flbenöausgabe Nr. 17H � 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. SS Sezilzsbedingusgm tmi» Anziigenpreis« sind in der Morgcnans�abe angegeben NsdaMon: STD. 65, cindeustrahs 3 Aervsprecher: Dönhoff 292— 2S5 SeL'SItrtcffe: Sojialdemottat Seclin Devlinev Nolksblatt preis ISS Mar? Montag Ib. ftpril m3 Verlag und Anzeig e nabteilung: Geschäftszeit S— S Uhr Verleger: Vorniärts-Verlag GmbH. SerN» STD. 05, Sindenstrahe 3 Aerosprecher: Dönhoff 2306'2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands poincare gegen Sie Zweifler. Paris, IS. April.(WTB.) Bei der Enthüllung eines Krieger- denkmals in Dünkirchen hielt Ministerpräsident Poincare ein« Rede, in der er ausführte:.Frankreich hat den Sieg teuer bezahlt. Wir haben usiferen Toten geschworen, ihn uns nicht entreißen zu lassen. Bor diesem Denkmal erneuern wir diesen Schwur. Weil Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfüllt, und weil wir selbst annähernd 100 Milliarden für seine Rechnung haben zahlen müsien. sind wir zur Pfandnahme geschritten und haben Sanktionen zur Anwendung gebracht. Seit drei Jahren haben wir Geduld gehabt. Das hat uns jedoch nur Enttäuschungen eingetragen. Roch weiter zögern, neue Verfehlungen erdulden, Deutschland ohne Bürg- schasten die Aufschubfrist gewähren, die es forderte,— das hätte uns ihm vollkommen ausgeliefert. Wir sind ins Ruhrgebiek eingedrungen. und die Besetzung dieses reichen Bergwerks- und Industriegebiets hat uns gestattet, erbauliche Feststellungen zu machen. Wir haben uns davon überzeugt, daß uns Deutschland die Kohlen hätte liefern können, die es uns verweigerte, denn es hat sich so eingerichtet, daß es die Ruhrkohlen entbehren kann. Wir haben den Beweis erlangt, daß Deutschland in der Lag« gewesen wäre, in ausländischen Devisen zu zahlen. Verwendet es doch einen Teil davon, um Käufe im Auelande auszuführen. Endlich haben wir an Ort und Stelle jene militärischen Organisationen entlarven und auflösen können, die Deutschland schon in Ober» s ch l e s i e n unter dem harmlosen Titel Schutzpolizei vcr- barg. Wir haben auch die Gewißheit gewonnen, daß wenn »tan Deutschland ein zweijähriges Moratorium ohne Bürgschaften gewährt hätte, es nach Ablauf dieser Frist auf unser Zahlungsoer- langen mit einer Weigerung und einer cherausforde- rung geantwortet hätte. In diese Sackgasse hätte uns in fataler Weife eine Politik der Mäßigung und der Schwäche geführt. Di« Pfänder, die Deutschland uns nicht geben wollte, und die ge- wisse Alliierte im besten Glauben für unnötig hielten, halten wir für unerläßlich. Was wir im Ruhrgebiet gesehen haben, hat uns gezeigt, daß wir uns nicht getäuscht hatten.' Poincare erklärt« darauf, daß Frankreich die Pfänder nicht gegen einfache Versprechungen herausgeben werde und daß es nur nach Maßgabe der geleisteten Zahlungen sich aus dem Ruhrgebiet zurückziehen werde. Sodann fuhr er fort: „Frankreich hat durch fein Vorgehen keine Verkleinerung erfahren. Jnr Gegenteil: Es ist in den Augen aller derer gewachsen, die Geradheit und Entschlußfähigkeit achten.' Selbst England und Amerika, die über die Opportunität der Aktion anderer Ansicht ge- wesen feien, hätten sich nicht enthalten können, wenigstens die B e- weggründ« zu billigen, und die Berechtigung der sranzö- fischen Forderungen anzuerkennen. Der Weinungsumschwung, der sich zugunsten Frankreichs in den Vereinigten Slaalen und im britischen Reich, vo» dem Loucheur Beweise erhalten habe, sei sicher zum großen Teil darauf zurückzuführend daß Frankreich es verstanden habe, zu wollen, und doß es jetzt mit seinen belgischen Freunden in Händen halt», was Bonar Law mit Recht die S ch l a g a d e r Deutsch- lands genannt habe.„Wir gedenken jedoch niemand zu erdrosseln", so fuhr Poincare fort,„wir haben nur den Wunsch, uns bezahlt zu machen und uns vor einem finanziellen Zusammenbruch zu be- wahren? Die Anschuldigung imperialistischer Bestrebungen, die die deutsche Propaganda gegen Frankreich zu erheben verstanden hat, sind nichts als Dummheiten und Kindereien. Kein verstän- diger Mensch kann ernstlich glauben, daß Frankreich, welches die Menschenrechte proklamiert und das der Dolkssouverä- n i t ä t den vollkommensten Ausdruck gegeben hat, den tollen Gc- danken legt, fremde Völker unter sein Joch zu bringen und sich Ge- biete gegen den Willen der Bewohner anzueignen." Auch die Vorwürfe einer Handvoll Franzosen könnten Frankreich nicht von dem Ziel abbringen, das es sich gesetzt habe.„Uns genügt es, die Unterstützung des Landes und die Dilli- gung des Parlaments zu haben. Es ist wahr, gewisse Leute, die uns nicht ermutigt haben, in das Ruhrgebiet einzuziehen, möchten heute unser Unternehmen übertreiben und. sagen unserer Operation Schwäch« nach. Sie werden uns nicht Wan hindern, ohne Uebersiürzung das Unternehmen progressiv zu*nt- wickeln, ober wir werden das Programm beharrlich durchführen, Vos dte belgische und die französische Regierung in gemeinsamer UebeK einkunft aufgestellt haben: sie werden das auf lange Sicht vorge- fsfmre Werk nicht stören, ebensowenig imsere Kaltblütigkeit und unser Vertrauen. Andere Gegner behaupten mit etwas plumpen Sophismus die Ruhrbefchung habe die Preise in die Höhe geirieben. eis ob die Teucrung des Lebensunterhalts nicht von unserer Wirt- schaft und Finanzloge abhängig wäre und als ob diese Lage nicht von den ungeheuren Schulden käme, die wir aufnehmen mußten, uni die deutschen Zahlungen zu ersetzen. Gewisse Gelegen hcstspcssi- misien übertreiben die geringsten Zwischenfälle und gehen sogar so wxit. durch unvorsichtig« Bemerkungen den Widerstand des Deutschen Reiches zu ermutigen. Wenn man alle diese nich- tigen ZA'itlkcn anhört, dann wird man an«ine Rede von De- mosthenes erinnert, der jene schlechten Athener anklagte, die bei zedem Erfolg zitterten und seufzten und die Augen niederschlugen und die in dem Augenblick, in dem das Glück dem Ausland zu lächeln stvten, auf der Agora mit triumphierendem Lächeln spazieren gingen. Ware es möglich, daß es auch in Frankreich derartig o e r- blendete Bürger gibt? Wenn sich einige finden sollten, so stellen sie eine geringe Minderheit dar. Denn die Gesamtheit des Landes ist kmfchlvsicn,� das zu Ende zu führen, was begonnen wurde. Di« Aktion wird mit dem vollkommenen Wiederaufbau unserer verwüsteten Departements und mit der Wiedererhebung Frankreichs enden. Vergeblich wird Deutschland von uns auch nur «ine einzige Minute des Schwankens erwarten. In dem Unter- nehmen, das crfrrderlich war und dos Frankreich ins Werk gefetzt Hot, wird es durchhalten wie es o H n e G e w a l t und ohne Provozierung bisher durchgehalten hat.(!) Es wird furgu'au dout tbi'. zum Ende) vcrschrsiten und endlich durch einen dauerhaften Frieden und durch einen Frieden der Wiederherstellung das Werk feiner Taten vollenden. Damit wird es ihnen die beste Huldigung darbringen, die sie von den Ueberlebenden erwarten können." Borwürfe an England. Aus der Rede meldet WTB. nachträglich noch folgende Stelle: Im 18. Jahrhundert waren unsere Nachbarn jenseits des Kanals zu recht oder zu unrecht davon überzeugt, daß Dünkirchen sowie Calais«in Revolver fei, auf das Herz von England gertästet. Sie entschlossen sich, niemals zu gestatten, daß diese französischen Häfen wieder ausgerichtet werden. Sie fürchteten also, und beson- ders wegen der wirtschaftlichen Konkurrenz unsere: Häfen. Bis zu dem Vertrage von 1783 haben sie in Dun- tirchen Kommissare installiert, die untersagten, Molen zu bauen oder neu zu reparieren oder eine Batterie auszubauen, und dadurch haben sie bis zum Jahre 1783 alle Wiedererhebungsversuche erstickt. Nach einem Krieg«, den wir Seite an Seite für die Der- teidigung unserer Rechte durchgeführt haben, und der zwischen uns eine unlösbare Interessengemeinschaft geschaffen hat, kann sich da in England jemand wundern, daß wir unsererseits unsere Grenze gegen neue Einfälle sichern, und eine Ration, deren I m p e r i a- [isinors unheilbar erscheint, verhindern wollen, heuchlerisch ihre geheimen Vorbereitungen zum Einfall zu treffen? Der Friede Hai uns in dieser Richtung nur u n v o l l- k o m m e n e und provisorische Garantien gegeben. Er hatte uns andere versprochen, die uns alsdann verweigert wur- dem Wenn wir eine Lektion des DurchHaltens und der Beharr- lichkeit nötig hätten, wir konnten sie von unseren Freunden selbst empfangen. • Die neueste Rede Poincar6s bildet weit mehr eine Der- teidigung ferner Politik gegen feine inneren Gegner, denn einen Angriff gegen Deutschland. Denn das, rvas er zunächst über die„erbaulichen Feststellungen" erzählt, die Frankreich durch die Ruhrbesetzung gemacht habe, ist äußerst schwach. Aus seinen Bemerkungen über Deutschlands Kohlenversor gung, die trotz der Ruhrbesetzung aufrechterhalten bleibe, spricht nur der Aerger über das wirtschaftlich« Fiasko des Unter- nehmens, das damit indirekt bestätigt wird. Die Erzählung über die„entlarvten und aufgelösten militärischen Organisationen. die sich unter dem harmlosen Titel Schutzpolizei" versteckten, ist für die Oberflächlichkeit, mit der sich Poincar6 über deutsche Angelegenheiten informieren läßt, bezeichnend. Er hat etwas von„Selbstschutz organisationen" läuten ge- hört, die nicht von Frankreich, sondern von— Severing ent- larvt und aufgelöst worden sind. Es ist vielmehr in einzelnen Fällen nachgewiesen, daß die„Selbstschutz"- und„Kampf"- verbände in Bayern zum Teil mit französischem Gelde ar- besten, und es ist jedenfalls unwiderlegbar, daß diese national;- stischen Organisationen direkt den französischen Poincaristen in dje Hände arbeite»!, indem sie die Zerstörung der Reichseinheit propagieren und sich an der Ruhr als Prvvokateure von Zwischenfällen bemerkbar zu machen versuchen. Die fast unbewaffnete Schutzpolizei dagegen, die zum großen Prozentsatz sozialdernokratisch gesinnt ist, hat mit Militarismus ebensowenig etwas gemein, wie Herr Poincare mit Pazifismus. Sie