Nr.209+ 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 103 Bezugspreis: File ben Monat Mai 5800 97. Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar, und Memelgebiet fowie Desterreich und Suremburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Boftbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Eftland, Finnland, Frant reich, Holland, Lettland, Luxemburg. Defterreich, Schweden, Schweiz Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Boll und Reit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage ,, Sieblung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin' Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 200 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle Loftet 1200 M. Reklamezeile 6000 Mt. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 875 9.( zulässig zwet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jedes weitere Wort 150 M. 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Wenn aber die Condon, 4. mai.( WIB.) Lord Curzon sprach heute, erstatter des Temps", daß die belgische also teine deutsche Note so schlecht ist, wie man sie darstellt, so braucht auf der Jahresversammlung der Primrose League in der Alberthall. gemeinsame Antwort gleichzeitig mit der französischen in man sie nicht noch schlechter machen als sie ist. Die Brüsseler Er äußerte sich über die Ruhrfrage und erklärte dabei, daß er es ab- Berlin überreicht werden wird. In den Hauptargumenten offiziöse„ Etoile belge", die übrigens die deutsche Note durch lehne, die Lage mit Mullosigkeit oder Berzweiflung zu betrachten. für die Zurückweisung des deutschen Vorschlages soll den Geschäftsträger Landsberg überreichen läßt, gibt den Er fuhr fort:„ Ob das deutsche Angebot gut oder schlecht ist, zwar die belgische Erwiderung mit belgische Erwiderung mit der französischen Bunkt 3 der formulierten deutschen Vorschläge in einer Ueberund sehr viele betrachten es als unangemessen, identisch sein, dagegen soll fie andere Garantie- fegung wieder, die in deutscher Rückübersetzung sagt: forderungen enthalten. Allein dieses Wort, das der Deutschland hat bereits auf Rechnung seiner Schuld Sach" Temps" Berichterstatter gebraucht, müßte eigentlich darauf schließen lassen, daß zumindest die belgische Antwort doch eine Art egenvorschläge und feine einfache, trockene Abjedenfalls geht die Frage uns alle an. Wir werden aus der schwierigen und besorgniserregenden Lage nur durch ein gemeinsames Vorgehen herauskommen. Wenn die Deutschen vor den Raf, die Entscheidungen und die Handlungen aller beteiligten Hauptmächte gestellt werden, so werden die Aussichten lehnung enthalten wird. auf einen Erfolg beträchtlich wachsen." eine Léon Blum gegen den Ablehnungsfeldzug. Die von Curzon gewählte Formel flingt wie Paris, 4. Mai.( WTB.) Léon Blum schreibt im Populaire", warnende Fanfare an die Adresse jener französischen Boli- die französische Presse habe die deutschen Vorschläge alsbald wie ein tiker, die sich anschickten, bei der Behandlung des deutschen Mann für unannehmbar, lächerlich, anmaßend erklärt, eine zwar Angebots England wieder einmal als Luft zu behandeln. In- einmütige oder doch fast einmütige, aber nicht fpontane dessen steht der entschiedene Ton dieser Erklärung im Wider- Strömung; denn die gleich zu Anfang von einer höchftstehenden spruch mit einer Mitteilung der offiziöfen Reuter- Bersönlichkeit des Quai d'Orsay abgegebenen Erklärungen seien das Agentur, wonach in Londoner offiziellen Kreisen verlaute, gemeinsame Thema, das jeder nach seinem Talent variiere. Bier daß die englische Regierung die deutsche Note gemeinsam mit zehn Tage lang habe die große Preffe, bevor sie auch nur die der französischen Antwort prüfen werde. Das letztere würde Angebote recht fannte, fie für unannehmbar erklärt und die öffent bedeuten, daß England also doch auf eine direkte Einwirkung liche Meinung darauf vorbereitet, sie für unannehmbar zu halten. auf den Wortlaut der französischen Antwort verzichtet und Serbette im" Temps" habe mit unglaublicher Hartnäckigkeit weitere Beschlüsse erst nach einem Vergleich zwischen beiden wiederholt, daß jede von Deutschland angebotene 3iffer Dokumenten faffen will. wie sie auch ausfallen möge, unzulänglich ohne sich mit London zu besprechen. teistungen entsprechend den bestehenden Verträgen ausgeführt. In Wirklichkeit lautet Bunft 3: Deutschland wird in Anrechnung auf seine Schuld nach den Bestimmungen der bestehenden Verträge Sachleistungen ausführen, über deren Ausmaß nähere Vereinbarungen vorbehalten bleiben. Es handelt sich nicht um einen Uebersehungsfehler, der nur aus einer fast vollständigen Unkenntnis der deutschen Sprache zu erklären wäre, sondern um eine direkte Fälschung. Denn der weggelassene Relativfaz über deren Ausmaß nähere Vereinbarungen vorbehalten bleiben", hätte auch in notdürftigster Uebersetzung dem Leser sagen müssen, daß es sich hier nicht um schon ausgeführte, sondern um noch auszuführende Sachlieferungen handelt. In einen wie großen Teil der belgischen und der französischen Presse diese Fälschung übergangen ist, fönnen wir im Augenblick nicht feststellen, daß sie von„ Etoile Belge" selbst verübt ist, glauben wir nicht, da sich dieses Blatt über die deutsche Note mit vorsichtiger zurückhaltung äußert. Bon der französischen und belgischen Presse ist zu verlangen, daß sie sich für derartige Verwandlungskunststücke ebenso interessiert wie für das allerdings eigenartige Dechiffrier- Mißgeschick der deutschen Rumpfbotschaft in Paris. Indes, ob die deutsche Note in franzöfifcher Uebersetzung noch schlechter gemacht wurde als sie ist, und ob sie in ihrem stimmte Formel vom Ausgangspunkt der Berhandlungen". Ein Ausgangspunkt kann der Punkt sein, von dem Es mag sein, daß die Warnung Curzons in Brüffel fein würde, daß alle vorgeschlagenen Garantien, wie sie auch Eindrud macht, dagegen ist es fraglich, ob man sich, in Paris fein mögen, illuforisch sein würden. Er habe seine Freude danach richten wird. Die französische Regierung hat in den darüber nicht verhehlt, dah Deutschland jede Zahlungsfähigkeit, jede lezten Jahren und besonders seit dem Einmarsch ins Ruhr- Kreditwürdigkeit verloren habe, weil sein Bankrott den Franzosen gebiet Gelegenheit gehabt, zu beobachten, daß. Englands die Möglichkeit geben würde, das Ruhrgebiet auszubeuten, d. h. es Drohungen regelmäßig ohne praktische Folgen zu behalten. Die Note des Kabinetts Cuno trage fichtbare Renn- unverfälschten und richtig dechiffrierten Text ein diplomatisches bleiben. Immerhin geht aus nachstehenden Pressestimmen zeichen eines in letter Stunde zwischen den durch franzöfifche Meisterstück ist, das ist nicht die Hauptfrage. Die Hauptfrage hervor, daß es in Paris auch solche einflußreichen Kreise gibt, Fehler vorübergehend wiederbelebten Mächten des Widerstandes ist, ob endlich mit Berhandlungen begonnen benen bei dieser Politik der glänzenden Isolierung" nicht über- und aufrichtigen Anhängern der Erfüllungspolitit geschlossenen wird, um einem Zustand ein Ende zu machen, der für ganz mäßig wohl zumute ist: Bergleichs. Aber dieses Angebot, so wie es gewesen fei, mit Europa eine Schande ist. Die deuetsche Note hätte gewiß stärker Die linksradikale Lanterne" warnt davor, die öffentliche allen feinen Fehlern trotz seiner Unzulänglichkeit, sei und das und besser gewirft, wenn sie, weniger von innerpolitischen RüdMeinung der Welt, die Frankreich schon an und für fich wenig habe Poincaré wohl gewußt sichten belastet, das offen ausgesprochen hätte, was die ganze günstig fei, herauszufordern. Die Gelegenheit sei günstig, nicht Deutschlands letztes Wort Belt denkt und empfindet. den Deutschen Gegenvorschläge oder, wenn das Wort miß- gewesen. Boincaré schleudere dieses Rein hin, ohne auch nur so note bestimmt, auf jene Formel der Münchener Kanzlerrede Innerpolitische Rücksichten haben z. B. die Verfasser der falle, Bedingunger des Abkommens entgegenzusetzen. Auch Homme Libre" tommt heute zu der Erkenntnis, das vorsichtig oder so höflich gemesen zu fein, Rom zu Rate zurückzugreifen, die feinerzeit hier kritisiert wurde: die unbe Frankreich ohne weiteres die Verhandlungen mit 3u ziehen, vor allem aber, Deutschland aufnehmen fönne, sobald Deutschland seine Borschläge verbessere. Inzwischen trauche Frankreich nur in reger Seine Haftung vor der Note und seine Haltung nach der Note er man den Anfang nimmt, und der Punkt, auf den man hinaus Fühlungnahme mit den Alliierten zu bleiben.( Diese Stimme ist flärte und ergänzten einander. bemerkenswert, weil der Chefredakteur des Homme Libre", Lautier, ein Vertrauensmann Millerands ist.( Red.d., B."). Journée Industrielle"( Organ der Wendel- Gruppe der Schwerindustrie. Red. d.„ B.") schreibt, Poincaré und die belgischen Nach Auflösung des deutschen Konsulats Thorn. Minister ständen einem doppelten Risito gegenüber, einmal Die polnische Regierung hat der deutschen Gesandtschaft der Gefahr, durch zu große Unnachgiebigkeit eine nachteilige in Warschau eine Note zugehen lassen, in der die Liqui Reaktion für die Alliierten hervorzurufen, das andere Mal der dation des Konsulats Thorn bis zum 15. mai Gefahr, durch Aufnahme von Verhandlungen einem Schiedsspruch gefordert wird, weil das Konsulat in polenfeindlichem zuzutreiben, den Frankreich nicht annehmen könne. Unter diefen Umständen sei es wünschenswert, daß die französische und die belgische Antwort nicht völlig ohne Wissen der übrigen Alliierten abgefaßt würde, was eine ausgesprochene diplomatische Angelegen heit sei, vorausgefeßt allerdings, daß man sich nicht Manns genug fühle, in voller Il ne abhängigkeit bis ans Ziel vorzugehen. Aber auch in diesem Falle wäre es doch von Wichtigkeit, die Anstrengungen, die eine derartige Politit der Unabhängigkeit er fordere, nicht übermäßig zu belasten. Eine Forderung Polens. will. Nun spricht Havas von einer deutschen Forderung nach Räumung vor Beginn der Verhandlungen, und der Pariser BTB.- Berichterstatter bemerkt dazu:„ Die deutsche Note ent hält keine derartige Forderung." Wir sind der Meinung, daß der Pariser MTB.- Berichterstatter ganz richtig verstanden hat, und nehmen an, daß er von deutscher Stelle zu ſeiner Erflärung autorisiert ist. Besser aber wäre es, wenn diese Erklärung von einer Stelle abgegeben würde, deren Auslegung als authentisch betrachtet werden muß, und noch besser wäre es Sinne tätig gewesen sei, indem es die Deutschen des dortigen gewesen, menn Unflarheiten vermieden worden wären, durch Bezirks von einer Abwanderung nach Deutschland ab ge- deren Aufklärung der Schein eines Rückzugs hervorgerufen alten( also ihnen das Verbleiben in Bolen angeraten wird. hat!) und dabei mit der Organisation der Deutschen polnischer Alle diese Dinge vermehren nur den Wirrwarr, statt zur Staatsangehörigkeit, dem Deutschtumsbund, zusammen gear- Klärung zu führen, die für alle Beteiligten dringend notwendig beitet habe. ist. Hier aber drängt sich ein Gesichtspunkt in den BorderUm die brüste und provozierende Forderung der polnischen grund, dessen gemeinsame aufmerksame Betrachtung wenigRegierung fachlich erörtern zu können, muß man nähere Nach- ftens zum Anfang einer Lösung führen muß. Alle bisher richten abwarten. Bon vornherein fann man sagen, daß es veröffentlichten Reparationspläne der verschiedensten RegieIn Italien zeigt sich das deutliche Bestreben, eine enge bei der noch ungeklärten Stellung der in Polen verbliebenen rungen stimmen darin überein, daß das Reaprationsproblem Frontgemeinschaft mit England zu bilden, was Deutschen, die einen verzweifelten Kampf gegen rechtswidrige ohne eine internationale Anleihe überhaupt nicht offenbar auf die Besorgnis zurückzuführen ist, ebenso wie Eng- Berfolgung führen, selbstverständlich ist, wenn die deutsche Ver- lösbar ist. Auch der neueste angebliche französisch- belgische land durch Frankreich ausgeschaltet zu werden. Es ist dabei auch tretung mit ihnen soviel Fühlung hält, als nötig ist, um die Plan, den der" Daily Telegraph" veröffentlicht, rechnet mit die Rede von einer bevorstehneden 3 usammenfunft fümmerlichen Versailler Minderheitsrechte zu wahren. Bor einer internationalen Anleihe, wenn auch nur zunächst im Mussolinis mit Bonar Law in Rom gelegentlich allem aber ist das Vorgehen Polens formell, sagen wir, recht Betrage von 3,4 Milliarden Goldmart. Der deutsche Plan eines Besuchs des englischen Königs in Italien und einer un europäisch. Internationalen Gepflogenheiten entspricht glaubt an die Möglichkeit, in den nächsten acht Jahren 30 MilMittelmeer- Erholungsreise des englischen Premierministers. es, sich über vermeintliche diplomatische Uebergriffe zunächst liarden auf dem internationalen Finanzmarkt aufbringen zu Doch sind die darauf bezüglichen Meldungen aus Rom bisher einmal im Notenwechsel auseinanderzusehen. Dentbar wäre fönnen. 2ber 30 Milliarden oder 3,4 Milliarden soviel ist unbestätigt geblieben. auch die Forderung der Abberufung eines mißbeliebigen Ge- sicher, daß Deutschland feinen Pfennig geliehen bekommt, sofandten oder Konfuls. Die Liquidation einer ganzen lange nicht seine Gesamtschuld auf einen tragbaren Betrag zuBehörde jedoch erinnert an längstverwichene Zeiten des rüdgeführt ist, und solange nicht Garantien dafür gegeben sind, daß sich die deutsche Wirtschaft, die deutsche Gesetzgebung und vorigen Jahrhunderts. die deutsche Verwaltung im Reichsgebiet fres und unbedroht von gewalttätigen Eingriffen entfalten können. Auch in Amerita äußert man sowohl in politischen wie auch in geschäftlichen Kreisen über den franzöfifchen Ablehnungswillen lebhafte Unzufriedenheit. Man er blidt dort in den deutschen Vorschlägen eine Grundlage für weitere Verhandlungen. Ueber die Haltung der belgischen Regierung ver lautet bisher nichts Sicheres. Sie hat gestern den Poincaré schen Entwurf einer Antwort geprüft. Es scheint aber, Will man nicht jugendliche Unreife bei dieser polnischen Forderung annehmen, so fäme nur die bewußte Absicht in Frage, die deutsch- polnischen Beziehungen zu früben, die Dresdener Verhandlungen zu zerschlagen. daß sich das Brüsseler Kabinett diesmal nicht damit begnügen In der Paulskirche in Frankfurt a. M. findet am 18. Mai eine will, einfach seine Unterschrift unter das französische Dokument Gedenffeier zur Erinnerung an die 75. Wiederkehr des Eröffnungszu setzen. Die Pariser Bresse spricht zwar die Hoffnung aus, tages der Deutschen Nationalversammlung im Jahre daß eine gemeinsame französisch- belgische Antwort in 1848 ftatt, an der Reichspräsident Ebert, Reichsregierung und Berlin überreicht werde, dagegen meldet der Brüsseler Berichte Mitglieder des Reichstages teilnehmen werden. Dieser Einsicht trägt sogar der französisch- belgische Plan einigermaßen Rechnung, indem er von der theoretischen Summe" von 132 Milliarden soviel herunterrechnet, daß schließlich nur 45 milliarden als realer Betrag der deutfchen Schuld übrig bleiben. Ob dieser Betrag überhaupt aufgebracht werden kann, müßte die Frage einer nüchternen Brüfung sein von englischen Sachverständigen wird sie bekanntlich verneint. Beide Teile sind daran intereffiert, daß man end lich einmal nicht mehr mit theoretischen Summen", sondern] Gegen diese Absicht erheben wir auf das schärfste Ein-| Minister Schwener nahm während der zweitägigen Aussprache mit praktisch leiftbaren Beträgen operirt, denn mit dem, was spruch. Wir glauben verlangen zu dürfen, daß der Reichstag eine geradezu flägliche Haltung ein. Er wußte auf diese schwer nicht gezahlt werden kann, fann auch Frankreich seine Finan- sich mit dieser Angelegenheit beschäftigt. Denn was bedeutet wiegende Mitteilung aus dem Munde eines regierungstreuen Mit. zen nicht in Ordnung bringen. diese Regelung? Das Kohlensyndikat hat vor Monaten gliedes nichts weiter vorzubringen als er werde der Sache nachJeder Vernunft noch unzugänglich zeigt sich der schon einen sehr erheblichen Kredit durch das Reich erhalten. gehen und wenn es sich so verhalte, so wäre der Beamte als ein französisch- belgische Plan in der Frage der Pfänder. Das Durch den Marksturz ist dieser Kredit, der nicht wertbeständig Giftmischer entlarot. Genosse Roßhaupter stellte am Donners Ruhrrevier soll etappenweise nach den deutschen Zahlungen ge- gegeben worden ist, um etwa die Hälfte entwertet. Neh- tag und Freitag wiederholt die Frage an den Minister, räumt werden, Eisenbahnen und Bergwerke sollen unter eine men wir an, das Kohlensyndikat habe einen Kredit von woher die Waffen der Kampfverbände am 1. Mai stammten internationale Verwaltung" gestellt werden. Ein solcher Plan 700 Milliarden Mark erhalten, so wären das bei einem Dollar- und wohin sie gekommen seien. Der Minister wußte nichts darauf erscheint als infam und utopisch zugleich. Keine deutsche Regie- stand von 20 000 35 Millionen Dollar. Jezt aber ist es zu erwidern, als daß der Fall erst untersucht werden müsse. Die rung wird Verkehrswege und Bodenschätze in eine fremde einem Dollarstand von 40 000 die gleiche Marksumme nur noch Waffen befanden sich in den Händen der Reichswehr; aber er Hand legen was bliebe dann von Deutschland überhaupt etwa 171 Millionen Dollar. Angesichts dieses übergroßen fonnte nicht sagen, in welchem Orte sie niedergelegt worden sind. noch übrig? Aber die Etappen der Räumung sollen erheblich Entgegenkommens an das Kohlensyndikat darf unter feinen Auch die Abgeordneten anderer Parteien stellten die völlige Ohn abgekürzt werden, wenn die Zahlungen durch Aufbringung Umständen jezt auch noch eine Erstattung der Lohnerhöhung macht der Regierung fest, die unwiderlegliche Beweise erbracht von Anleihen beschleunigt werden, so daß sich schließlich wieder durch das Reich in Frage fommen. habe, daß ihre Machtmittel vollständig versagen. Die Debatte im auch die Möglichkeit einer Räumung in fürzester Frist" er- Es ist überaus fennzeichnend für den Kurs, der jetzt im Ausschuß fann nur als das Vorspiel zu einer noch gründ geben würde- vorausgesezt, daß eine große Anleihe rasch Reichswirtschaftsministerium herrscht, daß an Unternehlicheren Aussprache im Plenum betrachtet werden, wenn der Etat aufgebracht werden kann. Und wenn sich die„ internationale mern mit vollen Händen gegeben wird, daß aber jede der Münchener Polizeidirektion zur Beratung gelangt. Verwaltung" auf dem Wege der Interpretation zu einer Lohnerhöhung der Arbeiter von dieser Stelle aus die schärffte ,, internationalen Kontrolle" verflüchtigte, wie sie einem Bekämpfung findet. Gläubigerkonsortium eben zugestanden werden muß, so würde sich auch hier das Bild beträchtlich ändern. Worauf es antonunt, das ist, daß man auf beiden Seiten aufhört, mit Worten Fangball zu spielen und Mißverständnisse künstlich hervorzurufen, um nationalistischen Strömungen entgegenzukommen. Daß Deutschland durch Befreiung von der Befagungsplage und durch Begrenzung feiner Schuld wieder leistungsfähig gemacht wird, liegt auch im wirtschaftlichen Interesse Frankreichs. Daß die Befreiung von der Besagung durch leistbare Opfer erreicht und ein erträgliches Verhältnis zwischen den beiden großen Nachbarvölkern herbeigeführt wird, liegt auch im Interesse Deutschland s. Wenn sich Frankreich entschließt, Deutschland gegenüber feine Militär- und Machtpolitik, sondern eine Politik der wirtschaftlichen Vernunft zu treiben, dann, aber nur dann werden auch in Deutschland die Kräfte frei werden, die Frantreich alle politischen und wirtschaftlichen Sicherheiten gewährleiften, die es vernünftigerweise verlangen fann. Die Frage der Verhandlungen ist aufgeworfen. Die Regierung Poincaré sagt Nein, aber der Lebenswille der Bölter spricht ein deutliches I a. Es hängt viel davon ab, ob dieses Ja auch aus Frankreich vernehmlich sein wird. Die Opfer" der Kohlenbarone. Das Reich zahlt. Ausfuhrkontrolle und Stühungsaktion. Die bedrohte Devisenablieferung. Um die Verschleuderung ausländischer Waren an das Ausland zu bekämpfen, ist die Ausfuhrkontrolle und Ausfuhrabgabe eingeführt worden. Unter der Herrschaft des Reichswirtschaftsministers Dr. Becker befindet sie sich in vollem Abbau. Als das Inlands preisniveau sich den Weltmarktspreisen start genähert hatte, fonnte eine gewisse Berechtigung auf einen Abbau der Ausfuhrabgabe bei manchen Waren nicht abgestritten werden. Jetzt aber hat sich die Situation entscheidend geändert. Durch den Sturz der Mark um die Hälfte ihres Wertes sind die Weltmærftpreise faft auf allen Gebieten wesentlich höher als die Inlandspreise. Bei der Ausfuhr von Waren werden also Riesengewinne gemacht. Die Ausfuhrabgabe ist deshalb sehr erträglich. Abermals wilde Schießereien in München. München, 4. Mai.