Nr.175 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 87 Bezugspreis: Für den Monat April 5800 9. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar. und Memelgebiet fowie Defterreich und Luxemburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Boftbezugspreis reibleiben d. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland. Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Lugemburg Defterreich, Echweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Reit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin* Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 250 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile toftet 1200 M. Reklamezeile 6000. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 375 M.( zulässig zwet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jedes weitere Wort 150 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten geile 300 m. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-293 Verlag: Dönboff 2506-2307 Sonntag, den 15. April 1923 Pariser Erklärung Nr. 2. Sie wollen nicht räumen. Paris, 14. April.( WIB.) Die belgisch französische Am 2. Januar fam von dem inzwischen eingetroffenen Staats Konferenz ist um 11 Uhr 45 Minuten zu Ende gegangen. fefretär Bergmann die erste Meldung aus Paris. Sie lautete wie Heute nachmittag findet féine Sigung mehr statt. Nach der folgt: Sigung der Konferenz wurde heute mittag folgende amtliche Mitteifung ausgegeben: Informierte Persönlichkeit erklärte, wir möchten ruhig die Entwicklung der nächsten Tage abwarten. Es bestehe wenig Aussicht, daß ich über den deutschen Blan gehört werde. Eventuell würden die Franzosen uns anheimftellen, schriftliche Vorschläge einzureichen, die m. E. dann offiziell durch die hiesige Botschaft gehen müßten." frefen. Maifeier 1923! Es Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bosticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depojitenkasse Lindenstraße 3 Morgen spricht Rosenberg... Wir veröffentlichen an anderer Stelle eine halbamtliche Darstellung der Instruktionen, die der deutsche Unterhändler Bergmann für sein Berhalten auf der Pariser Konferenz zu Anfang dieses Jahres vom Auswärtigen Amte erhalten hatte. Bevor wir auf den Inhalt dieser Darstellung eingehen und aus ihr sowohl retrospettive mie auch aktuelle Schlußfolge rungen ziehen, möchten wir zunächst bemerken, daß eine solche Zusammenstellung amtlicher Schriftstücke schon vor mehreren Wochen hätte veröffentlicht werden können und müssen, und zwar sofort nach den ersten Verdunkelungsversuchen der franzöfifchen Regierung. Die französischen und belgischen Minister sind heute vormittag cufs neue zufammengetreten. Sie haben die gemeinsamen Weisungen vorbereitet, die an ihre Oberkommissare in den Rheinlanden und an General Degoutte ergehen sollen, und die die Zur Sache selbst muß zunächst erklärt werden, daß in den neubesetzten Gebieten eingeführte Zentralverrechnung und In dieser Meldung taucht zum erstenmal die Möglichteit Poincaré, als der Vorsitzende der Pariser Januarfonfes deren kontrolle, die Berwendung des Ertrags der Geldbußen und auf, daß unser Bertreter überhaupt nicht zur mündlichen Erläute- renz, fast ausschließlich die Schuld daran trägt, wenn BergBeschlagnahmungen usw. betreffen. Es ist beschlossen worden, daß rung zugelassen, dafür aber zur bloßen Einreichung der mann damals nicht dazu kam, den deutschen Reparationsplan die verschiedenen Waren und Produkte, die in den behriftlichen Vorschläge aufgefordert werden könnte. mündlich zu unterbreiten oder schriftlich zu überreichen. Er fetzten Gebieten beschlagnahmt worden sind, um die von den ergab sich also die Notwendigkeit, auch für diesen Fall Borforge zu war über die Eristenz dieses Planes und über die Entsendung beiden Regierungen oder ihren Staatsangehörigen gemachten BeBergmanns nach Paris unterrichtet und, falls er sträflicherftellungen von Sachlieferungen zu beden, diesen direkt zur Verweise einen mündlichen Vortrag nicht zulassen wollte, so hätte fügung gestellt werden sollen. Der Ueberschuß der beschlagnahmten er zumindest die Pflicht gehabt, statt dessen einen schriftlichen Waren und Produkte wird von den französischen und belgischen Entwurf einzufordern. Er hat weder das eine noch das andere Behörden verkauft werden. Der Ertrag diefer Berläufe wird der Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission hat beschlossen, getan und es vorgezogen, die Unterhaltung mit Bonar Law Berrechnungstaffe der Pfänder überwiesen und der nach Begleichung auch in diesem Jahre am 1. Mai durch Arbeitsruhe zu möglichst schnell und schroff abzubrechen, um sich topfüber in der verschiedenen Belegungs- und Betriebskosten überschie demonstrieren. das Ruhrabenteuer zu stürzen. Boincarés Schuld ist um fo Bende Betrag(?) wird der Reparationskommission über= Damit die Demonftration einheitlich und geschloffen wird, größer, als sie auf bösem illen beruht und als sie dem mittelt werden. Die beiden Regierungen haben ihre Entschließun- ift den sozialistischen Parteien der Vorschlag gemacht worden, Entschluß entsprang, mit England zu brechen und Deutschland gen von Brüssel dahin bekräftigt, daß fie die Räumung des Ruhr- die Organisation und Durchführung der Demonstration den mit den Mitteln der militaristischen Gewalt zur Unterzeichnung gebiets und der auf dem rechten Rheinufer neubefehten Gebiete Gewerkschaffen zu überlaffen und sich als Parteien nur eines neuen Reparationsdittates zu zwingen. nicht von einfachen Versprechungen abhängig machen, sondern daß auf die Nachmittags- und Abendveranstaltungen zu be- Indessen können wir nach ihrer eigenen Darstellung der fle fie nach Maßgabe der Erfüllung der deutschen Reparationsver- schränken. Die Parteien sind diesem Beschlusse beige- Reichsregierung den Vorwurf nicht ersparen, daß sie insofern pflichtungen durchführen werden. einen gewiffen Schuld anteil an diesem überſtürzten Nach der übereinstimmenden Auffaffung aller Parteien An die organisierte Arbeitnehmerschaft Berlins ergeht der Ausgang der Pariser Konferenz trägt, als sie nicht alles geDeutschlands fönnen Berhandlungen nicht anders geführt wer- Ruf, schon jeht für die Arbeitsruhe am 1. mai zu tan hat, um die böswilligen Absichten Poincarés zu durchden als zu dem Ziel, die Räumung der neubefeßten Gebiete rüften, damit die Demonftration zu einer machtvollen Kund- treuzen. Vielmehr gewinnt man aus der Veröffentlichung des zu erreichen. Das vertragsmäßige Pfand für die Erfüllung der gebung ihres entschlossenen und unbeugjamen Willens wird. WTB. den deutlichen Eindruck, daß die Wilhelmstraße bezügReparationsverpflichtungen ist im Friedensvertrag genau beSammelplähe, Aufmarschplan und Orte der Demonftration lich des taktischen Vorgehens Bergmanns in Paris recht zeidynet; die neubelegten Gebiete gehören nicht zu ihm. Das werden später, jedoch rechtzeitig, bekanntgegeben. mangelhaft vorbereitet war. Man war eben der ist der flare Rechtsstandpunkt, den jede deutsche Regierung, Ueberzeugung, daß Bergmann jedenfalls zu einem mündlichen mag fie noch so verhandlungswillig sein, vertreten muß und Vortrag aufgefordert werden würde, und hatte es unterlassen, den keine aufgeben kann. Würde ihm nicht Rechnung getragen, so wären alle Verhandlungen zum Scheitern verurteilt, und durch die erste Mitteilung Bergmanns aus Paris, daß er daß sich diese Erwartung nicht erfüllen würde. So war man ihm gleich einen schriftlichen Entwurf mitzugeben für den Fall, das Schicksal Europas, in Anarchie zu verfallen, wäre damit durch die erste Mitteilung Bergmanns aus Paris, daß er besiegelt. wenig Aussicht habe, angehört zu werden, sichtlich über rascht und entschloß sich erst dann, einen offiziellen schrifte Wo blieben die schriftlichen Vorschläge? lichen Plan in aller Eile aufzusetzen und nach Paris zu telea graphieren! Deshalb tönnen wir nur mit aller Schärfe die BTB. veröffentlicht nachstehende halbamtliche Darstellung: Worte wiederholen, die wir ohne diese aftenmäßige Kenntnis Die Frage, ob der deutsche Bertreter in Paris ermächtigt war, der Dinge bereits am 3. Januar hier schrieben, nämlich, daß der dort Anfang Januar tagenden Ronferenz fchriftliche Bor Ichläge zu unterbreiten, bilbet noch immer den Gegenstand von treffen und das Wichtigste von den Ausführungen, die dem die Reichsregierung es versäumt hat, die in solchen Fällen schläge zu unterbreiten, bildet noch immer den Gegenstand von elementarsten diplomatischen Vorsichtsmaßregeln" zu ergreifen. Zweifeln und polemischen Erörterungen in der französischen Breffe. mündlichen Vortrage vorbehalten bleiben sollten, mit dem schon Dieser Fehler ist sicherlich nicht wie bei Poincaré auf einen Wir veröffentlichen daher die nachstehenden Mitteilungen über den früher schriftlich festgelegten finanztechnischen Teil unseres Planes in Mangel an gutem Willen, sondern auf einen Mangel an damaligen Telegrammwechsel zwischen dem Auswärtigen Drahterlaß vom 3. Januar wurde der Botschaft in Paris der Teri baran au hindern, die Konferenz ohne Kenntnisnahme des ein gemeinsames Schriftst üd zusammenzuarbeiten. Mit politischer Klugheit zurückzuführen: Um Poincaré Amt und der deutschen Botschaft in Paris. 2m 31. Dezember 1922 wurde der Botschaft folgendes tele- der zusammenfassenden Mitteilung übermittelt, die je nach dem deutschen Angebotes abzubrechen, hätte man ihn 3 mingen weiteren Verlauf entweder vom Staatssekretär Bergmann oder vom man ihm recht,, Bitte der dortigen Regierung baldmöglichst unter Hinweis Botschafter Dr. Mayer überreicht werden sollte. Das Ausführungszeitig und offiziell davon Mitteilung gemacht hätte, daß ein telegramm hatte folgenden Wortlaut: Für den Fall, daß Sie zur Ueberreichung schriftlichen Nolcher Plan existiert. Dann hätte es für ihn fein Aus= Borschlags aufgefordert werden, wird Ihnen endgültiger Entwurf weichen mehr gegeben. Man hat dies aber unterlassen, unter Nr. x telegraphiert." einmal meil man auf solche Wendung der Dinge offenbar gar nicht gefaßt war, und außerdem, weil man es für vorteilhafter hielt, zunächst mur eine mündliche Erörterung der deutschen Vorschläge anzuregen, um sich dadurch größeren Spielraum zu sichern. graphiert: Bergmanns Instruktionen. auf heutige Hamburger Rede Reichstanzlers, die Standpunkt der Reichsregierung in Reparationsfrage ausführlich darlegt, offiziell mitzuteilen, daß Reichsregierung im engsten Einver nehmen mit maßgebenden Bertretern deutschen Wirtschaftslebens bie in Deutschland vorhandenen Möglichkeiten für eine end gültige Regelung der Reparationsfrage geprüft und danach einen Plan ausgearbeitet hat, zu dessen Durchführung die Unterstützung deutscher Wirtschaft, namentlich Bantwelt und Industrie gesichert ist. Sie wollen hieran Ersuchen knüpfen, daß einem Bertreter der Reichsregierung Gelegenheit gegeben werde, unseren Plan der in Baris zusammentretenden Konferenz zu unterbreiten und mündlich zu erläutern. Bergmann werde vom 2. Januar ab in Paris sein." mit Telegramm vom 1. Januar wie folgt: Der Ausschuß der Gewerkschaftskommiffion Berlins und Umgegend. Partei schließt sich diesem Aufruf an und ersucht die Der Bezirksvorstand der Bereinigten Sozialdemokratischen parteigenossen, alle Vorbereitungen für eine würdige Feier des 1. Mai zu treffen. Bom Ortskartell Groß- Berlin des AfA- Bundes wird uns mitgeteilt, daß eine endgültige Beschlußfaffung über die Maifeier in deffen Ausschußjihung am Montag erfolgt. Wie bekannt, ist weder Botschafter Dr. Mayer noch Staatssekretär Bergmann weder zur schriftlichen Vorlage noch zum mündlichen Vortrage zugelassen worden. Die Bariser Konferenz der Ministerpräsidenten ist am 5. Januar aus einandergegangen, ohne daß die Botschaft auf ihren Antrag eine Antwort erhielt. Kabinettumbildung in Wien. Wien, 14. April.( WTB.) Nach der durch die Zusammenlegung Dr. Mayer antwortete auf die Instruktion vom 31. Dezember der Ministerien notwendig gewordenen Um bildung des Ka: binetts werden, wie die Blätter melden, der neuen Regierung „ Auf Telegramm vom 31. Dezember: Da Poincaré gestern 6 Chriftlichsoziale und 2 Großdeutsche angehören. Justizminifter vormittag durch Sachverständigenfonferenz, nachmittags bis fpät 2 aber und Verkehrsminister Odehnal würden infolge Aufabends burch Senatsdebatte befeßt mar, und nach Auskunft lösung ihrer Ministerien ausscheiden; im übrigen werde das Rabinett Kabinettschefs es auch heute infolge Neujahrs- Zeremoniells un bis auf den großdeutschen Handelsminister Kraft, der aus Gefund gemiß ist, ob Boincaré abfömmlich, habe ich Auftrag foeben bei heitsrüdfichten zurücktreten will, unverändert bleiben. An Stelle Beretti( Beretti della Rocca ist der zuständige Ministerialdirektor des Handelsministers Kraft wird der Nationalrat Sirf von der im franzöfifchen Auswärtigen Amt. Red. d. B.) vollzogen. Dieser notierte fich die Mitteilungen und wird fie noch beute Boincaré Großdeutschen Partei als Handelsminister vorgeschlagen. weitergeben. Zur Sache äußerte Beretti lediglich, die Tatsache des Einvernehmens mit ben maßgebenden Bertretern des deutschen Wirtschaftslebens fei sehr wichtig." Am felben 1. Januar richtete das Auswärtige Amt vorsorglich und für alle Fälle an die Botschaft für Staatssekretär Bergmann, der am nächsten Tage in Paris eintreffen sollte, folgende Draht anweisung: Die Memelverhandlungen vertagt. Paris, 14. April.( WTB.) Die feit Wochen von der Botschafter fonferenz in Paris geführten Berhandlungen zur Ausarbeitung eines Statuts für das Memelgebiet, in denen außer Ber. tretern der litauischen Regierung eine Bertretung des Memelgebiets, bestehend aus Deutschen und Litauern, beteiligt war, find heute auf unbestimmte Zeit vertagt. Falls Ihnen unserem Antage entsprechend Gelegenheit ge geben wird, unferen Plan der dortigen Konferenz mündlich zu erläutern, find Sie ermächtigt, auf Wunsch die finanztechnische In Schweden hat der König den Führer der Konserpati Seite unferes Planes in Form eines Alde mémoire fchriftlich vor- oven, Reichsgerichtsrat a. D. Crnst Trygger, beauftragt, tie zulegen." neue Regierung zu bilden. Wenn wir nun so ausführlich auf diese Dinge zurückfommen, so ist es nicht etwa aus Neigung zur Kritik der politischen Leistungen der jeßigen Regierung. Es geschieht, um an einem tontreben Beispiel das Grundübel der mangel an Klarheit und Entschlossenheit. gegenwärtigen Regierungspolitit zu beleuchten, nämlich den Wie die Regierung Cuno damals, im Dezember, wochenlang mit den„ diskontfähigen Führern der Wirtschaft" hin und her verhandelte, um erst in letzter Stunde deren DreiviertelBustimmung zu einem deutschen Angebot zu erzielen, das in unzulänglicher Form dem Staatssekretär Bergmann gewiffermaßen auf dem Bahnsteig des Bahnhofs Friedrichstraße mitgegeben wurde, so wird auch jetzt wieder tagelang über die Frage herumgedoftert, ob man mit einem neuen Angebot herausrüden foll oder nicht. Die Reichsregierung hat zwar neuerdings den Führern der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft gegenüber eine attivere Bolitit in Aussicht gestellt, fie scheint fich aber felbft noch nicht barüber im flaren zu sein, worin diese Attivität bestehen soll. Denn entweder man nimmt den Vorschlag des amerikanischen Staatssekretärs Hughes als Grundlage seiner Politik an, wie es der Außenminister in seiner Rede im Auswärtigen Ausschuß erklärte, oder man entschließt sich zu einem eige nen Angebot. Beides auf einmal ist unmöglich, denn der Hughessche Plan ging bekanntlich dahin, die deutsche Lei ftungsfähigkeit durch ein internationales Kollegium von Sach verstäiüngen prüfen zu lassen, während ein eigener konkreter Vorschlag mit einer solchen Begutachtung unvereinbar ist. Vor allem genügt es nicht, immer wieder in mehr oder minder deutlichen Ausdrücken die eigene Verhandlungsbereit- schoft zu bekunden, wenn Woche für Woche vergeht, ohne daß man sich zu einem solchen Entschluß aufrafft. Der Reichs- kanzler hat mit seinen Münchener Redewendungen der bayeri- schen Regierung Knilling und den sogenannten„Vaterländi- schen Verbünden" gegenüber weit mehr als seine Schuldigkeit -getan, denn den bayerischen Hofbräupolitikern schuldet man g a r n i ch t s, während man den Frontkämpfern an der Ruhr und am Rhein alles schuldet. Deshalb haben wir die letzten Erklärungen Cunos bei der Trauerfeier im Reichstag für die Opfer des Essener Blutbades rückhaltlos begrüßt: aber wir erwarten, daß diesen Worten auch Taten folgen. Die Gelegenheit zum Handeln ist in der französisch-belgi- sehen Erklärung gegeben, wonach die Einbruchsmächte ihr Unternehmen fortfetzen zu wollen versichern, bis Deutsch- land Vorschläge über re ich t. Die Reichsregierung kann solche Vorschläge um so eher machen, als sie bereits vor dem Einmarsch ein Angebot unterbreiten wollte und nur durch Poincarä daran gehindett wurde. Indem sie am Eingang eines neuen Vorschlages auf diese nackte Tatsache einfach hin- weisen würde, könnte sie der Gegenseite einen sehr empfind- lichen moralischen Schlag versetzen. Die gegenwärtige Sllua- tion ist jedenfalls für eine wirklich aktive Politik günstig. Es gilt sie auszunutzen. Unter der Politik der versäumten Ge- legcnheiten hat das deutsche Volk wahrlich schon genug ge- litten. Wird ein neues deutsches Angebot, dem die deutsche So- zialdemokratie mit gutem Gewissen ihre Zustimmung geben kann, abgelehnt, nun, dann wird mit erneuter Ent- schl o s s e'n h e i t und mit rückhaltloser Unter- stützung der gesamten deutschen Arbeiter- klasse der Kampf in der bisherigen Weise fortgeführt werden. Aber die deutsch Arbeiterklasse hat auch einen Anspruch darauf, zu wissen, woran sie ist. Insbesondere die kämpfenden und leidenden proletarischen Schichten an der Ruhr benötigen der Ueberzeugung, daß ihr Kamps und ibre Leiden nicht unnötig verlängert werden. Sie müssen die Ueber- zeugung gewinnen, daß die Regierung weiß, was sie will. Der Reichsminister für auswärtige Angelegenheiten wird morgen im Reichstag bei der