ftc.195 ♦ 4H.FahrgtMg Musgabe A Nr. 97 Bezugspreis: Biir htit Monat April 8600 M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband siir Deutschland. Danzig, Saar- und Mctuclgcbict sowie Oesterreich und Luxemburg 7800 M., für das übrige Ausland S800 M. Postbezugspreis reiblcibend. Postbesteüungcn Nehmen an Belgien. Däncmarl, England, Estland, Finnland, Frank- r-ich, Solland. Lettland, Luxemburg, LesterreiSz, Schweden, Sckiweiz, Tickiechoslowatei und Ungarn. Der„Vorwärts" mit der Sonntags- beilage„Volk und Feit", der Unter- haltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntag» und Montags einmal. Telegramm-Adresse: -.Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe 1»0 Hark) Devlinev Volksbl�kt AnzetgeupretS: Di« einspaltig« Nonparcillezeile kostet 1200 M. Reklamezetle 6000 M. „Kleine Anzeigen" das fettgedruckie Wort Z7Z M.(zuliissig zwei fettgedruckt« Worte), jedes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M.. jedes weitere Wort!Z0 M. Worte über 18 Buchstaben zählen für zwei Worts. Familien-Anzeigen für Abonnenten Zeile 300 23!. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis VA Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden- straßeZ, abgegeben werden. Seäffnet von 0 Uhr früh bis 8 Uhr nachm. Zcntralorgan der Vereinigten Bozialdemokrati feben parte« Deutfcblands Ncöaktion und Verlag: SW 68, Llnöenstraße 3 Redaktion t Dönhoff sss— sss jsh crnfpreriier. zz e r l a g- Dönhoff 2S0S-LS07 Freitag, den S7. April 1SÄ3 Vorwärts-Verlag G.m.b.H., SV 68, Lindenstr.Z Postscheckkonto: Berlin Z7S ZK— Bankkonto: Direktion der Diskonto-Gesellschaft, Deposttenkaffe Lindenstrast« S Stinnes' Devisenkäufe. Die Devisenankäufe des Stinnes-Konzerns, die fraglos zum Marksturz wesentlich beigetrogen haben, da an einem einzigen der kritischen Tage allein 100 000 Pfund Sterling oder mehr als 2 Millionen Goldmark von ihm verlangt morden find, wurden von der Presse dieses industriellen Magnaten hartnäckig dementiert. Wir betonten bereits gestern, daß wir eine Untersuchung für unbedingt erforderlich balten. Diese Erkenntnis bricht sich immer mehr Bahn, und selbst in den besonnenen Kreisen der Deutschen Volkspartei würde man eine Klarstellung nicht unangenehm empfinden. Jedenfalls haben wir nicht die geringste Veranlassung, von unseren Mitteilungen auch nur ein Wort zurückzunehmen. Es ist eine Unwahrheit, wenn die„Deutsche Allg. Ztg." die Devisenkäufe des Stinnes-Konzerns in Abrede zu stellen sucht. Bekanntlich hat der„N e w- P o r k- H e r a l d" in einem Interview mit einem Stinnes persönlich auf das Engste ver- bundenen Herrn die Bestätigung der Devisenkäufe des Kon- zerns erbracht. Allerdings verwahrt dieser sich auf das Ent- schiedenste dagegen, daß er einen spekulativen Borstoß gegen die Mark unternommen hätte. In dem Originaltelegramm, das der., New Dort Herald" brachte, findet sich folgende interessante Wendung: Der Vertreter(des Stinnes-Konzerns. Red.) sagte:„Diese falschen Nachrichten sind von Zeitungen wie der„Frankfurter" und der „35. Z. o. M." die die jüdischen Interessen unterstützen, und dem sozialistischen„Vorwärts", der mit den Juden ver- b u n d e n ist, fabriziert." Der Vertreter erklärte:„Stinnes hat englische Pfunde legitim gekauft, um damit ausländische Rohmaterialien, die er für seine Produktion braucht, zu bezahlen. Der Grund, daß es so große Käufe machte, ist, daß er mit der Beilegung des Ruhrtonflikts bis zum 15. April rechnete. Als nun an dieMp Tag« die Verhältnisse sich nicht geändert hatten, mußten die Käufe, die solange herausgeschoben waren, gemacht werden. Viele andere Industrielle haben dasselbe getan. Da Stinnes noch mehr Devisen braucht, hat er kein Interesse am Sinken der Mark, das die Expor. teure, die weniger abhängig von fremden Rohmaterialien sind, zu- gegebcnermaßen haben." Der Vertreter von Herrn Stinnes sagte ferner, daß vom wirtschaftlichen Standpunkt ein Kurs von 30000 vernünftig wäre: damit ist wohl angedeutet, daß Unzufriedenheit mit dem vorigen Kurs von 21 000 bestand. Herr Stinnes ließ also durch seinen Vertreter verkünden, daß er die Devisen habe kaufen müssen. Durch die„D. A. Z." versucht er den Anschein zu erwecken, als habe er über- Haupt nicht gekauft— eine sonderbare Beweisführung! Hätte Herr Stinnes wirklich die Devisen, die er— wie immer wieder betont werden muß und wie es auch in allge- meiner Form vom Reichsbankpräsidenten bestätigt wurde— tatsächlich gekauft hat, zur Bezahlung von Einfuhrwaren gc- braucht, so hätte er die Pflicht gehabt, diese sich auf dem Kreditmege von der Reichsbank zu besorgen, wollte er nicht den Kurs der Mark senken. Statt besten hat er am freien Markt gekauft mit der„ungewollten" Reben- Wirkung, daß die Mark auf den Punkt sank, den er seit Wochen gefordert hatte! Nachdem er so dem darbenden Volk das Schmalz um �0 bis 50 Proz. verteuert hat, schiebt er in demselben Stil, wie er durch seinen Pressechef Human Herrn Knüvpel-Kuntze früher einmal seiner aufrichtigen Sympathie versichern ließ, die„Fabrikation" seiner Devisenkäufe den Juden zu! Das ist echt industrieritterliche Kampfesweise. Uebrigens wird die Sache, wenn die Regierung sich ihrer nicht annehmen will, wahrscheinlich bald auf andere Weise eindeutig klargestellt werden. Der Berliner Schriftleiter des „New Pork Herald", Herr Lincoln Eyre, beharrt auf der richtigen Wiedergabe seines Interviews. Er hat in einem Briefe an die„D. A. Z." die in dem fraglichen Dementi gegen feine Wahrhaftigkeit erhobenen Vorwürfe entschieden zurück- gewiesen und sich die notwendigen Schritte vorbehalten, um sein Blatt und sich selbst zu schützen. Wir sind gewannt, welchen Eiertanz die„Deutsche Allgemeine" jetzt aufführen wird! Stinnes und die Ruhrspende. Nebenamtlich betätigt sich Stinnes auch als Agrarier. So ist er u. a. Eigentümer der„Herrschaft" W u r ch o w im hinter- pommerschen Kreise Neustettin. Diese Herrschost brüstet sich in einer Liste der. R u h r l p e n d e die der pommerschen Presse zur Veröffentlichung zugegangen ist, mit 39,29 Zentner Roggen. Jeder, der dos Nest, muh des Glaubens fem, daß es sich um eine Spende der„Herrschaft" handelt. Wie verhak es sich aber tatsäch- (ich? Aufgebracht ist die Gabe von den Landarbeitern des Besitztums. Der Güterdirektor hat einfach angeordnet, daß diese Spende von dem Deputatgetreid« der Arbeiter abgezogen wird. Dieser„Patriotismus" auf Kosten anderer vereinbart sich glänzend mit dem bekannten Devisengeschäft. Die Devifenbeftanösaufnahme. Langatmige Beratungen statt energischer Taten. Wie die„Telegraphen-Umon" zuverlässig erfährt, wird das De- visennvigesetz nicht mehr in dieser Woche verösfenllicht werden. Die Beratungen werden täglich fortgesetzt, u. a. hat gestern früh eine Beratung des Reichswirstchaftsministeriums mit dem Zentral- verband der Banken und des Bankiergewerbes ftottgefunden. Es wird sich bei dem Gesetz um ein R o t g e s e tz auf Grund des Rahmengesetzes vom 2-t. Februar 1923 handeln, dos nicht dem Reichs- tag zur Bewilligung vorgelegt werden muh, sondern nur der Geneh. migung des Reichsrats bedarf. Es handelt sich dabei um ein« Ab- änderung und Verschärfung des Devisengefetzes vom 12. Oktober 1922 In diesem war bekanntlich der Kauf von Devisen von einer H a n- delskammererlaubni» abhängig gemocht worden, die aber selbstverständlich allen Kaufleuten, die im Auslande Einkäufe zu machen haben, gegeben werden müßte. Es bestand hierbei für die Banken, die die Devisen im Austrage der Kausleute beschafften, die Verpflichtung, dem zuständigen Finanzamt Nachricht über diese Käufe zugehen zu lassen. Außerdem findet eine genaue Kon- trolle bei der Deoisenberechnungsstelle der Reichsbank statt. Als eine erhebliche Lücke in dem Gesetz stellt sich die Tatsache heraus, daß keine ordnungsmäßige Kontroll« stattfin- den kann, wenn die Bank für sich selbst Devisengeschäfte macht. In- folgedessen besteht die große Gefahr, daß Banken in eigenen Devisen- geschösten ohne Kontrolle den Devisenmarkt entscheidend beeinflussen können. Es ist betonnt, daß insbesondere deutsche Danken, deren Aktien im Besitz von Ausländern sind, in dieser Hinsicht in der letzten Zeit häufig Geschäfte zuungunsten der Mark in großem Umfang ge- macht haben. Diese Frage hat in der Sitzung im Reichswirtschafts- Ministerium eine entscheidende Rolle gespielt. Die Absichten üer Regierung. Der„Sozialdemokratische Parlamentsdienst" schreibt: Nach den vorläufigen Beratungen maßgebender Regimmgs- stellen über ein deutsches Angebot zu schließen, dürste die Ab- sendung einer Note an sämtliche alliierten Staaten, und nicht ausschließlich an Frankreich allein, zu Beginn der kom- wenden Woche möglich sein. Falls nicht noch unvorhergesehene Aenderungen eintreten, ist mit einem ziffernmäßigen Angebot zu rechnen, das im Rahmen des letzten deutschen Vor- schlag? für die Pariser Konferenz gehalten sein soll. Darüber hinaus dürste sich die Reichsregierung unter gewissen Voraus- fetzungen bereit erklären, die endgültige deutsche Leistungs- fä'higkeit von Autoritätenabschätzenzu lassen. E? ist ganz selbstverständlich, daß Deutschland in dieser Abschätzungs- kommission vertreten sein und daß ihre Zusammensetzung das notwendige Bertrauen in Deutschland haben muß. Einer Kommission, die in der Mehrheit aus Vertretern der alliierten Staaten besteht, kann die deutsche Regierung die Abschätzung unserer Lefftungsfähigkeit nicht überlassen. Heber den wichtigsten Punkt des Angebots, die Garantie- frage, die schließlich auch die Grundlage bilden wird für kommende Anleihen, herrscht bei den vorbereitenden Instanzen der Regierung noch nicht vollkommene Klarheit. Der Reichs- verband der Industrie wird zwar auch künftighin Garantisn übernehmen, jedoch scheint uns, daß man mit einer nackten Erklärung in einem deutschen Angebot nicht weit kommen wird, sondern flipp und klar A r t und F o r m dieser Garantien zum Zlusdruck bringen muß. Die Sicherheitsfrage dürste eine Behandlung erfahren, der jeder Deutsche zustimmen kann. — Der Reichspräsident kehrt am Freitag nach Berlin zurück. Es ist zu erwarten, daß sich dann das Reichskabinett in Gegenwart des Reichspräsidenten mit den Vorbereitungen des Angebots beschästigen wird. Der Reichshaushalt. tv Billionen Defizit. Aus der Neufassung des Reichshaushattsplanes für 1923 geht, wie Eca mitteilt, hervor, daß man mit einem Aufkommen aus der Einkommen st euer von 450 Milliarden rechnet, außerdem rechnet man aus der Kohlen st euer einen Ertrag von 2% Billionen. Im übrigen schließt der Etat sowohl im äußeren wie im inneren Haushalt mit einem großen Defizit ab, das bereits auf über 10 Billionen geschätzt wird. Namentlich im äußeren Haushalt, wo ein« Einnahme von 300 Millionen einer Ausgabe in Höhe von 8 Billionen gegenübersteht. Die Anpassung der Erwerbslosen unlerstlihung an die Teuerung. Das Rsichscirbeitsministerium hat den Reichswirtschaftsrat um ein Gutachten ersucht über ein Schlüsselverfahrcn zur Fest- setzung der Crwerbslosenunterstützung. Der Arbeits- ausschuß, der sich mit dieser Frage befaßt«, konnte bisher über einen bestimmten Vorschlag nicht einig werden. Es wurden besonders als Schlüssel der Lebcnshaltungsindcx und der Lohn-, index vorgeschlagen. Di« Frag« wurde schließlich an den Aus-. 1 fchuß zur nochmaligen Beratung zurückverwiesen. l Nachträgliches zur Eurzon-Neöe Ziffernmäßiges Angebot oder nicht? Bon Rudolf Breitscheid. Rachbem der amtliche Bericht über die Berhandlungen des House of Lords vom 20. April eingetroffen ist, empsiehlt es sich, iwch einmal auf die aufsehenerregende RededesLord E u r z o n> zurückzukommen, besonders da die ersten telegraphi- schen Uebermittelungen dieser Ausführungen vielfach ungenau und zum Teil widerspruchsvoll gewesen sind. Freilich beseitigt auch das stenographische Protokoll die Unklarheiten keineswegs vollständig, und an verschiedenen Stellen fragt man sich ver- gebens, was der englische Außenminister mit seinen Worten in Wirklichkeit gemeint hat. Aber da man annehmen muß, daß er in voller Absicht eine Ausdrucksweise gewählt hat, die verschiedener Auslegungen fähig war, so ist es nicht unwichtig, diese Zweideutigkeiten hervorzuheben und vor falschen Schluß- folgerungen und vor Illusionen über die wahren Absichten Englands zu warnen. In zwei Punkten ist Lock) Curzon völlig präzis. Errät zu einem deutschen Angebot, das je früher um io besser abzusenden sei, und er fügt hinzu, daß er diese Mahnung fortgesetzt an die deutsche Regierung gerichtet habe. Damit ist die Andeutung bestätigt, die ich im Namen der sozialdcmokrati- schen Fraktion im Reichstag machte. Leider wurde meine Frage nach englischen Eröffnungen, wie sehr viele andere, von dem Minister v. Rosenberg nicht beantwortet, aber es steht nun fest, daß das Kabinett Cuno den Eindruck hätte vermeiden können, als handle es bei der Formulierung eines Vorschlages unter einem gewissen englischen Druck, wenn es zuvor den von London kommenden diplomatischen Ratschlägen gefolgt wäre. Wie aber soll nach Curzons Meinung das deutsche Angebotaussehen? Hier gibt seine Rede keine sicheren Aufschlüsse. Der m Frag« kommende Passus sei wörtlich zitiert: „Ich kann das Widerstreben der deutschen Regierung v«r st e h e n, eine bestimmte Summe zu nennen. Vor allem, weil sie erklären mag, daß sich die Bedingungen durch die Ereignisse der letzten drei Monat« so stark geändert haben, daß das, was im Januar möglich war, im April nicht länger möglich ist. Ferner sieht sie sich der Tatsache gegenüber, daß sich Frankreich auf die hohen und, wie viel« glauben, unmöglichen Ziffern, die im Mai 1921 fixiert wurden, festgelegt hat, und ich kann es ver- stehen, wenn eine Macht Bedenken dagegen trögt, einen Vorschlag mit bestimmten Zahlen zu machen. der unmittelbar abgelehnt werden würbe. Aber ich für meinen Teil kann nicht umhin, zu glauben, daß, wenn Deutschland ein Angebot seiner Bereitwilligkeit und Zahlungsabsicht machen würde und die Festsetzung der Zahlungen den eigens mit der Aufgabe betrauten Autoritäten überließ«, und wenn es gleichzeitig spezifiziert« Goran- tien für die dauernden Zahlungen anböte, damit ein Forsschritt ge- mach wäre. Frankreich hat mehr denn einmal seine Vereitwillig- kell bezeugt, eine Eröffnung zu akzeptieren, die ihm allein gemacht würde,— in diesem Falle wäre ei bereit, sie seinen Alliierten mit. zuteilen— oder die ihm zusammen mit feinen Alliierten zuginge." Der englische Minister würde also begreifen, wenn Denffch- land eine Fixierung der gesamten Reparationssumme ablehnte. Das ist klar. Aber mißverständlich ist sein Hinweis auf die Stellen, die die Leistungsfähigkeit Deuffchlands bestimmen sollen. Er hat in anderem Zusammenhang feiner Rede er- wähnt, daß die Vereinigten Staaten auf die deutsche Anregung, dem Hughesschen Vorschlag gemäß die deutsche Leistimgsfähig- keit durch ein internationales Sachverständi- genkomitee prüfen zu lassen, nicht eingegangen sind und daß Frankreich diese Idee von vornherein abgelehnt hat. Welches sollen nun die von Curzon erwähnten Autoritäten sein? Ist unter ihnen die Reparationskommission einverstanden oder irgendein Gremium, das eigens zu diesem Zweck von den Alliierten berufen wird, oder was sonst? Wie es heißt, hat das deutsche Auswärtig« Amt durch den Botschafter in London bei Lord Eurzon Erkundigungen über den Sinn seiner Bemerkung einziehen lassen, und es ist in der Tat notwendig, hier klar zu sehen, da— ob nun be- stimmte Ziffern genannt werden oder nicht— eine Nachprüfung der finanziellen Möglichkeiten Deuffchlands notwendig werden kann und wir es, wenn irgend angängig, verhüten müssen, irgendeinem unbekannten Schiedsgerichtshof a u f Gnade oder Ungnade überantwortet zu werden. Außerdem aber werden die Dinge noch weiter dadurch kompliziert, daß der englisch« Außenminister zum mindesten grundsätzlich an dem Zahlungsplan festhält, den B o n a r L a w im Januar der Pariser Konferenz unterbreitet hat. Er will zwar nicht sagen, daß er stereotyp unveränderlich in seinen Einzelheiten sei und daß England nicht bereit sei, in Diskussio- nen über diesen Gegenstand einzutreten: aber im ollgemeinen beharre man doch bei den damaligen Vorschlägen. Nach ihnen sollte die deutsche Reparationsleistung mindestens 50 Milliar- den und höchstens 671/-, Milliarden Goldmark betragen: die Iahreszahlungen würden sich nach einem vierjährigen Mora- torium bis kNO aus 2 Milliarden Goldmark, in den Iahren 1931 und 1932 auf 2� Milliarden Goldmark, und von da ab auf 3,36 Milliarden Gold mark belaufen, wenn nicht ein Schiedsgericht es dauernd bei den 2� Milliarden bewenden ließe. Kurz zusammengefaßt wäre also der Standpunkt Eng- lands der: Deutschland braucht keine bestimmte Ziffer zu nennen, die Höhe seiner Zahlungen wird durch— unbekannte —„Autoritäten" festgesetzt, die britische Regierung hält aber im allgemeinen an der Minimalsumme von 50 Milliarden fest. Das heißt nichts anderes, daß man sich in London von den Pariser Berechnungen, die sich ja ebenfalls in der letzten Zeit um 50 Milliarden bewegt haben, nicht so weit entfernt hol, wie hier und da unter dem ersten Einbeck der Curzonschen Rede angenommen wurde. Wenn nun aber— und zwar mit Recht— die genannte Summe für unerschwinglich gehalten wird, und wenn trotzdem die Gefahr besteht, daß bei den Be- ratungen der„Autoritäten" die englischen Vertreter ihre Stimme zugunsten eines Betrages abgeben, der sich den 50 Milliarden nähert, so wird es aufs neue fraglich, ob die deutsche Regierung wirklich gut daran täte, ihrerseits auf die Nennung einer festen Zahl zu verzichten. Sie gäbe sich damit weit rückhaltloser in die chände der Alliierten, als wenn sie von vornherein erklärte: so und so viel glaube ich leisten zu können und will ich leisten. Selbst wenn dann eine Nach- Prüfung ihrer Offerte stattfände, würden ihr« Aussichten nach aller Wahrscheinlichkeit noch immer günstiger sein, als bei einer allgemeinen Versicherung ihrer Bereitschaft zu Reparations- Zahlungen. Das Kabinett sollte sich also durch die Bemerkun- gen Curzons über die Schwierigkeiten einer genauen Fixie» rung der Leistungen nicht in seiner Abneigung gegen«ine ziffernmäßige Festlegung bestärken lassen, zumal da«in festes Angebot eine günstige Wirkung, wenn nicht auf die franzö- fische Regierung, so doch auf die französische Bevölkerung ausüben würde. Daß im übrigen, wie man sich auch ent- schließen mag, kein Vorschlag, der nicht genau ausgearbeitete Garantien bietet. Aussicht auf Erfolg besitzt, hat auch der eng- tische Minister mit genügender Deutlichkeit ausgesprochen. Saperisches Recht. Gen. Blumtritt ausgeliefert.