Abendausgabe Nr. 186 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 93 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Rebaffion: S. 68, Lindenstraße 3 Feensprecher: Douhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Preis 100 Mark Sonnabend Vorwärts= Berliner Volksblatt 21. April 1923 Serlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmb. Berlin S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Der Weg zu Verhandlungen. Curzons Rede und ihre Folgen. Heute morgen ist hier gesagt worden:„ Wir glauben erwarten zu dürfen, daß in der nächsten Zeit von der deutschen Regierung entscheidende Schritte unternommen werden." Der Ausdruck dieser Erwartung entspringt nicht etwa einem geheimen Wissen von den Absichten der Regierung, er der gesamten politischen Situation. Die Debatte im Oberhaus. und darin, daß man darauf bestehe, daß diese Fragen aufhören, Täfigkeit des Völkerbundes zwischen einer und der anderen Nation verhandelt zu werden, fon. bern Fragen für die gesamte Welt werden, und daß die Welt bei ihrer Lösung mithelfe. Der Bersailler Vertrag sei auf Gewalt gegründet, der Bölkerbund auf Gerechtigteit, und bevor nicht die Gewalt zum Sklaven der Gerechtigkeit gemacht werde, würde es feinen Frieden geben.( Beifall.) die von Frankreich verfolgte Pofifit England gefährlich erscheine In Anbetracht der außerordentlichen Wichtigkeit der tommen tönne, bevor durch das eine oder andere Mittel ein ge Es sei zwecklos, fich einzubilden, daß man Frieden in Europa L gestrigen Aussprache im englischen Oberhause geben wir, in meinsames Einvernehmen hergestellt sei nicht nur zwischen England Ergänzung der Meldungen in der heutigen Morgenausgabe, und Frankreich, sondern auch zwischen Frankreich, England, Deutschnach WTB. die weiteren Einzelheiten der Debatte wieder: land und allen anderen europäischen Mächten. Deutschland ist nur eine, wie wir glauben, zwingende Schlußfolgerung aus Regierung, ob sie, angesichts des wachsenden Ernstes der Lage, die und Todesfälle infolge Hungers nehme in Deutschland zu. Das Lord Buckmaster, der die Aussprache eröffnete, fragte die stehe am Rande des Hungers. Die Zahl der Selbstmorde Die Reichstagsdebatte hat gezeigt, daß die Reichsregierung wurde, das Haus über die letzte Entwicklung unterrichten und eine baß diese Aktion seitens Frankreichs von jedem Deutschen tief und durch die französische Besetzung deutschen Gebiets hervorgerufen Leben des deutschen Boltes sei heute, abgesehen von Schiebern, ein Leben größten Elends. Es bestehe fein Zweifel, die erbrüdende Mehrheit der Bolfsvertreter hinter Erflärung über ihre Politit abgeben werde. Die Wichtigkeit dieser bitter empfunden werde, und es sei nicht möglich, dieses Joch fich haben wird, wenn sie sich zu dem Entschluß aufrafft, am Frage, die in ihren mittelbaren Folgen die gesamte zivilisierte Deutschland für immer aufzuerlegen, ohne daß Deutschland in die Berhandlungstisch einen Ausweg aus der Krise zu Belt berühre, fei fider von niemandem zu unterschätzen. Es gebe Lage läme, Beziehungen mit Rußland herzustellen, was feine an suchen. Sie hat auch gezeigt, daß niemand sich die kommen- feine größere Torheit, als auf Allianzen zu bauen. Es fei nicht dere Nation verhindern könne. Dadurch werde eine Flamme entden Verhandlungen anders vorstellt, denn als einen energischen habe. Es habe natürlich erklärt, daß sie unternommen fel als facht, die die Welt vernichten werde. Es gebe nur eine Mögfchwierig, zu verstehen, was Frankreich zu seiner Affion veranlaßt Berfuch, die Rechte und Lebensnotwendigkeiten des deutschen Mittel, um Reparationen zu erhalten, aber wenn irgend jemand lichkeit für die Welt: dieſe ſiege in der Boltes mit den Bedürfnissen der Gegenseite in Einklang zu in den französischen Blättern die vollständigen Berichte über die bringen, daß niemand an die Aufgabe des passiven Wider- Rede lese, die Poincaré in Dünfirchen hielt, so werde er bereits standes denti, solange nicht eine erträgliche Lösung gefunden ist. aus den einleitenden Säßen finden, daß Der plötzliche Martsturz und die Ereignisse von Mü ldieser Schrift von Frankreich unternommen wurde, um seine heim fonnten für einen Augenblick die Sorge aufkommen Grenzen zu schüßen. laffen, daß der beste Zeitpunkt zur Einleitung von Berhand- Man dürfe niemals vergessen, was Frankreich gelitten lungen schon versäumt sei. Zeigen sich in Deutschland Zeichen habe. Frankreichs Gebiet fei ohne Grund und Anlaß" vergewalder hereinbrechenden wirtschaftlichen und politischen Berloren. Es habe gesehen, wie einige feiner besten Städte systematisch worden. Frankreich habe anderthalb Millionen Männer verfegung, dann schwillt denen drüben der Kamm, deren Biel es zerstört wurden, und Dörfer, die einst Heimstätten eines betrieb ist, über einen Trümmerhaufen Europas die Alleinherrschaft samen und glüdlichen Boltes waren, feien jetzt Ruinen. Alle diefe anzutreten. Aber Mülheim hat sich als ein fleines Zwischen Heimstätten feien verödet durch die unfäglichen Brutalitäten. Außer spiel erwiesen, das schon wieder erledigt ist, die Massen- dem habe Frankreich gefunden, daß Deutschland keine äußere Schuld disziplin an der Ruhr bleibt ungebrochen, und es scheint auch, habe, und daß der Schuß, der Frankreich im Versailler Vertrag daß es gelingen wird, die gleitende Bewegung der Mart wieder garantiert wurde, vollständig niedergebrochen sei. Es tönne nicht zum Stillstand zu bringen. auf die gemeinsame Garantie Englands und der Bereinigten ständen sei es nicht überraschend, daß Frankreich dazu geführt Staaten zum Schube feiner Grenzen bauen. Unter diesen 2linwurde, diese Aktion zu unternehmen. Man habe versucht, den Vormarsch ins Ruhrgebiet und feine Erweiterung durch die Tatsache zu rechtfertigen, daß Deutschland bezüglich der Reparationen in Berzug geraten fei. Es sei vollkommen wahr, daß Ende rungen an Frankreich in Verzug geriet, aber er glaube nicht, bes letzten Jahres Deutschland mit Bezug auf feine Rohlenliefedaß irgend jemand sagen würde, daß diefer Verzug seitens Deutschlands vorfäßlich war. Es bestehe jedoch ein Nun fommt die Rede Lord Curzons, des briti fchen Außenministers. Sie ist geeignet, die Papierwand" zu durchstoßen, sie muß hier zu Lande auch die noch unschlüssi gen und Schwankenden zu der Ueberzeugung bringen, daß der Augenblick da ist, in dem gehandelt werden muß.. Die Chauvinisten Frankreichs hatten die Rapitulation gefordert. Der passive Widerstand an der Ruhr hat ihnen geantwortet. Es ist versucht worden, die Reparationsfrage als eine Angelegenheit zu behandeln, die zunächst nur zwischen Deutschland einerseits und Frankreich- Belgien andererseit zu erledigen sei. Jede Einmischung anderer Mächte in den Konflitt schien ausgeschloffen. Solange die Dinge so standen, ist hier immer wieder gesagt worden, der Widerstand müsse auf alle Fälle zunächst fortgefeßt wer den, bis es gelungen sei, England( und womöglich auch Amerita) mit ins Spiel zu bringen. Daß dieses Etappenziel erreicht ist. zeigt die gestrige Rede des britischen Außenministers. Mit ihr ist eine wichtige Aenderung der diplomatischen Lage eingetreten. und im Januar d. I. sei Frankreich ins Ruhrgebiet einmarschiert technischer Bruch des Bertrags, und habe seit dieser Zeit seine Besetzung immer weiter ausgedehnt. Sei der Vormarsch zur Bezahlung von Kohlen erfolgt, so fei die Befehung ein Mißerfolg. Nicht nur die Kohlenlieferungen feien ein Fehlschlag, sondern Frankreich habe das Herzblut der deutschen Industrie unterbunden, indem es die Kohlen aus ihrem gesamten Broduktionsmittelpunkt nahm und Deutschland so verhinderte, feine Industrie fortzuführen. Curzon das Wort, um die durch die Ruhrkrise entstandene Nach Lod Buckmaster ergriff der Außenminister Lord internationale Situation und die Grundlinien der britischen Politit zu stizzeren. Nach den bereits wiedergegebenen Ausführungen über den Reparationsplan Bonar Laws und die Frage der Zurückziehung der englischen Truppen aus dem Ruhrgebiet führte Curzon weiter aus: angeschlossen hätte, so würde es Teilhaber an einer Unter Es gebe zwei Möglichkeiten: Wenn England sich Frankreich nehmung gewesen sein, deren praktische Klugheit es von Anfang an bezweifelt und bestritten habe. Wenn England die Bar tei Deutschlands ergriffen hätte, so wäre es in eine unfreund. fiche und illegale Stellung gegenüber seinem Verbün baher die ganze Zeit gewesen, daß die Entente zwischen Frankreich beten geraten. Die leitende Erwägung der britischen Regierung sei und Großbritannien und seinen Verbündeten nicht getroffen werde. Die Regierung sei der tiefen Ueberzeugung, daß die Entente die Grundlage der europäischen Wiederherstellung und des europäischen Friedens fei. Wenn sie zufammenbreche, fo gebe es teine Grenze für das Chaos, das daraus entstehen würde, sowie für die den europäischen Frieden bedrohende Gefahr. Es werde erklärt, die neutrale Haltung Großbritanniens jei eine Haltung der Impotenz, die Erfahrung des legten Krieges habe jedoch gezeigt, daß ein Neutraler feineswegs eine Laienfigur" fei. Ein Neutraler fei in jedem Augenblick in der Lage, ein Agent und zwar ein sehr nüßlicher Agent zu werden. Die Ende in falschem& ichte angefehen worden. Zu allererst direkte Aktion oder offene Teilnahme an einem Streit. Selbst von Die gesamte Reparationsfrage fei von Anfang bis zweckdienlichste Form der Aktion sei nicht notwendigerweise eine müsse man erwägen, wie man bezahlt werden wolle, und dann einem