Beratung seines Etats Gelegen- heit haben, dem deutschen Volke und der ganzen Welt zu sagen, wie die Regierung Cuno ihrerseits dazu beitragen will, den Frieden wiederherzustellen, den die Gegner gebrochen haben. Saperisch-vö'lkischer Uedermut. Dreiste Verhöhnung des Staatsgerichtshofs. Während sich die Berliner Rechtspresse einschließlich der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" über den Zugriff der Ber- liner Polizei gegen die„Reichsleitung" der verbotenen „Deutschvölkischen Freiheitspartei erregt, versucht man in München aufs neue, einen Konflikt mitdem Reiche künstlich herbeizuführen. Zwei sonderbare Heilige, die Redakteure des„Völkischen Beobachters" und des ihm gleichgearteten„Miesbacher An- geV�", weigern sich, vor dem Staatsgerichtshof zu erscheinen. Die sogenannten„Vaterländischen Kampsverbände"/ an deren Leitpnq Ludendorff beteiligt ist, senden eine Deputation zu dem bayerischen Ministerpräsidenten, um ihm die freche For- derung zu unterbreiten, er solle auf keinen Fall dem Ersuchen des Staatsgerichtshofes Folge leist°n und etwa den Haft- b e fe h l gegen die beiden mutigen Deutschen ausfichren lassen. Herr v. Knilling hat die Deputation, soweit bis jetzt bekannt ist, nicht etwa wegen Nötigung eines Beamten zu einer pflicht- widrigen Handlung sofort festsetzen lassen, aber er läßt wenig- stcns offiziös erklären, daß die bayerische Regierung einen solchen Haftbefehl selbswerständlich ausführen lasten müste, sobald er in München eintreffen würde. Ein Berliner Blatt will allerdings schon erfahren haben, daß die bayerische Re- gierung das Ersuchen nach Leipzig zu richten beabsichtige, keine weiteren Haftbefehle zu erlassen, um sie nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Inzwischen zieht der„Völkische Beobachter" schärfere Saiten auf. Er nennt den Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik„Staatstzerichtshof zum Schutze der jüdischen Vorrechte", höhnt über die„unantastbaren Persönlichkeiten Fritz Eberls und Dr. Wirths", erklärt, daß sein Redakteur „pflichtgemäß nicht erschienen war" und stellt seine Forderungen: Jetzt muß dieser Hohn auf uns alle aber ein Ende haben. Wir erwarten von der bayerischen Regierung, daß sie in Erkennen ihrer selbständigen Pflicht dem deutschen Bolle gegenüber sofort ein« Erklärung abgibt, daß sie den vom Staatsgerichtshof ausgesprochenen Haftbefehl gegen Dietrich Eckart nicht anerkannt. Sie hat, im Gegenteil, zu fordern, daß sofort die gesamte Kommunistische Partei aufgelöst, ihre Gelder beschlagnahmt, ihre Zeitungen aufgehoben, ihre Führer oer- haftet werden.... Man sieht, daß Bescheidenheit eine Eigenschaft ist, die d?n Völkischen nicht ziert, wenn er in München beheimatet ist. Der Dietrich Eckart fühlt sich trotz des Haftbefehls so sicher, daß er — allerdings unter Verantwortlichkeit seines„Hauptschrift- leiters" Rosenberg!— das Leipziger Gericht den „Staat sgerichtshof des Börsen st aates" nennt und dann etwa in diesem Stile fortfährt. Nachdem die Schergen der jüdischen Börse unsere Partei in ganz Norddeutschland verboten und eine Anzahl völkischer Führer im Zeichen der nationaljüdischen Einheilsftonl ins Gefängnis gesetzt haben, wird jetzt auch nach Bayern übergegriffen. Fritz E b e r t, der ZNunitionsstreikorganisator und augenblicklicher oer- sassungswidriger Präsident des sogenannten Freistaates Deutsch. land, fühlte sich in seiner hohen Würde beleidigt, weil Dietrich Eckart zu einigen drastischen Zeichnungen ein Gedicht auf Seine Unantastbarkeit gemacht hatte.... Dieses humoristische Gedicht genügte, um die Republik in Gefahr zu bringen oder viel- mehr: Es gab den B o r w a n d, um„gesetzmäßig" eine dem Judentum und seinen Schergen verhaßte Zunge zum Schweigen zu bringen Auch Dr. W i r t h war beleidigt, weil der„Völkische Beobachter" mehrere seiner eigenen Reden gegenüberstellte und an- gesichts dieser„Leistungen" sagte, wie es im Kopse dieses Er- füllungsdvktors aussehe, könne wohl nur ein Psychiater feststellen. In dieser Tonart ist das ganzeBlattcm, einem ein- zigen Tage gehalten. Im Feuilleton z. B. wird unter dem Titel„Der Feind im Land" der Besuch des Reichspräsidenten in München geschildert: „Viele empfinden den bitteren Hohn, den Munition?- streikorganisator vmr 1S17, einen der vorbereiler des deutschen Zusammenbruches— gleich einem Souverän empfangen zu sehen.... Pfiffe, Johlen, Gelächter! Em Jüngling überreicht dem„Landesvater" die rote Badehose. Das Auto springt an. Eine Flaggenparade gleichartiger Ehren- wimpel grüßt zu beiden Seiten. Vereinzelte Hochrufer c r- sticken unter den Fäusten der deutschgesinnten Mehrheit, die niemals dem Mitakteur des 9. November verzeihen wird. Kreuz und quer durch München geht die beschämende Rundfahrt des Relchspräsidenien...." So geht es fort mit Grazie ins Unendliche! In jeder Nummer des„Völkischen Beobachters" werden ähnliche T ö n e angeschlagen, ohne daß ein bayerischer Staatsanwalt oder die bayerische Regierung Veranlassung nähmen, gegen diese schamlose Methode einzuschreiten. Sogar dem drestten Ansinnen, den Haftbefehl nicht auszuführen, wagt die baye-� rische Regierungspresse nur mit schwächlichem Verlegenheirs- gered- zu begegnen. In B c r l i n aber entrüsteten sich„nationale" Blätter dar- über, daß man den V e r b ü n d e t en der Hitler-Leute wenig- stens in P r e u ß e n ihr Treiben unmöglich macht. Und man Ssrgen des Kurfürstendamms. Von Joseph Roth. Ter Kurfürstendamm hat auch seine Sorgen— es ist nicht zu leugnen. Ich bin dank einem gnädigen Schicksal in jener Konditorei, die wie eine Bonbonniere aussieht,— mit Goldzierrat und Stukkatur und der süßen Ornamentik aus Marmor mit Schlagsahne. Rings an den kleinen Tischen sitzt, in runde Kampfgruppen ge- trennt, die ganze Einheitsfront des westlichen Bürgertums, löffel- bewehrt und siegreich im Krieg gegen Schokoladeeis, das auf dem schlüpfrigen Schlachtfeld aus Porzellan strategische Rückzüge vollführt. Man sieht: Gattinnen mit Perlenbesatz: Schwiegertöchter in mittlerem Alter, den Ansatz verräterischen Doppelkinns durch gestreckte Kopfhaltung bekämpfend: Männer mit Haarausfall infolge Dioi- dendenstudiums: angehende Schwiegersöhne(d. h. Schwiegersöhne, die es angehen), auf Taille genäht, die Silhouette des modernen Mannes wahrend, oben breit, unten schmal, eine umgekehrte Pyra- mid«; die jungen Töchter, Zielsiguren der tresslichen Schützen, heute noch in dustigem Kleidchen, morgen schon jene Gewichtigkeit an- deutend, zu der die Mitgift verpflichtet; ferner befreundete Jung- gesellen, die beharrlich auf die Sicherung eines behaglichen fremden Heims hinarbeiten, mit garantiertem Suppen- und Liebesgenuß: und hier und dort auch eine kleine Gouvernante, als Stütze der Hausfrau attachiert und erbarmungslos der ganzen Gutherzigkeit der Gesellschaft ausgeliefert. Diese Menschen haben auch ihre Sorgen— es ist nicht zu leugnen. Da ist zum Beispiel der kleine Dagobert, zu Hause gelassener Sproß jenes Mannes, der mit gespitzten Fingern über die Glatze streicht und dabei gähnt. Während des Gähnens erinnert er sich, daß man die Hand vor den Mund halten soll— aber dann ist es schon zu spät. Dieser Dagobert— höre ich—, zu Hause„Dago" gerufen, ißt partout keine Hülsenfrüchte. Er hat was gegen Hülsenfrüchte, der kleine Dago. „Meiner Lucy schütte ich zwei Eier in die Schokolade— so merkt sie's nicht!"— sagt eine Dame mit blonden Lockenornamenten. „Mein Mädchen geht jeden Nachmittag mit den Kindern spa- zieren." äußert eine Mutter mit nackten Armen. „Man muß sehr achtgeben auf diese Mädchen— haben Sie jetzt «in gutes, meine Beste?" Ich erfahre unter anderem, daß die Frau Grünberg zu Lah- mann nach Dresden gefahren ist. Sie hatte„Summen im Kopf", die Arme.(O, was für ein« prachtvoll« Ironie der Sprache, die für den Besitz dasselbe Wort hat, wie für das Leiden.) Der Mann der Frau Grünberg hat sie begleitet. Nun spricht er jeden Tag mit Berlin, der Arme, mit der Börse, um Summen gegen das Summen zu verdienen. Auch die kleine Frau in Grün aspiriert auf Lahmann, drei Wochen würden ihr genügen.„Ich weiß noch nicht, mein Kind"— sagt ihr Mann. Er hat schwarze Borstenbärchen an den Fingern. Frau Nerz(sie heißt kostbar, wie ein Pelz) war gestern mit ihrer Tante bei Fridericus Rex.„Der vierte Teil ist pyramidal," sagt ein Mann mit ungarischem Akzent— er könnte Cserepy heißen. „Diese Schlacht ist fabelhast herausgekommen," lobt der Glatzköpfige, ein Sachverständiger in Strategie. Sein Angesicht schreit nach dem Korps Roßbach. Und ein angehender Schwiegersohn trommelt den Fridericus- Rex-Marfch mit dem Löffel auf die Porzellanschale. Herr und Frau Bormann kommen eben aus dem Theater. Herr Bormann hat einen geröteten Nacken. Wenn er sich geistig anstrengt, äußert es sich in einer Färbung des Hinterkopfes. Herr Bormann. trägt einen Smoking. Frau Bormann hat»in Stilkleid und ein langstieliges Lorgnon. Wenn ihr der Kellner Kaffee bringt, prüft sie das Getränk durch das Glas. Das erweckt den Anschein, als hätte sie einen kurzsichtigen Gaumen. Herr und Frau Bormann waren in„W. U. R." Sie stammen aus Rußland, wie man an den Konsonanten hören kann. Aber sie haben sich mittels deutscher„Harpen«" kulturell assimiliert. „Wir fahren zu Lahmann"— sagt Frau Bormann. Das hat mir noch gefehlt— denkt der Gatte der grünen Frau. Er erhält einen Rippenstoß, offenbar, damit er ein stärkeres Vc- dürfnis nach einem Sanatorium oerspüre. „Wir geben das Silber zu den Schwiegereltern," sagt Frau Bor- mann,— und das nicht etwa, um mit dem Besitz von Schwieger- eltern zu protzen. Und. da alles schweigt, sagt Frau Bormann laut: „Silber wird jetzt so gestohlen, man liest nur von Silber!" In de.c Zuhörenden, die auch Silber besitzen, macht sich ein leiser Widerstand geltend. Der Glatzköpfige gähnt und fährt zu spät mit der Hand nach dem bereits längst geschlosicncn Mund. Auch ist der Gedanke an Einbruch nicht angenehm. Man ruft: .-Zahlen." Die Gouvernante hilft so vielen Damen in den Mantel, als ihr möglich ist. Gott hätte den Gouvernanten sechs Hände mitgeben lyüsien. Zum Schluß schlüpft sie selbst in ein dunkelblaues dünnes Föhn- chen. Sie geht neben den Herrschasten einher, wie ein Gebrauchs- gegenständ, der zufällig Beine bekommen hat. Auf der Straße ist es kühl geworden, ein Wind geht und es ist leider Gottes kein freies Auto �u finden. Man steht am Rande des Burgersteigs und späht nach leeren Wagen. „Nicht einmal ein Auto," sagt Frau Bormonn. Und die armen braven Bürger zerstreuen sich zu Fuß und der ganze Kurfürstendamm widerhallt von den Sorgen seiner Geschöpfe. Morgen wird der Polizeibericht melden, wieviele Menschen in dieser Nacht aus dem Leben geflüchtet sind, statt zu Lahmann. Es hat jeder seine Sorgen in dieser Wcllt.... Die russische Phädra. Die russischen Kammerspleler oer- sagen sehr. Was ihren weichen Sprachkünstler Brjussosf und Schiller veranlaßt hat, die Racinesche Sprache, diese klingende Weichheit, diese gefühlvolle Rhetorik, diesen Ueberschwang der melodisch abgeteilten Alexandriner nachzuahmen, das wird von den russischen Kammerspielern nicht wieder erweckt. Es fehlt ihnen eigentlich die hätte doch viel mehr Anlaß zu fragen, was der Ober« reichsanwalt und was die Reichsregierung ge- t a n haben, um gegen die Hitler, Eckart und Konsorten das Gesetz zum Schutze der Republik zur Anwendung zu bringen, nachdem der Staatsgerichtshof die Nationalsozia- listische Partei ausdrücklich als oerboten bestätigt hat. Auf unsere Fragen an die Reichsregierung über ihre Tätigkeit oder Untätigkeit in dieser Richtung harren wir bisher noch vergeblich der Antwort! Ungebetene Gäste. Tie Auslandsprspaganda der deutschen Monarchisten. Die abgetakelten deutschen Generäle kennen anscheinend auch während des Existenzkampfes des deutschen Volkes an der Ruhr keine andere Aufgabe, als den Kampf gegen die deutsche Republik und die Diskreditierung der deutschen Politik im Auslande. Zu ihren bisherigen Bemühungen, die Sympathien für Deutschland im Auslande herabzusetzen, kommt nun ihr neuester Versuch, auch Finnland in den Kreis ihrer Agitationsgebiete einzubeziehen. Wie uns aus Heising- f o r s gemeldet wird, ist dort vor einigen Tagen eine Gruppe deutscher Monarchisten mit dem Grafen v. d. Goltz an der Spitze eingetroffen, und zwar mit der Absicht, eine groß- zügige Agitation in Finnland zu entfalten. Dieser Besuch hat in den breitesten Kreisen der Bevölkerung heftige Erregung und Empörung ausgelöst, da General o. d. Goltz, als Leiter der deutschen„Strafexpeditionen" im Jahre 1918, sich den Ruf eines erbarmungslosen Henkers in Finnland erworben hat. Im Zentralorgan der finnischen Sozialdemokratie „Suomen Sosialdemokraatti" macht der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Genosse Reinh. Soentorzetski folgende Ausführungen: „Auf wessen Einladung sind die Herren v. d. Goltz, Meurer und Bruck nach Finnland gekommen? Die Regierung hat sie nicht eingeladen, der Reichstag ebenfalls nicht, als Gäste des Prä- s i d e n t e n können sie nicht angesehen werden, und am oller- wenigsten als Gäste des finnischen Volkes. Die Sympathie Finnlands für das deutsche Volk ist aufrichtig und allgemein. Aber diese Sympathie richtet sich an die Adresse der deutschen Republik. Unser Zorn ist aufrichtig, wenn wir über die französischen Gewalttaten im Ruhrgebiet sprechen. Aber wenn die Vertreter jener deutschen Politik, deren giftige Früchte jetzt das deutsche Volk genießen muß, hierher kommen, so verringern sie durch ihren Besuch nur den Aufschwung jener Sympathien, der in letzter Zeit zugunsten Deutschlands zu verzeichnen war. Zu frisch sind noch in der Erinnerung die„Expeditionen" des Grafen v. d.' Goltz im Jahre 1918. Ihre blutigen Spuren sind noch nicht verschwunden, und deshalb verlangt die finnische Arbeiterklasse, daß auf den Gräbern der gemordeten finnischen Arbeiter keine fascistischen Orgien gefeiert werden. Wir sind erstaunt, daß die deutsche Regierung und die deutsche Diplomatie diese taktlose und für Deutschland selbst schädliche Reise der Herren Goltz, Meurer und Bruck nicht verhindert haben. Wir möchten glauben, daß dieser ungebetene Besuch auch in Deutschland selbst nicht unbeachtet vorübergeht. Würden die wir k- lichen Vertreter Deutschlands nach Finnland kommen, so unter- liegt es keinem Zweifel, daß sie hier mit offenen Armen vom Volk« empfangen werden würden. Kann denn Graf v. d. Goltz in den schweren Tagen de? Ruhrkompfes wirklich keine andere Be- schäfligung finden, als monarchistische Paraden auf den Plätzen von Helsingfors abzuhalten?" Wir haben diesem Protest unseres finnischen Partei- organs nur wenig hinzuzufügen. Auch wir betrachten die Propagandareise des„Baltikumers" Graf v. d. Goltz als eine unverzeihliche Provokation, die nur geeignet ist, das Ansehen Deutschlands im Ausland« herabzusetzen. Das deutsche Volk hat in seiner überwiegenden Mehrheit mit dieser monarchistischen„Aktion" nicht das geringste gemein und lehnt es entschieden ab, mit ihr auch nur im entferntesten in Verbindung gebracht zu werden. Melodie, sie sind nicht imstande, jeder Gelenkigkeit des Verse» noch- zufolgen. Sie bauen sich von vornherein pompös in die Szene, die wieder ziemlich einfach, ziemlich barbarisch das Altertum andeuten soll. Aber der Mensch, der so massiv im Räume steht, verliert an Menschlichkeit, wenn cr sich nur auf die schöne 5)aUung stilisiert, wenn er selbst im Zusammenbrechen seines Körpers nur nach bild- licher Wirkung strebt, nicht ober nach seelisch wirkender. Welch merkwürdig unanständiger und grausamer und bestialisch verspielter Stoff, diese Geschichte von der athenischen Königin Phädra, die ihren Stiefsohn Hivpolyth liebte! Dieser Hippolyth war ein merkwürdig verdorbener Mensch, nicht etwa ein kalter junger Herr, der sich überhaupt nicht an junge Mädchen heranwagte, cr war ein Lüstling von jungen Jahren. Er entzieht sich seiner leiden- schastlichen Stiefmutter nur, weil er bei einer anderen, jüngeren, lustigeren Dame des athenischen Hofes mehr Glück erhofft. Und diese Phädra, die ihr berühmtes Liebesgcstöndnis, das bei Euripides noch brennender ist als bei Racine, herstainmelt, sie gehört der Sage nach nicht ohne Grund zur Blutsverwandtschaft der Medea. Gleich, wenn sie glaubt, daß Thescus, der Gatte, der nebenbei bemerkt, zwar ein Held, aber auch ein sehr loser Vogel ist, des Todes abging, will sie sich zügellos dem Abenteuer bingebcn. Es herrschte da ein Misch- masch von einer kuriosen Familientragödie, die sich in der hellenischen Hauptstadt abspielt. Es ist eigentlich ein toller Naturalismus, anttk verbrämt, mit der Grohmäuligteit des Mythos aufgetakelt. Und wenn zum Schluß alle beteiligten Liebhaber und Liebhaberinnen entseelt am Boden liegen, dann haben die olympischen Götter tüchtig mit der Schwäche des Menschenherzens aufgeräumt. Max Hochdorf. Einen heileren Abend veranstaltete am Freitag im Hammonium- saal in der Steglitzer Straße Hans G e h r k e, ein der Oefsentlichkeit noch unbekannter junger Rezitator. Mit geschulter Sprache und ancrkenenswertem Geschick trug er Gedichte und humoristische Skizzen von B. v. Müncbhausen, Ludwig Fulda, A. Heidmonn. Fritz Reuter, Waldemar Bonsels u. a. vor, die cr nach dem Wort Büschs:„Humor ists, wenn man trotzdem lacht" ausgewählt hatte. Es wäre nur noch zu wünschen, daß er auch her Klangfarbe der Worte noch ein wenig mehr gerecht würde. Der zweite Test des Abends„Allerlei Kunterbunt" hätte besser weitere Rezitationen bringen sollen. Dock ist es nickt ausgeschlossen, daß Hans Gehrke nock einmal ein beliebter Varietekünitler wird. Der Abend fand zugunsten der Abteilung' Moabit der Sozialist-- schen Arbeiterjugend statt. Der Rezi.ator. ein Freund der Arbeiter- jugcnd, wäre sicher bereit, seine Kunst auch sonst in den Dienst der Arbeiterjugendbewegung und der Partei zu stellen, gemeinsam mit seiner Frau, d-e Lieder zur Laute singt. Darüber hinaus aber ist es Pflicht,«ine noch größere