Nr.19740.Jahrgang Ausgabe A nr. 98 bombat Bezugspreis: Für den Monat April 5800 D. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar und Memelgebiet fowie Oesterreich und Buremburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Postbezugspreis reibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frant. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Echweden, Schweis Tschechoslowakei und Ungarn. Der,., Borwärts" mit der Sonntags. beige Boll und Reit", der Unter hu tungsbeilage..Heimwelt" und der Bettage, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 180 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Ronpareillegile Loftet 1200 m. Reflamezeile 6000 Wt. Kleine Anzeigen" das fettgebrudte Wort 875 M.( zulässig zwet feftgebrudte Worte), jebes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jedes weitere Wort 150 502. 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Der Staatsgerichtshof| zum Schutze der Republik hat beschlossen, seine Entscheidung über die Beschwerden der Deutschvolfischen Freiheitspartei wegen der Berbote der Landesregierung von Preußen, Sachfen und Thüringen bis zur Erledigung der Unterfuchung gegen Roßbach und Genossen, die in Zusammenhang mit der vorliegenden Frage steht, auszusetzen. Das deutsche Angebot. Das deutsche Angebot mird den Regierungen der alliierten Länder voraussichtlich schon im Laufe des Dienstag, spätestens am Mittwoch überreicht werden. In seiner vorläufigen Fassung ist das Angebot fertiggestellt. Am Sonnabend wird sich das Reichskabinett in erster Beratung mit der Note befchäftigen. Für Sonntag ist der Empfang der Parteiführer plant. Am Montag soll das Kabinett die endgültige zur Unterrichtung über den Inhalt unseres Anerbietens geFormulierung vornehmen. Seit etwa drei Monaten erscheinen im Figaro", dem wenig verbreiteten, aber einflußreichen Organ der reaktionären Bariser Gesellschaft", sehr häufig geheimnisvolle Dreitern Artikel, die zunächst vor allem in London großes Aufsehen erregten, weil sie einerseits durch ihre start antibritische Tendenz auffielen und andrerseits Poincaré 3schiedene Tatsachen bestärkt; einmal ist der„ Figaro" seit Jahren geschrieben wurden. Legtere Vermutung wurde durch ver der treueste Anhänger Poincarés, und er hat sich im Gegensat zu den meisten anderen offiziösen Blättern noch nie den gering sten Seitensprung gegen die Politik des großen Lothringers" geleistet; außerdem galt Poincaré allgemein seit dem Tode des fobald er nicht Ministerpräsident sein würde; und vor allem Chefredakteurs Capus als der fünftige Leiter des Blattes, hatte er wochenlang feine Veranlassung genommen, die BaterWie behauptet wird, sollen 20 Milliarden Goldmart unter schaft dieser Dreistern- Artikel abzustreiten, obwohl die LonBenennung bestimmter genau bezeichneter Garantien angezeichnete und sich daher über diese Englandfeindlichkeit um fo doner Presse ihn ganz unumwunden als den Verfasser beboten werden, zuzüglich einer unbestimmten Summe, die unter mehr aufregte. gewissen Boraussetzungen von„ Autoritäten" festgesetzt werden soll. Ein Urteil über das Ganze des Entwurfs ist nach dieser vorläufigen Inhaltsangabe natürlich noch nicht möglich. 17 Zunächst ist der Staatsgerichtshof, wie der Borsigende, Senatspräsident Dr. Schmidt, zur Begründung ausführte, davon ausgegangen, daß die Partei als folche troh der in fatfächlicher und rechtgangen, daß die Partei als solche trotz der in fatfächlicher und recht licher Beziehung erhobenen Einwendungen sehr wohl als Verein, der unter das Schuhgefeh fällt, anzusehen ist und deshalb von den einzelnen Landesregierungen auf ihrem Territorium verboten werden kann, ohne daß dadurch ihre Vertreler und Fratilonen in den Variamenten in ihren Befugnissen, sich als Vertreter der Volfsgelamff; cif aneinander zu schließen, beschränkt werden. Dem VerNach der Rückkehr Loucheurs aus London änderte sich Treter des Ministers muß vollständig beigepflichtet werden, daß die insofern der Charakter dieser Aufsätze, als nicht mehr EngDeutschvöllische Freiheitspartei als Parteigebilde im weiteren Sinne, land, sondern plötzlich der Präsident der Republik Millewie es in der Deffentlichkeit besteht, mag fie immerhin die Mutter rand zum Hauptziel ihrer Angriffe wurde. Millerand wurde der Fraffion im Reichstag fein, als unter das Schutzgesch fallender Verhandlungen und Widerstand. als derjenige bezeichnet, der Loucheur nach London mit einer Berein angesehen werden muß. Den Beweis dafür bildet schon der offiziösen Mission entsendet habe, die einerseits die offizielle Umstand, daß die Partei in das Vereinsregiffer eingetragen ist. Frankreich vor dem deutschen Angebot. Regierungspolitik durchkreuze und im übrigen völlig geMögen auch aus dem Berbot einer Partei sich Konsequenzen höchft Paris, 27. April.( Eca.) Eine maßgebende politische scheitert sei. Jezt erst fab sich Poincaré veranlaßt, mitzueigentümlicher Art und Unzuträglichkeiten ergeben, so ist es doch persönlichkeit sprach heute mit dem Korrespondenten der teilen, daß er diesen Auffäßen fernste he. Auch der Bernicht angängig, deswegen Ausnahmen eintreten zu laffen, die zweifel- Expreß- Korrespondenz über den angekündigten neuen Ent. fajfer stellte dies in seinem folgenden Dreistern- Auffaz fest, ohne los durch das Gesez betont worden wären, wenn man an ihre Zuschluß der französischen Regierung, tein deutsches Angebot in jedoch die Maske zu lüften. Die letzten Auffäße, die läffigkeit und Zwemäßigkeit gedacht hätte. Bei der Beurteilung der Betracht zu ziehen, folange der paffive Widerstand andauert, einen nun in immer fürzeren Zeitabständen erschienen, fonzentrierten Frage, ob in tatsächlicher und rechtlicher Beziehung Entschluß, von dem, wie der" Temps" mitteilt, bie Bertreter Frant- sich ausschließlich auf eine rein persönliche, fehr heftige die Voraussehungen gegeben sind, um das Schuh- reichs in den fremden Hauptstädten informiert werden sollen. Die und gehässige Polemit gegen das Staatsoberhaupt, für das gefch auf die Deutschvöltische Freiheitspartei anzuwenden, ist der politische Persönlichkeit erklärte, daß dieser neue Entschluß feinerlei fich wiederum in anderen Blättern führende Pariser JournaStaatsgerichtshof der Ansicht, daß das Material, das der neue Orientierung der französischen Politik bedeute. Sie legte listen energisch einfegten. Sie wiesen u. a. darauf hin, daß es Minister des 3nnern erbracht hat, jo bedentlicher diesen Entschluß etwa folgendermaßen aus: Es sei unmöglich, von eine alte Ueberlieferung der franzöfifchen Republik sei, den Art war, daß für ihn nach Lage der Sache aller Berhandlungen zu reden, solange Berordnungen der deut- Präsidenten jenseits der parlamentarischen und journalistischen Anlaß bestand, diejenigen Anordnungen zu treffen Regierung für die Organisation des paffiven Wider Kämpfe zu stellen, schon weil dieser nicht die Möglichkeit befen, die heute noch in kraft sind und gegen die fich die stands fortdauern, von denen einige nach Auffassung der französize, sich gegen Angriffe zu wehren. Aber deffenungeachtet Beschwerde richtet. Daß der Minister einseitig oder abfichtlich scharf fischen Regierung geradezu feindliche Maßnahmen" bar- fezte Herr" Dreistern" seine Anflagen im Figaro" fort. vorgegangen wäre, ist durchaus ausgeschlossen. Der Staatsgerichts- stellen. Man erflärt also mit anderen Worten nicht, daß die Und nun geschah am letzten Montag etwas Sonderbares: hof seinerseits hat aber zu prüfen, ob wirklich alle diejenigen Beweise Verordnungen zur Organisierung des passiven Widerstandes zurüd Poincaré leitete feine programmatische Rede bei der Eröfferbracht sind, die nach den gesetzlichen Voraussetzungen erbracht sein gezogen werden müssen, bevor ein solches Angebot überhaupt nung des Generalrates des Maas- Departements mit folgenden müssen, um das Gesetz anzuwenden. Insofern find doch bestimmte in Betracht gezogen werden kann, sondern man ist lediglich der An- aufsehenerregenden Sägen ein, die nicht improvisiert, Bedenten zurzeit nicht ganz abzuweisen. Klarheit ist jedoch ohne die sicht, daß es unmöglich sei, die Berhandlungen erfolgreich zu sondern bereits mit dem übrigen Wortlaut der Rede tags zuvor Erledigung des Strafverfahrens gegen Roßbach und Genossen führen, solange die beanstandeten Berordnungen in Kraft blieben. der Presse übermittelt, also sorgfältig erwogen worden waren: nicht zu gewinnen, namentlich auch nicht durch die Anträge, die sich Sie müßten, wie man heute abend an einer offiziöfen Stelle aus. Ihr( nämlich seine engeren Landsleute des Maas- Departe auf das Verhältnis der Partei und ihrer Organe zu bestimmten führte, wenigstens suspendiert werden. Dieser Stand- ments, die ihn seit 36 Jahren stets gewählt haben. Red. d.„ B.") Einrichtungen des Reiches erftreden. Diese Anträge find puntt ist, wie bere mehrfach gemeldet wurde, während der ganzen habt nie gesehen, daß ich von einer Parteizuranderen nicht genügend, um Gewißheit darüber zu verschaffen, was einerseits verfloffenen Woche am Quai d'Orsay zum Ausdrud gebracht wor- überging, daß ich durch allerhand parlamentarische Fraftionen hinRoßbach und Genoffen gewollt und getan haben und andererseits den, und fam auch in zahlreichen offiziösen Artikeln des" Temps" und herpendelte, daß ich eine rote Fahne gegen eine Trifolere darüber, ob sie mit Wissen und Willen der Parteiführer und der und in anderen offiziösen Preffeäußerungen zum Ausdrud. Die vertauschte oder umgekehrt. Ihr habt nie gesehen, daß ich allPartei als folcher, also unter ihrer Berantwortung gehandelt haben. große Aufmachung, die die französischen Blätter diesem neuen Be- mählich mein persönliches Programm forrigierte, Unter diesen Umständen fchien es geboten, das Berfahren auszusehen, fchluß" geben, dürfte auf innerpolitische Momente zurückzuführen wie jene Künstler, die ihr ursprüngliches Wert durch Retuschen und zwar obwohl nicht zu verkennen ist, daß für die Partei und ihre fein. Ernster sind diejenigen Stimmen zu nehmen, die voraus oder Reueanfälle verbessern oder verschlechtern." Anhänger dadurch eine schwierige Lage geschaffen wird unter Auf- sehen lassen, daß das neue deutsche Angebot, so wie es sich in den Diese Säße mußten wie eine Bombe wirken, denn, wenn es rechterhaltung des Berbots, das vom Minister feinerseits nach Lage Artikeln der Berliner Bresse wiederspiegelt, wenig Aussicht haben auch nicht gleich flar war, ob sie sich gegen einen einzelnen der Sache mit Recht erlassen werden konnte. dürfte, als Verhandlungsbasis angenommen zu werden. Man oder mehrere richteten, so war das eine sicher, nämlich daß unterstreicht hier besonders, daß in der Frage der Kontrolle und der sich unter den Gemeinten jedenfalls auch der Präsident der Sicherheiten alles, was bisher über den Charakter das Berliner Republik, Millerand, befand. Wohl paßt dieser Satz auch Die Entscheidung des Staatsgerichtshofs, der zu feinem Angebobes bekanntgeworden ist, wenig Aussicht auf Er- auf Briand, auf Biviani und auf einige mindere Größen Ergebnis in einer längeren Verhandlung unter Ausschluß der folg habe und es ist sicher, daß, wenn feine Form gefunden wird,( Hervé!), die sich vom extremsten Sozialismus zum oft überDeffentlichkeit gekommen ist, ist eine erneute Bestätigung dafür, die auch der breiten französischen Deffentlichkeit eine gewiffe Genug schwenglichsten Patriotismus herüberentwickelt haben; aber daß das energische Eingreifen des preußischen Innenministers tuung gibt, von seiten Frankreichs ein energischer Widerstand gegen einen besonderen Anlaß, gerade diese Bolitiker anzugreifen, die berechtigt und notwendig gewesen ist. In der Urteils einen deutschen Vorschlag zu erwarten ist. sich ihm gegenüber neutral oder gar freundlich verhalten, hatte begründung wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß das beigebrachte Belastungsmaterial durchaus ausDie Pariser Stellen, die jetzt schon genau wissen, wie das Poincaré nicht. Deshalb und namentlich im Zusammenhang reicht, um das Berbot der Freiheitspartei zu rechtfertigen. Die deutsche Angebot aussehen wird, sind glücklicher als mit den Dreistern- Auffäßen des Figaro" steht es außer Entscheidung des Gerichtshofs erstreckt sich nicht nur auf Breu- wir. Was uns betrifft, fo fönnen wir nur wiederholen, daß weifel, daß der Borstoß Poincarés in Bar- le- Duc Millerand gegolten hat. Ben, sondern auch auf die Berbote der sächsischen und thüringi- es nach unserer Meinung überhaupt keinen Vorschlag geben schen Regierungen. Angesichts dieser richterlichen Entscheidung fann, der ungeeignet wäre, die Anregung zu Berhandlungen erhebt sich immer wieder die Frage: wie lange will das Reich zu geben. Die Berhandlungen find ja bazu, da, ihn zu verdas Bestehen bewaffneter, militärisch disziplinierter, terroristi ändern. Wenn man nun nach den Gründen dieses aufsehenerregenden Konflikts sucht, so braucht man nicht unbedingt auf hohe politische Gesichtspunkte zu stoßen. Oft spielen in Frankreich die kleinlichsten persönlichen Momente die entscheidende fcher Umsturzbanden in anderen deutschen Ländern noch dul- Geradezu unsinnig ist die Forderung, die deutschen Ber- Rolle, manchmal gar nur Weibergeschichten. Leztere Unden. Die Vorgänge in München, wo es zum erstenmal zuordnungen, die den passiven widerstand im Ruhr- nahme kann wohl jedoch in diesem Falle ausgeschaltet werden. offenen Straßentämpfen gekommen ist, zeigen doch deutlich, daß die Dinge zu irgendeiner Entscheidung heran- gebiet regeln, follten suspendiert" werden. Die Suspension Dann stellt sich die politische Vorgeschichte des Konflikts reifen. Mag die Reichsregirung ebenso wie die bayerische noch würde an dem tatsächlichen Zustand im Ruhrrevier nichts än- folgendermaßen dar: Noch vor nicht allzu ferner Zeit waren Millerand und so sehr das Bedürfnis haben, sich um eine Entscheidung herum- dern, höchstens dazu führen, daß er schärfere und wil Poincaré ziemlich eng befreundet und ein besonderer Gegenzudrücken, einmal wird die Eiterbeule doch aufbrechen. Wenn dere Formen annimmt. Keine deutsche Regierung fann fag zwischen ihren inner- und außenpolitischen Auffassungen schon der bayerische Volksparteiler Leicht im Reichstag zu durch einen Utas den passiven Widerstand zum Aufhören schien nicht zu bestehen. Gegen Ende des Jahres trieb jedoch geben mußte, daß man früher hätte eingreifen müssen und bringen, das kann nur Frankreich durch Zurüdziehung seiner Millerand zur Ruhrbefehung, während Poincaré, der von fönnen, dann wird nach dieser Entscheidung des Staats- Truppen. Natur vorsichtig und großen Erperimenten abgeneigt ist, dem gerichtshofes taum ein anderer Weg mehr übrig bleiben, als nun endlich auch in Bayern der republikanischen Bevölkerung ein gewiffer Waffenstillstand im Ruhrgebiet ge- und äußerte sich wiederholt sehr despektierlich über das ewige Was anderes ist es, ob nicht während der Verhandlungen widerstrebte. Millerand stand aber unter dem Einfluß der Schwerindustrie, die für den Einmarsch Stimmung machte, den Schutz zu verschaffen, auf den sie mit Recht Anspruch hat. fchloffen werden könnte, wozu die Zustimmung der ortsanfäf- Nachgeben Poincarés vor dem englischen Beto. Um schließlich Es wird intereffant fein, ob nach dem jegt gefällten Urteilsspruch die Deutsche Volkspartei bei der Beantwortung figen Bevölkerung notwendig wäre. Aber auch dann müßte seine durch Millerands Angriffe gefährdete Stellung zu retten, der deutschnationalen Interpellation im Reichstage ähnlich wie der Waffenstillstand" bei den Angreifern anfangen, stürzte sich schließlich Poincaré doch in das unheimliche Abenim Breußischen Landtag das Vorgehen gegen die sogenannte die darauf verzichten müßten, in das wirtschaftliche Leben der teuer. Als dieses nun anders verlief, als es in Frankreich erFreiheitspartei als politisch verfehlt bezeichnen wird. Bevölkerung mit Gewaltmaßnahmen einzugreifen. hofft war, und besonders die Lothringer Schwerindustrie . schwere Verluste erlitt, zeigte sich beim Oomite 3es I'or-res plötzlich eine Neigung zur Liquidierung des Untemehmens. Auch Millerand schien diesen Frontwechsel mitzumachen und die Reise Loucheurs nach London entsprach dieser neuen Auffassung der Dinge im Elysee. Darüber ist nun Poincare außer sich, und, wie man objektiv zugeben muß.�nicht ganz zu Unrecht: Erst haben ihn Mille- rand und die Schwerindustrie gegen seine bessere Ueberzeugung ins Ruhrgebiet geradezu hineingestoßen, jetzt reden ausgerechnet dieselben Leute einer baldigen Liquidierung des Abenteuers durch Annäherung an England und Wirtschaft- liche Vereinbarungen mit Deutschland das Wort! Mille- r a n d hat es dabei um so leichter, als er nach außen hin ver- fassungsmäßig keine Verantwortung weder für den Beginn noch für das Ende des Unternehmens trägt, während P o i n c a r e vor dem Parlament und dem Lande die ganze Verantwortung trägt. Daher die„Dreistern"-Aufsätze im „Figaro", von denen Poincars umsonst abgerückt war, nachdem er jetzt in so eklatanter und vorbedachter Weise öffentlich gegen Millerand vorgegangen ist. Poincares Vorstoß ist aber für ihn selbst außerordentlich gefährlich: nicht nur, weil Millerand über einen sehr starken Anhang rechts und links verfügt, sondern auch weil er, Poincare, eigentlich nirgends unbedingt zuverlässige Freunde, wohl aber überall sehr erbitterte Gegner besitzt. Noch im vergangenen Winter hat sich Poincare auf dem Gelbiete der inneren Politik der Linken etwas genähert und die Radikalsozialisten glaubten dieses Entgegenkommen mit einer Zustimmung zu seiner auswärtigen Politik quittieren zu müssen. Diese überkluge Rechnung H e r r i o t s hat sich aber als ganz verfehlt erwiesen. Die Entwicklung der Ereignisse hat vielmehr aus L o u ch e u r den Mann der Linken gemacht und damit indirekt eine gewisse Annäherung Millerands an die Linke vorbereitet, während sie im Gegenteil aus Poincare immer mehr den Mann der Rechten machte. So ist auch die Rede Poincarös in Bar-le-Duc, die mit jenem Vorstoß gegen Millerand begann, zu einer scharfen programmatischen Kampf- ansage gegen den sich bildenden Linksblock zwischen Sozialisten die neue Schupo-Note.' Die von Poincare in feiner Sonntagsrede angekündigte Note der Botschafterkonferenz gegen die Schutzpolizei liegt jetzt hier vor. Es handelt sich um die Beantwortung eines Schreibens der Reichsregierung vom IE Dezember v. I., das selbst ein« Antwort auf eine Kollettivnote der Entente vom 2g. September v. I. bildete, in der fünf Forderungen über den Charakter und die Organisation der Schutzpolizei aufgestellt worden waren. Diese neue Note ist in schroffem Ton geHallen und stellt einen völlig negativen Bescheid dar. In einer Anlage werden die Forderungen in vier Punkte zusammengefaßt und wiederholt: 1. Die Organisation der Polizei in Gruppierungen militä« r i s ch e r Natur hört auf.