Abendausgabe Nr. 77S � 4H. Jahrgang Ausgabe g Nr.§9 Bezugiiedingunge» und Anzilgenprelfe find w der Morgenausgabe angegeben Rebaktion: SS. SS, Llndenstratze Z Acrosprecher: Dönhoff 292— 295 T«l.-Adreff«SozlaIdem»!ra»Serlw r w-wf> Sevlinev VolKsblAtt preis ISS Mark Dienstag 17. flpril 192? Verlag und Anzeigenabteilung! «eschiiftszeit S-S Uhr verlagerrvorwörto-verlag GmbH. v-rN»»». 0». Linden skrahe 3 Aernsprechar: Dönhoff 2S0S-2S0? �entralorgan cker Vereinigten 8o2ialäemoKrati sehen Partei Doitfcblandd Das Echo üer Rede Rosenbergs. i Varls. 17. April.(Eca.) Unter den Kommentaren, die die Pariser Presse der Red« des deutschen Außenministers v o n R o s e n- b e r g widmet, fällt allein derjenige des„Metin" aus dem erwarteten Rahmen heraus. Dieses Blatt ist von den Organen der eigenllichen Regierungstreise das eigenlliche, das die Ausführungen des deutschen Ministers nicht ganz schroff zurückweist und ablehnt Das Blatt schreibt, d«r Teil der Rede, in der Rosenberg auf das deutsche An- gebot zu sprechen kommt, das Bergmann der Paris- r Konferenz über- bringen sollte, sei interessant. Wenn Rosenberg heute zum ersten- mal eine feste Zahl von offizieller Stelle aus nennt, so geschieht dies offenbar, um zu sondieren. Als Lord d'Abernon kürzlich auf Anweisung seiner Regierung hin Deutschland dazu an- regte, Vorschläge zu machen, erklärte man ihm in der Wilhelmstraße: Wir werden keine Vorschläge machen, aber cklir werden Richtlinien aufstellen. Die 30 Milliarden, von denen man nun- mehr spreche, seien offenbar eine dieser Richtlinien. v Rofenbergs 30 Milliarden feien offenbar von gewissen Voraussetzungen ab- hängig, so daß sie alz eine tatsächliche Richtlinie nicht angesehen werden können. Aber vielleicht habe Lord d'Abernon geraten, sich nicht allzu weit vorzuwagen. Trotzdem sei hier ein gewisses Nachgeben zu bemerken. Der„Matin" erinnert alsdann an den Beginn der französisch-belgischen Verhandlungen über das ge» meinsame Reparationsprogramm und sagt: Wir wollen den Wert dieser Verhandlungen keinesfalls übertreiben, aber man kann fest- stellen, daß über die Reparationsfrag« in Paris«in nützlicher Mei- nungsaustousch stattgefunden hat und daß über die Absichten der französischen und belgischen Regierung keinerlei Mißverständnisse mehr möglich sind. „Le Ouotidien" schreibt, offensichtlich wolle der Minister nicht alle Brücken abbrechen. Man müsse auch anerkennen, daß in seiner Rede bemerkenswerterweise die Opfer angegeben werden, die Deutsch- land bereit sei zu bringen. Zweifellos bedeute das alles noch keine Einigung, aber es sei auch nicht mehr die brutale Weigerung der letzten Zeit. „L'Oeuvre" schreibt, die Rede Rosenbergs enthalte allerdings kein direktes und offizielles Angebot, das die Alliierten von Deutsch- land erwarten, aber sie erbringe den Beweis, daß die beiden Gegner sich in gewissen Punkten immer mehr nähern. Die.Republique Fran�aise" nennt die Rede des Ministers ein« Rede voller Schikanen und Herausforderungen, die das Problem nicht fördert, sondern im Gegenteil die Alldeutschen ermutigt. Im»Echo Rational" schreibt Tardieu, daß beide Gegner in ihren Stellungen verharre». und daß man nicht voraussagen könne, wann der Streit enden wird. Das Blatt wiederholt seine alte Weisheit, daß, wenn der Druck auf das Ruhrgebiet energischer gewesen wäre, die Dinge anders lägen und Deutschland weniger anmaßend wäre. Die Korrespondenten der französischen Blätter in Berlin lehnen die Rede Rosenbergs ab. Diese rednerische Manifestation, so drahtet der Berichterstatter des.Journal", wird zum wenigsten den Vorteil für Deutschland haben, daß es so gezeigt wird, wie es gewisse Utopisten gern sehen möchten. Der Berichterstatter des„Echo de Paris" meint, das Wort .faul" passe sehr gut.auf das Memorandum, das Rosenberg mit monotoner Stimme vor dem Reichstag vorgelesen habe. Im Grunde genommen sei die Rede inhaltloser, als sie auf den ersten Blick erscheint. Diejenige Politiker, die von der deutschen Regierung positive Angaben erwartet hätten, dürsten sehr enttäuscht worden sein. Der.Figaro" schreibt:.Beißen wir die Zähne zusammen und halten wir aus", sagt« Herr von Rosenberg. In diesem Falle hat sich Herr von Rosenberg recht unglücklich ausgedrückt. Hat Deutschland die Absicht, auf die Vorschläge des Herrn Bergmann zurückzukommen, die dieser während der Pariser Konferenz im Januar nach Paris brachte? Es ist grnz überflüssig, sich mit ihnen zu beschäftigen, da sie ja Bedingungen voraussetzen, die wir nicht annehmen können. Besonders bemerkenswert erscheint dem Blatt die Aeußerung Herrn von Rosenbergs, wonach Deutschland sich durch die Ergreifung der Pfänder sehr behindert fühlt.„Deutschland beißt die Zähne zusammen, aber es fängt bereits an zu st ö h n e n". „Petit Parisien" ist von der Red« verblüfft. Weder Frankreich noch Belgien würden vor der Kapitulation Deutschlands nachgeben. Kein« von beiden Mächten Hab« es eilig. Deutschland müsse sich entscheiden, ob es sein eigenes Verderben der Erfüllung und Aus- führung der geschlossenen Verträge vorzieht. Kühle Aufnahme in Englanü. London, 17. April. sWTB.) Der Berliner Berichterstatter der „Times", der seinem Blatte einen sehr ausführlichen Bericht über die Rede von Rosenbergs gesandt hat, den'„Times" unter der Ueberschrift„Das deutsihe Angebot" veröffentlicht, schreibt, es sei kaum wahrscheinlich, daß die Forderung nach einem neuen Angebot durch die Rede Rosenbergs befriedigt sein werde. Wenn die Rede des deutschen Außenministers als Gegenstück zu der Rede Poincares dienen sollte, so hätte sie niemals gehalten zu werden brauchen. Sie hätte jederzeit feit Weihnachten geholten werden können, denn sie bringe hie Lage nicht um einen Zoll weiter als sie damals stand. Die Rede entHalle kein Anzeichen einer positiven Politik oder auch nur eines Fortschritts in Richtung auf eine solche Politik. Sie sei ein Lied glatter Vorneinung. Das Arbeiterblatt„Daily Herald" veröffentlicht eine Zusammen- fassung der Rede unter der Ueberschrift:„Deutschland macht Rosenbergs Rede dunkel gehalten. Allgemein könne gesagt werden, daß Rosenberg nichts Neues anbiete, und es bestehe Grund zu der Annahme, daß die deuffche Regierung der Ansicht sei, daß, wenn sie den Kampf im Ruhrgebiet fortsetze, eine günstigere Lage früher oder später entstehen werde. Der diplomatische Berichterstatter des„Daily Telegraph" führt aus, Rosenberzs.Angebot" sei eine Erneiftrung des Bergmann im Januar mitgegebenen von 30 Milliarden Goldmark. Es sei jedoch von dem deutschen Außenminister zu verstehen gegeben worden, daß, wenn die Alliierten den Vorschlag des Staatssekretärs Hughes für die Festsetzung des Entschädigungs-Gesamtbetroges durch eine internationale Körperschaft von Sachverständigen annehmen, und diese Körperschaft eine höhere Summe als 30 Milliarden festsetzen würde, Deutschland sich dieser Entscheidung fügen werde. Insofern stelle das neue deutsche Angebot einen wesentlichen Forlschritt über frühere Angebote hinaus dar(abgesehen von dem Angebot von 100 Milliarden im Jahre 1919, das die Alliierten damals ablehnten). Es sei jedoch kein genügender Fortschritt. um Frankreich zu besänftigen oder die offizielle Unterstützung anderer alliierter Regierungen zu rechtfertigen. Es sei sehr schade, daß politische Trahrzieherei in Verlin Reichskanzler Cuno und seine Regierung daran gehindert habe, eine Summe von 40 Mlli- arden zu unterbreiten, die nicht vollkommen hätte verworfen wer. den können, jedenfalls nicht als eine möglich« Srörterongsgrnnd läge. Dies sei die allgemeine Ansicht in London, und dies fei auch der Rat, der Berlin von London erteilt worden set, anscheinend jedoch nur mit geringem Erfolg«. Dem Dcrichterstatter zufolge ist Poincare dafür, daß die britische Regierung weitere Schritte unter- nimmt, um stärkeren Druck auf Deutschland auszu- üben; aber das Wie? sei sehr schwierig zu sagen. Der französische Bpffchafter habe gestern im Zusammenhang mit laufenden Gc- schästen beim Foreign Office vorgesprochen. Der Pariser Berichterstatter der„Daily Mail" meldet, man sei dort der Ansicht, daß die gestrig« Rede Rofenbergs das Reparations- Problem in keiner Weise vorwärtsgebracht habe. Der Berliner Be richtcrstatter der.W e st m i n st e r G a z e t te" schreibt, Rosenberg abe es klar gemacht, daß Deutschland bestrebt sei, einen riesigen 'etrag zu zahlen. Der Berliner Berichterstatter der„Daily News nennt den Ton der Rede des deutschen Außenministers wichtiger als den Inhalt. Es fei klar geworden, daß die deutfche Regierung die versöhnlichen Strömungen innerhalb und außerhalb Dcutschlands zur Kenntnis genommen habe.„Morningpost" äußert in«inem� Leitartikel, die� Rede Poincares in Dünkirchen und die gestrige Reichgtagsrede Rofenbergs brächten keine Ho auf eine baldige Regelung in der Ruhrfrage mit sich ffnun Ich. Der franzojlsch-belgische plan. Vari». 17. April.