Oefsentlichkeit auf den jungen Rezitator Hans Gehrke aufmerkkam zu wachen.' zeb—. Ajchenbrödcl Kunst. Dos R e i ch s b a u w e s e n ist jetzt nach der Auflösung des Rcichsschatzminist-riums der Zuständigkeit des Reichs Ministeriums der Finanzen unterstellt worden. Man scheint also die mit dem Reichsbauwesen zusammenhängen- den Fragen, die zum Teil eminent künstlerischer Ratnr sind, samt und sonders nach fiskalischen Gesichtspunkten behandeln zu wollen. Und das m einer Zeit, wo eine frisch ausstrcbende deutsche Baukunst nach praktischer Betätigung und Pflege veriangt, Spionageverdacht? ins Ausland durchaus tendenzios und einseitig gung verpflichtet ist, wenn er die Wiedereinstellung ver. berichtet", feinen„ mordspatriotischen und nationalistischen Quart" weigert. Diese Entschädigungspflicht wird nach der Anzahl der vergißt und alles, was die Monarchisten kompromittieren könnte" Jahre bemessen, die der Entlassene beschäftigt war, sowie nach der unterschlägt. Von der Rede Severings und den ihr vorausgehenden wirtschaftlichen Lage des Arbeitnehmers und der Leistungsfähigkeit neuesten Enthüllungen über das Treiben der monarchistischen Staats- des Arbeitgebers und darf für jedes Jahr bis zu einem Zwölftel streichler hätte das Ausland kein Wort erfahren, wenn es ledig des legten Jahresarbeitsverdienstes, jedoch nicht über lich auf die Nachrichten des Wolff- Bureaus angewiesen wäre, und sechs Zwölftel betragen. das trifft ja für viele Blätter im Ausland zu. Wolff brachte darüber Gestützt auf die Geldentwertung und durch Verschleppung des bis zur Stunde( 26. März) in seinem Nachrichtendienst die Rede Berfahrens wie der Hinauszögerung der Zahlung der Entschädigung, wurde am 23. März im Landtag gehalten( D. Red.) fein Ster- haben es die Unternehmer verstanden, den Sinn dieser Schutzbebenswörtchen. Wenn aber Hindenburg Geburtstag hat oder eine Stimmungen völlig auszuhöhlen. Im Einverständnis mit der Reichs. Parade abnimmt, oder wenn vom Helden in Amerongen etwas regierung ist nunmehr eine Aenderung des§ 87 ausgearbeitet worden, Neues berichtet werden kann, das die monarchistischen Gefühle stärken für die bereits eine feste Reichstagsmehrheit vorhanden ist, die folgenfoll, dann ist Wolff ficher prompt zur Stelle..." Zum Schluffe den Wortlaut hat: heißt es in dem Schreiben der Redaktion des„ Volksrecht":" Bas die Bearbeitung der öffentlichen Meinung des Auslandes für einen Staat zu bedeuten hat, das hätten die Deutschen doch wahrlich im Weltkrieg lernen fönnen. Dennoch scheint es so, als ob bei den Deutschen Hopfen und Malz verloren sei und daß sie den Geheimrat nun einmal auch in der Presse nicht entbehren fönnen." Zur erneuten Verhaftung Labourel3. Ein kurzes WTB.- Telegramm aus Elbing, das wir in unserer Sonnabend- Abendausgabe veröffentlichten, meldet die erneute Verhaftung des Berichterstatters vom Pariser Intranfigeant", Georges Labourel, unter dem Berdacht der Spionage". Wir haben für die Person des Herrn Labourel nicht das geringste übrig, ebensomenig auch für das Blatt, das er vertritt. Auch sind wir der Meinung, daß er seine Bestrafung durch das Elbinger Gericht wegen bewußten Paßvergehens reichlich verdient hat, denn es geht nicht an, daß Franzosen das " Loch im Westen" dazu benutzen, um ohne Paß nach Deutschland zu reisen, während deutsche Reichsangehörige ein Einreifevijum nach Frankreich nur unter großen Schwierigkeiten erhalten und sich, wie Höllein, den strengsten Verfolgungen aussehen, wenn sie schwarz" über die Grenze gelangen und erwischt werden. Aber die erneute Berhaftung Labourels erscheint uns als ein schwerer Mißgriff einer örtlichen Behörde. Man muß bedenken, daß Labourel nach dreiwöchiger Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß gesetzt worden war. Hätte er sich der Spionage schuldig gemacht, dann wäre irgendwelche Abhilfe geschaffen worden wäre. er wohl, anstatt freiwillig nach Elbing zur Gerichtsverhandlung zu fahren, schleunigst wieder nach Paris zurückgereist. Außerdem hätte man in den drei Wochen der Untersuchung schon Gelegenheit gehabt, Berdachtsmomente wegen„ Spionage" zu entdecken. Das ist nicht der Fall gewesen. Man muß also annehmen, daß dieser Verdacht auf seine eigene Befundung vor Gericht zurückzuführen ist, daß er von seinem Blatte beauftragt worden war, die Wirkungen der Ruhr besetzung in Deutschland zu studieren. Das fann aber rechtlich und politisch unmöglich unter den Begriff der Spionage follen, sonst würden sich nicht nur alle übrigen franzöfischen Journalisten in Berlin, sondern auch alle deut schen Journalisten in Paris einer folchen „ Spionage" schuldig machen. Die Beschwerden der republikanischen Presse über die Tätigkeit des Wolff- Bureaus datieren seit November 1918, ohne daß bisher Verfehlte Hoffnungen. Das Verfahren gegen die Deutschvölkischen. 1. Im Abfah 2 ist zwischen Satz 2 und 3 folgender Satz einzufügen: Die einzelnen Bestandteile des Jahresarbeitsverdienstes find mit einem Betrag in Ansatz zu bringen, der der zur Zeit der Entscheidung maßgebenden Lohn oder Ge= haltshöhe der Berufsgruppe entspricht." 2. Als Absatz 3 ist anzufügen:" Kommt der Arbeitgeber mit der Zahlung der Entschädigung in Verzug, so hat er dem Arbeitnehmer auch den durch die Geldentwertung entstehenden Schaden zu ersehen." Damit wird es fünftig den Unternehmern unmöglich gemacht, die willkürlich Entlassenen um den im Gesez festgelegten Entschädigungsanspruch zu bringen. Der Herr Aufsichtsrat. maligen deutschvölkischen Freiheitspartei haben bekanntlich im wie wir seinerzeit berichtet haben, der demokratische Abgeordnete Dr. Die Herren Wulle, Henning und Graefe von der eheIn den Beratungen des Steuerausschusses des Reichstags hatte, Reichstag den Antrag eingebracht, der Reichstag solle be- Fischer Köln den Antrag gestellt, den Gesellschaftsstempel bei schließen, die vom Berliner Polizeipräsidium verfügten Maß- Fusionen nicht nach dem Kurs wert, sondern nach dem weit nahmen gegen das Zentralbureau der aufgehörten Partei niedrigeren gemeinen Wert zu bemessen. Würde dem Antrage fofort aufzuheben. Deutsche Tageblatt", dessen Leiter, Herr Stelter, in der gefährdet, und es erfolge statt der Fusion die Bildung einer InterDazu bemerkt das deutschvölkische nicht stattgegeben, so seien im Gange befindliche Fusionsbestrebungen deutschvölkischen Freiheitspartei eine nicht zu unterschäßende effengemeinschaft. Infolge des Widerstandes der Regierung und Rolle spielte: infolge der instruktiven Vorsicht aller anderen bürgerlichen Mitglieder Wenn also keine anderen„ Berdachts" momente gegen den parteien diesem Antrag seine Unterstüßung angedeihen danach erfolgte Beröffentlichung über die Bildung einer Interessen,, Man wird sich merken müssen, wer von den übrigen des Steuerausschusses blieb dieser Borstoß erfolglos. Die kurze Zeit Labourel vorliegen, was wir nach der ganzen Sachlage nicht lassen wird!" annehmen können, so erwarten wir, daß das Auswärtige gemeinschaft zwischen der Deutschen Petroleum A.-G. und den Amt schleunigst gegen diesen Mißgriff der Elbinger Be- liche Parteien die Forderung der Deutschvöll schen, ihren Fischer mit seinem besonderen Hinweis gemeint hat. Dabei wurde In der gestrigen Sitzung des Reichstags haben fämt Rütgerswerken 2.-G. schaffte Klarheit, welches Unternehmen Dr. hörden einschreiten wird, der ein typischer Fall von Ruhr Antrag am Montag zu beraten, abgelehnt. Die Deutsch- auch Klarheit darüber geschaffen, um welche Steuerbeträge es sich friegspsychose zu sein scheint. Pflicht der deutschen Jour: völlischen stehen also allein auf weiter Flur. Und das sollten bei Annahme des Antrages gehandelt hätte. Nach Angaben im naliſtenorganisationen ist es, ebenfalls gegen ein System Front zu machen, das sehr bald dazu führen würde, alle Auslands- fie fidy wirklich merken. Es könnte sie vor weiteren Tor- Berliner Börsen- Kurier"( Nr. 100) hätte nach geltendem Recht die heiten schüßen. forrefpondenten hüben und drüben als„ Spione" zu Abgabe der fich fufionierenden Gesellschaften an das Reich nach den betrachten und ihre Tätigkeit völlig zu unterbinden. Rursmerten vom 7. Februar 8,1 Milliarden betragen. Inzwischen ist die Angelegenheit in ein helles Licht gerückt worden. Nach dem Bericht der Frankfurter Zeitung"( Nr. 270) über die GeneralverDie Berichterstattung des Wolff- Bureaus. sammlung der Rütgerswerke wurde bei den Wahlen zum Aufsichtsrat als Ersatz für den bisherigen Vertreter der Schaaffhausengruppe Dr. Hermann Fischer- Röin gewählt. Beschwerden des Auslandes. Zensurskandal. Das Preffegesetz von 1851. Herr Dr. Fischer- Köln ist daher jetzt 39faches Aufsichtsratsmitglied. Beisetzung in Essen. • Das deutsche Friedenstartell entwarf im Anschluß an die letzten Regierungserklärungen über den Ruhrkonflift ein Plakat, das Die Pficht, deutsche Interessen in der Deffentlichkeit des Aus- an den Berliner Anschlagsäulen angeklebt werden sollte In ihm landes zu vertreten, hat heute das sogenannte halbamtliche Telegra- werden die Erklärungen des Außenministers von Rosenberg phenbuerau, das Wolff- Bureau. Da Deutschland eine Revom 27. März und des Reichskanzlers bei der Trauerfeier für die publit ist und das Wolffsche Telegraphenbureau von dieser Re- Effener Opfer über die deutsche Verhandlungsbereitschaft begrüßt. publit finanziell start unterstüßt wird, sollte seine erste Pflicht sein, Wörtlich heißt es dann: auch im Sinne der Republif zu wirfen. Daran wird aber " Wir fordern aber, daß die deutsche Regierung daraus die Effen, 14. April.( WTB.) Unter großer Beteiligung von nicht im geringsten gedacht. Wir haben schon oft Beschwerde darüber Folgerung zieht und unverzüglich eine Note an die Gesamtheit Kruppschen Wertsangehörigen, Mitgliedern des Direktoriums, Ver. geführt, daß das Wolffsche Telegraphenbureau wichtige, die Deffent- der Alliierten richtet, worin die von ihr selbst bezeichneten Unter- tretern der Stadtverwaltung, der Stadtverordneten und der Bürgerlichkeit interessierende Borkommnisse entweder gar nicht oder höchst handlungsgrundlagen schriftlich niedergelegt und den Alliierten schaft Effens wurde heute nachmittag das 14. Opfer des Ostersonn einseitig mitgeteilt hat. Heute muß z. B. wieder festgestellt werden, bedeutet wird, daß die deutsche Regierung. bereit ist, in sofortige abends zur letzten Ruhe getragen. Bei den übrigen Verletzten liegt daß von den am letzten Sonntag in Schaumburg- Lippe Aussprache darüber einzutreten." stattgefundenen Gemeinderatswahlen das halbamtliche Der Kommiffar für das städtische Anschlagwesen in Berlin hat Lebensgefahr nicht mehr vor. Telegraphenamt bis jetzt feine Mitteilung gemacht hat, während die Plakatierung dieser Rundgebung verboten. Er ftüßt sich, wle Duisburg, 14. April.( WTV.) Beim Stellvertreter des Ober das gleiche Bureau ch übereifert, wenn volksparteiliche oder deutsch- schon vor einigen Wochen beim Verbot eines anderen Blatates, auf bürgermeisters erschienen heute vormittag zwei belgische nationale Wahlsiege zu verzeichnen sind. das Preffegefeg von 1851, das öffentliche Anschläge nur Kriminalbeamte mit der Aufforderung, die Kontribution von Wie das Wolffsche Telegraphenbureau über das Verbot der für bestimmte, u. a. auch gewerbliche Zwede, gestattet. Auch dann, 75 Millionen Mart zu zahlen. Der Stellvertreter des OberDeutschvölkischen Freiheitspartei und die anderen Maßnahmen der als der Vertreter des Friedensfartells fich bereit erklärte, das Bla- bürgermeisters, Beigeordneter kind, erklärte, infolge des Be preußischen Regierung gegenüber dieser Partei dem Auslande Mit- fat in ein Angebot von Flugblättern" gleichen Wortlauts, also in schluffes der Stadtverordnetenversammlung nicht in teilung gemacht hat, zeigt ein Brief des Züricher„ Boltsrecht". Unser eine gewerbliche Anzeige umzuwandeln, wurde das Verbot aufrecht der Lage zu sein, den Betrag anzuweisen. Darauf wurde er für Bruderblatt beklagt sich darüber, daß das Wolff- Bureau erhalten. Die Praris des Kommissars für das städtische Anschlag- verhaftet erklärt und abgeführt. wesen im„ roten" Berlin wächst sich allmählich zu einem Standal aus, da bis in die jüngste Zeit hinein andere Plakate, die den Gefegesbestimmungen von 1851 ebensowenig entsprachen, an den Ber liner Anschlagsäulen zu finden waren. Sie unterschieden sich von denen des Friedenskartells nur in einem, allerdings entscheidenden Buntte, nämlich in der- Tendenz! und in einem Lande, zu dessen Behördenapparat ein Reichstun ft mart gehört! Gibt es denn an den entscheidenden Regierungssteilen und im Reihsparlament nicht eine einzige Persönlichkeit, die diese Fragen fo ernst nimmt, wie sie es verdienen? " Vereinheitlichung Thüringens. Sturmsonntag in Wien? Die Hatentreuzlertruppe, die vor zwei Wochen in der Umgebung Wiens eine fleine Beobachtungsabteilung der Arbeiterordner mit scharfen Schüffen angriff und ihren Führer nad) ,, Gefangennahme" niederknüppelte, hat für den heutigen Sonntag eine neue Felddienstübung" zugefagt. Da die ArbeiterZeitung" nach jenen Vorfällen angekündigt hatte, daß eine Wieder. holung nicht geduldet werden würde, haben die Fascisten Marschbefehl, unter allen Umständen ihr Unternehmen bewaffnet auszuführen. Es kann also zu schweren Zusammenstößen tommen. Der Lardeshauptmann von Niederösterreich ein Christlichsozialer hat die Weisung an die zuständige Berwaltungsbehörde, die Bezirkshauptmannschaft Hiezing- Land, erteilt, die gesezwidrige llebung der Hafenkreuzler zu verhindern. Gegen den Gendarmerie- Oberinspektor Bech i nie, der einem Zeitungsmann gesagt haben soll, seine Gendarmen würden, anders als die Wiener Polizei, die Arbeiterordner schon niedermachen und er würde fich freuen, wenn die Hakenkreuzler ihre Gegner ordentlich verprügelten, ist eine Untersuchung eingeleitet. prügelten, ist eine Untersuchung eingeleitet. Die Deutschenfrage in Polen. Liquidation der Vermögen noch in diesem Jahr. Warschau, 14. April.( WTB.) Während der Anwesenheit des In der Papageienschule. Es gibt eine ganze Anzahl von Leuten, deren Beruf darin besteht, Papageien das Sprechen zu lehren. In eine solche Papageienschule führt uns die Schilderung eines englifchen Blattes. Der Unterricht der gefiederten Sprechtünstler erforWeimar, 13. April. Zwei größere Gefeßesvorlagen auf dem dert sehr viel Geduld und Geschicklichkeit. Jeder Bogel hat seinen Gebiete der Rechtspflege, die nächst der Kreiseinteilung eigenen Käfig, der mit einem Tuch bedeckt ist, das aber ziemlich auf dem Wege zur Verschmelzung Vereinheitlichung des Landes Thudünn ist und daher dem Papagei genügend Licht zuführt, ihn nur ringen einen wichtigen Punkt bilden werden, sollen in Kürze den an der zerstreuenden Beobachtung der Außenwelt verhindert. Solche Landtag von Thüringen beschäftigen. Der eine Gefeßentwurf über Käfige stehen in größerer Anzahl in dem Unterrichtszimmer herum, die Siße und Bezirke der ordentlichen Gerichte im Lande Thüringen und in der Mitte des Raumes steht der Papageienlehrer, der laut bezweckt, durch eine den Verkehrs- und Wirtschaftsverhältnissen Rech und deutlich die Worte vorjagt. die die Bögel lernen sollen. Die nung tragende Abgrenzung der Gerichtsbezirke die Grundlage zu Worte werden einmal in der Minute wiederholt. Manchmal muß fchaffen für eine gedeihliche einheitliche Weiterentwicklung der Rechts der Lehrer mehrere Stunden lang unaufhörlich diese Borte aus- pflege in Thüringen. Mehr als hundert einzelne Landesteile und sprechen, bevor einer der Schüler irgend etwas anderes tut, als miß- teilchen lagen im buntscheckigen Gewirr der früheren thüringischen tönig zu schreien. Aber schließlich fällt die Mühe des Unterrichtenden Kleinstaaten in- und durcheinander, ließen feine in sich geschlossenen auf fruchtbaren Boden; einer der Schüler ist gelehriger als die ande- Gerichtsbezirke zu und verursachten durch die außerordentliche 3erren und beginnt die Worte nachzumurmeln. Wenn ein Bogel so riffenheit der Gerichtsbezirke eine erhebliche Erschwerung der Rechtsweit gebracht ist, daß er die Worte ohne jeden Fehler sprechen fann, pflege. Dementsprechend werden in den Bezirken vieler Gerichte dann hat der Lehrer gewonnenes Spiel, denn der abgerichtete einschneidende Veränderungen eintreten. Sehr viele Gemeinden, die Papagei belehrt nun alle andere Teilnehmer am Unterricht; man als Inseln eines fremden Bezirks in einem Amtsgerichtsbezirk lagen, braucht ihr bloß mit seinen Genossen allein zu lassen, und er wird werden dem sie umschließenden Bezirk einverleibt, andere Gemeinden ihnen die Worte so oft vorfagen, bis sie nach Berlauf eines Tages werden einem anderen, günstiger gelegenen Amtsgericht zugewiesen alle ihr Benfum fönnen. Ein weiterer Teil des Unterrichts besteht werden. Mehrere fleine Amtsgerichte sollen zwar formell aufgedarin, den Papageien noch beizubringen, wann sie bestimmte Borte hoben werden. Sie werden jedoch als Abteilung eines benachbarten Ministerpräsidenten in Bosen sand nach einer Meldung spredjen follen. Man will 3. 