flbenöausgabe Kr. ISS ❖ 40. Jahrgang Msgabe g Nr. 94 vczllgsbedlngungen und Anzeigenpreise sind in der Morgenausgabe angegeben »«»okNon: STD, LS, CinOeujlcage 3 Zennsprecher: Dönhoff 292— 295 Tel..Adreffe:SozIalde»uolra»verIiu Devlinev Volksblstt preis ISS Mark Montag 25. fipri! 1�23 Lerlag und Anzetg-nabtellung: Geschäftszeit g— S Uhr Vorleger: Vorwörts-Veriag GmbH. Verlin STD. 68, Lindemstraff« 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifcben Partei Deutfchlands Cuno kündigt Entfthlüsse an. WTB. schreibt offiziös: Wie wir hören, betrachtet die Reichsregierung die Rede Lord Curzons als eine wichtige poli- tische Tatsache, die die bisherige Situation nicht unwesentlich beeinflussen könnte. Die Reichsregierung ist in Erwägung darüber eingetreten, welche Folgerungen sich hieraus ergeben. Zu derselben Sache meldet die„Telegr.-Union": Der offi- zielle Wortlaut der Rede Curzons ist erst heute Montag vor- mittag in Berlin eingetroffen und unterliegt zurzeit der amt- lichen Prüfung. Es ist anzunehmen, daß die Wirkungen nicht bereits von heute auf morgen in die Erscheinung treten werden, weil jeder Schritt selbstverständlich sehr vor- sichtig auf seine Folgen nach allen Seiten hin geprüft werden muß, da Deutschland den Zusammenhang zwischen dem Repa- rationsproblem im engeren Sinne und der Sicherung unserer Grenzen nicht verwischen lassen darf. Die Rede Poincarös(siehe an anderer Stelle. Red.), die als eine Antwort auf die Erklärungen von Rosenbergs gedacht war, wird dabei die Absichten der deutschen Regierung vcr- mutlich nicht beeinflussen; sie ist in ihren Motiven zu durch- sichtig, als daß sie ihren Zweck erreichen könnte und in ihrer Tendenz auch so ungeschickt, daü sie selbst in L o n d o n einiger- maßen peinlich überraschen sollte. Dr. Decker über verhanölungsmoglickkeit. Im Klub für Handel und Industrie in Frankfurt a. M. sprach ReichsVirtschaflsininister Dr. Becker über den Ruhrabwehrkampf. Ueber die Möglichkeiten zu Verhandlungen führte er u. a. aus: Das eine steht fest: ein solcher Kampf kann nicht mit Diktaten be- endigt, unmögliche Forderungen können von uns nicht erfüllt wer- den. Sicher ist, daß wir nur dann zu einer Verständigung kom- men, wenn Einsicht und damit eine wahre Verhandlungs- bereitschaft sich auch in Frankreich Bahn bricht. Ob das heute schon der Fall ist, erscheint zweifelhaft. Wir unserer- seits sind gewiß dazu bereit, alle Wege zu gehen, um den Ruhr- einbruch abzubauen. Wer Ohren hat zu hören, der müßte aus der Rede des Abgeordneten Dr. Stresemann genau entnehmen, auf welcher Grundlage uns Verhandlungen möglich erscheinen. Wenn Frankreich nicht hören will, so müssen wir den Abwehr- kämpf eben weiterführen. Die Front an der Ruhr steht fest. EnylanA unü die üeutscke Zahlunflspflicht. London. 22. April.(WTB.) Der diplomatische Bcttcht- erstalter des„Daily Telegraph" schreibt zu der Erklärung Curzons. daß England� auf seinen Reparalionsankeil in höhe von 11 Milliarden Goldmark nickit verzichten könne. Eine Derzichlleistung Großbritanniens würde daraus hinauslaufen, daß es auch auf seinen Anspruch verzichte, seine Stimme bei der Fe st sehung der Reparationsrcgelung zur Geltung zu bringen. Es werde in London während des Wochenendes eine wichtige Mitteilung betreffend die Reparotionsfrage aus Rom erwartet. Der britische �anuarplan. London. 23. April.(WTB.) Im Anschluß an die Red« Lord Curzons zeigt die Presie erneutes Interesse für den britischen Reparationsplan, der den Alliierten im Januar vorgelegt wurde. Die allgemeine Aufassung ist, daß vielleicht die F o r m, in der er vorgelegt wurde, dazu beigetragen habe, daß man seine Vorzüge unbeachtet ließ. Obgleich Eurzon angedeutet habe, nichts berechtige zu dem Schluß, daß der Plan, wenn er erneut vorgelegt würde, eine günstigere Ausnahme finden werde, Hab« er auch erklärt, daß die Regierung ihre Vorschläge zurückgezogen habe, was aber nicht so aufzufassen sei, als ob die Einzelheiten un- verändert bleiben müßten. .Sunday Times" erklärt, der Plan Bonar Laws stelle den hoffnungsvollsten und aussichtsreichsten Plan dar, der von Staats- männern seit dem Wassenstillstande vorgelegt wurde. Es wäre als glücklichstes Ereignis zu bezeichnen, wenn er erneut in Erwägung gezogen würde. ,Der bntische Plan hatte bekanntlich vorgesehen: 1. Herabsetzung der Rcparotionssummc auf 2500 Millionen Pfund. 2. Einsetzung einer internationalen Körperschaft zur Reorganisation der deutschen Finanzen. 3. Ein von Garantie begleitetes Morv- torum von vier Jahren 4. Beteiligung Großbritanniens an einer allgemeinen Aktion zur zwangsweisen Beschlagnahme deutscher Ein- künste und Gelder und Ausdehnung des besetzten Gebietes, falls die Garantien sich als wirkungslos erweisen sollten. Als Gegen- lcistung für die allgemeine Annahme eines solchen Planes hatte Großbritannien den Erlaß fast der gesamten ihm geschuldeten Kriegsdarlehen angeboten. Französische Revarationsanqaben. London, 23. April.(EE.) Zur Rede Lord Curzons im Ober- hause wird offiziell von französischer Seite— wie„Daily Mail" berichtet— mitgeteilt, daß Deutschland bis zum 31. Dezember 1922 an Reparationen 1 882 663 000 Goldmark bezahlt habe. Die Der- pflichtungen Deutschlands bis zu diesem Tage hätten sich aber auf 20 397 000 000 Goldmart belaufen. Frankreich habe bisher an Be- satzungskostsn und an Vorschüssen, wie sie auf der Konferenz von Spaa beschlossen wurden, 1 833 196 000 Goldmark bezahlt, während es von Deutschland nur 1 779 735 000 Goldmark erhalten habe. Ueberführung Roßbachs nach Leipzig. Roßbach, der seit seiner Verhaftung im Berliner Stadtoogteigcfängnis untergebracht war, wird auf Antrag des Oberreichsanwalts Ebermeyer heute nach dem Leipziger Untersuchungsgefängnis übergeführt, da er in nächster Zeit des öfteren als Zeuge vernommen werden und deshalb jederzeit den Leipziger Untersuchungsrichtern zur Verfügung stehen soll. Eine englische Nachwahl. London, 22/ April.(EP.) Bei den Ersatzwahlen von Ludlon erhielt der konservative Kandidat 9956 Stimmen, der liberal« 6740 und der Arbeiterparteiler 3808. Bei der Hauptwahl im November v. I. war in diesem rein landwirtschaft- lichen Wahlkreis der Konservative mit 11 787 gegen den Liberalen mit 5979 Stimmen gewählt worden. Ein Arbeiterparteiler war in Ludlow überhaupt noch nie aufgestellt worden. Dennoch hat er schon beim ersten Mal« fast 4000 Stimmen erhalten, während der konservative Regierungsanhänger 2000 Stimmen verlor. Stresemann antwortet Cgrzon. Die Arbeitsgemeinschaft Groß-Berlin der Deutschen Volkspartei veranstaltete am Sonntag ein« Kundgebung, in deren Verlauf Dr. Stresemann eine Ansprach« hielt, in der er sich mit der Rede Lord Curzons beschäftigte. Er führte aus: Heute geht es darum, ob Rhein und Ruhr bei Deutschland bleiben sollen. Unter diesem Gesichtspunkt müssen die Verhandlungen des Reichstages und auch die Auseinandersetzungen, die sich an die Rede Lord Curzons knüpfen, verstanden werden. Aber bei allen diesen Diskussionen dürfen wir nicht vergessen, zwei Ding« auseinanderzuhalten: Davon, ob Deutschland eine Milliarde mehr oder weniger zu zahlen haben wird, hängt Leben und Tod noch nicht ab, wohl aber davon, ob d a s Rheinland und die Ruhr bei Deutschland bleiben. Deshalb kann wohl die Frage der deutschen Leistungsfähigkeit Gegenstand von Verhandlungen und Kompromissen sein, nie aber die der Freiheit von Rhein und Ruhr. Wenn wir zum erstenmal aus der Rede Lord Curzons wieder Wort« der großen Achtung vor unserem Volk, vor seiner Führung und den von ihm geleisteten Widerstand hören, so dürfen wir das als den ersten großen Erfolg des Widerstandes an der Ruhr buchen, der uns die Achtung in der Welt wiedergewonnen hat. Wir richten an Curzon die Frage:„Wenn du uns zuredest, wir sollten die Agentendienst« Englands annehmen, um dem Kampf«in End« zu bereiten, wenn du von der Lösung der Reparationsfrag« sprichst, von dem Gremium von Autoritäten, das Deutschlands Leistungsfähigkeit feststellen soll, ist das der ganze Umfang der Rede? Handelt es sich von vornherein »m die feierliche Zusicherung, daß Deutschland wieder in den freien Besitz seiner Autorität gesetzt werden soll, oder soll erst nach der Reparationsfrag« über Rhein und Ruhr ver- handelt werden? Es gibt keine Rheiulaadsrage für Deutschland. (Stürmischer Beifall.) Zu unserem Bedauern müssen wir feststellen, daß unter englischer Mitwirkung die deutsche Souveränität im Rhein- land Schritt für Schritt zurückgedrängt wird, daß England es duldet, daß Fürst Hatzfeld ausgewiesen und am Rhein dieselbe Politik wie an der Ruhr getrieben wird. Die Rede Lord Curzons ist«ine politische Tatsache, an der die deutsch« Regierung nicht vorübergehen wird. Aber wir müssen uns darüber klar sein: Di« Summ«, die Deutschland aufbringen kann, wird umstritten sein, über sie sollen die Sachverständigen verhandeln, aber unter der Vor- aussetzung der Souveränität Deutschlands, des deutschen Rheins, der deutschen Ruhr und des deutschen Saargebiets.