Nr.201/ 202+ 40.Jahrg Ausgabe Afr. 100 Bezugspreis: Für den Monat Mai 5800 9. Doraus zahlbar. Unter Rreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Sugemburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Boftbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien. Dänemart, England. Eftland, Finnland, Frant. reich. Holland. Lettland. Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowafei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage.Siedlung und Aleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 200 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige NonpareZazete Softet 1200 9. Reklamezeile 6000. Kleine Anzeigen das fettgedrückte Mort 875 M.( zulässig zwet fettgebrudte Worte). jedes weitere Wart 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jebes weitere Bort 150 M. 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Noch ist die Ruhrtrise nicht gelöst und noch bedroht sie nicht bloß Deutsch land, sondern ganz Europa mit einer furchtbaren Katastrophe. Noch ist der Osten, von Litauen bis zur Türkei, nicht zur Ruhe gekommen, noch geht dort die Minierarbeit verschiedener Mächte fort, die jeden Tag eine Explosion auslösen kann. Noch find in Italien, Ungarn, Rußland die arbeitenden Massen gefnebelt durch eine unerhört brutale und willkürliche Diktatur einer Partei, durch weißen oder roten Fascismus. Den Ausgangspunkt der ersten Internationale hatte Eng-] land gebildet. Dort war ihre Leitung und ihr Schmergewicht geblieben. Aber das Interesse der englischen Arbeiter für die außerenglischen Arbeiterbewegungen war damals überwiegend selbstsüchtiger Natur. Es entsprang der Furcht, die Arbeiter Europas tönnten als Streifbrecher und Lohndrücker England überfluten, Dies ließ die englischen Arbeiter wünschen, gewert schaftliche Methoden und Organisationen möchten sich über ganz Europa verbreiten. Dazu sollte ihnen vor allem die Internationale dienen. Bis dahin dürften auch die Bedingungen für eine Arbeiterregierung in Deutschland gereift fein. So verspricht die Internationale, die binnen menigen Tagen in Hamburg neu organisiert wird, binnen kurzem weit mehr zu werden, als ihre Vorgängerinnen waren. Nicht nur ein Mittel gegenseitiger Verständigung sowie der Unterstützung der schwächeren sozialistischen Parteien durch die stärkeren in der Arbeit der Propaganda und der Organisation, sondern das gewaltigste Machtmittel, über das die Arbeiterklasse ver fügt, um tatkräftig einzugreifen in die Neuordnung der Welt Als das Ziel einigermaßen erreicht war, dabei aber in nach den Grundsägen politischer und ökonomischer Demokratie, Europa Arbeiterparteien mit politisch revolutionären und die dringend erheischt ist, soll nicht das alte Europa in einen Aber diese finstere Nacht wird durch einen Lichtstrahl er- sozialistischen Tendenzen erstanden, für die den Arbeitern Eng- Chaos von Blut, Elend und Schmutz versinken. hellt. Die Maifeier dieses Jahres bildet die Einleitung zur lands damals das Verständnis fehlte, schlief bei ihnen das Die Erneuerung der sozialistischen Internationale als Wiederherstellung einer allumfassenden Interesse für die außerenglischen Arbeiterbewegungen ein. Um Retter der untergehenden Menschheit ihr gilt vor allem fozialistischen Internationale.1107/ die zweite Internationale haben sich die Arbeitermassen Eng- der Maiengruß der arbeitenden Frauen und Männer, die sich diesmal am 1. Mai in allen Ländern zusammenfinden werden, Die Organisation, die in der fommenden Pfingstwoche auf lands vor dem Krieg nur wenig gefümmert. dem Hamburger Internationalen Kongreß begründet werden Der Weltkrieg mit seinen Konsequenzen hat dieser inter- um sich die Hände zu reichen zu gemeinsamem Kampf für den Karl Kautsky. fell, wird in ihrem Wesen gleich fein der alten Internationale. nationalen Apathie ein Ende gemacht. In allen Ländern zeigte Frieden und das Glück der Völker. Sie wird wie diese aufgebaut fein auf dem Grundfaz, daß er den Massen aufs deutlichste, daß die äußere Politik für ihr die Befreiung der Arbeiterklasse durch die Arbeiterklasse felbft Bohlergehen ebenso wichtig ist wie die innere; daß sie die eine erobert werden muß, daß diefer Kampf nicht Borrechte für ebenso beherrschen müssen mie die andere, daß dazu die Areine einzelne Klasse, sondern gleiche Rechte für alle erringen beiter aller Länder im engsten Verein zusammenwirken will, daß die ökonomische Befreiung der Arbeiter durch Auf- müssen. hebung des Privateigentums an den tapitalistischen Produt tionsmitteln das große Endziel ist, das aber ohne politische Macht nicht zu erreichen ist, sowie endlich, daß die Erreichung Miefes Biels feine lofale oder nationale, sondern eine die gefamte Gesellschaft umfassende Aufgabe ist, die nur durch den internationalen Zusammenschluß der Arbeiter der industriell fortgeschrittenen Länder lösbar ist. Dieses Prograamm, das Marg in den Statuten der ersten Internationale aufstellte, das dann dem Wirken der zweiten zugrunde lage, es wird auch die erneuerte Internationale befeelen. Darin bleibt sie ihren Vorgängern gleich. Aber in den beiden Menschenaltern, die fast verflossen sind feit der Begründung der ersten Internationale( 1864), find wir erheblich fortgeschritten, und so wird die neue Internationale doch nicht mehr ganz die alte sein, sondern in manchen Beziehungen ein höheres Gebilde darstellen. Bom Friedensschluß an nimmt das internationale Interesse und das Bedürfnis nach internationalem Zusammenhalt allenthalben in den proletarischen Massen immer mehr zu. nirgends aber tritt dieser Bandel so auffallend zutage wie in England, dessen Arbeiter ihre Gleichgültigkeit für das Ausland vollständig abgestreift haben und aufs intensivste nicht bloß theoretisch, sondern weit mehr noch praktisch wahrhaft internationale Politik treiben. Völkerfreiheit, Völkerfrieden! Bon Emile Bandervelde Brüssel.. Die Kundgebung des 1. Mai ist das letzte Ueberbleibfel jener internationalen sozialistischen Einheit, die, nachdem sie im Anschluß an die Pariser Kommune von 1871 gesprengt worden war, auf dem Pariser Kongreß von 1889 wiederher gestellt wurde. Zum 34. Mal seit 1890 feiern die Sozialdemo fraten, die Kommunisten, die Arbeiterparteiler, die Gewerkschaftsmitglieder aller Richtungen, wenn nicht zusammen, so doch gleichzeitig, den 1. Mai. neuerte Internationale als bloße Organisation sozialistischer Diese ganze Wandlung bietet uns die Möglichkeit, die er Die zum Tode verurteilten Sozialrevolutionäre in den Barteien aufzubauen. Damit wächst ihre Einheitlichkeit. Und Moskauer Gefängnissen, die Rotgardisten Trogkis vor dem da gleichzeitig die meisten sozialistischen Parteien enorm an Streml, die aus Ungarn Verbannten oder in den Konzentra Kraft und an internationalem Interesse gewonnen haben, er- tionslagern Horthys Internierten, die deutschen und slawischen hält die erneute Internationale mit vermehrter Einheitlichkeit Sozialisten der Tschechoslowakei, die sich sonst so scharf einauch eine gewaltige Macht, wie sie die alte nie besessen hat. ander befehden, die Arbeiter des Ruhrgebiets, die sozialistischen Nur Rußland wird 1923 ebensowenig wie 1889 durch eine Soldaten unter den belgischen Kathihelmen oder unter den öffentliche proletarische Massenorganisation in ihr vertreten französischen azurblauen Stahlhelmen, mit einem Worte alle Als 1864 die erste Internationale gegründet wurde, gab sein können. Heute wie damals ist dort eine von der Regierung diejenigen, die von Klassenbewußtsein erfüllt sind, sie begrüßen es noch teine sozialistischen Parteien, ja, außerhalb Englands un a bhängige, felbständige Organisation der prole- mit einheitlichem Schwunge das zweifache Ideal der Be faum fchon Gewerkschaften. Sie bildete eine Zusammenfassung tarifchen Massen unmöglich. Trotz des Schlagworts von der freiung der Arbeit und der Befriedung der von Arbeitervereinen aller Art, mit den verschiedensten Auf- Diftatur des Proletariats. In der Kommunistischen Partei Belt. fassungen: fozialliberalen, proudhonistischen, blanquistischen, Rußlands werden Arbeiter nur geduldet, die auf die Regielassalleanischen und selbst noch weitlingianischen usw. rungspolitit schwören. Alle anderen Arbeiter sind völlig recht los, jeder Organisations- und Preßfreiheit beraubt. Die zweite Internationale fand bei ihrer Begründung 1889 bereits zahlreiche Arbeiterparteien vor; sie waren alle fozialistisch und ihrer Praris, menn auch nicht immer aus gefprochen der Thecrie nach, marristisch, auf dem Standpunkt bes Klaffentampfes stehend. Nur in Rußland herrscht noch der ungebrochene Abfolutismus, war feine öffentliche Arbeiter organisation möglich. Das Gegenstüd bildete England, das Mutterland des Kapitalismus und der modernen Demokratie und damit der proletarischen Massenorganisation. Auch dart gab es, wie in Rußland, aber aus ganz anderen Gründen, wegen der Gleich gültigkeit der Arbeiter gegen eine Klaffenpolitit feine die Massen umfassende sozialdemokratische Partei, sondern nur fleine sozialistische Sekten. Schon der Zarismus hatte einmal versucht, eine von ihm geleitete Arbeiterbewegung ins Leben zu rufen, um dadurch jeden selbständigen proletarischen Kampf zu erstiden. Der Berfuch mißlang. Die bolschemistische Regierung hat es besser verstanden, jede pon, the unabhängige öffentliche Arbeiter organisation unmöglich zu machen. Aber das fann nicht lange dauern. Rußland hat in den letzten zwei Jahrzehnten zwei große Revolutionen durchgemacht, die nicht spurios vorübergehen fonnten. Auch in Frankreich folgte dem Jakobinertum von 1793 eine Periode der Reaktion und erneuerten Absolutismus. Aber vorübergehend hatten die Arbeiter von Paris fich als die Herren gefühlt, und dieses Kraftgefühl ging ihnen nicht völlig wieder verloren. Es machte Das war der Grund, warum die zweite Internationale aus Baris die Hauptstadt der europäischen Revolutionen von nicht von vornherein ausschließlich eine der sozialistischen 1830-1871. So wird auch die gegenwärtige Beriode der Massenparteien war. Eine Arbeiterinternationale ohne Eng- Unterdrückung das russische Proletariat nicht auf die Dauer in land wäre ein Unding gewesen. Wollte man aber Organifa willenlose, apathische Stlaverei herabdrüden fönnen. Allertionen der englischen Arbeitermassen in die Internationale ein dings in Frankreich hatte die Schreckensherrschaft von 1793 beziehen, dann blieb nichts übrig, als neben den sozialistischen eine Periode nicht nur militärischen, sondern auch ökonomischen Parteien auch die Gewerkschaften in sie aufzunehmen, die 1889 glänzenden Aufschwungs eingeleitet. Die Schreckensherrschaft nirgends stärker waren als in England und die damals noch des Bolschewismus bringt dagegen unfäglichen Verfall, der bes internationalen Zusammenschlusses entbehrten. mur niederdrüdende, nicht stolz erhebende Eindrücke hinter Ganz anders jezt. Eine starte gewerkschaftliche Inter- laffen tann. nationale ist erstanden, mit eigenen Aufgaben und Wirkungs- Immerhin fönnen die anfeuernden Erinnerungen des weisen, aber von demselben sozialistischen Geist erfüllt wie die ersten Jahres der russischen Revolution von 1917 durch die abArbeiterparteien. Das allein ist schon ein ungeheurer Fort- stoßenden und degradierenden Eindrücke des dann folgenden schritt; dazu gefellt sich aber noch ein anderer. England hat Verwüstungskampfes gegen jegliche von der bolschemistischen heute eine selbständige große Arbeiterpartei, eine Partei, die Regierung unabhängige proletarische Regung nicht völlig aus. immer entschiedener sozialistische Bahnen einschlägt. Sie ist gelöscht werden, mit einem Sdylage zur zweitstärksten Bastei ihres Landes geworden, und sie schickt sich an, die Zügel der Regierung des reichsten Staates Europas, ja( abgesehen von den Bereinigten Staaten) der Weit, zu ergreifen. Und diese Arbeiterpartei fennt nicht bloß englische Inter eifen. Sobald das ätonomische Leben in Rußland wieder aufblüht, wird sich auch der Drang seines Proletariats nach Selb. ständigkeit wieder regen, wird es die Bedingungen felbständi ger, öffentlicher Massenorganisationen wieder erobern, die in den Internationalen van Amsterdam und Hamburg ihre natur. liche Heimat finden werben. Unnötig zu betonen aber, daß diese mystische Betrachtung fünftiger Berspektiven zwischen den Sozialisten aller Länder und aller Richtungen nur ein Band bildet, dessen unzulänglichkeit offenkundig ist. Wir stehen Realitäten, harten, sehr harten Realitäten gegenüber. Wir stehen tagtäglich vor unfagbar ernsten Problemen, deren Lösung ebenso schwer wie unerläßlich ist, wenn man nicht will, daß Europa zugrunde geht, und unter diesen Problemen gibt es eins, das in der gegenwärtigen Stunde alle anderen überragt und neben dem alle übrigen als nebensächlich und abhängig erscheinen: das Problem der Repara tionen und der Ruhrtonflitt. Es wird behauptet, daß bei diesen Konflitten Frankreich, Belgien, Italien, Deutschland, England in Streit verwidelt finb. Das ist glücklicherweise unwahr. Der Ruhrkonflikt ist kein Streit zwischen Frankreich, Deutschland, Belgien, England oder Italien. In diesem Krieg gibt es die eine neue Tatsache: daß die in Frage kommenden Nationen feine unverföhnlichen Massen bilden, die sich aufeinander stürzen, ohne anderen denkbaren Ausweg, als den Triumph der Stärkeren. Die Trennung der Kräfte ist eine ganz andere. Auf der einen Seite gibt es Regierungen die deutsche, die französische, die belaische Regierung usw. die darin übereinstimmen, daß sie nicht miteinander übereinstimmen, und die sich auf die bürgerlichen Parteien stützen oder auf Boltsmassen, deren Gefühle und Vorurteile durch die tapitalistische Presse geschürt werden. Auf der anderen Seite gibt es alle proletarischen Parteien, gibt es alle diejenigen, die fähig sind, die Dinge anders als vom nationali ftischen Gesichtspunkt zu betrachten, alle diejenigen, die be griffen haben, daß das Lebensinteresse der Arbeiterklasse Löfungen der Berständigung erfordert. Freilich scheint es zunächst, als ob der Kampf zwischen diesen beiden Gruppen von Kräften ein ungleicher sei. Sehen wir uns jedoch die Dinge näher an. Gewiß besteht bei uns eine S ch wäche, die ich nicht unterschätze, infofern, als wir nirgends an der Macht sind und überall nur eine Opposition bilden, und zwar eine solche, die nicht immer sehr einflußreich| Krieges zu beseitigen. Die sozialistische Einigung ist Wenn es auch notwendig war, den Hamburger Kongreß ist. Aber andererseits besigen wir eine Stärke, die auf die nunmehr in Sicht, und der 1. Mai 1924 wird wahrscheinlich Dauer umbesiegbar werden kann: die Einigkeit der eine einigende fozalistische Internationale fehen, die stärker und Arbeiterklassen gegenüber den gespaltenen Regierun- fraftvoller wie irgend eine Internationale der Bergangenheit gen. Die internationale Arbeiterschaft ist sich einig, wenn nicht sein wird. über alle Einzelheiten eines Planes der Reparationen und der internationalen Sicherheit, so doch über die Grundsäge der notwendigen Vereinbarungen. Allerdings würde dieses grundfägliche Einvernehmen, das übrigens in den jüngsten Zusammenfünften erfreulich vervollstänttigt wurde, wenig bedeuten, venn nicht unserem gemeinsamen Willen eine ge meinsame Attion folgte. Glücklicherweise wird eine folche Aktion beabsichtigt, und die Kundgebung des 1. Mai foll für uns alle die Gelegenheit sein, festzustellen, daß sie sich mit steigende: Kraft und Entschlossenheit fortjeßen wird. Wir haben nicht nur gemeinsam grundsägliche Refolutionen zu fallen, wir haben auch, jeder in seinem Lande, einen energifchen Feldzug im Sinne dieser Resolution zu führen. Die englischen Sozialisten z. B. haben die von Rennes fiegreich durchgeführte Beweisführung zu vollenden, zu vervollständigen und zu propagieren, wonach es nicht nur ungerecht ist, sondern auch den wirklichen Interessen Englands zuwiderläuft, Frankreich die Bezahlung seiner Kriegsschulden aufzwingen zu wollen, während legteres die volle Wiedergut machung seiner Schäden nicht zu erlangen verntag. Die deutschen Sozialisten haben ihre Bemühungen fortzusetzen, um die Regierung Cuno zu veranlassen, sobald wie möglich Verhandlungen einzuleiten und ein für allemal auf Methoden zu verzichten, die aus dem Wunsch zu entspringen scheiney, der moralischen und vertragsmäßigen Berpflich tung zu Reparationen zu entgehen. 3 auf die dritte Woche nach dem 1. Mai zu verschieben, so steht doch das Maifest von 1923 allerorts im Zeichen der Einigung. Der Weg zu ihr wurde nicht leicht gefunden; es ist der eherne Zwang der Tatsachen, der sie geschaffen hat; es ist die ErkenntWir haben nicht nur einen großen Fortschritt in bezug nis, daß der Kampf des Proletariats sowie sein Sieg interauf unsere eigene Einigkeit verwirklicht, wir haben auch auf- national sein muß, es ist die Erkenntnis, daß die Zersplittegezeigt, daß wir in fchwierigen und gefährlichen internationalen rung der Arbeiterklasse allein dem internationalen RapitalisSituationen uns über eine Lösung verständigen fönnen, mus dient, daß sie alle die Gefahren fördert, die mit seinem wenn die Regierungen völlig unfähig sind, eine Berständigung Triumph verbunden sind: Krieg, Zerstörung, politische und zu finden. Die Gefühle der Brüderlichkeit, die die Arbeiter wirtschaftliche Reaktion, Not und Tod der ihm wehrlos ausge bewegung der ganzen Welt beleben, machen uns eine solche lieferten Arbeitermaffen. Berständigung möglich. Eine Gebirgstette, ein Fluß oder ein Den entscheidenden Anstoß gab die Einigung der Meer bilden für die bürgerlichen Bolitiker ein unübersteigbares deutschen Sozialdemokratie, wie ihre ZersplitteHindernis. Sie tönnen nicht begreifen, daß die Menschen auf rung eine der Hauptursachen der Zertrümmerung der zweiten beiden Seiten der Gebirgstette die gleichen Intereffen haben, Internationale war. daß freundschaftliche Beziehungen Flüffe überbrüden tönnen und daß über das Meer hinüber sich Hände reichen fönnen zur tameradschaftlichen Zusammenarbeit. An uns ist es, unser Wert fortzusehen und uns am 1. Mai aufs neue unferem Ideal zu weihen, damit die Zusammenarbeit an Stelle der Konkurrenz, die Offenheit und Freundschaft an Stelle von Hinterlist und Haß treten. So fönnen wir trok der Schwierigkeiten und Gefahren, die jeht Europa und die Welt bedrohen, mit Hoffnung in die Zukunft schauen. Allen Schwierigteiten zum Troz ist unsere Bewegung im schnellen Wachsen, unsere Ideen finden überall Eingang und unsere Ideale haben noch nie so hell gestrahlt wie heute. So grüße ich euch wieder, Kameraden Deutschlands, und rufe mit euch: Lang lebe die Internationale! Hoffnung auf Hamburg. Hinter uns liegen die Jahre des Kampfes, des Brudertrieges, in dem geistige und seelische Kräfte verschwendet wurden, wie sie faum einmal im Kampfe gegen die gemeinsamen Klassengegner aufgebracht wurden. So wie in Deutschland haben sich in der übrigen Welt die Quellen der Spaltung mehr und mehr verstopft. Die Arbeiterschaft hat den Weg zur Wirklichkeit in Abkehr von utopistischdittatorischen Träumereien gefunden. All die neuen Methoden und Prinzipien sind zerflossen vor dem wieder auferstandenen Bewußtsein, daß nur in der Demokratie die Sammlung und Schulung der Massen reifen kann für die große histo rische Aufgabe der Arbeitertlaffe. Nur durch die Einigung des internationalen Proletariats fann der Weltkrieg auch in seinen Folgen endgültig über wunden werden. Er trug den Zerfegungsteim in die ArbeiterDie belgischen und französischem Sozialisten bewegung hinein. Er schuf erneut den Boden für jene Anendlich müssen unabläffig zugleich die Ungeredtigkeit und die beter der Gewalt im proletarischen Befreiungskampf, Sinnlosigkeit eiter Bolitik brandmarken, die, weit davon entBon Ramsay Macdonald- London. die nicht nur über die Rechte von Minderheiten, sondern auch fernt die Reparationen zu sichern, fie nur noch schwieriger.geIch sehe mit der größten Hoffnung dem Erfolge des über gewaltige Majoritäten glaubten hinwegschreiten zu dürstalten, und die unter dem schlechten Bormand eines Fehl- Hamburger Kongresses entgegen. Nichts hat mehr fen, wenn nur die Macht im brutalften Sinne auf ihrer Seite betrages von einigen tausend Telegraphenstangen und einigen Millionen Tonnen Rohle die militärische Belegung der reich dazu beigetragen, die politische und soziale Anarchie in Europa war. Es ist ein innerer Befreiungstampf von ften Gebiete Deutschlands beschlossen hat, wobei die schlimm 8u verbreiten und die Herrschaft der internationalen Finanz der Bergiftung des Krieges, von dem Mißtrauen ſten Zweifel über das wahre Ziel dieser Befeßung, ob politisch zu befestigen, als die Schwäche des Sozialismus und feines des Bruderkampfes, der sich in der Internationale vollzog und internationalen Einflusses. Ich habe immer die Spaltung un- der ihre Sendboten nun in der Pfingstwoche in Hamburg zuoder wirtschaftlich, offengelaffen werden. Um nun im allgemeinen Interesse zum gemeinsamen End- ferer Bewegung, die nach der Berner Konferenz eintrat, als fammenführt. So wird nicht der 1. Mai, der Weltfeiertag der Arbeit, ein Unglüd angesehen von dem Standpunkt der Notwendigziel zu gelangen, müssen wir uns die Arbeit teilen und, jeder feit aus, sowohl die Differenzierung zwischen demokratischem sondern eines der höchsten Feste der Christenheit, das Pfingſtin seiner Einflußsphäre, auf unsere Regierung einwirken. Und Sozialismus und Kommunismus flar in Erscheinung treten fest, es sein, an dem das Werk der Einigung sich vollziehen soll, es ist notwendig, zir betonen, daß unsere Erfolgaussichten um zu lassen als auch die Sozialisten international zu organi- Aber auch dieses Fest ist erfüllt vom Lichte, es ist auch in der fo größer fein werden, je weniger einseitig ber sozialistische fieren und die Gelegenheiten auszumuzen, die der Krieg biblischen Lehre das Fest des Frühlings und des Druck im Sinne einer friedlichen Regelung fein wird, je mehr ihnen gegeben hat, zur Unterstellung der Politik wie der Friedens. Das Fest der Ausgießung des heiligen Geiſtes, dieser Druck mit der gleichen Energie in Deutschland auf die Wirtschaft unter die Kontrolle der Arbeiterklasse. der in der Gestalt einer Taube den versammelten Jüngern Regierung Cuno, in England auf die Regierung Bonar Law, den Willen ihres Herrn fundgab:„ Gehet hin in alle Welt und in Frankreich und Belgien auf die Regierungen Poincaré und lehret alle Völker Theunis ausgeübt wird. Die Ereignisse der lezten Jahre haben deutlich gezeigt, daß dieser Standpunkt richtig war, und ich hoffe, daß jeder, der in Hamburg anwesend sein wird, mit der vollen Abficht Um die ungeheuren Probleme zu lösen, die Krieg oder hingeht, die Internationale wieder aufzubauen und ihr wirkFrieden in fich bergen, darf sich die sozialistische Aktion nicht fames Funktionieren zu gewährleisten. af ein einzelnes Land oder auf eine Gruppe von Ländern fühlbar machen. Sie muß allgemein sein, fie muß international fein. Und das ist es, was feine ganze Tragweite, feine volle Kraft dem großen Ereignis verleihen soll, das sich in drei Wochen in Hamburg vollziehen wird: bem ersten allgemeinen Kongreß der wiederhergestellten sozialistischen Internationale. 1. Mai und Einigkeit! Bon Otto Wels. Die internationale Einigung der Arbeiterbewegung, die fich zu Demo tratte und Sozialismus befennt, wird Tatsache. Die Maifeier steht in allen Ländern unter dem Beichen dieses erfreulichen Ereigniffes. Nur äußere Gründe Gruß an die deutschen Arbeiter. haben verhindert, daß die Internationalen von London Bon Tom Shaw London. # Zum 1. Mai die herzlichsten Grüße allen Arbeitern Deutschlands, ob sie nun im Bergmert oder in der Fabrik, auf dem Felde oder in der Werkstatt arbeiten. Die herzlichsten Grüße auch an alle Gewerkschaftsfunktionäre und Beamte, an alle Mitglieder des Reichstags, wie an alle in der Partei und den Gewerkschaften tätigen Genoffen! Es ist gut, am 1. Mai sich unsere Ideale in Erinnerung zu rufen, unser höchstes Ziel vor Augen zu haben, ohne jemals zu vergessen, daß dieses Ziel mur verwirklicht werden fann durch unablässige Arbeit und von Tag zu Tag durchzusehende Berbesserungen. Seit dem 1. Mai des vergangenen Jahres haben wir viel getan, um die zerstörenden Wirkungen des Mai, mach uns frei! Uus faufend Blüten lacht der Mai, und ist doch sonst die Welt so bang... Aus tausend Herzen gellt ein Schrei, wie selfen er jo wild erflang: Mai, mach uns frei! Wohl faucht ein Wind noch rauh und roh, boch johweigt sein Ungestüm gar bald und stirbt verwijpernd irgendwo... Und sehnend es tingsum erfchalit: Mai, mach uns froh! Bas sich noch scheu und fill verbarg, wagt jeht sich bot ans liebe Cicht, und fennt nicht Furcht und fennt nicht. Arg. Die letzte Kette reißt und bricht... Mai, mach uns start! Wie schwer das Leben Immer fei, wir zwingen es mit fefter Faust, bis slumm des Elends lehter Schrei und rings es jubelndhell erbraust: Mai, wir sind frei! Ludwig Leffen. Und dies Gebot wird auch von Hamburg ausgehen. Mit erneuter Kraft und Bekennermut werden die Verkünder und Anhänger des Sozialismus erfüllt sein, wenn die neue Internationale sie zum Kampf ruft unter dem Worte, das allein den Völkern den Frieden für immer verheißt, dem Donner wort, mit dem einst Marg und Engels die internationale Arbeiterbewegung ins Leben riefen: Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Mai- Ideale. Bon Hermann Müller- Franken. und Wien nicht schon heute, am 1. Mai, in Hamburg 3 Derer sind es noch viele. Die letzten Jahre haben uns gezeigt, zu Am 1. Mai denten wir unserer unerfüllten Forderungen. gemeinsamer Tagung versammelt find. Wäre es möglich gewesen fürwahr: Nie hätte der Ge- wie steinig der Weg ist, der uns im demokratischen Staate über dante der Maifeier einen stärkeren Antrieb erhalten, nie hätte die Gozialfierung zum Sozialismus führen soll. Manch einer der Gedante des internationalen Emangipationsfampfes der ist müde geworden und ging zurüd, weil er glaubte, nimmen Arbeiterklasse zündender gewirkt. Dann hätte all bie Milans Biel zu fommn. Ist solcher Zweifel begründet? lionen, die am ersten Mai in gemeinsamer Feier sich zu- Die Zeit seit Einfegung des Maifeiertages zeigt uns wahrfammenfinden, das Bewußtsein erfüllt, daß zur felben Stunde lich, daß wir vorwärts gekommen sind auf dem Wege zu die Vertreter des internationalen Proletariats in Hamburg unseren Idealen. Auf dem ersten Kongreß der zweiten Inter zufammentreten, daß dort der große Gedanke Wirklichkeit nationale wurde in Paris 1889 beschlossen, daß am 1. Mai die wird, daß dort tremende Mauern niedergeriffen werden und klassenbewußten Arbeiter der ganzen Welt für die Einführung der Neubau einer Internationale errichtet wird, die Schutz und des Achtstundentages zu demonstrieren hätten. Das Schirm bieten soll nach all dem, was wir erfahren haben in taten wir denn Jahr für Jahr. Da kam der Krieg und nach ihm die Revolution. Sie brachte uns schnell den Achtstundenden letzten Jahren der Trennung und des Leides. fen. Bon der Moge der nahenden revolutionären Sturmflut mit. Amerita befizen bereits die Bragis einer langwährenden politischen geriffen, verstummt er als Dichter am Ende der neunziger Jahre Ordnung. Wie steht es aber bei uns?! Wir sind aus einer Gewalt immer mehr, um nur noch als Bortämpfer der Freiheit, herrschaft unter eine andere geraten. Bei uns herrscht gegenwärtig, als geistiger Mittelpunkt der oppositionellen Bewegung die administrative Ordnung", die Hinrichtungen auf administra der russischen Intelligenz feine Klinge blizen zu lassen." tivem Wege" mit inbegriffen. Nur aus dem Zusammenprall der An diese Chrakteristik Rorolentos wird man erinnert, wenn Meinungen entstehen neue Wahrheiten und ein neuer Fortschritt. man die Briefe lieft, die Marim Gorti in ber ruffischen histori. Was fich nicht vorwärtsbewegt, stirbt ab und zersetzt sich. Die schen Zeitschrift„ Chronik der Revolution"( Berlin, Berlag Grschebin) Herrscher Rußlands glauben, daß sie an der Spitze der sozialen Re veröffentlicht. Der Terror der Bolschewisten verschloß Korolento, volution stehen, in Wirklichkeit jedoch stehen sie an der Spike eines ter fich öffentlich als Sozialdemokrat bekannte, den Mund. Und sterbenden Landes. Wir sehen dieses Sterben in den einfachsten nur noch in seinen Briefen an Gorti, ebenso wie in den Briefen an Prozessen: die Menschen hören auf zu arbeiten, der einfachste Lunatscharsti, die der Berlag Sadruga" por furzem in Paris ver. Austausch der Lebenskräfte gerät ins Stoden. öffentlicht hat, tann Korolento, den die Kommunistin Rosa Lugem burg in die erften Reihen der russischen Literatur stellte, als Vorkämpfer der russischen Freiheit feine Stlinge blizen" lassen. Wir lassen nachstehend aus den Briefen Korolentos an Gorki zwei der wichtigsten folgen: 1. Boltawa, 10. Rovember 1920. Dies alles suchte ich in meinen Briefen an Lunatscharski dar zulegen. Statt der Freiheit geht alles bei uns wie es früher ging: ein Drud ist durch den anderen ersetzt worden unsere Freiheit"..., II. das ist 17 29. Juni 1921. Ich will Ihnen von meinem Leid Mitteilung machen. Meine Mir erscheint die Ermordung Schingarews und Rotosch. jüngste Tochter Natalia war mit einem sehr braven Manne Kon fins( zweier liberaler Minister, die im Jahre 1918 von Bolschemisten stantin Iwanowitsch Ljachowitsch verheiratet. Er war in Bottawa überfallen und niedergeschossen wurden. Die Reb.) als eine eben- fehr populär, u. a. auch unter den Arbeitern, die ihn seit 1905 fann. solche Missetat wie die Ermordung Rosa Luxemburgs unb Lieb- ten. Er war ein alter Revolutionär, der in den Reaktionsjahren knechts, und die Straflosigkeit dieser Tat bildet einen ebensolchen gezwungen war, nach dem Auslande zu flüchten. Er lebte in LouSchandfleck wie die der anderen. Wir haben den Gang unferer Re- louse in Frankreich, wo er auf der Universität studierte. Später Menschlichkeit und Revolution.otion dadurch gehemmt, daßß wir nicht sofort anerkannten, daß kehrte er nach Rußland zurück. Hier zog er erneut unter der Hete Zwei Briefe von Korolento an Gorki. the die Menschlichkeit zugrunde gelegt werden müsse. Eelt mann- Herrschaft( während der deutschen Ottupation in der Ukraine jeher hatte sich bei uns die Borstellurig herausgebildet, daß die D. Red.) Verfolgungen auf