* 2. Die militärische Einstellung der Polizei ver- schwindet. 3. Der Unterricht der Polizeibeamten hört auf, ein mili- tärischer Gesamtunterricht zu sein. 4. Ein Statut, das aus dem Personal der Polizei ein wirkliches Beamtenpersonal macht, tritt an die Stelle des jetzigen Statuts, auf Grund dessen zwischen dem Stand eines Polizeibeamten in der Schutzpolizei und demjenigen eines Ange- hörigen der Reichswehr kein realer Unterschied besteht. Alle dies« Maßnahmen wären nach Gutheißen durch die Aontrollkommisston zu treffen. Es Handell sich also lediglich um die Erledigung einer alten An- gelegenheit, die Poincare in seiner Rede absichllich aufgebauscht hatte, als würden im Zusammenhang mit dem Ruhrunternehmen weitz Gott welche neuen gravierenden Momente gegen die Schupo ent» deckt worden sein. Diese Erledigung ist allerdings leider für die deutschen Interessen gänzlich negativ und verkennt, auch nach unserer Ueberzeugung, die wahre Sachlage vollständig. Sie ist nur ein neuer Schlag gegen die in fast allen deutschen Ländern einzige zuverlässige republikanische Schutztruppe. Diese von Poincare unterschrieben« Antwort der Botschafterkonferenz ist nur ein neues Glied in der langen Kette der Ententematznahmen zur Untergrabung der staallichen Autorität in der deutschen Re- publik. Außer dem Hauptziel der fortgesetzten Schikanierung Deutschlands ist bei dieser Entscheidung wohl auch der Nebenzweck ausschlaggebend gewesen, den längst überflüssig gewordenen, Milli und Radikalsozialisten geworden. Sie ist auf innerpolitischem i arden verschlingenden Kontrollkommissionen des General Rollet neue Gebiet das R e a k t i o n ä r st e, was man feit vielen Iahren.Arbeit" zu verschaffen. in Frankreich von Regterungsseite vernommen hat.(Und das � Diese Note ist aber auch unter einem anderen Gesichtspunkt de» will nicht wenig sagen!) Die Gedankengänge über die aus- merkenswert. Sie beweist nämlich, wie sehr England sich im Schlepp- wärtige Politik entsprechen ganz den übrigen. Es fragt sich tau der französischen Politik befindet, so daß die englische R e- nur, ob Poincar- damit nicht zu früh seine Karten aufgedeckt gierung überhaupt nicht mehr weiß, was vorgeht hat. Einstweilen mag die Tatsache der Rubrbesetzung ihn und welche internationalen Schritte angeblich auch in ihrem Namen vor einem Generalangriff seiner verschiedensten Gegner schützen, unternommen werden. Wir berichteten nämlich in der gestrigen aber lange wird er dieses parlamentarische Moratorium nicht. Morgenausgabe über ein Frage- und Antwortspiel im Unterhaus mehr genießen können, zumal er diesen Generalangriff gerade- Zwischen dem Arbeiterparteiler Wedgwood Benn und dem zu provoziert hat.| Unterstaatssekretär im Kriegsamt G u i n e ß über diese von Pom- Man wird wohl einwenden können, daß all das recht care angekündigte Schupo-Note. Wedgwood Denn stellte den Wider- kompliziert, kleinlich und, im höheren politischen Sinne, wenig sprach fest zwischen der jüngsten Erklärung der britischen Regierung, interessant ist. Leider besteht die französische Politik, die heute die ganze Welt bcherrsä-t, zum großen Teil aus solchen Mo- menten persönlicher Ambitioimn, Rankünen und Kombizratio- nen. Und es ist für das deutsche Volk im gegenwärtigen Augenblick nicht unwichtig, in diese schmutzige Wäsche etwas hineinzublicken. Denn es ergibt sich daraus, daß Poincarö einen baldigen Erfolg an der Ruhr benötigt, will er sich gegen seine inneren Feinde durchsetzen.' .. Der lachenüe Dritte. London. 27. April.(TP.) Die.Times" keilen mit, daß in den ersten drei Monaten dieses Jahre» SSöZovo Tonnen Sohle nach Frankreich ausgesührk wurden gegenüber 361 70 00 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Italien gingen 200 6000 gegenüber I4S2 000 und nach Deutschland, wie schon miigeteilt, 3 3 7 S 0 0 0 gegen t 072 000 Tonnen. wonach die Entwaffnung Deutschlands befriedigend durchgeführt sei, und der Uebermittlung neuer Entwaffnungsforderungen. Dreimal zeigte Guineß in seinen Antworten deutlich, daß er keine Ahnung von dem ZuHalt der Rote hatte, die auch im Auftrage seiner Regie- rung an Deuischiand geschickt worden war. Einmol sprach er von „gewissen Tatsachen, die anscheinend ans Licht gekommen" feien, ein anderes Mal von„einzelnen Beschwerden, die a n s ch e i- n e n d vorgebracht" worden seien. Jetzt stellt sich aber heraus, daß et sich bei dieser Not« keineswegs um dl« Borbrlngung neuer Tat- fachen und Beschwerden, sondern um ein« uralte noch schwebende Angelegenheit handeltl Der Herr Unterstaatssekretär des englischen Kriegsamts ist offenbar durch die Hof- und sonstigen Festlichkeiten anläßlich der Hochzeit im Königshause viel zu sehr in Anspruch genommen, als daß er sich mit solchen Kleinigkeiten abgeben könne. Aber dann soll England wenigstens offen erklären, daß es die Führung der inter- nationalen Politik r« st los Poincare abgetreten hat, daß fein Vertreter in der Pariser Botschafterkonferenz nur noch«ine Lenin. Da, letzte Krankheitsbulletin meldet da» Andauern Statistenrolle spielt und daß die Regierung Seiner brittschen katarrhaler Erscheinungen in den Lungen und«inen unveränderten! Majestät nur noch eine uninteressierte Registrier- Gesamtzustand. Temperatur 37,7. Puls 116. Atmung 24. imaschin» geworden ist für alle französischen Rechtsbrüch«. Jechenbach-prozeß und Reichstag. Die„Frankfurter Zeitung" schreibt: Im Herbst des vergangenen Jahres hat der Auswärtige Ausschuß des Reichstages beschlossen, die Feststellungen, j auf die das Münchener Bolksgericht sein drakonisches Urteil in den, ! Prozeß Fechenbach begründet hatte, einer Nachprüfung zu unterziehen. Es war, ein Unterausschuß eingesetzt worden, der sich das gesamt« Prozeßmaterial verschaffte. Der Unterausschuß hat vor der Osterpause des Reichstages eine Reihe von Sitzungen abgehalten. Seit dieser Zeit hat man jedoch weder von seiner Tätig- keit noch davon etwas gehört, daß er dem Auswärtigen Ausschuß selbst ein Gutachten erstattet hätte. Wenn er sein« Arbeiten beendigt hätte, müßte ja doch wohl der Auswärtige Ausschuß noch zu seinem Ergebnis Stellung nehmen. Es wäre gut, wenn die Oeffentlichkeit über den Stand der Dinge aufgeklärt würde, damit nicht der Verdacht Nahrung erhält, als ob hier von irgend- einer Seite eine Verschleppung beabsichtigt sei. Seit dem Herbst des letzten Jahres liegt dem Reichstag ja auch eine Interpellation der Sozialdemokraten vor, die sich mit demselben Gegenstand beschäftigt und die schließlich einmal im Reichstag besprochen werden muß. Die„Frankfurter Leitung" hat recht. Der Untersuchungs- ausschuß des Auswärtigen Ausschusses hat seine Arbeit ab- geschlossen und dem Auswärtigen Ausschuß schriftlichen Bericht erstattet. Eine Sitzung zur Besprechung dieses Berichts ist je- doch bedauerlicherweise bisher noch nicht festgesetzt worden. Die fozialdemokrattsche Fraktton hat den dringenden Wunsch, daß diese Besprechung sobald wie möglich erfolgt und damit die Bahn zur Beratung ihrer Interpellation im Reichstag freigemacht wird._ Zum§al!(Dehme. Reichsiagsabgeordneier Genosse Dr. Paul L e v i, der Verteidiger des oerhafteten Journalisten Walter Oehme, sendet un» folgende Zuschrift: Durch die Presse ward gestern eine Nachricht verbreitet, nach der m der Strafsache gegen Walter Oehme erhebliche Schwierig- leiten eingetreten seien, einmal durch b:« Zeugnisverweigerung kommunistischer Abgeordneter und Redakteure, bann durch die Tat- fache, daß ausländisch« Journalisten nicht zwangsweise vor Gericht gestellt werden können. Es sei aber, so hört jene Nachrichtenstelle offenbar von amtlicher Seite, mit der Durchführung des Prozesses „im Lauf« des Sommers" zu rechnen. Im Interesse des von mir verteidigten Herrn Oehme erlaube ich mir, folgende Feststellungen zu treffen: 1. Das gesamte, diesem Landesverratsprozeß zu Grunde lie- gende Material ist von Herrn Oehme vom ersten Augenblick frei- willig und in vollem Umfange dem Oberreichsanwalt zur Verfügung gestellt worden. 2. Di« Reichsanwalischost, die auf Grund dieses Materials die Festnahme anordnete und dann die Verhaftung beantragte, hat das Verfahren zunächst im Stadium der Ermittlung vier Wochen lang gehalten und er st am letzten Tag der vierwöchigen Haftfrist die Voruntersuchung beantragt, obgleich, wenn sie über- Haupt daran dachte, Anklage zu erheben, die Notwendigkeit der Voruntersuchung vom ersten Tage an feststand. 3. Obgleich Herr Oehme vom ersten Tag« an freiwillig das gesamte Aktenmaterial zur Verfügung gestellt hat, obgleich er selbst um Herbeiführung eine, Verfahren» beim Reichs- gericht gebeten, obgleich er nach der ersten Haussuchung mit Wissen der P o liz« i b h ö r d« in» besetzte Gebiet g«> reist und von dort unbedenklich zurückgekehrt ist, obgleich er eine für seine Verhältnisse höh« Kaution zu stellen bereit ist. ob- gleich es sich in der panzen Sache zum mindesten um einen höchst strittigen„Grenz fall'' handelt, obgleich sein« Verteidigung, die sich auf ein umfangreiches Zeitungsmaterial stützen muß, aufs schwerste beeinträchtigt wird, lehnt die Reichsanwoltschaft die Haft- er.tlassunq ab� 4. Noch der tatsächlichen Seite ist der Fall Oehme klar- gestellt. Die Entscheidung, die fallen muß, ist eine rechtliche und implizite, ein« politisch«. Der Angeklagt« kann verlangen, daß wen» er schon einmal zum Dersuchskarnickel gemacht wrd für Experimente, die das journalistische und politisch« Gefamttnteresse auf» tiefste berühren, die Zeit des Laborierens auf ein Minimum eingeschränkt werde. Dr. Paul L«vi, Rechtsanwalt. Das Gewebe. Don Erich Grssar. Irgendwo in einer vergessenen Ecke steht ein Gewehr. Em wenig rostig zwar vom langen Stehen, ab«r noch neu. Ungebraucht. Jeden Tag, wenn die Zeitung neu« Frevel kündet, den erlebnis, hungrige Soldaten In der Hand des blut- und beutegierigen Mili- tarismus vollbringen, zuckt es in meine? Hand. Ich möchte hundert. tausend Gewehre wissen und ebensoviel Hände, die sie nehmen, um die Fremden au» dem Lande zu jagen. Ein« Kugel ihnen allen durch den Kopf, die Heim und Herd unierer Prüder zu stören käme:,. Stärker und stärker wird dies Gefühl in»mir, daß ich mich nicht mehr vor ihm reiten kann. Ich renne fort und hole das vergessene Gewehr. Liebkose es wie«in« liebe lang vergessene Braut. Putze es, bis es blitzblank ist. Da geht ein Ruck durch meinen jungen Körper. Wie ein Kam- mando. Stillgestanden. Freilich, das Bein, das man mir in Flau- dern zerschoß, will nicht mehr so recht, aber wo, macht da» in dieser Stunde? Ob wohl der Griff noch klappt, denkt es in mir. Ob— wohl— der— Griff— noch— klappt? 1, 2, 2 und 4. Er klappt. Im Nu bin ich wieder im eifrigsten Ueben und seh« im Geiste den Unteroffizier, der ihn mir beigecracht. Sehe keuchend« Kranke, fluchende'Soldaten, die Tage, Wochen, Monat«, jahrelang denselben Griff übten. Uebten und übten. Und plötzlich kommt mir M« ganze Lächerlichkeit meiner Lag« zum Bewußtsein. Der ganze militärische Un- sinn, dessen einziger Sinn war, seinen Opfern da» Denken abzu- gewöhnen. Das Denken daran daß st» Menschen sind mit einem Bewußtjeinszentrum, dos unabhängig von dem Willen der Außen. weit eine Einstellung zu den Dingen zu gewinnen vermog. Aber einmal, da dachten wir wieder. Und sahen die zehn Millionen Men- schen, die ein Gewehr in der Hand hielten, blitzblank wie dieses hier oder die an einer Kanone standen, als ein Schuß aus einem Gewehr wie das meine, oder einer brüllenden Kanone ihrem Leben ein Ende machte.„Grüß mein 5kind... keinen Vater mehr. Grüße die Mutter, ihr Sohn ist tot." Und wir dachten an die Millionen, die in der Heimat darauf warteten, uns in unfern Lehmlöchern abzulösen, wenn wir uns blutend im Grabe streckten._ Da kotzen wir auf den Krieg und den Willen zum Siege. Warfen die Gewehre fort und brachen auf. Der Heimat zu. Gingen wieder an unsere Arbeit. Mochte doch schießen, wer Lust hat. Die Offiziere glotzten uns dumm an. Dann gingen st« mit, und aus manchem ist ein wichtiger Kerl geworden, der arbeiten lernte, statt kommandieren. Und nun? � �. Nun blitzt mich dieses verdammte Gewehr, das irgendein ' Heimkehrer der keine Luft mehr hatte es weiter zu schleppen, lo blödsinnig an. daß ich selbst ganz blödsinnige Gedanken kriege wie: Ob wohl der Griff noch klappt? Zum Donnerwetter, nein. Er soll nicht mehr klappen! Der deutsche Unterofsizier ist tot. Soll tot sein. Niemand soll mehr Freude daran finden, Men. schen zu Moschinen zu machen, die nicht weiter denken, als daß man die Hand erst dann vom Schlosse nehmen darf, wenn auf ein lang- gezogenes„H— ä—.r— d— e", ein kurzes.weg" gefolgt ist. Aber die Franzosen und die Schwarzen, die auf deutschem Bo. den stehen? Mögen sie Griff« Soppen, bis fl« Gehirnerschütterung kriegen. Auch sie haben Frau und Kinder, und keinen Grund, erst durch die Hölle zu gehen, ehe fi« zurück zu ihnen kommen. Wir machen nicht mehr mit. Den Mörder straft die WeltgeschiKte. Und ich nehm« das blitzblank«, funkelnd« Gewehr, das mir eben noch den Weg zur Freihert bahnen sollt«, fasse es zerschmettere«z am Boden. am Lauf und Die Allkunst ües Schkller-Theaters. Das Schiller-Tlieater soll in finanzielle Schwierigkeiten geraten sein, so daß der Aufsichtsrat sich nach Hilst umsehen zu müssen glaubt. Dag Ergebnis der Sanierunasbemuhungsn ist der Plan, das Schiller-Theater an das Staatstheater an zu- schließen. Dabei wird aber das Personal des Schiller- Theaters zum größten Teil nicht mit übernommen, weil das Staatstheater mit seinem eigenen Personal auch für die Bühne des Schiller-Theaters auszukommen hofft. Nur der Direktor Pategg und einige andere Angestellte des Schiller-Thcaters(Sekretär, Dramaturg, auch«in paar Darsteller) sollen vor dem Schicksal, auf die Straße gesetzt zu werden, bewahrt bleiben. Gegen die drohend« Gefahr der Brotlosmachung will das Per- sonal sich kräftig zur Wehr setzen. In einer für die Mit- olieder des Schiller-Theaters emberufenen Versammlung, die gestern stattfand, wurd« die Angelegenheit erörtert. Der Obmann Körner» vom Bezirksoerband Äroß-Derlin der Genossenschaft Deutscher BühnenangehSriger richtete in seinem Referat scharf« Angriff« gegen Direktor Pategg, der ein« rettend« Stellung im Dienste des Staatstheaters suche, während die wirtschaftliche und künstlerische Existenz des Personals vernichtet werde.' Als die„Volksbühne" sich um die Uebernahme des Schiller-Theaters bewarb(sie wollte auch das Personal, aber mit Ausschluß des Direktors Pategg, übernehmen), soll chr geantwortet worden sein, das Schiller-Thealer werde als besonderes Unternehmen weiterbestehen. Am 10. April habe Pategg dam Personal, das durch Nachrichten über die mit dem Staatscheater geführten Verhandlungen beunruhigt war, durch Anschlag bekanntgegeben, e» sei über die Zukunft de, Schiller- Theaters noch kein« definitiv« Entscheidung getroffen.� Schon vier Tage nachher, am 14. April, habe im Landtag der Staatstekretär Decker über den vor dem Wschluß stehenden Vertrag mit dem Schiller-Theater berichten können Den Abfch'uß zu vollziehen, sei — erklärte Körner unter Zustimmung und Beifall— Sache nicht des A uf s i ch t s ra t», sondern der Generalversammlung. Der Redner kritisiert« schonungslos auch die DIrektionsfübrung Pataggs, dessen Ersetzung durch einen oerwal- tungstechnisch und künstlerisch leistungsfähigeren Leiter er als bestes Mittel zur Sanierung des Schiller-Theater» empfiehlt. Ebenso scharf äußerte sich über Pategg ein anwesender Vertreter des Prä- stdiums der Bühnengenossenfchast, der stellvertretende Vorsitzende Otto. Ein Mitglied des Schiller-Theaters bestritt, daß die finan- zielle Lag« ungünstig sei. Der ungewöhnlich reiche Fundus des Theaters habe zetzt einen Wert, der in die Milliarden geht. Auch Aktionäre waren vertreten, und einer von ihnen stimmt« sehr ent- schieden in das Urteil«in, daß Direkror Pategg das Schiller-Theater heruntergewirtschaftet habe. Ob- mann Körner schloß mit der Ankündigung, daß die Bahnengenossen. schast nötigenfalls über das Schiller-Theater die Sperr« verhängen werde, um die bedrohten Interessen der Mttglteder zu schützen. Ein- stimmig wurde ein« Resolution angenommen, in der es unter anderem beißt: „Die im 5)ause der Bühnengenossenschaft abgehaltene Versamm- lung von Aktionären. Abonnenten und engagierten Mitgliedern des Schiller-Theater» erheben Protest gegen die beabsichtigt« Auf- lösung der selbständigen Existenz de» Schiller-Theaters und Um- wandlung de» volkstümlichen Unternehmen» in «ine Filiale des S taa t, t h« a t« r Di« Versammlung envartet von der Stadt Charlottenburg, als Eigentümerin und überwachende Instanz dieses Unternehmens, die genauest« Nach- vrüfung der Beschlüsse des Aufsichtsrats, damit das Schiller» Theater auch weiter als selbständiges und volkstümliches Kunst- institut erhalten bleibt. Die Versammlung bringt zum Ausdruck, daß nur«in Wechsel in der Leitung des Theaters, nicht aber«in Verzicht auf die Selbständigkeit de« Theaterunternehmens notwendig ist um dies« in hervorragender Gegend Berlins gelegene, mit allen neuzeitlichen Errungenschaften ausgestattete Bühne im Sinn« ihres Gründer», Dr. Raffael Löwenfeld, der Allgemeinheit zu bewahren. Dom preußischen Kultusministerium erwartet die Der- lammlung, daß es gleichfalls den sozialen Wünschen der Schau- spieler, den- Wünschen des asten Stammes der Sckiller-Theater- Besucher, sowie den allgemeinen Berliner Kmistinteressen Rechnung trägt."