hat unter furchtbar schwierigen Umständen die Ordnung an der Ruhr aufrechterhalten und»viederholt Blutvergießen verhütet, und das ist es»vohl, was ihr Poincar6 nicht verzeihen kann und weshalb er sie ausweisen läßt. Im übrigen hat Poincar6 seinen bisherigen Ruhrreden »rur einen neuen Phrasenschwall hinzugefügt, der nichts Bemerkenswertes enthält:„Räumung nach Maßgabe der ge- leisteten Zahlungen", das ist die bekannte Brüsseler Formel. Auch die Ableugnung imperialistischer Absichten ist nur eine Neuauflage früherer Versicherungen, steht aber mit allem, was Frankreichs Politik am Rhein und an der Saar das hauptsächliche Gepräge gibt, im schroffsten Wider- spruch. Auch ist es nur ein durchsichtiges Spiel mit Worten, wenn man annexionistische Pläne verneint und gleichzeitig die Räumungstermine praktisch ins Unendliche verschieben will. Das ist auch der großen Mehrzahl der Engländer und Ameri- kaner nicht entgangen, über deren angeblichen„M e i n u n g s- umfchwung" Poincar6 seinen gläubigen Zuhörern und Lesern zu erzählen weiß. Wenn er sich dabei auf L o u ch e u r Oeries, so hätte er hinzufügen müsien, daß die sympathischere 2*:fnahme Loucheurs in England gerade darauf zurückzu- fu»ren war, daß er dort als der Träger einer anderen Pdfctik angesehen wird als Poincare. �Während sich neun Zehntel der Welt gegen Poincar6s Gewaltpolitik moralisch auflehnen, wagt er es zu behaupten. daß Frankreich durch die Ruhraktion an Ansehen gewonnen bade! Das kann er rmr einem Bolke erzählen, dem die Stimmen des Auslarides systematisch verschwiegen und nur die Ergüsse der Rochermere-Presse täglich in aller Ausführlichkeit dargeboten werden. Aber allein diese Versicherung beweist, daß das französische Boll sich immer mebr beunruhigt fragt, was ihm denn moralisch und materiell die Ruhrbesetzung eigentlich ein- getragen hat. Ueber die moralische Seite stellt Poincar6 die Wahrheit auf den Kopf, über die materielle schweigt er sich gänzlich aus und vertröstet wieder einmal auf die Zu- kunft. Aber während er sich nach außen hin den Schein un- bedingter Entschlossenheit und Zuversicht gibt und von der „Gesamthei tdes Landes" spricht, die seine Politik billige und „bis ans Ende" durchzuführen entschlossen sei. dementiert er sich selbst, indem er sich gegen seine Gegner von rechts und links verteidigen muß. Ja einer schweizerischen Volksabstimmung ain Sonntag ivurde die sozialdeinokratisckie Zollinitiative mit 453 COO gegen 170 000 Stimmen verworfen. Beteiligung rund 54 Prozent. „Lanöesverrat*. � Von P a u l L e v i. Bor einigen Tagen flog da aus Bayern die putzige Nach- richt an, daß die Brüder v. Puttkamer verhaftet worden seien, einmal wegen der Baurschen Mache, dann aber auch wegen „Landesverrats". Sie Hüsten sich in die nationalsozialistische Partei als„Spitzel" eingeschlichen und über das dort Bekun- dete Berichte geschrieben: nicht nur an so linksgerichtete Blätter wie den„Berliner Börsenkourier", sondern selbst an eine„iwrddeutsche Regierung". Ueber diese amtlich aus- gegebene und damit um so mehr groteske Begründung regte sich in Anbetracht bayerischer Besonderheiten schon niemand mehr auf, selbst nicht darüber, daß in Bayern irgend jemand amtieren darf, der in der Bekanntgabe bayerischer„Staats- geheimnisse" cm Preußen oder das Reich— wer war die norddeutsche Regierung?— Landesverrat erbkickt: schließlich scheint die ganze Sache zu dumm geworden zu Begründung falle,» gela elbst einem bayerischen Polizeigehirn ein, und man scheint diesen Teil der sen zu haben. Was aber geblieben ist, das ist die Tatsachs, daß über- Haupt irgendeine amtliche Stelle— und eine, die schwere Ein- griffe in das Privatleben machen kann— in der Erkundung der Geheimnisse der bayerischen Nationalsozialisten zugleich dje Erkundung bayerischer Staatsgeheimnisse erblickt: wieder einmal ist damit die Aufmerksamkeit gelenkt auf eine Recht- sprechung, deren Urheber das Reichsgericht ist, deren Aitsbau allmählich zu einem staatsgefährlichen Unfug wird. Der Bersailler Bertrag hat ja nicht nur die politischein Be- Ziehungen des Deutschen Reiches neu geregelt; er brachte eine Reihe schwerer innerpolitischer Eingriffe. Er brachte organi- satorischc Bestimmungen über die Reichswehr und über die Bewaffnung; er brachte im Zusammenhang damit Bestimmungen über das Lereinsleben und Waffenführung Privater. Verbände militärifcyer Art wurden verboten, auch wenn sie von Privaten organisiert wurden: Waffen waren abzuliefern: Waffenlager außer den vor der Reichsroehr vorschriftsmäßig gehaltenen Beständen untersagt. Wo also solch« Verbände und Bestände sich zeigten, zeigte sich etwas Gesetzwidriges. Der Deutsche ist eine gesetzmäßige Rawr. Die Sorge, daß der Staat in Ordnung sei, ist eine ge»neine: in keinem Lande vielleicht haben die bestellten„Hüter"— die nicht innner, wie Plato vorsieht, Philosophen zu sein brauchen— so viel freiwillige Mitarbeiter. Wo ein deutsches Auge eins Gesetzwidrigkeit erblickt, da ruft ein zugehöriger deutscher Mund nach der Polizei. Und in Fällen größerer politischer Bedeutung pflegt er in der Presse nach der Wiederherstellung der verletzten Ordnung zu rufen. Er hielt es sozusagen für sein Naturrecht, etwas Strafbares umd Verbotenes öffentlich zu denurlzieren zu dürfen und Abhilfe zu fordern, bis er eines Tages von» Reichsgericht eines anderen belehrt wurde. Das Reichsgericht nämlich belehrte ihn: Jene Ge- und Verbote des Bersailler Vertrages bmden nur das Deutsche Reich; sie binden nicht den deutschen Staatsbürger. Daß jene Ge- und Verbots durchgsführt�wsrden, ist Sache des Reiches und nicht des ein- zelnen Staatsbürgers; rver sich um die Durchführung gar kümmert in einer Weise, die, öffentlich oder geheim, eine fremde Macht von bestehenden Verstößen gegen jene Ge- und Verbots erfährt, begeht Landesverrat; denn— das ist offenbar der Schluß— jene illegalen Organisationen und Waffen- lager sind Dinge, deren Bestand und Geheimhaltung das Interesse des Reiches erfordert. Damit floß das reine Wässer- lein der angewandtem Jurisprudenz in den breiten Strom der deutschvölkischen Agstation; wie es fa überhaupt das Natur- gesetz juristischen Denkens zu sein scheint, nach rechts zu fließen. Fließt es ausnahmsweise nach links, so wird es Terror genannt. Es soll hier gar nicht weiter untersucht werden, welche außenpolitischen Schwierigkeiten, welche innckre Unruhe und Gefahren, welche Mordtaten und»velche Attentate, wenn nicht direkt, so doch indirekt, auf das Konto einer Rechtsprechmrg zu setzen sind, die solche illegalen Erscheimingen dem entzog. das allein bakterientötend« Kraft Hot— dem Sonnenlicht der öffentlichen Kritik. In dem durch die reichsgerichtliche Judikatur geschaffenen Halbdunkel konnten sie gedeihen— jene„völki- schan" Organisationen in und außer Bayern. Wir wollen uns hier lediglich mit zwei innerpolitischen Folgen jenen Rechtsspruches beschäftigest. Deren eine ist: Jene reichsgenchtliche Judikatur ist das wunderbare Mittel, jede Ressortsauerei eines Ministsriruns — des Reichswehrministeriums zumal— mit dem Mantel des höheren Staatsinteresses zu bedecken. Es ist auch von dem Redner unserer Fraktion anläßlich der letzten Beratung des Militäretots mit aller Deutlichkeit darauf himgewieien worden, daß im Reichswehrministerium einiges anders fein könnte, als es ist. Es ist auf die Dauer einfach unerträglich, daß eine Judikatur der öffentlichen Kritik das zu entziehen versucht, was in der Verwaltung eines Ressorts mit dem öffentlichen Interesse nicht vereinbar erscheint. Mir wollen aus bestimmten Gründen nur hinweisen auf die Verhaftung Walter O e h m e s und daraus, inwieweit hier ein wirkliches Interesse der gesamten Presse verletzt wird. Das führt aber unmittelbar zu einer zweiten inner- politischen Folge jener reichsgerichtlichen Judikatur. Es gibt viele Deutschs, die in der Organisation C und der Arbeits- gemeinschaft Roßbach nicht die schönste Blüte staatlicher Ge- meinschaft und in den Waffenlagern, die irgendwo bei einem brandenburgischen oder pomiHetschen Junker ruhen, nicht die sicherste Burgschaft sehen dafür, daß es dem Deutschen Reich fürderhin wohlergehe. Es gibt viele Deutsche, die glauben bo�\mi Organisationen und Waffenlager als staats- und ge- meingefährlich zu bekämpfen seien mit allen Mitteln, mit den legalen Mitteln staatlicher Verwaltung und Rechtsprechung noran. Diese Deutschen sind dieser Meinung nicht weil, son- dern obgleich es im Verfailler Vertrag steht. Diese Deut- schen find der Auffassung, daß der alte preußische Militarismus Deutschland genug geschadet habe und daß es Pflicht wäre, seine Reste zu zerstören und sein Wiederaufleben zu verhin- dern, selbst wenn im Verfailler Vertrag kein Wörtchen darin stünde. Der in Deutschland sich ausbreitende„Landesverrats"- unflig läuft darauf hinaus, sie mundtot zu machen und jene anderen gewissermaßen für heilig zu erklären. Damit ist diese Rechtsprechung selber zu einer staatlichen Gefahr geworden. flnd vielleicht kann es sich so fügen, daß die ganze bayerische Frage, deren jetzige Gestaltung ohne jene Reichsgerichtsjudika- tur schwer denkbar ist, denmächst in eiirer Form vor das Reichsgericht tritt, die die Väter wird scheuen machen, sich selbst in ihren Früchten zu erkennen. Die Herren Eckardt u. Co. haben den Anfang gemacht. vor öer Erlärung Rosenbergs. Eine Rede Scheidemanns. uafsel, IS. April.