( TU.) Gestern abend fam es nach Schluß einer Bersammlung der sozialistischen Jugendgruppe zu Zusammenstößen mit Nationalsozialisten, die eben von einer Seftionsversammlung heimkehrten. Es entstand eine Rauferei, bei der auch geschossen Etwa 15 bis 20 Schüsse fielen. Ein jugendlicher wurde. Sozialist wurde in den rechten Oberschenkel getroffen und erheblich verletzt. Der Schießer fonnte noch nicht festgestellt wer Den. Ein weiterer Borfall, der politischen Hintergrund hatte, ereignete sich in der Horemannstraße. Dort fiel ein Schuß. Ein Dienst mädchen, das nach dem Tatort eilte, fah, wie ein Bantbeamter vor Der Bantbeamte ist An anderen Leuten weggetragen wurde. gehöriger der Roßbach Gruppe. Er hatte einen Schuß in den linken Oberschenkel erhalten. Ferner versuchten Nationalsozialisten, eine Gastwirtschaft am Mariahilfsplah auszuheben. Sie wurden aber von der Polizei daran gehindert. = Internationales Meeting. Kommunistische Masken. Mit dem Abbau der Ausfuhrabgabe vollzieht sich auch der Abbau der Ausfuhrkontrolle und die Schaffung einer AusfuhrDie Reflame ist bei den Kommunisten gut organisiert. Neuer, freiliste. Das bedeutet, daß deutsche Waren völlig ungehindert und rings arrangieren sie im ganzen Lande Internationale unkontrolliert ins Ausland verkauft werden fönnen. Das Reich meetings", wo dann die„ Vertreter des internationalen usw. bekommt dann weder Ausfuhrabgaben, noch den Anteil aus den Broletariats" aufmarschieren, um die internationale Stärke der fomeingehenden Devisen, den es bisher erhalten hat. In einem Augenblick also, wo die Reichsbank zu Stüßungszwecken eine ver- munistischen Bewegung vorzutäuschen. In Waldenburg, wo nach stärkte Devisenablicferung notwendig hat, wird diese Devisenabliefe- fommunistischer Drahtmeldung" 18 000 Arbeiter erschienen waren, stärkte Devisenablieferung notwendig hat, wird diese Devisenabliefe- sprach zum Beispiel als„ Vertreter der Sowjetregierung" Herr rung verhindert. Immer größere Beträge des Reichsbant Krasnow. Dieser Herr entpuppte sich bei einer Nachprüfung goldes müssen also auf den Markt gebracht werden und feiner Papiere durch die Polizei als der biedere Bürger des Deutschen fließen in die Taschen von Spekulanten des Hans Reiches Herr Rösner aus Breslau. Die Turkestaner pflegen dels und der Industrie, die sie aufspeichert. Eine derartige Unter sonst in Deutschland in der KPD. unter deutschem Namen zu argrabung der Stüßungsaftion ruft die schärfsten Bedenken hervor. beiten. Daß man jetzt Deutsche als Turfeftarer verkleidet, ist eine Wir verlangen vom Reichsfinanzminister, der dem Parlament für die Stügungsaktion verantwortlich ist, daß er hier sofort eingreift. originelle Neuerung. Trotzdem dürfte auch diese Anreißerei wenig Schweyers Fiasko. helfen. Maifeierkämpfe in Riga. In der amtlichen Meldung über die letzte Sigung des Reichskohlenrats wurde mitgeteilt, daß die Werte die Kosten für die Lohnerhöhung fürs erste ohne Preiserhöhung übernehmen wollen. Die Vertreter des Bergbaues hatten dabei betont, daß sie Opfer zu bringen bereit seien". Das letztere ist ein dreister Schwindel. Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß die Grubenherren Forderungen in Höhe von Der Münchener Maitag im bayerischen Haushaltausschuß Riga, 3. Mai,( Eigener Drahfbericht.) Am 1. Mai fam es 400 Milliarden Mark für Erstattung verausgabter Lohn- München, 4. Mai.( Eig. Drahtbericht.) Bei Beratung des in Riga bei den Demonstrationen der Arbeiterschaft zu blutigen, fummen für angeblich unproduktive Zwecke verlangen. Diese Rapitels Münchener Polizeidirektion im Haushaltsausschuß des Zwischenfällen, die von Faschistentrupps hervorgerufen wurden. Die Forderung schießt weit über das Ziel hinaus und würde Bayerischen Landtags entwickelte sich eine hochbedeutsame politische Polizei unterstützte die Faschisten. Es gab insgesamt 30 Berwundete, bei Erfüllung den Grubenbefizern einen Vorteil auf Kosten Aussprache, deren Ergebnis zeigt, daß die Regierung von allen darunter ist der Parteisekretär Genosse Bruno kalnin, der die der Allgemeinheit zuweisen. Aber das genügt den Gruben- Barteien verlassen ist. Selbst ihre hauptsächliche Stüße, fozialdemokratischen Ordnungsmannschaften befehligte. befizern noch nicht. Weit davon entfernt, für die Lohn- die Bayerische Volkspartei, ließ fie im Stich. Die Abgg. erhöhungen Opfer zu bringen", wollen sie diese Opfer dem unte und Dr. Pestalozze drängten darauf, daß endlich von Neue Krise in Lausanne. Reich auferlegen. Bei der undurchsichtigen Finanz- der Regierung die drohenden Gefahren erkannt und die nötige wirtschaft, die gegenwärtig in Deutschland getrieben wird und Energie und Tatkraft dagegen aufgebracht werden. Von Nachdem die Türfen eine von Frankreich, Italien und bei der Unterstützung, die alle derartigen Forderungen durch der Zerfahrenheit in den höheren Beamtenkreisen sprach eine Mit- Rumänien angenommene Formel des Italieners Montana geneh den jezigen Reichswirtschaftsminister Becker erfahren, scheint| teilung des Abg. Wohlmut Bayer. Bp.) über Aeußerungen migt hatten, die die gerichtliche Verfolgung von Ausländern von diefer Blan auch gelingen zu wollen. Es besteht, so schreibt der eines Ministerialrats, die in einer Versammlung der Baterländi- der Zustimmung franzöfifcher Sustizbeamten in der Türkei abhängig " Sozialdemokratische Parlamentsdienst", nämlich die Absicht, ichen Verbände gefallen waren. Dieser Ministerialrat hatte dort ge- machte, haben die Alliierten nun plöglich durch den englischen Vordie Beträge, die für Lohnerhöhungen erforderlich find, als fagt, die Regierung sei im Berein mit den Fransitzenden Rumbold sich gegen diese Formel erklärt; fie fordern unproduktive Ausgaben anzusehen, so daß das sosen, dem Kardinal Faulhaber und dem Papst ieht weitergehende Zugeständnisse. Dies lehnen die Türken entReich diese Ausgaben trägt und nicht die Bergwerksbefiber, wie gewillt, Bayern vom Reich zu trennen. Die Mehr- rüftet und unbedingt ab. Die Mehr- rüstet und unbedingt ab. In anderen Rechtsfragen, wie der der die amtliche Meldung wahrheitswidrig behauptet. zahl der Beamten folge aber der Regierung nicht auf diesem Wege. Amnestie, hat man sich dagegen geeinigt. Ansprache an die Herren Diebe. Meine sehr geehrten Herren! Ihre Geschäfte gehen gut, gehen glänzend! Kein Tag, der Ihnen nicht eine beträchtliche Beute bringt. Fast niemals aber hört man, daß die Polizei Ihrer habhaft geworden ist. Entweder liegt das daran, daß Sie Ihre Methoden auf das wundervollste vervollkommnet haben, so daß Ihre Kunst ein fach ohne Konkurrenz dasteht, oder es liegt daran, daß die Polizei es an der nötigen Fertigkeit und Figigkeit fehlen läßt. Indessen, wie immer! Nicht diese Streitfrage soll hier zur Debatte gestellt werden, ich habe Wesentlicheres und Wichtigeres auf dem Herzen, was mich zwingt, mich an Sie zu wenden. In der letzten Zeit haben sich Fälle ereignet überaus trauriger und betrüblicher Natur, die, ich scheue mich nicht, dieses harte Wort hier hinzuschreiben, den Gedanken glaubhaft und gerechtfertigt erscheinen lassen, daß es anständige Diebe nicht mehr gibt. " 1 Sie wisser doch, meine Herren, daß Schriftsteller ganz weltfremde und verrückte Kerle sind, die an Dingen hängen, für die es beim Trödler auch nur einen Pfennig gibt. Ich meine natürlich für die Kleinigkeiten, fann es aber im übrigen feinem Trödler verdenken, wenn er auch für einen Schriftsteller keinen Pfennig von seinem mühsam erworbenen Geld her geben will. werden. Die Cunard- Linie, eine der größten, welche Auswanderer befördert, verspricht jetzt den Auswanderern eine Reihe guter Dinge und Bequemlichkeiten. Unter anderem follen sie während der Fahrt beim Essen die musikalischen Darbietungen des Schiffsorchesters ge nießen. Ein schöner Fortschritt der Zivilisation, der gerade im richtigen Zeitpunkt kommt: denn in England hat eine Auswande rungswelle eingesetzt; zunächst sollen die englischen Arbeiter die versprochenen Genüsse der Seefahrt austoften. Die Arbeitslosigkeit geht zwar in England langsam zurück, doch scheint es, daß die Herr die Arbeitslosigkeit, wenn sie auch langsam zurückgest, doch eine ständige Erscheinung bleiben wird. Die europäische Staatskunst vermochte es nicht, die Währungen zu stabilisieren, dagegen gelang ihr die Stabilisierung der Arbeitslosigieit. Krieg und Kriegsfrieden drücken den Arbeitern den Wanderita in die Hand! Ich täusche mich gewiß nicht, wenn ich annehme, daß auch Sie einen Diebstahl bei einem armen Schriftsteller durchaus unfair| lichkeit des industriellen Englands für lange Zeit zu Ende ist und daß finden und ein solches Vorkommnis mit mir verdammen. Sie haben sicher bisher von dieser Entgleisung einiger Ihrer Bunftgenossen noch nichts gehört, und ich bitte Sie, diesen Fall, der geeignet erscheint, Ihren ganzen Stand in Berruf zu bringen, bei Ihrer nächsten Vorstandssitzung mit allem Nachdruck zu erörtern. Bei Ihrem bekannten Gerechtigkeitsgefühl werden Sie sicher dafür Sorge tragen, daß sich derartige Ungehörigkeiten nicht wieder ereignen! Karl Fischer. Zuderboykoff in Amerika. Die Hausfrauen in allen Teilen der Bereinigten Staaten haben sich zu einer großen Bewegung gegen den Zuderwucher zusammengeschloffen. Die Zuckerfabrikanten haben nach einem Wort des Generalstaatsanwalts Daugherty ihren Rou lettetisch auf den amerikanischen Frühstückstisch gesetzt" und spefuDie Maifeier des Bezirksbildungsausschusses Groß- Berlin in lieren in unerhörter Weise mit den der Amerikanerin so lieben Das aber bedeutet einen starken Stoß gegen Ihr Standesgefühl der Philharmonie war durch die musterhafte Aufführung von Süßigkeiten. Das Feldgeschrei der Hausfrauen lautet: Steine und Ihre Standesehre, und darum wende ich mich an Sie, um Sie Beethovens Neunter" und durch die echt volkstümlich Schokolade mehr, tein Konfekt und die Enthaltung von jedem Zucker, zu veranlassen, von solchen Elementen, die Ihren ganzen Stand empfundene, redefünstlerische sehr bemerkenswerte Ansprache unseres tis die Preise fallen." Die großen Frauenklubs, von denen diese blamieren, Ihren Beruf zu befreien. Paul Löbe weit emporgehoben über eine spezifisch parteipolitische Bewegung ausgeht, glauben, daß ein streng durchgeführter KäuferSehen Sie, meine Herren, früher haben Sie, wenn Sie ein Festivität, war Menschheitsfeier und erhebendes, nachhaltig mir- streit die Zuckerwucherer bald zur Uebergabe zwingen wird. Der ,, Ding drehn" wollten, die Stellen und Quellen aufgesucht, von denen tendes Erlebnis für die zweeinhalbtausend Besucher. Schon der Zuckerboykott soll aber nur der Auftakt sein für einen Käufer. musikalische Auftakt: Bachys Loccata in F- Dur, von Berlins aner streik, der gegen die allgemeine Teuerung der LebensSie wußten, daß ein reicher Segen" Ihnen sicher war. fanntem Organister Prof. Walter Fischer gespielt, gab Niveau. mittet protestieren foll. Die Wut gegen die Zuckerverteuerer Mein Gott, man muß solche Sachen ohne alle Sentimentalität Löbes Rede steigerte die Stimmung der Versammlung ins Ernst- u ird in Regierungsfreifen für berechtigt gehalten. Die kubanische ansehn, dann begreift man das Selbstverständliche Ihres Vorgehens feierliche. So ward des reifen Beethoven reifstes Bert würdig Erzeugung soll ziemlich umfangreich sein, und man nimmt an, daß und findet es ebenso natürlich, wie es notwendig ist, daß jemand, empfangen. Wir halten mit Robert Schumann( Florestan) es für die Spetulanten riefige Zuckermengen vom Markte fernhalten, um der einen goldenen Ring faufen will, zum Juwelier geht und nicht vermessen, über das Wert des Größten felbft zu reden. Hermann die Preise in die Höhe zu treiben. zum Kohlenhändler, Scherchen hatte als Gastdirigent die musikalische Leitung. ScherSie, meine Herren, sind bei diesem bewährten Brinzip auch chen ist uns als Dirigent des( politisch links orientierten) Ge= immer gut gefahren und haben ihre Ernte gehalten, worum ich Sie mischten Chores Groß- Berlin( Mitglied des Deutschen Drama Arbeiter- Sängerbundes) in guter Erinnerung. Seit etwa dreiviertel gewiß nicht beneide. Jahr dirigiert er die Museumskonzerte in Frankfurt a. M. Eine Barbara Kemp, die bekannte Sängerin der Berliner Staatsoper, ist interessante, starte musikalische Bersönlichkeit! Der Schein in diesen Tagen zum leptenmal in der New Yorker Oper als Monna Lisa pflugsche Chor( Dirigent Arnold Ebel hielt sich im Rahmen aufgetreten. Sie wird bereits im Mai wieder in der Berliner Staatsoper feiner guten Tradition. Als Solisten wirkten: Gertrud Wolf auftreten. Ihre erste Rolle ist die der solde. ( Sopran) in erfreulicher aufsteigender Entwicklung begriffen und Ein Konzert zum Besten der notleidenden Studierenden der unseren Kreisen seit langem eine Freundin, Paula Weinbaum Berliner Hochschulen, zu welchem sich namhafte Künstler zur Verfügung ( Alt), von der man Gutes gewöhnt ist, Waldemar Hente gestellt haben, veranstaltet die Universität am 7., abends 8 Uhr, in der ( Tenor), Karl Armster( Baß), beide ihren weiblichen Partnern Neuen Aula( alte Bibliothek). ebenbürtig. Neid und Mißgunst sind mir ganz unbekannte Begriffe und haben niemals in meinem Legiton gestanden. Jetzt aber, meine Herren, gibt es Kollegen unter Ihnen, die von diesem guten und geraden Weg abweichen und sich an Leuten vergreifen, die taum etwas zu beißen und zu brechen haben. Ich will Ihnen heute nur diesen einen Fall zur Begutachtung vorlegen. 11. Da sind Diebe in ein Hinterhaus gegangen, drei Treppen hoch, und haben die Wohnung eines armen Schriftstellers helmgesucht. Auswanderung mit Mufit. Der Auswanderer, der, in seiner Von den sechs Hemden, die er sein eigen nannte, haben die Heimat vergebens um das tägliche Brot ringend, sich aufs hohe Diebe fünt, die noch nicht ganz brach und brüchig waren, genommen, Meer begeben hat, um sein Glück in überseeischen Ländern zu suchen, war immer ein willkommenes Objekt für die Ausbeutungssucht der und außerdem haben sie diese und jene Kleinigkeiten geflaut so lautet ja wohl in Ihrer lebendigen und bildsamen Sprache der immer zu den besten Geschäften, wovon die hohen Dividenden der Schiffahrtsgesellschaften. Der Transport der Auswanderer gehörte Ausdruck für jene Handlung, für die das Ihnen feindliche Straf- Schiffahrtsgesellschaften, die sich damit befaßten, Zeugnis ablegen. gesetzbuch Gefängnis bereit hält, Kleinigkeiten also, die dem Dabei war die Reise der Auswanderer durchaus nicht angenehm zu armen Schriftsteller und seiner Frau aus irgendwelchen Gründen nennen. Im überfüllten Zwischended, in luftlosen Schlafstätten mußten diese Opfer die weite Reise zurücklegen. Jetzt foll es anders wertvoll waren, Das Neue Voltstheater bereitet eine Aufführung von Barlags Der tote Zag vor. Für die weibliche Hauptrolle wurde Agnes Straub, für die Regie Paul Günther verpflichtet. " Eine Ausstellung des staatlichen Bauhauses in Weimar findet von Witte Juli bis Ende September statt. Der Termin für die Eröffnung der Ausstellung und außerdem für die besondere Bauhaus woche wird demnächst bekanntgegeben werden. Ein Erfolg deutscher Funktechnik wird der Reichstelegraphen bon der Funfstelle Kuching in Sarawat auf Borneo mitgeteilt. Diefe 11 000 Ailometer entfernte Funtſtelle beobachtet jebe verwaltung muster bausen mit der Funkstation Budapeſt. Racht von 1 Uhr ab den Verkehr der deutschen Hauptfuntſtelle önigs. Seichen nicht etwa nur notdürftig zu beobachten, sondern init gleicher Hiernach sind die Lautstärke gut und deutlich aufzunehmen. Die Apparate der Budapester Funkstelle sind ebenfalls deutsches Erzeugnis. Der Krupp- Prozeß in Werden. T Gemeingefährlicher Unfug. Hindenburg und Eitel Frik nehmen Paraden ab. = Werden, 4. Mai.