangen. Der Grund dafür ist in der Tatsache zu reißen einer Eisenkette, Biegen eines Hufeisens u. a. m Meldungen vor. In 109 Polizeiverwaltungen waren Bucherfälle fuchen, daß der Auftrieb von Schweinen in einer geradezu un auf seiner Brust Schmiedehämmer zuschlagen. er fich auf ein Brett mit ipihen Nägeln und läßt ein schwerer Amboj Da man im voraus weig, nicht zu verzeichnen. Bon 324 Polizeiverwaltungen wurden erflärlichen Weise nachgelassen hat. Normalerweise werden dah dem Geduldigen nichts passiert, verpufft die Sache etwas. But find 6738 Fälle an die Staatsanwaltschaft abgegeben onit 8000 bis 12 000 Borstentiere nach Berlin gebracht, und unter auch die eleganten Drahtseilfünfte der Boucherrys. Der sächsische Humoriſt und 130 handelsuntersagungen ausgesprochen. Im den gegenwärtigen Verhältnissen, bei der starken Nachfrage für alleg. Stamer weiß sich von den hier oft gerügten Politifaftereien, glüd Monat Februar lagen von 495 Bolizeiverwaltungen Meldungen Schweinefleisch, wären etwa 20 000 Tiere notwendig, um den Belicherweise jern zu balten. Der ausgezeichnete Bauchredner Radragé, für Dor. 405 Polizeiverwaltungen haben der Staatsanwalt 9804 Andarf zu decken. Tatsächlich sind aber nur 3000 Schweine Berlin fein Fremder, die glitzernden Fülusionstänge von La Bérat, eine zeigen erstattet und 219 Handelsuntersagungen ausge- insgesamt angeboten worden. Die Schlächterorganisationen weisen italienische Opernfängerin Fernandez und der Xylophon- Birtuose Kurt Eric sprochen. Insgesamt sind also 16 537 ucherfälle inner nicht mit Unrecht darauf hin, daß das Publikum an dem starten vervollständigen das interessante Programm. Anziehen der Breise zum Teil mitschuld ist, da die in Berlin gegen- Wintergarten. Um es furz zu machen. Die Direktion dieses Etawärtig vorhandenen großen Mengen besten Gefrierfleisches nicht blissements bekommt es fertig, einem Künstler, der fich Mimifer" nennt, getauft werden Das Publikum hat aus der Kriegszeit her eine su gestatten, auf der Bühne ganz grobfchlächtiges, blumpes und freches zum Teil berechtigte Abneigung gegen Gefrierfleisch, monarchistisch- nationalistisches Anreißertum zu agieren: Hindenburg, Bisda das Ausland damals minderwertige Qualität von Fleisch lieferte, mard, der alte Wilhelm( 48er Stanonenpring), ber alte Franz Josef und der alte Frit. Eine unverschämt arbeitende Claque stachelt den Baluta das zum Teil über ein Jahr in den Kühlhäusern gelagert hatte. Das böbel zu brüllendem Beifall. Das übrige Brogramm ist gut, aber die not. jezt aus Argentinien und Kanada bezogene Gefrierfleisch ist in der wendige Abwehr der Produkte des Mimiters zwingt uns leider, bie Qualität so hervorragend, daß es dem frischen Fleisch fast überhaupt Leistungen aller dieser mit ausgezeichnetem können und Gelingen arbeitennicht nachsteht und dabei nur die Hälfte des Inlandfleisch- den Herrschaften diesmal nur summarisch zu behandeln. Eine ganz offenpreifes foftet. Man ist in den genannten Organisationen der lundige Folge der erregten nationalen Stimmung" ist es, daß das BuAnficht, daß durch Abnahme von Gefrierfleisch sehr schnell ein Ver- blikum dann einfach nicht imftande ift, die karikaturifischen Tänze eines amerikanischen Mulattenpaares zu würdigen. Der Wintergarten bringt flauen der jetzt festen Viehmärkte eintreten und damit eine Senkung auf diese Beise den vielen Ausländern eine merkwürdige Meinung von der der Preise für deutsches Fleisch erzielt werden mürte. = halb der beiden ersten Monate d. J. zur Anzeige gekommen und 349 Handelsuntersagungen ausgesprochen morden. Bei Vergleichung der Ergebnisse der beiden Monate er gibt sich die Tatsache, daß die Polizeiverwaltungen eine immer ener gifchere Tätigkeit entfaltet haben und daß sie von dem Recht der Sandelsuntersagung als wirksame Maßnahme gegen Bucher einen immer häufigeren Gebrauch machen. Da Die erforderliche schnelle Justiz nicht immer möglich erscheint, ist tatsächlich die sofortige polizeiliche Handels unter jagung mit das wirffamfte Bucherabwehrmittel. Es steht zu hoffen, daß die scharfe Beaufsichtigung des Handels durch die Polizei alle imgeeigneten Elemente im Handel nach und nach beseitigen wird. Berliner Mörder in der Provinz. würdigen Haltung" der Deutschen im Nuhrabwehrkampf bei. Um fo schärfer und energischer muß man verlangen, daß die Provokationen des " Mimiters" schleunigst von der Bühne des Wintergartens verschwinden. Im Metropol Varietée find es die vier Romanos, die als Kraftmenschen wohlverdienten Beifall ernten. C. D. Binay arbeitet als Jongleur mit guter Birfung und zeigt recht hübsche Leistungen am Red. Die Dreſsuren der Barolla find anerkennenswert. James Baich als Charakter fomiter und Armin Seffers sorgen für Unterhaltung. Bon Tänzern seien genannt die Menaro- Truppe, die in wilden Zänzen über die Bretter wirbelt, während der Jansen- Jatobs mit Lotte Braun und Lizzie Düschansth gelungenen equilibristischen Darbietungen. Tänze gemischter Art zeigt. Bergessen seien nicht die sechs Drellys in Die Pragis der neuen Wucher- Standgerichte. Die zur beschleunigten Berurteilung von Bergehen gegen die Bucherbestimmungen eingerichteten Standgerichte haben bereits Auf Arnimsheim, dem Gute des Grafen v. Arnim im Kreise gestern ihre Arbeit aufgenommen. Das für den Borhagener Martt Templin an der mecklenburgischen Grenze, wurde in der Nacht zum zuständige fliegende Buchergericht tagte in dem jezigen 3. Revier. 