(Stürmischer Beifall) Dem Volke selbst gelte es aber heut« zuzurufen, daß die De7 herrlichung des Materialismus ein Ende nehmen müsse. Wer in dieser Zeit Devisen kaufe, um damit zu spekulieren, sei ein Lump. Mit Recht habe Reichswirtschastsminister Becker kürzlich betont, daß erst die Notwendigkeiten des Staates, in zweiter Linie die Einfuhrbedürfnisse der Wirtschaft zu berücksichtigen feien. Auch für innerpolitische Experiment«-- von rechts oder links fei heut« keine Zeit._ Starke Erhöhung ües Sanküiskonts. Die Reichsbank hat mit Wirkung ab heute den Wechseldiskont von 12 auf 18 Proz. und den Lombardzinsfuß von 13 auf 19 Proz. erhöht. Zu dieser Diskonterhöhung der Reichsbant ist zu bemerken, daß sie zunächst viel zu spät kommt. Wieder einmal beschränkt sich die Zentralnotenfabrik auf halb« Maßnahmen, wo tat- kräftiges Vorgehen notwendig ist. Entgegen allen Warnungen der Sachverständigen hat die Reichsbank es bisher Unterlasten, die Kreditschraube anzuziehen und sie kommt mit der Maßnahme erst, nachdem der Dollar wieder um 25 Proz. schlechter steht als bisher, wodurch natürlich die Wirkungen einer Diskonterhöhung auf 18 Proz. von vornherein zunichte gemacht sind. Weiter aber ist auch diese Diskonterhöhung zu gering. Die Privatbanken nehmen von der Industrie viel höhere Zinsen, und es bedeutet noch immer«in ganz ungerechtfertigtes Geschenk an die Großkonzern« auf Kosten der mittleren und Klein- Unternehmungen, wenn jetzt ein kleiner Teil der Unternehmer immer noch billige Reichsbankkredit« bezieht und damit von den Wirkungen der Kreditknappheit verschont bleibt. Es ist deshalb zu fordern, daß die Reichsbank schleunigst ihr« K r e d i t s S tz e und Kredit- bedingungen derart verschärft, daß dieser Dorteil einzelner Großindustrieller auf Kosten der Gesamtheit wegfällt. Das ist um so erforderlicher, als die Kredite der Reichsbank auch dazu ausgenutzt werden, um durch spekulativ« Devisenkäufe den Kurs der Mark zu senken._ Eine Ueberraschung für die öörse. Die Erhöhung des Reichsbankdiskonts von 12 auf 18 Proz. und des Lombardzinsfußes von 13 auf 19 Proz. kam der Börse völlig überraschend. Man bezweifelt, ob hierdurch die Devisen- s p e k u l a t i o n noch weiter eingeschränkt werden könne. Die Devisenkurse zeigten wieder steigende Tendenz. Der Dollar bewegte sich zwischen 27 250 und 27 750. Am Effektenmarkt waren alle Valutapapiere und Schiffahrtswerte stärker gesucht. Ferner besteht großes Interesse für westdeutsche und oberschlesische Montanaktien im Hinblick auf die Fusionen der letzten Zeit. Die Musweisungs-Schmach. Von Jakob Altmai« r. Im Krieg, als ein TeU der belgischen Zivil» bevölkerung nach Deutschland deportiert wurde, ging ein Schrei des Entsetzens durch die Welt. Das deutsche Volk büßt schwer für den ihm damals von den allgewaltigen preußischen Militaristen aufgebrannten Schandsleck. Die Sozialdemokratie darf es sich zur Ehre anrechnen, zu jener Zeit ihre Stimme erhoben zu haben, gegen den Wahnsinn, s ü r die Menschlichkeit und für die sofortige Befreiung unschul- dig Vertriebener. Wir haben deshalb ein Recht, auch heute gehört zu werden, wenn am Rhein und am Main ähnliche Schandtaten an der deutschen Bevölkerung vom französischen Militarismus begangen werden. In meiner Heimat saufen Tag für Tag wahllos die Ausweisungsbefehle auf Eisenbahnarbeiter und Be- amte nieder, die nichts anderes verbrochen, als ihrem Land die Treue, ihrer vorgesetzten Behörde den pflichtschuldigen Ge- horsam bewahrt zu haben. In den letzten Kricgsjahren ist keine Woche, oft kein Tag vergangen, an dem nicht von englischen oder französischen Luftfahrzeugen Flugblätter in unsere Schützengräben gewor- feu wurden, in denen die gegnerischen Politiker und Generale ihr Herz ausschütteten:„Kameraden, wir wollen euch vom Joch der preußischen Junker und Offiziere befreien." Wir lachten, weil wir die Weise so oft gehört, den Text so oft ge- lesen hatten. Als aber die Stunde gekommen war, wußte sich das deutsche Volk von selbst feiner Prinzen zu entledigen. Glauben jene, die uns vorher durch ihre süßen Versprechungen locken wollten, die rheinische Bevölkerung hätte sich von Ludendarff und Konsorten befreit, um sich von Foch, Degoutte und Co. kommandieren zu lassen? Fremde Sklavenhalter sind viel ekelhafter als einheimische. Gewalttat von Frcm- den wird doppelt hart und doppelt abscheulich empftmden. Abscheulich? Wir rufen alle zu Zeugen, die sich üb-"- die an den belgischen Bewohnern begangene Barbarei entästet haben. Auch im Rheinland werden nicht nur die dienstverwei- gernden Männer aus der Heimat vertrieben. Binnen vier Tagen muß die Familie folgen. Grauenhaste Elendszüge er- scheinen an der Grenze des unbesetzten Gebietes. Weinende, kurz vor der Niederkunft stehende Mütter, stumme Greise, schreiende Kinder, schluchzende Männer, mit armseligem Hausrat beladen, sehen noch einmal nach der Stätte, wo sie geboren, wo sie gearbeitet, die sie geliebt, mit der sie jede Faser des Herzens verbunden und verwoben hatte, ohne die sie geistig und seelisch nicht leben können, und von der man sie jetzt verjagt hat, wie tolle, überflüssige Hunde. An vielen Tausenden von Menschen wird ein Verbrechen begangen, das den Namen Frankreichs und seines Volkes nicht minder be- sudelt, wie es die Geschundenen, für ihre Natton Leiden- den ehrt. Niemand wird uns nachsagen können, wir seien Ratio- nalisten in üblem Sinn des Wortes. Ein großer Franzose, unser unvergeßlicher Jaurös, sagte einmal:„Die Natton ist das Schatzstästlein der Völker." Im Rahmen der Natton sehen wir die einzige Möglichkeit, die Fähigkeiten und die Kraft eines Volkes zu solcher geistigen und körperlichen Höhe zu bringen, daß es im friedlichen Austausch seiner Produkte ein Gewinn und ein Segen für die Kultur und für die Mensch- heit wird. Deshalb suchen wir die Verständigung und das Verstehen. Deshalb kämpfen wir im eigenen Lande gegen alle, die sich diesen bohen Idealen entgegenstemmen, Völkerhaß, Krieg und Zerstörung verewigen möchten. Um so mehr muß es aber auch im Ausland gehört und verstanden werden, wenn wir gegen Schurkenstreiche fremder Machthaber, begangen an fremdem Volk, protestieren. Wir sagen es nicht jenen, die die Befehle geben: wir sagen es dem Volke, das immer und immer wieder mit seinem Namen und mit seiner Ehre haftbar ist. Sollten gar Annexionisten an der Seine und Illusionisten glauben, sie könnten durch barbarische Maßnahmen am Rhein ein Volk von Proselvten schaffen, so antworten wir: Und wenn ihr noch Hunderttausende von Arbeitern oder Beamten aus- weist, so wenig wie die Ausgewiesenen werden die Zurück- gebliebenen je vergessen, wo ihre Natton und wo ihr Volk ist. Der Schreiber dieser Zeilen ist scbon oft von französischen Blät- tern ob seiner Kritik an den Mißständen im eigenen Land zitiert worden. Möge der„Temps" auch diesmal wiedergeben, was ein Deutscher und ein S o z i a l i st an dieser Stelle über den Frevel französischer Generale und Politiker schreibt. Das Elend der Ausgewiesenen und die Leiden der rheini- schen Bevölkerung sollten auch der deutschen Regierung und den deutschen Parteien das Gewissen schärfen. Sollten ihnen sagen, daß es niemand verantworten kann, wenn Wege versäumt werden, die die Not und den Jammer obzutürzen vermögen. Im Krieg hieß es oft: man stelle die Verantwortlichen zehn Minuten ins Trommelfeuer, und Iis werden wisien, was nottut. Das Wort gill heute mehr denn je. Schlimmer noch als im November 1918 wären die moralischen Folgen, wenn die Verhandlungsstunde versäumt und dadurch die zahllosen Opfer umsonst gebracht würden. Die Ausgewiesenen ziehen jetzt durch die unbesetzten Gaue. Wie lange sollen sie noch„das Geschmeiß hungriger Fliegen" sehen, das sich wuchernd und plündernd„auf das aus tausend Wunden blutende Vaterland stürzt?", wie es Heinrich v. T r e i t s ch k e vom preußischen Adel aus der Zeit um 1806 berichtet. Ein Geschmeiß, das aus der Haut der arbeitenden Massen Riemen schneidet, Dollar und Preise treibt, mit land- wirtschaftlichen und industriellen Produkten wuchert, Löhne Mit deutschem Gruß Bulle." schindet und jene Kostgänger nährt, die erst mit dem inneren der schönen Brogrammpunkte, derentwegen wir uns heute wahr- Red) an fich haben, wenn man an das erinnert, was die Kommunen Feind abrechnen wollen, bevor es an den äußeren geht. Die haftig nicht den Schädel einschlagen wollen. Ich bitte Sie also, mit des Maasdepartements im August ud September 1914 ausgestanden ausgewiesen werden, sind zum größten Teil treue Gewerk- Hochdruck an die Ausdehnung der Organisation zu gehen. Vielleicht haben. Als wir in das Ruhrgebiet einmarschierten, um ein Pfand schafter und viele sind gute Sozialisten. Wenn sie eins auf- nehmen Sie auch Verbindung mit Herrn Dr. Gronau, für eine Forderung zu nehmen, deren sich Deutschland entledi rechterhalten tann, so ein Deutschland der sozialen Wohlfahrt, Dresden- A., Reichsstr. 24 II, der sich bereit erklärt hat, in unserem gen wollte, find wir nicht in feindseliger Absicht oder mit drohenden Gebärden erschienen. Wir hätten gewünscht, und wir haben es ge in dem es wirtschaftlich keine Staatsbürger zweiten und dritten Sinne zu arbeiten. sagt, uns an Ort und Stelle mit den Industriellen und Arbeitern zu Grades gibt. Vor allem dürfen die Ausgewiesenen nicht auch verständigen, damit die Kohlengruben unter Kontrolle der Alliierten Ausgeschlossene werden vom täglichen Brot und von zum Nußen der Reparationen ausgebeutet werden könnten. dem förperlichen Wohlergehen. Es muß die vornehmste Sorge Es ist also festzustellen: Herr Wulle identifiziert die ehe- Mot d'ordre, das die deutsche Regierung ausgegeben hat, ist der der Regierung und der Parteien sein, die Vertriebenen nicht malige Deutschvölkische Freiheitspartei mit der Nationalsozia- überall organisierte Widerstand, der systematische Streik der Bes in Sammellager unterzubringen und an Wohnungen vorüber- listischen Partei in Bayern. Er erklärt sich mit dem Programm amten, die uns gezwungen haben, der Operation einen ausge gehen zu lassen, die den Armen Raum genug gewähren könnten. des nach dem Urteil des Staatsgerichtshofes staatsfeindlichen gegenüber eine Serie von Druckmitteln anzuwenden, um es zur sprochen militärischen Charakter zu geben und Deutschland Biele der Unglücklichen sind schon weit ab von ihrer Heimat, Hitler einverstanden. Er gibt zu, daß die Deutschvölkische Frei Respektierung des Friedensvertrags. von Versailles und zur Ausfüh in die entferntesten Winkel Deutschlands gebracht worden. heitspartei das Sammelbecken für die mit Zustimmung des rung der Verpflichtungen, die es übernommen hat, zu zwingen. Am Darin liegt eine schwere Gefahr für die Vertriebenen selbst wie Staatsgerichtshofes aufgelösten Putschorganisationen ist. Er 14. Januar haben uns die Industriellen des Ruhrgebiets davon ver für das Baterland, das von allen das gleiche fordert, auch unterstreicht, daß die parlamentarische Freiheitspartei ständigt, daß die deutsche Regierung sie aufgefordert hat, keine von den noch nicht Heimatlosen. das Schuhschild für diese staatsgefährlichen Organisationen Reparationsfohlen mehr zu liefern. Am 26. Januar hat die Res sein sollte. Er gibt als das Ziel der Deutschvölkischen Freiheits- parations tommision, deren Machtbefugnisse Deutschland partei die Erringung der politischen Macht an, wenn man sich feierlichst anerkannt hat, zu Lasten des Reichs eine über das Programm auch nicht im flaren sei.