23. den Bogel bahin abrichten, daß er größeren Amtsgerichts weiter bestehen bleiben, damit den Gerichts der Polnischen Telegraphen- Agentur eine längere Konferenz die liebenswürdige Aufforderung:„ Komm und füsse mich!" an eingesessenen Gelegenheit bleibt, ihre Rechtsangelegenheiten fast im der Polnischen Telegraphen- Agentur eine längere Konferenz jedes Mädchen richtet, das an seinen Käfig herantritt. Es werden bisherigen Umfange am gewohnten Gerichtssig zu erledigen. Die mit dem Präsidenten des Hauptliquidationsamtes sowie mit dem dann die Tücher von den Käfigen von einer Anzahl junger Damen 3ahl der Landgerichte bleibt unverändert. Als Size der Land- Wojewoden in der Angelegenheit der Liquidation der deutabgenommen. Diese sind die ersten Personen, die die Papageien gerichte find die Orte Altenburg, Eisenach, Gera, Gotha, fchen Vermögen in den westlichen Wojewodschaften statt. Auf nach einer langen Periode ter Dunkelheit sehen, und wenn das Meiningen, Rudolstadt und Weimar beibehalten worden. der Konferenz wurde eine Reihe von Beschlüssen gefaßt, deren Ziel öfters wiederholt wird, so verbindet der Papagei die Worte:„ Komm Gegenüber dem bisherigen Umfang müffen jedoch die Bezirke dieser die endgültige Liquidation der deutschen Vermögen und füffe mich!" mit der Erscheinung eines jungen Mädchens und Gerichte vor allem mit Rücksicht auf den bequemeren Verkehr und innerhalb dieses Jahres bildet. Der Ministerrat hatte bewiederholt diesen Satz ftets, wenn ein solches in seinen Gesichts- die damit für das Land und die Parteien verbundene Ersparnis an fchloffen, bei der Liquidation auch die zwangsweise LiquiKosten Veränderungen erfahren, die sich nach dem Fortfall der frühe- ba ti on anzuwenden, sowie das System der Uebernahme des beren trennenden Landesgrenzen auch aus anderen Gründen als notwendig und zweckmäßig erweisen. Die Neuordnung der Gerichts- treffenden Vermögens durch den Staat, ohne jedoch die bisherige bezirke macht eine Aenderung und Bereinheitlichung der Methode des freiwilligen Uebereinkommens auszuschließen. Auf Organisation der bisherigen Gerichte notwendig. die ganze Aktion werden die Wojewoden einen entscheidenden Einfluß haben. Das Finanzministerium wird dem Liquidationsamt zu Beginn der Aktion einen Kredit von 10 milliarden gewähren, der im Bedarfsfalle erheblich erhöht werden kann.. Außer dem wird die Regierung der Landeskreditgesellschaft in Posen die Das Betriebsrätegesetz hat den willkürlichen Entlassungen von erforderlichen langfristigen Kredite zu den Vorkriegsbedingungen Bühnenchronit. Dem Renaissance beater ist es gelungen, Arbeitern und Angestellten einen Riegel vorgeschoben. Die Unter- dieser Stelle gewähren. nach Emanuel Reicher nunmehr auch Carl Forest für Berlin wieder- nehmer fönnen nicht mehr, wie früher, Arbeiter auf die Straße zugewinnen. Der Stünstler wird noch in dieser Spielzeit in Esther setzen, einzig aus dem Grunde, weil diese Geisler legt sein Mandat nicht nieder. Reichstagsabgeordneter und es waren meist die Geisler, der bekanntlich aus der Deutschen Volkspartei aus. Gobjed" den„ Gobjed" spielen. tüchtigsten Kräfte ihre Rechte und die ihrer Kollegen verteidigten. geschieden ist, hat jetzt die Aufforderung des Wohlbreisvorstandes 4 Der§ 87 des Betriebsrätegejeges beſtimmt u. a., daß der Arbeitgeber, dieser Partei, sein Reichstagsmandat niederzulegen, abfchlägig falls die Entlassung als zu Unrecht erkannt wird, zur Entschädi- beschieden. freis fritt. Boltsbühne, Theater am Bülowplay. Infolge Abänderung des Spielplanes gelangt Sonntag, den 15., nachmittags 21, 1hr, nicht Eine Abrechnung und Herr Vielgeschrei", sondern Beh dem, der lügt" zur Aufführung. 17 Im Leffing- Theater ist die Erstaufführung von Shakespeares Komödie Wie es Ench gefällt mit Rücksicht auf die Premieren anderer Bühnen auf Dienstag, den 24., verlegt. Ernst Friedrich bält heute abend 7%, Uhr int Meistersaal, Stöthener Str. 38, jeinen lezten Bortrag:„ Aus dem Land der Liebe"; Dichtungen von Herzen zu Herzen. leber„ Bildungswesen in Sowjetrnkland" spricht Arthur Rönigftr. 52 voltticher am 17., abends 8 Uhr, in der Buchhandlung 3. M. Spaeth, Schuh gegen Entlassungswillkür. Werbefferung des Betriebsrätegesetzes. Gewerkschaftsbewegung " verband! Atung Eisenbahner! Dienstag abend, 6 Uhr, in der ,, Neuen Philharmonie", Köpenider Str. 96/97, Sigung aller im DEB. organisierten BSPD.- Eisenbahner. Reichtstagsabgeordneter Genosse Breunig wird sprechen. In Anbetracht der gegenwärtigen Situation bei der Eisenbahn, wo nur bie Sozialdemokratie die Interessen der Eisenbahner im Reichstag vertritt, ist es Pflicht eines jeden Vertrauensmannes und Mitgliedes zu erscheinen und die regste Propaganda zu entfalten. Partei. buch und Mitgliedsbuch des DEV. legitimiert. Der geschäftsführende Ausschuß trifft sich eine Stunde vorher. Der Werbeausschuß. machungsfommissar an, welcher den Parteien einen Ver] lose Lehrherren dies gewöhnlich erst bei Ablauf des Vertrages feff, gleichsvorschlag mit 47 500 m. unterbreitete. Da auch wo in vielen Fällen zur rücksichtslosen Entlassung der angeblich dieser Bergleichsvorschlag den Arbeitern nicht die Möglichkeit bietet, Ausgelernten" geschritten wird. Die Lehrzeit ist für die Berufs Rüftet zur Maifeier! ihren dringendsten Verpflichtungen gerecht zu werden, beschlossen die anfänger gleich einem großen Sieb, in dem nur die für den Bez Arbeitnehmer einmütig, die Arbeit am 14. April 1923 einzustellen. ruf erhalten bleiben, die unter Aufbietung größter Willensenergie Bor vier Jahren hielten eingefleischte Optimisten den eigent- Wir bitten alle arbeiterfreundlichen Blätter davon Kenntnis zu und fachlicher Eignung ein Anpassungsvermögen befizen. Alle die lichen Zweck der Demonstration am 1. Mai durch Arbeitsruhe er- nehmen. Hoch die Solidarität! Jeder Arbeiter aus der Glas- Jugendlichen, die das Pech hatten, einen minderwertigen Lehra füllt, und meinten, die Maifeier sei überflüssig geworden. Sie reinigungsbranche, der während des Streits arbeitet, muß einen betrieb zu faffen, scheiden gewöhnlich nach öfterer vorangehender würde ihrem Sinne nach aber auch dann noch längst nicht über- Ausweis haben, versehen mit Unterschrift und Stempel der Streif- Arbeitslosigkeit aus dem Beruf aus, es sei denn, daß sie vorziehen, flüssig sein, wenn der Achtstundentag inzwischen aus dem Vor- leitung, aus dem hervorgeht, daß die Firma den Lohn, der durch sich als„ Maschinenarbeiter" eine neue Position zu erringen. Eltern, Schiedsspruch festgelegt ist, bewilligt hat. denen an der Zukunft ihrer Kinder gelegen ist, mögen ties beachten. stadium der Verordnung herausgekommen und dauerndes Rechtsgut Deutscher Verkehrsbund, Bezirksveriv. Groß- Berlin. Seffion II. geworden wäre. Denn der Berlauf der Dinge zeigt uns, daß selbst Achtung! Obleute und Branchenleiter im Holzarbeiters dann, wenn man die Maifeierfrage auf eine Frage der reinen Unterkommissionen der Berliner Gewerkschaftskommiffion 3medmäßigkeit und Notwendigkeit beschränken wollte, die DemonMit der Annahme des neuen Reglements für Unterfom- Der Jahresbericht für 1922 liegt gebrudt im Bureau vor. stration am 1. Mai für den Achtstunden tag in diesem Jahre missionen durch die Plenarversammlung der Gewerkschaftskom- Die Obleute und Branchenleiter werden ersucht, die Berichte abzunotwendiger ist denn je zuvor. Bordem war es ein 3iel, für mission am 28. Februar d. J. beginnt ein neuer Abschnitt im ge- holen und in den kommenden Bezirks- und Branchenversamms das wir uns einseßten. Jetzt aber will man uns den nach Jahr- werkschaftlichen Leben der Außenbezirke der Stadt Berlin. Das lungen an die Generalversammlungsdelegierten und Kommissions zehnten mühseliger Vorarbeit und unter den ungeheuren Opfern der neue Reglement unterscheidet sich sehr wesentlich von dem früheren mitglieder auszugeben. Delegierte und Kommissionsmitglieder er Kriegs- und Nachkriegszeit errungenen Achtstundentag wieder und stellt die nun zu bildenden Unterfommissionen auf eine ganz halten die Jahresberichte nur von den Obleuten. ftreitig machen. Dagegen müffen wir uns mit aller Macht und andere Grundlage. Der alte traditionelle Charakter der früher Die Ortsvertaltung. Kraft zur Wehr sehen! Bollen wir die Kulturetappe des Acht- Zeit hinein fast den meisten bisherigen Unterfommiffionen noch an. noch selbständigen Gewerkschaftstartelle haftete bis in die neueſte stundentages behaupten oder aber uns auf lange Zeit hinaus wieder Man versuchte durch die Bildung der Einheitsgemeinde Großzurückwerfen lassen? Das ist die Frage, um die es sich dreht. Berlin und seiner 20 Berwaltungsbezirke den Zeitverhältnissen Die zeitlich, und zwar einstweilen bis Ende Oktober dieses dadurch Rechnung zu tragen, indem mehrere in einem solchen VerJahres beschränkte Geltungsdauer der Anordnung über die Rege waltungsbezirk bestehende Unterkommissionen sich zu einer zusamlung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter vom 23. November 1918 menfanden. Doch änderte dies an dem tatsächlichen Zustand nichts. und die Verordnung über die Regelung der Arbeitszeit der Ange- Der Wesensunterschied liegt heute darin, daß die Unterfommissionen stellten während der wirtschaftlichen Demobilmachung vom 18: März bei dem bisherigen Zustand der Gewer schaftskommission nur angeschlossen waren, also eine gewisse Selbständigkeit besaßen, wäh1919 sollen durch Arbeitszeitgefeße abgelöst werden. Der Sturmlauf des Unternehmertums und seines ganzen Anrend sie heute von ihr gebildet und dadurch in ein festeres Verhanges von Interessenten und mehr oder minder berufenen Sach hältnis zu ih: gebracht werden. Dies bedeutet eine straffere Bentralisation mit Dezentralisation. verständigen gegen den Achtstundentag fam bei der Vorberatung Als man sich in den Kreisen der Gewerkschaftskommission mit der Entwürfe zu diesen Gefeßen im Vorläufigen Reichswirtschafts- diesen Fragen beschäftigte, war zuerst Neigung, die Notwendigkeit rat nur allzu deutlich zum Ausdruck und vorläufigen Geltung. Die des Bestehens der Unterfommissionen überhaupt zu verneinen. Gewerkschaften begegneten den Einwänden gegen den schema Zuletzt aber überwog der Gedanke, daß die Gewerkschaftskomtischen Achtstunden tag" mit der Bereiterklärung, dauernd mission zu Bewältigung ihrer Aufgaben, soweit fie auf tommunalunerläßliche Abweichungen in den Tarifverträgen zu regein, politischem Gebiete liegen und mit dem Aufgabenkreis der Gewerkin denen auch die Art der Regelung gelegentlich notwendiger Ausschaften in engem Zusammenhang stehen, Organe in den einzelnen Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Bertreterversammlungen nahmen festgelegt werden kann. Allein die Unternehmer wollen Berwaltungsbezi- fen haben müsse, deren sie sich zu ihrer Unter- der Unterkommiffionen finden, in dieser Woche fiatt: Unterfommiſſion X stützung bedient. Man entschloß sich, Unterkommissionen in den Treptow: Montag, 6% Uhr, bei Roß, Niederschöneweide, Berliner Str. 26. das ihnen besonders in dieser Frage höchst unbequeme mit be= Berwaltungsbezirfen VII bis XX zu bilden. Unterfommission XIX Pankow: Dienstag, 7 Uhr, bei Meier, Türkisches Belt", stimmungsrecht der Arbeitnehmerschaft über die Ausnahmen Der Aufgabentreis und die Kompetenzen der Unterfom- bei Stippekohl, Röpenid, Schönerlinder Str. 5. Unterkommission XII Steglit Pankow, Breite Str. 14. Unterkommission XVI Röpenid: Mittwoch, 7 Uhr, vom Achtstundentag nicht anerkennen. Sie möchten am liebsten den missionen sind in dem neuen Reglement scharf umgrenzt. Diese Lichterfelde: Donnerstag, 7 Uhr, bei Lenffi, Lichterfelde, Hindenburgdamm 55. Achtstundentag nur als Ausnahme gelten lassen. Ihre Einwände Mitarbeit bezieht sich vornehmlich auf die Gebiete der Erwerbs- Untertommiffion XI Schöneberg: Freitag, 7 Uhr, bei Grundt, Meininger gegen den„ schematischen" Achtstundentag richten sich gegen den lofenfürsorge und der Arbeitsvermittlung, Bildungswesen, Jugend- unterfommiffionen. 2. Konstituierung. Einladungskarte und Verbandsbuch Straße 8. Tagesordnung in allen Bersammlungen: 1. Die Aufgaben der Achtstundentag überhaupt. Die Anwälte der Unter- pflege und Jugenderziehung, Wohlfahrts, Wohnungs- und Sied- legitimieren, Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlins u. Umg. nehmer sprechen dies heute ganz unverblümt aus. Man fühlt sich lungswesen, auf die Vorbereitung der Wahlen zu den sozialpoliti- Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Anträge zu der am wieder start genug, um uns die Lohn- und Arbeitsbedingungen fen Körperschaften sowie der Agitation und Aufklärung der Ge- 16. Mai im Gewertschaftshaus, Engelufer 25, Gaal 4, stattfindenden General wie ehedem einseitig zu diktieren und will uns in erster Linie ein werkschaftsmitglieder. Ihre Zusammensetzung erfolgt derart, daß bersammlung find bis spätestens 27. April bei der Ortsverwaltung in unferm für allemal durch Gefeß zwingen, länger als acht Stunden Bertreter hat. Bei einer tausend übersteigenden Mitgliederzahl entfällt ein Vertreter für jede weiteren 1000 Mitglieder. Die Unterfommission wählt aus ihrer Mitte zur Erledigung der laufenden Arbeiten einen engeren Ausschuß( Arbeitsausschuß) mit einem Obmann an der Spize. Dieser hat Siz und Stimme in der Plenarversammlung der Gewerkschaftsfommission. Mit den von der Freigewerkschaftlichen Jugendzentrale gebildeten Jugendgruppen Tung im Gewertschaftshaus. Lehrergewerkschaft des ADB. Montag, 7 Uhr abends, Mitgliederversamm in den Bezirken haben die Unterkommissionen enge Fühlung auf- Zentralverband der Angestellten! Delegiertenversammlung am Dienstag rechtzuerhalten. Die Mitarbeit und Vertretung des Ortsfartells abend, 7 Uhr, in den Musiker- Sälen, Raifer- Wilhelm- Straße 31. Tagesord des AfA- Bundes ergibt sich aus dem mit der Gewerkschaftskom- nung: 1. Aussprache über den Bericht der 5er Kommission, 2. Neuwahlen. mission abgeschlossenen Kartellvertrag. zu arbeiten. Ein Unternehmerblatt sucht schon jetzt einen Widerspruch zu fonstruieren zwischen der Besetzung des Ruhrreviers und unseren Kundgebungen am 1. Mai für die Bereinigung der Proletarier aller Länder und für die Völkerverbrüderung, indem es uns unterstellt, wir feierten diese Ziele als tatsächliche Erfolge. Dabei drängt uns gerade auch die Besetzung des Ruhrreviers dazu, indem sie uns mit aller brutalen Deutlichkeit zeigt, wie sehr weit wir von der Verwirklichung der sozialistischen Ideen und Forderungen noch entfernt find, am fommenden 1. Mai besonders eindring, lich für diese Ideen und Forderungen zu demonstrieren. Die Maifeier der organisierten Arbeitnehmerschaft darf gegen wärtig zumal feine Formsache sein. Sie muß uns wieder daran erinnern, wieviele Arbeiter und Arbeiterinnen unseren Organisationen noch fern stehen, wieviele der Gedankenwelt des Sozialismus noch verständnislos gegenüberstehen, wieviele noch immer die bürgerliche Bresse halten, wie notwendig es immer noch ist, alles daranzusehen, um zur Berfechtung des Achtstundentages als der Grundlage zur Verwirklichung unserer Kulturziele alle Kräfte der Arbeitnehmer mobil zu machen. Streik in den Glasreinigungsinstituten. M Holzarbeiter! Kommenden Donnerstag, abends 7 Uhr, im Ge wertschaftshause, Engelufer 24, Versammlung der Generalversamm lungsdelegierten und Berwaltungsmitglieder. Der Werbeaussauß. Achtung Schuhmacher! Am Montag abend, 6 Uhr, findet bei Böter; Weberftr. 17( leiner Gaal), eine Zusammenkunft aller auf dem Boden der Amsterdamer Richtung stehenden Schuhmacher statt. Genossen und Gewerkschaftskollegen, erscheint vollzählig und führt Sympathisierende ein. Der Werbeausschuß. ACG. Kabelwerk Oberspree! Fraktionssigung der BSPD. am Montag, den 16. April, nachinittags 3% Uhr, in der Schule Rottmeter. ſtraße. Erscheinen sämtlicher Genossen unbedingt notwendig. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Ortsbureau, Engelufer 24 11, einzureichen. Zentralverband der Schuhmacher. Montag abend, 6 Uhr, Stepperei und Straße 127a. Borrichterei in und außer dem Hause für die Hausschuhindustrie, Köpenicker Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Gettion Revier Inspektion, technische Abt. Morgen, Montag, 6% Uhr, im ,, Rofenthaler Hof", Rosenthaler Straße 12/13( großer Gaal), Rollversammlung. Tagesordnung: Die wirt Franz Künstler. Lohnfragen. Betriebsangelegenheiten. Erscheinen aller Rol schaftliche und politische Lage Deutschlands". Referent: Reichstagsabgeordneter legen ist Pflicht. Die Geftionsleitung. Deutscher Solzarbeiterverband, Musikinstrumentenarbeiter. Gizung des Branchentommission am Dienstag, 7 Uhr, im Reichenberger Sof". Af- Funktionäre der Gesundheitsindustrie! Mittwoch abend, pünktlich 7 Uhr, im Bundeshaus" Berfiftr. 7, wichtige Bersammlung. Erscheinen dringend notwendig. Funktionärtarte legitimiert. Mit der Bildung der Unterkommission wurde im Laufe der letzten Woche begonnen. In allen Bersammlungen referierte Giegle als Vertreter der Gewerkschaftskommission über die Aufgaben der Unterfommiffionen. Nach dem Berlauf, den die bis- Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bietor Schiff, Berlin; für Anzeigen: herigen Bersammlungen nahmen, ist zu hoffen, daß die zukünftigen h. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Unterfommissionen der Gemertschaftskommission in den Bezirken Borwärts- Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Hierzu 2 Beilagen. fegensreiche Arbeit im Interesse der Gewerkschaften leistet werden. Der Audrang der Lehrlinge zur Metallindustrie. Troß aller Warnungen muß immer wieder festgestellt werden, daß Lehrverträge unterzeichnet werden, die den Eltern überwiegend nur Pflichten und den Lehrmeistern alle Rechte vorbehalten. Da die Betriebe des Mechanikers, Werkzeugmacher, Motorschlosser- und Elettromonteurberufes überlaufen, werden, nehmen die Betriebsinhaber die günstige Gelegenheit war, um billige Arbeitskräfte jahrelang zum Aushalten zu verpflichten, ohne die Gewähr einer guten Berufsbildung als Gegenleistung zu geben. Auf die Ausbildungsmöglichkeiten des Betriebes haben die Eltern besonders zu achten, entweder durch eingehende Erfundigungen bei den Betriebsräten oder durch Anfrage im Jugendsekretariat des Deutschen Metallarbeiterverbandes in der Linienftr. 