(Eco.) Di« Pariser Blätter veröffentlichen «inen Bericht des Reuter-Bureaus über die Besprechung zwischen Poincare und den französischen Mitgliedern der Reparations- kommission in der Frage der Verbreitung des französisch-belgischen Reparationsprojekt�s. Die Reuter-Rote, die osfensichtlich von der Pressestelle des Quai d'Orsay inspiriert ist, erklärt, die französischen und die belgischen Sachverständigen hätten nicht die Aufgabe, die Reparationen auszuarbeiten, sondern lediglich die Auffassun- gen ihrer Regierungen einander anzupassen. Da «» sich nicht um einen neuen Plan handelt, sei«in« näher« Mittei- lung an die englische Regierung unnötig. Jedoch könne di« englische Regierung alle Informationen erhalten, die sie haben wolle. Di« französische Regierung, so heißt es woiter, bleibt natürlich immer bestrebt, den engen Kontakt mit England durch Vermittlung der Kanzleien aufrechtzuerhalten, und eg besteh« kein Zweifel darüber, daß jedes Verlangen Englands nach Aufklärung über die französischen und belgischen Pläne erfüllt werden würde. In der Frage der Sicherheiten stellt das Reuter-Bureau fest, daß nach Ansicht der französischen Regierung die Fristen für die Räumung des Rheinlandes noch nicht zu laufen begonnen haben. Labour partp und Nuhrbefetzung. London, 17. April.(MTB.) Dem Parlamentsberichterstatter der„Times" zufolge wird die Arbeiterfraktion heut« vor» mittag von neuem den Bericht ihrer offiziellen Abordnung erwägen, die vor kurzem das Ruhrgebiet besucht hat. Der Bericht sei bereits am letzten Donnerstag erörtert worden, aber die Partei sei damals nicht in der Lage gewesen, eine Uebereinstimmung zu er» zielen. Die Frage wurde deshalb zur weiteren Erwägung an den Vollzugsausschuß zurückverwiesen. Es verlautet, daß die Haupt- schwierigteit den in dem Bericht enthaltenen D o r s ch l a g betreff«, daß die britischen Truppen unverzüglich aus dem besetzten Deutschland zurückgezogen werden sollen. ttachfrage nach Valuten. Gestern trat am Devisenmarkt verstärkte Nachfrage für Valuten hervor. Die Industrie sowie der Handel setzten ihr« Käufe im heutigen Frühverkehr unvermindert fort. Während der Dollar eine Veränderung nach oben kaum aufwies, auch Polen- noten«her schwächer blieben, steigerten sich die anderen Devisen unter Führung der Pfunde. Am Mittagsoerkehr blieb das Bild wenig verändert. Es notierten Engsi»"'» 9? 500, H.ff-nd"300, Frankreich 1420, Belgien 1225, Schweiz 3870, Ncrwcz;, die amtlich ungefähr auf 3700 zurückgingen, stellten sich heute wieder 3820. Die Effekten eröffneten ihren heutigen Berkehr in ziemlich ____________________________________ uneinheitlicher Tendenz. Man rechnet« auf allen Gebilden mit feTn" neues Angebot". De/ Berliner"Berichterstatter" des 1 weiteren stärkeren Realisationen. Die zweiten Notierungen brachten Blattes schreibt, bezüglich positiver Borschläge für die Zukunft sei-aber ein allgemein festeres Kursniveau hervor. Ein Volksbegehren! Die Aktion des Reichsbundes für Siedlung«nd Pachtung. Vom Parteivorstcrnd wird uns geschrieben: Der Reichs b und für Siedlung und Pach- tung, eine Organisation von Bodvnreformern. hat beim Reichsminister des Jimern einen Gesetzentwurf einge- reicht, der die Beschaffung von Siedlungsland fordert. Gleichzeitig hat der Reichsbund das Zulaffungs- und Eintragungsverfahren für einen Volksentscheid über den Gesetzentwurf beantragt. Da sich der Antrag auf mehr als 5(XK) Unterschriften von Reichstagswählenn stützt, mutz der Reichsminister des Innern ihm nach dem Gesetz über den Volksentscheid vom 27. Juni 1921 stattgeben. Nunmehr hat der Antragsteller, also der Reichsbund für Siedlung und Pach- tung, vorschriftsmäßige Eintragungslisten zu beschaffen, und die Gemeindebehörden müssen den Reichstagswählern Ge- legenheit geben, sich in die Listen eigenhändig einzutragen. Für die Eintragung ist vom Reichsminister des Innern eine zwölftägige Frist, vom 18. April bis 1. Mai, festgesetzt worden. Wenn in dieser Zeit ein Zehntel der R e i ch s t a g s w ä h l e r sich in die Listen einträgt und da- mit ein Volksbegehren stellt, muß der Reichsminister des Innern den vom Reichsbund eingereichten Gesetzentwurf dem Reichstage vorlegen. Nimmt der Reichstag, und später der Reichsrat, den Entwurf unverändert an, so ist er damit Gesetz geworden. Verändert der Reichstag»der den Gesetzentwurf, so kommt« z«n Volksentscheid. Die Reichstagswähler stimmen dann darüber ab. od der Ursprung- liche oder der vom Reichstag veränderte Entwurf Gesetz wer- den soll. Der ursprüngliche Entwurf wird nur dann Gesetz, wenn die Mehrheit der Reichstagswähler an der Abstimmung teilgenommen, und die Mehrheit der Abstimmenden sich dafür erklärt hat. Andernfalls bleibt es bei dem vom Reichstag abgeänderten Gesetz. Der vom Reichsbund für Siedlung und Pochtirng vorgelegte Gesetzentwurf hat folgenden Wortlaut: § 1. Zu einer Ackernahrung im Sinne des ß 1 des Reichs- siedlungsgefetze» vom 11. August 1919(RGBl. S. 1429) gehören bei Bodenklaff« I 50 Morgen, bei Bodentlaffe II 50 Morgen, bei Bodenklasse III 70 Morgen, bei Bodenklasse IV 80 Morgen, bei Bodenklasse V 100 Morgen, bei Bodenklasse VI 120 Morgen, bei Bodenklasse VII 160 Morgen, bei Bodenklasse VIII und noch geringerer Bodenklasse 200 Morgen. 8 2. Wer an Land, Wiesen und Wald mehr als zwei voll« Ackernahrungen besitzt, ist verpflichtet, ein Drittel der die zweire Ackernahrung übersteigenden Fläche an das Land, in welchem sich der Grundbesitz befindet, ohne Entschädigung abzutreten. 8 3. Die Länder haben diese von den Großgrundbesitzern übernommenen Flächen bis zum Umfang einer Ackernahrung an solche Familien in Erbpacht zu vergeben, di« noch kein Land oder noch- keine volle Ackernahrung besitzen. 8 4. Die Höhe der Erbpacht beträgt 5 Proz. des Wertes der Grundstücke im Jahre 1914. Die Einziehung der Erbpacht erfolgt durch die Verwaltungsbehörden. 8 5. Soweit auf Grund des 8 2 Waldflächen an di« Länder abgetreten werden, sind sie zur Gewährleistung einer ordrnags- mäßigen Bewirtschaftung vom Staate zu verwalten. § 0. Solange keine Familien auf Uebertragung der Grundflächen antragen, kann das Land die Grundflächen in größeren» Umfange an die bisherigen Besitze? oder cm andere Landwirte in Zeitpacht zur Bewirtschaftung überlassen. Die Zeitpacht ist in solchen Fällen nach§ 4 zu berechnen. Dieser Gesetzentwurf ist ohne vorherige Füh- lung-nahme mit den politischen Parteien ausgearbeitet und eingereicht worden. Auf seinen Inhalt und seine For- mulierung Hot auch unsere Partei keinen Einfluß gehabt. Die Organisation des Volksbegehrens ist ebenfalls nur vom Reichsbund für Siedlung und Pachtung in Angriff zenommen worden, anscheinend ohne Kenntnis der dafür er- orderlichen großen Mittel und Kräfte, so daß es fraglich ist. ob das Volksbegehren überhaupt zustandekommt. Gelangt der Entwurf aber an dm Reichstag, so wird unsere Partei ihn durch entsprechende Anträge i n sozialistischem Sinne umzugestalten versuchen. Der Entwurf geht lediglich von dem Siedlerverlangen nach Land aus und will nicht nur Großbetriebe, sondern unter- schiedslos euch Mittelbetriebe zur Landabtretung für Sicdler zwingen, um möglichst viele sich selbst genügende Acker- Nahrungen zu schaffen. In einem a.uzßesprochenen Industrie- lande wie Deutschland muß aber die landwirtschaftliche Boden- Nutzung über den Eigenbedarf der landwirtschaftlichen Betriebe hinaus möglichst hohe Erträge für die Lebensmittelversorgung der Städte und Industriebezirke liefern, wann nicht die Volks- «rnähriing völlig vom Auslande abhängig werden soll. Wir können daher nicht schematisch, lediglich wegen des Verlangens nach Siedlungsland, intensiv und gut wirtschaftende landwirt- schafffiche Mittel- und Großbetriebe in kleine Ackernahrungen zerschlagen, die keine nennenswerten Uebcrfchüsie für die all- gemeine Volksernähnmg liefern. In diesem Sinne ist der Gesetzentwurf des Reichsbundes umzugestalten. Die Reichstagsfraktion der Dereingten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands hat bereits aus eigener Initiative die Frage der Bodenreform in Fluß gebracht. Sie hat durch eins Kommission eine Entschließung ausarbeiien lassen, in der die Reichsregierung aufgefordert wird, die in der Rcichsverfassung verheißen« Reform der Bodenverteiluzrg durchzuführen. Die Fraktion hat ferner einen Gesetz- entwarf in Vorbereitung, nach dem«ine planmäßige t e i g n N n g des GroßgrundSesktz'es über W H e k t a r zum Zwecke rationellerer Bewirtschaftung durch- ;eführt und ein Teil des enteigneten Bodens sofort für Sied- üingszwecke zur Verfügung gestellt werden soll. Damit wird sowohl dem berechtigten Verlangen nach Bereitstellung von Siedlungstand, wie der Notwendigkeit entsprochen, die tand- wirtschaftliche Produktion im Interesse der Volksernährung weiter zu steigern. Bei dieser Sachlage, die für unsere Partei die Möglichkeit offen läßt, im Reichstage Anträge zur Umgestaltung des vom Reichsbund für Siedlung und Pachtung eingereichten Gesetz- entwurfcs im Sinne unserer eigenen Entschließung und un- seres eigenen Essetzentwurfs zu stellen, liegt trotz der betonten Mängel des Entwurfs für unsere Partei kein Grund vor, gegen das eingeleitete Volksbegehren Stellung zu nehmen. Andererseits kann es nicht Aufgabe unserer Par- teiorganisation sein, die Sache des Reichs- b u n d e s für Siedlung und Pachtung zur ihrigen zu m a ch e n. Deshalb können wir unseren Parteigenossen auch nicht empfehlen, sich durch Emgeichnung in die Eintrag-» ngÄisten an dem eingeleiteten Volksbegehren zu be- teiligen. Inzwischen hat der Reichsbund für Siedlung und Pach» tung beschlossen, den ursprünglich eingereichten Gesetzentwurf fallen zu lassen und ihn in unwesentlich veränderter Form neu einzureichen. Für unsere Partei wird die Stellung- nähme dadurch nicht verändert. „Numerus clausus". Eine Gefahr für die Entwickelmtg der Schule. Kultusminister Boelitz hat dem Landtag den Entwurf einer Verordnung zugehen lassen, die den„numerus clausus" für die Anwärter des höheren Sulwefens