(!) allgemeine Verfehlung aller seiner Verpflichtungen Was sagt die Deutschnationale Volkspartei, was sagen festgestellt. Wir waren also durch den Vertrag selbst berechtigt, affe „ Kreuzzeitung" und" D. A. 3." zu diesen Bekenntnissen einer bie Sanftionen zu ergreifen, die wir für notwendig erachteten, ohne schönen Seele? daß die deutsche Regierung dies als feindselige Haltung auffaffen fain. Wenn Deutschland alle diese Wahrheiten nicht wissen will, dann betrachtet es eben wieder einmal die diplomatischen Akte als Fezen Papier. Es beleidigt die Intelligenz anderer Nationen und tildet sich ein, wenn es fortgesezt die augenfälligsten Ereignisse fälscht, es werde die Geister verwirren. Darauf kann es nicht rechnen. Der Ruhrkrieg wird zu Ende gehen. Die erste Pflicht Deutschlands und der Welt muß die Wiedergutmachung deffen sein, was an den Ausgewiesenen verbrochen wurde. Sie müssen zurück zu ihrem Mutterboden, ohne den sie nicht leben können. Hitler und die Völkischen. Der„ harmlose" Wulle. Kreistagswahlen in Breslau- Land. Unter dem Material, das durch Haussuchungen bei den Breslau, 23. April.( Eigener Drahtbericht.) Im Breslauer Dresdener Führern der Deutschvölkischen Freiheitspartei be- Landkreise fanden gestern Neuwahlen zum Kreistag statt, schlagnahmt werden konnte, befinden sich auch Briefe des die von allen Parteien mit einem großen Aufgebot von Agitation Reichstagsabgeordneten Wulle, die eine wert vorbereitet waren. Der Kreistag war aufgelöst worden, weil die liche Ursache ins Ruhrgebiet einmarschiert und hätte im Januar ein Wenn der deutsche Außenminister behaupte, man sei ohne ernst volle Ergänzung bilden zu den preußischen und thüringischen gleich starten Gruppen der Sozialdemokraten und der geschlossen zu- Angebot von 30 Milliarden an die Gesamtheit der Alliierten zurüc Veröffentlichungen über die Zusammenhänge zwischen den sammenhaltenden bürgerlichen Parteien ein gedeihliches Zusammen gewiesen, so sei dieses Angebot nachträglich erfunden und verschiedenen rechtsradikalen Putschverbänden. Um bei seinen arbeiten nicht mehr möglich machen konnten. Bon deutschnatio- niemals erfolgt. Wenn man heute die Ziffer von 30 Milliarden Dresdener Freunden Stimmung zu machen für die Gründung naler Seite wurde die Agitation mit besonderer Strupellosigkeit auf ausspreche, geschehe das zweifelsohne, um den deutschen Sozialeiner Ortsgruppe der Deutschvölkischen Freiheitspartei schreibt das rein persönliche Gebiet getragen, wobei Vorwürfe gegen einen de motraten zu gefallen, die diese Zahl inzwischen genannt Wulle in einem Brief u. a.: sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten, die noch einem gericht hätten. Aber selbst wenn man zugeben wolle, daß Rosenberg bie lichen Verfahren unterliegen, die Hauptrolle spielten. Trotzdem ist Wahrheit gesagt habe, würde sich daraus ergeben, daß, nachdem sich es dem Bürgertum nicht gelungen, auch nur ein Mandat zu er- Deutschland formell im Mai 1921 als Schuldnerin von 132 Milliarden obern. Der einzige Erfolg der deutschnationalen Hehe war, gebiet nicht besetzt wurde, es nunmehr im Januar 1923 den Alliierten Goldmart befannt(!) und dadurch erzielt habe, daß das Ruhrdaß die Kommunisten den Sozialdemokraten von weniger als ein Viertel der versprochenen Summe anbiete, damit 14 Mandaten zwei wegnahmen, während das Verhältnis von ihm ein Moratorium von 3 oder 4 Jahren ohne Pfand und Garanbürgerlichen und sozialistischen Parteien dasselbe bleibt. Innerhalb tien bewilligt würde. Wie hätte man übrigens Vertrauen haben der bürgerlichen Parteien haben die Deutschnationalen dem fönnen zu einer Verpflichtung von 1923, nachdem die Verpflichtung 3 en trum und den Démotraten eine geringe Anzahl von von 1921 verlegt worden sei? Wie hätte man so verrückt sein Stimmen abgenommen. tönnen, Deutschland dieses Vertrauen zu erneuern, nachdem es dieses Vertrauen so beleidigend mißbraucht habe? Rosenberg habe auch mitgeteilt, daß Deutschland die etappenweise Räumung des Ruhr gebiets nicht zulasse. Er habe es gewagt, die französische Gewalt mit der Mäßigung zu vergleichen, die Bismard gezeigt habe.„ Da mit liefert er uns wieder einmal die Gelegenheit, die Wahrheitsliebe festzustellen, mit der Berlin die Gewohnheit hat, Geschichte zu schreiben. Was die Nationalsozialisten anbetrifft, so gehen diefe in Preußen in großen Mengen über. Ihr Programm ist ja lezten Endes dasselbe wie das unsrige. Die Verhandlungen mit den Führern werden hoffentlich wohl baldigst zu einem guten Ende gebracht werden. Die Deutschsozialisten, Ortsverband nationalgefinnter Soldaten und die Großdeutsche Arbeiterpartei haben zum großen Teil ihren Anschluß an unsere Partei( die Deutschvölkische Freiheitspartei. D. Red.) erklärt. Herr Kunze allerdings selbst trägt noch Bedenken. Was Hitler selbst anbetrifft, so hat er für Bayern allerdings Programmpunkte aufgestellt, welche wir als parlamentarische Partei nicht voll vertreten fönnen. Ein Hindernis aber für ein gemeinsames Zusammengehen liegt unserer Meinung nach nicht vor. Im allgemeinen fönnen unsere zum größten Teil aufge= löften vaterländischen Verbände sich nur dann durchsetzen, wenn sie durch unsere parlamentarische Vertretung zur Geltung kommen. Daher liegt der Zwang vor, daß wir obige Verbände letzten Endes in uns aufsaugen müssen. Die Forderungen der Nationalsozialisten sind den unseren im ganzen gleich." Noch deutlicher ist ein anderer Brief, der an den Geschäftsführer der Dresdener Geschäftsstelle der Deutschvölkischen Freiheitspartei, Erich Rudolf, gerichtet ist und den wir im Wortlaut bringen: Sehr geehrter Herr Rudolf! Poincaré gegen Rosenberg. Die ganze Entente gegen die Schutzpolizei. Paris, 23. April.( WTB.) Poincaré hielt gestern nachmit tag in der Gemeinde Void im Maasdepartement aus Anlaß der Enthüllung eines Kriegerdenkmals eine Rede, in der er u. a. sagte: Deutschland sucht heute die weit zurückliegenden und ummittel baren Ursachen der Katastrophe, in die es die Welt gestürzt hat, vergessen zu machen. Wenn man es hört, sollen die Nationen, die sich verbündet haben, um feinem teuflischen Beherr schungsplan Widerstand zu leisten, einen verleumdeten Unschuldigen vor sich gehabt haben. Deutschland bemüht sich ferner, nicht etwa durch Reue, sondern durch Lüge die Erinnerung an die Gewalt. taten zu verwischen, die es im Kriege begangen hat. Wenn Poincaré erinnerte alsdann in der gleichen Weise, wie der Temps" dies wiederholt getan hat, an die verschiedenen Aufforde rungen, die Bismard im August 1871 und im Mai 1872 an Frant reich gerichtet habe, und ging schließlich zu der Frage der Schuhpolizei über, indem er wiederum wie vor acht Tagen in Dünkirchen die Behauptung aufstellte, die Schutzpolizei sei in vielen Städten eine wahrhaft friegerische Organisation gewesen. Rosenberg, der von Franzosen im Ruhrgebiet angegriffen einer pünktlich durchgeführten Entwaffnung gesprochen habe, tenne besser als sonst jemand die Schwierigkeiten, welche die KontrollIhre Frage fann ich dahin beantworten, daß die Deutschvöl- machen müssen, sofort entstellt die deutsche Propaganda die Tatsachen, in Berlin und München, durch die ernsten Zwischenfälle im Ruhr. werden, und, um sich zu verteidigen, von ihrer Waffe Gebrauch tommissionen gehabt hätten, durch feindselige Kundgebungen fische Freiheitspartei ihrem Grundcharakter nach dasselbe ist wie die und schreibt perfiderweise unseren Truppen das Attentat zu, das gebiet, in Stettin, in Passau und Ingolstadt. Nollets im Sep. Hitler- Bewegung im Süden. Einige Programmunterschiede ändern gegen sie tegangen wurde. Man hofft offensichtlich, durch derartige tember 1921 zugestellte Forderung nach Reorganisation der deutschen daran nicht das geringste, abgesehen davon, daß die Verhältnisse im Fabeln hinter einem dichten Vorhang das Bild der Greueltaten zu Polizei gemäß dem Friedensvertrag habe am 27. Februar und am Norden wesentlich andere sind als im Süden. Im übrigen ist verbergen, deren sich Deutschland schuldig gemacht hat. Aber in 23. März 1922 erneuert werden müssen; all diesen wiederholten unser Programm selbstverstärdlich noch nicht abgeschlossen. Es ist diesem Teil des Maasdepartements wiffen wir, was sich ereignet Warnungen habe das Deutsche Reich unter dem Vorwand der in Entwicklung begriffen. Infolge der Gleichartigkeit unserer Be- hat. Wir erinnern uns der Brandstiftungen, der Morde, der sum- höheren Gewalt und der Notwendigkeit, die Ordnung aufrechtzustrebungen hat sich auch die Großdeutsche Arbeiterpartei, marischen Hinrichtungen von Greisen, Frauen und Kindern. Da erhalten, nicht Rechnung getragen. Die verlangten gesetzgeberischen die