Nr.21740.Jahrgang Ausgabe A Nr. 107 Bezugspreis: Für den Monat Mai 5800 M. Daraus zahlbar. Unter Kreuzband ur Deutschland, Danzig, Saar- und emelgebiet sowie Oesterreich und Zuremburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Boftbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen achmen an Belgien, Dänemart, England, Eftland, Finnland, Frant Beich, Holland, Lettland, Lugemburg. Desterreich, Schweden, Schweiz Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage Volf und Beit", der Unter Aaltungsbeilage, Seimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Cozialbemotrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 200 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 1200 m. Reklamezeile 6000 Mr. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 375 M.( zulässig zwei fett. gedruckte Worte), jedes weitere Wort 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M., jedes weitere Wort 150 W. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 300 M. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 10. Mai 1923 Der passive Widerstand. Erklärung der Gewerkschaften. = Hiergegen richtet sich der Widerstand der deut schen Arbeiter und Angestellten, die passive Refiftenz, die geistige und sittliche Waffe, die feinem Volfe gegenüber der Unterdrückung genommen werden kann. Dieser Widerstand ist Der Notenwechsel der letzten Tage über Repa heit, wie er die Freiheit der Arbeit, das Gemeingut der arbeiration und Ruhrbesehung gibt den unterzeichneten fenden Menschen aller Bölfer unterdrückt. Berbänden der deutschen Arbeiter und Angestellten Anlaß zu erneuter Stellungnahme, weil es sich um Lebensfragen des arbeitenden Boltes handelt, die ohne seine Mitwirtung nicht gelöst werden können, und weil der Noten wechsel schon jetzt Irrtümer aufweist, deren Beseitigung unbedingt notwendig ist, wenn weiteres Unheil von der Arbeiterschaft in allen Ländern ferngehalten werden soll. Die unterzeichneten Berbände sind, der politischen Lage Rechnung tragend und in dem Wunsche, die Nachwirkungen des Krieges baldmöglichst zu heilen, von jeher für Reparationen eingetreten und haben die Bereitwilligkeit der deutschen Arbeiter und Angestellten, an Reparationen mitzuwirken, immer wieder betont. Sie versichern auch heute ihre Bereitwilligkeit zur Reparation in den Grenzen des Möglichen. Sie sind dabei allerdings durchdrungen von der Ueberzeugung, daß die deutsche Reparationsleistung allein den Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft nicht bewirken kann, und daß diefer Wiederaufbau nur durch das verständnisvolle zusammen arbeiten aller beteiligten Bölfer auf der Grundlage des Friedens und der wirtschaftlichen Tatsachen möglich ist. Unvereinbar mit diesen Grundsägen ist der Einbruch der Franzosen und Belgier in das Ruhrgebiet, für den der Friedensvertrag von Bersailles feine Unterlagen bietet und der wirtschaftliche Boraussetzungen durch militärische Gewalt ersehen will. Er bedroht in gleicher Weise das Selbst bestimmungsrecht weiter Teile des deutschen Volkes und damit dessen Einheit und FreiZum Mainzer Urteil. spontan aus den beften Kräften des Volkes hervorgewachsen, meil an der Ruhr Gewalt und Unrecht zu herrschen versuchen. eine Regierung hat diesen Widerstand befehlen oder schaffen können, feine Regierung kann ihn abstellen und feine wird ihn, selbst mit den grausamsten Mitteln der Gewalt zu unterdrücken vermögen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Die Rüpelszenen im Landtag. Aus der sozialdemokratischen Landtagsfraktion wird uns geschrieben: Als die Kommunisten in