83/85. An dieser Stelle erhalten die Nachfragenden auch zugleich Auskunft über die Lehrvertragsbedingungen, wie Entschädigungsfäße, Ferien, Arbeitszeit usw. Da die Arbeitgeber es nicht für notwendig hielten, beim Schlich Man achte besonders in der Probezeit darauf, daß die tungsausschuß Groß- Berlin zur Verhandlung zu erscheinen, riefen Lehrlinge Arbeiten bekommen, bei denen ihre Eignung zum Beruf die Arbeitnehmer zur endgültigen Entscheidung den Demobil- festgestellt werden fann; wird dies vernachlässigt, so stellen strupetDie Arbeitnehmer dieser Branche nahmen in einer Bollverfammlung Stellung zu dem Angebot der Arbeitgeber, die für den Monat April 45 000 m. zahlen wollen. Die Löhne für März betrugen pro Woche 39 500 m. Gefordert wurde für April ein Zuschlag von 50 Proz. Die Arbeitgeber lehnten jede weitere Erhöhung der LohnDie Arbeitnehmer riefen deshalb den Schlichtungsaus schuß Groß- Berlin an, worauf am 7. April ein Schiedsspruch gefällt wurde, der eine Zulage zu den bestehenden Löhnen von 25 Broz. vorsieht, so daß der Wochenlohn 49 375 m. betragen würde. DUNLOP CORD Im Gebrauch die billigste Bereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Be Kopfschmerz itrovanille Frankfurt/ M.S ärztlich bevorzug Migräne. Zahnschmerz. Rheuma Rasch wirkend Erhälti. in Apotheken RUDOLPH HERTZOG BREITESTRASSE BERLIN C. BRUDERSTRASSE Sehr günstige Angebote! Mengenabgabe vorbehalten! ca. 70/80 cm br., Fantasie- u. Dirndlmuster M 1750, 3300, 3800 Musseline Baumw. bedruckt usw. Perkale u. Zephire, vorzügl. Qualität ca. 70/80 cm br., f. Sportblusen u. Herrenwäsche, d. Mtr. M 3600, 4500 Kräuselstoffe( Frottés) Baumwolle usw. ca. 100/115 cm breit, bedruckt, reiche Musterausw., d. Mtr. M 7900, 11000 Schleierstoffe( Voll- Voiles) ca. 105/120 cm br., einfarbig, gestreift od. kariert, d. Mtr. M 9500, 14000 Schleierstoffe( Voll- Voiles) usw. usw. ca. 110/112 cm breit, einfarb., große Farbenausw., d. Mtr. M 9500, 11000 USW. Ganzw. gestr. Damen- Jackem in hübschen Farben.............. das Stück M 35000, 67830, 95000 Herren- Trikot- Unterbeinkleider 8500 Baumwolle, makofarbig, Mittelgröße Touristen- Blusen aus grünem Baumwoll- Trikot etwa 78 84 90 17000 .... das Stück M 96 18200 102 cm 19400 Brustweite ... das Stück M 1560 das Stück M 14600 15800 Baumwollene Kinder- Höschen 1+ 1 gestrickt, in 5 Größen Dumen- und Herrenregenschirme lle in Halbseide mit seidener 19.500 Hülle. • M Wäschestoffe weiß, verschiedene Stärken, 80 cm br., d. Mtr. M 2450, 2900, 3600 Wäschestoffe USW. 7100, 7450 usw. das Meter M 6725, 9150 usw. weiß, in verschiedenen Stärken, ca. 130 cm breit, d. Mtr. M Schleierstoffe Baumwolle weiß, glatt, ca. 110/115 cm breit Kleiderstoffe Baumwolle weiß bestickt, große Musterauswahl, ca. 115 cm breit, d. Mtr. M 6980, 8300 usw. Blusen- Flanelle Baumwolle in verschiedenen Streifenmustern, ca. 70/78 cm breit, d. Mtr. M USW. 3950, 4200 usw. Hausschürzen mit Latz und Trägern aus blau- weiß punktiertem besten Schürzenstoff.... Stück M 6800 Desgleichen Wiener Form aus dunkelgestreiftem vorzüglichen Gingham... Stück M 4500 Weiße Zierschürzen ohne Latz aus glattem Battist mit Stickereiansatz ringsherum Elegante Teeschürze mit reicher Stickereiein- und-ansatz- Verzierung Desgleichen Wiener Form aus gestreiftem Batist . Stück M 1500 Stück M 500 Stück M 5500 M in Halbseide mit seidener 22.500 Damenregenschirme mit Knopfgriffen, Hülle Nr. 175 40. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Annahme des Eisenbahnetats. fub vorgefchlage Das Haus seht die Beratung des Haushalts des Reichsverkehrsministeriums fort. Sonntag, 15. April 1923 fönnte. Das Ueberwuchern des realistischen Films hat leider diesen Ueber film, der sein eigentliches Wesen, enthült, bisher an der Entwicklung ge hemmt, aber wenn die Menschheit sich einmal an der platten Wirklichkeit ( auch der frisierten Rebewelt) sattgefehen haben wird, tommt die Zeit solcher Filme, die heute noch das Entzüden weniger find. h. d. " Das Ministergehalt wird nunmehr bewilligt, ebenso ohne wesentliche Erörterung alle anderen Etatstitel mit den dazu vom Ausschuß vorgeschlagenen Entschließungen. Präsident Löbe eröffnet die Sigung des Reichstags um Nach Erledigung des Eisenbahnetats vertagt sich das Haus. Gingegangen ist ein schleuniger Antrag der Deutschvölkischen 1% Uhr. Der Geschäfsordnungsausschuß wird beauftragt, auch die Freiheitspartei betr. die Verfügung des Berliner Polizeipräsidiums Jm Mozartja al geht es jegt immer sehr amerikanisch zu. Abet Frage zu prüfen, ob bei Schluß- und Vertagungsanträgen eine De- in Sachen des Berliner Bureaus der Abgg. Wulle, v. Graefe und man zeigt dort nicht das, worin uns amerikanisches Filmkönnen überlegen batte angeschlossen werden darf, wenn gleichzeitig die Beschluß- Henning. fähigkeit bezweifelt worden ist, sowie die Frage, was zu ge- und von Abgeororteten des Bayerischen Bauernbundes unterzeichnet. affäre, der auch das Tempo peitschender Sensationslust fehlt, das solche AnDer Antrag ist auch von einer Anzahl Deutschnationaler ftreifen. Das Schauspiel Jm Netz verstrickt ist eine überholte Kriminalift, fondern befchränkt sich auf ältere, bedeutungslose amerikanische Bildschehen hat, wenn vom Weltestenrat getroffene Vereinbarungen nachher im Plenum von den Parteien durchbrochen werden. Abg. Dr. Quack( D. Bp.) erklärt, daß seine Freunde den An- gelegenheit, wenn auch nicht verzeihlich, so doch entschuldbar erscheinen lassen trag aus politischer Courtoisie unterzeichnet hätten. fönnte. Eine Szene, das Attentat im Expreßzug, fomprimiert in der Das Haus lehnt es gegen die Stimmen der drei Ab= Situation, zeigt, daß man auch schon vor längerer Zeit drüben den Blick geordneten der Deutschvölfischen Freiheitspartei und das Gefühl dafür hatte, wie der Rhythmus eines Films fraftvoll zu ab, den Antrag am Montag auf die Tagesordnung beleben ist. Diese eine zene fann aber nicht über wenig Logit und viel zu sehen. Eintönigkeit, fann nicht über eine unluftige Darstellung hinweghelfen. Nächste Sigung: Montag 2 Uhr.( Etat des Auswärtigen Amts.) gibt schöne Bilder, ist aber durch seine Unbewegtheit, durch die Starre der Das viel zu lange Naturbrama( wieso Drama?) Die weiße Welt“ Schluß gegen 7 Uhr. Photographie, durch die versäumte Ausmutung des Rahmens ermüdend. p- s. " Kavaliere", unter diesem schon nichts Gutes berheißenden Titel ist ein wüster Bavaria- Film zusammengestoppelt worden. Im heillosen Durcheinander filmte man gänzlich unmotivierte Handlungen. Die Spannung fehlt völlig, und selbst die Attschlüsse bescheren feine irgendwie packenden Bilder. Alles ist berworren, fein Mensch wird aus den Vorgängen flug und wird sich auch wohl nicht die Mühe geben, flug werden zu wollen. Dem bei einem Ballett, das gegebenenfalls etwas hätte werden können, hatte der Auge wird, außer ein paar Feuerwerksbildern, auch nichts geboten, denn Photograph offenbar nicht die richtige Einstellung. Reichsverkehrsminister Groener: Den Eisenbahnern ist Dant und Anerkennung für ihr Verhalten im Ruhrgebiet zuteil geworden; auch der Reichspräsident hat durch seine Kundgebung die moralische Kraft des Personals ge= fteigert, und wir sind sicher, daß die Eisenbahner bis zum Schluß an dem Geist festhalten werden, von dem sie bisher durchdrungen waren.( Beifall.) Die Vorwürfe, die im einzelnen gegen Eisenbahner erhoben sind, fann ich nicht als berechtigt anerkennen. Die AusSprache im Haushaltsausschuß über die Tarifpolitit wird hoffentlich die gegenseitigen Anschauungen flären und manchen Stein des Anstoßes aus dem Wege räumen. Die Reichsverfassung schreibt uns als Grundsatz unserer Finanzpolitik die vor. Dedung der Selbsttoften Im Rechnungsjahr 1922 war alle Aussicht vorhanden, das Jahr ohne Fehlbeträge abzuschließen. Ein Eisenbahnfinanzgesez wird sobald als möglich den gesetzgebenden Körperschaften zugehen; es wird gemeinsam von dem Finanzminister und mir por gelegt werden. Darin werden manche alljährlich hier besprochene Probleme gelöst werden. Das ganze Problem unserer Finanz und Tarifpolitit fulminiert in der Frage, ob die Eisenbahn mit ungeheurem Defizit noch weiter wirtschaften kann. Der Ausschuß des Reichseisenbahnrats hat eine Berjonalabbanes sind auch bei der Eisenbahn viel zu kompliziert. Das Zusammenarbeiten der Verwaltung mit den Bertretungen der Beamten und Arbeiter ist so gewesen, daß es beiderseits nicht zu Beanstandungen geführt hat; im Gegenteil sind besonders in Tegzter Zeit durch Aussprache manche Anstände aus der Welt ge= schafft worden. Filmschau. Die Filme der Woche. p- s. als P In der Schauburg, wo dieser Film maufgeführt wurde, präsentierte sich u. a. noch ein Jiu- Jitsu- Lehrer nebst Partnerin, dem das Publikum mit größter Aufmerksamkeit folgte. Adbelle. Sport. Rennen zu Mariendorf. e. b. Toto: Die Prinzessin Suwarin" entsteigt einem Roman von Ludwig aus ihre Begabung für die Leinwand. Diese Begabung ist nicht gerade Wolff und zeigt, von Thea von Harbou filmisch geleitet, im Marmor: übermäßig, immerhin reicht sie für einige, unter der ungemein sauberen und bildhaft denkenden Regie Dr. Johannes uters stehende Alte. Der Umweg, den die von den Bolschewisten vertriebene Brinzessin über macht, wird allerdings mehr durch markante Station en, als in regem, allerlei Filmabenteuer in die sichere Hand des Milliardars Mr. Proctor dramatischem Fluß aufgerollt. Der Verfuch, in die Seele der exilierten ruifischen Flüchtlinge hineinzuleuchten, diese Parade von Elendstationen, von religiösen Berzüdungen, von slavischer Inbrunst und heiliger Schwärmerei für das ferne Mütterchen Rußland, find einprägsam und mit gutem Taft gestellt. Immerhin es bleibt irgendwie schmerzlich, 1. Rennen. 1. Ludmill I( W. Freundt), 2. Hoffnung I( R. Nossow), derartiges filmisch verwertet zu sehen. In einer Szenenreibe, die 3. Frembling( J. Rothmeter). Toto: 25:10. Pl. 14, 56, 23: 10. Ferner die Gründung einer Filmgesellschaft durch die Opferfreudigkeit der liefen: Immerfort, Abdulah Silver, Lenz I, Morfner, Midas I, Mirabelis I, bertriebenen Russen Schildert allerdings mehr schildert, Ermäßigung der Gütertarife zurzeit nicht für möglich True For, Edelweis I, Argentaria, Jallus. 2. Stennen. 1. Pedra in den Zug der Begebnisse bineinkomponiert stedt sehr biel erflärt. Die allgemeine Finanzlage darf die Verstärkung des Wig und Beobachtungsgabe. Wie der Kleine, berprügelte, berbegte Toto: 34:10. 31. 18, 24, 21: 10. Ferner liefen: Qünaburg, Bingen jr., ( J. Mills), 2. Apfelblüte( W. Kraug), 3. Clärchen M.( G. Wiesener). Bertehrsapparates nicht hindern, die dafür notwendigen Hilfsregiffeur Kipman Filmgewaltiger wird, das ist auch im Kino Aufwendungen müssen gemacht werden. Die Bersonal politit fann ergreifende Menschlichkeit. Alfred Abel gibt diesem Häuschen Glend, das Grich I, Gertrud Bingen, Netil, Heidemann, Verdun, Prinz Kudud, Exzellenz, Weddigen, Sybill.. 3. Rennen: 1. Paula Bingen( J. Mills), in den jetzigen Zeitläuften nicht mit Starrheit gelöst werden. Gerade ins Glück hinaufbugsiert wird, wundervoll überzeugende Gestaltungskraft; 2. Mafao( Hartjeil), 3. Baron Slatawah( Przyrembel). Toto: 17: 10. in der jezigen Zeit ist es psychologisch geboten, mit Maßnahmen durch Liebe und Büte, durch Schmutz und Auftrieb geht sein menschen BI. 10, 11, 12: 10. Ferner liefen: Ballonfönigin, Minz, Aberglaube, zurückzuhalten, die die opferfreudige Hingabe des gesamten Berfo- bildender Darstellerweg. Lil Dagower, die Nervöse, finde ich als Zimiene, Lady Potaurist, Gawein. überfandidelte Film- und Gesellschaftsrepräsentantin fehl am Blab. gosti), 2. Bique( F. Knöpnadel), 3. Zeitgeist( G. Lautenberg). 4. Rennen. 1. Boby( A. Rorals schwächen fönnten. Die Probleme des Xenia Desni, die Prinzessin, zaubert in ihr liebsanftes Puppengeficht 20: 10. Blaz 12, 12: 10. stärkste Bewegung, wenn sie alzentuiert spielen darf. Se lein- Rogge 5. Rennen. Ferner liefen: Martha III, Angriff. 1. Mary H.( C. Weidmüller). 2. Harry W.( W. Czerion), bleibt farblos, Bröd 1 beweist aufs neue ſeine Berufung zum Film, 3. Fenelon( 2. Weiß). Toto: 14:10. PL. 12, 23, 14: 10. Ferner liefen: Hersfeld und Edthofer zeigen nicht Gestalten, sie sind Menschen. Baron 800, Baron Arworthy, Niagara I. Höhensonne, Jeffries jr., Prinz Filmmilieu selbst vermittelt. Die Titel find erquidend forgfältig überlegt. Schleusener), 3. Flott( Th. Steeger). Die Negie bringt eine Menge amüsanter Einfälle, zumal dort, wo sie das 6. Rennen. 1. Long Carl( H. Grube), 2. Barde( Hr. Alles in allem fein Greignis, aber ein Erfolg der technischen Analität. Toto: 41: 10. pl. 21, 16: 10. Ferner liefen: Josef, Handfest, Marschall Hindenburg. 7. Rennen. 1. Adler( D. Jürgens), 2. Fritjof I( H. Weil), 3. Frühauf( H. Weidner). Ein Silhouettenfilm. Nirgend zeigt sich der besondere Charalter Toto: 89: 10. 31. 36, 45, 50: 10. des Film deutlicher als im Silhouettenfilm, der zugleich Tridfilm ist. Hier Heffelballon, Czerna, Walfisch. Topinambur, Amorette, Alertony, Berthold, Ferner liefen: Ypsilanti, Willfür, begnügt er fich nicht, auch sonst vorhandene Wirklichkeiten zu reproduzieren, Schlips, Hartenfels. 8. Nennen. 1. Le petit Loulou( C. Weidmüller), sondern schafft Neues, was außer ihm nicht existieren tönnte, und gibt ihm, 2. Gaffenmädel( G. Hermann), 3. Dabendorferin( Wachband). Toto: 17:10. da auch die Vorlage auf die Nuancen des Schwarz- Weiß beschränkt bleibt, nehmen, alle vbantastischen Möglichkeiten ausschöpfen und vor allem in Enttäuschung. die bollendetste Wiedergabe. Der Film fann hier den freiesten Anlauf Der dritte Borkampf- Nachmittag im Zirkus Busch war eine eingeitlichem Stil bleiben. E. M. Schumacher bat in seinem Silhouetten- legte mit flottem Tempo ein, ließ dann aber merklich nach. Während des Der Kampf Mehling( Würzburg)-Seybold( Stuttgart) film„ Kalif Storch", der von der Colonna filmaesellschaft im Primus. Stampjes mußte Mebling mehrere Male zu Boden und schließlich die große palast dargeboten wurde, ein mit viel Liebe, flügiter Scherentechnit und Ueberlegenheit Seybolds anerkennen. In der sechsten Runde brach der feinstem Sinn für die intimen Neize der Schwarz- Weiß- Abtönungen durch Leiter den Rampf ab und gab den Sieg an Seybold. Der Stampi geführtes Bert geschaffen. Sier fühlt man sich wirklich in der Märchen- Binewieß( Hannover)-inseher( München) wurde ebenfalls in der welt, bier werden alle Wunder und Baubereien wahr, und um all die zweiten Runde abgebrochen und der Sieg an inseher gegeben, der feltsamen Begebenheiten und wißigen Einfälle schlingt sich das föstliche größere Ringererfahrung und Ueberlegenheit aufwies. Im Kampf Rose flächenhaft, und doch vermigt man nicht die Räumlichkeit, bas Schwarz Führung. In der dritten Runde warfen die Sekundanten Schmidts das Spitengewebe subtilster, delikatester, zierlichster Ausführung. Alles ist mann( Hannover)-Schmidt( Mains) fibernabm balb Rosemann die Beiß ist voller stimmungsvoller Farbigkeit, und ein poetischer Hauch gibt Tuch in den Ring und gaben den Kampf auf, um ihren Mann vor dem Abg. Breunig( Goz.): Die Eisenbahner des befeßten Gebietes allem Dust und Glanz. Das Milieu tit nicht minder vortrefflich geraten Auszahlen zu retten. Der legte Stampi Molinaro( Würzburg) gegen haben erklärt, im Abwehrkampf ausharren zu wollen. Die Regie- als die Figuren, hier erlebt man wirklich den Orient in den moscheen- Saife( Berlin) war der befte des Nachmittags. Saffe, auf der rechten rung soll aber auch, wie die Elberfelder Konferenz beschlossen hat, reichen Hintergründen, in den Kostümen und dem Beiwert, das bis auf Schulter mit einem Furunfel beglüdt, wurde die Arbeit durch den flinten pofitive Maßnahmen zugunsten der Eisenbahner treffen, auf dem die Schrift ausgedehnt ist. Die Verwandlung des Kalifen und feines Be- Molinaro recht schwer gemacht. Dieser Kampf endete durch Spruch des Gebiet der Behandlung und der Besoldung und Wahrung der Begleiters in Störche ist ein Meisterstück der Tridverwendung. Alle, die dem Schiedsgerichts unentschieden. Die Widerstandsfähigkeit Molinaros amtenrechte. Die Personalpolitit der Verwaltung ist leider Film den Charalter einer Stunit absprechen, sollten diesen Film sehen, und fand alle Anerkennung. nicht einheitlich, man fann fie fogar 3idzadfurs nennen. Nicht aus jagen, wo und mit welchen Mitteln sonst diese Kunstleistung erzielt werden fachlichen, sondern aus politischen Gründen werden vielfach die Entlaffungen vorgenommen. Hier ist eine Nachprüfung bringend geboten. Besonders verfehlt sind die Entlassungen in den Werkstätten. Aber auch bei der Entlassung der auf Ründigung angestellten Beamten ist man zu weit gegangen. Gerechtigkeit und Klarheit, Ruhe und Stetigkeit müssen die Grundzüge der Personalpolitit bilden. Minister Groener: Wir lehnen jede Berantwortung ab für die von Herrn Wulle fritisierten Borkommnisse. Es hat sich dabei ledig lich um polizeiliche Anordnungen gehandelt. Bei der Nachprüfung aller Fälle von Entlassungen und Maßregelungen aus Anlaß des Eisenbahnerstreifs ist mit der allergrößten Milde verfahren worden. Wenn Verzögerungen eingetreten find, fo liegt die Schuld nicht an uns. Abg. Wulle( Deutschvöll.) bezeichnet die Tarifpolitit der Eisenbahn als die Ursache der großen Teuerung. Das Reichsver fehrsministerium sei zum Willensvollstreder der Sozialdemokraten geworden. Das habe sich bei den Geraer Borgängen gezeigt, wo die deutschvölkischen Anhänger aus den Eisenbahnzügen herausgeholt wurden. Zum Deutschvölkischen Parteitag fei die Stellung gut bezahlter Sonderzüge verweigert worden. Berfonen, die militärisches Aussehen haben und truppweise fommen, follen nach einer weiteren Verfügung teine Fahrtarten ausgehändigt werden. Dagegen fahren auf den deutschen Bahnen waggonweise feindliche Ausländer unter militärischen Führern herum, gegen die der frühere General Groener nicht einschreitet. Will der General Groener diese Politik der Kniebeuge vor den sozialistischen Organisationen weiter fortseßen oder nicht? Abg. Schuldt( Dem.) spricht die Zuversicht aus, daß an der Ruhr und am Rhein auch die Beamten in ihrem Abwehrkampf fich nicht von den falschen Ratgebern beeinfluffen lassen werden, die zum bewaffneten Kampf auffordern. Der jezige passive Abwehrkampf fei nicht durch Befehle von oben diftiert, sondern durch das innere vaterländische Gefühl der Beamten und Arbeiter. Bei der Erledigung des Ruhreinbruchs müffe die Regierung in erster Linie die restlose Freigabe der verhafteten Beamten fordern. Minister Groener sagt die wohlwollende Prüfung der Wünsche der Beamten und Arbeiter zu. Abg. Deermann( Bayer. Bp.) bemängelt die Art, in der an manchen Stellen die Entlassung der überschüssigen Arbeiter vorgenommen worden ist. Weißer Voll- Voile 112 6900.cm........... Mtr. Bluse Lebensmittelpreise der Woche. ausreichend, Geschäft rege. Zufuhr: Fleisch ausreichend. Geschäft mäßig. Fische ziemlich Obst und Gemüse reichlich, Geschäft rege. • Briefkasten der Redaktion. R. G. 100. Die Erneuerung der Scheibe dürfte dem Hauswirt obliegen. Der Bater des Jungen haftet nicht. E. P. 1879. 