sich und wurde infolge der Denunziation Der im vorigen Jahr verstorbene ruffische Dichter und Publizist große franzöfifche Revolution nur deshalb erfolgreich war, weil der örtlichen Behörden nach Brest verbannt. Nach der deutschen Bladimir Korolento, deffen bedeutendste Werte fajt in alle sie den Terror anwandte. Aber der sozialistische Geschichtsfor Revolution fehrte er nach Rußland zurück und wurde von den Ar. Sprachen überlegt sind, hat durch feine Dichtungen europäischen fcher Michelet behauptet, daß fie geradezu deshalb mißbeitern in den Sowjet gewählt. Nun herrscht ja bekanntlich die Ruf erlangt. Weniger bekannt jedoch ist sein Birken als fozialer Ingen sei Unser verrevolutionäres Regime war ein ganz Diftatur des Proletariats", die darin besteht, daß die gewählten Rämpfer, der ftets feine Stimme erhob für die Getnechteten und besonderes. Die dummen zaten hielten Rußland außerhalb jeben Bertreter des Proletariats nach dem Dittat der Kommunisten Unterdrückten, und der insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten politischen Fortschrittes, indem sie diesen Fortschritt ausschließlich sprechen müssen. Ljachowitsch gehörte nicht zu den gehorsamen feines Lebens in den ersten Reihen der russischen Freiheitskämpfer de Verschwörer zuwielen. Dadurch bereiteten sie selber den Schäflein" und sagte nicht selten den Behörden bittere Wahrheiten, stand. Mit Recht konnte Rosa Lugemburg in ihrer ausgeplänomenalen Sufammenbruch ihrer Herrschaft vor.. Dann teugte b. b. er tat das, wozu ihn die Arbeiter gewählt hatten. Er war zeichneten Einleitung zu Korsientos„ Geschichte meines Zeitgenoffen fich Rußland vor dem Terror, was nach meiner Anschauung ein Sozialdemokrat, Menschenit und sagte gerade das, was Lenin ( Berlin, Berlag Caffirer) über Korolento freiben, daß in ihm, ebenfolcher Unfinn ift. Unsere revolutionären Boltliter haben ver- jeht in feinen Defreten schreibt. Es versteht sich von selbst, daß man wie in Tolstoi, zum Schluß der foziale Kämpfer, der große Bürger geffen, daß felt dem Terror in Frankreich mehr als ein Jahrhundert ihn verhaftete. Ich warnie den Borsitzenden der Tscheka", daß über den Dichter und Träumer gefiegt habe, Auch im Rorolentos vergangen ist und daß Europa inzwischen nicht vergebens gelebt hat. Bjachowitsch an einer Herzkrankheit leide und daß der Typhus, mit duftige Poesie, fährt fie fort, trauerten seine Freunde, als er fich In thm fand fener 3usammenprall der Meinungen dem das Gefängnis durch und durch infiziert ist, für ihn tödlich mit Feuercifer in die Journalistit stürzte. Doch der Geist der statt, aus dem eine neue soziale und politische Wahrheit entsteht. fein müsse. Was ich voraussah, traf auch ein: er wurde mit Typhus ruffifchen Literatur: das hohe soziale Verantwortlichkeitsgefüht, er 3ch feugie nicht, daß Europa und Amerika in vielem gleichfalls angesteckt und am 17. März trugen wir ihn zu Grabe. wies sich bei diefem begnadeten Didler stärker fogar als die Liebe dahin gelangt find, daß die entstandenen Gegenfäße nur durch Ich frage nun, weshalb ist dieser ehrliche Mann und aufrichtige zur Matur, zum ungebundenen Wanderleben, gum poefifchen Schaffharfen Rampf ausgefochten werden können, Aber Europa und Revolutionär hingeopfert worden? Wegen Anschauungen, zu denen tag, der dann selbst im Dittatfrieden von Bersailles den der Rüdgang der deutschen Produktion Folgen des Acht-| für Fabritarbeiter ist dies gesundheitlich von Schüßengrabenkämpfern der ganzen Welt verheißen wurde. ftundentages feien. Sie glauben daher, es bedürfe nur der größtem Wert. Bon ähnlicher Bedeutung ist für den Arbeiter Wir haben den Achtstundentag. Halten wir ihn fest! In Berlängerung der täglichen Arbeitszeit, um die deutsche Pro- der Urlaub, der mit 6 Tagen beginnt, bei den staatlichen Eisenbahnen allen Ländern sind Leute am Werk, die den Achtstundentag duftion und damit auch Deutschlands Fähigkeit zu Repa- bis auf 18 Tage, in manchen Industriekonzernen fogar bis zu beseitigen wollen, indem sie sich gegen seine, mechanische" An- rationsleistungen zu erhöhen. Diese Meinung aber ist pöllig 3 Wochen und darüber gewährt wird. A chtstundentag und wendung wenden. Da heißt es: Aufpassen! irrig. Urlaub find offenbar zwei wichtige Momente für das Sinten der Sterblichte it." werden. Nicht lange blieb der Achtstundentag alleiniges Ziel der Einen schematischen Achtstundentag, ber Maidemonstrationen. Der Maifeiergedante wuchs über ihn der Produktion Fesseln anlegt, gibt es in Ist Hamburgers Auffassung richtig, so würde der dauernde hinaus. Der Aufstieg des Proletariats sollte nicht nur durch Deutschland überhaupt nicht. Trog des Acht Schaden, den die Verlängerung der Arbeitszeit der deutschen Gewährleistung täglicher Mußestunden gefördert, sondern durch stundentages paßt sich die Arbeitszeit überall den wirtschaft Volkswirtschaft zugefügt, den ungewissen augenblicklichen Wölferverständigung und dauernden Frieden lichen Bedürfnissen an. In der Landwirtschaft hat der Acht- Mugen weit übersteigen. garantiert werden. Das Krieg dem Kriege!" wurde am 1. Mai stundentag daher nie bestanden, sondern immer eine Jahres- Die Gefährdung der deutschen Arbeitsa für die Klaffenkämpfer der ganzen Welt zur Parole. arbeitszeit, die verschieden lang ist in den verschiedenen Mona- traft ist aber auch die Gefährdung der Fähig=" Trozdem folgten in vier wüsten Kriegsjahren bitterste ten. Im Bergbau besteht die Siebenstundenschicht nur für feit zur Erfüllung der Reparationsper Tage für die Arbeiterklasse, die am 1. August 1914 nirgends die Untertagsarbeiter. Die Forderung nach der Sechsstunden- pflichtungen. Nicht die Verlängerung der Arbeitszeit ist start genug war, den Krieg zu verhindern. Deswegen fielen schicht, die eine Zeitlang allgemeines Berlangen der Berg- die Voraussetzung für die Steigerung der Produktion Deutsch1846 293 Deutsche im Kriege dem Tode zum Opfer. Gleiche arbeiterschaft war, ist angesichts der schweren Wirtschaftslage lands, sondern die Stabilisierung der deutschen Währung. Nur Opfer mußte das Volk in den anderen vom Kriege einbezogenen Deutschlands aufgegeben. Statt dessen sind seit 1920 Ueber dadurch kann der spekulative Charakter, den jetzt die gesamte Ländern bringen. Werden wir nach diesem Erleben in Zukunft stunden und Ueberschichten in erheblichem Umfang geleistet deutsche Produktion angenommen hat, eingedämmt und die ftart genug fein, solchen Massenmord zu verhindern? Wird worden. Bei der Eisenbahn und im Verkehrsgewerbe ist der Erhöhung des Produktionsertrages vorbereitet unsere Losung:„ Niewieder Krieg!" Wahrheit werden? Tatsache, daß die Arbeitszeit vielfach nur Arbeitsbereitschaft Die Bergangenheit lehrt, daß der technische und organisatorische Wir dürfen nach den Erfahrungen dieses Jahres hoffen. ist, Rechnung getragen. Auch im gesamten übrigen Wirt- Fortschritt der Industrie stets um so größer und rascher war, An der Ruhr wurde das deutsche Volk auf eine schwere Be- schaftsleben hat sich die Anpassung der Arbeitszeit an die Be- je höher der Lohn war und je fürzer die Arbeitszeit. laftungsprobe gestellt. Dant dem Einflusse der Arbeiterklasse triebserforderniffe vollzogen. blieb es dabei, daß dem bis an die Zähne bewaffneten Mili- Es fann also gar feine Rebe davon sein, daß der Acht tarismus Frankreichs der gewaltlose Widerstand, die ftundentag dem Wirtschaftsleben Schaden zugefügt hat, oder passive Resistenz, entgegengesetzt wurde. Die Bergarbeiter an daß er etwa ein Hemmnis für die Erfüllung der Reparationsder Ruhr haben sich in diesem gewaltigen Ringen als furcht pflichten wäre. Im Gegenteil! Die Wirkungen des lose Borkämpfer des Weltfriedens bewährt. Wenn Gerechtigkeit Achtstundentages zeigen jest bereits feinen in der Belt herrschte, müßte der Bergarbeiterverband das beträchtlichen Nugen. In der Vergangenheit hat die nächste Mal den Nobelpreis des Friedens erhalten. Verkürzung der Arbeitszeit nicht hemmend, sondern fördernd Der Abwehrkampf an der Ruhr lehrt uns, daß selbst ein auf die Leistungen gewirkt. Auch jetzt zeigt die deutsche Wirt vierjähriger Krieg die Ideale der deutschen Arbeiterklasse nicht schaft, nach dem Rückgang der Leifhmgen in den Jahren 1918 morden konnte. Sie sind lebendiger denn je. In diesem Be- und 1919 eine Zunahme der Arbeitsleistung. In den Indu wußtsein tönnten wir selbst in so schwerer Zeit am 1. Mai strien, die bereits früher eine furze Arbeitszeit hatten, ist dieses Jahres getrost in die Zukunft blicken. Denn sie gehört meist die Friedensleistung erreicht, in vielen Fällen fogar uns, wenn wir entschloffen sind, für unsere Zukunft zu arbeiten. überschritten. Auch in anderen Industrien ist die forschreitende Besserung der Arbeitsleistung unverkennbar. Das ist umso bemerkenswerter, weil damit die Hemmungen für die Hebung der Produktion, die in der Balutakonjunktur Deutschlands liegen, durch die Anstrengungen der Arbeiter und ihre Mehr leistungen gemildert wurden. Maifeier und Achtstundentag. zustellen. Bon Paul Her Benn trotzdem die Gesamterzeugung Deutschlands und die Arbeitsleistungen der Arbeiter nicht in dem volkswirtschaft fich wünschenswerten Maße gestiegen sind, so wegen der ahlreichen hemmungen sozialer und wirt fchaftlicher Art. Die wichtigste ist der ungenügende Reallohn des deutschen Arbeiters, der infolge es dauernden für die letzten Monate. Von großer Bedeutung ist ferner die mit der ungenügenden Kauffraft der Arbeiter verbundene mangelhafte Ernährung, der schlechte Gesundheitszustand, die troftlosen Wohnungsverhältnisse und vor allem die durch die unsicheren wirtschaftlichen, fozialen und politischen Verhält nisse hervorgerufene starte Unruhe. Solange diese Hemmungen bestehen, ist eine Steigerung der Produktion durch erhöhte Leistungen der Arbeiter faum möglich. Am. wenigsten ist sie durch eine Verlängerung der Arbeitszeit zu erreichen. Denn diese vergrößert nur die Hemmungen und vermehrt die Gefahr der Minderung des Arbeitsertrages. Die Aufrechterhaltung des Achtstundentages ist daher nicht nur eine soziale Notwendigkeit für die deutsche Arbeiterklasse, fondern eine Lebensnotwendigkeit für die beutsche Boltswirtschaft und die Voraussetzung für die Erfüllung der Reparationsverpflichtungen. So start des halb auch der Ansturm der kapitalistischen Kreise des In- und Auslandes gegen den Achtstundentag ist, die deutsche Arbeiterklasse wird ihn erfolgreich abschlagen, wenn sie sich bewußt iſt, daß sie hierbei handelt als Träger der Zukunft der deutschen Wirtschaft Frau, Frieden, Freiheit! Bon Minna Todenhagen. Seit die deutsche Arbeiterklasse durch die Eroberung der politischen Demokratie vor neue geschichtliche Aufgaben gestellt Welt auf sie auch ist, richten sich in der ganzen besondere neue Erwartungen. Diese Aufmerksamkeit gilt zum guten Teil auch den deutschen Frauen, da auch sie in die Arena des politisch- parlamentarischen Kampfes eingezogen sind. des Klaffentampfes, wohl aber gegenwärtig das bedeutsamfte Der Parlamentarismus ist zwar nicht das einzige Mittet Partei des Klassenkampfes oder gegen sie scheiden sich die Geifter. Die große Masse der proletarischen Frauen gehört noch zu den Unentschiedenen. Wenn wir das vor dem Forum des internationalen Mais tages feststellen, so fönnen die Hemmungen, die für eine Be wußtseins- und Willensbildung im Sinne des Sozialismus gegeben sind, nicht außer acht gelassen werden. Die Idee steht nicht alle Tage im festlichen Maigewand vor uns. Täglich müssen wir uns mit der harten Wirklichkeit auseinandersetzen. Frankreichs Proletariat steht unter der Fuchtel des Militarismus. Viele seiner Söhne sind gezwungen, die Trikolore fries. gerisch in unser friedliches Land zu tragen, statt sich unter. dem roten Banner mit uns zu vereinigen. Fast fünf Jahre besteht in Deutschland der Achtstundentag. Und doch droht ihm gerade jegt höhere Gefahr als früher. Fieberhaft arbeiten die Organisationen des deutschen Unternehmertums, um eine geschlossene Phalang aller fapitalistischen Kreise der Wirtschaft gegen den Achtstundentag herEs sind verschiedene Anzeichen, die unsere ernsteste Auf- Martsturzes ungeheuer tief gefunten ist. Das gilt vor allem wenigstens in Deutschland. An dem Bekenntnis zu der merksamkeit erfordern. Es ist der Reaktion gelungen, selbst in Ländern mit starker Arbeiterbewegung dem Achtstundentag ernsthafte Schlappen beizubringen. So z. B. in der Schweiz und in Holland. In beiden Ländern ist der Achstunden tag für gewisse Industrien und für eine gewisse Zeit außer Kraft gefegt worden und in beiden Fällen wurde das möglich, weil die Wirtschaftskrise die Durchsetzung dieser Abfichten er leichtert hat. Wichtiger aber und gefährlicher als diese Be strebungen find die Absichten der reaftionären Kreise in Deutschland, sich des Auslandes zu bedienen, um mit seiner Hilfe den verhaßten Achtstundentag in Deutschland zu beseiti gen. Zum erstenmal wurde diese Absicht durch Hergt auf Sie gefährdet aber auch das höchfte But, das die deutsche dem deutschnationalen Parteitag in Görlig ausgesprochen. Er Volkswirtschaft noch besitzt: die menschliche Arbeitskraft. Bei forderte die Entente förmlich auf, fie moge doch den Acht- ungenügender Entlohnung und übermäßiger Anspannung Der Wille, den verhaßten 3wang für alle zu brechen, stundentag beseitigen, dann sei die wichtigste. Borausjegung muß fie leiden. Daß die Sterblichkeitsziffer in Deutschland tommt in dem waffenlosen Kampf der deutschen Arbeiterschaft zur Erfüllung der Reparationsverpflichtungen geschaffen. insbefondere in den Großstädten geringer ist als in bem an der Ruhr am flarsten zum Ausdruck. Er muß der dee So ist denn der Achtstundentag gegenwär- legten Borkriegsjahr ist vor allem auf den Einfluß des Acht der Völkerverständigung in aller Welt Achtung verschaffen. tig von zwei Seiten her bedroht: Don den ftundentages zurückzuführen. In einem Vortrage der Ber Das ist feine internationale Bedeutung, um derentwillen sich deutschen Kapitalisten und den Kapitalisten finer Medizinischen Gesellschaft vom 21. März hat Dr. Karl die fozialistische Arbeiterschaft für seinen baldigen erfolg des Auslandes. Beide finden sich sofort, wenn es gegen Hamburger die Ursachen des Rückgangs der Sterblichteits- reichen Abschluß einsehen muß. Das ist aber auch seine bes die Arbeiterklasse geht. Und so ist denn die Furcht berechtigt, siffer bei der handarbeitenden Bevölkerung untersucht. Er fondere Bedeutung für die Frauen. daß die angestrebte Endlöfung der Reparationsverpflichtungen führt diesen Rückgang zum Teil auf die verhältnismäßig rasche Die deutsche Sozialdemokratie rollt mit diesem Kampf Deutschlands unter stillschweigender Zustimmung der deut- Annäherung der Löhne an die Preise zurück und fügt dann das ganze Problem des internationalen Klassenkampfes fchen Kapitalisten den Bersuch bringen wird, den Achtstunden- hinzu: auf. Sie steht daher in ihm nicht allein, aber in vorderster tag in Deutschland zu erschüttern. Linie mit ihr die deutschen Frauen. Im Kampf des Geiftes gegen die Gewalt neben dem Mann zu stehen, ist Frauenrecht und Frauenpflicht. Für eine solche Lösung werden die ausländischen Rapita listen um so mehr zu gewinnen sein, weil die dauernde Algis tation gegen den Achtstundentag bei ihnen die Anschauung erwedt hat, als ob der Berfall der deutschen Währung und Hierzu fommt die enorme hygienische Bedeutung des achtstündigen Arbeitstages; er gibt dem gefund heitlich Geschwächten die Möglichkeit, sich auszuruhen; so verfehlt es ist, die bequeme Arbeit des Portiers usw., die nur eine Ar beitsbereitschaft ist, auf 8 Stunden schematisch zu begrenzen Darum hinein, ihr Frauen und Mädchen der arbeitenden Klasse, in die Bereinigte Sozialdemokratische Partei! Ich weiß nicht genau .. ich glaube." Dem Herrn wird's unbehaglich. Ihm ist, als wüchse der neben ihm von der Bant empor.„ Es sind eben Bienen Hm, es find Bienen... Und was geschieht bei den Bienen die Stimme des Mannes bekommt etwas Schneiden„ Die arbeiten möchten und keine Arbel. bekommen?!" die gibt's im Bienenstaat nicht „ Die „ Sofo, das gibt's im Bienenstaat nicht," sagt der Mann und lacht recht ungemütlich furz. Der Staat scheint mir vernünftig eingerichtet, sehr vernünftig! Da sind Maidemonstrationen offenbar überflüssig, nicht?!" Er blitt den Herrn mit Augen an, in benen grimmige Bichter fladern. Der wendet sich zur Seite. Das ist ein Arbeitsloser! er und fucht nach einer ausweichenden Antwort. fühlt * tt, wo es vielleicht schon zu spät ist, auch der Bolschemismus ge- wissen, daß er von einem Frühlingsmantel neuesten Schnitts befangt. Die Geschichte wird einst hervorheben, daß die bolfchemistische herrscht wird. Das Gesicht furchen einige Falten des Mergers. Der Revolution gegenüber aufrichtigen Revolutionären und Sozialisten Herr ist durch Straßen gegangen, aus deren Mansarden rote Fähn diefelben Methoden der Gendarmerie anwendete, wie das zaristische chen hingen. Er ist Leuten begegnet, die rote Rosetten am Rock Regime. Wenn ich mir die Frage vorlege, weshalb es bisher meder trugen. Der blaue Himmel, die Sonne, die vielen Schornsteine, die mit denen" bei uns noch irgendwo in einem anderen Lande eine foziale Revolu- nicht rauchen alles erinnert daran, daß der 1. Mai gefeiert wird. des tion gegeben hat, so antworte ich: Die soziale Umwälzung Lächerlich! Als ob's nicht genug Sonntage gäbe! Feiern in diesen wäre die höchste Aeußerung der Gerechtigkeit. Beiten, wo nur Arbeit weiter helfen fann! Am Beinkleid des Herrn flettert eine fleine verflogene Biene Hierzu ist ein Bewußtsein der Gerechtigkeit erforderlich, das wir Der Herr biegt aus einer Baumallee in den großen Bart. Der empor. Er merkt es nicht; er hat das unbehagliche Gefühl, als noch lange nicht erreicht haben. In Europa find Elemente dieser Hauch betauter Wiesen schlägt ihm entgegen. Maigrüne Blätter hätte er da neben sich eine dunkle Macht geweckt, die man lieber Gerechtigkeit schon vorhanden. Dort versteht man bereits die An- faugen Sonnenschein wie junges Getier die Milch des Mutter- hätte in die Sonne hinein träumen lassen. schauung der Mehrheit zu respektieren; bort mürde man es als einen euters. Der Herr sieht nichts davon. Sein Bureau liegt auch still offenkundigen Unfinn betrachten, wenn man jemandem verbieten heute! Feiern, wo die Valuta jeden Augenblid fallen fann und wollte, eine Anschauung auszusprechen, die der Meinung der Mehr- Millionen auf dem Spiele stehen? Nur die Arbeit fann uns retten! heit zuwiderläuft. Bei uns ist das aber jetzt die Wirklichkeit: Zu Der Weg führt durch einen Rundteil. Auf einer Bank sizt ein einer Zeit, wo das Land die höchste Anspannung seiner geistigen Mann. Der Name tut nichts zur Sache. Es genügt zu wissen, daß und moralischen Kraft braucht, ist es zum Schweigen verurteilt. er nicht gerade überernährt ausschaut und auf seinem Rodaufschlag Einmal, vor drei Jahren, wurde ich aufgefordert, in einem Dorf eine rote Rosette trägt. eine Rede zu halten. Ich brachte in meiner Rede das zum Aus- Der Herr fühlt, wie fich in seiner Bruft ein feiner Stachel um brud, was ich dachte, morauf ein Matrofe mir jagte: Biffen Sie, einige Zentimeter tiefer schiebt. Seine Füße geraten ins Stoden, wenn Sie das bei uns an der Front gesagt hätten, wären Eie dann biegt er entschlossen zur Seite, läßt sich neben dem Mann nieder lebendig nicht fortgekommen!" Ein Bolt, das so urteilt, ist noch und firiert seine rote Rosette. sehr weit von einer gerechten Ordnung entfernt. Es muß noch sehr Aber der Mann schaut unverwandt zu einer jungen Schwarz viel von denen lernen, die sie, wie beispielsweise die deutschen pappel hinauf, die auf der anderen Seite des Rundteils tausend sozialistischen Führer, 3. B. Kautsfy, als verächtliche Rom blühende Käßchen in der Sonne schaufelt. Um die gelben Kätzchen promißler und Berräter erflärt hat. Statt dessen haben furrt ein Heer von Bienen, taucht in die Blüten und umschwebt sie wir uns an die Spike der Weltrevolution gestellt. Kein Wunder, in trunkenem Eifer. Der Baum tönt vom Gesumme der Bienen. daß wir Fehler begangen haben, die nur das eine zeigen, wie man Der Herr räusperte sich.„ Ein fleißiges Bölkchen, die Bienen. eine soziale Revolution nicht machen soll. Das ist natürlich auch nicht?" ein Berdienst vor der sozialen, Revolution. Aber das arme Ruß- Hm, das tann man wohl sagen," bestätigte der Mann, ohne Ich size neben einem Arbeitslosen, neben einem Bulkan, denkt land wird für diese Experimente" fo büßen, daß sein Beispiel viel- den Blick zu wenden. Teicht für lange Zeit auch die anderen Länder abschrecken und eine Die feiern feinen 1. Mai. Arbeiten, Honig sammeln- etwas ber Herr. Durch sein Hirn huschen allerhand glatte Säge, wie: Wer arbeiten will, findet Arbeit... Der tüchtige Arbeiter tommt bürgerliche Reaktion heraufbeschwören wird. Es ist möglich, daß anderes fennen fie nicht, immer unter.. Aber ihm ist, als könnte der mit den scharfen man lange noch sagen wird: Seht mal, das hat uns das Beispiel „ Ja, denen wird die Arbeit zum Feft, das sieht man 3ügen im nächsten Augenblick auffpringen. Er schaut flüchtig umher. Rußlands gezeigt..." Der Mann rührt die Augen nicht vom Baume. Mit besten Grüßen Diese Bierruhe! Am Hellichten Wochentag! denkt der Herr. Einsam steht die Bant. Bon weither manchmal ein Hall des StadtEr hebt die Stimme: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, heißt's beim Bienenvolt!" Ihr WL Korolento. Der Herr, der Mann und die Biene. Bon Robert Größsch. Draußen, an den Grenzen des Bororts, wo der große Parf beginnt, wandelt Herr Bankier aber sein Name tut schließlich nichts zur Sache. Auch sein Aeußeres nicht. Es genügt, zu ..." Die kleine Biene triecht am Raglan des Herrn empor. Vom Imfer her, an dessen Kleidern sie oft gefeffen, weiß fie: das ist ein Mensch. Ungeheuerlich, riesenhaft erscheint ihr die Fläche; sie ist benommen von einem großen Staunen: Bie gewaltig ist doch der Mensch! Der Mann schaut wieder in die fummende Pappel aber anders als vorher, aufgerührter. Seine Nafenflügel beben. Der Herr sieht ihn scheu von der Seite an: das eckige Gesicht, die harten Hände. Er hört, wie der Mann etwas Drohendes fagt:„ Eines Tags werden wir auch so weit sein wie die Bienen lärms Da ballt der Mann nicht die Fäuste? Bewegt er die Finger 5m, und was tun die Bienen mit den Schmarogern die nicht krampfig-? Wie er in das Spiel der Bienen hineinDom Honig der anderen leben?" Der Mann hat plötzlich den Kopf ftiert man weiß ja, wie rabiat Arbeitslose werben fönnen gewandt und zeigt ein paar lebhafte Augen. Betlommen, lautlos, rasch löft sich der Herr von der Bant und eilt feinen Weg zurüd. Erst als er aus dem Bart ins Leben der Straße hinaustritt, atmet er befreit auf. „ Ach so die Drohnen meinen Gie?" fragte der Herr zogernd zurück und bohrte nuninehr feine Augen in das umfchwirrte Blütenfeld.„ Sehen Sie nur, wie unermüdlich Aber der Mann mustert den Herrn schärfer und schärfer. Ja, ich meine die Drohnen. Und die werden getötet, nicht?" Die fleine Biene ist inzwischen auf den Schultern angekommen, angefüllt von dem einen Bewußtsein: Mächtig, groß und gewaltig ist der Mensch... Gewerkschaftsbewegung Acht Stunden sind genug! gemaltsam gehindert wurde, ermacht aufs neue und fordert vor allem freie Entwicklungsmöglichkeiten. Arbeiterbewegung. Gustav Sabath 60 Jahre alt. Gustav Sabath wurde am 1. Mai 1863 in Ludwigsdorf Es ist nicht zuviel gesagt, wenn von einer indischen Gin-|( Schlesien) als Sohn eines Hausweters geboren. So lernte er das heitsfront gegenüber den westlichen Gewalthabern gesprochen Ebend der Heimarbeiter, das damals noch viel schlimmer war als werden kann. Das indische Bürgertum, insbesondere die ganze afa- jezt, am eigenen Leibe kennen. Als Schneidergeselle fam er unter In Wirklichkeit sind es ja nicht acht, sondern neun, zehn demische Jugend, fämpft Arm in Arm mit dem indischen Industries anderem auch nach Hamburg, wo die trotz des Ausnahmegesetzes und noch mehr Stunden, die wir im Dienste des Erwerbs proletariat um die Erringung seiner politischen Freiheit. Aus afa- fehr rührige Arbeiterbewegung ihn in ihren Bann zog. 1887 frat er dort dem Fachverein der Schneider bei. Seine Tätigkeit in lebens stehen. Die Baufen zwischen der Arbeitszeit, tie Wege zur Demischen Kreisen gingen auch die Führer der indischen Gewert der Organisation führte dazu, daß er im Oktober 1888 zum ersten Arbeifsstätte und zurück zählen mit. In Ladengewerben ist die Ar- schaften hervor, die vor drei Jahren in Bombay unter dem Namen Bevollmächtigten der Hamburger Filiale des neugegründeten Schneibeitszeit zudem noch geteilt, wobei sich ein Zeitaufwand von 12 Stun- 211- India Trade Union Congreß" zu einem großen derverbandes gewählt wurde. Im Februar 1892 wählten ihn seine der. und darüber für die Erwerbstätigkeit ergibt. allindischen Landesverband zusammengeschlossen wurden. Hamburger Kollegen zum befoldeten Geschäftsführer. Einige MoAber auch in den übrigen vier bis sechs Stunden, die uns Diefe Organisation, die sich an englische Gewerkschaftsmethoden nate später mählte der erste Gewerkschaftstongreß zu Halberstadt außer der Zeit zum Schlafe noch bleiben, faulenzen wir antehate, ließ zunächst befürchten, die junge indische Gewerkschafts. den Genossen Sabath zum stellvertretenden Mitglied der General nicht. Diese Zeit wird verwent et zur Bestellung des Stückchens bewegung könnte der Berflachung anheimfallen und andererseits Jahre wurde er deren ordentliches Mitglied. Der Berliner Gefommission der Gewerkschaften Deutschlands. Im folgenden Bachtland, zu Besorgungen im Haushalt, zu den notwendigen Zu den extrem nationalistischen Gedanken in die Halme schießen lassen, wertschaftsfongreß( 1896) wählte ihn zum zweiten Vorsitzenden der fammenkünften wirtschaftlicher, politischer und gemeinnüßiger Natur, der den pirtschaftlichen Kampf der indischen Arbeiter gegen ihre Generalfommiffion. Bald darauf wurde er neben Karl Legien im ehrenamtlichen Dienste der Gemeinder. und dergleichen. Sie wird Ausbeuter beeinträchtigen würde. Diese Gefahrenklippen wurden deren Angestellter. In dieser Stellung blieb er bis zum 1. Januar verwendet zum Lesen, zum Basteln und Experimentieren, zu sport- jedoch umschifft, und auch die naheliegenden bolfchemistischen Ein- 1903, wo er die Redaktion des Verbandsblattes der Schneider und licher und geselliger Betätigung. Mag sein, daß noch nicht alle flüsse und Gedankengänge fanden keine Aufnahme in der indischen Schneiderinnen in Berlin übernahm. Seit Auguſt 1920 ist er gelernt haben, ihre freie Zeit rationell zu verwerten. geschäftsführender Vorsitzender der Berliner Gemertchaftsfommission. Eines aber steht fest: unsere Zusammenfünfte sind vom Der erste Gründungstongreß der Gewerkschaften fand 1921 in Troz des wiederholten Wechsels feiner Stellung blieb Genosse Birtshaus in die Schulaula verlegt worden und selbst Bombay statt, der zweite in Jharia und der dritte vom 24. bis Sabath Mitglied der Generalfommission und des Borstandes vom in größerer: Bersammlungen, die in Restaurationsfälen abgehalten 27. März b. 3. in dem start politischen Zentrum Lahore in Nord- ADGB. Dieses Amt hat er schon 30 Jahre inne. Stets stand werden müssen, ist der Alkoholkonsum verschwindend gering. Die indien.( Wesentliche Unterstützung erfährt die junge Bewegung er auf verantwortungsreichen Bosten, deren Ausfüllung viel Ar sogenannten Arbeitertneipen sind heute leerer denn je und manche durch die seit Jahresbeginn erscheinende erste unabhängige indische beitskraft und Opfermut erheischte. Wir wünschen ihm, daß er mußten schlichen und dienen heute besseren Zwecken. Das ehemalige Arbeiterzeitung„ The Nation", deren Gründer in der indischen feine Tätigkeit im Dienste der Gewerkschaftsbewegung noch lange in Hauptargument gegen die Verkürzung der Arbeitszeit, die freie Gewerfschaftsbewegung eine führende Rolle spielen.) An dem Kon. ungeschwächter Rüſtigkeit fortsetzen möge. Zeit würde im Wirtshaus zugebracht, der Wochen- greß nahm fast das ganze geistige Indien teil. Den Vorsiz führte lohr vergeutet und die Familien dadurch ins Elend gebracht, wagt Deshbandhu Das, der, seit Gandhi im Gefängnis feine Die Lohnverhandlungen der Buchdrucker. sich heute nicht mehr herror. Es hat sich so sehr deutlich als falsch 6 Jahre abzufigen hat, als der bedeutendste Vertreter des wirt- fammen, un zu einem Antrage der Arbeitervertreter auf Erhöhung Am Sonnabend trat die Lohntommission der Buchdruder zu erwiesen, daß es ganz in Bergeffen beit geraten ist. Wir schaftspolitischen Emanzipationsgebantens in Indien angesehen der bestehenden Tariflöhne Stellung zu nehmen. Nach kurzer Daver gebrauchen die paar freien Stunden für uns zur freien und frei wird. Dieser Führer, geschuit in England, fann faft als Sozialist wurde die Verhandlung ergebnislos abgebrochen. Am willigen Betätigung als Ausgleich gegen die einseitige fich tagtäglich angesprochen werden. Er bekämpft nicht nur die„ meiße, fondern gleichen Tage trat das Zentralschlichtungsamt zur Regemiederholende schematische körperliche oder geiftige Erwerbstätigkeit. auch die traume Bureaukratie" und erklärte in seiner vor dem Kon- lung der Streitfrage zusammen. Nach mehrstündigen Beratungen Deshalb ist die Beschränkung der reinen Erwerbsarbeit auf acht greß gehaltenen großen Rede, nachdem er die entsehliche wurde folgender Schiedsspruch gefällt: Stunden unerläßlich, deshalb muß als Regel gelten: acht Stun Lage der indischen Arbeiter in den Rohlengruben und der den sind genug! Zertilindustrie geschildert hatte, daß die indische Arbeiter. fchaft die Ausbeutung sowohl der ausländischen wie auch der inlischen Kapitalisten abmenden" und das Privateigentum an den Broduktionsmitteln aufheben müsse. 1. Der Spizenlohn wird um 15 Broz. erhöht; 2. Kreis II erhält eine Sonderzulage von 12 Proz. des Lohnes; 3. MannheimLudwigshafen, Offenburg, Appenmeier, Kehl, Worms, Mainz, Wiesbaden erhalten eine Sonderzulage von 2 Proz des Lohnes; 4. die Frage, ob für Frankfurt a. M. eine Sonderzulage geboten ist, muß durch Verhandlungen bzw. Bereinbarungen der Organifationen geregelt werden. 