den Preußischen Landtag ein80gen, haben sie verschiedentlich Veranlassung genommen, ihre Stellung zum Parlament darzulegen. Sie erklärten, daß sic nicht als Gesetzgeber nicht als Mitarbeiter in das Parlament eingezogen wären, sondern um auch von innen das Parlament eingezogen wären, sondern um auch von ihnen das Par ment zu sabotieren, wie sie es auch von außen täten, um den Weg zur Rätediktatur frei zu bekommen. Diese Erklärung stimmt überein mit der Weisung des 2. Weltkongresses der fommunistischen Internationale an die Abgeordneten, in aufzutreten. Die KPD. hat sich im Landtag redlich bemüht, den demokratischen Parlamenten herausfordernd" aufzutreten. Die KPD. hat sich im Landtag redlich bemüht, nach diesen Weisungen zu arbeiten. Eine Zeitlang war das nach diesen Weisungen zu arbeiten. Eine Zeitlang war das noch erträglich. Seitdem aber die kommunistische Landtagsfraktion der Die deutschen Arbeitnehmer werden in ihrem Widerstand Führung eines. Dr. Meyer entbehrt, der wenigstens eine nicht einen Tag länger verharren, als an Rhein und Ruhr geistige und politische Persönlichkeit war, erschöpft sich ihre der rechtswidrige Zustand andauert. Sie führen dabei einen parlamentarische Tätigkeit in Unfinn und Radau, in Gemeinschweren Kampf, aber trotz Not und Entbehrung fühlen sie heiten und Beschimpfungen des Hauses und seiner Präsidensich stark in dem Bewußtsein, ihr gutes Recht, die Frei- ten, die auf die Dauer zu energischer Abwehr solcher Methoden heit ihres Arbeitsplatzes, zu verteidigen. Sie tämpfen zu führen mußten. Es gibt kaum ein Schimpfwort in der deutgleich in der Ueberzeugung, nicht nur für ihre eigene Freiheit, schen Sprache, das die Kommunisten im Preußischen Landsondern auch für die Freiheit der Arbeitnehmerschaft aller tag nicht gegen ihre politischen Gegner, insbesondere aber Länder einzustehen. Die Zustimmung, die ihnen von dort gegen die Sozialdemokratische Partei und den Landtagsprävielftimmig zuteil geworden ist, läßt sie zuversichtlich glauben, fidenten Leinert, angewandt haben; Ausdrüde wie: Schiedaß über Machtgebote und Irrtümer der Regierungen hinweg ber, Lumpen, Gauner, Strolche, Banditen, auch die vielumfämpfte internationale Frage der Reparation 3uhälter, Berbrecher, Mörder usw. wurden von fchließlich eine Lösung auf dem Boden der Vernunft und Ge- den Kommunisten faft täglich gebraucht. Einen gewiffen Höhepunkt erreichten diese Beschimpfungen am 3. Mai bei rechtigkeit finden wird. der Debatte über den mitteldeutschen Putsch, wo die Kommunisten den sozialdemokratischen Fraktionsredner eine Stunde lang in der unglaublichsten Weise unterbrachen und beschimpften. Trotzdem blieb Genosse Heilmann ruhig, auch wenn ihm, wie am 3. Mai, der kommunistische Abgeordnete Schnetter zurief: Sie brediger gemeiner Lump, gleich spucke ich Ihnen ins Gesicht!" Der Kommunistenführer Kaz erflomm den Gipfel der Gemeinheit mit einem Suruf, der sich auf den schwer franken Fraktionsvorsigenden Genossen Franz Krüger bezog. Als Kazz ironisch zugerufen wurde:„,§ 51", Krüger bezog. Als Kaz ironisch zugerufen wurde: 51", antwortete er:„ Das sollten Sie doch am wenigsten rufen, wo Ihr Vorsitzender doch unheilbar verrückt ist. Hoffentlich repiert das Aas bald." Berlin, den 9. Mai 1923. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund. Deutscher Gerverkschaftsbund. Deutscher Gewerkschaftsring. Nachrichtendienst so vollkommen versagen fonnte, daß feine amtliche Stelle in Berlin von dem am MonEin Schreiben des Reichspräsidenten. tag gefällten Schredensurteil in Mainz Kenntnis erhielt, und Der Reichspräsident hat an den Reichsverkehrsminister daß auch bis zur Stunde außer unserem ausführlichen Bericht folgendes Schreiben gerichtet: Ein franzöfifches kriegs- darüber nur furze Inhaltsangaben durch die Korrespondenz gericht in Mainz hat, wie ich foeben erfohre, unter Ausschluß bureaus verbreitet wurden. So empörend das Krupp- lrteil der Deffentlichkeit 17 Eisenbahnbeamte, Gewerkschaftsführer und auch ist, so empörend wirkt auf der anderen Seite die Tatsache, Angestellte des Deutschen Eisenbahnerverbandes nach einem fumma- daß von ihm ein so großes Aufsehen gemacht wird, während rischen Massenverfahren zu unerhört langen Gefängnisftrafen ver- gleichzeitig das Urteil gegen die Eisenbahner Franz Krüger ist geistig völlig gesund; er leidet an einer usteilt, weil sie ihre Untergebenen und Kollegen aufgefordert haben, unter den Tisch zu fallen schien. Das war sicher nicht nervösen Lähmung der Beine und unterzieht sich in diesen den deutschen Gesehen und ihrem Dienfteid treu zu bleiben. Auch beabsichtigt; aber es fommt nicht auf Absichten, sondern auf Tagen einer Operation. Die Gemeinheit dieses Ausspruchs diefe Schreckensurteile sind ein Schlag gegen Wahrheit und die Wirkung an. Und deswegen ist die Frage berechtigt, von Katz gibt aber einen kleinen Begriff davon, welchen VerGerechtigkeit, ein Aft wildesten Terrors, der über- warum der amtliche Draht, der sonst fast jeden ausgewiesenen brecherton die Herren Kommunisten im Landtag fich angeall Entrüftung und Berachtung hervorrufen wird gegenüber denen, Beamten nach Namen, Stand, Bohnort usw. registriert, das wöhnt hatten. die Menschenrechte in brutaler machtwilltür höhnisch mit Massenurteil von Mainz vollkommen igno= Füßen treten. Der fremde Militarismus wird auch durch diesen rierte. Die Deffentlichkeit hat ein Recht auf Antwort. Gewaltaft feiner Werkzeuge, der Kriegsgerichte, den Widerstand der deutschen Eisenbahner nicht brechen, sondern die Reihen der Abwehr nur enger schließen. Ich bitte Sie, Herr Reichsminister, den betroffenen Beamten und Angestellten meine besondere Hochachtung für ihre vorbildliche Vaterlandstreue und ihre mannhafte Haltung auszufprechen. am MonDas Urteil gegen die Eisenbahner in Mainz wurde allerdings unter Ausschluß der Deffentlichkeit tag gefällt, das Urteil gegen die Krupp- Direktoren dagegen am Dienstag! Die Morgenpresse vom Mittwoch war nun angefüllt von Einzelheiten über das Werdener Urteil und mit den begreiflichen Sympathiekundgebungen der Spitzen der Reichsregierung für die Opfer der militaristischen Justizkomödie von Berden. Proteststreik bei Krupp. geschloffen zu halten. Diese nicht mehr zu ertragende Methode der Kommunisten veranlaßte die sozialdemokratische Fraktion zu dem Beschluß, von dem Präsidenten des Hauses zu verlangen, daß er von den Mitteln der Geschäftsordnung Gebrauch mache, um die Ordnung im Hause und ein parlamentarisches ArbeiEssen, 9. Mai.( WTB.) Der Betriebsrat der Firma ten zu gewährleisten. Als am 4. Mai der kommunistische Friedr. Krupp beschloß in seiner heutigen Nachmittagsfihung gegen Radau sich in erhöhtem Maße wiederholte, wurde der Abgeden Willen der Firma, am nächsten Freitag in einen Protest- ordnete Raz von der Sizung ausgeschlossen und zog sich ftreit von 11 Uhr vormittags bis 4 Uhr nach- wegen der Weigerung, den Saal zu verlassen, die Erweitemittags einzutreten. Die Spitzen der Hirsch- Dunderschen, Christ- rung des Ausschlusses auf 15 Tage zu. lichen und Freien Gewerkschaften haben zu gleicher Zeit zur Frage Wenn die Kommunisten einen Bergleich mit dem Ausder Berurteilten des Betriebsrats des Werdener