_ Deutsche Shakespeare�vesellichafl. Am Geburtstag« Shakespeares. den 23. April, htell wie alljährlich die Deutsche Shake» speare-Gesellschaft ihre aus allen Teilen Deutschlands be- schickte Jahresversammlung in Weimar ab. Bei dem Degrüßungsabend im Künstlerheim sprach Rudolph Rieth vom Deutschen Nationaltheater die viel zu wenig in Deutschland ge- kannten Sonett« Shakespeare» in Uebersetzungen von Gilde- meister, Stefan Georg«, Ludwig Fulda. Am eigentlichen Verband- lungstage bildete«in Vortrag Heinrich Lilienfeins über „Sbatespeare» dichterisch« Phantasie" den Mittel- punkt Es ist wohltuend, einen Dichter über den Dichter sprechen zu hören, nicht einen Aestheten, wi« es meist geschieht. Die Ein- fühlung ist da«in« ganz andere. Das Umspannende der Shake- speareschen Phantasie wies er nach an einer großen Reihe feinsinnig gewöhnter Stellen aus Shakespeares Dramen, die Natur und Mensch in ollen Abwands»ng«n vom Heitern zum Ernsten, vom Guten �um Bösen ersessen. Neuartig waren die Ausführungen über„motorische Sinnlichkeit, als ein« Pbantasi«, die vornrhmlicb den Schonsoi-ler charakterisiert, die Shakespeare wohl in so hohem Maße besah, weil er selbst Schauspieler war. Er schafft« aus dem Urgrund des Un- bewußten, zu dem sich tiefst« Besonnenheit des Könnenden gesellte. Sein Humor, der über den Dingen stand, war Selbstbefreiung vom Uebennofuder Phantasie. Aus den geschäftlichen Derbandlungen sei hervorgehoben, daß die Deutsche Shakespeare-Gesellschast«in« gräßer« Zahl auslän. bischer Mitglieder besitzt, für welch« der Jahresbettrag Ruhrkampf und Interessenpolitik. Die Treibereien gegen die Außenhandelskontrolle. Mit großem Geschick hat die Industrie den Ruhrkampf dazu benutzt, um ihre eigenen Interessen wahrzunehmen. Das war nicht nur am Devisenmarkt der Fall, wo die Reichsbank selbst umfangreiche Hamsterkäufe an fremden Zahluilgsmitteln festgestellt hat, auch auf dem Gebiete der Wirtschaftspolitik ver» stand man es, die Situation auszunutzen. Nachdem die Mark zeitweilig stabilisiert war, setzte ein heftiger Kampf der Jnter- essenten gegen die Außenhandelskontrolle und insbesondere ge g e n d i e Ausfuhrabgaben ein. Die letztere Forde- rung schien berechtigt, solange infolge des Dollarstandes von 20 000 auf vielen Gebieten die Weltmarktpreise erreicht und überschritten waren. Inzwischen ist der Dollar wieder in die Höhe gegangen. Die Ausfuhrabgaben aber sind wesentlich abgebaut und keine Regierung denkt daran, die mit dem Mark- stürz gestiegenen Gxportgewinne nun' wieder durch eine Erhöhung der Ausfuhrabgaben zu erfassen, obwohl die Sozialdemokratie diese Forderung im Reichstag ausdrück- lich erhoben hat. Mst welchen Mitteln die Jitteresienten im Kam�f gegen die Ausfuhrabgaben vorgehen, dafür sind die Vorgänge be- zeichnend, die in den kritischen Tagen in der Außenbandelsstelle für die K a u t s ch u k i n d u st r i e sich abspielten. Das„B e r- liner Tageblatt" veröffentlicht ein Rundschreiben, aus dem hervorgeht, daß der Leiter dieser Außenhandelsstelle, Herr Lindemann, der bezeichnenderweise zugleich Geschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen K a u t s ch u k i n d u st r i e E. V. ist, die diesem Verein angeschlossenen Firmen direkt gewarnt hat, Ausfuhr- anträge zu stellen, da die Ausfuhrabgabe demnächst abgeschafft werden würde. ' Das„B. T." bemerkt zutreffend hierzu: Die deutsche Industrie klagt über Exportunfähigkeit und verweist zum Beweise auf die Ausfuhrzifsern. Der eben geschilderte Vorgang aber zeigt, daß die Ausfuhr dadurch behindert wird, daß der Reichskommissar der Außenhandelsstelle den Industriellen durch„vertrauliche" Rundschreiben außergewöhnliche Gewinne in Aussicht stellt. Die Sache hat aber auch noch ein« andere Seite. Ebenso wie Herr Lindemann werden auch andere Interessenten in Er- Wartung des Abbaues der Ausfuhrabgabe, d«r schon seit Wo- chen angekündigt war, auf die Zurückhaltung der Exportanträge hingewirkt haben. Dadurch mußte die Devisen- k n a p p h e i t, die sich in der letzten Zeit geltend machte, verschärft weiden, denn ohne Warenausfuhr kommen keine oder nur wenig Zahlungsmittel nach Deutschland herein. Inzwischen sind die Gründe für die Ermäßigung der Ex- portabgabe weggefallen: die Regierunasbureaukratie aber ar- beitst genau so weiter, als ob nichts geschehen wäre, und es ist noch kein Erlaß erschienen, der die durch die Ereianisie überholten Ma'>»ahinen rückgängig gemacht hätte. Unter dem Schutze eines schwerindustriellen Reichswirtschaftsministers benutzt man zwar den Ruhrkampf zum Abbau der verhaßten Außenhandelsabgaben, die gemein- wirtschaftlichen Notwendigkeiten jedoch werden vernachlässigt. Rnhrkredite zur Warenspekulation. Bei einem früheren Anlaß wurde festgestellt, daß die Regierung der Reichsbank durch ihre weitherzige Kreditpolitik gegenüber der Ruhrindustrie es den wesentlichen Industriefirmen ermöglicht hat, Devisen zu kaufen. Diese ehrenwerten Patrioten benutzten die zur Aufrechterhaltung der Produktion gegebenen Kredite zur Devisen- spckulotion. Jetzt stellt sich heraus, daß eine Reihe von rheinischen Lütten, u. a. Hösch, Dortmunder Union und der Mannesman'nkonzern Schrott in' großen Mengen aufkaufen und im' unbesetzten Gebiet lagern. Dadurch wurden die Schrottvreise über die durch die Devisenkurstreiberei gebotene Grenze hinausgetrieben. Die Schwerindustrie, die damit ihren eigenen Rohstoff verteuert, schafft sich damit einen glänzenden Vorwand, künstig 6 Schweizer Frank betragen soll. Durch den nicht hohen Satz hofft man, die internationalen Beziehungen zu stärken. Den Abschluß sollt««in« Darstellung des»M a c b e t h" im Deutschen Nationaltheater in der Uebersetzung von Hans Roth« bilden. Das wäre interessant gewesen, denn Rothe versucht ein« ganz modernem Zeitausdruck angepaßte Wiedergabe zu finden. Im Zusammenhang init dem Leipziger Sievers hat er z. B. auf pho- netischer Grundlage versucht, Feststellungen zu treffen über Echtheit und Unechtheit der unter dem Namen Shakespeare vorliegenden Bühnenwerk«. Leider niachten unerfreulich« Zwischenfall« die Nor- stellung unmöglich. Man gab statt besten— Verdis„Othello". Wenn Shakespeare das im Jenseits gewahrt, so wird sein sieghafter Humor ja wohl darüber stehen Im übrigen>st zu hoffen, daß dies Beispiel nickt Schule macht. Sonst gibt man vielleicht bei Schiller- Feiern künftig Rossinis„Tell" und für die Goethe-Tagung Gounods „Margarethe", bei der der berühmte Walzer besonders erfreulich wirken dürfte. H. L. Russische Dauern suchen das Paradies. Daß das religiös« Leben in Rußland trotz aller Unterdrückungen durch die Sowjetregierung sich nickt ersticken läßt, sondern die merkwürdigsten Blüten treibt, geht aus den Berichten russischer Blätter hervor, die im„Manchester Guardian" weitergegeben werden. So wird aus der Kosaken» vrovtnz von Rostow am Don das Auftreten einer seltsamen Er- scheinung gemeldet Da erschien in den Dörfern in diesem Winter ein Mann, der sich Jesu» Christus nannte, nur mit einem Hemd« bekleidet, barfuß durch den Schnee wandert« und überoll predigt«. Er fand«in« große Anzahl Anhänger, die ihm folgten»md für ihn soroten. Als dl« Bewegung immer größere Formen annahm, wurde er von den Bolschewisten verhaftet, und«s stellt« sich heralis, daß es ein Kosak nan»ens Antonow war, ein früherer Soldat der Weißen Arme«. Die„Arbeiter-Nachrichten",«ine russische Provinz. zcitung, erzählen, daß die Bolschewisten in einer Berfammlung die Bauern davon zu überzeugen suckten, daß es keinen Gott und kein Baradies gebe. Darauf erklärt« Stephan Kolpatow au» dem.Dorfe Rowaja Witfchuga für die andern versammelten Bauern:„Wir glauben nicht an euer wissenschaftliches Gered«: wir haben Bor- bereitungcn getroffen, um«in« Schar von Gläubigen im Frühling nach den Ufern des Euphrat und Tigris zu senden, damit dies« sich dort vergewissern, daß das Paradies noch vorbanden i st". Manchmal machen stch die Sowjetleut« die von ihnen verfolgt« R«ligion zunutz«, wenn es ihren Zwecken ent- spricht. So hat z. B. das bolschewistisch«„Kornsyndikat" in der Provinz Tyumen an die Bauern Heiligenbilder verkauft, um sie dadurch zur Hergabe de» Korns zu bewegen. Ein« Christusfigur wird für 5 Rubel von 1923, und«in« Figur tes heiligen Nikolaus für 12 Rubel angerechnet. Di«„Prawda� spottet üb«r dies« Rück- kehr der Kommunisten zu den Kniffen der früheren Popen. Zu Ehren von Arno Pol, derankwliet da« vezirkSamt Schöne- b e r g am 3. Mai. abend» 8 Ubr, im VLrgeriaale de« neuen Ratbaule« in Schöneberg, unter Mitwirkung von Eis« Beyer(Nezitalion, Hanna B o st r o e m(Sopran). Augusta Hartmann-Rauter(Mezza- lopran), Meorg Stolzenberg(Komponist) und Dr. Fischer(lite- rarischer Vortrag) einen Vortragsabend. Portrngc. Rudolf von Laban, der bekannte Tanzpädagogc. spricht Sonntag'1,8 Ubr Lützowplatz 8 vor geladenem Publikum über neuen Tanz(mit Demonstrationen). um nun auch ihre Absatzpreise erhöhen zu können. Es ist aber bezeichnend, daß man in der größten Not des Volkes nichi davor zurückscheut. Reichskredite zu spekulativen Machenschaf- ten zu verwenden. Das ist ein Grund mehr, um auf das ent- fchiedensts die Verschärfung der Kreditbedingungen der Reichsbank und insbesondere eine scharfe Herauffetzung des Reichsbankdiskontes zu fordern, nachdem auch der jetzige Zins- fatz den wenigen Firmen, die Reichsbankredit beziehn, immer noch einen großen Vortell gewährt vor den anderen, die auf die Wucher- zinfen und Provisionen der Privatbanken angewiesen sind. Neue Zwischenfälle im Ruhrgebiet. Attentat auf belgische Soldaten. Münster. 27. April.(Eig. Drahtbericht.) In Dortmund wurde dos Warenhaus Althoff von den Franzosen geschlossen und vier Geschäftsführer festgenommen. Die von den Franzosen in Betrieb geHallen« Südstrecke ist zwischen H e r d e ck e und Bommern an einigen Stellen von Attentätern gesprengt worden. Ein weiterer Anschlag ist gegen das Anschlußgleis der Zeche Waltrop verübt worden. Am Uebergang über die Lippe zwischen Wesel und Friedrichs- seid sind in der Nacht vom 23. zum 23. zwei belgische Sol< baten von unbekannten Tätern durch Schüsse schwer verletzt worden: einer ist seinen Verletzungen erlegen. Aus Anlaß dieses Attentates sind der Landrat F l u ch t m a n n- Dins- laken und der Bürgermeister von Hörde festgenommen worden. Ueber den Kreis Hörde ist der verschärft« Belagerungs- zustand verhängt worden: von 8 Uhr abends bis 6 Uhr früh ist der Verkehr untersagt. Zwei Brücken in die Luft gesprengt. Witten, 27. April.(WTB.) An der militorifierten Strecke Hattingen— Bor halte wurden heute vormittag von unbe- kannten Tatern zwei große Brücken in die Luft ge- sprengt. Die schweren Detonationen waren bis nach Willen hör- bar. Ueber den Umfang d«r angerichteten Zerstörung konnte noch nichts Näheres festgestellt werden. Die französische Taktik. London, 27. April.(EP.) Der Pariser Korrespondent der „Times" meldet, daß man in offiziellen Kreisen Frank- reich? den Eindruck gewinne, als ob es der französischen Regie- rung mit Unterhandlungen in der Reparationsfrage nicht eilig sei. Man halte auch nichts davon, eine optimistische Stimmung im Publikum hervorzurufen, da diese sonst leicht umgewandelt werden könnte und es nachher schwer halten würde, nötigenfalls wieder .Begeisterung zu erreichen. Man bemühe sich darum im Gegenteil, nicht den Glauben an eine unmittelbar bevorstehende Regelung zu erwecken, sondern suche der zu großen Zuversicht einen Dämpfer aufzusetzen. Dem diplomatischen Korrespondenten des„Daily Telegraph" zufolge wird Poincare einen solchen Borschlag glatt ablehnen, nach dem die Reparationssumme von einer inter- nationalen Sachverständigenkommission festgesetzt werden soll. Ententekolonie Ruhrgebiet! Pari». 27. April.(WXB.) Die Rheinlandtommisston hat beschlossen, den Eintritt vom unbesetzten in das befetzte Gebiet nur gegen einen von den Alliierten ausgestellten Reisepaß zu gestatten. Diese Mahnahme wird von Montag an dnrchgesührt werden. Trierer Eindrücke eines Engländers. Der Sonderberichterstatter des„Manchester Guardian" schreibt aus Trier: Es würde sehr gut sein, wenn einige von den Leuten, die so leichtfertig über die Schaffung einer Rheinischen Republik reden, nach Trier reisen müßten. Ebenso wie seine Nachbarstädte, ist Trier seit drei Monaten seiner Bahnverbtndun- gen beraubt. Ich weiß nicht, wieviel« Züge nach französischen Angaben täglich durch Trier laufen sollen, aber der würde ein kühner Mann sein, der sich darauf verlassen würde, daß er unter dem französischen Betrieb innerhalb zwölf Stunden an einen fest- gelegten Zeitpunkl seinen Bestimmungsort erreichen könnt«. Für praktisch« Zweck« ist Trier hinsichtlich seiner Verbindungen mit der Außenwelt ausschließlich auf«inen spärlichen Motoromnibusdienst und auf einig« Privatmietfuhrwerke angewiesen.(Inzwischen ist der Autoverkehr mit dem unbesetzten Gebiet auch schon oerboten. Redaktion.) Jedes Hotel ohne Ausnahme ist von den' Franzosen be- schlagnahmt, um darin ihre Offiziere und Beamten mit Familie usw. unterzubringen. Lange«he er«in Zimmer gefunden hat, wird der Reisende in den Straßen beobachtet haben Scharen von Genllemen, angetan mit prächtigen, barbarisch roten Mänteln und Turbanen. mit Gesichtern vom Bernsteingold bis zum Schokoladenbraun, deren Gaumenlaute das Ohr oerletzen, wenn sie sich gegenseitig anschreien. Man reibt sich ungläubig die Augen! Ist Wien(1829 oder 1683. Red.) in die Hände der Ungläubigen gefallen? Hat sich der Traum Mohammeds erfüllt, daß hier, an einer der geheiligten Stötten Europas, wo eines der größten Heiligtümer der Christen- heit aufbewahrt wird, Moslemin durch die Straßen stolzieren und die Bewohner mit herrischer Gebärd« beiseite fegen? Aber das sind die französischen Truppen(nicht schwarze, wie der„Matin" uns so oft in Erinnerung bringt, sondern nur etwas sonngebröunte). Der Reisend« wird dann ent- decken, daß sedermann auf der Straß« oder im Cafehaus, ja selbst in seinem eigenen Hause, der ihm über die politische Lag««in Wort zu sagen hat. sich zuerst wie«in Verfolgter in einem Kinostück umsehen wird. Er fürchtet in allem Emst, daß sein« Unvorsichtigkeit ihm das Schicksal seines Druders, Sohnes oder Daters bereiten könne, daß man ihn summarisch auf Monate zu Gefängnis und unerträglich schweren Geldstrafen für«in ge- legentliches Wort verurteilen könnte, das von einem franzö» fischen Spion gehört worden ist. I e d e r m a n in Trier kann von einem nahen Verwandten oder Freund berichten, der für nichtige oder nicht vorhandene vergehen zu schmähliche« Strafen verurieill wurde. Gerechtigkeit hat hier ungefähr die gleich« Bedeutung wie im Rom Neros oder in Robespierree Frankreich. Di« Eide von hundert deutschen Zeugen werden nicht einen Augenblick ins Ge- wicht fallen gegenüber den in gebrochenem Französisch gemachten Angaben eines Spahl. In Trier ist jede Unterhaltung eine groß« Verschwörung gegen den eisernen Druck der Besetzung, und die Furcht, nicht so sehr um das eigen« Schicksal, sondern um das von Weib und Kindern, steht klar im Gesickt jedes Mannes geschrieben, der seine wahre Meinung äußert. Die ganze Stadt ist mit Plakaten gepflastert, auf die indessen niemand achtet: Aufforderungen an die Rheinländer, sich von der Berliner Regierung loszusagen, die sie in eine so traurig« Lage gebracht habe, und sich ihre eigene Verwaltung, unter dem freundlichen Schutz der Besatzungs- mächt«, zu schaffen. Tausende Flugblätter der Propaganda für die Rheinisch« Republik werden täglich durch die Post und auf jedem denkbaren anderen Wege verteilt. Natürlich ist es«in Verbrechen. anzudeuten, daß dies von irgend jemand anderem als einer schwachen Vereinigung mit schäbigem Bureau in Köln(also tm englischen Bereich. Rcd.) finanziert werde. Flugblätter oder Pla- kat«, die sich gegen die Rheinische Republik erklären, werden nie oerteilt oder angeschlagen. Das würde Menschen ins Gefängnis bringen. Während meines Aufenthalts in Trier war nur eine klein« Lokalzeitung zu haben, politisch vollkommen farblos. Di« Zeitungskioske nehmen sich gar nicht die Mühe zu öffnen. Alle Berliner Zeitungen sind verboten, ebenso alle Lokalblätter von irgendwelcher Bedeutung. Die„Landeszeitung" war während meiner Anwesenheit für drei Monate verboten, weil sie die Nachricht gebracht hatte, daß ein Deutscher, der sich bereiterklärt hatte, für die Franzolen als Eisen- bahner zu arbeiten, aus dem deutschen Dienst entlassen worden war. Der Reisend«, der von der verhängnisvollen Wohnungsnot ge- hört hat, die durch den gewaltigen Einfall französischer Herren und Damen hervorgerufen wurde, welche auf alle Wohnungen ein Vor- recht besitzen, wird sich vielleicht wundern, wenn er große Blocks schöner Häuser vollkommen leer sieht. Man wird ihm(selb'wer- ständlich im Flüsterton) erzählen, daß dies die Häuser jener Eisenbahner sind, aus denen diese vor zehn Tagen verjagt wurden, weil sie sich geweigert hatten, für die französische Eisenbahnregi« zu arbeiten. Dies« Häuser sind nicht Staatseigen- tum, sondern Privat besitz, erbaut mit staatlicher Hilfe. Die Eisenbahner wurden vertrieben, nachdem man ihnen 24 Stunden Zeit gegeben hatte, rertrieben von farbigen Poilus mit aufgepflanzten Seitengewehren. Keinerlei Milderungen wurden Müttern im Kindsbett oder sonstigen kranken Personen gewährt. Die Ausgetriebenen wohnen nun in Kellern oder Dachkammern, oft drei Personen teilen«in Bett und sieben«inen Raum, während ihre eigenen Häuser leer bleiben, außer zweien, die in Ställe umgewandelt wurden. Di« Habe der Leute ist in Bündeln über die ganz« Stadt verstreut. Vieles, was ihnen über alles teuer war, ist in der Panik der Räumung unter den drohenden Bajonetten in Stücke ge- gangen. Viele hatten Geflügel und Haustier«, die natürlich ver- f ch w un de n sind oder für«in Nichts verschleudert werden mußten. Als die Mark fiel, hatten diese Arbeiter und Angestellten alles in festem Besitz angelegt. Dieser verrottet und verdirbt nun in Höfen und feuchten Kellern.... deutschland wird nicht gehört. Die Bvtschaftertonfercnz hat den Wunsch der deut- schen Regierung, in der Frage des Optionsrechtes der Memelländer gehört zu werden, abgelehnt. Der schwedische Nlai-slufruf. Stockholm, 27. April.