— Eckardt und Weger frei. Die Haftbefehle des Staatsgerichtshofs gegen Dietrich Eckardt und W e g e r sind noch immer nicht ausgeführt. Nach einer neuesten Version soll Eckardt die Haftunfähigkeit wegen Leberschwunds attestiert worden fein, während Weger gänzlich verschwunden ist. Zu der Nachricht des„Vorwärts", die völkischen Strnmtruppen wollten mit Waffeng' valt Eckardts Verhaftung verhindern und seien bereit, ee zu einer Explosion kommen zu lassen, bemerkt das in Berlin erfchei- nende völkische„Deutsche Tageblatt": Sollt« der Drahtbericht des„Vorwärts" richtig fein, so kSnule man sich nur darüber freuen, wie sich die völkischen gegenseitig bei- stehen and untersiühen. Dietrich Eckardt und Weger erfteuen sich also weiter der Freiheit. Dafür hat der bayerische Landtag beschlossen, den sozialdemokratischen Abgeordneten B l u m t r i t t wegen an- geblichen Landesverrats dem Volksgericht auszuliefern. Der „Landesverrat" soll dadurch begangen worden sein, daß Ge- nvsse Blumtritt in die„Oberfränkische Volkszeitung' einen Artikel über Beziehungen zwischen Reichs- wehrund Geheimorganisationen übernahm, der im„Vorwärts" gestandenhatt«! Es scheint uns höchste Zeit, daß der Reichstag die sozial- demotrattsche Interpellation über den Fechenbach-Pro- zeß auf die Tagesordnung fetzt! Die öffentliche Klarlegung dieses ungeheuerlichen Falles wird beweisen, daß ein bewaff- neter Selbstschutz gegen bayerische Volksgerichte viel eher am Platze wäre, als der bewaffnet« Selbstschutz gegen denStaatsgerichtshof, den die Völkischen in Bayern organisiert haben und den da«„Deutsche Tageblatt' in Berlin verherrlicht. Zwei mal zwei ist fünf. Musik- Umschau von Kurt Singer. Jedes Opernhaus hat seine Neine oder große Krise. Die v o l k»- oper, die noch Kinderschuhe trägt, sucht ein« größere Nummer und will, um Bewegungsfreiheit zu haben, bei Kroll Fuß fassen. Der Neubau von Kroll aber gehört unabänderlich der Volks« b ü h n e, die mit dem Staatstheatsr Spielkontratt fiir 102Z hat. Die Staateoper wieder sucht für diese Doppelbelostung einen neuen würdigen Kapellmeister. Denn Blech und Etiedry reichen für zwei Häuser nicht au». Es wäre aber davon zu denken,»inen so hervor. ragenden Fachmann und Künstler wie Blech al» Generalissimus mit vollen Machtbesugnisien an das neue Theater am Königplatz zu rufen und dann Stiedry Unter den Linden neben einem anderen ersten Kapellmeister auereichender zu beschäftigen. Dieser andere müßte auch die Sinfoniekonzerte leiten. Die Wahl ist sehr schwer und bitterernst. Wenn künstlerische Gründe ollein die Wahl be- stimmen, so wird man bei dem Mangel an allerersten Kandidaten den Instanzen ihre schwere Verantwortung durch Kritik nicht noch erschweren. Nach wie vor halte ich da» Probedirigieren hier für den besseren de? zwei möglichen(schlechten) Wege. Inzwischen gastiert nach Kirchhoff der höchst sympathische, warmdlütige Tauber aus Dresden. Er wäre der Mann dazu, die nur halbgetäste Tenorfrage ganz zu lösen. Da man an der Staatsoper zwei präch- tige Mimt's hat, gibt man die Rolle einer dritten, die nicht dazu taugt. Da man zwei passend« Marzell's besitzt, pumpt man sich einen au« Eharlottenburg. Hier ist die Krise in das Sta. dium der Ruhe getreten. Alle» Für und Gegen, das in die Press« lanziert wird, hilft nicht über den Taktfehler hinweg, einen um das Theater verdienten Mann wie Hartmann in Abwesenheit wirb schaftlich zu töten. Im übrigen hält auch hier die Gästewirtschast an, die Kopellmeistersrage schwebt, das Hau» ist gut besetzt und klatscht selbst einer matten Konslanze des Lieblings Stolzenberg unentwegt zu. Krisen überall, Wirtschast Horatio. Das Ungerade muß in die Gerade kommen. Max Reger wird jetzt überall in Deutschland gefeiert, weil er 50 Jahre alt geworden wäre, lebt« er noch. Aber noch ist Hoch» achtung und Respekt nicht zur Liebe gediehen, kühles, doch starkes Interesse blieb ohne Feuer. Ein Meister spricht zu uns. ein Meister der Arbeit, ein Künstler, der fast nie elementar und intuitiv-schöpse. risch, auf Umwegen zu«wem lapidar getürmten Werk gelangt«. Kein gerader Weg führt aufs Ziel los. die Seele der Schöpfung helßt Kontrapunkt und Harmonie, nicht Melodie, nicht Einfall, nicht rein« Musik. Eine in Pardturen gehämmert« Enzyklopädie der Kunst, zu komponieren. Reger dachte" in Harmonien, nicht in Gesanz, und die Vielfältigkeit, ja Gonianät seines akkordlichen Neulands be- lastet den Kopf des Hörers mehr als sie das Herz beglückt. Aus. nahmen bestätigen dos. Di« Lieder, die uns gesallen(und Lula Mysz-Gmeiner sang sie jüngst mit bezwingendem Ausdruck), sind nur noch halb regerisch. In seinem sinfonischen Prolog (op. 108) sperrt sich geradezu die paihetische Stimmung gegen den Willen, interessant zu erscheinen. Ein ruhiges, ernstes Thema, ein kräftiges, energiegeladenes dagegcngestellt— dos könnt«, groß ent- wickelt, ein kleines sinfonisches Drama geben. Die beiden Themen Der Numerus Llausus. Die Unterbringung der akademischen Lehrkräfte. Wir wiesen bereits vor kurzem darauf hin, daß die Z a h l der Studienassessoren in Preußen den Bedarf um mehr als das Doppelte übersteigt, und daß sich Kultus- minister B o e l i tz infolgedessen genötigt sieht, unter den An- martern eine Auslese vorzunehmen. Er beabsichtigt dabei, das Altersprinzip nur zum Teil anzuwenden und im übrigen nach dem Eignungsprinzip zu verfahren. Dagegen haben wir ein« begründete Verwahrung eingelegt. Auch in den Kreisen der Studienassessoren hat die angekündigte Maßnahme des Kultusministers lebhafte Erregung hervorgerufen. Man empfindet es in diesen Kreisen als eine Art polizeilicherZwangsaufficht, wenn nach zwei Prüfungen, die doch gerade über eine Eignung Rechenschaft ablegen sollen, das Damoklesschwert der Eignungsprüfung weiter über dem Haupt der Lehramtskandi- baten schwebt, und befürchtet aus der Heranziehung der Direktoren und Provinzialfchulkollegien zu diesem Behuf eine Einengung der Freiheit des Lehrer- berufe, die die etwaigen Vorteile der Eignungsprüfung illusorisch machen müßte. Die Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion im betteffenden Ausschuß des Landtages, König«nd Wegscheide r, haben deshalb auf einen Aus- weg hingewiesen, der ebenso billig wie logisch ist: Man möge künftig bereits bei der zweimaligen Prüfung nach dem Prinzip der Auslese verfahren und dem Kon- didaten, wenn er sich bei den Prüfungen als für den Beruf geeignet erwiesen hat, dasRechtaufAnstellung geben. Mit aller Energie wird sich die sozialdemokratische Fraktion dagegen wehren, der Verordnung des Ministers Boelitz durch Zustimmung des Landtages schon heute dauernde Geltung zu oerleihen. Gegen die Ueberführung notorisch ungeeigneter Pädagogen in andere Berufe als einmalige Ausnahmemaß- regel wird hingegen ein Einwand kaum erhoben werden können._ Neue Lungenkomplikatsonen Lenins. Moskau, 25. April.(OT.) Da, Arankheitsbullelin vom 24. April verzeichnet das Wiederauftreten leichler Katarrhe rscheinungen im linkeu tungenslügel Lenin», ans welche die neuerliche Temperaturerhöhung zurückzuführen sei. Temperatur 37,4, Puls 110, Atmung 24. Kröslins Warnungen. Der großen Oppositionsrede Kraffins auf dem Mos. kauer Parteikongreß lag die schwerste Sorge der RKP., der wachsende Gegensatz zwischen dem städtischen Proletariat und der Bauernschaft, zugrunde. Während ohne die Wiederherstellung der bäuerlichen Wirtschaft kein Fortschritt möglich sei, so führte Krasstn aus, bleibe die russische Industrie ohnmächtig, den Bauern zu helfen, und fahre im Gegenteil fort, sich, ebenso wie der gesamte staatliche Sowjet- apparat, die Rote Armee, die Industrie und die Finanzwirtschaft auf Kosten der Bauernschaft zu erhalten. Die» sei die größte Gefahr de» Sowjetstaate». „Wir oerzehren mehr, als wir schaffen." Krassin fordert«ine grundlegend» Aenderung der Politik der Partei in bezug auf Wirtschaftsverwaltung, Produktion, Finanzen usw.; die Struktur der leitenden Parteiorgane müsse geändert und durch Persönlichkeiten ergänzt werden, die den neuen wirtschaftlichen Aufgaben gewachsen wären. Für die auswärtige Politik zieht Krasstn die Folgerung, daß Sowsettußland, do e« seine Industrie mit eigenen Kräften nicht wiederherstellen könne, alle» daran setzen müsse, um seine Anerkennung ä« jure zu erreichen und auslSndisch« Anleihen zu erhallen. Unter diesen Gesichtspunkten Hab« schon der Rapallo»V«rtrog mit Deutschland eine ungeheure Be- deutung. Rußland beginne schon Kredite zu erhalten, z. B. habe die„Arcos" zum 1. April au» englischen Quellen den russischen Ge- nossenschaften 49 Millionen Goldrubel ausgezahlt. Die Politik des hoben genug lebendigen Stoff in sich, um eine sinfonische Dichtung zu erfüllen. Aber ee entwickelt sich nicht viel. Es setzt an und pau- siert, e» schönst Atem und verschnauft, e» will singen und bleibt asthmatisch. Di» Rechnung geht nicht auf, Logik und Gesetz lassen sich nicht umbiegen, und 2X2 bleibt immer noch 4. Hermann Wunsch schuf das Werk in philologischer Treue nach, ungelenk, aber ge- schickt und nicht ohne Versuch, Farben statt Konturen zu geben. Die Souveränität Bruno Walters muß immer wieder bewun- dert werden. Ihn nicht an Berlin fesseln zu können, ist unser Schade. Welch ein Opernmonn müßte das feinl Entscheidender Maßstab für seinen Wert, sein« suggestive Persönlichkeit, daß das Orchester so herrlich, so minutiös folgsam, so Nangsinnlich zu spielen weiß. Wie leicht ist es dem Publikum gemacht, hier, etwa im Don Juan Straußen» oder im Meisterstnger-Vorlpiel von einem fo mergle- und tunstgeladenen Willm sich mitreißen zu fassen. Aber auch er macht zuwellen aus Gerade Ungerade, aus 2x2 fünf. Der erste Satz der 2. Brahmschm Sinfonie baut sich prachwoll auf: der zweit« soll besonders innig gesungen sein, aber er fließt dick und gefühlsarm an unserem Herzen vorbei. Am drittm bemängell jeder Lrahmin«, der die Tradition de» Werkes etwa von Stein- bach her kennt, die Gemütlichkeit de» Tempo», und im letzten ist der Schlußeffekt fast zu gewollt-dramatisch. Doch bleibt der Bann und die herzhaste Freude über diesen phänomenalen Mcssiker entscheidend. Der Tenor, dm Walter aus Amerika mitbrachte. Max C o r m a ck, sollt« ein zweiter Caruso sein. Er ist nur ein Tenor, italienisch geschult, paradierend mit herrlichem Timbre der Mittel- läge, kunstvoll sprechend, phrasserend, geschmackvoll und in dauernder Bewußtheit des Wohlklangs. Was fehlt, Ist Fülle und Sinnlichkeit de» Tons, Bolumen und Tiefe des Ausdrucks, ist innere Verlebmdi« gung Mozartscher, Beechovenscher Melodie. Nur ein Tenor, ein echter.— Lea Luboschitz geigt mit rassmhaftem Temperament, singergewandt, unterstützt von dem höchst musikalischer. Knaben Goldowsky.— Kreiz ist solider, also rühmenswerter Top de« vornehmen Mustkers. kern Blender und kein Mitreißer, unentwegt auch mit der Gattin Nora Frewett für Neues emt'-etend.— Die Sonate von Miklo» R a t n a i ist noch Most, kein Wein. Harmo- nffch etwa, gesucht, hat sie doch Glanz in den Stimmen und ein rhytm.lche» Stürmen in sich, dos von Jugend erzählt. Im ganzen stammt sie mehr von einem pianistisch Eingestellten, nicht von einem fiir Geige schreibenden Komponisten.— Sair R o s i n singt mit Anstand und unter Ueberwindung sprachlicher Schwierigkriten deutsche Lieder, besonders gefällig und anmutig aber englische Nippsachen. — Erna Ortmann,«in« kultivierte, sicher« Sängerin, ist im Duett mtt der zarteren Toni R a h o l a verstimmt. So bleibt der Eindruck Brahmscher L�besqe'änye geteilt, zumal ti« Begleiterin Bruck nicht eben viel Seele offenbart«. Hermann Vahr»„Konzerl" bietet Emanuel Reicher die Ge- legenheit, noch einmal seine reiche Palette— es soll sein« letzte Gast- spielrolle sein— zu zeigen. Er spielt den Klaviervtttuosen Gustav Heink mit der flatternden Mähne und dem nervösen Temperament de» verwöhnten Künstlers mit aller Ueberlegenheit und Feinheit und mischt die Farben dieses vielschimmernden Charakter» so virtuos, daß ein harmonische« Ganze» entsteht. Man spiett dies« geistvolle Zentralkomitees der Partei müsse all« Möglichkellen ausnutzen, um eine Annäherung an da» Ausland zu erzielen und die Bedingungen für eine Verständigung mit den Ententeländern zu klären. Wenn Krassin, der gewiß nicht die Absicht hat, sich zum Mär- tyrer zu machen, es dennoch wagt, so offen mit seinen Forderungen hervorzutreten, so muß er die Ueberzeugung haben, daß schon in absehbarer Zeit die Not der Stunde ihre Verwirklichung erzwingen wird. Von Interesse ist die Mitteilung Larins auf dem Kongreß, daß dem Zentralkomitee bereits ein Projekt vorgelegen habe, wonach die staatlichen Trusts für ihre Schulden mit ihrem Gesamwermögen haften sollten, welches also unter Umständen würde verkauft werden können. Das Zentralkomitee hat jedoch dieses Projekt ab- gelehnt, weil seine Annahme„eine elementare Denationalisierung der Staatsindusttie" bedeuten würde. Die neue Schupo-Note. Arbeiter-Anfragcn im Unterhaus. London, 28. April.(WTB.) Im Unterhaus« fragt« das Ar» beitermitglied Wedgwood B«nn den Premierminister, ob die britische Regierung irgendein Abkommen mit ihren Alliierten be» treffend die Unterdrückung der Organisation der deutschen Po- l i z e t in militärischen Gruppen und ander« darauf bezüglich« Fra- gen getroffen Hab«. Untersfaatssekretär G u i n e ß erwidert«, die Antwort laut« b e- j a h e n d. Hierauf fragte Wedgwood Denn, ob Guineh nicht erst neulich dem Haus« mitg«t«ilt habe, die Regierung sei befriedigt, daß Deutschland die Abrüstungsbestimmungen des Vertrages ausführe. Guineß erwiderte, der Botschafterrat stehe in dieser Frage mit den Deutschen tn Verbindung, aber bezüglich der Einzel- Helten könne er weiter kein« Antwort geben. Wedgwood Venn fragte weiter, welchen Wert es Hab«, eine neue Forderung an Deutschland zu stellen, wenn die Regie- rung verkündet Hab«, daß sie befriedigt sei, daß dt« Bedingungen aus- geführt würden. Guineß erwiderte, gewiss« Tatsachen seien wahrscheinlich ans Licht gekommen und die Aufmerksam- feit der deutschen Regierung werde zweifellos auf diese Tatsache ge- lenkt. Dies« Fragen lägen in der Hand des Botschafterrals; er(Guineß) versüge nicht über die verlangten Informationen. Wedgwood Benn erklärt«, die Antwort die neulich gegeben war» den sei, lautet«, daß die Bestimmungen durchgeführt würden. Hab« die» jetzt nicht mehr Gültigkeit? Guineß erwiderte, anscheinend seien im. einzelnen Beschwerden vorgebracht worden. Das Parlamentsmitglied Berkeley fragte, welchen Schritt die Re- gierung zu tun beabsichtige, um dieses Abkommen durchzuführen. Guineß erwidert«, die Regierung verhandle durch den Botschafter- rat, aber natürlich könne er nicht sagen, welche Schritt« infolge dieser Verhandlungen nötig sein würden. vertehrsaböroffelung im befetzten Gebiet. Mainz. 20. April.(WTB.) Bon heute an haben die Be- satzungsbehörden jeden Verkehr mit Personenkraftwagen, Omnibussen und Lastkraftwagen, gleichgültig ob sie der Post oder Privaten gehören, soweit sie der gemeinsamen Besörde- rung von Personen dienen, verboten. Unter da« Verbot fallen auch Personenkraftwagen, die ausgewiesene Familien befördern sollen. Das gleiche Verbot erftteckt sich vom 27. April an auf den Verkehr mtt Waren. Infolge der neuen Verordnung sind groß« Schwierig- leiten im Grenzverkehr entstanden. Arbeiter, die in Last- automobilen die Grenze passieren wollten, mußten den Wagen ver- fassen und dursten nur zu Fuß durch die Kontrollstationen. Die Be- förderung von Fahrgästen in fremden Wagen ist verboten, um sie zur Benutzung der durch die Franzosen In Betrieb gesetzten Eisen- bahn anzuhalten. Die regel G.L ßigen Autoverbindun- gen nach Mainz und Wiesbaden müssen infolgedessen einge- stellt werden. Luch die Oderpostdirektion läßt ihre Wagen nicht mehr laufen. Speyer, 2V. April.(Mtb.) vom 28. April 1923 ab ist jeder Verkehr auf den Autobuslinien der Pfalz auf An» Komödie auch Bahr zu Ehren, der ttotz seiner ewigen Jugend und Wandlungsfähigtell nun nächstens wirklich K0 Jahre alt wird. Es ist sicher sein charmantestes Werk— dieser doppelte Ehedialog, aber ttotz all seinem Reichtum an guten Einfällen, trotz allem lebendigen Geplauder und leichtem Ton, wird man auch hier dos Bedenken nicht los: Bahr biegt de» guten Ausgang» und der Wirkung wegen um und macht sich die Sache leichter, als er dürfte. Aber trotzdem hat man sein« Freude an ihm, weil wir gar so wenig Leichtfüßiges und Geistspntziges auf der Bühne erleben. Dos Gegenspiel des an- deren Ehemannes, der dem Künstler die mit ihm durchgegangene rau wieder abjagt, nachdem er Ihr den Star gestochen, gibt Otto ebühr In einer prachtvoll von allen Humoren umspielten Leistung. Die beiden rivalisierenden Frauen sind Grete Meyer, die kluge Künsttersrau, die mehr aus sich herausgehen sollt«, und Rowa Ba h n, die recht nett den Wechsel von Schwärmerei und Ge- kränktsein hervorkehrt.— r. Das Schicksal de» Schiller-Theater». Nach Pressemitteilungen stehen die Derhandlungen wegen U ebernahm« des Schiller-Theaters durch die Verwaltung der Staatstheater unmittelbar vor ihrem Abschluß, so daß mit Beginn der neuen Spielzeit Herr Ießner oder, nach einer anderen Verston, Herr Patty vom Staat- lichen Schauspielhau» al» Leiter in das Eharlottenburger Theater einziehen würde. Das künstlerisch« Niveau des Schiller-Theaters würde durch eine Angliederung an die Staatstheater wahrscheinlich gehoben werden. Ob die sich hier anbahnend« Lösung des Schiller- Theater-Problem» die richtige Ist, bleibt aber eine andere Frage. Wie es heißt, hat der Derein Volksbühne für das Eharlotten- burgrr Haus starke» Interesse bewiesen und der Schiller-Theater- A.-G. ein sehr entgegenkommendes Angebot gemacht, um von ihr das Theater In Unterpacht zu erhalten. Es muß bedauert werden, wenn die Schiller-Th!eater-A.-G. dieses Angebot hinter dem der Staatstheoterverwolwng zurückgesetzt hat. Der Derein Volksbühne ist nach seiner Tradition und seinem ganzen Wesen mehr dafür ge- eignet, Träge, der volkstümlichen Kunstpfleg« in Berlin zu sein als etwa die Berwattung der Staatstheater. Das Charlottenburger Hau» wäre für di« Volksbühne besonders gut geeignet. Der Derein böte auch jede wünschenswerte Gewähr für einen künstterisch vollwertigen und dabei doch volkstümlichen Betrieb: sein« wirtschaftliche Struktur ittwährt zugleich hinreichende Sicherheit für eine solide Geschäfts- führung. Ein« Hinzunahme des Schiller-Theaters al, weiterer Eigenbetrieb könnt« dem Lerem die Möglichkeit geben, noch weit größere Kreis« der Berliner Bevölkerung für sein kulturelle» Pro- gramm zu gewinnen und seine künstlerische Wirksamkeit noch freier zu entfalten. Wenn die Schiller.Theater.A..G. als derzeitige Päch- terin de» Hause» diese Gesichtspunkte scheinbar nicht hinreichend ge- würdigt bat, so sollte wenigstens die Stadt Charlottenburg. die alz Eigentümerin des Gebäude» doch wohl auch mitzusprechen hat, sie nicht aus dem Auge verlieren. Arno holz erhielt an seinem gesttigen 60. Geburtstage eine Fülle von Glückwünschen, unter anderem vom Reichspräsidenien, vom preußischen M nifterprästdenten, vom Berliner Magisttat und vom Regierungspräsidenten in Königsberg. Der Reichspräsident begleitete eine Ehrenspende von einer halben Million Mark mit folgenden Zeilen:„Sehr geehrter Herr Holzl C» tst mtt eine besondere Freude, al» Präsident de» «rdnung des Provinzdelc�Ierten für die Pfalz auf Grund der Per» Ordnung 164 der Interalliierten Rheinlandkommission verboten. Sisher 20000 Ausweisungen! Im Haupteusschuh des Preußischen Landtages besprach Mi- nisterpräsident Braun die DerhAtnisse an der Ruhr und teilte mit. daß nach dem bis zum IS. Zlpril vcrlicgenden Material im altbesetzten Gebiet S8L6 Reichs-, Staats- und Gcmcindebeamte und 156 Private, also zusammen 4042 Personen ausgewiesen worden sind. Im neubesctzten Gebiet sind es 816 Beamte und 26 Private, zusammen 842 Personen. Einschließlich der Familienangehörigen der Betroffenen kommt man auf«in« Zahl von rund 20000 Menschen, die durch das Vorgehen der Franzosen auf das allerschwerst« in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Verhaftet wurden außerdem 687 Beamte und 8ö Privatper- sonen. Derurteit waren bis zum IS. April von den französischen und belgischen Kriegsgerichten etwa 2SV Personen. Von diesen er. hielten im neuen Einbruchsgebiet die Verurteilten 75 Jahre, 2 Monate, 22 Tage, und die Verurteilten im altbesetzten Gebiet 11 Jahre, 10 Monate. 10 Tage, zusammen also 87 Jahre, 1 Monat, 2 Tage Gefängnis zudiktiert. An Geldstrafen wurden bisher verhängt etwa 1200 Millionen Mark. Enthaftnni, Bürgermeister Schäfer?. Essen, 26. April.(WTB.) Die Nachricht, daß General De- goutte in einem Brief an Monsiznor« Testa seine Einwilligung ge- geben hat, daß Bürgermeister Schäser aus Esien wegen seines ge- schwächten Gesundheitszustandes aus dem Gefängnis ent- lassen werde und in einem Sanatorium oder sonst einem chause im besetzten Gebiet mit seiner Familie Aufenthalt nehmen kann, wird bestätigt.