5. d. M. der Gutsinspektor Orte von Einbrechern, die in das SpeiseEs famen drei Fälle zur Aburteilung. In der Zentral- zimmer eingedrungen waren, erschossen. Man fand ihn morgens tot martthalle wurden sechs Fälle erledigt. Das dortige Stand auf. Eine Kugel war ihm durch das linke Auge in den Kopf eingericht fagte im Amtsgericht Mitte in der Neuen Friedrichstraße. gedrungen und hinten wieder herausgetreten. Wie die Landespolizei Bon den Beamten der Wucherpolizei wurden hauptsächlich Bermänner, die am Tage vor der Mordnacht auf der Station Kresind die Mörder ohne Zweifel drei stöße gegen die Preisschilderverordnung zur Anzeige gebracht, die mit Strafen bis zu 10000 m. belegt nach den weiteren feststellungen in Berlin auf dem Bahnhof Gewig den Eisenbahnzug verlassen haben. Zwei von ihnen waren wurden. In Pankow wurden 7 Fälle erledigt. In zwei Fällen Der erste griechische Dampfer in Steftin. Soeben traf der handelte es sich um ausländische Stoffhändler, die Strafen von 100 fundbrunnen eingestiegen. Der dritte stieg erst in Templin zu ihnen griechische Dampfer." Electra Stravoudi" im Stettiner Hafen ein, bzw. 150 000 m. zahlen mußten. Der eine von ihnen erhob Ein- ein. Von dort fuhren alle drei nach Krewiß, wo sie ausstiegen. Die als erster feiner Flagge nach dem Kriege, ein spruch und wurde, nachdem er eine Raution gestellt hatte, die die Berbredergesellschaft, die im Norden Berlins, Schiff bringt eine wertvolle Ladung magnetischen Eisens und noch unbekannten Täter gehören. wahrscheinlich zu einer Zeichen des Wiedererwachens des internationalen Berkehrs. verlangte Strafe übertraf, entlaffen. In den übrigen Fällen wurden permutlich auf dem Wedding, haust. Mitteilungen, die Brauneisenerze von Seriphos( Griechenland). die Strafen fofort bezahlt. Der Markt auf dem Zentralviehhof wird zur Ermittlung und Ergreifung der Verbrecher dienen fönnen, morgen in der gleichen Weife überwacht werden. Es ist zu wünschen, nimmt Kriminaltommiffar Trettin im Zimmer 103 des Polizeidaß die neue Braris schneller Bestrafung abschreckend auf unlautere präfidiums entgegen. Elemente wirtt. Uebrigens erinnert diese Bragis des schnellen Aburteilens auf frischer, handfester Tat an eine langjährige Gewöhnung der englischen sogenannten Polizeigerichte, die sich außerordentlich bewährt hat. # Wilde Kohlenhändler. Ein Parteiveteran. 0 Der alte Kirschnid, Büdlerstraße 45, feiert mit feiner Gattin heute, am 14. April, die goldene hochzeit. Er ist einer der Veteranen unserer Partei und gehört zu ihr bereits seit 1878. Von Anfang an und auch in der gefährlichen Beit des In lehter Zeit häufen fich die Fälle, daß wilde Kohlenhändler Sozialistengefeges war Genosse Karl Kirschnid für die Bartei und unter erheblicher Ueberfreitung ber höchstpreise für die Arbeiterfache mit großer Rührigfeit tätig. Eine Magmartenfreie Britetts und Steinfohlen zum Bertauf regelung Bei der Berliner Maschinenbau Attiengesellschaft anbieten. In allen Fällen, die dem Rohlenamt bisher zur Kenntnis machte es ihm unmöglich, in Berlin noch Arbeit als Schlosser gelangten, tonnte einwandfrei festgestellt werden, daß die Räufer zu erhalten. Er wechselte den Beruf und wurde Maschinist von diesen wilden Händlern im Gewicht außerordentlich start be und Heizer. Als solcher gründete er den Maschinistentrogen wurden und teilweise faum die Hälfte der bezahlten Kohlen- und Heizerverein für Berlin und Umgegend und 1892 den heutigen mengen erhalten haben. Das Rohlenamt hat nicht nur gegen die Bentralverband der Masinisten und seizer, um Händler Strafanzeige erstattet, sondern auch gegen die Ab- deffen Weiterentwicklung er als dessen Vorfigender und später als nehmer wegen Berstoßes gegen die Kohlenverordnung vom 30. März Rebatteur des Verbandsorgane fich in ziemlich dreißigjähriger Arbeit 1921. In dieser Woche sind mehrere wilde Händler ermittelt worden, verdient gemacht hat. Genosse Kirschnid, der eine echte Kampfdie an manchen Tagen an diesem Handel Millionen verdient haben. natur ist, betätigt sich trotz seiner 78 Jahre mit regstem Intereſſe Es wird daher öffentlich gewarnt, folche Rohlenfäufe abzuschließen, an den Veranstaltungen der Partei und fann jüngeren ein Vorbild di die Käufer, abgesehen von der gerichtlichen Bestrafung, auch noch sein. Der„ Vorwärts" hat seit dem Tage, wo er bor jegt 39 Jahren Gefahr laufen, daß diese unrecht getauften Rohlenmengen befchlag als Berliner Boltsblatt" erschien, den Genossen Kirschnid zum nahimt