(Eigener Drahtbericht). In dem Mai- Aufruf des Sozialdemokratischen Parteioorstandes, der dem neuen konservativen Ministerium Trygger Kampf ansagt und die Wiederkehr einer sozialdemokratischen Regierung fordert, heißt es zum Schluß: Am 1. Mai, dem großen Demonstrationstag der internationalen Arbeiterbewegung, gelten unsere Gedanken nicht nur unseren inneren Zuständen, sondern auch der Arbeiterklasse in den übrigen Ländern der'Well. Dabei ist es selbstverständlich, daß die Arbeiter an der Ruhr, die bedauernswerte Opfer der Reparatinonskris« und der Okkupation geworden sind, besonders in Erinnerung gebracht werden müssen. Wir senden ihnen unseren Gruß und die Versicherung unseres tiefsten Mitgefühls. Wir begrüßen den mächtigen Vormarsch der Sozialdemokratie in England als ein Anzeichen der Aufklärung und der Hoffnung. Ganz besonders begrüßen wir jedoch den geplanten Einigung?» kongretz in Hamburg, wo durch die endgültige Vereinigung der Wiener und Londoner Internationale wiederum ein« gemeinsame Plattform für die Sozialdemokralle der gesamten Welt errichtet werden soll. Wir erwarten von diesem Kongreß, daß er die E i n i g k« i t der Arbeiterklasse aus dem Boden des Sozialismus und der Demokratie wiederherstellen und damit den Bestrebungen der Sozialdemokratie in der internationalen Politik vermehrtes Gewicht geben soll. Kein« heuchlerischen Schlagwort« von Einheitsfront! Ein« wirkliche Einigkeit soll in Hamburg begründet werden! Das tvefen des ßafcismus. „Ich werde mm nacheinander acht Massenverjomm- lungen abhalten, und wenn so fortgesetzt Oel ins Feuer geoossen wird, müßte ein Wunder geschehen, wenn es nicht zur Eploflon kommt." (Hitler am 10. April im Zirkus Krone.) Vor dem Stoatsgerichtshof in Leipzig erklärte der Vorsitzend« der Hallenser Ortsgruppe der Deutschvötkischen Freiheitspariei, fein« Partei fei der„edelste und r e i n st e Kern deutschen Wesens und deutscher Kultur". In ihr würden die „höchsten Ideale deutscher Zukunft" hochgehalten. In Wulle-„Deutschem Tagebtatt" finden wir dazu die näheren Er- läuterungen. In langen programmatischen Ausführungen wird das „Wesen des Fascismus" auseinandergesetzt und in erster Linie als„Kampf gegen den Marxismus" geken.r- zeichnet. Diesen Kamps gegen den Marxismus stellen sich die Deutschvölkischen erwa so vor: „Den Zehntausenden(Sozialdemokraten), die bewußt aus reiner Schurkenhaftigkeik heraus den größten Gaunerstreik der Welt organisierten und leiteten, dem deutschen Volke die Waffen aus der Faust stahlen und die Fesseln der goldenen Internationale mit anlegen halfen, kann nimmermehr verziehen werden. Hier kann es nur eine einzige Sühne geben. Es ist die einer nnerbitt. Ichen Vergeltung." „Mit vermehrter Wucht hat deshalb heute der Wille zusam- nenzuftahlen zur Erfüllung der„sittlichsten" Rechtsforderungen: Rieder mit den?lovemv«rverbrkcheru! In all dem Geftunker und Geschwätz von Einheitsfront usw »aben wir nicht zu vergessen, daß sich zwischen uns und den Oolksbetrügern, Arbeiter Verführern uyd bürgerlichen Parteioer. brechern zwei Millionen Tote schieben.... Wir haben uns immer wieder daran zu erinnern, daß jeder neue Kamps nach außen, mit den Novemberverbrechen im Rücken dem deutschen Siegsried sofort wieder den Speer in den Rücken stieße. Unser Rechl-empsinden sagt uns. daß der große nationale Vaterlands- Verräter zu vernichten ist." Zur Durchführung dieser reinsten und edelsten sittlichen Ideale des deutschen Volkes wird an der Spitze dieses„Deutschen Tage- blcrt'es" zum hundertsten Male der Diktator verlangt, der Wulles Ideale in die Tot umsetzen könnte. Glücklicherweise scheint wenigstens Herr Wulle selb«? so einsichtig zu sein, daß er sich für diese Rolle nicht für berufen hält. Sowjetrußianö und dieLanfanner Konfem.� Moskau. 26. April.(OE.) Das Volkskommissariat des Aus wärttgen gibt durch die Russische Telegraphen-Agentur bekannt, daß es, entgegen der betreffenden Rcutermeldung, bisher keine Venach- richllgung über den Wieberzusammentritt der Lausanner Konferenz erholten habe. Wie der Ost-Expreß erfährt, informiert df Sowjet- Vertreter in Rom W? r o w s t i, der als Beobachter nach Lausanne beordert worden ist. in ausführlichen Telegrammen über den Ver- lauf der Konferenz sowr über die Besprechungen hinter den Kulissen und die Stimmungen der einzelgen Delegationen. Di« Stellung der Sowjetregierung zur Frage der Deteiltgung an der Lausanner Konferenz bleibt zunächst unentschieden, dock) wird erwartet, daß Worowsti beauftragt werden wird, beim Generalsekretär der Konferenz die Frage der offiziellen Zulassung Sowjet- rußlands auszuwerfen. lungen entsprechend betont haben würde. Wir nehmen aber an, Löhne bis 5. Mai gelten zu lassen, angenommen wurde. Die BerGewerkschaftsbewegung daß die Verhandlungen noch vor dem 1. Mai stattfinden. Benn sammlung stimmte nach eingehender Aussprache dem zu. Das öffentliche Interesse an der Lohnfrage. Gedas Reich den Beamten eine Lohnzulage von 30 Broz. gemähren brudte Eremplare der Vereinbarung find gegen Mitgliedsausmeis fonnte, dann müßte im Reichsarbeitsministerium das Berständnis im Verbandsbureau, Engelufer 24/25, 3immer 38, zu haben. eines Teuerungsausgleichs dringend bedürftig sind. dafür vorhanden sein, daß auch die Arbeiter der Privatindustrie Streik der Maßschuhmacher. Der befondere Begriff des öffentlichen Interesses, vielmehr die Beschränkung dieses Begriffes auf die sogenannten lebenswichtigen Betriebe, führt bei der Entscheidung über die Anträge Da die Arbeitgeber den am 20. April vom Schlichtungsausschus auf Berbindlichkeitserklärung von Schiedssprüchen durch die DeGeneralversammlung der Buchdrucker. Groß- Berlin einstimmig gefällten Schiedsspruch ablehnten, hat mobilmachungskommissare au offensichtlichen Ungeheuerdie Branchenversammlung der Maßschuhmacher, die gestern tagte, Mittwoch abend tagte im Gewerkschaftshaus eine vollzählig be- den Streit beschlossen. Die Versammlung verurteilte aufs lichkeiten. Die in größeren als lebenswichtig anerkannten Besuchte Generalversammlung des Vereins Berliner Buchdruder und schärfste das unsoziale Verhalten der Arbeitgeber, insbesondere in trieben beschäftigten Arbeitnehmer werden berücksichtigt, alle übrigen Schriftgießer Bon den Bezirksversammlungen lagen eine Reihe der Ferienfrage und verlangte die restlose Anerkennung des Arbeitnehmer abgewiesen. Maßgebend ist offenbar der Gesichts- Anträge vor, die der Borsigende Braun eingangs der Versamm Schiedsspruches. punkt, daß die Belegschaften lebenswichtiger Betriebe durch Kampf lung zur Berlesung brachte. Denjenigen Arbeitgebern, die nicht der ArbeitDen Hauptpunkt der Tagesordnung gebervereinigung angehören, wird der Schiedsspruch zur An maßnahmen ihren Forderungen gehörigen Nachdrud verschaffen und bildete ein Bortrag des Genossen Spliedt über das aktuelle minder empfindlich stören können. Diese Befürchtung führt zu dung der Arbeiterklasse ergriffen?" In mehr als zweistündigen schriftlich vollzogen. dadurch den regelmäßigen Gang des Wirtschaftslebens mehr oder Thema:„ Welche Maßnahmen hat der ADGB. gegen die Verelen erkennung vorgelegt und im Falle der Ablehnung werden sie gleichfalls bestreift. Einige Firmen haben die Anerkennung bereits Alle Kollegen haben sich unverzüglich im einer gewissen Unterstützung eines Teils der Arbeitnehmer bei Ausführungen gab Redner zunächst ein Bild von der gesamten Wirt Streitlokal. oder im Verbandsbureau, Engelufer 24, zu melden. der Wahrnehmung ihrer Lohninteressen, die allen übrigen Arbeitnehmern versagt wird, worunter natürlich die am schlechtesten Nur im Falle der schriftlichen Erklärung des Arbeitgebers ist die Weiterarbeit gestattet. gestellten Arbeitnehmer am meisten zu leiden haben. Wir haben Betriebe, die wohl stets als lebenswichtig gelten müssen, andere wieder, die nur unter besonderen Umständen als solche betrachtet werden und ichließlich andere meist kleingewerbliche Be triebe, die niemals als lebenswichtig gelten werden. Die Entfcheibung liegt bei den Demobilmachungskommissaren, die darin daß der Weltfeiertag zu einer erhebenden Demonstration wird zugefandt worden mit der Aufforderung, die Arbeit bis Donnerstag offenbar an bestimmte Vorschriften gebunden sind nach dem Grundfag, Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten. Rüstet zum 1. Mai! Sorgt dafür gegen jebe Gewaltpolitik für eine Verständigung der Völker gegen jeden neuen Krieg für den Weltfrieden gegen Militarismus und Kapitalismus für die Menschlichkeit, für den Sozialismus. Bezirksverband Berlin Zum Streit beim Beamten- Wirtschaftsverein. Vom Deutschen Verkehrsbund wird uns geschrieben: Den Streifenden ist seitens der Geschäftsleitung ein Schreiben früh aufzunehmen, andernfalls sich der Betreffende als fristlos ent laffen zu betrachten hat. Auch dieses Mittel hat nicht gezogen, denn von den Streifenden hat auch nicht ein einziger dieser Aufforderung Folge geleistet. Jedenfalls durch die Auftritte am Donnerstag früh hat die Firma genug Erfahrung bekommen, denn durch Anschlag gibt diese bekannt, daß Arbeiter nicht einges stellt werden. Wir bitten unsere Kollegen in den Buttergroßhandlungen und Margarineniederlagen, es abzulehnen, Margarine und andere Fette aus ihren Betrieben nach den Verkaufsstellen des Beamten- Wirt Das öffentliche Interesse gebietet zweifellos, daß der unge wöhnlichen Ausnugung wirtschaftlich schwacher Arbeitsträfte ein Riegel vorgeschoben wird. Ein Anlauf dazu ist in der Kriegszeit in Berlin genommen worden zugunsten der Heimarbeiterinnen, die mit Näbarbeiten für Heereslieferungen beschäftigt wurden. Die wirtschaftlich schwächsten Arbeitnehmer bedürfen des Schuzes ihrer Lohninteressen am nachdrücklichsten. Es gibt Elendebetriebe, gegen die nicht anders aufzukommen ist, als durch Zwang. Hat ein Schlichtungsausschus eine Lohnzulage in bestimmter Söbe als der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. fchaftsvereins abzufahren, da dies als Streifarbeit zu betrachten ist. notwendig anerkannt, dann müßte auch der Demobilmachungstommiffar nach Anhören beider Teile den Anträgen auf Erklärung des Schiedsspruches als allgemein verbindlich Folge geben, anstatt Schiedssprüchen für nicht lebenswichtige" Betriebe grundfäßlich dieien Schuß zu verjagen. Die fünftige Schlichtungsordnung tann an diciem Uebelstande nicht vorbeigehen. 18 Jahre für die ersten beiden Lohnwochen im März auf 500 M. 99 Eine Leiche. Anmerkung der Redaktion. Es wäre nun nachgerade Zeit, daß der Aufsichtsrat und die Mitglieder des Beamten Wirts fchaftslage Deutschlands. Er wies nach, daß vor dem Kriege schon schaftsvereins diesem Trauerspiel ein Ende machen. Die Möglichs ein ständiger, wenn auch langfamer, aber um fo mühseliger Kampf feit einer Verständigung ist bei gutem Willen immer vorhanden. um den Aufstieg der Arbeiterflaffe geführt wurde. Der Krieg habe eben alles unterbrochen und die ganzen Verhältnisse Lohnabkommen für die Blumen- und Federn- Industrie. Als Beispiel wird auf folgenden Fall hingewiesen: umgestürzt. Jetzt sehen wir vor uns einen Berfall des gesamten Der Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands, Zahlstelle GroßDie Luruspapierbranche des graphischen Gewerbes hat be- Landes und seiner Bevölkerung. Er wies hin auf die durch die Bes fonders unter schlechten Löhnen zu leiden. Stundenlöhne von 200 fehung des Ruhrgebiets entstandene wirtschaftliche Lage und das Berlin, hat mit dem Arbeitgeber verband der deutschen Blumen-, und 300 m. im Monat März und April find gang und gabe. Mit immer weiter um sich greifende Elend breiter Boltsschichten. Wenn Blätter und Federnfabrikanten und verw. Gew. E. V. für den Danach betragen die Borliebe werden jugendliche Arbeiterinnen eingestellt, die deutsche Wirtschaft wieder gefunden wolle, sei es nötig, das Monat Mai neue Lohnfäße vereinbart. die den Arbeitgebern als billige und willige Ausbeutungsobjekte Bertrauen der Welt wiederzugewinnen. Es müffe Spigenlöhne für Facharbeiterinnen über 24 Jahre 46 000 m., für dienen. In vielen Fällen gehören die Unternehmer feiner Arbeit por allem Frankreich beigebracht werden, daß Deutschland feine Färberinnen 53 000 m., für männliche Ausschläger 72 000 m. pro Die Tarife find von heute ab auf dem Verbandsbureau geberorganisation an und können daher von dieser Seite aus nicht Revanchegedanken habe, sondern auf dem Wege einer friedlichen Woche. gefaßt werden. Eine Bestreifung solcher Firmen fann wegen der Berständigung die Grundlagen der Wirtschaft neu feftigen wolle. Engelufer 24/25, Aufg. C. I in Empfang zu nehmen. allgemein schlechten Butschaftsfrise nicht in Frage kommen. Das fei notwendig, wenn die Berelendung Deutschlands beseitigt Die Firma Pommernell, Tempelhof, deren Jubaber werden falle. Der ADGB. sei bereits vier Jahre einen dornetein auptmann a. D. ist, zahlt ihren Arbeitern Wochenlöhne die Ruinen des Weltfrieges zu beseitigen. Trotz aller Mißerfolge vollen Weg gegangen, habe seine ganzen Kräfte darangefeßt, um Der Metallarbeiter- Berband erhielt eine Traueranzeige mit von 9400 bis 21 600 m. Der tarifliche Mindestlohn für diese Brande beträgt 40500 bis 41420 m. pro oche. Der würden fortwährend neue Versuche unternommen, um eine Ver- Sowjetftern und Trauerpalmen folgenden Inhaltes: Artur Börner, Betriebsrat der Aga, Mitglied des Fünfftändigung besonders mit Frankreich zu erzielen. Große Aufgaben Sǎlitungsausichu z Groß- Berlin, der deswegen angerufen habe der DGB. dabei erfüllt, die allerdings nicht auf offenem aehne rausschusses der Reichsbetriebsräte, Berwurde, beichloß, die Löhne der Arbeiterinnen dieſer Firma über Markte ausgetragen werben fönnten. Redner schilderte ausführlich trauensmann der allein revolutionären Bartet der KPD., ist den den Kampf gegen die Preispolitik und das bestehende odungen menschlichen Verlangens nach irdischen Gütern erlegen. Stundenlohn, für die beiden nächsten Lohnwochen auf 600 M. Steuerunrecht. Es sei dabei nicht erreicht worden, was not- Bir bringen feinen politischen Tod der bedauernswerten Stundenlohn und für die weitere Zeit auf 700 M. Stundenlohn wendig sei, aber was geschehen fonnte, sei geschehen. Bei der zuMitwelt zur Kenntnis. Inmitten seiner felbstlofen, opferreichen festzulegen. Jugendliche unter 18 Jahren find nach dem Tarif der Berliner Betriebe des Verbandes der photographischen nehmenden Wirtschaftskrise fei der Frage der Arbeitsbeschaffung Tätigkeit als Schöpfer der kontrollausiüife, als leuch erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet worden. Die Erwerbslofen- tendes Vorbild für solche praktische Arbeit fontrollierte er in höchster Kunstdruckindustrie, der Berliner lithographischen Anstalten des unterfügung habe eine Erhöhung erfahren und die Bezugs Objektivität die Arbeiterschaft und war imstande, seiner Direttien Verbandes Steinbrudereibejizer, Kreis X, und der Betriebe bes bauer für besonders notieidende Berufe, darunter die Buch für 650 000 m. Werkzeuge verkaufen zu können. Leider verstand Berbandes Berliner Luruspapierfabrikanten zu bezahlen. bruder, wäre von 26 auf 39 Wochen erhöht worden.. In die Arbeiterschaft nicht, diesen unverkennbar idealen Zug au Der Herr Hauptmann a. D. weigerte. fich jedoch, diefen allen Fragen fei ein zäher dauernder Kampf geführt worden gegen würdigen. Schiedsipruch anzuerkennen. Der Demobilmadungstom ein Gefchid, das oft mächtiger sei als wir. Aber die Gewerkschaften miliar wurde angerufen, um den Schiedspruch für verbindlich dürften sich nicht abbringen laffen von dem Wege, den sie feit Die Steinarbeiter Mannheims find wegen einer zehn pro zu erklären. Doch wie in folchen Fällen üblich. lehnte der De Jahren gegangen. Liege die Zukunft auch dunkel vor uns, jo 3entigen Lohnkürzung(!) in einen Streis getreten. mobilmachungstommiffar die Verbindlichkeitserklärung ab. Infolge müßten wir jezt mehr denn je zusammenhalten und alles Trennende der außerordentlich ungünstigen Konjunktur und völligen Abiak ausschalten. Den mit lebhaftem Beifall belohnten Ausführungen 19. bis 25. Adril 1675 m. und vom 26. April ab 1725 M. pro Die neuen Glaserlöhne. Der Lohn für Glaser beträgt vom stodung habe bie Firma mit großen Schwierigkeiten zu fämpfen. folgte eine furze Disfuffion. Wenn auch anerkannt werden müsse, daß die Löhne, welche die Firma zahlt, äußerst niedrig sind, so besteht doch kein nach kurzen Bemerkungen Brauns einmütig den Beschlüssen der In der Frage der Maifeier schloß sich die Versammlung öffentliches Interesie für die zwangsweise Regelung der Gewertschaftstommission an. Die Arbeitsruhe beginnt Löbne bei einer einzelnen Firma, die sehr wenige Arbeiter beam 1. mai früh 6 Uhr und endet am 2. mai früh schäftigt." 6 Uhr. Beschlossen wurde, daß die Angestellten den Tagesverdienst zugunsten der Arbeitslosen abliefern jollen. Weiter wurde emp. fohlen, daß alle Kollegen, die den 1. Mai bezahlt erhalten, ebenfalls ihren Tagesverdienft abliefern follen. Außerdem wurde beschlossen, täglich 200 m. zu zahlen. den Ausgesteuerten aus Gaumitteln eine laufende Unterstützung von Es find 18 Arbeiter und Arbeiterinnen! Jm öffentlichen Interesse sind diese 18 Arbeiter und Arbeiterinnen verurteilt, trot fleißiger Arbeit weiter zu hungern, damit der Unternehmer bestehen lann. Solche Entscheidungen sind unerträglich! 