— Der Prozeß gegen die Kruppschen Direktoren findet nicht am 2. Mai, sondern wahrscheinlich erst einen oder zwei Tage später statt. DaS Eisenbahnattentat von Altenesten. Essen, 26. April.(WTB.) Di« Staatsanwaltschaft hat aus die Ermittlung des oder der Töter, die auf dem Schienenweg zwischen Essen-Altenessen und Essen-Nord ein« Explosion herbeigeführt haben, eine Belohnung von einer Million Mark ausgesetzt. • Paris. 26. April.((Eco.) chavas verbreitet aus Essen folgende Darstellung der Erschießung eines Deutschen: In der Nacht vom 23. versuchte«in Deutscher in das französisch« Militärlager von Iägerhof einzudringen. Die Schildwache gab nach Anruf Feuer. Der Deutsche wurde getötet. Esien, 26. April.(Eigener Drahtbericht.) Am 24. April wur- den auf der militarisierten Nordstrecke 14 Züge mit 23g Kok»-, 8 Brikett- und 192 Kohlenwaggons und auf der Südstreck« drei Züge mit 50 Koks- und 27 Brikett- und Kohlenwaggon« abtrans- portiert. Zum Abtransport von Brennstoffen wurden am 25. April im besetzten Gebiet 4005 Wagen bei einem Ausfall von 648 Wagen, im unbesetzten Gebiet 2190 Wagen ohne Ausfall gestellt. höllein wird seit 40 Tagen im Pariser Santck- Gefängnis festgehalten und ist. wie die.Humanitö' berichtet, bisher nur einem JdentitälSverbör unterzogen worden. Der Untersuchungsrichter habe ihn bisher noch nickit vernommen. Die Ausweisungen Reichsdeutscher au» der Tschechoslowakei sind zum Stillstand gekommen, die tschechischen Unterhändler haben sich nach Berlin begeben. Es wird angenommen, daß ein Ueberein- kommen gefunden wird, das weitere Nutweisungen verhindert. Die Oldeaburger tandtagswahlen sind auf Sonntag, den 10. Juni, anberaumt. Genehmigung der neuen Beamtenbezüge. Der preußisch« Staatsrat hielt am Donnerstag abend ein« Sitzung von nur wenigen Minuten Dauer ob. Präfitxnt Dr. Adenauer sprach dem Obervürgevmeister von Duisburg Dr. Jarre», der aus den, Gefängnis entlassen und ausgewiesen worden sei, und erstmalig wieder an den Sitzungen des Staatsrates teilnehme, die Anerkennung für sein mannhaftes Der halten aus. Der Staatsrat genehmigte daraus ohne Aussprach« zwei Notverordnungen über die Erhöhung der Beamten ge hälter im Januar und Februar und eine Verfügung über die örtlichen Grundzuschtäge. deutschen Reiche», Ihnen zu Ihrem 60. Geburtstage meine wärm- sten Glückwünsche aussprechen zu können. Dos deutsch« Volt ehrt in Ihnen einen seiner stärksten künstlerischen Gestalter. Unsere schöne deutsche Muttersprache war Ihnen das unausschövfliche Mittel, ihre unvergleichliche Gestaltungskraft das Werkzeug für die Erschaffung der neuen und kühnen Form, um die Sie die deutsche Dichtkunst bereichert haben. Aber der stärkste Antrieb für Ihr Lebenswerk war doch wohl die urwüchsige leidenschaftliche Liebe zur Kunst, die von frühester Jugend an in Ihnen lebendig ist und die Ihnen auch die Kraft gegeben hat, aller äußeren Hemmungen, von denen gerade Sie nicht verschont geblieben sind, immer wieder Herr zu werden. Ich wünsche Ihnen von Herzen noch ein« Reihe von Jahren dich- terischer Fruchtbarkeit und verbinde mit diesem Wunsche die Ueber- reichling einer Ehrengabc, von der ich selbst am meisten bedauere, daß sie im Hinblick aus die wirtschaftlichen Nöte unsere, Vater- landes nicht größer sein kann. gez. E b e r t." Der Ministerpräsident Braun übersandte eine Mil- lion.dem einzigartigen Dichter aufrüttelnder sozialer Kampflieder, dem Bahnbrecher neuer dichterischer Lusdrucksweg«, dem kernigen ostpreußischen Landsmann'. Der Berliner Magistrat schrieb:.Aus Ostpreußen schon früh zu uns gekommen, hoben Sie noch als Jüngling dl« Bilder und Stimmungen der werdenden Weltstadt in Ihren Gedichten fest- gehal'en und die Stadl Berlin, vor all-'m auch Berliner Arbeit und Berliner Not, in Ihren Versen gespiegelt." 25 Flaschen altei Rheinweines begleiteten da» Schrriben. Schmachvoll ist es, daß die Berliner Theater auch bei dieser Gelegenheit keine Notiz von Arno Holz genommen Hadem Und dabei harrt sein größtes dramatische» Werk„Ignorabinms" noch immer der Uraufführung. Amerikanisch« Großstädte. Nach dem Ausweis der jüngsten Volkszählung in den Dereinigten Staaten haben sich bei den omeri- kanilchen Großstädten bemerkenswert« Verschiebungen der Beoölke- rungsziff-rn vollzogen, vi e w Port hat danach die Einwohnerzahl von 6 Millionen erreicht, und Chicago ist der von 3 Millionen nahegekommen. Philadelphia zälsit nahezu 2 Millionen und Detroit säst ein« M-ltion Einwohner Während Detroit damit in die Reihe der bevölkertsten Gemeinwesen getreten ist. ist Da l t i- m n r« hinter Boston zurückgeblieben und an d'e siebente Stelle unter den amerikanischen Großstädten getreten. L°» Angele» hat in seinem raschen Wachstum Vittsburg überholt und steht ke>>te an neunter Stelle, während San Francisco die Riaaora. st-dt Buffalo überflügelt Hot und heute an Ilster Stell« steht. Cincinnati und New-Orleans mußten hinter Minnea- polis zurücktreten, ebenso wie die Stodt Eo l u in b u» ihre bi». herig« Rivalin P r 0 v i d e n e e in den Schatten gestellt hat. rn INrno-Holz-Zlbend veranstaltet die Liter. Veretnlqnnq de« Berliner Lebrerverein« am 28.. abend» 8 Nbr. in der Aula. Niederwall- tlrane 12. Hann» Kteleler ntdt ein B>ld oam bin iberischen Schatten de» Dichter», E> l e B e n e r spricht Proben au» seinen Werten. Karlen »00 N. an der Zlbendtasse. Große Scndnnaen schwedischer nnd diintscher Vflcher sind znr vei tetlung an deutsche wislenlchastliche Bibltotbeken in diesen Tagen bei der Notgemeinschast der Deutschen Wissenschas! etngelausen. Das Ende einer Verleumdung. Davidsohn zur höchstznläfsigen Geldstrafe verurteilt. Der Prozeß Kuttner gegen Davidsohn hat gestern mit der Verurteilung des Verleumders zur höchstzulässigen Geldstrafe geendet. Beweisaufnahme und Urteil räumen den letzten Rest des Verdachts hinweg, daß Genosse Kuttner etwa in Ver- tennung der gegebenen Situation, aus übermäßiger Erregung, ohne Rot einen Menschen getötet haben könnte. Es steht fest, daß Kutwer gehandelt hat, wie er handeln mußte, als er den angetrunkenen, mit entsicherten Handgranaten drohenden Mann durch Schüsse unschädlich machte. Andernfalls wären wahrscheinlich in der nächsten Sekunde zahlreiche Menschenleben vernichtet gewesen, und Eichhorn, der Angreifer selbst, hätte sich unter den Opfern befunden. Jeder Rest von Zweifel daran ist beseitigt, daß Kuttner in gerechter, notwen- diger, unvermeidlicher Verteidigung gehandelt hat. Man kann, nach Erledigung des Falles, die Frage auf- werfen, welchem Zweck die jahrelange abscheuliche Hetze gegen Kuttner gedient hat. Was hätten die Hetzer erreicht, wenn der Prozeß einen für Kuttner ungünstigen Ausgang genom- men hätte? Wir nehmen an, auch auf der anderen Seite fehlt nicht überall Verständnis dafür, daß dieses System der persönlichen Hetze gegen einzeln« mit Politik über- Haupt nichts mehr zu tun hat, daß es vielmehr für die politische Verständnislosigkeit seiner Urheber ebenso zeugt, wie für die Niedrigkeit ihrer Gesinnung. Der Kampf, der gegen Kuttner geführt wurde, war einer von der Art, für die jedes Mittel recht ist. Noch in der Ver- Handlung versuchte der Verteidiger Davidsohns, Rechtsanwalt Nübell, unter stillschweigender Assistenz Theodor Lieb- knechts, das Gericht gegen Kuttner einzunehmen, indem er ihm Kuttners bekannte Schrift gegen die Klassen- j u st i z unter die Nase hielt und sich in langatmige Erklärun- gen darüber verlor, daß auch Kuttner die an der Tötung Karl Liebknechts mitschuldigen Offiziere als Mörder bezeichnet habe. Aber eine so schlechte Sache wie die des Herrn Davidsohn konnte wohl nicht mit anständigeren Mitteln vertreten werden. Man kann unter diese Angelegenheit endlich einen dicken Schlußstrich ziehen. Eine Verleumdung ist erledigt. Wer sich ihrer noch bedient, beschmutzt nur sich selbst. O In dem Beleidigungsprozeß Kuttner gegen Daoidsohn verkündigte cm Donnerstag nachmittag um 5 Uhr der Vorsitzende der 6. Strafkammer des Landgerichts I BeNin, Landgerichtsdirektor Regen, nach fünfstündigem Plaidoyers und nach nur halbstündi- ger Beratung folgende, Urteil: Der Vries Davidsohns vom 22. April 1922, der die Grundlage der Prioattlage bildet, enthält zwei Behauptungen, die dem Kläger in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet sind: 1. der Kläger habe Eichhorn ermordet, 2. er sei aus dem Reichsbund für Kriegsbeschädigte hinausgeflogen. Beide Vorwürfe enthalten ob- jektiv ehrenkränkende Totsachen. Beide Tatsachen sind nach Ueber- zeugung des Gerichts nicht erweislich wahr. Eichhorn war ein angetrunkener Mann, der sich ungebührlich benommen hat und mit seinem Gegner wenig sachgemäß umging und nach Fenstern schoß. Daher bildete er eine Gefahr. Da er sich vor der Patrouille nicht genügend ausweisen konnte, sollte er abgeführt werden: seine Abführung war wegen unbefugten Waffen- gebrauchs berechtigt. Zum Zweck der Abführung wird er ent- waffnet. Darüber ist er erbost. Es gelingt ihm, sich wieder Waffen zu verschaffen und zwar einen Karabiner und zwei Handgranaten. Dies« sollten ihm erneut abgenommen werden, dabei setzt sich Eich- zur Wehr, entsicherte eine Handgranate. und es lag der Schluß nahe, daß er abziehen wollte. Denn in dem angetrunkenen erregten Zustande ist er sich nicht im klaren gewesen, daß er sich selbst in Gefahr brachte. Diese entsicherte Handgranate wird ihm vom Zeugen Büttner entrissen. Jetzt greift er zur zweiten Handgranate und hantiert mit dieser, was sich aus den Bekundungen einer Reihe von Zeugen ergibt. Den Aussagen der drei Frauen, die bekundet haben, daß Eichhorn waffenlos war hat das Gericht keine entscheidende Bedeutung beigemessen, da sie nicht von der Nähe beobachtet haben, und weil Frauen bei solchen Vorfällen außerordentlich erregt sind und nicht zuverlässig beobachten. Das Gericht läßt dahingestellt sein, ob die zweite Handgranate entsichert war oder nicht, da sich die Zeugenaussagen widersprechen. Im Augenblick, wo Eichhorn mit der zweiten Handgranate hantierte, trafen ihn zwei Schüsse, wahrscheinlich zuerst der Armschuß, dann der Brustschuß. Die letzten Handgriffe des Eichhorn vor den beiden Schüssen haben bei dem Gericht die Ueberzeugung begründet, dag auch Eichhorn die zweite Handgranale abzugoserlig machen und dann auch abziehen wollte, um sich seine Widersacher vom Halse zu schaffen. Es stand also ein rechtswidriger Angriff des Eichhorn bevor. Das Gericht ist der Auf- sassung, daß ein sehr gefährlicher Angriff im Gange war. Die Mitglieder der Patrouille Kuttner haben nach Ansicht des Gerichts völlig versagt. Nur wenige Sekunden waren nötig zum Abziehen der Granate und zur Explosion. Dann wäre ein namenloses Unglück geschehen, viele Menschen wären ums Leben gekommen, mindestens schwer verletzt worden. Das Ge- richt ist der Meinung, daß das gegebene Mittel nach Lage der Sache war, durch einen Schuß den Eichhorn schnell tampsun- f ä h i g zu machen. Durch Zugreifen mit der Hand hätte ein Abziehen nicht verhindert werden können. Ein Schuh war das wirksamste Mittel. Zu ihm hat der Kläger gegriffen. Doch hat er nicht einen, sondern zwei abgegeben, und zwar kurz hintereinander, ohne daß er zwischen den beiden Schützen feststellte, welche Wirkung der erste Schuß hatte. Der Kläger ist ober durch den Z 53,3 gedeckt, denn es ist nicht der geringste Beweis dafür erbracht, daß er kaltblütig den Eichhorn töten wollte. Der Kläger hat bei beiden Schüssen In entschuldbarer Aufregung seine Waffe geführt, wenn auch nicht so, wie es bei ruhiger Ueberlegung an tzch möglich gewesen wäre. Dem Kläger steht also der Einwand der Notwehr zur Seite, von Mord kann keine Rede sein, auch nicht von Er- schlagen oder Körperverletzung mit Todesfolge. Das Handeln des Klägers ist demnach als straflos zu bezeichnen. Die Behauptung, daß Kuttner aus dem Reichsbund der Kriegs. beschädigten hinausgeflogen sei, hat der Angeklagte nicht auf- r e ch t e r h a l t e n. Er hat also Tatsachen verbreitet, die nicht er- weislich wahr sind Jedoch nimmt das Gericht an, daß er nicht wider betzeres Witzen, sondern seinerzeit in gutem Glaube, qehandelt hat. Ob der§ 193(Wahrnehmung berechtigter Interessen' für den Angeklagten in Frage kommt, ist dem Gerichte Zweifel- Haft. Die Artikel, die den Angeklagten zur Beleidigung veran- toßten. sind nicht von Kuttner und auch nicht von ihm veranlaßt Aber dem Angeklagten wird zugute gehalten, daß er des Glau- b e n s war, daß der Artikel in der„Görlitzer Volkszeitung" vor Kuttner war. Er war in diesem Artikel heruntergerissen worden uni subjektiv der Meinung, daß das von Kuttner ausging. Zlber wem auch das Gericht annimmt, daß der Angeklagte glaubte» den Brief in Wahrung berechtigter Interessen geschrieben zu haben, se steht es doch aus dem Standpunkt, daß der Brief seiner Form nack beleidigend war. Der Angeklagte ist Schriftsteller, er meistert da; Wort, und man muh von ihm verlangen, daß den Wendungen. die er gebraucht, der ehrenkränkende Beigeschmack fehlt. Der Klägei sollt« aber bewußt herabgesetzt werden. Daher ist der Angeklagte wenn überlzaupt der Z 198 als anwendbar erachtet würde, doch füi schuldig zu erachten. Bei der Bemessung der Strafe hat das Gericht folgendes berück- sichtigt: Die Aeußerungen sind im politischen Kampf, anläßlich des Wahlkampfes, gefallen. Daher hat dos Gericht von einer Freiheit» strafe Abstand genommen. Die Tat wurde aber begangen vor In. trafttteten des Geldstrafengesetzes. Die höchste Geldstrafe war bi, dahin 600 Mk.: dieses mildere Gesetz ist daher anzuwenden. Dahei konnte nicht auf eine höhere Strafe wie 600 Mk. erkannt werden Dies hat das Gericht auch als angemessen erachtet. Es fällt da hei folgendes Urteil: Das Borurteil wird aufgehoben, der Angeklagte wird auf Grund des§ 186 zu 600 Mk. Geldstrafe und den Kosten des Der. fahren? verurteilt. Das verbot üer wullepartei. Ausschluß der Oeffcntlichteit. Leipzig. 26. April.(Eigener Drahtbericht) In seinen weiteren Ausführungen spricht der Berichterstatter des Staatsgerlchtshof über den Deutschvölkischen Soldatenbund, DKK. und die T u r» nerschaften der Deutschvölkischen Freiheit-partei: Der Soldaten- bund ist nach Ansicht der preußischen Regierung eine Fortsetzung des aufgelösten Verbandes nationalgesinnter Soldaten. Di« Turner- schaften bilden nach Ansicht der preußischen Regierung eine Waffe, die die Deutschvölkische Freiheitspartei febr l«icht gegen die Regie- rung benutzen könnt«. Di« Bezeichnung AKK. heiße nach den An- gaben der Beschwerdeführer Völkische Kampf- Korps und oedeiit« die Zusammensatzung aller vaterländischen Organisationen. R.-A. Herold versucht dann zu beweisen, daß die Deutsch- völkische Freiheitspartei«ine politische Partei sei, die nicht o«r- boten werden könne. Der Staatsgerlchtshof habe sich zunächst mit dieser Frage zu beschäftigen. Wenn er zu der Ansicht komm«, daß auch politische Parteien verboten werden dürften, dann sei«in« sehr lang« Verhandlung und im Interesse der Staatssicherheit der Aus- schluß der Oeffentlichkeit notwendig. Alsdann erklärte v. G ra e f«, daß die Deutfchvöltische Freiheits- parte! durchaus im Rahmen der Verfassung den jetzige» Parlamentarismus durch eine wirkliche Volksvertretung ersetzen wolle. Di« Turnerschasten ständen unter seiner Leitung: er über- nehm« für alles, was sie offiziell(!) getan hätten, die voll« Berantwortung. Sie hätten die Aufgabe, nur in der Abwehr akti- vistisch tätig zu sein. Roßbach sei beaustragt gewesen, die Reichs- wehr aus die kommunistischen Zersetzungeversuch« innerhalb der Truppe aufmerksam zu machen und sie über die Deutsihvölkisch« Fveiheitspartei aufzuklären. Die bekannte Wannfee-D-rsamm- lung sei lediglich ein« Geburtstagsfeier gewesen. Di« völ- kischen Kampstorp» seien geplant, aber noch nicht aufgestellt. Sie dUdeten den Zusammenschluß aller vaterländischen Verbände, die tzch im Notfalle der R e i ch s r e g i« r u n g zur Verfügung stellen sollten. Di« Äampftorps feien nicht Bestandteil« der Deutschvölkischen Freiheitspartei, aber die Turnerschasten der Parke! hätten sich verpflichtet, tzch den Kampftorps zur Verfügung zu stellen. Henning verliest zum Beweis« für kommunistische Zer- setzungsbestrebungen in der Reichswehr zwei Briefe, in denen dar- über gesprochen wird, wie man Kommunisten in die Reichswehr hineinbringen könne. Der deutlchvöltische Soldatenbund sei nicht die Fortsetzung des Verbandes nationalgetznnter Soldaten. Di« Partei habe sich mit Waffenbeschasfungen nicht beschäftigt. Ob ein- zeln« Ortsgruppen oder Personen das getan hätten, wisse er nicht. Jedenfalls aber könne man die Partei nicht dafür verant- wortlich machen. In einer längeren Red« erklärte der Verteidiger der Ortsgrupp» Halle, in der Deutschvölkischen Freiheitspartei verkörpere sich die lauterste und reinste Gesinnung de» deutschen Volkes. Dann fragt« Beisitzer Heine v. Graes«, w-e er dazu komme die Roßbach-Dersammlung als ein« harmlos« Geburtstagsfeier Hit» zustellen: ob ihm nicht bekannt sei, daß«in Reichswehr- offizier berichtet habe, Roßbach habe in dieser Berfammluns über die zum 31. März bevorstehende Auflösung der vaterländische, Verbände und den sich daraus ergebenden Entscheidung». kämpf gesprochen, in dem die Reichswehr neutral bleiben müsse Gräfe bezeichnet diesen Bericht als unklar: andere Offizier« hätte, diese Aeuheruna nicht getan. Beisitzer Müller erklärt, baß Richard Kunze vor einig«, Tagen vor dem Staatsgerichtshof ausgesagt Hab«, die Deutschvölkisch« Freiheitsartei wolle gewaltsam die Persatzung ändern. Mulle bestreitet dos. Darauf vertagt sich der Staat»g«richtshof auf nachmittag, 4VS Uhr. In der Nachmittagssitzung kamen die Vertreter der Regie- rungen Preußens, Thüringens und Sachsens zu Wort, die noch mals unter Darlegung de» zum großen Teil bekannten Material, die Auflösung der Deutschvölkischen Fveiheitepartei begründen. Sil kommen zu dem Schluß, daß die Partei keine politische Partei im allgemeinen Sinne ist, sondern eine Fortsetzung der aufgelösten Organisationen darstell und in ihren Turnerschasten und Kampftorps«in« militärisch, Organisation besitzt, deren Aufgab« nur sein kann, den Parlamen tarismus mit Gewalt zu beseitigen. Der Vertreter Preußen, erklärt ausdrücklich, daß die R e i ch s w« h r an diesen Dingen n i ch beteiligt sei. Weiteres Material wollen die Regierungsornete, wegen Gefährdung der Staatssicherheit in öffentlicher Sitzung n i ch vortragen. Abg. v. Graes« bestreitet, daß die Turnerschaften geheime milt tärisch« Organisationen lind und bittet um Ausschluß der Oeffentlich teit, um zu dtescr Angelegenheit nähere Angaben machen zu können Er könne darauf um so weniger verzichten, als hie, behaupte worden sei, die Reichswehr wisse nichts von den Dingen. Di, deutschvölkischen Turnerschaften hätten sich zur Abwehr des äußeret Feindes der Reichsregierung offiziell zur Verfügung gestellt. I» Oberschlesien hätten die preußischen Behörden sich jetz wieder auf die Selbstschutzorganisattonen besonnen, zu denen auct die Turnerschasten gehörten. Rechtsanwalt Herold tritt nochmal» der Auffatzung entgegen als könnten politische Parteien verboten werden und beantragt Au» schluß der Oeffentlichkeit. Hierauf zieht sich der Gerichtshof zurüc und schließt um 7 Uhr abends im Interesse der Staatssichcrhei di« Oeffentlichkeit aus. Gewerkschaftsbewegung Die Betriebs- und Beamtenräte der Reichsbahn. Die Vertreter der im DEV. organisierten Betriebs- und Beamtenräte der Reichsbahn waren am 22. und 23. April in der Brauerei Pfefferberg in Berlin zur 3. Reichskonferenz verfammelt. Die Konferenz galt der Berichterstattung