5. Diese Lohnregelung gilt vom 28. April bis 11. Mai 1923 einschließlich und verlängert sich selbst, tätig um je eine Woche, wenn nicht ven einer Bartei mit fünftägiger Frist vor Ablauf der Zusammentritt der Tarifkommission beantragt wird. Die Unternehmer lehnten den Schiedsspruch ab, während die Arbeitervertreter ihm trot schwerer Bedenken zuftimmten. Die Organisationsvertreter der Arbeiter haben sich sofort an das Reichsarbeitsministerium gewandt und die Allgemeinverbindlich feit.bes Schiedsspruches beantragt. Wie wir erfahren, sind die Parteien zu Donnerstag oormittag nach dem Reichsarbeitsministerium zu neuen Ber handlungen gelaben. Schließlich sind wir nicht nur Arbeitsträfte. Seitdem vir uns zählen gelernt, uns organisiert haben, ist uns zum Bewußt fein gekommen, daß wir sozusagen ja auch Menschen find; daß unsere Erwerbstätigkeit nicht der einzige Sinn und Zwed unferes Aus den auf dem Rongreß angenommenen Resolutione Daseins ist, sondern nur Mittel zum 3wed sein fann. Die tapitalistische Wirtschaftsordnung, deren 3wed das Profitmachen ist, hat läßt sich leicht ein Spiegelbild der indischen Verhältnisse und der fich in ihrem Heißhunger nach unbezahlter Arbeitszeit auf diese Geist der indischen Gewerkschaftler erkennen. Berlangt wurde der Bandlung noch immer nicht eingestellt. Sie wird sich jedoch damit Acht ft un dentag und die 44- Stundenwoche in der Großindustrie. Ferner Unterstützung der Arbeitslosen, der abfinden müssen, daß sie es nicht mehr mit Arbeitskräften zu tun Kranten und Arbeitsunfähigen. Ebenso Mindestlohne hat, die man je nach Bedarf entweder bis zur Erschöpfung ausnüßen, oder aber zeitweilig vollständig brachliegen läßt. Selbst für in allen Berufen. Der ruchlosen Ausbeutung in den Kohlengruben, die Lebensperiode, in der mir voll gebrauchsfähig", arbeitsfähig in denen auch Frauen und Kinder arbeiten, soll ein Ende bereitet firid, gibt sie uns nicht die geringste Garantie für werben.( Bon 244 indischen Kohlengruben find 224 in den Händen find, gibt sie uns nicht die geringste Garantie fürder Europäer!) Erklärt wurde, daß das indische Fabrikgesez den dauernde volle Beschäftigung während acht Stun den. Ja zur gleichen Zeit, in der ihre Vertreter eine dauernd Interessen der Arbeiterschaft diametral gegenübersteht. Ferner wurde länger als achtstündige Arbeitszeit pon uns fordern, werden viele der Schuß von Wöchnerinnen verlangt, und zwar 6 Wochen vor und Soziale Einsicht in der Berliner Gesundheitsindustrie! von uns nur noch an drei oder vier Tagen in der Woche als Kurz nach der Geburt, und vermehrter Schutz für die Seeleute. arbeiter beschäftigt und das auch nur deshalb, weil sonst die eine Eine besondere Resolution protestiert außerdem energisch Bei allen Berhandlungen über die Bezüge der Angestellten Hälfte der Kurzarbeiter gänzlich arbeitslos jein würde und die Zahl gegen die Methode der indischen Regierung, die die haben die Arbeitgeber versichert, für die Notlage der Arbeitnehmer ter Arbeitslosen, die vergeblich auf der Suche nach Arbeit Beschlüsse der internationalen Arbeitstonferenz fabotierte und den ganz allgemein weitgehendes Verständnis zu haben. Um diese bisher find, noch vermehren müßte. Aus den Erfahrungen der Währungs- vorgeschlagenen Vertreter der indischen Arbeiter durch den Gewerk- unbewiesene Behauptung praktisch zu illustrieren, hat der Arbeit stabilisierung in unseren Nachbarländern wissen wir längst, daß eine schaftsverband ignorierte. Zum Schluß wurde noch ein General- die Angestelltengehälter für den Monat April zu verhandeln, ergeberverband auf den vom AFA- Bund gestellten Antrag, über dauernde Festigung unserer Mark zunächst eine beispiellose Periode sekretär gewählt und Kalkutta als der nächste Tagungsort be- widert, daß keine Beranlassung zu irgendeiner Verder Arbeitslosigkeit herbeiführen wird. Dann find den Unternehmern stimmt. änderung der Märzbezüge für den Monat April bestände. Aus diesem Grunde lehne man jede Berhandlung über diesen Gegenacht Stunden viel zu viel und wieviele von uns müssen dann noch froh fein, wenn sie wenigstens vier Stunden täglich beschäftigt find, stand ab. Obwohl troh ber Martstabilisierung alle Breise weiterhin gestiegen sind, glauben die Arbeitgeber, in jedem Falle den Vermährend die meisten Arbeiter feinen Unternehmer finden, der bie fuch der verunglückten Marfstabilisierung fortseßen zu müffen, well geringste Verwendung für ihre Arbeitskraft hätte. Wer fümmert ja befanntlich jede Erhöhung der Löhne und Gehälter die Markfich dann um uns, wo wir mit unseren Familien bleiben, wie mir ftabilisierung illuforisch macht. Die Angestellten dieser Industrie uns mit der dürftigen Erwerbslosenunterstüßung durchhungern. werden sich das Berhalten der Arbeitgeber als Beweis für das tiefEine länger als acht Stunden dauernde Arbeitszeit hätte für die gehende soziale Berständnis der Arbeitgeber merken. Der Af- Bund Unternehmer zunächst den Vorteil, die längere Zeit nicht als hat inzwischen den Schlichtungsausschuß um Entscheidung Ueberstunden besonders bezahlen zu müffen. Der Berlänge über die Regelung der Aprilgehälter angerufen. rung der Arbeitszeit folgte so sicher wie das Amen in der Kirche die entsprechende Bertürzung des Lohnes, so daß die Mehrarbeit über acht Stunden nicht bezahlt würde, baß wir zur Erlangung unseres heutigen Reallohnes bei achtstündiger Arbeitszeit, bann neun, zehn Stunden und länger arbeiten müßten. Dann erft hätte die verlängerte Arbeitszeit für die Unternehmer den vollen Wert. Der. deutsche Arbeiter unterbietet heute schon durch seinen niedrigen Lohn die Arbeitsbedingungen seiner Kameraden im Auslande, so daß der deutsche Unternehmer eine Reihe von Waren weit billiger ins Ausland liefern kann, als sie dort hergestellt werden können. Wollten wir bei denselben Löhnen länger als acht Stunden arbeiten, würde die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Unternehmer zweifellos verstärkt. Wir könnten dann durch Schmugtonturrenz den auslän dischen Arbeitern manche Arbeit megnehmen, die Arbeitslosigkeit in England, in Dänemart, Schweden ufw, noch vermehren. Wir würden die durch lange Arbeitslosigkeit mürbe gemachten ausländischen Arbeiter zwingen, in eine Berichlechterung ihrer Arbeitsbedingungen einzuwilligen, damit ihre Unternehmer die Konturrenz gegen die deutschen Unternehmer aufnehmen könnten. Das deutsche Unternehmertum müßte dann um seine Ronkurrenzfähigkeit zu behaupten, die Auslandspreise noch mehr unterbieten, indem es unsere Lebens. haltung noch tiefer herabdrückte, tie Arbeitszeit noch mehr verlängerte und die Löhne noch tiefer heruntersetzte. Bir müßten uns in Beraweiflungstämpfen dagegen wehren, mit dem Endresultat, daß ent meder der Wettbewerb durch Schmugtonturrenz durch große Arbeitslosigkeit abgelöst, oder aber auf Kosten unserer Lebenshaltung, unferes Menschtums fortgefekt würde. Die Unter nehmer würden bei diesem Spiel gewinnen, wir Arbeitnehmer aber nicht allein den Achtſtundentag verlieren, sondern unsere ganze müh sam in Jahrzehnten errungene Kulturpofition, in der mir um Jahr zehnte zurückgeworfen würden. Noch ist es Zeit! Wollten wir uns den Achtstundentag nehmen lassen, dann hätten wir ihn nie verdient. Wir haben fein Recht, all das preiszugeben, was unsere Bäter geschaffen haben. B. Rudner. Die Gewerkschaften Australiens gegen den Krieg. Ende Januar hielt die Australian Borfers' Union", die größte gewerkschaftliche Organisation Australiens, ihren ordentlichen Rongreß ab. Es wurde der Tert eines Manifestes gegen den Krieg gut geheißen, der in der Hauptsache sagt: Mit dem Krieg ist es noch nicht zu Ende. Raubsucht und Machtgier, die diese Drgie des Mordes und der Gewalttaten zur Folge hatten, beherrschen die leitenden Kreise der europäischen Länder immer noch. Wenn die organisierten Arbeiter aller Nationen nicht wie ein Mann zusammenstehen und ihre unerschütterliche Solidarität proklamieren, wird die Menschheit eine weitere Schläch terei erleben. Die teuflischsten Zerstörungsmaschinen werden angewendet werden, und zwar nicht nur gegen die Armeen im Felde, fondern auch gegen die mehrlose Sivilbevölkerung. Lohnbewegung in der Chirurgiemechanik. Die Berufsorganisation der faufmännischen Angestellten der Branchen Chirurgiemechanit, Laboratoriumsapparate und Dentaidepots des Zentralverrbandes der Angestellten hatte Gehaltsforderun gen für den Monat April eingereicht. Die Berhandlung hierüber follte am 30. April stai.finden. In letter minute lehnte der Arbeitgeberverband Verhandlungen ab im Hinblick auf die ungünstige wirtschaftliche Lage des gesamten Faches. Soweit hat der Kapitalismus die chriftlichen Mächte der Welt gebracht! Bon einer Unsumme von Zeitungen wird den Menschen die verachtenswerte Doktrin der Rassengegenfäße eingetrichtert. Mit Diesem Bersuche des Arbeitgeberverbandes trotz der starten Hilfe falfch aufgeworfener Fragen und der traffeften Entstellungen wird die Tatsache verschleiert, daß hinter den Kulissen ein verzweis Preissteigerungen, die an und für sich niedrigen Märzgehälter auch feiter Kampf um die Borherrschaft auf dem Gebiet des Handelns weiterhin bestehen zu lassen, werden die Angestellten in voller Ge und die Beherrschung reicher Territorien geführt wird, die von schloffenheit zu begegnen wissen. Das Geschäft in der Branche Völkern bewohnt werden, die sich nicht gegen die Angriffe von raub- feltft hat sich wesentlich gehoben, die Dollarsteigerung hat sich auch luftigen Ländern schügen fönnen. Erst vor kurzem hat der auftra- hier bemerkbar gemacht, erhöhte Breisaufschläge auf die Berkaufs. lische Ministerpräsident im Falle einer Kriegsgefahr, über deren listen bestätigen das. Der Schlichtungsausfchuß, welcher Ursachen meder er noch das Land unterrichtet waren, Australien ver- angerufen wurde, wird ausreichend Gelegenheit haben, sich mit der pflichtet, ohne sich vorher mit dem Baríament aber mit dem Bolt Sachlage zu beschäftigen. in Berbindung gejetzt zu haben. Kriege fönnen nicht vermieden werden, solange das fapitalistische Verbandstagswahl der Sattler und Tapezierer. Snitem besteht. Es müssen für die von den Arbeitern hergestellten Die Wahl der Delegierten zum Berbandstag am 25. April endete System besteht. Baren, die sie angesichts ihrer geringen Löhne nicht selbst taufen mit einem schönen Erfolg der Amsterdamer Richtung. tönnen, fremde Märkte gefunden werden. Diese Notwendigkeit be zu wählen waren sechs Delegierte. Trozden 14 Kandidaten zur wirft es, daß die fonkurrierenden Unternehmer aufeinanderstoßen. Bahl ftanden und das Erreichen der absoluten Majorität dadurch Der nächste Schritt ist die robe Gewalt, an die die raubgierigen sehr erschwert wurde, gelang es, vier Randidaten unserer Richtung Mächte immer appellieren, menn fie glauben, daß sie auf diefem im ersten Wahlgang durchzubringen, Gewählt find die Kollegen Wege ihr Ziel erreichen fönnen. Blume mit 1259, Often mit 1184, Ehrhoff mit 1175 und Billig mit 1110 Stimmen. Den Kollegen Opiß und Leud fehlten nur wenige Stimmen. Sie stehen mit den nächstfolgenden beiden Kandidaten der Kommunisten in Stichwahl. Nur eine organisierte und aufgeflärte Arbeiterflaffe ist in der Lage, gegen diese Tendenzen einer auf Machtgier begründeten Zivili fation zu kämpfen, die ihre erzieherischen Methoden von dem Prinzip der Ausbeutung des Schwächeren herleitet. In der Ueberzeugung, daß die Kapitalisten Europas und ihre Helfershelfer aus der Diplomatie im Begriff sind, ein neues Blutbad vorzubereiten, fordert der Kongreß im Namen der Australian Workers' Union alle Arbeiterorganisationen auf, mit ihm dahin zu wirken, die Arbeiter von diesen wichtigen Tatsachen in Kenntnis zu feßen, damit sie, falls die Notwendigkeit eintritt, entschieden und wirksam gegen die Beteiligung Auftraliens an irgendeinem Kriege außerhalb des Landes eintreten können. Soweit die Entschließung, die uns vom Internationalen Bewert Bersagen wir im Kampfe um die Erhaltung des Achtstundentags, dann zwingen wir die Arbeiber anderer Länder Shaftsbund in Amsterdam übermittelt wird. Wir wollen hoffen, daß den Achtstuntentag ebenfalls preiszugeben oder wir hindern sie die australischen Gewerkschaften ihre seit Jahren beobachtete Abdaran, hn vollends zu erringen. Wir würden nicht nur nichts schließung von jeder internationaler Berbindung damit aufgeben. Für babei gewinnen, sondern mit dem Achtstundentag unsere ganzen die europäischen Arbeiter wäre heute aus der wirtschaftlichen und mühsam errungenen fulturellen Fortschritte preisgeben Beil wir sozialen Schichtung Australiens manches zu lernen. das wissen, halten wir am Achtstundentag fest. Acht Stunden find genug! Ein indischer Gewerkschaftskongreß. Ganz Ostasien dehnt und streckt sich. Englisch- amerikanisch japanisches Kapital findet in den Reichtümern dieses Weltteils eine glänzende Kapitalanlage und versucht, nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch diese fapitalistisch jungfräulichen Länder, vor allem Indien und China, zu beherrschen. Die alte Kultur der Indier, die seit der Beherrschung des Lan des durch die Engländer an ihrer Entfaltung aus der Stagnation Die Wahl hat gezeigt, daß, wenn unsere Kollegen auf dem Posten sind, wir uns nicht zu versteden brauchen. Es gilt num, bei der Stichwahl, beren Termin noch bekanntgegeben wird, alle Kollegen zur Wahl zu bringen, damit auch unfere übrigen beiden Kandidaten gewählt werden. Angestellte der Fachgruppe Papier des graphischen Gewerbes! Im Buchdrudgewerbe, in der Kartonnagenbranche und Annoncenexpeditionen haben die Arbeitgeber Berhandlungen über Erhöhungen der Märzgehälter für den Monat April abgelehnt. Der Zentralperband der Angestellten hat in sämtlichen Fällen den Schlichtungsaus. schuß Groß- Berlin angerufen. Die Versammlung der Fachgruppe Bapier des graphischen Gewerbes fällt am Mittwoch, den 2. Mai d. 3., aus da am selben Tage die Generalversammlung stattfindet. Maifeier Neukölln. Achtung, Musiker! Die vom Musikerverband für den Neuköllner Demonstrationszug bestimmten Mufitervereine treffen sich nicht un 149 Uhr, sondern um 10 Uhr an den bekannten Treffpunkten. Gewerkschaftsuntertommiffion Reukölln. Zentralverband der Bäder und Konditoren. Maitreffpunkte: 1. Sallesches or, vo- Warenhaus Jandorf, Abmarsch 9 Uhr. 2. Bülowplay, 9½ Uhr. 3. Sumboldthain, an der Himmelfahrts- Kirche, 9½ Uhr. Deutscher Solzarbeiterverband. fifienmacher: Oeffentliche Bersammlung Donnerstag, den 10. Mai, 7 Uhr, Andreas- Festfäle( leiner Saal), Andreas. Branchenangelegenheiten. Alle Rouggen beiber Richtungen müſſen erscheinen. Japan und das Internationale Arbeitsamt. Eine fürzlich in Japan ergangene Berordnung sieht vor, daß zu Genf ein ständiges Amt der japanischen Regierung errichtet werden soll, das die Aufgabe hat, eine dauernde und unmittelbare Verbindung mit dem Internationalen Arbeitsamt herzustellen. Als zeitweise Einrichtung bestand ein solches Amt bereits während der letzten zwei Jahre. Es stellte einen Versuch dar. Die Ergebnisse ware i so geartet, daß eine dauernde Beibehaltung rätlich erschien. Zu- Tauer Berg). Donnerstag 6 Uhr im Lokal von Klug, Berlin N., Danziger nächst wird das Amt aus zwei Sekretären und zwei hilfsjekretären bestehen. Die japanische Regierung hat auch einen ständigen Ber- Berantwortlich für den redaft. Teil: Bietor Schiff, Berlin: für Anzeigen: treter im Berwaltungsrat des internationale Arbeitsamts, unter Sh. Glade Berlin Barlag Borwärts- Berlag 9. m. 5. 5. Berlin, Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Verlagsanftalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenfte. deffen Leitung die neugeschaffene dauernde Verbindungsstelle steht. Hierzu 3 Beilagen. 3. A. ber Branchentommiffin: ges. Landmaдn. Berband der Gemeinde und Staatsarbeiter. Berwaltungsbezirk 4( Brenz Straße 70, Bezirksversammlung. Nr. 201/ 202+ 40. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, 1. Mai 1923 Zum 1. Mai 1923. Arbeiter und Angestellte Groß- Berlins! 3um 34. Male erhebt die Arbeiterschaft der ganzen Welt am 1. Mai ihre Stimme, um ihre Forderungen auf ein menschenwürdiges Dasein, ihren Anspruch auf Freiheit und Gerechtigkeit geltend zu machen. Im Jahre 1889 wurde auf dem internationalen Arbeiterkongreß in Paris der 1. Mai als Weltfeiertag der Arbeit bestimmt und beschlossen, an diesem Tag in allen Ländern den Herrschenden und Befißenden durch eine wirksame Demonstration, und zwar die der Arbeitsruhe, den gemeinsamen Willen aller Arbeitnehmer zu bekunden. Damals schmachtete die deutsche Arbeitnehmerschaft noch in den Fesseln des Ausnahmegesezes, das dazu bestimmt war, jedes selbständige Streben nach Fortschritt und Freiheit bei ihr zu unterdrüden. Die Urheber dieses Gesetzes haben ihren 3wed nicht erreicht. Bereits ein Jahr später fiel das Gesez, womit das stolze Wort der Unterdrückten und Verfolgten: Ihr hemmt uns, aber zwingt uns nicht?" fich erfüllte. Wie der Phönir aus seiner Asche, so erstanden die niedergetretenen Arbeitnehmer- Organisationen zu neuem Leben und bahnten sich, wenn auch unter schweren und opferreichen Rämpfen gegen eine Welt von Feinden, erfolgreich und zielsicher ihren Weg. An der Spitze des Programms, das der Rongreß 1889 für die Weltdemonstration der Arbeitnehmerschaft am 1. Mai beschloffen hatte, stand der Arbeiterschutz. Schußlos war die Arbeitnehmerschaft allen Anbilden und Gefahren der Arbeit preisgegeben. Legionen zählten die Opfer an Menschenleben und Gesundheit, welche die Arbeiter auf dem Schlachtfelde der Arbeit bringen mußten. Auch bis heute sind die Forderungen nach einem wirksamen Schuß der Arbeitstraft noch nicht restlos erfüllt. Tros mancherlei Fortschritte, die man zugeben kann, wird auch heute noch mit der Arbeitskraft frevelhafter Raubbau getrieben. Darum hat die Arbeitnehmerschaft nicht nur ein Recht, sondern sogar die Pflicht, erneut und mit immer eindringlicherer Stimme ihre Forderung auf Schuß ihres Lebens und ihrer Gesundheit zu erheben. 3um Arbeiterschutz gehören auch alle sozialen Versicherungsgesese, beren Ausbau ebenfalls ins Stocken geraten ist. Nach der Verfassung hat die Arbeitnehmerschaft ein Anrecht auf Arbeit. Wenn aber ihre Kräfte im Dienste der Arbeit verbraucht find, soll die Allgemeinheit sie gegen die Sorgen im Alter schützen. Wie diese Pflicht von der Allgemeinheit heute erfüllt wird, dafür legt das traurige Los unserer Altersrentner ein nur zu beredtes Zeugnis ab. Ebenso läßt der Schuß gegen Krankheit und Invalidität, der Schuß der Witwen und Waisen und der werdenden Mütter nicht mehr denn alles zu wünschen übrig. Wir fordern darum den Ausbau aller Arbeiterschutz- und Versicherungsgesetze. Und mit demselben Nachdruck fordern wir die Ausgestaltung aller arbeits. rechtlichen Geseze und ihre Zusammenfassung zu einem einheitlichen Arbeitsrecht! Darum muß der Kampfruf auch in diesem Jahre am 1. Mai lauten: Erhaltung des Achtstundentages! Kampf aber auch gegen Teuerung und Wucher! Ueberfluß und Lurus auf der einen und grenzenloses Elend auf der anderen Seite. Sunderttausende fiechen langsam dahin. Der Sungertod geht um, weil ein verab. scheuungswürdiges Wuchertum aus dem unentbehrlichen Lebensbedarf der breiten Maffe des Volkes feine schmuzigen Gewinne zieht. Darum fordern wir ernstlich und mit Nachdruck, daß damit endlich ein Ende gemacht wird, bevor es zu spät ist und das arbeitende Volf gezwungen wird, zur Selbsthilfe zu greifen. Der Friedensvertrag hat uns noch keinen Frieden gebracht. Nach wie vor find die Böller Europas von der Kriegsgefahr bedroht. Der Imperialismus, diese Ausgeburt des Kapitalismus, und sein Werkzeug der Militarismus läßt die Menschheit nicht zum Aufatmen kommen. Das ganze Wirtschaftsleben liegt danieder, weil sich die kapitalistischen Sieger aus dem Weltkrieg mit den besiegten Kapitalisten über die Beute nicht einigen können. Darum erheben wir auch am 1. Mai mit der Arbeitnehmerschaft der ganzen Welt unsere Stimme gegen Krieg und Kriegsgefahr mit dem Kampfruf: Krieg dem Kriege! Die Opfer des Krieges und seine Folgen hat die Arbeitnehmerschaft zu tragen. Nach einer vorübergehenden Scheinkonjunktur, die dem Unternehmertum, nicht aber der Arbeitnehmerschaft reiche Gewinne gebracht hat, ist das deutsche Wirtschaftsleben erneut zum Stillstand gekommen. Nur wenige„ Glückliche" find es, die heute noch unverkürzt arbeiten. Die Zahl der Arbeitslosen ist bereits erschreckend hoch und steigt von Tag zu Tag. Der größte Teil der Arbeitnehmerschaft arbeitet kurz. Wir fordern Arbeit für die Arbeitslosen, damit der Kern unseres Volfes, die Arbeitnehmerschaft, nicht seelisch und körperlich zugrunde geht. Oft genug haben wir unsere warnende Stimme erhoben und im Sinne und Auftrage unserer Arbeitslosen nicht Unterstüßung, sondern Arbeit gefordert. Man hat auf unsere Mahnung und Warnung nicht gehört. Jest fordern wir von der Regierung, daß gehandelt wird. Die Arbeitnehmerschaft hat an diesent 1. Mai, aber auch die ernfte Pflicht, fich bereit zu halten zum Kampf gegen die Monarchisten. Schon find die alten reaktionären Elemente am Werke und sammeln ihre Kräfte, um das monarchistische Regime wieder aufzurichten. Welche Namen ihre Kaders und Sturmtruppen auch tragen, in welcher Form und unter welcher Parole sie sich auch organisieren, ihr gemeinsames Ziel ist, Sturz der Republik und Wiederaufrichtung der Monarchie. Weiter rief der Kongreß im Jahre 1889 die Arbeitnehmerschaft auf, den streben, aber sie muß der Kampfboden bleiben, auf dem wir für unsere Ideen und Achtstundentag zu fordern und ihre Kräfte zu sammeln, um ihn zu erringen, wenn er nicht freiwillig gegeben würde. Wohl hat die Revolution von 1918 uns den gefeßlichen Achtstundentag gebracht. Es besteht jedoch die Gefahr, daß er wieder verloren geht, wenn die deutsche Arbeitnehmerschaft nicht auf der Sut ift. Schon ist das Unternehmertum, das nach der Revolution verstanden hat, seine Macht wieder zu erweitern, drauf und dran, den Achtstundentag, mit dem es sich nur mit Widerstreben abgefunden hatte, uns streitig zu machen. Der Achtstundentag muß bleiben, keine Macht der Erde darf ihn uns wieder entreißen. Die Arbeitnehmerschaft ift gerüstet und bereit, einig und geschloffen jeden Angriff auf diese Errungenschaft abzuwehren. Allgemeiner freier Angestelltenbund, Ortskartell Groß- Berlin. Rogaz. Flatau. Der Kampf um die Währung. Spekulation und Reichsbankgold. Wir wissen sehr wohl, daß die deutsche Republik noch nicht das ist, was wir erZiele tämpfen wollen. Deshalb gilt es, auch am 1. Mai unser Gelöbnis abzulegen für die wir bereit und gerüftet bleiben zu kämpfen, wenn je die Reaktion es wagen für die Republik, follte, an dieser Staatsform zu rütteln. So wird die Demonftration der Berliner Arbeitnehmer am diesjährigen 1. Mai tein Spaziergang, sondern eine sehr ernste Demonstration und eine Seerschau sein, durch die das Berliner Proletariat seinen Kampfeswillen zum Ausdruck bringt. Es ist sein unerschütterlicher Wille, alles und wenn es sein muß, sein Leben einzuseßen für Fortkeit. In diesem Geifte begrüßen wir alle Mitstreiter, die bereit sind, in diesem Kampfe schritt, Freiheit und Gerechtigkeit und für den Aufstieg zur Söhe wahrer Menschlichmit uns in einer Front zu stehen und rufen ihnen zu: Seid gerüstet und bereit! Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlins u. Umgegend. Sabath. Der Kurseinbruch auf dem Devisenmarkt, der den Dollar an einem einzigen Tage von 20 000 auf 30 000 hinaufgetrieben hat, ist heute noch nicht verwunden. Immer noch steigen die Breise, und es ist nichts als eine notwendige Folge der Preisentwidlung, daß mm auch die Löhne in die Höhe gefeßt werden müssen. In der ganzen Boltswirtschaft ist wieder die Un sicherheit eingeriffen, die das typische Kennzeichen der artiger Krisenperioden der deutschen Währung ist. Während so ein Staat, der schon einigermaßen stabile Die Reichsregierung hat Abwehrmaßnahmen angefündigt. Wirtschaftsverhältnisse hat und der obendrein sich von Deutsch Ueber zehn Tage find vergangen und noch liegt tein Entwurf land noch dadurch vorteilhaft auszeichnet, daß er nicht in die braucht dabei gar nicht an den Fall Stinnes zu erinnern, zu einer Berordnung, geschweige eines Gesetzes vor. Als wenn wirtschaftlichen Wirrnisse eines Ruhrkampfes hinein- dessen Aufklärung Herr Stinnes mehr täte, wenn er eine gar nichts geschehen wäre, als ob die Gefahr eines gezogen ist, während in dem gleichen Gefeß das Geschäfts- Untersuchung gegen sich selbst beantragte und zu diesem neuen Rurssturzes der Mart nicht täglich erneut geheimnis bei der Untersuchung aller derartiger Machen- 3wed die Geschäftsbücher seiner Handelskonzerne offenlegte, drohte so ruhig plätschern die Berhandlungen dahin, und fchaften gänzlich aufgehoben werden soll, um die Treiber gegen anstatt ihn durch lendenlahme Dementis su bestreiten. Fest es ist schon ein hervorragender Erfolg, wenn die Reichsbant die tschechische Krone rüdsichtslos bloßftellen und bestrafen zu steht auch ohne dies, daß allein die Berliner Handelsgesellden Kurs des Dollars, den sie auf 20 000 halten wollte, nicht fönnen, gadern in Deutschland die fachverständigen Hühner fchaft als Konti ihrer Runden 28,59 Millionen Goldmart an über 30 000 hinausschnellen läßt. über dem Ei, ob man nicht vielleicht die Devisen dem Reiche fremden Devisen führt, daß andere Banten ebenso verfahren, Man vergleiche damit, wie andere Staaten ihre Währung anmelden sollte. Die unerhörte Lässigkeit, mit der bei uns während man zu vorsichtig dazu ist, den eigenen Devisenbesig verteidigen. Der Tschechoslowatei ist es in verhältnis. Währungspolitit getrieben wird, ist nicht etwa allein eine offenzulegen. Es sei baran erinnert, daß im Herbst v. J. eine mäßig furzer Zeit gelungen, die Entwertung der tschechischen Folge der gewiß feststehenden Tatsache, daß die Regierung den einzige Berliner Großbant die ihr vom Reiche für KriegsKrone wesentlich zu verlangsamen, sie lange ganz aufzuhalten. Einflüssen der Industrie und der Banten start ausgefekt ist, verluste zugesprochenen Entschädigungen in Höhe von vielen Als es neuerdings wieder den Anschein hatte, daß die Krone die beide nur an der Entwertung der Mart ein Interesse Papiermillionen augenblicklich zur Börse getragen und in neuen Angriffen der Baissespekulation ausgesetzt sei, hat die haben; fie ist wesentlich begründet dadurch, daß man das fremde Devisen umgesetzt hat. Es sei ferner die weltbekannte tschechoslowakische Regierung einen Gesezentwurf ein- 3iel der Währungspolitik nicht fieht und deshalb sich von Tatsache vermerkt, daß eine große Zahl von Industriefirmen gebracht, der sich mit hervorragender Schärfe gegen den speku- den Interessenten an der Nase herumführen läßt. auch in der Zeit des Ruhrkampfes Goldwerte in Hülle und lativen Devisenhandel und gegen das Balutenhamstern wendet. Seit der Einführung der Roggenrentenbriefe, der Kohlen- Fülle zur Verfügung hatte, um Rapitaltransaktionen im AusDer Gesezentwurf tönnte der deutschen Regierung, wenn sie anleihen, der privaten Goldanleihen und der Dollarschay land vorzunehmen und daß auch unter ihnen Herr Stinnes Taten zeigen will, als Vorbild dienen. Mit schweren Rer anweisungen des Reiches besteht für niemand in ganz Deutschterstrafen von 6 Monaten bis zu 2 Jahren wird bedroht, land mehr ein Bedürfnis zur Beschaffung von Devisen mit wer ohne wirtschaftlichen Bedarf oder darüber hinaus nicht dem Zwecke, Ersparnisse, Reserven oder andere flüffige Geldnur fremde Zahlungsmittel, sondern auch Edelmetalle gegen mittel in Devisen anzulegen. Troßdem lassen die Banten Kronen tauft oder derartige Werte gegen fremde Zah-[ durch die ihnen nahestehende Bresse mit der größten Dreistiglungsmittel verkauft; dieselbe Strafe trifft jeben, der an der feit die Behauptung folportieren, daß man zur Anlegung der artigen Geschäften beteiligt ist und der nach seinem Be- von dem Handel geforderten Goldfonten Devisen als Dedung ruf, feinen Kenntniffen und Erfahrungen erfennen muß, daß beschaffen müsse. Ja noch mehr! Aus der Debatte über die fie der tschechoslowakischen Währung schädlich sein könnten. Säufe der Industrie ist bekannt, daß eine große Zahl von Die Regierung behält sich das Recht vor, alle Konten, die in Industrie- und Handelsfirmen nach dem Urteil des Reichsbankfremder Währung angelegt find, zu liquidieren. präsidenten sich ohne wirtschaftliche Notwendigkeit Devisen hingelegt haben.