Urteils Stellung schluß Borchardts im Jahre 1912 ziehen, so ist dieser genommen und sich dem Beschluß angeschlossen. Sie werden in einer völlig verfehlt. Im jezigen Preußischen Landtag haben die befonderen Aufforderung an ihre Mitglieder herantreten, auch ihrer- Kommunisten jede Möglichkeit zu schärffter politischer felts die Arbeit von 11 bis 4 Uhr ruhen zu laffen. Die Ge- Stellungnahme. Ihre 26 Mann starke Fraktion hat zu jedem ihäftsleute werden aufgefordert werden, die Geschäfte Bunkt der Tagesordnung dieselbe Redezeit wie die 135 Mann starke sozialdemokratische Fraktion. Diese Zeit erweitert fie Lediglich der Vorwärts" gab den Berlinern Kunde von Effen, 9. Mai.( WTB.) Die Ortsausschüsse der gewerkschaft- ungemein durch eine Menge eigener Anträge und Anfragen, dem Schandurteil des Mainzer Kriegsgerichts, dem die lichen Spitenorganisationen erlassen folgenden Aufruf: für die sie besondere Zeit zur Begründung erhält. Im preußideutschen Gemertschaftsführer aus dem Lager der„ Arbeiter, Angestellte, Beamte, Bürger! Das unerhörte Urteil schen Dreiflaffenhaus gab es keine Redefreiheit für die SoEisenbahnbeamten und arbeiter zum Opfer fielen. Auch die des franzöfifchen Kriegsgerichts zu Werden hat die Empörung aller zialdemokraten, sie durften nicht zu jedem Etat sprechen; wenn Reichsbehörden wurden augenscheinlich erst durch uns auf hell entfacht. Dieses Urteil augenblicklich einer rechten Würdigung der Präsident ihnen erlaubte, zu einem Titel das Wort zu diefes ungeheuerliche Urteil hingewiesen. Das halbamtliche zu unterziehen, ist uns unmöglich. Nach Bekanntgabe des Streit- nehmen, nahm er sich auch heraus, die Person des sozialdemoTelegraphenbureau WTB. hat, soviel mir fehen, bis heute beschluffes des Kruppschen Betriebsrats fraten die unterzeichneten fratifchen Redners zu bestimmen! Als fich die Sozialdemonoch nicht das Urteil in seinem ganzen Umfange veröffent- Ortsausschüsse zujammen und faßten folgende Beschlüsse: fraten erregt und nachdrücklich gegen solche Rechtlosmachung licht. 1. Die Obmänner und Betriebsräte aller Effener Betriebe werden wandten, erfolgte der Ausschluß Borchardts und die BelästiGo fonnte es fommen, daß durch die inländischen und ersucht, Freilag morgen schnellstens dahin zu wirken, daß in ihren gung Leinerts auf seinem Blag. ausländischen Telegraphenstränge die Entrüstungskundgebun- Betrieben ebenfalls wie bei der Firma Krupp von elf bis vier Uhr gen wegen der Verurteilung der Krupp- Direttoren die Arbeit vollständig ruht. verbreitet werden, daß aber das in seiner Ursache und seiner 2. Die Geschäftsinhaber und Gastwirte werden aufgefordert, Wirkung ebenso grausame Erkenntnis der Mainzer während dieser Zeit ihre Betriebe gefchloffen zu halten. Kriegsrichter vollkommen tot geschwiegen wurde. Der 3. Jeder Berkehr auf der Straße hat möglichst zu ruhen. Reichspräsident, der wahrscheinlich auch erst am Mitt- 4. Nach Arbeits- und Geschäftsschluß begeben sich alle Arbeitwoch früh aus dem Vorwärts" Kenntnis von dem Mainzer nehmer fofort nach Haus. Jeder Einwohner melde mindestens von Urteil erhielt, hat seiner Entrüstung über diese Schredensjuftiz zwölf bis drei Uhr die Straße. fofort in einem Schreiben an den Reichsverkehrsminister Durch die restlose Beachtung vorstehender Punkte wollen wir Ausbrud gegeben. Aber diese Kundgebung, deren Wortlaut in Effen gefchloffen unserem Abscheu gegen das Werdener Justiz- gen Barlamentsmehrheit gegen unverantwortliche Rüpel. Als wir oben wiedergeben, ging den Zeitungen auch erst so spät verbrechen zum Ausdruck bringen. Auch das Werdener Urteil ist die