(Eigener Drahtbericht.) Vor 3000 bis 4000 Menschen sprach am Sonntag vormittag Genosse Scheidemann in der Kasseler StcrMjalfe über die politische Lage. Er verwies eingangs seiner Rede darauf, daß am Montag im Reichstage Außen- minister Rofenberg ztrrn ersten Male zu Erklärungen über die deutsche Außenpolitik das Wort ergreift. Man müsse erwarten, daß er sich klar und unzweideutig über die Lage äußere. Trotz der furchlt-srcn Lage Deutschlands gibt es im Lande immer noch Leute, die sich über den Ernst der Lag« Täuschungen hingeben. Daran trägt das System der Lüge die Schuld, das jetzt genau so wie während des Krieges von gewissen Berliner Zentralstellen unter- halten wird. Wir verlangen von der Regierung Euno ein aktive Politik. Wir haben nicht die Absicht, den Nationalisten das Material für eine neu« Dolchstoßlegende zu geben, erwarten aber trotzdem von der Regierung, daß sie sich in der kommenden außen- politischen Debatte im Reichstage eimnal klar und deutlich darüber ausspricht, wie sie sich die Beendigung des Ruhrabenteuers eigentlich vorstellt. Es kann keiner Regierung gestattet sein, in einer Zeit, da das Volk seine besten Kräfte in einem Kamps passiver Abwehr er- schöpft, eine passive Politik betreiben.' Wenn unser Abwehrkampf gegen Frankreich nur passiv sein kann, so muß zumindest die Politik der Regierung aktiv sein. Wir verwehren der Regierung die Rolle jenes Pfarrers in Björnfons„Uebcr die Kraft" zu spielen, der in killen Leiten oerharrt und der auf ein großes Wunder wartet. Dieses Wunder geschieht für uns nicht. Uns hilft kein Gott und kein Mensch. Wir müssen uns mit unserer Berstandeskraft selber helfen. Durch die Passivität der Regierung verstreicht kostbare Zeit und droht die Gesahr, daß sich die Entente wieder verständigt und Frankreich und Belgien gemeinsam mit Eng- land den Versuch unternehmen, die Rlchrkrise durch ein neues Ultimatum an Deutschland zu lösen. Wir sehen, wenn Klarheit und Wahrheit ihr« Herrschast antreten, die Möglichkeit, das Ruhr- oben teuer bald zu Ende zu führen, ohne jedoch dieses Ende unter allen Umständen zu wollen. Die Regierung Euno soll einen Weg einsäilagen, der eine wirkliche Verständigung ermöglicht. Und wenn dann unsere Gegner nicht mit uns verhan. dein wollen, haben wir nichts verloren. Im Gegen- teil wird das deutsche Volk dann fernen Kampf passiver Abwehr mit 0 erhöhter Energie weiterfuhren. Die VerstSichigungsmöglichteiten werden hent« wie während des Krieges von den Nationalisten sabotiert. Die deutsche Arbeiterschaft ist die deutsche Kerntruppe des .Widerstandes gegen. Frankteich, und deshalb muß ihre Einstellung zu der außenpolitischen Krise bei deren Lösung für die Regierung in allererster Linie maßgebend sein. Neben der Scheidemann-DersmmnZung fand eine Gegen- kundgebung der sogenannten vaterländischen verbände statt, hinter� der sich die Reaktion verbarg. Diese Kundgebung fand auf dem Friedrichsplatz statt, während die Kommunisten sich einige hundert Meter davon auf einem anderen Platze versammelten und Versuche unternahmen, die Veranstaltung der Nationlisten zu stören. Man tanzt. Von Lena. � Vor mir liegt die bürgerliche Zeitung einer Mittelstadt, die Residenz war, eine Zeitung, die es sich angelegen sein läßt, ständig Haß und Empörung gegen die Franzosen zu schüren, ständig unser Leiden unter dem unerträglichen Druck zu schildern. Heute steht über den letzten Drahtmeldungen dieses Blattes in großem Druck: „Frankreichs Ruhrbilanz S1 Morde." Und etwas später unten folgt der Bericht über den Tod eines deutschen Mädchens in Waltrop. Dazwischen vieles andere in ähnlichem Sinne.— Erschüttert legte ich das Blatt aus der Hand. Es war das Hauptblatt. Dann ergriff ich das Beiblatt und las eine wichtige Mitteilung(unter den Orts- Nachrichten), eine Mitteilung, welche genau die doppelte Zeilenzahl umfaßte, wie die andere Über den Tod des deutschen Mädchens. Diese Mitteilung trug— natürlich auch in fettem Druck— die Ueberschrift:„Reue Vereinsgründung." Welchen Verein hat man denn da gegründet? Wir haben ja wohl deren genug in Deutschland, und alte wichtige Vereine lösen sich auf, weil ihre Mitglieder die notwendig erhöhten Beiträge nicht mehr zu erschwingen vermögen. Ja, dieser neue Derein hat steilich einen wichtigen Zweck.„Dem Beispiel anderer Städte folgend", haken„Herren und Damen der Gesellschaft" einen Verein gegründet, der bezweckt, die edle Tanzkunst zu einer besonderen Hochentwicklung ' zu bringen. Zu diesem Zwecke sollen Tanzabende veranstaltet und Turniers!! abgehalten werdkn, die letzteren dürften allerdings erfreulicherweise etwas unblutiger oerlaufen als jene Turniere, welche wahrscheinlich die Borfahren eines Teiles der tanzenden„Herren und Damen der Gesellschaft" in jener glücklichen Zeit zu veranstalten pflegten, als es noch Raubritter und leibeigene Menschen in Deutsch- land gab. Wie gut, daß es heute noch, in dieser Zeit der bitteren Rot, in der man nachdenkt über jedes Stückchen Brot, das man ißt, Menschen gibt, die Frohsinn, Unbekümmertheit Zeit und Körper- traft aufzubringen vermögen, um zu tanzen, zu tanzen, zu tanzen! Heißa, hopsassa! Es erinnert mich an den Wiener Kongreß, den man abhielt nach den„Befreiungskriegen, als man den ersten Napoleon nach Elba verbannt hatte. Man beriet auf diesem Kongreß darüber, wie man den Völkern d:t Errungenschaften der französischen Revolution nehmen könne. Doch strengte man sich nicht allzu sehr mit Arbeit an. Als nämlich der erste Napoleon dann wieder ausbrach von. Elba und der Krieg aufs neue auflohte, da fragte man:„Was macht der Kongreß?" und erhielt die Antwort:„Le eoagrts danse."„Der Kongreß tanzt." Aber die Völker verspritzten von neuem ihr Blut auf den Schlachtfeldern von Waterloo.— Es sind wohl auch damals „Herren und Damen der Gssellsriwst" gewesen, die in Wien tanzten. Ja, es ist doch schon, wenn man im Hauptblatt Deutschlands Unglück beklagt und im Beiblatt tanzt! Jedoch ist im großen und ganzen die Veranstaltung ruhig verlaufen. Auffällig war die Veieiiigung der Reichswehr, der Reichsmehr- kapelle und der Kapelle der Schupo an dieser Kundgebung, eine Tai- fache, über die man noch weiter zu reden haben wird. �Republikanische NotWehr/ Ein Experiment in Magdeburg. Magdeburg, 16. April.(Eigener Drahtbericht.) Die Organi- satsation„S t a h l h e l m", die nach dem RathenÄi-Mord von dem Minister des Innern verboten wurde, ist in Magdsburg behsi- malet und hat hier ihren Zentratsitz. Beim Kapp-Putsch hatte sich der„Stahlhelm" dem ins Kapplager übergeschwenkten Reichs- wehrkommandeur zur Verfügung gestellt. Deshalb wurde die nach dem Rathsnau-Mord erfolgte Auflösung dieser von allen Republi- kanern als eine reaktionär empfundene Organisation und die Be- schlagnahme ihrer Wafsenlager lebhaft begrüßt. Um so überraschter waren die Magdeburger Genossen, als sie erfuhren, daß der Staats- gerichtshof die Auflösung des Stahlhelmbundcs aufgehoben habe. Kurz entschlossen hat die Partei infolgedessen ihre zuverlässig- sten Genossen in Ordnungsabteilungen von je 100 Mann zusammengestellt und diese neuaufgeltellte Organisation«Repu- biikanische Notwehr" getauft. Diese Notwehr— 15 Hundertschaften— veranstaltet« am Sonntag einen ersten öffentlichen Auf- marsch. Um allen Mißdeutungen von vornherein vorzubeugen, beschloß die Ordnerleitung noch während des Aufmarsches, den Oberpräsidenten Hörsing zu bitten, der Kundgebung bei- zuwohnen. Unter Trommelwirbel wurde eine Fahne in den Farben der Republik entrollt, und der Führer, Genosse Höitermann, legte in einer Ansprache an den Oberpräsidenten Hörsing die Ziele der „Notwehr" dar, wobei er u. a. erklärte: Die republikanische Notwehr ist keine eigene Organisation, sie ist ein Organ der sozialdemokratischen Partei, welche die Führerstellen kontrolliert und deren Anweisungen wir folgen. Die republikanische Rotwehr maßt sich weder Polizei- liche, noch militärische Befugnisse an, noch will sie solche in normalen Zeiten haben. Wir wollen eine Notwehr sein, die Republik und ihre Einrichtungen schützen, wenn die legale Rc- gierunq uns ruft. Wir sind alle unbewaffnet und wollen auch keine illegale Bewaffnung haben. Wir werden im Gegenteil alles wn, um geheime Waffenlager aufzu- spüren, um diese den Behörden zu übergeben. Wir sind alle Sozialdemokraten, alte Soldaten und Frontkämpfer, mili- tärische Exerzitien brauchen wir nicht, aber eisern ist unser Wille, unter der Fahne der Republik fest zusammenzuhalten, zu jeder Stunde bereitzustehen, dem Führer zu folgen und zu gehorchen. Ruft uns die Regierung, dann werden wir mit allen Mitteln Regierung und Republik verteidigen, mögen die Angreifer von rechts oder links kommen, mögen sie Rechts- oder Linksbolschemisten sein. Oberprösident H ö r s i n g gab auf diese Rede eine Antwort, in der es u. a. hieß: Seit mehr als drei Iahren, seitdem ich die Ehre habe, an der Spitz« der Provinz Sachsen zu stehen, habe ich den Kampf gegen die c-rganisierten Feinde der Republik führen müssen und geführt. Bisher hat die Republik alle die zahllosen Schandtaten derer von rechts und links mit einer wahren Lamms- geduld hingenommen. Daß Ihre Partei nach den letzten politischen Ereignissen, insbesondere nach dem Verfrilien der Putschisten, eine andere Tdktik einschlägt, ist durchaus begveislich und verständlich. Ueber die mutige Tat Ihrer Partei, die ihre f e st e st e n und erprobtesten Männer als republikanische Not» wehr der Regierung zur Verfügung stellt, werden sich gewiß alle Republikaner freuen. Ich werde nicht versäumen, dem Herrn Minister des Inneren Mitteilung zu machen von dem, was ich hier gesehen und gehört habe. Nach der durch das strafte diszipliniert« Auftreten wuchtig wirkenden Kundgebung, mochte die �Notwehr", deren Mitglieder durch eine weiße Armbinde mit schwarzrotgoldenem Streifen gekennzeichnet sind, einen Umzug durch die Haupt- straßen der Stadt Magdeburg. Neue tzitlerparaüe in München. München. 16. April.(TU.) Die Stoßtrupps der National- sozialiften hielten am Sonntag ein« große Geländeübung ab, und zwar in der Gegend von Reufreimann im Norden Münchens. Diese Uebung dürste wohl> die größte bisher abgehalten« derartige Ber- ---------- i.,.....