( Die Möglichkeit einer Kontrolle besteht seit einem halben Jahr, die Bureaukratie hat geschlafen.) Man «NM hervorragenden Platz einnimmt, während Zur Ruhr- Hilfe für das Reich, nämlich zur Dollaranleihe, nur rund 50 Millionen Goldmark, größtenteils sogar von kleinen Zeichnern, und zu einem kleinen Teile von der Industrie auf- gebracht worden sind! Es handelt sich jetzt eben nicht mehr darum, die weiße Salbe zu finden, mit der man den ungeheuren Riß, den deutsche Devisenspekulanten im Zeichen des Abwehrkampfes in das Volk gerissen haben, überkleistert, es kommt darauf an, nachhaltig Abhilfe zu schaffen. Eine große Zahl von Borschlägen ist gerade von der Sozialdemokratie gemacht worden. An ihrer Spitze steht die wirksame Kontrolle der Banken, die Verschärfung der Kreditbedingungen der Reichsbank, das Ver» bot oder mindestens die Ueberwachung des Handels von aus- ländischen Wertpapieren, die Zentralisation des Devifenver- kehrs, die Unterbindung der überflüssigen Einfuhr und neuer- dings auch die Untersuchung der Devisenmanipulationen der letzten Zeit. Es scheint aber, daß auch alle diese Forderungen in einer Richtung nicht weit genug gehen. Sie oerlangen Re- glementierung und Kontrolle, wo Strafe und Schaden- e r s a tz gefordert werden muß. Solange die Devisenspekulation sich am freien Markt aus- toben konnte, hatte die Privatwirtschaft ein gewisses Recht, sich darauf zu berufen, daß mit ihren Käufen der Gesamtwirt» schaft kein wesentlicher Schaden geschehe. Man brauchte eben ' Devisen und mußte sie von dem kaufen, der sie überschüssig hatte. Nachfrager und Anbieter trafen sich am Markt, nur daß die Nachfrage dauernd überwog und dadurch der Kurs in die Höhe getrieben wurde— eine Nebenwirkung, mit der sich die Unternehmer immer mehr befreundeten. Wenn sich schließlich ein paar oder ein paar tausend Spekulanten bei diesem Treiben gesund machten, maßgebend beeinfluffen konnten sie ja den Kurs nicht. Und schließlich handelt es sich nur um Werte, die von der einen 5iand der Privat- Wirtschaft in die andere verschachert worden sind. Der Schaden, den die Verbraucher von der Devisenhausse hatten, verwandelte sich zu ungeheuren Gewinnen der Sach- wertbesitzer, aber das ging ja die Untemehmer wenig an. Jetzt ist die Sache wesentlich anders. Hundert Millionen Goldniark lieh die Privatwirtschaft dem Reiche an Devisen zur Stützung der Mark. Verbraucht hat sie schon v i e l m e h r als diesen Betrag. Die Reichsbank hat bis jetzt ihre Goldguthaben im Ausland zu einem erheblichen Teil, nämlich 85 Millionen Goldmark, gegen Devisen verpfänden müssen. Man kauft heute nicht mehr die Devisen, die der Exporteur übrig hat, zu einem heraufgeschraubten Kurse, man kauft heute das Gold der Reichsbank, den einzigen Besitz der Volksgemeinschaft, den einzigen letzten Hort der Mark. Auch davor darf man nicht zurückschrecken, wenn es sich um notwendige Kcfufe handelt. Wenn sich das Reichs- bankgold in Brot verwandelt, stärkt es den Abwehrkampf an der Ruhr, der trotz der Schwerindustrie und trotz der Banken um des deutschen Proletariats willen fortgesetzt werden muß. Hätte man diesen nachgegeben, so wäre der Kamps am 18. April verloren gewesen. Aber gegen die Spekulation muß das Reichsbank- gold verteidigt werden. Es muß dücksichtslos und mit stärkster Gewalt gesichert werden. Und es ist die Schande der großen Zeit des Frühüngs 1923, daß es überhaupt noch Devisen» Hamsterer gibt, die mit dem vom Reiche gedruckten Papiergeld» und den von der Reichsbank kontrollierten Kreditbedingungen das deutsche Volk um seinen letzten Besitz an Währungsschätzen profitlüstern zu enteignen versuchen. Die Preistreibereioerordnung erklärt Ware, mit der Schleichhandel, vorsätzliche Preistreiberei oder vorsätzlich ver- boten« Ausfuhr getrieben worden ist, als dem Reiche ver- fallen. Das Hochtreiben der Devisenkurse in spekulativer Ab- sicht-ist die ungeheuerlich st e Preistreiberei, die es gibt. Kein Wuchergericht hat sich damit noch befaßt, man hat bisher kouni daran gedacht, daß der Schaden, der damit angerichtet ist, überhaupt nicht mit Papiermark wieder gut- gemacht werden kann. Wenn die letzte Devisenhausse eintrat, Mai-Gelöbnis. henk ist keine Stunde träumerischer weltversunkenheit. Aller Menschheit blutige wunde mahnt uns: Seid zur Tat bereit! Die Erde blüht, die Lerchen schlagen. der Völker Frühling blüht noch nicht. Unrecht und Tyrannei den Kamps ansagen und ihn mit heißem herzen wagen ist unsere Frühlingspslichl. Darum sei der Schwur erneut, den man über alle Grenzen hört: Einmal wird der Wahn der Mächligen zerstört von dein Heer der Schaffenden im Arbeitskleid! Wir steha in trotzig« Zuversicht. Volk der Erde, die an» allertiefstem Leid nach d« Friedens heiligem Licht. nach der Arbelt Segnnng schreit. heut ist keine Stunde träumerischer Welwersnnkenhei». Aller Menschheil blutige Wunde mahnt uns, Brüder: Seid zur Tat bereit! Hans Gathmaniu Der Zeiertag. Don Joseph Roth. An unseeem Feiertag schweigen olle Glocken, und der offizielle Gott der bürgerlichen Priester, der Herr der auserwählten Klaffen, der Menschen mit gesellschaftlichem Rang und Ansehen, der Gott des Gottesgnadentum« und der Krupp-Kanonen trägt fem wachen- tägliches Angesicht und tut so, als wäre keine Sabbatruhe in unserer Welt. Sein« Geschöpfe, die Bürger, die Offiziere mit den schleppen. den Schürhaken an den Hüften, die schwergeprüften Fabrikanten in den lackierten Automobilen, die rückwärts gewendeten Regierungs- und Landrät«, di« der Strahlen majestätischer Gnadensonne bitter entbehren, empfinden diesen Feiertag als ein« Lästerung göttlicher »ebot«, die da besagen, daß wir arbeiten müffen. aus daß jene un- behindert den Aemtern, dem Geld und der Ehre näherkommen. Der «rste Tag ihres völkischen Wonnemonds ist ihnen unangenehm ge- macht. An einem einzigen Tag im Jahr merken sie, daß die Well verkehrt sein kann und dennoch nicht untergeht: daß solche minder- wenn damit Lebensmittel um ein Fünftel, Schmalz und Mar- garine noch mehr im Preise gestiegen sind, so ist das eine unmittelbare Folge der Tatsache, daß bis heute noch nicht ein einziger Dsvisenspekulant und nicht ein einziger Hamsterer zu der Pflicht angehalten worden ist, diesen ungeheuren Schaden, den das Bolksganze trügt, mit gleichen Werten wieder gutzumachen, wie die es sind, die er erwarb. Dabei liegen die Gegenwerte auf deutschem Boden oder werden an deut- schen Börsen gehandelt. Es muß gefordert werden, daß nicht nur der ganze Devisenmarkt durch die schärffte Kontrolle durchsichtig gemacht wird, sondern es muß genau so wie im Preistreibereigesetz die betroffene Ware für oerfallen erklärt werden. Es muß also derjenige, der Devisen hamstert oder in spekulativer Absicht kauft, nicht nur festgestellt werden, son- dern ihm die Pflicht auferlegt werden, wertbeständige S ch u l d t i t e l dem Reiche auszustellen und ihre Wertbe- ständigkeit zu garantieren. Das Boll darf sich nicht mit Papiermillionen abweisen lassen» wo an verhältnismäßig kleinen'Devisengeschäften Papiermilliarden verdient werden, und wo selbst im Falle der Bestrafung der Angeklagte schon durch die Verzögerung infolge des Prozesses den Vorteil der Geldentwertung für sich bat. Wird durch gerichtliche Unter- suchung festgestellt, daß Devisen zurückgehalten worden sind, so verlange man von den betreffenden Hamsterern den Gegenwert der Devisen, sei es in verbürgten Gold- schulden, sel es in Aktien, die an allen Kapitalverwässerungen teilnehmen. Die Regienmg, die nicht den ernsthaften Versuch macht, den Devisenspekulanten gleiches mit gleichem zu vergelten, die mit deutschem Geld und deutschem Kredit das Reich um seinen Goldbesitz bringen wollen, kann nickt für sich in Anspruch nehmen, die Währung zu schützen. Taten, nicht Worte ent- scheiden.___ vor der Entstbeiöung. Letzte Beratungen über das deutsche Angebot. Das Reichskabinett beschäftigte sich am Montag nach- mittag mit dem Entwurf des deutschen Angebots, an dem aber- mals verschiedene Aenderungen vorgenommn wurden. Slbends trat die Regierung emeut zu einer Besprechung des Entwurfs zusammen. Die Parteiführer sind für Dienstag vormittag 10 Uhr zum Reichskanzler gebeten. Die Konferenz der Mi- nisterpräfidenten beginnt um 3 Uhr nachmittags in der Reichskanzlei. « Es kann kaum ein Zweifel mehr daran bestehen, daß die französische Regierung das deutsche Angebot zu s a b o t i e- ren versuchen wird, indem sie unmögliche Vorbedingungen, die einer Kapitulation Deutschlands gleichkämen, zu stellen beabsichtigt. Die gesamte Pariser Boulevardpresse, ebenso die Poincar«; vollkommen ergebene„Daily Mail" bläst in das gleiche Horn: Erst muß Deulschland den passiven Widerstand aufgeben, ehe Frankreich ein deutsches Angebot diskutiert. Außerdem werden die gerüchtweise mitgeteilten Summen und Garantien, die das deutsche Angebot nennen soll, bereits mit einer solchen Entschiedenheit als ungenügend zurückgewiesen, daß man daraus schließen muß. daß Frankreich die Friedens- distussion abwürgen will, ehe sie überhaupt konkrete Formen annimmt. Es ist zwar mögllch, daß diese Taktik nur ein neuer Bluff ist, denn seit vier Iahren kann man beobachten, wie die Preffe des Nationalen Blocks jedesmal beim Herannahen entscheiden- der Stunden die Unversöhnlichkeit auf den Paroxysmus treibt, um nicht nur Deutschland, sondern auch die übrigen Alliierten einzuschüchtern. Indeffen ist es auch denkbar, daß man in den französischen Regierungskreiscn tatsächlich sehr optimistisch über die eigenen Aussichten im Ruhrkampf urteilt und eine baldige Kapitulation erwartet. Diese Auffassung beruht zwar aus einer vollständigen Verkennung der Situation, aber«s ist durchaus denkbar, daß die Angaben le Troqueurs werügen Geschöpfe, wie Kellner, aufhören dürfen zu.bedienen": daß so nebensächllche Attribute der Industrie, wie Fabrikarbeiter, auch einmal aushören können, etn Rick in Bewegui� zu setzen. Und stehe da: dies« Welt besteht weiter, als hätte sich nicht da» Unge- wohnliche ereignet: diese» Ungewöhnlich» daß die inibekannten Menschen aus den Tiefen emporsteigen und plötzlich durch di» Heven Straßen marschieren: daß ihnen das Sonnenlicht so gut scheint wie allen andern: daß sie Luft atmen mit genau so konstruierten Lungen wie die konzessionierten Pächter der freien Lüfte. Denn, wenn sie's nicht mit eigenen Augen sehn, glauben sie, daß ihnen der ganze Frühling gehört, wie die Gärten und Wälder, in die er einzieht: glauben st« nur an jene Feiertage, cm denen die von ihnen bezahlten Küster die Glocken in Bewegung setzen: an denen die Priester beten für das Seelenheil jener, die sich be« reits des leiblichen Wohls erfieuen. Und sie sind immer wieder er- staunt, daß ein Feiertag sein kann ohne Rot im Kalender, ohne bürgerliche Weihe und ohne die Erlaubnis der Herrschenden. Ein Feiertag außerhalb der bürgerlichen Gesellschaftsordnung. « Und also kein Feiertag in überkeferten Formen. Sandern»in Tag der Ruhelosigkeit und der Bewegung. Nur jene, denen ein gütiger Klassengott Fest« in den glücklichen Schoß wirft, dürfen rasten. Dieser Feiertag ist keine Rast: sondern Arbeit am Aufstieg »nd Kampf um den Mai. Denn in ihren Gärten blüht der blaue Flickir, dustan die Rosen, ihrer sind die sonnbeglänzten Tag« und die unrationierten Kuckucksrufe in den grünenden Wäldern: die Liebe, nicht beschränkt auf flüchtige Stunden vor«inbrechender Dunkelheit: die Wanderung in würziger Morgenluft und der Jubel der Lerchen. Ihnen ge- här«n die Expreßzüge, die gen Süden fahren, in die Länder der fremden exotischen Früchte, ihnen di« Flora und Fauna der ganzen Erdkugel, ihnen die Meridiane und Parallelkreise, der Aequator und da» blaue Meer, die Kabine erster Klosse und die Essenzen und Oele aus den mühsam gezüchteten Blumen. Indes wir durch die Straßen schreiten, sitzen sie auf dem Balkon und erholen sich von unserem Anblick durch das Studium eines Fahrplanes. Ihre Phantasie beflügelt der Besitz— und zwischen ihrem Wunsch und seiner Erfüllung liegt nur dos Geld. Wir aber haben nur das Heute. Morgen ist wieder der Lärm der Schwungräder, der Staub des Abfalls, der Trost der frommen Sinnsprüche: Bescheidenheit ist eine Zier der Armen: Morgenstunde schüttet Gold in den Mund der Schlafenden: Arbeit ist ein Segen für die Arbeitgeber: Lohnerhöhungen, die heute besorgt werden können, verschieben wir auf morgen: liebe deinen Nächsten, wenn er für dich arbeitet. An diesem Feiertag lauten ganz andere Glocken: Kein Küster bewegt sie, kein Priester predigt, und ihr Klang ist nicht golden, sondern eisern, denn es sind die Klänge von Uebermorg.-n und nicht jene von Gestern. Wer sie nicht hört, ist taub. über erhöhten Abtransport von Ruhrkohle und Zunahme des mUitarisier.en Eisenbahnverkehrs im Zusammenhang mit de« syndikalistischen Unruhen in Mülheim und dem jüngsten Mark- stürz auf die maßgebenden Pariser Kreise optimistisch gewirkt haben. So sehr wir eine solche Haltung Frankreichs im Interesse des europäischen Friedens bedauern, so wenig glauben wir, daß die Rechnung Poincarös klug und weitblickend ist. Erstens kann Deutschland noch viel länger aushalten, als man es am Quai d'Orsay glaubt, zweitens wird diese Haltung auf die Be- völkerung des Ruhrgebietes nur die umgekehrte Wir- kuna haben, die man in Paris erhofft und drittens wird der Eindruck dieser Intransigenz auf die übrigen Länder der Entente die moralische und divlomatische Lage nur verschlech- tern können. Die neuen Forderungen Frankreichs haben in England einen sebr üblen Eindruck gemacht, wie aus zahl- reichen Londoner Blätterstimmen hervorgeht. Bon der eng- tischen Regierung müssen sie nach der Rede Eurzons geradezu als ein Schlag ins Gesicht empfunden werden. Es ist ferner bisher keineswegs sicher, daß sich die belgische Regierung mit dieser von Paris aus proklamierten Ueberschrertung der Brüsseler Vereinbarungen einverstanden er- klären wird. Die Reichsregierung wird sich bei der Ausarbei- tung ihres Angebotes nicht in letzter Stunde durch das Kessel- treiben der französischen Regierungspresse beeinflussen lassen dürfen, oder nur in d e m Sinne, daß sie ihrem Vorschlag eine solche G e st a l t gibt, daß seine schroffe Ablehnung Poincarä in den Augen der Welt und sogar vieler einsichtiger Franzosen in noch größeres Unrecht setzt. Englische Kommentare zur Haltnng Frankreichs. London. 30. April. lWTB.)„Westminster Gazette", die ebenso wie die übrigen Blätter ein deuffche» Reparationscmgebot für Mitte der Woche erwartet, schreibt, die Franzosen hätten die Note bereits vor ihrer Veröffentlichung verworfen. Die deutsche Rote könne jedoch den Scheideweg in der Reparalionsfrage bedeuten. Der gutunterrichtete Berichterstatter der.Times" schreibt, man habe den bestimmten Eindruck, daß Frankreich der bevorstehende deutsche Schritt ungelegen komme. Frankreich sei ein wenig b e- sorgt über die Wirkung, die sie auf die öffentliche Meinung der Welt haben könne. Die» sei der Grund, weshalb die Franzosen versuchen, bevor noch dos Angebot erfolge, den Eindruck zu erwecken, die Bedingungen, unter denen es erfolge, seien derartig, daß es einer Erwägung nicht wert sein werde. Man könne fast sicher damit rechnen, daß, wenn die deutsch« Note Frankreich nicht befriedig«, diese Tatsache prompt bekanntgegeben werde. Irgendeine Art von Ant- wort werde unverzüglich erteilt werden, bevor die öffentliche Meinung Zeit habe, sich zu kristallisieren und sich auszusprechen. Die stcmzösischen Bedingungen seien nie höher angesetzt worden als augenblicklich und sie schienen den Weg für Verhandlungen zu ver- sperren. Man könne jedoch annehmen, daß diese Haltung mehr defensiv sei und daß einige der französischen Forderungen nicht allzu buchstäblich genommen zu werden brauchen. Der diplomatische Berichterstatter des.Daily Telegraph" schreibt, soweit gestern festgestellt werden konnte, sei bisher keinerlei Not« Poincares von der in gewissen Organen der französtschni Preffe am Freitag angekündigten Art bisher in London eingetroffen und es seien selbst in anderen als britischen und alliierten Kreisen Zweifel geäußert worden, daß die Abfindung einer solchen Note beabsichtigt sei, jedenfall» solang«, bis der Charakter des deutschen Angebots feststeht Man sei der Ansicht, daß die französische Regie- rugg sich sorgfältig jeder vorzeitigen Erklärung enthalten werde, diessnit Recht oder Unrecht in der Welt den Eindruck hervorrufen könnte, daß sie im voran» beschlossen habe, ein deutsches Angebot nicht zuzulassen. Eine derartige Erklärung würde taffächlich ein A b g e he n von dem von der französischen und belgischen Regierung gemeinsam in Brüssel beschlossenen Verfahren darstellen. Jteue kommunistische Partei in Frankreich, vi« beiden Gruppe» der kommunistischen Dissidenten haben sich gestern vereinigt. Ihre Delegierten haben eine neue Partei unter dem Türk.Sozialistisch- Kommunistische Partei' gegründet Iranzösische Lrauen an üeutfche Zrauen. D«r franzäsisch« Zweig der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit richtet an den deutschen Zweig folgendes Schreiben: .Seit wir uns nach den Oetden des Krieges bei diesem ergreifen. den Borgang in Zürich ISIS wiedergesehen haben, haben wir für das gleiche Ziel miteinander gearbetter und stets miteinander ge- hofft. Es schien damals, als fiien die Wogen des Hasses«inge- dämmt, als beherzige man auf beiden Seiten den Ruf nach Wieder- Versöhnung. In Frankreich mildert« sich der alt« Groll, und in Deutschland schienen die Fortschritt« der Friedensfreunde die Revanchebestrebungen zu unterdrücken. Doch dl« Folgen des Krieges und der Verträge begannen sich auszuwirken. Die Kriegsgewinnler aller Länder und die Politik der blinden Nationalisten haben unsag- bares Elend über die Völker gebracht— schon wieder stehen wir vor einer gefährlichen Krise—, ohnmächtige Zeugen eines wieder- erstandenen Kriegsgeistes.— Wir legen Wert darauf, Euch zu sagen, daß wir unverändert geblieben sind. Wir reichen den Schwestern der ganzen Erde, di« mit uns glauben, daß dl« m e n s ch l i ch e E i n- h« i t möglich und notwendig ist, di« Hände, den schweren Prüfungen zum Trotz, die in diesen finsteren Tagen die Pazifisten aller Länder erdulden müssen. Wir legen Wert darauf, euch zu sagen, daß wir alle sich bieten- den Mittel benutzen, um zu handeln. Da wir sowohl Gegner der Anwendung von Gewalt als auch einer Politik nationaler Iso- lierung sind, haben wir gemeinsam mit unseren englischen Ge- sinnungsgenossinnen und allen denen, die so denken wie wir, unsere Regierung zur Einberufung einer internationalen Wirtschaftskonferenz aufgefordert, dir all« Rationen ohne Ausnahme umfassen soll. Auf diefir Konfirenz soll über den Wiederaufbau Europa» beraten werden. Dies« Frage kann nicht ohne das Reparvtionsproblem gelöst werben. Zum Glück gibt es Franzosen, die, obgleich sie nicht international denken wie wir, dennoch die Politik des nationalen Blocks ver- dämmen und di« Versöhnung aller Völker zu gemeinsamer Arbeit und gemeinsamem Wiederaufbau herbei- wünschen. An dies« wenden wir uns ohne Urnerlah, hoffind, daß sie sich ihrer Kraft bewußt werden and daß sie Gebrauch davon machen. Auch hoffen wir, daß ihr« Zahl gerade infolge der reaktiv. nären Ausschreitungen ständig wachsen wird. Das deutsche Volk, so hoffen wir, wird uns bei unseren Bemühungen unterstützen durch würdige Haltung und geduldigen passiven Wider st and gegen Macht und Gewalt. Wir grüßen euch, liebe Freundinnen,»on ganzem Herzen mit schwesterlichen Gefühlen in der gemeinsamen Hoffnung, daß trotz alledem die Kräfte de» Frieden» über.steh und Krieg den Sieg davontragen werden. Für den französischen Zweig Die Sekretärin: Andräe Louve." Wer damal», als in Versailles noch der Vertrag beraten wurde, der Züricher Tagung beiwohnt«, die die französischen Frauen erwähnen, der wird nicht ohne tiefst« Bewegung des Augenblicks ge- denken, als— erst an einem späteren Sitzungetage— di« französische Vertreterin der Ligaeintraf. Sie hatte nicht früher kommen können, da man ihrer Ausreise Paßschwierigkeiten bereitet hatte, so daß sie Der 1. Mai in München. München, 30. April.( Eigener Drahtbericht.) Im Gegensah zu den offiziösen Beruhigungsmeldungen, die einen ungestörten Verlauf des morgigen Maitages voraussagen, sieht man in sozial- Wir erhalten von zuständiger Stelle folgende Mitteilung: Die Stimme der Berständigung nicht gehört werdemokratischen Kreisen die Lage als recht beunruhigend an. Der Vorwärts" wurde in der französischen und den soll, daß sie jeden als ihren Feind betrachtet, der das Nationalsozialistische Truppentonzentratto belgiichen Zone des altbefehten Gebietes auf drei Mo- Sie hat richtig erkannt, daß die beutsche Sozialdemokratie die Recht der Rheinländer, zu Deutschland zu gehören, verteidigt. nen" sind schon im Laufe des heutigen Tages zu bemerken ge- nafe verboten. Die Gründe sind bisher unbekannt. wesen. Man bringt diese Bewegung in Zusammenhang mit einer stärkste Klammer der deutschen republikanischen rechtsbolschewistischen Geheimkonferenz, die dieser Tage in Dresben die den„ orwärts" in ihrem Machtbereich für drei Mo- richtig das 3entralorgan getroffen, dessen Aufgabe es Die unrechtmäßigen Gewalthaber des besetzten Gebiets, Einheit ist, darum hat sie mit ihrem Verbot ganz folgegetagt und sehr weitgehende Beschlüsse gefaßt haben soll. nate verboten haben, reihen sich würdig ein in die historische ist, zwischen den einzelnen Landsmannschaften der Partei die Reihe derer, die gegen das Zentralorgan der deutschen Sozial Verbindung aufrechtzuerhalten. Zugleich hat sie mit diesem demokratie mit gewaltsamen Eingriffen vorgingen. In den Schlag ihre Arbeiterfreundlichkeit" in das hellste Licht gerückt. Jahren des Sozialistengefeges war es die föniglich preuBiiche Polizei, gegen die der„ Borwärts" sein Leben nicht die letzte sein, die das wirken des Gewaltregiments am Der Vorwärts" ist nicht die erste Zeitung und wird perteidigen mußte, später mußte er der töniglich preu Rhein an ihrem eigenen Leibe zu spüren bekommt. Er stellt Bifchen Justiz durch jahrelange Gefängnisstrafen feiner sich in feiner Weise über seine Schicksalsgenossen. Aber als Redakteure einen Rest von Pressefreiheit abringen, im Welt ein Glied der Weltpresse steht er im Mittelpunkt der öffrieg verfiel er als Gegner der Annerionspolitik wiederholt fentlichen Aufmerksamkeit, und so mag gerade sein Verbot den Verboten der kaiserlich deutschen Militär bazu beitragen, der Welt die Augen zu öffnen über das 3 e njur, fchließlich wurde er vom Spartatusbund für Schandregiment, das auf einem Teil des deutschen Boeinige Tage unterdrückt. Die hohe Rheinlandkommiffion" dens, von fremden Gewalthabern geführt wird und der intermag sich in dieser. Gesellschaft selber den aussuchen, zu dem sie nationalen Bresse die Frage nahezulegen, ob sie zu der sch a mam besten paßt. lojen Bergewaltigung der Pressefreiheit im Durch ihr Vorgehen beweist sie, daß nach ihrem Willen besetzten Gebiet schweigen darf. Franzosen und Belgier verbieten den, Vorwärts" Neue Erwerbslosensätze. Die Regierung hat nunmehr die Unterstügungsfäße für Erwerbe fofe erhöht, rid wirtend vom 16. April. Der Unterstügungsfag für männliche Personen über 21 Jahre in Klasse A, ber bisher 1500 m. den Tag betrug, ist auf 2400 m. gebracht, entsprechend find auch die übrigen Säße gesteigert worden. Eine mindere Steigerung fehen die Zuschüsse für Ehegatten und Kinder vor; erstere sind um 150 M., lettere um 100 m. täglich gestiegen. Dadurch werden die Unterschiede zwischen Berheirateten und Ledigen etwas gemilbert. Die täglichen Säge betragen vom 16. April an: Drtstraffe A B B C D 2400 2250 2100 1950 2100 1950. 1800 1630 1450 1350 1150 1150 Männer über 21 Jahre mit eige ohne eigenen Haushalt nem Haushalt unter 21 Jahren weibliche Persone über 21 Jahre mit eigenem Haushalt ohne eigenen Haushalt unter 21 Jahren Zuschuß für Ehegatten Kinder und sonst. unterhaltungsberechtige Angehörige. Die wöchentliche Unterstügung " 2 Kindern . • . 2100 1950 1800 1650 1750 1650 1550 1450 1800 1200 1100 850 800 750 700 650 600 700 Lob für Arbeitermord. Degouttes Urteil über Essen. Paris, 30. April.( WTB.) Ueber die Vorfälle auf den Krupp 1000 3erten am Ostersonnabend ist auf Befehl des Generals De goutte eine Untersuchung eingeleitet worden. Diese wurde nun550 mehr durch einen Tagesbefehl abgeschloffen, in welchem der Oberbefehlshaber dem Leutnant, der das Detachement führte, das teit Anerkennung ausbrüdt. Er habe seine Beute trotz der Brovo tationen, Drohungen und Angriffe, denen sie ausgesetzt gewesen seien, ganz in der Gewalt behalten und den Gebrauch der Waffe erst in dem Augenblick befohlen, in bem feine Truppe sich in dringender Gefahr und im Zustand legitimer Notwehr befand. beträgt bemnach für ein Ehepaar 19500 18300 17100 15900 auf die Männer gefchoffen hatte, für die große Kaltblütig Ehepaar mit 1 Kind 23700 22200 20700 19200 27900 25100 24300 22500 Der Vorstand des ADGB. hatte angesichts der Notlage der Er werbslosen über diefes Maß hinausgehende Unterstügungsläge bean tragt. Leider glaubte die Regierung diefen Säßen nicht zuftimmen zu fönnen. Brotwucher. Im Bayerischen Landtag hat vor einigen Tagen ber Landwirt schaftsminister ugelhofer erflärt, daß mit der Beseitigung des Umlagegefehes die Landwirtschaft Bewegungsfreiheit, nicht aber Spetulationsfreiheit wieder habe. Wie wenig das zutrifft, zeigen folgende Angaben: Bei dem höchsten Dollarstand Ende Januar war der Roggen. preis an der Berliner Börse auf rund 58 000 m. für den Zentner preis an der Berliner Börse auf rund 58 000 m. für den Zentner gestiegen. Mit dem Ginfen des Dollars fanten auch, wenn auch nicht in dem gleichen Maße, die Roggenpreise. Anfang März 8. B. toftete der Zentner Roggen an der Berliner Börje nur etwa 30 000 Mart. Seit dieser Zeit ist trop des unveränderten Dollarftandes der Getreidepreis bauernd gestiegen. Bereits vor dem Zusammen. bruch der Stühungsattion für die Mart war der Roggenpreis mieber faft 50 Prog. höher als Anfang März und beinahe so hoch als bet bem höchsten Dollarkurs von 50 000 m. Obwohl jeht ber Dollar nur drei Fünftel feines höchstens Standes hat, haben inzwischen die Getreibepreise fast wieder den höchsten Stand von Ende Januar er flommen. Roggen foftet jet 52 000 bis 53 000 m. der Zentner. Das zeigt, daß bereits die teilweise freie Wirtschaft der Spetulation mit Getreide den größten Spielraum gewährt. Ist aber erst die Umlage ganz beseitigt, so gibt es überhaupt teine Schranken mehr, und der Brotverbraucher wird zum willfährigen Objett ber Getreidespetulanten. Redensarten fönnen an diefem Zustand nichts ändern. Bessernde Taten wollen weber die Intereffenten noch die Regierung Cuno. Sie mögen deshalb auch unterlassen, durch besänftigende Erklärungen den Zustand zu beschönigen, dessen ganzen Ernst sie selber fennen. " Besonnenheit war bis jetzt unsere stärkste Waffe im Abwehrkampf. Die ganze Welt bewundert die entschiedene Haltung der Arbeiterschaft am Rhein und an der Ruhr. Weist das Ansinnen der Syndikalisten und Kommunisten zurüd, folgt nach wie vor den Bergarbeiterorganisationen. Die verweigerte Einreiseerlaubnis. arbeitermitgliebes Trevelyan, aus welchen Gründen einigen deutschen Damen, die eingeladen worden waren, aus dem Ruhrgebiet nach England zu kommen, um über die Verhältnisse im neubesetzten Gebiet Mitteilung zu machen, das englische Bisum verweigert worden sei, erklärte der Minister des Innern, er habe entschieben, daß es gerade im gegenwärtigen Zeitpunkte nicht wünfchenswert sei, diese Damen nach England zu senden. London, 30. April.( WTB.) Unterhaus. Auf die Frage des Dieses Ergebnis der militärischen Untersuchung wird nirgends Ueberraschung hervorrufen. Wenn auch die Behauptung, die Truppe habe sich in legitimer Notwehr" befunden, eine Lüge ist, so wäre es boch ungerecht gewesen, den Leutnant zu bestrafen, wenn nicht die Absicht bestand, bei den Englische Protestnote an Rußland. höheren kommandostellen durchzugreifen. Diese London, 30. April.( WTB.) MacNeill erflärte, der Entwurf hatten das kleine Detachement in die Werte gefandt und es ber britischen Protestnote an die Sowjetregierung liege jetzt der bort ohne flaren Befehl und ohne sich um sein Schicksal zu britischen Regierung zur Entscheidung vor. Sobald dies möglich fümmern, vier Stunden lang stehen lassen. Sie haben damit fei, werde von der Sowjetregierung voller Schadenersatz für die wenn nicht direkt absichtlich, dann doch durch die unerhörte außerhalb der territorialen Gewässer beschlagnahmten britischen vernachlässigung ihrer Pflichten mutwillig die Katastrophe Fischerdampfer gefordert werden. heraufbeschworen. „ Verordnungen". WIB. meldet: Die Interalliierte Rheinlandtommission hat eine Berordnung Nr. 164 erfassen, welche eine besonders starte Beschrän fung der Freiheit des Automobilverkehrs im befekten Gebiet be deutet, indem sie jegliche Benutzung schwerer Kraftwagen von einer Genehmigung der Befagungsorgane abhängig macht. Der 3wed der Berordnung ist offensichtlich nur, den militarisierten Eisen bahnen zwangsweise Berkehr zuzuführen. Es wird ausdrücklich festgestellt, daß die Einholung der Genehmigung durch die auf Grund des Notgesetzes vom 24. Februar ergangenen Verordnungen vom 16. und 29. März 1923 verboten und strafbar ist. Effen, 30. April.( WTB.) Das kommunistische Ruhr- Echo" meldet: Der Geschäftsstelle des Landesausschusses der Betriebsräte für Rheinland und Westfalen in Effen ging die Mitteilung zu, daß die französische Befagungsbehörde den für Hagen und Barmen bestimmten Teil des für die Ruhrarbeiterschaft gespendeten russifchen Brotgetreibes in Hörde festhalte. Möln, 30. April.( WTB.) Die franzöfifche Verwaltung hat nach über Holland hatte reifen müssen. Sie fam direkt von der Bahn der Kölnischen Zeitung" die Herausgabe der Möbel von zwei auf das Rednerpodium, blaß, mübe und erregt. Mit Tränen in ben Augen begrüßte fie die deutschen Schwestern, und auch uns allen ausgewiesenen Eisenbahnbeamten mit der Begründung abgelehnt, verdunfelten wohl Tränen den Blid. Es waren von den Frauen daß erst die für die franzöfifchen Eisenbahner angeforderten Möbel aller Böller viele unter uns, deren Söhne der Krieg verschlungen von der Reichsvermögensverwaltung geliefert werden müßten. hatte. Wir waren eins im Leide. Das elettrische Jernfonzert. Man wird nicht mehr in die Philharmonie ober bie Singatabemie wandern müffen, sondern ein mal in jedem Vorort gleichzeitig die irgendwo im Zentrum Berlins stattfindenden Konzerte usw. mitgenießen tönnen. Nicht nur als einzelner, fondern im größten Auditorium. Die Erfinder des sprechenden Films, die Ingenieure Hans Bogt, Dr. Engel und Jos. Massolle, haben zum Beiterausbau diefer Erfindung elef. trische Apparate( Tri- Ergon- Apparate) fonstruiert, die es erlauben, außerhalb des Bortragsortes stattfindende Konzerte elektrisch zu übermitteln und mittels Berstärkung jeder Zuhörerschaft vorzus führen. Die Proben, die Montag in der Hochschule für Mufit" abgelegt wurden, gaben einen günftigen Begriff von der Neuerung, die den Ton anders als die üblichen Systeme aufnimmt, verstärkt und wiedergibt( elektrostatischl. Die menschliche Stimme fowohl wie die Musikinstrumente( einzeln wie im Busammenffang) famen deut lich und ohne erhebliche Abänderung zu Gehör. Besonders gut flangen die Holz und Saiteninstrumente. Also ein guter Anfang ift gemacht das Fernkonzert tann beginnen. d. Rheinlandkommission und deutsche Gerichtsbarkeit. Die deutsche Regierung hat in einer den Regierungen in London, Brüssel und Paris übergebenen Note gegen den Eingriff der Interalliierten Rheinlandtommission in die deutsche Gerichtsbarkeit protestiert, der sich an die Sachbe fchäbigungen in der Dortenfchen Gutenberg- Druderei( Roblenz) anSchloß. Gegen syndikalistische Unruhestifter. Bochum, 30. April.( Mtb.) Die vier Bergarbeiter erbände erlaffen an alle Kameraden an der Ruhr einen 2uf uf, in bem sie zur Besonnenheit vor den Manövern der Rommuniften und Syndikalisten warnen. Russischer Protest in Lausanne. Lausanne, 30. April.