3m öffent Tien Interesse muß hier Abhilfe geschaffen werden. Die wenigen Arbeiter" auch nur in Berlin zufammengenommen bilden eine Masse, die so der Berzweiflung in die Arme getrieben wird. Zur Lohnbewegung in der Metallindustrie. Die Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium zwischen dem Verband Berliner Metallindustriellen und dem Deutschen Metallarbeiterverband, die für Ende dieser Woche vorgesehen waren, werden durch die Verschleppungstaftik der Unternehmer auf nächste Woche verschoben. Sie werden voraussichtlich am Montag oder Mittwoch stattfinden.( Am Dienstag tönnen Verhandlungen wegen der Mai feier nicht stattfinden.) Lohnbewegung der Kellerarbeiter. weniger. Auslösung bei auswärtigen Arbeiten 3 Stundenlöhne. Stunde. Gehilfen im ersten Jahre nach beendeter Lehrzeit 10 Proz nachmittag 5 Uhr in Aliems Festfälen, Safenheide 11/13, Branchenversammlung. Deutscher Solzarbeiter- Berband. Musikinstrumentenarbeiter. Am Montag Tagesordnung: Bortrag des Genossen Reimann; Distufion; Branchenangelegen heiten. Außerdem weisen wir erneut auf den Beschluß hin, wonach ieder zu befuchen. Wer zweimal unentschuldigt fehlt, wird auf der Liste der Deice Generalversammlungsdelegierte verpflichtet ist, die Mitgliederversammlungen gierten gestrichen. Die Branchenleitung. Bichtenberg- Friedrichsfelbe. Die Mitglieder der Unterkommission der Ge. werkschaftskommission treffen sich am 1 Mai Buntt 94 Uhr am Bahnhof Frankfurter Allee, um als Ordner bei der Maidemonstration zu fungieren. Der Obmann. sh. Glode, Berlin. Berlag Vorwärts- Berlag G. m. b.$.. Berlin. Drud: Berantwortlich für ben rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Borwärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Gierzu 1 Bellage. und dessen Folge- Erscheinungen wie HautJucken. Furunkel, Gesidaspidiel werden beseitigt d. Anwendung einer Frühjahrskur mit Dr. Hoffbauers ges gesch. Arsen- Licithin- Pillen. Leicht bekömmlich! Blutbildend! Ausführliche Literatur gratis. Unreines Bluf Die Funktionäre des Deutschen Verkehrsbundes( Abteilung Transportarbeiter) waren am Donnerstag im Gewerkschaftshaus versammelt, um den Bericht über die Verhandlungen vor dem Demobilmachungskommissar wegen des am 4. April vor dem Schlichtungsausschuß Groß- Berlin gefällten Schiedsspruchs entgegenzunehmen. Als Vertreter der Arbeiter teilte P. Liebenow mit, daß der Arbeitgeberverband der Getränkeindustrien den Schiedsspruch, der mit den Stimmen der Internehmer und des unparteiischen Borsigenden gefällt war und der nur eine geringe Bus Hefanten- Apotheke, Berlin SW. Leipzi er sit. 74( Dönhoffplatz) Zentrum 7192 lage von 6000 m für Männer und 4500 m. pro Woche vom 18. März ab für Frauen vorsah, abgelehnt hat, während die Arbeitnehmer, obgleich nicht befriedigt, ihn angenommen hatten. Am Mittwoch hat nun vor dem Demobilmachungskommiffar wegen ber beantragten Berbindlichkeit des Schiedsspruchs eine weitere Verhandlung stattgefunden, in ber nach längeren gegenseitigen Auseinandersetzungen alsdann nachstehende Einigung erzielt wurde: Daß die Unternehmer auf die längst notwendig gewordene Erhöhung der Papiermarflöhne ihrer Arbeiter und Angestellten noch länger warten fönnen, daran zweifelt niemand. Man hätte jedoch annehmen fönnen, daß fie angesichts ber fprunghaften Steigerung der meisten Lebensmittelpreise während der letzten Woche so viel foziales Empfinden zeigen würden, um den Leuerungsausgleich, um ben fie num einmal nicht herumkommen können, nicht zmedlos und über Gebühr hinaus zuschieben. Und wenn die Metallindustriellen felbft dieses fozialen Empfindens ermangeln, dann hätte das Reichsarbeitsministerium Dom 18. März bis 15. April lautet, daß aber mit Rücksicht auf die 3wischen den Parteien wird folgende Vereinbarung getroffen: Die Arbeitgeber erkennen den Schiedsspruch an mit der Maßs gabe, daß die Löhne, die der Schiedsspruch festgesetzt hat, bis einschließlich 5. Mai 1923 Geltung haben sollen. Der Antrag auf Ver. bindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs wird zurückgezogen". Der Referent führte weiter aus, daß der Schiedsspruch zwar Ankauf Spez. große Objekte und ganze Nachlässe Juwelen. Brillanten, Perien und Smaragde A.Grünbery Potsdamer Str. 53, am Hochbahnhof Bülowstr Erstklassige Herrenbekleidung Anzüge, Paletots, Schlüpfer, prima Stoffe fertig und nach Maß Billige Preise nur feine Pflicht getan, wenn es die Dringlichkeit der Berhand- Berhältnisse der Vorschlag des Demobilmachungskommissars, die MAX FLUSS, Rosenthaler Straße 58 UNLICH HEK. 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Dieses große Dorf liegt am Rande der Talfenfe, am Abhang Museen geöffnet sind, vornehmlich aber, an welchen Lagen der der Hochfläche des Glien. Der Name Glien ist wendischen Ursprungs Eintritt fostenlos ist. Man tann aber auch aus diefer Uebersicht und bedeutet Lehm. Und dieser Ablagerung, dem tonigen Mergel betrübt genug entnehmen, daß immer noch die Besuchszeiten der der Eiszeit, verdankt Belten den Aufschwung seiner Industrie. Seit Museen so ungünstig gelegt sind, daß die arbeitende und werttätige langer Zeit werden hier Kachein und andere Töpfereierzeugnisse Bevölkerung an Wochentagen die Museen nicht besuchen fann. Es hergestellt. Die Veltener Rachelöfen gehen weit hin in alle Lande. hat fast den Anschein, als ob das Kultusministerium, dem die meisten Belten ist der Hauptort der deutschen Rachelindustrie. Im Schul- Museen unterstehen, es für eine Anmaßung hält, daß der arbeitende gebäude in der Bittoriastraße befindet sich ein Ortsmuseum, Großstädter auch am Alltag eine Ablenkung von dem täglichen Eindas lehrreiche Sammlungen, befenders über die Entwidlung der maleins der Arbeit und des Berufs durch den Besuch der Museen Rachelherstellung und des Ofenbaus besitzt.( Weglänge etwa vier- und Kunstsammlungen sich verschafft. Es ist schon oft über diesen zehn Kilometer.) Uebelstand Klage geführt worden, aber eine Abhilfe murde niemals erreicht. Vielleichy: tragen diese Zeilen dazu bei, daß die Frage Baß ein ganzes Meer von Tinte vergoffen werden mußte, bevor im wieder in Fluß und zu einem guten Abschluß tommt. Denn Bea hörden sind hartnädig und zäh, und man erinnert sich gewiß noch, Winter der Abendbesuch der Museen freigegeben wurde. schließlich gelang es doch, man darf im Kampf und Widerstreit mit Behörden nur nicht foder laffen. Bom Briezener Bahnhof( am Schlesischen Bahnhof) fahren wir nach Werneuchen, wo der märkische Dichter Schmidt feinen Begafus tummelte. In der Umgebung Werneuchens herrscht eine lebhafte Siedlungstätigkeit. Die Großstadt hat in den letzten Jahren ihre Ausläufer bis in die ländliche Einsamkeit dieser märkischen Kleinstadt gesandt. Wir wandern durch das Städtchen, an der Kirche vorbei, und tommen zur Chauffee nach Seefeld, der wir etwa 20 Minuten folgen. Hier zweigt redyts ein Weg ab, der bald über die Eisenbahn geht und nach Löh me führt. Dieses Dorf liegt auf dem Nordufer des Haussees, der von einem ziemlich breiten Schilf gürtel umgeben ist. Am gegenüberliegenden Südufer fehen wir das Dorf Seefeld. Während Werneuchen zum Oberbarnim gehört, befinden wir uns jetzt wieder im Niederbarnim. Der Barnim, die Hochfläche. deren Grenzen im Süden das Berliner, im Norden das Eberswalder Urstromtal, im Westen das Tal der Havel und im Often die Sente des Roten Luchs sind, hat seine höchsten Erhebungen 13. Mai in Berlin und der ganzen Provinz Brandenburg statt. Eine Jugendherbergswerbewoche findet in der Zeit vom 6. bis im nordöstlichen Teil, dem Oberbarnim. Nach Westen zu dacht sich am 6. und 10. Mai finden voraussichtlich öffentliche Sammlungen die Hochfläche allmählich ab, hier liegt der Niederbarnim. Das Gelände ist von fanft geschwungenen Hügeltetten überzogen, die statt. Die Jugend wird auf öffentlichen Plägen fingen, spielen und wechselvolle Bilder geben, und auch die verstreut liegenden Wäldche die im ganzen Reiche der gesamten wandernden Jugend offen, SchulBollstänge zeigen. Die Märkischen Jugendherbergen stehen wie und Gehölze sorgen dafür, daß das Landschaftsbild sich abwechslungs. reich gestaltet. Von Löhme wandern wir zuerst auf der Bernauer wie schulentlaffener Jugend, unter besonderen Boraus Chauffee weiter. Nach etwa 10 Minuten verlassen wir diese jedoch fegungen auch älteren Wanderern. Trotz der Not der und wenden uns links ab nach Helenenau, das am Rande eines Beit ist es gelungen, im legten Jahre eine große Anzahl neuer -Bäldchens liegt. In nördlicher Richtung wandern wir weiter nach Serbergen zu schaffen. dem großen Dorf Börnide mit einem umfangreichen Gutspart. Wir gehen an der Kirche vorbei und dann lints ab nach Bernau, on der Quelle der Pante gelegen. Mit einem Rundgang durch dieses alte Städtchen beschließen wir die Wanderung. Bernau hat bereits 1232 die Stadtgerechtigkeit erhalten. Die Stadtmauer mit ihren Tortürmen und Lug- oder Weichhäusern ist noch nahezu vollständig erhalten. Bekannt ist die glückliche Abwehr der Hussiten am 23. April 1432, zu deren Erinnerung noch jezt alljährlich am Montag vor Himmelfahrt ein Hussitenfest gefeiert wird. Der märkische Chronist Andreas Angelus( gestorben 1598) berichtet über den Kampf mit den Hussiten, daß die Stürmenden mit heißem bren empfangen wurden, daß sie sich wieder davon machen mußten, wiewol der meißte hauffe umbfam". Der heiße bren" stammte aus den Brauereien, die das berühmte Bernauer Bier brauten, das auch in Berlin gern getrunken wurde. Ein altes Lied zum Lobe des Bernauer Bieres fingi: Mancher wär vor zwanzig Jahren Schon nach Nobelstrug gefahren, Wenn er dich nicht bran gelecket Und den Tod so abgeschredet. ( Weglänge etwa 18 Kilometer.) Birkenwerder- Delten. Wie wird das Sonntagswetter? NW N. NO WO SWS SO wwwwww FER Sturm Regen und Veränderlich Schon Wind Gewitter 3030 20 20 10 10 0. 0 10 10 Aber Besuch des Botanischen Gartens in Dahlem, ber, Ganz schlimm jedoch steht es nach dieser Richtung mit dem bureaukratisch engherzig, zur Sommerszeit so frühzeitig zugesperrt wird, daß man wahrlich von einem verschlossenen Garten sprechen fann. Der Botanische Garten wird nämlich im Sommer bereits um 7 Uhr gefchloffen. Das ist einfach ein Unfug, unter dem jahraus, jahrein viele Tausende leiden, die an schönen Sommerabenden zur Erholung und Erfrischung im Botanischen Garten meilen wollen. Raum ein Ort in und um Berlin ist so geeignet, nach des Tages Last und Hitze ein erquidendes Aufatmen und Erholen zu gemähren, wie der leider immer noch viel zu wenig bekannte Botanische Garten. Ganz still ist es hier, berauschender Duft kommt mit der langsam aufdämmernden Kühle des Abends von den vielen Pflanzen des Gartens, von den Feldern ringsum und aus dem nahen Wald. Dumpf bröhnt irgendwo die Untergrundbahn, die Straßenbahn rollt fernab, und auch die Züge der Wannseebalyn stören nicht mit ihrem Geräusch das Idyll und die andächtige Natur betrachtung. Und wenn die ersten schwarzen Schatten der Nacht am Himmel hochtauchen, schimmert der Riefenglasbau des Ges wächshauses phantastisch, gespenstisch durch den Sommerabend, über dem tausend blaue Sterne am tiefblauen Himmel stehen. Diesen Genuß tann man sich aber nur leiften, wenn man ein Beamter des Gartens ist, ober zu einem der Beamten in näherer Beziehung steht. Die Anderen müssen, wenn die schönste Zeit für den Garten getommen ist, die stille, grüne Insel verlassen, und wer ahnungslos nach fieten Uhr erscheint, steht vor der verschloffenen Pforte eines Baradiefes. Der kostspielige Herr Paftor. Vor Jahren, als sich der Botanische Garten noch in der Boisdamer Straße befand, da, wo sich heute der stolze Bau des Kammer. Bom Bahnhof Birkenwerder, den mir mit den Vorortzügen der gerichts hochredt, tannie man diese engherzige Zeitbeschränkung Nordbahn vom Stettiner Bahnhof aus erreichen, wandern wir rechts, nicht und fonnte bis um neun Uhr im Garten weilen. Es ist nicht dann alsbald links durch die Bahnhofsallee zur Hauptstraße von einzusehen, warum nicht möglich und erlaubt sein sollte in Dahlen, Birkenwerder. In Urfunden aus der Mitte des 14. Jahr legenes Tiefdruckgebiet über ganz Südwest- und Mitteleuropa aus mie wenige am Tage Zeit haben, nach Dahlem zu pilgern, man überZu Beginn dieser Woche breitete sich ein in Frankreich ge was in der Potsdamer Straße gestattet mar. Man dente doch nur, hunderts wird das Dorf bereits erwähnt. Die waldreiche Umgebung und zog dann langsam in südwestlicher Richtung weiter. In lege, daß außerdem an heißen Sonnentagen der Botanische Garten und das Briefefließ haben Birkenwerder zu einem pielbe. Deutschland fanden daher zunächst im Südwesten lange an suchten Ausflugsort und beliebten. Sommeraufenthalt aufblühen haltende, stärkere. Regenfälle statt die sich: ziemlich rasch nord- feinen Guyatten und Schutz bietet gegen die Hize. Wird er aber Laffen. Der Ortsname deutet darauf hin, daß hier die Birke beson- ostwärts fortpflanzten, während es wieder überall etwas kühler bereits abends um 7 Uhr geschlossen, so ist und bleibt er für die ders häufig gewesen sein muß. Auch der Name der munteren wurde. An den folgenden Tagen gingen in den meisten Gegenden meisten ein verfchloffener Garten. Das arbeitende Bolt hat aber Briese ist darauf zurückzuführen, denn er entstammt dem Wendischen noch sehr zahlreiche Regenschauer bernieder, die vielfach von ein Anrecht auf den Garten, ebenso gut wie der Wohlhabende, der imd bedeutet ebenfalls Birke. Die Hauptstraße führt über bie Hagel oder Graupeln begleitet waren. Dazwischen klärte sich der zu jeder Stunde Zeit hat. Himmel öfter auf, die Abkühlung aber nahm bei heftigen NordostBriese, an der links die Obermühle liegt, zur Kirche. Von hier winden überall noch weiter zu. Nach Entfernung des Tiefs drang vom tommen wir durch dian Havelstraße zur Untermühle, einer. Wasser Atlantischen Ozean ein neues sehr großes und kräftiges Tiefmühle mit schönem Teich. Von der Untermühle wandern mir gen druckgebiet rasch nach der Ostsee vor, von wo es seinen Weg mit Die von dem deutschnationalen Stadtverordneten Herrn Pastor Nerd, cm Rande der Havelniederung, nach Borgsdorf. Die geringerer Geschwindigkeit nach der Skandinavischen Halbinsel och geräuschvoll eingeleitete Nachprüfung der Kündigung der über zahlreichen Ziegeleien in der Umgebung geben Zeugnis von der fortsetzte. Am Donnerstag drehten sich dabei die Winde nach 10 Jahre bei der Straßenbahn Beschäftigten hat nunmehr zu einem Süden zurück und führten eine beträchtliche Erwärmung herbei. reichen buftrie, bie hier einſt herrschte; jest find bie meiſten in der Nacht zum Freitag stellten sich jedoch in fast ganz Nord- völligen 3usammenbruch der Anklage dieſes feltsamen Ziegelejen stillgelegt. Borgsdorf ist im 30jährigen Kriege verwüstet deutschland sowie im oberen Rheingebiet neue Regenfälle ein. Arbeiterfreundes geführt. Der von der Stadtverordnetenversammimd erst 1704 wieder besiedelt worden. lleber den Großschiffahrts. Jetzt scheint vom Atlantischen Ozean ein Hochdruckgebiet gegen lung eingesetzte Ausschuß fam nach elf Sibungen einmeg Berlin- Stettin und über den Oranienburger Ranal tommen England und Frankreich vorzurücken, aber gleichzeitig südöstlich stimmig zu der Auffassung, daß vor einer Entlassung nad wir nach Pinnow. In südlicher Richtung wandern wir zum Dorf von Island ein neues Tief heranzunahen. Wir haben daher für politischen Momenten nicht die Rede sein kann. hinaus. An der Wegteilung halten wir uns halbrechts, auf der Sonnabend einen mehrmaligen Wechsel mit Sonnenschein und Der Ausschuß fonnte der Stattverordnetenversammlung nur Fahrstraße, die durch den Wald führt. Wir sind hier noch im alten kurzen Regen- oder Graupelschauern mit frischen West- bis Nord- empfehlen, über einzelne Fälle nach Möglichkeit eine VerständiHaveltal, das den Barnim im Osten vom Havelland im Besten westwinden und abermaliger Abkühlung zu erwarten. Am Sonn- gung zwischen Magistrat und Gesamtbetriebsrat herbeizuführen. trennt. Das Lal bildet eine Verbindung des nördlichen Eberswalder und nach kühler Nacht die Temperatur am Vortag dürfte anfangs heiteres Wetter vorherrschen Haupttals mit dem südlichen Berliner Haupttal. Wahrscheinlich ist mittag ziemlich rasch steigen. Nachmittags wird die Tassente durch die Schmelzwasser des eiszeitlichen Inlandeifes aber wohl auch die Bewölkung wieder zunehmen vorgebildet worden, und die Havel, die am Ende der Eiszeit waffer.| und bald darauf etwas Regen fallen. ( Nachbruc verboten. Der Malit- Berlag, Berlin.) 