einführt, die Zahl der Schulamtskandidaten also künstlich beschränkt. Nach dem Entwurf sollen von den zurzeit vorhandenen 4000 Studienassessoren 2000 in eine Anwärterliste aufgenommen, die übrigen aber nur nach Maßgabe der freiwerdenden Stellen jährlich eingereiht werden. Die ersten 2000 nachdenalten Bestimmungen(auf Grund des Anwärterdienstalters), die nachfolgenden zu einem von Jahr zu Jahr stets geringer werdenden Hundertsatz, alle anderen nach Maßgabe ibrer Eig- nung als Lehrer und Erzieher. Bei der starken Ueberfüllung, dem Rückgang der freiwerdenden Stellen und der Unmöglichkeit, die unbeschäftigten Studienassessoren finanziell zu unterstützen, ist die Zahlbeschränkung eine Maßnahme, die wohl kaum zu umgehen ist. Zumal auch das Beamten- diensteinkommengefetz eine solche Begrenzung durch die Be- stimmung verlangt, daß die Anwärterdienstzeit nicht mehr als fünf Jahre betragen soll. Größte Bedenken aber erregt die Absicht, die Auswahl der nicht nach den alten Bestim- mungen einzureihenden Anwärter den P r o v i n z i a l- fchulkollegien zu überlassen. Diese Behörden sind be- kanntlich, von den wenigen linksstehenden Mit- gliedern abgesehen, der Sammelpunkt der schul- politischen Reaktion und, wie ihnen vor einigen Tagen sogar ein volksparteilicher Abgeordneter im Landtag vorgeworfen hat. in Fragen des pädagogischen Fortschritts die Verkörperung der R ü ck st ö n d i g k c i t. Bei ihnen existiert z. B. heute noch(auf Grund einer Jnstruk- tion des längst zu seinen Vätern versammelten Althoss) eine „doppelte Buchführung", die den einzelnen Schulräten ennög- licht, neben den offiziellen und nach Art. 129 RV. jedem Beamten zugänglichen Einträgen in die Personal- papiere noch eine Art„p r i v a t e r N o t i z e n" zu führen, die aus persönlichen Eindrücken und vertraulichen Umfragen hergestellt und von Hand zu Hand weitergegeben werden. Das Vorhandensein solcher privater Notizen ist vor zwei Jahren aus einem durch Zufall an die Oeffentlichkeit gelangten Heft des Geheimrats Sachse erwiesen, derheutenochunan- g e f.o ch t e n im Prvvinzialschulkollegium Berlin tätig ist, sogar trotz des Protestes des Philologenverbandes. Neugieröe. Don Karl Fischern Vor irgendeiner Polizeiwache in irgendeiner Straß« hält d«r grüne Wagen. Die grüne Minna, wie die„Kunden" sagen. Es ist laut und lebhaft in dem Wagen, der anscheinend auf neue Ladung wartet. Auf der Straße bleiben Menschen stehen und bücken neugierig auf das Gefährt und die Tür zu? Polizeiwache. Trotzdem der Wind scharf um die Ecke weht und in das Gesicht schneidet, stehen sie, und immer neu« gesellen sich dazu von den All- zuvielen dex Großstadt, die neugierig auf«in Nicht, sind, und warten wie auf ein Wunder. Da kommt ein alter Mann, der«inen vollbeladenen Handwagen hinter sich herschleppt. Der Alte keucht, denn die Last ist zu schwer für sein Alter und seine Arme, und nun kann er nicht weiter. Er läßt sich schwer nieder auf die Deichsel des Wagen», um sich zu verschnaufen. Da erblickt er die Meng« der Neugierigen, die wie ein« Mauer stehen, und sein Gesicht bleibt so finster, als wollte er beißen. „Maulaffm, verdammte," brummte er,„hab'n nischt weiter zu tun, als auf ein paar arme Kerle zu warten, die ins Kittchen soll«nl" Nach einer Weile öffnet sich die Tür der Polizeiwache, und ein „Grüner" kommt heraus mit Papieren in der Hand und steigt in den Wagen, der schnell�iaoon rattert. Die Neugierigen machen lange Gesichter, und enttäuscht gehen sie weiter. Und nun grinst der Alte grimmig und ruft ihnen nach:„Das geschieht Euch recht! Tagediebe, verdammte!" * Aus dem Fenster einer Wohnung im dritten Hof eines Hauses gendwo in dem grauen, großen steinernen Meer der Großstadt ist •T!« Frau auf die Straße gesprungen. Man weiß nicht, was sie zur Tot getrieben. Vielleicht hat sie der Hunger heruntergeholt. Und min liegt sie auf dem Pflaster, den Mund halb ossen as i>? gebrochen. Straßenstaub und Schmutz im ergrauten Hoer. Sofort sammeln sich Neugierige um die Selbstmörderin. Man geht ganz nahe heran an den Körper und man unterhält sich so ganz sachlich und ohne alle Sentimentalität, wie man vom Wetter speicht oder von der nächsten Sommerreise, warum die Frau wohl aus dem Fenster gesprungen ist, und man ist sehr verschiedener Ansicht, ob sie tot ist oder nur betäubt, ob sie Knochen gebrochen oder innere Verletzungen davongetragen hat. » Wer weiß, wieviel diese„privaten Notizen" bei der Nicht- bestätigung linksgerichteter Persönlichkeiten mitge- sprachen haben? Die Auswahl der Anwärter durch diese Be- Hörden„nach Maßgabe der Eignung zum Lehrer und Er- zieher" bedeutet also die Garantie, daß l i n k s g e r i ch- t e t e und für Schulreform kämpfende Anwärter s o g u t wie ausgeschlossen sein werden. Eine Beschwerde- i n st a n z ist scheinbar nicht vorgesehen. Und selbst wenn das Ministerium als solche anzusehen wäre, welcher An- wärter wird es wagen, durch eine Beschwerde gegen die allmächtige vorgesetzte Behörde sich mißliebig zu machen? Erfolg werden dagegen die haben, die durch„anständige" Gesinnung, Augendienerei und sklavische Unterordnung unter die pädagogischen Auffassungen der Oberschulräte sich als die „Tüchtigsten" erweisen. Die st a a t l i ch e n höheren Schulen werden diesen„Tüchtigen" konkurrenzlos reserviert sein, aber auch die fortschrittlichen Kommunen werden durch diese Vorzensur bald nicht mehr in der Lage sein, in ihrem Sinne geeignete Bewerber zu finden. Diese große Gefahr kann nur vermieden werden, wenn die Auswahl der Anwärtsr durch eine zentrale Kommission, ähnlich wie es für die Anwärter p r ü fu n g geplant ist, ge- fchieht, in der das Ministerium und Vertreter der Landtags- fraktionsn mitwirken. Auf keinen Fall aber den altfränkisch eingestellten Herrschaften aus den Prooinzialschulkollegien allein noch auf Jahrzehnte hinaus der Nachwuchs der Erzieher überliefert wird.___ Dicke iuft in öapern. Da die Schilderungen, die der..Vorwärts" aus Bayern zu geben pflegt, vielfach als tendenziös übertrieben hingestellt werden, ist es uns wertvoll, einmal den Münchener Sonder- berichterstatter der„Deutschen Zeitung" zitieren zu können, der aus Anlaß des Falles Eckardt-Weger folgendes Stimmungsbild entwirft: Es herrscht wieder einmal dicke Luft in Bayern— unzweifelhaft... Ein Sturm der Entrüstung durchbraust ganz Bayern: Wir geben die beiden nicht heraus! Verhaftet können Eckart und Weg« nur durch bayerische Polizisten werden. Werden sich solche finden, die Hand an sie anlegen? Wir bezweifeln es, wir bezweifeln es vorläufig auch noch, daß die bayerische Regierung sich bereit erklären wird, einen Verhaftsbefehl gegen Dietrich Eckart und Weger ausführen zu lassen. Die jüdisch-sozialistischen Hetzer an der Spree sollen aus Granit beißen. Die Stimmung in Bayern ist furchtbar erregt, jeden Augenbllck kann sich ein Gewitter entladen, dessen Folgen für die weitere Entwicklung der Dinge in Deutschland vernichtend sein können. Reichskanzler Dr. Cuno ist bei seinem Besuch in München über die Lage in Bayern unterrichtet worden, denn er hat auch das Prä- stdium der vaterländischen Verbände empfangen: er weiß wohl, wer in Bayern die tatsächliche Macht in Händen hat. Wir haben es in Bayern satt, mr- noch weiterhin von Berlin aus drangsalieren zu lassen. Wenn es zu einem Zusammenstoß kommt, werden die Ber- liner jüdischen Hetzer die Verantwortung für das, was in Bayern geschieht, zu tragen haben! Also weil zwei Redakteure nicht die Güte haben wollen, sich dem gesetzlich zuständigen Gericht zu stellen, wird— inmitten der Ruhrkrise— mit Ereignissen gedroht, die für Deutschland vernichtend sein können. Inzwischen hat, wie bekannt, die bayerische Regierung erklärt, daß sie den Dollzug der Haftbefehle nicht ablehnen könne. Es wird sich also zeigen müssen, wer tatsächlich in Bayern und in Deutschland die Macht hat. Abrechnung mit den Hitlerleuten. In der schärfsten Weise wendet sich der„Bayerische K o u r i« r" gegen die Hitler-Leute, die Bayern in die schwerst« Konflikt« zu bringen drohen. Das Blatt schreibt über dies«„natio- nalen Vorkämpfer": „Die Nationalsozialistisch« Partei Bayerns hält den Zeitpunkt schwer st er nationaler Gefährdung für angemessen, um zwischen Bayern und dem Reiche und in Bayern selbst einen Kampf zu entfesseln, der notwendig die schärssten Formen an- nehmen muß. Sie, die national zu sein behauptet, ist bereit, Und dann kommt die Polizei und treibt die Neugierigen fort, die langsam und unwillig weichen und einen Haß auf die Schutzleute haben. ★ Ein« lang«, lärmersüllte Straße. Die Menschen hasten und hetzen dahin, wie von einem wilden Wirbel vorwärts gerissen. An der Seite, ängstlich und scheu an die Häuser gedrückt, schleicht ein Mütterchen dahin. Sie hustet, hart und wie heulend. Sie ist so matt, daß sie kaum noch weiter kann, und sie sieht aus, als wäre st« die lebende Verkörperung der Armut und des Elends. So schleicht und schlürft sie Schritt für Schritt, und bald hat sie der Menschenstrom verschluckt. Aber ein Neugieriger bleibt stehen, fragt, was ihr fehlt, und eine Hand findet sich, die helfen will. Die alte Frau mit der Last der Jahre und des Elends ist zu olltäglich, und kein Nichtstuer ist neugierig, Näheres zu hören, zu handeln oder zu helfen. Einsteins Triumph. Wie schon gemeldet, haben die eingehenden Untersuchungen der Beobachtungen, die gelegentlich der Sonnenfinsternis am 21. September von englischen und amerikanischen Astronomen