( WTB.) Der Konflikt, der zwischen der russischen Delegation und den Alliierten über die Beteiligung Rußlands an der Konferenz entstanden ist, hat eine neue Berschärfung er an die italienische Regierung bie Bedingung ab, die das Sekretariat fahren. Der ruffische Delegierte Worowski lehnte in einem Schreiben der Konferenz in einer Note vom 12. April 1923 für die Teilnahme Rußlands aufgestellt hatte, nämlich die vorherige Erklärung, daß Rußland das Meerengenabtommen unterzeichnen werde. Worowski hatte in seiner Antwort darauf hingewiesen, daß Rußland von der Konfe renz( vor Unterzeichnung des Meerengenabtommens) nicht willtürlich ausgeschlossen werden fönne und daß dies einen schweren Verstoß gegen die Einladung bedeuten würde, die die drei Mächte am 14. April 1923 Rußland hatten zugehen lassen. Mit der Begründung, daß sie auf die Note vom 12. April teine Antwort erhalten hätten, stellten sich die einladenden Mächte auf den Standpunkt, daß Rußland nicht offiziell in Lausanne vertreten fei, und verweigern der ruffischen Vertretung die Anerkennung der Rechte, die allen anderen Delegationen zustehen. Das Chester- Abkommen unterzeichnet. Konstantinopel, 30. April.( EE.) Das Abkommen zwischen der türkischen Regierung und dem amerikanischen Admirat Chester über türkische Eisenbahnkonzeffionen u. a. wurde heute in Angora von Bevollmächtigten der Regierung von Angora nnd einem Vertreter des Admirals Chefier unterzeichnet. Bescheidene Grubenherren. Bescheidenheit war nie die größte Tugend der Grubenherren. Thre neuesten Forderungen für verausgabte Lohntummen im Ruhr. gebiet geben eine weitere Bestätigung der vorstehenden Behauptung. Die Erstattung verausgabter Lohnfummen, soweit tatsächlich unproduktive Arbeiten in Frage kommen und soweit sie von den Bergwerksbefizern tatsächlich nicht getragen werden fönnen, fann nicht abgewiesen werden. Aber es scheint, als ob die Forderungen der Grubenherren weit übers Ziel hinausschießen. Ihre Nachforde rungen würden, wenn man sich ihren Ferderungen und Wünschen beugen würde, 400 milliarden Mart betragen. Das würde eine tägliche fortlaufende Belastung des Reiches um weitere vier Milliarden Mart bedeuten. Es liegt auf der Hand, daß die Er. füllung solcher Forderungen zu ganz unabsehbaren Konsequenzen In der übrigen Industrie, im Handel und Kleingewerbe führen muß. Kameraben an der Ruhr! In großem Umfange werden von den Franzosen und Belgiern Bechen befeht, um ben gelagerten Rots abzutransportieren. Dadurch sind die Bergleute mehr als bisher in den Borbergrund der Abwehrbewegung getreten. Rommunisten, unionisten und Synbitalisten per Die von den Unternehmern des Ruhrgebiets geforderte Mefuchen aber ihre Generalftreitsparole zu verwirklichen, indem sie in thode würde den Grundfah über den Haufen werfen, nach dem bie " Die Grundlagen der Relativitätstheorie Sinstein, in Belegschaftsversammlungen und in ihrer Breffe verlangen, daß, wenn Lohnficherung aus allgemeinen Mitteln erst erfolgen foll, wenn bie wiffenfchaftliches Filmmert, wird am 3., 4. und 5. at in der inla der auch auf den Bechen nur die Koks- und Kohlenhalden abgesperrt sind, Arbeitgeber aus eigenen Mitteln die Löhne nicht mehr zahlen Technischen ofhule zu Charlottenburg gur Borführung gelangen. die Belegschaften in den Streif treten müssen, da unter Bajonetten tönnen. Man muß beshalb untersuchen, was aus eigenen Mitteln Die Kleine Galerie, Neue Bilbelmtr. 9-11( Ede Unter nicht gearbeitet werden dürfe. Die Absichten der Kommunisten, Unio- getragen werden fann und prüfen, wie weit darüber hinaus rücden Linden), eröffnet am 5. Mai ihre erste Solleftivausstellung. Sie be ginnt mit Delbildern und Aquareden von Baladine, beren arbeiten niften und Syndikalisten sind aber andere. Sie wollen den wirkend und fortlaufend unproduktive Arbeit durch Lohnsicherung bisher in Deutschland kollektiv noch nicht gezeigt wurden. paffiven Abwehrtampf zu einem attiven machen. abzugelten ist. Stützt man sich nach vorsichtig und von fachmänni Lehrgänge für den naturwissenschaftlichen Unterricht finden aud Die Vorgänge in Mülheim und Effen beweisen es. Was die Natio- fcher Seite vorgenommenen Berechnungen auf die Ergebnisse des in diesem Sommer statt. Für jeben Lebigang muß eine Gebühr von nalisten bisher noch nicht fertig gebracht haben, das versuchen heute preußischen Fistus in Westfalen, dessen Bergwerke typisch sind für 3000. erhoben werden. An den 16 Lehrgängen wirft bie Mehrzahl der die Kommunisten und Syndikalisten. Wem würde es nügen? Nur den reinen Steinkohlenbergbau, also für den wirtschaftlich unbisherigen bewährten Mitarbeiter mit. Meldungen bei der Staatlichen den französischen und belgischen Imperialisten und Kapitalisten. Der günstiger gestellten Teil des Steinfohlenbergbaues die gemischten Hauptstelle, Potsdamer Straße 120. Abwehrkampf war bisher nur deshalb erfolgreich, weil er mit Ruhe Werte hatten unbestritten Ergebnisse, die über dem Durchschnitt Augenblid, wo Generalstreit und Gewalttätigkeit einsetzen. Unter wird und Besonnenheit geführt wurde. Er ist verloren in dem liegen, wie er durch den preußischen Betriebsbericht aufgezeigt - so tommt man zu folgendem Ergebnis: Bajonetten soll und wird nicht gearbeitet werden. Wenn nur die Der als Ueberschuß anzusprechende Teil des Betriebsgewinnes Schwedische und dänische Bücherschenkungen. Große Sendungen schwedischer und dänischer Bücher zur Verteilung an beutiche wissenschaftliche Rohlenlager abgesperrt sind, die übrigen Bechenanlagen aber vom der westfälischen Staatswerte betrug ca. 11 Milliarden bei einer Bibliotheten sind bei der Notgemeinschaft der Deutschen Bissenschaft Militär frei find, fann von einem Arbeiten unter Bajonetten teine Neunmonatsförderung von 3,2 Millionen' Tonnen. Das würde einen eingelaufen. Rede sein. In Zweifelsfällen muß zwischen dem Betriebsrat Gewinn von 3500 M. je Tonne bedeuten. Rechnet man nun danach Japanische Wissenschaftshilfe. Dem Kuratorium der Schaudinn und der Bezirtsleitung der Berbände einerseits und der für den gesamten Ruhrbergbau auch nur mit einem lastenfreien Stiftung haben die japanischen Verehrer Schaudinns, vor einiger Zeit das Berwaltung der in Frage kommenden Zechen andrerseits durch Gewinn von 2000 m. je Tonne, so ergibt sich bei einer NeunmonatsErgebnis thier Sammlung in Höhe von 50 Blund und neuerdings wieder Berhandlungen entschieden werden. Ausschlaggebend bei jeder Maß- förderung von etwa 70 Millionen Tonnen ein Gewinn von von 100 Pfund zur Verfügung gestellt. Prof. Sato begleitete, der D. Med. Bochenschrift zufolge, feine Überweisung mit folgenden Borten: ir ernahme muß sein: Nügt oder schadet sie dem Gegner und der eigenen etwa 140 milliarden Mark in den neun Monaten vor greisen diese Gelegenheit, darauf hinzuwesen, bag bie Gefühle der Berehrung Sache. Ein Generalstreit oder gewaltsames Vorgehen nüßt aber nur der Ruhrbefehung, der den Ruhrbergbau sicher in den Stand seẞt, und des Mitgefühls der medizinischen Gelehrtenwelt in Japan nach wie vor den französischen und belgischen Militaristen und Imperialisten. Wer einen erheblichen Teil der für wirklich unproduktive Arbeit ver für das so unendlich schwer geprüfte Deutschland unverändert weiter bestehen. Dies will oder propagiert, nügt damit den Franzosen und schabet, ausgabten Löhne zu tragen, ohne Durchbrechung des für die Ge. Moge balb ein Lichtstrahl aus dunflem Gewölk, das heute ben politischen der gerechten Sache der Arbeiterschaft. Kameraden! Ruhe und währung der Lohnficherung aufgestellten Grundfages. Himmel Deutschlands umwölfi, hervorbrechen". fatirischen Beichnungen Das Gestat der berrigenden Alaise George Groß läßt im Malit- Berlag ben 2. Seil feiner unter dem Titel, Abrechnung folgt erscheinen. Wirtschaft Zum 1. Mai. Mehr denn je ist im verflossenen Jahr die Erscheinung zu tagegetreten, daß alle großen politischen und sozialen Brobleme durch wirtschaftliche Fragen in den Hintergrund gedrängt wurden. Der große Marksturz, der nach dem Rathenau- Mord einsetzte, verbunden mit der Inflationswelle, die Sozialismus entschieden. Dieser Kampf tann aber nur fieg- fhüßung bereitgestellt. Um diesen Betrag ist der Goldbestand der reich enden, wenn nicht nur ein fleines häuflein Auserwählter, Reichsbant vermindert, da die Reichsbant über bas verpfändete sondern alle Proletarier, die dem Interesse ihrer Klasse dienen Gold nicht eher verfügen kann, als die geliehenen Devisen zurückwollen, fich jene Ertenntnis der otonomischen gezahlt find. Der Goldschap der Reichsbant beträgt nach diesem Ab. Zusammenhänge verschaffen, die ihnen nicht nur als in der britten Aprilwoche um 258 Milliarden auf 5,82 Billionen aug noch 919,9 Millionen( Gold-) Mart. Der Notenumlauf stieg Baffe dient im prattischen Tagestampfe, sondern auch die mart; an Krediten gab die Reichsbank dem Reiche 378,7, der Grundlage bildet für die gesamte Gedankenwelt des wiffen- Brivaten 171.6 Milliarden Mart, so daß ihr Bestand an diskon. schaftlichen Sozialismus. tierten Reichsschaganweisungen auf 5,82 Billionen, der an Handelswechseln auf 2,76 Billionen Mart anschwoll. A. St. 885 Mark das ganze Gefüge des Staatshaushaltes und der Bolkswirt Lehrlinge, jugendliche Arbeiter u. Arbeiterinnen! 20. april verzeichnete bie Reichshauptfaffe ses Milliarden War schaft erschütterte und sehr wesentlich die Reparationsfrise ver. schärfte, hat in stärkstem Maße den Blick der werftätigen Maffen der Bevölkerung von den politischen Fragen auf die nüchternen, traurigen Fragen des Tagestampfes, auf den Kampf gegen Geldentwertung, Lohndrud und Teuerung gelenkt. Im Intereſſe des großen Befreiungskampfes des Brole tariats ist diese Entwicklung zu edauern. Wieviel Kraft und Schwung geht täglich verloren in diesem aufreibenden Kampf, der oft den Blick einengt, das Interesse für größere Zusammenhänge lähmt, Geist und Sinn verbittert. Doch es hilft nicht, Darüber zu klagen. Wichtiger ist die Erkenntnis, daß die Dinge, gegen die mir heute anzufämpfen haben, nur vorüber= gehender Natur sein können, und daß gerade in dieser schweren Uebergangsperiode, die namentlich das deutsche Proletariat zu überstehen hat, die Elemente neuer Ertennt. nis und neuen Kampfes millens geschaffen werden müssen. Wer den Verlauf der Ereignisse in den letzten Jahren aufmerksam verfolgte, mußte immer mehr zu der Erkenntnis gelangen, daß alle großen Fragen der inneren und äußeren Bolitik fich mehr und mehr in Fragen der Wirtschaft verwandelten. Nicht in dem Sinne des oft fleinlichen wirtschaft lichen Tagestampfes, sondern im Sinne der Schaffung der Fundamente für eine Neugestaltung des Wirtschaftsapparates und der Austragung des Klassentampfes auf dem Boden dieser gesellschaftlichen Umgestaltung. Diese Zusammenhänge find oft schwerer zu erkennen als die Zusammenhänge der Politit, und doch sind sie für die Zukunft der Arbeiterbewegung, für das Wohl und Wehe der Arbeiterklasse von größerer Bedeutung als manche Redeschlachten in den Barlamenten und in der Presse. Die Revolution hat troß ihrer Fehlschläge und Mißerfolge der deutschen Arbeiterklasse auf diesem Gebiete manche Errungenschaft gebracht, die bei zweckmäßiger Anwendung die wirtschaftliche Macht der Arbeiterklasse zu steigern vermag. In die bisherige Autokratie der kapitalisti fchen Wirtschaftsverfassung ist durch paritätische Selbstverwaltungsförper, durch das Betriebsrätewesen und andere Einrichtungen manche Bresche geschlagen und der tief in die Massen eingedrungene Gedanke der Sozialisierung zeigt über die Enge des Tagestampfes hinaus den Weg, den die Arbeiterklasse zu beschreiten hat, um die Theorie des Sozialismus in die Pragis umzusetzen. Doch um in diesem praktischen Kampf Erfolge zu erzielen ist eins erforderlich: flare ökonomische Erkenntnis des Charakters der gegenwärtigen Epoche, verbunden mit einer realistischen Einschäßung der vorhandenen Kräfte und Mög. lichkeiten. In den harten Kampfjahren der Nachkriegszeit, die Das deutsche Proletariat auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens vor neue gewaltige Aufgaben stellten, find manche alten, liebgewordenen Vorstellungen und Arbeitsmethoden zertrümmert worden. Die neuerstandenen Probleme erfordern fachliches Eindringen, genaue Kenntnis des in Frage kommenden Stoffes, Zusammenballung aller geistigen und moralischen Energien, um den Standpunkt der Arbeiterklasse, das Interesse des Sozialismus gegenüber dem Wall der Feinde zum Siege zu führen. Hier auf diesem Gebiete hat die Arbeiterflaffe noch ihre größten Schlachten zu schlagen. Nicht allein in den Parlamenten, sondern auch auf dem Gebiet des mirtschaftlichen Tagestampfes, dessen Leitung in den Händen der Gewerkschaften und der Betriebsräte ruht, wird das Schicksal der Arbeiterklasse und die Zukunft des Heraus zum Maijugendtag Sonntag, den 6. Mai, im Restaurant Sanssouci, Kaulsdorf- Süd, Station Sadowa( Vorortbahn) Um 19 Uhr demonftriert die arbeitende Jugend Groß- Berlins im Luftgarten für Berbesserung des Jugendschuß- und Jugendrechtes, für die Republit, gegen die nationalistischen Umtriebe. Es spricht: Reichstagsabgeordn. Franz Künstler Treffpunkte werden noch besonders unter Jugendveranstaltungen bekanntgegeben. Förderung der Bautätigkeit. Der Stand der schwebenden Schulden. In der Zeit vom 10. bis Auszahlungen, denen an Einzahlungen der Reichsfinanzverwaltung aus Steuern, Zöllen und Gebühren nur 145 milliarden Mart gegenüberstehen. Die schwebenden Schulden des Reiches haben sich in diefen zehn Tagen um 740 milliarden auf 7,936 Billionen Mart erhöht. In dieser Zahl find jedoch nur diejenigen neuen schmebenden Schulden enthalten, die gegen distontierte Reichsschazzanweisungen aufgenommen wurden. Dazu kommen noch weitere Schuldtitel, die lediglich monatlich ausgewiesen werden. Das Reichsfinanzministerium weist darauf hin, daß gegenüber dem starken Anschwellen der Schulden im März, wo durchschnittlich 1000 Milliarden Mart im Monat neue Reichsschulden eingezogen wurden, im Monat April das Tempo der Schuldensteigerung sich verlangsamt hat. Hier liegt offenbar doch ein Mißverständnis vor, da die Beamtengehälter für das ganze zweite Bierteljahr in der Hauptsache vor dem 1. April ausgezahlt worden sind, so daß ein Urteil, ob die laufenden Ausgaben sich ermäßigt haben, vorläufig jedenfalls nicht möglich ist. An 3 wangsanleihe hat das Reich in der Zeit vom 1. bis 20. April feinen Pfennig erhalten! Fragen der Wohnungsfürsorge bildeten den Gegenstand einer Besprechung am 26. April, zu der der Oberpräsident der Brovinz Brandenburg die Regierungspräsidenten von Potsdam und Frankfurt a. d. D., sämtliche Landräte und Ma- Goldanleihe der Hapag. Eine neue Goldanleihe von einer für gistrate der freisfreien Städte fowie die Vertreter der gemein- ein Privatunternehmen sehr beträchtlichen Höhe nimmt die Ham. müßigen Bautätigkeit eingeladen hatte. Durch diese Besprechung burg- Ameritanische Batetfahrt 2.-G. auf. Insge sollte die Initiative und die Tattraft mit der Wohnungsbautätig samt sollen Goldschuldtitel in Höhe von 5 Millionen amerikanischer feit in Berlin und in der Provinz Brandenburg befaßten Kreise Dollar oder 21 Millionen Goldmart aufgenommen werden. angeregt und zugleich gezeigt werden, daß trotz der zurzeit sehr Gemeinden als Konfumvereinsmitglieder. Die Gemeindevertre großen Schwierigkeiten eine Bautätigkeit auch in der tung von Marten beschloß, die Mitgliedschaft im Konsum- und bevorstehenden Bauperiode möglich fei. Der Ober- Sparverein Dortmund- Hamm zu erwerben. Die Gemeinde präsident betonte, daß troß diefer unleugbaren Schwierigkeiten die Hermsdorf in Thüringen hat die Mitgliedschaft beim dortigen Mitteln gefördert werden müsse, nicht nur, um die Wohnungsnot Bautätigkeit unter allen Umständen fortgeführt und mit allen Konsumverein erworben. zu mildern, sondern auch um den Gefahren der Erwerbs. Die Krise in der Eifenindustrie Frankreichs, Belgiens und LuremTofigteit vorzubeugen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen burgs, die mit dem Ausfall der Reparationstohlenlieferungen infolge standen die Ausführungen des Staatssetretärs Scheidt, des Ber- der Ruhrbefehung eingetreten ist, hat ihren Höhepunkt überfreters des Ministers für Bolfswohlfahrt, über die Grundzüge fchritten. Wie der„ Industrie- Kurier" dazu berichtet, ist zwar die und Aufgaben der Wohnungspolitik". Er legte dar, daß an der Zahl der unter Feuer befindlichen Hochöfen in Frankreich von 116 3wangswirtschaft und dem Zuschußsystem noch festgehalten werden vor dem Ruhreinbruch auf 74 Anfang April, also von mehr als der müßte, folange mit der privaten Bautätigkeit infolge unzureichender Hälfte, auf fast ein Drittel der Gesamtzahl gesunken. Doch konnte Beleihungsmöglichkeiten und mangels ausreichender Berzinsung der eine ganze Reihe anderer, die hatten gedämpft werden müssen, Bautosten nicht zu reden sei. Er zeigte dann am Beispiel Eng- wieder in volle Tätigkeit gefeßt werden. Auch werden lands, daß die Schwierigkeiten im Ausland nicht geringer seien als zwei als neu angeblasen gemeldet. Viele Hütten haben sich auf die bei uns, daß aber auch dort andere Mittel zu ihrer Bekämpfung Berarbeitung der eisenreichen spanischen und schwedischen Erze einnicht gefunden worden feien. Die Novelle zum Wohnungsbauab- gerichtet, wozu Ruhrtofs nicht notwendig ist, sondern Rofs von gegabegejez habe gewisse Mängel. Aber bei richtiger Anwendung ringerer Güte ausreicht, während die Minettegruben ihre Förderung böte sie doch eine brauchbare Handhabe zur Beschaffung von ge- auf die Halden schütten. Zugleich mit der wieder gestiegenen Proeigneten Geldmitteln zur Unterstüßung des Wohnungsbaues, nament duftion find die Preise gefallen, eine Tendenz, die durch die Festilich dann, wenn die Gemeinden sich entschlössen, ihre zuschläge gung des Frant gegenüber dem Pfund Sterling noch gestützt über den Pflichtanteil hinaus zu erhöhen. Im wurde. Die heutigen Eifenpreise liegen etwa 10 Broz. unter den übrigen müffe dem Baustoffwucher energisch entgegengearbeitet höchsten Breifen, die vor 3 bis 4 Wochen quotiert wurden. werden, auch verlangt die Pflicht zur Sparsamteit weitgehende Einschränkungen in der Abmaßung und Ausstat1 belgischer Frant 1740,63 Gelt, 1749,37 Brief; 100 österr. Kronen Devisenkurse. Unserer gestrigen Rurstafel ift nachzutragen: tung der Neuwohnungen. Je mehr indeffen durch eine 41,89 Geld, 42,11 Brief; 1 ungarische Krone 5,50 Gelb, 5,54 Brief; rege Bautätigkeit bie Zahl der neuen Wohnungen vermehrt würde, 1 bulgarische Bewa 223,44 Gelb, 224,56 Brief: 1 jugoslawischer defto ſchneller fönne auch der Abbau der Zwangswirt Dinar 308,22 Gelb, 309,78 Brief. Eine Bolenmart toftebe im freien haft in die Wege geleitet werden. Berkehr etwa 63 Pfennige. verantwortlichen Staats- und Gemeindeſtellen sich nach besten Nach dem Ergebnis der Aussprache ist zu hoffen, daß die Kräften für eine Belebung der Bautätigkeit in Berlin und in der mit Regenfällen bei starken südwestlichen Binden. Wetter bis Mittwoch mittag. 8iemlich mild, überwiegend bewölkt Broving Brandenburg auch in der kommenden Bauperiode ein- mit Regenfällen bei starken südwestlichen Binden. fezen werden. Reichsbankgold jar Martstützung. In der dritten Woche des April, in der bekanntlich der große Ansturm der Spekulation gegen die Mart erfolgte und der Dollar zum ersten Male seit zwei Mo naten bis über 30 000 hinaus getrieben wurde, wurde zum ersten spruch genommen. Wie bereits gestern in unserem Börsenbericht Mate zur Aufrechterhaltung des Martturses Reichsbankgold in Anturz mitgeteilt wurde, hat die Zentralnotenbant 84,9 millionen Goldmart von ben Bestanden, die für derartige Fälle bei auslän bischen Rotentanten hinterlegt wurden, gegen Devisentrebite verpfändet und die so erhaltenen fremden Zahlungsmittel zur MartBRANDTS SCH RICH B Rahid Brantz 83 Bel Darmträgheit PILLE Verstopfung Jelt 1877 beftens bewährt: Apotheker Rid). Brandt's Schweizerpillen In ailen Apotheken erhältlich. Haw, solta pal. 1,5, asbill. mosch alean. abeyshell ha 1, wifol. gest ba 0,5. Palvi ved gentian of rifolli par aequales flaat pl. as Zwei gute Bekannte A MERCEDES IVO PUHONNY BC DIE BATSCHARI KRONE Vorwärts"-Ausgabestellen u. Inseraten- Annahme Sanpterpebition: Berlin, Lindenstr. 3, Laben. Bentrum: Aderfte. 174, am Roppenplag. Weften: Stegliger Str. 87, Ede Magdeburger Straße. Süben: Bärwalbftr. 47, an der Gneisenaustraße. ftraße 31, Sof rechts parterre. Diten: Markusstr. 86. GO Petersburger Blak 4. Suboften: Laufiger Plat 14/15. Brinzen Charlottenburg IV: Bufenial. Augsburger Str. 47, Lichtenbera IIL Griebrichsfelde: Frankfurter Allee 185. Laden. Siemensstadt: Tiell. Reißft. 22, v. 2 St. Bortier. Cuaersbort: Sm5nbert Bandsberger Str. 10, Ertner: Emil 3mang, Scharnweberstr. 11. Fichtenau: Rraeste, Bismardstr. L Faltenberg: Salamann. Fallenberg, Gartenstadtfit. 10. Frebersborf- Petershagen: Otto Bilins! i. Fredersdorf, Arndtstraße. Lichtenberg IV: Seymer. Röderstr. 54, Gartenhaus. Staaten: BöItel Eichenwinkel 16. Lichterfelbe Oft, Lantwig: S. Be nael. Santwig, Siethen- Steglig: Froft Dippelitr. 85. Straße 15. Lichterfelbe- Beft: Berndt. Stegliger Str. 19. Bahlsdorf: Wilhelm Ruza, Sonower Str. 177. Mariendorf: ua u ft Bets Chauffeeftr. 29. Marienfelde: Greulich, Berliner Str. 143. Rexenhagen Wenate. Siegelfir. 71. Rorboten: 3mmanuellirchstr. 24; Carmen- Sylva- Str. 57, Friebenan: theinftz, 27. Gde Rönnebergstraße. Moabit: Wilhelmshavener Str. 48. Milling, Erasmusste. 4. Friedrichshagen: Soffmann. Friebrichshagen, Rurze Reutölln I: Redurstr. 2. Gillmann. Webbing: Müllerstr. 34a. Ede Utrechter Straße. Rofenthaler und Oranienburger Borstadt: Wattstr. 9. Gesundbrunnen: Bastianstr. 7. Schönhauser Borstabt: Greifenhagener Str. 22. Ablershof: Frl. Walter, Genossenschaftsfte. 6. parterre. Aft- Glienice: Gad, Friedrich ftr. 46, III. Baumschulenweg: Frau Rpte, Riefholaftr. 180, Laden. Bernau, Röntgental, Reverni. Schönbrüd. Karom und Buch: Seinrich Brofe Bernau Mühlenftr. 5. Biesborf: Dannebeta Bittoriaftr. 11. Bohnsdorf: Sorlemann. Genossenschaftshaus Paradies. Borfigwalde: Gebauer, Schubertstr. 32, v. 3 Tr. Buchholz, Blankenburg: Baaner. Blankenburg, Burgwall. ftraße 63. Charlottenburg I: Sefenheimer Str. 1. Charlottenburg II: Tauroggener Str. 1L Straße L allee 45. Grünau: Bfügner.- Röpenider Str. 105. Balensee, Grunewald: Frau Road. Riost Henriettenplak. Brinatwohnung: Ratharinenftr. 4. Seinersborf: Frau Goldbach. Niederschönhausen, Schloß Bennigsbort: Frau Rorbafiniti. Rathenauftr. 8. Sermsborf: Da II. Steinmekftr. 1. Hohenneuenborf: Bromann, Stolpener Str. 50. Soppegarten: Rauf. Soppegarten- Birkenstein, Barzelle Nr. 119. Bismardftr. 8. Rohannisthal. Imin Gammila Rarlshorft: Bernb, Riost, Bahnhofplak. Raulsborf: Bogt. Breberedstraße 19. Rönigswufterhaufen: E. Meyer. Botsdamer Str. 9. Rövenid, Sirschgarten: Slag Rieker Str. 6( Baden). Lichtenberg I: Lichtenberg, Bartenbergstr. 1 Charlottenburg M, Eichtamp: Joachimi, Raiserdamm 102, 2ichtenberg II ,, Rummelsburg, Stralau: Lichtenberg. BogGartenhaus 1 t. hagener Str. 62. Neukölln II: Siegfriedftr. 28/29. Reutöllu III: Biniler, Sobrechtstr. 40, D. I. Reutölln- Brig: Mittag. Brig, Chauffeeftr. 82. Rieberschöneweide: Schindler, Fennstr. 23. Rowawes: Rari Rrohnberg Eisenbahnftr. 10. Oranienburg: Seint. 2oenhardt. Stralsunder Str. Oberschönemeibe: Robert Baul Mathildenftr. 5. Bantow: Rikmann thlenstr. 70. Reinidendorf- Oft Schönbola: Albert Bable. Brovina Nahnsdorf: Teichert, Forft ftr. 7. trake 56 Laden). Reinidendorf- Weft: Seidel, Scharnweberstr. 114. Rofenthal: Heinrich Gorsti, Hauptstr. 28. Schmargendorf: Rehab, Breite Etr. 3. Schöneberg: Belziger Str. 27. Südende: Budwig, Halsteftr. 36. Tegel, Tegelort, Jörsfelde, Conradshöhe: Spieß, Tegel, Schlieperftr. 52. Teltow: Säfel. Ritterstr. 29. Tempelhof: Kaifer- Wilhelm- Str. 13. Tempelhof: Randler, Sohenzollerntorfo 5. Trebbin: Göring. Bahnhofstr. 62. Treptow: Weiß, Riefholaftr. 18b. Waidmannsluft: Rohde, Oraniendamm 10. Weißensee: Greune, Berliner Allee 54. Wildau- Hoherlehme: Rud. Lettow. Wilhelmshagen, Seffenwinkel: Schulse. Wilhelmshagen, Wilhelmstt. 31. 6. Bilmersdorf: Frau Schubert. Wilhelmsaue 27. Tübinger Str. 4a, Reller. Genzig, Mittenwalde, Schenkenbort, Rieberlehme, Rene Mühle, Bernsdorf, Cablow: Friedewald, Genzig, Chauffeeſtr. 54. Wittenau: 8ibeII, Sauptstr. 24. Woltersdorf: Scurb'aum Eichendamm 22. Zehlendorf, Schlachtenfee, Ritolassee: Zehlendorf. Teltower Straße 3. Beuthen, Miersdorf: A. Behling, Bahnhofftt. 2. Roffen: Witt. Bahnhofstr. 25. Gämtliche Literatur fowie alle wiffenfchaftlichen Berke werden geliefert. Conntags had die Geschäftsstellen gefchlofen. Nr. 2S1/2S2 ♦ 40. Jahrgang 2. Heilage des vorwärts vkenstag» 1. Ma! 102Z Luftgarten/ Volksgarten. r* ustgarten— eine SaSe der Lust. Lust für Fürsten. Gna denschmalzgeialble, au» Menschen Sias. sagen zu machen, goldsilberumschnürte Figurinen als Folie, um durchsichiige eigene Hohlheit dahinter zu Verstecken. Gepränge, Theater sür schaulustige Schmal- köpfe, die nach einem Clown gieren, der sich.unnahbar gibt". Ka- nonen, Bumbum, Hörnergerastel, Trommelwirbel. ER versteht sein Metier, weist wie man.wirkt', wie man von Gottes Gnaden erscheint Ganzer Apparat ist aufgeboten, ganzer Apparat schwingt um IHR. die lSwerliche Achse. General. Pfaffe, Würdenträger schmarotzen mit IHM an der Lunge der Arbeitenden.... Tamiam hallt wider von Schloß- Dom und Museum. Unter mageren Bäumen sind blankgeputzte Männer aufgereiht, die nicht atmen, nicht soviel Freiheit sich leisten dürfen, um ein juckendes Ständchen vom Auge zu eulfernen. Fein zu sehen, wie man aus lebendigen Menschen leblose macht. Fahnen knistern verstohlen. Ein General rülpst genügsam in stch hinein. e»n Pfaff ersteht Gottes Segen zum Stern aus 4»e deuttche GotleSdienerbruf»... ER erscheint, lästt sich beburraheii— der Kerl links hat ekelhafte Stimme, müsten Hurrapflichlstunden fürs ganz« Boll einführen— ER stelzt auf rotem Teppich, jeder Zoll... Moste ist gefangen. Mäste ist in Be- wegung erstarrt von Blitzblau und Donnergrün, von Messinggold und Blechsilber... Da: SineS TagS rumortS hinter den Schlöstern um den Lust- garten. Mäste starrt noch und starrt. Himmel wird dunkel. Wolken türmen Schreckbilder. Schwefelgelb zeichnet sich die Welt. Sonne der Gnaden verschwindet. Bon hinten zieht'S herauf, von überall. Einigen wird ängstlich— aber noch flimmertS ja um IHN in der Mitte— sehen sich um, erschrecken, sinken zusämmen, springen auf. Eine knöcherne Hand langt hinten rüber.— Schlag auf den Rücken— wacht aufl Not und Tod wühlt in ruren Häusern. Heerscharen von Toten, Züge Berkrüppelter, Züge verhungernder Kinder— Schlag auf den Rücken— Wacht aufl Wo ist ER? Wo ist Blitzblau, Donnergrün. Messinggold und Blechfilber? Nur noch schwarze, leidende, stöhnende Mäste ist im Lustgarten. Im— Lust— garten. Wie kam das? Wie wurde Lust- ein BolkSgarten? Vi» 1573. Morast. Sand, kümmerliches Gras, dazwischen die Spree, die ungebändigt zwischen sumpfigen Ufern dahinflieht— ein wenig erfreulicher Anblick, da« Urbild des Berliner Lustgartens. Keinem der ehrbaren Bürger, die des Nachts hinter wohlverschlostenen Toren und den aus Feldsteinen hochgelürmten Mauern schliefen, kam auch nur im Traum der Gedanke, dah dieser unwirtliche Flecken auherhalb der Mauer einmal der Mittelpunkt des vielgestalligen Leben» einer Riesenstadt werden könnte. Das unansehnliche Stückchen Erde, auf dem nichts Ordentliches wachsen wollte, auf dem der Futz bei jedem Schritt tief in den Morast sank, so datz das Gaffer gurgelnd in die Fusistapfen lief, wa» ihnen ein zu unheimlicher Ort, al» dah er Gegenstand hochfahrender ZukunftSträume fein konnte. Die alten Berliner waren stolz auf ihre Rechte. Widerwillig nur sahen sie im Dezember deS JahreS Ulö den ersten Hohenzoller in ihre Stadl einziehen. Die Handwerker trotzten und mit dem gröstlen Widerstreben leisteten endlich die vier Hauptgewerke, die Schlächter, Gewandmacher, Schuster und Bäcker, den geforderten Eid. Als aber der Hobenzoller das, O e f f n u n g« r e ch t' forderte. d. fi. das Recht, Truppen in die Stadt legen und die Beiestigungen .bei innerer und äußerer Roth' des Landes benutzen zu können. loderte offener Widerstand empor, und 1431 beschloh der Rat der Doppelstädte Berlin und Kölln ein B ü n dn i S zur Sicherung ihrer Sladtgerechtfame gegenAn griffe der Fürsten, des Adels oder anderer Städte. Kämpfe zwischen den Parriziern und den übrigen Bürgern nutzt« der eiserne Friedrich von Hohen- zollern zu einem Ueberfall auf Berlin und Kölln auS. Mit 600 Reitern drang er durch das Spandauer Tor ein. erzwang so mit Waffengewalt das seinem Vater verweigerte OeffnungSrecht und versuchte die politische Freiheit der Einwohner restlos zu unter« drücken. Neue Aufstände waren die Folge und als der Unterdrücker im Jabre 1443 auheihalb der Stadtmauern seine Zwing« bürg bauen wollte, verjagten die emvönen Biirget die am Bau beschäftigten Arbeiter. Aller Auflehnung zum Trotz wuchs die Zwingburg empor, die Bürger zahlten 87 000 Gitlden und 400 Schock Groschen Strafgelder in die Kasie deS.LandeSvaters' und der mannhafte Bürge rruetster Berua rd R h k e, der in, Kampf an erster Stelle stand, muhte heimlich aus Berlin entfliehen. Die Hovenzollern verstanden eS, die Uneinigkeit der Einwohner nutzend, sich in der Folge zu behaupten. Die Abhängigkeit der Bürger wuchs. Sie fanden sich um so mehr mit dem neuen Regime ob. als durch die Hofhaltung wiederum.Geld unter die Leute' kam. Der wirtschaftliche Egoismus triumphierte. Die.LandeSväter' gingen ihnen hierin mit gutem Beispiel voran. Sie erweiterten ihre Macht. und bauten ihre Burgen und Schlöster aus. Auch die Burg an der Spree wurde hiervon betroffen. Dem Kurfürsten Jobann Georg mag der wüste Platz vor den Fenstern seines Schlaffes nicht mehr behagt haben, vielleicht aber liebte er bei aller Sparsamkeit, die man ihm nachsagt, auch eine gute Küche. Wie dem auch sein möge. er beauftragte im Jabre 1573'«inen Gärtner D e i i d«t i u S Corbianus,.uns allhie hin'er unferm Schloß am Thiergarten einen neuen Lustgarten, daraus wir unier Küchennothdurft haben mügen, mit allem möglichen und besonderen Fleiß zu erbguen'. Zum ersten Male wird hier der Lustgarten urkundlich erwähnt. Nichts läßt jedoch auf seine spätere Gestaltung schließen. 