durch und durch nationalsozialistisch ist, mit uns feit gewisser Bölfer treibt, find wir hier, um es zu demas- Gegenteil, am 17. Juli sei das Gefeß, das der Schutzpolizei ein das Deutsche Reich jetzt Mißbrauch mit der Leichtgläubig- und Verwaltungsmaßnahmen seien nicht durchgeführt worden, im verschmolzen. Sie fönnen also mit Recht sagen, daß in der tieren. Wenn ein Mitglied der deutschen Regierung den traurigen ähnliches Statut wie dem Reichsheere gebe, erlassen worden, Hifler- Bewegung etwas Berwandtes, im wesentlichen fogar Gleich Mut hat, die deutsche Bevölkerung als unglüdliches Opfer des fran- um die Staatspolizei zu verallgemeinern und den Aus. artiges wäre. Beide Bewegungen wollen die politische Macht er- zösischen Militarismus hinzustellen, dann genügt es, um zu zeigen, tausch mit der Reichswehr möglich zu machen. Am Tage, an dem ringen, die überhaupt die Voraussetzung ist für die Durchführung was derartige Redensarten Lächerliches und Odioeses( Abscheuliches. Rosenberg im Reichstag gesprochen habe, hätten sich alle Die Toilette. Bon Pud. Die Hohelieder der Liebe, der Treue, des Baterlandes und was weiß ich, alle sind sie gesungen worden laßt mich das Hohelied der Kaffeehaustoilette fingen. Denn hier ist eine Lücke, ist die Lücke in der deutschen, was sage ich, in der Weltliteratur. Balast und Hütte, Kloster und- Bordell, Fabrik und Kärtnerhof, alle find sie in ihrer Tragik und Komik, Epik und Lyrik vertreten in der Literatur wo aber bleibt der Dichter ter Kaffeehaus-, der öffentlichen Toilette? Ich will ihn inspirieren, will seine Muse sein. -Wer ist Dietrich Edart? Robert Breuer gibt in der„ Glocke" ein Konterfei des großen Volksführers, der als stärkstes Einlagefapital feinen schönen teutschen Namen Dietrich Eckart in die Hitlerei eingebracht hat: Singt Hohelieder, welche ihr wollt, ich singe das der Toilette!| Höhlen in den Riesenwänden. Ein Teil dieser vorgeschichtlicher Wer Sie, die uns unseren Helden Ludendorff beschützt, die Geburtsstätte| nungen wird noch heute von den Einwohnern Teneriffas benutk der geistvollsten deutsch- heldischen Pläne, die Verhinderin mancher Diese modernen Troglodyten- Behausungen weisen noch ganz den Che- und Liebestragödie, die freundliche Mittlerin hochprozentigster alten steinzeitlichen Charakter auf. In der Nähe des Höhleneingangs, - hoch Geschäfte, sie lebe hoch der, bis auf ein fleines Einlaßloch, roh vermauert ist, sind Steine hoch-! als Herd aufgeschichtet. An Pflöden, die in die Wand getrieben find, hängt der primitive Hausrat. Man schläft auf einer Heu- oder Strohschütte auf dem Boden. Diese Höhlenbewohner von heute nähren sich von den Erträgniffen der kleinen Beete und Felder, die fie in den Gebirgsschluchten anlegen und wo fie Mais, Kürbisse, Bohnen und Weizen ziehen. Die größte der vorgeschichtlichen „ Der völkische Heldensohn, um deswillen Bayern beinahe Höhlen auf Teneriffa ist die„ Tiro del Guancha", die von den alten Ich habe in einem großer Berliner Café gesehen, wie drei ge- die Reichstreue gebrochen hätte, ist, wie die meisten politi- Guanchen als Begräbnisstätte verwendet wurde. In einer Höhe wichtige Männer mit Zahlen und Zahlen hochdramatisch an einem schen Narren, einmal ein Intellektueller gewesen. Das ist von 2198 Metern liegt die Höhle der Bienenzüchter", so genannt, Tisch rangen, wie ihre Notizbücher und Geschäftspapiere sich beäng- freilich schon lange her. Vor etwa zwanzig Jahren, als es in Berlin weil sie häufig Honigfammlern Obdach bietet; sie wird wegen ihrer stigend füllten mit Ziffern und immer wieder Ziffern, nuklos, ohne noch eine Bohème gab, trieb Dietrich in der Gegend des Café Mo- geschützten Lage auch von Reisenden als Nachtquartier benutzt. zueinander zu kommen. Dann mußten zwei der Herren Für Herrn". fich aus Alkoholischem und Literaturgefchwät zusammenbrauende, tung hat beschlossen, zunächst versuchsweise die Beförderung von nopol und die Friedrichstraße hinauf gegen Norden jene harmlose, Die Handschrift im Telegramm. Die französische Postverwal Und als sie zurückkamen, lag Sonne auf ihren Gefichtern und sie nicht gerade sehr produktive, aber von allerlei leuchtendem Größen-„ teleautographischen" Mitteilungen zu übernehmen, d. h. von Teles spracher wie aus einem Mund:„ Wir akzeptieren ihr Angebot." wahnsinn beflügelte Zeitvertrödelung, wie etwa sein heutiger Anti- grammen, in denen die eigene Handschrift des Absenders überUnd wieviel heißes Werben liebeentflammter Jünglinge stieß pode Erich Mühsam. Mit Wilhelm Mießner und Heinrich Lauten mittelt wird. Eine Linie zwischen Paris und Lyon und eine andere, auf Wortfargheit der gegenübersizenden Bande, bis diese na ja, jack und mit manchem andern hat Edart in vielerlei Feuchtigkeit wiederkamen und wie geölt schlang sich Rede in Rede bis zur Ber- geschwommen. Und er war immer der Feuchteste. Zuweilen schien zwischen Paris und Straßburg ist für diese Telegramme eingerichter worden. Da die tatsächliche Handschrift, in der das Telegramm es als wollte er geradezu flüffig werden. Dann hate er einen kleinen geschrieben ist, wiedergegeben wird, so sind damit alle telegraphi Oder„ Sie" ist in schweren Nöten, denn über Kaffee und Torte Berlin. Es hieß, er habe eine ältere Witwe nebst einem Schloß ge- auch nunmehr als Dokumente bei den Banken und in anderen Fällen Erfolg mit seinem Froschkönig", und hernach verschwand er aus fchen Irrtümer aus der Welt geschafft. Die Telegramme fönnen bedrängt er sie mit der bedrohlichen Frage, wo sie an dem und ehelicht. Die Nachricht blieb jedoch unbestätigt. Später nahm das jenem Abend war. Schwül und entsetzlich wird ihr, da sieht sie auch Königl. Schauspielhaus seine Uebersetzung des Peer Gynt" an. Sie Adressat empfängt tatsächlich eine Photographie des Telegramms, gelten, wo es auf die Echtheit der Unterschrift ankommt. Der noch ihre Freundin heranschweben. Wenn er die fragt wurde als manierliche Ausgabe und als hoffähig gepriesen. Und das der Absender geschrieben hat. ,, Du entschuidigst." Und wie sie mit ihrer Freundin zurückkehrt, ist plöglich erschien Dietrich deutschvölkisch vermummt. Er haßt Preuihr Antlitz tief beleidigte Unschuld und ihre Freundin spricht mit Ben, aber da sein" Beer Gynt" noch immer im Staatstheater aufreizendſtem, entwaffnendem Lächeln:„ Ach, ich muß Sie noch um geführt wird, scheint er preußisches Geld nicht zu verachten. Im Entschuldigung bitten, ich hatte Ihnen an dem und jenem Abend Ihre übrigen muß er heute schon reichlich bejahrter und, wenn er feiner Braut entführt, ich fühlte mich so einsam Natur treu geblieben ist, ein stark gefüllter Mann sein." Oder sie fizzt behaglich mit dem andern„ Er" im Café und sieht den richtigen in die Tür treten da entschuldigt sie sich eben für einen Augenblick, der solange währt, bis der Dritte wiet er verabredung des nächsten Rendezvous? fchwunden. Und hat denn die undankbare Mitwelt wirklich schon vergessen, wo deutsche Helden den mannesmutigen Plan faßten, den NoDemberverbrecher Scheidemann umzubringen? Auf der Toilette, doch die Infignen des Hakenkreuzes zeugen von der wich tigen Rolle, die dieser Ort in der deutschvölkischen Bewegung sonst noch spielt. Was wäre so ein echter stahlhelmerischer Kommers mit Wacht am Rhein“ und„ Heil dir im Siegerkranz" ohne Toilette? Cine zufünftige Regierung Hitler- Ludendorff wird die erste Ehrenpflicht haben, jene Toilette, in der Hustert und Dehlschläger ihren heldischen Plan feften, n't brenzener Gedenktafel der Nachwelt zu empfehlen. Ich sehe schon Ludendorff von schwarz- weiß- rot- verhangener Brille aus dieser deutschen Helden gedenken und sich in Dankbarkeit des„ Dortchens", das ihn vor den Wiener Arbeitern verbarg, erinnern PP Die Höhlenbewohner von Teneriffa. Die Zeit der Höhlenbewohner liegt zwar viele, viele Jahrtausende in der Geschichte der Menschheit zurück, aber es gibt noch heute auf einer sonst sehr zivili sierten Insel Troglodyten, die sich in uralten Höhlen häuslich eingerichtet haben. Von diesen Höhlenwohnungen auf der Insel Teneriffa plaudert F. Daumann in Ueber Land und Meer". Die stumme Mutter des Tafchi- Lama. Eine absonderliche Ges schichte, die den religiösen Aberglauben der Tibetaner grell illustriert, gelangt anläßlich des jüngst erfolgten Todes der Mutter des Taschis Lamas von Shigatse, einer der Hauptstädte von Tibet, zur Kenntnis der Deffentlichkeit. Der Taschi- Lama steht im gleichen Rang mit dem in Europa besser bekannten Dalai- Lama Guru von Lhassa; nur erstreckt sich seine Herrschaft über eine begrenztere Machtsphäre und hat nicht entfernt den Einfluß des Dalai- Lama, obgleich auch er als heilig und unantastbar gilt. Die Tibetaner glauben, daß die fich folgenden Lamas Wiedergeburten ein und derselben Berson sin Der verstorbene Taschi- Lama hatte sich oft genug über die Ges Die Kanarischen Inseln, zu denen Teneriffa gehört, wurden, be- schwäßigkeit seiner Mutter beklagt und dabei der Erwartung Aus vor die Spanier sich hier festsegten, von den berberischen Guanchen Druck gegeben, daß er bei seiner nächsten Menschwerdung als Sohn bewohnt. Diese hatten sich die natürlichen Höhlen, die durch die vul- einer jtummen Frau zur Welt zu tommen hoffe. Als er gestorben Banische Bodengestaltung der Inseln geschaffen waren, zu ihren war, suchte man deshalb weit und breit nach einer stummen Frau, Wohnftätten auserforen. Wo teine natürlichen Höhlen vorhanden die guter Hoffnung war. Nach einiger Zeit fand man auch eine, waren, wurden fünstliche in den weichen Tuff gegraben. Es tamen die in gehöriger Zeit Mutter des gegenwärtigen Taschi- Lama wurde. mur Höhlen für sie in Betracht, die schwer zugänglich waren, weil man sich nur auf diese Weise gegen die Feinde fichern konnte, die allenthalben auf der Insel landeten. Das Innere dieser türlosen Höhlen blöcke; Felle und Laubmassen boten die Lagerstatt. In einer Ecke war höchst einfach ausgestattet. Als Siz dienten unbehauene Steinbefand sich die offene Feuerstelle; die wichtigsten Geräte waren aus Stein hergestellt und weisen vorgeschichtliche Formen auf. In dem Höllental" der Adejeberge auf Teneriffa gibt es Taufende von Im Leffing- Theater fällt heute die Vorstellung von„ Bürger Schippel" aus. Nationalrates nahm die Verordnung der Regierung über ein BücherausDas österreichische Buch. Der Hauptausschuß des österreichischen fubrverbot an. Bücherausfuhr nach Deutschland kontrollfrei zu lassen, wurde ebenfalls Ein Antrag, in dem die Regierung aufgefordert wird, die angenommen. alliierten Regierungen nach verschiedenen mißlungenen[ Versuchen entschlossen, die Auflöfung der militärischen Cadres der Schußpolizei zu verlangen, Wie fönne man also von einer Entente sprechen, wenn man damit beginne, die Ableugnung der Verträge und die Berleugnung der gegebenen Unterschriften in der Praxis zu betreiben? Die wesentlichen Bedingungen einer Annäherung ruhten auf den beiden Borten, immer denselben: Reparationen und Ungewißheit über die Werke. 