angestellt worden sind, eine neue Bestätigung der Rich- tigkeit jenes Teiles der Einsteinschen Relativitätstheorie ergeben, der sich mit der Ablenkung des Lichtes in einem Gravitationsfeid be. schästigt. Dabei ist, wie Professor Eambell, der rDiektor des' Lick- Observatoriums in Kalifornien, hervorhebt, die Uebereinstimmung der tatsächlichen Messungen mit den von Einstein vorausberechneten Werten so gut wie vollkommen. Eine der umstrittendsten Theorien der Einsteinschen Lehre darf durch dieses Ergebnis wohl endgültig als bestätigt gelten, zumal, da ja schon bei der Sonnenfinsternis vom 29. Mai 1919 durch eng- fische Astronomen ein ähnliches Resultat gewonnen worden ist. Di« Bedeutung des nunmehr gefundenen Ergebnisses geht weit hin- aus über die allgemeine Relativitätstheorie und greift aufs tiefste in unsere bisherige phnsikafische Erkenntnis ein. Es handelt sich ja nicht allein um den bloßen Nachweis der Ablenkung dos Lichtstrohls in einem Schwerefeld, sondern um die nun nicht mehr zu bestreitende Erkenntnis, daß der Lichtstrahl materieller Natur ist. Es bedarf fortan nicht mehr der Annahm« des hypothetischen Weltäthers, um die physikalischen Erscheinungen des Lichtes und der Elektrizität zu erklären. Dieser Aether, von dem man sich in keiner Weile eine reale Borstellung machen konnte, existiert nicht. Der Raum ist leer, und das einzige, was aus den unendlichen Tiefen des Universums wahr- nel.mbar bis zu unserem Planeten gelangt, das Licht, das von den Fixsternen und Nebelflecken ausgeht, die magnetischen Kräfte, die, gelegentlich in Polarlichtern sichtbar, geheimnisvoll von der Sonne zur Erde gelangen, sind reale Körper Es sind Teile der Materie, die sich selbst wie jede andere Materie gemäß den Graoitations- geseetzn fortbewegen. Der Lichtstrahl jenes fernen Fixsterns der bei einen Streit vom Zaune zu brechen, der zur Stunde aus» schließlich nur Frankreich dienlich sein kann. Sie, die sich als Hüterin der Reichseinheit ausgibt, will eine Krise herausbeschwören, die, wie die Dinge liegen, zu einem Bruch zwischen Boyern und dem Reich führen muß. Sie, dm bayerische Interessen zu vertreten erklärt, rerlangt, daß Barzera jetzt die Opfer des Kampfes auf sich nehmen soll und zwei Schritt» leiter deutschoölkischer Organe, die Bayern mehr gescha» det haben als Tausende von Lügen der Bayetn» Hetzer, vor der Verantwortung zu schützen. Sie, die die bayerisch« Regierung zu beschimpfen nie aufhört, fordert die Hilfe dieser Regierung gegen die Organe des Reiches. Sie, die mitschuldig ist an den Schutzgesetzen, fordert, daß der Kamps gegen das Gesetz um eines Anlasses willen erneuert wird, der jeden moralischen und tatsächlichen Erfolg von vornherein aus- schließt. Und diese Partei, deren Politik ein höhn ist aus alle» wirklich Vaterländische, Deutschnational« und Bayerische, sie findet Leute, die sich für die Zwecke der nationalsozialistischen Poluit mißbrauchen lassen". Nach dieser scharfen Sprache der bayerischen Regierungs- presse und nach der von uns bereits mitgeteilten amtlichen Er» klärung der Regierung scheint es also, als ob man in Bayern schließ- lich doch eingesehen hat, daß dos Treiben der Nationassozialisten auf die Dauer von keinem Staat geduldet werden kann. Es wird sich bald zeigen, welche Kraft hinter den Worten der bayerischen Regierung steckt._ Aprilscherz. Der Sozialdemokratisch« Parlainentsdienst schreibt:„Die „Rote Fahne" erlaubt sich in ihrer heutigen Morgenausgabe einen weiteren Aprilscherz. In großen Lettern teilt sie mit, daß die Thüringer sozialistische Regierung die große Koalition vorbereite. Sie soll mit den Demokraten in Verhandlungen stehen und in den„geheimen Besprechungen" bereits wesentliche Zuge- ständnisse gemacht haben. Diese wesentlichen Zugeständnisse sollen in der Haupisache darin liegen, daß die Demokraten— für so dumm halten wir sie nicht— einen deutschnationalen Professor als Wirifchaftsminister zu bestellen gedenken. Daß gegen diesen„parlamen'.arischen Kuhhandel" innerhalb der sozialdemokra- tischen Arbeiterschaft„lebhafte Beschwerde" erhoben wird, müssen natürlich die„Rote Fahne" und die„Reue Zeitung" in Jena, die die Enthüllung über die angebliche Umbildung der Regierung in Thüringen veröffentlichte, am besten wissen. Wir sind von amtlicher thüringischer Seit« ermächtigt, di« Am gaben der„Roten Fahne" vollinhaltlich zu dementieren. Anpassung an öas Lohnniveau. Unter dieser Ueberschrfft erschien in Nr. 169 des„Dorwärts" am 12. April eine Notiz, nach.der am 11. April im Reichsarbeitss Ministerium Veratungen über die Frag« stattgefunden haben sollen, ob durch die erhöhten Beamtengehölter auch eine weitere Erhöhung des sonstigen Lohnniveaus erforderlich fei. Die Beratungen sollen zu dem Ergebnis geführt haben, daß die Borschußzahlungen, di« an die Beamten Mitte April und Mitte Mai geleistet werden, keinen Anlaß zu einer weiteren Steigerung der jetzt geltenden Löhne geben können. Im Hinblick auf die Beunruhigung, die durch diese Nachricht in weiten Kreisen der Arbeiter- und Angestelltenschaft entstanden ist, wurde vom AfA-Vund beim Reichsarbeitsministerium angefragt, od die oben erwähnte Nachricht zutreffe und, wenn ja, wer an diesen Beratungen teilgenommen habe. Darauf wurde die Auskunft er- teilt, daß den z u ft ä n d i g e n Stellen im Reichsarbeitsministerium von solchen Beratungen nichts bekannt fei, daß aber noch nachzeforfcht werde, ob überhaupt im RAM. Verhandlungen im Sinn« der oben erwähnten Nachricht stattgefunden haben. Dem AfA-Bund wurde in Aussicht gestellt, daß ihm über das Ergebnis der Nachforschungen sofort Bescheid zugehen werde. Wie uns vom AfA-Bund mitgeteilt wird, ist das bis heute nicht geschehen. Es muß infolgedessen angenommen werden, daß die Nachforschungen ergebnislos geblieben sind. Hiernach scheint es sich bei der oben erwähnten Nachricht der Korrespondenz Eca um eine Mystifikation zu handeln._ Dr. Dinier, der bekannte antisemitische Schriltsteller, der aus Veranlassunq der Thüringischen Regierung verbastct war, ist von der Staatsanwaltschaft wieder»reiaelassen worden. Demission de» Kabinetts Pasilsch. Das Kabinett Pafitfch hat demissioniert. Der Rücktritt hat aber nur formellen Charakter. Pasitsch ist wieder mit der Regierungsbildung beaustragt worden. der letzten Sonnenfinsternis scheinbar unmittelbar am Rande der Sonne— in Wahrheit natürlrcha in unendlich viel größerer Eni» fernung— gestanden hat, verhält sich also nicht anders, als sich ein Stein, eine Metallkugel oder irgendeine ander« Materie verhalten hätte, die mit der Geschwindigkeit des Lichtes— 300 000 Kilometer in der Sekunde— durch dos Gravitationsfeld der Sonn« hindurch- gegangen wäre. Die Entfremdung deutschen kunsibesitzes. Beunruhigende Nachrichten sind in letzter Zeit über den Lerkauf wertvollen Kunstbesitze» ins Ausland an die Oeffentlichkeit gedrungen, und man beklagt sich mit Recht darüber, daß die von der Regierung«rgrisfenen Maß- nahmen, die hostbarsten und unersetzlichsten Schätze des Privat. besitze? dem deutschen Volk« zu erhalten, ungenügend oder unwirk- sam sind. Ein neuer Beweis für diese bedenklichen Mißstände ist ein Bildervertauf des früheren Großherzog von Weimar, über de« in der„Kunstchronik" berichtet wird. Es handelt sich um«in« Gruppe wertvoller Bilder aus dem Privatbesitz des Großherzogs, und zwar sind es ein heillger Augustinus von P e r u g i n o,«ine Madonna von Luini und zwei kleine Tafeln von H a n» M« m l i n g, die Heiligen Stephanus und Ehristophorus dar» stellend. Der Verkauf ist gerade bei den Memling-Tafeln um so merkwürdiger, als sie in die List« der Stücke aufgenommen sind, deren Aussuhr von einer besonderen staatlichen Genehmigung ab» hängig ist. Ein entsprechender Antrag soll aber überhaupt nicht gestcllr worden sein. Die Tänzerin vor Gericht. Das ungewöhnlich« Schauspiel, daß ein« Angeklagte vor dem Gerichtshof einen Tanz ausführte, ereignet« sich dieser Tage in Paris. Di« Tänzerin Rahna stand unter der Anklage, mit ihrem Partner, Harry Pilcer, dem früheren Partner der berühmten Tänzerin Gaby Deslys, einen unzüchtigen Tanz vor- geführt zu haben. Sie erhob vor Gericht entrüsteten Einspruch, und um zu beweisen, daß der Tanz sehr anständig sei. warf sie plötzlich ihre Pelz« ab. sprang aus der Anklagebant dicht vor den Tisch hin. an dem di« Richter saßen, und gab eine Borstellung, wobei sie auch alle Bewegungen ihres Partners aiisführte. Der Gerichtshof war von der Harmlosigkeit ihrer Schaustellung augenscheinlich nicht völlig überzeugt, denn er vertagte die Verhandlung, um später dos Urteil bekanntzugeben. Eine naturwissenschaftliche Begründung für die Notwendigkeit schleuniger radikaler Schulreform gibt in glänzender Weise ein jiest von Dr.- med. Ernst V allen tin„Schulreform als Forderung der Biologie. Aerztlichs Sewissensweckung für Eltern, Lehrer und Be- Hörden", das soeben im Berlage Oldenburg u Co., Berlin, heraus» kommt. Es fei ollen parteigenössischen Bildungskämpfern warm empfohlen. Alexander Moissi. der feine TSsigkeii amsdeutschenTheate» kianihcitskalbcr abbrechen muhte, nimmt sie am 25 April für diele Spiel- zeit wieder auf. Er wird«unZchkt den Fedja in Tolstoi».Jebende» üeiifinam* siv.clc* und dann die Titelrolle im.»rafen von CdarolalS" und den Maiqui» Posa im„DonEarloS*. Ter deutsche RSntgenSongres, ist in München unter großer Dcteitiguna eröffnet worden. Der Voröfcende. Pro! Sänllch-Hmnburg, hielt die G-dächtniSrcde jür Prof. Röntgen. v-v 1 Der Fall Labourel. Paris, 17. April.