__........j------------------- 3ra 2. Konzert des 9. Bezirks im Gau Berlin und Umgebung des Deutschen Arbeiter-Sängerbundes sangen gestern in der Philharmonie: Männerchor Friedenau-Steglitz, Volkschor Tempelhof-Mariendorf, Gesamtfrauenchor des 9. Bezirks, Freie Sänger Zossen, Schöneberger Männerchor Freundschaft. Obwohl das Programm volkstümlich-oar, blieben die Leistungen auch billigsten Ansprüchen allzuviel schuldig. Di« Zossener Sänger(Chormeister K n a u e r) wagten sich an Bruchs eüvas schwierigeren Chor„Vom Rhein" heran und bewiesen damit, daß die Grenze ihres Könnens auf tieferer Stuf« liegt. Einzig Fr. Stempel scheint für seine Aufgabe als Chormeistcr auch einen gewissen Fundus an musika- lifchem Gefühl und Ausdrucksvermögen zu besitzen; der von ihm geleitete Schöneberger Männerchor fiel im Rahmen des Gesamtbildes durch ernsthafte Arbeit angenehm auf. Ganz unreif für den Konzert- saal und ohne jede Feinheit fang der von O. Schumacher geleitet« Gesamtfrauenchor. Die übrigen Leistungen überragten nicht das Sammergarten-Veremsfest-Nimau. Das gilt auch für die als Solisten mitwirkenden Dilettanten(Fräulein Junge und Herr Knauer). Das Publikum— der große Saal war voll besetzt— zeigte sich beifallsfreudig. Der Deutschs Arbeiter-Sänger- b u n d sollte wenigstens für den Gau Berlin eine Jury einrichten und zu so anspruchsvoll auftretenden öftentlichen Konzertunter- nehmungen, die unter der Flagge des„Tentfchen Arbeiter-Sünger- bundes" segeln, nur konzertreise Chöre zulassen. Bei der Muster- haften Disziplin unserer Genossen ist zu erwarten, daß sie sich den Urteilen dieser Jury gern fügen. vny Befläligung der Einslein-Theorie. Die englische wissenschaftliche Welt steht auf dem Standpunkte, daß die bei der vorjähvwen Sonnenfinsterenis vorgenommenen Ueberprüfungen mit der»cll- ständigen Bestätigung der Relativitätstheorie Einsteins gc/idigt haben. Das ist das Ergebnis der von den kanadischen Gelehrten in W a l l a l im nordwestlichen Australien angestellten Beobach- tungen. Nunmehr erklärt auch der Direktor des Observatoriums in Lick, Dr. Campbell, der die amerikanische Expedition nach Wallal leitet«, daß die aufgenommenen Photographien die Theorien EmsteinZ bestätigen. Schließlich erklärte der britische Astronom Frank D y s o n in einem Gespräch mit Journalisten diese Beobach- tungen für die unbedingte Bestätiaung, auf welche die Wissenschaft- liche Welt bisher gewartet habe. Es fei festgestellt worden, daß das Licht, daß seinen Weg außerhalb der Sonne nimmt, von seiner Bahn abgelenkt wurde, und daß die Sonne die Lichtstrahlen bieg«, als ob sie Teilchen einer Materie biegen würde Der Beugungsgrad sei freilich sehr gering und lasse sich nur mit den emp'indiichsten In- strumenten messen. Wenn auch die ganz« Theorie Einsteins sich durch eine einfach- Formel nicht ausdrücken lasse, so werde der all- gemeine Lehrsatz als gültig angenommen, daß die Eigenschaften eines Raumes, die bisher als absolut gegolten haben, sich nach besonderen Umständen richten. Ferngespräche aus weite Entfernungen. In Europa gehören die Verbindungen Lonöon— G:nf mit 800 Kilometern, Brüssel— Marie' lle mit 900 Kilometern und Paris— Rom mit 1200 Kilometern zu den längsten Strecken, auf denen Ferngespräche durch Kabel vermittelt werden. In Amerika aber kann man, wie Geh. Rat Wernekke in anstaltung der Rationalsozialistsschen Partei gewesen sein. Beim Rückmarsch in die Stadt wurden die Abteilungen in Schwabing von vier Musikkorps empfangen und durch die Ludwigstraße und Schön- felder Straße zur Prinzregentenstraße geleitet, wo in der Näh« des preußischen Gesandtschaftsgebäudes Hitler die Parade abnahm. Die Massen verteilten sich hierauf auf die größten Säle der Stadt. Der Rufsichtsrat ües Ruhrgebiets. Paris, 16. April.(Havas.) Der belgische Ministerpräsident Theunis äußerte nach Schluß der Beratungen vor Journalisten: „Wir haben eine Sitzung des Aufsichtsrats des Ruhrgebiets abge- halten." Nach der gleichen Quelle haben die Ministerpräsidenten der beiden Länder beschlossen, demnächst in Brüssel miteinander zu konferieren. Paris, 16. April.(WTB.) Ueber das Ergebnis der franzö- sisch-belgifchen Konferenz verbreitet Havas eine offenbar amtlich beeinflußie Mitteilung, in der die Agentur feststellen zu können glaubt, daß die Verhandlungen in einem ausgesprochen tech. nischen Rahmm geblieben seien. Die belgischen und die franzö- fischen Staatsmänner hätten ihren gemeinsamen Willen bekundet. die Ruhraktion immer produktiver zu gestalten, damlr sie sie solange fortsetzen könnten, alz es der deutsche Widerstand erforderlich mache. Daraus erklärten sich die Anordnungen zur Beschleunigung der Abbeförderung der Kohlen, und Koksläger, in- dem man das Personal vermehre, sowie die Mahrnchme, die Kohlensteuer für di« Kohlen einzuziehen, die für den deustchen Ge- brauch bestimmt seien. Außerdem soll« die Holzgewinnung in den Staatsforsten verstärkt werden. Schleeßtich beabsichtige man, die „widerspenstigen" Eiscnbahnbeamten auch fernerhin auszuwei» s e n. Andererstits hätten die französischen und dt« belgischen Minister den Grundsatz aufgestellt, daß die kosten für Beschlagnahme des Ruhrgebiets als Pfandes und dessen Ausbeutung als Priorität an Frankreich und Belgien, die sie durchführten, zurückzuzahl-n feien, und zwar aus dem Ertrag der Besetzung selbst. Erst der U eberschuh solle an alle Alliierten zur Verteilung ge- langen. Zu diesem Zweck würden die französischen und die bel- gischen Behörden ein« regelmäßige Buchführung einrichten. Der Finanzminister de Losteyrie begebe sich deshalb nach Düssel- darf, um in einer Beratung mit den Technikern dies« Organisation durchzuführen. Die belgischen und di« stanzöstschen Minister hätten schließlich festgestellt, daß der englische Standpunkt v:m französisch-belgischen uoch zu weit eutferut sei, um zurzeit über die Reparationcfrage neue aussichtsreiche Der- Handlungen mit England wieder aufzunehmen. Dagegen Habs man die Nützlichkeit anerkannt, von den stanzöstschen und den belgischen Sachverständigen Grundlagen einer s i n a n.z i e l l e n Rege- lung der Reparationen aufstellen zu lassen. Zu diesem Zweck werde Louis Barthou uner Beistand von Seydvux mit dem belgischen Vertreter in der Reparationskommission, Delacroix, vsrhanoeln. In diesem Zusammenhang scheine man die Absicht zu haben, sich vom Rahmen des Zahlungsplans vom 8. Mai 1921 nicht zu ent- fernen, der die Zahlung von Schatzbons A und B im Werts ven 50 Mlliarden und eine Restzahlung von 82 Milliarden durch Schatzbons C vorsehe. Man wisse, daß Poincarä auf der letzten Londoner Konferenz vorgeschlagen habe, die für die Liquidierimg erforderlichen Summen aus den Schotzbons C zu entnehmen, wodurch die deutsche Schuld entsprechend herabgesetzt würde. In etwa 14 Tagen werde eine neue Konferenz der stanzösifch-n urd dir belgischen Minister in Brüssel abgehalten werden, in deren Verlauf die inzwischen von den Sachverständigen geleisteten Ar- beiten geprüft werden würden. Ohne Zweifel werde dann auch die Sicherheitsfrage geprüft werden, die auf der letzten Kon- ferenz nicht berührt worden fei. Paris, 16. April.(TU.) Theunis und Jasper sagten während der Fahr: nach Brüssel zu einem Mitarbeiter des„Etoile Beige" u. a.:„Wir werden unserer Reparatianspolitik treu bleiben. Wir setzen unseren Druck auf das Reich fort. Dieser Druck muß, wi: wir immer der Ansicht waren, sehr energisch sein. Wir werden den Abtransport der Kohlen und Koksdepots, die auf d:n Bergwerksholden lagern, fortsetzen. Dieses Depot ist so bedeutend, daß wir sieben Monat« zu tun haben. Die ftanzösischen Hochöfen, die aus Mangel an Kohle ausgslöfchl werden mußten, werden wir von neuem in Tätigkeit setzen." Paris, 16. April.(EE.) Heute treten auf dem Quai dTtrsoy der Präsident der Reparationskommission Barthou, der belgische Hauptdelegierte in dieser Kommission Delacroix und sein Stell. der„Umschau" ausführt, auf sehr viel weitere Entfernungen sprechen. So wurden bei der Eröffnung der Fernsprechverbindung Key West in Florida mit Havanna Grüß« zwischen dem amerikanischen Prä- sidenten und dem von Kuba auf eine Entfernung von 8P0 Kilometern ausgetauscht. Eine Rede, die Präsident Hartling in Washington hielt, wurde nach New Pork und von da nach San Franzis'kv auf eine Entfernung von 5200 Kilometern telephonisch weitergeben. Der zur Uebermittlung der Rede nötige Strom mußte unterwegs wiederholt verstärkt werden, wobei Zahlen von 27 Nullen» also von mehreren tausend Milliarden, vorkamen. In Washington, wo die Rede 150 000 Personen anhörten, ebenso in New Pork, w» 30 000 und in San Franziska, wo 20 000 Zuhörer versammelt waren, gaben lautsprechende Fernsprecher die Worte so wieder, daß sie auf 150 Meter Entfernung im Freien deutlich zu hören waren. Ferngespräche auf solche Entfernungen sind in Amerika möglich, weil fast das ganze Festland der Vereinigten Staaten und von Kanada von einem einheitlichen Sprechnetz bedeckt ist. Unter den amerika- nischen Fernkabeln ist das 486 Kilometer lang« zwischen Philadelphia und Pittsburg das bedeutendste. Es ist ein Teil der Verbin. dvng New Pork— Chikago, an der gearbeitet wird und die fast 1400 Kilometer lang werden soll. . Eine neue Art von Zcllcu? Auf eine neue Art von Freßzellen oder Phagozyten, di« für den erkrankten Körper von größter Bc. deutung sind, macht der stanzösische Gelehrte Morel in der.Press« mödecale" aufmerksam. Er hat in allen möglichen Organen, so z. B. in den Lungenbläschen bei Lungenentzündung, große Fett- elemente gefunden, die man bisher als veränderte und degeneriert« Fettneubildungen auffaßte. In diesen sogenannten„Staubzellen" erkennt er nun eine neu« Art von Zellen, nämlich groß« Freßzellen, die im Organismus sehr wichtig« Aufgaben zu erfüllen haben. Sie vertedigen ihn in der Form der Resorption und besitzen die Fähig- keit, die Gewebe zu durchdringen, bekämpfen nicht nur die Bäk- terien, sondern erweisen sich auch dadurch nützlich, daß si« mit Ab- bruchelcmenten aufräumen._ Tr. Wyneken iH vom TSucingllchen Siaattminili erimn Nrnneftie erteilt worden. Tai Urteil, das ihm ein Jahr Dejängni« eintrug, ist auf- gehoben worden. Tie Bcruföichule im Urteil der Schüler. Dienstag 7 Uhr spricht im W-rner- Siemens- Realgymnasium, Berlin W., Hohenftansenstr. 