( BTB.) Nachdem sich das Gericht für zus ständig erklärt hatte, wurde zunächst Dr. Krupp von Bohlen und Halbach einem eingehenden Berhör unterzogen, das über eine Stunde dauerte. Durch immer neue Fragen sucht sich das Gericht Klarheit über das Verhältnis von Aufsichtsrat und Direk- Bor uns liegen einige Exemplare von einer Werbeschrift, serne zu verschwinden. Inzwischen verstärkte sich die Ansammlung torium zu verschaffen, wobei Krupp insbesondere betont, daß dem die von dem französischen Propaganda dienst in Einzelne Schupoleute, die jetzt erschienen waren, machten nicht die Aufsichtsrat keinerlei Verwaltungstätigkeit zustehe, sondern daß die der ganzen Welt verteilt werden. Es find Bilder ohne geringste Miene, diesem verkehrserschwerenden Zustand ein Ende Berwaltung Sache des Direktoriums bzw. der einzelnen Direktoren piele Worte. Da steht auf dem Titel„ Der franzö zu bereiten. Straßenbahn und Fuhrwerfe fonnten nur mit großer sei. Arbeiterangelegenheiten unterständen nicht der alleinigen Ent- fische Militarismus eine Bedrohung der Mühe ihren Weg durch die Menge bahnen. Um 7 Uhr preschte vor scheidung des Direktoriums, sondern würden mit dem Arbeiter e It!" Auf der Innenseite des Kartons ist zu lesen: Zwei dem Portal 3 ein Auto heran. Ein unbeschreiblicher Tumult, eine bzw. Betriebsrat besprochen und geregelt. Am verhängnisvollen Bilder, am selben Tage im August 1922 aufgenommen." fürchterliche Hezjagd entstand. Das Auto murde mit Hurrarufen 31. März hatte sich Krupp, nach seiner Befundung, wie an allen Lagen von der Billa Hügel in die Fabrit begeben. Bor seiner Ab- Links sehen wir den Marschall Foch und den französischen begrüßt, und als der Insasse, Prinz Eitel Friedrich, in vollem Unifahrt sei er telephonisch von der militärischen Besegung der Auto- General Weygand in 3ivil und lächelnden Gesichts, die formglanz ausstieg, erfolgten monarchistische Ovationen. Man rief: garage benachrichtigt worden. Diese Nachricht habe er weder von Attentasche unterm Arm, auf einer Marifer Straße daher Hoch die Hohenzollern, es lebe der alte Preußengeist." Ein Reichseinem Mitglied des Direktoriums noch in dessen Auftrag erhalten. wandeln. Darunter steht„ Der französische Kriegsgeist". wehroffizier, in Kriegsschmuck und mit dem Stahlhelm auf dem Kurz vor 9 Uhr sei Direktor Hartwich zu ihm gefommen und habe Auf der rechten Seite aber ist die Unterschrift zu lesen:„ Der Kopf, grüßte den Prinzen in militärischer Haltung. ihm mitgeteilt, daß um 9 Uhr deutsche Friedensgeist"., und darüber die ganze Die verstärkte Reichswehrwache salutierte. Einige Minuten später gemäß einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat die Sirenen Hindenbrurg Ludendorff- Demonstration vom fuhr abermals ein Auto vor. Hier, war der Infasse Hinden. in Tätigkeit August v. J. in München. Hinter und neben den beiden burg, der aber den Wagen nicht verließ, sondern gleich in die gesetzt werden würden. Die Arbeiter verlangten das unbe- deutschen Kornphäen des Weltkrieges, die natürlich in ihrer Kaserne hineinfuhr. Dabei entwickelten sich wieder unter militäribingt, da es fich bei den Autos der besetzten Garage um Wagen vollen alt preußischen Uniform prunten mit dem scher Assistenz die gleichen Huldigungsszenen. Kinder, mit Blumenhandelte, die für die Fabrik und hauptsächlich für die Arbei ganzen wilhelminischen Ordensschatz belastet, stehen hun sträußen schlüpften durch das Tor, was von den Reichswehrsoldaten terschaft benötigt würden. Er habe in diesem Augenblick das berte von älteren und jüngeren Offizieren im nicht verhindert wurde. Lichterfelder Gymnasiaften und Studenten erstemal davon gehört, daß eine solche Vereinbarung über das gleichen„ Schmuck", sämtlich mit der altpreußischen folgten, um auf dem Hof der Kaserne den hohen Gast" abermals Ziehen der Sirenen mit dem Betriebsrat bestand. Später berichtete zu begrüßen. Als diese Ovation schließlich beendet war, erschienen in einer Konferenz des Direktoriums Direktor Bruhn über das Pickelhaube auf den erleuchteten Häuptern. Ergebnis einer Geschäftsreise. Während der. Besprechung ver= Schon damals hat der" Borwärts" mehrfach auf diesen mehrere Schupoleute, die zum Teil ihre Ertrauniform trugen. Aber ließ der eine und der andere Direttor das Zimmer, um sich zu Unfug hingewiesen und seine gefährlichen Konsequenzen in auch diese machten feine Miene, die Menge zu zerstreuen. Born erfundigen, was draußen vorgehe. Auf Zwischenfragen des Vor- außenpolitischer Beziehung hervorgehoben. Diese dauernden rechts und links am Kragen trugen sie die Nummerbezeichnung 3 und fizenden und des Staatsanwalts, ob ihm nicht der Gedante geftom- friegsmäßigen Paraden in einem Lande, das nach Vertrag auch. 13. men sei, einzugreifen, um ein Unglück zu verhüten, das nach und eigenem Recht den alten Militarismus abge= Den Abschluß bildete gegen 9 Uhr abends ein Fadelzug Ansicht des Staatsanwalts bei dem Zusammenströmen der Arbeiterschaft möglich war, erklärte der Angeklagte, daß ihm ein solcher Ge- chafft hat, bedeuten eine so schwere Schädigung des deut- mit Zapfenstreich auf dem von Menschen dicht gefüllten bante auch nicht im entferntesten gekommen sei, um so weniger, schen Ansehens und der Welt, daß sich die Regierung Wirth Kasernenhof. Die Reichswehr gab den Rahmen für den Rummel als bestimmt vor 10% Uhr das Sirenengeheul aufgehört hatte in besonderen Verordnungen gegen diefes demonstrative Uni- ab mit Ehrenfompagnie und sonstigem Tamtam. Auf der Terrasse und von der Straße fein Ton mehr in das nur etwa 100 Meter formtragen wenden mußte. Die raffinierte Ausnutzung der, des Offiziertafinos standen neben einem höheren Reichswehroffizier entfernt liegende Konferenzzimmer drang. Auch sei ihm berichtet zur Freude aller deutschen Spießbürger hergestellten der faiserliche Prinz und der faiserliche Feldmarschall. werden, daß zwei Betriebsratsmitglieder mit einem Effener Stadt. Photographien von der Münchener Barade lächelten huldvoll über die ihnen dargebrachten Huldigungen verordneten zum kommandierenden General nach Bredenen unter- durch den französischen Propagandadienst, zeigt, welches und nahmen ebenso huldvoll das Hurra entgegen, das ein Reichsnegs feien, um den General zur Zurüd ziehung der Truppen Unheil diese abgedankten kaiserlichen Offiziere noch in Friedens wehroffizier auf den Generalfeldmarschall ausbrachte. zu veranlassen. Auch seien, wie er mußte, fchon wiederholt zeiten und in der Republik anrichten fönnen. Soweit unser Berichterstatter, der die ganzen Vorgänge vor diesem Tage bei Besetzungen die Arbeiter durch Sirenengeheut zeiten und in der Republik anrichten können. benachrichtigt worden, ohne daß sich der geringste Zwischenfall er- Neuerdings reift Hindenburg nicht mehr mit seinem von Anfang bis zu Ende mit angesehen hat. Schon seit Lagen waren wir auf die Vorbereitung dieses Empfangs eignet habe. Auf eine Zwischenfrage des Staatsanwalts bestätigt Spezialfollegen Ludendorff in der Welt umher, er sucht sich zweier monarchistischer Größen durch die republi Herr v. Strupp, daß er vor der Teilnahme an der Konferenz zwei- jetzt dazu einen anderen Reisegefährten, nämlich den wegen fanischen Truppen von Lichterfelde aufmerksam gemacht bis dreimal aus dem Fenster gesehen, aber von aggressiver Sal. Kapitalsverschiebung vorbestraften Ordensmeister Eifel worden. Ganz Lichterfelde wußte davon. Das tung und der Friedrich von Hohenzollern. Nachdem die beiden neulich Reichswehrministerium hat aber augenscheinlich in der Antlageschrift behaupteten Bewaffnung der Arbeiterschaft gemeinsam in Stettin eine Gastrolle gegeben, fommen fe ebensowenig etwas davon erfahren, wie das Ministerium mit Stöden nicht das geringste bemerkt habe. Es war turz iegt nach Berlin. Am gestrigen Freitag abend nahmen des Auswärtigen. Denn wenn auch nur eines dieser nach 11 Uhr, als jemand ins Zimmer stürzte mit der Nachricht, es fie in der Reichswehrfaserne zu Lichterfelde beiden Reichsministerien wirklich davon Kenntnis gehabt sei geschossen worden. In höchster Bestürzung sei alles aufge- eine großartige huldigung" der republikanischen hätte, so wäre es eine. so unverantwortliche Untersprungen. Ein Teil der Direktoren fei auf den Korridor hinaus. Truppen entgegen. Unser Berichterstatter schreibt uns über laffung- wenn sie diesen Unfug nicht mit allen Mitteln vergeeilt, die anderen und er felbft feien ans Fenster geeilt, wo sie das Schauspiel: die flüchtenden Arbeiter noch sehen konnten. hinderten, daß wir sie den verantwortlichen ReichsNun tritt eine Pause ein. behörden nicht zutrauen fönnen. Es bleibt also nur die Annahme, daß der festliche Empfang der beiden Monarchistenhäuptlinge in Lichterfelde über den Kopf des Reichswehrministers und des„ Chefs der Heeresleitung" hinmeg veranstaltet worden ist, und daß auch das Reichsministerium des Aeußern absichtlich darüber im Dunfeln gehalten wurde. Gie Die Stegliger Straße zu Lichterfelde bot in den gestrigen In der Nachmittagssitzung wurde zunächst taufmännischer Nachmittagsstunden ein ungewohntes Bild. Etwa gegen 5 Uhr verDirektor Ruhn vernommen. Er erklärte, das Gesamtdirektorium fammelten sich nach und nach große Kinderscharen vor der Ka sei demokratisch organisiert, es feien acht koordinierte Direttoren, ferne des ehemaligen Gardeschüßen- Bataillons. jeder habe sein eigenes Dezernat, in das die übrigen Direktoren Die Ansammlungen wuchsen immer mehr an, sodaß der Verkehr nichts hineinzureden hätten. Bekannt fei ihm gewesen, daß im Fall auf dem Fahrdamm sowie auf dem Bürgersteig stark behindert militärischer Besehung des Werfes Arbeiterdemonstrationen stattfinden sollten, zu denen auf Grund einer Abmachung die Herren wurde. Merkwürdigerweise war nirgends Schutzpolizei zu erblicken, Wir fönnen nun nicht annehmen, daß der ReichswehrSchräpler und Cung mit dem Betriebsrat durch Sirenen das Signal um hier verkehrsregeind einzugreifen. Der neugierige Frager er geben follten. Er habe tros der Vorgänge auf dem Wert seinen hielt die Antwort, daß Prinz Eitel Friedrich und hinden minister eine solche Uebergehung seiner Person und seiner Direktionsfollegen, darunter auch Krupp von Bohlen vnd Halbach, burg den hier stationierten Reichswehrtruppen Amtsstellen dulden wird, ohne die schuldigen Offiziere von seinen Bericht in aller Ruhe erstattet, denn es war seine feste einen Besuch abstatten wollten. Daß etwas Wahres an der Lichterfelde sofort aus ihren Aemtern zu ent Ueberzeugung, daß irgendein ernster Zwischenfall ausgeschlossen ganzen Sache war, merite man daran, daß gegen 6 Uhr auf dem fernen. Und wir können ebensowenig annehmen, daß sich sei; habe ihm doch Fris Thyssen einige Tage vorher die Vorgänge Turm der Kaserne die deutsche Kriegsflagge gehißt der Reichskanzler und der Reichsaußenminister von irgend auf den Thyssen- Werten in Hamborn geschildert, wo ein französi- wurde. Und dann begann's. einem Bataillonstommandeur der Reichsmehr das ganze scher Trupp von Tausenden von Arbeitern, die durch die Sirenen Um 6% Uhr erschien zunächst ein Auto( r. I. E. 25630), ge- politische Konzept verderben lassen will. Deshalb alarmiert worden seien, umringt worden und schließlich ohne den lenkt von einem Reichswehrsoldaten, vor dem Hauptportal. Der unterbreiten wir ihnen die Tatsachen, die sie auf amtgeringsten Zwischenfall abgezogen sei. Direktor Ruhn führte einiges Infasse tes Autos, en offenbar höherer Offizier, musterte mit tri- lichem Wege wahrscheinlich nicht erfahren würden und ers betreffend die Persönlichkeit der verantwortlichen Herren Cuntischen Augen die Menge, um darauf durch das Ostportal der Ka- warten, daß sie schleunigst die gebotenen Konsequenzen ziehen. und Schräpter aus, damit es nicht aussehe, als ob auf diese Herren irgendeine Verantwortung abgeschoben werden solle. Beide feien alte erfahrene und erprobte Leute, teidigung. wollte. Als er jedoch die herbeiftrömende Menge fah, fegte er blid die dramatische Schilderung Müllers, der die Schreckensszene feine Fahrt unverzüglich fort. Müller und die übrigen mit lebenswahrer Wirklichkeit malte, zu unterbrechen, indem Betriebsratsmitglieder, darunter besonders Sander, ordneten er erflärt, diese Dinge gehören woh nicht zur eigentlichen Verjetzt die von allen Seiten herbeieilenden Arbeiter. Darauf begaben In frassem Gegensatz zu den flaren, präzisen Darlegungen fich Müller und Sander wiederum zu dem Offizier und teilten ihm mit, daß das Auto, das er erwarte, zweifellos dagewesen, aber Müllers standen die wieder abgefahren sei. Müller sagte dem franzöfifchen Offizier weiter, er folle mit seinen Truppen auch abziehen, sie würden für ich eren; ungehinderten Abzug forgen. Der Offizier lehnte das ab; wenn die Kommission durch die Masse der Arbeiter daran gehindert sei, zu kommen, dann werde sie Aussagen des Leutnants Durieux, weit entfernt von jeder nationalistischen Tendenz, zu denen das Direktorium das Vertrauen haben fonnte, daß sie feinerlei gewagte Experimente vornehmen würden. Ebenso bestehe der Betriebsrat, der aus der gesamten großen Arbeiterschaft hervorgegangen sei, aus ruhigen, politisch geschulten Leuten. Direktor Hartwig sagt, ais er auf das Werk gekommen sei, hätten ihm Cung und Schräpler mitgeteilt, daß der Betriebs rat mit ihrer Zustimmung das Ziehen der Sirenen beschloffen habe. eines früheren Kolonialoffiziers, der die französischen Truppen Technischer Direktor Defterlen gibt an, daß er technischer an dem verhängnisvollen Tage befehligt hat. Leise und mühsam entwarf der Zeuge ein Bild von den Vorgängen, wie sie sich seiner Direktor sei und die Konstruktionswerkstätte und von den 46 000 Arbeitern der Firma allein etwa 10 000 unter sich habe. Ansicht nach entwidelt hatten. Jeder, der dieser Zeugenaussage beiDreimal mit Banzeraufos und Maschinengewehren waren die Franzosen schon im Wert gewesen, ohne daß die Sirenen wiederkommen und die Straße frei machen. Er warte ab und bleibe gewohnt hat, wird den Eindruck gewonnen haben, daß hier ein ertönten und sich irgend etwas ereignet hatte. Wenn also jetzt die hier. Sander und Müller machten sich jetzt daran, die Arbeiter Offizier, der den sinnlosen Befehl hatte, mit 10 Mann einen Boſten Sirenen nach so langer Zeit ertönten, mußte etwas Besonderes masse, aus der allerhand Zurufe, teils humoristischen, teils groben den Kruppschen Werken zu besetzen und bis auf weiteres besetzt vorgefallen sein: Es wurde noch mitgeteilt, daß die Sirenen auf Inhalts laut wurden, zu beruhigen. Müller hat auch drei Leute ständen wörtlich ausführen zu müffen, wie er burch das zu halten, geglaubt hat, diesen Befehl unter allen Um= ausdrüdliches Verlangen und Drängen des Betriebsrates gesehen, von denen zwei mit Spatenstöcken und der dritte mit zwei Sirenengeheuf, die zu Tausenden anströmenden Arbeiter und die gezogen worden waren, und daß der Betriebsrat die Garantie über- fleinen Hammern, anscheinend feinem Arbeitszeug, versehen war. beruhigenden Ansprachen der Betriebsratsmitglieder an die Menge, nommen hatte, daß bei dieser friedlichen Demonstration nichts Außer diesen drei Personen hat niemand irgendwelche Waffen die er nicht verstand, die aber seiner Ansicht nach die Menge passieren würde. Außerdem hörte ich, daß eine Kommission von cter Gerätschaft bei sich getragen. Müller und Sander begaben noch immer weiter aufreizten und über die ihm zum Teil von drei Mitgliedern, darunter zwei vom Betriebsrat, zum fomman- sich nochmals zum Offizier und baten ihn, abzuziehen, wiederum dierenden General unterwegs sei, um zurückziehung der Truppen ohne Erfolg. Er müsse hier bleiben, erklärte der Offizier, und einem, einige Worte Deutsch verstehenden Mitglied seiner Truppe zu verlangen. Er, Defterlen, habe mehrmals zum Fenster heraus- wenn die Masse den Eingang des Tunnels zur Garage über- unrichtige Angaben gemacht wurden, wie er angesichts dieser gesehen, die Leute hätten nicht sehr dicht gedrängt gestanden, und schreiten würde, werde er euer geben lassen. Die durch die Vorgänge immer nervöser wurde und schließlich, den Kopf verfeien auch immer neu auftrömenden Arbeitermassen gebildete Ansammlung lierend, nur noch durch den Feuerbefehl sich und feine Truppen weder mit Stöden noch sonstwie bewaffnet war schließlich so groß, daß ein Halbfreis um die Garage sich bildete. Hier brach der Vorsitzende die Schilderung wieder ab und bei Aus diesem Halbkreis sei, erklärte Müller, jezt ein Mann hervor. gewesen. Um 10 Uhr 35 Minuten hörten die Sirenen auf und er getreten, der einen alten verrosteten Revolver in der Hand einer Konfrontation des Betriebsratsmitgliedes Müller und habe die Angelegenheit für erledigt gehalten. Um fo mehr erregt hielt. Als er den Revolver hob, habe er, Müller, sich auf den Mann des Leutnants Durieur widersprach Müller in höchst wirkungsfei er gewesen, als um 11 1hr Schüsse fielen. Hierauf habe sich gestürzt, ihn an der Brust gefaßt und in die Menge zurüdge- boller Weise der Behauptung des Leutnants, daß seine Reden aufKrupp von Bohlen aus dem Werl nach dem Essener Hof begeben. it oken, während Sander dem Mann gleichzeitig ins Gesicht reizend auf die Menge gewirkt hätten. Er, Müller, sei es gewesen, Um 4 Uhr trat eine furze Pause ein. schlug. Gander begab sich jetzt zur Direffion, um das Heulen der von Anfang an und schließlich unter Einfèzung des Lebens der Sirenen wieder einstellen zu lassen. Besonderes Interesse rief die beruhigend auf die Masse gewirkt habe. Das würden auch seine Er, Müller, fei zum pierten Male zu dem Offizier gegangen, der aber nicht ab- Freunde, die als Zeugen geladen wurden, vollinhaltlich bestätigen. Vernehmung des Betriebsratsmitgliedes Müller ziehen wollte. Da aber auch keinerlei Beschlagnahme durch die Auch sonstige Angriffe, wie daß Müller sich dem Leutnant gegenhervor, der seine flaren, überlegten Antworten mit lauter Stimme Trippen erfolgte, sei er, Müller, auf den Rücken eines anderen über als Chef der Garage bezeichnet habe, werden von Müller mirtungsvoll widerlegt, ohne daß der französische Leutnant imbeabgab. Man habe ihm am 31. März telephonisch mitgeteilt, daß Mannes gestiegen und habe die dingt auf der Richtigkeit seiner Darstellung beharrt. Er hat die die Franzosen die Autogarage 1 befeht hätten. Daraufhin habe er deutsch gesprochenen Worte Müllers damals nicht verstanden fich mit einem zweiten Mitgliede des Betriebsrates fofort an Ort und sich ein falsches Bild gemacht. und Stelle begeben und sich davon überzeugt. In ihrer Eigenschaft als Betriebsrat hatten sie sich zu dem befehlshabenden Offizier führen lassen und ihm erflärt, daß sie nach dem Betriebsrätegesetz für die ungestörte Fortsetzung des Produktionsprozesses verantwortlich seien, und da die noch in Betrieb stehenden wenigen retten zu fönnen glaubte. Es war 6,15 abends, als schließlich nach anfänglichem Widerspruch der deutschen Verteidigung, der aber dann zurückgezogen murde, der Prozeß auf morgen vormittag 8 Uhr ver tagt wurde. Menge aufgefordert, wieder ruhig an die Arbeit zu gehen. ( Das Sirenengeheul hatte unterdessen, furz vor 11 Uhr, aufgehört.) Müller erklärte der Menge weiter, es sei fein Eingriff in den Brobuftionsprozeß geplant, die Truppen würden teine Autos beschlagnahmen; die Mission der Arbeiterschaft jei im Augenblick beendet. Nach seinen Worten sei in der Menge Unruhe entstan den. Jedenfalls durch Druck von hinten habe die Menge einen Rud Aus der Tagesliste der Schandurteile. nach vorn gemacht, und vielleicht je 10 Mann seien von rechts und Landau, 4. Mai.