der Saupträte verwaltung des Deutschen Eisenbahner- Ber: bandes und des Hauptbetriebs. und Hauptbeamtenrates im RBM. über die Tätigkeit im verflossenen Geschäftsjahr sowie der Ein leitung der Wahlbewegung zu den Betriebsrätewahlen, die Mitte Mai in allen Dienststellen der Reichsbahn im unbesezten Gebiet stattfinden. Die Berichterstattung der Beauftragten der Haupträtevermaltung und des Hauptbetriebs- und Hauptbeamtenrates wurde am ersten Tage mit großer Sachlichkeit aufgenommen. Den Berichten folgte eine Diskussion, die auch dort, wo sie kritisch auf die Berichterstattung einging, Zeugnis davon ablegte, daß die versammelten Bertreter der Betriebs- und Beamtenräte ihre Aufgabe mit fachlichem Ernst und nüchternem Wirklichkeitssinn im Interesse der geJamten am Wirtschaftsleben Deutschlands interessierten Bevölkerung auszuüben bestrebt sind. In den Berichten sowie in der Diskussion wurde vor allem auch das Beamtenrätegesetzt wiederholt erwähnt, und das Urteil der Bersammlung über das gegenwärtig vorliegende Produkt der zweiten Lesung im Beamtenausschuß des Reichstages fam zum Ausdrud in einer Entschließung, der wir folgendes entnehmen: Die Reichstonferenz verurteilt entschieden sowohl das fchleppende Tempo dieser Verhandlungen wie den Bersuch der Regierung und der bürgerlichen Parteien, das Beamtenrätegesetz zu benutzen, um die Beamtenschaft aufs neue in ihrer rechtlichen Stellung von der gesamten übrigen Arbeitnehmerschaft abzutrennen. Die Reichskonferenz muß es ablehnen, die Beamtenschaft als eine Arbeitnehmergruppe geringeren Rechts behandeln zu lassen. Sie fordert, daß Reichsarbeitsminifteriums ein Schiebsfpruch gefällt, monach die Zum Strumpfwirkerftreit in Buenos Aires. anerkannten Löhne für eine unbefristete 3eit festgelegt Wie uns aus Buenos Aires getabelt wird, dauert der Strumpfwaren. Der gleiche Arbeitgeberverband zahlt für das Gebiet der wirkerstreit in Buenos Aires fort. Die Versuche von Agenten, Elbe die am 9. März durch Spruch festgesetzten Löhne weiter, Streitbrecher in Deutschland anzuwerben, werden fortgesetzt. Vor während für die Oder und die Märkischen Wasserstraßen dem Personal diesen Agenten wird bringend gewarnt. ein Lohnabbau aufgezwungen werden soll. Dieses Vorgehen der Unternehmer hat begreifliche Erbitterung unter dem Der Streit in der Glasreinigungsbranche ist beigelegt, da eine Personal geschaffen. Teilstreifs sind bereits ausgebrochen, indem das Berständigung zwischen beiden Parteien erzielt wurde. gesamte Waschinen- und Kesselpersonal der Dampfergenossenschaft Deutscher Strom. und Binnenschiffer in Hamburg, Berlin, Stettin, Fürstenberg und Breslau ihren Betrieb zum Stillstand gebracht haben. Bon der Abteilungsleitung des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer find für die nächsten Lage an allen Umschlagplätzen der Postabonnenten welche die Erneuerung des Abonnements für den nächsten Monat noch nicht vorgenommen haben, müssen sofort das Versäumte nachholen, wenn keine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung erfolgen soll Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Ein Streit in Jena ist am Dienstag im Betriebe der Firma Sei u. Gdott u. Gen. ausgebrochen, da die Thüringer Metallindustriellen den im Reichsarbeitsministerium gefällten SchiedsDie Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruces ist beantragt, spruch abgelehnt haben, auf die Märzlöhne 10 Broz. zuzulegen. läßt jedoch auf sich warten. Zu einem Anti- Streitgefeh in Ungarn hat die Regierung einen Gesegentwurf eingebracht, wonach in Zukunft jeder Streif untersagt wird. Diesem Entwurf zufolge werden alle industri ellen und faufmännischen Unternehmungen unter strenge Polizeiaufsicht gestellt. Man macht sich indessen bei der Abstimmung auf lebhafte Oppofition der sozialistischen Partei gefaßt. Selbst in Ungarn dürfte es außer den Sozialisten noch Menschen geben, die vernünftig genug sind, um zu wissen, daß das Verstopfen der Ventile den Neffel zur Explosion bringen muß. Die drel englischen Gewerkschaften der Tischler, effeI. schmiede und Klempner der Schiffahrtsindustrie, die es bisher abgelehnt hatten, das allgemeine Abkommen betr. Ueberstunden und Nachtarbeit au ratifizieren, fo daß eine allge meine Stillegung der Schiffahrtsindustrie drohte, haben beschlossen, die Gewerkschaftsbedingungen anzunehmen. Der Pariser näherinnenstreit geht weiter, trotzdem die Aussperrung rüdgängig gemacht worden ist. Maler, Ladierer, Unstreicher! Heute abend 7 Uhr Bezirksverfamm Tung Norden, Swinemünder Straße 12. Es ist Pflicht aller Partei genossen, an dieser wichtigen Bersammlung teilzunehmen. Aus der Partei. Oder und Märkischen Wasserstraßen Bersammlungen einberufen und dürften die Entscheidungen dieser Versammlungen in furzer Zeit den gesamten Dampfbetrieb der Oder und Märkischen Wasserstraßen die Beamten gleichberechtigt und gleichgewertet zum Stillstand führen. Die Wirkungen dieses Kampfes Steinarbeiter. Grabmal- und Marmorbrandhe. Sonnabend 3 Uhr Ver neben den anderen Arbeitnehmerschichten stehen. Gleich dem Be- dürften die ohnehin so empfindliche deutsche Wirtschaft schwer treffen, fammlung im Gewerkschaftshaus. Lehrergewerkschaft bes ADB. Sonnabend 7 Uhr abends Mitgliederverfamm. triebsrätegesetz muß es( das Beamtenrätegesez) ausgehen von dem und das alles darum, weil die Unternehmer glauben, ihre Zeit feilung im Gewertschaftshaus, Engelufer 25. Tagesordnung: Maifeier. Tagung Gedanken, daß durch die Wahl von Beamtenräten die Beamten- gekommen, der Arbeiterschaft Brutalitäten bieten zu können. Mit in Halle. Bon 8% Uhr an öffentliche Bersammlung. Dr. Beltert vom ADB. schaft zusammengefaßt wird zu gefeglich anerkannten den Frachten ist das gleiche Unternehmertum trotz der Verbilligung spricht über Beamtenrecht. Gäfte find willkommen. Einheiten, die bei jeder Dienststelle als zweiter millenbildender der Kohlen noch nicht mit einem Pfennig nach abwärts Fattor gleichberechtigt neben die vorgesezte Berwaltung gegangen, während man der Arbeiterschaft einen Lohnabbau zu treten haben. Seinen letzten Ausdrud muß das Recht von 10 000 m. wöchentlich aufzwingen will. auf gleichberechtigte Mitbestimmung in der Schaffung paritätisch zusammengefehter Schlichtungsausschüsse finden. Die Einräumung eines bloßen Mitwirtungsrechtes, das die Beamtenräte zu Scheingebilden erniedrigen würde, lehnt die Reichskonfes renz ebenso entschieden ab wie die der Beamtenschaft angefonnene Bildung der Beamtenräte durch getrennte Gruppenwahlen." Die Entschließung fand einstimmig Annahme. Der Berichterstatter, Genosse Breunig, hob in seinem Schlußwort besonders hervor, daß diefe Meinungskundgebung berufener Vertreter des Beamtentörpers der Deutschen Reichsbahn eine Warnung an die Parteien des Reichstages darstellen müsse. Um zweiten Tage wurde nach einem Referat von Seidel über die Betriebsrätewahlen und die Lage der Arbeiterklasse eine Entschließung angenommen, die in ihren wesentlichen Teilen folgen. den Wortlaut hat: Die Konferenz erblickt in der Haltung der Betriebsvertretungen des Rhein- und Ruhrgebiets einen Triumph des Räfe. gedankens und gibt das Bersprechen, den Kampf um die Neuwahlen im unbefehten Gebiet in dem gleichen Geifte proletarischer Solidarität zu führen, der im Ruhrgebiet so große Erfolge aufzumeisen hat. Die Reichstonferenz nimmt dagegen mit Erstaunen und Entrüfting Renntnis von dem Berfuch der Reichsregierung, die Sta bilisierung der Mart somie den Preisabbau auf Kosten des Personals der Reichs- und Staatsbetriebe vorzunehmen, um auf dem Wege des Schlichtungsverfahrens und der Berbindlicherklärung von Schieds. fprüchen die Löhne und Gehälter auf dem Niveau des gegenwärtig auf seinen tiefsten Bunft gesunkenen Reallohnes zu stabilisieren. Sie erblidt in diesem Vorgehen der Reichsregierung eine staatliche Lohnpolitit, die einseitig das Interesse des Unternehmertums wahrnimmt. Zum Streit im Beamtenwirtschaftsverein. Auch Mecklenburg marschiert. In einem Neuköllner Blättchen erschien am Mittwoch früh ein Aus Neubrandenburg( Mecklenburg- Strelig) foreibt man uns: Inferat, in welcher der Beamtenwirtschaftsverein Arbeitskräfte gegen Bei der Bürgermeister wahl am 22. April erhielt der hohen Lohn verlangt. Es fanden sich darauf etwa 250 Arbeitslose Kandidat des Bürgertums 3978, der der SPD. Stadtrat ein. Ein großer Teil der Arbeitslosen, welche erfuhren, daß es sich Anders 8173 Stimmen. Gegenüber der legten Stadtverordnetenum einen Streit handelt, lehnten die Annahme der Arbeit ab, wollten wahl Novomber 1921 bedeutet das einen Gewinn für unsere jedoch Fahrgeldvergütung haben. Daß es dabei nicht so ruhig her- Genossen von 769 Stimmen; für das vereinte Bürgertum, das ging, ist begreiflich. Aus den Reihen der Arbeitslosen wurden Ber- einen Blod von den Demoftraten bis zu den Deutschvöllischen wünschungen gegen die Firma laut, daß man ihnen den Streif ver- bildete, einen Berlust von 185 Stimmen. Der Erfolg ist um so schwiegen und Streifbrecherdienste zumute. Die Geschlossenheit und beachtlicher, weil er erreicht wurde, trobem unser Kandidat, ber energische Wille bei den Streifenden ist durch solche Maßnahmen Stadtrat Genosse Anders, das schwierigste Amt der Stadt, das der Firma nicht gebrochen, sondern im Gegenteil noch mehr gestärft. Wohnungsamt hatte und trozdem man ihn persönlich in der Was jagen nun aber die Mitglieder des Beamtenwirtschaftsvereins gemeinsten und vorlogensten Art, wie sie nur in Medlenburg zu der Handlungsweise der Geschäftsleitung ihres Vereins? Es wird nun versucht, durch einige Großhandelsfirmen, welche ihre Ware auch der Zentrale in Tempelhof lieferten, diese Ware mit ihren Gespannen nach den Berkaufsstellen des Beamtenwirtschafts. vereins zu fahren. macht, daß dies als Streitbruch zu betrachten ist. Strengfte Die Kollegen bei diesen Firmen merden darauf aufmerksam ge= Solidarität ist Pflicht. 1921 Die Arbeiterinnen und die Gewerkschaften. Zweite umgearbeitete und ergänzte Auflage. 1923. 3. 5. W. Dieß Nachf., G. m. b. S., Berlin. Grundzahl 0,50. Als Dr. Braun vor dem Ausbruch des Weltkrieges seine Schrift„ Die Arbeiterinnen und die Gewerkschaften" verfaßte, hatten sich den gewerkschaftlichen Organisationen 230 347 Frauen angeschlossen. musterten die Gewerkschaften 1518 341 Frauen. Diese Ziffer wirft ermutigend und zugleich anspornend auf alle Genoffen und Genosfinnen, die sich der Agitation unter den Arbeiterinnen widmen. Sie werden auch die Das Ziel unseres Wahlkampfes ist daher, neben der Wahl tüch Neuherausgabe der Braunschen Schrift hochwillkommen heißen, da tiger Interessenvertreter der Arbeiterschaft im Betriebe die Stär- fie fich vorzüglich für die Propaganda des Gemerffchaftsfung unserer Organisation, des DEB., und die Abwehr gebantens in der weiblichen Arbeiterschaft eignet. Sie führt trefflich aller Zersplitterungsversuche. Unsere Propaganda gilt ferner der in das Wesen der Gewerkschaften ein, zerstreut die leider noch vorFörderung des Gedankens der Einheitsorganisation, für handenen Vorurteile gegen die öffentliche Tätigkeit der Frauen und die das Zusammenarbeiten von Betriebs- und Beamtenräten die schärft das Gewissen der Männer, denen die Wichtigkeit und Dringmirffamste Borarbeit darstellt, und einer Reform der Berwaltung lichkeit der Organisation der Arbeiterinnen noch nicht völlig zum Be= und ihrer Personalpolitik nach modernen wirtschaftlichen und so mußtsein gekommen ist. Die Gewertschaftsbewegung er zialen Gefichtspunkten. Unser Kampf richtet sich endlich gegen alle scheint bei Braun als eine große, den ganzen Menschen erfassende Bersuche, die Reichsbahn in den Besiz des Großfapitals zu über Kulturbewegung. Die Braunsche Schrift gibt nicht nur dem führen, und gegen die schematischen Entlassungsmaßnahmen des Gewerkschafts-, sondern auch dem Kulturpolitiker, der planmäßig Reichsverkehrsministers Ferner geg endie Berstümmelung unseres an einer fittlichen und geistigen hebung der Menschheit arbeitet, Tarifvertrages durch Maßnahmen, wie sie mit den Stammarbeiter reiche Anregungen. Dieser Schrift ist die weiteste Verbrei= erlaffen vorgenommen worden sind, und die Beschränkung der Rechte tung in allen politisch, gewerkschaftlich und fulturell interessierten der Betriebs- und Beamtenräte durch formal- juristische Silben- Kreifen zu wünschen. Sie ist von Braun umgearbeitet und ergänzt stechereien." worden. Scheffel, der Vorsitzende des DEB., fonnte in einer abschließenden Rede mit Recht betonen, daß die Konferenz reiche Arbeit im Dienste der Eisenbahnerschaft geleistet habe. Er zeigte in wirkungscoller Rede den Versammelten das Ziel, die Wahlbewegung zu benutzen, um die Kraft der gewerkschaftlichen Organisation und des in ihrem Rahmen und nach ihrem Programm arbeitenden Systems von Betriebsvertretungen bei der Deutschen Reichsbahn aufs neue zu steigern und zum Erfolge zu führen. Rückgang der Arbeitslosigkeit in England. Das englische Arbeitsministerium veröffentlichte eine Statiftit, aus der hervorgeht, daß die Zahl der offiziell angegebenen Arbeitslofen am 16. April 1 239 500 betrug, b. h. 21 170 weniger als in der vorhergehenden Woche, und 246378 meniger als am 11. Januar 1923. Während in Deutschland infolge der fortgesetzten Entwertung der Arbeitseinkommen, somit der Aushöhlung der Kaufkraft der Berbrauchermaffen, die Arbeitslosigkeit einen erschreckenden Umfang Drohender Streik in der Oderfähiffahrt. angenommen hat, nimmt sie in England, wo die Löhne mit den Der Arbeitgeberverband für Binnenschiffahrt, Gruppe Oder Preisen im Einklang gehalten werden, ständig ab, troß dem Ber und Märkische Wasserstraßen, hat mit Wirkung vom fonkurrenz der niedrig bezahlten deutschen Arbeiter, troß dem Ver1. April ein en Lohnabbau von 10 000 Mart wöchent schminden vom Weltmarkt riefiger Berbrauchermassen Mitteleuropas. I ich festgesetzt und durchgeführt, ohne vorher den geringsten Versuch Aehnlich verläuft die Entwicklung in Amerifa, wo nach dem gegen zu unternehmen, sich mit den Arbeiterorganisationen ins Benehmen wärtigen Wechselkurs der Durchschnittslohn von zwei Stunden zu setzen. Dieser Att brutaler Willfür ist eine gröbliche Berlegung eines gelernten Arbeiters gleichzusehen ist dem Durchschnittslohn bestehender Vereinbarungen. Für das Gebiet der Elbe, Oder und von einer Woche eines gelernten Arbeiters in Deutschland. Märkischen Wasserstraßen war am 9. März unter Mitwirkung des Hier aber wird noch von„ untragbaren" Lohnerhöhungen geredet! Grüne Heringe 500M Plund Zwiebelleberwurst. Pfd. 2400 M ....... Pfd. 2400 M Rotwurst Landleberwurst Jagdwurst Pid. 3400 M möglich ist, anpöbelte. Berantwortlich für den rebatt. Teil: Bictor Shiff, Berlin; für Anzeigen: 6. Glede, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag 6. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin, Lindenstr. 3 Hierzu eine Beilage und Jugend- Borwärts". BRANUIS SCH Reh Brandy RICH B Bei Darmträgheit PILLE Verstopfung Jelt 1877 beftens bewährt: Apotheker Rich. Brandt's Schweizerpillen In allen Apotheken erhältlich. Eatr. sells pal. 1A, schill. mesoh. alees, abaynbtil a 1, trifol. geat ba 0,5. Pulv: radi gestian: et trifolti par aequales fiant pil. Nos 80 Frische Milch follte man Rindern in zartem Alter nicht völlig entziehen, denn fie tann durch Milch in irgend einer anderen Form nicht erfest werden. Dagegen tönnen Sie an der teuren Milch sparen, wenn Sie Poraths Kinder- und Kranten nahrung verwenden, die in allen einfchlägigen Geschäften zu haben ist. Borath wird für Gäuglinge, heranwachsende Kinder und Erwachsene, namentlich Magenund Darmleidende, Schwache, Krante und Genesende, ärztlich empfohlen. Infolge ihrer großen Ergiebigteit ist Boraths Rinder- und Krantennahrung erheblich billiger als Milch oder sonstige Stärkungsmittel. Continental Regenmän tel für Damen, Herren, Kinder. In einschlägigen Geschäften erhältlich. Ontinental Regenmäntel So gut wie Continental- Reifen! CP Achten Sie auf diese Schutzmarke! A.Wertheim Spezialmischung Frisches Kalbfleisch Kamm u. .... Pfd. 4600 M Fleischwurst..... Pfd. 4800 M Schellfische geräuchert Pfd. 950 M Makrelen- Bücklinge. Pid. 1100 M Brust Pfd. Keule und Rücken Pfd. Gehacktes Fleisch 2500, 2800M Pid. 3200M Sowelt Vorrat Petersilienwurzeln Pia 50 M Mohrrüben..... Pfd. 75 M Porree ....... Pfd. 80 M Sellerie...... Pfd. 100 M Spinat....... Pid. 280 M Petersilientöpfe Topf 400 M Prima fetfes Bohnenkalfee, Plund Ochsenfleisch gefroren, 1100M Kochkäse........ Pid. 2000 M Harzer Käse ... Pfd. 2300 M Briekäse........ Pid. 2400 M Romatourkäse. Pid. 2400 M Quadratkäse..... Pfd. 2500 M Faustkäse. Edamerkäse M. M. FebTrippe 3200μ. 3200 Kamm u. Brust Pfund Anca- Würstchen Dose 4 Stck. Bockwürste 3750M Dose 30 Paar Brühwürsichen Pfd. 2600 M Pfd. 6400 M 21600M Nr.?H5 ♦ 40. Fahrgang Seilage öes vorwärts Ireitag. 27. �pril 10 23 Die Not in Herlin. Die Stadt Lft machtlos.— Das Reich muß helfen. Die vor kurzem erschienene Schrift des Berliner Oberbürger- Meisters Boß über den Umfang des in Berlin herrschenden Elends hatte die sozialdemokratische Stadtverordneten- f r a k t i o n veranlaßt, den Magistrat zu fragen, wie er Abhilfe ver- suchen will. Was in der gestrigen Stadtoerordnetensitzung unser (Zenosse Dr. Moses zur Begründung des Antrages vorbrachte und im Auftrage des Magistrats der Stadtmedizinolrat Genosse Dr. R a b n o w antwortete, war ein erschütterndes Bild des k a t a- strophalen Niederganges der Volksgesundheit. Dr. Moses' Vorwurf sollte nirgends überhört werden. Was geschehen müßte, führte Dr. Rabnow aus. Aber nur chilfe vom Reich kann, fügte er hinzu, der Stadt die nötigen Mittel schaffen. In der Debatte richtete Oberbürgermeister B ö ß einen Appell an die„neuen Reichen". Verspricht er sich davon irgendeine Wirkung? Herr Miiller-Franken von der Wirtschastspartei entfesselte bei der Linken einen Sturm der Entrüstung durch seinen Angriff auf die von ihm als falsch bezeichnete bisherige Preispolitik. Wir hätten, meint er, mehr Wohnungen und mehr Milch, wenn die Wohnungs- mieten und die Milchpreise höher wären. Auch ein Rezept zur Be- kämpfung der Not! « In der gestrigen Sitzung kam an erster Stelle der von den Sozialdemokraten mit Unter st ützung aller übri- gen Fraktionen eingebrachte Dring! ich keitsantrag Loynkann zur Verhandlung: „Dem Vernehmen nach hat die Reichsregierung dem Ma- gistrat mitgeteilt, daß für die neue Notstandsaktion des Reiches die Borschläge des Magistrats(Zuschuß für den Weiterbau der Nordsüdbahn sowie für Reparaturen an Gebäuden und Straßen) nicht in Betracht kämen. Die Versammlung ersucht den Magistrat, erneut bei der Reichsregierung mit dem größten Nachdruck dahin- gehend vorstellig zu werden, daß dies« dringlichsten und für«ine Notstcmdsaktion geeigneten Arbeiten in erster Linie berücksichtigt werden." Genosse Dr. Lohmann: Wenn sich diese Mitteilung bestätigt, dann haben wir es mit einem ganz unhaltbaren Borgehen der Rüchsbehörden zu tun, gegen das wir schärfsten Einspruch erheben müssen. Der Widerstand der Reichsinstanzen richtet sich gegen Vor- schlage, die gerade im Interesse der Allgemeinheit und der Er- werbslosen als die praktischsten und dringendsten zu bezeichnen sind. Gegen die Aortführung der Nordsüdbahn nach Neukölln wird Widerspruch erhoben, während seltsamerweise gleichzeitig dieselbe Reichsregierung die schnelle Ausführung der Verbindung nach Neu-Tempelhof willkommen heiße und sogar zu- gesagt haben soll, zwei Drittel der Kosten zu übernehmen! Die Haltung der Reichsbehörden sei um so unverständlicher, als die Magistratsvorschläge gerade eine wirklich produktive Erwerbslosen- fürsorge bezweckten. Der Kämmerer stellte erneut fest, daß für Berlin als eine wirkliche Notstandsarbeit in allererster Linie die Fertigstellung und Weiterführung der Nordsüdbahn in Betracht kommt, bei der Tausend« von Arbeitslosen beschäftigt werden könnten. Aber trotz der eindringlichsten Vor- st e l l u n g e n bleibe das Reichsmini st erium dabei, daß bei der neuen Notstondsaktion des Reichs die Nordsüdbahn für Berlin auszuscheiden habe.