werden. Die teure Milch. Abonnenten. Stadtrat a. D. Hamburger, deffen Tod wir gemeldet haben, teiligten sich frühere und jetzige Mitglieder des Magistrats und der wurde gestern durch Feuer bestattet. An der Trauerfeier beStadtverordnetenversammlung. Der Milchpreis ist in den letzten pier Wochen wieder recht mefentlich heraufgelegt worden. Einmal find die Erzeugerpreise unter dem Drud ber geringen Belieferung durch die Produzen ten in die Höhe gefeßt worden, dann aber sind auch die übrigen Große Seefischfänge. Bon den Nordseehäfen merben zurzeit Spesen in beträchtlicher Weise gesteigert worden. Die Landwirte fehr bedeutende Fänge von Seefischen gemeldet, die bereits zu einem erhalten gegenwärtig 667 M., bie Bächterverdienstspanne beträgt erheblichen Rüd gang der Preise geführt haben. Infolge 32 M., die Einfuhrprämie 3 M. und die Höchstanfuhrspanne 17 M. deffen werden auch dem Berliner Martt in nächster Zeit Nach Berarbeitung der Milch in den Berliner Meiereien wird sie zum preismerte Seefische, besonders Kabeljau, Seelachs und Breise von 839 M. an die Händler weitergegeben. Für die Reinis Merlan in großer Menge zur Verfügung stehen. Auch die Ostsee gung und Kühlung der Milch in den Berliner Meiereibetrieben zahlt liefert zurzeit in größeren Mengen grüne Heringe sowie Dorsche zu das Milchami 40 bis 60 M. Somit verbleibt dem Mitchamt ein verhältnismäßig niedrigen Breisen. In Anbetracht der hohen Fleisch Ueberschuß von rund 60 m. pro Liter. Bei einer Ein- preise follten fich daher gerade jetzt die Berbraucher in stärkerem fuhr von täglich etwa 200 000 Litern Milch ergibt sich hier ein Be- Maße als bisher dem Fischkonsum zuwenden. trag von täglich 10 Millionen Marf oder monatlich 300 millionen Mart. Es ist taum anzunehmen, daß diese selbst heute in der Zeit einer starken Geldentwertung nicht unerheblichen Beträge refilos für Berwaltungskosten verbraucht werden. Bielleicht wäre es angebracht, diese Millionen zur Berbilligung der Milch für Minderbemittelte, für Sozialrentner ufw. zu verwenden. Es läge durchaus im Interesse des Milchamtes, wenn es erflären würde, wie es diese Ueberschüsse zu verwenden gebent. Der Prozeß Nägler. Das Ruhrfinder in der Schweiz. Anmeldungen für die Uebernahme Don Kindern aus dem Ruhrgebiet in der Schweiz find nach einer Mitteilung aus Bern bisher rund 200 eingegangen. Der erste Kinderzug geht am 18. April vom Ruhrgebiet ab und trifft am 19. April in der Schweiz ein. Auch die Geldsammlungen nehmen einen erfreulichen Fortgang. Pestepidemie in Indien. Dem Reuterbureau wird aus Simla gemeldet, daß eine Bestepidemie, die Taufende von Menschen hinraffte, in faft allen Brovinzen Indiens wütete. Die Statistik für die am 24. März zu Ende gegangene Woche zeigt 9000 Bestfälle in ganz Indien, von denen 8000 tödlich verliefen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 135. Abt. Meinidendorf- Oft. Sonntag nachmitteg, 5% Uhr, in der Jugendhalle Seebad, Residenzftr. 49, Elternabend der Sozialistischen Arbeiterjugerb. Jungfozialisten. Arbeitsausschuk. Sonnabend, 3% Uhr, Sigung im Landtag, Die Varteigenoffen werden ersucht, sich baran recht zahlreich zu beteiligen. 8immer 28. Gruppe Lichtenberg. Sonntag Wanderung nach Erfner. Treffpunkt 7½ Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg( früher Normaluhr). Jugendveranstaltungen. Heute, Sonnabend, den 14. April: Konferenz der Abteilungsvorfigenden, 7 Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3. ale Abteilungen müssen vertreten fein. Die Aenderungen des Borstandes müssen bem Jugendfekretariat noch vor der Konferenz mitgeteilt werden. Bertretungen werden nicht zugelaffen. Werbebezirk Often. Uhr, Frühlingsfeier im Realgnunafium, Koppenstraße. Mufit, Gesang, Resitationen, Ansprache, Lieder zur 2aute und Boltstänge. Untoftenbeitrag 60. Steglig. 28 Uhr, Jugendfeier in der Aula der Oberrealschule Elifenstraße. Rufit, Chor, Rezitationen, Vollstänge und Jugendspiel. Morgen, Sonntag, den 15. April: Friebenan. Wanderung nach Fintenfrug- Rouen. Treffpunkt 8 Uhr Ring bahnhof Friedenau- Wilmersdorf. Gesundbrunnen. Areistreffahrt nach Siegenfrug. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof Gefundbrunnen. Bankwig. Bandetung Rangsdorf Mittenwalde. Treffpunkt 7 Uhr Rirche. Landsberger Biertel. Banderling rund um ben Müggelfee. Treffpunkt& Uhr Bahnhof Treffpunkt 6 Uhr Friedensplag. Niederschönhausen. nach Botsdam Brenzlauer Berg. Rreistreffahrt. Treffpuntt mittags am Mühlbeder Gee, Oftufer. Stralaner Biertel. Wanderung. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg. Landsberger 1 Arbeitersport. Fußball am Sonntag. Allgemeine große Fachausstellung für Seifen und Parfümerien. zentrale der Seifenhändler von Groß- Berlin E. G. m. b. 5. veran Der Schußverband Deutscher Seifenhändler E. B. und die Einkaufs ftalten vom Sonntag, den 22. bis 24. April 1923 in den Gesamträumen der Neuen Welt", Berlin, Hafenheide 108/114, eine allgemeine große Fachausstellung für Seifen, Parfümerien, TolletteSpiele am 15. April, nachmittags 4.30 Uhr. 1. Mannschaften: Neukölln ( Meyer- Schöneberg), artikel, Haarschmud, Bürsten und Besen, Scheuertücher, Papier Briz- Msc. Wilmersdorf- Union- Pankow( Weiland waren, Beleuchtungsgegenstände, Steingut und Tonwaren sowie alle Staaten( Mehlis- Bittoria), Teltow- Giemensstadt( 3pricef- MSC.), Hertha Lantwig), Froh- FreiSchöneberg- Borwärts- Rathenow( Andres- Steglis), einschlägigen Artikel. Seifenhändler, Drogisten, Material- und Ge- Budenwalde- Germania- Beißenfee( Ullrich- 8BC.), Boruffia Fichte- Süd, Teu mischtwarenhändler sowie alle Interessenten haben freien Eintonia 09- Bittoria( Runowsin- Boruffia), Lichtenberg, I- Steglig. tritt. Die Ausstellung ist von 2 Uhr nachm. bis 10 Uhr abends Teltow Giemensstadt( Aulisch- Biktoria), Borussia Fichte- Gud, Teutonic 092. Mannschaften. 2.45 Uhr. Wilmersdorf- Union- Bantow( Fichte- Süd), geöffnet. Eintrittskarten find gegen Einfendung des Rückportos im Bittoria( Turno. Bantow), Reuföln- Briz- MSC., Lindenhof I- Borwärts. Ausstellungsbureau, Berlin C. 25, Prenzlauer Str. 53/55, zu haben. Rathenow( Renner- Teltow). Der Gaspreis für April beträgt bei den städtischen Gaswerfen nach einer in der heutigen Nummer enthaltenen Bekanntgabe 650 M. für das Kubikmeter. Angeklagter und Zeuge beschuldigen sich gegenseitig. Gertrud Nägler wurde in anscheinend leblosem Zustande von den Beamten aus dem Soal geschafft. Der Argeflagte Ernst Nägler erklärte zunächst, ohne feine Schwefter nicht verhandeln zu fönnen. Der Borstzente, Bandgerichtsdirektor Regen, empfahl ihm Chemiekursus. Anfang April d. J. beginnt an der 7. ftädt. Wahlaber, ein wahrheitsgetreues Geständnis abzulegen. Es liege boch fortbildungsschule, Choriner Str. 74, Mittwochs 4,8 bis 1,10 1hr ein neuer auch in seinem Interesse, endlich zu wissen, woran er fei. Der Ange- chemischer Experimentaltursus für Anfänger. Er ist für diejenigen bestimmt, flagte schilderte bann, wie er zu der Tat getommen set. die fich auf diesem wichtigen Gebiete umfaffendere Kenntniffe aneignen Sein Inneres sei von der Sehnsucht beherrscht gewesen, Schau- wollen. Weit dem Kursus find Besichtigungen wichtiger industrieller un Spieler zu werden. Sein Bater habe hierfür jede Unterstügung verlagen verbunden. Anmeldungen werden täglich von 6 bis 9 Uhr abends weigert. Auch ein Mädcher, in das er verliebt war und das ein im Amtszimmer der Schule entgegengenommen, wobei eine Gebühr von Berhältnis mit einem älteren Herrn hatte, habe ihm einen Abfage820 M. für das ganze Sommerhalbjahr erhoben wird. brief geschrieben, so daß auch die von ihr erwartete Unterstützung Dstar Bolle im Saale des Kunstgewerbemuseums, Bring- Albrecht- Str. 7/8, Märkische Vorträge. Sonnabend, ben 14. April, 8, 115r, ausblieb. Daturch sei er pollständig in Berwirrung geraten. Im an Band von 120 Lichtbildern in natürlichen Farben, über Berg und Café Größenwahn am Kurfürstendamm, in dem er verfehrte, habe er den Kaufmann Wolffner fennengelernt, der einen wertvollen Brillantring ir. Platinfassung besaß und ihn verlaufen wollte, Da fei ihm der Gedante gefommen, den Ring zu entwenden, aber an wird Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft ruhig. Fische ausObst und Gemüse reichlich, GeNiederlage gegen Allemania wieder gutzumachen. Immerhin ftellt R.-B. eine Neukölln- Bris empfängt MGC., die alles banan fegen werben, um ihra gute Mannschaft, die auch zu gewinnen weiß, Wilmersdorf trifft auf unionPantow. Beide Mannschaften find fi ebenbilrtig und der eifrigere wird der Sieger fein. Sjöneberg empfängt Borwärts- Rathenow. Erstere, eine schnelle, umsichtsvolle Mannschaft, wird alles baranfegen, um fich die Gewinnchaneen nicht entgehen au laffen. Staaten muß nach Lichterfelde und hat in Froh- frei find in lester Seit fehr in form gekommen, haben aber in 6. ihren richtige einen nicht allzufchweren Gegner. Teltom trifft auf Siemensstadt. Erstere Gegner. Germania.Beißenfee mug nach Ludenwalde und werden fehr schwer mit einem Siege heimlehren. Boruffia empfängt Fichte- Süb. Beştere, wenn e durchhalten, haben Aussichten auf den Sieg. Bittoria und Teutonia werden sich einen erbitterten Rampf liefern, find boch beibe Bereine im Serienbetrieb ander Spige gewefen. Steglig fährt nach Lichtenberg aur dortigen 1. Abtei lung und hat einen harten Gegner. Die neue Mannschaft von Bindenhof with Teil von den 2. Mannschaften um 2.45 Uhr eingeleitet werden. in Schöneberg gegen Rathenow 2 antreten. Diese Spiele werden zum größten Botal Roloff, Dieffenbach. Ede Graefeftraße, bort jeden Donnerstag, 7½ Uhr, Fichte- Sub, Fußballabtellung, fpielt auf dem ichte- Turnplay in Treptow. Sigung. Telephon Morigolog 149 22. m 17. April außerordentliche Gisung. Beide Mannschaften wünschen au Pfingsten Spiele noch auswärts. Gewalt habe er nicht gebacht. Sein Better Bod habe bann reichend, Geschäft flott. Freie Zurnerschaft Groß- Berlin. Dienstag, 7 Uhr, Sigung des Erweitertent ben ganzen Plan ausgebed t. Nach einer längeren Baufe schäft rege. technischen Ausschulfes im Sophien- Gymnasium, Beinmeiſterſtraße. Zusgabe ber Brogramme zum Bereinsfportfelt. Dazu von jedem Begiet ein technischer mirb bann ber zu lebenslänglichem Buchthaus verurteilte frühere Leiter und ein Bertreter des Gesamt- Ausschuffes. Drogist Wilhelm Bod vorgeführt. Nach seiner Behauptung wieter Am Freitag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- 15. April, Bezirksfaalfportfeit in Romames, Arbeiter Rabfahrerbund Solibarität, Ortsgruppe Röpenid. Sonntag, den ift der Angeklagte Ernst Magler der alleinige Urhandelspreise: Restaurant sur Tunhalle, Auguftftr. 