Kommunisten nach der Abstimmung über das Mißtrauenszu, daß sie mur in den wenigsten Abendblättern noch Aufnahme nicht in der Lage, die geschlossene Abwehr aller Arbeitnehmer gegen votum gegen den Minister Severing eine besondere Erklärung finden konnte. feindliche und militärische Eingriffe in unsere Betriebe zu erschüttern. abgeben wollten, hat Vizepräsident Porsch dies ihnen ebenso Wir arbeiten auch in Jutunji nicht unter Bajonetten." vermeigert, wie er es den Deutsch Hannoveranern und der Bir fragen mun, wie es möglich ist, daß der amtliche Auch alles, was die kommunistische Presse über die Unzulänglichkeit oder die absichtliche Borbereitung eines solchen Borgehens des Parlaments gegen die Kommunisten erzählt, ist erlogen. Es ist gar keine Rede davon, wie die ,, Rote Fahne" behauptet, daß dies Vorgehen im Preußischen Landtag ein Auftakt zu einer allgemeinen Kommunistenheze oder ein Hinarbeiten auf die große Koalition im Reich bedeutet. Die ganze Aktion hat mit Politit überhaupt nichts zu tun, sondern sie ist die Notwehr einer anständi Wirtschaftsparkei verweigert hatte. Auch der Versuch der Kommunisten, nun ihre Erklärung unter Bezugnahme auf einen anderen Paragraphen der Geschäftsordnung an den Mann zu bringen, mußte von den Präsidenten zurückgewiesen werden. Zu der Wut der Kommunisten über die Abrech- nuna, die Genosse Heitmann mit ihnen in Sachen des mittel- deutschen Aufstands gehalten hatte, kam nun noch die Wut über die geschäftsordnungsmäßig unanfechtbare Behandlung ihrer Erklärung. Diese Wut ließ nun die Kommunisten Mittel des Protestes wählen, die in einer Winkelkneipe, nicht aber in einem demokratischen Parlament ertragen werden können. Es ist nicht wahr, daß der Abgeordnete Katz zu seinen Beschimpfungen der Sozialdemokraten:„Schmieriges Gesindel" usw. provoziert worden sei durch Beschimpfungen seitens der Sozialdemokraten. Sein Verhalten entsprang viel- mehr der Wut über die Beendigung der Debatte durch Schluß- antrag. Die Folge dieser Kötzschen Schimpferei war dann ein tällicher Angriff auf ihn, in dessen Verlauf auch andere Kom- munisten und Sozialdemokraten in die Rauferei hineingezogen wurden. Es ist gelogen, wenn die„Rote Fahne" behauptet, daß sich anderthalb Hundert Sozialdemokraten auf ein Dutzend Kommunisten gestürzt hätten. An dem ganzen be- dauerlichen Vorgang waren höchstens acht bis zehn Abge- ordnete beteiligt. Es ist sicherlich tief zu bedauern, daß das Preußische Par- lament der Schauplatz solcher Szenen werden konnte, aber wer die seit Monaten fortgefetzte Taktik der Kommunisten, die mit Politik undeAnstand überhaupt nichts mehr zu tun hat, kennt, begreift und entschuldigt die tätliche Abwehr dieser Methoden. Es ist nicht wahr, daß die sozialdemokratische Fraktion bei dieser Gelegenheit ihren„Saalschutz" habe in Aktion treten lassen. Mit einem solchen Saalschutz hat die sozialdemokratische Fraktion sich nie beschäftigt und wird das auch nicht tun, da sie der Auffassung ist, daß für die Ordnung im Parlament andere Mittel zur Verfügung stehen oder ge- schaffen werden müssen als der Selbstschutz der Parlamen- tarier. Die Entstehung dieses Märchens von dem Saalschutz ist zurückzuführen auf die verschiedentlich erfolgten Aeußerun- gen einiger sozialdemokratischer Abgeordneter, daß sie, wenn das kommunistische Treiben so weiterginge, einmal genötigt sein würden, die Schimpfhelden mit Gewalt zur Ruhe zu bringen. Es ist auch nicht wahr, daß die Sozialdemokraten diese Dinge provoziert hätten, weil sie eine Fortsetzung der Debatte über den mitteldeutschen Putsch fürchteten. Dokumentarisch