1. Ja, sofern Befreiung bewilligt ist. 2. Rein. 3. Plehdoajeh. B. K. 11. 8ur Zahlung der erhöhten Prämie sind Sie nicht verpflichtet.. B. 30. 400 000 2.. 1. 1. Rein. 2. und 3. Ja. Berlin 10. Ja, sofern der Vermieter die Zahlung der Prämie übernommen hatte. R. B. 4. Etwa 200 000 M. 42. Erheben Gie Rlage auf Herausgabe der Sachen. Schulzendorfer 24. Es handelt sich um laufende Instandsegungsarbeiten. Der Mieter ist daher nicht verpflichtet, die In der Woche vom 8. bis 14. April galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 3000-4000 M., ohne Knochen 4000-4500 M. Schweine- Rosten zu tragen. 8. R. 4. Ja, da Sie vollerwerbsfähig sind. fleisch 3700-4400 M. Kalbfleisch 3000-4500 M. Hammelfleisch 3000 bis 4500 M. Geräucherter Schinken 6500-7000 M. und Speck 4500 bis 6400 M. Puten 5300-6000 M. Hühner 5000-6000 M. Gänse 8000 bis 9000 M. Enten 5300-6000. M. Schellfisch 1500 M. Kabeljau 800 1050 M. Seelachs 700-1000 M, Flundern 600-1500 M. Schollen 1200-2600 M. Rotzungen 2000-2500 M. In Eis: Barsche 800-1800 M. Hechte 1200-2200 M. Karpfen 1500-2400 M. Schleie 2000-2800 M. Zander 3800-4500 M. Lebende Aale 6000-8000 M. Bleie 1500 bis 2200 M. Hechte 3000-3400 M. Plötzen 1000-2000 M. Schleie 3800 bis 4500 M. Naturbutter 7600-9000 M. Margarine 2600-3200 M. Schweineschmalz 3500 M. Eier 290-300 M. das Stück Erbsen 850 1500 M. Weiße Bohnen 800-1000 M.- Linsen 850-1400 M. Weizenmehl 750-950 M. Graupen 800-900 M. Haferflocken 850-1000 M. Nudeln 900-1600 M. Wirsingkohl 260-280 M. Rotkohl 350-400 M. Kohlrüben 120-130 M. Reis 750-1100 M. Weißkohl 250-270 M. Mohrrüben 100-130 M. 2500-3000 M. das Stück. 200 M. EBäpfel 350-700 120-180 M. das Stück aus weißem Batist mit Hohlsaum- Garnierung Hemdenzephir vorzügliche Qualität und langen Ärmeln.... 4900.in neuen Streifen 60 cm breit... Mtr. 4800.Panama weiß und farbig, für Sporthemden und Blusen, 80 cm.... Mtr. 4400.Favorit- Schnittmuster Wäsche- Stickereien Untertaille Kleid aus bedrucktem 22500.Musselin Kleid vorzüglicher reinwollener Gabardine 69 000.Morgenrock aus bedrucktem Waschstoff 12.500, Damentaschentuch Nur in Stücken= 4 Mtr. 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Jeber Betrieb muß vertreten sein! Die Betriebsräte werden dringend Schokoladen ersucht, ihr gesamtes Material über in großer Auswahl Kurzarbeit( deffen Ursache und Dauer) von 800 M. pro Tafel an, sowie alle andemitzubringen. Mitgliedsbuch und ren Artikel der Funktionärkarte legitimieren. Branche gibt ab Achtung! Goldschmiede Achtung! Dienstag, den 17. April, nachmittags Spletter& Co. Urbanstr. 65 Mpl. 7160. Lagerbesuch lohnend. 42 Uhr, in den„ Akademischen Bier- Auf Wunsch Vertreterbesuch. hallen", Dorotheenstraße: Geschäftsz. v. 8-42 Versammlung Sonnabends v. 8aller Goldschmiede. Tagesordnung: Tarifangelegenheiten. Sarotti, Uhrmacher und Furniturilen ilus, Mocca, Bitter nur 1250, Dienstag, den 17. April, abbs. 8 Uhr, Katao Pfb. 4500, im Verbandshaus( Jugendheim), Bonbons, Rets, Bra Linienftr. 83/85, Portal I, 2 Treppen: linen. Görler, Strausberger Str.36 Gruppenversammlung. Tagesordnung: 1. 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Di soll doch giei a heiliges Donnerwetter ungeschpitzt in Boden nei daschlagen; Du Malefizlackel, Du saudummer mit Deiner ausgschamten Felt goschen mit Deiner drecketen." Piedecubiste geht all mählich eine Ahnung auf, daß er einen Bayern der besseren Stände vor sich habe, und er hält es für sehr geraten, ihn im liebenswürdigsten Tone darüber aufzuklären, daß es gegen Hühneraugen nichts Besseres gibt als Kukirol, zu haben in allen größeren Apotheken und besseren Drogerien. Es lindert sofort den Schmerz und entfernt Hühneraugen, Hornhaut und Schwielen in wenigen Tagen einfach, sicher und schmerzlos. Zur sonstigen Fußpflege aber ist das beste Mittel das Kukirol- Fußbad. Es verhütet Wundlaufen, übelen Schweißgeruch, beseitigt das lästige Brennen, kräftigt Nerven und Sehnen und steht besonders Sportsleuten hohem Ansehen. Hergestellt werden in Simon Westmann Gold-, Silber-, platin- aroukirol- Fabrik Grol- Salze bei Magdeburg Damenkonfektion und Trauermagazin 1. 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Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Das Flugzeugunglück aufdem Tempelhofer Feld Sonntag, 15. April 1923 Drei Todesopfer: Gen. Stadtrat Böker, Oberinsp. v. Meszinski, Verwaltungsdirekt. Vogt. nehmern behandelt und in Brivatautos ins Krankenhaus geschafft Ursachen des Unglücks. und Landungen der Flugzeuge auf dem von Neugierigen und Teil. nehmern dicht besetzten Felde es nicht zu sonstigen Unglädsfällen gefommen ist. Es ist unverantwortlich, daß man keinerlei fanitäre Borsichtsmaßregeln getroffen hat. So mußten die Berun glückten zunächst notdürftig von den sofort herbeieilenden Teilwenn man die 3 ahl der Zeilnehmer beschränkt und wur werden. Der Unglücksfall hätte sicher vermieden werden können, die neuen, absolut zuverlässigen Flugzeuge benutzt hätte. Selbst wenn sich herausstellen sollte, daß der Flugzeugführer unvorsichtig beim Niedergehen manövriert hat, läßt sich die Berantwortung, die die Beranstalter der Flüge trifft, nicht bestreiten. Flughafen Berlin. Das schwere Flugzeugunglüd, das sich gestern mittag im Berlauf| dern an einer nahe dem Wäldchen belegenen Stelle anzulegen, von der von der Stadt Berlin veranstalteten Probeflüge auf dem Tempel- der aus auch früher schon die regelmäßigen Flüge zur Leipziger hofer Feld ereignete, hat leider den Tod aller drei Fluggäfte zur Meffe erfolgt waren. Beim Einbiegen in die Landungsbahn geriet Folge gehabt. Auch Genoffe Stadtrat Böher ist gestern nachmittag der Führer des umgebauten AEG- Flugzeuges zu nahe an den im Urban- Krankenhaus seinen schweren Berlegungen erlegen. alb. und stürzte ungefähr aus einer Höhe von zwanzig bis Straßenbahnoberinfpetfor v. Mei3 yufti verstarb bereits auf dem dreißig Metern in den Wald ab. Aerztliche Hilfe war fofort Mej39ufti Transport zum Urban- Krankenhaus, Verwaltungsdirektor Vogt Bagen nach sofortiger Anlegung eines Rotverbandes nach dem zur Stelle. Die Schwerverlegten wurden mit den bereitstehenden erlag feinen schweren Verlegungen unmittelbar nach feiner Einliefe- Urbanfrankenhaus gebracht, wo die beiden Schwerverlegten, Diref rung und bei Böher führte ein schwerer Schädelbruch troh fo- tor Bogt und Inspektor v. Meszynski und später auch Stadtverord- einen so tragischen Abschluß fand, hatte den Zweck, das Projekt Die geftrige Flugveranstaltung auf dem Tempelhofer Felde, die forfiger Operation in den Nachmittagstunden den Tod herbei. Da- neter Böger ihren Verlegungen erlagen. Die Aero- 2lond. eines neuen Berliner Flugzeughafens zu demongegen dürfte der Flugzeugführer Road mit dem Leben Gesellschaft hatte vor dem Fluge die Haftung für die ftrieren. Es ist geplant, ben Teil des Tempelhofer Feldes zum Fluga davonkommen, da seine Verlegungen verhältnismäßig leichterer von ihr zu stellenden Flugzeuge übernommen. hafen zu gestalten, der, südlich von dem fargen Baumbestand der Natur find, er hat neben einem Nervenfchod mehrere Brüche des Berwaltungsdirektor Vogt bearbeitete die Berkehrsbeobachtungen Hafenheide gelegen, ein Biered von 1700X900 Metern bildet, wobei Bruffbeins fowie Quefschungen davongetragen. Ueber den Hergang und die allgemeine Verkehrsstatistik innerhalb des gesamten Berkehrs- die Entfernung von 1700 Metern sich von der Mariendorfer Chauffee des Unglüds selbst erfahren wir noch folgende Einzelheiten: gebietes Groß- Berlin, Inspektor v. Mefannst die Bekehrsrege- in der Richtung nach Neukölln erftreden soll. Stadtbaurat Abler, Seitens der Stadt Berlin war mit den beiden Luftreedereien, lung und Verstärkung bei besonderen Veranstaltungen, Gewerk der den Plan furz erläuterte, bemerkte, daß es sich zunächst nur um dem Aero Lloyd und den Junker- Werfen, vereinbart beim Bezirksamt Brenzlauer Berg, sowie Mitglied der Deputation eughalle noch ein Empfangsgebäude errichtet werden schaftsangestellter Stadtverordneter Karl Böher war Stadtrat ein Provisorium handle, wenn zunächst außer der Flugworden, daß der erstere drei, die letztere vier moderne Berkehrsflug für Siedlungs- und Wohnungswesen." zeuge zu den Propagandaflügen auf dem Tempelhofer Feld zur Ber solle. Der für die Anlage in Frage fommende Teil des Tempel fügung stellen sollten. Die Junter- Werte entsandten vom Flughafen hofer Feldes gehört dem Reiche und mit den betreffenden Stellen, Johannisthal zuerst vier der befannten Ganzmetall- Flugzeuge, zu wie Reichswehrministerium und Finanzministerium, sind die nötigen denen dann noch im legten Augenblick eine fünfte gleichartige JunkerVerhandlungen eingeleitet worden. Der Plaz soll auch zu Aus. maschine trat, die gerade am Abend zuvor von einem großen Fern- zum Opfer gefallen sind, werden sich erst dann mit einiger Sicherheit die Fertigstellung der Nord- Süd, die Heranführung weiterer Die Ursachen des bedauernswerten Unglücks, bem drei Menschen ftellung s3weden Verwendung finden, da er hierzu auch durch flug zurückgekehrt war. Der Vera- Lloyd stellte neben den drei angeforderten Berkehrsflugzeugen eine weitere ganz moderne Ma- angeben laffen, wenn der im Urban- Krankenhaus liegende Flug- Straßenbahn- und Autobuslinien besonders geeignet wird. Benn fchine, den Dornier- Romet, als fünftes Flugzeug aber einen äfte zeugführer No ad sich soweit erholt hat, daß er über den ver- fürzlich bei der Eröffnung des Flugzeughafens in Leipzig gesagt ren Kriegsboppelbeder der AGG., D. 26, der in der letzten hängnisvollen Flug nähere Angaben zu machen vermag. Möglicher- wurde, daß dieser der Hauptflugzeughafen des KonZeit nur zur Postbeförderung verwendet, im letzten Jahr weise wird auch die genaue Untersuchung des zertrümmerten Flug- tinentes fei, fo müsse das Streben Berlins dahin gehen, diesen allerdings auch im Baffagierverkehr zwischen Hamburg und Bester- beuges noch einige Anhaltspunkte geben, ob im entscheidenden Mo- Ruhmestitel für sich in Anspruch zu nehmen. Leider schreitet Berlin land eingestellt worden war. Das Erscheinen dieser Maschine auf ment durch Ueberlastung einzelner Berstrebungen oder Träger in viel später als andere Städte, wie z. B. Hamburg und Königsberg land eingestellt worden war. Das Erscheinen biefer Maschine auf dem Tempelhofer Feld erregte bei verschiedenen Flugzeugführern der Kurve Materialbruch eingetreten ist. An fich ist diese Annahme zur Errichtung eines ihm angemessenen Flugzeughafens. Stadtbau erhebliche Verwunderung. Mit den 10 zur Verfügung stehenden unwahrscheinlich, da die Flugzeuge im allgemeinen auf zwölf- rat Adler wandte sich zum Schlusse scharf gegen die BegriffsbeftimMaschinen fanden dann Besichtigungsflüge über dem fache Sicherheit gebaut und dementsprechend selbst bei großen mungen" der Entente, die den seit dem Mai vorigen Jahres wieder Tempelhofer Feld und der näheren Umgebung Berlins statt, an denen Belastungen immer noch besonders starten Beanspruchungen ge- gestatteten deutschen Flugzeugbau behindern. Nach diesen Ausfich Bertreter der Reichs- und Staatsbehörden, der Stadt Berlin wachsen sind. Trotzdem ist ein Materialbruch bei einer älteren Ma- führungen wurden dann kurze Flüge unternommen, die mit den sowie von Handel und Industrie beteiligten. Gegen% 1 Uhr war ichine, wie sie der AEG.- Doppeldecker war, möglich, indem irgendein ausgezeichneten Junterflugzeugen, sowie den neuen Maschinen das Flugzeug D. 26 unter Führung des Biloten No ad mit ben wichtiger Teil der Flügelrippen oder der Verfteifungen am Rumpf des Aero- Lloyd vorzüglich verliefen und die Teilnehmer bis zu den drei genannten Fluggästen zu einem Rundflug aufgeftiegen, der nachgegeben hat. Auf der anderen Seite ist es freilich durchaus Havelseen führten. programmäßig verlief. Bon Süden her zum Tempelhofer Felb nicht unwahrscheinlich, daß der Doppeldecer den nicht gerade günstiBerhältniffen, bie zurückkehrend, wollte der Pilot dann anscheinend wieder auf dem gen atmosphärischen Startplag am Rande der Hafenheide die Landung vor- herrschten, zum Opfer gefallen ist. Bei dem diefigen feuchten Wetter nehmen, er beschrieb mit seiner Maschine über dem wäldchen eine irb el und Trichter zu bilden, die früher, als die Technit des pflegen sich sowohl dicht über dem Boden als auch unter den Wolten fcharfe Kurve, und plöglich sahen die Zuschauer, wie das Flug- irb zeug aus 75 bis 100 Meter Höhe sentrecht in das Flugzeuges noch nicht voll entwidelt war, manchem Flieger zum Wäldchen abstürzte. Die Herbeieilenden fanden etwa 100 Verhängnis geworden sind. Meter vom Rande der Hafenheide entfernt nur noch einen wüst en Trümmerhaufen, aus dem die vier Insassen nur mit Mühe herausgezogen werden fonnten. Geh. Medizinalrat Dr. Rab now und mehrere andere Merzte leisteten die erste Hilfe durch Anlegen von Notverbänden. In mehreren Privatautos wurden die Verunglückten dann in das Urban Krantenhaus geschafft. Seitens der zuständigen Behörden sowie des Aero- Lloyd ift fofort eine ein gehende Untersuchung eingeleitet worden. Dem Flugzeug führer Noad wird vom Aero- Lloyd das beste 3eugnis aus gestellt, er ist bereits längere Zeit bei dem Unternehmen tätig und hat bisher 130 000 Kilometer Luftreifen zurückgelegt. Andrang unbefugter Teilnehmer? gestern Genosse Karl Böher. " Mit dem Genossen Karl B5 ter verliert die sozialdemokratisch glieder. Genosse Bößer, der als Gewerkschaftler ins Rathaus gewählt Stadtverordneten fr attion eines ihrer rührigsten Mitwar( er war Vorsitzender der Berliner Ortsgruppe des Malerverbandes), gehörte vor der Bereinigung der Unabhängigen Sozialdemo fratie an. Sein besonderes Arbeitsgebiet war die Tätigkeit in der Wohnungs- und Siedlungsdeputation. Als Mits des geschrieben: Die Beranstaltung der Probefahrten vom Tempel nungswesen an. Im Rathaus hat er häufig zu diesen Fragen bas Bon einem Teilnehmer der Probefahrten wird uns noch folgen glied dieser Deputation gehörte er auch dem Unterausschuß für Bohhofer Feld aus hat zweifellos darunter gelitten, daß der Rahmen Wort ergriffen, ebenso in zahllosen Mitglieder- und Funktionärverder Beranstaltung in den letzten Tagen immer weiter gespannt worden war. Ursprünglich sollte nur ein Flug der ſammlungen der Parteiorganisation. Alle, die ihn kannten, schätzten Berfehrsdeputation und interessierter Mitglieder des Magistrats an ihm seine fachliche Art, feine eifrige Hingabe an die Sache und stattfinden, so daß im ganzen höchstens 25 bis 30 Herren in Betracht sein offenes, tameradschaftliches Auftreten. Im Bezirk Brenz gefommen wären. In den legten Tagen hat man dann das Pro- lauer Berg war er von unseren Genossen als unbefoldeter gramm erweitert und immer mehr Teilnehmer eingeladen, so daß Stadtrat gewählt worden. fich gestern morgen weit über 100 Gäste an der Paradepappel" einfanden. Auch zahlreiche Damen der Gelabenen, bie Das Nachrichtenamt verbreitet nachstehende amtliche Dar offensichtlich gar nichts bei der Veranstaltung zu suchen hatten, stellung: 3u der Besichtigung des fünftigen Flughafengeländes auf mußten unbedingt an den Flügen teilnehmen. Dieses mag Beran dem Tempelhofer Felde waren statt der urspünglich angekündigten laffung gewesen sein, ältere Flugzeuge zur Benutzung mitdrei Aero- Lloyd- Berkehrsflugzeuge und vier Metall- Junker- Flug- heranzuziehen. Die Gesellschaft hätte diesem Drang auf keinen Fall zeuge je fünf Maschinen von beiden Gesellschaften gestellt worden. nachgeben dürfen. Beim Absturz war deutlich zu fehen, daß das Bon den hinzugekommenen zwei Maschinen des Nero- Llond Flugzeug über den Baumgruppen am Südrand des Feldes im letzten war ein Flugzeug ein älteres, umgebautes AEG. Kriegs. Moment eine sehr scharfe und plögliche Kurve nahm und flugzeug, das allerdings im Borjahr regelmäßigen Personen offensichtlich nicht mehr in der Lage war, im Gleitfluge auf das flugpoftdienst zwischen Berlin- Hamburg und Westerland machte. Feld niederzukommen, so daß der Apparat abstürzen mußte. Weit Die Maizeitung ist reich illustriert und diesmal zugleich Mit Rücksicht auf die vorherrschende Windrichtung und die Uneben- und breit war fein Krantenwagen, fein Sanitäts. die Festschrift des im Mai zu Hamburg tagenden Internatio heiten des Feldes hatten die beiden Flugzeuggesellschaften unterein- und Berbandsmaterial zur Stelle. Offenbar hatte man nalen Rongreffes. An ihrer tertlichen Ausgestaltung haben ander vereinbart, die Start- und Landungsstelle nicht, wie ursprüng- mit der Möglichkeit eines Unglüdsfalles überhaupt nicht gerechnet. hervorragende Bertreter der Sozialdemokratie des In- und lich vorgesehen, in die Nähe der sogenannten Paradepappel", fon- Dabei ist es sowieso ein Wunder, daß bei den zahllosen Aufstiegen Auslandes mitgewirkt. Die Darstellung des Magistrats. ( Nachbruck verboten. Der Malif- Berlag, Berlin.) 86] " Drei Soldaten. Bon John dos Pafios. Aus dem amerikanischen Manuftript überfekt von Julian Gumpers. Auf dem Wagen, beim Nachhausewege, sagte der Junge, der zwischen den schwizenden Männern frisch und lächelnd aussah, leise zu Andrews und nahe an ihn herangerückt:" Du, schwimmst du gern, Ramerad?" „ Ja. Ich gäbe was drum, den Zementstaub vom Rörper zu friegen," antwortete Andrews gleichgültig. " Ich habe' mal ein Wettschwimmen gewonnen," ſagte der Junge. war Andrews antwortete nicht. " pierten sich um fie. Einer rief: Bir tun hier die leichte Arbeit. Pershings bestes Arbeitsbataillon!" will!" " Der hat uns so gerne, daß er uns gar nicht entlassen Der Sergeant, ein fleiner Mann mit rotem Gesicht und furzgeschnittenem Schnurrbart, ging an die Gruppe heran: " Kommt, Kerls, wir haben noch genug zu tun, um den Bement zu verladen, ehe der Regen kommt," sagte er mit gutmütiger Stimme. bad mit einem Zementfad auf dem Wege zum Schiff zurüd. " Seht euch doch mal die Dredfäue an," murmelte Hoggen Der Junge schob sich an Andrews vorbei, ohne ihn an zujehen. Maizeifung 1923 foben erschienen. Die Abteilungen - auch jene, die noch nicht bestellten werden ersucht, die benötigte Anzahl im Laden der Buchhandlung Vorwärts, S. 68, Lindenstr. 