97] Drei Soldaten. Bon John dos Paffos. Aus dem amerikanischen Manuffript überfekt von Julien Gumpers. Die Muskeln feines Armes schloffen sich fest um ihre Schultern. Ihr Haar glänzte in seinen Augen. Der Wind, der durch das Weinlaub rauschte, ließ das Licht und den Schatten um sie herum tanzen. ,, Wie heiß Sie von der Sonne sind!" sagte sie. Ich liebe den Geruch Ihres heißen Rörpers. Sie müssen sehr gelaufen fein, um hierher zu kommen. ,, Erinnern Sie sich an die Nacht im Frühling, als mir nach Hause gingen von Pelleas und Melisande"? Wie gern hätte ich Sie damals gefüßt, so wie jetzt." " 1 Andrews Stimme klang seltsam heiser, als ob er nur schwer sprechen fönne. Sie faßen Seite an Seite auf der Steinbant, ohne einander zu berühren. Jean, wie sind Sie hierher gekommen? Sind Sie schon lange demobilisiert?" Ich bin fast den ganzen Weg von Paris hierher zu Fuß gegangen. Sie sehen, ich bin sehr schmuzig." Allo hat der Herr Pastor wieder einmal die Stadt gerettet. Die Blamage des bewährten Herrn wäre dankerd zu quittieren, wenn dergleichen Agitationsgelüfte nicht mit erheblichen Kosten für die Stadt verbunden sein würden. einer fetten Frau mit einem sehr roten Gesicht und einem Land wundervolle falte Bäder in der Loire. Bart auf dem Kinn gehört." ich ,, Madame Boncour." ,, Natürlich, Sie kennen ja jeden hier." " ,, Und Sie wollen lange hier bleiben?" Nein, nach einiger Zeit erst wird der Rhythmus der Uebungsfelder, auf denen die Beine von Millionen Menschen alle gleich lang gemacht werden, diese verzweifelte, eingefäfigte Stumpfheit, all das Beinigende und Quälende der Disziplin und des Ja, lange. Arbeiten und mit Ihnen sprechen. Darf Soldatseins versinken in der Pracht und dem Glanz dieser dann und wann Ihr Klavier benußen?" Ihrer Welt." ,, Wie wunderschön!" Geneviève Rob sprang auf, dann stand fie, schaute ihn an, lehnte sich in den Wein hinein, so daß die breiten Blätter um ihr Gesicht herumflatterten. Eine weiße Wolfe, hell wie Silber, bedeckte die Sonne, zwei weiße Schmetterlinge flatterten einen Augenblick durch den Wein. Weile. Sie müssen sich immer so anziehen," sagte sie nach einer Andrews lachte. Ein wenig fauberer, hoffe ich," sagte er. Aber ich fann leider nicht viel wechseln. Ich habe keine anderen Kleider und lächerlich wenig Geld." " Ber fümmert sich um Geld!" rief Geneviève. Andrews glaubte ein gewisse Affeftiertheit in ihrer Stimme zu entdecken, aber er vertrieb diesen Gedanken sofort. bekommen fann?" Ob hier wohl in der Nähe ein Gut ist, wo ich Arbeit Er stand auf und zerdrückte ein Blatt unachtsam zwischen den Fingern. ,, Sehen Sie, die kleinen Trauben bilden sich bereits, schauen Sie da hinauf," sagte sie und strich die Blätter beiseite, gerade über seinem Kopfe. Diese Trauben hier kommen am frühesten. Aber ich muß in unsere Domäne, Ihnen meine Cousinen, und die Hühner, und alles zeigen." " Sie nahm seine Hand und zog ihn aus der Laube. Sie liefen wie Kinder Hand in Hand durch den Garten. Benn ich nur," stammelte er und folgte ihr über den Rasen,„ aus diesem ganzen Elend Musik machen fönnte, Musit, die die Massen in Empörung treibt, dann würde ich mich von der Bein diefer Erinnerungen befreien und mein eigenes Leben in der Schönheit dieses Sommers leben fönnen. Am Hause wandte sie sich ihm zu: So, jeßt müssen Sie sich einmal das Haus anschauen. Sehen Sie, das ist der Turm. Das ist alles, Aber Sie könnten doch gar nicht die Arbeit eines Land- was von dem alten Gebäude übrig blieb. Ich wohne dort, ,, Wie wunderschön. Aber ich werde ruhig sein. Aber arbeiters tun!" rief Geneviève lachend. Baffen Sie nur und gerade da unter dem Dach ist ein verhertes Zimmer, vor Sie müssen mir alles erzählen von dem Augenblick an, da mal auf, Sie werden sich die Hände zum Klavierspielen ganz dem ich immer furchtbare Angst habe. Ich habe immer noch Sie mich in Chartres verließen." Angst. Sehen Sie, dieser Henry- IV. Teil des Hauses ist gerade ein Biertel des projektierten Gebäudes. Dieser Rasen hier hätte der Hof sein sollen. Es gibt alle möglichen Arten von Ueberlieferungen, warum das Haus nie fertig gebaut wurde." ,, Sie müssen mir davon erzählen." ,, Später. Aber jekt müssen Sie mitfommen und meine Tante und meine Cousinen treffen." " verderben." Ich werde Ihnen über Chartres später erzählen," sagte ,, Das ist mir ganz gleich. Aber das fommt alles erst Andrews rauh.„ Es war prächtig, eine der schönsten Wochen später, viel später. Erst muß ich noch etwas zu Ende bringen, in meinem Leben, so den ganzen Tag in der Sonne gehen, an dem ich jetzt gerade arbeite. Ein Thema, das in mir auf den Beg wie ein weißes Band in der Sonne vor mir, über stieg, als ich zuerst ins Heer fam, als ich in unserem UebungsBerge und an Flüffen entlang, wo gelbe Schwertlilien blühten lager die Fenster abwusch." und durch Wälder voller Singvögel, und den Staub wie eine ,, Wie tomisch Sie find, Jean.. Es ist prächtig, Sie wieder fleine weiße Bolte um meine Füße, und die ganze Zeit auf da zu haben. Aber Sie find ja heute so furchtbar feierlich. dem Wege sein, hierher zu Ihnen, hierher zu Ihnen." Bielleicht, wiel ich Sie veranlaßte, mich zu füffen?" Und die Königin von Saba? Was macht die?" Ich weiß nicht. Es ist schon lange her, daß ich daran dachte.... Sind Sie schon lange hier?" Fast eine Woche. Aber was wollen Sie tun?" ,, Bitte, nicht jett, Geneviève... Ich möchte mit niemand außer mit Ihnen sprechen. Ich habe so viel mit Ihnen zu reden." ,, Aber Geneviève, man fann nicht an einem Tage den gebeugten Rücken des Sflaven gerade biegen. Jezt bin ich bei Ihnen auf diesem wundervollen Flee Erde. Noch nie ,, Aber es ist schon fast Lunchzeit, Jean; wir können ja habe ich einen folchen faftigen Reichtum der Begetation ge- nach dem Lunch zusammen reden." Ich habe ein Zimmer am Flusse in einem Hause, das sehen. 2 2 2 Und denken Sie, eine Woche Marsch durch das ( Fortsetzung folgt.) Um die städtischen Güter. Verpachtung gegen eine Roggenwertanleihe? Ein Nachspiel zum Mädchenhandel- Prozeß. Für den wegen Mädchenhandels zu Zuchthaus verurteilten Holländer Wilhelm 3waan dürfte sich noch ein böses Nachspiel in seinem Heimatland ergeben. Die holländischen Behörden beabfichtigen auf Grund der in dem Prozeß zur Sprache gekommenen Borgänge in Holland die Auslieferung Zwaans nach Berbüßung seiner Strafe zu beantragen, um gegen Zwaan ein Verfahren wegen Suppelei und zuhälteret anhängig zu machen. Mädchen fönnen bis zum Antritt einer neuen Stelle für eine geringe[ mann, zwei Monate Gefängnis gegen Kaufmann Müller, auf je Gebühr( zurzeit 300 m. pro Nacht) übernachten. Bermittelt werden 30 000 Mt. Geldstrafe gegen die übrigen Angeklagten mit Ausnahme ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen jeder Art, der Näherin Michels, die zu 10 000 Mt. Geldstrafe verurteilt wurde. Dieselbe Finanzgruppe, die im vorigen Jahre bereits 3ugenbliche beiderlei Geschlechts bis zum vollendeten 18. Lebens. Die Verurteilten legten gegen dieses Urtell fofort Berufung ein. mit dem Berliner Magistrat in Berhandlungen gestanden hat und jahre und aus angestellte, Aufwärterinnen, Wasch- und Reinemachefrauen. damals für die Ueberlassung der Güter auf achtzehn Jahre ein Es wird nicht nur Arbeit für längere Zeit, Bachtangebot von 60000 Roggenzentnern jährlich machte, hat sich sondern auch stunden- und tageweise Aushilfsarbeit nachgewiesen. erneut an die Stadt gewandt und bietet jetzt jährlich 90 000 Zentner. Bom Bezirks- Arbeitsnachweis Friedrichshain, deffen Außerdem ist man bereit, der Stadt ein Darlehen im Werte von Bereich sich auch auf die Umgegend des Schlesischen Bahnhofs er etma 10 Milliarden zu geben, das in Roggen umgerechnet, verzinst ftredt, wird uns hierzu mitgeteilt, daß der Arbeitsnachweis des Beund getilgt werden soll, wozu die Pachterträgnisse als Garantie zirksamts Stralauer Blak, für ungelernte Arbeiter und Arbeite dienen Ferner verlangt das Konsortium hypothetarische rinnen, sowie Jugendliche täglich von 8-3 und Sonnabends bis Eintragung der Anleihe auf die Güter. Der Magiftrat hat am geöffnet ist.( Telephon Alexander 87, 2230 und 2445.) Uhr, für Hausangestellte täglich von 8-7, Sonnabends bis 1 Uhr Mittwoch bei sehr schwacher Besetzung dem Entwurf eines solchen Bertrages in den Grundzügen zugestimmt und ihn zur Begutachtung der Finanz- und Steuerdeputation sowie dem Aufsichtsrat der Güter G. m. b. 5. überwiesen. Die Finanzdeputation lehnt ein Darlehen, das hypothetarisch eingetragen werden soll, mit allen Stimmen a b. Soweit wir über die Ansicht des Aufsichtsrats der Güter G. m. b. 5. unterrichtet sind, zweifeln wir nicht daran, daß dieser es einstimmig ablehnen wird, jetzt einer Verpachtung der Güter zuzustimmen. Die Sozialdemokratische Frattion hat sich mit diesem Entwurf noch nicht beschäftigen fönnen. Wir glauben aber, daß die Rathausfraktion einen solchen Berschleuderungsversuch denn darum würde es sich handeln ebenfalls ein. mütig ablehnen wird. Die Güter haben, seitdem fie in eine freiere Wirtschaftsform gebracht wurden, angefangen, fich verhält nismäßig gut zu entwickeln. Die Defizitwirtschaft ist überwunden, für das nächste Etatsjahr sind bereits 90 000 Bentner Ueberschuß eingesetzt und fein Kenner der Berhältnisse zweifelt daran, daß diefer Ueberschuß weiter gesteigert werden kann, ohne daß die Stadt wie bei einer Berpachtung Gefahr laufen muß, daß die reichlich mit Materialien und Inventar versehenen Güter gegen Ende einer solchen Verpachtungsperiode ausgefogen werden. Zunächst fann es nur die Aufgabe geben, die Arbeit der Städtischen Güter G. m. b. 5. zu erleichtern und den Ertrag der Güter aus eigener Kraft zu steigern. Für eine lumpige Million Goldmark die Güter auf 25 Jahre aus der Hand zu geben, wäre eine unverantwortliche und verbrecherische Politik. Einschränkung von Vergnügungen. Eine Wahnsinnstat. ES Milliarden- Farbstofffchiebungen. Nach einer Meldung aus Hamburg haben Zwischenhändler und Exporteure gemeinschaftlic mit ausländischen Schiebern Farbstoffe, die von den deutschen Leerfarbenfabriken inländischen Färbereien zum Selbstverbrauch geliefert zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. worden waren, entgegen den von diesen Selbstverbrauchern einEine der scheußlichsten Bluttaten, die die an Kapitalverbrechen gegangenen Verpflichtungen aufgetauft und unter falfcher Della wirklich nicht arme Kriminalgeschichte aufzuweisen hat, beschäftigte ration ins Ausland, besonders nach Holland verschoben. das Schwurgericht des Lantgerichts II. Unter der Antlage der handelt sich nach den bisherigen Ermittelungen um milliarden Ermordung der eigenen Mutter und des morb.werte, bei welchen das Reich um große Beträge verfuchs an feiner Schwester, die dann aus Angst vor an Abgaben und Steuern gefädigt worden ist. dem Mörder sich selbst aus dem dritten Stod des Hauses auf die Die Angelegenheit, die Kreise über ganz Deutschland zieht, bedarf Straße stürzte und den Tod sand, hatte sich der Schlosser Roman baldiger Klarstellung. Müllner zu verantworten, Die Juristische Sprechstunde fällt heute aus. An unsere Abonnenten in Spandau. Vom 1. Mai an wird der„ Borwärts" wieder durch Boten in das Haus geliefert. Be stellungen sind zu richten an Frau Brohm, Spandau, Achenbachftraße 7, Zigarrenladen. Die Verlegung der 149. Gemeindeschule. Zu den unter dieser Ueberschrift gemachten Ausführungen in Nr. 174 erhalten wir vom Nachrichtenamt des Magistrats die Mitteilung, daß die besonders eingefekte Rommission nach eingehender Prüfung festgelegt hat, daß eine Auflösung der Schule nicht beabsichtigt wird. Die Einziehung von Klassen hält sich in demselben Rahmen wie bei anderen Schulen, da infolge Rückgangs der Schulkinderahl in den letzten sechs Jahren 50 000 Kinder auch an vielen anderen Schulen Klassen eingezogen worden find. Die fofortige 3urüdverlegung der 149. Schule nach ihrem alten Heim sei nicht möglich. Flaschenpfand bei Arzneibezug." Die Berliner StranfenfaffenDer Fall hat schon vor einiger Zeit das Schwurgericht be. verbände haben mit dem Berliner Apothekerverein und der Tros schäftigt. Die Verhandlung verfiel damals aber der Bertagung. Am gisteninnung die Vereinbarung getroffen, daß vom 1. Mai 1923 ab 9. April 1922 war der Angeklagte bei seiner Mutter, der 55jährigen in ben Apotheken und Drogenbandlungen Arzneiflafen nur noch Witwe Bauline Müllner, in ihrer gemeisamen Wohnung in gegen Hinterlegung eines glaichenpfandes abgegeben werden dürfen. Lichterfelde, Albrechtstraße 6 erschienen und hatte 5 Marf für Die Biandfumme muß dem Kaffenmitglied auf einer Pfandmarke 8igaretten verlanat. Als ihm das Gelb verweigert wurde beicheinigt werden. Nach Ridgabe der gefäuberten Arzneiund seine Schwester Wanda ihm Borhaltungen darüber machte, flaiche und der Pfandmarke wird die volle Pfandfumme obne jeden daß er ihnen ohnehin zur Last fiele, und schon mit tem Effen, das Abzug von jeder Apotheke baw. Drogenbandlung zurückgezahlt. er erhalte, zufrieden sein müsse, ergriff der Angeklagte in einem 3 utanfall ein Beil und schlug der Schwester mit der stumpfen Seite über den Schädel. Als die Mutter ihm in den Arm fiel, richtete er die Waffe auch gegen sie und schlug Frau Müllner erst mit der stumpfen Seite zu Boden, tann bearbeitete er Mutter und Schwester auch mit der Schneide des Beils. Frau Müllner fant blutend zu Boden, während die Schwester noch auf den Knien um Schonung bat. Der Unmensch erwiderte: Jegt ift es zu spät, das hättet Ihr Euch vorher überDer preußische Innenminister Severing hat auf Grund legen müffen. Nun müffen wir alle brei sterben." bes Notgefeges vom 24. Februar eine Berordnung herausgegeben, Er schloß dann tie Tür ab und ergriff einen Riemen, mit dem er in der es u. a. heißt: feine Schwester erwürgen wollte. Das Mädchen riß sich Bergnügungen, die in Zeiben einer außerordentlichen aber los, stürzte zum Fenster, das es aufriß und sprang aus politischen oder wirtschaftlichen Not oder Gefahr Einschränkungen Angst vor dem Beil, das der Mörder wieder ergriffen hatte, auf unterliegen, find alle öffentlichen oder nach außen wahrnehmbare die Straße, wo Wanda Müllner zerfchmettert liegen private Veranstaltungen, welche die Schauluft oder das Bedürfnis blieb. Der Angeklagte hatte sich dann nach der Tat faltblütiq mit nach leichter Unterhaltung oder Zerfireunug befriedigen oder dem einem Tuch das Blut von den Händen gewischt, war auf der Straße Sinnenreiz dienen. Ausgenommen find solche Beranstaltungen, bei an der Leiche seiner Schwefter vorübergegangen und hatte sich benen ein erkennbares Intereffe ernster Runst, ter Bolts. bettelnd bis nach Hettstedt durchgeschlagen, wo er auf Grund eines bildung oder der Wissenschaft überwiegt. Die Boraus Steckbriefes am 13. mai verhaftet wurde. fegungen, unter denen eine solche Not oder Gefahr anzunehmen ist, fönnen durch ein einzelnes Ereignis oder durch einen Zustand von voraussichtlich längerer Dauer begründet werden; Beginn und Dauer dieser Borauslegung werden com Minister des Innern feftgestellt. Für die Einschränkung von Vergnügungen sind die Drts polizeibehörden zuständig. In den Ausführungsbestim mungen zu dieser Berordnung wird darauf hingewiesen, daß durch den widerrechtlichen Einbruch in das Ruhrgebiet eine außerordentliche politische und wirtschaftliche Notlage begründet fei, die eine Einschränkung von Bergnügungen der bezeich neten Art rechtfertige. Die Einschränkung umfaßt auch bas völlige Berbot. Bor Anordnung einschränkender Maßnahmen find tuns chst die etwa vorhandenen Interessenvertretungen der Betroffenen zu hören. Zuwiderhandlungen werden durch die orbent lichen Gerichte verfolgt; die Polizeibehörde hat daher in jedem Falle die Pflicht, unbeschadet ihrer sonstigen Zwangsbefugniffe, Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten. Stellenvermittlung von Hanspersonal. Müllner hat auch früher ein Geständnis abgelegt. Nach feinen früheren Angaben soll seine Schwester Wanda ihn beschuldigt haben, daß er sie vergewaltigt hätte. Die Folgen diefer Untat follte ein totgebornes Kind gewesen sein, das er felbft beiseite geschafft haben will. Bei seinen Bernehmungen bestritt der Angeflagte aber, baß er die Tat wegen dieser Beschuldigung seiner Schwefter verübt habe und stellte das Berbrechen der Blutschande überhaupt in Abrede. In der jezigen Verhandlung versuchte er den Geistes franten zu spielen. Er erflärte, er wiffe von nichts. Er denke, daß feine Mutter und seine Schwester von einem fremden Manne getötet worden find. 3 Die Ausstellung des Ortsausschusses für Jugendpflege, im Bezirk Prenzlauer Berg, während der Jugendpflege- Woche im Enzeum Greifswalder Str. 23, ist heute, Sonnabend, den 28. April, von 4 bis 9 Uhr, und morgen, Sonntag, den 29. April, von 4 bis 9 Uhr geöffnet. Ausgestellt werden alle für die Jugend interessierten Gebiete, wie Bücher, Zeitschriften, Banderausrüstungsgegenstände, Mufifinstrumente, Spielgeräte und dergleichen mehr. Eintritt 100 m. Der Verein lnterrichtsfurie für Arbeiter E. B." eröffnet Anfang Mat Deutsch und Mechenkurse. Der Lehrgang dauert 10 Bochen und foſtet 1200 Mart. Anmeldungen werden in den Schullofalen in diefer Woche abends bon 7-9 Uhr entgegengenommen. Dienstag in der Bleimstr. 49; Mittwoch in der Niederwalftr. 12; Donnerstag in der Bochumer Str. 8; Freitag in Die Geschworenen perneinten die Anschuldigung wegen Morbes, Reutöln, Kaiser- Friedrich Str. 208, und am Sonnabend, in Lichtenberg, sprachen aber den Angeklagten wegen vollendeten Totschlags. Rathausstr. 8. an der Mutter und versuchten Totschlags an der Schwester schuldig. Wegen Ueberfüllung der Tuberkulose- Fürforge des 20. Bezirks Der Angeflagte murde zu lebenslänglichem Suchthaus Meinidendorf mußten in den legten Sprechstunden Patienten zurückgewiesen und Aberbennung der bürgerlichen Ehrenrechte in dieser Zeit verwerben. Es ist daber die Regelung getroffen worden, daß Anmeldungen urteift. Inländische gegen ausländische Mieter. zur Sprechstunde, für die dem Strankenhaus zunächstliegenden Orte, im Krantenbaus in den Fürsorgeräumen Mittwoch von 3 bis 1,5 Uhr, für Tegel und Umgebung im Rathaus Tegel( Säuglinasfürforge Dienstags und Freitags von 9 bis 11 Ubr) und für Hermsdorfenibars am Donnerstag toischen 9 bis 10 Uhr im Schularztzimmer der Schule Roonstraße, entgegen genommen werden. Auf Grund dieser Anmeldungen werden die Patienten zum Untersuchungstermin vorgeladen, um ihnen unnötige Wege und FahrDas schönste Lied. Ueber dieses Thema spricht Genoffe Pfarrer leier am Sonntag, den 29. April, nachmittags 6 Uhr, in der Trinitatisfirche, Charlottenburg, Starl- August- Blag. Vormünder Einführungskursus. Der Verein für Einzelvormundhaft e. B. bålt am 4., 8. und 11. Mai 1923, nachm. 5%, br, in der Ge schäftsstelle in Berlin, Schellingftr. 8, einen Einführungskursus über Rechte und Bilichten eines Vormundes und Pflegers ab. Interessenten find willfommen. Jubiläum, Das Fest der filbernen Hochzeit feiert das Ehepaar gimmerling, Grimmstr. 