( EE.) Der Abgeordnete Rechtsanwalt = Dänemarks Liebeswerk. vollen Gaspreis zahlten, den Gasmesser zu plombieren. Ein solches Verfahren kann nicht gebilligt werden. Beim zuständigen Gericht ist eine einstweilige Berfügung behufs sofortiger Aufhebung der Gassperre beantragt worden. Der fürforgliche" Hausvater. Der Wäschediebstahl in der Jrrenanstalt Buch. Bor der 3. Straftammer des Landgerichts III begann heute Durch die im Jahre 1917 von den dänischen Gemert Moro Giafferi hat der Regierung eine Interpellation ange- fchaften eingeleitete und von dem im Jahre 1920 gegründeten fündigt über die Maßnahmen, die sie ergriffen habe, um den fran- Faellestomitee for Sjaelp til de trigshaer. zösischen Journalisten in Deutschland dieselben Garantien zu sichern, gede Lande" fortgeführte Hilfsaktion sind bis zum Jahre 1921 die den deutschen Journalisten in Frankreich ge- insgesamt 14 358 deutsche Kinder nach Dänemart statteten, in voller Unabhängigkeit ihren Beruf auszuüben. geschickt werden. Bom Januar 1922 bis März 1923 erhöhte sich Das Komitee der Republikanischen Pressevereinigung für die die Zahl um 4600 Kinder, unter denen sich bereits 900 aus dem früh der umfangreiche, auf mehrere Tage berechnete Prozeß wegen französischen Departements hat einstimmig die Regierung gebeben, besetzten Ruhrgebiet befanden. Von November 1922 bis März 1923 der großen Wäscheunterschlagungen und Dieb. von der deutschen Regierung die sofortige Freilassung wurden in 13 deutschen Städten die im Sommer geschlossenen stäble in der städtischen Jrrenanstalt Buch. Am des Journalisten Babourel zu fordern, der zum zweiten Male ver- Kataostuben wieder eröffnet, in denen täglich 4500 Kinder gespeist 23. Mai 1921 meldete der Hausvater Mat Schulz seiner vorgehaftet wurde, während er seine Pflicht als Informator erfüllte. werden. Die Errichtung weiterer ata o stuben steht unmittel. fchten Behörde, daß in der voraufgegangenen Nacht in das Magazin ,, Militärische Notizen." bar bevor. An den Speisungen nehmen durchschnittlich 75 Broz. Alsbald schöpfte man gegen den Hausvater selbst Berdacht und unter eingebrochen sei und daß große Mengen von Wäsche gestohlen feien. dieser, unter der Leitung des Abg. Genossen J. P. Nielsen- ständnis ab. Ein von der Stadt Berlin eingerichteter UeberKinder aus Bolts. und 25 Proz. aus höheren Schulen teil. Außer der Bucht des Beweismaterials legte Schulh dann auch das Ge Kopenhagen stehenden Hilfsaktion für deutsche Kinder wurden seit wachungsdienst faßte einige Zeit darauf auch noch den Landwirt dem November 1922 folgende Hilfsmaßnahmen durchgeführt: Fünf Rubom ab, als dieser einen schweren Koffer aus der Anstalt herzig alten Damen einer Filiale der Doberaner Tierstuben wurden ausschaffen wollte, der gleichfalls Wäsche enthielt, die von dem 500 Affen, die sie angefertigt hatten, abgetauft. Aus dem Hausvater August Rubow stammte Auf Grund weiterer ErVerkaufsüberschuß erhielt jede dieser Damen ein Batet mit insge- mittlungen wurde gegen folgende 13 Personen Anklage erhoben: den famt 14% Bfund Hülsenfrüchten, Mehl, Katao, Kaffee, Reis, Hafer den Hausvater August Rubow, deffen Ehefrau Emma Ru Hausvater Mar Schulz, dessen Ehefrau Katharina Schulz, und zudem 10 000 bis 50 000 M. Bargeld. Aus einer Sammlung Rubow, den Pförtner Franz Ameling, die Ehefrau AIfloden usw., 1 Pfund Wurst, 2 Büchsen Bohnen, 1 Riegel Seife bow, den Landwirt Erwin Rubow, die Ehefrau Irma getrauchter Kleidungsstüde wurden neben München, Beuthen und mine Ameling, die Witwe Elisabeth Schnall, die Witwe Breslau auch einige Städte des Ruhrgebiets bedacht. Bier Ber Sophie Rosenfeld, liner Krippen erhielten Lebensmittel und Stoff für Windeln. Krause, den Oberpfleger Hans Wilikti und den Arbeiter bie Standinhaberin Mathilde Weihnachten erhielten einige Gemeinden und Pfarramter insge- Ernst Schulz. Das Schöffengericht Berlin- Mitte hatte die sämt famt 2130 dänische Kronen zur Verwendung für arme Leute und lichen Angeklagten schuldig befunden. Der Hauptangeklagte Mar bedürftige Kinder. Der dänische Journalistenverband Gefängnis und Ehrverlust, seine Ehefrau und der Hausvater stellte für seine notleidenden Berliner Kollegen 1133 Kronen zur August Rubow wegen fortgesetzter Hehlerei zu 1½ und einem Schultz wurde wegen Unterschlagung im Amte zu zwei Jahren Verfügung, während der dänische Aerzteverein zur Unter- Jahr Gefängnis und Erhrverlust verurteilt. Die übrigen Anstützung notleidender deutscher Aerzte 5000 Kronen fandte. Für geklagten wurder teils toegen Hehlerei, teils wegen Begünstigung zu die Studenten wurden 2569 Kronen und für den Mittel- Gefängnisstrafen von neun bis drei Monaten bzw. Geldstrafen ver ft and 75 124,50 m. und 10 193,32 Kronen gesammelt. Als vor. urteilt. Gegen dieses Urteil war Berufung eingelegt worden, sodah läufiges Ergebnis seiner Valutajammlung übersandte Politiken" der ganze Fall nochmals der Nachprüfung durch die Straffammer 3 598 410,60 m. unterliegt. Die Angeklagten Max Schulz und Frau AmeSchnall haben das Urteil rechtsträftig werden lassen, so daß sich) Drei Angeflagie, Mathilde Krause, Ernst Schulk und Elisabeth ling haben ihr früheres Geständnis widerrufen. heute nur die übrigen zehn Angeflagien zu verantworten haben. Der Hauptangeklagte Mar Schult behauptete, in der heutigen Berhandlung, daß er sich auf Einzelheiten nicht mehr besinnen fönne und will an Gedächtnisschwäche leiden. Es ist daher zur Begutachtung seines Geisteszustandes auf Antrag von Rechtsanwalt Bahn Medizinalrat Stormer zugezogen worden. Wir werden über das Urteil berichten. Ueber die erneute Berhaftung des franzöfifchen Journalisten Labourel wird von zuständiger Stelle erklärt, daß unsere Annahme, der Spionageverdacht sei auf Labourels eigene Befundungen vor Gericht zurückzuführen, nicht zutrifft. Vielmehr gründe sich der Berdacht auf ein Tagebuch, das bei Labourel vorge funden wurde und das in der Tat zahlreiche militärische Notizen enthält. Das Verfahren sei vom Oberreichsanwalt eröffnet, der Haftbefehl also nicht in Elbing beschlossen worden. Diese offiziöse Version berührt uns nur deshalb, weil wir daraus entnehmen müffen, daß nicht die Elbinger Justizbehörde, sondern gar der Oberreichsanwalt die Verantwortung für eine Amtshandlung trägt, die wir nach wie vor für einen groben mißgriff halten. Die„ militärischen Notizen" des Journalisten fönnen schon deshalb feinen Spionagefall darstellen, weil es auf diesem Gebiet überhaupt nichts mehr in Deutschland zu spionieren gibt. Der ganze Begriff der Spionage ist infolge des Versailler Dittats in Deutschland zu einem Anachronismus geworden, da jeder alliierte Kontrolloffizier das Recht hat, Einsicht in alle militärischen Angelegenheiten des Reiches zu nehmen. Ob dieser Zustand angenehm ist oder nicht, ist eine andere Frage. Aber er besteht nun einmal und der Oberreichsanwalt müßte doch endlich die Konsequenzen daraus ziehen. Diese Frage ist nicht nur formal rechtlicher, sondern auch im höchsten Grade politischer Natur. Deshalb wiederholen wir unsere Mahnung an das Auswärtige Amt, dafür zu sorgen, daß fein weiterer Schaden entsteht. # Die TU. meldet aus Elbing: Zu der erneuten Berhaftung bes französischen Journalisten George Labourel wegen Spionageverdacht wird noch mitgeteilt, daß der Staatsanwalt in Elbing, der auf Anweisung der Reichsanwalt. schaft gehandelt hat, Laboures feine sofortige Freilaffung für den Fall in Aussicht gestellt hat, daß der Inhalt gewiffer Notizen in den beschlagnahmten Bapieren des Journalisten auf geflärt würde. Zur Prüfung dieser Schriftstücke ist ein Be amter der politischen Polizei aus Berlin in Elbing eingetroffen. Bisher ist das Ergebnis seiner Feststellungen noch nicht bekannt. Massenausweisungen. Frankfurt a. M., 17. April.( WIB.) Wiae die„ Frantfurter Zeitung" aus Koblenz meldet, wurden allein vorgestern 664 Eisenbahner ausgewiesen, hauptsächlich Bahnwärter, Weichensteller und sonstiges Stationspersonal, jo u. a. 103 Eisenbahnbeamte aus Trier, 125 aus Ludwigshafen, 43 aus Kaiserslautern, 29 aus Godesberg, 35 aus Worms. Weitere Ausweisungen stehen bevor. Die Familien müffen binnen vier Tagen das besetzte Gebiet verlassen. ten Romitee ausgeübte Liebestätigteit. Die umfangreiche Tätigkeit Diese Angaben beziehen sich nur auf die von dem obengenann privater Organisationen und Personen läßt sich zuverlässig nicht feststellen. Bier von Boykott der Fleischgroßmarkthalle. Unhaltbare Zustände auf dem Markt in der Dircksenstraße. eine Fleisch großmarkthalle, die auf Betreiben aller InterSeit dem 1. April besteht, wie mitgeteilt, auf dem Biehhof effenten eingerichtet ist, um den unhaltbaren Zuständen auf einem Teil des Berliner Fleischgroßmarktes ein Ende zu machen. Bisher am altenplag. Infolge Bersagens der Steuerung rannte der mit Ein schwerer Autounfall ereignete sich heute nacht gegen 2 Uhr bestanden nämlich in Berlin zwei Fleischgroßmärkte, auf dem Bieh- Schupobeamten befehte Wagen gegen einen Laternenpfahl, so daß hof und in der Dircksenstraße, wo die unerfreulichsten Zustände herr- die Anfal en hinausgeschleudert wurden. schen. In nottürftig hergerichteten Läden, Rellern, renovierten ihnen, der Oberwachtmeister Ernst Schubert, Billi Neuen. Pferdeställen und allen möglichen Räumen wurde das Fleisch auf dorf, Balter Fabebant und der Unterwachtmeister Helmuth geftapelt, ein Verfahren, das in erster Linie vom hygienischen Stand- ropfa erlitten schwere Verlegungen. Die Beamten purtt aus nicht länger zu rechtfertigen war. Außerdem hatte man waren wegen einer Schlägerei nach einem Lokal in der Petersburger die Erfahrung machen müssen, daß das Bestehen zweier Märtte in Straße gerufen worden Morkt in der Dirdfenstraße ein Ende zu machen, scheiterter. bisher späten Abend hinein von den Kriminalfommissaren Werneburg jeder Beziehung preistreibend gewirkt hat. Alle Versuche, dem an ter Tatsache, daß teine anderweitigen Räume zur Verfügung und Albrecht eingehend verhört. Unter der Last des Beweis. Der Raubmörder Karl Häusler wurde gestern noch bis in den standen. Seit dem 1. April find nun Räume genug vorhanden, die materials leugnet er nichts. Er hat bereits ein sehr bewegneue Fleischgroßmarkthalle enthält genügend Stände, um alle Fleischtes Leben hinter sich. Heute wird er händler aufzunehmen, sie ist ferner mit allen erforderlichen Einrich- und Raubes dem Untersuchungsrichter vorgeführt. fungen versehen, vor allem fauber und luftiq. Trogdem weigern sich die Fleischhändler in der Dirdjenstraße, ihre dortigen Lotale aufzugeben und nach dem Biehhof über Paris, 17. April.