negativen Standpunkt aus sei die britische Neutralität von Je rascher die deutsche Regierung handelt, desto flarer sei es an der Zeit, zuzusehen, wie man bezahlt werden tönne. größtem Werte. Es sei sicher beffer nichts zu tun- obwohl er wird sie damit zum Ausdruck bringen, daß sie nicht vor den Und dann erst, wieviel gezahlt werden könne. Budmaster fragte, weit davon entfernt sei zuzugeben, daß die britische Regierung nichts Bajonetten Degouttes tapituliert, sondern daß sie Rat- wie Frankreich hoffen könne, bezahlt zu werden, wenn es die getan habe- als das Falsche zu tun. Die Politif, Fehler zu verfchlägen folgt, die ihr aus ihrer eigenen Boltsvertretung deutsche Industrie lähme; dies fdjeine vollkommen unmöglich. Und meiden und und von der britischen Regierung erteilt worden sind. nicht nur außerstand gesetzt, Frankreich zu bezahlen, sondern es fei feineswegs eine negative Bolitit, es fei eine Bolitit, die nicht welches sei die Wirkung auf England? Deutschland werde dadurch auf den rechten Augenblick zu warten, Diese Ratschläge find in einer Form gegeben, die weit davon werde auch unfähig gemacht, auch nur die geringste Zahlung an nur eine taftish fluge fein fönne, sondern sich auf die Dauer als entfernt ist, die Aufforderung zu einer bedingungslosen Unter- England zu leisten. eine Politit bester Staatsfunft erweisen könne. Die beste Berteiwerfung in sich einzuschließen, und die dem berechtigten Ehr- Soweit England und Deutschland in Betracht tamen, digung, die für diese Politik erbracht werden könne, sei die Tatsache, gefühl des deutschen Bolles durchaus Rechnung trägt. Deutsch daß die britische Neutralität für beide Teile annehmbar gewesen sei, land vergibt sich nichts, wenn es auf Curzons Rede hin mit und daß feine der beiden Parteien wünsche, daß England davon einem Borschlag zur Lösung der Reparationsfrage an die abgehe. Die augenblickliche britische Politit laffe die Regierung in Gesamtheit der Alliierten herantritt. der Stellung, wo sie jeden Tag oder jede Stunde wirtsam interDenieren könne. bestehe nicht länger irgendeine Notwendigkeit für das Verbleiben des britischen Besatzungsheeres außer als Mittel zur Sicherung, daß England seine Schuld bezahlt erhalte, aber da gefunden werde, daß diese Schuld nicht bezahlt werden könne, so liege fein weiterer Grund für das Verbleiben des britischen Bejahungsheeres Deutschland muß die Welt erkennen lassen, daß es nicht um die Befreiung von Zahlungen fämpft, die es irgendwie leisten tann, sondern um die Befreiung seiner Bevölkerung von England, fondern behindere die englische Stellung außerordentlich. Dor. Es sei nicht nur nicht von der geringsten Unterstützung für militaristischer Bedrückung, um jenes Maß politischer Die Engländer feien jetzt von allen Seiten von französischen und wirtschaftlicher Freiheit, auf das im Zeitalter Truppen umringt, und die englischen Kaufleute im besetzten Geder Demokratie fein Volt verzichten, fann, am wenigsten ein biete schienen immer mehr unter der Behinderung der Lage zu Bolt, das die Arme frei haben muß, um einen Berg von leiden. Budmaster fragte, ob Deutschlend, seitdem die Ruhr Schulden abzutragen. Diese Auffaffung trägt ein so startes befehung erfolgt sei, in der Lage gewesen sei, für das britische Belogisches und moralisches Schwergewicht in sich, daß fie sich fagungsheer zu zahlen oder ob das britische Besatzungsheer im schließlich durchsetzen muß. Jede deutsche Regierung sollte gegenwärtigen Augenblick auf Kosten des britischen Steuerzahlers jede Gelegenheit benutzen, sie mit Nachdruck zu vertreten. aufrechterhalten werde. Es sei die Pflicht Englands, flarzumachen daß es der Curzons Rede bedeutet einen Anfang. Sie leitet eine Ansicht ist, daß Aktion ein, die in einem neuen Abkommen ihren Abschluß finden muß. Niemand wird diesem Abschluß mit einem Uebermaß von Optimismus entgegensehen, aber soviel fann von ihm gesagt werden: er wird in dem Maße definitiv Es bestehe fein Zweifel, daß Deutschland eine Widerstandsfähigkeit gezeigt habe, die seine Gegner und seine Freunde überrasche. Die Ergebnisse der französisch- belgischen Befeßung bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt feien zwar ernst, fie feien aber weniger unmittelbar verhängnisvoll gewesen, als von vielen Leuten erwartet wurde. Deutschland habe eine hartnäckige Bereitschaft gezeigt, Berlufte und Entbehrungen zu erleiden. Die Lage sei zweifellos sehr Schwierig für Deutschland gewesen. Es sei ein ernster Mangel an Borräten von Rohstoffen eingetreten und es habe eine große Steigerung der Produktionskosten und eine Lähmung der Ausfuhr stattgefunden. Dazu seien besonders die verblüffenden Schwanfungen im Wechselfurs der Mart getommen, und, obgleich die deutsche Regierung eine anscheinend erfolgreiche Anstrengung zu ihrer Stabilisierung unternommen habe, sei ein weiteres verhängnispolls Fallen sein, in dem er das Bedürfnis des französischen Staates nach fehr der Berliner Börse eine sichtbare Tendenz kaum aufkommen. erregend zu sein. Trozdem sei während dieses Zeitraumes erfolgt. Und wenn man die Lage nun vom finanziellen StandDie Sonnabende laffen, wie üblich, bei dem inoffiziellen Ver- puntt aus betrachte, so scheine sie höchst besorgnis. Geld mit dem Bedürfnis des deutschen Volkes nach Freiheit Die Spekulation, die gestern nachbörslich im Effekten fich stark ein- das äußerste, was die deutsche Regierung bisher bereit gewesen sei vereinigen und ökonomische Möglichkeiten berücksichtigen wird, dedte, verhält sich heute im größten Unforhaltenb. zu tun, gewesen, daß sie die Vorschläge wiederholte, die von dem es wird in dem Maße provisorisch sein, in dem es das Bon Bublikumsfeite liegen bisher wenig Aufträge vor. nicht tun wird. Hierbei amerikanischen Staatsfefretär Ende vorigen Jahres gemacht wur überwiegen Kauforders, die sich wiederum auf die niedrig gehaltenen den, daß nämlich die Frage der Bahlungsfähigkeit Deutschlands an Werte gruppieren. einen internationalen Ausschuß Don Geschäftsleuten sebe jedoch, daß dieser Vorschlag, obgleich er versuchsweise von der und Sachverständigen verwiesen werden solle. Curzon sagte, er deutschen Regierung wieder vorgebracht wurde, Ein solcher bedingter Optimismus ist und bleibt berechtigt. Die brutale Gewalt tann höchstens nur noch Byrrhusfiege erfechten, die den Sieger ebenso treffen wie den Besiegten. Die Vernunft ist marschbereit, und es ist die Aufgabe der deutschen Regierung, sie in Marsch zu fezen. Zurückhaltung an der Börse. Am Devisenmarkt blieben die Umsätze bei äußerst stillem Geschäft im ganzen wenig umfangreich. Das Niveau fonnte sich auf teilweise Bedarfstäufe wieder etwas heben. Der Dollar wurde nach der amtlichen Notiz mit 26 750 gehandelt. von den Bereinigten Staaten nicht wieder aufgenommen und von Paris fofort abgelehnt worden sei. Deutschland habe auch vorgeschlagen, für die fünftige| sich im allgemeinen ablehnend, insbesondere gegenüber der An-| schaftlich ihrer Haut zu erwehren. Wir erwarten, daß die ReSicherheit Frankreichs Vorkehrungen zu treffen, indem regung einer internationalen Prüfung der deutschen Leistungsfähig- gierung in dieser Beziehung auch aus den Mülheimer VorGroßbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland und Amerika, feit und gegenüber dem Gedanken, daß das Problem der militärischen gängen die Lehre ziht, ihre in Lohnfragen gegen die Arbeiterfalls letzteres dazu bereit sei, sich verpflichten sollten, während eines Sicherheit auf der Grundlage der Gegenseitigkeit behandelt werde. schaft gerichtete Haltung endlich auszugeben. Beitraums von 30 Jahren feinen Krieg zu führen. Ob dieser Vorfchlag nun genügende Vorteile habe, um seine Erörterung zu redyt. fertigen oder nicht, er biete teine unmittelbare Erleichterung für die augenblickliche Lage. Der Staatssekretär erflärte bann, seine Informationen über die Ergebnisse der Reichslagsdebatte in der letzten Woche gingen dahin, daß die allgemeine Stimmung durchaus die Regierungspolitit billige, die bisher in der Ruhrfrage verfolgt wurde, und daß eine vollständige Einigkeit zu Gunsten der Fortsetzung des paffiven Widerstandes bestehe, ebenso daß man einig darüber sei, daß die deutsche Regierung nach wie vor bereit sein solle, ein Angebot auf der Grundlage des anscheinend der franzöfifchen Regierung voriges Jahr unterbreiteten aber niemals formell den Verbündeten mitgeteilten Blanes zu machen, der die Ausgabe einer Reihe internationaler Anleihen durch eine internationale Bantengruppe vorsah, unter gewissen Bedingungen bezüglich der Handelsgleichheit und Zurückziehung der Befazungsheere. Dies sei das Wesentliche der Vorschläge, die bisher von der deutschen Regierung ausgegangen seien. Diese fei flugerweise von der unmöglichen Bedingung zurüdgetreten, die sie angeblich früher aufgestellt habe, daß die Räumung des Ruhrgebiets den Verhandlungen vorausgehen müffe. Aber wenn davon die Rede sei, daß das Rheinland in Zukunft einem besonderen Regime unterworfen werden solle, so erfolge leidenschaftliche Ablehnung, einen solchen Borschlag auch nur zu erwägen, der mit der Souveränität Deutschlands unvereinbar fein würde oder der in territorialer oder politischer Beziehung diefe Gebiete unter eine Kontrolle stellen würde. Nach Erwägung der Ansichten, die von den Franzosen und den Belgieen einerseits und von den Deutschen andererfelts offen ausgebrädt feien, scheine man auf einem toten Puntte angelangt zu fein. Zu dem Vorschlag Buckmasters, daß