hat Heilmann bewiesen, daß dieser Putsch ein auf Moskauer Weisung in Szene gesetztes, mit Mos- kauerGeld unterstütztes Verbrechen war. Wenn in feinem Verlauf Mißhandlungen, Grausamkeiten, Fehlurteile gegen Aufftändige vorkamen, so bedauern wir Sozialdemokraten das am lebhaftesten, aber auch die Schuld hierfür(ragen die Urheber des Putsches. Nach dem Ausschluß von Katz führten die Kommunisten ihre Obstruktion in einer Form weiter, die jedes Verhandeln im Parlament unmöglich machte. Es handelte sich nun ein- fach um die Frage, ob zwei Dutzend Abgeordnete das Recht haben sollen, das Parlament unter ihr Joch zu zwingen und es an jeder Arbeit zu hindern. Im Interesse des Par- laments und des Volkes konnte und durfte ein solches Vor- gehen nicht geduldet werden. Die Sozialdemokraten stimm- ten deshalb im Aeltestenrat zu, daß ausgeschlossene Abgeord- nete gewaltsam mit Hilfe von Zivilpolizei aus dem Saal ent- fernt werden sollten, wenn sie nicht gutwillig gingen. Wenn am 7. und 8. Mai eine Reihe kommunistischer Abgeordneter mit mehr oder minder sanfter Gewalt aus dem Saal ent- fernt werden mußten, so ist das ihre Schuld. Sie hätten ebensogut nach der zweiten wie nach der 22. Ausschließung ihre unsinnige Taktik einstellen und das Parlament arbeiten lassen können. Die sozialdemokratische Fraktion wird immer für die weitgehendste Meinungsfreiheit im Parlgment ein- treten. Sie wird auch immer für einen absoluten Schutz der Minderheiten eintreten, aber sie kann nicht die Mehrheit des Hauses durch eine kleine Minderheit vergewaltigen und jede Arbeit im Hause unmöglich machen lassen. Zur Herstellung Mititarismus. Von Iltis. Die militärischen Richter im Krupp-Prozeß, die einen gewichtigen Beitrag zur Geschichte der Schande unseres Zeitalters beigesteuert haben, glauben selbständig arbeitende Köpfe zu haben und sind nur nach hergebrachtem Schema eingestellte und arbeitende Maschinen, sofern sie dem soldatischen Ideal entsprechen. Sie sind Opfer der organisierten Verblendung, die kurz und treffend„M ili- t a r i s m u s" genannt wird. Diese schlimmste Erfindung der Zivilisation ist deshalb fürchter- lich, weil trotz allem weite Kreise noch immer nicht merken, eine wie verhängnisvoll« Rolle das Militär im Leben der Völker spielt. Dem oberflächlichen Sinn der Masse geht nur die blinkende und prunkende Außenseite ein, die allein zu dem Zweck gemocht ist, um zu blenden, um eine brutale Angelegenheit zu vergolden. Denn im Krieg, dem einzigen Daseinszweck des Militärs, werden die blitzenden Zierhaken sorgsam verdeckt. Rur ein Mittel, irgendein Ziel zu erreichen, kennt das Militär: die Gewalt. Gewalt wird auch dem Gehirn angetan, dem Denken, der Vernunft. Es ist darauf angewiesen, systematisch aus die Ausschaltung der Gedankenapparatur hinzuarbeiten. Sonst würde es sich selbst durch die eigene Sinnlosigkeit hinwegfegen. Jede Kritik prallt ab vor dem ängstlich und herrisch zugleich gehüteten heiligen Nimbus. Dröhnend klingende Phrasen von erschütternder Leerheit, in durchsichtiger Absicht erfunden und bis zum Ueberdruß immer und immer angewandt, genügen für den Durchschnittsbürger. Sie brauchen nicht einmal für verschiedene Nationen verschieden zu lauten. Ihn beglücken die hingcworsenen Brocken„h e i l i g st e Güter" und„Heldentod" und lähmen sein Denken vollends. Gedankenträg erschauert er ebenso vor dieser Art Mystik wie der bürgerliche Backfisch lebenshungrig vor dem Zauber der Uniform. Der Militarismus sieht seine Erfüllung im Kampf. Er ist be- gierig, seine Mittel unter ollen Umständen anzuwenden. Für wen, für was gilt