47. Start pünktlich 10.30 Uhr, Rölnischer Blaz. heber des ganzen Blanes. Er, der Zeuge, habe in geord Rindfleisch 3600-1000 M., ohne Knochen 4000-4600 M. Schweine- Sonntag, den 15. April: 1. Abt.: Faltenhagener See, Start 8 Uhr unb 1 Uhe Touren für neten Berhältnissen gelebt, fein gutes Austommen gehabt, ser verlobt fleisch 3800-4600 M. Kalbfleisch 3100-4100 M. Hammelfleisch 3600 Billowffr. 58. 2. Abt.: Wandlis- Oberer Sellfee, Start 6 Uhr, Möntgenial gewefen und habe ich einen eigenen Hausstand gründen wollen. bis 4700 M. Rindertalg 2800-3200 M. Schellfisch 850-1500 M. Start 1 Uhr, Dieffenbachstr. 36. 3. Abt.: Gottom bei Budenwalde, Start Dorsch 500-600 M. Kabeljau 850-1850 M. Auch habe er Wolffner gar nicht gefannt. Er habe die Tat nur 900 M. in Eis: Aale 4800-5900 M. Schlele 2600-3400 N. Plan 1hr Bebermiefe. 5. abt.: Raulsborf- Sanssouci? Chart 1 Uhr, Landsberger Grüne Heringe 500 bis 6 Uhr, Laufiger Blog. 4. Abt.: Grabowfee, 7 Uhr, Birkenwerder Start aus reiner Liebe zu feinem Better perübt, um diesem Plas. 6. Abt.: Safelhaufen, 8 Uhr, Spandau Tivoli", Start 1 Uhr, Ropen 600-1800 M. Lebende Aale 6000-7200 M. Hechte 1800-3300 M. Hagener Str. 26.bazu zu verhelfen, daß er Schauspieler werden konnte. Der 3euge Naturbutter 8300-9300 M. Margarine 2500-3500 M. Schweineschmalz Rolonieftr. 146. 7. Abt.: Eberswalbe 6 Uhr, Röntgental 1 Uhr, Starts gibt dann tie bereits bekannte Darstellung der Borgänge bei der 3400-3600 M. Eier 295-330 M. das Stück. Weizengries 900-1100 M. felbe( Geneiber), Start 1 Uhr Waldstr. 8. 8. Abt.: Gamenfee, Start 6 Uhr Arminiusnlag. Ahrens 9. Abt.: Schöneiche( Mann), Start Tat. Trog zahlreicher Borhaltungen von Rechtsanwalt Dr. Msberg Weißkohl 140-200 M. Wirsingkohl 200-300 M. Mohrrüben 85 bis 1hr Schulftr. 114. 11. Abt.: Gonnabend, 14. April, Berneuchen, Start bleibt der Zeuge bei seiner Behauptung, daß Ernst Nägler der An 120 M. Kohlrüben 90-140 M. Rote Rüben 100-120 M. Kartoffeln 12 Uhr Charlottenburger Str. 38. 5 Uhr nachm. Utrechter Str. 9. Drisgr. Weißenfee: Muhlenbed- Summt, Start stifter gewesen und der Plan vorher in allen Einzelheiten verabrebet 320-370 M. zehn Pfund. EBäpfel 350-700 M. Bezirksfahrt bes 2. Begirls zum De girlsfaalfportfest nach Rowawes, Turnhalle. Die Reichseisenbahnen. erklärt, Spargel ist ein Gemüse, welches feines hohen Preises wegen Die Minderung der deutschen Lebenshaltung. den Minderbemittelten gar nicht oder nur im beschränkten Maße zugänglich ist. Darum ist man versucht, zu folgern, daß diese die ist die erhebliche Senkung der deutschen Lebenshaltung unter die Eine unmittelbare Folge des Krieges und des Versailler Dittats Der Reichstag nahm gestern Freitag zunächst eine Er Sache gar nicht oder nur wenig interessiert. Eine solche Folgerung ter Borkriegszeit. Ein jeder spürt am eigenen Leibe, wie die ho ch Märung des Abg. Wulle( Deutschv. Freiheitspartei) entgegen; der ist falsch. Denn wenn eine Million Dosen Spargel fonjerven wertigen Lebensmittel zu Luruswaren geworden sind, die preußische Minister des Innern habe die ins Ausland wandern, so wird die Gesamtmenge aller bie Arbeiterschaft und die noch mehr verarmten Kleinrentner sich Reichszentrale der Deutschvölkischen Freiheitspartei für geschloffen anderen Gemüsekonserven, die 43 Millionen Dosen betragen dürfte, meist nicht mehr leisten können. In den statistischen Berechnungen um eben diese Menge verringert. Die Ausfuhr von Spargelkonserven hat deshalb zur Folge: des Berbrauchs wichtiger Lebensmittel fommt diefe Tatsache noch die Räume beschlagnahmt und die Beamten zur Bernehmung auf das Polizeipräsidium bringen lassen. Kein einzelstaatlicher Minister land verbleibenden Mengen, denn die fartellierte In- Ueberschuß der Ausfuhr über die Einfuhr an Eiern. Der Einfuhr1. Die Steigerung des Preises der im In- völkerung 2,49 Kilogramm Eier eingeführt. 