die gesamte Frage dem Zu dem Vorschlag Buckmasters, daß die gesamte Frage dem Völkerbund überwiesen werden solle, erklärte Curzon, es sei mehr als wahrscheinlich, daß sie eine Laft für den Böllerbund be. deuten würde, die er zu tragen nicht imftande sei. Es würde bes deuten, die Lösung der Frage einer Körperschaft zu überweisen, in der bisher Deutschland und die Vereinigten Staaten nicht vertreten seien und von der daher gefagt werden könne, daß sie einen par teiischen Charakter habe und, was noch ernster sei, es fönnte bedeuten, daß Frankreich sich aus dem Böllerbund zurückzöge, was die schließliche Auflösung des Bundes selbst zur Folge haben tönnte. Den Schluß der Rede Curzons bildete die bedeutsame Kundgebung, daß die englische Regierung der deutschen geraben habe, mit einem bestimmten Vorschlage hervorzutreten, und daß sie nach Eröffnung der Verhandlungen bereit sein merde, zwischen Deutschland und Frankreich zu vermitteln. den, fich zurückzuziehen. Die bisher vorliegenden Pariser Blätterstimmen zu Curzons Rede sind noch spärlich. Das rechtsstehende„ Echo de Paris" verhält Welfische Hochverratspläne? Die linksstehende Deuvre" begrüßt es dagegen, daß England über die Sicherheiten verhandeln wolle. Wenn man Curzons Aeußerungen mit tenen Breitscheids vergleiche, müsse man erkennen, daß das Programm der Sicherheiten leicht eine Lösung finden werde. ein angeblich geheimes Dokument, das der frühere Führer der Mülheim. Paris, 21. 2pril.( Ep.) Ere Nouvelle" veröffentlicht heute hannoverschen Welfenpartei von Dannenberg, auch Reichstagsabgeordneter, durch Vermittlung von Dr. Dorten, dem Führer der rheinischen Separatisten vor mehr als einem Jahre Mit verdächtigem Eifer stürzt sich die ganze deutschvölkisch vor dem Eininarsch der der Franzosen in das Ruhrgebiet nad reaktionäre Presse auf die Mülheimer Vorgänge. An- Paris bringen ließ. Die wichtigste Stelle des Dofumentes ist gesichts der Debatten im Preußisen Landtage und der bevors folgende:„ Ein fofortiger Vormarsch der Alliierten oder auch nuc stehenden Verhandlungen des Reichstages über das Berbot der Franzosen hätte bis zur Elbe flattzufinden. Sobald die der Deutschvölkischen gebrauchen die Reaktionäre dringend französischen Truppen die Grenze von Hannover erreicht hätten, eine Ablenkung der Oeffentlichkeit von ihrem würden der Oberpräsident Noste und der Oberbürgermeister eigenen Treiben. Die provozierende Form, mit der der Leinert die Flucht nach Berlin ergreifen. rechtsdeutschnationale Abgeordnete Schlange nach der mung nach dem Vorbilde von Schleswig würde dana so schnell wie Eine VolfsabftimKennzeichnung des Zentrumsabgeordneten Loenark gestern möglich veranstaltet werden. Um Hannover zu schühen, würde die lediglich dem französischen Propagandadienst Dienste erwies, frühere Welfenlegion, die ausschließlich gegen Preußen geverfolgt dieselben Ziele wie die jedes Maß überschreitenden An- richtet ist, von neuem bewaffnet werden. Danach hätten die franjogriffe, die die sonst so vorsichtige Kreuz- 3eitung" im fifchen Truppen sich wieder zurückzuziehen." In einem anderen trauten Berein mit der Deutschen 3eitung" gegen den Dokument habe von Dannenberg auch die Belegung von preußischen Innenminister Genossen Severing richtet. Berlin durch die Franzosen vorgeschlagen. Durch kräftiges Ausmalen einer angeblichen fommunistischen Gefahr glaubt man, das Bürgertum ängstlich machen und die eigenen Dienste zum Schuße der Ordnung anbieten zu können. Solche Versuche werden ja nun zweifellos nicht gelingen. Gerade die schnelle Liquidierung der Mülheimer Kramalle zeigt die Aussichtslosigkeit aller fommunist i [ chen Aktionen". Mit Recht betont die„ Voff. 3tg.", daß der„ Sieg von Mülheim in erster Linie ein Sieg der Ordnungsliebe der breiten Massen war, die den Horden der Plünderer und„ politischen" Marodeure die Gefolgschaft versagten". allerlei fähig sind, um ihre partikularistisch- monarchistischen Ziele 31 Die Belfen haben in den letzten Jahren bewiesen, daß sie zu allerlei fähig sind, um ihre partikularistisch- monarchistischen Ziele zu fördern. Haben sie doch in der Zeit der Versailler Verhandlungen im Sinne der Losreißung von Preußen eifrig im In- und Ausland agitiert. Che wir aber die hier mitgeteilten ungeheuerlichen Einzelheiten als Tatsachen bezeichnen, wollen wir noch eine Gegen-. äußerung des Herrn von Dannenberg abwarten, die allerdings unverzüglich und ohne Umschweife erfolgen muß. Der Münchener Brandherd. Gewiß gibt es in diesen Teilen des Ruhrgebietes tomDie Lage in München ist so ungeflärt wie nur möglich. munistische Elemente oder solche, die sich so nennen, die viel unter dem Eindruck der drohenden Gefahr" der Verhaftung der leicht bei den Krawallen eine Rolle gespielt haben. Aber im beiden deutschvölkischen Heroen vom Miesbacher Anzeiger" find allgemeinen ist die Desorganisation und der Parolen die bisher zum Teil miteinander im Streit liegenden„ Baterländimirrmarr in der Kommunistischen Bartei im Rheinlande viel schen Berbände" Bayerns und die Arbeitsgemeinschaft der Baler zu groß, als daß sie einheitlich imftande wäre, eine bestimmte tändischen Kampfverbände", wie es in ihrer offiziellen Sprache so Aktion zu unternehmen. Wenn die" Rote Fahne" heute in schön heißt, zur Wahrung ihres gemeinsamen vaterländischen Be einem der üblichen und aus solchen Krawallanlässen stets flandes" in ein freundschaftliches Arbeitsverhältnis fälligen Aufrufe sich selbst anpreist und von der zielbewußten miteinander getreten. Dieses freundschaftliche Arbeitsverhältnis" und starten Führung der Kommunisten" spricht, so fann dar- wird sich zunächst zweifellos in verstärktem Terror äußern. über nur jeder lächeln, der aus der„ Roten Fahne" täglich ent- und die Bemerkungen des Innenministers Dr. Schwener gegen nimmt, wie in der KPD. auf die Order die Konterorder und den Staatsgerichtshof, über die wir gestern berichteten, dürften schließlich das Desorder folgt. Auch den angeblich vorhandenen darauf zurückzuführen fein. Der Haftbefehl des Staatsgerichtshofs Einfluß der Bolschewicki charakterisiert die„ Boff. 3tg." ganz ist noch nicht durchgeführt; die Münchener Polizei hüllt sich vorrichtig, wenn sie betont: läufig noch in Stillschweigen. In welcher Tonart die Nationalsozialisten zum Widerstand aufheben, zeigt die folgende TU.Meldung: In der gestern abend stattgefundenen nationalsozialistischen Maffenperfammlung entstand große Erregung durch die Behauptung bes nationalsozialistischen Führers Eſſer, daß heute früh eine Abordnung der Reichskriminalpolizei in München eintreffen werde, um die Führer zu verhaften und sie dem Staatsgerichtshof zuzuschleppen. Der Redner bemerkte unter stürmischem Beifall: Unsere Geduld hat jekt ein Ende. Ich bitte Euch, Volksgenossen, bereit zu fein. Wenn man sich an uns pergreift, dann soll der, der es tut, sehen, wo er feinen Sarg hertriegt. Nach der Bersammlung fanden sich die Mitglieder der Sturmtrupps am Bahnhof ein. Geburtstagsparade für Sitler. 2ard Grey über die Lösung der Krise. London, 21. April.( WIB.) Lord Grey erklärte, gestern im Oberhaus bei der Debatte über die Reparationsfrage, die Fragen der Reparationen und der Sicherheiten für Frankreich und Belgien Die Zeiten sind vorbei, wo man in Moskau„ auf den Tag" feien piel enger miteinander verbunden, als Curzon zu verstehen wartete, an dem sich am Rhein die roten" und die„ meißen" gegeben habe. Er glaube, daß alle Vorschläge, die nur die Repa- Armeen im Endtampf messen würden. Die russischen Machthaber rationen behandelten, auf unüberwindliche Hindernisse stoßen würtreiben heute eine Politik der Konsolidierung, soweit das nach all den hen, wenn nicht ebenso die Frage der Sicherheit entschieden werde. Zerstörungen noch möglich ist. Gie überlassen die Anarchisierung Curzon sei der Ansicht, daß der tote Bunft noch nicht überwunden fei und habe dem Haus nicht viel Hoffnung gegeben. Er hätte lieber der Welt den französischen Militaristen. Soweit sich kommunistische gefehen, wenn Curzon die Lage der Dinge offen auseinandergefekt Barteigänger mit französischen Agenten einlassen, handelt es sich um hätte. Während der allerletzten Wochen sei die Lage in gewissem örtliche Größen" und um besondere Spielarten aus der vielfarbigen Sinne schlimmer geworden, aber in anderer Beziehung habe sie Musterkarte linksradikalen Geftierertums. Wie wenig hinter diesen fich gebessert. Er glaube, daß Anzeichen vorhanden seien, daß Leuten steht, hat sich in Mülheim gezeigt." die französische und die belgische Regierung einzusehen begännen, daß die Ausübung eines gewaltsamen Druckes auf Deutschland allein Die Konsequenzen, die die reaktionären Blätter aus den keine Lösung herbeiführen werde. Er glaube, fie fämen immer mehr Mülheimer Borgängen ziehen wollen, treffen also mehr wie zu der Einsicht, daß eine Lösung gefunden werden müsse, nicht allein daneben. Die Abwehrfront der Arbeiterschaft ist unerschüttert durch ihr Sondervorgehen im Ruhrgebiet, sondern durch eine Aktion und kann auch durch Provokationen nicht ernsthaft ge- München, 21. April.