( WTB.) Das französische Kriegsgericht ver. links über den Tunneleingang hinausgefommen. In diesem Augenblick frachten Schüffe. Er habe zuerst an Schredschüsse urteilte den Oberregierungsrat Glaurer von der Oberpostdiret. geglaubt, plötzlich aber, rechtsstehend, habe er Sander auf dem tien Speyer, weil er Anweisung erteilte, militärische, auf die Boden liegen gesehen, die Hände auf der Brust gefreuzt. Vor ihm Ruhrbesetzung fich beziehende Telegramme nicht weiterzuleiten, zu bag ein anderer Mann mit einem schweren Schenkelschuß und einem Jahr Gefängnis und 2 Millionen Mart Geldstrafe; den Amtsrichter Schneider aus Speyer, der sich weigerte, vor. türmte sich ein 3 bis 4 Meter hoher Menschenhausen auf, unter genannten Oberregierungsrat ins Gefängnis aufzunehmen, zu dem das Blut hervorquoll, wei Jahren Gefängnis und einer Million; den Bostbeamten Friedrich Keller aus Neustadt, der sich geweigert hatte, Telegramme der Franzosen weiterzugeben, zu einem Jahr Gefängnis und awei Millionen Mart Geldstrafe. Autos zum Fortgang der Produktion unbedingt erforderlich feien, gegen jede Beschlagnahme Proteft einlegen müssen. Da der Offizier mit einer Handbewegung zu verstehen gab, daß die Angelegenheit für ihn erledigt fei. einigte sich der Betriebsrats ausschuß dahin, die Angelegenheit der Direktion zu unterbreiten und begab sich sofort zu den Dirktoren Schräpler und Cunge. Dort fam man zu dem Beschluß, die Sirenen ertönen zu lassen. Schräp- hinter ihm ler habe ausdrücklich gefragt, ob der Betriebsrat in der Lage zu sein glaube, die Arbeiter im Falle von Demonstrationen bei der Stange zu halten. Der Betriebsrat versicherte, dies ganz be: Die Menschenmasse flüchtete wild davon. Er, Müller, sei links stimmt zu glauben. Unterdessen wurden die Sirenen in Tätigkeit hinter die Mauer gesprungen, während das französische Militär gesetzt, und die Arbeiter strömten herbei. In diesem Augenblick feuernd aus der Halle herausfam. näherte sich ein französisches Automobil, dem ein Offizier entsteigen ↓ Der Gerichtsvorfißende hält es für geraten, in diesem Augen. Gewerkschaftsbewegung Gewerkschaften und Kommunistische Partei. bar machen wollen. Die Metallarbeiter lehnen den Schiedsspruch ab. Delegierten für die bisherige Berwaltung etnDie Funktionäre der Metallarbeiter aus den dem Verband traten. Ob das Verfahren bei den Wahlen diftatorisch war, überBerliner Metallindustrieller angeschloffenen Betrieben und der zum laffen wir schon der Beurteilung derjenigen, denen noch Objektivität Metallfartell gehörenden Organisationen nahmen gestern abend im augesprochen werden kann. Daß bei den übrigen Wahlen, die mittels Kriegervereinshaus Stellung zu dem im Reichsarbeitsministerium Stimmzettel vorgenommen wurden, die sogenannte Opposition nicht ben gewünschten Erfolg hatte, ist Beweis genug für unsere Dar gefäuten Schiedsspruch. Darüber berichtete Urich. Bei der Beurteilung des Berhaltens und der Tätigkeit der jenigen Gewerkschaftsmitglieder, die der Kommunistischen Partei Nach dem Spruch follen ab 30. April erhalten die in Klaffe 1 ftellung. Die Ortsverwaltung hat auch feine Anträge für nichtig angehören, ist zu unterscheiden zwischen Gewerkschaftsgenossen, die bis 5 eingruppierten Arbeiter über 21 Jahre 1395 bis erflärt. Es sind im Gegenteil Anträge, die auf dem Gautag keine politisch kommunistisch gesinnt und organisiert sind und den fom- 1440, 1355 bis 1400, 1315 bis 1360, 1265 bis 1310 und 1225 bis Annahme fanden, erneut auf die Tagesordnung gesetzt und zur Abmunistischen Parteimitgliedern, die gewerkschaftlich organisiert sind. 1270 m. Die Attordbasen sollen mit Stundenzuschlag betragen Stimmung gebracht worden. Allerdings fonnten nicht die von der Der Unterschied besteht darin, daß erstere sich im Rahmen der Ge- 1360 und 35, 1320 und 35, 1280 und 35, 1240 und 25 und 1200 erweiterten Verwaltung abgelehnten Anträge der Generalversammwertschaftsbewegung betätigen, während die fommunistischen Pariei- und 25 M. Die Arbeiter im Alter von 18 bis 21 Jahren lung erneut vorgelegt werden. Es bedurfte feiner Aufwendung von menschen diesen Rahmen zu fprengen suchen und die Gewerkschaften in Klaffe 1 1180 bis 1225 und ber 5, Klaffe 1035 bis 1080 m. demagogischen Kniffen, da ja die Versammlung volle Entscheidungsder Kommunistischen Partei unterordnen und deren Zweden dienst- erhalten. Attorbbasis und Zuschläge wie bei den älteren Arbeitern, freiheit hatte. Die Mehrheit der Berliner Holzarbeiter lehnt Für jugendliche Arbeiter im Alter von 14 bis 18 Jahren ist Die ADGB.- Gewerkschaften tönnen gleich den Afa- Angestellten ein Etundenfohn van 290 bis 560 m, vorgesehen; für jugendliche es ab, sich ihres Mitbestimmungsrechtes berauben zu lassen und wird verbänden und den ADB.- Beamtenverbänden mehr denn je Arbeiterinnen von 280 bis 520 m.( Einstellungslohn bei den jederzeit von ihrer Verwaltung über ihre Tätigkeit Rechenschaft verDon fich behaupten, daß sie politisch neutral find. Jugendlichen 10 m. weniger.) Arbeiterinnen über 21 Jahre langen; fie lehnt es aber auch weiter ab, sich der Dittatureiner Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß fie auf sollen 945 bis 975 M. Stundenlohn erhalten und eine Attordbasis Minderheit zu fügen, die feinen ernsthaften Willen zur prat. sozialistischem Boden stehen, ihrer ganzen Berfassung von 930 m. und 15 M. festen Stundenzuschlag. Arbeiterinnen von tischen Gewerkschaftsarbeit zeigt. Soweit die Wiederund ihren Zweden nach stehen müssen. Die Gewerkschaften fragen 18 bis 21 Jahren einen Stundenlohn in Höhe von 795 bis 825 m. wahl der Angestellten in Frage fommt, hat der Berichterstatter die Erklärung, die auch von fommunistischen Kollegen lediglich nach der Berufszugehörigkeit. Bist du Kollege oder und die gleiche Affordbasis. Rollegin von uns und willst du mit uns für günstigere Lohn- und In der folgenden Distuffion sprachen fich sämtliche Redner gegen anerkannt worden ist und die befagt, daß alle angestellten Kollegen Urbeitsbedingungen eintreten, wie für alle Bestrebungen, die damit die Annahme dieses Schiedsspruches aus, der bei der Abstimmung sich verpflichten, nur nach den Beschlüssen der Verbandstage und in Berbindung stehen, dann bist du uns willkommen. Welcher Ab- auch mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. Es wird Gewerkschaftskongreſſe ſich zu betätigen und es ablehnen, einer ftammung du bist, zu welcher Religion du dich bekennst oder ob run noch eine Urabstimmung in den Betrieben statt politischen Barteiinstanz für ihre Gewerkschaftsarbeit Rechenschaft du wie Schiller dich zu feiner bekennst, aus Religion, welcher finden. Die Verbandsmitglieder werden gebeten, auf die bezüg- abzulegen, vergessen zu veröffentlichen. politischen Partei bu angehörst, das ist deine Sache, die mit der Ge- lichen Bekanntmachungen in der Bresse au achten. Schließlich erbracht sein, daß auch die im Holzarbeiterverband fich betätigenden werkschaft nichts zu tun hat, die du deshalb auch nicht in die murde noch aus der Mitte der Versammlung eine aus neur Mit kommunistischen Kollegen von dem Berichterstatter der„ Roben Gemertschaft hineintragen darfst. gliedern bestehende Kommission mit der Aufgabe gewählt, bei den Fahne" weit abrüden. neuen Berhandlungen bzw. im Schlichtungsverfahren mitzuwirken. Eine Einheitsfront aller Arbeitnehmer ist auf biefe Weise sehr wohl möglich. Auch die christlichen und die Hirsch. Dunderschen Gewerkschaften könnten sich diesem Rahmen einfügen. Allein fie haben eine andere Grundeinfteilung als die sozialistiche, was fie nicht hindert, in praktischen Fragen mit uns zusammenzugehen. Die Kommunistische Partei jedoch, die die Einheitsfront der Gewerkschaften am lautesten im Munde führt, verpflichtet ihre gewertschaftlich organisierten Parteimitglieder in den Gemertschaften mit allen Mitteln, rücksichtslos gegen tie Sache, gegen die Sakungen und Beschlüsse der Gewerkschaften, mie insbesondere auch persönlich gegen die Funktionäre, Angestellten und Führer der Gewerkschaften vorzugehen, um so die provozieren. Unterordnung der Gewerkschaften unter die fommunistische Parteifuchtel zu erzwingen. Mitglieder der kommunistischen Partei, die nicht in dieser Weise die Selbständigkeit der Gewerkschaften untergraben, die sich mehr an die Beschlüsse der Gewerkschaften halten als an die gegen die Gewerkschaften gerichteten Beschlüsse der Kommunistischen Partei, werden mit Ausschluß aus der Partei betroht. Sie sind in die Swangslage verjeßt, in ihrer Gewerkschaft entweder als Gemertschafter mitzuarbeiten und den Ausschluß aus ihrer Partei zu risfieren oder aber den Anweisungen ihrer Partei gegen die Gewert schaft zu folgen und so den Ausschluß aus der Gewerkschaft zu Nach dem Kriege hatten die Gewerkschaften zwar einen ge paltigen Mitgliederzumachs zu verzeichnen, allein sie hatten teine Zeit, die neuen Mitglieder gehörig einzugliedern, fie gemerffchaftlich zu schulen. Die Mehrzahl dieser neuen Mitglieder wollte gleich ernten, wo sie noch nicht gesät hatte; die Gewerkschaften sollten die außergewöhnlich ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse im Hand umdrehen verbessern. Die fommunistischen Zellenbauer tamen dieser Illusion entgegen. Es sei fehr wohl möglich, diese naiven Er wartungen zu erfüllen. Allein die Gewerkschaftsführer feien zu rüdständig und zu feige, die Macht der Gewerkschaften dafür einzu setzen. Bekämen erst einmal die kommunisten die Führung, bann werde das bald anters merden. Keine Einzelstreifs!. Generalstreit auf Generalfireit Kampf in der Textilindustrie? Abgelehnte Verbindlichkeitserklärung. Damit dürfte der Bemeis Berbindlichkeit des Bau- Neichstarifs. Der seit dem 1. August 1922 geltende Reichstarifper, trag für das Baugewerbe ist nunmehr rüdwirkend für diesen Zeitpunkt, unterm 20. April 1923 für allgemein verbindlich erflärt worden. Die Verbindlichkeitserklärung begrenzt jedoch den Der Antrag des Deutschen Tertilarbeiterverbandes auf Ber- Geltungsbereich des Reichstarifvertrags und beschränkt sich auf die Arbeiter im Bau, Maurer, bindlichkeitserklärung des Schiedsspruches, den er gegen den Nord- gewerblichen ostdeutschen Textil- Arbeitgeberverband erzielte, 3immerer, Beton, Eisenbeton- und Tiefbau. gewerbe. Das Arbeitsverhältnis der nicht in Baubetrieben, wurde abgelehnt mit folgender Begründung: sondern in Industriebetrieben dauernd mit Instandsetzungs- oder Erneuerungsarbeiten beschäftigten Bauarbeiter bleibt von der Verbindlichkeit des Tarifs frei, ebenso auch das Arbeitsverh iltnis der in Reichs-, Staats- oder Kommunalverwaltungen ftändig beschäftigten Bauarbeiter. Industrie, Gemeinden, Kommunalverbände und auch der Reichsfinanzminifter( für das Reich und die Länder) hatten gegen die Einbeziehung ihrer Regiebauarbeiten in die Verbindlichkeit des Reichstarifvertrages protestiert und damit den gewünschten Erfolg erzielt. " Der Beschwerdegegner hat sich bereit erflärt, die für den Monat März vereinbarten Löhne mit Rücksicht auf die erneut ein getretene Berteuerung der Lebenshaltung zu erhöhen, und zwar entweder für die Zeit vom 10. bis 30. April 1923 um 10 Broz., oder für die Zeit vom 10. April bis 10. Mai 1923 um 15 Proz. Die Antragsteller haben beide Angebote abgelehnt. Es tann bahin gestellt bleiben, ob die sich danach ergebenden Lohnfäge den in den anderen Bezirken Deutschlands in der Textilindustrie gezahlten Löhnen entsprechen. Ein öffentliches Intereffe für die zwangsweise Regelung der Entlohnung tann jedenfalls nicht an. ertannt werden, nachdem über die Höhe der zurzeit zu zahlenden Löhne fein Streit zwischen den Parteien mehr besteht, sondern nur noch die Bezahlung der Arbeitnehmer während der Zeit vom 1. bis 10. April ftrittig ist. Es muß den Barteien überlassen bleiben, sich hierüber zu verständigen. Dem Schiedsspruch war daher die Verbindlichkeit zu versagen." Der Textilarbeiterverband schreibt ims hierzu:, Diese Entscheidung ist endgültig und fann durch Rechtsmittel nicht angefochten werden. Es bleibt also nur der Kampf übrig. Der Deutsche Tegtilarbeiterverband wird diesem Rampf nicht hindernd im Bege stehen. Es tommt nur darauf an, wie sich die Anhänger der roten Gewerkschaftsinternationale, Unionisten, Syndikalisten und andere Isten dazu stellen, oder ob sie wieder wie schon in früheren Fällen, mutig vor dem Kampf zurüdweichen, um dann desto lauter über den Berrat des Deutschen Textilarbeiterverbandes Schreiber zu fönnen. Im Lauf der Woche vom 7. bis 12. Mai finden Branden und Betriebsversammlungen statt, uni über die meiteren Schritte zu beraten. Nähere Auskunft über die Bersammlung wird durch Handzettel oder im Buteau verteilt werden. Kommunistische Berichterstattung. Zur Generalversammlung der Holzarbeiter. Die Berliner Berwaltungsstelle des Deutschen Holzarbeiterver. bandes schreibt uns: führe zur Weltrevolution und beseitige die kapitalistische Wirtschaftsordnung mit einem Schlage, wie es angeblich in Rußland gefchehen sei. Die Russen, das seien Kerle, die die Sache anzupaden müßten. Ihnen müßte man es nachmachen, wie es in Deutschland die neue, die Kommunistische Partei fordere und nicht den schlappen", reaktionären" und verräterischen" deutschen Gewerkschaftsführern, Zog diese strupellose Agitation viele der vordem Unorganisierten und Gelben an, so stieß fie auf der anderen Seite piele ältere besonnene Gewerkschaftsmitglieder ab. So fam es, daß die Kommunistische Nach zehntägigem Ueberlegen hat die Rote Fahne" in ihrer Partei in manchen Gewerkschaften Oberwasser gewann. Da durch Nr. 99 vom 4. Mai schon einen Versammlungsbericht gebracht, und ihre Agitation auch unter den Unorganisierten in den Betrieben sich auch dies erst, nachdem ihr die Ortsverwaltung am 27. April einen da und dort eine Mehrheit für fommunistische Attionen fand, wie für schriftlichen Bericht zugestellt und am 3. Mai nochmals um dessen ben Streif der Anilinarbeiter in Ludwigshafen a. Rh., tam es verfchiebentlich zu solchen„ großzügigen" Attionen, deren schädlicher Veröffentlichung ersucht hatte. Die entstelite Wiedergabe des BerAusgang für die beteiligten Arbeiter vorauszusehen war. Zu den laufs der Versammlung veranlaßt uns, die Berdrehungen der Enttäuschten und von dem fommunistischen Treiben Abgestoßenen Roten Fahne" richtigzustellen. famen folche aus dem Lager der Mitläufer der Kommunisten, die Die Feststellung des Berichterstatters( der in der Versamm: beren Bersprechungen ernst genommen hatten und sich nun wieder lung am 24. April anwesend mar und Mitglied unseres Berbandes auf die Seite der Gelben schlugen. Die Gewerkschaften fonnten un- ift), daß es die Kommunisten in der Diskussion sehr möglich länger zusehen, wie ihre Organisationen systematisch ge- leicht hatten, die Gewerkschaftspolitit in das rechte Licht zu rücken, Schädigt wurden und mußten zur Gegenmehr greifen, wozu fie mit- ist nicht neu, da die Kommunisten infolge ihrer politischen Einunter dann erit famen, wenn es fast schon zu spät mar. Die Rom- ftellung ja alle verurteilen, die nicht ihren Parolen folgen. Jedoch haben wir festzustellen, daß ganz besonders ein Kollege die Lätig. munistische Partei zwingt teft der Ortsverwaltung infomeit würdigte, als er beantragte. die den Gewerkschaften den Kampf um ihre Existenz Berwaltung paritätisch mit den Amsterdamern zu befezen. erneut auf, den sie jahrzehntelang gegen Unternehmertum, Bolizei Im übrigen sagt der von der Verwaltung gedrudt herausgegebene und Klassenjustiz zu führen hatten. Die Gewerkschaften fönnen sich in Bericht das Gegenteil dessen, was die Rote Fahne" schreibt. Es hiefem Kampfe nur behaupten, menn alle ihre Mitglieder, die sich ist richtig, daß die Bersammlungsleitung einen Antrag auf paridieser Partei nicht tributpflichtig machen wollen, besser zufam tätische Busammensetzung der Ortsverwaltung zur Abstimmung nicht menstehen, an den Versammlungen und Abstimmungen voll zuließ, weil er gegen die Verbandsbeschlüsse verstößt, zählig teilnehmen und feine Gelegenheit ungenügt laffen, für ihre und auch in einer voraufgegangenen Generalversammlung durch Gewerkschaft einzutreten. Mitglieder, die fich den Sagungen der Ge- Beschluß die Frattionsbildung abgelehnt worden war. werkschaften, den Beschlüffen der Verbandstage und den entsprechen- Es würde aber auch für die Generalversammlung einer Organisation ben Maßnahmen und Beschlüssen ter zentralen und örtlichen Ber.| lächerlich sein, wenn man es den parteipolitischen Gruppen überwaltungen nicht anpaffen wollen, müssen ausgeschlossen werden. laffen würde, die Organisationsleitung zu dirigieren, und die GeneDann erst fann eine gründliche Auftlärung der umgeschulten ralversammlung nur Ja und Amen dazu zu sagen brauchte. Damit Mitglieder einsehen und der gewerkschaftlichen Tätigkeit größere Erfolge gesichert werden. Verhandlungstermin in Sicht! Gestern abend empfing der Reichsfinanzminister die Vertreter der Spitzenverbände der Beamten, Angestellten und Arbeiter. Der Minister sagte zu, daß die laut früherer Vereinbarung am 11. und 15. Mai zu zahlenden Bezüge alsbald ausgezahlt werden, und daß über die weiteren Wünsche der Spizenverbände nach Abschluß der möglichst zu beschleunigenden Vorarbeiten alsbald ein Termin zu weiteren Verhandlungen bestimmt werden würde. # wäre die höchste Instanz einer Organisation ausgeschaltet. Es ist unwahr, daß Anträge, die gestellt wurden, nicht zur Abstimmung gelangt find. Wahr ist, daß ein Antrag, der besagt, daß bie bisher amtierte Ortsverwaltung en bloc wiedergewählt werden soll, mit großer Mehrheit zur Annahme gelangte, womit der Antrag auf Urmahl erledigt war. Eine starke Anmaßung des Berichterstatters ist die Behauptung, daß sich durch Abstimmung mittels Stimmzettel eine unbedingte Mehrheit für die Urwahl ergeben hätte. Es muß im Gegensah dazu festgestellt merben, und das hat die Wahl der engeren Verwaltung durch Attlamation erwiesen, daß drei Biertel der anwesenden Der Deutsche Baugewertsbund bezweifelt, ob der Industrie und den Kommunen damit gedient ist, daß ihre Bauarbeiten dem Reichs tarifvertrage nicht unterstehen. Im Zusammenhang mit der Verbindlichkeitserklärung wurde die Frage beantwortet, ob bei den sogenannten Notstandsarbeiten der volle Tariflohn zu zahlen ist. Der Präsident der Reichsarbeits verwaltung erklärte hierzu, daß wohl die bei Motstandsarbeiten be, schäftigten Facharbeiter, Borarbeiter und Meister, die zur ordnungsmäßigen Durchführung der Notstandsarbeiten neben den Erwerbslosen, beschäftigt werden müssen, nach den vereinbarten Tarifen zu entlohnen sind, nicht aber die Notstandsarbeiter. Unter Hinweis auf§ 8 Abs. 1 der Verordnung über Erwerbslosenfürsorge vom 1. November 1921 wird erflärt, daß der Reichsarbeitsminister oder die von ihm bezeichnete Stelle berechtigt ist, bei Notstands. arbeiten oder anderen mit Mitteln der Erwerbslosenfürsorge unterfügten Arbeiten, zu bestimmen, welcher Lohn als angemessener ortsüblicher Lohn zu gelten hat. Hierbei ist die Entscheidung an bestehende Tarifverträge nicht gebunden, da die erwähnte Bor Gondervorschrift den allgemeinen Borschrift der Verordnung schriften über die Unabdingbarkeit der Tariflöhne in§§ 1 und 2 Der Berordnung vom 23. Dezember 1918 vorgeht." Internationale Aktion der Transportarbeiter. Der Internationale Transportarbeiterverband veröffentlicht eine Erklärung, wonach am 23. Mai in Berlin eine Besprechung zwischen Bertretern des Internationalen Transportarbeiterverbandes und der allrussischen Organisationen von Transportarbeiten, Eisenbahnern und Seeleuten stattfinden werde. Diese werde die Notwendigkeit und Möglichkeit eines gemeinsamen Borgehens der Transportarbeiter aller Länder zur Bekämpfung der Kriegsgefahr und des Faschismus erörtern. Wahrscheinlich werde die Besprechung zwei bis drei Tage dauern. Berantwortlich file ben rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Borwärts- Buchbruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3 Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Dieran 1 Bellage. Beim Kraftfahren Geld sparen! Größte Haltbarkeit, Elastizität u. Betriebsstoff Ersparnis machen Continental zum wirklich billigen Reifen. Unreines Bluf und dessen Folge- Erscheinungen wie HautJacken, Furunkel, Gesichtspickel werden beseitigt d. Anwendung einer Frühjahrskur mit Dr. Hoffbaners ges. gesch. Arsen- Licithin- Pillen. Leicht bekömmlich! Blutbildend! 