1 haft befindet, ist geständig, die Rolle des Förstersohnes gespielt und Mieder zum Zwecke der Beraubung in den Wald gelockt zu haben. Dort sei er dann von zwei jungen Männern, die Czera nur als Friz und Paul kennen will, erschossen und beraubt worden. Da Czera beide in Berlin fennengelernt haben wollte, wurde er amten Frig" zu ermitteln und festzunehmen. Es ist ein 27jähriger Friedrich Herrmann, der seinerzeit im Marstall als Mitglied hierher überführt. In monatelanger Arbeit gelang es dann den Bes kundgebungen des Affionsausschusses„ Nie wieder Krieg". Gegen Prestigepolitik. gestern der Aktionsausschuß Nie wieder Krieg" gegen jegliche In drei großen, überfüllten Versammlungen demonstrierte. Brestigepolitik und für eine friedliche Lösung des Ruhrkonfliktes. In als Hauptredner Helmut v. Gerlach, der von dem Kabinett Cuno der Versammlung in der Chamisso- Schule am Barbarosseplay sprach die nötige Zivilcourage verlangte, um ohne Furcht vor dem Lärm der Rechtsradikalen der Forderung der Stunde nach einem sofortigen direkten Angebot Deutschlands an die Gesamtheit der Alliierten ge recht zu werden. der von Karl Better als dem Vorsitzenden des Aktionsausschusses Im gleichen Sinne referierte Prof. Quid de in geleiteten Rundgebung im großen Saale der Brauerei Friedrichs. hain. Toni Sender zur Vorsicht gegenüber den Berufungen auf den In Kliems Festsälen ermahnte die Reichstagsabg. Genossin Rechtsstandpunkt aus dem Munde von Leuten, die während des Krieges bei der Aufstellung von Kriegszielen für jede Bergewaltigung zu haben gewesen seien. Jan gleichen Sinne referierten in allen drei Veranstaltungen Ladtagsabg. Gen. Rabold, Gen. Jakob Altmaier, C. v. Ossiegi und Redakteur Seger, ferner zur militärischen und innerpolitischen Seite des Ruhrproblems Haupts Brandenburg. mann a. D. Gen. Schüzinger und Regierungsrat Gen. Müllerdaß das direkte Angebot auf die Alliierten auch dem Verlangen der Abg. Gen. Limberg Essen wies darauf hin, Ruhrfront entspräche.- An Reichskanzler Dr. Cuno entsandten die Bersammlungen ein Telegramm, in dem es heißt: = Seit Jahren wird in Berlin über die Frage der Organi sation der großen Werksanlagen der Stadt verhandelt. um aus der Polizei ein Personal von Angestellten und fein Ihre Zusammenlegung und rationellere Ausnutzung war eine der militärisches Personal zu machen. Man brauche sich also nicht wichtigsten Aufgaben, die bei der Schaffung der Einheitszu wundern, daß man im Ruhrgebiet unter dem trügerischen Namen gemeinde sofort in die Hand genommen werden mußte. Wenn auch Schuhpolizei wahrhafte Truppen in Cadres und für den Kampf zuzugeben ist, daß bedeutende Ersparnisse und Vereinfachungen der Boltsmarinedivision in der Abteilung für Spedverwertung eine instruiert gefunden habe. Dort habe man sie aufgelöst und ausges durch Zusammenlegung und Stillegung älterer weniger rationell Rolle spielte. Herrmann bestreitet seine Beteiligung an der Tat, miefen. Da aber, wo Frankreich nicht sei, würden sie noch beibehalten und bedeuteten eine Herausforderung nicht nur der Rechte arbeitender Werke erzielt worden sind, es bleibt doch beschämend, erscheint aber überführt. Angaben zur weiteren Klärung werden der Alliierten, sondern auch der Ruhe der Welt. Trotzdem gebe daß die Berliner Stadtverordnetenversammlung in zwei Jahren bis an Kriminalkommissar Gennat erbeten. es großmütige Seelen, die Frankreich anrieten, Deutschland heute zu keiner Lösung hat kommen können. Unendlich viel Zeit mit Nachsicht zu behandeln. Das Deutsche Reich erkläre, daß ohne ein Einverständnis Sachverständigen. Es gibt im Ernste niemanden, der sich nicht wurde vertrödelt durch die Einforderung des Gutachtens der sieben zwischen ihm und Frankreich der Wiederaufbau Europas unmöglich darüber im Klaren ist, daß dieses Gutachten von höchst zweifelbleibe. Hing es von uns ab, daß normale Beziehungen zwischenhaften Wert ist und daß die Durchführung der dort gemachten Frankreich und Deutschland nach Unterzeichnung des Friedensvertrages von Versailles wieder aufgenommen würden? Als Frank- finanziellen und organisatorischen Vorschläge die Interessen der reich 1871 die deutsche Besehung über sich ergehen lassen mußte, hat Stadt aufs schwerste gefährdet haben würden. sich Thiers nicht nur bemüht, so rasch als möglich alle Klauseln des Die in mehrmonatiger Arbeit einer gemischten Deputation des Frankfurter Bertrages zu erfüllen, er hat auch gegenüber dem Magistrats und der Stadtverordneten zustande gekommene VerständiFürsten Bismard, dem Grafen Arnim und dem General von Man- gung über die Bildung einer rein städtischen G. m. b. H., der die teuffel die Höflichkeitsbeweise verdoppelt. Wie hat Bis- Bewirtschaftung der Werte übertragen werden sollte, ist von den mard auf diese wiederholten Beweise der Höflichkeit geantwortet? bürgerlichen Parteien wieder über den Haufen geworfen. Deutschland hat keinen anderen Gedanken gehabt, als uns fortgesetzt Namentlich die Rechtsparteien verfolgen mit zäher Hartnäckigkeit ihr das Gewicht unserer Niederlage fühlen zu lassen. Es hat nicht Ziel. Sie wollen unter allen Umständen die Werke in eine Attiendaran gedacht, Frankreich etwas zu ersparen, und Bismard als der gesellschaft umwandeln, um auf diesem Wege privatem Kapital Zugetreue Dolmetsch seines Landes hat Manteuffel zu wohl gang zu diesen Milliardenwerten zu verschaffen. Gewiß würden die wollend gefunden und ihm vorgeworfen, daß er Frankreich nicht Werke wahrscheinlich dadurch Gelder bekommen, denn die Aktien genug demütige. Frankreich sei weit davon entfernt, heute würden an der Börse gehandelt, eine beträchtliche Summe einbringen. diese unverschämten Manieren nachzuahmen. Seit dem Frieden Aber diese Summen würden in gar keinem Verhältnis stehen zu habe es nicht aufgehört, Beweise von Geduld und Langmut dem, was die Stadt aus der Hand gibt. Die Werke, die im Etatszu geben. jahr 1923 zirka 50 Milliarden, d. h. etwa 10 Proz. des ganzen Bedarfes des städtischen Haushalts bringen, sind das wirtschaftliche alles tun, um dieses Rückgrat zu erhalten. Möglich sind die AnRüdgrat der Stadt. Und eine weitschauende Kommunalpolitit muß griffe der bürgerlichen Parteien nur, weil die Kommunisten fich nicht entschließen können, auf den einzig möglichen Boden einer vernünftigen Reorganisation der Werke zu treten. Heute diese nen bureaukratischen Betriebsform zu belassen, wäre dasselbe, als Unternehmungen in der alten überlieferten von uns nicht geschaffe= Tausende von Angehörigen aller republitanischen Richtungen wenn man im Zeitalter des Flugzeuges am Ideal'der nehmen Bezug auf die Rede des Herrn Ministers des Auswärtigen, Bost futsche festhalten wollte. fönne Gesellschaftsanteile einer G. m. b. 5. verpfänden, den die handlungen aussprach und eine geeignete Berhandlungsbasis angab. die die Bereitwilligkeit der deutschen Regierung zu sofortigen Ber Kommunisten geistreicherweise erheben, ist ein nichtiger Vorwand, Im Hinblick auf diese Rede, sowie auf die des englischen Außenum sich vor ernster fachlicher Mitarbeit zu drücken. Bielleicht lassen ministers Lord Curzon, halten wir den Augenblick für gekommen, sich die Berliner Rathauskommunisten mal von ihren Mostauer um Verhandlungen über die Frage der Reparationen und die gegen Der französische Ministerpräsident hat sich wieder einmal halten, mit welcher Rücksichtslosigkeit man in den Moskauer städti- durch ein der Anregung des englischen Außenministers entsprechen Bertretern, die jetzt in Berlin sind, einen Vortrag darüber seitige Sicherung Deutschlands und Frankreichs gegen Kriegsgefahr um die Sache der deutschen Nationalist en verdient fchen Betrieben das Prinzip der inneren eigenen Rentabilität des offizielles Angebot an die Gesamtheit der Alliierten einzuleiten. gemacht. Die gleichen Leute, die zu Beginn der Ruhrattion be- und einer rein pripattapitalistischen Form des Betriebes Wir richten daher die dringende Aufforderung an die geistert ausriefen: Gott erhalte uns Poincaré!", durchführt. Dort beläßt man es nicht bei der privatkapitalistischen Reichsregierung, sofort durch eine solche dirette Mitteilung werden heute nach dem Schreck, den ihnen die Rede Lord Form, man zieht auch sehr munter und ohne jebe prin- deutscher Borschläge an die Gesamtheit der Alliierten dem Curzons bereitet hat, erleichtert aufatmen und bedauern, ipielle Hemmung Privattapital heran, und das unter pom deutschen Volk unter so schweren Opfern durchgeführten passiven daß sich