( TU.) Die Nationalsozialisten bereiteten in Gemeinschaft mit ihren Alliierten. Dies bedeute, daß sie die Be- fährdet werden. Trotzdem wird sich die Regierung darüber ihrem Führer Hitler zu seinem geftrigen 34. Geburtstag fürmische fehung aufrechterhalten würden, bis Ergebnisse erzielt feien, aber im flaren sein müssen, daß alles getan werden muß, um die Rundgebungen. Es wurden 11 370 000 m. Hitler- Spende für den es bedeute auch die Einsicht, daß die Aufrechterhaltung der Bewirtschaftliche Lage der Rubrarbeiter angesichts der ständigen Rampfschah der Partei gesammelt. Nach der Feier wurde auf der ſetzung allein nicht die Ergebnisse zeitigt, die sie instand feßen wür- Breissteigerungen erträglich zu gestalten. Es ist deswegen im Straße beim Birtus bei Fadelbeleuchtung unter ufitPariser Stimmen. höchsten Grade bedauerlich, daß man es bei den Bauarbeitern Hängen ein Vorbeimarsch der Sturmtruppen abgehalten. zum Aus st and hat kommen lassen und dieselben Arbeiter, Berichtigung. In der Notiz unseres heutigen Morgenblattes deren Haltung man furz vorher gelobt hat, zu verdächtigen Nuhe im Ruhrgebiet muß es statt anarchistisch- KP.Kommunisten befördert, wenn sie gezwungen sind, fich wirt- bistische Erzeffe" heißen„ anarchistisch- KUP.- distische Erzesie". und Wechselfälle in einer Weise, dem unser heutiges Empfinden| Tierfunde äußert sich der Wiener Paläontologe Prof. Othenio widerstrebt. Nur einige Bilder ragen als erschütternde dichterische Abel in den Naturwissenschaften". Forster- Cooper entdeckte unter Symbole des Erdenjámmers aus dem Gewirr der Begeben den Säugetierresten in den Bugti Hills u. a. ein neues Nashorn, heiten vor. das durch seine ungewöhnliche Größe auffiel, sodann ein anderes riefenhaftes Säugetie, das an Körpergröße die übrigen schon sehr gewaltigen Bugti- Foffilien noch übertraf und überhaupt eins der größten fossilen Säugetiere darstellt. Dieser Riefe der Borzeit, der den Namen Balueitherium Osborni" erhielt, ist vorläufig nur in einigen Stelettreften bekannt geworden; doch hat jetzt der Paläontologe der amerikanischen Expedition nach China, Walter Granger, einen fast vollständigen Schädel des Tieres entdeckt, der weitere Aufschlüsse gewähren wird. Bis jetzt läßt sich ein genaueres Bild von der systematischen Stellung des Ungeheuers noch nicht machen. Es handelt sich zweifellos um Knochen eines gewaltig großen Huftieres, das mit den Pferden und Rashörnern die nächsten verwandtschaftlichen Beziehungen aufweist. Der Bau und die Form des Handstelettes weicht von allen befannten Typen unter den Huftieren ab. Die Gliedmaßen waren säulenförmig gestaltet und außerordentlich hoch, die Handwurzel muß mit ihrem oberen Ende ungefähr 80 Zentimeter über dem Boden era hoben gewesen sein. Der Oberarmtnochen erreicht eine Länge Don meter. Sehz eigenartig sind auch die Halswirbel des neuen Säuge84 Zentimeter, der Oberschenkelfnochen eine Länge von 120 3entiwohl bald genauere Aufklärung erfahren. tieres. Das Gesamtbild ist einstweilen noch lückenhaft, wird aber Shakespeare:„ König Lear". Großes Schauspielhaus. Der Lear des Herrn Werner Krauß bezeugte abermals den erstaunlichen Umfang seines schauspielerischen Rönnens. Das macht volle Organ erfüllte, ohne daß eine Spur von Anstrengung fich spüren ließ, den Raum bis in den letzten Winkel; die kraftvoll würdige Greifengestalt mit der hochgewölbten Stirn unter dem weißen Haar verschmolz mit der Vorstellung, die man vom Märtyrerhelden des Shakespeareschen Dramas hegt. Das Publifum feierte den Darstellern am Schluß mit stürmischem Applaus. Der Kent war durch Wilhelm Dieterle, der Hofnarr durch Herrn Janssen, der im Tonfall hier und da an Moissi erinnerte, wirtungsvoll vertreten. Gertrud Ensoldt und Maria Fein brachten tüdische Bosheit der beiden älteren Löchter, Liselotte De nera den gütig- schfichten Sinn Cordelias zum Ausdrud. Conrad Schmidt. " Die in der Leitung der Bühnenarchitektur durch Hans Pölzig unterstützte Regie Bernhard Reichs trug den Schwierigkeiten, die die Niesendimensionen des Theaters mit der Arena in der Mitte bieten, in geschickter Weise Rechnung. Jene Kraftsteigerung dramatischer Eindrücke durch Ausdehnung der räumlichen Ausmaße und die Aktion gewaltiger Massen, die man nach der ersten genialen, unbestimmte Grimerungen an die alte griechische Bühne weckenden Reinhardtschen„ Dedipus"-Aufführung vielfach erhoffte, und die ein Anlaß zur Berwandlung des früheren Zirtus in ein regelrechtes Theater bildete, hat sich wesentlich als Illusion herausgestellt. Jener Raum paßte felbft für solche Shatefpeare- Stücke nicht, in denen, wie im Julias Cäsar, Voltsszenen von mitentscheidender Bedeutung sind und an die man jedenfalls in erster Reihe gedacht haben wird. Wenn in der Ausmalung der Massenbewegungen etwas gewonnen wurde, jo ging in anderen Partien, die einen individuell intimeren Stil verlangten, um so mehr verloren. Die Einbuße wog schwerer Beschlagnahmeluft von heute, die in unserer so bewegten Zeit geBeschlagnahmte Drudschriften für die Staatsbibliotheken. Die als der Gewinn. Berhältnismäßig trat die Empfindung eines äußeren störenden Zwanges bei der Lear- Aufführung weniger her- staatlichen Bibliotheken rege, von den endgültig beschlagnahmten miß noch lange andauern wird, macht den alten Wunsch unserer Dor. Aber es handelte sich doch nur um eine Zurückdrängung von Druckschriften menigstens ein Exemplar fich einzuverleiben. Diese Schwierigkeiten, von der Erzielung einer volleren Resonanz durch eigentlich selbstverständliche Forderung durchzusehen, ist aber z. B. Der Wein der andern". Von den Frühjahrsweinversteigerun die gegebenen Raumverhältnisse konnte nicht die Rede sein. der preußischen Staatsbibliothet bisher im allgemeinen nicht ge, gen in der Pfalz wird uns gefchrieben: Die Abschnürung der Der Vereinfachung der dekorativen Hintergründe gelang es, fungen, auch nicht im Falle ihrer Kriegssammlung, da damals im besetzten Pfalz vom übrigen Reich ließ die Befürchtung auffemimen, die Baufen des Szenenwechsels zwischen den fünfzehn Bühnen Befehungsgebiet weder Polizei noch Zenjur zu überzeugen waren, daß nur ein enger Kreis von Kaufliebhabern zu den großen Ver bildern auf ein Minimum zu fürzen. Die Versammlung, in daß im Interesse späterer Forschung und Kontrolle unbedingt von Steigerungen sich einfinden würde. Wunderbarerweise war aber die welcher der greise, von Glück verwöhnte jähzornige Lear von seinen jebem beschlagnahmten Wert ein Eremplar überwiesen werden Teilnehmerzahl recht groß, und auf allen erdenklichen Fahrzeugen drei Töchtern die Beteuerung ihrer Liebe verlangt und seine müffe. Die Bibliotheken Sachsens und Hamburgs haben da besseren waren fie in das reizende, altberühmte Weinörtchen Deidesheim Erfolg gehabt. So wurde u. a. in der Deutschen Bücherei in an der Haardt gekommen, um sich die guten Tropfen zu sichern. jüngste, die einzige ihm treu Ergebene, verstößt, tritt bei dem Auf- Leipzig die Führung besonderer Kataloge für verbotene und ge- Die entwertete deutsche Mart trieb die Weinpreise in Millionengehen des Borhanges nicht wie sonst als fertiges Bild dem Blick heimzuhaltende Schriften beschloffen. Und die höchste Hamburger höhe. Bezahlt wurden folgende Preise: 11 Millionen, 13 Millionen dem Zuschauer entgegen. Sie wird vor seinen Augen: die Töchter Justizverwaltungsbehörde hat neuerdings das Recht der dortigen und etliche Hunderttausend, 14 Millionen, 16 Millionen, 18 Milli mit ihren Freiern schreiten heran, die Arena ist von bewaffnetem Staatsbibliothet auf diese Schriften ausdrüdlich anerkannt. Run onen, 20 bis 28 Millionen und endlich 31 Millionen für je ein fahnentragenden Rittervolt erfüllt; und schließlich, von Bofaunen bietet der Entwurf zu einem neuen deutschen Strafgesetz den Vor- Fuder oder tausend Liter, das macht also für ein Viertelfiterglas stößen angekündigt, erscheint auf hohem imposanten Bau der schlog, zum eigenen Gebrauch von Verfasser, Herausgeber, Berleger nach Abrechnung der Untesten im Zwischenhandel etwa 3000 bis Rönig. Gin malerisch wirkungsvoller Auftakt. Es folgen dann und Drucker einzelne Eremplare der beschlagnahmten Druckschrift 10 000 m. Damit ist die Preisieiter auf den Frühjahrsweinver. die Szenen am Hofe Gonnerils und Regans, wo der betörte Alte, von der Bernichtung zu befreien. Das berechtigte Berlangen der steigerungen aber noch feineswegs bis zur letzten Sprosse aufgebaut. der Reich und Herrschaft ihnen abgetreten, erfennt, welch ruchlos ftaatlichen Bibliotheken nach einem solchen Exemplare fönnte dabei schwarzer Unbant hinter ihren Neden sich verbarg; dann die Ge- gleichfalls anerkannt und erfüllt werden. Wie viele föstliche Echri Gabriel Bortmann"; Leising- Theater:" Wie es euch ge Erstaufführungen der Woche. Dienst. Schauspielhaus: Sohn witternacht, da der von seinem eigenen Fleisch und Blut Verstoßene, tur veriorengegangen, wenn man sie vorschriftsmäßig sämtlich verten, z. B. aus der Zeit des Bormärz waren für die deutsche Literafällt; Renaissance- Theater: Das Konzert"; Intimes- Theater: dem Wahnsinn verfallen, mit seinem Hofnarr und einem Wahnsinn nichtet hätte. Männer, Geldbrieiträger, Diplomat im Amt, Der blaue Pyjama Mitti. Staatsoper: Gianni Schicchi"; Wallner- Theater: Des vortäuschenden Flüchtlinge in Sturm und Regen durch die Heide Neue Riesenfiere der Vorzeit. Bei den geologischen Untersuchun- eibtutscher des Fridericus Rer. Sonnab. Boltsbühne: Stönigs Nachbarin Freif." Neues Theater am 800:. Der irrt. Mie eine graufige Sinfonie der Tollheit erklingt das Lied nom Regen, das sie, zum Ringelreihen verschlungen, fingen; am gen der Bugti Hills in Belutsist an sind bereits früher Die lustigen Weiber von Windsor. Himmel jagt der Sturmwind gespenstige, weiße Bolterifehen. Hier gen haben jetzt eine bedeutsame Bereicherung erfahren durch die riefenhafte fofile Säugetiere