( EP.) Die Rheinlandkommission hat am Mon- zusiedeln. Anscheinend fürchten sie die scharfe Rontrolle, tag 1236 neue Beamtenausweisungen vorgenommen. Es die in der neuen Fleischmarkthalle von den Behörden ausgeübt wird. handelt sich dabei insbesondere um Eisenbahner. Es wird gleich- isher ist es der Polizei nicht möglich gewesen, den Zuständen in zeitig behauptet, daß eine gewisse Anzahl von Eisenbahnunfällen er Dirdjenstraße ein Ende zu bereiten, da anscheinend die Bestim vorgekommen wäre, weil die Wächter an den Bahnübergängen ihren reichen. Auch die Feuerwehr hat sich bereits mit der dortigen mungen der Gewerbeordnung zu einem solchen Vorgehen nicht aus. Posten verlassen hätten. Mit dieser Begründung erläßt die Kom Lage beschäftigt, da durch die nebeneinander aufgestellten Fleischer mission eine Verordnung, wonach die Gemeindebehörden für die fuhrwerfe in der an und für sich belebten Straße die Zufahrtswege Bewachung der Bahnübergänge verantwortlich gemacht werden. Für so verstopft werden, daß im Falle eines Brandes ter anrüdenden Wächter, die ihren Bosten verlassen, sind Strafen vorgesehen, die im Feuerwehr Schwierigkeiten erwachsen würden. Von den Behörden Falle von schweren Eisenbahnunfällen in Kerferhaft bestehen können. barf erwartet werden, daß sie auf dem Berordnungswege die wider spenstigen Händler in der Dircksenstraße zwingen, ihren Martt tort Beschlagnahmte Erwerbslosengelder. Ein zu verlegen, wo er seit dem 1. April hingehört, nämlich nach der Fleischmarkthalle auf dem Bichhof. Köln, 17. April.( WIB.) Kurze Zeit, nachdem gestern vor. mittag eine größere Summe Geldes in die Räume der Arbeits. lofenfürsorge im Kunstgewerbemuseum in Düsseldorf ge= Des Herrn Affeffors Silberschat. bracht worden war, brangen die Franzosen dort ein und nahmen Eine peinliche Angelegenheit hat sich im Hause eines Geheimen 22% Millionen Mark fort. Der Kassierer und der Listenführer wur- Regierungsrats zu Potsdam zugetragen. Seit Wochen verschwand den mitgenommen. Man fuchte sie zu Aussagen zu bewegen, ließ aus dem vornehmen Haushalt to ft bares Gilbergerät. Fast sie dann aber wieder frei. Dem Kassierer legte man eine französisch Tag für Tag fehlten nach dem Familientaffee und den Gesellschaften geschriebene Erklärung vor, wonach es sich nicht um Geld der Er- teure Silbersachen von der Tafel. Der Berdacht lenkte sich zuerst auf werbslofenunterstützung, sondern der Rhein- und Ruhrhilfe handele, erfcigies. Jetzt hat eine Hausangestellte mit der Behauptung her. die Dienstboten. Durchsuchungen nach dieser Richtung hin verliefen was er aber nicht gewußt habe. Der Raffierer, der zufällig fran: vor, daß der Berlobte der Tochter des Hauses, ein Affeffor. zösisch verstand, verweigerte die Unterschrift unter dem Hinweis, daß der in dem Hause selber wohnt, der Dieb der Silbergeräte sei. Eine es fich tatsächlich um Erwerbslosenunterstüßung gandele. Die Fran- Hausfuchung förderte tatsächlich einen großen Teil ter gestohlenen gojen haben auch die Liften der Erwerbslosen und die Kartei mit- Sachen hervor. Cinen Teil hatte der Assessor bereits verkauft. genommen. Der Mörder des Warschauer orthodogen Metropolifen, ber ehemalige Archimandrit Smaragd Ladyigento, steht jest bor bem Preisgericht Barschau. Der Angeklagte, der fich der polnischen Sprache nicht bedienen will, fuchte zu beweisen, daß nicht perjönliche Nachfucht fein Motiv gewefen fei, sondern daß die Loslösung der Drthodorie von Rußland nur mit Zustimmung der gesamten orthodogen Geistlichkeit hätte erfolgen können. Devisenkurse. 1 holländischer Gulden 1 argentinische Bapier- Beso 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Krone 1 finnische Mart. 1 japanischer Jen 1 italienische Lire 1 Pfund Sterling Kurs Die lieben Freunde. meges mordes gestrigen Abendblatt muß der in der 21. Reile beginnende Saz Zur Wohnungsaffäre Wolpe. In unserer Veröffentlichung im leuten:„ Der Antrag auf Rohbauabnahme ist aber erst nach einer Wufforderung des Amtsvorstehers vom 10. September( nicht Dezember) erfolgt sriegsgefangener zugunsten ihrer notleidenden, Sameraden ant Eine Rhein- und Ruhrkundgebung veranstaltet die Arbeits. 28. April, abends 8 Ubr, im großen Eaal des früheren Herrenhauses, gemeinschaft Groß- Berlin der Reichsvereinigung ebemaliger Leipziger Str. 3. Mitwirlerde: Generalmusifdireltor Echeinpflug aus dent befesten Duisburg. das Tonfünstler orchester, namhafte Schauspieler. Pint Sprachen: B. v. Lersner, E. Barfanti, S. Großmann. Karten an 1500 9. und 3000 M. in der Geschäftsstelle, Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 86, geöffnet täglich 6-8 Uhr abends. Die Freie Schulgemeinde Charlottenburg bringt, dem Wunsche bieler Eltern Rechnung tragend, für die Senaben und Mädchen aller Schulen des Bezirks, bie bie 1. Klaffe besuchen, einen lebenstundlichen Sturius ( Sittenlehre) zur Einführung und findet seinen jährlichen Abschluß mit der Jugendweihe. Der Unterricht hat im Ingendbeim. Rosinenstr., 4. begonneu. bisherige Vorbereitungsunterricht für Jugendweihe temmt daher in Fortfall. Leiter und Lehrer dieses Schulplans in Genosse Wilhelm Schmider. Der Esperanto. Genossen und Genoffinnen, die die internationale Silje. brache Giperanto erlernen wollen, finden dazu Gelegenheit jeden burg. Rosinenftr. 14. Beginn am 18. April. Anmeldung in der GeschäftsMittwoch und Freitag Abend 6,30-8,10 Uhr in der Arbeiterschule Chailotten Borkenntnissen fönnen am Mittelfurjus Mittwoch und Feitag 8,20-10 he fielle ebenda. Unterrichtsgeld für ½, abr 1640 M. abends ebendafelbst teilnehmen. Leiter der Kurse: Gen. Schulz. Esperantisien mit Flugdienst Hamburg- Kopenhagen. Am heutigen Tage fand die diesjährige Eröffnung der Flugftrede HamburgRopenhagen statt. Den Betrieb dieser Strede wird der Deutsche Acro- Lloyd in Betriebsgemeinschaft mit einer dänischen Gesellschaft, Ein Mechaniter Ernst Grunwald, ber bei einer hiesigen Det Danske Luftfahrtfelstab A.-S., aufnehizen. Die Flugzeuge ver. größeren Firma beschäftigt war, erhielt von ihr den Auftrag, für fehren täglich: 9,00 1hr ab Hamburg, 11,00 Uhr an Ropenhagen; einige Millionen einzutaufen und mit einem Sched zu 4,00 Uhr ab Ropenhagen, 6,00 Uhr an Berlin. Der Flugpreis be bezahlen. Statt deffen erhob er auf den Eched das Geld, faufte nichts trägt 80 tanische Kronen( etwa 318 000 m.) einschließlich 15 Kiloein, gab einen Teil des Geldes feiner Birtin in Berwahrung und gremm Freigepäd. Ein lebergewicht beim Gepäd wird mit begab sich mit seinem Freunde, einem Kaufmann Karl Fuß, auf 15 dänischen Kronen je Kilogramm berechnet. eine ausgedehnte Bierreise. Seinem Freunde erzählte er zunächst, daß er für ein verkauftes Patent eine bedeutende Summe Eisenbahnzug im Regensturm. Aus Bagdad wird gemeldet, erhalten habe. Zu den beiden gefellte sich noch ein gewiffer Karl daß ein aus Passagier, und Güterwagen zusammengesetzter Zug, Na B. Grunwald betrant sich so schmer, baß seine beiden Beleiter der Donnerstag abend Bagdad verließ, am Sonnabend morgen ihn nach Hause bringen mußten. Hier steckte er seine Barschaft 80 Kilometer nördlich von Basra in einen heftigen Regen, unter das Kopfkissen und schlief bald cin. Jest tamen Maß und Sturm geraten ist. Eine Eisenbahnbrüde, zwanzig Fuß auf den Gedanten, ihm alles, was er erbeutet hatte, abzunehmen. Baffagier. und Güterwagen wurden zerstört, eine Mit einem gewissen Neumann begaben sie sich ais Rriminal- Anzahl von eingeborenen Soldaten verwundet und beamte in die Wohnung des Schwerbetrunkenen, beschuldigten ihn mehrere getötet; von den übrigen Passagieren wurden sechs der Unterschlagung, beschlagnahmten" das Gelb, das unter dem verwundet. Ropftiffen lag und auch das, was die Wirtin in Berwahrung hatte, 7784.29 teilten alles unter sich und versteckten es auf dem Boden der Häuser, 1223.05 in denen sie wohnten, unter den Dadysparren. Von 4 Millionen, die 3794.47 Grunwald unterschlagen hatte, wurden in den Bersteden 3% Mil3972.46 lionen von den Kriminalbeamten der Dienststelle A. I. wieder 5631.55 gefunden. Eine halbe Million war bereits durchge587.22 bracht. Die ganze Gesellschaft wurde festgenon: nien. 8290.60 17. April 16. April Käufer Berkäufer Räufer Berläufer ( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief) Rurs Rurs Rurs 8279.25 8320.75 8249-32 7730.62 7769.88 7695 71 1213.95] 1220,05 1216-95 3775.53 8794,47 3775-53 3980.02 3999.98 3972-14 5620.91 5649.09 5605-45 584.28 10224,87 10275.63 9975.1025.1054.63 1048.38 1048,62 1049.37 98253.75 98746.25 97879.68 98370.32 Gasabsperrungen. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Rübl und zunächst überwiegend trübe mit geringen Niederschlägen und ziemlich frischen nördlichen Winden. Später langsam aufflar end. Groß- Berliner Parteinachrichten. Morgen, Mittwoch, den 18. April: 21156.97 21263.03 21097.12 21202.88 Mit der Niederbarnimer Gasgefell chaft m. b. 5., 6. Kreis, Kreuzberg. 6 Uhr Bezirksverordnetenversammlung des Bezirksamts 1408.96 1416.04 1406.47 1413.53 die bei Tariferhöhungen stets dem Berliner Magistrat vorangeht, 1 Dollar 1 französischer Frant 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frant. 100 österr. Stronen( abgeſt.) 1 tschechische Strone 632.41 635,59 1 ungarische Krone 2304.22 2315.78 3838.38 8857.62 3835.38 3266.81 8283.19 3229.40 29.66 628.92 4.69 1 bulgarische Lema 159.60 1 spanische Beseta 1 jugoslawischer Dinar 2264.30 2275.68 besteht seit längerer Zeit ein Streit wegen Berechnung des Gas 3854.62 perbrauches zu zwei verschiedenen Breisen. Es wäre der richtige 8245.60 eg gewesen, diesen Greit durch gerichtliche Entscheidung zu be 29.88 jeitigen. Die Gesellschaft scheint von der Berechtigung ihrer Forde 632.08 rung nicht gerade überzeugt zu fein, wenn sie diesen Weg zur 4.73 Klärung der Streitfrage nicht einschlug. Sie hat jetzt das Drud. 160.40 mittel gewählt, einer größeren Anzahl von Gasabnehmern in 214.46 215.54 Oberschöneweide und Johannisthat, die nicht den Yordstr. 10/11, um 5 Uhr ebendort im Simmer 35 Gigung der Kommunal tommiffion, Bollbersammlung. 53. abend Thema: Brauchen wir eine neue Schule? Referent: Gen. Schmucker Rein Trinkzwang. Abt., Charlottenburg. 8 Uhr bei Schweidert, Erasmusfir. 2, Frauen. si. st., Neukölln. 7 Uhr Vorstandssigung beim Genoffen Nedoma, Neuterkr. 79. Die Bezirksführer werden ersucht, nicht diese Boche, sondern am Montag, ben 23., und Dienstag, den 24., abzurechnen. 137. st., Steinidenbarf. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Bollshaus, Scharnmeberftr. 114. Jahresbericht und Aussprache über bie politische Lage. Die Mitglieder des engeren Borftandes treffen sich dort schon um 7 Uhr. Gewerkschaftsbewegung Eine sonderbare Landarbeiter- Organisation. Bichen Einigung führte nicht zu diesem Ziel. Am Montag wurde in einer Bersammlung von Burfürst über das Resultat berichtet, der anschließend mitteilte, daß jetzt die Entscheidung des Schlichtungsausfauffes angerufen ist. Die Verhandlung wird bereits am Mittwoch sein. Es werde fich empfehlen, das Ergebnis dieser Berhandlung Nationalsozialistische Arbeiter. Wirtschaft Eine genoffenschaftliche Einigungsstelle. Die Spizenverbän Die Tageszeitung der chriftlichen Gewerkschaften„ Der Deutide" abzuwarten und bann weitere Beschlüsse zu faffen. Die hierauf des Genoffenschaftswesens, nämlich des Zentralverbandes deutic veröffentlicht in Mr. 34 einen Bericht seines nach dem Ruhrgebiet folgende Aussprache ergab das Einverständnis der Bersammlung. Konsumvereine, Hamburg, der Deutsche Genossenschaftsverband veröffentlicht in tr. 34 einen Bericht seines nach dem Ruhrgebiet von einem starten Gelbaritätsgefühl der Glafer zeugt tie Mit- Charlottenburg und der Reichsverband deutscher Konsumbereine i entsandten Berichterstatters, in dem in scharfer Beise die in Wirtschaftsleben hervortretenden Buchererscheinungen gegeißelt werden. teilung, daß in turzer Zeit 268 000. für die arbeitslosen Kollegen Düsseldorf baben zusammen mit dem Reichsverband der deutiche: Nachdem u. a. hierin festgestellt wird, daß bie Landwirte bei jeder seiammelt werden fonnten. Industrie und dem Zentralverband des deutschen Großsondels die Devisenhauffe den Preis für Milh, Kartoffeln, Getreide ufm. HinaufGründung einer genossenschaftlichen Einigungsstelle Schnellen fallen ohne Berücksichtigung der Geftehungstoften, tommt beschlossen. Damit ist die Voraussetzung dafür geschaffen, daß aus ber Berichterstatter zu folgendem Urteil über ihre Spendefreudigkeit: Dem Direktor der Firma Hartwich u. Vogel in Bodenba dem Wege privater Vereinbarung auch die Genoffcnichoften, die Ihre Millionenspende ift teine nationale Zat, sondern ein Böhmen( Tichecoilowalei) haben neundeutschböllische Hilfs bisher von Produzenten und Händlern beiseite gedrängt oder gai Berrat an der Nation. Was sie an Spenden leisten, find atbeiter ein Geinch überreicht um Lohnerhöhung, natürlich nur für befämpft worden sind, Streitfälle und Beschwerden mit den Epigen Trinkgelber, die sie in nationaler Stimmung demselben Bolte fich selber. In diesem Gefuch an„ Ee. Hochwohlgeb." den Chef verbänden der Industrie und Handel erledigen. 5 die Stelle für zuwerfen, das für sie legtlich nur ein Ausbeutungs- wielen fie darauf hin, daß es ihnen unmöglich sei, mit ihrem Ber- den Verbraucher wirksamer werden wird als die bisher schon tätige bienst auszukommen und schrieben: Kartelleinigungsstelle, muß abgewartet werden. Das ReichsWir glauben ficher, wenn es wirklich noch einen Gott wirtschaftsministerium wird an den Verhandlungen dieser Einigungsgibt, daß er folde Ungeredtigleiten beseitigen ftelle beteiligt sein. wird, und wir glauben sicher, wenn es noch wirklich deutse Unternehmer gibt, daß diefe ein Herz im Leibe haben und fich faffen werden, um Ihre Arbeiter nicht im Elend untergeben fehend noch jubeln." objett ist. Diese Aeußerung, deren Richtigkeit von jeder Arbeiterorganifation aneriannt werden müßte, findet die schärfste Berurteilung des beutschnationalen Zentralverbandes der Bandarbeiter, der zu den driftlichen Gewerkschaften gehört. Bon ihm wird in der neuesten Die 7-15prozentige Preußische Staatsanleihe von 1923. Der Nummer feines Berbandsorgans, Die Rundschau" erklärt, daß diese Amtliche Breußische Presiedienst schreibt: Die Zeichnungsfrist Aeußerung meber bem von dem Deutschen" zu vertretenden Geauf die neue 7-15prozentige Preußische Staatsanleihe Iäuft am banten der Boltsgemeinschaft entspricht, noch fachlich gerechtfertigt Ein ganz merkwürdiger Gottesglaube! Er unterstellt dem lieben 18. April ab. Soweit sich bister übersehen läßt, sind die erscheint. Er müffe deshalb die Aufrechterhaltung seiner bisherigen Gerrgott, daß er solche Ungerechtigleiten gulaffe und fordert von Zeichnungen in recht befriedigender Weise ein Beziehungen zum Deutschen" davon abhängig machen, daß ihm ihm ben Nachweis feiner Eriftens durch Beseitigung diefer Ungerech gegangen. Allem Anschein nach wird die Anleihe außer vom ausreichende Sicherheiten gegen die Wiederholung foicher Ent- tigleiten, die bie fapitalistische Wirtschaftsordnung geschaffen hat. Brivatpublikum, besonders von größeren Anstalten und Vergleisungen gegeben werben. Solche Wichte von Arbeitern erleichtern ihr dies. Ihr Gottesglaube bänden, die gehalten sind, ihr Vermögen ganz oder teilweise Des weiteren fällt uns auf, daß der Zentralverband der geht nicht so weit, bie Wirkung ihres Appells an ihn abzuwarten. mündelsicher anzulegen, in großem Maße gezeichnet. Bandarbeiter sich nicht selten in einer Beile zum Sprachorgan der Der Sicherheit balber appellteren fie an das gute Hera wirklich Bei bielen Zeichnern wird die Erwägung maßgebend sein, landwirtschaftlichen Interessen macht, die sonst in der Arbeiterbe- deutscher" Unternehmer in der Tschechoslowalet, ihre Arbeiter nicht daß die neue Anleihe, die dieselben Sicherheiten bietet, wie wegung nicht üblich ist. -jubelnd" im Elend verkommen zu lassen. Das Schmaroger- die älteren und für die der Preußische Staat mit feinem ge ihreiben schloß mit dem Sage: famten Vermögen haftet, infolge der hohen Berzinsung ( zurzeit 10 Pro) sich besser als Anlage eignet, als die früheren Ausgaben, die schon an fich eine geringe, gemessen an dem heutigen Kursstande aber eine faum ins Gewicht fallende Berzinsung gewähren. Ein Blick auf den Kurezettel läßt diesen Gedanken als nur au berechtigt erscheinen, notieren doch die 31/ prozentigen Preußischen Konfols an der Börse zurzeit 265 Broz., die 31 proz. Konsols 145 Broz. und die 4 prog. Konsols 195 Broz, die entsprechenden Reichsanleihen sogar viere 390 Broz., 676 Prog. und eine 175 Bros. Es sind auch Anzeichen vorhanden, daß das Ausland, das sein Interesse bisher den älteren Anleihen im hoben Maße zugewandt und dadurch deren Kurs gesteigert hat, für die neue Anleihe Nachfrage befundet. Mit dieser Feststellung wird dem Zentralverband der Landarbeiter von gleichgesinnter Seite ein Zeugnis ausgestellt, das er durchaus verdient hat und das völlig ber Meinung der freigewerfschaftlich organisierten Sandarbeiter entspricht. Bei ihm hat man fchon seit langem ben Einbrud, baß er als Organisation vielmehr zur Wahrung der Interessen des deutschnationalen Landbundes als zur Wahrung der Interessen des Landarbeiterfiandes gefdaffen fcheint. Hieraus erflärt sich auch der ftändige Rüdgang diefer Bewegung, der sie aus Besorgnis um einen völligen Untergang immer mehr in die Arme des Landbundes treibt. Eine so eingestellte Organisation hat das Recht verwirkt, als Arbeiterorganisation angefehen zu werden. schule auf. Die Organisation hochhalten! Die Betriebsräte des Deutschen Metallarbeiterverbandes waren am Montagabend sehr zahlreich im Gewerkschaftshaus versammelt, um einen Vortrag des Genossen Dr. Norbert Einstein Stuttgart über Weltwirtschaftsfrise und deutsche Wirt