(Hört, hört!) Im Jahre 1921 habe die Stadt 125 Millionen vom Reiche für Erwerbslosenfürsorge unter der Be- dinqung erhalten, daß weitere Zuschüsse für die Nordsüdbahn nicht verlangt werden dürften; daran scheine die Reichsregierung sich jetzt zu halten, ohne zu beachten, daß über dem Festhalten an dem for- mellen Recht die Sache Schoden leide. Auch den Hinweis, daß solche Notstandsarbeiten den Vorzug verdienen, wo die Materialkosten gegenüber den Persanalkosten zurücktreten, hätten sich die Reichs- behörden versagt(Hört, hört!); man wolle prinzipiell nur für Neubauleu Mittel hergeben, nicht für Ausbesserungen. Anscheinend bestehe die ganz holllose Auf- fassung, die Städte wollten die Notstandsaktion zur Enllastung ihrer Etats verwerten. Der Kämmerer hofft allerdings, daß in der Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Schumacher erklärte für die Kommunisten die Zustimmung zu dem Antrage und hob hervor, daß die Zahl der Arbeitslosen 190(XX) bereits überschritten habe. Bleibe die Reichsregierung schwer- hörig, so werde das Heer der Arbeitslosen zur energischen Selbsthilfe greifen. Koch(Dnat.) meint, der Fehler liege wohl an dem Bureau- kratismus; irgendein Dezernent habe wahrscheinlich die Akten von 1921 ausgegraben. Der Magistrat möge von dem schlecht unter- richteten an den bester zu unterrichtenden Minister appellieren. Auch Braun(Dem.) und v. E y n e r n(D. Dp.) traten für den Antrag ein. Der Antrag wurde«instimmig angenommen. Es folgte die Anfrage Heimann und Genosten(Soz.) vom 19. April:„Vor einigen Tagen hat der Oberbürgermeister B ö ß eine Schrift über »Die Not in Derlin" erscheinen lasten. Seine Angaben geben ein erschütterndes Bild von dem Elend der großstädtischen Bevölkerung Berlins. Was ge- denkt der Magistrat zu tun, um diesem katastrophalen Zu- sammenbruch der Gesundheit der Berliner Bevölkerung entgegenzutreten?" Genosse Dr. Moses, der die Anfrage begründete, knüpfte an seine auf den gleichen Gegenstand bezüglichen Reichstagsredcn an und ging dann zu einer Schilderung des Groß-Berliner Notstandes über. Weite Schichten der Bevölkerung führten ein ausgesprochenes Hungerdasein; wie in Deutschland habe auch in Berlin ein Hunger- sterben eingesetzt. Das Wohnungselend und die Unterernährung fanden ihre Würdigung. Als der Redner auf eine der Folgen des Wohnungselcnds, auf die U n s i t t l i ch k e i t zu sprechen kam, über die die Pastoren auf den Kanzeln zetern,' hielt es Herr Koch für angemessen, dazwischenzurufen: Was wisten Sie davon! Gehen Sie in Ihre Synagoge und lasten Sie unsere Kirchen in Ruhe! So stieß der Redner auch auf lebhaften Widerspruch auf der Rechten, als er die Schließung der Kabaretts und Sch lemmer statten verlangte. Der Stadtmedizinalrat Rabnow erblickte ebenfalls in der Verelendung der Gesundheit der Bevölkerung durch den Krieg und nach dem Kriege eine der schwersten sozialen und Volkswirtschaft- lichen Gefahren. Die Wohnungs- und Ernährungsfrage forderten die ganze Aufmerksamkeit der städtischen Ver- waltung heraus. Die Hauptsache sei, die Mittel zur Be- kämpfung der drohenden Katastrophe zu beschaffen. An gutem Willen fehle es im Magistrat nicht. Das Schlimmste sei die mangelhafte Ernährung der Sinder. Hier müsse man des Hilfswerkes der Quäker rühmend gedenken. Die Schaffung von Spiel- und Erholungsplätzen fei ein sehr verdienst- liches Unternehmen. Eine eigentliche Schulgesund- heitspfleg« in ausreichendem Maße besitze das alte Berlin immer noch nicht; in einzelnen Bezirksämtern werde sie vorzüglich wahrgenommen. Möge die Oeffenllichkeit, möge dos Ausland erfahren, wie schlimm es in Berlin um die Dolksge- sundheit stehe; nichts werde beschönigt. Pflicht des Reiches sei es, zu helfen, damit die Kommunen wieder instand gesetzt würden, die Kulturaufgaben zu erfüllen.(Beifall.) An der ausgedehnten Aussprache beteiligten sich von rechts Dr. Kirchner(Dnt.) und v. E y n e r n(D.Vp.), beide votierten Herrn Böß ihren Dank für die Offenheit, mit der er die Berliner Zustände, wie sie wirtlich sind, geschildert hat. Herr o. Eynern warnte vor einseitiger Bedrückung des Kapitals, das sonst aus- wandern werde, verwies auf die Verarmung der„alten guten Fa- Milien" und bedauerte, daß die„neuen Reichen" noch nicht sozial denken gelernt haben. Oberbürgermeister Böß sprach sein« Freude darüber aus, daß seine Schrift in den weitesten Kreisen des In- und Auslandes Be- achtung gefuden hat. Auf die Frage, wie abgeholfen werden soll, gebe es nur die Antwort: Lediglich durch Wicderhebung der Lebens- Haltung der Bevölkerung. Voraussetzung dafiir sei unter den Heu- tigen Verhältnisten, daß die gesamte Wirtschast der Welt zuvor in Ordnung gebracht wird. Die Ausgaben für die W o h l f a h r t s- pflege b«liefen sich heute nur auf den achten Teil der vor dem Kriege dafür aufgewendeten Summe, und darnach entfalle noch dazu der größte Teil davon auf Löhne und Gehälter, komme also nicht unmittelbar der allgemeinen Wohlfahrt zugute. Die Der- waltung tue, was sie könne, aber es müsse auch denen, die noch aus alter Zeit Mittel haben, und den.neuen Reichen" das Gewisjen geschärft werden, um die Privatwohltätigkeit zur Betätigung anzuregen. Die„neuen Reichen" hätten noch nicht begriffen, daß der Besitz auch Pflichten auferlegt. Weiter sprachen Rintorf(Komm.), der die Schilderung des Berliner Grohstadtelends vervollständigte, feine Entrüstung über die„faulen Witze" Kochs bekundete und bedauerte, daß ein prak- tischer Ausweg aus der Not nicht gezeigt sei, ferner Müller- Franken, Richard Kunze und endlich auch noch für die drei Mitglieder der USPD. Frau L u n g w i tz, die stürmische Ausbrüche der Heiterkeit auf der Rechten entfesselte, als sie der alten Exzellenz Kirchner vorhielt, daß es gerade die eigenen Herren seien, die die Dienstmädchen verführen und die dann dem Redner der Wirtschafts- parte! gegenüber darauf hinwies, wie schamlos gerade die kleinen Geschäftsleute ihre Kunden bewucherten. Damit waren um 9.19 Uhr die Anträge erledigt. Zum Beisitzer-Stelloertreter für Röder wählte man den Sto. Gronewaldt(W.P.) Von dem Bericht des Magistrats über die Ursachen des Flug- Unglücks auf dem Tempelhofer Feld nahm die Vcrsamm- lung Kenntnis. Die Aufnahme einer Anleihe von 19 Milliarden Mark wurde genehmigt, ebenso die Erhöhung des Schul- geldes an den städtischen höheren Lehronstollen ab 1. April 1923, sowie die neuen Bestimmungen über die Schulgelder usw. an den Fach- und Fortbildungsschulen. Schluß �19 Uhr. * 3n der Sozialdemokratischen Stadloerordnetensraktion wird Nachfolger des verstorbenen Genossen B ö tz e r der Postassistcnt Genosse Eduard Zach« rt. Er ist gestern in die Stadtverord- netenversammlung eingetreten. In der kleinen Gruppe der„ U n- abhängigen" ersetzt den verstorbenen Dr. K o e l i tz drr Straßenbahnschoffner Baron. Treff in öer wastbküche. Am späten Abend in der Waschküche hoch unter dem Dach noch Licht. Stimmengemurmel. Ab und zu Gelächter und ein Berliner Kalauer. Ein Mieter nach dem anderen schleicht, mit einem Stuhl bewaffnet, zur Waschküche hinauf. Elektrisches Licht gibt es hier oben erst selten. In edlem Wettstreit sind gleich zwei Petroleum- funzeln zur Stelle. Fast zuletzt, wie es sich gehört, tanzt die Mister- Vertretung an, gruppiert sich würdevoll um ein Tischlein, vor sich ein Stößchen Akten. Ganz zuletzt erscheint, wenn er eingeladen ist und es der Mühe für wert hält, der Herr Hauswirt, damit der arm- seligen Woschbude, die sich eine so illustre Versammlung ftüher nie Hot träumen lassen, kein Leid geschieht. Nur ein paar Aufgeblasene aus dem Vorderhause fehlen. Ihre groß« Stube wallen sie nicht zur Verfügung stellen. Das wäre ja gelacht, sich den Teppich vollspucken und das Wohnzimmer mit schlechtem Tabak verräuchern zu lassen. In die Waschküche zur Mieterversammlung gehen? Verrückte Idee! Ach nein, es ist nicht so verrückt, man muß sich ja auch mit so vielem anderen einschränken. Der Lokalwirt kann sein Zimmer nicht mehr umsonst hergeben. Jedes Töpfchen Bier kostet ein paar hundert Mark. Mancher Mieter scheut die Ausgabe. Nach der Waschküche, wo es nichts kostet, kommt er. Es ist sogar sinnig: man behält die umstrittenen paar Tausender, die in der Kneipe doppelt und dreifach drausgehen! Und es ist doch einmal etwas Neues, ist so ulkig und gemütlich. Die dicke Müllern und die schwammige Lehmann sind auf den Waschherd geklettert. Olymp ohne Eintrittsgeld. Lieblich kräuseln sich Zigarren- und Zigarettenwölkchcn. Es cremt keine Gardinen. Der Kessel brodelt nicht. Vom üblen Waschdunst keine Spur. Aber schmutzige Wäsche wird doch gewaschen. Nochmals die Malmiete. In die Notiz in unserer gestrigen Abendausgabe haben sich leider zwei Druckiehler eingeschlichen. Die Verwaltungskosten in einfachen Häusern hat der Magirat auf 600 proz.(nickt 599—690 Proz.) und den Zuschlag für laufende JnsiandsetzungSarbeiten auf 2000 Droz.(nicht auf 3999 Broz.) festgesetzt. Die Genehmigung des Obsrpräsidcnlen zu den Beschlüsten des Magistrats steht nock aus. kNachdruck verboten. Der Molil-Serl-a, Berlin.) Drei Soldaien. £6] von John dos Pasfos. Ans dem«merikanlschen Manuskript übersetzt von Sailen Dumper». Sie schwiegen. Endlich sagte Chrisfield: „Was wirst du tun, Andy?" „Ich weiß nicht recht. Werde nicht in Paris bleiben. Außerdem muß ich hier noch ein Mädchen aufsuchen. Ich will sie sehen." Andrews brach plötzlich ab und begann im Zimmer auf und ab zu gehen. „Du mußt verdammt vorsichtig sein. Wenn sie dich schnappen, erschießen sie dich", sagte Slippe-ry. Andrews zuckte die Achseln. „Ich würde lieber erschossen werden, als auf 20 Jahre nach Leaoenworth gehen!" rief Al. „Habt ihr hier was zi; essen?" fragte Süppery. „Werde'mal sehen, ob ich hier was kaufen kann, sagte Andrews. „Gut, hier sind 20 Frank", sagte Slippery und gab Andrews einen Schein. Chrisfield folgte Andrews die Trepp« hinunter. Als sie den Durchgang am Treppenende erreicht hatten, legte er feine Hand auf Andrews' Schulter und flüsterte: „Sag', Andy, glaubst du, daß was mit'ner Revolution los ist? Habe noch nie daran gedacht, daß man gegen das System angehen kann." „In Rußland haben sie es ja getan." „Dann wären wir ja frei, Andy, wie vor dem Kriege! Aber dos ist nicht möglich, Andy, das ist nicht möglich, Andy. „Wollen sehen", sagte Andrews, als er die Tür zur Bar öffnete. Er ging aufgeregt zu dem Think hinüber, der hinter einer Reihe von Flaschen m der Bar saß. „Was ist los?" „Wo?" sagte der. „Am Ostbahnhof, wo sie Barrikaden errichtet haben." „Barrikaden?" rief ein junger Mann in einem roten Kittel, der an einem Tische saß und trank.„Die haben ja nur einige eiserne Gitter heruntergerissen; wenn Sie das Barri- kaden nennen! Aber es sind ia Feiglinge. Wenn die Stops kommen, laufen sie. Dreckige Feiglinge." „Glauben Sie, daß was geschehen wird?" „Was kann denn geschehen mit diesem Rudel dreckiger Feiglinge?" „Was halten Sie davon?" sagte Andrews und wandte sich an den Chink. Der Chink schüttelte den Kopf ohne zu ant- warten. Andrews ging hinaus. Als er zurückkam, fand er Al und Chrisfield allein im Zimmer. Chrisfield ging auf und ab und biß sich die Fingernägel. Auf der Wand gegenüber dem Fenster lag ein rechteckiger Sonnenfleck, der von der gegen- überliegenden Wand des Hofes reflektiert war. „Um Gottes willen, Chris, mach', daß du fortkommst. Ich werd's schon allein schaffen", sagte Al gerade mit schwacher Stimm«. Sein Gesicht war vor Schmerz verzogen. „Was ist los?" rief Andrews und legte ein großes Paket nieder. „Slippery hat die Milstärpokzei hier in der Nähe herum- lungern sehen." „Großer Gott!" „Die anderen sind weg..." „Al ist zu trank... Al, ich bleibe bei dir." „New, wenn du'ne Stell« weißt, wo du hinkannst, Chris, mach', daß du fortkommst. Ich bleibe hier bei Al und spreche französisch mit der Militärpolizei, wenn sie kommt. Wir werden die schon an der Nase herumführen." Andrews fühlte sich plötzlich sehr froh und glücklich. „Wirklich, bei Gott, Andy, ich würde bleiben, wenn dieser Sergeant nicht darum wüßte", sagte Chrisfield krampfhaft. „Mach', daß du davonkommst, Chris. Es ist vielleicht keine Zeit mehr zu verlieren." „Auf Wiedersehen, Andy!" Chrisfield schlüpfte aus der Tür. „Komisch, Al", sagte Andrews und setzte sich auf das Bett- ende und packte das Essen aus.„Ich habe überhaupt keine Angst mehr. Ich denke, ick bade mich von der Armee befreit. Al, wie geht's deiner Hand?" „Weiß nicht. O. jetzt wünschte ich in Coblenz zu sein. Ich bringe es nicht zustande, gegen die ganze Welt anzugehen. Wenn doch Dan mit uns wäre... Komisch, daß du Dan kennst... Der würde Tausende von Ideen haben, um aus dieser Klemme rauszukommen. Aber ich bin froh, daß er nicht hier ist. Er würde mich ausschimpfen, weil ick mich so be- nommen habe,'n mächtig ehrgeizger Kerl. Dan." „In der Armee. Al, da hat ein anständiger Mensch nichts zu suchen", sagte Andrews langsam. Dann schwiegen sie. Im Hofe war kein Laut zu hören. Nur ganz weit in der Ferne das Geklapper von Hufen über Pflastersteinen. Der Himmel hatte sich bedeckt und das Zimmer war dunkel. Das Licht aus dem Hofe hatte grünlichen Schein, der ihre Gesichter blaß und tot aussehen ließ, wie die Gesichter von Männern, die lange zwischen nassen Gefängnismauern eingeschlossen waren. „Und Fuselli hatte ein Mädchen, das Mabe hieß", sagte Andrews. „O, die hat einen von der Marine geheiratet. Sie haben 'ne große Hochzeit gemacht", erzählte Al. 4. „Endlich erreiche ich Sie!" John Andrews hatte Gcknevteve auf einer Bank im Garten unter einer Laube von Wein entdeckt. Ihr Haar schien hell in der Sonne, als sse aufstand. Sie streckte ihm beide Hände entgegen. „Wie gut Sie so ausschauen!" rief sie. Jetzt fühlte er nur noch ihre Hände in den seinen, und ihre hellblauen Augen und die hellen Sonnenslecken und die grünen Schatten, die um sie herum tanzten. „So, Sie sind aus dem Gesängnis heraus und demobili- siert! Wie schön! Warum haben Sie nicht geschrieben? Ich war wegen Ihres Schicksals so beunruhigt. Wie haben Sie mich hier ausfindig gemacht?" „Ihre Mutter erzählte mir, daß Sie hier seien." „Und wie gefällt es Ihnen hier?" Sie machte eine weite, ausladende Bewegung mit der Hand. Einen Augenblick standen sie schweigend Seite an Seite und blickten sich um. Vor ihnen waren große Rosen- büsche, von denen die Blüten unordentlich in Bündeln her- unterhingen und dahinter ein großer, grün glänzender Rasen voller Butterblumen, der zu einem alten, grauen Hause hin- unterführte, das an dem einen Ende einen runden, breiten Turm batte. Hinter dem Haufe waren große, grüne Pappeln. durch die hindurch Flecken silbergrauen Wassers und gelber Flußufer schimmerten. Aus der Ferne kam der einschläfernde Geruch gemähten Grases. „Wie braun Sie sind, sagte sie wieder.„Ich dachte. ich hätte Sie verloren.... Sie könnten mir schon einen Kuß geben, Jean."_,,.... (Fortsetzung folgt.) Kündigung von Bureaus und Geschäftsräumen. # zahlen. Eine Rhein und Muhrkundgebung veranstaltet die Arbeitsstellen, sowie schließlich aus der Königshulder Stahl- und Eisengemeinschaft Groß- Berlin der Reichsvereinigung ebemaliger warenfabrik in Königshuld, Kreis Oppeln, die neben einer Gesentseriegsgejengen er augunsten ihrer notleidenden Kameraden am schmiede die Fabritation von landwirtschaftlichen Geräten, wie 28. April, abends 8 Uhr, im großen Saal des früheren Herrenhauses, Leipaiger Str. 3, Mitwirkende: Generalmusifdirektor Scheinpflug aus dem Haden, Schaufely, Aegten, Gabeln usw., betreibt. Die Kohlenbesetzten Duisburg, das Tonfünstlerorchester, namhafte Schauspieler. An- grundlage dieser Betriebe ist in der Steinkohlengewerkschaft Sprachen: W. v. Lersner, E. Barfanti, st. Großmann. Karten zu 1500 M. Vereinigung Glückhilf- Friedenshoffnung, sowie in der Gewerkschaft und 3000 M. in der Geschäftsstede, Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 86, Konsolidierte Steinfohlengrube Nord gegeben, deren Kure sich sämtlich im Besitz der Aktien- Gesellschaft befinden. geöffnet täglich 6-8 Uhr abends. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Die bis Sonnabend nicht Gomit erhält die AEG. eine gut ausgebaute abgerechneten Mailarten gelten als verlauft. Die Streile werben ge montanunterlage. Die Linke- Hofmann- Caro- Gruppe wird beten, sofort sämtliche Beträge für Theater- und Opernvorstellungen zu über jährlich 2 Millionen Tonnen Rohlen, 400 000 Tonnen Roheisen, 600 000 Tonnen Stahl verfügen und sie wird in einer großartigen Folge bis zur Verfeinerung reichen, wird Formguß, Radfaz und Kesselrohr erzeugen und hat jetzt sich nicht nur mit dem Anschuß von Caro- hegenscheidt eine größere Rohlen- und Roheisenbafis gesichert, sondern hat gleichzeitig auch auf dem Wege der Verfeinerung sich eine neue Stufe an gegliedert. Gleichzeitig mit dem Anschluß an die D. E. J. hat die Linte- Hofmann- Lauchhammer- Gruppe sich mit der bedeutenden Schraubenfabrik Archimedes verbunden. Das neue Konzerngebilde sieht folgendermaßen aus: Linte- Hofmann- Lauchhammer- Konzern. Interessengemeinschaft Das städtische Zentralamt für Wohnungswesen teilt mit: In den letzten Tagen ist in der Tagespresse verschiedentlich ein Urteil des Kammergerichts besprochen worden, in dem die Runderlasse des preußischen Ministers für Volkswohlfahrt, durch die die zu stimmung zur Kündigung nicht nur bei Wohnungen, Läden und Werkstätten, sondern auch für Bureaus und Geschäftsräume und endlich für alle Mieträume notwendig gemacht wurde, für rechts ungültig erklärt worden sind. Dieses Urteil hat, da hiernach die Zustimmung des Mieteinigungsamtes zur Kündigung von Bureaus und Geschäftsräumen nicht mehr erforderlich sein soll, in der Bevölkerung erhebliche Beunruhigung hervorgerufen. Es tann dahingestellt bleiben, ob die Auffassung des Kammergerichts richtig ist oder nicht; jedenfalls ist das Mieteinigungsamt Condon, 25. April.( WIB.) Von den Passagieren und der auch jetzt noch befugt, über einen Kündigungsantrag Besagung des untergegangenen portugiesischen Poffschiffes Don Bureaus und Geschäftsräumen zu entschei ben, und zwar auf Grund des§ 2 MSch., wenn der Mieter nach erfolgter Kündigung unverzüglich das Mieteinigungsamt angerufen hat. Es steht also auch heute noch jedem Inhaber von Bureaus oder Geschäftsräumen frei, das Mieteinigungsamt anzu rufen, um eine Entscheidung über die Fortsetzung des Mietverhältnisses herbeizuführen, sobald der Vertrag von dem Vermieter ge fündigt worden ist. Ein Wucherprozeß um alte Möbel. Furchtbare Schiffskatastrophe. Hoffamedes", zufammen 237 Personen, war feine Spur zu entdeden, ebensowenig von treibenden Booten. Das australische Schiff feht seine Nachforschungen fort. Straßenbahnkatastrophe in England. Bei einem Straßenbahnunglüd in der Nähe eines Bergwerts bei Lanelly( England) wurden fünf Bergarbeiter getötet und zwanzig verwundet. Mit der für Verfäufer gebrauchter Möbel außerordentlich wich tigen Frage, ob gebrauchte Möbel als Gegenstand des täglichen Bedarfs anzusehen sind, sowie ob im Handel mit gebrauchten Möbeln ein auf einer ordnungsmäßigen Marktlage beruhender Marktpreis besteht, beschäftigte sich das Wuchergericht II in einer Verhandlung gegen den Möbelhändler R. aus Steglitz wegen Preiswuchers. Der Angeklagte hatte für einen gebrauchten Diplomatenschreibtisch mit Geffel zu An. fang August v. 3. 