1922 hatten wir einen stärker zum Ausdruck. Vor dem Kriege wurden pro Kopf der Befei befugt, eine Reichsparteizentrale zu schließen. Der Reichstag duftrie benft gar nicht daran, den Mehrerlös für den ausgeführten überschuß von Butter ist von 0,8 Kilogramm auf 0,01 Silogramm, habe seinen Sitz in Berlin, und so könnten die drei Abgeordneten Spargel zur Senkung der Inlandspreise zu verwenden, sondern also ten 80. Teil, gesunken. Die Einfuhr von lebendem Bieh ist auf lediglich in Berlin ein solches Reichsparteibureau einrichten. Wenn sie wird im Gegenteil bemüht bleiben, den Nutzen des um eine weniger als ein fünftel zurückgegangen. Raufunfähig infolge des die Reichsregierung ein derartiges Borgehen billige, fo erklärt fie Million Dosen niedrigeren Angebots für sich in Anspruch zu Niedergangs der Marf, war das deutsche Voit außerftande, seine fich banterott( Gelächter links), indem sie einen einzelstaatlichen nehmen. Innenminister gegen die Reichsverfassung regieren laffe. Inzwischen feien für die Berlags- Gesellschaft Deutscher Herold" einige Räume gelfonserven führt zur Erhöhung der Preise dem Schlachtgewicht der beschaupflichtigen Schiachtungen vor und 2. Das Fehlen der einen Million Dosen Spar. Fleischversorgung durch Zufuhren aus dem Auslande zu ergänzen. Dem entspricht auch die Fleischversorgung, wenn man sie nach freigegeben, der Zutritt aber nur beschränkt gestattet worden. Gegen aller anderen Gemüsetonserven, weil die Spargel nach dem Kriege berechnet. diefe ungeheuerliche Bergewaltigung grundlegender Rechte der fonfumenten, um die fehlende Spargelmenge zu ersetzen, in die Reichsgrenzen folgende Fleischmengen in den Berbrauch: Es tamen da im Bereich der neuen Reichstagsabgeordneten durch Angestellte eines Einzelstaates werde billigeren Gemüsekonfervenvorräte eindringen, die Nachfrage schärfster Einspruch erhoben; die drei Abgeordneten erwarteten, daß nach anderen Gemüsekonserven steigern und damit die Preise derdas Haus sich mit ihnen solidarisch erkläre.( Erneutes Gelächter felben ebenfalls erhöhen. links.) Präsident Löbe: Eine Debatte fann sich an diese Mitteilung nicht schließen. Ich Stelle aber anheim, eventuell durch den Geschäftsordnungsausschuß prüfen zu lassen, ob etwa eine Beschränkung der persönlichen Freiheit vorliegt, welche die verfassungsmäßigen Rechte der Mitglieder des Hauses beeinträchtigt. Eine solche Nachprüfung ist zulässig und auch schon gegenüber anderen Parteien ausgeführt worden. Das Haus beschließt dieser Anregung des Präsidenten gemäß. In allen drei Lesungen wird der Gefeßentwurf über die Sicherstellung von Gegenständen, deren Auslieferungspflicht nach dem Versailler Bertrag streitig ist, genehmigt. Darauf wird der Haushalt des Reichsverkehrsministeriums beraten. Abg. Brunner( Soz.) erkennt an, daß die Leistungen der Reichs eisenbahn wesentlich gesteigert worden sind, es hätten aber noch größere Erfolge erzielt werden fönnen, wenn der Berwaltungsapparat beweglicher wäre. Zwar feien zum Abbau des Bureaufratis mus fájon Berbesserungen eingeführt, aber noch immer könne die Verwaltung vereinfacht Die Richtigkeit dieser Feststellung dürfte niemand bestreiten, um so meniger, als befannt ist, daß fartellierte Industrien stets bestrebt find. die Wirkungen des Gesetzes von Angebot und Nachfrage durch besondere Maßnahmen( Zurückhaltung der Ware usw.), in einem der Berbraucherschaft ungünstigem Sinne weiter zu be= einfluffen. 1913 1921 1922 • 8 045 930 dz 1 481 014 13 919 211 432 716 6 136 608 dz 6 388 610 dz " 1 212 267 5 664 552 460 319 P N 1 251 088 5 740 890 389 269 11 W 29 Rindfleisch Kalbfleisch Schweinefleisch Hammelfleisch zusammen 23 878 871 dz 13 473 746 dz 13 769 807 dz Gegenüber dem Jahre 1913 ergibt sich somit im Jahre 1922 insgesamt ein Ausfall von 10 109 064 Doppelzentnern oder Die Ronfervenindustrie begründete die beantragte Ausfuhr in 42 Broz. der Fleischmengen, die in der Borkriegszeit zur einer im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft ab- Berfügung standen. Der Gesamtfleischverbrauch aus Einfuhrübergehaltenen Sigung folgendermaßen: schuß, beschaupflichtigen und anderen Schlachtungen betrug in „ Die Ausfuhr von einer Million Dosen Spargeltonserven Preußen auf den Kopf der Bevölkerung im Jahre 1921 nur noch bringt eine Einnahme von acht Milliarden Bapie: mart, und zwar 33,1 Kilogramm gegen 49,0 Kilogramm im Jahre 1913 und weist in hoher Baluta. Diese Summe braucht die Konservenindustrie, tamit eine Abnahme von 15,9 Kilogramm oder 32,5 Proz. auf. da sonst ihr Kreditbedarf, welcher mit 50 milliarden beziffert wird, Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Anteil des Fleischverbrauchs nicht befriedigt werden kann und die Gefahr bestehe, daß in Berfolg auf dem Lande gegen die Zeit vor dem Kriege wesentlich gedes Geldmangels die Herstellung von Erbsentonserven nicht stiegen ist. In den Städten mit überwiegend Arbeiterbevölke erfolgen fönne. Es stehe fest, daß über 1½ Millionen Dosen rung dürfte demnach der Fleischverbrauch auf weniger als die Hälfte Spargel auf illegalem Wege ins Ausland gegangen sind, es sei gejunten sein. deshalb richtiger, die Ausfuhr auf legalem Wege zu gestalten, als Auch der Berbrauch an Mehl ist wesentlich zurückgegangen. fie den Schiebern zu überlassen. Außerdem sei der Spargel ein Bor dem Kriege ftanden an Brotgetreide 