schaftstrife" zu hören. Bor Eintritt in tie Tagesordnung for. berte die Genoffin Ellert zu regem Besuch der Betriebsräte Dr. Einstein hielt dann seinen großzügigen Bortrag, der bie wolle Aufmerksamkeit der Bersammlung fand. In der Weltwirtschaft fei ein Wandel eingetreten. Länder, bie früher unter dem stärtsten Wirtschaftsdrud ftanben, tonnten ihre Lage erleichtern, während sich die Krise mit aller Macht auf andere Länder legte. England habe greße Abfazgebiete verloren, weil die Kauftraft der europäischen Länder infolge des Krieges zurückgegangen sei und die Kolonialländer fich durch Selbstproduktion unabhängig vom Muttertante machten. Es müsse sich deshalb neue Ablakgebiete schaffen. Amerifa fei das einzige Land, bas als Kriegsgewinnler ange prochen werden fönne. Fast jedes andere Land sei heute start an Amerifa verschuldet. England habe 63 Jahre lang Schulden an Amerita abzutragen. Eine gewaltige Menderung in der Weltwirtschaft beginne fich geltent zu machen, indem die Rohle ihre bisherige Bormachtstellung zugunsten des Erdöls verliere. Immer mehr richte sich die Schiffahrt auf den Erfaz der Rohle durch Erdöl ein. Die Konferenzen von Genua und Lausanne fonnten als Erdölfonferenzen bezeichnet werden Das Erdöl stehe als Anziehungstraft im Mittelpunkt der Welt. Frankreich suche Dedung seiner Berschuldung. Das sei eine Seite der Ruhrbesegung. Die andere Seite sei die imperialistische. Zum Lothringer Erz brauche man in Frankreich die Ruhrkohle. Aber Frankreich brauche auch den Weg nach Bagdad und möchte durch ein stortes Deutschland nicht gestört werden. In Deutschland liege tie Sache so, daß bisher das ganze Ruhrgebiet für die deutsche Wirt schaft, jezt das ganze Reich für das Ruhrgebiet arbeite. Dr. Einstein führte u. a. zusammenfassend als Grund für die deutsche Wirtschaftstrife an: die veränderte wirtschaftliche Struktur in fer Welt, das irten für eine Verbesserung der Mart, das Sinken der Kauffraft der breiten Boltsmassen und die Rücksichtslosigkeit, mit der die Konjunktur von der Industrie ausgenügt worden sei. Für die Gemertschaften bedeute tie Arise eine harte Prüfung. Die Führer werden das Schifflein nicht immer wie bisher sicher durch die Wellen steuern fömmen. Das müsse von den Mitgliedern berücksichtigt werden. Aber es sei dringend erforderlich, auch in der Krisenzeit die gewerffchaft liche Organisation und Schlagfraft aufrechtzuerhalten.( Lebhafter Beifall.) Eine Diskussion tnüpfte sich an den Vortrag nicht. Den Schluß der Bersammlung biltete eine Aussprache über Kurzarbeit, in der Urich um Einsendung von Material ersuchte. Lohnverhandlungen der Glaser. Wir bitten nochmals Euer Hochwohlgeboren irgend einen Ausweg zu finden, daß die Not boch einiger Maßen nicht unberüd fichtigt bleiben wird, denn wenn uns die Rot nicht wirklich dazu getrieben hätte, wäre es uns nie und nimmer ein gefallen unseren Herrn Chef auf diesem Wege zu belästigen. Einer dringenden Abhilfe schaffend entgegensehend zeichnen in untertänigster Hochachtung." Db man diesen neuen Gelben einen Broden zugeworfen hat, um ihren sehr zweifelhaften Gottesglauben zu stärken und sie fich gefügig zu erhalten nur ale Renommierarbeiter der nationalsozialisti iden Bartei, barüber weiß das fozialdemokratische Drgan für das nordwestliche Böhmen, das Trautenauer Echo", nichts zu berichten. Solche gelben Brüder glauben ohne gewerkschaftliche Organisation weiter au fommen, als ihre um günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen lämpfenden Arbeitsgenossen. Selbst wenn sie damit Erfolg hätten, würde fein anständiger Arbeiter fie beneiden anstatt sie zu beraten. W Zusammenschluß füddeutscher Hypothekenbanken. Nachdem die nord- und mitteldeutschen Hypothekenbanken sich zweds Vereinfachung und Erweiterung ihres Geschäftsbetriebes zu Intereffengemeinschaften zusammengeschloffen haben, ist ein folcher Zusammenschluß auch für mehrere füd- und weftdeutsche hypothefen Reichsverband der Banlleitungen und den beiden Angestellten furt a. M., die Pfälzische Sypothelenbant in Ludwigshafen a. Rh., 3m Sarifftreit im Banfgewerbe fonnte bieber stoischen dem banten zu verzeichnen. Die Frankfurter Hypothekenbank in Frank organisationen, dem Allgemeinen Berband der Deutschen Bant die Rheinische Hypothekenbank in Mannheim, die füdd- alle Bodens angestellten und dem Deutschen Bantbeamtenverein, über die April- fredibant in München und die Bürttembergische Sypothekenbank nehälter teine Einigung erzielt werden. Die Entscheidung des in Stuttgart haben eine Arbeitsgemeinschaft Enddenischer HypoSchlichtungsausschusses ist nunmehr angerufen worden. Das thelenbanten" gegründet. Sie umfaßt nach Durchbrung der beSchiedsgericht wird am Donnerstag im Reichsarbeitsministerium absichtigten Stapitalserhöhungen ein Aktienkapital von 273,85 Milzusammentreten. Bon den Textilarbeitern in Lille traten nach einer Meldung des Bariser Temps" bon 12 500 Spinnern 7000 und von 2750 Webern 1900 in den Streif. Heute soll der Streit sämtlicher Zegtilarbeiter einsetzen, etwa 15 000 an der Bahl. lionen Mark. Deutschland als Käufer amerikanischer Waren im Jahre 1922. Trog des Martsturzes ist auch im verflossenen Jahre Deutschland nod ein starter Räufer für amerikanische Erzeugnisse geblieben. Nach den jekt vollständig vorliegenden Berichten des HandelsZur Arbeitslosigkeit in den Bereinigten Staaten als ständige Er- departements in Washington über die amerikanische Ausfuhr ihr feinung ftellt The National Catholic Welfare Council, ein von der Jahre 1922 bezog Deutschland in diesem Jahre aus den Bereinigten fatholischen Kirche in den Bereinigten Staaten gefchaffenes Wohlfabrte Staaten Baren im Werte von 316 113 000 Dollar gegen 372 380 000 und Untersuchungsamt, auf Grund mehrjähriger Unterfuchungen feft, Dollar im Jahre 1921; barunter im Monat Dezember für 24 742 000 baß von den rund 16 Millionen Lohnempfängern, die es in den Ber- Dollar( bas sind um rund 3 Millionen Dollar mehr als im De einigten Staaten gibt, stå n big einundeinhalb millionen gember 1921). Die amerikanische Ausfuhr nach Deutschland setzte arbeitslos find, baß ein Durchschnitt von 365 000 Arbeitern sich in erster Linie zusammen aus Getreide, Baumwolle, bure Krankheiten der Arbeit ferngehalten wird und 165 000 aus Rupfer und Schmierölen. An Weizen erhielt Deutschland geiperrt find. Nach den Unterfuchungen des Welfare Council find aus den Bereinigten Staaten 10 084 144 Bushels( a 27,2 Kilos ständig weitere anderthalb Millionen nicht voll befchäftigt; auf den gramm) im Werte von 12 655 636 Dollar; an Weizenmeh! 1497 239 Durchschnitt gerechnet geben in einem Arbeitsjahre von 300 Tagen Barrels( a 25,4 Kilogramm) im Werte von 7 909 409 Dollar; an jebem Arbeiter jährlich 70 Arbeitstage verloren. Roggen, den Deutschland in früheren Jahren taum je in den Bereinigten Staaten getauft hatte, 12 627 588 Bushels im Werte von 12 586 274 Dollar. Hinsichtlich der amerikanischen BaumwollDie Betriebstätezeitung" bes Algemeinen Deutschen Gewert ausfuhr steht Deutschland als Abnehmer en zweiler Stelle nach fchaftsbundes und der af erscheint jest unter der Schriftleitung von Clemens Rözel. Leider mußte auch diese Zeitschrift ihren Umfang auf England; feine Räufe beliefen fich für 1922 auf 1254 846 Ballen dies ift, fo seigt boch die vorliegende Nummer 4 deutlich das Bestreben, durch 1921. Als Käufer für amerikanisches Rupfer steht Deutschland die Sälfte reduzieren, je daß sie nur noch echtfeitig erscheint. So bebauerlich im Werte von 129 366 147 Dollar gegen 1 523 104 Balien im Jahre eine ftrengere Beschränkung des Arbeitsfeldes auf die der Betriebsrätebewegung an weitaus erster Stelle; seine Kupferkäufe für 1922 beliefen sich eigenen Aufgaben und durch eingehende fachliche Unterrichtung aller derjenigen, die ber Tätigkeit des Betriebsrates Intereffe entgegenbringen oder fich für diese auf 190 348 952 englische Pfund im Werte von 26 070 138 Dollar neben einigen einleitenden Bemerkungen von Clemens Rörpel einen Artikel ber 1922 war Deutschland noch mit einer Kupfereinfuhr aus den Tätigkeit heranbilden wollen, den Ausfall wettzumachen. Die Ausgabe enthält gegen 233 072 479 englische Pfund im Jahre 1921; auch im Dezem star Frenzels Betriebsratsberigte", eine Kritik der Tätigfeit der Betriebsratsaufsichtsräte unter dem Titel infii in der Wirt Bereinigten Staaten im Werte von 1734 769 Dollar ber stärkste feft", ferner eine Abhandlung über„ Rentabilität und Bieber. Räufer für amerikanisches Kupfer. aufbau" von Baul Rose und einen Auffagrife und Rationa. lisierung der Wirt( afi" von Artur Saternus, durchweg Beiträge, beren fachlicher Inhalt zur Fortbildung der Arbeiterfchaft und zur Anregung, bei ihren Befirebungen in der Birlschaft mitzubeftimmen, wesentlich beiträgt. Weitere Artikel und Mitteilungen befaffen sich mit Fragen aus der Bragis bes Betriebsrates. Aus der Betriebsrätebewegung. Echtung, BSBD.- Fraktion AEG. Brunnenstraße! Die Fraitions Die gewerkschaftlichen Bertreter der Glaser haben vergeblich verhung morgen um 3%, Uhr ift nicht, wie in der Morgenausgabe mitgeteilt, fucht, mit den Arbeitgebern zu einer Berständigung über eine Er- bei Jakob, Boltaftr. 32, fendern bei Carus, Boltaftr. 37. höhung der Löhne von 1500 auf 1800 mm. zu kommen. Ihre Forberung wurde glatt abgelehnt. Auch ein erneuter Berfuch zur friedauch zerAlte Gebisse brochene Gold pro Zahn 3500, 4000 bis 80 000 Mark Gold-. 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