47/4S, eine lange Reihe von jungen N etlichen, die in beruflicher Ausbildung stehen, über ihre Eindrücke der BeruiSschnIanZbildung. Heinrich Eisenbart, ein in Dien sehr bekumcker und beliebter Komiker, der besonder-; in jüdischen Jargomoll-n improvisierter D'tz und Eigenart entfattete, ist dort gestorben. Eine neue.Fornarina« RoffaelS. Ein Schwesterbild der berübmten sogenannten Fornarina von Raffaei ist auZ den Lagern der Galleria Corfini in Rom ans ZaaeSlicht gezogen worden. Die ganz« Frage nach der Perlönlichkeit der Dargestellten ist wieder ausgerollt worden. Diese beiden Bildnisse sollen überbaupt nicht die von Raffaei geliebte sogenannte Fornarina darüelleit. iondern Porträts der Beatriee Ferrarese fein, einer berühmten Schönheit jener Zelt. Auch ioll nlch: Raffaei. fondern Zeballiano del Piomia der Schöpier des DerkeS sein. Amuadic» hat laut New Jvrker Nachrichten am 15. April Name in Alaska mit einem Hunde, chlitten verlassen. Er beabsichtigt gt. in Juni auf dem Lustwege nach dem Nardpoj vorz�drmges. Vertreter Bemelmans, der Direktor für politische Angelexisr.- heiten auf dem Quai d'Orsay Perretti della Rocca und der Unterstaatssekretär für kommerzielle Angelegenheiten S e y d o u x zusammen, um die ersten Beratungen des neuen Reparationsplans zu pflegen. Man glaubt, daß dieser in vierzehn Tagen fertiggestellt sein wird, und daß Poincare sich zu einer neuen Konferenz nach Brüffel begeben könnte. Di«„Chicego Tribüne" erfährt an gutunter- richteter Stelle, daß der neue französische Reparationsplan den be- reits bekanntgegebenen Forderungen entsprechen werde, d. h. Frank- reich werde eine Bezahlung von 40 Mlliarden Goldmark innerhalb von zehn Jahren fordern, wobei Frankreich und Belgien die Priori- tat bei allen Zahlungen genießen solle. Der Zinsfuß sowie die Modalitäten für die allmähliche Räumung des Ruhrgebietes sollen in genauer Form in diesen neuen'Plan aufgenommen werden. Cnglifthe öeurteilung der Rede powcares. temdon. 16. April.(WTB.)„Weftminster Gazette" nimmt als einziges Blatt zu der Rede Poincares in einem Leitartikel Stellung. Das liberale Watt schreibt, die Rede fördere die Lösung der zwischen Frankreick) und Deutschland strittigen Fragen nicht merklich. Poin- csre habe die Gelegenheit ergriffen, um eine Anzahl von Dingen zu sagen, die in der augenblicklichen Loge belanglos seien, und Hab« die einzige Frage unberücksichtigt gelösten, die dringend geklärt werden müsse nämlich den Betrag, den Frankreich fordert. Was die Welt augenblicklich von Frankreich erwarte, sei ein Zeichen, daß es die Forderung aufgegeben hat, die Deutschland für immer in Verzug erklären würd.' Dielleicht sei es zuviel gewesen, zu erwanen, daß Poincare so vollständig herabklimme. Es sei jedoch an der Zeit, zu erkennen, daß die Delt dieser dauernd wiederholten Erklärung scanzösischer Entschlossenheit, da» Vuhrgebiet beseht zu halten, ohne den Grund dafür anzugeben, überdrüssig sei: wenn der britische Plan angenommen worden wäre, so würde vollständige Solidarität unter den Alliierten gegenüber einem widerspenstigen Deutschland vorhanden gewesen sein. Wenn euch Poincares Rede als eine versäumte Gelegenheit anze- sehen werden müsse, so dürfe Deutschland nicht unbeschränkt dieselbe Taktik„purer Halsstarrigkeit" fortsetzen. Deutschland könne nicht seiner Verantwortlichkeit zu entgehen suchen, weil Frankreich eine von den meisten Leuten verurteilt« Aktion unternommen Hobe. Ein auftichliges und vernSufstges deutsches Angebot würde eine wesentliche Veränderung der Lage herbeiführen. Poin- care Hobe gestern die Türe nicht geöffnet, aber auch nicht geschlossen, und es sei Z e i t, daß Deutschland erkenne, was von ihm erwartet werde. England stehe nach wie vor auf dem Standpunkt, daß Deutschland Reparationen leisten müste.— Der diplomatische Berichterstatter der„Westminster Gazette" schreibt, man könne sich kaum etwas vorstellen, was weniger der Stimm« eines Mannes gleiche, der bestrebt sei, in der augenblicklichen Krist- zu verhandeln, als die gestrige Rede Poincares in Dünkirchen.—„Daily Herald" (foz.) überschreibt seinen Bericht:„Poicare zerschlägt die Hoff- mng auf eine Ruhrregelung." Der Pariser Berichterstatter des Blattes sagt, Poincares Red« mache cs klar, daß die durch die Cr- örterur.gcn im Anschluß an die Reise Loucheurs erweckte Hoffnung auf eine baldige Regelung der Ruhrstage illusorisch war.— Der Pariser Berichterstatter der„Times"" bezeichnet die Rede Poincares als eine äußerst wichtige Erklärung, die sicher politisch eine ungeheure Wirkung haben wcrde. Sie werde die Stellung Poincares, der das Ziel zahlreicher Angriffe zu werden begonnen habe, stärken. Die Tatsache, daß Poincare L o u ch e u r, der an seiner Seite faß. ein öffentliches Kompliment zollte, habe beträchtliche Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf das gestern veröffentlichte Schreiben Loucheurs, worin er die Leute zurückweise, die die letzten Ereignisse als ein Anzeichen einer zwischen ihm und Poincare bestehenden Meinungsverschiedenheit darzu- stellen juchten._ Kampfentscblossen und verhanölungsbereit. Bielefeld. 16. April.(WTB.) Am 13. und 14. April tagte in Bielefeld die R e i ch s k o n f e r e n z des Gefanttoorftandes und der Bezirksleiter des Verbandes der Bergarbeiter Deutsch- lands, um zu den aus d'r w'-rtfchaftlichen Entwicklung und der Besetzung des Ruhrgebicts sich ergebenden Fragen neben solchen orgonisatcrischcr Art Stellung zu nehmen. Nach den Referaten und gründlicher Aussprache wurde ein- stimmig eine Entschließung angenommen, in der der ungebrochene Wille, fremder Willtür und brutaler Gewaltanwendung sich nicht zu beugen, bekundet wird. Da die hcute zwischen den Völkern stehenden Fragen nur nach fach- l chen, wirtfchafllichen Grundsätzen und nicht politisch-militärisch gelöst werd.r köm tcu.'«urteile die Kvastteuz m'i vcin Gefühl tiesstet Abscheus den Uebcrfall französischer und belgischer Truppen auf eine stiedlich arbeitende Bevölkerung. Sie weise aber auch den Gedanken weit von sich, durch Abkehr von den bisherigen erfolgreich anze- wandten Abwehrmitteln die grausame Gefahr einer blutigen Auseir.- endersetzung heraufzubeschwören. Es sei heilige Pflicht der Regie- rungen, keine Gelegenheit zur Anbahuung einer friedlichen Ver- Kündigung ungenützt vorübergehen zu lassen. Die Geschichte werde der Regierung, die als erste diesen Weg beschreite, diese Tat als Zeugnis innerer Stärke und tiefer Einsicht deuten. Der Weg zum Frieden führe über schwerste Opfer aller Teile unseres verarmten Volkes.?n der Erkenntnis, daß es nach Iahren harter, ober freier Arbeit oller Bollsgenosten möglich sein wcrde, die Lasten aus dem verlorenen Kriege abzutragen, deren Schwere nicht durch eirseitigss Diktat, sondern durch gleichbcrechligte verhar.dlungcn be- stimmt sei, ersuche die Konferenz die deutsche Regierung, ihren Plan zu? Losung der Reperationsstag« zur internationalen Erörterung zu srellen. Devksenkurfe. Der Morö in öerMohstraße aufßekläet Wie der Täter verhaftet wurde. Die zahlreichen Mcrd« der letzten Zeit, die oft unter den geheim- nisvollsten Umständen erfclgten, stellten die Kriminalpolizei vor schwere Aufgaben. Um so überraschender war die schnelle Auf- klärirng dieser Kapitalverbrechen, die die Tüchtigkeit der betteffenden Beamten in das hellste Licht rückt. Auch die letzte Mcrdtat, der ine Verkäuferin Anni Dittmer in der Matzstraße zum Opfer fiel, ist nunmehr restlos geklärt, so daß es gelungen ist, den Verbrecher zu ermitteln und festzunehmen. Oer Mantel der Ermordeten. Er ist ein iO Jahre alter,«us Zella in Thüringen gebürtiger Kaufmann Karl Häusler, der sich feit Jahr und Tag arbeitslos in Verlin aufhielt,«in wegen Betruges usw. mehrsahr bestrafter Mann. Gestern nachmittag bot Häusler, der zuletzt vorübergehend in dem Haust Wiefenufer 36 gemeldst war, sich ober an verschiedenen Stel- ien. bald bei diesem, bald bei jenem Freunde aufhielt, in einer Wirt- schaft am Zionskirchplatz, wo« öfter verkehrte, einen Mantel und einen Jumper zum Kauf an. Den Mantel verkauft« er auch an ein junges Mädchen. Dieser Mantel erregt« Verdacht, well oben gestern morgen die Zeitungen von neuem über weiter geraubte Sachen aus dem Färbereiladen in der Motzstraß« berichtet hatten. Die Kriminalpolizei wurde benachrichtigt und die Beamten der be- treffenden Dienststelle nahmen alsbald die Ermittlungen auf. Sie machten abends in einem Lokal im Norden Berlins dieKäuferin des Mantels ausfindig und begaben sich sofort mit ihr und dem Mantel zu den Eltern der ermordeten Verkäuferin Anni Dittmer. Diese erkannten den Mantel g l e i ch als den ihrer ermordeten Tochter wieder. Die Beamten verfolgten die Spuren weiter und stellten fest, daß der Verkäufer, Häusler, vom Zionskirchplatz nach der Wol- liner Straße gegangen war. Sie ermittelten dorr auch bald einen Freund von ihm in dem Haust Nummer 67 und trafen den Gesuchten hier an. Häusler hatte, nachdsm er für den Mantel wieder Geld bekommen hatte, stinem Freunde einen Besuch gemacht. Die Käuferin des Mantels stellte ihn als den Verkäufer bestimmt fest. Das Geständnis. Zur Red« gestellt, woher er den Mantel habe, gab er auch bald zu, daß er Anni Dittner ermordet und den Laden ausgeraubt hatte. Im Verhör durch die Kriminalkommissar« Werneburg und A l b r e ch t erklärt« der Verhaftete, er habe Anni Dittner im Februar d. I., als sie vor einem Schaufenster stand und sich die Auslagen angesehen habe, angesprochen und sei so mit ihr bekan. gewordeu. Er habe sie seiidenr öfter getroffen, sei auch zu ihr wiederHoll in den Laden in der Motzstt. 