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Auf der Prome nade fommen wir zum 3ainhammer, einem ehemaligen Eisen hüttenwert. Hier gehen wir wieder über die Schwärze und find bald am Wasserfall. Wir wandern am alten Wasserfall ( Herthafall) vorüber wieder zur Schwärze, überschreiten sie, und erreichen nach furzer Wanderung Spechthausen. 1708 wurde hier durch den Hammermeister Specht ein Eisenhüttenwerf, und 1781 eine Bapiermühle angelegt, die noch heute im Betrieb ist. Hier wurde früher ausschließlich das Papier für die Banknoten her gestellt. Bei der jegt herrschenden Papiergeldflut fann die Specht hausener Mühle allein den Bedarf nicht mehr decken; viele andere Bapiermühlen fertigen jezt ebenfalls das nötige Papier an. Bei Spechthausen verlassen wir die Schwärze. Wir wandern etwa 500 Meter auf der Chaussee weiter und wenden uns dann lints ab, anfangs am Waldrande, zum Nonnenfließ, das bei Spechthausen in die Schwärze mündet. In einem fief eingeschnittenen Tal zieht das Fließ dahin; die Hänge sind von prächtigem Wald. bestand. Vorwiegend ist es Buchenwald, während Erlen das Fließ begleiten. Der Waldboden zeigt den Blumenteppich, den wir zu dieser Jahreszeit im Laubwalde immer antreffen. Blaue Leber blümchen und weiße Anemonen, dazu der ebenfalls weißblühende Sauerklee und der duftende Waldmeister. Vielleicht finden wir auch schon die zweiblättrige Schattenblume und ihre Berwandte, das Maiglöckchen, blühend. Auch weiße und rote Taubnefsel ( Bienensaug) sehen wir. Wir wandern dem Lauf des Nonnenfließes, das sich in zahllosen. Krümmungen durch das Waldtal schlängelt, entgegen. Unten im Tal liegt das„ Geschirr", eine ehemalige Hadernpapiermühle. Bald find wir am Liefenfrüz", wo früher ein Schuzhäuschen stand, das jedoch den Witterungsunbilden zum Opfer gefallen ist. Von der Fließblüde fieigt der Weg nordöstlich auf den Hang empor. Durch schönen Wald fommen wir zum Forsthaus Bornemannspfuhl. Nun folgen wir der alten Poststraße etwa 12 Minuten nördlich bis zum Gestell i. Hier, an der Stelle der ehemaligen Bunten Buche", biegen mir auf den Gestellweg links ab. Nach einer Biertelstunde geht der Weg rechts ab und bringt uns an die Chaussse, der wir rechts nach dem Gesundbrunnen. von Eberswalde folgen. Von hier tommen mir durch die Brunnen, Mertens- und Kaiser- Friedrich- Straße zum Bahnhof Eberswalde zurück.( Weglänge etwa 18 Kilometer.) Bahnhof Strausberg- Kalkberge- Rüdersdorf. Mit den Vorortzügen der Ostbahn fahren wir von den Fernbahnhöfen der Stadtbahn oder vom Briezener Bahnhof( am Schlefischen Bahnhof) nach Strausberg. Bom Bahnhef wandern mir neben der Bahn nach Osten und überschreiten am nächsten lebergang die Gleise. Wir folgen der Chaussee bis zur Brücke über bas Stienisfließ. Bor der Brüde liegt links, zwischen der Chauffee und dem Fließ, ein Erlenbruchwald, der viele bezeichnende Pflanzen eines solchen Waldes birgt. So sehen wir hier die weiße, die rote und die in der Umgegend Berlins ziemlich feltene gelbe Taubneffel, das Lungenkraut, in mandjen Gegenden, wie z. B. in Ostpreußen, auch Hühnchen und Hähnchen" genannt, dessen Blüte vor der Befruchtung rot und nach der Befruchtung blau ist, das gelbblühende Schöllfraut, die weiße Sternblume und den Günsel. Auch die zweiblättrige Schattenblume fommt hier vor, mitunter in großen Beständen. Wenn sie noch nicht blüht, dann hat sie nur ein Blatt, das zweite wird erst mit der Entwicklung der Blüte ausge: bildet. Auf dem Waldesboden werden wir auch meißlibraune Bilanzengebilde sehen, die Schuppenwurz, die auf den Wurzeln der Bäume fchmarott. Da die Pflanze die fertig zubereitete Nahrung den Gafibahnen ihrer Wirtspflanzen entnimmt, hat sie nicht nötig, Blattgrün zu bilden, um die Umwandlung der Aufbaustoffe felbft norzunehmen. Auf dem jenseitigen Ufer des Fließes liegt der Tannengrund, eine dichte Pflanzung von Fichten oder Rottannen. Hier ist auf dem in tiefem Schatten liegenden Waldboden ein Pflanzenwuchs nahezu unmöglich. Wir verlassen die Chauffee ( Nachdrud verboten. Der Malif- Berlag, Berlin.) 102] Drei Soldaten. Bon John dos Paffos. Aus dem amerikanischen Manuskript überfest von Julian Gumpeza Kommen Sie, und trinken Sie Tee mit uns", sagte Geneviève. ,, Nein, ich muß arbeiten." ,, Sie arbeiten etwas Neues?" Andrews nickte. " " Wie soll es heißen?" Die Seele und der Leib von John Brown." Wer ist John Brown?" Ein Berrückter, der das Bolt befreien wollte. Es gibt ein Lied über ihn..." " Werden Sie morgen tommen?" Wenn Sie nicht zu beschäftigt find ,,, die Boileaus fommen zum Lunch. Zum Tee wird niemand da sein. Wir können also allein den Tee trinten." Er ergriff ihre Hand und hielt sie unbeholfen, wie ein Kind die Hand eines neuen Spielkameraden hält. Gut, also so gegen vier. Falls niemand da ist, werden mir musizieren," sagte er. Sonnabend, 5: Mai 1923 im Basser stand; dann mußte der Betrieb zur Entleerung ausgesetzt und nach dieser mit halber Belastung wieder aufgenommen werden. Die Behörde hatte zur Regelung des Verkehrs und Verhütung von Unfällen drei Polizeibeamte gestellt. Wären teine behördlichen Maßnahmen getroffen worden, so wäre nicht auszubenten, was hätte passieren fönnen. Im Ort hört man nur die Frage: Wie groß muß erst ein Unglück sein, ehe man sich bereit findet, Abhilfe zu schaffen. Für Caputher Ausflügler. und bleiben diesseits des Fließes, auf deffen Bestufer mir meiter mandern. Das Fließ wird hier ebenfalls von einem sehr schönen Erlenbruchwald besäumt. Die Erlen stehen gewissermaßen auf Stelzen, die verhüten, daß bei hohem Wasserstand das Wasser an den Stamm gelangt. Hier sehen mir den großen Sauerampfer und den großen Baldrian. Wir bleiben in der Nähe des Fließes und Vom Gewerkschaftskartell Caputh wird uns folgendes gegelangen schließlich zum Stienissee, an dessen Gestade wir schrieben: Wir haben in unserem Ort fein Parteilofal mit Saal weiterwandern. Zahlreiche Quellen fprudeln aus den Ulferhängen und Uebernachtungsgelegenheit. Da der bisberige Parteiwirt und ergießen ihre Wasser nach kurzem Lauf in den See. Sobald Reinh. Schmidt, Weberstraße 36, die Schülerriege des Arbeiterdie Jahreszeit wärmer ist, wird hier an schönen Sonntagen ein Turnvereins auf die Straße gewiesen hat, baben. sämtliche Orgareges Lager- und Badeleben herrsden. Am Ende des Stienisfees nisationen die Konsequenzen gezogen und dieses Lokal geräumt. menden wir uns rechts ab, am 3aun entlang, und tommen zur Die übrigen beiden Saalbefizer, im alten Krug und Martini, Straße, der mir links nach Tasdorf folgen. Wir gehen links ab, baben infolgedessen ihre Säle nicht zur Maifeier zur Verfügung überschreiten das Stienihfließ und wandern dann rechts zum Tiefs gestellt. Wir haben laut Gewerkschaftsbeschluß für alle drei Lokale bau der Rüdersdorfer Rattberge. Vom Bege aus haben die Barole Paifive Resistenz" ausgegeben. Gs fommen jeẞt für wir schöne Einblide in den Tiefbau. In den Gehölzen bei den alle Auswärtigen und Ausflügler in Caputh nur das Lokal Albert Ralfbergen finden wir die feidenhaarige Anemone, eine Abart, deren Däbne, Chauffeestraße 16. und das Restaurant am Schwielowsee, Blütenblätter außen von seidenweichen Härchen bedeckt sind. Bon Inhaber Otto Schade, in Betracht. der Kreuzbrüde schauen wir über den alten Tiefbau und den„ Gebirgssee", der sich auf seinem Grunde gebildet hat. In den Mauerrigen auf der Westseite der Brüde gedeiht das feltene Mauerleintraut, ein bläulichblühendes Blümchen. Es ist ebenso wie die seidenhaarige Anemone eine Eigenart von Rüdersdorf. Wir wandern non der Kreuzbrüde zum Bahnhof Rüdersdorf, um nach Berlin zurückzufahren.( Weglänge etwa 12 Kilometer.) Eine gefährliche Fähre. Aus Caputh schreibt man uns: In der Nummer 173 vom 14. April wurde der unhaltbare zu stand geschildert, welcher hier in Caputh durch die Brahmfähre besteht. Am Sonnabend nachmittag ereignete es sich, daß die Fähre so voll Waffer lief, daß das Publikum bis an die Knöchel Wie wird das Sonntagswetter? NW SW. .N. NO S SO Sturn Regen und Veränderlich Schön Wind Gewitter דיוידי 30-30 2020 10 10 0 0 10 10 Schweizer Gäste in Berlin. Gestern trafen 40 Parteigenossen aus der Schweiz hier ein, die eine zehntägige Studienreise durch Deutschland unternehmen. Es find Genoffen der verschiedensten Berufe und aus allen Teilen der Schweiz, die auf Anregung der schweizerischen Arbeiterbildungszentrale sich an diese Reise beteiligen. Der Leitgedanke der Reife ist: Von der Arbeitsstätte zur Bildungsstätte. Die Genossen wollen das schaffende Bolt Deutschlands an der Arbeit sehen und zugleich die Bildungseinrichtungen der sozialistischen Arbeiterschaft kennen lernen. Die Reise führt nach Berlin, Hamburg und Frankfurt a. M. Der beabsichtigte Besuch in Essen mußte wegen. der Ruhrbesetzung aufgegeben werden. Das Programm des Aufent halts ist in allen drei Orten nach den gleichen Gesichtspunkten ausgewählt: Besichtigung von Betrieben, darunter auch der Eigenbetriebe der Arbeiterschaft, sowie Studium des Bildungswesens. Unsere Schweizer Freunde trafen gestern morgen in Berlin ein. Eine Anzahl von Parteigenossen hatten sich bereit erklärt, den Gästen für die drei Tage ihres Aufenthalts Unterkunft zu bieten. Dadurch), daß fie Privatquartiere nehmen, tommen sie in engste Fühlung mit unseren deutschen Genossen und lernen die deutschen Berhältnisse, insbesondere auch die Lage der Arbeiterschaft von der Seite der Wirklichkeit fennen. Am gestrigen Abend fand in der Aula des Realgymnasiums Neukölln, Kaiser- Friedrich- Straße, eine zwanglose Begrüßungsfeier statt. Der Abend wurde ganz von unserer Neuköllner Arbeiterjugend ausgefüllt, die, wie Genosse Weimann in seinen einleitenden Worten betonte, zeigen wollte, was sie aus eigener Kraft leisten fann. Und unsere Arbeiterjugend wußte die Gäste zu verpflichten! Ein Kinder- und Jugendchor traten auf, Boltstänze und Lieder zur Laute wurden geboten. Im Mittelpunkt aber stand die Aufführnug der Kreuzabnahme" von Karl Bröger, eines Spieles von der Ueberwindung des Hasses durch reines, Liebe atmendes Menschentum. Das Spiel war ein Wagnis, aber es gelang und der Beifall namentlich unserer Gäste war groß fiber das Ge botene. Begrüßungsmorte fprachen neben dem Genossen Weimann Genoffe Dr. Braun vom Parteivorstand, Fride für die Berliner Gewerkschaftstommiffion, Stadtrat Schneider- Reukölln, der den Seit Beginn dieser Woche zogen mehrere Tiefdruckgebiete Schweizer Genoffen gleichzeitig auch den Dant aussprach für das rasch hintereinander vom Atlantischen Ozean nach dem europäi- Liebeswert, das die Schweizer Bevölkerung den unterernährten schen Nordmeer hin und dann mit mäßiger Geschwindigkeit nach deutschen Kindern erwiesen hat, und Jugendgenosse Ismer, der Skandinavien und Finnland weiter, während von Südwesten her namens der Neuköllner Arbeiterjugend die Gäfte in temperamentein Hoch langsam nach Mitteleuropa vordrang. In Deutschland voller jugendlicher Art begrüßte. Genosse Reinhard Bern dankte herrschte daher anfangs ziemlich kühles, trübes Wetter mit frischen westlichen Winden bei weitem vor und fanden zahlreiche, namens der Schweizer Genossen mit bewegtem Herzen für die gastbesonders an der Küste großenteils ergiebige Regenfälle statt. liche Aufnahme und sprach besonders der Arbeiterjugend warme Worte Aber nachdem sich gegen Mitte der Woche das Hoch weiter nach der Anerkennung aus. und wurde es überall wärmer. Am Mittwoch nachmittag stieg das der Volksbühne einen Besuch abstatteten, die Betriebsräteschule und Noiden ausgedehnt hatte, klärte sich der Himmel allmählich auf Unsere Schweizer Genossen besichtigen heute, nachdem sie gestern Thermometer in Karlsruhe bis auf 26° Celsius. Jetzt ist bei Island Einrichtungen der Gewerkschaften, am Sonnabend die Parteieinrich ein neues atlantisches Tiefdruckgebiet aufgetreten, das ziemlich langsam nordostwärts vorzurücken und sich weit nach Westen hin tungen und den Vorwärts- Betrieb und werden am Sonntag nach zu erstrecken scheint. An seiner Südseite dürften sich einzelne Hamburg weiterfahren. Wir hoffen, daß ihnen der Aufenthalt in Teiltiefe ausbilden und das mitteleuropäische Hochdruckgebiet Berlin und den anderen deutschen Städten so reiche Eindrücke bieten mehr und mehr nach Südosten zurückdrängen. Bei mäßigen, möge, daß fie vollbefriedigt nach ihrer Heimat zurückkehren werden. zwischen Süd und West schwankenden Winden haben wir daher für Sonnabend und Sonntag mildes, großentells heiteres, aber veränderliches Wetter zu erwarten; mehrmais dürfte etwas Regen fallen; auch kurze Gewitter sind nicht ganz nawahrscheinlich. ,, Aber, Sie hätten mir doch davon erzählen müssen. Wenn ich das gewußt hätte, hätte ich Sie nicht gebeten, im voraus zu bezahlen. Sie müssen mir verzeihen." Schon gut. " ,, Sie sind Amerikaner? Sie sehen, ich weiß sehr piel." Ihre schlaffen Backen gingen auf und nieder, als sie zu tichern anfing. Und Sie fennen Madame und Mademoiselle Rod schon eine lange Zeit. Ein alter Freund. Sie sind Musiker?" Ja. Guten Abend." ,, Auf Wiedersehen, mein Herr." Ihre singende Stimme verfolte ihn die Treppen hinauf. Er schmiß die Tür zu und warf sich auf das Bett. Als Andrews am nächsten Morgen aufwachte, war sein erster Gedanke, wie lange er an diesem Tage warten müsse, um Geneviève zu sehen. Dann erinnerte er sich an ihr Gepräch am Tage zuvor. Lohnte es sich überhaupt, sie zu befuchen? fragte er sich, und langsam ergriff ihn falte Verzweif lung. Einen Augenblic lang fühlte er, daß er das einzige Lebewesen in einer Welt toter Maschinen sei. Der Frosch, der über den Weg hüpft vor einer großen Dampfwalze. Plötzlich dachte er an Jeanne. Er sah sie vor dem Café Gie entzog ihm ihre Hand eilig, machte eine feltsame, de Rohan an irgendeinem Mittwoch- Abend auf und ab gehen fonventionelle Bewegung des Abschiednehmens und ging über und auf ihn warten. Was würde sie an Genevièves Stelle die Straße durch das Tor, ohne sich umzuschauen. Ein Ge- getan haben? Die Menschen waren immer einsam, in Wirtdanke fam ihm in den Sinn: Ins Zimmer laufen, die Tür lichkeit. Die, die in den prächtigen, grc Wagen fuhren, hinter sich abschließen, sich dann mit dem Gesicht auf das Bett fonnten nie so fühlen, wie die anderen, die hinterher gehen werfen. Dieser Gedanke amüsierte ihn irgendwie. Das hatte und den Staub einschlucken, die Frösche, die über den Weg er immer getan, wenn ihm als Kind die Welt zu schwer er hüpfen. Er fühlte feinen Groll gegen Géneviève. schienen war. Dann war er die Treppen hinaufgelaufen, hatte die Tür hinter sich abgeschlossen und sich mit dem Gesicht auf das Bett geworfen. ,.Ob ich wohl meinen merde?" sagte er. Madame Boncour fam die Treppe herunter, als er hin aufging. Er ging zurück und wartete. Als sie hinuntergekommen war, jagte fie: So, Sie sind ein Freund von Madame Rod, Monsieur?" ,, Woher wissen Gie?" Ein Grübchen erschien auf ihren beiden Barten. „ Sie wissen, auf dem Lande weiß man alles," sagte sie. Au revoir," jagte er und begann die Treppe hinaufzu gehen Britettfreigabe. Das Kohlenamt teilt mit: Bom 7. Mai ab werden auf Kohlenbezugsscheine jeder Art weitere 25 Broz. in Briketts zum Bezuge freigegeben. lich mit unerwarteten Gedanken spielend, die tamen und wieder erloschen. Als die Uhr zwölf schlug, bemerfte er, daß er hungrig war. Zwei Tage lang hatte er nichts als Brot, Wurst und Räse gegeffen. Drunten bat er Madame Boncour um ein Mittagbrot. Sie brachte ihm Essen und eine Flasche Wein und blieb da, beobachtete ihn beim Effen, die Arme gekreuzt und mit den Grübchen in ihren ungeheuren, roten Baden. ,, Monfieur ist weniger, als irgendein anderer junger Mann," sagte fie. Ich arbeite sehr," sagte Andrews und wurde rot. ,, Aber wenn man arbeitet, muß man sehr viel essen." ,, Und wenn einem das Geld knapp ist?" fragte Andrews lächelnd. Irgend etwas in dem forschenden Blick ihrer Augen erschreckte ihn für einen Augenblic. Sie ,, Sind jetzt nicht viel Menschen hier, Monsieur.. Wollen nicht etwas Nachtisch haben, Monsieur?" ,, Käse und Kaffee." ,, Nichts sonst? Es gibt doch jetzt Erdbeeren." Richts mehr, danke schön. 16 Als Madame Boncour mit dem Käse zurückkam, fagle sie:„ Ich hatte hier schon einmal Amerikaner. Monsieur. Habe eine ganz schöne Zeit mit ihnen verlebt. Es waren Deferteure. Sie liefen fort, ohne zu bezahlen. Die Gendarmen hinter ihnen. Ich hoffe, daß man sie gefaßt hat und an die Front gesandt, diese nichtsnuzigen Kerls. ,, Es gibt allerhand Amerikaner," sagte Andrews leise. Er war wütend über sich selbst, weil sein Herz so heftig schlug. Ich gehe jetzt ein wenig aus. Au revoir, Madame. ,, So, Monsieur geht ein wenig aus. Amüsieren Sie sich, mein Herr. Auf Wiedersehen, mein Herr." " Madame Boncours Sing- Sang verfolgte ihn bis draußen. Ein menig vor vier flopfte Andrews vor dem Hause der Rods an. Er konnte Santo, den fleinen, schwarzen Hund, drinnen bellen hören. Madame Rod öffnete ihm die Tür. ,, D, da sind Sie ja," sagte sie. Kommen Sie herein Diese Gedanken fielen von ihm ab, während er seinen Kaffee trank und das trockene Brot aß, und nachher, als er am Flußufer hin und her ging, fühlte er, wie die Steifheit seines Bewußtseins und Körpers sich auflöfte und alles in ihm zu zittern begann in dem Strom der Musit, wie eine Pappel, die im Winde rauschte. Er spißte einen Bleistift und ging wieder hinauf in sein Zimmer. Der Himmel war woltenlos an diesem Tage. Wie er sich an seinen Tisch sekte, erschienen und trinken Sie etwas Tee mit uns. Haben Sie heute viel im Fenster das Blau des Himmels rnd die Hügel, von der Arbeit?" Windmühle überragt, und das filbrige Blau des Fluffes. Und Gérerit ne?" stammelte Andrews. Manchmal schrieb er Noten schnell nicder, nichts dentend, Ce ist mit einigen Freunden Auto fahren. Sie hat nichts fühlend, nichts sehend. Dann wieder faß er lange und einen Zettel für Sie dagelassen. Er liegt auf dem Teetisch." Litarrte in den Himmel, auf die Windmühle, irgendwie glück( Fortlegung folgt.) „ Ausgemustert!" Auf unfere in Nr. 180 gebrachte Mitteilung, daß noch im [ ünften Jahr der Republit, im April 1923, in der ehe mals Großherzoglich Mecklenburgischen Sommerresidenz 2 ud. wigsluft auf dem Bahnhof ein Post wagen eine die deutsche Reichspoft Raiserlich" titulierende Inschrift trug und dadurch Aufsehen bei den Reisenden erregte, antwortet uns jetzt das Reichs post ministerium: Der Boftwagen, um den es sich handelt, ist unbrauchbar und soll auch zu Aushilfszwecken nicht mehr verwendet werden. Da er ausgemustert werden foll, ist die Inschrift nicht noch erst geändert worden. Ohne Wissen des Postamts Ludwigsluft hat ein Beamter des unteren Dienstes den Wagen für einen beschädigten Bahnhofswagen als Aushilfswagen verwendet, was nicht nötig ge= wesen wäre, da ein anderer Erfah zur Verfügung stand. Für alle Fälle ist in der Inschrift das Kaiserliche" jetzt beseitigt worden." Alfo jest hält man es doch für nötig, das„ Kaiserliche" noch zu beseitigen? Ein Standal ist es, daß die Inschrift nicht längst ausgetilgt war! Die Einsicht, daß man solche demonstratio wirkenden Ueberbleibsel aus den Zeiten der Monarchie auch an auszumusternden" Wagen nicht belassen darf, ist den verantwort lichen Personen sehr spät gekommen. Sie mußten erst vom Vorwärts" mit der Nase daraufgestoßen werden, bis sie sich entschlossen, für alle Fälle" die Beseitigung anzuordnen. Der Ausmusterung" harrt auch bei anderen Behörden noch manche monarchistische Reliquie. Die Universitätsstadt Tübin. gen in Württemberg hat, wie wir aus dem Stempel eines im März 1923 ausgefertigten Schriftstüdes ersehen, noch ein ,,.. Standesamt", foll heißen: Königlich Württembergisches Standesamt." Scheute man die Kosten der Anschaf fung eines neuen Stempels, so wäre der alte Stempel durch einen leichten Eingriff von dem" zu befreien gewefen. Man sollte endlich einmal die alten Beamten, die für solche wie Hohn auf die Republik wirkenden Unterlassungen verantwortlich sind, schonungslos, ausmustern". 