nicht jeder Wochentag für die Einweihung von Krieger- Bedingungen, die wir in Berlin überhaupt nicht Widerstand ein festes Ziel zu geben und eine den Interessen des denkmälern eignet, so daß zwischen zwei Sonntagen auch die Kommunisten sich in Berlin nicht entschließen können, an Stelle von deutschen wie des franzöfifchen Bolles entsprechende Verständigung Stimme der Bernunft und des Friedens manchesmal ertönt. Rebensarten, die sie selbst nicht ernst nehmen, wirklich fachliche Aber Poincaré ist nicht Frankreich, heute noch weniger Arbeiterpolitik zu betreiben. In drei Monaten 40 Millionen durchgebracht. als vor einem Vierteljahr. Die neue Situation, die Bei der durch das Berhalten der Kommunisten geschaffenen In Goslar wurde, wie wir schon turz mitteilten, der 17jährige durch Curzons Oberhausrede auch nach den Ansichten der Lage steht im Stadtverordnetenausschuß nur noch ein volkspartei. Banklehrling Herbert Man verhaftet, der feit Mitte Januar von Reichsregierung geschaffen wurde, hat sich durch Poincarés licher Borschlag zur Diskussion, den Werken im Rahmen der Städte den Kriminalbehörden eifrig gesucht wird. Man unterschlug einer Rede nicht verändert, die bei aller Unhöflichkeit des Tones fich ordnung eine felbständige Betriebsmöglichkeit durch gesondertes Bant fette auf seine Ergreifuna und die Wiederbeschaffung feiner hiesigen Privatbant 10 000 Dollar und verschwand damit. Die wohl hütet, Türen zuzuschlagen. Der Jubel der deutschen Statut zu schaffen. Da irgend etwas für die Befreiung der Werke Beute eine Belohnung von 3 Millionen Mark aus. Die Ermitt Monarchisten über die neueste Leistung ihres Hauptagitators von allen bureaukratischen Einflüffen unbedingt geschehen muß, fo lungen ergaben, daß der 17jährige Defraudant zunächst in Berlin an der Seine wird vergebens fein; vielmehr wird ein offenes ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß man sich auf diesen Berlegen- und Umgegend den Lebemann gespielt hat. Er Meidete fich alsbald deutsches Angebot die Zahl derer in Frankreich verheitsausweg einigt. Befriedigen wird das niemand. auf das feinste neu ein und suchte und fand in den Lokalen der mehren, die bereits erkannt haben, daß Poincarés Ruhrpolitik Bebemelt die Bekanntschaft von jungen Damen", mit denen er toft. Fiasko erlitten hat und baldigst liquidiert werden spielige Autofahrten und größere Ausflüge machte. Die Kriminal muß. polizei versandte Ausschreiben mit dem Bildnis des Flüchtlings. So wurde man in Goslar auf einen jungen Mann aufmerksam, auf den die Beschreibung paßte, und nahm ihn feft. Der Verhaftete, her richter ein, daß er der gesuchte Man ist. Er befaß noch 8240 Dollar, auch dort unter falschem Namen auftrat, räumte dem Untersuchungs. bat also gegen 40 millionen Mart bereits durchgebracht. Sicherheit. Boincaré schloß, indem er erklärte: Nicht nur, weil wir unsere Sprache, unsere Literatur, unsere Kunst, unsere Zivilisation und unser nationales Genie zu retten haben, müssen wir an die erste Stelle die Interessen Frankreichs stellen, sondern weil ohne die Garantie unserer Unabhängigkeit und ohne den Wieder aufbau unseres verwüsteten Landes weder ein Wiederaufbau Europas noch die Aufrechterhaltung des Friedens möglich wäre. * Flesch vor Gericht. Der Einwand, der Magistrat herbeizuführen.“ würden. Ulm so bedauerlicher ist es, daß die Ausstellung für Jugendpflege. Die Jugendpflegewoche, die im Verwaltungsbezirt Prenzlauer Berg der Ortsausschuß für Jugendpflege in den Bor der ersten Straflammer des Landgerichts II soll sich heute pflegeausstellung. Am Sonntag wurde die Ausstellung in der Aula Lagen von 22. bis 28. April veranstaltet, bietet auch eine Jugendder mehrfach genannte Student Werner Flesch wegen versuchten des Königstädtischen Lyzeums( Greifswalder Str. 25) mit einer Betruges verantworten. Flesch ist dadurch in der Deffentlich- fleinen Feier eröffnet, die zugleich die Jugendpflegewoche einleitete. feit bekannt geworden, daß er am Tage der Ermordung Rathenaus mit den Teilnehmern der Jugendpflegewoche versammelten sich die dem Abg. Dr. Helfferich im Reichstage einen Blumenstrauß Gäfte, unter ihnen der Bezirksbürgermeister John, mehrere Mit mit schwarzweißroter Schleife und der Inschrift: Dem Berteidiger glieder des Bezirksamtes und der Bezirksversammlung. Bertreter deutscher Interessen, Sr. Exzellenz Dr. Helfferich", übergeben wollte. Er wurde aber bei seinem Erscheinen in der Wandelhalle von Abgeordneten der Linken ergriffen und der Polizei übergeben. Baid barauf ist er in Haft genommen worden, da man vermutete, daß er an dem Rathenau- Morde irgendwie beteiligt wäre; schließlich wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach dem Attentat auf Maximilian Harden soll Flesch sich dann zwei Studenten genähert und ihnen erklärt haben, der Hauptschuldige, Anfermann, der nicht ergriffen werden fonnte, halte sich in Berlin auf und brauche Mittel zur Flucht. Einer der beiden Studenten erflärte sich bereit, 30 000 m. herzugeben, benachrichtigte aber gleich zeitig die politische Polizei, worauf Flesch wieder verhaftet wurde. Er soll ferner zur Zeit des Prozesses gegen die wegen der Ermordung Rathenaus angeflagten Personen sich von dem Rechtsanwalt Dr. Feld, der den Angeklagten Boß verteidigte, ein ausgefülltes Formular für Sprecherlaubnis entwendet und das Schriftstück gefälscht haben, indem er hinter den Namen Boß noch die Namen Tillefsen, Warnede und Techom schrieb. Flesch hat dann auch diele vier Angeklagten, von denen einer, Boß, später freigesprochen worden ist, im Gefängnis besucht. Saar- Berichterstatter des Völkerbundrates ist diesmal der hinesische Botschafter Tang- Tfai- Ju. In der Wahlprüfungsfache, betr. das endgültige, auf Grund der Urteile des Wahlprüfungsgerichts ermittelte Ergebnis der Reichstagswahlen 1920/22 im gesamten Wahlgebiet, ist Termin zur öffentlichen mündlichen Verhandlung auf Donnerstag, den 3. Mai, anberaumt worden. 1 dänische Krone. 1 finnische Mark Devisenkurse. 23. April 21. April Käufer Berkäufer Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Kurs Kurs Deutscher Seifenhändler mit der Einkaufszentrale der Seifenhändler Eine Seifen- Fachausstellung veranstaltet der Schuhrerband Groß- Berlins in diesen Tagen in der Neuen Welt, Hajenheide. Die Ausstellung wurde gestern eröffnet. Es fich nicht weniger als zirka 300 Hersteller und Großvertreter Firmen erschienen, so daß fich die Gesamträume der Neuen Welt fast als zu flein erwiesen. In der überwiegenden Menge find Haus- und Gebrauchsseifen aus. gestellt, aber auch seine Parfümerien, Kerzen, Pugmittel, Klebemittel, Seifenpulver, Kosmetika und Nebenartikel sind reichlich vers gelegt worden. Der Gesamteindruck ist ein wirklich erfreulicher und treten. Es ist Wert auf geschmackvollen und übersichtlichen Aufbau das Ganze macht den beiden rührigen Ausstellerforporationen sowie den Herstellern und damit auch deren Arbeiterschaft alle Ehre, und gelegt worden. Der Gesamteindrud ist ein wirklich erfreulicher und zeigt diesen durch den Krieg so lange zum Erliegen gekommenen weig unserer Industrie bereits wieder auf sehr beachtlicher Höhe. Die Ausstellung ist bis Dienstagabend geöffnet. Die Effener Sänger am Königsplah. Gestern mittag vers anstaltete der Effener Sängerchor am Königsplaß ein Konzert, das programmäßig verlaufen ist. Infolge des schlechten Wetters war die Zuhörermenge nur gering. von Jugendorganisationen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Jugendpflege. Nach Chorgefang eines Mädchenklubs gab Bezirksstadtrat Friedländer einen Ueberblick über die Aufgaben der Jugendpflege, die heute bei der durch die Nachwirkungen des Krieges gesteigerten Jugendnot besonders notwendig ist. Leider werde die außerordentlich erschwert, in dem nicht günstig gelegenen Bezirk Lösung dieser Aufgaben gerade jetzt durch den allgemeinen Mangel Prenzlauer Berg auch noch durch schlechte Verbindung mit Ausflugs: gegenden. Die Ausstellung zeigt einige Hauptarbeitsgebiete, auf denen die Jugendpflege sich bemüht, von unserem Nachwuchs die Gefahr törperlicher und geistiger Bertüm merung abzuwehren. Den Anfang macht die Säuglingsfür forge, die mit belehrenden Darstellungen richtiger Ernährung und Pflege des Säuglings vertreten ist. Bei den Kleinkindern ist unter anderem die Beschaffung guten Spielzeuges wichtig, wovon manche beachtenswerte Proben ausgestellt sind. Dem Schulkind muß Gelegenheit zur Entwicklung auch der schaffenden hand gegeben werden, wie es in den Schülerwerkstätten und dem Wertunterricht geschicht. Aus den Ergebnissen dieser Arbeit bietet die Ausstellung eine große Sammlung von Zeichnungen, Bapparbeiten Gemeindeschulen 105 und 303, auch die Hilfsschule VII, die Hederund Holzarbeiten, zu der viele Schulen beigetragen haben, z. B. die Realschule, die Schinkel- Realschule, die Königstädtische Oberrealschule, das Königstädtische Lyzeum usw. Auch der Gartenbauunterricht, an dem 1922 aus 30 Schulen 1180 Knaben und Mädchen teilnahmen, zeigt, was er leistet. Bei den Schulentlassenen spielt die Befriedigung der Wander und Sangeslust eine große Rolle in der Jugendpflege. Was unsere wandernden Jungen und Mädel als Wanderausrüstung brauchen, Rucksäcke, Aluminiumgeschirr, zwed mäßige Kleidung und Wäsche, qute Liederbücher, die unentbehrlichen Lauten, leichte Spielgeräte und vieles andere, ist in einer reich einem Ungenannten 100 000 M. gespendet. und vom Gen. Friedrich Schwarz Für den Kampffonds der BSPD. wurden in der 19. Abteilung von haltigen Auswahl vom Warenvertrieb des Arbeiterjugendvereins zu an die Bezirkskaffe abgeführt, worüber hierdurch mit beftem Dant quittiert wird. fammengestellt. Auch über Literatur zur Jugendpflege und JugendAlex Pagels. Veranstaltungen des Lichtenberger Bolfsbildungsamtes. Am Dienstag, 24 April, abends 8 Uhr, veranstaltet das Lichtenberger Bolts. bildungsamt im Festsaal an der Barfaue einen Kammermusikabend, für den das Setting Trio( Professor Hefting, Professor Gülzow und Frau Jlonta von Bathy) gewonnen ist. Wetter für morgen. überwiegend bewölft bei mäßigen nördlichen Winden. Keine erheblichen Berlin und Imgegend. Zeitweise aufllarend, jedoch ziemlich fühl und Niederschläge. Groß- Berliner Parteinachrichten. den 15. Mai verlegt. bewegung kann der Besucher sich unterrichten. Wie man sich die 12. Abt. Heute abend, 28 Uhr, bet Hölle, Bergmannftr. 