entdeckt worden, und diese EntdecunUrania Borträge. Sonnt., Mont., Dienst.: Rapitän Gerbit: fulminiert die zerrissen- düstere Berzweiflung, die das Drama atmet. Funde des Cambridger Zoologen Forster- Cooper, der im Auftrage Dr. Stanier: Aus der Berfitatt eines nlturfilms." Eine Seise nach Südamerika." Mittw., Snugh,: Sie drängt sich der Refer mit noch unmittelbarer Bucht als dem des Museums feiner Universität eine Erpedition nach Belutschistan Donn., Freit.: Prof. Gerte: Mit Flagseng und kamera Buschauer auf. Im zweiten Teile häufen sich die blutigen Greuel unternahm. Ueber die Wichtigkeit dieser neuen vorgeschichtlichen zu den Seebädern P " Die Angriffe auf Severing. Fortsehung der Landtagsdebatte. Um die Wohnungsämter. * Beobachtungen auf dem Wochenmarkt. Angstfäufe und warenmangel. Ausbau, Umbau, Abtrennung ulw. geschaffenen 2222 Wohrungen märkte bewiesen es. Auf einem von ihnen z. B. Der Wucher treibt wieder seine Blüten. Die heutigen Wochenfüllt. Die Käufer dem Winter= 12andesverbandes der Mieterverbände stit dem Eiz in Berlin erfolgen, um ein einheitliches Vorgehen der organiDie vielerörterte Tätigkeit der Wohnungsämter wird jetzt vom fierten Mieterschaft bei den Abwehrmaßnahmen zu erzielen. Über Der Preußische Landtag feste heute vormittag die allgemeine unterzogen. Es wird darauf hingewiesen, daß ein überstürzter Abbau Nachrichtenamt des Berliner Magistrats einer näheren Betrachtung das Ergebnis der Tagung werden wir berichten. Aussprache zum Haushalt des Ministeriums des Innern der Wohnungsämter die Wohnungszwangswirtschaft bedeutend fort. Als erster Redner nahm der deutschvolksparteiliche Abgeord Bom Mieterverband Deutschlands wird uns ge= nete v. Kardorff das Wort, der unter stürmischer Zustimmung lockern würde und daß die Stadt fein Recht habe, tie gesetzlichen Be- schrieben:„ Es entspricht nicht der Tatsache, daß der am 1. März 1923 des ganzen Hauses mit Ausnahme der Deutschnationalen eine sehr ftimmungen zu ändern oder aufzuheben. Die Befreiung etwa nur in Szene gesetzt wurde; noch weniger ist es zutreffend, daß vom propagierte Mietezahlstreit vom Mieterverband Deutschlands farfe Abrechnung mit dem deutschnationalen Abgeordneten der größeren Wohnungen von der Zwangswirtschaft verstieße gegen Mieterverband Deutschlands in mehreren Bersammlungen der Streit Schlange wegen seiner gestrigen Rede hielt. Kardorff führte aus: das Gesetz. Außerdem würde sie dem kapitalkräftigeren Teil der abgeblasen wurde. Bezüglich der Behauptung, daß der Mieterver Herr Schlange hat gestern im Anfang feiner Rede von der Nst Bevölkerung ermöglichen, sich in den Besitz übergroßer Wohnungen band Deutschlands jeßt einsehe, daß im gegenwärtigen Zeitpunkt die wendigkeit der Einheitsfront gesprochen, Ich mache ein Frage zu setzen. Es würte sogar weiter dadurch die Gefahr herauf Sache nicht gelingen fann, erwidert der Mieterverband Deutschlands, zeichen dahinter, ob feine Rede wirklich eine Stärkung der Einheits- beschworen, daß solche große Wohnungen dann in weitestem Umfange daß er die Maßnahme der Mieteverweigerung, die von einer großen front bedeutet. Diese Rede in dieser Stunde, das verstehe wer fann. ( Stürmischer Beifall links und in der Mitte und bei der Deutschen als Geschäftsräume verwendet würden also weitere Verschärfung Mehrheit der Berliner Bevölkerung(? d. Red.) beschlossen wurde, Bolkspartei.) Diese Rede war ein Schlag ins Gesicht der Wohnungsknappheit. voll und ganz unterstützt und die Weiterführung des Mieterstreifs des Ministers des Innern.( Erneute stürmische Zu- Im einzelnen wendet sich das Nachrichtenamt gegen die falsche folange befürwortet, bis eine Neuregelung der Mieten und Einstel ſtimmung.) Der Minister des Innern ist aber auch der Ber: Beurteilung, die die Verteilung des verfügbaren Wohnung der Borschußzahlungen vom Magistrat Groß- Berlins ge trauensmann der Sozialdemokratischen Partei raumes oft in der Oeffentlichkeit erfährt. Die Zahl der Woh- geben ist. und derjenigen Männer und Frauen, die im nungsuchenden Groß- Berlins betrug am 1. Januar 1922: 147 309 mit großem Geräusch in Szene gefeßte" Mieterstreit", wie vorausDieser Erwiderung ist die Tatsache gegenüberzustellen, daß der Ruhrgebiet in der Abwehrfront stehen, und Familien. Bon diesen wurden bis zum 31. Dezember 1922 allein gerade auch diese Kreise werden diese Rede als durch Vermittlung der Wohnungsämter 41152 Familien lands den Streit nicht propagiert, ist eine Mitteilung, die viele seiner zusehen, fläglich verunglückt ist. Daß der Mieterverband Deutscheinen Schlag ins Gesicht empfinden.( Erneute leb- untergebracht, großenteils in Kleinwohnungen der Bezirke. Anhänger aufs höchste überraschen wird. hafte Zustimmung. Zuruf bei den Deutschnationalen: Ihre Rede Also vor allem die wirtschaftlich Schwachen erhalten durch die Boh- Anhänger aufs höchste überraschen wird. ist ein Schlag ins Gesicht der nationalen Minderheiten. Heiterfeit nungsämter eine Wohnung zugewiesen. Die Vordringlichkeitsliste links.) Aber der Abwehrwille an der Ruhr ist viel zu start, sitzt der Wohnungsämter enthält die Namen von 99 000 Familien, von piel zu tief im Herzen der Kämpfer, als daß er selbst durch eine denen 58 869 über ein Jahr lang auf der Dringlichkeitslifte stehen. folche Rede erschüttert, geschweige denn gebrochen werden könnte. Die im Jahre 1922 von den Wohnungsämtern der Bezirke durch ( Erneuter lebhafter Beifall.) Es bestehen zwischen den Herren auf ber äußersten Rechten und meinen politischen Freunden mancherlei und weitere 175 in der Herstellung begriffene Wohnungen stellen enge Beziehungen und Berührungspunkte. Es würde aber im zwar im Verhältnis zur Zahl der dringlich Wohnungfuchenden einen felbtplagmartt- ließ sich folgendes beobachten: Im Geger. Bande nicht verstanden werden, wenn wir nicht mit Entschiedenheit geringen Satz; zählt man aber hinzu, daß vor dieser Meldung bereits faz zu sonst, waren die Stände früh geöffnet und reichlich geund Offenheit sagten, daß solche Ausführungen auf unseren seit Anfang 1919 durch die gleicher. Maßnahmen 17 000 Wohnungen tamen zahlreich und schritten in Anbetracht der Preise wieder zu ernstesten und nachhaltigsten Widerstand stoßen. gewonnen worden sind, so geht daraus hervor, daß gerade auf diesem Angst käufen, durch die die Händler sich veranlassen ließen, Arbeitsgebiete der Wohnungsämter eine ftetige nugbringence Ent Alsdann kommt der Redner auf das Verbot der Deutschvölkischen wicklung zu verzeichnen ist, deren Ergebnisse sich günstig gestaltet stündlich die Preise zu steigern und das mit dem Freiheitspartei zu sprechen. Auch hinter dieses Verbot müssen wir haben, zumal durch Neubau bisher nur 7662 Wohnungen fertig schritt das Publikum nicht dagegen ein, sondern ließ sich einschüch ( verflossenen) Marksturz und Warenmangel zu begründen. Leider ein großes Fragezeichen sehen. Aber wir bestreiten dem Minister gestellt werden konnten. Von den genannten 2222 Wohnungen nicht, daß ihn die besten vaterländischen Empfin- find im Jahre 1922 durch Abtrennung im 3wangswege tern und faufte, zwar gezwungen, aber ohne Widerspruch. Der dungen bei seinem Borgehen geleitet haben. Bei der Neigung der 1303 Wohungen gewonnen worden; vier Fünftel der Gesamtkosten Erfolg war, daß um 10% Uhr Fette, Fleisch, Mehl so gut wie Deutschen, den Unterdrüdten ihre Sympathie zu bezeugen, bleibt für die Gewinnung der 2222 Wohnungen wurden durch Ablösungs- ausbertauft waren, und Palmin 8. B. überhaupt nicht mehr zu befürchten, daß das Verbot das Gegenteil von dem bewirken gelder gedeckt. Der Umfang dieser Arbeiten hat sich in der bisherigen von 3. B. 1000 m. für Schweinefleisch( 5200 m.), von 300 bis 500 aufzutreiben war. Dabei erzielten die Händler Mehrpreise wird, was der Minister beabsichtigt hat. Wir haben den Eindrud Entwicklung von etwa vier Jahren zu jedem Zeitpunkt lediglich Mark für Fette, von 30 bis 50 m. für ein Ei. Auch der Mehlpreis gewonnen, daß das Verbot ohne Fühlungnahme mit der Reichsregie- nach den zur Verfügung stehenden Mitteln richten müssen. Biele rung, ja selbst ohne die erforderliche Fühlungnahme mit dem Breu- brauchbare Abtrennungsobjekte harren der Zeit, zu der sie sich mit wurde start hochgetrieben. Bischen Kabinett erfolgt ist. Wir vermissen ferner die Parität in der weiteren Ablösungsgeldern oder sonstigen Mitteln werden durchBehandlung rechts- und linksradikaler Organisationen. Diese wird führen lassen. Im städtischen Zentralamt für Wohnungsbestärkt durch möglichst energische Bekämpfung linksradi- mejen ist die 3ahl der Beamten und nicht ständig Angefaler Kreise. In Preußen ist das Bürgertum nahezu rechtlos. Wel. stellten, tie am 1. April 1922 noch 157 betrug, bis zum 1. Oktober chen Eindruck machen Exzesse wie in Mühlheim auf das deutsche 1922 auf 144 heruntergegangen und bis zum 16. März 1923 Bürgertum, wenn derartige Dinge vom Minister als Kindereien be- auf 104 herabgebrüdt worden, also ein Abbau um rund 35 Broz. zeichnet werden. Das Berbot der Deutschoölfischen Freiheitspartei Ersparnisse an Personal und Räumen wurden in letzter Beit geht über den Rahmen des notwendigen Schuges der Republie weit durch Zusammenlegung der Wohnungsämter in den Bezirken Mitte, hinaus. Die Deutschnationalen fragen uns jetzt, wie lange wir noch Tiergarten, Wedding, Friedrichshain und Kreuzberg erzielt. Auch ist in der Koalition bleiben wollen. Darauf ist zu antworten: daß eine das hochbesoldete technische Personal in den Bezirkswohnungsämtern inner politische Krise in diesem Augenblic ein Unglüd für bedeutend vermindert. Die Vereinfachungstommission unfer and wäre. Unser politisches Berantwortungsgefühl ist so wirft zurzeit auf weitere Verminderung des Perstart, daß wir uns von niemandem in eine Katastrophenpolitik hinein- fonals bei den Außenbezirken hin. treiben lassen werden.