1573 bis 1644. Fast 50 Jahre versorgte nun der«eue.Lustgarten' genannte K ü ch e u- und Obstgarten die Tafel des ewig hungrigen HofeS mit Erzeugnissen. Diese Produktivst wurde jäh unterbrochen, als der Sturm deS Dreißigjährigen Kriege» über das Land dahinbrauste. Der.Lustgarten' verödete, Unkraut überwucherte alle Wege und Beete. Mäuse und Ratten fanden hier ein unbe- strittencs Paradies: der Garten spiegelte die Lage und daS Ausseben des ganzen Landes wider. 1645 bis 1713. Während das Volk darbte, ging für die viele».LandeSväter' der deutschen Vaterländer«ine neue Sonne aus, nicht im Osten. sondern mertwürdigerweii'eim Westen: hb roi eololl, der Sonnenkönig. Ludwig XIV. von Frankreich, viel gebaßt und viel geschmäht. mehr aber noch beneidet, schuk für die Patrioten auf deutschen Thronen das Vorbild eines Fürstenhofe». Eifrig waren sie bestrebt, ihm nachzuahmen und selbst die nüwterne Stadt an der Spree traf ein Strahl dieser ausgehenden königlichen Sonne. Im Jahre 1645 erhielt der Gartenkünstler Michael Hau ff den Auftrag, den völlig verwilderten.Lustgarten' im Geiste Le Notre», des Schöpfers von Versailles, umzugestalten. Eine sorgsam geometrisch abge- zirkelte Parkanlage entsteht vor den Augen der Berliner. Rechtwinklige Rasenflächen mit soldatisch tadellos ausgerichteten Hecken und Bäumen bepflanzt, denen man dem Zeitgeiste ent- sprechend mit der Schere bizarre Formen verlieh und die sich wiederum zu Kreis- und Slernformen zusammenschloffen, füllen den Platz. Vor diesem grünen Hintergründe stellte man fast ein halbes Hundert Statuen und Büsten aus Marmor und Sandstein auf. Endlich ließ sich der Hof im Lustgarten ein.Ballhaus' errichten, um bei jedem Wetter Ball spielen zu können. Im Lustgarten sandten.Fontaine»' ihr Master empor, Nuß- und Linden- bäume wurden gepflanzt, Mandelbäums kamen hinzu. AuS Har- leem wurden Blumenzwiebeln verschrieben, die rund um die Rasen- flächen herum gepflanzt wurden. Diese ganze Herrlichkeit veranlaßt« den kurfürstlichen Hofpoeten Nikolaus P e u ck e r S aus Anlaß irgend- eine» WieaenfesteS der fruchtbaren allerhöchsten Familie(warum auch nicht, das Volk bezahlte e» jal) zu folgenden putzigen Versen, die in ihrem verschnörkelten Aufbau anmuten, wie deutsches Barock: .Den Garten, den Dein Vater hat So wunderschön gebaut, Desgleichen Babylon die Stadt Kaum jemals hat geschaut. Du wirst Dich wundern um da» Man» Mit einem Babelstiel. Der Waffer um sich spritze« km». Sobald der Gärmer will. Du stehst den wunderschöne» Klee Dem Lenz entgegen gehn, Und Männerchen weiß al» der Schnee Nach guter Ordnung ftehn/ In der Nähe de» Lustgartens ereignete sich im Jahre 1709 ein fürchterliches Unglück. Der russische Gesandte hatte zur Feier des Sieges, den der Zar über Karl Xll. von Schweden bei Pultawa errungen hatte, sein in der Burgstraße gelegene» Palai» illuminieren lasten. Die allezeit recht schaulustigen Berliner drängten sich, um das Schauspiel sehen zu können, aus der baufälligen.Kavaliers- brücke' zusammen, die den aus der dem Schloß gegenüberliegenden Seile-wohnenden.courfähigen' Herren den Zugang zum Schloß er- leichtern sollte. Die Brücke gab der Wucht der Menschenlast nach und 48 Personen stürzten rnS Wasser. 18 von ihnen fanden sofort den Tod. der Rest soll nach kurzer Krankheit ebenfalls gestorben sein. Die baufällige Brücke wurde jedoch erst 1773 abgebrochen. 1714 bis 1827. Friedrich Wilhelm I. mit dem Krückstock liebt« Soldaten und brauchte natürlich einen Exerzierplatz in der Näbe seine» Schlöffe». Rücksichtslos wurden die Anpflanzungen, die seine Vorgänger anlegen ließen, entfernt, der Lustgarten zum Paradeplatz umgeschasfen und da. wo bis- her Blumen, Hecken und Bäume in gerader L>nie ausgerichtet wuchsen, standen jetzt in enge Uniformen gezwängte, gepuderte und bezopfte Soldaten nicht minder stramm und steif, und wenn bisher aus den Rasenflächen die Sense hurtig dabinplitt, so fuhr jetzt der Krückstock des.Offiziers' nich't mrnder hurtig über den Rücken der Soldaten— ein erhebendes Schauspiel. Das Sommerhaus verkaufte der König an einen Privatmann, der darin eine Tapetenfabrik einrichtete, und im Jahre 1789 wurde es abgebrochen. Das Pomeranzenhaus wurde zu einem prosaischen PackhofSgebäude, die östliche und iüd- liche Seite wurde ebenfalls 1780 mit Pappeln umgeben. Vi« zum Jahre 1828 exerzierten im Lustgarten die preußischen Soldaten. Nur zur Zeit Napoleon» wurde hier das französische Mtlitär mit Ausdauer bewundert. In der Zwischenzeit wurde von Boumann dem Aelteren der alte Dom errichtet, der zu manchem Volkswitz Veronlaffung gab. Aehnlich wie den heutigen Dom krönte ihn eine größere Kuppel, die von zwei kleineren flankiert war. Der.Bolksmund' nannte sie.Vogelbauer', weil darin die.Dompfaffen' abgerichtet wurden. Andere wieder sprachen vom Mostrichtopf, wobei die beiden kleineren Kuppeln als Salz- bzw. Pfefferbehälter angesehen wurden. Die große aus einem Findlingsblock aus den Rauenichen Bergen bei Fürstenwalde vom Baurat C a n t i a n gefertigte Granitschale wurde unier großen Mühen 1827, ein Jahr vor Fertigstellung des Alten Museums, aufgestellt. 1848 und später. Di« Wirren der Revolution von 1848 umtobte» wohl den Lustgarten, aber die denkwürdige» Ereigniffe selbst brausten an ihm vorüber und spielten sich aus anderen Plätzen und Sträß&i Berlins ab. Von ferne nur sah der Lustgarten die Menschenmaffen, die heranströmten und sich dann auf der anderen Seite des SchlöffrS, auf dem Schloßplatz, zusammenballten. Auch der endlos scheinende Trauerzug, der einen Teil der Opfer jener Märzlage zur letzten Ruhe im FnedtichShain geleitete, zog am Lustgarten vor« über über den Schloßplatz, wo der.geliebte' König ent« blößten Hauptes dem Schlußakt de» Drama« beiwohnte, in dem er selbst erne so wenig ehrenvolle Rolle aeipiell hatte. DaS Volk jedoch wurde um die Frucht ietne« Kampfe» betrogen. Im Augen- blick der Gefahr stand eS einig zusammen, als es galt, das Erreichte zu sichern, wurde eS wieder uneinig und die Macht der Schloß- herreii von Berlin befestigte stch von neuem.—' Beilin wuck« und dehnte sich. Im gleichen Maße ober entwickelte sich kein Aussehen. Allmählich, sür die Lebenden fast unmerklich, veränderte sich auch der Lustgarten. AIS Ansang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts der alte Dom gesprengt wurde um dem heutigen Zuckerbäckerbau. der io recht den.christlich schlichten' Sinn de« letzten Hohenzollern aus Preußens Thrpn kennzeichnet, sank da« letzte am Lustgarten errichtete Bauwerl de» tS. Jahrhunderts in den Staub. « In der kaiserlichen, der schrecklichen Zeit, hat wohl niemand daran gedacht, daß der Lustgarten, so wie er ist. jemal« ein RiesendemonstralionSplatz werden könnte. Wenn da» Boll von Berlin gegen Brot- und Fleifchver- teuerung oder gab es die nicht etwa in der.guten' allen Zeit?— fßEitieft1 3LEKHH£lT gegen Polizeischikanen. Justizwiklkür und Funkersrechheit demonstrieren mußte, dann ging es auf die großen Wiesen deS Treptower Parks. In denHöfender umliegenden Palais, inderRuhmeShallsdeSZeughauseS, der alten Bauakademie und dem Hof der Darmstädter Bank wimmelte es trotzdem von Blauen. An das Sckiloß und den Lustgarten kam niemand auf Schußweite tzeran. Man konnte nie wissen... Im Lauf dieser letzten 4'/z Jahre hat sich für den Lustgarten ein System herausgebildet, das sich bewährt hat. Die erhöhten Stufen dos Denkmals geben dem Redner einen guten Standpunkt. Nicht wdit davon die große granitene Schale, von deren hohem Rand sich auch gut. sprechen läsit. Sodann im Hintergrund die Vorhalle des allen Museums, die regelmäßig zwei Rednern, auf jeder Seite einen, Raum gibt und schließlich die Stufen zu den Domportalen, die gleichfalls mehreren Rednern Platz gewähren. An der Master» seite bietet die mit Bäumen bestandene Promenade wenig Gelegen» heit zu erhöhtem Stand mit weiter Sicht. Hier sammeln sich denn auch während der Reden die Demonstratronsbummler, alle jene. die dabei sein müsten, tvo etwas ,los' ist, ohne innerlich dazu zu gehören. Ein bedeutendes Format weist hingegen der Platz zwischen Lustgarten und Schloß auf, gewissermaßen der Korridor zu dem Saale deS Volkes. Der Platz vor dem Schloß nimmt die sich lang- sam heranschiebenden Massen zunächst auf, um sie nach und nach über den eigentlichen Lustgarten zu verteilen. Und es ist jedesmal ganz eigentümlich, zu beobachten, wie die vielen Zehntauiende mit einer fürsorglichen Bcflistenheit bemüht sind, die kleinen UmfastungS» gitter und die Rasenbeete de» Platzes zu schonen, trotzdem sie den Masten nicht wenig im Wege find. Noch etwas anderes zieht die Massen magisch zu diesem Platz. ES ist das Schloß, dieses alte Zwing-Uri der Hohenzollern, dessen Mauern vor 76 Jahren auf die gemordeten Volkskämpfer berabschauten, und von dem man seit der Zeit das eigentliche Volk ferngehalten hat. Gelöbnis und Hand darauf, daß das nie wieder fein werdel welche Miete habe ich am I.Mai zu zahlend Durch den Einspruch des Oberpräsidenten ist, wie mitgereist, ein« Aenderung In den Magistratsbeschlüssen für die Mietzuschläge vom 1. Mai ab«ingetreten. Nach der endgültigen Festsetzung bleibt die Grund miete unverändert; es sind also von Friepensmiete (wie bisher) in«infachen Häusern 20 Proz. abzuziehen. Dagegen haben die festen(im voraus zu zahlenden) Zuschläge einige Ab- änderunge» erfahren. Di« Vorschußzahlung auf Be- triebskosten kommt in Wegfall. Die Abrechnung über die Vetriebskostenumlage ist � wieder monatlich(statt bisher vierteljährlich) vorzunehmen, und zwar haben die Verm'eter die Abrechnung für April bis zum 5. Mai den Mietern bzw. der Mieter- Vertretung vorzulegen. Der Vermieter hat, wenn er rechtzeitig die Abrechnung vorlegt, den Zahlungsanspruch auf die Anteil« der einzelnen Mieter an der Umlage vom 8. Mai ab. A. In einfachen Häusern hat der Mieter bei monatlicher Mietzahlung am 1 Mal zu zahlen; a) Grundmiete............. 100 Proz. ,b) ZjnSstetgerungSzuschlag......... 26, c) Verwoüuugskostcn(eins(61. Portier, Hausreinig-r und Reinigungsmaterial)........ 1000, d). Zuschlag für laufende Instandsetzungsarbeiten. 2000 Zusammen 8125 Proz. also eine Zigfache Erundmiete. Wenn der Vermieter bis zum S. Mai die Abrechnung über die von ihm im(bzw. für den) Monat April vorauslagten Betriebs- kosten vorlegt, sind am 8. Mai die Umlageanteil« der einzelnen Mieter fällig. Der Vermieter hat von der Betriebskostenumlage den Anfang April füllig gewesenen Vorschuß in Höhe der SOfachen Grundmiete i n A b z u g zu bringen, falls die Mieter diesen Vorschuh gezahlt haben. Ist ein U e be r sch u ß verblieben, so muß der Ver- mieter diesen an die Mieter herauszahlen, da ein« Vorschuß- Pflicht für die Mieter nicht mehr besteht. Bei vierteljährlicher Mietzahlung hat der Mieter am 1. Mai die Mehrbeträge für Mai und Juni gegenüber den April. Festsetzungen nachzuzahlen. Das sind in einfachen Häusern: Zinsstcigerungsznslblag(2X10 Proz.).....= 20 Proz. Verwaltungskoften(2X550 Proz.)...... 1100, Zuschlag f. laufende Instandsetzungen(2X1000 Proz.)= 2000, Zusammen 8120 Proz. der monatlichen Grundmiete. Dagegen kann er den etwa gezahlten Betriebskostenvorschuß für Mai und Juni mit je der SOfachen, also der jOOfacken Monats- Grundmiete zurückfordern, so daß der Zigfachen Monats-Grundmiete als Nachzahlung eine 1 0 0 f a ch e M o na t s< Gr u n dm i« t« als Rückforderung gegenüber- steht. Der Vermieter muß also eine S8'/>«foche Monats-Grundmiete zurückzahlen, wenn der Mieter nicht freiwillig diesen Betrag stehen lassen will: das geschieht aber auf Gefahr des Mieters, wenn der Vermieter zahlungsunfähig wird oder das Haus verkauft. — Auch bei der oierteljäbrlichen Mietzahlung kann der Vermieter die Betriebskostenumlag« für April bis zum S. Mai von den Metern «infordern und der Mieter hat, wenn der Vermieter das tut, a m 8. Mai Zahlung zu leisten. Er kann aber gegen die Vvrschüste (und zwar gegen die für Mai und Juni gezahlten) aufrechnen, wenn der Vermieter diese Beträge nicht schon vorher zurück- gezahlt hat. B. 3a Häusern mit Warmwasserversorgung oder Sammel- Heizung oder Fahrstuhl haben die Mieter, wenn nur eine dieser Einrichtungen im Be» trieb ist, außer den Sätzen zu A zu zahlen: für Verwaltungs» kosten weitere 100 Proz., also eine einsacke Monats-Grundmiete mehr als oben angegeben. Sind mindestens zwei dieser Einrichtungen im Betrieb, so haben die Mieter gegenüber den Sätzen zu A m e h r zu zahlen: l für Verwaltungskosten wettere 200 Proz� also eine doppelt« Monats- Grundmiete. Erfolgt in diesen beiden Fällen die Mietzahlung viertel- jährlich, so sind für Mai und Juni je das Doppelt«(asto ins» gesamt 200 und sOO Proz., d. h.«in« doppelte oder vierfache Monats-Grundmiete) nachzuzahlen oder gegen den für Mai und Juni vorausgezahlten Vorschuß zu verrechnen. C. Zn Geschäfts- und Zadustriehäusern werden die nicht zu gewerblichen. Bureau-, Geschäfts- oder ähn- lichen Zwecken benutzten Räume genau fo behandelt wi« die Räume in Häusern mit mindestens zwei besonderen Einrichtungen (siehe B). Die übrigen Räume in Geschäfts» und Industrie- Häusern werden nur mit 760 Proz. Denvaltungskosten belastet: daneben werden aber die Kosten des Hausreinigers, Hauswarts, Heizers, Fahrstuhlführers usw. aus die betr. Mieter umgelegt. D. Im allgemeinen. Die Höchstsätze für die Umlequng der privotrechtlkchen Betriebskosten sind zum Teil erhöht worden, und zwar: Müllabfuhr, soweit die Kosten nicht behördlich be- grenzt sind(bisher 1500 Proz.)...... 1800 Proz. Echlackenabmhr(ohne Kestelreinigung) unter der» selben Voraussetzung(bisher 1500 Proz. einschl. Kestelreinigung)............ 700, Kestelreinigung(siehe vorstehend)....... 600, Bersickeriing gegen Glasschäden(bisher mit der Versicherung gegen WasterleitungSsckäden und Haftpflicht vereinigt gewesen— 800 Proz.).. 600. Versicherung gegen WasterleittingSschäden(wie Vorst.) 650, Versicherung gegen Haftpflicht(wie vorstehend).. 150, Fahrstuhlbeirieb(bisher 400 Proz.)...... 600. der monatlichen Grundmiete. Dies« erhöhten Sätze kommen erstmalig auf die Umlageberechnung für Mai(Ende dieses Mo» nats) zur Anwendung; für die April-Umlage gelten noch die bisherigen geringeren Sätze. Die auf der Portierwohnung kastenden Betriebs- kosten werden auf die Mieter des Hauses mitumgelegt—«in unter Umständen sehr bedenkliches Verfahren. Hierüber und über einige andere Punkte wird noch eine kritische Betrachtung nötig sein; für heute wollen wir es bei der Mitteilung der neuen Tat- fachen bewenden lasten._— k. M»— iyssi Sommer 1914!— Das Meer liegt still wie ein See. Leise nur klingt die Brandung. Nichts merkt man von seiner wogenden Kraft. Seine Farbe tiefgrau, kein Sonnenstrahl durchwebt die die endlose Wasserfläche.— Eine ermattende Schwüle lastet über dem Ganzen.—Aber aus der Ferne tönt ein dumpfes schweres Grollen, das zur Vorsicht mahnt. Menschen träumen im Meeressande. Sie fühlen sich wohl in ihrer Beharrlichkeit und nichts kann sie stören. Einige sammeln Kraft, die das Leben von ihnen fordert. Doch von dem fernen Grollen, das zum Nachdenken und zur Tot mahnt, hören sie nichts. Warum den Kopf mit überflüssigem Denken belasten, wo alles dem Zauber der Natur sich hingeben soll? Der jzinnnel wird fast schwarz. Drohende Wolken ballen sich zusammen. Der Traum beginnt zu schwinden. Rauhe Wirklichkeit! Ein schrilles Signal: Krieg! Menschen laufen wirr durcheinander, Männer.sind bleich, Frauen weinen, Kinder blicken fragend umher. Wer war es. der sie in ihrer Ruhe störte, wer n>:U dieses Elend über die Welt bringen? Der Feind natürlich! Dafür gilt ihm Rache! Berge von Koffern rollen zur Bahn und zun: Dampfer. Die Fahrkarten- schalt«? können des Ansturmes kaum Herr werden. Wenige nur stehen beiseite und trauern, well die Liebe zu Grabe getragen wird.— Menschen schaffen Tag und Nacht, der Krieg braucht Nahrung. Die meisten wissen nicht, um was es geht.'Nach vier- einhalb Jahren ein furchtbares Erwachen! Ueberall Tränen, Ruin, unsagbares'Leid.— Sie haben den Abgrund des Wahnsinns geschaut und ihn durchkostet.— Damals war die Schar derjenigen, die von der Idee des Friedens durchdrungen sind, noch zu klein, um eine höhere Gewalt entgegen die der Waffen zu setzen. D.e Erfahrungen des Krieges aber hat den Gd danken des 1. Mai: „Zusammenschluß der internationalen Arbeiterklosse zur Erkämpfung von Menschen recht und Völterfrieden" gestärkt. Das Wesen der Not und des Elends ist nicht an nationale Grenzen gebunden. Wo es herrscht, wird es gemensam empfunden und kettet zum Kampf um Befreiung zusammen. So haben Völker hüben und drüben den Weg zueinander gefunden, damit wächst die Idee der Verbrüderung und läßt die Hoffnung auf ihre Verwirklichung größer werden. Nicht Träg- heit und Gedankenlosigkeit überwinden das blutige Zeitalter, sondern stürm'scher Wille zur Tat, der Glaube an das flutende reine Leben bieten die Gewähr für eine lichte und freie Zukunft. In diesem Sinne wollen wir die Feier des 1. Mai würdig begehen und aus ihm Kraft für den Kampf nehmen, der unser harrt._ 21. W. Erweiterter Straßenbalm'Spätverkehr. Am 1. Mai wird die Berliner Straßenbahn Erweiterungen im Spätbetriebe vornehmen, die sich auf die folgenden Linien er- strecken.(Die erst angegebenen Zeiten beziehen sich auf den Werk» tags- und die eingeklammerten auf den S o n n t a g s v e r k e h r.) Linie 1- Rofenthaler Platz, Richtung A 12.38, 12.49(12.34, 12.52), Hallesches Tor. Richtung B 12.33, 12.44(12.40, 12.52). 13: Gotz- kowskystr. bis Spittelmarkt 11.55, 12.10, 12.30(11.35, 11.60, 12.10, 12.30), Spittelmarkt— Gotzkowskystr. 12.30, 12.60, 1.10(12.10, 12.30, 12.60, 1.10). 15: Hertastr. bis Köthener Str. 12.16. 12.30(12.16, 12.36), Höthener Str.— Thüringer Str. 12.55, 1.15(12.55, 1.15). 30: Platanenftr. bis Charlottenstr. Ecke Unter den Linden 11.42, 12.12(11.41, 12,11), Charlottenstr. Ecke Unter den Linden bis Bis- marckplatz 12.35, 1.00(12.35, 1.00). 32: Reinickendorf. Rathaus bis Charlottenstr. Ecke Unter den Linden 12.05(12.06), Charlottenstr. Ecke Unter den Linden bis Reinickendorf 12.45(12.45). 40: Lichter- felde, Drakestraße bis Leipziger Str.(Schleifenfahrt über Mauer-, Französische-, Charlotten-, Leipziger Str.) bis 12.31 viertelstündlich, (bis 12.31 viertelstündlich). Charlottenstr. Ecke Leipziger Str. bis Drakestr. 11.03, 11.18, 11.33(10.45 bis 11.46 viertelstündlich), Char- lottenstr. Ecke Leipziger Str. bis Lichterfelder Chaussee 11.48 bis 1.18 viertelstündlich(12.01, 12.16, 12.33, 12.48, 1.03. 1.18). 69- Lau- bacher Str. bis Spittelmarkt 12.30(12.33), Soittelpiarkt bis Kaiser- platz 1.13(1.18). 81: Charlottenburg. Epandauer Str. bis Char- lottenstr. 11.23, 11.38, 12.00(11.50, 12.05), Französische Str.(Schleife über Charlottenstr., Leipziger Str.) 12.08, 1223, 12.45(12.00 12.15, 12.35, 12.50). 87: Schlesische Brücke bis Steglitz, Stadt- park(über den Weg der Linie 187)(10.33). Ringbahnhof bis Steglitz, Stadtpark 10.39 bis 11.39 alle 20 Minuten(10.45 bis 11.45 viertelstündlich), Spittelmarkt bis Stqdtpark 1222(1222), Steglitz. Stadtpark, bis Spittelmarkt 11.42(11,36). 176: Hundekehle bis Linkstr. 11.51, 12.06(11.58, 12.13). Hundekehle bis Halensee 124(1.24), Linkstr. bis Hundekehle 12.45(12.45), Linkstr. bis Holen- see 1.00(1.00). F: Steglitz, Lichterfelder Chaussee 12.15, 12.22, 12.30 (12.10, 12.19, 12.30), Bahnhof Zoologischer Garten 12.50, 1.00, 1.15 (12.50, 1.00, 1.15). Z: Bahnhof Lichterfelde-Ost bis Machnower Schleuse 12.14(12.14). Warum kein Späkverkehr auf der Aordfüdbahn? Man schreibt uns: Di« Straßenbahnlinie 43 mußte Ende März ihren Betrieb einstellen, weil sie durch die Erweiterung des Be- triebcs der Nordsüdbahn bis zur Ssestraße unrentabel geworden war Seit dieser Zeit fehlt den Bewohnern des Nordens, sofern sie durch ihre berufliche Tätigkeit bis 1 Uhr nachts festgehalten wer- den, jede Fahrgelegenheit. Bereits zweimal ist an dieser Stelle dar- auf hingewiesen worden, daß ine Nordsüdbahn nunmehr auch die Verpflichtung habe, für erweiterten Spätoerkehr zu sorgen. Hof- fentlich findet dieser dritte Stoßseufzer bei der Direktion der Nord- südbahn Gehör. Oder sollte erst eine Petition mit Unterschriften erforderlich sein?'__ Schulermonatskarten an Lehrlinge. Künftig sollen voir der Eisenbahnverwaltung Schülermonatskarten an alle Lehrlinqe unter 18 Jahren ausgegeben werden, die auf Grund eines schriftlichen Lehroertrages in der Berufsbildung stehen. Um Mißoerbrauch zu verhüten, ist es indes notwendig, von den Lehrlingen die Vorlage folgender Bescheinigungen zu fordern: a) des Lehrherrn darüber, welchen Beruf der Lehrling erlernt und daß ein schriftlicher Lehrvertrag geschlossen, b) einer geeigneten Stelle darüber, daß die Angaben richtig sind und daß ihr der Lehr« vertrag vorgelegen hat. Die Bescheinigungen zu b werden im allgemeinen von den Handwerks- und Handelskammern zu erteilen fein. Für die Lehrherren in Berufen, die diesen Organisationen nicht an- gehören, sind die Bescheinigungen durch die Landräte, bei den kreis- freien Städten durch die Polizeibehörden auszustellen. tNachdruck verboten. Der M-Uk-Verlaa. Berliiu) Drei Soldaten. 991 von John dos Pasfos. Aus dem amerilanifchen Manulirivt Übersetzt von Julian Dumper». Er zog ein Stück Brot aus seiner Manteltasche, nahm einen großen Schluck Wasser aus der Kanne auf seinem Wasch» tisch und setzte sich an den Tisch am Fenster vor einen Haufen gerollten Notenpapiers. Er benagte das Brot und die Wurst nachdenklich, lange, dann schrieb er:„Arbeit und Rhythmus" mit großen, sorgsamen Zügen auf das Papier. Dann schaute er aus dem Fenster hinaus, ohne sich zu bewegen, beobachtete die fedrigen Wolken, die wie große, ungeheure, langsame Schiffe auf dem schieferblauen Himmel segellen. Plötzlich wischte er das, was er geschrieben hatte, aus und schrieb darüber:„Der Leib und die Seele von John Brown." Er stand auf und ging im Zimmer mit geballten Händen herum. „Wie seltsam, daß ich diesen Namen geschrieben habe» wie seltsam, daß ich diesen Namen geschrieben habe." Er setzte sich an den Tisch und vergaß alles in der Musik, di� ihn überströmte. Am nächsten Morgen ging er' früh hinaus, am Fluß ent- lang, versuchte sich zu beschäftigen, bis die Zeit gekommen sein würde, Genevieoe zu sehen. Die Erinnerung an die ersten Tage in der Armee, an das Fensterwaschen im Uebungslager, wurde sehr, lebendig in ihm. Er sah sich wieder nackt in der Milte eines weiten, kahlen Zimmers stehen, während der Rekrutierungsigent fein Maß nahm und ihn beklopfte �Und jetzt war er Deserteur. Hab es in alledem einen Sinn? Hatte sein Leben eine eigene Richtung gehabt, seit er wie aufs Gerate-! wohl von der Tretmühle ersaßt worden war, oder war alles nur Zufall? Ein Frosch, der über den Weg hüpft vor eine große Dampfwalze? Er stand still und sah sich um. Hinter etnem kleinen Feld war der Fluß mit seinen Sandbänken und seinen breiten, silbrigen Stromschnellen. Ein Junge watete weit draußen im Flusse und fing Fische. Andrews beobachtete feine schnellen Bewegungen, wie er das Netz durch das Wasser zog. Und auch dieser Junge würde einmal Soldat seist Mas wird seinen geschmeidigen Körper in eine Uniform zwängen, um ihm genau dieselbe Gestalt wie die von tausend anderen Körpern zu geben, seine schnellen Bewegungen werten outo- matisiert, zum Waffendienst geeignet gemacht werden, sein forschender, beweglicher Geist wird in Sklaverei niederge- drückt werden. Die Einpfählung ist gebaut. Keines der Schafe wird entkommen. Und diejenigen, die keine Schafe waren? Die waren Deserteure! Jedes Gewehr barg Tod für sie. Die würden nicht lange leben. Und doch! Die Menschheit hatte noch andere Gespenster abgeschüttell. Jeder, der aufsteht, mutig zu sterben, lockert den Griff des Gespenstes. Andrews ging langsam den Weg hinunter und fegte den Staub mit den Füßen hoch wie ein Schuljunge. An einer Wegbiegung warf er sich nieder ins Gras unter einen Akazien- bäum. Der schwere Duft der Blüten und das Summen der Bienen, die trunken an den weißen Blüten hingen, machte ihn matt und schläftig. Ein Wagen kam vorbei, von schweren, weißen Pferden gezogen. Ein alter Mann mit gebeugtem Rücken humpelte hinterher. Er gebrauchte seine Peitsche als Stock zum Gehen. Andrews sah, wie der Alte ihn mißtrauisch anschaute. Ein schwerer Schrecken durchfuhr ihn. Wußte der vielleicht, daß er Deserteur war? Der Wagen und der alte Mann waren schon an der Wegbiegung verschwunden. An- drews lag eine lange Welle, horchte auf das Rattern des Geschirrs, das in er Ferne langsam erstarb und ihn dann wieder ganz dem Summen der trunkenen Bienen in den Akazien- blüten überließ. Als er sich auffetzte, bemerkte er, daß man durch ein Loch in der Hecke das Turmdach von Genevieoe Rods Haus sehen konnte. Er erinnerte sich an den Tag, an dem er Genevieoe zuerst gesehen hatte, an die jugendhast verlegene Geste, mit der sie Tee eingegossen hotte. Würde er und Genevieoe je einen Augenblick eine wirklich anständige Beziehung zueinander haben? Plötzlich durchkroch ihn ein bitterer Gedanke: oder will sie nur einen zahmen Pianisten als Ornament für den Salon einer klugen jungen Dame haben? Er sprang auf und begann wieder schnell zum Dorf hin- über zu gehen. Ich werde sie gleich auffuchen und all das endgültig Regeln. Die Dorfuhr hatte begonnen zu schlagen. Die kästen Töne vibrierten deullich über den Feldern. Zehn. Bei seiner Rückkehr ins Dorf begann er über sein Geld nachzudenken. Sein Zimmer kostete zwanzig Franken die Woche. In der Tasche hatte er noch 124 Franken. Nachdem er all seine Taschen nach Silbergeld durchsucht hatte, fand er noch drei Franken und einen halben. Einhundertsiebenund» zwanzig Franken 50. Wenn er mit 40 Franken die Woche auskommen könnte, würden noch drei Wochen bleiben, um den „Leib und die Seele von John Brown" auszuarbeiten. Rur drei Wochen. Und dann mußte man Arbeit finden-.. Jeden- falls muß man Henslowe schreiben, Geld zu schicken. Es war nicht die richtige Zeit, um Feingefühl zu bekunden. Alles hing davon ab, Geld zu haben. Er schwor es sich selbst zu, dgß er drei Wochen arbeiten werde, daß er den Gedanken, der in ihm war, formen und niederschreiben werde, was auch ge- ichehen möge. Er durchsuchte sein Gedächtnis nach irgend jemand in Amerika, dem er wegen Geld schreiben könne. Ge- kpenstisch ergriff ihn das Gefühl der Einsamkeit. Und Gene- vi-ve— wird auch sie ihn im Stich lassen? Gänevicve kam gerade aus der Tür des Hauses, als er den Toreingang am Wege erreichte. Sie lief ihm entgegen: „Guten Morgen. Ich komme gerade. Sie zu holen." Er ergriff ihre Hand und drückte sie stark. „Wie lieb von Ihnen." „Aber, Jean, Sie kommen ja gar nicht aus dem Dorj?" „Ich habe einen Spaziergang gemacht." „Wie früh Sie aufgestanden find." „Sehen Sie, die Sonne geht gerade vor meinem Fenster auf und scheint auf mein Bett. Deswegen stehe ich früh auf." Sie schob ihn durch die Tür hinein. Sie gingen durch die' Halle in ein langes, hohes Zimmer, in dem ein Flügel stand und viele alte Stühle mit hohen Lehnen und vor den französi- scheu Fenstern, die nach dem Garten hinausgingen, ein runder y Tisch aus schwarzem Mahagoni, auf dem verstreut Bücher lagen. Zwei große Mädchen in Musseline standen neben dem Piano. „Das sind meine Cousinen. Hier ist er endlich.", „Monsieur Andrews— � meine Cousine Berthe— meine Cousine Ieanne. Jetzt, müssen Sie uns was vorspielen. Alles, was wir kennen, ist uns schon zu Tode langweilig." (Fortsetzung folgt.) Gegen die Verpachtung der städtischen Güter. Wir nehmen an, daß die Frage der Ausländersteuer, die nun einmal ins Rollen gekommen ist, mit diesem vorläufigen Beschluß der Finanzdeputation nicht begraben ist. In der Stadtverordnetenversammlung dürfte eine Mehrheit für ihre Aufhebung vorhanden sein. Es würde also nur eines entsprechenden Antrages bedürfen, um eine erneute Stellungnahme herbeizuführen. fozialdemokratische Fraktion wird die Angelegenheit zweifellos nicht auf sich beruhen laffen, sondern noch während der Etatsberatungen eine Klärung herbeiführen. Die Ankunft des ersten englischen Verkehrsflugzeuges.| Schwager habe ihm geschrieben, daß er von der Wiederherstellungs| Steuer, nachdem der Bertreter der sozialdemokratischen Frattion ein stelle ihm billige Wäsche besorgen tönne. Er habe dann ungefähr solches Entgegenkommen im Intereffe der Völkerverständigung beReine Flugzeit fechs Stunden. 