0,3 Millionen Tonnen und Lurusgemüse, das man unbedenklich ausführen könne, um für die etwa 6,5 Millionen Tonnen Weizen und Spelz zur Verfügung. Im dem Reich zur Verfügung gestellten Devisen Futtermittel und der Jahre 1921 aber waren nur 6,3 Millionen Tonnen Roggen und gleichen notwendige Dinge einzuführen. Finde der Antrag der 4,8 Millionen Tonnen Weizen und Spelz nach den statistischen ErIndustrie fein Gehör, so müßten Betriebseinschränkun- mittlungen verfügbar. Das deutsche Bolt verbrauchte alfo 27 Proz., werden. Zu berücksichtigen fei allerdings, daß der Güterverkehr ingen stattfinden und weiter würden Arbeiterentlassungen die über ein Biertel, weniger als in 1913/14 des wichtigsten Nahrungs folge der Umstellung großer Teile der Wirtschaft von der Steinkohle Folge sein." auf Braunkohle mit großen Schwierigteiten zu rechnen habe. mittels, des Brotes. Noch ungünstiger ist das Bild bei Star= Wenn Kartelle etwas erreichen wollen, so bereiten sie ihren toffeln, deren Verbrauch von 1913 auf 1921/22 jogar um Es hätten sich neue Verkehrsschwerpunkte gebildet. Auch die Ber- Ansturm sehr sorgfältig vor. Es fehlt dann weder an netten 51 Proz. zurückgegangen ist. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, forgung mit Lebensmittein nehme die Reichsbahn jetzt anders in runden Beweisführungen, noch an gutgläubigen Helfern. In- daß das Jahr 1922 eine wesentlich beffere Ernte gebracht hat, daß Anspruch als früher. Das alles veranlasse Betriebsumstellungen, folgedessen waren es trop der Anwesenheit von Vertretern des Ma- aber auf der anteren Seite infolge der zurückgehenden Einfuhr von die hemmend wirfen. Die Betriebssteigerung sei nicht zuletzt auch giftrats Berlin und eines Arbeitervertreters nu: die beiden Redner Futtermitteln der Verbrauch von Kartoffeln für die tierische Erabhängig von den Betriebswerkstätten. Der Reparaturstand des der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände und nährung, der der Bevölkerung zu einem wesentlichen Teil verloren Materials habe fich gehoben. Die Werkstätten, ebenfalls in Lie des Kleinhandels, die energisch der Ausfuhr wider- geht, erheblich zugenommen hat. einem Reformprozeß begriffen, leisten zum großen Teil jetzt be prachen, weil fie feinen der angeführten Grünbe für stich deutend mehr. Die Tarifpolitit werde von der Sozialdemokratie haltig genug hielten, vielmehr der Meinung waren, daß rein einfache Genußmittel faum noch taufen tann. So ist der VerDie Folge diefer Berarmung ist, daß das deutsche Volk selbst im allgemeinen gebilligt. Auch der Eisenbahnrat habe ihr zuge egoistische Antriebe hinter der Forderung der Konservenindustrie brauch an Kaffee, an Bier und ähnlichen Genußmitteln ganz erhebftimmt. Die laufenden Ausgaben müßten durch die Betriebsein- ftehen. lich gesunken. nahmen gebedt werden. Zwischen dem Minister und den Organi Achtzig Millionen Dosen Gemüsefonserven find vor dem fationen des Personals bestehe im allgemeinen ein gutes Ber- Kriege erzeugt worden und größtenteils in Deutschland verbraucht, Das Land der indiretten Steuern ist Frankreich. Während hältnis; bedauerlich aber sei die Einsegung von 30 Millionen Mart also 37 Millionen mehr als gegenwärtig Kon feine Einnahmen aus den diretten Steuern im März zur Aufrechterhaltung der ferven find Lebensmittel, also Produtte, die wir an und für fich nach den Mitteilungen, die der Finanzminister im Ministerrat Technischen Nothilfe. einführen müffen. Devisen sollen wir nicht durch Abgabe dieser, machte, 501 975 600 Frant betrugen, beziffern sich die Einnahmen Das Berhalten der Eisenbahner am Rhein und an der Ruhr sollte beschaffen, um weitere Lebensmittel zu faufen und damit das polen auf 1288 501 000 Frant, also mehr als das Doppelte. Die sondern durch Ausfuhr anderer im Inlande überschüssiger Waren aus den indiretten Steuern und den Staatsmono den Minister veranlassen, zu erklären, daß er die Technische Nothilfe nicht mehr brauche. Sie werde von den Gewerkschaften Angebot im Interesse der Preisbildung vermehren, nicht aber wie lettere Ziffer weist gegenüber den Einnahmen im März des Borund auch von der Sozialdemokratie verworfen. Die Einnahmen in diesem Falle durch Ausfuhr vermindern und den Mangel noch jahres eine Erhöhung um 110 Broz. auf und übersteigt die aus dem Personentarif betragen jetzt nur 5 Broz. der gesamten permehren. Die Kreditfrage schiebt man willkürlich in die Debatte, Schäßungsziffer des Budgets um etwa 10,5 Pro3. GleichEinnahmen. Das ist auf die Dauer unerträglich. Die Preise für nicht etwa, um das Verhalten der Banten zu tritifieren, sondern zeitig wird mitgeteilt, daß die Einnahmen aus den indirekten die erste und zweite Klaffe find steigerungsfähig. Auf der anderen Banten einen Drud auf die Regierung auszuüben. Die Arbeits- die Schäßungsziffer des Budgets um über 2500 Millionen und die um unter Hinnahme der wirtschaftsfeindlichen Maßnahmen der Steuern und den Staatsmonopolen für