( Zustimmung bei der Volkspartei.) Das Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung von Bor deutsche Bolk würde ich weder eine Räterepublit noch eine rechts- stehendem in einer besonteren Vorlage Kenntnis gegeben. radikale Herrschaft auch nur acht Tage gefallen lassen. Sie würde zerschellen an dem Willen der deutschen Arbeiterschaft, Deren Kraft und Selbstbewußtsein durch den Abwehrfampf an der Ruhr feine Schwächung erfahren hat.( Lebhafte Zustimmung.) ( Lebhafte Zustimmung bei der Bolkspartei.) Someit Selbstschukorganisationen notwendig sind, müffen sie in engster Fühlung mit dem preußischen Innenminister und dem verantwortlichen Leiter der deutschen Reichswehr bestehen. Es ist heute Pflicht eines jeden, sich hinter den Staat zu stellen, wie er ist. Dieser mird sich selbst am besten verteidigen, wenn er ein Staatswesen ist, in dem nach Recht und Gesez reaiert wird. Bir billigen es durch aus, wenn in der heutigen Zeit Männer des praktischen Lebens an leitende Stellen kommen. Sie müssen aber in der Schule des Lebens wirklich etwas gelernt haben. Das Minus an Sachfenntnis, Rechtsund Berwaltungskenntnis muß ausgeglichen werden durch ein Blus an Charakter und praktischer Lebenserfahrung.( Buftimmung.) Der Beamte muß unabhängig von jeder Partei sein. Es dürfen feine Unterschiede politischer und religiöser Art gemacht werden. Die preubischen Minister der Deutschen Boltspartei halten ihre Hand auch schüßend über die deutschnationalen Beamten.( Buruf rechts: Davon merkt man nichts.) Mit diesem Zwischenruf können Sie( nach rechts) in Ihren Bersammlungen arbeiten. Dort wird man Ihnen glauben und Beifall flatschen. Aber uns dürfen Sie hier damit nicht kommen.( Lebhafte Zustimmung.) Der Redner geht dann dazu fiber, die bayerischen Verhältnisse zu besprechen und fagt: Die Zwei erschossene Russen. Die Mart hat sich wieder erholt. Für die Martthändler aber noch lange fein Grund, ihre Preise danach zu richten! Der Dollar war für 24 Stunden einmal hochgegangen! Das ist für sie die Hauptsache und daran halten sie sich und schrauben vergnügt an der endlosen Schraube und lachen, spricht einer von Polizei, Käufer= streit oder fliegenden Bucher- Standgerichten. Das kann sie alles nicht rühren! Die prallgemästeten Fettwänste rührt nur der Dollar! und der war wieder einmal gestiegen! Wann, wann endlich steigt den Herrschaften einmal einer aufs Dach? Das schafsgeduldige Bublifum trägt selbst große Schuld. Ausländer- Razzia in Café Bauer. über. Eine große Streife unternahm in der vergangenen Nacht unter der Leitung der Kriminalkommissare Hermann und Dr. Anuschat die Kriminalpolizei in Verbindung mit der Fremdenpolizei Unter den Linden. Gie galt besonders dem Café Bauer. Durch Mittei tungen aus dem Publikum und Beobachtungen war bekannt geworden, daß sich in diesem Café viele Ausländer, die sich Eine Erinnerung aus den Revolutionswirren 1919. ohne jede Erlaubnis in Berlin aufhalten, zu treffen Das Schwurgericht des Landgerichts III beschäftigte fich heute pflegten. Das Ergebnis der Streife bestätigte das mit einer vier Jahre zurückliegenden Straftat. Im März 1919 wur- auch. In der elften Stunde traten zahlreiche Beamte plöglich ein den im Untersuchungsgefängnis Moabit zwei Russen er und verlangten von allen Gästen, männlichen und weiblichen, den schossen, deren Personalien man niemals festzustellen vermochte. Ausweis. Alle Papiere wurden sofort an Ort und Stelle so gründ Am 9. März, an einem Sonntag, als gerade die zwar amtliche, aber lich als möglich geprüft. Waren sie nicht in Ordnung, so wurde der dennoch vollkommen unzutreffende Meldung verbreitet worden war, Gaft eingeladen", einen bereitgehaltenen Lastkraftwagen zu bein Lichtenberg feien 30 Kriminalbeamte von den Spartatiften nieder- steigen. Der größte Teil der Anwesenden waren gemehelt werden, wurden von einer Patrouille des Regiments Rein Ausländer. Zwei Kraftwagen waren endlich mit etwa 100 Perhardt zwei Männer in das Moabiter Untersuchungsgefängnis einge- fonen besetzt, als fie nach Schluß der Feststellungen nach dem Polizeiliefert, von denen es hieß sie seien beim Plündern mit der Waffe präsidium abfuhren, darunter auch verschiedene zweifelhafte Damen, in der Hand getroffen worden. Die beiden Gefangenen wurden von die die Bekanntschaft valutastarfer Ausländer zu suchen pflegen. Auf den aufgeregten Soldaten mißhandelt und hinterher auf dem of dem Bolizeipräsidium wurde die Sichtung und die Nachprüfung der erschossen. In einem späteren Verfahren vor dem Kriegsgericht Angaben fortgesetzt. Eine ganze Reihe der Angehaltenen wurden wurde auf Grund von Zeugenaussagen ermittelt, daß als Täter der als lästige Ausländer, die keine Aufenthaltser. Student Arthur Schneider und der Fabrisarbeiter laubnis besaßen, der Fremdenpolizei Adalbert Ahrendt, die damals bei der Freiwilligenfor- wiesen. Einige Personen wurden als gesucht festgestellt und mation standen, in Frage fämen. Von den ordentlichen Gerichten werden der Staatsanwaltschaft vorgeführt. wurden beide vor längerer Zeit zu je ein Jahr drei Monaten 3uchthaus wegen Totschlages perurteilt. Auf Grund neuer Momente ist das Verfahren jezt wieder aufgenommen worden. Teitete, beftritten Die Angeklagten energisch, die beiden unbekannten harren geben foll, hat ein aus Mitgliedern des Christlichen Bugunsten des Deutschen Boltsopfers, das der im In der heutigen Berhandlung, die Landgerichtsdirettor Regen schweren Abwehrkampf stehenden Ruhrbevölkerung Kraft zum Aus daß Bayern eine Ordnungszelle ist, ist der größte Schwindel der Russen erschossen zu haben. Dagegen geben sie zu, sich daran be- metallarbeiter perbandes teiligt zu haben, die beiden Toten sowie einen standrechtlich er. Effener Männerchor eine Sängerfahrt nach Berlin gemacht. fich zusammensetzender Weltgeschichte. schossenen Matrosen Peters beiseite geschafft zu haben. Am Tage Gestern ist er in Berlin eingetroffen, bewillkommnet von Berliner Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß dort ein frivoles nach der Erfchießung wurde nämlich ein Laftauto von der Brigade Sängern, und heute fand im Staatstheater ein Fest aft Spiel mit der Einheit des Reiches getrieben wird.( Lebhafte Zu- Reinhardt angefordert, die drei Leichen aufgeladen und abends in der statt, bei dem die Reichs- und Staatsregierung den stimmung.) Die Hehe bayerischer Kreise gegen Personen ist ganz un Dunkelheit auf der Charlottenburger Chauffee und ám Salzufer ab- Effenern ihren Gruß entboten. An dem Festakt nahm auch Reichsangebracht. Wo wäre das Reich, wenn Preußen nicht wäre. Es geworfen. Ueber die damaligen Zustände wurde der Führer der präsident Ebert teil. Im Auftrage der Reichsregierung beist unlängst gesagt worden: wir brauchen ein innerpolitisches Mo- Bachttompagnie Leutnant Koberstein vernommen. Die erste Begrüßte Reichsarbeitsminister Brauns die Sänger als die Zeugen ratorium. Aber gerade diejenigen, die das verlangt haben, tun hauptung, daß die beiden Angeklagten die Ruffen erfchoffen hätten, all der Leiden, die im besetzten Ruhrgebiet die Bevölkerung zu ernichts, um die innerpolitischen Berhältnisse zu konsolidieren. Wie fei von dem damaligen Vertrauensmann der Kompagnie, einem gegemein und unanständig ist es z. B., wenn die Deutsche Zeitung" wissen Dienemann, aufgestellt worden, der im Dienste des damaligen neulich schrieb, wenn jetzt der Dollar wieder steige und mit ihm die Polizeipräsidenten Eichhorn gestanden habe. Der hierauf als Zeuge Preise, dann habe das deutsche Volt das den Abgeordneten Dr. vernommene Arbeiter Dienemann gab auf Befragen der RechtsStresemann und Dr. Breitscheid zu verdanken, die sich jetzt beide in anwälte Bahn und Dr. Aron, ob er bestimmt behaupten fönne, daß den Armen liegen und die nationalen Belange den Internationalen die beiden Angeklagten die Russen erschossen hätten, zunächst die beopfern. Unter lebhaftem Beifall endet Kardorff mit einem warmen stimmte Versicherung ab, er hätte gesehen, wie beide auf die GeAppell zur Einigkeit und Geschlossenheit, durch die allein Deutsch- fangenen geschoffen hätten. Er verwickelte sich dann jedoch in land feinen Kampf für den Frieden und die Freiheit der Welt er- Widersprüche. Um diese Widersprüche aufzuklären, begab sich das folgreich beenden tönne Gericht in das Untersuchungsgefängnis, wo in der Frauenabteilung, dem Tatort, ein Lotaltermin abgehalten wurde. Behauptung Nach dem Redner der Deutschen Volkspartei ergreift Minister des Innern Severing Er erklärt, daß zwischen Reichs- und Staatsregierung völlige Uebereinstimmung bestehe. Man müsse dort zuschlagen, wo die größere Gefahr sei. Vor einiger Zeit schrieb mir ein Abgeorbneter, man müsse den dunklen Selbstschu zorganisationen Oberfchlesiens größere Beachtung schenken. Der das schrieb, war der Abgeordnete Schlange.