ihm als Frage zweiter Ordnung. Er ist in s ch l e ch< tem Sinne international. Ich rede also nicht von dem deutschen, dem französischen oder englischen Militarismus: ich rede vom Militarismus schlechtweg. Aber einmal kommt die Zeit, wo diese Unkultur sterben und im unaufhaltsamen Fortschritt versinten wird. Gegen den Militarismus ersteht eine Waffe, deren Macht von Tag zu Tag gewaltiger wird, gegen die er nicht gefeit ist, die sein Ansehen untergräbt. Allmählich und unvermeidlich kommt über ihn der Zug der L ä ch e r l i ch k c i t. An der Ruhr, wo die Tanks, die plumpen Symbole der Sinnlosigkeit roh in die Stätten der Arbeit trampeln, ebenso wie hier Soldaten, im Stahlhelm auf dem regle- mentverstopsten Schädel und die Handgranate am Gürtel, Dienst- gebäude schützen müssen. Tanks und Handgranaten, zu nichts nütze als zur Zerstörung, in der Straße, dem Heim wertvoller Menschen, die festen Willens sind, produktiv zu schaffen! Welch ein Ungeist! Die zehn französischen Soldaten, die an ihren dreizehn Brüdern in Esten zu Mördern geworden sind, haben ihre Untat auf Befehl begangen. Der alte Kolonialoffizier, der mit dem unmenschlichen Befehl Trauer säte, hat ihn nicht aus freiem Ermesten gegeben, sondern gls bedauernswertes Werkzeug des Militarismus. Vielleicht sind es weichherzige Menschen; aber ein guter Soldat darf kein Mensch sein, ein Soldat ist ein befchlsempjangender Automat mir. und Aufrechterhaftung der Ordnung im Parlament wird die sozialdemokratische Fraktion auch in Zukunft j e d e s M i t t e l ergreifen, das die Geschäftsordnung vor- sieht. Nicht gegen die kommunistische Fraktion richtete sich das Vorgehen im Landtag, sondern gegen unverantwortliche Sabotage jeder parlamentarischen Arbeit. Die neue Devifenverorönung. Neue Paragraphen— alte Halbheiten. Der Reichsrat hat der neuen Verordnung gegen die Valutaspekulation zugestimmt. Die Maßnahmen, die hier in neue Form gegossen wurden, sind nur zu einem ganz geringen Teil neuerer Herkunft. In der Hauptsache hat man die vom Kabinett Wirth erlassene Deviscnverordnung, die seinerzeit als Dilettantismus verhöhnt worden fft, neu redigiert und in einzelnen Punkten ausgestaltet. Dieselben Lepte, die damals die Eingriffe in den Devisenmarkt nicht laut genug bekämpfen konnten, haben also jetzt anerkannt, daß der Grundgedanke der damaligen Verordnung gut war; sie haben auch durch die Ausgestaltung der Verordnung zu- gegeben, daß schon damals entsprechend den Wünschen der Sozialdemokratie mehr hätte geschehen müssen: aber zu ganzen Entschlüssen ist auch das Kabinett der Fachminister nicht gekommen. So fehlt in der neuen Devisenverordnung die Be- standaufnahme der vorhandenen fremden Wechsel und Zahlungsmittel, die die jetzige Rcichsregierung am 19. April angekündigt und damals noch für notwendig geHallen hat. Es fehlt in ihr ferner das Verbot der Käufe von ausländischen Aktten und Rentenpapieren zu spekulativen Zwecken. Selbst das Verbot der Beleihung ftemder Devisen ist nur in einer gegenüber kleinen Schiebern wirksamen Form ausgesprochen: man hat die Verpfändung von ausländischen Geld- und Bank- noten gegen Papiermarkkredtte verboten. Die großen Schieber, die Schecks und Wechsel Hamstern, können weiter ihren Devisenbesitz festhalten und mit Papiermarkkrediten Balutagewinne erzielen. .Allerdings bringt auch die Verordnung manche wün- schenswerte Neuerung, so insbesondere die, daß auch die De- oisengeschäfte der Banken unter die Kontrolle gestellt wer- den, die jetzt verschärft werden soll. Die Reichsbank erhäft die Möglichkeit, nicht nur die Geschäfte der