das erfte Vierteljahr 1923 Seite muß man für soziale Aufgaben, so für Kinderreifen zu lofigkeit malt man in diesem Falle ganz ohne Not an die Band, Einnahmen des ersten Bierteljahres 1922 um etwa 237 Millionen Erholungszweden, für die Fahrten von Kriegsbeschädigten usw. um die Zustimmung der Arbeitnehmervertreter zur Seite zu haben. übersteigen. Tarifermäßigungen schaffen. Genoffe Brunner schloß seine Die illegale Verschiebung von 1½ Millionen Dosen Konserven ron großer Sachkunde getragene Rede mit einem weiten Ausblic Die Wirtschaftslage der Ukraine. Auf der Allukrainischen Barcuf ben 2 usbau der afferstraßen und die Entwicklung führt man an, nicht, um von der Regierung verschärfte, Kontrolle teifonferenz wies Ratowski auf die großen Fortschritte der der Bafferkräfte zur Nußbarmachung für den Verkehr. Es noch weitere eine Million Dosen legale Ausfuhr, damit nicht nur hin. Die Lebensmittel- und Transportfchwierigkeiten feien bedeutend und Wachsamkeit zu fordern, nein, man forbert neben diesen wirtschaftlichen Wiederherstellung der traine Sprachen noch der Zentrumsabgeordnete o efle, der Deutschnatio- 1% Millionen, sondern 2½ Millionen Dosen Konserven dem in- zurückgegangen. Die Wintersaatfläche habe die Ausdehnung des nale Reichert und der Demokrat iegand; alle wiederholten tändischen Konsum verloren gehen und den Preis höher treiben Jahres 1916 erreicht. Die Produktion der Landwirtschaft belaufe mehr oder weniger die Unternehmerwünsche, die Tarife abzubauen, helfen. ohne jedoch Gewähr dafür bieten zu können, daß dieser Tarifabbau sich, ohne die Viehzucht mitzurechnen, auf 575 Millionen Goldrubel. auch wirklich zu einer Berbilligung der Erzeugnisse führen gehalten hat, um nách Zustimmung der Regie- Industrie entwidele fich schnell und habe schon 50 Broz. der Der Tatsache aber, baß man Ronserven zurüd. In diesem Jahre seien weitere Erfolge zu verzeichnen. Die leichte werde. Woher das Loch in den Reichseinnahmen gestopft werben rung zum Ausfuhrantrag diese nach dem Aus- Borkriegszeit erreicht. Die Schwerindustrie entwickle fich langfamer, soll, das dann entstehen muß, fonnte feiner der Redner verraten. Heute, Sonnabend, Weiterberatung. lande auszuführen, tut man nicht Erwähnung. Man aber die allgemeine Besserung der Lage laffe hoffen, daß ihre Bieder. wagte sie aber auch nicht zu bestreiten, als sie den Herren von herstellung nun schneller vonstatten gehen werde. Die Produktivität anderer Seite entgegengehalten wurde. Wir möchten glauben, der Arbeit eile dem Steigen der Löhne voraus, die in der leichten daß auch die Braunschweigische Regierung sich nicht so energisch Industrie 90 Broz. der Borkriegszeit und in der schweren Industrie für die Ausfuhr eingesetzt hätte, wenn sie jener Tatsache mehr Be 60 Broz.( in Goldrubeln berechnet) erreicht hätten. achtung geschenkt haben würde und den eigentlichen Motiven nach- Devisenkurse. Unferer geftrigen Kurstafel ist noch nachzu gegangen wäre. Reichstag und Reichsregierung aber werden tragen: 1 finnische Mart 576,05 Geld, 578,95 Brief; 100 öfterernstlich zu prüfen haben, ob sie der Konservenindustrie, die jetzt 627,92 Gelb, 631,08 Brief; 1 ungarische Krone 4,68 Geld, 4.67 Brief; reichische Kronen 29.63 Geld, 29,79 Brief; 1 tschechische Krone fchon für ihre Abnehmer rigorose Bezugsbedingungen 1 bulgarische Bewa 164,33 Gelb, 165,17 Brief; 1 jugoslawischer vorgesehen hat, nachgeben sollen. Die Verbraucher jedoch werden, Dinar 214,71 Geld, 215,79 Brief. Eine polnische Mart loftete gelingt es der Industrie ihren Willen durchzusehen, den Schaden etwa 49 Bf. ragen müssen. Andere Ausfuhranträge werden zweifellos nach. folgen. Wirtschaft Ausfuhr von Spargelfonferven? Mus Berbrauchertreisen wird uns geschrieben: Die Konservenindustrie, welche in einem Kartell zusammengeschlossen ist, zusammengeschlossen ist, bemüht sich, die Ausfuhr von einer Million Dosen Spargelfonserven bei den zu ständigen Stellen durchzusehen. Man tann an und für sich diese Industrie nicht verdenken, wenn sie den Bersuch macht, ihre Erzeugnisse gegen hochwertige Baluta abzusetzen. Die Berbraucherfchaft hat sich aber doch zu fragen, wie eine solche Ausfuhr auf ihren Geldbeutel wirft. C Spiffelmarkt Ede Balfrafe Dieser Kneifer Alexanderplat aus Gold- Doublé nabe fingezi Königfir. 55 gegenüber Rathaus Alle ärzil. Gläser- Berordnungen S Koffbujer Damm 10 nahe Barenhaus Sendorf W Friedrich- Str. 193 a Gde Leipziger Str. Leipziger Str. 113 Ede Rover- Str Sintstr.1 de Botsb.Str. N Schönhauser Allee 81 am Bh. Nordring Friedrich- Str. 106 Gde Biegel- Str. Invaliden- Str. 164 Ede Brunnen- 6 tr. Javaliden- Str. 117 am Stettiner Bahnhof Chauffee- Str. 72 nahe Müllerftr. O Frankfurter Allee 14 nabe Tieg werden schnell und sorgfältig ausgeführt. Wo aber, fo fragen wir uns, bleibt der Schutz der Verbraucher? Unreines Blut Jucken, Furunkel, Gesichtspidiel werden Billigere Tapeten. 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