( Große Heiterfeit.) Bei Schluß des Blattes spricht der Minister fort. Proteststreik der Thyssen- Hütte. Landeskonferenz preußischer Mieterverbände. Die Annahme des Reichsmietengefezes, die der organisierte Effener Sänger in Berlin. dulden hat. Er erinnerte daran, daß erft vor wenigen Tagen die Effener Opfer des Abwehrwillens, im Massengrab zur Ruhe gebettet worden find. Als Vertreter der Staatsregierung bewillkommnete Staatssekretär Beder die Träger der volkstümlichen Kunst hier im Tempel der Kunst. Wieder sei, wie immer in schwerer Zeit, das deutsche Lied zum Ausdruck des deutschen Einheitswillens und des deutschen Einheitsbewußtseins geworden. Herr Strunt, Vorsitzender des Männerchors, erwiderte mit Dantesworten. schweigen, fagte er, von unserem Unglück und unserem Leid. Dem deutschen Bolt aber bieten wir ein Glüdauf! In dem musifalischen Teil der Beranstaltung wetteiferten miteinander der Ber liner Lehrergefangverein und der Effener Männer. chor. Mir Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Da eine Die Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte des Bezirksamts Prenzlauer Bera zahlt die Teuerungszuschüsse für den Monat Mai bereits vom 20. April ab und zwar am 20. April für Kriegsbeschädigte, Striegerwitwen. Am 1. Mai wird nicht ausgezahlt. am 21. und 23. April für Kriegereltern und vom 24. April ab für ausbesig seinerzeit mit affen Mitteln zu hintertreiben fuchte, und Reihe von Gruppenleitungen dem Zentralbureau immer noch feine der von den freien Gewerkschaften, den sozialistischen Parteien, den Mitteilung gemacht bat, ob die in der Helferversammlung geBerband sozialer Baubetriebe und dem Bund deutscher Mieterveräußerten Spielplagwünsche örtlich erledigt wurden, bitten wir eine erlassene Aufruf für die Gemeinwirtschaft im Wohnungswesen bringend alle Gruppenführer, die noch nicht im Befiße einer Spielhaben den Bund deutscher Haus- und Grundbesigervereine dermaßen plazerlaubnis sind, dies bis spätestens Mittwoch. den 25. April, beunruhigt, daß er auf feinem Bundestage in München im Auguft dem Bentralbureau( Lindenstr. 3, 2. Hof II) mit näheren Angaben v. J. beschloß, von der Defensive zur Offensive überzugehen. mitzuteilen. Zu diesem Zwecke hat er sich mit den Organisationen der Landwirtschaft, des Handels und der Industrie gegen die Mieterschaft verbündet. Diese Einheitsfront" ist endlich am Werte, Hamborn, 21. April.( MTB.) Der Betriebsrat der August- für den sofortigen Abbau der Zwangswirtschaft im Wohnungswesen Thyssen- Hütte, Gewerkschaft Hamborn, erhebt in einem Stimmung zu machen, um der Mieterschaft recht bald zu den Seg Schreiben an General Beaurin in Duisburg im Namen der ge- Durchführung des Reichsmietengeleges wird vom nungen der freien Wirtschaft zu verhelfen. Die famten Arbeiter und Angestelltenschaft schärfsten Proteft wegen Hausbesitz und seinen Freunden nach Kräften fabotiert. Das der Berurteilung des Direktors Paul Boulanger, und zwar dem Reichstag vorliegende Schuhgefeß wird mit Hilfe der dem sowohl wegen der Höhe der Strafe, aber in der Hauptsache gegen Hausbesitz naheftehenden Parteien nach Möglichkeit verschlechtert und gehend stärker bewölkt bei ziemlich frischen östlichen Binden. Keine erheb Berlin und Umgegend. Ein wenig fübler, vielfach better, vorüber. die Bestrafung selbst. Die Arbeiter- und Angestelltenschaft wünscht, so heißt es am ganzen Mieterschutz aufzurollen, und zwar auf dem Wege der Freiim Reichswirtschaftsrat ist der Hausbesit soeben am Werke, den lichen Niederschläge. Schluß, der friedlichen Beschäftigung nachgehen zu können. Sie gabe der gewerblichen Räume aus der 3wangs= hält es für ihre Pflicht, darauf aufmerksam zu machen, daß durch wirtschaft. Unter diesen Umständen ist es zu begrüßen, daß die 15. Abteilung. Seute abend 7 Uhr, Gigung der Abteilungsleiter und der kom." Groß- Berliner Parteinachrichten. derartige Maßnahmen die auf den Frieden gerichtete Stimmung organisierte Mieterschaft zu entschiedener Abwehr rüstet. Die im der Arbeiterschaft ungünstig beeinflußt wird. Bunde deutscher Mietervereine( Gizz Dresden) zu fammengeschloffenen preußischen Provinzial- und Gauverbände halten die über die nötigen Abwehrmaßnahmen beraten wird. In am 21. und 22. April in Berlin cine Landesfonferenz ab, Berbindung damit soll die Gründung eines Preußischen sigung der Abtellungsvoriande Zum Zeichen des einmütigen Zusammenhaltens der Arbeiter. und Angestelltenschaft trilt die ganze Belegschaft von Sonnabend abend 8 Uhr ab in einen Proteftftreit, Wetter für morgen. munalen Rommission bei Nitschmann, Aderstr. 122. Jugendveranstaltungen. Werbebezirk Kreuzberg. Heute abend 7 Uhr, im Jugendheim, Lindenstraße& Gewerkschaftsbewegung Verschleierungspolitik der Regierung. In einer vom Berband der Gemeinde- und Etaatsarbeiter, Filiale Berlin, einterufenen Bollversammlung der Reichs- und Staa.sarbeiter berichtete Scharlau vom Verbandsvorstand über die Neuregelung der Bezüge vom 1. März bis 31. Mai b. Is. In eingehender Weise schilderte der Referent die Schwierigkeiten, die bei den Verhandlungen seitens der Regierungsvertreter gemacht murden, da fie grundfählich jegliche Lohnerhöhung ablehnten. Dieses Berhalten wurde damit begründet, daß die unternommenen Stüßungsaktionen der Mart durch Lohnerhöhungen illuforisch ge macht werben würden. Daß aber die Notwendigkeit zu einem Lohnausgleich gegeben war, hat schließlich auch die Regierung an erfannt, indem sie diesen Ausgleich durch Lohnvorschüffe herbei führen wollte. Wenn diese Absicht Tatsache geworden ist, so ist bamit nicht etwa der Beweis erbracht, daß diese Regelung mit Zu Stimmung der Spizenverbände erfolgt ist; diese haben vielmehr gegen eine derartige Lohnpolitik mit aller Entschiedenheit proteftiert. In Ergänzung zu diesen Ausführungen führte Mai vom Drts. bureau noch aus, daß diese Lohnpolitit mit allen Mitteln befämpft werden müsse, weil darin eine Gefahr für die Existenz der Reichs. und Staatsarbeiter zu erbliden fei. Aber auch im Interesse der Arbeiterschaft in der Privatindustrie muß mit dieser Berschleie. rung der Löhne Schluß gemacht werden. Dieser Auffassung schlossen fich sämtliche Diskussionsredner an und fanden damit die einmütige Zustimmung der Bersammelten. Die dadurch zum Aus drud gebrachte Willensfundgebung fand ihren Niederschlag in der einstimmigen Annahme nachfolgender Resolution: Die am 18. April 1923 versammelten, dem Verband der Ges meinde und Staatsarbeiter angeschlossenen Reichs. und Staats arbeiter erheben schärfften Protest gegen die von der Reichsregie. rung vom 1. März d. Js. ab befolgten Lohnpolitit. Unter feinen Umständen sind die Versammelten willens, sich diesen Zustand noch länger gefallen zu lassen. Die Reichs. und Staatsarbeiter ertennen ohne weiteres an, daß die Süßungsaktion der Mart und die damit verbundene Breissenfung auf dem Lebens, und Bedarfsartifelmarkt gefördert werden muß, weil dadurch auch eine Besserung der Les benslage jedes einzelnen erfolgt; es muß aber mit aller Entschieden. heit abgelehnt werden, menn versucht wird, diese Maßnahme auf Rosten der Arbeiter durchzuführen. Schon allein die Tatsache, daß der größte Teil der Arbeiterschaft von dem amtlich errechnete Existenzminimum noch weit entfernt ist, läßt es als unbedingt notwendig erscheinen, daß eine weitere Hebung des Lohnniveaus er folgen muß. Wenn aber die Reichsregierung als größter Arbeit. geber sich dieser Notwendigkeit glaubt nicht verschließen zu fönnen, wofür doch die Borschußzahlungen ein zweifelsfreier Beweis fein dürften, dann darf unter feinen Umständen den Arbeitern in der Brivatindustrie vorgetäuscht werden, daß Lohnerhöhungen im Reiche nicht erfolgt fine. Infolgedeffen forder, die Bersammelten von ihrem Berbande Borstand, im Einvernehmen mit ben übrigen beteiligten Organise tionen, eventuell mit allen zur Verfügung stehenden gewerkschaft. lichen Mitteln bei der Reichsregierung dahin zu wirken, daß um gehend die Löhne der Reichs. und Staatsarbeiter nach flaren tarif. rechtlichen und gewerkschaftlichen Grundfäßen unter Zugrundelegung der tatsächlichen wirtschaftlichen Berhältnisse erneut geregelt werden." arbeitsministerium um eine endgültige Entscheidung ange rufen. Die von den Angestelltenorganisationen aufgestellte Forde rung beträgt 30 Proz Nach Erledigung der Berhandlungen vor dem Reichsarbeitsminifterium wird eine AfA- Funktionärversammlung zu dem Ergebnis Stellung nehmen. In der anschließenden Diskussion wurden gegen die Bertreter der Gewerkschaften Borwürfe erhoben, weil fie bei den Berhandlungen mit der Regierung einer derartigen Lohnregelung zugestimmt hätten. Reinefeld wies dicse Behauptung als gänzlich unzutreffend zurück. Von den Vertretern der Gewerkschaften sei vielmehr entschieden gegen diese Regelung Stellung genommen worden. Nach einem vorliegenten Schreiben der Gemertschaftskommission ist Lohnbewegung der Berliner Wachangestellten. mit den Arbeitern der Golpamerte eine Berständigung dahin ge Infolge der niedrigen Löhne in dieser Branche war der Deutsche troffen worden, daß am 1. Mai für die Straßenbahnen Berlins fein Berkehrsbund gezwungen, für den Monat April neue Forderungen Strom geliefert wird. Da nur ein Teil der Straßenbahnen im aufzustellen. Auch der Schlichtungsausschuß, der zur Entscheidung Westen Berlins aus einem anderen( Privat-) Werf Strom erhält angerufen wurde, ertannte an, daß die bisher gezahlten Lohnfäße und wie Reinefeld mitteilte auch die Arbeiterschaft dieses nicht den wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechen und sprach der Wertes am 1. Mai nicht arbeiten werde, türfte der StraßenbahnBranche eine 20prozentige Erhöhung zu. Da die Unternehmer diefen betrieb am Tage der Maifeier Döllig still gelegt werden. Schiedsspruch ablehnten, wurde der