69, Frauenabend. Ausgestaltung des für den Bezirk wichtigen Spielplates an der„ ein- 44. und 45. Abt. Der angesagte Frauenabend heute abend fällt aus und wird auf samen Pappel" denkt, ist aus einem Modell zu ersehen. Die Aus10673.25 10726.75 10174.50 10225.50 ftellung verdient, besucht zu werden. Sie iſt während der JugendMorgen, Dienstag, den 24. April: 9975.- 10025.- 9486.22 9533.78 pflegewoche täglich von 4 bis 9 Uhr geöffnet, der Eintrittspreis a. Streis Wedding. Bildungsausschuß, pünktlich 6%, Uhr, Gigung Liebenwalder 1498.74 beträgt 100 M.( Das Programm der anderen Darbietungen der 4671.65 Jugendpflegewoche wurde im Vorwärts" am Sonntag mitgeteilt.) 4. Kreis Prenzlauer Berg. 7 Uhr, engere Kreisvorstandigung bei Gott, Ruiep. 1576.05 1583.95 1491.26 4907.70 4932.30 4648.35 5167.05 5192.95 4912.68 4937.32 7331.62 7368.38 6957,56 6992.44 763.08 766.92 731.16 734.84 1 holländischer Gulden 1 argentinische Papier- Beso 1 belgischer Frant.. 1 norwegische Krone 1 schwedische Krone 1 japanischer gen 13266.75 13333.25 1 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar. 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frank.. 1 spanische Beseta 4209.45 4230.55 100 österr. Stronen( abgest.) 40.14 40.36 1 tschechische Krone 817.95 1 ungarische Krone 5.50 1 bulgarische Lewa 209.47 1 jugoslawischer Dinar. 289.27 " Nach vier Jahren aufgeklärt. Str. 34 a. Maifeierkarten. rode, Ecke Barbelebenstr. 5. Kreis Friedrichshain.( Arbeiterwohlfahrts- und Kinderschußfommiffion), 7% Ubt, Ronferenz in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr 36. Vortrag. 11. Abt. 18 Uhr, wichtige Funktionärsigung bei Berger, Levezzowstr. 21. Stellung nahme zur Abteilungswahl. 51. bt. Charlottenburg. Mittwoch, den 25. Avril, 7½ Uhr, im Saale des Baus und Sparvereins Charlottenburg, Rönigin Elifabeth- Str. 6, Bortrag des Genossen Dr. Bechlin über„ Meine Erfahrungen im Ruhrgebiet". Die Gruppenleiter laden hierzu ein. Rein Trintzwang Jugendveranstaltungen. Ein bereits vor 4 Jahren im Landgerichtsbezirt Oppeln verübter Raub mord nähert sich jetzt endlich seiner Aufklärung. Ein 1361.58 1368.42 1286.77 1293.23 Biehhändler Thomas Miedet aus Mucheniz im Kreise Oppeln 127181.25 127818.75 120946.87 121553.13 lernte am 15. August 1919 auf dem Viehmarkt in Kreuzburg in 27431.25 27568.75 25984.87 26115.13 Oberschlesien einen jungen Mann kennen, der sich als Sohn des 1825.42 1834.58 1725.67 1734.33 Försters aus Friedrichshammer bezeichnete. Da angeblich in der 2952.60 2967.40 2892 95 2907.25 Försterei Schweine zu verkaufen waren, vereinbarte der junge Mann 4748.10 4731.90 mit Miedet, daß dieser am nächsten Tage bis Georgenberg fommen 4024.91 4047.09 sollte, von wo er abgeholt werden sollte. Tatsächlich hat sich Miedet 8 Uhr in der Schulaula, Boddinitaße, einen Rinoabend. Zur Vorführung gelangt 37.03 37.25 auch dorthin begeben und ist seitdem verschwunden. Nach ge 796.99 raumer Zeit fonnte schließlich der angebliche Förstersohn in der 5.17 Person des aus Berkowig in Oberschlesien stammenden 26jährigen 197.50 Drehers Ludwig Czera ermittelt und festgenommen werden. 267.67 Czera, der sich bereits seit zwei Jahren in Oppeln in Untersuchungs. 4987,50 5012.50 822 05 793.01 5.51 5.13 210.53 116.50 290.73 266.33 Der Ortsausschuß für Jugendpflege Neukölln veranstaltet heute abend 6 und der Film Unter Wilden und wilden Tieren". Eintritt Erwachsene 300 m. und für Jugendliche 100 M. Karten find am Gaaleingang ga haben. Ortsausschuß für Jugendpflege im Bezirk Prenzlauer Berg. Im Rahmen der Danziger Straße 64, ein Vortrag über„ Bom W der Jugendpflege und Jugend Jugendpflegewoche findet heute abend 8 Uhr, im Bezirksversammlungsfikungsjaal, bewegung" statt. Eintritt 100 m Gewerkschaftsbewegung Gegen mangelhafte Lehrlingsausbildung. In der Tapilferiegruppe lehnten die Arbeitgeber, ebenfalls jede Lohnerhöhung ab, mit derselben Begründung wie die Arbeits geber in der Stidergruppe; hier beträgt der Spigenlohn eines Arbeiters 1052 M. pro Stunde. Aus der Partei. Maifestschrift der Internationale. Gerade in der Textilindustrie haben die Unternehmer unge= Der Maimonat wird sehr bedeutungsreich sein für die Sozialheure Gewinne erzielt. Nicht nur durch die Valuta. Man demokratie nicht nur in Deutschland, sondern der ganzen Welt. Der müßte nun annehmen, daß auch die Löhne der Textilwarenhersteller Maitag wird in hohem Ernste aber auch festlich von den Arbeitern einigermaßen den Zeitverhältnissen entsprechen. Aber das Gegenteil der ganzen Welt begangen werden, wie taum jemals zuvor, und ist der Fall. Es gilt heute immer noch das alte Lied vom Weber- gegen Ende des Monats werden sich die Vertreter der Sozialdemoelend und Färberelend. Die Unternehmer werden dick und fett fratie aller Länder in Hamburg, diesem bedeutsamen Ort für die und die Tertilarbeiter sind dürr und mager, und an Stelle guter deutsche Parteigeschichte, versammeln, um Stellung zu nehmen Textilsroduite, die sie doch selbst herstellen, benügen sie Lumpen zur gegen Imperialismus und Kapitalismus, gegen Militarismus und Bedeckung ihrer Blöße. Die Zeiten haben sich geändert, die Ver- Untultur. Die deutsche Sozialdemokratie wird unter Mitarbeit aller hältnisse sind dieselben geblieben. anderen sozialistischen Parteien alles daransehen, daß diefer internationale Parteitag die gewaltigste Heerschau der Arbeiter aller Länder sein wird. Die Buchhandlung Vorwärts, Berlin S. 68, gibt als aus Lohnverhandlungen der Karosseriearbeiter. leber das Ergebnis der Frühjahrs- Lehrlingsprüfung der Lehr..ge in Berliner Blumengeschäften schrieb die Verbands- Zeitung" er Blumengeschäftsinhaber: Die Bewertung war diesmal sehr schwierig, da fich der Ausschuß darin einig war, daß nur wenige der zu erwartenden Gewandtheit und Arbeitsleistung entsprachen. Auch war er sich der Berantwortung bewußt, nur brauchbare Mitarbeiter unserem Berufe zuzuführen. Leider mußte auch hier wieder festgestellt werden, daß viele Kollegen die Ausbildung nicht mit der nötigen Sorgfalt vornehmen und den Lehrling oft mit anderen als rein beruflichen Arbeiten beschäftigen. In der Zuerfennung der Berechtigung zum Halten von Lehrpersonal müßte einmal etwas Durchgreifendes unternom Die in den Wagenfabriken und Karosseriebetrieben beschäftigte men werden. Als Gesamtergebnis erhielten ein Prüfling: sehr Arbeiterschaft hat schon seit Wochen versucht, mit den Arbeitgebern führendes Organ des Parteivorstandes aus Anlaß dieses parteigut; achtzehn: gut; fechs: genügend, und vier Prüflingen mußte der zu einer Berständigung über die Aufbesserung der bestehenden Lohn- geschichtlich so wichtigen Maimonats eine Festschrift heraus, die Kat gegeben werden, sich zur Herbstprüfung noch einmal zu melden." bedingungen zu gelangen, ohne den gewünschten Erfolg zu erreichen. gleichzeitig die Maizeitung der Sozialdemokratie in den deutschEs ist ein altes Uebel in der Behrlingswirtschaft, daß viele Lehr- Bon den Arbeitgebern sind die berechtigten Forderungen beharrlich sprechenden Ländern und Festschrift des Internationalen Kongresses meister es mehr mit der Ausbeutung als mit der Ausbildung halten. abgelehnt worden; sie behaupten, der Geschäftsgang gestatte ihnen sein wird. Unter Mitarbeit hervorragender Vertreter des SozialisDas stellt sich leider erst heraus, wenn die Behrzeit vorüber und es die Erhöhung der Löhne nicht. Der Schlichtungsausschuß hat der mus Deutschlands und des Auslandes, wird diese Festschrift mit zu spät ist. Auch wir sind der Ueberzeugung, daß folange nicht Arbeiterschaft eine Rohnerhöhung um 5 Broz. zugesprochen. Die reichem Bilderschmuck in einem Umfang von 16 Seiten erscheinen. gründlich Remedur geschaffen wird, es so ziemlich beim alten bleibt. Arbeitgeber haben aber diesen Spruch abgelehnt. Am vorigen Diens. Rautsty und Bernstein, Molkenbuhr, Frohme, Erforderlich ist, daß im Laufe der Lehrzeit im Anschluß an den tag ist vor dem Demobilmachungskommissar verhandelt worden Stolten, Berner und andere deutsche Genossen vereinigten sich Fachschulunterricht, der überall einzuführen ist, wo er nicht besteht Ueber das Ergebnis wurde am Sonnabend von Henschel in einer mit Tom Shaw, Claudio Treves, Dan, Soukup u. a. und seine Einführung irgendmöglich ist, regelmäßige Brüfungen vor- Bersammlung der Funktionäre und Betriebsräte der Karosserie ausländischen Genoffen, damit dem Internationalen Kongreß zu genommen werden, und zwar mindestens halbjährlich. Stellt sich betriebe berichtet. Die Arbeitgeber weigerien sich auch hier wieder, Hamburg ein Ueberblick über die Bewegung des arbeitenden Volkes babei heraus, daß der Lehrling fich aus irgendwelchen Mängeln eine Lohnerhöhung zu gewähren. Schließlich tam aber doch eine in Deutschland und im Auslande gegeben werde. Künstlerische Kräfte oder aus gesundheitlichen Gründen für den betreffenden Beruf nicht Bereinbarung zustande, nach der am nächsten Dienstag eine neue verschönern und vertiefen das Bild, das der Text in reicher Fülle eignet, dann ist noch Zeit seine Eltern zu veranlassen, ihn aus der Bohnverhandlung