2, sofort abholen zu lassen. Bei späteren Anforderungen fann eine Gewähr für Belieferung nicht gegeben werden. Andrews begann einen Stiefel auszuziehen. Der Junge half ihm mit der einen freien Hand, sich festzuhalten. Meine sind ab", sagte er. Ich bin fertig. Er lachte, obschon ihm die Zähne aufeinander schlugen. " In Ordnung. Meine sind auch raus", sagte Andrews. „ Kannst du unter Wasser schwimmen?" Andrews nidbe. Wir wollen auf die Kähne da drüben auf der anderen Seite der Brücke zu halten. Die Schiffer werden uns verbergen." Woher weißt du?" Der Junge war verschwunden. Andrews zögerte einen Augenblick. Dann ließ er sich los Tue genau das, was ich tun werde, Kamerad," sagte er. und begann in der Strömung mit aller Kraft zu schwimmen. Warst du im Schwimmtlub oder sowas ähnlichem, Andrews wandte fich nicht um, aber fein Herz fing an ihn der eisige Griff des Waffers nieder. Seine Arme und Zuerst fühlte er sich stark und fräftig. Doch bald drückte Kamerad, als du zur Schule gingst?" zu schlagen, sehr schnell, ein furchtbarer Schrecken erfaßte ihn. Beine schienen steif zu werden. Mehr als gegen das Waffer Nein... Es müßte herrlich sein, im Waffer zu sein. Er versuchte verzweifelt, all feine Willenskraft zusammenFrüher schwamm ich nachts immer hinaus in die Chesapeake zunehmen. Aber immer wieder mußte er sich daran erinnern, fämpfte er gegen die Ermattung, die in feinen Gliedern aufBay. Nachts, wenn das Baffer ganz phosphoreszierend wie das Zimmer um ihn herum wirbelte, als der Militär- ftieg. Er glaubte, jeben Augenblick würden seine Glieder ihm polizist ihn schlug, und er hörte immer wieder die falte Stimme den Dienst verweigern. Er kam an die Oberfläche und Andrews fah plötzlich in die blauen Augen des Jungen, des Leutnants:„ Einer von euch Keris soll mal dem Kerl das schnappte nach Luft. In diesem Augenblick sah er Gestalten, Grüßen beibringen!" flein wie Spielsoldaten, die wild auf dem Kahn herumgestidie hell, wie Flammen, vor Aufregung waren und in die seinen fulierten. Der Knall eines Schusses tönte in der Luft. Er ftarrten. tauchte wieder, ohne zu denken. Als ob sein Körper unabhängig von seinem Berstande arbeitete. Als er das nächste mal wieder herauffam, waren feine Augen vor Kälte starr. Ein Blutgeschmack füllte seinen Mund. Der Schatten der Brüde war gerade über ihm. Er legte sich für einen Augenblid auf den Rücken. Auf der Brücke waren Lichter. " Gott, bin ich ein Efel," murmelte er. Er fühlte, wie die Faust des Jungen ihn sanft in den Rüden fnuffte. „ Der Sergeant hat gesagt, daß wir wie die Affen bis in die Nacht hinein arbeiten müssen," sagte der Junge laut zu den anderen, die herumfaßen. Nach den ersten zwei oder drei Säden, die Andrews am Nachmittag getragen hatte, schien es ihm, als ob jeder der legte fein würde, den er werde heben tönnen Sein Rüden und feine Schenfel pochten vor Ermattung. Sein Gesicht und die Fingerspitzen fühlten sich wund an vor beißendem Bementstaub. Als der Fluß purpurn im Abend zu schimmern begann, bemerkte er zwei Zivilisten, die die Arbeit beobachteten. „ Sollen Zeitungsreporter sein, die über die Demobilisation schreiben," sagte einer ärgerlich. " Dann fommen sie hier richtig!" rief ein anderer. „ Sagt ihnen, daß wir dabei sind, heim zu fahren und unser Gepäd einladen." Die Zeit zog sich endlos hin. Endlich, als sie wieder von einem Gang zurüdtamen, fah Andrews, daß im Schiff feine Säde mehr waren. Er setzte sich auf die Plante nieder, 3 erschöpft, um zu denken. Blau- graue Dämmerung lagerte sich nieber und begann alles zu verbergen. Die Passy- Brücke stand purpurn in einem großen, roten, verglimmenden Sonnenlicht. Der Junge setzte sich neben ihn und legte feinen vor Erregung zitternden Arm um seine Schultern. Eine Stromschnelle fegte ihn an einer Barte nach der anderen vorbei: Gewißheit zu ertrinken. Eine Stimme seufzte ihm grotest in die Ohren: So ertrant John Andrews in der Los, Seine, in der Seine. " Die Wachen schauen den anderen Beg. Sie werden uns nicht vermissen, bis sie zum Lastwagen tommen. Kamerad", sagte er mit ruhiger, leifer Stimme. Dann fämpfte er in wilder But gegen das Tauwert, das Er hielt sich an der Plante fest und ließ sich in das strö- ihn herunterziehen wollte. Die schwarze Seite eines Kahnes mende Wasser nieder. Andrews folgte ihm, faum wiffend, was flikte an ihn heran mit bligartiger Schnelle. Wie schnell diese er tat. Das eifige Wasser schloß sich um seinen Rörper. Er Rähne vorbeifegen", dachte er. Dann plöglich bemerkte er, fühlte plöglich wieder Leben und Kraft. Als er an dem großen daß er ein Seil gefaßt hatte, daß seine Schultern gegen ein Steuer des Rahnes vorbeigetrieben wurde, hielt er sich an dem fleines Boot schlugen. Eine starfe, warme Hand ergriff seine Jungen fest, der ein Seil ergriffen hatte. Sie arbeiteten fich, Schultern von hinten, und er wurde hinauf und hinein geohne zu sprechen, auf die andere Seite des Steuers herum. zogen, heraus aus dem flammernden Tauwerk im Wasser. Die Strömung, die furchtbar an ihm zog, machte es schwer, sich festzuhalten. Jegt fönnen fie uns nicht sehen", sagte der Junge durch Die Zeitungsleute teilten Zigaretten aus. Einige grup- die Zähne, Rannst du Schuhe und Hosen ausziehen?" " Berstecken Sie mich, ich bin Deserteur", sagte er immer und immer wieder auf französisch. Ein braunrotes Gesicht mit einem stoppeligen weißen Bart, eine Art Knollengesicht, beugte fich über ihn. ( Fortsetzung folgt.) Ffünzehn Jahre Zuchthaus für Ernst Nägler. Das Ende des Mordprozesses. Blitz, Donner und Wolkenbruch. schwerer Hammer gefunden. Er trägt auf der oberen Seite des Kopfes als Fabritzeichen einen Schwan mit der 1 mschrift:„ Goldenberg", auf dem unteren Teil des Kopfes die Die Sachverständigen Prof. Dr. Strauch und Dr. Ronfeld te Bahl 28. Wer fann über diesen Hammer Auskunft geben? Beraubt zeichneten Ernst Nägler als Doll verantwortlich. Rechts- worden sind außer den bereits mitgeteilten nach den neuesten Fest= anwalt Dr. Alsberg richtete an die Sachverständigen die Frage, ob stellungen noch eine ganze Anzahl anderer Sachen, u. a. ein blauer nicht in Laienkreisen vielfach die Ansicht verbreitet sei, daß jemand Damenmantel mit schwarzem, langhaarigem Belztragen, ein blaubesinnungslos werde, sobald man ihni Aether vor das Gesicht halte; feidenes Trikotkleid, ein weißfeidener Jumper, ein Brokatfostüm. in diesem Falle hätten die Täter doch annehmen können, daß sie Der Handschuh und der Hammer und 2 kartons, ähnlich denen durch Anwendung narkotische: Mittel, also ohne Gewalt zu gel der geraubten, sind in dem Laden der Herzschen Färbereifiliale in brauchen, sich in den Besitz des Ringes sehen fonnten. Beide Sach- der Mozstraße 17, Untergrundbahn Viktoria- Luise- Play, bis auf verständigen erflärten, daß Aether erst nach einigen weiteres im Schaufenster zur Besichtigung ausgestellt. Minuten wirte, so daß vorher erft Gewalt angewendet er glaubt, irgendeine zweckdienliche Angabe machen zu fönnen, werden müßte, doch herrsche in Laienkreisen tatsächlich die von dem wird dringend ersucht, sich bei der Mordkommission Dittner, KriminalBerteidiger angeführte Borstellung. Die vom Landgerichtsdirektor tommiffar Werneburg und Albrecht im Zimmer 80 des PolizeiRegen darauf den Geschworenen vorgelegten Schuldfragen lauteten präsidiums, Hausanruf 433 und 609, unverzüglich zu melden. auf Anftiftung zum Raube mit Todeserfolg. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Schwanke entwarf noch einmal ein Bild von den grausfigen. Borgängen im Hotel Münchener Hof und bezeichnete im Anschluß daran den Angeklagten Nägler als den Hauptschuldigen an diesem Ein außerordentlich schweres Gewitter mit einem gewaltigen Kapitalverbrechen. Der Umstand daß sein Bater in den besten Wolkenbruch sezte am gestrigen Spätnachmittag ein und zog sich mit Berhältnissen lebe und es Ernst Nägle: jederzeit freigestanden habe, Blitzen, Donner und strömendem Regen bis in die Nacht hinein. zu ihm zurückzukehren, laffe das Verbrechen als beson Natürlich wurden in der Stadt eine große Anzahl tief ge. ders verabscheuungswürdig erscheinen. Die volle legener Keller unter Wasser gefeßt, so daß die FeuerSchwere des Gefeßes müsse Nägler treffen. Die Geschworenen wehr reichlich zu tun befam, und in einigen Bahnunterführungen sprachen Ernst Nägler wiederum schuldig der Anstiftung zum Raub in der Umgegend stauten sich zeitweilig recht hübsche Seen an. Einige mit Todeserfolg. Staatsanwaltschaftsrat Schwanke beantragte Fernsprechämter mußten zeitweise ihren Betrieb einstellen. Im alleine lebenslängliche Zuchthausstrafe. Rechtsanwalt Dr. Alsberg gemeinen wird der Regen von allen Laubengärtnern, Giedlern und verwies auf die Jugend des Angeflagten, feine erb Landwirten als eine Erlösung aus allzu langer Trockenheit angesehen liche Belastung und Minderwertigkeit und bat um werden. Uebrigens war es in den legten acht Lagen im Innern eine zeitlich begrenzte Strafe. Das Gericht verurteilte Ernst Näg- Berlins und an den großen Verkehrsstraßen, woselbst nur noch sehr ler aus denselben Gesichtspunkten zu 12 Jahren 3uchthaus spärlich und selten gesprengt wird, vor Staub faum auszuhalten, und erkannte unter Zusammenfassung einiger anderer noch zu verso daß also der Regen eine Unmenge Staub und Ruß herabgeholt, büßender Strafen auf eine Gesamtstrafe von fünfzehn bie Atmosphäre wieder einmal gereinigt hat und auch für die Jahren Zuchthaus, wovon dem Verurteilten neun Monate Häuserstadt selbst eine Wohltat war. Wiewohl draußen an geauf die Untersuchungshaft angerechnet wurden. schüßten Stellen die Frühkirschen zum Teil schon in voller Blüte standen, wird der schwere Regen der Kirschblüte nicht allzu viel schoten, vorausgesetzt, daß sich nicht ein Dauerregen entwickelt, unter dem sich dann die Blüten langsam herausquälen müssen. Sollte der Regen nicht von langer Dauer sein und nach ihm sogleich warmes Wetter einsetzten, so fönnen wir in Werder, Glindow, Pehow, Ferch und Caputh ein herrliches Blütenwunder erleben. Der Regen beendet eine Trockenperiode, die bereits am 11. März einsetzte und bisher mit ganz geringfügigen Unterbrechungen gedauert hat. Es war, mit Ausnahme der Woche nach Ostern, eine Serie sonnendurchströmter, verheizungsvoller, schönster Borfrühlingstage, wovon die fleißigen Großstädter allerdings nicht viel gehabt haben. Nach dem Regen wer den wir mitten drin im Frühling sein. Bis zu den Eisheiligen im Mai ist jedoch immer noch mit der Möglichkeit empfindlicher Kühle Gepäck im Werte von 20 Millionen Mark als Diebesgut. Eine Geschäftsfrau aus Düsseldorf tam am Donnerstag mit ihrem 21 Jahre alten Hausdiener Antou Mieden nach Berlin, gab ihren Reifelerb auf dem Potsdamer Bahnhof in Berwahrung, bezog ein Hotel in Charlottenburg und brachte den Hausbiener bei ibrer früheren Aufwärterin unter. Am nächsten Morgen sollte er das Gepäck abholen und nach dem Hotel bringen. Statt dessen nahm er abends um 9 Uhr feine Sachen mit, ließ sich den Reiseforb, der für 20 mill. Mart Kleider und Wäsche enthielt, aushändigen und verschwand damit. Der Ungetreue, der wahrscheinlich unlauteren Elementen in die Hände gefallen ist, ist 1,67 Meter groß. ichlant, schmächtig und bartlos und fpricht rheinische Mundart. Mitteilungen an Kriminalkommissar Raud, Polizeiamt Charlottenburg. Ein Handschuh und ein blutbefleckter Hammer. Zwei wichtige Funde zum Mord in der Mohstraße. Zur Aufklärung des Raubmordes an der Verkäuferin Anni Dittner in der Mozstraße 57 haben die Ermittlungen der Kriminalfommissare Werneburg und Albrecht und der Beamten der Mordtommission zu wichtigen Funden und Feststellungen geführt. Viel leicht ist wiederum, wie schon so oft, die Berliner Bevölkerung berufen, an der Aufklärung dieses schändlichen Verbrechens mitzuwirken. Am Tatort wurde nämlich ein Handschuh gefunden, den höchstwahrscheinlich der Mörder zurückgelassen hat und außerdem ein schwerer blufbefleckter Hammer. zu rechnen. Gegen den Alkoholismus unter der Jugend. Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung, Abteilungen! Mittwoch, 18. April, abends 7 Uhr, äußerst wichtige Sigung der Abteilungsmietervertreter im Galeriezimmer der Sophiensäle, Sophienstr. 16/17, II. Stod. Diesmal muß jede Abteilung vertreten jein. Parteibuch legitimiert. Der neugewählte Ausschuß trifft sich dafelbft bereits 5% Uhr zu einer Vorbeſprechung. 141. bt. Rofenthal. Dienstag, den 17. April, 7½ Uhr, im Lokal Waldemar Schneider, Hauptfit. 3, öffentliche Bersammlung. Thema: Die wirtschaftliche und politische Lage und die Stellung des Prole tariats." Stef.: Genosse Franken- Solingen, M. d. 2. Die Genossen und Genoffinnen von Niederschönhausen, Reinidendorf- Ost und Bittenau sind hierzu eingeladen. 20. Kreis. Reinidendorf. Heute, Sonntag nachm. 5½ Uhr, in der Jugendhalle Geebad, Residenzstr. 49, Elternabend der Sozialistischen Arbeiterjugend. Mufitalische, turnerische und theatralische Vorführungen. Achtung, Mitglieder des Ende März abgeschloffenen Jugendwohlfahrtskursus! Es finden folgende Besichtigungen statt: 1. Waisenhaus, Alte Jakobstraße. Dienstag, den 17. April, früh 11 Uhr, Treffpunkt daselbst am Eingang, pünktlich. 2. Wohlfahrtsstelle des Polizeipräsidiums! Mädchenschutzhaus und Jugendbewahrungsheim, Pankow, Parkstr. 18. Donnerstag, den 19. April, abends 6 Uhr, Treffpunkt am Eingang, pünktlich. Straßenbahn: 46, 49, 57, 116. Bezittsjugendamt Friedrichtshain: Martusstr. 49. Freitag, den 20. April, nadmíttags 6 Uhr. Treffpunkt Zimmer 34, pünktlich. Ferner Dr. Neumanns Kinderhaus, Blumenstr. 97. Säuglingsfürsorgestelle am Dienstag, den 24. April, nahm. 6 Uhr. 3. 4 5. Kreis. Webbing. Montag, den 16. April, 7 Uhr, Gizung der kommunalen Kommission an bekannter Stelic. Abendmaifeier beim Conoffen Littauer, Esmarcftr. 11, abholen. Kreis. Brenzlauer Berg. Die Abteilungen wollen die Karten für die Kreis. Friedrichshain. Die Abteilungen wollen die Karten für die Abendmaifeier beim Genoffen Günther, Fruchtstr. 33/34, abholen. 9. Kreis. Wilmersdorf. Montag, den 16. April, 8 Uhr, Besprechung der Schöneberg. 11. Kreis. Montag, den 16. April, 7½ Uhr, findet im Lokal Sommerwanderung im Jugendheim, Hildegardstr. 4. 12. 13. 14. 20. 4. 5. König, Feurig. Ede Prinz- Georg- Straße eine Sigung der erwachsenen Helfer der Jugend statt. Ref.: Gen. Rüdiger. Genoffen, die sich für die Mitarbeit an der Arbeiterjugend zur Verfügung stellen wollen, werden ersucht, zu erscheinen. 11. reis. Montag, den 16. April, 6 Uhr, holen die Abteilungen bei Will, Martin- Luther- Str. 69, Platate ab. reis. Stegliz, Lichterfelbe, Lantwih. Montag, den 16. April, 8 Uhr, bet Stowaffer, Stephanstr. 1, Güdende, Sigung. Stellungnahme zur Maifeier. Hierzu müssen die Funktionäre der Bildungs- und Agitationsausschüsse fowie fämtliche Abteilungsvorstände vertreten sein. Arcis. Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade. Montag, den Kreis. Reuton. Montag, den 16. April, 7 Uhr, Sigung der kommunalen 16. April, 7½ Uhr, Fraktionssigung im Rathaus, Zimmer 26. Rommiffion im Gigungszimmer des Rathauses. Ref.: Gen. Stadtrat Dr. Löwenstein. Teilnahme der Stadt- und Bezirksverordneten ist erwünscht. gebäude Reinickendorf- Ost, Sauptstr. 46, 8immer 60, Ronferenz Bildungswesen tätigen Genossen und Genoffinnen. Tagesordnung: Die Bildungsarbeit im 20. Berwaltungsbezirk." Jede Abteilung muß vertreten fein. Kreis. Prenzlauer Berg. Elternbeiräte der BSPD.: Dienstag, den 17. April, 7% Uhr, Bollversammlung in der Schule, Senefelderstr. 6. Jede Scule muß vertreten sein. Donnerstag, den 19. April, 7 Uhr, im Ruppelfaal der Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Allee, Mitgliederver. fammlung des gesamten Kreises. Bortrag des Genossen Reichstagsabge ordneten D. Paul Levi über Weltpolitit und internationaler Klaffen tampf". Mitgliedsbuch legitimiert. reis. Friebrichshain. Mittwoch, den 18. April, 7 Uhr, in den ,, Comeniusfestfälen", Memeler Str. 67, große Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Köhn: Die Aufgaben und die gegenwärtige Stot der Krankenkassen." 2. Distufion. Die Abteilungsleiter werden gebeten, einzuladen. Mitgliedsbuc legitimiert. Kreis. Seinidendorf. Montag, den 16. April, 7 Uhr, in Bns aller im Morgen, Montag, den 16. April: Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Schöneberg- Friedenau. Die neugewählten Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt und Kinderschußkommission treffen sich am Montag bei Will, Martin- Luther- Str. 69. Da die Helferinnen an der Veranstaltung um 7 Uhr im Rathaus teilnehmen, muß die Gigung pünkt lich um 5 Uhr beginnen. 89. Abt. Unser alter Genosse, der Tischler Heinrich Baig, ist gestorben. Die Einäscherung erfolgt um 1 Uhr im Krematorium Baumschulenweg. st. Reukölln. 7½ Uhr Bersammlung aller Beamten, welche auf dem Boden der BGPD. stehen, bei Stahl, Ganderstr. 11. Thema: Sozial. demokratie und Beamtenschaft." Ref.: Gen. Postsekretär, Gronefeld. Frauenveranstaltungen am Montag, den 16. April: Abt. 7½ Uhr im Sürgerheim", Alte Schönhauser Str. 23/24. Thema:„ Die gefährdete Jugend." Ref.: Gen. Stadtrat Schneider. 7. und wirtschaftlichen Rampfe." Ref.: Gen. Wiethte. bt. 7½ Uhr bei Dahms, Schlegelſtr. 9. Thema:„ Die Frau im politischen 21. bt. 7% Uhr Spedition Müller. Ede Utrechter Straße. Thema: Die ver funtene Glode" von Gerhart Hauptmann. Ref.: Gen. Briniger. 23. Ref.: Gen. Erwin Marquardt. bt. 7½ Uhr bei Taube, Müllerstr. 62a. Thema:„ Die weltliche Schule." 