Demobilmachungstommissar angerufen, welcher zwar auch erklärte, daß die Löhne sehr niedrig feien, aber trotzdem nicht die Berbindlichkeit aussprechen zu tönnen glaubte. Die Sozialversicherung in der Tschechoslowakei. Ende April soll die Kommiffion, welche vom Minister für soziale Die Organisation war baher gezwungen, um der Mitgliedschaft Fürsorge mit der Ausarbeitung eines Entwurfes über die Er. zu einer Lohnerhöhung zu verhelfen, im Falle weiterer Starrföpfig- weiterung der Sozialversicherung beauftragt wurde, ihre Arbeit feit der Unternehmer den Streit zu proflamieren. Nun tamen Ver- beenden. Durch das neue Gesez wird die Invalidenversicherung handlungen zustande, in denen die Wachgesellschaften den Schieds- geregelt und die Alte versicherung sowie die Witwen- und Waisen fpruch annah me n. versicherung eingeführt. Die Arbeitslosenversicherung wird in das Folnende Firmen stehen mit dem Deutschen Verkehrsbund im Gejez nicht aufgenommen, was einen schweren Mangel bedeutet. Tarifverhältnis: Auch die Pensionsrung für die Angestellten bleibt außerhalb des Berfiner Bach und Schließgesellschaft; Bachbereitschaft Groß- Rahmens der neuen Sozialversicherung. Damit wird die geplante Berlin; Nachtmachabt. der Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grund- Bereinheitlichung der Versicherung nur lüdenhaft durchgeführt befizer; Wachgesellschaft für Berlin und Nachbarorte; Allgemeine voraussichtlich ein heftiger Stampf entbrennen. Der Forderung der werden. Bezüglich der Verwaltung der Sozialversicherung wird Badgesellschaft des Westens; Nachtwachgesellschaft für Charlotten. boraussichtlich ein heftiger Stampf entbrennen. Der Forderung der burg; Wachinstitut des Hauptmanns a. D. Steinweg; Industrie Gewerkschaften nach einer Autonomie der Versicherungsanstalten leberwachungsgesellschaft„ Oculus"; Wachinftitut Monopol"; steht der Anspruch der Regierung entgegen, diese Einrichtungen Deutfche Bachgesellschaft; Deutsche Wacharuppen; Bachgesellschaft durch staatliche Organe verwalten zu lassen. für Berlin und die Bororte; Neuföllner Bachgesellschaft: Berliner Bachgesellschaft, Inspektion Oberspree. Es gibt in Berfin noch einige Gesellschaften, die unorgani fierte Wächter beschäftigen, njedrige Löhne bezahlen und den Tarifgesellschaften un lautere Ronkurrenz machen. Nur die. jenigen Gesellschaften, welche Tariflöhne zahlen, sind in der Lage, einwandfreies Personal zu stellen und bitten wir besonders die Betriebsräte, darauf zu achten, welche Gesellschaft die Bewachung ihrer Betriebe ausführt. Ausfünfte erteilt die Organisation jederzeit im Bureau, Bayreuther Straße 31; Kurfürft, 9832. Aus der Vergolder und Bilderrahmenbranche. In einer Bersammlung aller in der Vergolder- und Bilder rahmenindustrie beschäftigten Arbeitnehmer wurde am Freitag im Lokal Königsbant" vom Bevollmächtigten des Holzarbeiterver bandes Böse über den Ausgang der Lohnverhandlungen berichtet. Eine Berständigung mit ten Arbeitgebern fam nicht zustande, deshalb mußte die Entscheidung des Schlichtungsausschusses herbei geführt werden. Der Schiedsspruch hat den Arbeitern eine Lohn erhöhung um 10 Bros. ab 14. April zugebilligt. Hiernach erhöhen fich die Löhne der männlichen Facharbeiter über 22 Jahre auf 1509, der weiblichen auf 1069 und der Hilfsarbeiter auf 1072 M. Der Redner tam in feinem Bericht zu dem Schluß, daß es sich angesichts aller in Frege fommenten Verhältnisse empfehlen werde, den Schiedsspruch, anzunehmen. Sollten die Arbeitgeber ihn ablehnen, würden andere Schritte unternommen bzw. die Berbindlichkeit des Spruches beantrant werden müssen. In der folgenden Diskussion fam eine große Misstimmung über das geringe Zugeständnis zum Ausdruck, das aber bei der Abstimmung gegen eine erhebliche Min. terheit angenommen wurde. Die Metallindustriellen gegen Gehaltserhöhungen. Die Berhandlungen, die gestern über die Neuregelung der April. bezüge der Angestellten der Berliner Metallindustrie stattfanden, find, wie uns vom Ortskartell des AfA- Bundes mitgeteilt wird, refultatios verlaufen. Die Arbeitgeber führten bei dieser Ge Lohnbewegung der Maschinisten und Heizer. legenheit aus, daß der Geschäftsgang in der Berliner Metallindustrie Die in den Elektrizitätswerten beschäftigten Mitglieder des ein so schlechter fei, daß jede weitere Vergrößerung der Unkosten Zentralverbandes der Maschin sten und Heizer waren am Freitag durch Erhöhung der Löhne und Gehälter geradezu tatastrophal wirken abend im Gewerkschaftshaus versammelt, um einen Bericht über die müsse. Die neuerdings mieder zu erkennende weitere Entwertung Lohnbewegung von Reinefeld entgegenzunehmen. In feinen der Mart sei nach den Erklärungen der Reichsbant und der Reichs, Ausführungen wies diefer auf den Inhalt einer Zuschrift des Maregierung, nur eine neue Methode der Martstabilisierung und müsse aistrats an die Ortsverwaltung Berlin des Berbandes hin, in der deshalb lediglich als eine vorübergehende Erscheinung aufgefaßt Mitteilung von tem Beschluß des Magistrats gemacht wird, gemäß merden. Wenn die Kleinhändler in voreiliger Weife dazu über der Reichsregelung an alle im Arbeitsverhältnis zur Stadt Berlin gegangen feien, auf Grund dieser Erscheinung die Preise zu erhöhen, ftehenden vollbeschäftigten Arbeitnehmer Lohnvorauszahlun. so gäbe dies dem Berband Berliner Metallindustrieller noch lange aen zu gewähren. Arbeitnehmer, die nicht während des ganzen feine Beranlaffung, ebenso voreilig die Löhne und Gehälter zu er Monats April beschäftigt find, erhalten die volle Borauszahlung höhen. nicht. Eine Anrechnung der auf Grund der Verfügung vom 15. März geleisteten Lohnvorauszahlungen für 96 Arbeitsstunden Da diefe Schlußfolgerung der Arbeitgeber den Angestellten. organisationen nicht logisch erschien, haben sie das Reichsfoll nicht stattfinden. BÜCHER GESUCHT Wir sind ständige Abnehmer von antiquarischer, besonders sozialistischer Literatur. VERLAG DER NEUEN GESELLSCHAFT W. 15, Sächsische Str. 7 Pfalzburg 5140 Damen- und Herren- Stoffel aller Art m großer Auswahl. Gabardine, Kammgarne, Covert. coats, Tuche, moderne Streifen, Volle, Musseline usw. Zur Rheinfrage, einer unserer größten gegen wärtigen Gorgen, nimmt mit ftrenger Sachlichkeit Stellung bas soeben erschienene Wert Die Rheinlande in Fahrtvergütung! land. laffung. Theater der Woche. Vom 22. bis 30. April. 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Sannhäuser. 25. und 29. Aiba. 26. Ein Mastenball. 27. Tosca. 28. Der Prophet. 30. Tief 25. bis 30. Emilia Galotti, 24. Die Laune des Berliebten. Der Reffe als Großes Schauspielhaus: König Lear. Renes Volls- Theater: 22., 23., Ontel. Greke Bolksoper im Theater bes Bestens: 22., 24. und 29. Rigoletto. 23. Lohengrin. 25. Die Barenbraut. 26, 28. und 30. Die verkaufte Braut. 24. bis 26., 23. bis 30. Das Konzert. 27. Die Waltitre Renaissance- Theater: 22., 23., 27, Rampf der Geschlechter. Deutsches Künstler- Theater: Der Fürst von Pappenheim. Komödienhaus: Madame Pompadour. Madi. Srianon Theater: Brofessor Bernhardi. Refidenz- Theater: Die Ente bantenstraße: 22. und 23. Geng und Fanny Elkler. In Ewigkeit Amen. Dee Zentral- Theater: Förster- Christel. Gelige. 24. Gefchloffen. 25. bis 29. Torquato Taffe. Intimes Theater: 22. Kleptomanie. Zahnziehen mit Mufit usw. 23. Gefchloffen. Ab 24. Männer, Geldbriefträger. Diplomat im Dienst. Der blaue Pyjama Komische Opee: Europa spricht davon! Lustspielhaus: Bobby, fag' die Wahrheit. Metro pol- Theater: Die schönste der Frauen. Neues Operetten- Theater: Ratja, die Sängerin. Thalia- Theater: Ein Jahr ohne Liebe. Theater am Rollendorf. plaz: Die schöne Rivalin. Neues Theater am 800: 23. bis 26. Gefchloffen. Band. Ricines Theater: Das stärtere Ab 27. Der Leibkutscher des Fridericus Reg. Wallner- Theater: 22. bis 24. Der Fühne Schwimmer. Ab 25. Des Rönigs Nachbarin. Rose- Theater Walhalla Theater: Die Liebe geht um. ( Theater des Oftens): Raiferplaz 3 1.- Rafino- Theater: 22. bis 27. Bum blauen Rafadu. Ab 28. Seiraten mußte. Rachmittagsvorstellung e'n: Bollsbühne: 22. Der Berschwender. 29. Eine Abrechnung. Herr Bielgeschren. Schauspielhans: 29. Lumpagi- Baga bundus. Deutsches Theater: 22. Frühlings Erwachen. 290 Gespenstec. Rammerspiele: 22. Die Büchse der Bandora. 29. Frühlings Erwachen. Theater in der Königgräger Straße: 22., 29. Die wunderlichen Geschichten des Stapelmeisters Kreisler. Deutsches Opernhaus: 29. Der Troubadour( Ver. anstaltung der Stadt Charlottenburg) Großes Schauspielhans: 22. und 29. Berliebten. Der Neffe als Ontel. 29. Emilia Galotti. Der Widerspenstigen Zähmung. Reues Bolts- Theater: 22. Die Laune des Romöbienhaus: 22. und 29. Prinzessin Olala. Berliner Theater: 22. und 29. Die Entführung aus dem Gerail Residenz- Theater: 22. Breußengeift. Zentral- Theater: 29. Toruato Tasso. 22. Der fidele Bauer. Theater in der Königgräßer Straße: 22., 25., 28. und G'schamige. Der Mann mit der grünen Krawatte. Suftspielhans: 22. Jugend. 29. Das große Rinus. Neues Operetten- Theater: 22. Die tleine Sünderin. Theater: 22. Der Riebiglellner. Theater am Rollendorfplag: 22, und 29. Die Königin der Straße. Rafino Satimes Theater: 22. Die Beitsche und 1 .? Die h. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b.$.. Berlin. Drud: Berantwortlich für den redatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Angetgen: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanfalt Baul Ginger a. Co.. Berlin. 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