25. Seit 25 Jahren ist das Paar Abonnent des Borwärts". Kein Luftverkehr? Da es den deutschen Luftverkehrsgesellschaften( Deutscher Aero Die Stillegung des Rahnsdorfer Gaswerfe8. leber die finanziellen Schwierigkeiten des privaten Rahns- Der Kampf, den die Witwe des Ersten Staatsanwalts Schumann dorfer Gasmertes, das mit feinen Tarifen in letzter Zeit feit geraumer Zeit um ihre Wohnung geführt hat und der in der regelmäßig um mehrere hundert Mart über den Tarif der Ber Deffentlichkeit beträchtliches Aufsehen erregte, beschäftigte jegt das liner fommunalen Gaswerte blieb, haben wir mehrmals ausführlich Schöffengericht Berlin- Schöneberg. Angeflagt waren Frau Schufoften zu ersparen. berichtet. Der Inhaber dieses Gaswertes hatte einen Vertrag mit mann, ihr Neffe, der Architekt, nwieudu, n, gö.EntscheidungMitte. der Gemeinde, der am 31. Dezember 1922 ablief und vom Bezirks- mann, ihre beiden Töchter Thea und Edith sowie ihr Sohn amt Röpenick rechtzeitig gefündigt mar. Auf Grund der Kündigung Gerhart, ihr effe, der Architekt Heinrich Krause, der In der Konzession ist es jetzt nach mehrwöchigen Verhandlungen zu gerieur Philipp Müller, der Kaufmann Otto Meißner und bie einem Bergleich zwischen der Stadt und dem Besizer gefommen. Näherin Emma Michels, um sich wegen gemeinschaftlichen Haus Danad) übernimmt die Stadtgemeinde Berlin die friedensbruches und Nötigung zu verantworten. Der Anflage liegt Gaspersorgung der bisher vom Rahnsdorfer Werf versorgten der langjährige Streit zugrunde, den Frau Schumann mit ihrem Gemeinden, sowie die Rohrverbindung zwischen dem Gaswert Fried- Mieter, dem Direttor der interalliierten Entschä richshagen und dem Rahnsdorfer Rohrnet hergestellt ist. Berlin bigungsfommission, dem Amerikaner Schettini erhält fostenlos das ganze Rohrnek, die Straßenbeleuchtungsan- und seiner Gattin, einer Französin, geführt hat. Das lagen, die Gasmeffer, den Gasbehälter und Heizlefselanlagen nebst Ehepaar Schettini hatte vor anderthalb Jahren von Frau Schu dem dazugehörigen Gelände. Der Befizer behält das übrige Ge- mann, die eine Sechszimmerwohnung innehatte, 4 3immer mit Bad lände nebst Bauten, Maschinen und Anlagen. Außerdem erhält er und Rüche abgemietet. Wegen der Rüchenbenugung fam es jedoch eine Rente nach dem Endgehalt der Gruppe 13 für die Dauer von bald zu Streitigkeiten, da Schettini auf Grund des Mietvertrages 10 Jahren, Diese Regelung hat für die Stadt Berlin den Vorteil, Frau Schumann das Betreten der Küche untersagt hatte. Die fort- loyd-G. und Junkers Werfe) bisher nicht gelungen ist, im daß die Zahlungssummen aus den laufenden Beträgen der Berliner währenden Streitigkeiten führten schließlich dazu, daß Frau Schu Laufe der Berhandlungen mit dem Reichsverkehrsministerium Gaswerfe genommen werden können. Die Rohrverbindung mann, als das Wohnungsamt ein Vorgehen gegen den erterritorialen te i beihilfen in einem Umfange zu erzielen, die den Luftzwischen Friedrichshagen und Rahnsdorf wird in etwa sechs Mo- Mieter ablehnte, zur Selbsthilfe schritt und im Januar d. 3., als das verkehrsfirmen eine Durchführung der Flüge möglich machen, ift naten hergestellt fein fönnen. Die Bevölkerung hat von der Ehepaar Schettini verreist war, mit den übrigen Angeklagten in die aunächst eine Berzögerung in der Aufnahme des diesjährigen Luftneuen Regelung den Vorteil der Belieferung mit dem bedeutend Wohnung eindrang und die Sachen der Ausländer auf einen Spei. verfehre eingetreten. Die regelmäßigen Baffagierflüge nach Lonbilligeren Berliner Gas. cher fchaffen ließ. Die Berhandlung ergab erhebliche Widersprüche don, Königsberg, Mostau usw. follten im Mai beginnen. Im zwischen Frau Schumann und Schettinis über die fich aus dem Miet. Interesse der Entwicklung des modernsten Verkehrsmittels, bem vertrag ergebenden Rechte. Der Borfißende mußte der Angeflagten apeifellos die Zukunft gehört, ist eine schnelle und alle Teile beDie Benutzung der Arbeitsnachweise liegt im freien Ermessen vorhalten, daß durch ihr Berhalten dem Deutschen Reich große friedigende Lösung dringend zu wünschen. der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dennoch sollten von beiden Schwierigteiten bereitet worden seien. Das Deutsche Reich habe Seiten die Bezirksarbeitsnachweise der einzelnen Berwaltungs- als Entschädigung für Sachen Schettinis, die auf dem Umzug ver. bezirte Groß- Berlins größere Beachtung finden. Bei der sich hier loren gegangen sein sollen, bie Summe von 4000 Frant und 30 abwickelnden Bermittlung erwachsen beiderseits Borteile. Ist es Bfund Sterling zahlen müssen. Staatsanwalt Richter betonte in doch bei der kleineren örtlichen Umgrenzung möglich, eine individuell feinem Plädoyer, baß die Angeklagte, die sich auf den schärfere Auslefe zu treffen, die ficher von hohem voltswirtschaft. Stampf an die Ruhr berufen habe, es an der Di lichen Intereffe ift.. Durch die enge Abgrenzung in Berwaltungs-( ziplin der Ruhrbevölkerung habe fehlen lassen. bezirfen ist die Gewähr gegeben, die sich meldenden Arbeitskräfte in Das Urteil lautete auf fünf Wochen Gefängnis gegen Frau Schu. fürzester Zeit, ohne Entstehung irgendwelcher Rosten, der neuen Arbeitsstätte zuzuführen. Besondere Bedeutung hat aber durch die am 1. April d. 3. erfolgte Auflösung der Hauspersonalabteilung des Arbeitsnachweises Gormanstraße die Bermittlung von hauswirt schaftlichem Bersonal erhalten. Hier hat leider immer noch die geEin Zeppelin- Krenzer in Frankreich zerstört. merbsmäßige Stellenvermittlung in ausgedehntem Maße ein gutes Aus Toulon fommt die Meldung, daß dort der von Deutsch Arbeitsfeld. Besonders in der Umgegenb bes Schlesischen Am Freitag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein- Iand abgelieferte Lufttreuzer" Z IV" beim Landen zerstört worden Bahnhofs zeigen sich bedenkliche Auswüchse. Jungen, un handelspreise: ist, daß aber die zehn Mann starte Befagung gerettet erfahrenen, vom Lande kommenden Mädchen werden hohe Ber- Rindfleisch 3300-4200 M., ohne Knochen 4100-5300 M. Schweine- werden fonnte. Allem Anfcheine nach handelt es sich bei dem in mittlungsgebühren abgenommen, obwohl oft genug die Vermittlung fleisch 4400-5800 M. Kalbfleisch 3500-5200 M. Hammelfleisch 3800 Toulon, alfo dem franzöfifchen Kriegshafen, zerstörten Reppelinvollkommen ergebnislos verläuft. Auch für Berpflegung und leber- bis 5300 M. Rindertalg 4000-5000 M. Schellfisch 1300-2000 M. Streuzer um den der Marine gehörigen L. Z. 118" oder„ L. Z. 72". Rotzungen 1500 M. Grüne Heringe 650 bis nachtung werden den Mädchen hier bedeutende Summen aus den Kabeljau 1200-1700 M. Taschen gezogen. Selbst Hausfrauen werden bei dem Mangel an 5200-5800 M. Lebende Aale 5800-6700 M. 1250 M. In Eis: Schlele 2300-3100 M. Hechte 1800-2800 M. China- Deutsche, die aus der Vortriegszeit Guthaben bei Hechte 2600-3800 M. britischen Staatsangehörigen oder ihnen gegenüber guten Hausangestellten durch die Bermittlung ein Opfer der Aus. Naturbutter 8900-9400 M. Margarine 3000-1600 M. Eier 330 bis beutung. In der letzten Zeit ist die Nachfrage nach Hauspersonal 360 M. das Stück. Weißkohl 275-360 M. Wirsingkohl 350-475 M. Schulben haben, werden von einem Abkommen betroffen, so groß, daß nicht im entferntesten die benötigten Kräfte vermittelt Blumenkohl 1000-2600 M. der Kopf. Mohrrüben 100-175 M. Kohl- Das zwischen der deutschen und der britischen Regierung geschlossen werden konnten. In den Bezirks- Arbeitsnachweisen erfolgt die rüben 90-185 M. Zwiebeln 75-100 M. Kochäpfel 275-350 M. EBäpfel ift. Das Abkommen wird im Wortlaut in den Blättern der InterBermittlung vollkommen fostenlos. Alleinstehende 350-750 M. effenten veröffentlicht, Lebensmittelpreise des Tages. Fische ausreichend, Geschäft ziemlich flott. Obst und Gemüse reichlich, Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft flau Geschäft flott. ab Aale Die deutsche Luftfahrt leidet unter den brüdenden Begriffs. bestimmungen der Entente Zahlreiche Qualitätsarbeiter der Flugzeugindustrie. wurden bereits wegen Arbeitsmangels entlassen und haben bisher vergeblich versucht, in andere n Berufen unterzu tommen. Eine Einstellung des Flugverkehrs bedroht auch den Rest ber hier Tätigen mit Arbeitslosigkeit. Erst ein vernünftig ausgebauter internationaler Flugverfehr, der die Ueberfliegung weiter Streben mit modernsten, allen technischen Anforderungen ent fprechenden Flugzeugen gestattet, wird den Flugverkehr so wir! schaftlich gestalten, daß auch die Allgemeinheit hiervon erheblichen Mugen zu ziehen vermag. Bad Elster Sommer- Betrieb 1.Mai Mai Manifest des Internationalen Gewerkschaftsbundes An die Arbeiter aller Länder! Der Frieden Europas ist neuerlich in Gefahr. Der Krieg ist erhaltung der erworbenen Rechte, die dazu dienen noch nicht da, aber es fann dazu kommen, wenn die international follen, neue zu erwerben. Gegenüber dem internationalen zu vereinigten Arbeiter dieser Gefahr nicht entgegenwirken. Ueberall ist die Reaktion am Werke und sucht ihre Herrschaft zu festigen. Ueberall zeigt sich sozialer Rückschritt. Und die gleiche Tendenz ist in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht wahrzunehmen. Dittatur und Fascismus in allen Spielarten sind das Gepräge Freiheit zielen. fammenschluß der Profitmacher und Ausbeuter muß die internationale Solidarität des organisierten Proletariats eine Tatsache werden. Je dreister sich die Reaktion gebärdet, je fühner die Angriffe auf die freiheitlichen Ideen und die Würde der Arbeit werden, um so intensiver müssen sich die Massen zur Wehr sehen. ,, Die Befreiung der Arbeiterklasse kann nur das Wert der die Industrie stoffe von dem 7221fachen auf das 8089fache oder um 12 Broz, die Inlands waren von dem 4568fachen auf das 5141fache oder um 12,5 Proz., die Einfuhr waren von dem 6699fachen auf das 8723fache oder um 30,2 Proz. angezogen. Besonders beachtlich ist die Steigerung der Lebensmittel preise im Großhandel. Sie beträgt mehr als ein Fünftel des Preisstandes vem 14. April. Stärker als die Lebensmittel hat sich nur die Gruppe der Einfuhr waren verteuert, die fast um ein Drittel anzogen, in der aber gleichfalls wichtige Nahrungsmittel wie Auslandsschmalz usw. enthalten sind. durch Der Jahresbericht des Verbandes gffdeutscher Konjumvereine unserer Zeit. Beides Bewegungen, die auf den Untergang der Arbeiter selbst sein!" Das will heißen, daß die Arbeiter nur für 1922 ift jetzt erschienen. Die Konsumgenossenschaftsbewegung in eigene Straft und ihre eigenen Mittel, und nur durch diese allein, Diese Situation hinzunehmen, würde heißen, eine sichere Ver- imftande sind, das entwürdigende stlavung in der Zukunft akzeptieren. Es hieße anerkennen, daß von jetzt ab Gewalt und Unrecht, so: ziale Ungerechtigkeit und Ausbeutung über die Bölfer allein Macht haben sollen. Es hieße sich mit der Herrschaft brutaler Gewalt abfinden und Berzicht leisten auf eine Ordnung der Freiheit und menschenwürdiger Arbeit, die zu errichten Aufgabe der Arbeiterorganisationen der ganzen Welt ist. Die Arbeiterorganisationen werden an ihrem Ideal nicht Berrat üben. Dieses Ideal ist ihr gemeinsames und geheiligtes Gut, die Rechtfertigung ihres Daseins, ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Wenn ihre Freiheiten in Gefahr geraten, die Errungenschaften der Vergangenheit bedroht werden, dürfen die Arbeiter nicht untätig bleiben. Joch der modernen Lohnftlaverei abzuwerfen und durch neue moralische und materielle Erfolge ihre endgültige Befreiung vorzubereiten. Der 1. Mai 1923 muß in entscheidender Weise der Welt das Erwachen des Bewußtseins der internatinal organisierten Arbeiter Klasse fünden. Die Nöte der Gegenwart und die Gefahr neuer blutiger Ronflikte müssen, weit davon entfernt, uns zu entmutigen, unsern Glauben im Gegenteil noch festigen und neue Begeisterung und Entschlossenheit weden, um die Mächte der Finsterins und Unterdrückung endgültig zu besiegen. Jmmer drohender werden diese Gefahren, und darum muß auch unfere Aftion eine immer energischere merben. Nationalismus, Imperialismus, Militarismus, wünschen ein neues Blutbad herbei, von dem sie sich ein neues Erwürgen der Bölkerfreiheit versprechen. Die Arbeiter aber wollen den Frieden, Wenn die Plutokratie der ganzen Welt, um ihre politische und wirtschaftliche Herrschaft zu befestigen, die Rückkehr zu langen Arbeitszeiten und niedrigen Löhnen anstrebt, die Unterdrückung der der die Arbeit von ihren Fesseln befreien. den Völkern ihre Unabgewerkschaftlichen Freiheit verlangt und die Wiederkehr jener Zeit, hängigkeit sichern und eine beffere Zukunft vorbereiten soll. in der sich das Unternehmertum von Gottes Gnaden dünkte, dann Möge der 1. Mai 1923 in überwältigender Weise diesen Willen fordert Pflicht und Interesse der Arbeiterschaft, dieses schändliche fundtun, der sich auf Vernunft und Recht stügen fann. Und möge Borhaben zunichte zu machen und es zu beantworten mit einem bas Proletariat aller Länder an diesem traditionellen Tag der Rampf für neue Freiheiten und ein besseres Dasein. Arbeiterforderungen der Welt die unbezwingliche Macht der interDie Befreiung der Arbeiter verlangt zunächst die Aufrecht- nationalen Solidarität der Arbeit demonstrieren. Das Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes: ben Oftprovinzen Deutschlands erfreut sich einer recht guten Entwicklung. Zu dem Verbandsgebiet gehören die Provinzen Bran denburg, Pommern, Grenzmart. Ost- und WestPreußen. Die aufgenommene Statistit ist genau nach den Provinzen auseinandergehalten, so daß jeder Interessent die Entwicklung bande angeschlossenen Genossenschaften ist wiederum 141, der einzelnen Gebiete verfolgen kann. Die Anzahl der dem Bervon denen zwei Genossenschaften als Produktivgenossenschaften be handelt werden. Die Zahl der den Konsumgenossen= fchaften angeschlossenen Familien ist von 294 947 auf 335 943 gestiegen. Nach Berufen gruppiert verteilen fich die Familien auf 14 616 selbständige Gewerbetreibende, 5810 selbständige Landwirte, 22 195 Angehörige freier Berufe und Beamte, 246 977 gewerbliche Arbeiter und Angestellte, 31 937 Personen ohne bestimmten Gruppe der selbständigen Landwirte auf, die nächsthöhere mit Beruf. Die prozentual stärkste Zunahme mit 309 Broz. weist die 29,1 Proz. ist die Gruppe der Angehörigen der freien Berufe, Staats- und Gemeindebeamten. Diesen folgen dann die in landwirschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen mit 21,4 Broz., die felbständigen Gewerbetreibenden mit 18,1 Proz., die Personen ohne bestimmten Beruf mit 15,2 Proz. und die in gewerblichen Betrieben beschäftigten Berfonen mit 12,2 Broz. Der Warenumsay im eigenen Geschäft stieg um 177 Proz., und zwar von 492 991 891 m. auf 1 365 831 235 m. Er murde in 682 Berteilungsstellen( i. V. 624) erreicht. In 23 Genossenschaften wurde die Warenherstellung betrieben und insgesamt ein Produktionswert von 214 968 931 m. gegen 80 333 453 M. im Vorjahre erzielt. Dar182 535 728 m. und in der Fleischerei des Konsumvereins Sprem unter wurden hergestellt in den Bäckereibetrieben für berg für 3 373 673 M. In der Warenverteilung wurden 3541 Personen und in der Warenherstellung 1019 Personen beschäftigt. Die Bilanzen, die insgesamt mit 339 447 100 m. abschließen, weisen 3. H. Thomas( England), Borsigender; L. Jouhaug( Frankreich), Th. Leipart( Deutschland), C. Mertens( Belgien), Vize- Vorf.; folgende Werte auf: Betriebsbestände 229 518 655 m.( i.. E. Fimmen, 3. Dudegeeft, J. Saffenbach, John W. Brown, Sekretäre. Wirtschaft Arbeitsbeschaffung. Die Bedürfnisse der Menschen lassen sich nach ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit aufreiben und sollen in entsprechender Folge befriedigt werden. Gelingt das ohne Schwierigkeiten, dann bleiben wir forgenfrei, fofern wir uns nicht überflüssigerweise Sorgen machen. Stößt die Bedürfnisbefriedigung aber auf Widerstände, aut Hemmungen, dann erwachsen uns Sorgen, die desto schwerer werden, je höher das Bedürfnis in der Reihe sieht. Arbeitslofig feit bedeutet Berlust von Einkommen, von Kauftraft zur Befriedis gung des allerdringlichst en Bedürfnisses, des NahrungsBedürfnisses, und löst deshalb die allergrößten Sorgen aus, gesteigert durch seelische Unruhe und Unsicherheit, die fich zu Qualen auswachsen, wenn der Arbeitslose, der schuldlos in diese Lage gekommen ist, seine Lage mit der vergleicht, in der sich die Menschen mit gesicherter Eristenz befinden. Hände feiern müssen, weil der Staat angeblich fein Geld hat und die Privatwirtschaft nicht produzieren laffen will, ist der größte Widersinn, der sich denken läßt, dabei feblen Millionen Wohnungen, bedarf das Land der Meliorationen und Maschinen und Düngemittel, um erhöhte Erträge zu liefern, warten die Wasserfräfte auf Faffung, um eletrische Straft zu spenden usw., wartet das Holz auf Rodung, die Kohlen auf Förderung. Wir sind ja bereits so weit, daß der Staat sich das Geld felbft brudt, ohne Sorgen um Dedung und Tilgung, weil im Bolt gearbeitet wird und Güter hervorgebracht werden. Daß der Wert des Geldes nicht entscheidend, ob mit Milliarden oder Billionen gerechnet wird, durchaus gleichgültig ist, das haben wir ja bereits burch die Braris gelernt. Worauf es antommt, ist die Herbor bringung von Gütern. In Gütern müssen wir rechnen, mit Gütern müssen wir wirtschaften. 73 457 886); angelegte Werte 11 209 377 M.( i.. 9 741 024 m.); Grundbesig 22 023 118 m.( i. 23. 18 830 491 m); verfügbare Werte 73 853 267 m.( i. 2. 37 856 933 M.); Forderungen 2 842 863 M. ( i. 23. 1 440 670 m.). Diesen Aftiopoften stehen folgende Passiven gegenüber: Eigene Betriebsmittel 46 871 182 m.( i. 23. 21 001 603 Mart); aufgenommene Betriebsmittel 123 290 600 M.( i. V. 76 975 776 m.); unter diesen befinden sich Spareinlagen der Mitglieder mit 120 993 530 M.; Grundschulden mit 12 059 813 M.( i. 23. 9 566 775 m.); Verbindlichkeiten 104 401 786 m.( i. 23. 33 783 850 Mark); Rabatt und der Geschäftsüberschuß mit 52 823 769 M.( i. 23. 12 353 327 m.). Von diesem Rabatt und Ueberschuß entfielen aus Gewinnbeteiligung an die Mitglieder 40 899 337 M.