4900 M. und für dieselben Gegenstände am 31. August unter Hinweis auf die inzwischen eingetretene Dollarsteigerung 13500 m. gefordert, worin ein Bergehen gegen 2. die Preistreibereiverordnung erblickt wurde. R.-A. Thiele hatte awei gerichtliche Sachverständige geladen und berief sich auf deren Gutachten. Das Wuchergericht lehnte die Werneh. mung der Sachverständigen ab mit der Begründung, daß es den Fall auf Grund seiner eigenen Sachkunde entscheiden tönne und tam auf Grund dessen zu der Feststellung, daß die angebotenen 7. Möbel zu ben Gegenständen des täglichen Bedarfs zu rechnen feien, und daß eine Marktlage in gebrauchten Möbeln nicht möglich sei und in dem vorliegenden Fall nicht bestanden habe Der Angeklagte wurde wegen Preiswuchers zu 200 000 m. Geldstrafe verurteilt. Am Vorabend. Ein Appell an die Frauen. 6. Groß- Berliner Parteinachrichten. Blankenfelbe. Sonntag, den 29. April, nachmittags 4 Uhr, öffentliche Bersammlung bei Staab. Bortvag des Genossen Bürgermeister Rubig. Kreis. Tiergarten. Die für die Maifeier im Rarlshof bestimmten Ordner werden erfucht, sich am Sonnabend, ben 28. b. M., abends pünktlich 7 Uhr, Die Obleute aweds Einteilung bei Lausch, Bredowftr. 38, einzufinden. bes Beamtenwerbeausschusses finden sich Sonnabend, den 28. April, zwischen 5 und 6% Uhr nachmittags beim Genossen Joseph, Spedition des Vor märts", Wilhelmshavener Straße, zum Abholen des Materials ein. Jm Behinderungsfalle müffen die anderen Werbeausfußmitglieder erscheinen. reis. Charlottenburg. Die Abteilungsleiterinnen werden gebeten, am Freitag, den 27. April, awischen 5 und 8 Uhr die Mai- Gleichheiten vom Genoffen Dohler, Wilmersdorfer Str. 13, abzuholen. Areis. Atreuzberg, Sonnabenb, ben 28. b. M., 7 Uhr, Sigung des Kreis, bildungsausschuffes bei Reim, Urbanftr. 29. Heute, Freitag, den 27. April: Jungjozialisten. Gruppe Schöneberg- Friebenau. 8 Uhr im Jugendhort ,, Feu rigstraße 35, Diskussionsabend. Gruppe Norden. 7% Uhr im Jugendheim am Brunnenplag im Lebigenheim Bortrag des Genossen Lamm: Birt fchaft und Steuerpolitit". 28. 40. Morgen, Sonnabend, den 28. April: t. 7 Uhr Funktionärsigung bei Hermann Schwarz, Blankenfelder Straße 10. t. 7% Uhr bei Büttner, Schwedter Straße 23, Funktionärtonferens. Die Bezirksführer, Betriebsverfrauensleute und Bezirksverordneten werden er fucht, pünktlich zu erscheinen. abt. Genoffe figner ist verstorben. Die Cinäfcherung findet Sonnabend nachmittag 2 Uhr im Krematorium Wilmersdorf statt. 56. bt. Charlottenburg. 7% Uhr bei Lierich, Rantitt. 62, Funktionärkonferens. 106. Abt. Johannisthal. 7% Uhr Gigung sämtlicher Funktionäre und bes Die Bezirkslaffierer milffen beftimmt erscheinen. Bildungsausschusses bei Gobin, Roonstr. 3. 117, bt. Lichtenberg. Der Genosse Ernst Arger, Rantstr. 8, ift gestorben. Die Cinäfcherung findet Sonnabend 2 Uhr im Arematorium Baumschulen meg ftatt. Bernau. Generalversammlung 8 Uhr im Gesellschaftshaus pon Mobifch, Raiferstraße. Bollzähliges Erscheinen fämtlicher Mitglieder ist notwendig. Der große Tag des Proletariats, der 1. Mai, steht vor der 4. Tür. Bis in die letzten Stunden des Borabends halten die 3u rüstungen die Frauen im Trabe. Recht fo ber äußere Mensch muß mit der Bedeutung des Tages in Uebereinstimmung gebracht werden. Das macht heute unendlich viel Mühe. Wer das ſtille Birken der Frauen hinter der Weltbühne nicht fennt, der versteht es nicht zu schätzen. Und doch ist es ein in Millionen Einzelfällen sich wiederholendes Schaffen aus großen Wertstätten und ein dorthin wieder Zurüdfließen. Hauswirtschaft und Weltwirtschaft, die beiden Pole, zwischen denen das Menschenleben sich bewegt, beide stehen in dem großen Wendefreis, der mit dem 1. Mai als das Wahrzeichen großer Umwälzungen am politischen Bölkerhimmel steht. Nicht allen Menschen find die Wechselbeziehungen zwischen großen Weltereignissen und Einzelschicksalen flar. Die Berhältnisse Spiken sich unter dem Kapitalismus immer mehr zu. Sie drängen nach einer Entscheidung durch das Proletariat. Je höher das Klaffenbewußtsein entwideft ift, je mehr die Mittel des Klaffen- 6 tampfes ausgebaut find, besto früher und präziser wird die Ents scheidung fallen. Die deutsche Arbeiterschaft hat die Mittel des Klassenfampfes am weitesten ausgebaut. Sie hat aus der Macht fülle der Novemberrevolution heraus allen Männern und Frauen auch die Mittel des proletarischen Klaffenkampfes in die Hand gegeben. Durch den Gebrauch diefer Mittel entwidelt sich das Klaffenbewußtsein höher und daraus wiederum die Berbesserung der Mittel des Klaffenkampfes. In solchen Entwicklungsphasen sind, wenn sie von innen heraus besonders ungünstig beeinflußt werden, Rüd schläge vorübergehende Erscheinungen. Die aus Rückschlägen gewonnenen Erfahrungen pflegen solche für die Zukunft von selbst zu forrigieren. Jugendveranstaltungen. felbft werden Reigentänze vorgeführt. Eintritt 100 m. Reukölln. Die Veranstaltungen fallen heute abend aus. Die Abteilungen Blanken Cinfe- Hofmann- Cauchhammer 2. G. Breslau Befig: Werke in Breslau Werf Bauchhammer( Kohlenbafts) Wert Riela- Gröba Werk Torgau Werk Grödig Linte- Lauchham., Abt. Füllner. wert, Warmbrunn Waggonfabrik vorm. Herbrandt u. Co. Runftsteinwerte A. G. borm. Schuffelhauer Linte- Hofmann- Lauchhammer A. G. Abteilung Eisenwert Lauchhammer, 8weigniederl. Elfterwerda Beteiligungen: A.- E.- G.- Stahl- u.Walzw.Hennigsdf. Geefens, Lechner u. Co, Rom- Gei. Waggontabe in Brand b. Aachen Dazu: Rhn. Wagg, Ront. R. Lechner u. Co., Hachen Düffeldorfer Maschinenbau M.A.G. vorm. J Lefenhausen, Düffelbf. Berbohler Stanz- u. Dampfhammerwert Ad. Schlefinger Rom.- Gef. Archimed, A. Schraub Fab, Berl Ronfortialunternehmungen: Graf Magnischen Neuroder Rohlen u. Tonwerte Wilh. Hegenscheid A. G., Ratibor Fabr.f.Eisenbahnwag. Rep.inAlcala Eisenbahn- Material- Leihanstalt ( Holding- Gef von Linte- Hofmann Lauchhammer) Effettenbefit: Allg. Elektrizitäts- Gesellschaft Linte- Hofmann- Lanchhamm. Rheinmetall" Archimedes Sanemag" Oberscht. Elfenindustrie A.G. für Bergbauu. Sütfenbetrieb Bestz: Sochofenwert Julienhlitte, Bobret 7 Hochöfen 1 Martinstahlwerk Balzwert Herminenhütte in Laband 3 Feineijenwalzstraßen 1 Raltwalzwert Baildonhütte A. G. in Tomb bei Kattomis( poln. Hoheitsgebiet) 1 Martinstahlofen 3 Walzenstraßen 1 Blechwalzwert 3 Elettroftahlöfen Hammerwerk Eisenhütte Silesia AG. Paroschowig ( poln Hoheitsgebiet) Blechmalzwerk Geschirrfabrik m. Stanzwert in Breslau Draht und Nägelwerte in Gleiwiz Rönigshulder Stahl- u. Eisenwaren fabrik Elfensteingruben Beteiligungen: Gewerkschaft Steinkohlenwerk Ber Glückhilf- Friedenshoffnung ( entscheibender Einfluß) Gewerkschaft Confolidierte Steintohlengrube Nord, Gleiwiz ( Sämtliche Ruge im Befit) Preußengrube Gleimig Petersdorfer Induſtrie- G m. b S. Emaillierwerk Germania, Rosenthal Die bisherige Besitzerin der Attienmehrheit der D. E. J. war bie Charlottenhütte. Der Generaldirektor Flid der Char lottenhütte ist einer der großen Konzernbildner der letzten Jahre. Er Am 6. Tag ber Jugendpflegewoche im Bezirk Brenzlauer Berg findet um hat ein großes Gebilde geformt aus der im Stegerland gelegenen Uhr bie Besichtigung ber Bollebadeanstalt Oberberger Straße flatt. Um 8 The Charlottenhütte mit ihren Spat- und Braumeifengruben, ihren Hoch finbet bie Besichtigung bes Jugendheims in her Oberberger Straße statt. Da öfen, Martin- und Balzwerten, mit 2 großen Werken Oberschlesiens und zwar der Bismardhütte und ber Rattomizer A.-G. beteiligen fich an ber Offentlichen Versammlung der Chriftlichen in Aliems für Bergbau und Eisenhüttenbetriebe. Ob die Charlottenhütte die Festfälen, Safenheide. Treffpunkt Jugendheim Rogatstraße 7 Uhr. burg. Gemeindeschule Triftstraße, Bortrag: Unsere Gegner". Mehrheit an die DEJ.- Aktien aufgab gegen einen Austausch von Brif. Jugendheim Chauffeeft. 48, Borttag:„ Sozialismus und Basifismus". Linte- Hofmann- Lauchhammer- Attien ist voräufig nicht sicher, wird Charlottenburg. Jugendheim Rosinenſtr. 4, Bortrag: Was ist Goatalismus". aber behauptet. Damit würde sie auch in einer losen Gemeinschaft Gesundbrunnen. Jugendheim Gotenburger Str. 2, Bortrag: Die Entwidlung des Menschen". Straße, Bortrag: Fafcismus", Balenfee. Jugendheim Gemeindeschule Joachim- Fiedrich zu dem neuen Gebilde treten. Sicher ist mur, daß diese frühere BeLichtenrabe. Jugendheim Gemeindefchule herrscherin der D. E. J. gegenwärtig auf neuen Wegen wandelt. Es Roonftraße, Distuffionsabend: Sommerarbeit". Saben. Jugendheim Bade- ist ganz augenscheinlich, eine Folge der Ruhrbeseßung, daß über anstalt Bärwaldstraße, Bortrag: Der Wert des Achtstundentags". die von der Befehung freien Werte gegenwärtig ein großer Kampf um die Industrieherrschaft entfacht. Um die Charlottenhütte wird gegenwärtig fchwer gefämpft. Bis vor wenigen Tagen hat der Großfpetulant Bofel den Bersuch gemacht, die oberschlesischen Werte der Charlottenhütte( Bismardhütte und Rattowig) an sich zu reißen. Diese Berhandlungen find fehlgeschlagen. Wirtschaft Der Ausbau von Linke- Hofmann. Unfere belgischen Parteigenossen haben die gegenwärtige Zeit für Erfahrungserperimente nicht als geeignet erachtet. Sie haben sich auf ihrem legten Parteitag gegen das Frauenwahlrecht ausgesprochen, weil sie eine Stärfung der flerifalen Richtung befürchten. Ob ein späterer Zeitpunkt geeigneter ist, muß dahingestellt bleiben, Ohne solche Erfahrungskrisen entwickelt sich feine Klasse zu ihrer geSeit der Ruhrbefeßung ist das oberschlesische Industriegebiet für fchichtlichen Aufgabe. Wir brauchen nur die Geschichte der deutschen die deutsche Wirtschaft von erhöhter Bedeutung. Der großzügige Revolution seit 1918 fritisch zu betrachten. Solche Ereignisse innerhalb der internationalen fozialistischen Arbeiterbewegung sollten Konzentrationsgedante, vom ersten Rohstoff bis zur letzten Berfeine. aber den deutschen Genoffinnen ernstlich zu denten geben. Sie müffen Bionierarbeit leiften. Durch ihre Rührigkeit muß das Ber trauen in die politische Wirksamkeit der Frauen gehoben werden. Uebers Jahr sollen wir durch Reichstagswahl eine neue Probe unferer politischen Reife vor aller Welt ablegen. Das eine Jahr ift erhöhte Bedeutung. schnell herum. Inzwischen muß jede sich bietende Gelegenheit benugt werden, um überall die Frauen zu gewinnen. Der 1. Mai ist ganz besonders zur Agitation geeignet. Sorgt für große Teilnahme an den Veranstaltungen, vor allem an ber Bormittagsdemonftration. Sorgt aber auch dafür, daß den Frauen und Mädchen auftlärendes Material, vor allem die Gleichheit", in die Hand gegeben wird.( Bestellt schleunigst in der Buchhandlung Borwärts, Lindenstr. 3, 4. Hof II.) Berbt für die Partei! Minna Tobenhagen. rung eine große Gruppenbildung durchzuführen, ist durch die AbSchneidung ber hauptsächlichsten Rohstoffherde an der Ruhr vorläufig unterbrochen. Deshalb gewinnen ble besagungsfreien In dustriegebiete, vor allem das Siegerland und Oberschlesien, Schon taucht aber eine neue Lesart auf. Die Berbindung D. E. 3. umb Linte- Hofmann- Lauchhammer stellt zweifellos einen neuen Sieg für die AEG. dar, deshalb ist es nur allzu natürlich, daß ihr vorläufig größter Antipode, ber allein feligmachende Herr Hugo Stinnes nun auf dem Plan auftaucht. Es wird erzählt, daß die Charlottenhütte nunmehr sowohl über ihren oberschlesisch polnischen Besitz, als auch über die Siegerländer Betriebe mit der Stinnesschen Rhein- Elbe- Union verhandelt. Borläufig ist auch diese Entwicklung noch nicht abgeschlossen und sie bleibt abzuwarten. Es besteht aber fein Zweifel darüber, daß wir auf dem Gebiet der Ronzentration vor ganz neuen Entwidlungsmöglichkeiten stehen. Wenn man einmal erkannt hat, wie sehr die Stellung der deutschen Arbeiterschaft entscheidend beeinflußt wird durch die neuen Gruppenbildungen in der Berteilung des industriellen Befizes, dann wird man mit vollem Recht diesen Entwidlungen Be Norbert Einstein, Stuttgart. a chtung fchenfen. Erhöhung des Goldzollaufgeldes. Das Goldzollaufgeld beträgt für die Zeit vom 2. bis einschließlich 8. Mai 1928 551 900 v.. bisher 502 900). Devisenkurse. Unferer gestrigen Kurstafel ist noch nachzutragen: 1 finnnifde Mart 801,99 Gelb, 806,01 Brief; 100 öfterr. Kronen Vorträge, Vereine und Versammlungen. Um die Gruppe Linte hafmann Lauchhammer entwickelt sich ein größerer Konzern. Die Linke- Hofmann A.-G., die im Jahre 1922 in ihrer Lokomotiv. und Waggonablieferung auf eine Höhe von 87 000 Tonnen gefommen war, hatte einen immer größeren Eisenverbrauch. Dieser Eisenverbrauch wurde befriedigt durch die Verbindung mit der Lauchhammer 2.-G. Ihr Bedarf in Stahl fonnte aus den Werten in Riesa, Gröbig und Torgau gebedt werden, und außerdem war damit verbunden eine Sicherung des Braum fohlenbedarfs. Das wurde noch erweitert durch die Berbindung mit Der Totschlag auf der Alm". Unter der Anklage des Lot- ber AEG., deren Hennigsdorfer Stahlwert das noch fehlende Cifen schlages und schweren Naubes batte sich der Malergehilfe Mag Pfeil lieferte. So entstand die Linte- Hofmann.-. in Berbindung vor den Geschworenen des Bandgerichts II zu verantworten. Er wird befchuldigt, im Juli 1919 die 68jährige Bitte Johanne Rabus wenigstens mit einem Teil der notwendigen Robftoffe, es fehlte aber in ihrem Anwesen auf der Alm" an der Bollersdorfer Chauffee immer noch das notwendige Roheisen. Dieser Faftor war von abgeft. 40,84 Gelb, 41,06 Brief: 1 ungarische Strone 5.18 Geld, im Bezirk Schöneiche beraubt und getötet au baben. Der An- großer Bedeutung, weil bie noch fonzernfreien Hochöfenwerte immer 5,22 Brief; 1 bulgarische Lewa 216,45 Geld, 217,55 Brief; 1 jugogetlagte iſt geſtändig. Die Geschworenen bejabten die Schuldfragen geringer wurben. Durch die Ruhrbefegung war der Roheisenbedarf flawischer Dinar 298,25 Geld, 299,75 Brief. 1 polnische Mart nach Totschlag und schwerem Raub unter Berfagung mit noch gestiegen, denn die innerbeutschen Roheisenverbraucher maren foftete im freien Verkehr etwa 64 Pf. bernder Umstände und das Gericht verurteilte den Angeklagten restlos auf tschechisches und englisches Roheisen angewiesen. Pfeil zu 15 Jahren Zuchthaus und geбbn Jahren Chr Aber der Zusammenschluß der Linte- Hofmann- Lauchhammer berlust unter Anrechnung von 4 Monaten Untersuchungshaft..- B. mit der Oberschleifen Eisen industrie A.-G. Die falsche Stüße. Unter diefer Spigmarte berichteten wir( Caro- hegenscheidt) hat auch für die lettere wirtschaftliche Ursachen, fürzlich über einen Prozeß, dem der Raubüberfall auf die Witwe benn hier handelt es sich darum, für Roheisenüberschuß regelmäßigen Buppe in Steglit zugrunde lag. Infolge von Störungen bei ber butte der Oberschlesischen Eisenindustrie A.-G. für die in letter Absatz zu finden und hier lag es nabe, bie als wertsprotelephonischen Uebermittlung ist das Urteil in diesem Prozeß nicht Beit immer größere Ausdehnung der Eisenbahnwagen, Lokomotiv. richtig wiedergegeben worden. Die Angeklagten Maglat und und Maschinenbauanstalten der Linke- Hofmann- Lauchhammer A.-G. Frau Seibel sind nicht des verfuchten Totschlages, in Breslau in Verbindung zu bringen. Die Frankfurter Zeitung" Georgenste. 30-31, einen Interessanten Abend. Heinrich Rienkamp spricht über fondern Mahlat des schweren Raubes und Frau Seibel des schweren schäßt die Roheisenerzeugung von D. E. J. auf 400 000 Tonnen. bie Bollagenoffenfoaft" als Löfung des wirtschaftlichen Broblems. Diebstahls, beide unter 3ubilligung milbernber Um Außerdem wird Linte- Hofmann- Lauchhammer jegt durch die Koks manenchor bei ber Maibemonstration findet am Sonntag, den 29. April, a hr Deutscher Arbeiter.Sängerbund, Gau Berlin. Die gemeinsame Probe zum stände schuldig befunden worden. und Rohlengewerkschaft Glückhilf" und die Deutsch- Oberschlesische vormittags, im Gaalbau Friedrichshain statt. Gelibt wind: Arbeiter- Bater Breußen- Gruppe, teide zur D. E. 3. gehörend, fünftighin beliefert. landslied", Gruß an ben Mai", Internationale. Die Groß- Berliner Bereine Man schätzt die jährliche Kohlenbafis auf ungefähr 2 Millionen des 9. und 11. Bezirkes fingen bei der Demonstration im Westen. Näheres durch die Bezirksleitungen. Tonnen. Die deutsch gebliebenen Werte der Oberschlesischen Eisenindustrie .- G. feßen sich zusammen aus der Julienhütte in Bobret bei Beuthen, bestehend aus einem Hochofenwert, Roferei mit Ueber. R. Jungblut, Wir konnten leider das Bild nicht festhalten. gewinnungsanlage, sowie einem Stahl- und Walzwert, der Her. Kaltwalzwerf, den Oberschlesischen Drahtwerten in Gleiwiß, die heiter, ziemlich warm bei frischen westlichen Winden. Später Abkühlung mannhütte in Laband bel Gleiwit, bestehend aus einem Balz. und Wetter bis Sonnabend mittag. Zunächst troden und vielfach Walzdraht, gezogene Drähte, Drahtstifte, Nägel, Nieten, Holz- und trübe mit Regenschauern bei lebhaften westlichen bis nordwestlichen fchrauben, Retten, Springfabern, Drahtseile, Drahtgeflechte ufw. her- inden Die juristische Sprechstunde fällt am Sonnabend, den 28, d. m., aus. " An unsere Abonnenten in Spandau. Bom 1. Mai an wird der Vorwärts" wieder durch Boten in das Haus geliefert. Bestellungen find zu richten an Frau Brohm, Spandau, Achenbachstraße 7, Bigarrenladen. am greitag, den 27. b. M., im Hörsaale des Instituts für Meerestunde, In der Deutschen Friedensgesellschaft( Ortsgruppe Berlin) wird Georgenstraße, nahe dem Friedrichsbahnhof, Ernst Nietisch über die Bayerische Frage" sprechen. " Arbeiter- Abstinenten.Bund, Abt. Mitte. Mufitabend im Seim, Steinstr. 35. Muffinftrumente mitbringen. Treffpunkt Sonntag 7 Uhr Berolina. Bund Deutscher Mietervereine, Ortsgruppe Treptow- Baumschulenweg: Bahnhof Treptow. Eintritt nur gegen Vorzeigung der Mitgliedstarte. Thema: mitgliederversammlung Freitag, den 27. April, 18 Uhr Gesellschaftshaus am Mieterfireit und feine Folgen Der Frey- Bund, Berlin- Charlottenburg, Berliner Straße 23, neranstaltet am Sonnabend, ben 28. April, 7% Uhr im Dorotheenstädtischen Realgymnasium, Briefkasten der Redaktion. Der„Zugend-Vorwarks" ist ein Diskussionsorgan der Arbeiier-Iugend und der Iungsozialisten. Es können hier ge> legentlich auch Meinungen zum Ausdruck kommen, die dem Skandpunkl der Partei nicht vollkommen entsprechen. Die Redaktion trägt daher für den Inhalt dieser Beilage nur die preßgesehliche Verantwortung. Redaktion des„vorwärts". Der sozialistische Stuöent unö öie Partei. Don Otto Stamm er»Leipzig. Au«, ug au« einem ZZortrag. den Genoff« Brofefsor Dr. E i n, h e i m e r auf der diesjährigen Delegiertenversarnm- lung des Verbandes fezialifttscher Studentengruhpen Deutschlands und Oesterreichs in Franlfurt a. M. hieU. Wenn wir das Verhältnis des sozialistischen Studenten zur Sozialdemokratischen Partei betrachten wollen, so müssen wir zwei Unterfragen unterscheiden, die in einem Gegenseitigkeitsverhältnis zueinander stehen. Einmal:„Was bedeutet der sozialistische Student für die Sozialdemokratische Partei?" und zum zweiten die Um- kehrung dieser Fragestellung. Die erste Frage: für die Sozialdemokratische Partei ist ent- scheidend und wertvoll der Geist, mit welchem die Studenten ihr nahetreten. Die Partei hat ein cheldenzeitalter gehabt, aber sie hat auch ihre Lebensverkümmerung. Genau so wie es Kirchenpfaffen- tum gibt, gibt es auch Parteipfaffentum, an dem eine Bewegung zugrunde gehen kann. Deshalb gilt als erstes für den sozialistischen Studenten, den Geist der Problematik für seine Partei zu wahren, der von lebenserneuernder Bedeutung ist.— Unsere Partei ist in einer Krisis— alle Parteien sind in einer Krisis, weil die Welt in einer solchen ist—, tiefe Depression ist eingetreten da ein Glaube wankend geworden ist. Sozialist sein heißt heute, eine zusammen- gebrochene Welt durch eine Summe aufeinanderfolgender Organisationsakte wieder neuzugestalten. Dazu ist ein G e i st der S a ch- lichkeit notwendig, der im Sinne von Max Weber die Welt als „entzaubert" aufzufassen oermag und den der Student der Partei bieten muß und kann, da der heutige Typ des Studenten weniger ein Idealist als ein humaner Realist ist.