51 gekommen und habe erfahren, daß sich dort ost« ein erheblicher Betrag an Geld und große Werte in den Sachen der Kundschosi befanden. Di« Not habe ihn nun auf den Gedanken gebracht, das Madchen zu«morden und zu b«auben. Er habe auch genau überlegt, wie der Plan auszuführen fei und sich dazu einen Hammer und ein Kchustermejs« besorgt. Mit beiden ausgerüstet, sei er am 7. d. Mts. morgens, bald nachdem sie das Geschäft geöffnet habe, zu ihr in den Laden hineingegangen und habe wie früher sich mit ihr mit«hallen. Als sie Hinte? dem Ladentisch hervorgc- kommen, um in dem Hmterraum etwas zu ordnen, habe er sie msdergeschlagen. Da sie ab« noch nicht tot gewesen sei, habe er ihr mn dem Schusiermesser die Sehst durchgeschnitten, damit er von ihr, die ihn ja kannte, nicht verraten werden könne. Weil er kein Geld gefunden habe, so habe er die beiden Kartons mit Ware vollgepackt und sei mit d« Straßenbahn in der Richtung, die die Kriminalpolizei bereits«mtttell hatte, nach der Ecke d« Dresdner und Bukow« Straße davongefahren. Hi« habe er die Kartons einer ihm bekannten Verkäuferin, einer Hutumpresierin, in V«- Währung gegeben. Kriminalbeamte haben sich soeben dorthin begeben, um die Sachen zu beschlagnahmen. * Ein vermeinklich« Mord beschäftigte in der vergangenen Nach, den Bereitschaftsdienst der Kriminalpolizei. An der Ecke der Neuen Winterfeldt- und Martin-Luther-Str. wurde ein junger Mann, d« aus einer Kopfwunde bluiete, besinnungslos auf dem Bürgersteige Legend aufgesunden. Ein Arzt, der zufällig des Weges kam, glaubte in der Verletzung eine Schußwunde zu«kennen. Deshalb rechnete map mit einem Verbrechen, um so mehr, als keine Waffe gefunden wurde. Die Mordkommission, unter den Kriminalkcmmisiaren Tegtmey« und Koch, stellten aber noch im Laufe d« Nacht fest, daß ein Selbstmord vorliegt. Der junge Mann, der bald seiner Verletzung«legen war. wurde «kannt als ein 14 Jahre alter Schüler Samuel Lew in, der mit stin« Mutter in dem Haust Neue Winterfeldt- straße g. Ecke Marttn-Lucher-Str. S, in einem Pensionat wohnte. Er ist aus Rußland gebürtig. Lewin war aus dem vierten Stock auf die Straße hinabgesprungen und hatte sich dabei die tödliche Kopsverletzung zugezogen. Was ihn zu dem Selbst- mord veranlaßt«, ist noch nicht bekannt. 1 holländischer Gulden.. 1 argeniinische Papier-Peso 1 belgischer Frank...... 1 noiwegifchr Krone... 1 dänische Krone....... 1 schwedisch« Krone..... 1 finnische Mark....... 1 japanischer Den...... 1 ttalienische Lire...... 1 Vmnd Sterling...... 1 Dollar........... 1 franzosi'ch« irronk.... 1 brasilianischer Milreis.. 1 Schweizer Frank...... 1 spanische Peseta..... 100 äste«. Kranen(abgest.). 1 tschechische Krone..... 1 ungarische Krone..... 1 bulgarische Lewa... 1 jugoslawischer Dinar... 16. April JtSufer-; SPcrJöcfrt ((Seid-) i(Sri et-) Au» Nur» 8249 321 76957 Ii 1216 955 8775-33 3972-14 5603-45 584.28 9976.- 1049.37 97879.68 21097.12 1406.47 2264.80 3835.88 8329.40 8290.60 7734.29 1528.05 3794.47 3972.40 5631.55 587.22 1025.- 1054.63 98370.35 21202.86 1413.53 2273.56 3854.62 8243.60 14. April Häufet'tettäufee «Seid-)|(»rief-) Akts Sur« 8219.92! 7713.16 1201.96 377553 3975.03 5603.45 578.05 9975.— 1048.87 97979.69 21057.22 1406.471 2i64.8i| 3837.18 8229 40; 29.601 629.17; •i.se1 162.091 214.71, 8290.35 7751.84 1218.04 3794.47 8994.97 5831.53 590 95 10025.- 1054.13 09370 32 21162 78 1413.53 2275 68 "857.12 5245 60 99.73 632.33 4 70 162.91 215.79 die Ursachen öes Flugzeugunglücks. Vernehmung des Piloten Jload. Don den zuständigen Behörden wie auch der Direktion des Aero-Lloyd ist ein« genaue Untersuchung über die Ursachen des Flug- zeugunglücks auf dem Tempelhof« Feld eingeleitet worden. Am gestrigen Sonntag haben Ob«bürg«meister D o e ß, Bürgermeist« Ritter, Stodtbaurct Dr. Adler dem im Urban-Krcmkenhaus liegenden Piloten des v«unglückten Flugzeuges, Noack, einen Be- such abgestattet, um von ihm selbst den Hergang des Unglücks zu«fahren. Das Befinden des Flugz«ugführ«s, der neben Rippen- brüchen auch ein« Rückgratverletzung davongetragen hat, hatte sich soweit gebessert, daß es ihm, wenn auch mit groß« Mühe, möglich war, die notwendigen Einzelheiten üb« den Unglücksflug anzugeben. Nach seiner Darstellung beabsichtigte er. seinen Rundflug zu be» enden und auf dem v«einbarten Platz am Rande d« Hafenheid« zur Landung zu schreiten. Als das Flugzeug nur noch eine g«ing« Höhe hatte, sah« plötzlich, daß auf dem Landlungsplotz eine ander« Moschine gerade zu einem Rundflug starten wollte. Obgleich Noack trotzdem etwas seitwärts davon hätte landen können, wenn auch vielleicht auf nicht so günstigem Gelände, so entschloß er sich doch, vorsichtshalber noch einmal eine Runde zu fliegen und den Start des anderen Flugzeuges abzuwarten, um so mehr, als die Maschine in bester Ordnung war und der Motor bis dahin tadellos funktio. niert hatte. Als d« Doppeldecker dann in ein« Höhe von 75 bis 100 Metern über der Hasenheids kreuzte, setzte plötzlich der Motor aus, die Tourenzahl verringert« sich so stark, daß der Flugzeugsühr« befürchtete, er könnte im Gleitflug nicht mehr über die hohen Bäume hinwegkommen. Um nicht mit den Baumkronen in Berührung zu kommen, was erfahrungsgemäß zu einem Ueber-, schlagen der Masckine geführt haben würde, ließ« sein Flchgzeug I aus einer Höhe von etwa 20 Metern senkrecht durchsacken, in der Ueborzeugung, daß er sich mit der Maschin« regelrecht auf die Baumkronen setzen würde,«in Berfahren, das in solchen Fällen durchaus üblich ist und in zahlreichen Fällen für die Insassen ohne jeden Schaden abgelaufen ist. Unglückselig«- weise war der Doppeldecker im Augenblick des Wegsackens aber gerade über eine licht« Stelle de» Wäldchens ge- roten, so daß« nicht in die Bäum« stürzte, londern auf den Erdboden aufschlug und völlig in Trümmer ging.— Nach dieser Darstellung scheint eine Reihe von unglücklichen Zufällen zusammen- gewirkt zu haben. m Genosse Karl Löh«, der bei dem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist, hatte ein Alter von erst 36 Jahren erreicht. Er hint«lößt eine Gottin und zwei Kinder im Aster von 9 und 5 Jahren. Bötzer war in Berlin gebaren. Zur Sozialdemokratischen Partei gehört er seit 1805. Seit 1919 war«r Vorsitzender d« Berlin« Ortsgruppe des MalerMerbandes. Zum Stadt- verordneten wurde er zu«st 1920 und dann wied« 1921 ge- wählt, wo« im Kreis Prenzlan« B«g auf der List« der Unab- hängigen Sozialdemokratischen Partei als Spitzenkandidat stand. Dem Bezirksamt des Verwaltungsbezirks Prenzlauer Berg gehört« er als unbesoldeter Stadtrat an. Seine Tätigkeit al» Sladtver. ordnet« und Stadtrat haben wir bereits in unserer Eonntagsausgabe gewürdigt. BamnblSte in Werder. Der kräftige Regen der letzten Tage hat die Bäumblüte in Werder zur vollen Entfaltung gebracht. Wie alljährlich ist Werder zur Zeit der Baumblüte wieder das Ziel vieler Taufende von Veriiner Ausjlüglern: der gestrige S o n n ta g-brachte be- reits den Auftakt zu dem starten Ausflugsverkehr nach der märkischen Obstkcunmer. Neben der Eisenbahn stellen sich auch die Groß-. Berliner Dampfergesellsckafien auf den zu' erwartenden Massen- andrang ein. Die Reederei Nobilmg wird bereits vom morgigen Dieitsmg ab regelmäßige Fahrten mit den beiden gedeckten Dampfern „Wintermärden" I und II räch Werder zu ermäßigten Preisen ein- richten. Abfahrt der Dampf« täglich 9 Uhr vormittags vom vchlütersteg am Bahnhof Friedrichstratze. Zur Wohnungsaffäre Wölpe. Gegen das Wohnungsamt Wilmersdorf, das von dem mchrfach erörterten Wohnungstausch des Bankdirektors Wölpe d« Presse eine Darstellung gegeben hatte, wonach die als Tauschobjekt be- nutzte Wohnung in Falkenberg bei Grünau zu jener Zeit noch gar nichtexistiert habe, wendet sich jetzt das für Falkenbcrg zu- ständige Bezirksamt Treptow. Es schreibt: „In Zeitungsberichten über eine Pressekonferenz, in der Stodttat Dr. S i m m, Dezernent des Wohnungsamtes in Wilmers- d o r f, über die Wohnungsangelegenheit des Bankdirektors W. refs- riert«, wird behauptet, der frühere Gemeindevorsteher von Falkenberg habe eine falsche amtliche Bescheinigung ausgestellt. Er habe den Tausch einer Wohnung in Fdkenberg ge- nehmigt, die nicht vorhanden gewesen sein soll, ja, das Haus soll noch gar nicht in seinen Grundmauern bsstanden haben. Diese Behaup- tung ist vollkommen unzutreffend. Der Ort Falk-nberg war zu jen« Zeit schon§ein« selbständige Gemeinde mehr: er war Groß-Berlin einverleibt. Der Beamte der Ortsdienststelle, der die Tauschzenehmigung«teilte, hat durchaus korrekt gehandelt. Das Haus, in dem sich die Wohnung befand, war im Sommer 1920 im Rohbau fertig. Am 22. November 1920 ist der Rohbau- abnahmeschein ausgestellt worden. Der Anttag auf Rohbauobnahme ist aber«st nach einer Aufforderung des Amtsvorstehers vom 10. De- zenrber 1920 erfolgt, nachdsm amtlich festgestellt worden war, daß mit den Ausbauarbeiten in dem Wohnhoufe bereits b e- gönnen war. Die Anlage von Wasserleitung, elekttischem Licht und Gas erfolgte in den Monaten September bis November 1920. Die Rechnungen d« in Frag« kommenden städtischen Betriebe über die erfolgt« Anlage lauten"auf den 2. September 1920(Wassert, 16. November 1920(Elektrizität), 27. November 1920(Gas). Die Wohnung im Porterregeschoß wurde um diese Zeit auch schon von dem Erbauer bewohnt, also bevor die amtliche Gebrauchs- abnahm« erfolgt war, wie es in unserer Zeit der Wohnungsnot des öfteren geschieht. Die Tauschgenehmigung erfolgte«st am 7. Mai 1921. Eine Tauschwohnung war also vorhanden. Die Tauschgenehmigung durfte sowohl aus gesetzlichen als- auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht versagt werden. D« Beamte, der die Angelegenheit bearbeitet hat, wohnt in unmittelbarer Nähe des in Frage kommenden Hauses: ihm waren die geschilderten Verhältnisse aus«igen« Anschauung bekannt. Der Lorwurf der Ausstellung ein« falschen amtlichen Bescheinigung ist also völlig u n- begründet." Diese Erklärung des Bezirksamtes Treptow steht allerdings in schroffem Widerspruch zu der vom Wohnungsamt Wilm«s- dorf gegebenen Darstellung. Sie widerlegt die vom Wohnungsamt Wilmresdorf««breitete Behauptung, daß zur Zeit des Taufchange- bots dos Hau« in Falkenberg mit den Mauern kaum aus der Erde h«au» gewesen sei. Die Sladtaerordnelenoerjatnuilung hat für ihre nächste Sitzung (Donnerstag 4% Uhr) wieder eine reichhallig« Tagesordnung. Bei den Resten aus früheren Sitzungen steht u. a. immer noch der von der Wirtschaftspartei eingebrachte Antrag über die Milchwirtschaft. Aus dcn neu auf die Tagesordnung gesetzten Dorlagen des Magi- fttats je! aenannt die Dorlaae be reffend Aufnohme einer Anlethe kkis 10 Milliarden Mark. Ein Antrag der Kommunisten verlangt, daß die überall in Preußen bis 30. November vvrzu- nehmenden GemcindcneuwahlÄt auch in Berlin stattfinden(das Ge- lex nimmt Berlin aus). Ein anderer Antrag d« Kommunisten-or» fcert Stcidrvervrdneie und Mag'strot zum Protest gegen das Per bot etn„Roeen Fahne" auf."'» Die Ueberschwemmungen durch daS letzte Gewitter. Am Sonnabend abend h«rschte bei der Berliner Feuerwehr, genau wie vor 20 Jahren, am 14. A p r i l 1903, ein Ausnahme. zustand. Von 6 bis 8 Uhr liefen über 100 verschiedene Meldungen und Hilferus« durch Feuermelder, Fernsprecher usw. ein. In 56 Fällen griff die Feuerwehr ein. Um 7 Uhr traf«in Bl i tz s ch l o g einen Straßenbahnmast an der Danzigcr Stt. 1 und setzte die Isolierung in Brand. Auch Prenzlauer Stt. 32a wurde «in Sttaßenkxchnmast von einem Blitzschlag getrosten. Branden- burgstt. 