( i. B. 11 018 814 m.). Den Reserven wurden zugeführt 10 676 271 m. ( i. B. 1 191 355 m.). Die fräftige Entwidlung der onsumgenoffenfchaften im Often Deutschlands, die in erfreulicher Weise durch den Jahresbericht des Berbandes für 1922 festgestellt wird, dürfte auch ( i. B. 1191 355 M.). Die fräftige Entwicklung der Konsumgenossen genossenschaften anzuschließen. So fommt es eben auch nur darauf an, daß wir mit der Be- Devisenkurse. Unserer gestrigen Rurstafel ist noch nachzutragen: fchäftigung von Arbeitslosen Güter hervorbringen, die die 1 finnische Mart 819,94 Gelb, 824,06 Brief: 100 österreichische Kro Menge Ber tauschfähigen Güter vermehren, und durch Kreditnen 41,54 Geld, 41,76 Brief; 1 ungarische Krone 5,38 Geld, 5.42 Brief: gewährung fettens des Staates an die Wirtschaft ist das ohne 1 bulgarischer Lewa 223,44 Gelb, 224,56 Brief; 1 jugoslawischer weiteres möglich. Dinar 304,23 Geld, 305,77 Brief; 1 polnische Mart fostete im freien Berkehr etwa 62 Pf. Jugendveranstaltungen. Achtung Bezirksausschußmitglieder. Morgen, Sonntag, den 29. April, vot. mittags 9 Uhr, findet im Jugendheim. Lindenstr. 3 eine wichtige Bezirksans schußfizung statt. Tagesordnung: Stellung zur Generalversammlung." Ale Jugendgenoffen! Beteiligt euch zahlreich an der Demonstration am 1. Mai. und abends an den Maifeiern der Partei. Der Ortsausschuß für Jugendpflege im Bezirk Prenzlauer Berg peranstaltet heute abend, als Abschluß der Jugendpflegewoche, eine Jugendfeier im großen Saale der Brauerei Friebrichshain. Das Programm wird von den im Ortsausschuß angefchloffenen Organisationen bestritten. Eintrittskarten zum Breife von 200 m. für Jugendliche und 500 M. für Erwachsene find am Eingang zu haben. berg. Treffpunkt 6 Uhr Friedensplay. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Börse. Tempelhof. Wanderung durch den Krämer. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Tempelhof. Bei dem heutigen Zustand unserer Wirtschaft müssen die LebensMan kann über die Lösung und die Lösbarkeit der verschiedenen unterhaltemittel für 20 Millionen Menschen vom Ausland einges fozialen und wirtschaftlichen Probleme auch vom sozialistischen führt und durch Ausfuhrgüter bezahlt werden. Es arbeiten nun Boden aus durchaus verschiedener Auffaffung sein, daß das Arbeits- aber infubrbandel und Ausfuhrhandel, ohne jegliche lofenproblem aber an allererster Stelle steht und in ihm das Fühlung mit einander zu haben, aneinander vorbei mit den bestehende Wirtschaftssystem seine Schwächen in traffefter Form Folgen, daß Abfazstodungen zu maffenbafter Arbeitslosigkeit führen. offenbart, steht außer Zweifel. Die Wirkungen einer planlosen, Bei diesem Zustand des Aneinandervorbeiarbeitens von Einfuhr auf oberflächlichen und unsicheren Bedarfsschägungen ruhenden und Ausfuhr vermag die deutsche Volkswirtschaft ibre Machtstellung Bezirksausschußmitglieder müssen unbedingt erscheinen. Wirtschaft zeigen sich am deutlichsten in den arbeitslosen Opfern, als Käufer und Konsument des Weltmarktes gar nicht auszunuzen. die mitleidlos an die Ufer des wogenden Wirtschaftsmeeres gespült Die Macht liegt beim arbeitenden Volf. Es läßt sich aber nicht werden und beweisen, daß unsere heutige Wirtschaft den Namen im Handumdrehen oder in einer Generation ein Paradies auf einer sozialen nicht beanspruchen fann, daß eben nicht der Mensch, Erben schaffen. Um dahin zu lommen, müssen riefenhafte Mengen der arbeitswillige, der arbeitsfreudige Mensch im Mittelpunti Arbeit und Arbeit aur Güterschaffung aufgewendet werden und die steht, nicht um seinetwilllen gewirtschaftet wird. Technit sich erheblich weiter entwideln. Die Grenzen für das, Werbebezirk Besien. Sigung der Borsigenden der Abteilungen heute abend, Der Staat hat die Erwerbslosenfürsorge gefchaffen, die den was das arbeitende Boll zu seiner Wohlfahrt fordern kann, 8 Uhr, im Jugendheim Wilmersdorf, Silbegardstr. 4. Die Genoffen, die am Erwerbslosen vor dem Berhungern schüßt und dem Kurzarbeiter find baber genau abgestedt, Maß- und Zielhalten ist unumgänglich. L. Dai ben Berkauf der Zeitungen übernehmen, müssen ebenfalls erscheinen. eine fleine Beihilfe gewährt, woraus immerbin gewaltige Aber deffenungeachtet darf und muß gefordert werden, daß das Gleichzeitig Materialausgabe. Ausgaben entstehen, die die Arbeiterschaft, die Dreiviertel der Arbeitslofenproblem als ein zentrales Problem behandelt Friedenau. Treffpunkt zur Treffahrt des Werbebezirks 9 Uhr Wannseewird, es ist u. E. wohl lösbar auf dem einen oder anderen oder Landsberger Biertel. Wanderung Birkenwerder- Segel. Treffpunkt 6 Uhr bahnhof Friedenau, Bevölkerung ausmacht, hauptsächlich mitzutragen hat. Raulsborf. Wanderung. Treffpunkt 17 Uhr Bahnhof. Mit dieser unwirtschaftlichen Lösung, die zugleich unsozial ist mehreren Wegen zu gleicher Beit. Mit der Bahlung von Erwerbs. Bahnhof Landsberger Allee. Niederschönhausen. Wanderung Ertner- Straus. Rosenthaler Borstadt. Wanderung. und ungeheure Erbitterung schafft, geht man aber an dem Stern lofenunterstügung an Millionen von Menschen ist diefen selbst nur des Broblems, an der planmäßigen Arbeitsbeschaffung, unzureichend und der Wirtschaft ganz und gar nicht gedient. glatt vorbei, weil man nicht zur Klarbeit darüber gelangt, wie as benötigt wird, ist Arbeit, produttive, nützliche, ertragreiche angesichts des ungeheuren Bedarfs infolge fteigernber Berarmung Arbeit. Und diese muß beschafft werden, weil soviel fehlt, was und mangels Rapital und gemeinwirtschaftlicher Verfügungsgewalt bringlich benötigt wird. über Produktionsmittel, die Güterer hervorbringung eben Heute ist unsere Wirtschaft undurchsichtig und planlos fortgefegt werden kann. in bezug auf eine bewußte Förderung der Gesamtwohlfahrt, das Die Aufgabe muß von mindestens zwei Seiten erfaßt werden, Eldorado der Schieber und Spekulanten, und der Staat weiß gar von dem Angebot der Arbeitstraft, also von der Quantität der nicht, welche Güter und welche Gütermengen hervorgebracht Arbeitskräfte, und ihrer planmäßigen Verwendung. werden. Diese Kenntnis muß der Staat fich verfchaffen, wenn er Bei der Verwendung der Arbeitskräfte stehen vor allem amei die Wirtschaft sichern und dafür sorgen soll, daß die Arbeits Wege offen Einmal fann die Arbeitsgemeinichaft zwischen den tofen wieder nus bringende Arbeit leisten fönnen. Die Arbeitgeberfadhberbänden und den Berufsverbänden die Verpflichtung übernehmen, die Arbeitslofen angemessen zu ber. Forderung der Arbeitsbeschaffung für die Arbeitslosen durch forgen. Dazu ist eine planwirtschaftliche Organisation erforderlich, eine vernünftige planmäßige Wirtschaftsform und Kredit. die eine vollkommene Uebersicht über die Produktion und den Be- gewährung ist sicher die Forderung, die allen vorangestellt darf sichert und über Betriebserweiterungen bzw. Stillegungen zu werden sollte. Dr. Alfred Striemer. enticheiden hat. Der heutige Zustand, dem Staat mit seinen sehr beschränkten Machtmitteln die Versorgung der Arbeitslosen zu über. Preissteigerung um 16,5 Proz. laffen, ohne fie entsprechend zur Tragung der Lasten heranzuziehen, Nach dem neuen Anfteigen des Dollarkurses ist die Hoffnung ist jedenfalls für die Arbeitgeberschaft sehr vorteilhaft. auf einen Preisabbau endgültig vernichtet. Die Großhandelspreise Der andere Weg ist der dem Staat die Verfügungsgewalt zeigen bereits wieder scharf steigenbe Tendenz. Amtlich über alle Güter zu geben, ohne daß der Staat felbft ihre Berwird dazu gemeldet: waltung zu übernehmen braucht. Dann fann der Staat die Produktion durch Kreditgewährung fortiegen und alle Arbeitslofen beschäftigen, weil er von Steuerbewilligungen unab hängig, also auch wirtschaftlich souverän ist. Einen solchen Weg zeigt uns die Staatserbrechtslehre, die die private Ertragswirtschaft aufrecht erhält, auf die Einziehung bon Steuern verzichtet und die Staatsschulden dadurch tilgt, daß der Staat bei dem Tode seiner Bürger feine eigenen Schulden wieder erbt und sie damit tilgt. Der Zustand, daß Millionen Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Jut. Bunb ber Kriegsopfer. Sonntag, den 29. April, vorm. 10 Uhr, Spandau„ Rochs Säle", Feldstraße. Sonntag, den 29. April, vorm. 10 Uhr, im Schweizergarten", Am Friedrichshain 29/32. Große Rundgebung gegen bie Novelle zum RBG., für die Einheitsfront. Montag, den 30. April 1923, Bauenburger Str. Ede Uhlandstr., Lichterfelde: Lotal Fleischer, Bäkeftr. 7, abenbs 7 Uhr: Schöneberg: Aula Feurigstr. 57/58, Wilmersdorf: Lobal Kulta, Mariendorf: Schulaula Kurfürsten- Ede Chausseestraße. Zur Maifeler: Treffpunkt 10 Uhr vorm., Alexanderplak. Briefkasten der Redaktion. Die Juristische Sprechstunde fällt heute aus. B.$. 25. 1. 8weifelhaft. Nach Ansicht der Mieteinigungsämter ja. Entl. muß bie Frage durch das Gericht entschieden werden. 2. Gehören zu den s. S. 100. Die Krankenversicherungspflicht besteht, wenn das Tagesentgelb mehr Laufenden Instandsegungstoften. D. G. 5. Nach unserer Ansicht ja. als 200 m. beträgt. Invalidenmarten müssen geklebt werden, wenn außer freier Wohnung mindestens monatlich 1000 m. bar gewährt werden. Frans 75. 1. Der Betrag fann Ihnen noch gewährt werden. 2. Polizeirevier oder Bolizeiamt. 8. 8. 1. Das empfiehlt sich auf alle Fälle.. Gie tönnen auch ben schriftlichen Weg wählen. 2. Zuständig dürfte nur die Schlichtungstammer des Mieteinigungsamtes fein. 3. Sie tönnen sich auch persönlich an diese wenden. 4. Den Namen des Hausbesigers tönnen Sie auf dem Grundbuchamt( Amtsgericht) erfahren. 5. Der Sauswirt. Seidelberger. Zweifel. baft. it empfehlen Berständigung mit bem Hauswirt. 3. S. 01. Nein. R. B. 10. 10 800 m. Termin. 1. Ja. Als Anlage zum Protofoll. 2. und 3. Beschwerde an den aufsichtsführenden Amtsrichter. 4. Die Behörde, bei der der Beamte angestellt ist. B. S. Neukölln 51/52. 1. Die Rosten können umaufgelegt werden. 2. Ja. 3. Soweit es sich um notwendige laufende Instandfegungsarbeiten handelt, müffen Sie die Schlichtungskammer des Mieteinigungs. amtes anrufen. In allen übrigen Fällen ist nur ber Klageweg gegeben. Der Wiederanstieg der Devisenkurse hat die seit Anfang des Monats beobachtete leichte Aufwärtsbewegung der Großhandels preise plöglich verschärft. Nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamis ist die Großhandelsinderziffer von dem 4923fachen des Friedensstendes am 14. April auf das 5738fache oder um 16,5 Bro3. am 25 April gestiegen. Von den Hauptgruppen haben in der gleichen Zeit die Lebensmittel von dem 3694fachen der Borfriegspreise das 4481fache oder um 21,3 Broz, Der weltberühmte LUCCA- LIKOR wieder erhältlich Vertretung und Lager für Groß- Berlin: M. Schlewinsky, Berlin- Wilmersdorf, Babelsberger Str. 48. Telephon: Amt Pfalzburg 9942, 9943 Alleinverkauf für Hotels, Kaffees usw. für Groß- Berlin: Max Gruban& F. C. Souchay, Berlin NO. 18. Fernsprecher: Amt Alexander 4306, Amt Königstadt 2258, Paul Bggebrecht, Berlin N. 24, Friedrichstr. 109. Fernsprecher: Amt Norden 6000 u. 6001. Aus der Partei. direktion der Grube Frankenholz" die Bergarbeiterführer zu Ber-| Meinungsäußerung alles in den Schatten stellt, ist durch den schmehandlungen bitten, in denen die Wiederaufnahme der Arbeit für dischen Vertreter nun doch vor den Völkerbundrat gekommen. alle Bergleute ohne jebe Maßregelung und eine Lohnerhöhung zu- Wenn auch die Aufhebung der Notverordnung dort nicht beschlossen Ueber den Parteitag der jaarländischen Sozialdemokratie wird gesagt wurden. Die Verhandlungen darüber bauern noch an. Das worden ist, so ist doch zumindest der Regierungstommission nabeuns geschrieben: Die stattliche Anzahl von 252 Delegierten aus ist der Erfolg eines beispiellofen Ringens, dem der Parteitag durch gelegt worden, nach Beendigung des Bergarbeiterstreiks sie auf-66 Ortsgruppen, die in Saarbrücken. zum ersten Parteitag der So- nachstehende Resolution seine Sympathie befundete: zuheben. Der Parteitag nahm dazu folgende Entschließung an: zialdemokratie des Saargebiets zusammenfamen, bekundeten den Der am 22. April 1923 in Saarbrücken tagende Parteitag der" Der Parteitag der Sozialdemokratie des Saargebiets spricht Sozialdemokraten im Saargebiet spricht dem seit elf Wochen für ihre dem schwedischen Vertreter im Völkerbundrate feinen Dank und unbeugfamen Willen der faarländischen Sozialdemokraten, gegen nirtschaftliche Existenz und rechtliche Anerkennung mit beispiellofer feine Anerkennung dafür aus, daß er sich als erster zum Wortführer über den französischen Annerionsgelüften frei und deutsch zu Ordnung und Disziplin fämpfenden Bergarbeitern feine volle Sym- der bedrückten Saarbevölkerung gemacht hat." bleiben. Denn dessen ist man sich bewußt: das endgültige Schicksal pathie aus. Der Parteitag spricht weiter den Führern dieses muster- Geschäfts, Kaffen- und Pressebericht ergaben ein erfreuliches des Saargebiets, dieses einzigen Bölkerbundlandes, ist unlösbar ein- haft durchgeführten wirtschaftlichen Kampfes feine Anerkennung aus. Bild des Wachstums der sozialdemokratischen Bewegung im Saargefchloffen in das Gesamtschicksal Deutschlands. Der Parteitag ist sich bis zum letzten Teilnehmer bewußt, daß alle gebiet. Die sicherste Stüße der Freiheit dieses echt deutschen Landes Innerpolitisch gesehen trat der Parteitag unter Verhältnissen Behauptungen und Verleumdungen von feiten des im Dienste der bleibt nach wie vor die sozialdemokratische Partei. zusammen, die gekennzeichnet werden durch den Saarbergar- weftlichen Propaganda stehenden„ Saar- Kuriers", des Gaarbundes beiterstreit und die" Notverordnung" der Regierungsfom- und des totgeborenen Verbandes der Saarbergleute nicht imstande mission. Im Bergarbeiterstreit hatte 14 Tage zuvor die französist, die geschlossene Front der fämpfenden Bergarbeiter des Saarfische Bergwerksdirektion ihre lehte Karte ausgespielt: ihre Spigel, gebiets zu lockern. Der Parteitag geht mit Verachtung über die Verdie Bergarbeiterfekretäre Kraemer und Becker, vollzogen den offe- fuche einzelner Berräter hinweg und fühlt sich mit der gesamten nen Uebertritt auf die Seite der westlichen Propaganda" und Bergarbeiterschaft darin eins, daß dieser Kampf nur durch gegen gründeten den Verband der Saarbergleute". Beide waren Mit- feitige Verhandlung zwischen dem Arbeitgeber und den bewährten glieder der USP.; aber auch dort waren sie längst erfannt. Becker, der Führer der Bergarbeiter beendet werden kann. seit Jahren schon nicht anders als„ Franken- Beder" genannt wird, gehört heute noch zur Ledebour- Gruppe; Kraemer fam bei der Wiedervereinigung zur BSPD., wurde aber von ihr sofort ausgeschlossen. Die Wirkung des letzten Trumpfes der französischen Bergverwaltung fchlug ins Gegenteil um. Am selben Tage, da die Sozialdemokraten des Saarlandes zum Parteitag zusammentraten, ließ die General1Million 5. BTS 1 Million deutscher Hausfrauen kochen täglich mit = Quieta= guten und billigen Kaffee! 215 Bilanz am 31. Dezember 1922. Aktiva: Sandberg- Konto I Sandberg Ronto II Aftio SypothekenRonto Sicherungs Hypothefen- Ronto Rautions Ronto Rontokorrent- Ronto Raffa- Ronto. Passiva: 7 558,85 Geschäftsguthaben12 229,24 Ronto Rontotorrent- Ronto 12 325, 11 469,20 | Deutsch Opernhaus) 7% U: Oberon Große Volksoper im Theat. d.Westens 7: Die verk. Braut Stg. 2, U. b. kl. Pr.: Raub d. Sabinerinn. Intimes Theater 8: Diplomat i.Dienst Der blaue Pyjama Lustspielhaus 8 U.: Bobby, sag' die Wahrheit Metropol- Theater 72: Die Schönste der Frauen Vorverkauf ununterbrochen. Neues Operett.- Th. 7% Uhr: KATJA, die Tänzerin mit Margit Suchy, Nordheim, Beckersachs, Paulsen, Beckmanu, Gross, Mamelok Heues Th. am Zoo Täglich 8 Uhr: Der Leibkutscher des Fridericus Rex Neues Volkstheater 7% U. Emilia Galotti Renaissance- Theat. 8 U.: Das Konzert Gastsp. Em. Reicher Schiller- Th.Charl. 8 Krieg im Frieden Thalla- Theater 3 U: Die rofe Katze 28 000,- Bezpflichtungskonto 145,000,- Th. a. Nollendorfpl. 100 015,30 5 324,10 309 137,82 Sicherungs Hypo• theten Berpflich tungs- Ronto Gewinn 1. Verlust998,45 Konto 9. 463 263,76 74 Uhr: Die schön.Rivalin 211 047.20 Sig. 3: Königin der Straße 7 Wallner- Th.7 83 422,36 Operettenspielzelt 0.463 263,76 Des Königs Nachbarin Im Jahre 1922 find ausgefchieben 5 Mitglieder, hinzu getreten find 2 Mitglieber. Ende 1922 gehörten demnach der Genoffenschaft 49 Mitglieber an. Die Geschäftsguthaben haben von Léon Jessel fich um 915 M. auf 12 323 m. grhöht. Die Saftiummen be- Casino- Theater trugen 1922 14hz um 750 m. erntebrigt. haben fich also gegen bas 108 jahr Berlin, den 25. April 1923. Baugenossenschaft„ Waldheim": Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. B Maruichte. E. Köhler. Theater, Lichtspiele usw. 6peruhans Volksbühne Gastsp. Rich. Tauber 7% Uhr z. 1. Male: 7 Uhr: Don Giovanni Die lust. Weiber von Windsor Schauspielhaus Lessing- Th. 72 Uhr: Faust Theater i. d. Heute u. morgen 7% Wie es Euch gefällt Mtg. 7: Peer Gynt Königgrätzerstr. Deut. Künstler- Th. 8 U.: Kreislers Allabendlich 7% U.: Eckfenster Der Fürst von Pappenheim Komödienhaus Central- Theater 7.30: Madame Tägl. 8 Uhr: Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Heute abend pünfflich 6 Uhr: Sigung im Jugendheim, Cindena Die versammelten Funktionäre der VSPD. nehmen gern alle straße 3. weiteren Opfer im Berein mit den fämpfenden Bergarbeitern und der gesamten fozialdemokratischen Arbeiterschaft auf sich, bis die Rämpfenden ihre Rechte und wirtschaftlichen Eristenzbedingungen errungen haben." Die Notverordnung", die an Knebelung der öffentlichen " Brauchst Du Schuhe kaufe GEWA DIE EIGENART DER GEWA SCHUHE Eleganzu.Haltbarkeit Aussergewöhnlich billige Preisstellung. Dem teuersten Schuh werk nicht nachstehend BEISPIELE: Schw R.Box Herren- Halbschuhe mod.spitze Form M. 39. 000 Br. R. Box Herren- Halbschuhe mod. spitzeu Carreform M 42.u45.000. Schw. R.Chevreaux Damen Halbschuhe mod spitze Form M. 31. 000 Br. R. 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