0 Versammlungen unter freiem Himmel. Ab 6. Mai an Sonn- und Feiertagen wieder gestattet. Der Polizeipräsident von Berlin erläßt folgende Bekannt machung: Das auf Grund des Artikels 123 der Reichsverfassung unter dem 28. November 1928 angeordnete Verbot, wonach bis auf weiteres Berfammlungen unter freiem Himmel untersagt find, tritt an den Sonn- und Feiertagen außer Kraft. Auf Grund dieser Bekanntmachung sind vom Sonntag, den 6. Mai ab Bersammlungen, Umzüge sowie sonstige Veranstaltungen unter freiem Himmel an den Sonn- und Feiertagen gestattet. Straßenbahn- Betriebs- G. m. b. H. Fruchtlose Ausschußarbeit. Die von der Berkehrsdeputation bereits vor Ostern(!) fertig. gestellte Borlage über die Umwandlung der Berliner Straßenbahn in eine Gmbh, ist jetzt glücklich nach zwei Monaten bei der Stadt verordnetenversammlung gelandet. Dort wird sie nach menschlichem Ermessen in dem 25er Ausschuß verschwinden, der die Umorgani fation der Werte mit Eifer und Liebe in vielen Sigungen feit Monaten berät und jetzt glücklich soweit ist, daß er von vornan. fangen tann. In der nächsten Sitzung dieses Ausschusses, in dem fich bisher weder für die Magistratsvorlage noch für die Entkommu. nalisierungsabfichten der bürgerlichen Barteien cine Mehrheit fand, hofft man( 1) vielleicht auf dem Wege eines Rompromiffes zu irgendeiner Lösung zu fommen. Bei der Hartnädigteit, mit der die bürgerlichen Parteien darauf bestehen, die Milliardenwerte der Stadt dem Privatfapital zuzuführen, sind die Aussichten dafür aller dings ziemlich gering, denn die Linke fann infolge des absolut under ständlichen Verhaltens der Kommunisten, die sich gegen eine zeitgemäße Reform der Werke mit findischen Gründen wehren, dem Ansturm der bürgerlichen Parteien gegenüber teine geschlossene Front bilden. Auch das Schicksal der neuen Magistratsvorlage über die Umwandlung der Straßenbahn in eine Gmbh. ist daher noch völlig ungewiß. Neue Sonntagsrückfahrkarteu. Die Reichseifenbahndirektion Berlin hat sich entschlossen, auch die füblich Potsdam gelegene Gegend um den Schwiel om see den Wanderfreunden zu erschließen. Bon Sonnabend, den 5. Mai d. 3. ab werden Sonntagsrüdfahrtarten zu ermäßigten Preisen auch für die Nebenbahn ftrede Wildpart Richtung Beelig ausgegeben. Die Kosten betragen vom Botsdamer Bahnhof nach Caputh- Geltow: 3. R. 880 mt., 4. RI. 800 Mr. Nach Ferch- Lienewig: 3. Kl. 1000 mt., 4. Kl. 880 Mr. Bon demselben Lage ab werben auch die im vori gen Herbst aufgehobenen Sonntagsrückfahrkarten nach Neurup pin und Rheinsberg wieder eingeführt. Die Fahrt vom Stettiner Bahnhof nach Lindom foftet 3. Al. 2080 wt., 4. M. 1600 Mt.; nach Neuruppin: 3. KL. 2200 t., 4. RI. 1680 Mt.; nach Rheinsberg: 3. t. 2720 m., 4. I. 2040 mt. Die Karten nach Neuruppin können für die Rückfahrt auch von Rheinsberg über Löwenberg gegen Lösung einer Zuschlagfarte( für die 3. Kl. 520 Mt., für die 4. KI. 360 Mt.) benutzt werden. Das Ei des Kolumbus. Auch wenn die Treppen des Untergrund Umsteigebahnhofs Leipziger Straße um einen halben Meter verbreitert sein merden, woran man schon baut, auch dann also wird die Länge des Umsteigeweges läftig und die Treppen, menn die beiden Menschenströme aneinanderstoßen, ein Gefahrenmoment. Warum, so schreibt uns ein Leser, läßt man nicht einfach das Umsteigen ober Lage zu? Es brauchte ja nur jedem, der ober Tage umsteigen will, der Knipfer eine Bapp- oder Holzmarke in die Hand zu drücken und die Gefahr des Beschupsens ist beseitigt. Die Möglichkeit der Fahrtunterbrechung und selbst des Berlustes solcher Morten muß man schon in den Kauf nehmen; sie wiegt leicht gegen die stete Gefahr der Panik unter Grund! Zugzusammenstoß am Bahnhof Weißensee. der Beg von Berlin 3.8 nach Berlin- Lichterfelbe furz genug, um eine Weitergabe durch tas Provinzialschultollegium am 38. April zu ermöglichen. Die Verfügung dieser Behörde zeigt jedoch das Datum des 1. Ma i! Bolf und Zeit". Die Unterschrift des Bildes auf der ersten Seite der am 6. Mai fälligen Nummer muß dahin richtig gestellt werden, daß die Trauerfeier um die Opfer des Flugunglüds auf dem Tempelhofer Feld nicht im großen Sigungsjaale des Beriiner Wir müssen bei dieser Sachlage den Behörden den guten Rathauses, sondern im Festsaal des Berliner StadtWillen absprechen, die Verfügung rechtzeitig zur Bersendung zuhauses stattfand. bringen. Jedenfalls wirft ihre Absendung ausgerechnet am 1. Mai wie eine erhöhnung und man hätte tann Porto und Papier in unserer Zeit der Not lieber sparen sollen. Endlich vernünftig. Deutschnationale gegen Güterverpachtung. Wir haben den Versuch, die städtischen Güter Herrn Colsmann und seinen Freunden für eine ganze Goldmillion auf 25 Jahre aus zuliefern, vom ersten Tage an energisch zurückgewiesen. Das erregte prompt bas Mißfallen der bürgerlichen Blätter, für die das Privatfapital mit geradezu mystischen Eigenschaften versehen ist. Jeht schließt sich selbst der deutschnationale La g" unserer Auffassung an. Er schreibt: es Sweifellos wird die smarte Finanzgruppe mit ihrem Angebot ein gutes Geschäft machen. Denn schon jetzt hat sich erwiesen, daß die nach privatwirtschaftlichen Grunbfäßen be triebenen Stadtgüter einen ungeahnt reichen Ertrag liefern. So verlockend der der Stadt in Aussicht gestellte Gegen wert auch äußerlich erscheint, so hat man doch den Eindruck, daß in dem Angebot ein recht bedeutender Profit ein taltuliert ist, ein Brivatvorteil, der aus städtischem Eigentum erzielt werden soll. Selbst wenn die Bedingungen der Bacht und des Darlehns nach genauer Prüfung und Ertragsberechnung als angemeffen erscheinen, dürfen solche ungeheuren Werte wie die städtischen Güler, die einen der größten Aftio poften der Stadt Berlin darstellen, nicht auf 25 Jahre an ein privates Konsortium ausgeliefert werden. Die Bürgerschaft würde das mit Recht verurteilen. Es ist freilich sehr erwünscht, daß die Stadtgüter nach besten Methoden bewirtschaftet werden, aber das muß in einer Betriebsform gefchehen, bei welcher der Privatnorteil mehr in den Dienst der Allgemeinheit gestellt wird, als es bei Uebernahme der Güter durch ein Finanztonsortium möglich ist. Die Borlage bedarf daher noch der gründlichsten Durdharbeitung und Beratung. benrüßen, wenn der„ Tag" auch sonst diesen Grundjag, daß Diefer Auffaffung schließen wir uns vollständig an und würden dem Privatfapital aus dem städtischen Besitz feine Reichtümer zu fließen dürfen, unterstützen würde. Die Sozialdemokratie hat jedenfalls immer den Vorteil der Stadt, also der Gesamtheit über den des Privatfapitals gestellt. Um ein Menschenleben. Das Urteil: 3 Jahre Gefängnis. Die Wochenfahrkarten der Hoch- und Untergrundbahn wie auch der Nordsüdbahn fonnten am 1. Mai nicht benutzt werden. Ein Leser schreibt uns, daß ihm auf seine Frage, wie es mit der Schadloshaltung stehe, die Auskunft gegeben wurde, daß die Karten heute nach der legten Fahrt am Schalter abgegeben werden können, worauf die Rüdzablung des Teilbetrages für Dienstag, den 1. Mai, erfolge. Das Kinder- Erholungsheim in der Laubenkolonie. Die Eisenbahner- Kleingartentolonie Tempelhofer gelb veranstaltet am Sonn tag, den 6. Mai, auf dem Terrain am Bahnhof Tempelhof ein großes Frühlingsfest, verbunden mit dem 4. Stiftungsfest der Kolonie und der Einweihung eines Kinder- Erholungsheims. Es ist das erftemal, daß eine Raubenkolonie eine derartige Einrichtung geschaffen hat. Der Unterkunfts- und Schlafraum ist 300 Quadrat meter groß und soll 200 erholungsbedürftige Kinder der Großstadt in den Sommerferien einen gefunden Aufenthalt bieten. Eine große Rüche sorgt für das leibliche Wohl der Kinder. Rundflüge in den neuesten Verkehrsflugzeugen. Der Flugdienst London- Berlin- Moskau ist zum Teil schon eröffnet. Um dem Bublifum Gelegenheit zu geben, die für diese Strecke bestimmten neuen Verkehrsflugzeuge, Typ Albatros und Dornier- komet, kennen zu lernen, hat der Deutsche Aero Lloyd diefe Flugzeuge für den Rundflugdienst der nächsten Tage eingelegt. Die Flüge finden außer am Sonntag jeden Nachmittag von 3 Uhr ab vom Flugplay Staaten in Richtung Berlin- Grunewald- Havelseen statt. Der Flug preis pro Person beträgt 50 000 m. bei Teilnahme von mindestens awei Berionen. Staaten ist mit dem Zuge 8.12 hr vom Behrter Hauptbahnhof in 32 Minuten zu erreichen. Ausfünfte erteilen die Reisebureau der Hamburg- Amerita- Linie und des Norddeutschen Lloyd. Ein blufiger Zusammenstoß zwischen Ziviliften und Schuhpolizei hat sich in 3 oppot ereignet. Wie die Danziger Zeitung" meldet, fam es gestern nachmittag in 3oppot zwischen zwei ehe maligen Angestellten des Spielklubs und zwei Beamten der Schuß polizei zu einem Zusammenstoß, in dessen Verlauf die beiden Einer ſtande hatten die beiden Ziviliften die Beamten belägen Angestellten erfchoffen wurden. In angetrunkenem zuDer andere Zivilift soll gleichzeitig einen Revolver gezogen haben. der Betrunkenen entriß dem einen Beamten das Seitengewehr. Nunmehr zog der zweite Beamte ebenfalls seinen Revolver und ichoß beide nieder. Der eine der Getroffenen war auf der Stelle tet, der andere erfag seinen Verlegungen, als man ihn zu einem Arzt bringen wollte. Eine Legienstraße in Kiel. Die Kieler Stadtkollegien haben beschlossen, die Fährstraße in Riel, in der sich das schöne Rieler Gemerfichaftshaus befindet, in Erinnerung an Karl Legien, den unvergeßlichen Führer der deutschen Gewerkschaften, in Legienftraße umzubenennen. In dem weiteren Berlauf des Prozesses gegen den Kaufmann Erich iste, der im Café Schöneberg ben Bantbeamten Helmut Eichberger erschossen hatte, wurde der Bruder des Angeklagten vernommen, der im allgemeinen die gleichen Angaben machte wie Dort find zwei amerikanische Offiziere mit einem Folter- Heeres Luftflug quer über Amerika. Nach einer Meldung aus Nem der Angeklagte. Auch die Zeugin Henothen, die Braut des Friz fiugzeug ohne Zwischenlandung von New York nach Wigle, fann fich auf die Einzelheiten nicht mehr befinnen. Sie weiß San Diego in 27 Stunden geflogen und haben damit zum erstenmur, daß ihr Bräutigam, als er von dem Bodium herunterkam, mal den amerikanischen Kontinent in ununterbrochenem Fluge über. Prügel bekommen habe und will auch gesehen haben, wie Eichberger quert. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug 120 englische ihn mit einem Bierglas ins Gesicht schlug. Meilen pro Stunde. Groß- Berliner Parteinachrichten. Vorständekonferenz heute abend 6 Uhr im Gewertschaftshaus, Engelufer 24/25, Saal I. Tagesordnung: 1. Der Internationale Sozialistenkongrek in Hamburg. Ref. Genoffe Arthur Crifpien. 2. Wahl der Delegierten. Anwesend müffen fein: Der Bezirksvorstand, ein weiterer Bertreter der Kreisvorstände. Außerdem je ein Bertreter aus jeder Abteilung. Der Bezirksvorstand. Achtung, Erwachsene Mitarbeiter der Sozialistischen Arbeiter- Jugenb! Pflicht eines jeden Genossen ist es, am Maijugendtag in Raulsdorf- Gild teilzunehmen. Die Treffpunkte der einzelnen Abteilungen find bekannt gegeben. Die Demonstration im Luftgarten findet um 19 Uhr statt. Redner Genoffe Franz Aünftler, M. d. R. Ganz anders gestaltete sich die weitere Zeugenvernehmung. Sämtliche Besucher des Lotals, die Augenzeugen des Borfalls waren, erklären fast übereinstimmend, daß sich die beiden Brüder Bitte sehr auffällig benommen hätten und sich so lär mend betrugen, daß sie die Vorstellung gestört hätten. Frizz Wizte hätte fogar Löffel und Geschirr auf das Bodium geworfen. Dann habe er eine Ansprache gehalten, in der er fagte:„ Kauft nicht bei Suben, sondern fauft bei der Millionenfirma Wizte. Was bei den Juden 7000 M. foftet, bekommt ihr bei uns für 500 M.!" Der Geschäftsführer wollte Bigte vom Bodium herunterholen, wurde aber von diesem beiseite gestoßen. Später packte Friz Wihke Eichberger am Schopf, und es tam zu einem Ringtampf, bei dem beide zu Boden fielen. Plöhlich rief ein Kellner: Achtung, der schießt ia." Als der Geschäftsführer aufblickte, fah er nach seiner Befundung, daß der Angeflagte in einer Ede stand. mit dem Revolver in der Hand. Der Angeklagte rief dann auch: Achtung! Bahn frei, ich schieße." Der Geschäftsführer machte ihm noch aber statt einer Antwort fiel der erste Schuß. Borf.: Der Angeklagte Borhaltungen, daß er sich doch teine Ungelegenheiten machen solle, mill zuerst in die Luft geschoffen haben. Zeuge: Nein, er hat Direkt auf Eichberger gefchoffen und gab dann noch einen Schuß ab. Nach dem zweiten Schuß ſtöhnte Eichberger auf, so. Abt. Die Maibilletts find bis spätestens Sonntag vormittag beim Raffterer, mit Entschiedenheit und fast übereinstimmend, daß der Angeklagte faßte sich an die Brust und ficl zu Boden. Die Zeugen erklären Bigle von niemandem geschlagen oder angegriffen worden sei. Men habe nur an dem lärmenden Betragen des Frik Wizke An- 123. ftoß genommen. Staatsanwalt minttner beantragte, den Angeflagten der Körperverlegung mit Todeserfolges schuldig zu sprechen, während Rechtsanwalt P. Bloch für Notwehr eintrat; 46. Abt. Bormittags 9½ Uhr Sigung der Abteilungsleitung und fämtlicher menigstens habe der Angeklagte in vermeintlicher Notwehr gehandelt. Der Spruch der Geschworenen lautete auf Körperverlegung mit Todeserfolg unter Bubilligung mildernder Umstände. Der Angeklagte wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt und sofort verhaftet. Einheitsfront der Mieterbereine. zung vornehmen. Der offizielle Zusammenschluß des Mieterverbandes Deutschlands, Sih Berlin, mit dem Gau Berlin im Bunde beutscher Mieterbereine ist erfolgt, so daß die Einheitsfront hergestellt ist. Eine in den tommenden Tagen stattfindende gemeinsame Delegiertenversammlung wird die Verschmel teilt uns weiter mit, daß in einer Mieterratsvollversammlung gegen Der Mieterverband Deutschlands wenige Stimmen beschlossen wurde, den Mietezahlstreit aufzuheben, da von seiten des Magistrats Berlin einige Zugeständnisse bezüglich der aufgestellten Forderungen der Mieterschaft gemacht wurden. Die Mieterräte behielten sich aber vor, bei weiteren Rietserhöhungen wieder in den Kampf zu treten. lichten, wurde sie vom Mieterverband prompt dementiert. Die Als wir vor kurzem eine ähnlich lautende Mitteilung veröffent Herren scheinen sich über ihre Beschlüsse selbst nicht recht einig zu sein. In der Nähe des Bahnhofs Weißentiee stießen gestern nach mittag um 1 Uhr 35 Min. ein Rangierzug und ein in der Fahrt befindlicher Güterzug zusammen. Dabei wurden die ersten fünf 23agen des Güterguges aus den Gleisen geriffen, um geworfen und start beschädigt. Personen sind nicht zu Schaden gefommen. Ein umgestürzter Wagen versperrte bas leis der Ningbahn, so daß der Perionenverkehr auf der Ringbahn in Nur die beften Marten! Ein Großeinbruch beschäftigt bie der Richtung Weißenfee- Landsberger Allee nur durch Umsteigen Kriminalpolizei. In dem Zigarrengeschäft von Linse in der aufrechterhalten werden konnte. Da die Unfallstelle sich gerade an Flemmingstraße fägten unbekannte Verbrecher an einem Hoffenster der Greifswalder Brücke befindet, batten sich zahlreiche Neugierige mit einer Stabliäge die eiserne Bergitterung durch, drangen so in eingefunden, die sich erst wieder entfernten, nachdent um 4 Uhr das die Gefchäftsräume ein und stablen für 30 Millionen Bertehrshindernis beseitigt worden war. Amtliche Höchstgeschwindigkeit. Mar! Zigaretten nur der besten Marken. Auf die Ergreifung der Täter und die Wiederbeschaffung der Beute ist eine Belohnung bon zwei Millionen Mart aus. gefegt. Vertrauliche Mitteilungen an Kriminaliekretär Stell im Bimmer 102 des Bolizeipräsidiums, Sausanruf 484. Der Erlaß betreffend die Maifeier der Beamten, Angestellten und Arbeiter im Amtsbereich des Herrn Boelig hat dem Ber nehmen nach gewisse Anstalten in unserer Provinz am Nach Berlin- Stettin, ihn seibit, seine Bedeutung und seine berühmten Bauwerte Märkische Vorträge. Märkische Landschaften am Grokchiffahrtwege mittag des 2. Mai, andere wahrscheinlich noch später, erreicht.irb Dstar Bolle im legten feiner dieswinterlichen Vorträge, Mittwoch, Sollte dem Minifterium für Bolksbildung, dem doch auch die Pflege B. Mai, 8, br, im Kunstgewerbemufum, Brinz- Albrecht- Straße 7a ichil geschichtlicher Kenntnisse obliegt, die Tatsache, daß der 1. Mai eit bern. Farbenlichtbilder: Bechleich. Eberswalde, Schwärzetal, Ragöletal, 34 Jahren gefeiert wird, so unbekannt sein, daß es sich erst Oberberg, Stolpe, Garg, Stettin uso. Karten bei Wertheim, Bote u. Bod am 27. 2pril( unter diesem Tage ist der Erlaß gezeichnet) fauerfüß und Abendlaffe. entschließt, den Erlaß über die Beurlaubung zur Maifeier zu er= Storme Kursbuch mit seinen Rebenausgaben( Genbichels Telegrabb, neuern?! Dann aber war doch allerhöchste Eile geboten, damit die Lloyd Kursbuch und Industrie- Kursbuch) erscheint Ende dieses Monats im Bekanntgabe noch rechtzeitig an diejenigen erfolgen fonnte, welche Verlage der Kursbuch- und Berkehrs- Berlagsgesellschaft in Leipzig, König. Befreiung von Dienst nachzusuchen hatten. Mindestens war doch straße 33, und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Kreis Prenzlauer Berg. Elternverfammlung der 103. Gemeindeschule, Colmarer Straße, Sonntag, den 6. Mai, vormittags 10 Uhr, in der Aula. Thema: Schulaufbau". Referent Genosse Lehrer Wolter. Erscheinen aller Eltern Pflicht. Heute, Sonnabend, den 5. Mai: Ranzowfir. 6, abzurechnen. Die Bezirksführer laden zur Abteilungsver. fammlung amt 9. Mai, Edulaula Pappelallee 40-41, ein. Referentin Genossin Bohm- Schuch. Abt. Ramisbart. Die Funtional, muß eingeladen werden. tgliederver. sammlung den 9. Morgen, Sonntag, den 6. Mai: Funktionäre bei Eichhols, Cuvenstr. 28. Ober- und Niederschöneweibe und Johannisthal. Treffpunkt zum Maijugendtag mittags 1 1hr an der evangl. Kirche in Oberfchöneweide, Frischenstraße. Der Arbeiterjugend um 9 Uhr im Lustgarten. Die Treffpunkte sind mit der Arbeiterjugend gemeinsam. Gruppe Schöneberg- Friebenau: 327 Uhr an Der Bahnunterführung Saiferallee, Gde Güdwestforfo. Gruppe Reukölln: Beteiligung am Maijugendtag. Treffpunkt früh 147 Uhr Herzbergplag und 7 Uhr Hermannplay. Gruppe Brig: Treffen zum Maijugendtag 7 Uhr Spielplan Hannemannstraße. Gruppe Südoften: Treffpunkt zum Mai.. jugendtag früh 6 Uhr am Görliger Bahnhof. Jungjozialisten. Die Vereinigung beteiligt sich gefchloffen an der Rundgebung Jugendveranstaltungen. EEEEEEE Treptow: Seute abend im Jugendheim, Elsenstr. 