8-10. Risten erhalten. Vorf.: Was haben Sie mit den Sachen ge- fürwortet hatte. Nur die Deutschnationalen wollten natürlich von Der von der englischen Daimler- Gesellschaft und dem deutschen macht? Zeuge: Einiges habe ich selbst behalten, mehrere Hemden Bölferversöhnung und internationaler Berständigung nichts wissen. Aero- Lloyd gemeinschaftlich betriebene Luftverkehr zwischen London an Bekannte abgegeben und das übrige an die Gutsarbeiter verund Berlin ist am gestrigen Montag mit dem ersten glatt per teilt. Der Abteilungsleiter der Kleiderverwertungsstelle befundete, Taufenen Flug eines englischen Berkehrsflugzeuges eröffnet worden. daß die Waren grundsäglich nur für wohltätige Das Flugzeug, eine Maschine vom Typ de Havilland 34 mit einem 3 wede abgegeben wurden. Dementsprechend war auch der Preis, 450 PS. Napier Lion Motor, war unter Führung des Piloten denn er betrug nur ein Zehntel des normalen Han Hanfhliß mit fünf Bassagieren gestern vormittag um belspreises. Nach einigen weiteren unwesentlichen Zeugen 10% Uhr auf dem Flugplas Croyden bei London gestartet. Nach vernehmungen wurde die Berhandlung vertagt. der Ueberfliegung des Kanals nahm es die erste flugplanmäßige Zwischenlandung in Rotterdam vor, dann in Amsterdam, Bremen und Hamburg, um schließlich um 7.50 Uhr auf dem Flugplay Staaten bei Berlin glatt zu landen. Die Passagiere, Wie wir schon mitgeteilt haben, hat der Aufsichtsrat der BerLinie 47 nach Krankenhaus Buckow., die der großen, für 10 Personen Raum bietenden Kabine entstiegen, liner Stadtgüter Gmbh. eine Verpachtung der städtizumeist englische Pressevertreter, wurden von Bertretern fchen Güter abgelehnt. Es ist bezeichnend, daß dieser in der Gemartung Reubudow gelegenen stabtischen Kranten Verschiebentlich ist beobachtet worden, daß die Besucher des des Reichsverkehrsministeriums, des Aero- Lloyd und der ausländi. Beschluß einstimmig erfolgte. Eine Korrespondenz erfährt darüber: hauses Reutölln über deffen Lage nicht genau informiert schen Journalisten in Berlin begrüßt. Wie fie berichteten, war die Maschine faft auf dem ganzen Flug, besonders aber über dem Die Direktion steht dem neuen Angebot ablehnend gegenüber, weil Stubower Str. 4. Erreichbar mit der Linie 47 Rudow", oder mit Maßgebend für diesen Beschluß waren folgende Argumente: find. Das Krantenbaus befindet sich in dem Ortsteil Neubudkom, Kanal, von schlechtem Weiter verfolgt, so daß größtenteils nur eine es weniger Chancen als die Aussichten der neuen Gmbh. bietet. ben bis zum Strantenhause fahrenden Einsegwagen dieser Linie. Flughöhe von 200 Metern innegehalten werden konnte, da fonft jede jeute liegen die Dinge so, daß rund 70 000 Zentner Roggen jähr- Linie 28( Budow) fährt nach dem vom Krankenhaus er heb. Orientierung unmöglich wurde. Das Flugzeug ist das gleiche, das lich allein durch die Kleinpächter, Gärtner usw. aufgebracht werden lich entfernt liegenden ehemaligen Dorf Budow, Berlin schon im vorigen Jahre einen Besuch abgeftattet hatte. Es und die Erträge aus der Obsternte, den Weidenkulturen, Fischteichen, so daß die Besucher bei Benugung diefer Linie gegtvungen find, tritt bereits am heutigen Dienstag mit denselben Passagieren und dem Sägewert, der städtischen Fleischerei, der Biehhaltung und noch einen recht beträchtlichen Weg zu Fuß bis zum Krankenhaus brei weiteren Fluggästen den Rüdflug nach London an. Bucht ganz anders zu bewerten find wie vor einigen Monaten und zurückzulegen. Bon deutschen Maschinen wird entweder ber Dornier- Romet oder Jahren. Die Verhältnisse haben sich eben gründlich geändert und der neue Albatros am 6. Mai zum ersten Flug nach London starten. müssen deshalb auch von anderen Gesichtspunkten aus betrachtet Das englische Flugzeug hat gestern für die ganze Flugftrede unter werden. Abrechnung der Zwischenlandungen eine reine Flugzeit von sechs Stunden benötigt. Bis zur Einrichtung des provisorifchen Flughafens Tempelhofer Feld werden die Starts und Latbungen im Berlin- London- Berkehr auf dem Flugplak Staaten, später dann auf dem Tempelhofer Feld erfolgen. Die Rechtspresse bereitet für die bevorstehenden Etatsdebatten einen Borstoß zur Verpachtung der Güter vor. Dieser Borstoß wird von lebhaften Klagen über die unerträgliche Steuerloft, die das Gewerbe(!) in Berlin zu tragen habe, begleitet. Um fo erfreulicher ist es, daß ernsthaftere Elemente auch in den bürgerlichen Kreisen fich tarüber im flaren find, daß eine Berpachtung der städtischen Güter unter den heutigen Berhältnissen einer Ber schleuderung städtischen Eigentums gleichkommen würde, gegen die von Anfang an energisch Front gemacht werden muß. " Schlagsahne. Erhöhung der Zinssätze im Pfandleihverkehr. In einer gemeinsamen Verfügung des Ministers des Innern, des Finanzministers und des Ministers für Handel und Gewerbe wird auf Grund der durch Gesetz vom 7. Juli 1920 erteilten Ermächtigung zur Abänderung des Gefeßes betreffend das Pfandleihe gewerbe bon 1881 folgendes bestimmt: Anstelle der im§ 1 des genannten Gefeges zuläffigen Zinsen dürfen die Pfandleiher bis auf weiteres fich auszahlen laffen: a) 10 Bf. für jeden Monat und jebe Mart von Darlehnsbeträgen bis zu 30 m. b) 9 Pf. für jeden Monat und jede ben Betrag von 80 m. übersteigende Mart. Die Borschrift ist auch auf die Pfandleihanstalten der Gemeinden M. oder weiteren Gemeindeverbände unter der Voraussetzung an wendbar, daß der§ 1 des Gesetzes von 1881 für sie gilt. Der Flughafen Tempelhofer Feld gesichert. Für den provisorischen Flughafen auf dem Tempelhofer Feld, der trotz aller bisherigen Anfündigungen, Besichtigungen usw. noch teineswegs eine feststehende Tatsache war, ist es gestern gelungen, eine reale Grundlage zu schaffen, die es nunmehr ermöglichen wird, die Berliner Flughafenpläne auch wirklich in die Tat umzusehen. Nach außerordentlich langwierigen Berhandlungen ist es dem Leiter des Berliner Verkehrswesens Stadtrat Dr. Adler gestern gelungen, Episode aus einem russischen Curustotal. Der Teppichraub im Charlottenburger Schloß, der im Juni mit den beiden in Frage kommenden Luftverkehrsgesellschaften, den Einen interessanten Einblick in das hiesige Leben der vertriebe- vorigen Jahres großes Aufsehen erregte, und bei dem die Täter, Junkers- Werfen und dem Aero Lloyd, einen Bernen russischen Intelligenz gewährte eine Verhandlung vor dem erbeuteten, beschäftigte jegt die Straflammer des Landgerichts III. eine berüchtigte Bande, Teppiche im Werte von vielen Millionen trag abzuschließen, der die Errichtung der notwendigen Schöffengericht Charlottenburg unter dem Vorsiz von Amtsgerichts- Die Tat ist mit ungewöhnlicher Kühnheit beinahe unter den provisorischen Anlagen auf dem Tempelhofer Feld auf Kosten der rat Dr. Schuster. Unter der Anklage der versuchten Bestechung Augen der damals patrouillierenden Wächter ausgeführt worden. beiden Gesellschaften vorsieht. Der Vertrag hat den eigens dazu hatte sich der ukrainische Rechtsanwalt Dr. Mac Berfizky, einer der Das Gericht erkannte gegen den Haupttäter Janulewicz auf eingefesten. Magistratsausschuß bereits passiert und geht nunmehr bekanntesten und angesehensten Notare aus Odessa, zu verant- bie Mindeftstrafe für schwere Rüdfalldiebstähle von zwei Jahren als Dringlichkeitsvorlage an die Stadtverordnetenversammlung, die ihn voraussichtlich ebenfalls einem Ausschuß überweisen wird. Die worten. Buchthaus, gegen den Hehler Nidziella auf zwei Jahré Baulichkeiten werden in der Nähe des wäldchens errichtet. Der aus seiner Heimat Bertriebene ist jetzt hier als Rechtsbei. Gefängnis. Der angeklagte Chauffeur Frömming wurde, da Für die Herrichtung des Start- und Landeplages find noch einige ftand der russischen Delegation vom Roten Kreuz tätig. Der An- eine Beteiligung nicht nachgewiesen werden konnte, freigesprochen. Geländearbeiten notwendig, die ebenfalls von den beiden Gefell- geflagte war täglicher Stammgast des befannten ruffischen Restauschaften ausgeführt werden. Bei der späteren Schaffung des end- rants Medwied"( Bär) in der Bayreuther Straße, dem Sam vermehrt werden. Wir haben dergleichen bauverbindende KonDie Zahl der Schwibbogen in Berlin soll wieder um eine vergültigen Flughafens Tempelhofer Feld, die entweder durch die Stadt melpunft, zahlreicher wohlhabender russischer wohlhabender ruffisher Berlin selbst oder durch eine städtische Flughafengesellschaft erfolgen Flüchtlinge. Die Leitung des Restaurants lag ausschließlich ſtruktionen bekanntlich an mehreren Stellen in Berlin. Die befanntesten sind die in der Oberwallstraße zur Verbindung des wird, sollen dann die Anlagen übernommen und die Luftverkehrs- in den Händen russischer Intellektueller: Geschäftsleiter waren zwei ehemaligen Kronprinzen mit dem Prinzessinnenpalais, die in der fanntesten find die in der Oberwallstraße zur Verbindung des gesellschaften entsprechend entschädigt werden. bekannte Rechtsanwälte aus Odessa, Oberkellner ein Adliger aus dem Baltikum, Küchenchef ein Mitglied der russischen Aristokratie. Selbst auer und Französischen Straße( Deutsche Bank), der Bortier und der Garderobier waren russische Akademiker. 3m in der Rosmarinstraße( Commerz- Bank), in der Linien. pergangenen Jahre mußte sich das Restaurant auf Grund einer traße und einige überbaute Durchgänge wie den in der Breite Anzeige eines Tages um die Mittagszeit, als das Lotal voll befeht Straße. Nunmehr erhält Berlin einen neuen Schwibbogen in der mar, den Besuch einer Kommission gefallen lassen. Im hinteren mollersgaffe hinter der Ruhmeshalle. Gleichzeitig foll diese tionen Schlagsahne, deren Herstellung bekanntlich verboten bindungsweges zwischen den dortigen Bureaus der Breußischen Rorridor wurden auf langen Tafeln stehend zahlreiche Bor Basse eine Unterführung erhalten zur Herstellung eines Verist, vorgefunden und beschlagnahmt, obwohl die Geschäftsleitung die Sentralgenossenschaftstasse. Diese zahlt als Entgelt für die GenehSpeise als harmlosen Crème bezeichnete. Unter den Gästen ver- migung 11 Millionen Mart an das Bezirksamt Mitte und über. ursachte das Erscheinen der Beamten eine furchtbare Auf- nimmt ferner die Kosten der Unterhaltung der Mollersgasse. Die regung, weil man an eine polizeiliche Babtontrolle Straße wird teilweise unterkellert, namentlich in dem zwischen dem glaubte, die offenbar ein Teil der Gäste zu unterirdischen Berbindungsgang und der Straße hinter dem GichMan umbrängte die Be baufe" gelegenen Zeile. Die Preußische Zentralgenossenschaftstasse scheuen guten Grund hatte. amten, lief hin und her und versuchte, den Ausgang zu erreichen. beabsichtigt bie Mollersgaffe zu erwerben. Das Bezirksamt Mitte hat In diefer Aufregung wurde plöglich dem Zollsekretär Kirschbaum zunächst aber den Verkauf der Gaffe abgelehnt. von hinten ein Tausendmarkschein in die Hand gedrückt. Er drehte fich auf der Stelle um und fah den Angeklagten Berfigfn unbeweg liegt, beschäftigt die Kriminalpolizei. Am 14. d. m. wurde in einem Eine ungewöhnliche Zopfabschneiderei, bie fdjon 14 Tage zurücklich vor sich stehen. Bersihky wurde dann verhaftet. Die Ber- Hause der Kefenerstraße am hellen Tage, um 10% Uhr vormittags, teidigung hielt aus rechtlichen und tatsächlichen Gründen eine ver ein 15jähriges Mädchen auf der Haustreppe von drei fuchte Bestechung nicht für vorliegend. Das Schöffengericht schloß Männern überfallen und zu Boden geworfen. Während sich den Ausführungen der Verteidigung an und erkannte auf Frei- einer ihm die Hände festhielt und ein anderer ihm den Mund zusprechung des Angeklagten auf Kosten der Staatskasse. Gegen erückte, schnitt ihm der britte den prachtvollen Zopf ab. Alle drei dieses Urteil hat die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Prozeß Wojak. Um Gasmasken und Flüchtlingswäsche. Der gestern begonnene Prozeß gegen den Kaufmann Frans Wojak wird voraussichtlich allerlei Enthüllungen bringen. Nach Annahme der Anklage ist ein Bestechungsnetz enthüllt worden, das sich auf alle Betriebe erstreckte, mit denen W. in Geschäftsverbindung trat. Hohe und niedere Beamte waren seine Mitschuldigen, vom Direktor und Profuristen herab bis zum Lagerverwalter, Buchhalter und Angestellten der Abrechnungsstellen. Wagen über Wagen mit Materialien aus allen möglichen Staats- und Privatbetrieben sollen ihm zugerollt sein. Der jetzt 46 Jahre alte Bojat hat heute noch eine fürstlich eingerichtete Wohnung inne, hat Autos, Rennpferde, umfangreichen Grundbesitz, zahlreiche mit ungeheuren Werten ange füllte Lagerplätze und Lagerhäuser. Der Hauptangeklagte Wojat wird zunächst vernommen. Er ist " ein fräftiger, gut genährter Mann und entspricht in seinem Aus sehen dem űrtyp des Großgewinners. Wie er berichtet, hat er sich zum Sänger ausgebildet, ein Jahr in Italien studiert und später sei er in Berlin Schüler von Knüpfer gewesen. In den verschwanden dann blitzschnell. Die Ueberfallene glaubt einen von ersten Kriegsjahren habe er Gesangsunterricht gegeben und selbst ihnen beschreiben zu können. Er ist etwa 19 Jahre alt, 1,60 Meter in Konzerten und Lazaretten gesungen. Die Annahme der Antlage, Schwere Strafen für Inhaber von Spielklub- Wohnungen. groß und unterlegt, er hat dunkelblondes Haar und ein längliches, daß er in ärmlichen Verhältnissen gelebt habe, weist Bojat entschieden zurüd. Seine Frau habe ein Gut in Ostpreußen mit Fait fein Tag vergeht, an dem nicht die Polizei gezwungen ist, gebräuntes, bartloses Gesicht, eine Stumpfnafe und ausgearbeitete Dampfziegelei beseffen. 1918 habe seine Frau eine größere Summe Wohn- und Geschäftsräume, in denen Spielklubs zu„ tagen" pflegen, Hände. Er trug ein blaues Jadett, ein dunßelgeftreifte Hofe und eine Geld bekommen und damit habe er Teppiche und den Garderoben auszuheben. Um diesem Unfug zu steuern, geben jegt die Berliner bellgelbe Schiebermüße mit Streifen. Mitteilungen zur Aufklärung fundus ehemaliger Theater angetauft, um ein Kostüminstitut ein- Berichte mit den schärfsten Mitteln gegen berartige nimmt die Dienststelle B. I. 15 im Polizeipräsidium entgegen. zurichten. Da dieses Geschäft sich aber nicht lohnte, habe er eine Iüdsspielunternehmer vor. Befonders bemerkenswert Die Fürsorge für die Gefangenen im Rhein- und Ruhrgebiet Fabrikation von Bantoffeln und Gamaschen, die sind zwei Urteile der letzten Tage. In dem ersten Fall wurde die ift nunmehr in vollem Umfange durch das Deutsche Rote Kreug aus den Kostümen hergestellt wurden, eingerichtet, die einen schnellen Wohnungsinhaberin au 500000 Mart Geldstrafe, im zweiten aufgenommen. Die Untersuchungsabteilungen und die Prozeßvoll Aufschwung nahm. Er habe balb 25 Arbeiter und mehrere Stadt Fall ein Wohmungsinhaber, der gleichzeitig der Befiger des bezugsabteilungen nahezu aller Gefängnisse des Rhein- und Ruhrreifende beschäftigt. Mein erstes Geschäft mit der Reichs- Treuhand treffenden Hauses ist, au vier Monaten Gefängnis ver gebietes find durch Delegierte des Deutschen Roten Kreuzes persongesellschaft, so fuhr der Angeklagte fort, war, daß ich für 30000 urteilt. Außerdem find in beiden Fällen die Wohnungen dem zu sich besucht worden, die alle Gefangenen in ihren Bellen gesprochen Mark bas Leder von Gasmasten antaufte. Das Haupt- ständigen Wohnungsamt zur Verfügung gestellt worden. Diese Be und nach ihren Wünschen befragt haben. Es soll versucht werden, gasschuhlager in Adlershof lieferte aber nicht, so daß ich mein schlagnahme der Wohnungen und die recht empfindlichen Strafen beim Deutschen Roten Kreuz, Charlottenburg, Berliner Straße 137, Geld zurüdbekam, aber erst nach Monaten. Man sagte mir, ich dürften für die Zukunft doch für manchen Wohnungsinbaber, der eine Bentralnachweis stelle über die Gefangenen aller Be folle selbst hinausgehen und direkt in Adlershof faufen. Das tat feine Räume Glücksspielern zur Verfügung stellen möchte, eine fängnisse des Rhein- und Ruhrgebietes einzurichten. ich und kaufte im Bureau der Verkaufsstelle 45 000 Stüd Gas- ernste Warnung sein. masten. Diese tonnte ich dann aber nicht verwenden, doch wurde die Zurücknahme verweigert. Da niemand das Geld wollte, habe ich schließlich die Summe hinterlegt.- Der nchste Buntt, der mit dem Angeklagten besprochen wird, betrifft die Anflage, daß er sich auf unlautere Weise in den Befih von Flücht. lingswäsche gefekt habe. Der Angeklagte hatte nämlich seiner zeit große Inferate erlassen, in denen er wäsche an bot Bojat erklärt hierzu, daß diese Wäsche aus seinem Theatergarde robenfundus stammte. Er habe niemals Flüchtlings. mäsche getauft, sondern nur von der Reichs- Textilstelle große Posten Bettwäsche. Die Beraubung von Postbriefkästen wird trotz der Aufmerksamkeit der Polizeistreifen immer noch fort. gefeßt. In einem Falle ist der Täter mit einem gewöhnlichen Zweirabe vor den einzelnen Briefkästen vorgefahren und hat beren Inhalt in einen Rucsac oder in eine Tasche geschüttet, welche er auf dem Rüden trug und nicht an der Seite, wie es sonst bei den Boftbeamten der Fall ist, die die Briefkästen zu entleeren haben. Gerade in diesen Fällen würde die Aufmerksamkeit der Bassanten eine wirtfame Unterstützung der Polizei bedeuten. Giner scharfen und energischen Mitkontrolle des Publikums bedürfen weiterhin bes fonders die Abteile der Ring- und Vorortzüge, die durch Diebesgesindel dauernd in einen abscheulichen Zustand verfegt werden. Die Ausländerftener in Berlin. Luftverkehr Berlin- Mostau. Wie im vergangenen Jahre, wird auch ab 1. Mai b. I. der Flugdienst auf der Strede Berlin- DanzigRönigsberg und Rönigsberg- Smolenst- Moskau wieder aufae nommen werden. Der Deutsche Aero- Lloyd, A.-G., teilt hierzu mit, daß der Verkehr auf dieser Strede gegenüber dem vergangenen Jahre, dadurch, daß die Strecke Berlin- Danzig ohne 3wischenlandung in Stettin durchgeführt wird, eine erhebliche Berbesse. fahren wird. Die Berbindung von Königsberg über Smolensk nach rung durch Verfürzung der Reisedauer auf zirka 4% Stunden erMostau wird wiederum im Anschlusse an den Nachtschnellzug Berlin Königsberg erfolgen, so daß von Berlin nach Mosbau eine Reise. dauer von weniger als 20 Stunden erzielt werden kann. Nach einer Pause wurde in die Bemeisaufnahme eingetreten. Die Beugin Thielete erinnert sich, daß Wojat, als er aus Ostpreußen Berlängerte Gültigkeitsdauer der Straßenbahn- Monatstarten. fam, eine große Geldsumme im Koffer hatte und daß er schon im Die Berliner Straßenbahn teilt mit, daß die geitfarten für den Frühjahr 1918 fein Zimmer mit Berserteppichen ausgelegt hatte. on Monat April auch noch am Mittwoch, den 2. Mai, Gültigkeit haben. Die nächste Beugin, die Köchin Frau Felgentreff, war eine der Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und ersten Arbeiterinnen bei der Gamaschenfabrikation des Angeklagten. Die Finanzdeputation beschäftigte sich auf Grund eines Antrages Boft erfolgt bis auf weiteres unverändert zum Preise von 85000 m. Sie gibt an, daß außer den Gasmasten auch Risten mit Wäsche der Zentralftelle für Fremdenverkehr erneut mit der 80% igen Befür ein Zwanzigmartstud, 42 500 m. für ein Bebnmarkstüd. Für tamen, in der Hauptsache Laten, etwa 500 Stück Hemden, Kopf herbergungssteuer für Ausländer. Der Magistrat war bereit, die ausländische Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt. tiffen, Bettbezüge und anderes. Diese Kisten wurden auf dem Hof Steuer für Hotels nunmehr fallen zu lassen, ba Berlin nahezu die Der Anlauf von Reichssilbermünzen durch die Reichsbant ausgepackt und kamen nach oben. Zuerst sagte die Nichte Wojats, einzige Großstadt ist, die eine solche Sondersteuer noch befigt. Bon und Boft erfolgt bis auf weiteres unverändert zum 1500fachen BeFräulein Leidinger, die Wäsche sei für die oftpreußischen Flüchtlinge fozialdemokratischer Seite wurde die vollständige trage des Nennwertes. bestimmt, später hieß es aber, sie werde vertauft. Eines Tages hieß Aufhebung der Steuer befürwortet. Es wurde darauf hingewiesen, es, die Kriminalpolizei hatte eine Haussuchung ab und die Zeugin daß man seinerzeit unter ganz anderen wirtschaftlichen und politischen erhielt mit noch zwei Arbeiterinnen den Auftrag, in der Alten Verhältnissen dieser Steuer zugestimmt habe, weil damals das große Jakobstraße, wo Bojat auch ein großes Lager mit allen möglichen Heer der Balutaschieber und Auffäufer den überwiegenden Teil der Waren besaß, die Signen von den Riften zu entfernen. Später in Berlin weilenden Ausländer ausmachte und diese eine Sonder hat die Zeugin die Signen der Polizei übergeben. Sie trugen die steuer fehr wohl tragen fonnten. Durch den Rückgang des Aus Buchstaben R.BS.( Reichsbekleidungsstelle) und sind an den Amis länderverkehrs haben sich diese Berhältnisse vollkommen geändert. porsteher Mar Papendid in Sufeiten in Ostpreußen gerichtet. Auch Den größten Prozentsah bildeten nunmehr die zahlreichen ausländi die Zeugin Minna Ladewig, die als erste Arbeiterin von Wojat fchen Arbeiter, Angestellten usw., die sich beruflich in Berlin auf. eingestellt worden war, bestätigte in der Hauptsache die Angaben halten, und man hatte ja beshalb bereits erwogen, für diese Kreise der Borzeugin. Die Zeugin Margarete Leidinger, die Nichte Wojaks, Ausnahmen von der für sie ungerechtfertigten und nur schwer trag erklärte, fie babe niemals gesagt, daß es fich um Flüchtlingswäsche baren Steuer zuzulassen. Die Mehrheit der Finanzdeputation verber Bhilharmonie, Maiseler. Mitwirkende: Gertrud Wolf( Sopran), Vaula handelte. Die Zeugin bleibt megen ihres Berwandtschafts- fchloß sich auch jetzt noch diesen Erwägungen und lehnte eine Beinbaum( Alt), Baul Bauer( Tenor), Karl Armsler( Bak), der Schein. grades unbeeldigt, ebenso der nächste Zeuge, der Gutsbefizer Mar grundsägliche Aufhebung der Ausländersteuer a b. Dagegen gepflugiche Chor. Das Philharmonische Drchefter, Leitung: Hermann Scherchent. Bapendid aus Sufeiten, der sich nicht genau erinnern will, nehmigte fie erfreulicherweise die Freistellung der Teilnehmer an der geftansprache: Genoffe Lobe. Die Feier findet bestimmt statt. Die Helfer wieviel Wäsche er bekommen hat, Er gibt an, fein Studienreise der englischen Arbeiterschaft von dieser wollen um 5%, Uhr in der Philharmonie sein. Achtung, Mitglieder der Verlagsgenossenschaft„ Freiheit"! Wir machen darauf aufmerkiam, daß am Donnerstag, 3. Wiai, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, die Generalbersammlung der Verlagsgenossenschaft stattfindet. Es ist Pflicht derjenigen Parteigenossen, die Mitglieder der Genossenschaft sind, an diefer wichtigen Versammlung teilzunehmen. Sämtliche Radfahrer fammeln fich auf dem Demonstrationsplak Luftgarten am Waffer links von der Nationalgalerie! Ordner fiehe Sport. Bezirksbildungsausschuk Groß- Berlin. Heute abend 74 116r, in Gemeinschaft proletarischer Freidenker Groß Berlin. Mit- T feilung über Referentenstellung. Die Bezirksführer des Bereins für Feuerbestattung und die Funktionäre der Parteien und Gewerfschaften, die aufklärende Referate aus dem Gebiete des Freidenfertums, der Entwicklungsgeschichte, der sozialistischen Ethik ust. wünschen, werden gebeten, fich ausschließlich an unsere Geschäftsstelle Genossen Hans Münnich, Berlin SD., Mustauer Str. 38, rechtzeitig, d. h. mindestens 8 Tage vor dem betreffenden Termin zu wenden. Die Deutsche Hochschule für Politik( Schinkelplatz 6) beginnt heute ihr neues Sommersemester. Aus dem Studienplan nennen wir vor allem die Borlesungen von Redakteur A. Stein über Rußlands Volkswirtschaft, Privatdozent, Dr. Hermberg über Einführung in die Poliswirtschaft, Carl Mennide über soziale Volkskunde. Dr. Grabowsky wird über politische Geographie lesen. Kaltes Weiter im Mai. Nach den Berechnungen des Leiters der öffentlichen Wetterdienststelle in Weilburg, Prof. Dr. Freybe, wird der kommende Mai voraussichtlich verhältnismäßig falt sein, d. b. fälter als sonst der Mai im langjährigen Durch schnitt zu sein pflegt. Keue Einwanderungsbestimmungen für Kanada. Die Cunard Linie teilt mit: Durch Berordnung vom 9. Juni 1919 wurden in Kanada deutsche, österreichische, bulgarische und türkische Staatsangehörige nicht mehr zur Landung in Kanada zugelassen. Diese Berordnung wurde aufgehoben. Die Angehörigen der genannten Staaten unterliegen nunmehr den allgemeinen in Kanada geltenden Einwanderungsbestimmungen, ohne Unterschied der Nationalität. Aufnahme des Güterverkehrs nach dem Balfifum. Wie die Reichsbahnverwaltung Königsberg i. Pr. mitteilt, wird der direkte Güter und Tierverkehr zwischen dem Reichsbahndirektionsbezirk Königsberg einerseits und den lettländischen und den estländischen Staatsbahnen andererseits am 1. Mai aufgenommen. Er gilt nur für den Uebergang Eydttuhnen- Wirballen. Bad Nauheim nicht besetzt. Nachdem Nauheim bei GroßGerau vor längerer Zeit befeht wurde, haben die Franzosen nunmehr auch den kleinen Ort Nauheim im Kreise Limburg besetzt. Da die Meldung von Frankfurt ausging, ist man der irrigen Ansicht, es handele sich um Bad Nauheim. Bad Nauheim liegt nicht im befehten Gebiet und sogar außerhalb der neutralen Zone an der direkten Bahnlinie Berlin- Hamburg- Raffel- Frankfurt a. M. Gefängnis und hohe Geldstrafe für einen Wucherer. Wegen Breiswuchers mit Butter und Eiern verurteilte das Wucher gericht Osnabrüd den Molkereibefizer Göffing aus Oberlangen bei Meppen zu sechs Monaten Gefängnis, 750 000 m. Geldstrafe und Veröffentlichung des Urteils. Er hatte Butter, das Pfund zu 8500 m., und Eier, das Stück zu 450 m., zu einer Zeit verkauft, als Butter allgemein 6700 und Eier 300 m. tofteten. enko Reniel's afthand C Elrich Gode Kühl aufbewahren! Aus der Partei. Aleg, Denkstein, Luftschloß. Sport. Rennen zu Grunewald am Montag, den 30. April. 20 Jahre Arbeiter- Abstinentenbund. 1. Rennen. 1. Rubel( Prizel), 2. Jdealist( M. Schmidt), 3. Leuchte Man schreibt uns: Am 1. Mai find zwei Jahrzehnte verstrichen, feuer( Krüger). Toto: 44:10, Blat: 19, 17:10. Ferner liefen: Ferara, feitdem die damals in ungefähr einem Dußend Orte bestehenden stingrivalis, Murtchen. Arbeiter Abstinentenvereine fich zu einer festen, 2. Rennen. 1. Grzelfior( H. Schmidt), 2. Blindgänger( Teichmann). arbeitsfähigen Zentralorganisation zusammenschloffen. Der Auf- 3. Eitelkeit( Tarras). Toto: 23: 10, Plat: 16, 27:10. Ferner lief: gabe, die die Pioniere der sozialistischen Enthaltsamkeitsbewegung Lebensmonne. im Jahre 1903 sich stellten, hat sich der Bund" bis zum heutigen 3. Tribalibot( M. Schmidt). Toto: 129: 10( Tappenburg), 10: 10( Lan 3. Rennen.+1. Tappenburg( Sofina), † 1. Landung( Huguenin), Tage treu gewidmet: er hat den Alkoholgenuß und die Trinksitten bung), Play: 38, 14, 35: 10. Ferner liefen: Tea, Lehnsgraf, Becherklang, innerhalb der Arbeiterschaft bekämpft, um den Aufstieg der Arbeiterflasse zu fördern. Wenn der Arbeiter- Abstinentenbund auch von 4. Rennen. 1. Dunft( Senfpeil), 2. Matador( Kasper), 3. Thus feinem Endziel, der völligen Beseitigung der Alkoholgefahr, noch nelba( Franzte). Toto: 65:10, Play: 26, 19, 64: 10. Ferner liefen: weit entfernt ist, so muß doch anerkannt werden, daß er durch seine Fellojus, Ordensritter, Aranheso, Fahneneid, Glore II, Lerz, Döberitz, aufklärende Tätigkeit in der Partei, den Gewerkschaften und beson. Landesfürft. 5. Rennen. 1. Aberglaube( 3immermann), 2. Rönig Midas ders in der Jugendbewegung das Verständnis für die Schäden des Alkoholgenusses vertieft hat. Nach dem Kriege haben die sozialisti. S. Schmidt), 3. Traumdeuter( Seqsper). Toto: 19: 10, Plak: 12, 18: 10. schen Altoholgegner fich mit großem Eifer gegen die Vergeudung 6. Nennent. 1. Alberich( Dlejnin), 2. Dorian( Tarras), 3. Cons von Nahrungsmitteln bei der foholerzeugung gewandt ftanza( Huguenin). Toto: 82: 10, Blat: 20, 13: 10. Ferner liefen: und zur Eindämmung der neuen Alkoholflut eingreifende Gefeße Lamoral, Rasbel. gefordert. Jugendveranstaltungen. Werbebezirk Rorben. Sigung der Vorstände am Mittwoch, den 2. Mai, im Jugendheim, Schönstedtstraße. Olivaer Straße. -w -F Mitgliederversammlungen morgen, Mittwoch, den 2. Mai: Faltenberg: Jugendheim Rosestraße. Friedrichsfelde: Jugendheim BerGroß liner Str. 44. Friedrichshagen: Jugendheim Scharnweberstr. 105. Sichterfelbe: Jugendheim Albrechtstr. 14a.- Karlshorst: Jugendheim AugufteBittoria- Straße. Raulsdorf: Jugendheim Adolfitr. 25. Raulsdorf- Süb: Jugendheim Moltkestr. 1. Landsberger Biertel: Jugendheim Gemeindeschule Lichtenberg- Mitte: Jugendheim Doffeftr. 22. Neu- Lichten berg: Jugendheim Schule Marktstraße. Sichtenberg- Rord: Jugendheim Partaue 10. Mahlsdorf: Jugendheim Gchule Walderfeestraße. Nordosten II: Frankfurter Biertel: Jugendheim Große Jugendheim Chriftburger Str. 14. Frankfurter Str. 16. Schöneberg III: Jugendheim Schule Lindenhof. Schön hauser Borstadt: Jugendheim Schule Sonnenburger Str. 20.- Reichenberger Biertel: Jugendheim Gemeindeschule Manteuffelste. 7. Tempelhof: JugendGesundbrunnen: Die Mitgliederversammlung findet heim Germaniaste. 6-7. erst am Donnerstag, den 3. Mai, statt. 1 Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Monatsversammlung der Helfer und Helferinnen, Bortrag des Gen. StudienNeukölln. Mittwoch, abends 7% Uhr pünktlich, in der Schule Beffingstraße, rat Sturm über den erzieherischen Wert von Spiel und Wandern. Gäste willkommen. 17. Streis Lichtenberg. Elternversammlung am Freitag, ben 4. Mai, abends 28 Uhr, im Cäcilien- Enzeum, Lichtenberg, Rathausstraße. Vortrag: ,, Berständ nisvollere Jugenderziehung". Eingeladen find alle Eltern, die Interesse an unferer Arbeit haben. Weiche mit Henko die Wäsche ein! Deutsch. Opernhaus Direktion 7/2 Ferner lief: Sardanapal. 7. Rennen. Eierkuchen( H. Schmidt), 2. Feirefis( Ebert), 3. Pring ( Stafper). Toto: 51: 10, Blat: 23, 34, 34:10. Ferner liefen: Fuchsmajor, Lebemann, Kamelie, Melinit, Bummel Petrus, Czardas Gretel, Tuan Fang, Majus, Saul, Goldammer. Bergmanns Zahnpafia Rosodont die Sparsamkeit selbft Seit 70 Jahren bewährt Wichsmädel Bento" Henfels Wasch- und Bleich Soda, zum Einweichen der Wäsche und für den Hauspuß. Dentel& Cie. Diffeldorf. Gastspieldirektion Der Troubadour James Klein Komische Oper Winterfeld Theater, Lichtspiele usw. Der Troubadour James Klein K 6pernhaus 8 Uhr: Versiegelt Gianni Schicchi Volksbühne 7 Uhr: Web' dem, der ligt Schauspielhaus Lessing- Th. 712 Uhr: U.: Große im Theat. d.Westens Uhr: Rigoletto Intimes Theater : Diplomat i.Dienst Blaue Pyjama etc. Lustspielhaus die Wahrheit 8 U.: Bobby, sag' Heute bis Donn 7 Metropol- Theater John Gabriel Borkman Wie es euch gefällt der Frauen Mittwoch, den 2. Mai 7 Uhr: Uraufführung Edi Operette in 3 Akten von Presber, Stein und Zerlett Musik von JEAN GILBERT 72: Die Schönste Regie: Karl Neisser/ Tänze: Heinz Lingen/ Musik. Leitung: Paul Weiner Theater i. d. Freitag 7 U.: Faust Vorverkauf anunterbrochen. KöniggrätzerStr. Neues Operett.- Th. SU.: Kreislers Deut. Künstler- Th. 7 Uhr: KATJA, Eckfenster Allabendlich 7, U. mit Margit Suchy, die Tänzerin Der Fürst von Nordheim, Beckersachs Komödienhaus Pappenheim Paulsen, Beckmann, Gross, Mamelok Neues Th. am Zoo 7.30: Madame Pompadour Walhalla- Th. 7.45 Uhr: Die Liebe Berliner Th. 7.30 U.: Mädi geht um Bore, Lautner, Zernitz 8U Residenz- Theater Metropol- Varieté Sommerspielzeit! Die Entlassung Trianon- Th. 8 Uhr: Professor Bernhardi SUhr Kleines Theater Das stärkere Band Toelle, Sandrock, Kaiser- Tit Behrenstr. 54 78 Uhr: 2 Moors Kitty Traney Henry Lorenzen Margarete Howe Ine Gilbert Heinrich Stengel Arnoldoff- Truppe Max Neubert Fritschie Täglich 8 Uhr: Der Leibkutscher des Fridericus Rex Neues Volkstheater Emilia Galotti Renaissance- Th. 8 U.: Das Konzert Gastsp. Em. Reicher Bühnenbilder Hermann Krehan Alleinige Gerstellers das beste und sparsamere BOHNER WACHS Erhältlich in allen besseren Geschäften dmirals- Varieté Berlin- Anhaltische MaschinenbauA das fabelhafto 800 Mai- Programm Rennen zu Grunewald Mittwoch, den 2. Mai, nachm. 3 Uhr Mit: Charlotte Börner/ Mizzi Metelka/ Erika Nymgau Raisersaal- Restehandly. Franz Groß/ Harald Paulsen/ Artur Kistenmacher Kurt Goritz/ Gustav Adolf Henckels Hans Stock Dekorationen nach Entwürfen von Hermann Krehan angefertigt unter der Leitung von Walter Bornemann. Die gesamte Kostümausstattung nach Entwürfen von Basil Crage von der ,, Theag" Friedrichstr. 