— Als Drittes kommt hinzu der Geist der U r s p r ü n g l i ch k e i t, der das Glück der Jugend ist und den der Student im Verein mit den anderen Jugendgenossen in der Partei wachzuhalten fähig ist. Unsere Partei leidet daran, daß sie kein positives Der» hältnis zum Staat« hat. Es gilt hier, den notwendigen Schritt zur Politik zu tun. Der Staat allein ist die Form, in der einheitliches Volks- und Völkerleben möglich geworden ist, seine Be» jahung ist eine der wichtigsten Stationen im Klasienkampf. Auch hier kann der Student helfen, indem er mit w i s s e n s ch a f t l i ch e m Geiste in die Bewegung eintritt. Wissenschaftlicher Geist ist nicht nur Fachwissen, ist nicht Spezialistentum, er ist in dem richtigen Sinne synthetischer Geist. Die„Bonzen" sind in der Partei auch sehr nötig, auf der anderen Seite jedoch steht das große Bedürfnis nach wissenschaftlichem Geiste. Die zweite Frage, der wir uns zuzuwenden haben, ist:„Was bedeutet die Sozialdemokratische Partei für uns, die sozialistischen Studenten?"— Der Student von heute ist auf die Partei ange» wiesen. Dem Sozialismus liegt zugrunde ein bestimmter Kultur- antrieb, der vor allem auch den Intellektuellen zur Partei treibt. Es ist durchaus falsch, die Sozialdemokratie nur als Wirtschafts- partei aufzufasien, sie ist im Gegenteil eine Kulturpartei. Der Sozialismus erhofft nur die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine höhere Menschheitskullur. Wir wenden uns an die Partei als einer Kulturpartei. Wir alle sind heute der Lebenslage nach Proletarier geworden. Es war schon immer der Fehler der Sozial- demokratie, daß sie die Politik nur auf die Industriearbeiterschaft eingestellt hat. Diese müssen wohl den Bortrupp der Partei bilden, dem widerspricht jedoch nicht, daß die Partei als Partei der Arbeit im weite st en Sinne aufgefaßt wird, d. h. daß sie gerecht wird auch den besonderen Existenzbedingungen der geistigen Arbeiter. Wie kommt aber nun der Akademiker in der Partei zu seinem Recht?— Der moderne Klassenkampf wird nicht nur mit Demonstrationen geführt, sondern auch in den Diskussionen der Aus. schüss« usw., kurz, er hat eine Vergei st igung erfahren. Die Gegner sind durch geistige Gewandtheit in den Vordergrund ge- kommen, auch ein sozialistischer Erfolg kann nur zustande kommen, wenn vorher gearbeitet worden ist. Es liegt deshalb auch im Inter, esse der Partei, geistig geschulte Kräfte zu haben Wenn nun die Akademiker sich heute in der Partei als auvge- schaltet betrachten, dann sind nur sie selbst daran schuld. Denn nicht akademisches Wissen allein öffnet alle Türen, sondern in Verbindung mit dem Parteikampfe wächst der werwolle Mensch für die Partei. Die Akademiker sollen als lernende Kräfte in die Partei kommen. Sie sollen nicht eine Rolle spielen wollen, nicht im Gewände des Strebens auftreten, nicht mit leeren Redensarten kommen, sondern als Könnende. Der sozialistische Student muß den besten Studenten- typus darstellen! Wenn sich so beide finden, die Partei und der Intellektuelle, bann wird eine neue Epoche der Arbeiterbewegung beginnen. D 1 1 Partei braucht den Intellektuellen und der Intellektuelle die Partei! Die �ungsozialisten in Hofgeismar. Von Walther Spengler. Hofgeismar ist ein kleines Städtchen oberhalb Kastels. Mit seiner Gotik und seinen Dragonern fiele es nicht einmal im milden Hessenlande auf, wäre da nicht die landwirtschaftliche Winterschule, in der es von Zeit zu Zeit recht lebendig zugeht. Um es gleich zu sagen: sie ist die Tagungsstätte deutscher Jugendbewegung geworden und bei den Jungen w allen Gauen Deuffchlands zumindest dem Namen nach bekannt. Hier trafen sich im Sommer des Jahres 1920 die Freideutschen und beschlossen ihren Auf- und Niedergong, hier rangen die Iungdeutschen mit ihrer Alma de l'Aigles und ihren Problemen, und hier trafen sich denn auch in diesen Ostertagen deutsche Iungsozialisten, um über die Dinge zu sprechen, die heute gerade den Sozialisten auf den Nägeln brennen: Volt. Staat. Nation, Menschheit. Karl Bröger, Radbruch, Alma de l'Aigles, Einzheimer, Hei- mann. Professor Natorp sah man im Kreise junger Menschen aus allen Teilen des Reiches. Es wäre verlockend zu erzählen von den schönen Abenden im Park, der sich an das Tagungsheim anschließt, von den hohen Stunden am Osterfeuer, von den Fahrten ins schöne Hestenland. Wir müssen uns auf das Wesentliche beschränken.... Versucht soll nur werden, die große Linie festzuhatten, die sich durch alle Vorträge und Diskusstonen zog. Nummer 3/ Ireitag, den 27. �prtt792Z Einig war man sich in der freudigen Bejahung des Staates, einig war man sich in der Erkenntnis, daß es noch immer gilt, um die Seele des deutschen Volkes zu ringen, einig war man sich in dem Willen zum deutschen Wesen und zu deutschen Aufgaben. Daß man Einzelheiten kritisierte, daß < weidlich aus den Parlamentarismus geschimpft wurde, spielt dabei keine Rolle. Die Wege liefen erst auseinander bei der Erörterung inter» nationaler Fragen, Hier schwebte Goethes Wort über den Geistern:„Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." Die Enttäuschungen sind zu groß, als daß sie an diesen jungen Menschen vorübergehen könnten.„Was scheren uns die Be- kanntschaften der Führer der einzelnen Länder untereinander, was scherm uns ihre Proteste und Resoluttonen, wenn ihre Anhänger nicht bereit sind, auch nur das Geringste für uns tun..." sprach ein Bergmann aus Hamm und man verstand ihn. Man will die i Menschheit, man will die Internationale als Letztes wohl, aber man sieht dieses Letzte noch so in des Nebels Dichte, daß man sich dem zuwendet, das Hand und Fuß hat: dem Volke, dem Staate, der Natton. Und noch einmal prallten die Meinungen aufeinander. Un- bedingter Pazifismus auf der einen, bedingte Frie- densfreundschaft auf der anderen Seite, standen sich gegen- über. Osterroth erklärte: Es kann die Stunde kommen, da steht die nüchterne Frage vor uns: Welche Schuld von beiden wollt Ihr auf Euch nehmen, die des Untergangs der Nation oder die der Ge- waltanwendung um der Natton, um des Volkes willen? Meine und meiner Freunde Antwort wird sein: wir wollen für Deuffchland sterben! Bröger unterstrich diese Auffastung, während ihr Profestor Natorp entgegentrat und sich auf den Standpunkt stellte, daß letztes Ziel eines jedes Volkes die Menschheit sein müste und man um der Menschhett willen das Volk untergehen lasten solle. Die prakttschen Aufgaben formulierte Sinzheimer in einem hinreißenden Vortrag über die Politik im neuen Staat«. Bejahung des Staates, Hingebends Arbeit für ihn und tiefer Glaube an das Volk war das Leitmotto des ersten Teiles seines Vortrages. Im weiteren rief er die junge Generatton auf zu neuem Glauben an den Sozialismus, wenn auch nicht an den marxistischen. Erfüllt man hundert neuen Anregungen trennt« man sich am Sonnabend nach Ostern voneinander. Als zum Abschied das Lied: „Brüder in eins nun die Hände" erklang, faßte sich alles bei den Händen— ein gutes Symbol für die Zukunft. Gefähröete Silöungsarbeit. Von Dr. Rudolf Dußmann. Vor einiger Zeit ist in Deutschland etwas ganz Unerhörte» fast völlig unbeachtet von der öffentlichen Aufmerksamkeit geschehen, dabei aber doch von einer Folgenschwere für die Zukunft, wie sie drückender kaum für die nächste Generatton gedacht werden kann— das find die Beschlüsse des Reichswirtschafterates über das Ar- beitszeitgefetz, durch welche alle Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 und 18 Iahren ausgeschlosten werden von jeder Bildung»- arbeit, Teilnahme an Vorträgen, Sport, Volkshochschulen, Musik und Theater, kurz von allem, was Geisteskultur ist, und nicht zuletzt von jedem Eigenleben, wie es sich in den Iugendgruppen in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Dies ergibt sich daraus, daß der vom Reichswirtschaftsrat umgeänderte Regierungsentwurf des Arbeitszeitgesetzes nicht nur den Achtstundentag für Lehrlinge und Jugendliche (ungelernte) Arbeiter zu einer S4-Stunden-Woche grundsätzlich umgestaltet, sondern außerdem bestimmt, daß die Arbeits- pausen(Frühstück) und insbesondere die Arbeitzbereitschaft nicht in die Arbeitszeit einzurechnen sind. Denkt man daran, daß die Entwicklungsjahre diejenige Zeit sind, da das selbständige Gefühls- und Gedankenleben sich enffalten sollt«, so erkennt man, daß dazu bei einem Zehnstundentag stumpfer eintöniger Arbeit und dem dazutretenden Zeiwerlust auf die Arbeits- weg« kein Raum bleibt, und bei der größeren Ermüdbarkeit des Jugendlichen und der körperlichen Schwächlichkeit— infolge der heutigen Ernährungsoerhältniste der untersten Volksschichten— für die allerwenigsten dieser Jugendlichen es möglich sein wird, abends in der ihnen verbleibenden halben bis einen Stunde vor dem Schlafengehen nach einem Buche greifen. Wir werden da eine Generation bekommen, in der olles innere Leben verschüttet wird und die dann als Erwachsen« auch nicht das geringste Verständnis für kulturelle Güter wird haben können, daneben an Roheits- und Leidenschafts- vergehen ein bedeutendes Kontingent leisten dürfte. Wenn auch eine Produktionssteigerung unbedingt notwendig ist: durch die Iu- gendlichen und Lehrlinge ist sie nicht so bedeutend. Hier ist der wirt- schaftliche Uttlitarismus überspannt worden. Warum aber wehren wir uns nicht dagegen, wir Jungen? Sind wir zu schwach dazu? Sind wir wirklich zu schwach dazu? Wir lajlen neu öie Zährten steigen. von einem IungsoziaNsten. Am Potsdamer Platz verkaufen dicke Frauen erste Frühlings- blumen. Irgendwo spielen Knaben Fußball,— irgendwo riecht es nach Frühling. Frühling! Wir lasten neu die Fahrten steigen! » Mann« kramt mir die Fahrtenmappe raus. Aus Büchern und Papier, aus einer vergessenen Ecke. Photographien, Preßblumen, Aussätze, Skizzen, Spielregeln-- bunt liegt das durcheinander. Dies soll herausgenommen fein: „Im Vorfrühling, wenn man sich draußen noch nicht lagern kann, ist es gut, den Fahrten außer dem Inhalt, den sie durch sich schon haben, noch einen besonderen zu geben. Riesigen Spaß machte uns das„Schätze suchen". Einer legt einen Gegenstand(Buch, Trinkbecher, Zeichnung usw.) an einen Ort im Walde oder sonstwo nieder. Zwei Horden werden gebildet, die von verschiedenen Stellen aus auf die Suche gehen. Jede Horde hat einen Teil eines Briefes, aus dem sich schwer erkennbar ergibt, wo der Schatz zu finden ist.(Kartenhin- weis«, Nähe eine» bekannten Baumes usw.) Der Brief muß vorher von einem äußerst geschickten Genossen geschrieben sein. Er wird dann zerriflen und jede Horde bekommt einen Teil davon. Aus beiden Teilen muß, wenn die Suchenden geschickt sind, der genaue Ort des Schatzes zu ersehen sein. Treffen sich die Horden— und auch das mästen sie noch nebenbei versuchen—, so ergibt sich aus dem nun vollständigen Brief der Ort wesentlich genauer, aber immer- hin noch nicht so genau, daß man gar nicht mehr zu suchen braucht.--- Ein anderes Spiel, zu dem Verstandesschärfe, vielleicht noch mehr als beim vorhergehenden, gehört: Zwei oder drei Genossen müssen in einer genau besttmmten Zeit einen bestimmten Ort er- reichen, ohne abgefangen zu werden. Die Derfolgcr gehen später ab und zwar möglichst von einem anderen Orte als die Verfolgten. Läßt es sich durchführen, dann gehen die Verfolger zu gleicher Zeit von dem Orte ab, den die Verfolgten erreichen müssen. Bei der letzteren Art müssen aber noch besondere Abmachungen getroffen werden, damit die Verfolger nicht zu leichtes Spiel haben. Hier entscheiden örtliche Verhältnisse. Das Abfangen der Verfolgten muß in der Regel in der Form von Ueberfällen geschehen, da das bloße Gewahrwerden der Verfolgten noch nicht ihre Gefangennahme be- deutet. Gefangen ist ein Verfolgter, wenn er zwei Schläge auf den Rücken erhält. Die Verfolger mögen beachten: Lieber einen fangen und richttg, als alle zu sangen versuchen und gar keinen be- kommen. Ein guter Führer wird not tun. Für alle Spieler gilt: Ehrlich fem. In bezug auf die Zeit des Abgehens und der Angabe der Zeit, zu der man eventuell am bestimmten Orte angekommen ist. Kommt man mit Verspätung an, so hat zwar keine Partei direkt ge- wonnm, jedoch haben die Verfolger einen Erfolg insofern, als sie die genaue Ankunft verhindert haben. Ein anderes Spiel ist die Schnitzel- oder Fuchsjagd, die ja allen, zumindest den Führern, bekannt ist. Was hier gesagt wurde, sind Anregungen, mehr soll es nicht sein. Die Freideutsche Zugendbewegung. Ursprung und Zu- t u n f t. Herausgegeben von Adolf Grabowsky und Walter Koch.(Verlag: Friedr. Andreas Perthes in Gotha.) Eine Reihe sehr lesenswerter Aufsätze von führenden Menschen aus dem Kreise der freideutschen Bewegung. Es wird kurz, aber den- noch mit nur wenigen Ausnahmen recht positiv Stellung genommen zu den brennendsten Problemen kultureller und staatlicher Er- Neuerung. Das Heft gibt gewisse Möglichkeiten, Inhalt und Tiefe der Bewegung von heute zu messen, bestätigt andererseits die Tat- fache, daß, trotz des gelungenen Versuches, die grundsätzlichen Fragen von Menschen auf möglichst zentraler Einstellung behandeln zu lassen, die Bewegung heute weniger denn je zu abschließenden Ergebnissen kommt. Wenn im Vorwort frisch erklärt wird, daß sie deswegen „wirtliche" Bewegung sei, so oermag ich leider keine Spur„wesent- sicher Kraft" dann zu erblicken, sondern im Gegenteil ein großes Moment der Schwäche, durch die die Bewegung den ersten Platz im Kampfe um die Kullurerneuerung längst nicht mehr zu behaupten oer- mochte. Es seien besonders genannt: J. Ein sehr tiesschürfender Versuch, das religiöse Problem zu klären, von Paul Tillich.— 2. Eine muttge Attacke für gründliche Revolution des Unterrichts, von Schultz-Hencke.— 3. Ein Beitrag von Franz Sachs„Das Verhältnis der Geschlechter". Satz für Satz möchte ich ins Stammbuch schreiben jenen Mädels, die sich aus totalem Mißoerstehen des Befreiungs- kampfes der Frauenbewegung von den letzten schätzenswerten weib- lichen Eigenschaften emanzipieren und alle in der Entwicklung zum hehren Frauentum begriffenen Anlagen abtöten, aber auch jenen ewigen Jünglingen, die-aus Furcht vor Entscheidungen an der gran- diosen Naivität hängen, die Geschlechterfrage auf„jugendliche" Weise lösen zu können.— 4. Eine Abhandlung von Pfarrer Mennicke über „Äugend und Sozialismus", die der schon oft vertretenen Ueber- zeugung nahekommt, daß der Sozialismus und die Iugendbeweguna in so mannigfachen Forderungen und Zielen übereinstimmen, daß «in Kampf Schulter an Schulter zu ermöglichen sein muß. Diese froh« Hoffnung wird einigermaßen durch das Schlußwort Gra- bowskys getrübt, der in lächerlichem Aposteleifer die Bewegung der Freideutschen als einzige Borwärtsbewegung der Jugend bezeichnet und scheinbar für die Tatsach« blind ist, daß sie an Aktivitäl im kul- turellen Kampfe von anderen Bewegungen der Jugend Überholl wird.— Kann sich die Bewegung nicht zu einem engen Zusammen- wirken mit den jungen Kräften des Sozialismus und zur Aktivität im politischen Leben verstehen, sondern begnügt sie sich mit der Pflege von Kniehosen und Haarschopf, so wird ihre Zukunft allen- falls in den Händen von Kaborettkünstlern und Witzblattzeichnern, nimmer aber auf dem Felde des Kampfes um Weltanschauungen liegen. R. K. „Das Volkslied für heim und Wanderung". 2. Auflage. Arbeiterjugendverlag. Mit herzsicher Freude begrüßen wir in neuer Form«ine alte, lieb« Gab«, die Hermann Böse, der ausgezeichnete Bremer Musiker, vor 12 Iahren der Arbeiter- jugend überreicht hatte. Das Büchlein war vergriffen und wohl auch in mancher Hinsicht einer Revision bedürftig. Di« neue Aus- gab« teilt den Riesenstoff sehr zweckmäßig ein, streicht manche Kunst- lieder, die allzu kompliziert für Lautenbegleitung waren, und bringt dafür andere, darunter auch jene neuen Arbeiterlieder, die in den letzten Iahren überall erklingen, wo das„Frei Heil" der AI. ertönt. Di« liebevolle Ausgestaltung des Büchleins, die gute Auswahl aus der unübersehbaren Füll« unserer Volksweisen und volkstümlichen Lieder, die kurzen und doch prägnanten Angaben über Entstehung?- zeit und-ort von Wort und Ton sind gleich hervorragend. Rur ein guter Kenner der Volksmusik, der zugleich die Seele unserer Jugend und ihr« Singelust kennt, kann diese Arbeit leisten. Vielleicht wäre es bester, wenn der Herausgeber mehr allgemeine Vortrags- bezeichnungen über die einzelnen Lieder setzte. Kein musikalischer Mensch wird natürlich die„Loreley" in„flottem" Tempo vortragen. Aber wenn über dem fast 300 Jahr alten„Schnitter Tod" etwa stünde:»Langsam und wuchtig", so wäre die Seele des Singenden, der ja meist keine Stilkenntnis hat: von Anfang an klarer auf den Sinn des Vortrags eingestellt. Auch Textrevisionen bei schlechten Versen(meist Nachdichtungen) wäre zu erstreben, während die Uebernahm« guter Neudichtungen zu alten, für unsere Arbeiter- jugend nicht geeigneten Gedichten sorgsamer als bisher zu pflegen wäre. Das Bestreben, die der Notenschrift und Formenlehr« Un- kundigen— das sind ja, dank unserer schlechten Volksschulbildung auf dem Gebiete der Musik die weitaus meisten derer, für die das Büchlein bestimmt ist— über Loutenbegleitung und die geeigneten Harmonien zu informieren, hat den Herausgeber zu einer neuen Form der Bezeichnungen von Tönen und Akkorden durch Buchstoben und Zahlen geführt. Ich habe, obwohl Böse sich darauf beruft, daß er die praktische Verwendbarkeit bei Arbelterinnen erprobt hätte, groß« Bedenken gegen diese neue, komplizierte Geheimschrift. Aber vielleicht täusche ich mich über die Fähigkeit der singenden und zupfenden Jugend. Sie allein wird entscheiden, ob es dem Henaus- geber gelungen ist, auf 6 knappen Druckseiten das klar und«in- deutig zu lehren, wozu man bisher sehr intensiv« Arbeit und viel Zeit brauchte: die Kenntnis der Notenschirst, dos Verständnis der Harmonien und die praktisch« Anwendung. Aber dies« Bemerkungen wollen weniger Kritik bedeuten, als Anregungen für die weitere Entwicklung sein. Je mehr das Büch- lein verwendet wird, um so mehr Ersahrungen werden Heraus- geber und Verlag gewinnen. Mögen diese Zeilen dazu dienen, daß recht zahlreiche' Bestellungen auf diese werwolle Berckcherung unserer Volksliederbücher erfolgen Dr. Alfred Guttmann. Arbeitersport. Der Arbeiter Schwimmbarein Vorwärts 1897 veranstaltet am Sonnabend, Ganghoferstraße, ein ben 28. April, im Stadtbab Neukölln, Schwimmfe ft mit lokalen Konkurrenzen. Bon befonderem Intereffe dürfte das Wasserballspiel werden, da es das Endspiel um die Meisterschaft des Kreises I darstellt. Am Freie Turnerschaft Neukölln- Brig. 3. Männer- Abteilung. Freitag, den 27. April, nach dem Turnen bei Fischer, Sfarstraße, Vierteljahresversammlung. Am Sonnabend, den 28. April, Bereins- Vierteljahresversammlung in der Aula Donaustraße, pünktlich 7 Uhr. Nach dem Straßenlauf 4% Uhr Abmarsch zum Turnplag zur Einweihung, Raiser- Friedrich-, Ede Sobrechtstraße. Zurn- und Sportverein" Fichte. 27. April, 7. Männerabteilung: Außer ordentliche Versammlung. Lotal Reinide, Grünauer Str. 17, abends 8 Uhr. Zurnwarte und Borturner: Sonntag, 29. April, vormittags 8 Uhr: Lehrstunde Turnhalle Prinzenstr. 70. Reine Abteilung darf fehlen. 1. Rreis A.-Z. und Sportbund, A'inderturnwarte! Kreisstraßenlauf am 13. Mai beteiligen sich die Abteilungen mit einer 30 mal 100- Meter- Stafette. Meldungen bis 1. Mai an Alfred Scholz, Oppelner Straße 13. Das Mitteilungsblatt für Mai muß am Freitag nach. mittag von der Geschäftsstelle abgeholt werden. Sonntag, den 29. April, vormittags 9 Uhr, Arbeitsdienst auf allen Turnplägen. Zahlreiches Erscheinen. Hockey Athletik- Sport- Klub e. V. Leichtathletik Rudern. Sonntag, 29. April, Straßenlauf: Quer durch Neukölln. Treffpunit 2 Uhr Karl garten, Aarlsgartenstr. 