3, Borttag: Jugend und Kommunalwirtschaft". Achtung! Die Demonstration im Luftgarten findet nicht, wie in der Freitag- Morgennummer angegeben, um 9 Uhr, sondern um 19 Uhr statt. Alle Abteilungen müffen zur festgesetzten geit anwesend fetu. Sport. Rennen zu Hoppegarten am Freitag, den 4. Mai. 1. ennen. 1. Debensjäger( Dlejnit), 2. Casa Bianca( Ebert), Farnofina( D. Schmidt). Solo: 12:10, lag: 12, 17: 10. Ferner liefen: Belide, Constanza, Tausend Martnote. 2. Rennen. 1. Habicht( hanste). 2. dealist( M. Schmidt), 3. Seldin ( Brcenc). Toto: 45: 10, Blak: 18, 16, 62: 10. Ferner liefen: Staffellauf, Chrysolith, Taurus, Brise, Lisland, Darwane, Landesfürit. 3. Renner. 1. Schwarze tutte( Tarras), 2. Novize( Olejnik), 3. La auno( Zimmermann). Toto: 25: 10, Blat: 14, 15: 10. Ferner liejen: Palette, Ticherteifin, Morgane. 4. Rennen., 1. Staffelftab( Olejnin), 2. Halloh( Staudinger), 3. Damenweg( Tarras). Toto: 104: 10, Blak: 33, 84, 25: 10. Ferner liefen: Sommerflor, Kairos, Humboldt, General, Orchis, Nicotin, Habanera, Priorin, Traumbeuter. 5. Renner. 1. Winnio( Stosina), 2. Schaumschläger( Kasper), 3. La moral( Ebert). Toto: 76: 10, Blat: 19, 14, 25: 10. Ferner liesen: alſo, Säume nicht, Adolphus, Cicero II, Tilla, Alsterrose, Herzig, Eierpflaume, Siltrud, Gellub. 3. Ellen( Braun). Toto: 52: 10, Bias: 23, 58, 92: 10. Ferner tiefen: 6. Rennen. 1. Sanft Thomas( D. Schmidt). 2. Alpenstern( Dertel), Rasbet, Parioli, Brädigite, Sanguinifer, Cicero, Dublone, Erdrose, Interim, Kunstwart, Sonnenschein. Goldstern. Per Dart, Fuchsmajor. 7. Rennen. 1. Altpeful( D. Schmidt), 2. Matador( Rastenberg), 3. Cagnot( Geibt). Toto: 92: 10, Blak: 25, 16, 26: 10. Ferner liefen: Thusnelda, Aranyefö, Ordensritter, Pad, Saloppe, Anjutta, Maral, Bignau Kommunistische Radauhelden. Der Kommunist Katz auf 15 Tage ausgeschlossen. Wirtschaft Handel und Gewerbe im April. Nach den Berichten, die die preußischen Handelskammern dem Die Sturmszenen, die der Preußische Landtag gestern spruch erhoben worden. Selbst ein Präsident wie Herr Leinert Handelsministerium erstattet haben, hat sich die wirtschaftliche Lage Selbst ein Präsident wie Herr Leinert im April tei der Unsicherheit der politischen Verhältnisse gegenüber erleben mußte, sind nur die Krönung einer ununter müsse doch so viel brochenen Reihe von Standalszenen, die die in diesem Komödienhaus.. dem Bormonat nicht wesentlich verändert. Die Geschäftsstille hielt Kommunisten mit Eifer und heißem Bemühen seit langem zu( Ordnungsruf des Bräsidenten.) Selbst Dr. Borsch fei bereit ge- in der ersten Hälfte des Monats noch an. Am 18. April trat jedoch provozieren belieben. Jedem anständigen Menschen wider- wesen, nach Beendigung der Abstimmung den kommunistischen infolge des neuerlichen Sintens der Mark um rund 50 Proz. eine Die Reichsbank ftrebt es, auch nur ein Verzeichnis der ebenso maßlofen wie Rebner zu Wort fommen zu lassen. Die Sozialdemokraten hätten leine Belebung des Geschäfts ein. ( Großer an- fonnte an diefem Tage die feit Ende Januar infolge ihrer Maßfinnlosen Gassen schimpfworte wiederzugeben, mit es anscheinend auf Zusammenstöße abgesehen.... dauernder Lärm.) nahmen stabil gebliebene Mark nicht mehr halten; sie gab dem denen die Kommunisten im Preußischen Landtag ihren Man- Präsident Leinert: Nachdem ich von der Erklärung Einsicht zum guten Teil durch reine Spetulation verurgel an Argumenten zu ersetzen pflegen. Wenn Iwan Raz genommen habe, erkläre ich auf Grund der Geschäftsordnung, daß achten Drucke nach, schonte ihre eigenen Devisenbestände Ka unsere Genossen als„ gemeines dreckiges Lumpengefinde!" be sie nicht verlesen werben fann. Uebrigens ist Schluß der Geschäfts- und setzte an die Stelle ihrer bisherigen starren Maßnahmen ein zeichnete, so ist auch dieser geschmackvolle Ausdrud im Munde ordnungsdebatte beantragt.( Sturm bei den Kommunisten.) dieses proletarischen Klassenfämpfers" und Fechters für eine Abg. Kah, der am Schluß seiner Rede zur Geschäftsordnung bewegliches. System, das nach neuen Mitteln strebt, um einer schrantenlosen Devisenhausse zu begegnen. Letztere ist im Interesse der schönere und bessere Weltordnung nur eine Kleinigkeit gegen gerufen hat: Ihr seid doch alle ein Lebenshaltung des gesamten Volkes unbedingt zu vermeiden.( Sie über den schmußigen Anwürfen, mit denen er und seine elendes, dreckiges, schmieriges Cumpengefindel! Freunde im Landtag immer wieder im Zeichen der„ Einheits- gerät beim Berlassen der Rednertribüne, als er die Treppe herab ist inzwischen trotzdem eingetreten! D. Red.) Auch im Einzelhandel front" die Sozialdemokraten in erster Linie beschimpft. Man fommt, in einen Zusammenstoß mit verschiedenen unserer Genossen. begann die Kaufunlust des Publikums langsam zu schwinden; fie mag es bedauern, daß man gegenüber diesen Gesellen schließ- Es entsteht ein ungeheurer Lärm und ein Faustkampf auf führte am 18. bis 20. April sogar zu stürmischen Nachfragen, mag es bedauern, daß man gegenüber diesen Gesellen schließ lich zur Selbsthilfe griff. Bielleicht gibt es aber doch Leute, der äußersten Linten zwischen den Kommunisten die fid) aber gegen Ende des Monats wieder abschwächten. Im und unseren Genossen. Der Präsident Leinert verläßt besetzten Gebiet traten die Folgen der Abschnürung vom übrigen deren Frechheit erst dann eine Grenze gesetzt werden fann, seinen Siz. Etwa zehn Minuten lang herrscht allgemeiner Tumult. Deutschland verschärft hervor. Den Franzosen gelang es, den Abwenn sie spüren, daß die größte Langmut und Anständigkeit Um 1 Uhr 10 Minuten erscheint Präsident Leinert wieder gegen einen politischen Gegner schließlich doch einmal ein auf dem Präsidium und erklärt: Auf Grund der Geschäftsordnung transport der Rohle und des Kofs etwas zu erhöhen; die fortEnde erreichen kann. Die Kommunisten werden natürlich schließe ich den Abg. Kaz wegen unerhörter Be geschaffte Menge erreichte jedoch noch nicht ein Sechstel der LiefeDurch ihre Agenten im Lande erzählen lassen, daß, der sozial- leidigung des Hauses von der Situng aus.( Stür rung nach dem Reparationsprogramm. Aus einzelnen Gewerbezweigen wird u. a, terichtet: demokratische Landtagspräsident die Polizeimanieren des alten mischer Beifall bei allen übrigen Parteien; Rufe bei den Kommuniften: Und die Schläger?) Ich fordere den Abg. Raz jezt auf, den Dreiflaffenwahlrechtshauses wieder einführen wolle. Diese Sigungssaal zu verlassen. Die Sigung ist für eine halbe plumpe Spekulation auf die Dummheit wird ihnen nicht ge- Stunde vertagt. lingen. Der durch eine lange sozialistische Schule gegangene In größter Erregung bleiben die Mitglieder des Hauses hoch deutsche Arbeiter weiß sehr wohl zwischen politischem im Saale. Auf der äußersten Linten dauern die tobenden AuseinKampf und ganz gewöhnlichen Gassenmethoden andersehungen noch an. Einige Mitglieder des Hauses haben anzu unterscheiden. Die Kommunisten werden nur eins erreichen, daß sich gegen diese Rowdyelemente unter ihnen und ihren auf der niedrigsten Stufe stehenden 3erstörungsdrang der feste Ball aller anständigen und wirklich zielbewußten Arbei ter, die die hohe Idee des Sozialismus nicht in den Dreck ziehen lassen wollen, immer fester zusammenschließen wird und sie mit ihrer„ proletarischen Einheitsfront" allein auf weiter Flur bleiben werden. Auf der Tagesordnung der Freitagsigung des Preußischen Landtages stand als erster Gegenstand die namentliche Abstimmung über das Mißtrauensvotum der Deutschnationalen gegen den Innenminister Severing. Die Kommunisten forderten, vor der Abstimmung ihr Botum mündlich begründen zu dürfen. Der Vizepräsident Dr. Borsch erklärt, daß gefchäftsordnungsmäßig folche Er tlärungen erst nach der Abstimmung abgegeben werden dürfen und daß sie zu Protokoll gehen, ohne verlesen zu werden. Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung ist die Ablehnung des Mißtrauensvotums mit 248 gegen 79 Sfimmen, ein Mitglied hat sich der Abstimmung enthalten. Nach der Abstimmung verlangt Abg. Schulz- Neukölln( Komm.) das Wort zur Geschäftsordnung. Nach den ersten Worten erklärt Präsident Leinert, der inzwischen das Präsidium übernommen bat, daß eine Kritit des Ministers Severing nicht zur Geschäftsordrung gehört. Schulz- Neukölln erwidert, nach dieser Bemerkung des Präsidenten schlage er vor, den Redakteur des Ulf" durch den Präfidenten Leinert zu ersetzen.( Große Unruhe und Empörung Im ganzen Hause, die sich fortgefekt steigert.) Ich will, fährt Schulz Neukölln fort, hier nicht als einzelner Abgeordneter sprechen, sonbern für die fommunistische Frattion eine Erklärung abgeben.( Buruf des Genoffen Heilmann: Das kann der Präsident erlauben oder nicht.) Herrn Leinert als Barteigenoffen Severings scheint es unangenehm zu sein, eine solche Erklärung zu hören, darum hat er, nachdem er von Heilmann und Grzesinfti genügend bearbeitet worden ist, wahrscheinlich die Absicht, diese Erklärung nicht zuzu ( Lärm bei den Kommunisten, fommunistischer Suruf: faffen. Beinert, der Oberscharfmacher.) Präsident Leinert: Die Erlaubnis werden Sie von mir nicht bekommen. Ich muß eine solche Erklärung vorher kennen.( Neuer Lärm bei den Kommunisten, fommunistischer Zuruf: Leinert, der zweite Kröcher!) Abg. Schulz- Neukölln( Komm.) fortfahrend: Der Bräsident scheint mir wirklich nicht geeignet zu sein für sein Amt.( Stürmische Unterbrechungen und Schlußrufe.) Präsident Leinert: Ihre Rebezeit ist abgelaufen.( Stürmischer Beifall im ganzen Hause. Der Bräsident läutet unausgefekt bie Glode, bis Abg. Schulz- Neukölln die Tribüne verlassen hat.) Abg. Katz( Romm.), mit Tumult empfangen, führt zur Geschäftsordnung aus, daß solche Erklärungen abzugeben in allen Barlamenten üblich jei. Auch in diesem Hause habe man das gleiche Berfahren schon mehrfach eingeschlagen. Niemals sei dagegen EinSozialpolitik im Reichstag. Der Reichstag hat gestern, Freitag, zunächst die noch ausgesetzten Abstimmungen zur zweiten Lesung des Gefeßentwurfes der bürgerlichen Parteien auf Schuh der Versammlungsfreiheit 1 scheinend Verletzungen im Gesicht davongetragen. Erst ganz allmählich tritt im Hause wieder Ruhe ein Nach einstündiger Unterbrechung eröffnet Bräfident Ceinert aufs neue die Sigung mit der Erklärung, daß der Abg. Kaz, der seiner Aufforderung, den Eaal zu verlassen, nicht nachgekommen fei, bis auf weiteres von acht Gigungen ausgeschlossen sei.( Stürmische Bfuirufe bei den Kommunisten, Zuruf: Und die Schläger!) Der Präsident fährt, fort: Ich habe bemerkt, als ich das Präsidium führte, daß eine Schlägerei entstand. Das ist das Schlimmste, was in einem Barlament geschehen kann. Ich habe meinen Siz verlassen, da ich derartige Szenen nicht als in der Sigung des Landtages geschehen ansehen wollte.( Erneute Unterbrechungen durch die Kommunisten.) Ich bedaure diese Szenen im Parlament, das nur den Kampf ber Geister führen soll.( Großes Gelächter bei den Kommunisten, Buruf: Wenden Sie sich an Ihre Parteifreunde!) Ich habe in der Sigung des Aeltestenrates vernommen, daß alle Parteien mit Ausnahme der Kommunisten über die Langmut und Milde des Bräsidenten ungehalten find.( Lebhaftes Sehr richtig!) Diese Haltung sollte der Förderung der Beratungen dienen; deshalb fah man von den geschäftsordnungsmäßigen Maßnahmen Aus brüchen der Erregung und des Zorns gegenüber ab.( Erneute u rufe der Kommunisten: Was wird mit den Schlägern?) Die Ge schäftsordnung soll die Arbeit ermöglichen und auch den Schuß der Minderheiten gegen die Mehrheit sichern, umgekehrt aber auch den Schutz gegen Störungen durch Minderheiten.( Lebhaftes Sehr wahr!) Ich muß jetzt erklären, daß wir im Aeltestenrat die Erklärung abge geben haben, daß wir die parlamentarische Gitte und Ordnung, die erforderlich ist, um die Geschäfte des Landtags zu leiten, schüßen und mit aller Strenge gegen weitere Störungen vorgehen werden.( zurufe der Kommunisten: Kröcher und Freiherr v. Erffa stehen wieder auf!) Da der Abg. Katz den Saal nicht verläßt, wird die Sthung erneut vertagt. Präsident Leinert eröffnet 2 Uhr 55 eine neue Sigung und legt die Gründe dar für die Anwendung des§ 8. der Geschäftsordnung. Der Abg. Kaz hat sich dadurch, daß er der Aufforderung, den Saal zu verlassen, nicht Folge geleistet hat, selbst auf acht Sigungstage ausgefchloffen.( Burufe der Komm.) Jetzt hat mit Dreiviertelmehrheit der Weltestenrat die Ausschließung für 15 Sigungstage beschlossen.( Pfuirufe bei den Komm.) Ich schlage nunmehr Ver tagung auf Sonnabend 12 Uhr vor. In einer Geschäftsordnungs aussprache verlangen die Kommunisten, daß am Sonnabend der Bericht über die mitteldeutschen Unruhen weiterberaten werden foll, und protestieren gegen die vom Präsidenten vorgeschlagene Bera tung des Kultushaushalts. Nach einer kurzen Entgegnung des Abg. Heilmann( So.), der erklärt, daß die Kommunisten diefe Weiter beratung selbst verhindert hätten, da der Abg. Kah im Saal gebiieben sei und damit die Unterbrechung der Sizung veranlagt habe, und nach weiteren Gegenbemerkungen des Abgeordneten SchulzNeukölln vertagt sich das Haus auf Sonnabend 12 Uhr. Kultus haushalt. Schluß 3 Uhr 20 Minuten. ( Lebh. Widerspruch links.) Im Wohnungswesen muß die Zwangs. werden. Die wirtschaft abgebaut Die Steintohlenförderung ging in Oberschlesien ohne Störungen vor sich und wird schäßungsweise etwa 760 000 Tonnen erreichen. Die Wagengestellung war gut; trotzdem stiegen die Haldenbestände von fast 17 000 auf 37 000 Tonnen, weil die Verbraucher auf weitere Ermäßigungen der am 1. April bis zu 11 Bro3. herabgesetzten Kohlenpreise hofften und deshalb mit Beftellungen zurückhielten. Demgegenüber blieb die Nachfrage nach oberschlesischem Grobkoks sehr rege. Die Produktion wurde zum größten Teil nach dem Westen gesandt. Die starke Einfuhr englischer Kohle hat zu Vorratshäufungen geführt, die erst tei einer Aenderung der allgemeinen Lage oder einem Eteigen des Exports eine fühlbare Besserung auf dem Kohlenmarkte erwarten läßt. Auch im mitteldeutschen Braunkohlengebiet wies der Kohlenabsatz Stockungen auf. Infolgebeffen erfuhren die wegen der Ruhrbesetzung eingelegten Sonntagsschichten eine bedeu tende Einschränkung, was eine Berringerung der Förderung zur Folge hatte. In der Kaliindustrie hat die ungünstige Entwicklung der Absatzverhältnisse auch im Monat April angehalten. Die Abrufe der deutschen Landwirtschaft waren wider Erwarten gering, so daß besonders der Teil der Kalimerke, der über Fabriken nicht verfügt, insbesondere also die reinen Kalirohsalzwerke, zu Feierschichten gezwungen wurden. Auch der Auslandsabsag in den Kalifatritaten erfuhr feine wesentliche Besserung. In der Eisenindustrie bekamen die oberschlesischen Werke die Folgen der übermäßigen Preissteigerung in einem Anwachsen der ausländischen Konkurrenz bei Walzwerksprodukten zu spüren. Im Lokomotivbau trat feine Besserung ein. Hier versucht bie nordamerikanische Industrie, nachdem sie zunächst den südamerikanischen Markt erobert hat, auch in anderen Ländern immer mehr Boden zu gewinnen. Sie hat es verstanden, sich bei der polnischen Staatsbahn Eingang zu verschaffen und mit der Angora- Regierung das bekannte Chester- Projekt abzuschließen, welches der amerikanischen Industrie die Ausbeute von Erzminen in Armenien gegen den Bau umfangreicher Bahnanlagen sichert. Auch in Griechenland bewirbt sich Amerifa um michtige Konzessionen für die griechischen Staatsbahnen. So geraten ehemalige deutsche Absatzgebiete immer mehr in die Abhängigkeit der nordamerikanischen Industrie. Auch die Lokomotivbauindustrie Kassels flagt weiter über Mangel an Aufträgen und mußte seinen Arbeiterstand um rund 100 Personen verringern. In der Werkzeugindustrie wurde ebenfalls über Mangel. an Aufträgen geklagt. In der elettrotechnischen Industrie ist ebenfalls ein weiteres Nachlassen der Geschäftstätigkeit zu bemerken. auf dem Markt der chemischen Produkte. Das Abflauen in Interessant find die Rückwirkungen der Währungsschwankungen der Nachfrage nach chemischen Präparaten und feramischen Chemitalien, das fofert nach der unerwartet einsetzenden Werterhöhung der Mark verspürbar wurde, wich zu Anfang des April wenigstens im Inland einer Neubelebung, die allerdings nicht lange anhielt. Mit dem Augenblick, in dem die Dollarsteigerung wieder einfekte, ließ die Kauflust sofort wieder nach; seitdem ist die zurückhaltung des inländischen Marktes anhaltend und empfindlich bemerkbar geblieben. Das Auslandsgeschäft stieß auch nach ber erneuten Markverschlechterung auf Schwierigkeiten. Ganz ähnlich find die Rückwirkungen auf die Schuhindustrie. Hier wird berichtet: Die Lage der Schuhindustrie hat sich Die plößlide Martverschlechterung nicht bessern können. belebte das Geschäft im Kleinhandel nur für einige wenige Tage. Die Fabritation vermag nach wie vor die Gestehungspreise nicht zu erzielen. Anhaltende Kurzarbeit mit weiterer Produktionseinschräntung kennzeichnet die Lage. Stellung Deutschlands Aus beiden Berichten geht demnach hervor, daß die Verschlech= zum Internationalen Arbeitsamt ist teine würdige. Abg. terung der Mark der Industrie teineswegs immer die. erwartete ErThiel( D. Bp.) verlangt größere Fürsorge für die Kriegsbeschädigten leichterung bringt, daß vielmehr alles darauf ankommt, den Inund spricht gegen den Zentralismus in der Sozialversicherung und landsmarkt durch einen entschiedenen Preisabbau aufnahmeden deutschnationalen Antrag auf Streichung der Beiträge für das Internationale Arbeitsamt. Abg. Schirmer( Baner. Bp.) emp- fähig zu machen. fiehlt die Einführung von Kleinaktien für Arbeiter und Angestellte und ein energisches Durchgreifen der Regierung gegen die des Geschäfts. Devisenhamsterer, diese Lumpen. Von einer Lohnftabilisierung fönne angesichts der gewaltigen Preissteigerungen nicht mehr gefprochen werden, da die Löhne weit hinter der Preissteigerung zuStrei- sprochen rückgeblieben seien. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns Der Textilindustrie brachte der Martsturz eine gewisse Belebung Dorgenommen. Abg. Brodauf( Dem.) erklärt im Namen des Zentrums und Der Warenverkehr zwischen Deutschland und Oberschlesien. der Demokraten, daß die beiden Fraktionen für den sozial WTB. demokratischen Antrag stimmen werden, der die Strei TB. meldet: Der deutsche und der polnische Bevollmächtigte für die Dresdener Berhandlungen haben, vorbehaltlich der Ratifitation chung der Bestrafung der Zusammenhangsdelifte und des Berdurch die beiderseitigen Regierungen, eine Vereinbarung ab. fuches fordert. Gegen die Stimmen der beiden Rechtsparteien geschlossen, wonach die im Artikel 219 des Genfer Abkommens wird dieser Antrag angenommen. Ebenso wird der Antrag der bürgerlichen Barteien angenommen, die Worte bis zu einer tritt den Anträgen auf Austritt aus dem Internationalen Arbeits- über Oberschlesien vorgesehenen Bestimmungen über die zollfreie Million Mart" zu streichen. Der kommunistische Antrag, auch dis amt entgegen. Deutschlands Mitgliedschaft sei dort aus außenpoli. Ein- und Ausfuhr von Rohstoffen und Halbfabrikaten der inGefängnisstrafe zu streichen, wird gegen die Stimmen der schen und sozialpolitischen Gründen notwendig. Das Arbeits- dustriellen Betriebe des Abstimmungsgebiets, die zum Verbrauch in Antragsteller und Sozialdemokraten abgelehnt. Alsdann findet gerichtsgesetz werde demnächst dem Reichsrat und Reichswirtschafts- den industriellen Betrieben des Abstimmungsgebiets bestimmt sind, ber Gefeßentwurf gegen die Stimmen der Sozialrat zugehen. Die sozialpolitische Gefeßgebung werde nach Möglichkeit bis zum 15. Mai 1923 in Kraft bleiben. Genossenschaften und allrussische Ausstellung Sowjetrußland demokraten und Kommunisten- in folgender Fassung Annahme: vereinheitlicht werden. Die Löhne fönnten ebensowenig wie die Ber nichtverbotene Bersammlungen, Aufzüge oder Kund- Unterstügungsfüße für Erwerbslose mechanisch einem Index an- veranstaltet im August/ September D. 3. eine aliruſſiſche 2 us ftel gebungen mit Gewalt oder durch Bedrohung mit einem Berbrechen gepaßt werden. An den Grundfäßen unserer Sozialpolitik werde er tung verbunden mit einer großen Auslandsabteilung, bei der in verhindert oder sprengt, wird mit Gefängnis, neben dem auf festhalten, insbesondere betrachte er die Rechtsstellung, die sich erster Linie die Landwirtschaft und alle mit ihr in Berbindung die Arbeiter in Staat und Wirtschaft errungen haben, für un stehenden Industrien berücksichtigt werden sollen. Die russische Reantastbar. Ein kommunistischer Bertagungsantrag wird nicht gierung legt, wie uns mitgeteilt wird, befonders Wert darauf, daß genügend unterstüßt. bei dieser Ausstellung die proletarischen Genossenfchaften in möglichst großem Umfange vertreten find. Soweit diese Genossenschaften nicht in der Lage sind, eine eigene Bertretung in Moskau für die Zeit der Ausstellung einzurichten, hat im Einvernehmen mit der Sovjetregierung die Internationale Mrbeiterhilfe", Berlin W. 8, Unter den Linden 11, es übernommen, die Bertretung der Genossenschaften, die Aufstellung ihrer Produkte in ihrem eigenen Pavillon und die Abwicklung aller mit der Ausstellung in Berbindung stehenden Angelegenheiten zu er= ledigen. Auskünfte tönnen bei der Arbeiterhilfe" eingeholt werden. Geibstrafe erkannt werden fann, bestraft. Das Haus berät dann den meiter. Haushalt des Reichsarbeitsministeriums Abg. André( 3.): Die soziale Gesetzgebung darf nicht so weit gehen, daß sie die Familienbande zerreißt. Die bestehenden fozialen Gesetze müssen besser durchgeführt werden, das gilt nament lich vom Arbeiterschuß. Besonderen Wert legen wir auch auf die Durchführung des Kinderschutes. Die Jugendschutzgesetze wären zum Teil nicht nötig, wenn nicht die Jugendlichen zuviel Zeit hätten. ( Widerspruch links.) Die Lohnpolitik weist einen großen Wirrwarr auf; wir müffen wieder Damit # Abg. Malzahn( Komm.) verurteilt die Schlichtungstätigkeit des Reichsarbeitsministeriums in verschiedenen Lohnfämpfen, wodurch der Lohn und damit der Hunger stabilisiert worden sei. schließt die allgemeine Aussprache. Das Ministergehalt wird bewilligt und die Einzelberatung auf heute, Sonnabend, 2 Uhr vertagt. Ein deutschvölkischer Antrag, die Interpellation über die Auflösung der Deutschvölkischen Freiheitspartei und die Aussprache über die außenpolitische Lage auf die nächste Tagesordnung zu feßen, wird gegen die Stimmen des Antragstellers und der Kom munisten abgelehnt. Schluß 7 Uhr. Das Kaiser- Wilhelm- Standbild im Reichstag bleibt borläufig auf dem alten Plaz, da der Ausschmückungsausschuß des Reichs tages es abgelehnt bat, eine Summe für die Verfegung des Standbildes in den Etat einzufezen. mehr zum Affordsystem übergeben. ( Lärm links.) Wir find für die Aufrechterhaltung des Achtstunden tages für die Industrie, verlangen aber Ausnahmen.( Wider: spruch links.) Der Beu unferer Sozialgefekgebung ist burd) bie Währungsverhältniffe ins Banten geraten. Mit der Schematisierung Der Badische Landtag hat gestern vormittag mit allen gegen vier der Leistungen kommen wir nicht mehr durch. Auf dem Gebiete der kommunistische Stimmen den Zentrumsabgeordneten Dr. Baum Wöchnerinnenfürsorge find wir vielleicht schon zu weit gegangen. gartner zum Präsidenten gewählt. Devisenfurfe. Unserer gestrigen Kurstafel ist noch nachzutragen: 1 finnische Mark 1032,41 Gelb, 1087,59 Brief; 1 japaniider en 18 154,50 Gelb, 18 245,50 Brief; 1 brasilianischer Milreis cher en 18 154,50 Geld, 18 245,50 Brief; 1 brasilianischer Milreis 4064,81 Geld, 4085,19 Brief: 1 spanische Befeta 5710,68 Geld, 5789,32 Brief; 100 österreichische Kronen 52,61 Geld, 52.89 Brief; 1 tichechische Strone 1117,20 Geld, 1122,80 Brief; 1 ungarische Krone 7,03 Gelb, 7,07 Brief; 1 bulgarische gewa 285,28 Geld, 286.72 Brief: 1 jugoslawischer Dinar 393,81 Geld, 395,79 Brief. 1 polnische Mark toftete im freien Verkehr etwa 80 Bf. Arbeitersport. Arbeiter- Wasserschutz. M. S. B. Soden. Am 13. Mai, anfäßlich des Kreisstraßenlaufs, werben auf den Sportplägen an der Schönhauser Allee vier Propagandafpiele zu gleicher Beit ausgetragen. Es haben sich bis jegt 7 Mannschaften gemeldet: Lichtenberg II, Fichte- Oft, Roland, Fichte XII, Fichte I, Charlottenburg und Schönholz. Eine Mannschaft wird noch gebraucht.( Gofott melden!) Tore stellen Fichte- Oft, Roland, Fichte XII, Schönholz. Jebe Mannschaft hat einen In wenigen Tagen werden die Seen und Flüsse der Umgebung Schiedsrichter, zwei Linienrichter, zwei weiße Bälle und Kreide zu stellen. Lim Berlins von Dampfern und Booten belebt sein. Nach des Tages Spielfeldbau beteiligen fich sämtliche Sportsgenoffen. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn müssen alle vier Spielfelder fertig sein. Schiedsrichter, LinienLast und Mühen werden auch viele Arbeiter mit ihren Familien richter und Funktionäre treffen fich eine Stunde vorher bei Beelis, Oberberger Erholung von der Frohnarbeit suchen, die sie täglich leisten müssen. Straße 28, zur Besprechung. Hier Umkleidelotal für Fichte- Ost, Fichte I, Char Roland und Schönholz ziehen sich in Rolands Arbeiterorganisationen und Vereine werten Veranstaltungen an und lottenburg, Lichtenberg II. Lokal und Fichte XII bei Protezeba um. Spielbeginn wird noch bekannt. auf dem Wasser in die Wege leiten, sie werden versuchen, allen gegeben. Sportgenoffen, nun auf ans Bert! Auf sämtlichen Blägen, außer Beteiligten einen wirklichen Genuß zu verschaffen. Bei Verander Rundbahn, muß hockey- Propaganda zu sehen fein.( Tagespresse vom A. G. C. und Roland fahren am 24. Juni nach staltungen auf oder am Wasser fann aber nicht genug zur Vorsicht 4. bis 12. Mai beachten.). Leipzig, um dort ein Propagandafpiel vorzuführen. Sämtliche Sodenvereine gemahnt werden. Nach einer genauen Statistik ertrir.fen in Deutsch- fofort Bestellungen für das M. G. B.- Organ ,,, Arbeiter- Fußball", an die Geland durchschnittlich jährlich 5000 Personen. Viele dieser Unglüds- fchäftsstelle, Lichtenberg, Landsberger Chauffee 10, cinreichen. fälle fönnen vermieden werden, wenn die Veranstalter immer die Arbeiter Radfahrer- Bund Solidarität, Berlin. Touren für Sonntag, den nötige Vorsicht beachtet hätten. Bei den angeführten Veranstal- 6. Mai. Stern- und Werbefahrten der Bezirke 1, 2 und 21. Die Abteilungen tungen sollten Rettungswachen, die sachgemäß ausgebildet find, 6, 7, 8, 9 und 11 schließen sich dem 21. Bezirt nach Oranienburg- Rassenheide an, der Start ist früh 6 Uhr an den bekannten Stellen. Gammelstart 10 Uhr niemals fehlen. Der 6. Bezirk des 1. Kreises des Arbeiter- Turn- in Birkenwerder( Japan). Die Abteilungen 1, 2, 3, 4, 5, 10, 12 und Jugend und Sportbundes stellte solche Bachen zu allen Arbeiterveran- fchließen sich dem 2. Bezirk an, über Wannsee, Nudow nach Teltow. Der Start ftaltungen unentgeltlich. Alle unsere Wachen sind sachgemäß it früh 6 Uhr. Sammelſtart 9 Uhr in Wannsee, Chauffeehaus Mooriate. Achtung, Langftredenfahrer! Sonnabend, den 12. Mai, nach Kreuz bei ausgebildet. Wollen die verantwortlichen Leiter der in Frage Schneidemühl. Start nachmittags 4 Uhr Bahnhof Frankfurter Allee, gute tommenden Veranstaltungen nicht leichtfertig handeln, dann müssen Fahrer und Räder. Als Nachfolger durch den Tod des Genossen Bittmer ist fie diese Wachen in Anspruch nehmen. Alle diesbezüglichen Zu- Otto Grabein gewählt, derselbe wohnt Berlin N. 20, Buttmannstr. 9, Geschäftsstelle der Ortsgruppe Berlin. schriften sind an den Obmann der Rettungswachen, Mar Edert, Berlin NW. 87, Beuffelstraße 15, zu richten. -W Freie Turnerschaft Reukölln- Brig. Sonntag, den 6. Mai, Anturnen des gesamten Bereins nachmittags 2 Uhr auf dem eigenen Sportplag am Dammweg. Die Wettkämpfe werden vormittags 8 Uhr auf dem städtischen Sportplas in der Grenzallee ausgetragen. Freie Turnerschaft Charlottenburg. Sonntag, den 6. Mai, nachmittags hinterm Arantenhaus. Nach den turnerischen und leichtathletischen Borführun gen Hocken und Fußballspiel zwischen Vorwärts I- Rathenow- F. T. C_1. Turn- und Sportverein Fichte". Sonntag, den 6. Mai, Anturnen des Rinder um 9 Uhr( Rampfrichter um Uhr). Bereins auf allen Plägen. Männer, Frauen und Jugendliche nachmittags 2 Uhr( Rampfrichter um 10. Gruppe( 10. Männer, 10. Jugend- und 3. Frauenabteilung) 10 Uhr). am 5. Mai, abends 7 Uhr, bei Rott, Straßmannstr. 29, außerordentliche Abteilungsversammlung. Erscheinen ist Pflicht, da wichtige Tagesordnung. Arbeiter- Sportkartell, 6. Bezirk. Am Montag, den 7. Mai, 7½ Uhr, findet die Kartellsigung im bekannten Lotale statt. Das Sportfest ter Freien Turnerschaft Groß- Berlin am Sonnbag auf dem Dominicus- Sportplag in Schöneberg verspricht eine der größten und viel- 1 Uhr, Anturnen fämtlicher Abteilungen Auf dem Städt. Sportplag Westend, seitigsten bisherigen Vereinsveranstaltungen zu werden. Die Borkämpfe beginnen vormittags 10 Uhr, bie Hauptkämpfe Buntt 2 Uhr nachmittags. Die Teichtathletischen Wettkämpfe find start besett, hier dürften Schöneberg und Webbing wohl an erster Stelle ftehen. Um 4 Uhr führen die Turner ein Geräteturnen vor, dann folgen wieber Wettkämpfe, die mit einem 5000- MeterLauf der Männer abschließen. Um 5 Uhr beginnen die Bezirksspiele in Handball, Fauftball und Barlauf auf dem vorderen Blaz, während auf der hinteren Nasenfläche das Fußballspiel durch mehrere Wettspiele gezeigt wird. Der große Sportplag wird also in allen feinen Teilen ausgenugt und das ganze Gebiet des Zurnsports zur Darstellung kommen. Der Sportplag befindet sich am Sachsendamm, Ede Priesterweg. Fahrverbindung: Ringbahn Bhf. Ebersftraße; Untergrundbahn Bhf. Hauptstraße. Eintritt an der Saffe 200 M., Kinder 20 M. 6. BTS Verehrte Hausfrau! Bitte, überzeugen Sie sich: = Quieta= 210. gibt guten Kaffee! Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus 7 Uhr: Volksbühne 71 Uhr: Certral- Theater Tagl. 8 Uhr: D. Fledermaus Das Wintermärchen Försterchristel. Schauspielhaus 7 Uhr: Faust Lessing- Th. Heute u. morgen 7%, Walhalla- Th. 7.45 Uhr: Die Liebe geht um Deutsch Opernhaus] 72 Uhr: Der Zigeunerbaron Friedrich- Wilh. Th. 7 Uhr Uraufführung Die blonde Ratte Große Volksoper im Theat. d.Westens 8 Uhr: Rigoletto Stg. 21% U. b. kl. Pr.: Der Herr Senator Intimes Theater 8: Diplomat i.Dienst Blaue Pyjama etc. Lustspielhaus 8 U.: Bobby, sag' die Wahrheit Metropol- Theater 72: Die Schönste der Frauen Vorverkauf ununterbrochen. Noues Th. am Zoo Täglich 7,2 Uhr: Der Leibkutscher des Fridericus Rex NeuesVolkstheater 7% U Emilia Galotti Renaissance- Theat. 8 U.: Das Konzert Gastsp. Em. Reicher Schiller- Th. Charl. 8 U.: Die Journalisten Thalia- Theater Täglich 8 Uhr: Die rot. Katze Th. a. Nallendorfpl. 7 Uhr: Die schön.Rivalio Wallner- Th.7 Arbeiter- Turn- und Sport- Bund, 1. Kreis. 8um Straßenlauf wird für Rinder eine 30X100- Meter- Stafette ausgefahrieben. Meldungen bis 7. Mai Christian Kuntz Kohlengroßhandlung. * Berlin- Schöneberg Hauptstraße 95 Stephan 805, 1664, 2161 父 Reinickendorf 479 Moabit 5892/ Cöpenick 762 Humboldt 4033/ Pankow 660 liefert ab heute Briketts auch an solche Verbraucher, die in der Kundenliste der Firma nicht eingetragen sind. Telephonische oder schriftliche Bestellungen werden prompt von folgenden Lagerplätzen ausgeführt: Schöneberg: Rubensst. 76, Bahnstr.18 Berlin N: Kameruner Straße 4 Czarnikaner Straße 12 Sprengelstraße 87 Reinickendorf: Residenzstraße 40-41 Amendestraße 8 Der sensationeliste Allgem. Citskrankenkasse Berlin- Lichtenberg Operettenerfolg! Bekanntmachung. Des Königs Nachbarin Auf Grund des§ 28 des Gefezes zur von Léon Jessel Erhaltung leiftungsfähiger Krantentaffen vom 27. März 1923 hat der Borstand be Casino- Theater Pankowi Waldstraße 29 Welßensee: Heinersdorfer Str. 58-54 ** Cöpenickt Kaulsdorfer Straße 1 Kaulsdorf: Honower Straße 184 104/10 Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Bidler Straße 2 Theater i. d. Wie es euch gefällt era, Lautner. Zeraftz ihloffen, ben Söchftbetrag des täglichen Hermann Dietrich Surin KöniggrätzerStr. Mtg. 7: Bürger Theater 8 Uhr. 80. Die Schlager- Posse 8 Stillgeldes auf den pierfachen Betrag des & U.: Kreisfers Schippel URANIA Mindestftillgelbes festzusetzen. Eine Reise nach Heiraten mußte! Die Henderung tritt mit dem 5. Mai 1923 Eckfenster Serotoni Dent. Künstler- Th. Sudamerika mit d. Schnelld. ,, Polonia". Komödienhaus Allabendlich 7%, U. Kl. Saal& Uhr: Der 7.30: Madame Pompadour Der Fürst von Pappenheim Vierwaldstätter See und der St. Gotthard Berliner Th. Admirals- Varieté 7.30 U.: Mädi 8 U. Residenz- Theater Sommerspielzeit! Die Entlassung Trianon- Th. 8 Uhr: Professor Bernhardi 8 Uhr Kleines Theater Das stärkere Band Teelle, Sandrock, Kaiser- Tit Theater des Ostens ( Rose Theater) 78 Uhr: Eine tolle Sache SCALA 8 Uhr: Internat. Varieté Sonnt. 30 z halb. Preis.d.voll.Prog. das fabelhafte 80º Mai- Programm Heute Eröffnung nachm. 3 Uhr Neuartige Attraktionen! Prunk- Feuerwerk LUNA- PARK Rennen zu Karlshorst Sonnabend, den 5. Mai, nachm. 3 Uhr. Die 2 Gilbert- Schlager Täglich? Uhr Roues OperettenTheater Komische Oper Der Katia, Gauklerkönig die Tänzerin vex Besterreicher u. Jacobsen VOR Presbor, Stein und Zeriett Musik von JEAN GILBERT mit Margit Suohy, Hertha Nordheim, CarBeekersachs Theo Lucas, Kari Neisser, Emil Mamelok mit Charl. Boerner, Mizzl Metelka, Erika Nymgau, Franz Gross, Harald Paulsen, Art. Kistenmacher Verrork. an den Theaterkassen ab 10 U., A. Wertheim, Invalidendank, Hotelportiers, Billettbäres. WINI DORTEN Varieté- Spielplan! Rauchen gestattet! Reichshallen Th Allabendl.71/ 2 Uhr, Senatag nachm. 3 U, halbe Preise Stettin. Sänger DonhoftBrett'l Anf.70. Theater a. Kottb, Tor Täglich 7/2 Uhr und Sonntag nachm. 3 Uhr: EliteSänger U. a. Unser Rhein! in Kraft. Der Borstand. D. Seikel, Borsigender. 12/1 6. Bubbe, Schriftführer. Erfolg am 3 Mai gestorben ist. Die Einäicherung findet am Dienstag, den 8. Mai, nachm. 5% Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Unser Kollege, der Former Karl Schramm ift am 3. Mai gestorben. Die Einäscherung findet am Montag, den 7. Mai, nachm. 12% Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Chre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. haben Inserate im 147/20 Vorwärts Deutscher Metallarbeiter- Verband Damen- und Herren- Stoffe an fred Scholz, GD. 33, Oppelner Str. 13 m. Der Lauf findet vormittags 9 Uhr statt. Freie Turnerschaft ,, Jahn", Marienfelde. Sonntag, den 6. Mai, nachmittags 2 Uhr, Anturnen sämtlicher Abteilungen auf dent Sportplag. Uebungszeiten auf dem Sportplay find wie folgt festgelegt: Dienstags ab 6 Uhr Leichtathletik und Turnen der Männerabteilung, Donnerstags von 5% bis 6% Uhr Kür. Ab 6½ Uhr Spiele der Männer und Turnerinnenabteilung. Sonntags von bis 9% Uhr Spiele, anschließend Kür bis 11 Uhr. Die Uebungszeiten in der Halle bleiben wie bisher. 8 Fußballabteilung A. T. V. Frob- Frei", Lichterfelde. Plaz: Berlin- Lichter felde, hinter dem Parkfriedhof. Umkleidelokal: Berlin- Lichterfelde- Ost, Ber liner Str. 123a bei H. Bretschneider, Telephon Lichterfelde 557. Fahrtverbin dung bis Lichterfelbe- Ost( elektrische Eisenbahn und Straßenbahn 99), von dort 15 Min. zum Lotal, oder bis Lichterfelbe- West( Wannseebahn) und Straßenbahn 56, Endstation. Versammlung jeden Freitag, 82 Uhr, bei Apse. lowsky, Lichterfelde, Handnftr. 2. Tel. Lichterfelde 976. Buschriften nur an Eduard Ahrens, Lichterfelde, Cöhstr. 12, bei Politt. Bankower Sport- Club vom Jahre 1908, e. V. Vereinslokal ist gewechselt, befindet sich jetzt bei Franz Hoffmann, Bantom, Schulzeftr. 21, Tel. Pankow 172. Spielaufforderungen file 1. bis 3. Mannschaften auf unserem oder Gegners Plaz gesucht. Buschriften an Franz Brasse, Banlom, Florastr. 7. Sport und Fußballabteilung Borwärts", Trebbin, sucht laufend Spiele file 1. Elf auf eigenem Plag, zu Pfingsten auswärtigen Gegner auf eigenem lag. Buschriften erbeten an Friz Röppen, Trebbin, Kreis Teltow, Bahnftraße 7. Gigung jeden Freitag bei Schröder, dirett am Bahnhof. Telephon: Trebbin Nr. 40. 1. Sportabteilung Wilmersdorf sudyt für Pfingsten Spiele für 1. und 2. Mannschaft. In Betracht kommen Erbebeşirt, Sachsen, Thüringen. Zum Kartellsportfest, 27. Mai, Gegner für 1. Elf. Buschriften umgehend an Paul Blühm, Wilmersdorf, Mannheimer Str. 32. Touristen Berein Die Naturfrenade". Die Ortsgruppe Berlin veranstaltet das diesjährige Maienfest am 6. Mai und bittet um redyt zahlreiches Erscheinen aller Freunde der Bewegung. Abfahrtzeiten nach Hennigsdorf vom Whf. Gesundbrunnen 6.06, 7.06, 8.06, 8.36, 9.36, 10.36, 11.06, 11.36, 12.06; Abfahrt vom Stettiner Bhf. 6 Min. früher. Führer sind am Bhf. Seunigs. borf. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Arbeiter Abstinentenbund, Abteilung Mitte. Sonntag, 5. Mai, 8usammen funft im Heim, Steinftr. 35. Vortrag: ,, Entstehung und Bedeutung der Maifeier". Gäfte gern gesehen. Bereinigung ber Freunde von Religion und Böllerfrieden. Maifeier Sonntag, den 6. Mai, in Buch. Treffpunkt Bhf. Buch vormittags 10 Uhr. Berfammlungsplan ist dieselbe Stelle im Walde wie anläßlich unferer früheren Ausflüge dorthin. Fahrpreis ab Stettiner Bahnhof 200 m., ab Stadtbahn 250 M. Mitgebrachter Raffee kann beim Rantinenwirt( unmittelbar an unserem Lagerplag) aufgebritht werden. Rannen und Tassen müssen mitgebracht werden. Monatsanzüge, Sommerpaletots zu NO- Zinnschmelze tauft Lötzinn, Ge ftaunend billigen Preisen. Nab, Gor- fchirrainn. Weichslei und fämtliche Me. mannstraße 25/26, früher Muladstraße. talle. Andreasstraße 49. Bekleidung 60 000.-, Gummimäntel Perfer und deutsche Teppiche tauft höchstzahlend Reschke, Neukölln, RaiserFriedrich- Straße 5. Tel. Neukölln 9123. Kaufe alle Arten Säde, Packleinwand, Anzüge 60 000.- Rreuzfüchse 16 000.- Pelz- Nähgarn. Jiller, Swinemünderstraße 7. maren, Hofen spottbillig. Neuware. Sumboldt 489. Leihhaus, Reinickendorferstraße 105 ( Nettelbedplat). Felleinkauf, höchstzahlend, DirdsenStraße 32, Laden, gegenüber 8entralhalle. 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