20 war«ine Kellerwohnung überschwemmt. Die Möbel schwammen im Waster. In den meisten Fällen handelte es sich um Kellerüberschwemmungen. Teils war das Wasser von außen eingedrungen, teils durch die Gullics von innen. Die g e- samt« Feuerwehr war volle zwei Stunden ununterbrochen unterwegs und in Tätigkeit. Vollständig bis aus die Haut durch- näßt kamen die letzten Löschzüge in der zehnten Abendstunde zurück. Zum Glück wurde kein größeres Feuer und kein größe. res Unglück gemeldet. Es darf daran erin.t«t werden, daß am 14. April 1903 ein Haus in der Gartensttaße einzustürzen drohte das völlig vom Wasi« unterspült war. Ein schwer« Lootsunsall ereignet« sich am Sonnabend nach- mittag auf dem Tegeler See. Der 28 Icchr« alte Schlosser Otto Telwinsti aus d« Hauptstraße 18 zu Tegel hatte mit zwei gleichaltrigen Freunden, dem Schlosser Martin Z i k« r ska au« der Detthstraße 2 zu Tegel und dem Schmied Bruno Lange aus der Putbus« Straße 21 zu Berlin, mehrere Lokale aufgesucht, wo sie über den Durst tranken. In animierter Stimmung nahmen sie dann ein Boot, um aus dem Tegeler Sc« zu fahren. Schon beim Ein, st eigen kenterte das Boot und alle drei fielen i n s Wasser. Obgleich Hilf« zur Stelle war. konnte T e l w i n» k i nur noch als Leiche geborgen werden. Die beiden and-- kamen mit dem Leben davon. Wetter für morgen. Berti» und Umgagcud. Ziemlich lübl. übcrmiezend trübe und etwa bäinben. Keine erheölichcn Niederichläze. u.nn uuij neblig bei nördlichen Die Hausbesitzer fordern Wucherfreiheit. Am Sonntag vormittag hielt der Bund der Haus und Grundbesigervereine Groß- Berlins im Berliner Rathaus eine Bundesversammlung ab. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der eine grundlegende Aenderung der preußischen Ausführungsbestimmungen zum Reichsmietengejez verlangt wird. Der Wohlfahrtsminister wird u. a. ersucht, im Interesse der Volkswohl fahrt seinen ganzen Einfluß dahin auszuüben, daß die freie Wirtschaft auch im Wohnungswesen fo bald ais möglich wieder hergestellt, mindestens aber ein fyftematischer Abbau der Wohnungszwangswirt schaft vorgenommen wird. Zu welchen Zuständen bas unter den augenblicklichen Berhält. niffen führen würde, wissen die Hausbefizer selbst. Der arbeitende Teil der Bevölkerung würde dem Hausfapital auf Gnade und Un grade ausgeliefert sein. Das ist es, was die Herrschaften wünschen. Propagandavorführungen des Arbeiter- Samariter- Bundes. Am reftrigen Sonntag veranstalteten die Abteilungen Weißenfee. Bandow, Lichtenberg, Friedrichshain und Wede ding eine öffentliche Propagandavorführung auf der ehemaligen Rennbahn in Weißensee. Troß des schlechten Wetters und des au geweichten Sandbodens waren alle alarmierten Samariter pünktlich zur Stelle. Die Uebungen verliefen zur vollen Zufriedenheit, unter reger Anteilnahme einer Reihe von Zuschauern. Den Genossen der nordöstlichen Abteilungen sei hiermit angezeigt, daß am 29. April die Weißenseer Arbeiter- Samariter mit der Freiwilligen Heinersdorfer Feuerwehr eine gemeinsame llebung abhalten. Der Beginn wird noch bekanntgegeben. Die wichtigsten juristischen Zeitschriften des Muslandes besikt bie Bibliothet der andelstammer, Dorotheenft r. 8. Der Lesefaal ist für alle industriellen, faufmännischen und sonstigen In tereffenten sur unentgeltlichen Benutzung täglich von 9-3, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet, Groß- Berliner Parteinachrichten. 3. Kreis. Bebbing. Freie Schulgemeinde, Dienstag 7 Uhr, in der Schule Bant Ede Biefenite, Simmer 20 bis 21; Funktionärfonferenz. 4. Krets, Brezlauer Berg. Sigung der Bezirks- und Stadtverordneten fraktion mit bem engeren Kreisvorstand und dem Abteilungsleiter der 25. Abteilung, heute, Montag abend 6 Uhr, Bezirksamt Prenzlauer Berg: Stellungnahme zur Bei fekung des Genossen Böger. 32. Abt. Die Frauenhelferinnen treffen sich heute abend, 7% uhr, zu einer kurzen Besprechung bei der Genossin Gall, Koppenste. 17. Sport. Rennen zu Karlshorst. Toto: 21: 10. Gewerkschaftsbewegung Nach dem Brot der Achtstundentag. es foll die Berlängerung nach Möglichkeit nur auf furze Fristen ausi gesprochen werden. Es wird Aufgabe der Ortsausschüsse sein müssen, bei den Ma giftraten und Fürsorgeausschüssen dahin zu wirken, daß entsprechend den neuen Bestimmungen verfahren wird. Die Deutsche Tageszeitung findet, daß der Reichstag mit der Ueber die Höhe der Unterstüßungsfäße finden zurzeit BerAufhebung der Getreideumilage erst halbe Arbeit getan hat. Es handlungen statt. Es ist also mit weiterer Erhöhung in den nächsten genügt ihr noch nicht, daß das teure Brot den Arbeitern noch mehr Tagen zu rechnen. Eine Frage ist nur, ob sich die Regierung entperteuert werden foll. Sie will auch mit dem Achtstunden. Schließt, endlich Säße festzulegen, die dem tatsächlichen Notstand der tag aufräumen. In ihrer Abenbausgabe vom letzten Freitag entsprechende Forderungen an die Regierung gerichtet. Erwerbslosen Rechnung tragen. Der Borstand des ADGB. hat schreibt sie u. a.: Kommunisten als Betriebsräte. Die gewiß berechtigte Klage, baß ber Leistungswille der Lant wirtschaft noch vor einem Monat durch den entsprechenden Reichs tagsbeschluß weit stärfer angefeuert worden wäre, braucht hier Komunisten bei den diesjährigen Betriebsratswahlen eine MehrIm Charlottenburger Wert von Siemens- Schuckert hatten die nicht wiederholt zu werden. Bohl aber ist die Erwartung auszu heit erreicht. Daß die" Oppofitionsfifte" entgegen dem einstimmigen sprechen, daß die politischen Parteien nunmehr nicht etwa Angst Beschluß der Vertrauensleute und der überwiegenden Mehrheit vor dem eigenen Mut betommen und verlegen auf dem Wege aller Gewertschaftsmitglieder aufgestellt wurde, wollen wir nur stehen bleiben, ter, nur weiter beschritten, zum erwünschten Erfolg nebenbei erwähnen. Unsere Kollegen überließen den Kommunisten führen fann. Man räume auf mit den Hindernissen, die an dem den Borsiz im Betriebs- und Arbeiterrat. Die Fähigkeiten des neuen bitter nötigen Leistungsgrad des einzelnen noch immer die Bremse Betriebsratsvorsitzenden Paul Stern zeigten sich schon in der ersten enziehen. Das gute Recht jedes Arbeitnehmers, wo es die Berhält von ihm einberufenen Sizung. Wiederholt mußte er sich fagen niffe irgend gestatten, durch freiwillig übernommene Ueberstunden lassen, daß er auch nicht die elementarsten Grundbegriffe des Be Mehrarbeit zu leisten, muß nachdrüdlich unterstrichen werden. Bertriebsrätegesetzes fenne, was er auch unter öfteren Entschuldigungen hier, durch tas Dogma vom Achtstundentag verblendet, zugeben mußte. Die eklatante Unfähigkeit des neuen Mannes ging Einspruch zu erheben und ihm jogar durch Terror Nachdruck zu verso weit, daß in die fachliche Beratung der Tagesordnung gar nicht leihen wagte, muß mit allen juristisch und moralij eingetreten werden fonnte. Ein Antrag auf eBrtagung der Gigung möglichen Mitteln als Schädling der deutschen Volkswirt. wurde auch mit den Stimmen seiner eigenen Freunde schaft zur Berantwortung gezogen werden. einstimmig angenommen. Es wurde ihm aufgegeben, sich zunächst mit dem Betriebsrätegesetz vertraut zu machen und die erforderlichen fachlichen Borbereitungen für die nächste Sigung zu treffen. Nachdem sich die bürgerlichen Parteien in Wirtschafts- und Finanzfragen unter die Führung von Helfferich und Dr. Becker begeben haben, ist es durchaus logisch, daß die Herren Agrarier num Im übrigen zeigte sich schon die ersten Lage, daß die beiden mehr auch die Arbeiterpolitik zu bestimmen sich anmaßen. An Be fommunistischen Vorsitzenden des Betriebs- und Arbeiterrats bei der scheidenheit haben sie ja nie gelitten. Im weiteren Berlauf dieses nehmer sich gegenseitig in die Haare gerieten, indem der eine der Vertretung von Beschwerden. einzelner Kollegen vor dem Unter, Artikels entschlüpft jedoch der Deutschen Tageszeitung" ein Ge Auffassung ständnis, das wir hier feftnageln möchten. Sie schreibt: des Unternehmervertreters 81. stimmte, während der andere gegenfäßlicher Meinung war. Bei Aber selbst im Rahmen des achtstündigen Arbrenzlichen und schwierigen Fragen werden die altbewährten Be beitstages wird sich voraussichtlich eine Fülle von triebsratsmitglieder der reformistischen" Richtung geholt, um den Mehrleistungen herbeiführen lassen, wenn die heute scha- von den Kommunisten festgefahrenen Karren wieder flottzumachen. blonenmäßige Bezahlung durch eine Entlohnung nach dem Und solche gänzlich unfähigen Helden, die das Maul nicht voll Leistungsgrad erfeit wird. Die Bolkswirtschaft hat diese genug nehmen können, läßt sich die Arbeiterschaft gefallen! Wie und ähnliche Mittel ausnahmslos anzuwenden; jede mögliche Er lange noch? höhung des Leistungsgrades wird zur unabweisbaren Pflicht. Also selbst die Deutsche Tageszeitung" gesteht, daß sich im Rahmen des achtstündigen Arbeitstages eine Fülle von Mehr 1. Renne tt. 1. Element( Ulbrich), 2 Sinn Fein( Dr. Müller), leistungen" herbeiführen läßt. Ber aber ist dafür verantwortlich, 3. Chalzit( Gorsler). Toto: 32: 10. 