31. abt. 7 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36. Thema:„ Die innere politische Lage." Ref.: Gen. Nidisch München. Das Jugendamt mitte veranstaltet in Gemeinschaft mit den Jugendverbänden des Berwaltungsbezirfes Mitte am Montag, den 16. April, abends 8 Uhr, im Bürgersaal des Berliner Rathauses eine öffentliche Tagung zur Bekämpfung des Alkoholismus unter der Jugend. Es werden Vorträge gehalten von: F. Goebel über Alkoholismus und Volkswirtschaft", Stadtarzt Dr. Cafimir: " Alkoholismus und Boltsgesundheit", Karl Sachse: Jugendbewe. gung, Alfoholismus und Sittlichkeit". Im Anschluß an diese Ta gung wird in der Zeit vom 30. April bis 11. Mai 1923 ein„ Lehrgang zur Schulung von Jugendführern im Kampf gegen den Altoholismus" durchgeführt. An sechs Abenden werden folgende Vor- 35. träge gehalten: 30. April:„ Herstellung und Verbrauch alkoholischer Getränke; Bedeutung des Aitoholtapitals", F. Goebel. 2. Mai: Alkoholismus und Boltsgefundheit", Stadtarzt Dr. Cafimir. 4. Mai: Es ist ein Handschuh der rechten Hand, schmußigbraun, aus" Altoholismus und Volkswirtschaft", Dr. Flaig. 7. Mai: Jugend Wildleder, start abgetragen, Nummer 8½ bis 8% die Spigen des und Alkoholfrage", F. Goebel. 9. Mai: Bekämpfung des Alfo 5. Ring- und Mittelfingers find mit schwarzem Zwirn ausgebeffert, hols durch Staat und Gemeinde"( Gemeindebestimmungsrecht), aber wieder durchgestoßen. Der braune Drudtnopf trägt einen Dr. Kraut. 11. Mai:„ Die landläufigen Begründungen des Alkohol: Hirschkopf mit Geweih und die Umschrift Echt Wildleder". Auf genusses und ihre Widerlegungen“, Prof. Gonfer. Die Teil der Innenseite steht mit Tinte geschrieben die Zahlnahme an beiden Veranstaltungen ist to stenlos. Anmeldun 30, vielleicht eine Reinigungsnummer. Es kommt nun darauf an, gen zum Lehrgang, der an den vorbezeichneten Tagen im Gizungsfestzustellen, ob irgendwo ein derartiger Handschuh vermißt ist oder zimmer des Bezirksamts Mitte, Klosterstr. 68, abends 8 bis 10 Uhr ob sich jemand entsinnt, eine bestimmte Persönlichkeit mit einem der stattfindet, nimmt entgegen das Jugendamt Mitte, An der Stralauer artigen Handschuh befleidet gesehen zu haben. Festgestellt ist, daß Brücke 6, Zimmer 63. der Mörder am Sonnabend, den 7. April, morgens nach 9% Uhr, vom Tatort sich durch die Münchener Straße über den Banerischen Weiteres Steigen der Milchpreise. Die Milchpreise für das Platz nach der Ede der Grunewald- und Martin- Luther- Straße be- Sebiet der Stadtgemeinde Berlin sind von Montag, den 16. April geben und dort den Borderperron eines Straßenbahn- für Wollmilch auf 960 M. und für nach Berlin eingeführte wagens der Linie 5( Gerichtsring) bestiegen hat, der in Magermilch auf 520 M. je Liter feftgefeßt. Die A- Milchöstlicher Richtung:„ Grunewald, Golf, Pallas, Göben, Yord-, tarten werden wie bisher mit 4 Liter, die B- Milchlarten sowie 106. bt. Johannisthal. Genoffe Mag Antima ist verstorben. äscherung findet nachm. 5 Uhr im Krematorium Baumschulenweg statt. Gneisenaustraße, Hasenheide, Kottbuser Damm fuhr". Nach einer die Karten für werdende Mütter( C- Starten) wie bisher mit je 115. Abt. Sichtenberg. 7 Uhr bei Gonell, Jungstr. 32 Ede Scharnweberstr. Beschreibung, die man neuerdings von ihm erhalten hat, ist der Liter Vollmilch beliefert. ( nicht im Bibliotheksraum), 8ufammenkunft der Staats- und Gemeinde Mörder etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß. Er hat einen fleinen beamten. Wichtige Besprechung. Im Zeichen des sogen. Preisabbanes" ist jetzt gleich das bellen Schnurrbart, ein fahles Gesicht mit vor volle Taufend für den Liter Milch erreicht. Auch ein Jubiläum, 136. Abt. Reinidendorf- Dit. Ade Genossen und Genoſfinnen beteiligen fich stehenden Badentnochen und trug einen langen, etwas auf das Milchamt und Landwirtschaft zu gleichen Teilen stolz sein altmodischen Mantel aus Copercoatstoff, einen tönnen. dunklen Jadettanzug und einen dunklen, weichen Hut. Im ganzen war er gut gekleidet. In jeder Hand trug er einen großen, gelben, daß die Bezirksschornsteinfeger berechtigt find, das 900fache bzw. 1. Neue Kehrlohntoren. Der Polizeipräsident verbreitet amtlich, schlechtgepackten und lose verschnürten Karton. Dieser Mann mit den großen Kartons muß irgendwo aufgefallen sein. Auch die 500sache der alten Grundtage zu erheben. 17. Kreis. Lichtenberg. 7 Uhr Konferenz der weiblichen Funktionäre in der Kartons felbft müssen irgendwo untergestellt sein. Sie tragen ver Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Die Karten für die Mai- Bibliothet, Beichfelstr. 27. mutlich aufgeklebte. Reklamezettel der Färberei von feier am Dienstag, den 1. Mai, in der Philharmonie find vergriffen. Die 18. Abt. 7½ Uhr bei Müller, Uferstr. 12. Vortrag des Gen. Krille. Albert Herz oder der Färberei von Mar Bloch. Die Abteilungen werden ersucht, die nicht verkauften Starten sofort an das Bureau 20. Abt. 7% Uhr bei Fritsch, Drontheimer Str. 4. Thema: Moderne Literatur." Ref.: Gen. Robert Reller. Herzschen Zettel find rund mit braunem Druck, die Blochschen recht: abend, den 21. April, abends 7%, Uhr, in der Schulaula Offenbacher Str.: zurüdzugeben. Bildungsausschus Friedenau. Am Sonn57. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr bei Thunad, Wielandstr. 4. Thema: Unsere edig mit violettem Drud. Am Dienstag, den 10. April, also drei seühne Abend,„ Berliner Humor und Schelmenlieder zur Laute". EintrittsErnährungssorgen." Ref.: Genoffin Burm, M. d. R. Tage nach dem Morde, wurde in dem Treppenhaufe des Grundstücs farten zu 200 m. bei den Abteilungs- und Bezirksführern sowie in der 32. Abt. Am 25. März ist Genosse Hermann Schulz, Bureaugehilfe, nach Geisbergstraße 19 ein mit Menschenblut befledter 43. Berkaufsstelle der Konsumgenossenschaft. turzem Krantenlager im Alter von 52 Jahren geftorben. Neue billige Preise Kinder- Turnschuhe grau und schwarz, Segeltuch, besonders praktisch für Sport und Strase. Gr. 83/85 8500. Gr.30 32 5200 7100, Gr.27/ 20 5900, Gr. 25:23 Kinder Sandalen raun.genarbt Rindl., kräft.Aust. 84/85 10500, Gr.3183 9500, 7.29/ 30 8500, Gr.27 28 7500, 500 r. 25128 0500, Gr. 23,24.. Under- Spangenschuhe Chevr. naturgemässe breite orm, mit Absatz, gutes Fabri- 6725 t, soweit Vorrat, extra billig Damen Hausschuhe prima Stoff mit Kordelsohle, in sehr schönen frischen Farben, 2050 aussergewöhnlich billig...... Damen- Niedertreter braun Krokodil, mit gewendeter Ledersohle, angenehmer und leichter Schuh für Haus und 8500 Beise, ganz besonders billig " Damen- Leinenschuhe mit Spange und halbhohem naturbraun. 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Abt. Die engere Vorstandssigung findet 7% Uhr bei AlaUebermorgen, Dienstag, den 17. April: mitter, Apostel- Paulus- Str. 7, ftatt. 78. Abt. 8 Uhr Beamtenversammlung, Lofal König, Feurig Ede Prinz- Georg- Stvaße. 1 Die Ein an der Dienstag, den 16. April, Uhr, bei Schneider, Rosenthal, Hauptftraße 3 ftattfindenden öffentlichen Versammlung. Bantangestellte! 7 Uhr Bersammlung im Brandenburger Reller", MittelStraße 29. Thema: Der legte Bar." Ref.: Gen. Dr. Schütte. reis. Mitte. 7 Uhr im„ Bürgerheim", Alte Echönhauser Str. 23/24. Sigung Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 17. April: aller Funktionärinnen. 43500 Halbschuhe braun, echt Boxkalf u. Chevreau, in neuen modern. Formen, beste Fabrikate, ganz besonders billig Damen Lackschuhe zum Schnüren. auch mit Spange, eleg. moderne Form,.. halbhon. 44500 Absatz, aussergewöhnlich billig Damen Halbschuhe Chevr. und Boxkalf, elegante moderne Form, mit halbhoh.Absatz, echte Rahmenarbeit, erstklass. 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Da aber von den Unternehmungen, die zum Zweck der Angliederung gekauft wurden, sich auch viele im Ausland befinden, würde es uns nicht im mindesten wundern, wenn 1 holländischer Gulden man Kredite für derartige Zwede, also auch zur Devisenbeschaffung, 1 argentinische Papier- Bejo eben als Kredite zur Werterhaltung" in Anspruch nimmt. Der 1 belgiicher Frant Erfolg wäre dann der, daß die Reichsbank die Devisen, die sie zum 1 norwegische Krone Zweck der Stügung der Mart verkauft, der Schwerindustrie gegen 1 dänische Krone. billigen Kredit und zu billigem Kurs zur Verfügung stellt! 1. schwedische Krone Diese Feststellungen sollten daher dem Fachminister der Schwer 1 japanischer Yen 1 finnische Mart. mdustrie Veranlassung geben, zu erwägen, ob nicht in schwerindu- 1 italienische Lire striellen Produkten ein weiterer Preis abbau möglich ist. Min- 1 Brund Sterling destens aber muß es möglich sein, den genauen Umfang der aus- 1 Dollar gezahlten Löhne zu ermitteln und danach die Kredite zu bemessen. 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frant. 100 österr. Kronen( abgest.) 1 spanische Beseta 1 tschechische Krone 1 ungarische Strone 1 bulgarische Lewa 1 jugoslawischer Dinar Der Dollarfurs ist mit 21 100 gegen die Vorwoche, die er mit 20 800 abschloß, so gut wie unverändert. Trotzdem weisen die Anzeichen darauf hin, daß man dem Schicksal der Mart wenig Ver trauen entgegenbringt. An der Börse ist für Aktien, die noch jedesmal eines der besten Ziele für die Flucht aus der Mart" gewesen sind, eine im Hinblick auf die industrielle Absahstockung doppelt auffallend gute Stimmung. Zwar wird diese gute Stimmung zu einem wesentlichen Teil genährt durch die Geld politit. der Reichsbank, die seit der Ruhrbesetzung nicht weniger als 4 von den 5,6 Billionen im Umlauf befindlichen Banknoten neu herausgebracht hat, und durch die Finanzwirtschaft der bürgerlichen Parteien, die den Staat und den Ruhrfrieg ganz nach der Methode Helfferichs auf die Aufnahme neuer Schulden anwies, ohne für die wachsenden Ausgaben unter Heranziehung des Befihes entsprechende Einnahmen zu schaffen. Aber auch das wertlose Papiergeld gibt preußische Innenminister nunmehr die erforderlichen BerZur Einrichtung von Goldspartonten bei Spartajien hat der man nicht für Attien her, wenn man befürchten muß, daß die schriften erlassen. Sie decken sich im Wesentlichen mit den von uns Aktiengesellschaften infolge der Abfahstockung geringere Erträge bereits besprochenen Vorschriften der Sparkassen. Danach kann man bringen. Fraglos wird für die Kurstreiberci auch der Umstand bei Spartaffen die Errichtung von Goldmarffonten beantragen, die günstig sein, daß wieder einmal größere Fusionen, besonders in erfolgen soll, wenn der Sparer außer dem in Goldmark anzulegenden Oberschlesien, im Cange sind und daß auch das Ausland fich Betrag noch ein tiefer Summe gleichkommendes Bapiermartguthaben hier und da mit Aktienkäufen betätigt. Immerhin sind alle diese einzahlt oder schon besitzt. Zur Deckung ihrer Goldschulden haben die Gründe nicht durchschlagend genug. Tatsächlich scheint man wieder Sparkassen Dollarschazanweisungen oder gleichwertige Papiere, nicht einmal auf eine neue Balutakonjunktur zu rechnen, zumal eber Naturwertanlagen wie Roggen oder ähnliche Festwertes bekannt ist, daß einzelne Wirtschafter unter Hinweis auf die Ab- erfolgt also nicht, doch behalten die Sparkassen das Recht, für ihre anlagen zu erwerben. Die geplante Einrichtung von Roggenfonten satzstockung wieder eine neue Entwertung der Mark herbeiwünschen. Kunden derartige Bapiere zu kaufen und zu verwahren. Als Rech Daß diese sinnlos wäre, liegt auf der Hand. Entweder man nungseinheit gilt die Goldsparmart, die gleich einem Zehntel betreibt eine Erhöhung des Dollarfurfes auf 25 000 bis 30 000 Dollar nach den jeweiligen amtlichen Kursen der Dollarschahzanweidas ist der Kurs, den man jetzt hier und da wünscht, dann müssen fungen des Reiches berechnet wird. Die Rückzahlung erfolgt nach Löhne und Gehälter der Geldentwertung folgen. Berfolgt man diese dere Werbetätigkeit wird für die Goldkonten nicht entfaltet. mindestens einmonatiger Kündigung in Papiermark. Eine besonAbsicht, so wird die Industrie nach furzer Zeit sich wieder darauf berufen, daß sie nicht exportfähig sei. Der Wunsch nach einer Ber Die Tätigkeit der Notenpresse, die in den vergangenen Wochen schlechterung der Mart ist nur ein Kennzeichen dafür, wie wenig Billion Bapiermark und darüber in den Verkehr pumpte, hat in sich die Unternehmer mit der Notwendigkeit eines Preis der ersten Woche des April etwas nachgelaffen. Es wurden" nur" abbaues abfinden wollen, den die Schwächung der Kauffraft der 106,2 milliarden Mark neuen Papiergeldes in Umlauf gefeßt. breiten Maffen gebieterisch fordert Cher schränkt man die Be erhöht. Auch die Kredite, die die Reichsbank an Reich und Private Damit wurde der Betrag der umlaufenden Noten auf 5,6 Billionen triebe ein, als daß die Preise spürbar gefenft werden. Man flagt genährte, gingen etwas zurüd- Der Unfug, Ersagpapiergeld als über Kredit- und Kapitalnot, während Kredit und Rapital zu Währungsgeld im Metallbestand auszuweifen, wird von der Reichsgroßen und kostspieligen Attienfäufen, die den Verschmelzungen vor- bant fortgefekt. Sie weist jcht einen Metallbestand von 9,1 Milliar= aufgehen, noch ausreichen. Man will eben nicht zu der sparsameren den auf, wovon nach wie vor 1,004 Milliarden Gold, also auch Golt- Feuerbestattung". und rationelleren Wirtschaft übergehen, die erforderlich ist, wenn mart, find, während das übrige größtenteils 3ettelerfag aus überhaupt die Kaufkraft des Inlandes mit den Preisen in Ueber- Aluminium vorstellt. einstimmung gebracht werden soll. Besonders die Rohstoffindustrien, vor allem die Schwerindustrie, denken nicht daran, nun auch die Preise dem niedrigeren Dollarstand anzupassen. Auch sie wären da zu gezwungen, müßte fie mit der Möglichkeit rechnen, daß der Dollar stabil bleibt. In dieser Preispolitik tommt derselbe Markpessimismus zum Ausdruck, der sich am Effektenmarkt zeigt. Bisher hat die Regierung und die Reichsbank die Stürme am Devifenmarkt abgeschlagen. We es heißt, beabsichtigt sie auch nicht, von ihrem bisherigen Standpunft abzugehen. Notwendig wäre es aber, nicht nur im Interesse des Abwehrkampfes an der Ruhr, sondern auch einer fünftigen Lösung der Reparationsfrage, daß sie eindeutig öffentlich erklärt, daß sie gewillt ist, an der Stüzung der Mark festzuhalten und keineswegs den Treibereien der Interessenten nachzugeben. Ruhrkredite zur Devisenfpefulation. Die Goldanleihe der Rhein- Main- Douau A.-G. hat, wie die Münchener Neuesten Nachrichten" melden, in den letzten Tagen so starkes Interesse gefunden, daß der Betrag von zwei Millionen Goldmart bereits am 13. April überzeichnet war. Besonders lngarn, Holland und die Tschechoslowakei zeigen großes Intereffe für das Papier. Die Propaganda bat also für diese Anleihe besser gewirkt als für die Goldanleihe des Reiches. " Im Zusammenhang mit der Währungspolitit schreibt Deutschland und die Einfuhr deutscher Waren nach Rußdas Berliner Tageblatt": Wirtschaftliche Zusammenarbeit Rußlands und Deutschlands. Rurz vor seiner Abreise nach Moskau äußerte fich der russische Botschafter N. Krestinsți zu einem Mitarbeiter der Wupo" über die Aussichten einer zukünftigen planmäßigen und Rußland. Er sagte: Es ist Ihnen bekannt, daß ich der überwirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland zeugteste Anhänger der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rußland bin, wenn ich mir die Zusammenarbeit auch anders denke als viele Vertreter der deutschen Industrie. Es fonimt nicht nur auf die Ausfuhr russischer Rohstoffe nach land an. Man darf nicht vergessen, daß Rußland ein Land mit einer reichen industriellen Bergangenheit ist und alle Borauslegungen für An manchen Stellen ist man der Ansicht, daß auch in der eine Wiedererstartung seiner Industrie bietet. Die Zusammenarbeit Kreditgewährung für die Ruhrindustrien, die ja muß sich deshalb so gestalten, daß deutsches Kapital, deutsche von den allgemeinen Krediteinschränkungen ausgenommen wurden, Wissenschaft und Technik, deutsche Industrieroutine über jenes Maß von Entgegenkommen hinausgegangen wurde, nach Rußland verpflanzt werden und dort mit dem russischen das durch die Verhältnisse geboten war. Es soll z. B. beobachtet Bolte für den Aufbau einer leistungsfähigen Industrie zusammenworden sein, daß manche Firmen im befehten Gebiet Teile der arbeiten. Eine derartige Industrie, die sich aufbaut auf den unihnen zur Lohnzahlung übergebenen Gelder zum Anlauf von erschöpflichen Naturreichtümern Rußlands, auf den schöpferischen Devisen vermendet haben. Gegen derartige Mißbräuche Kräften des russischen Volfes und auf Deutschlands Wissenschaft, müßte natürlich ohne falsche Sentimentalität energisch vorgegangen Technik und Industrieerfahrung, ist berufen, eine noch niemals in der merden. Da in das bejeßte Gebiet zurzeit feine auswärtigen Belt dagewesene Entwicklung der Produktionsträfte herbeizuführen Rohstoffe hineingelangen, müßte sich die Kredithilfe auf die reinen und die Grundlage zu bilden für den Bau der besseren Zukunft der Lohnbeträge beschränken. Menschheit. Kauf ohne Sorge- bei Korge Persil Ohne Chlor! Wäscht, bleibt in alter bewährter Güte! 14. April Ränfer. 13. 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Musit, Gesang, Rezitationen, turnerische Aufführungen. Aufführung: ,, Töchter der Arbeit." Eintritt frei. Anfang 26 Uhr. Werbebezir? Oftbahn. Beethoven- Abend in Rarishorst, Schulaula, Augusic- Biktoria- Str. Eintritt 100 M. Morgen, Montag, den 16. April: Friebenan. Jugendheim Offenbacher Str. 5a. Mädchenabend. Vortrag: " Die Frau und der Sozialismus." Hermsdorf. Jugendheim Turnhalle Gemeindeschule Ibsenstraße. Vortrag: ,, Aufbau und Aufgaben des Reiches." Roonstraße. Jahreshauptversammlung. Schönhauser Borstadt. Jugendheim Vorträge. Vereine und Versammlungen. 16. April, abends 6 und 8 ühr,„ Sohenstaufensäle", Rottbuser Damm 76 Verein der Freidenker für Feuerbestattung e. B. 6. Bezirk. Montag, den ( großer Gaal), 2 öffentliche Versammlungen mit einem Lichtbildervortrag über Wetter bis Montag mittag. Etwas fübler, zunächst überwiegend bewölft, mit weit verbreiteten, im Nordosten vielfach starken Regenfällen. Später im Südwesten zeitweise aufklarend. 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