69. Der Vorverkauf ist eröffnet Die Theaterkasse ist ab 10 Uhr früh ununterbrochen geöffnet, A. Wertheim, Invalidendank, Billettbüros, Hotelportiers. ULAP Schiller- Th.Charl. am Lehrter Bahnhof 8 J. Krieg im Frieden Der VergnügungsThalia- Theater Täglich 8 Uhr: Die park der Berliner rot. Katze Heute geöffnet! Th. a. Nollendorfpl. mit allen 30 734 Uhr: Attraktionen Die schön.Rivalin 7 Wallner- Th.75 Musikkapellen 5 Operettenspielzeit Theater des Ostens Geschwister Taubert Des Königs Nachbarin Feuerwerk ( Rose Theater) 784 Uhr: Kaiserplatz 3 I. Reichshallen- Th. Central- Theater Tägl. 8 Uhr Försterchristel Casino- Theater 8. Die Schlager- Posse 8 U, Heiraten mußte! und URANIA Theater 8 Uhr: Unter Wilden wilden Tieren. Saal 8 U.: Voa d.Zugspitze z. Watzmann KI WIND BRIEN Der Heute neue Mai- Spielplan! Rauchen gestattet SCALA 1. Mai 8 Uhr Das neue Programm! Allabendl.71/ 2 Uhr, Sonntag aachm. 3, halbe Preise Stettin. Sänger DönhoffBrett'l Anf.720. von Leon Jessel Leuchtfontäne Theater a. Rofth, Tor Ulap- Palais Alhambra- Varieté Moritzplatz Claire Waldoff Damenboxkämpfe Lambertt Paulsen Täglich 7½ Ur und Sonntag nachm. 3 Uhr: EliteAlpendorf Sängererate im Vorwärts Unser Rhein! fichern Erfolg! Rote Nachtigall Elsässer Str. 26 Ballett Lola Bach Viktor Ritter Llane Leischner und die großen Maifeier- Programme Alle Artikel zum Kopp& Joseph Haarpuder Rheingold Golfstr.2 Bellevuestr. 19/20 Heute Dienstag, 1. Mal: GesellschaftsTanz Tanz- Vorführungen 7 Uhr a.d.Grune waldstraße Herren- u.Damenstoffe, Seiden, Samt, sämtliche Futterartikel bedeutend unter Preis 3eitungspapier gebünd., kg 250, Hans. Wein. lumpen flaschen Sohe Preise Wefer Selbstrasieren Berlin W.50 Teilzahlung Neukölln 178 in vorzgl. Qualit. a. gr Auswahl. Potsdamer Str. 122. Mabel, Spiegel, Polste rwaren Blaggefch.Reingaben Petersburgerstr.23 1 Fernipr.: Neut. 281. Soeben erschlen! A. MARTYNOW Soeben erschlen! VOM MENSCHEWISMUS ZUM KOMMUNISMUS Aus dem Inhalt: Die Lawine der Konterrevolution und des Banditismus./ Revolutionäre Diktatur oder parlamentarische Demokratie? Den Weg gebahnt! A. Martynow, der hervorragends'e Führer der Menschewiki, etser der altesten Mitglieder des Zentralkomitees der russischen Sozialdemokra tischen Partei schildert in dieser Schrift seine Erfahru gen in der Revo lution und untersucht die Frage des Menschewismus und Kommunismus, 62 Seiten Verlag Carl Houm Nadil. Louis Cahnbley, Hamburg 8. Kleidung für Jedermann! 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Ein Marineoffizier stellt fich an die Spike einer Afrobatentruppe, um in diefer harmlosen Aufmachung leichter die Tauchboote einer feindlichen Macht vernichten zu fönnen. Wir haben allerdings wenig Verständnis für verfilmtes Kriegs: echo, aber die Geschichte passiert ja nur im Kino und Luciano Albertini ist ein Sensationsdarsteller, der mit persönlichem Mut schauspielerischen Ausdrud und Unaufdringlichkeit vereint. Eine Liebesgeschichte zicht sanfte. Bänder um die spannende Affäre, das Sensationsmäßige ist wirffam aufgezogen, dem völlig ausgeschöpften Zirkusmilieu werden aller dings kaum neue Reflege abgewonnen. Vorher sieht man ein paar lustige amerikanische Joe Martin Grotesken, verierend in Tempo und Biz. Nachtaufnahme in Johannisthal. Der Svenska Film dantt man die unvergeßlich schönen Eindrüde schwedischer Filmfunft. Nun arbeiten die Schweden unter der Regie Dimitri Buhom ettis, der ein paar starte und eigenartige Berke schuf, auch in Berlin. In dem Riesenatelier der Jofa in Johannisthal wurde man Zeuge, wie eine repräsentative Szene aus dem neuen Buchowekli Film„ Das Karuffell gedreht wurde. Das Manuskript stammt von Alfred& e fete und ist, wenn man so sagen bars, auf feelische Sensationen gestellt, die gleichsam in äußeren Begebenheiten ihre Fortsetzung und ihren Ausdrud finden. Man fah eine Nachtszene vor dem von Ingenieur Dreier in ungeheuren Dimensionen erbauten internationalen Ballotal " La Guillotine", empfing den Rhythmus eines stark und natürlich be wegten Bildes, bewunderte die Umsicht, des temperamentvollen, dabei auf lich sehr echten, nur in seinem Bejen talmiglänzenden Trubel der Welt, die winzigste stleinigkeit bedachten Regisseurs, und fand sich in den äuker die sich nicht langweilt, einer Welt, die farbig und fließend in pruntende Sale gezaubert wurde. Die Stimmung der großzügigen Nachtaufnahme teilte sich jedem Besucher mit. p- s. GL Arbeiter- Sport Lungengymnastik. Dienstag, 1. Mai 1923 A Weitere Resultate. Bankwig 2- M. G. C. 2 2: 2; Boruffia 2- Wader 2 3: 4; Borussia 3-- Wader 3 4: 0; Adler 2- Bernau 2 3: 1; Nordista 2- Helvetja( tomb.) 1: 2; Gtoalan 2Charlottenburg 2 1: 0; Nordista 3- Raulsdorf 2 3: 3. Adler- Jgd.- Germania. Jgd. 1: 1; Boruffia- Jgd.- Bernau- Jgd. 2: 1. Achtung, Fußballspieler. Die. Fußballresultate müfen Sonntag pünktliche Berichterstattu erfolgen foll. bed telephonisch Südring 3373( lose) gemeldet werden, wenn eine Wiediton Zürich. Fichte Gesdbr. Berlin spielt am Sonnabend, den 6. Mai, fünf Repräsentative der Züricher Städtemannschaft. Fichte Gefdbr. tritt eben nachmittags 4 Uhr, auf dem Teutonia- Sportplat in der Chriftianiaftraße. Die Schweizer Elf, die in spielstärkster Aufstellung antritt, bat in ihren Reiben falls in stärkster Aufstellung an, so daß guter und fairer Sport geboten wird. Wegen der starten Nachfrage werden Einiaktarten im Vorverkauf in den wilhelm- Stolze- Str. 38 und bei Schumann, Kolonieftr. 6. nachstehenden Stellen ausgegeben:„ Sporthaus Sichte", Köpenider Str. 108, Das Tempo nach Halbzeit wird flotter. Ein anscheinend bereits über die Linie gewesener Ball, den der Schiedsrichter unberückIn den Großstädten gibt es zahlreiche Menschen, die infolge fichtigt läßt, jodaß auch die Berteidigung nicht eingreift, tann Ch. der Mechanisierung des Lebens nicht förperlich intensiv zu schaffen Sturm zum 2. Tor einsenden. Nordiska gewann gegen brauchen. Infolgedessen arbeitet bei diesen immer nur ein Teil ter Sparta reichlich hoch mit 9: 0. Schon in den ersten Minuten Lungen. Für diese Menschen ist die ihnen von der Natur mit erzielt N. 2 Tore und bis Halbzeit noch eins. Durch 6 weitere gegebene Lunge eigentlich zu groß und es wäre beffer, sie hätten Lore nach Halbzeit bringt N. die vollständige Ueberlegenheit zum eine fleinere Lunge und nutzten sie voll aus, statt einer großen, Ausdrud. MSC. trat mit mehrfachem Ersaz gegen Lantwis die ständig zu einem Teil brach liegt. Wenn diese Bewegungs- an. Bis zur Pause fann MSC. ein Tor erzielen, was Backer aber armen bei den Frauen kommen noch die Folgen unzweckmäßiger aufholt. Nach Halbzeit zunächst verteiltes Spiel; dann aber drückt Kleidung hinzu dann einmal schnell laufen oder anstrengende MSC. start, Halbrechts ist durch und wird in gemeiner Weise vor'm Arbeit verrichten, so geht ihnen die Luft aus, weil weder Tor zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter übersah auch diesen wie die Lungen, noch die anderen in Betracht kommenden Organe den andere Fälle. Der Spielleiter MSC. brach hierauf das plöglich gesteigerten Ansprüchen genügen fönnen. Bei der nor Spiel ab. Lantwit hinterließ feinen guten Eindruck. malen Zwerchfellatmung beträgt die ausgeatmete Luftmenge etwa 500 Rubitzentimeter, jedoch kann man durch fräftiges Einziehen des Bauches ungefähr nochmals 1600 Rubitzentimeter Luft ausatmen. Ebenso kann man nach der normalen Einatmung durch weitere Anstrengung der Atemmuskeln noch etwa 1600 Rubifzentimeter Luft einatmen. Die Gesamtleistungsfähigteit eines Atemzuges fann demnach von 500 auf 3700 Kubitzentimeter, also auf das Siebenfache erhöht werden. Bei forcierter Atmung werden aber nicht nur die Lungen bis in ihre Spizen mit feime hinausgetrieben, sondern der ganze Rumpf wird in diese dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt und die Krankheits intensive Atmungsarbeit einbezogen. Bei tiefer Atmung in frischer Luft faugen die Lungen in vollen Zügen den erfrischenden Sauer stoff, das Blut rollt lebhafter und ein jugendliches Wohlgefühl Bom, Menschenfeind", der in den Richard Dswald.iht durchströmt den ganzen Körper. Lungentrante werden in Höhenfpielen uraufgeführt wurde, wäre beinahe sehr viel Gutes zu berichten furorte deshalb geschickt, weil dort die Luft klarer und reiner ist, gewefen. Der Filminhalt führt einen Bucherer vor, der nur die Gelegen heit, Geschäfte zu machen, und die Liebe zu seinem Sohne kennt. Diefer, aber hier fommt auch in Betracht, daß die Höhenluft fauerstoff ein starker Charakter und gutmütiger Mensch, wird durch bittere Bortomm- armer ist und die Lungen daher ein größeres Quantum Luft ein nisse zum Menschenfeind und gebt in die Berge. Die Liebe einer Frau atmen müssen, also zu größerer Arbeit auf natürliche Weise gezwun zicht ihn schließlich wieder ins Leben. Dem Manuskript wurden ernsthafte gen werden Diese Darlegungen zeigen, daß der Großstädter, der sich Gedanken zugrunde gelegt, aber nicht durchgeführt. Bis zum 4. Att ist die nicht so intensiv wie der Landarbeiter in frischer und reiner Luft Anlage bis auf ein störendes Durcheinanderquirlen der einzelnen Gescheh förperlich ausarbeitet, systematische Uebungen treiben nisse gut, dann jedoch wird der Verfasser von allen guten Geistern und jedem beachtenswerten Borsaz verlassen, und es wird nur noch auf Kino. muß zur Gesunderhaltung der Lungen- und Herztätigkeit. Ein möglichkeiten gesonnen. Buguterlegt fabriziert man den üblichen Stitsch. pernünftig betriebener Sport schafft einen breiten Regie und Photographie walteten feinsinnig thres Amtes. So waren z. B. Brustkorb, der die Voraussetzung für die Ausdehnung der Lunge die Schneelandschaften, obwohl man sie im Film so oft zu sehen bekommt, ist. Sportliche Uebungen haben schon oft aus brustschwachen Bervon einem eigenartigen Reiz umtoben. Ja, so manches Motiv, das schon sonen breitschultrige und gesunde Menschen gemacht. Neben dem abgebraucht ist, mutete neu an. Sünstlerisches Empfinden schuf prächtige Turnen, Schwimmen, Rudern und der Leichtathletik kommen die Bilder. Die Schauspieler, erfte Belegung, machten sehr viel aus ihren vielen Spiele in Betracht: Fußball, Hocken und Turnspiele. Die Rollen und zwangen teilweise zum Miterleben. Doch Wollen und stönnen beste Lungengymnastik wird aber doch beim Wandern in zerschellten an den Mängeln des Manuskripts Die Magyarenfürftiu".( Primus Balaft) Den Kindesraub hinaus in die freie Natur! Seht euch nicht in die Kinos frischer Waldluft betrieben. Treibt Sport, wandert durch Zigeuner es handelt sich natürlich um eine Prinzessin nahmen die Gebrüder Merander zum Stoff für ihre Zirkusromanze. Die schmedt und Kneipen, wo außer dem Körper auch der Geist zugrunde gewiderlich nach Sacharin, denn die beiden Alexander haben ganz bestimmt richtet wird. Ihr jungen Burschen und Mädel denkt daran, daß feine fultivierte Phantafie. Sie zerren mal wieder den bewußten Film auch eure Lungen Nahrung haben müssen, wenn ihr gesunde bringen, der mit einem edlen Charakter behaftet ist, in den Bordergrund Menschen finder werden sollt. Der Kampf ums Dasein braucht und gebrauchen Intriguen, Verdächtigungen, Aussagen auf dem Sterbebett ftarte, fräftige Menschen, er läßt die Schwächlinge zuerst und die Standesheirat als übliche Requisiten. Kühn tischt man diese untergehen. Wer zur rechten Zeit naturgemäß lebt, wird Sächelchen immer wieder auf und fagt dann es gefällt dem Bublifum auch in späteren Jahren mit Mut und Ausdauer in den Reihen Dabei ftolpert man über unwahrheiten und widersprüche. Werner Fund feiner Klaffengenoffen tämpfen können. als Regisseur und F A. Wagner als Photograph gingen mit einer ge wiffen Großzügigkeit vor. Sie brachten wirkungsvolle Bilder, namentlich Meeres- und Manegeaufnahmen. Margarete Schlegel, die Magyarenfürstin, verstand es, gut auszusehen. S e. b. e. b. Interessant war ein Heuschreckenleben", regiert durch Hunger und Liebe, verschönt durch peinlichste Reinlichkeit. Die Relativitätstheorie im Film. Am 3., 4. und 5. Mai, 8 11hr, finden in der Aula der Technischen Hochschule zu Charlottenburg Vor führungen des Filmweries Die Grundlagen der Relativitätstheorie Einsteins statt. Die Einsteinsche Theorie hat erneut an Interesse gewonnen, seitdem die Beobachtungen der fanadischen Expedition ihre Richtigkeit bestätigt hat. Der Film enthält wesentliche neue Ergänzungen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Alle für die Parteinachrichten bestimmten Veröffentlichungen find an das Bezirksjekretariat Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, 2. Hof links 2 Treppen zu senden. Die an die Redaktion gesandten 2iffeilungen können feine Beachtung finden. Borständekonferenz. Sonnabend, den 5. Mai, abends 6 Uhr, findet im Gewerkschaftshaus, Engelufer 23/24, Saal 1 eine Borständekonferenz mit folgender Tagesordnung statt: 1. Der Internationale Sozialistentongres Pfingsten 1923 in Hamburg. Referent Genoffe Artur Crifpien. 2. Wahl der Delegierten. Auf dieser Konferenz müssen vertreten sein: Der Bezirksvorstand und ein weiterer Bertreter der Kreisvorstände, fowie je ein Bertreter der Abteilungsleitungen. Der Bezirksvorstand. 106. Abt. Johannisthal. Die Maifeier findet nicht bei Schreiner, Friedrichstraße, sondern im Bürgergarten, Partstraße, flatt. Treffpunkt zur Demonstration vormittags 9 Uhr am Rathaus. 5. Areis Friedrichshain. Freitag, den 4. Mai, 7 Uhr, öffentliche Beamtenverfammlung in der Aula der 12. Realschule, Rigaer Str. 8( Nähe Baltenplag). Tagesordnung: 1. Die Beamten und die Teuerung". Referent Stadtrat Hermann. 2. Freie Aussprache. Befreundete Be amte und Frauen mitbringen. Die Werbeausschüsse müssen einladen. Schwimmfest in Neukölln. M. S. V. Kreisleitung Ostdeutsche Verbands- Vorrunde. Am 13. Mai ist Borrundenspiel um die Meisterschaft des Ostdeutschen Spielverbandes. E3 treffen aufammen der 1. reis gegen den 15. Kreis in Berlin nachmittags 4 Uhr auf dem Teutonia plab, Chriftianiaftraße. Den 1. Streis vertritt Alemannia- Berlin, den 15. Streis eine tettiner Mann= faft. Den Schiedsrichter stellt der 16. Kreis, die Bälle stellt Alemannia. tommiffion wird gebildet aus: 1. Dem Kreisleiter des 15. Streifes, 2. dem Der Plaz muß zu diesem Spiel gefreidet sein, Teutonia! Die Brotests 2. Streisleiter des 1. Kreises, 3. dem Bezirksleiter vom Often, 4. dem Bea airfsleiter vom Südwesten und 5. bem Berbandsleiter. Die organisatorische Leitung hat der Norden, bie technische der Kreisleiter, die Kaffengeschäfte regelt Genoffe Hutmann. Das zweite Spiel der Vorrunde ist in Spremberg. Dort treffen aufammen der 14. und der 16. Kreis, bertreten durch SternBreslan und Lasmania- Sorst. Hierzu stellt Berlin einen Schiedsrichter. Schöneberger Arbeitersportfest. kommenden Sonntag die Freie Turnerigafi Groß Berlin im Auf dem Dominicus- Sportplag, dem Schöneberger Stadion, wird am großen Rahmen ein Bild ihres vielseitigen Sportbetriebes geben, das für weite prattifden Betrieb neue und eigene Wege zu gehen. Das soll auch auf Streife Jntereffe haben dürfte. Der junge Berein, der zurzeit bereits ziemlich 60 Turn- und Sportabteilungen hat, fucht in feinen Bevanstaltungen wie im Neben der reinen Zeichidiesem Sportfest wieder zum Ausbrud tommen. athletil, bei der die Höchstleistungen einzelner im Bordergrunde stehen, wird bas Geräteturnen sowie diverse Turnspiele, Handball, Fauftball und Barlauf gezeigt werden. Den Abschluß, bildet eine Reihe Fußballspiele. Der außer ordentlich große Blag wird daher in allen feinen Teilen ausgenugt werden. Die leichtathletischen Beranstaltungen beginnen Bunft 2 Uhr mit einem Stil. einschließlich Brogramm 100 M., an der Kaffe 200 W. Rinder zahlen ohne lauf aller Teilnehmer. Der Eintrittspreis beträgt im Borverkauf für Erwachsene Brogrammi 20 M. Der Sportplag befindet sich am Sachfendamm, Ede Briefter. meg. Fahrverbindung: Ringbahn Bahnhof Ebersstraße, Untergrundbahn Bahnhof Sauptstraße. 8u zahlreichem Befuch ist die sportfreudige Arbeiterschaft, insbesondere die Jugend, eingeladen. Einen Jiu- Jitsu Rampftag veranstaltet am Sonnabend, den 5. Mai, abends Uhr, die Sportliche Bereinigung ,, Nordost" in ihrer Sporthalle, Chriftburger Straße 7. Es fämpfen: Federgewicht: Buhlmann( N.) gegen Heering( Fichte Gildoft), Gallowsty( NO.) gegen Lupte( Fichte 3); Leichtgewicht: Herzog( ND.) gegen Webelhors( Sandow), Jüttner( NO.) gegen Kohlmez( Deutsche Eiche). Bayer( Deutsche Eiche, 120), beide awei adhe, tampferfahrene Jiu- Jitsuer, unsere Im Herausforderungstampf stehen sich gegenüber Angermüller( NO., 120) und besten Technifer im Reichtgewicht, und Steinte( 90., 145) gegen Gillert( 175). Steinte hat diesmal teine leichte Aufgabe, benn er trifft in dem riesigen Gillert auf einen an Größe, Gewicht und Kraft bedeutend überlegenen Gegner. Umteidigung, gymnastischen Vorführungen und einem Konkurrenzheben in zwei rahmt werden die Rämpfe von einer Borführung des Jiu- Jitsu als GelbftverGewichtstlaffen. Märkische Leichtathletik- Vereinigung. Der am 13. Mai ftattfindende tümlich mitgeteilt wurde, um Uhr. Als Umkleibelotal kommen für 5, 16, 17, 18, W. Wegner, Danziger Straße Ede Prenzlauer Allee, für Das große lotale Schwimmfest, das der Schwimmverein Borwärts" Berlin 1897 am Sonnabend im Stadtbad Neukölln veranstaltete, fand einen außerordentlich regen Zuspruch. Das Stadt bad war schon vor dem festgesetzten Anfang der Veranstaltung überfüllt. Dieses Schwimmfest, ter Abschluß der Wintersaison, war ein Zeugnis fördernder Arbeit, die an den Uebungsabenden und im Verein geleistet wurde. Das abwechslungsreiche Brogramm wurde mit bemertenswerter Erattheit durchgeführt. Den Gästen ist wirklich viel geboten worden und selbst bei weniger Intereffierten fonnte feine Ermüdung aufkommen. Alles ging wie am Schnürchen. Ein Zeichen wohlerwogener Organisation und freistraßenlauf beginnt um 10 Uhr vormittags, nicht wie irrrFührung, ein Zeichen wohlverstandener freiwilliger Unterordnung. 1, 2, 20, 19, Botrzeba, dönhauser Allee 134b, in Grage, für Laufer der ein sehr schönes Bild bot. Auch fand das Schülerschwim Straße, für Sáufer 9, 10, 11, 12, Otto Stofenberger, Langenbedstraße Ede Eröffnet wurde die Veranstaltung durch einen Damenreigen, säufer 6, 7, 8, 13, 14, 15, tid. Degen, Elbinger Straße Ede Braunsberger men größte Aufmerksamkeit, während die Stafetten die Zuschauer Elbinger Straße. Bei jeder meldung sind von jetzt ab sämtliche Teilnehmer, zu lebhafter Begeisterung hinrissen. Die Unterwasser auch bei ben Stafetten mit genauer Geburtsangabe und ob Turner oder schwimmer zeigten ganz beachtenswerte Leistungen, ebenso die ständig au melden. Meldegebühr für alle der M. 2. B. Gemeldeten von Sportler anzugeben. Außerdem find awei Rampfrichter und zwei Ordner für Springer. Das Springen stellt sehr große Anforderungen an 20 m. nicht bergeffen einzufenden. Am 8. Mai Kampfrichterfibung um 7 Uhr, die Nervenfraft der Ausübenden und daher ist es lobenswert, daß Total wird noch bekanntgegeben. in 16. Mai erweiterte Sportausschußlizung die Zuschauer fich völlig ruhig verhielten. An den Leistungen aber sichteblag um 7 Uhr. Am 5. Mai Sportlehrstunde um 5 Uhr ebenfalls bort. M. S. V. Hodey". Vertretertag am 2. Mai, abends 28 Uhr, bei Woit, fah man es wieder, daß der Arbeitersport es gar nicht nötig hat, neue Bahnhoffir. 2. Legesordning: M. S. B.- Organ Sommerferie. Kanonen heranzuzüchten, tüchtige Leistungen ergeben sich von selbst. 7 Uhr Borstandssitzung. Erscheinen sämtlicher Vereine erforderlich. Von dem glänzenden Verlauf dieses Festes geht ohne Zweifel Frauen-, Jugend- Abeilung. Mittwoch, 2. Mai, Freitag, 4. Mai, Sonntag, Männer, Leichtathletit, Hodey, Rudern. mieber eine starte Werbetraft für den Arbeitersport aus. 6. mai 1923, Training auf dem Städtischen Sportplay, Neutöün, Grenzallee, Der Schwimmverein„ Borwärts" plant die Erbauung einer Treffpunkt: Ringbahnhof Kaiser- Friedrich- Straße, Mittwoch und Freitag 6 Uhr, eigenen Sommerbadeanstalt. Zu seinem Vorhaben, Sonntag 9 Uhr. Vertreter der Sockeb- Abteilung: Walter Breeb, Baumschulen das bei der Opferwilligkeit der Arbeiterschaft gelingen wird, tanne. Baumschulenftr. 84/85. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin N. 87, Singendorfstr. 7. man ihin herzlich Glüd wünschen. Fußball- Resultate vom Sonntag. Adler 08 hatte Mühe und Not, gegen Bernau 1: 1 zu spielen. Bis Halbzeit kann Bernau durch Mißverständnis der beiden Berteidiger ein Tor erzielen. Später drückt Adler start und verlegt das Spiel zum größten Teil in die Hälfte von Bernau; aber alles wird daneben geknallt. Erst 10 Minuten vor Schluß fann 4. Kreis Prenzlauer Berg und 5. Kreis Friedrichshain. Dienstag, den 1. Mai, Halbrechts durchbrechen, wird aber kurz vor'm Tor zu Fall ge Füche steht zur Berfügung. Bei ungünstigem wetter fällt die Gartenfeier ausgleichenden Tor ein. Boruffia und Lichtenberg II nachmittags 3 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain, Gartenfeier. Die Raffee bracht. Der Mittelstürmer besorgt nun das übrige und sendet zum Abends 8 Uhr im Konzertsaal Friedrichshain künstlerische Maifeier. fonnten auch nur ein 3: 3 Resultat zustande bringen. Man fah Gintrittspreis 300 M. Die Bezirksführer rechnen die Matkarten mit ben ein vollkommen verteiltes Spiel, welches sich zum größten Teil im 4. Kreis Prenzlauer Berg. Im Anschluß an die Sigung der Bezirks- und Stadt. Mittelfelde abspielte. Was Borussia an Technit mehr verfügte, verordneten am 3. Mai findet um 8½ Uhr im Bezirksamt eine Gigung des ersetzte 2. durch Eifer. Stralau mußte fich von Char engeren Kreisvorstandes statt. Die Abteilungstaffierer merben gebeten, lottenburg eine 1: 2- Niederlage gefallen lassen. Zunächst B. Areis Kreuzberg. Freitag, hentai, br, Streisfunktionärtonferens Mittelfeldspiel. In der 35. Minute Gedränge vor'm Tor, welches zweds Abrechnung der Maifeier ebenfalls teilzunehmen. bei Rabe, Fichteftraße. Dieser Abend ist von anderen Beranstaltungen frei. Ch. das erste Tor einbringt; jetod) bald darauf gleicht Str. aus. zuhalten. Treffpunkte zum 1. Mai: aus. Abteilungsfaffierern ab. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Die Abteilungen treffen sich zum Abmarsch vor. mittags 9 Uhr an folgenden Stellen: 24. Abt. Bins, Ede Danziger Straße; 25. Abt. Arnswalber Plag; 26. Abt. Genefelderplag; 27. Abt. bei Bleffin, Stargarder Str. 3; 28. Abt. am Wörther Plag; 29. Abt. bei Burg, Brenz Tauer Allee 189; 30. Abt. am Humannplag; 31. Abt. am Arnimplag. Zum Rüdmarsch treffen fich die Genossen am Neuen Martt( Luther- Denkmal). 5. Areis Friebrichshain. Die Abteilungen treffen sich um 10 Uhr auf der Bro. menabe Grantfurter Allee( Weberwiese). Armbinden mitbringen und bie Banner und Fahnen mit dem Abteilungsstempel verfehen, der Grund wird hort mitgeteilt. Die Fraktion der BEPD. trifft sich ebenfalls dort. Am Mittwoch, den 2. Mai, 7 Uhr, bei Rofin, Gubener Str. 19, erweiterte KreisDorstandsfikung. 14. Kreis Reutölln. Die Ordner sur Maifeier in der Neuen Belt treffen fich bis 1½ Uhr im Garten. Die Abteilungen werden ersucht, die Fahnen nach der Demonstration in der Neuen Belt abzuliefern. Die nichtverkauften Rarten müssen bis 8 Uhr an den Raffierer abgegeben werden. 4. Abt. Bormittags 9 Uhr bei Schwarz, Blankenfelbeste. 10. 5. st. Bünktlich 9% Uhr Rofenthalerplag. 7. Abt. 9 Uhr bei Dahms, Schlegelftr. 9. 15. Abt. 9 Uhr Humboldthain, Grenzstraße. 21. 6. 9 Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21. 22. 26t. 9 Uhr auf dem Beppelinplag. Für Nahzügler[ pätestens 10 Uhr Nettelbedolag. 28. bt. 9 Uhr Wörther Plaz. Abmarsch 9% Uhr. 30. Abt. 9 Uhr Sumanplag. 31. Abt. 9 Uhr Arnimplah( Sparkaffe). Abmarsch mit Mufil. 33. st. 91 Uhr an der Rirche am Rudolphplag. 15. Abt. 9 Uhr bei Drellfe, Gahreinerstr. 18. 42. Abt. 9 Uhr Marheinedeplag. 56. ht. Charlottenburg. 9 Uhr bei Lierfch, Rante. 62. Athletik- Sport- Glub e. 2. Freie Schwimmer Neukölln. Vorstandsfizung am 8. Mai, abends 8 Uhr, bet Frent, Ganghoferstraße. Vereinsversammlung am 5. Mai, abends 8 Uhr, Ideal- Klause", Marefcftraße. Arbeiter Rabfahrer- Bund Golibarität", Berlin. Die Ordner der Abteilungen müffen um 9 Uhr im Luftgarten, Wasserseite, fein und freihalten. Der Gauvorstand. Arbeiter Enen- und Sport- Bund, 1. Kreis, 5. Bezirt. Montag, den 7. Mat 1923, Bezirks- Vorstandsnigung mit Bezirks- turnausschuß und den Gruppenleitern in Niederschönemeibe, Restaurant Töpfer, Berliner Str. 114. Spiele für 1. und 2. Mannschaft auf eigenem Blaz. B. F. C. Teutonia 09 fucht an Wochentagen( Mittwochs und Sonnabends) Retourspiel oder 25 Broz. Entschädigung. Angebote an Mar Eichel, N. 4, Borsigstr. 26. An alle Kartellvereine! Laut Beschluß der Generalversammlung beträgt der 2. 65, Hochstädter Str. 10, eingefandt oder Dienstag und Donnerstag nach Kartellbeitrag für Monat April pro Mitglied über 14 Jahre 20 M. Dieser Beitrag muß fofort vom Raffierer an die Geschäftsstelle, Robert Dehlschläger, Berlin mittags von 3-6 Uhr in der Auskunfterteilungsstelle, Fichte- Sporthaus", Köpenider Str. 108, an Dehlschläger persönlich abgeliefert werden. Unpunti, liche Sahlung des Beitrages zieht den Berluft der sportlichen Rechte in den Sportorganisationen nach sich. Fichte" Sporthaus, Köpenider Str. 108. Geschäftsführende Ausschußfihung am Donnerstag, den 3. Mai, 7 Uhr, im Aner und umliegenden Bereine haben am Gonnabend, ben 5. Mai, gemeinschaftArbeiter Turn- und Sportbund, 1. Kreis. Die Turnerspielleute der VerTiche Uebungsstunde auf dem Fichte"-Turnplag in Treptow. Beginn 7 Uhr. 82. bt. Steglig. Die Genossen des 7. Bezirks treffen fich früh 8 Uhr auf bem 51. bt. Charlottenburg. Am 1. Mai begeht der Solzarbeiter Otto Bogel, Martusplag zum gemeinsamen Abmarsch. 98. bt. Neukölln. 8% Uhr Kranoldplag. Mittwoch, 104. Abt. Rieberschönemeibe. 9 Uhr Bahnhof Niederschönemeibe. ben 2. Mai, 7% Uhr, Borstandsfigung im Konferenszimmer der Knaben Schule Stubomer Straße. Zihtenberg. 114. Abt. 9 Uhr Gärtnerplag. 116. st. 9 Uhr vor der Schule Holteistraße. 121. Abt. Karlshorst. Fürstenbab. Beginn 3½ Uhr. Festredner Dr. Caffant. 137. Abt. Reinidendorf- Weft. 8½ Uhr im Försterhaus, Goharnweberstr. 114. Abmarsch 9 Uhr pünktlich." 141. Abt. Rosenthal. 8% Uhr am Bahnhof. Morgen, Mittwoch, den 2. Mai: 26. bt. 7% Uhr im Musikalischen Fuchs", Joftyfte. 7, Funktionärsigung. Alle Gewerkschaftsfunktionäre, Beamten- und Mietervertreter müffen er feinen. 44. bt. Die Genoffin Bina Soltkamp, Admiralstr. 18, ist verstorben. Die Beerdigung findet nachmittags 2 Uhr von der Halle des Garnisonfriedhofs, Safenheide, aus ftatt. 46. Abt. Unfer Genoffe Rudolf Sahn, Görliger Str. 56, ist geftorben. Die Einäferung findet um 4% uhe im Srematorium Baumschulen meg ftatt. 84. Abt. Lantwig. 8 Uhr Funktionärligung bei Schulz, Kurfürstenstr. 37. 89. Abt. Neuföln. 7½ Uhr Funktionärstzung bei Stahl, Sanderstr. 11. 136. bt. Reinidendorf.Dft. 7% Uhr Funktionärßigung im Jugendheim, Geebab, Residenzite. 49. Jungfozialisten. Gruppe Friebenau: 8 Uhr im Jugendheim( Gemeindeschule), Offenbacher Str. 5a, Eröffnung der Gruppe. Bortrag: Unfere Arbeit. Referent Genoffe Wegner. Gruppe Brig: 7 Uhr im Jugendheim, ChauffceStraße 48, Otto- Braun- Abend. Gäfte willkommen. Haefelerstr. 10e, im Alter von 71 Jahren in voller Frische feine 30jährige Zugehörigkeit zur Partei. Wir wünschen unserm Genossen, daß er sich nocy recht lange einer guten Gesundheit erfreue. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Kinderhilfe: Bunter Abend der Bandfahrer Inneve Gtabt 111, in der Aula der Fürstin- Bismard- Schule am Mittwoch, ben 2. Mai, abends 7 Uhr, Sybelftraße 2-4. Der Gesamtertrag tommt bedürftigen Proletarierkindern unserer Gruppen Steinstraße, Muladstraße und Schönhauser Straße zugute. Berband Cherechtsreform, Sis Berlin. Am Mittwoch, den 2. Mai, 8 Uhr, Berfammlung im Restaurant Greiffenberger, Jerufalemer Str. 8. Berbandsfynditus Rechtsanwalt Dr. Mendelsohn spricht über„ Die Notwendigkeit der Cherechtsreform". Freireligiöse Gemeinde. Mittwoch, den 2. Mai, abends 7% Uhr, Bezirks. verfammlung Norden I, Bappelallee 15. Bortrag des Herrn Dr. Guttmann: ,, Nervenkrankheiten". Gäfte willkommen. Freitag, den 4. Mat, abends 7% Uhr, Weinmeisterfte. 16-17, öffentliche Versammlung. Vortrag des Herrn Dr. A. Hompf: Kirche und Freidenker". Bereinigung her wreunde von Religion und Böllerfricben. Mittwoch, den 2. Mai, abends 7½ Uhr, in der Aula der 13./14. Gemeindeschule, Charlottenburg, Bestalozziftr. 40, außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung wird vor der Tagung bekanntgegeben. Die Religion der inneren Zatsache" lautet der Bortrag, den Dr. Bruno Wille am Donnerstag, den 3. Mai, 7 Uhr, in der Rurfürstenftr. 141 hält. Berein ber Stralfunder zu Berlin. Donnerstag, 3. Mai, 8 Uhr, 3 Sonnenuh, An der Oberbaumbrüde, Garderobe Deutscher Metallarbeiterverband Deutscher Metallarbeiter- Verband besonders preiswert auf Teilzahlung! Herren: für Damen: Anzüge Schlüpfer Paletots gestr. Hosen Kleider Mäntel Kostüme Röcke Regenmäntel Ersatz iür Maß in gr. Auswahl Beiser Lothringer Str. 67 Alte Gebisse auch zerbrochene pro Zahn 3500, 4000 bis 80000 Mark Gold- Dublee-, Silberbruch kauft zum Tageskurs Zahn- Ankaufsstelle Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Karl Oltrogge am 27. April gestorben ist.. Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeitvorm.01hr bis nachm.4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833 bis 836 und 6592 bis 6595. Morgen, Mittwoch, den 2. Mai: Die Beerdigung findet am Mittwoch, Bezirks- Vertrauensmännerkonferenzen ben 2. Mai. nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Schöneberger Friedhofs an der Blanken Hölle Eydistr, aus statt. Unfer Rollege, der Drücker August Schröter ist am 27. April gestorben. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. b. M., nachm. 4 Uhr, von ber Beichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in Schönhausen- Nordend aus statt. Ferner ist unser Rollege, der Klempner Gustav Thiele am 26. April geftorben. Die Einäfcherung findet Mittwoch, den 2. b. M., nachm. 1 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Herzlichen Dant 147/14 29806 in folgenden Lokalen: 1. Bezirk: 3um Prälaten, Weißenfee Lehberftr. 122. Ede Greifswalder Straße, nachmittags 4 Uhr. 2. Bezirk: Comenius- Sale, O 34, Memeler Straße 67. nachm. 4½ Uhr. 3. Bezirk: Sollmann, Rigaer Str. 67, nachmittags 5 1hr 4. Bezirk: Bähe. Stralauer Allee 47, nachmittags 4 Uhr 5. und 7. 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