31. 15, 20, 18: 10. Ferner liefen: daß tiefe„ Fülle" bisher ausgeblieben ist? Sind es etwa die Arbeiter Fontakhen( 4.), Ariman, Tannenfels, Mofan. 2. Rennen. 1. Jlberftest( v. Bottlenberg), 2. Steinberger( Brz. Bleß). Toto: 24: 10. Bl. 13, obe: find es die Unternehmer, die ihre Betriebe statt auf mehr 14: 10. Ferner Hefen: Sultane VIII( 3.), Tristan, Machthaber, Suta. leistungen auf Spetulation und Devisengewinne um8. Rennett. Credo( Dertel), ging allein über die Bahn.- 4. Rennen. 1. Drius( Ebler), 2. Grich( st. Schuller), 3. Tid( Bar). gestellt haben? Was besonders die Entlohnung nach dem 3 liefen. 5. Rennen. 1. Angriff( v. Bottlenberg), 2. Billehart( o. Leistungsgrad betrifft, von der das Organ ber Agrarier spricht, Bachmanr). Toto: 40: 10., L. 15, 27:10. Ferner liefen: Wetterscheide, so handelt es sich dabei um eine alte Forberung der Ge Zeto: 42: 10. 1. 20, 17: 10. Ferner liefen: Diamant( 3.). Berbi( gef.), nehmer gestoßen sind. Besonders in den letzten Jahren haben die 6. Rennen. 1. Nordlee( made), 2. Belcome Bliz( Ebler). werkschaften, mit der sie stets auf den Widerstand der UnterGlasfiride( gef.) 7. Mennen. 1. Traudi( A. Kalff), 2, Mobil( Seibt), 3. Paulus( S. Samidt). Toto: 41: 10. L. 17, 21, 17:10. Ferner Unternehmer durch Einführung des Soziallohnes in diefem Punkte lie fen: Diflucht( 4.), Dagobert, Drplid, Rametta, Mercedes, Kleingeld. schwer gesündigt. Wie tie„ Deutsche Tageszeitung" den Kernpunkt auch verbrämen mag, soviel steht fest, daß die Reaktion aller Schattierungen jetzt den Achtstundentag abbauen will. Flieger. Rabrennen in Treptow. Das ungünstige und unbeständige Better frug Schuld daran, daß viele Radsportfreunde am Sonntag der Sement babn in Treptow fernblieben. Sm 3 weierwetttampi Rütt- Stable ging Stabe als Sieger hervor, dem der Sieg durch das frühe spurten Ratts erleichtert wurde. Im zweiten Lauf zeigte fich Stütt wachsamer und ging jo als Sieger durchs Biel. Der endgültige Entscheidungslauf brachte Samall, der auch hier führte, war feinen ernstlichen Angriffen aus. Die Erwerbslosenunterstützung. Betriebsräteversammlung der„ Mitropa". Restaurant- und Café- Angestellten einberufene Bersammlung der Eine von Berfehrsbund und dem Zentralverband der Hotel, Bagerarbeiter und des Fahrpersonals nahm mit großer Erbitterung die Mitteilung, daß der Reichsarbeitsminister die Lohnſicherung aus der Rhein- Ruhrhilfe abgelehnt hat, entgegen. Seit zweieinhalb Monaten arbeitet besonders das Fahrpersonal nur 16 bis 20 Stun den wöchentlich. Die vom Verkehrsminister angeordnete Betriebs. einschränkung wird mit Kohlenmangel begründet, obwohl nirgends ein folcher Mangel zu fonstatieren ist. Die sehr erregte Aussprache Mitropa" hält die Entscheidung des Reichsarbeitsministers hinseitigte folgende Entschließung: Die am 13. April d. 3. tagende Belegschaftsversammlung der fichtlich der Ablehnung der Unterstützung aus der Rhein- Ruhrhilfe für ungerecht. Der Speise und Schlafwagenverkehr ist durch den Berkehrsminister mit der Begründung, daß Kohlenmangel vorliege, um zirfa 50 bis 70 Prog. eingeschränkt. Ganz gleichgültig, ob diese Begründung den Latsachen entspricht, muß die Betriebseinschränkung als eine Folge des Ruhreinbruchs gewertet werden. Daher sind die Arbeitnehmer der Mitropa" teils unmittelbar, teils mittelbar von der Besetzung in Mitleidenschaft gezogen und können mit vollem Rechte die Unterstügung beanspruchen. Die Versammlung e: fucht den Reichsarbeitsminister, seine Entscheidung einer Revision zu unterziehen." 17 Römer Dom Berkehrstund berichtete dann über die Ver. schleppung der Lohnverhandlungen durch die Direktion. Auf ein lungstermins nachgesucht wurde, ist bis jetzt feine Antwort erfolgt. Schreiben vom 26. März, in dem um Ansehung eines BerhandTelephonisch erklärte die Direktion, daß sie am Montag( heute) den Termin angeben werde. Die Direktion läßt ihren Arbeitnehmern die Betriebseinschränkung und die damit verbundene Notlage be fonders fühlen. Die Behandlung der Betriebsräte ist unter aller, verschiedene Borgänge in der Abteilung München bekanntgegeben Aritif. Auf ein Schreiben der Organisation, in dem der Direktion wurden, erfolgte eine geradezu flobige Antwort. die Führung Stabes, während Rütt fich darauf beschränkte erst später einen Die Berschlechterung des Arbeitsmarktes hat Beranlassung geAngriff zu unternehmen. Dem Beltmeister war es aber nicht möglich geben, daß der Reichsarbeitsminister die Bestimmungen über den diesen Angriff durchzuführen. Stabe berließ als Sieger die Babn. Bezug von Erwerbslofenunterstügung in einigen Bunkten gemilbert Dann galt es zwei Dauerrennen auszufahren, die von Nettelbed, Satcall, hat. Für einige Berufe mit verhältnismäßig günftigem ArbeitsSturm und Beiß beitritten wurden. Führer im 25- Rilometer- markt war die Höchstbauer der Erwerbslosenunterstügung allgemein Bennen wat Sawall bom Start bis zum Ziel. Das Ausfahren auf 13 Wochen vermindert worden. Nach dem neuen Entscheid sollen bes April Preises über 60 Kilometer war mehr als langweilig. für eine solche Beschränkung in erster Linie örtliche Berhältnisse Ariezt und heimite abermals den Sieg ein. Interessanter ging es bei den maßgebend sein. Entscheidend soll daher auch in den Berufen mit Fliegerrennen zu. Im Zandem rennen flegten emer- Bade- im allgemeinen günstigen Arbeitsverhältnissen fein, ob die besondere bai. Die wohl zum Rennen gehörenden Reifenschäden ermöglichten es Lage des Berufes am Ort eine Beschränkung rechtfertigt. Es soll Badebusch ebenfalls im Bramienfahren zu gewinnen. eine Beschränkung auf 13 Wochen erfolgen, wenn fie fich örtlich Resultate: Eröffnungsfabren, 1500 Meter, 1. Stolz, 2. Dito Xies. 8. Münzner, 4. Schulz, 5. Häusler, 25- ilo- Bergbau, einige Branchen der Metallverarbeitung und Landwirtschaft. Endlauf rechtfertigt, jedoch nur für einige beftimmte Berufe, unter anderem meter. Rennen binter Motor: 1. Sawa 11 23 Min. 42,4 Set Im übrigen beträgt die Höchstdauer grundsäglich 26 Wochen, jedoch 2. Nettelbed 260 Meter zurüd, 3. Sturm 860 Meter zurüď, 4. Beig 1740 Meter zurüd. April.Preis über 60 Silometer: 1. foll zur Bermeidung unbilliger Härten ausnahmweise eine Samall 58 Min. 6,4 Eet., 2. Weiß 200 Meter zurüd, 3. Rettelbed Berlängerung eintreten fönnen. Es soll aber nur dann von 2adierer! Dienstag, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 1, Engel220 Meter zurüd, 4. Sturm 1000 Meter zurüd. 3weier ettta mpf: einer Berlängerung der Höchstdauer über 26 Wochen hinaus Ge- ufer 25, Geftionsversammlung der Ladierer. Pünktliches Erscheinen aller Kollegen 1. Lauf, 900 Meter: 1. Stabe, 2. Ritt. 2. Rauf, 1200 meter: 1. t ütt, brauch gemacht werden, wenn der Erwerbsloje Angehörige zu Die Gektionsleitung. 2. Stabe. Entfeibungslanj: 1. Stabe, 2. Rütt. Brämien ernähren hat. Ausnahmsweise soll von diesem letteren Grund- Branchentommiffion am Denstag findet nicht um 7 Uhr, sondern schon um Deutscher Solzarbeiterverband. Mufitinftrumentenarbeiter. Die Sigung der fabren, 30 Runden: 1. Badebush 14 Min. 32,1 Set., 2. Schulz, 3. Säusler, 4. Strüger. 3 meifiter- auptfahren, 1500 Meter: fag abgegangen werden dürfen bei den Angehörigen folgender 5 Uhr nachmittags statt. Die Branchenleitung. 1. Zemer Badebus, 2. Stenbelbacher- Siepel, 3. Schulz Stolz, zurzeit besonders notleidender Berufe: Spinnstoffgewerbe, Schuh4. Münzner- Hausler. Trofahren für unplagierte abrer, macher, Tabalarbeiter und Buchdruder und Schriftfeher. Eine be- Berantwortlich für den redaft. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: 1500 Meter. 1. Bögel, 2. Zimmermann, 3. Rädlig, 4. A. Meher. Th. Glode, Berlin. 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Soppegarten: Raufch. Soppegarten Birtenftein. Barzelle Rz. 119. Johannisthal. Alvin Gammtid Bismardir.&. Rarishorft: Bernd, Riost, Bahnhofoles. Raulsbart: Vogt, Brebered firafe 19. Rönigswonsterbaufen: E. Menet. Boisbanter Str. 9. Röpenid, Sirsagarten: Slag. Rieger Str. 6( Laben). Sichtenberg 1: Lichtenberg, Bartenbergfit. 1. Charlottenburg II, Citamy: Joahimi, Raiserdamm 102, Lichtenberg II, Rummelsburg, Ctesian: Sichtenberg, BorGazionhays 1 It. Charlottenburg I: Sefenheimer Str. 1. Charlottenburg II: Sauroggener Str. 11. hagener eft.$ 2, 6. Reulon II: Siegfriedftr. 28/29. Rentölln III: Biler, Sobrechtftr. 40, s. I. Renton- Brig: Mittag. Beig, Chauffeeftr. 82. Rieberschöneweibe: Schindler, Fennstr. 23. Romames: Rari Rrohnbeta Eisenbahnstr. 10. Oranienburg: Seint. Loen harbi, Stralsunder Str. Oberschöneweibe: Robert Baul Mathildenftr. 5. Bantom: RIAmann üblenftr. 70. Rabs.sberf: Teichert, forfftr. 7. Reinidenbori- Ot Schönhola: Albert Bable Brovinz Frake 56( Baden) Reinidendorf- Rofenthal: Seinzie Gots! i. SauptStraße 28. Reinidendorf.Best: Seibel, Geharnweberftt. 114. Emergendorf: Rehab, Breite Str. 3. Schöneberg: Belziger Str. 27, Senzig Mittenwalde, Schenkendorf, Rieberlehme, Rene Mühle, Bernsdorf, Cablow: Friedewald, Genzig, Chouffecftr. 54. Tegel, Tegelert, Jörsfelde, Conradshöhe: Spies, Segel, Schlieperstr. 52. Teltow: äfel, Ritterstr. 29. Tempelhof: Raiser- Wilhelm- Str. 13. Tempelhof: Randler, Sohenzollerntorfo 5. Wildan- Hoherlchme: Rud. Lettom. Trebbin: Göring, Bahnhofftr. 62 Treptow: Weiß. Riefholaftr. 18b. Baibmannsluft: Rohde, Oraniendamm 10. Weißensee: Greunte. Berliner Allee 54. Wilhelmshagen, Seffenwinkel: Schulze, Bilhelmshagen. Wilhelmstr. 51. Wilmersdorf: Fran Goubert, Wilhelmsaue 27. Tübinger Str. 4a, Reller. Bittenau: Ribell, Sauptstr. 24. Woltersdorf: Surbaum. Cicendamm 22. Sehlendorf, Schlachtenfee, Nitolassee: Zehlendorf. Tellower Straße 3. 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