6/11. Nach dem Lauf: Geselliges Beifammenfein im Karlsgarten. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin N. 87, BingendorfStraße 7. B. F. C. Adler 1912. Sibung jeden Donnerstag 8 1hr im Vereins- und Umtleibelotal bei Bolster, N., Schwebenfiraße 14. Bertreter R. Montag, Theater, Lichtspiele usw. 6pernhaus Volksbühne 6 Uhr: 71 Uhr: 0 Schatzgräber Weh' dem, der ligt 71 Uhr: John Gabriel Borkman Theater i. d. KöniggrätzerStr. 8 U.: Kreislers Eckfenster 7 Uhr: Bürger Schippel Sbd. u. Sonntag 7: Ata Das Putzmille Hankel's Ata Scheuer pulver putzrelles bunk SEIFE SODA Berlin 9. 20, 28riegener Straße 13. Gäfte fimomment. Freie Turnerschaft Friedenau." Der Verein begeht am Sonnabend, den 28. April, die Feier des 15. Stiftungsfestes in den Gesamträumen des Restaurants Schilling in Dahlem- Dorf, Luisestraße. Reichhaltiges turnerisches Programm. Fahrverbindung: Untergrundbahn Dahlem- Dorf. Straßenbahnlinie 24. Sport. Rennen zu Karlshorst am Donnerstag, den 26. April. 1. Rennen. 1. Lall( v. Steller), 2. Protos( b. Falkenhaus), 3. Notung ( 2t. Hermann). Toto: 21: 10, Plag: 13, 14:10. Ferner liefen: Elöre II, Fahneneid, Lametta. 2. Stennen. 1. Primadonna( b. Bottlenberg), 2. Tibilist( b. Herder), 3. Hagelschlag( b. Falkenhaus). Toto: 22:10, Blag: 11, 11: 10. Ferner liefen: Jlberstedt. Mirakel, Drlan. 3. Rennen. 1. Achill( Keim), 2. Sinn Fein( B. Müller), 3. Lobredner ( Stutulies). Toto: 26:10, Plat: 13, 13, 13:10. Ferner liefen: Roderich, Mokan, Stern, Sulamith. 1. Tüchtig( v. Fallenhaus), 2. Feierabend( Edler), 3. Conde( S. Schuller). Toto: 26:10, Blaz: 13, 13:10. Ferner liefen: Maral, Erich. 5. Rennen. 1. Spreewald( b. Bottlenberg), 2. Willehart( v. Bachmahr), 3. Alerich( b. Berke). Toto: 25: 10, Platz 15, 15:10. Ferner liefen: Rosen dorn II, Edelfint, Reichsgräfin. 4. Stennett. Ata 6. Sennen. 1. Billana( Kränzlein), 2. Bolcome Bliz( Edler) 3. Mercedes( Ulbrich). Toto: 16:10, Blaz: 11, 13: 10. Fer ner liefen Grazie, Glüdstaube. 2. Marone( Dand), 7. Renne It. 1. Abt.: 1. Ischida( Torke). 3. Santt Thomas( A. Stalff). Toto: 68: 10, Blaz: 25, 29, 33: 10. Ferner liefen: Feirefis, Spöfentieler, Reford, Padea, Parioli, Prinz, Eisvogel. 2. Abt.: 1. Manlius( Nastenberg), 2. Rubel( Teichmann), 3. Goldsterit ( Mannchen). Toto: 27: 10, Plas: 17, 25, 115: 10. Ferner liefen: Eierpflaume, Lebemann, Luftschloß. Lebenssonne, Landrichter, Vergangen heit, Cosimo, Pusta. Fahrradreifen PETERS UNION erfüllen alle Wünsche Senfel's Puß und Scheuerpulver; für Haushalt, Gewerbe und Industrie unentbehrlich. Julz mil Ata Topf und Herd, Weil's den schonsten Glanz bescheert Deutsche Bank Wie es Euch gefällt anzumelden, und zwar Mtg. 7: Peer Gynt in Berlin bei der Deutschen Bank, Alleinige Serfiellers HENKEL& CIE, DUSSELDORF. Ortstrantentaffe für des Buchdruckgewerbe zu Berlin. Bekleidung * Felleinlauf. Suche dringend Schaf molle, Roßhaare, Bidel bis 5000.-, asen Auf Grund der Verordnung des Herrn 4000.- Mart. Woldenbergerstraße 2, Leihhaus Friedrichstraße 2( Hallesches v. 12. April 1923, Grund Bezugsangebot auf M. 200000000 neue Aktienes Gefeges zur Erhaltung leaflet Lor) verkauft elegante Herrenanzuge, met Minuten vom Bahnhof Weißenfer. leistungsfähiger Alexander 1857. Covercoats, Schlüpfer, Gummimäntel, Strantentassen vom 27. März 1923 werden die Zahngebisse bis 750 000.-, Blatinab. Die außerordentliche Generalversammlung unserer Aktionäre vom Mitglieder unserer Kasse mit Wirkung vom Sofen, Sportpelze, Gehpelze, KatenAltSilberbruch, Quecksilber, 20. März 1923 hat die Erhöhung des Grundkapitals von M 800 000 000 auf 30. April 1923 ab in 17 Lohnstufen eingeladen, Sealmäntel, Atreuzfüchse, Grau- fälle, M 1 500 000 000 beschlossen durch Ausgabe von 100 000 Stück zu je M 1000 teilt. Den Serren Arbeitgebern ist die füchse, Blaufüchse, Wölfe zu enorm billi metalle, Schlesischestraße 39( Hochbahns ftation), sowie Röpeniderstraße 39( nahe und 120000 Stück zu je M 5000 auf den Inhaber autenden Aktien. Ein Betrag Sohnstufeneinteilung, die Grundlöhne und gen Preisen. Keine Lombardware. von nom. M 200 000 000 neuen Aktien, und zwar 100000 Stück über je M 1000 die Wochenbeiträge, sowie die Leistungen Versuch macht ting! Leihhaus" Brun- Adalbertstraße), Goldschmelze Chriftiound 20 000 Stück über je M 5000 mit Gewinnberechtigung für das Geschäftsjahr hiernach durch Rundschreiben bekannt- nenstraße 5. Firma achten! Täglich nat". Fahrinergütung! Schauspielhaus Lessing- Th. werden. 1923 u. ff. soll den bisherigen Aktionären unserer Bank zum Bezuge angeboten gegeben. Abdrucke dieser Sagungsände- großer Verkauf maßmäßig hergestellter Zeitungen, Rilo 200,-, taufe jeden rung find im Raffenlotal in Empfang zu Anzüge, Baletots, Schlüpfer, Cutaways Posten Altpapier, Bücher, Siripturen Riesen- Auswahl. Belzwaren: Wir fordern unsere Aktionäre auf, ihr Bezugsrecht bei Vermeidung des nehmen. Nach§ 6 des neuen Gefeges hat Hofen. Ausschlusses in der Zeit die Aenderung des Grundlohns auch für Behpelze, Sportpelze konkurrenzlos bil fowie Weinflaschen, Cektflaschen, Sognafflaschen, Weißbierflaschen, Alteisen bereits eingetretene Versicherungsfälle Wirt- lig! Keine Lombardware. bei freier Abholung zum höchsten Tages. bis zum 25. Mai 1923 famteit. Demzufolge werden die baren Monatsanzüge, Sommerpaletots zu turs. Ifendahl, Blumenstr. 17, Rönig Beistungen der Kaffe v. 30. April 1923 ab nach ftaunend billigen Preisen. Naß, Gor- ftadt 7068. dem Grundlohn der neuen Lohnstufen be mannstraße 25/26, früher Muladstraße. rechnet. Nach§ 28 des Geseges hat der Möbeleinkauf, Wirtschaften, Nachlässe, Damenmäntel, Homespunmäntel Aachen, Amsterdam, Arnstadt, Augsburg, Bamberg, Barmen, Beuthen O.-S., Borstand beschlossen, daß als Söchtbetrag 18 000,-, Euchmäntel 45 000, Cover- Klaviere, Teppiche, Einzelmöbel, Ritchen. Woldenbergerftr. 2, Alexander 1857. 35 000,-, Modellmäntel Bielefeld, Braunschweig, Bremen, Breslau, Cassel, Celle, Chemnitz, des täglichen Stillgeldes der 4 fache Be coatmäntel, Coblenz, Crefeld, Danzig, Darmstadt, Dresden, Düsseldorf, Duisburg, trag des Mindeſtſtiägeldes vom 30. April 58 500,-, Modellfostüme 65 000,-, rein11/16 wollene Mauserpistolen, große, mit Solzansted Elberfeld, Erfurt, Frankfurt a. M., Fürth 1. B., M.- Gladbach, Gleiwitz, 1923 ab gelten foll. Rammgarkicider 25 000 futteral, Bisier 1000, taufe mit 70 000. Berlin, den 25. April 1923. Görlitz, Gotha, Hagen i. W., Halle, Hamburg, Hamein, Hannover, Riefenauswahl, Werkstatt. Alimann. und mehr. Preußner, Neutöfn. Tel. Der Vorstand. Harburg, Hirschberg i. Schl., Kattowitz, Köln, Königsberg, Leipzig, Arthur Scholem, Siosenthaler Straße 44( Sadefchermarkt). ftraße 11 1. Alfred Ekström, Liegnitz, Lüneburg, Magdeburg, Mainz, Meissen, Mühlhausen i. Th., Belzwaren 50 Prozent herabgesetzt! München, Nürnberg, Regensburg, Remscheid, Saarbrücken, Stettin, Trier, Kreuzfüchse, Wölfe, Weißfüchse, Pela tauft Frant, Blücherstr. 56. Felbstecher, grau, 0,8, Brismengläfce Verden, Weimar, Wiesbaden, Würzburg bei den Filialen der Deutschen mäntel, Razenjacken, Sportpelze, GehBank, Rostüme, Mäntel verkauft Leihhaus Verwaltungsstelle Berlin H 54, Linienstraße 83/85. Morigplag 58a. Reine Lombardware. Geschäftszeit vorm. 9Uhr bis nachm.4 Uhr. Leihhaus Rosenthalertor, LinienTelephon: Amt Rorben 833 bis 836 ftraße 203-204, Ede Rosenthalerstraße, gefchäfte, Grundstücke. Degen, Chauffec. verkauft Anzüge 45 000.-, Gommer. ftraße 116, Potsdamerstraße 68. schlüpfer 75 000.Gummimäntel rufen: Norden 62, Kurfürst 3686, Areuzfüdhje 17 000.-, Alaska. Sonntag, den 29. April, vorm. 10 Uhr, füchse, Wölfe. Alle Waren Hälfte herabim Lofal von Sachse, Lindower Straße 26 gefekt. Reine Lombardware. ( am Bahnhof Wedding): Komödienhaus Pompadour 7.30: Madame Berliner Th. 7.30 U.: Mädi Deut. Künstler- Th. Allabendlich 7%, U.: Der Fürst von Pappenheim Deutsch Opernhaus Der Blaue Vogel 7% Uhr: Tosca Große Volksoper Nollendorf 1613 im Theat. d.Westens Allabendlich 6% U.: Die Walküre U. Intimes Theater Gem. Programm! 8: Diplomat I.Dienst zusammengest, aus Der blaue Pyjama d. 1. Nummern d. 1. Lustspielhaus 8 U.: Bobby, sag' die Wahrheit Metropol- Theater 72: Die Schönste der Frauen Vorverkauf ununterbrochen. Neues Operett.- Th. 7 Uhr: KATJA, die Tänzerin 99 außerdem bel dem Bankhause C. G. Trinkaus, der Essener Credit- Anstalt, Deutschen Vereinsbank, dem Bankhause Lazard Spryer- Ellissen, Jacob S. H. Stern, Gebrüder Sulzbach, der Württembergischen Vereinsbank Zweigniederlassung Heilbronn, Rümelinbank A.-G., Hildesheimer Bank, 9 Düsseldorf " Goltzstraße 9 " Essen Frankfurt a. M. 99 99 " 99 99 99 9 Heilbronn " 30 . 39 Hildesheim 99 99 99 Köln 99 Kottbus " 39 Mannheim 39 99 20 Rheinischen Creditbank, 9 München 99 50 Bayerischen Vereinsbank, " Oldenburg 99 Osnabrück " 99 Schwerin " 99 90 カラ Siegen 99 99 9 2. u. 3. Programms. Komische Oper 7 Große Revue Europa 99 Stuttgart dem Bankhause Deichmann& Co., der Niederlausitzer Bank Aktiengesellschaft. Oldenburgischen Spar- und Leih- Bank, Osnabrücker Bank, Mecklenburgischen Depositen- u. Wechselbank, Siegener Bank, Württembergischen Vereinsbank, dem Bankhauss G. H. Keller's Söhne mit Margit Suchy, Spricht davon! während der üblichen Geschäftsstunden. Nordheim, Beckersachs, Paulsen, Beckmann, Gross, Mamelok Neues Th. am Zoo Heute 7 Uhr: Uraufführung Gb.200 Mitwirk Mister Jackson mit engl. Girls Else Balzer Bruno Kastner Arnold Riek u.a Darsteller Der Leibkutscher d. Kutzner, Flink Fridericus Rex Neues Volkstheater URANIA Theater Borsigender. Schriftführer. Deutscher Metallarbeiter- Verband pelse, fernet Serrenanglige, Schlüpfer, unb 6592 bis 6595. Keffelschmiede- Lehrlinge Versammlung 61 000.befleiber. Geschäftsankäufe Flüchtlinge suchen dringend Eristenz * Anta Autozubehör Boschzündkerzen, alte und neue, kauft Frühjahrsmäntel 9500.-, Webfehler, Covercoatmäntel, Donegalmäntel, Mo- au Höchstpreisen Zeidler, Gartenplag 5. Rallweit, Charlottenburg, Bündkerzen, Glühbirnen tauft Rösler, Friedrichsgracht 5-6. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Lehr- Bismardstraße 59 II. lingsangelegenheiten. Weingartens Pfandleihe, BrinzenDas Erscheinen aller Lehrlinge ist Pflicht. straße 83, verkauft billig erfttlajfige Bu dieser Versammlung werden auch die Monatsgarderobe, Gehrodanzug, JadettBertrauensleute u. Kommissionsmitglieder anzug, Cutawayanzug, Rodpaletots, 80/ 9j Schlüpfer. eingeladen, Achtung: Delegierte tung Garten:: Laube:: Balkon zur Generalversammlung! Gartenschläuche, Strahlrohre, Gartenhähne liefert billigst Fatea", LinienZwecks Ausübung des Bezugsrechts sind die Mäntel der alten Aktien mit einem doppelt ausgefertigten Anmeldeschein, wofür die bei den Bezugsstellen erhältlichen Formulare zu verwenden sind, einzureichen. Der Bezug Die Zustellung der Legitima- ftraße 66. erfolgt bei der Deutschen Bank und ihren Niederlassungen sowie an den Schaltern der sonstigen Bezugsstellen provisionsfrei. Soweit bei letzteren die tionskarten für die Generalver Drahtgeflechte billigst. Anoth, Grüner Ausübung des Bezugsrechts im Wege der Korrespondenz erfolgt, werden diese fammlung erfolgt diesmal nicht weg 11. die übliche Bezugsprovision in Anrechnung bringen. durch die Poft.- Die Karten werden im Versammlungslokal Möbel Metallbetten 30 000.-, Chaiselongues Werkzeuge u.Maschinen Kugellager höchstzahlend Ebertnstr. 46, 80/14 Laben. Motor, Schellac, Leim, Tischlerwerk. zeug, Tischlereimaschinen tauft Ernst, Oranienftr. 166, III. Kugellager, Magnete, Bergafer, Zünd. terzen tauft höchstzahlend Pilz, Rici. nickendorferstraße 93, Hof parterre. Rugellager lauft höchftzahlend Elbin gerstraße 9( Ningbahnhof Landsberger. allee). Auf je M 4000 alte Aktien kann eine neue Aktie über M 1000 bzw. auf je M 20000 alte Aktien kann eine neue Aktie über M 5000 zum Kurse von Rägel, Holzschrauben, Maschinen10 000% zuzüglich Börsenumsatzsteuer bezogen werden. Die Bezugsrechtssteuer an der Türkontrolle ausgegeben. wird von der Deutschen Bank getragen. Bei Ausübung des Bezugsrechts ist 3utritt haben nur die ordnungs- 40 000.- Batenimatragen, Bolsiterauf- rauben, Schmirgelleinen kauft Els. der Bezugspreis von 10 000% und die Börsenumsatzsteuer zu entrichten. Die mäßig nach dem Ortsstatut ge- lagen, Kinderbrahtbett. Meide. Auguft. bolz, Friedrichsgracht 1. Bezugsstellen sind bereit, den An- und Verkauf von Bezugsrechten zu vermitteln. wählten Delegierten, sofern sie straße 32a, Quergebäude ufleg Verschiedenes * 7½ U. Emilia Galotti Mit Flugzeug u. Ka- über den Vorg Rummenen Bezug erfolgt die Aushändigung Aktienurkunden Gegen Rückgabe der von den Bezugsstellen ausgestellten Kassenquittung als solche bei der Ortsverwaltung Patentmatragen 48 000.-, Renaissance- Th. mera z. d.Seebädern nach deren Ferfigstellung. Zur Prüfung der Legitimation des Vorzeigers der gemeldet find, und mit ihren matragen, Chaiselongues, Metallbetten. 8 Uhr: Kampf der der Nord- u. Ostsee- Quittung sind die Bezugsstellen berechtigt, aber nicht verpflichtet. Beiträgen nicht über 6 Wochen Walter, Stargarderstraße achtzehn. Spezialist file Wohnungsnotrecht( Räu Geschlechter küste. Kl. Saal 8 U.: Geklebt sein muf Möbel- Lechner, Brunnenstraße 7, offe restieren. Gastsp. Em. Reicher Rembrandt und mung, Beschlagnahme, 8wangsvertrag), Schlafzimmer, mindestens die 13. Woche 1923. riert Speifezimmer, Die Ortsverwaltung. Serrenzimmer, Klubgarnituren, Rüchen Gerichtstraße 31( Nettelbedplay). Sprem stunden 4-6. usw. Große Auswahl. Besuch lohnend. Auf Wunsch Rahlungserleichterung. Schiller- Th. Charl. Volasquez SU.: Rosenmontag Reichshallen.Th. Thalia- Theater 7 Uhr z. 1. Male: Die rot. Katze Th. a. Nollendorfpl. 73% Uhr: Die schön.Rivalin Sig. 32: Königin der Straße 7, Wallner- Th.7% Operettenspielzeit Des Königs Nachbarin von Leon Jessel SU: Residenz- Theater Sommerspielzeit! Die Entlassung Trianon- Th. 8 Uhr: Allabendl.71/ 2 Uhr, Sonntag nachm. 3 U, halbe Preise Stettin. Sänger DonhoftBrett'! Anf.7/ 2U. Wollen Sie einen Professor Bernhardi Anzug 8Uhr Kleines Theater Schlüpfer kaufen? Das stärkere Band so besichtig.Sic Toelle, Sandrock, Kaiser- Til Theater des Ostens ( Rose- Theater) 784 Uhr: Kaiserplatz 3 I. vor anderweit. Kauf meine Riesenläger! Auf Kredit! Das Neueste in Jackett- u. CutawayAnzüge Ulster Central- Theater Försterchristel Schlüpfer Tägi. 8 Uhr: Walhalla- Th. 7.45 Uhr: Die Liebe geht um Dora, Lautner, Zaraitz Gummi- Mäntel. Damen- Konfektion MöbelEinrichtungen in 4 Etagen Casino- Theater A.DAMITI Nur noch bis inkl.27.April. 8 U. RosenthalerStraße Zum blauen Kakadu Berlin, im April 1923. Deutsche Bank. Mankiewitz. Splelplan v. 27.4. bis 3.5.28) UFA- PALAST A. ZOO Fridericus Rex 11,1V TAUENTZIENPALAST Der Schatz der Gesine Jabobsen U. T. KURFORSTEND. Dr. Mabuse, der Spieler. L Teil U.T. NOLLENDORFPL. Der Schatz MOZARTSAAL Alt- Heldelberg KAMMERLICHTSP. Chaplin- Woche U. T. FRIEDRICHSTR. Die Frau mit den Millionen. III. Teil: Konstantinopel- Paris"( Heinemann. Admirals- Varieté 800 April- Programm WINT DORTEN wie immer erstklassig Danksagung Allen, die mir ihre Teilnahme anläßlich 147/8 -Möbelgegen bar u.Teilzahlung noch preiswert. Varieté- Spielplan! Des Begräbniffes mei- Wohn-, Schlaf-, Speise-, HerrenRauchen gestattet! ner lieben Frau be wiefen haben, fage ich Theater a. Katib, Tor auf diesem Wege herz Abends 72 Uhr lichen Dant 2972b und Sonntag nachm. 3 Uhr: EliteSänger U. a. ssessors Willy Cippert Ausbau der Filterwochen Kinderfürsorge Geit längerer Beit durch die Gemeinde gebrauche ich Ihr Blut reinigungspulver von Dr. Selma Schöfer Auweck Zimmer, ferner Einzelmöbel, Klubgarnituren, Küchen. Beiser Lothringer Str.67 Verkäufe Bettwäsche. Diese Woche noch günftigste Angebote. Dedbettbezüge 16 500.U. T. ALEXANDERPL ,, Saltarin" hörden und Aus- befte Qualitäten, enorm billig. RiefenDie Frau mit den Millionen. II. Teil: Der Prinz ohne Land. U. T. HASENHEIDE Die Fran mit den Millionen. L.Teil: Der Schuß in d. Pariser Oper Möbel( auch Teilzahlung), tomplette Vermietungen 8immer, Einzelmöbel, Metallbetten Wenger, Marfiliusstr. 8( Alexander. plag). Musikinstrumente Pianos preiswert. Klaviermacher Lint. Brunnenstraße 35. Flügel, Pianos 875 000.-. stein, Münzstraße 10. Fahrräder RabenMietgesuche Dame, berufstätig, fucht Zimmer, Schlafftelle. Boje, Waffertoritr. 36, Döns 80/16 hoff 6354. Arbeitsmarkt Stellenangebote Brennaborräber, Viktoriaräder, Wächter file leichten Dienst gesucht. Görideräder, Waffenfahrräder, Damen- Schwerbeschädigter, Schöneberg wohn. fahrräder, beispiellos preiswert. Schlawe, bast, bevorzugt. Ratsweinkeller Schönes berg. Beinmeisterstr. Bier. Fahrradmäntel 8500,-, 11 000,- Ga. Buhmacherinnen, mehrere erste für rantieware, Luftschläuche 950,-, 2000,-Beber- und Fantasiehüte, suchen bei Schlawe, Weinmeisterfir. Bier. dauernder Stellung Mertes u. Co., Line Göriderenner. Schlawe, Weinmeister. benstraße 35. Straße Bier. Damenfahrräder 295 000.-. Schlawe, Kaufgesuche 22 500.- 24 500.-, Bettlaken 10 500.- einmeisterstraße vier. federdichte Inletts 25 000.- an. Prima Ueberschlaglaten 29 400.-, Baradetiffen, Eine notwendige Sembentuche, Linon, Damast, Dimiti, Schrift für Be- Batenstoffe, Tischtücher, Handtücher, nur Lehrer auswahl. Wie ich fehe, ist der und Erzieher, wie mende Bedienung. schüsse, Erfolg verblüffend u. überhaupt für alle, burch Anzahlung. ftellt alles von mir die sich in der Größte Bettwäsche- Spezialfabrit, Rott angewandte in den Hintergrund. Tägliche Anerkennungen. Sch. 750,-. 3ur Rur 3 Gch. 2000,- in Drog betätigen. Preis- Grundzah! Mk. 0,15 NON- Rinuschmelze tauft Lötzinn, GeFachmännische, zuvorkom- schierainn. Beichblei und fämtliche wie Rauferleichterung talle. Andreasfirake 49. Stumpe u. Jäger, Berfer und deutsche Teppiche tauft Wohlfahrtspflege buferdamm breiundfiebaig, Landsberger. höchstzahlend Reschte, Neukölln, Raiser. ftraße achtundachtzig, Dresdenerstraße Friedrich- Straße 5. Tel. Neutonin 9123. breiunddreißig, Charlottenburg, Bil Raufe alle Arten Gäde, Badleinwand, mersdorferstraße siebenunddreißig. Nähgarn. 8iller, Swinemünderstraße 7. Gelegenheitstäufe: Bettwäsche fertige Sumboldt 489. Betten spottbillig. Handtücher, Damen- Pianos, Flügel tauft zu höchsten u. Apothel., fonft bet Buchhandlung Vorwärts U.T. WEINBERGSWEG Otto Reichel, Berlin 43 Berlin SW, Lindenstr.3 Die Meistersprimger von Kürnberg U.T. SCHÖNEBERG Vom 27.- 30. 4. 23: Der Liebling der Götter Vom 1.- 3. 5. 28: 16-47. Im Netz verstrickt, Eisenbahn- Straße 4.1 Münzen wäsche. Riefenauswahl. Teppiche, Gar- Tagespreisen Bianomagazin. Barba tellenangebote finden im Vorwärts beste Beachtung 104/ 4* Dreher, Fräser und Hobler fofort gefu d; t. Herbert Lindner, Werkzeugmaschinenfabrik ,, Berlin O 17, Fruchtstr. 57,53. Vorwärts'- Austrägerinnen dinen, Brüden, Diwandecken, Bettdecken, roffaplag 2, Nollendorf 5397. werden sofort eingestellt Tischdecken. Breissicherung durch Anzahlung. Sade tauft Solztamm. Neukölln, Berlin, Ackerstr. 174( Koppenplay) Auszahlungsfrist 1 Monat Raiser- Friedrich- Straße 42. Wilhelmshavener Str. 48, ohne Breiserhöhung. Reine Lombardware. Wäschehof. Leihhaus, Moriz Rähgarnantauf, Kurzwaren, Wäsche. Tempelhof, Kaiser- Wilhelm- St. 13 plat 58a. Blankenburg, Wagner, Burgwall. kauft Münzenbandlung Seppiche, herrliche Perfermuster, DiPianos tauft Rarfiol, Dresdenerstr. 54. Straße 63 80/ 15* Ball, Wilhelmstraße 46. mandeden. Belden, billige Gelegenheit. Morigplay 128 45. Reichte, Neukölln, Raiser Friedrich- Felbstecher, feldgrane oder 08, fauft ftraße 5 III, 181/ 17* 9tose, Gollnowstr. 16. Schön, Rottbuser Ufer 25a.