vor sich gehen soll. Die Bersammlung erklärte fich bietet. Lehre herauszunehmen und ihn einen für ihn geeigneteren Berufe mit dieser neuen Berhandlung einverstanden. zuzuführen. Zeigt sich, daß der Lehrmeister nachlässig ist in der Erfüllung seiner Pflichten, dann muß er gemahnt werden sie zu erfüllen. Läßt er auch die Mahnung unbeachtet, dann muß ihm der Lehrling entzogen und in eine andere Lehrstelle untergebracht merden. Ergibt sich erst nach Ablauf der Behrzeit, daß der Ausgelernte den Anforderungen, die an einen jungen Gehilfen gestellt werden, nicht genügt, dann muß verfahren werden, wie es in Dänemart z. B. längst geschieht. Durch sorgfältige Prüfung ist festzu stellen, wie lange der Ausgelernte nachlernen muß, um den Mindest leistungen eines Gehilfen zu genügen. Er muß dann zu diesem 3wed in eine neue Lehr- oder Bolontärftelle gebracht werden, erhält jedoch während dieser Zeit den tariflichen Mindestlohn, ben die Arbeitgeberorganisation zu zahlen hat, der der nachlässige Lehrmeister als Mitglied angehört. Bon ihm muß die gezahlten Lohnbeträge zurüdfordern. Kommt ein solcher all bei einem Lehrmeister wiederholt vor, muß ihnen die Befugnis zur Anleitung und zum Halten von Lehrlingen entzogen werden. Die Haftung des Lehrmeisters und seiner Kore poration für die den Lehrlingen aus ungenügender Ausbildung erwachsenen materiellen Nachteile, würde zweifellos dazu beitragen, das Berantwortungsgefühl bei der Lehrlingsausbildung zu stärken. Deshalb erscheint sie uns als durchaus notwendig. Die Maifeierparole in Deutschösterreich lautet in diesem Jahre: Der Streit der Werffteingruppe( Bausteinmetze) des Zentral- Gegen die internationale Realtion! Gegen den Fascismus! Für verbandes der Steinarbeiter wurde nach fünfwöchigem, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit! Für die Geschlossenheit des einmütig geführtem Stampf mit Erfolg beendet. Die Arbeit internationalen Proletariats! wurde heute wieder aufgenommen. Es gelang, alle von den Unternehmern geplanten Berschlechterungen abzuwehren und den Stunden= lohn von 1600 auf 1850 m. zu erhöhen Außerdem wurden einige Berbefferungen des örtlichen Tarifes erreicht. Nähere Auskunft darüber erhalten die Mitglieder im Bureau. Allen Bauarbeitern, die die Steinarbeiter in ihrem schweren Kampfe unterstützten, spricht die Streitfeitung ihren Dant aus, mit der Versicherung, daß die Steinarbeiter im gegebenen Falle ebenfalls solidarisch handeln. Die Berhandlungen über die örtlichen Sonderzulagen für die Arbeiter, Angestellten und Beamten des Reichs, der Staaten und Gemeinden dauerten am Sonnabend bis gegen Mitternacht, ohne zu einem Ergebnis zu führen. Heute nachmittag 3 Uhr werden die Berhandlungen im Reichsfinanzministerium fortgesetzt und man glaubt, noch im Laufe des heutigen Tages zu einem endgültigen Entscheid zu gelangen. Ein Streit bei der Köln- Bonner Eisenbahn ist wegen Lohndifferenzen ausgebrochen. Der Betrieb ruht. Die Barijer Konfeffionsarbeiterinnen, denen der Arbeitsminister jeine Vermittlung nach Wiederaufnahme der Arbeit angeboten hatte, haben beschlossen, die Arbeit heute nicht aufzunehmen, sondern den Streif fortzusehen. Sport. Rennen zu Mariendorf am Sonntag, den 22. April. 1. Rennen. 1. M. 3.( M. Ringius), 2. Fred Wilkes jr.,( Ab. Freundt), 3. Pollux( W. Lemzer). Toto: 22:10. Blak: 14, 22, 18: 10. Ferner liefen: Hoffnung I, Fesselballon, Midas I, Argentaria, Zukunft, Lenz I, Willfür. 2. Rennen. 1. Le pet. Loulou( G. Faul), 2. Hartenfels( A. From ming), 3. Amorette( B. Beyne). Toto: 44: 10. Blat: 21, 20, 54: 10. Ferner liesen: Seewind, Eilzug. Durchbruch, Erdmann, Berthold, Zufall. 3. Rennen. 1. Jallus( Sinorazki), 2. Zeitgeist( G. Lautenberger), Toto: 72: 10. Plat: 18, 15:10. Ferner 3. Shbi( 3. Lichtenfeld). liefen: Martha III, Adelei 9. 4. Rennen. 1. Florentiner( 3. Mins), 2. Marh H.( Weidmüller), 3. Harry W.( Czerzon). Toto: 32: 10. Blak: 11, 10, 12: 10. Ferner liefen: Bring Miagowan, Fainer J., Baron Azworthy, Fenelon, Bechfacel. 5. Renne R. 1. Marichall Hindenburg( 3. Mills), 2. Flott( Th. Steeger), 8. Fajner Woodline( lb. Freundt). Toto: 141: 10. Blat: 24, 14, 14: 10. Ferner liefen: Magowan, Die Befte, Crocus, Allenſtein. 6. Rennen. 1. Fiscus( Lichtenfeld), 2. Schlips( A. Rüdert), 3. Mig Gregor( E. Treuherz). Toto: 61: 10. Blak: 16, 15, 17: 10. Ferner liefen: Bingen jr., Heidemann, Lenz I, Frithjof I. 7. Rennent, 1. Bergichwalbe( G. Lautenberger), 2. Roronna( F. Ehmidt), 3. Mafao( Hartfeil). Toto: 63: 10. Blag: 26, 16: 10. Ferner liefen: Bolly, Paula Bingen. 8. Nennen. 1. Libanon( Alb. Freundt), 2. Barde( Hs. Schleusner), Falter. 3. Pistole( Großmann). Toto: 30:10. Blaz: 14, 20: 10. Gerner lieſen: Tarisverhandlungen in der Textilindustrie. Wir erhalten darüber folgenden Bericht: Der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin erfannte die Roliage der Berliner Textilarbeiter an und legte in einem Schiedsspruch fest, daß Die vereinigten Konfektionäre wollen diesen Beschluß mit der die Märzlöhne für den Monat April um 10 Broz. erhöht werden Aussperrung beantworten. Diese Bewegung fällt mit unter follen. Damit würde sich der Lohn eines gelernten Färbers von die vom franzöfifchen Gewerkschaftsbund eingeleitete Aktion zu 970 auf 1067. pro Stunde erhöhen. Jedenfalls ein Lohn zum gunsten höherer Löhne. In Paris und den Provinzen sind Leben zu wenig und zum Verhungern zuviet. Der Nordostdeutsche bereits zahlreiche Lohnattionen organisiert worden. Zu den wichTegtilarbeitgeberverband hat trotzdem ben Mut be- tigsten biefer Bewegungen gehören diejenigen der Arbeiter in jeffen, den Schiedsspruch abzulehnen. Der Demo foll öffentlichen Diensten des Diftritts Paris und der Be- Die gestrigen Stadrennen auf der Olympiabahn fonnten infolge aun entscheiden, was recht und billig ist. fleidungsarbeiter Don Paris. In den Departementen des Regenwetters nicht ausgefahren werden. Die nächsten Rennen finden Für die Bosamentengruppe hatte der Schlichtungsauss des Nordens, besonders in Lille, find fast alle Arbeiter an der am 6. Mai statt. chuß in einem Schiedsspruch 5 Proz. Lohnerhöhung für die zweite Aftion beteiligt. Die Metallarbeiter erzielten eine LohnHälfte März entschieden. Die Arbeitgeber, zum größten Teil erhöhung ohne eine Bewegung einzuleiten. Nachdem die Sektion Kleinhandwerker, lehnten diefe 5 Bro3. 2ohnerhöhung Lille der Segeltuchfabrikanten befchloffen hatte, auf fein antworteten Die Textil a b. Am 20. d. m. war die Berhandlung vor dem Demp und hier Lohnerhöhungsgesuch einzugehen, erklärten die Arbeitgeber, für die zweite Hälfte April die 5 Broz. arbeiter mit einem nahezu allgemein durchgeführten Streif. Schriftliche Garantie. Zähne ohne Gaumen. Kulante ZahlungsRohnerhöhung als berechtigt anzuerkennen. Dadurch wird der Andere weniger bedeutende Konflikte zeitigten den Abschluß von Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Stundenlohn eines Posamentiergehilfen von 1265 auf 1330 Mr. er- Berträgen. In zahlreichen Industrien werden Forderungen auf HATVANI, Danziger Str. 1, Hochbahnstation. Lohnerhöhungen geltend gemacht. höht. Für die Stidergruppe lehnten die Arbeitgeber jede 3ohnerhöhung ab, weil die Löhne nach ihrem Ermessen schon iel zu hoch sind. Der Stundenlohn eines Rurbel tiders beträgt 1085 M. Das weifere ergibt sich hieraus. Gewinn- Auszug BT 21. Breußisch- Süddeutschen ( 247. Breußischen) Klassen- Lotterie 4. Alaffe 5. Ziehungstag 21. April 1923 Auf jebe gezogene Summer find stoel gleich bobe Grivinne gefallen, unb stvar je einer auf ble Cofe gleier Rummer in ben beiben Abteilungen I und II Ohne Gewähr. Nachorud verboten. In der Bormittags- Ziehung wurden Gewinne über 30 000 M gezogen. 2 g 250000 328746 2 su 100000% 171339 12 zu 50000 46 63695 95735 101435 179959 307968 C13904 56 g 300605490 5747 6539 7100 34867 49859 9898 62396 62923, 66957 114821 117230 118286 133394 70776 204739 213440 223553 227741 245118 268313 75796 209372 303441 319231 333491 336539 351134 In der Nachmittags 3iehung wurden Gewinne über 30 000 M gezogen. 2 gu 30 Millionen 135067 4 zu 250000 271120 336084 30 au 100000 9 1053 42650 74303 197437 361306 10 zu 50000 202 90709 179411 18 357 291876 319463 84 zu 30000 4961 13052 18200 2: 831 34534 54354 12020 62789 74205 97434 103309 113632 116978 118814 20396 123500 126328 131108 137439 188214 198956 02083 2060 9 206885 211064 216734 220708 235084 53842 258358 266915 290.00 314575 318091 320711 28790 334785 344883 357.41 3638.7 364285 372443 Admirals- Varieté April- Programm 8 wie immer erstklassig Komische Oper Große Revue Europa spricht davon! üb.2.0 Mitwirk Mister Jackson mit engl. 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Der Streif der englischen Landarbeiter ist beendet. Wie aus Norwich gemeldet wird, haben die Bertreter der Landwirte und der Landarbeiter sich auf einen Lohnfaz von 25 Schilling bei 50 Arbeits- Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: stunden in der Woche geeinigt. Fahrtvergütung! Allen voran!! Urteilen Sie selbst Greifen Sie zu! Ohne Rücksicht auf große Verluste! Ohne Rücksicht des heute weit höheren Herstellungspreises! Herren- Anzüge. 165000, 129000, 95000, 45000 Jünglings- Anzüge..... 75000, 58000, 23000 Sommer- Schlüpfer.. 145000, 95000, 52000 Gummi- Mantel....... .. 120000, 75003, 58000 Hosen...... • 28000, 22000, 15000, 8500 Rechtzeitiges Erscheinen verhindert den Andrang in den Abendstanden! Kauferleichterung durch Anzahlung Hugo Simon Spezialhaus für erstklassige Herrenkleidung 133 CHARLOTTENBURG Wilmersdorfer Straße an der Bismarckstraße. 133 Weitester Weg lohnend, da Fahrtvergütung! Bei Einkauf Fahrtvergütung! Th. Glode, Berlin. 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