Banken zu kontrollie- ren, sondern auch von Deoisenbesitzern Auskunft über ihre Be- stände zu verlangen. Theorettsch fft damit die Voraussetzung dafür geschaffen, der Spekulation auf den Zahn zu fühlen. Ob dabei«praktisch allerdings mehr herauskommen wird, als dicke Bände von Akten mit Anmeldungen, wie sie sich jetzt schon in den Finanzämtern häufen, ist sehr zu bezweifeln, so- lange man nicht den Mut dazu findet, eine B e w i r t- s ch a f t u n g der Devisen einzuleiten. Immerhin ist diese Be- stimmung ebenso wie«ine Reihe anderer Vorschriften, so das Verbot des Verkaufs deuffcher Mark im Ausland, eine Ver- schärfung der bisherigen Devisenkontrolle, und es kommt jetzt auf die Ausführung der Paragraphen an. Hier fft von vorn- herein zu befürchten, daß die ausübenden Rechtsorgane zu nachsichtig auftreten werden. Hat doch der Gesetzgeber durch Widersprüche und Derschachtelungen der Bestimmungen die wirkliche Absicht des Gesetzentwurfes so unklar wie nur irgend möglich gemacht. Was hilft es, wenn man auf der einen Seite gegen Zuwiderhandlungen Geldstrafen bis zu IVO Millionen verhängen und einzelnen Handelsfirmen De- visengeschäste überhaupt verbieten will, aber auf der anderen Seite die Forderung von Zahlungen in fremden Devisen und Devisenpfondgeschästen nicht unter allen Umständen für nichtig erklärt, sondern der Spekulation nicht noch die Hintertür offen läßt, unter dem Vorwand des„guten Glaubens" das Geschäft aufrechtzuerhalten und ihren Profit einzuheimsen? Die altenHalbheiten sind geblieben. Die Spekula- tion Hot sich mit dieser prächttgen Bekämpfung ihres Ge- schästes längst abgefunden, ehe noch die Verordnung in Kraft -fc— i---- grausigem Mechanismus. Daß es möglich ist, vier Menschenalter nach der französischen Revolution, denkenden Menschen ihre Seele zu rauben, daran ist die berechnet in die Welt gesetzte, mit allen Mitteln unterhaltene, immer noch lebendige und unselige Einstellung des menschlichen Geistes zum Militarismus schuld, der etwas Unheil- volles als heilsam, etwas Teuflisches als göttlich anzusehen gedrillt ist. Der Militarismus behauptet. Hunderttausende von Menschen au? Menschlichkeit schützen zu müsten und opfert Millionen. Ohne Unwahrhaftigteit kann er nicht existieren. Er lügt, um die Moral aufrechtzuerhalten. Er täuscht sich selbst mit hohlen Redensarten über seine innere Berechtigung. Im Jahre 1890 sagte Moltte im Reichstag:„Nur eine starke Regierung kann den Frieden verbürgen", und„lange schon und auch jetzt noch ist es nur das Schwert, welches die Schwerter in der Scheide zurückhält". Diese abgenutzte und un- wahre Meinung hinderte ihn aber nicht, als letzte Begründung für die Notwendigkeit der Heeresverstärkung anzuführen:„Die sried- lichen Versicherungen unserer Nachbarn in Ost und West— während übrigens ihre kriegerischen Vorbereitungen unausgesetzt fortschreiten— sind gewiß sehr wertvoll, ober Sicherheit finden wir nur bei uns selbst". Und Moltte galt und gilt noch als Genie. Es ist nicht ein Zeichen von Schwäch«, es ist ein stolzer Beweis der Kraft edlen Menschentums, den militaristischen Geist aus ewig zu verbannen, ober er steht auch bei uns noch in hohem Ansehen. Unter den Augen des republikanischen Reichswehrministers bekennt sich H i n d e nb u r g öffentlich als Verfechter dieses unheilvollen Geistes. Wir tragen ihm nicht nach, daß er besiegt ist, aber er war kein einwandfreier General— das muß endlich ausgesprochen sein. Karl von Clausewitz betont in feinem Werk„Vom Kriege" nicht einmal, sondern zwöi- und dreimal:„Die Politik ist der Geist, der Krieg ober bloß das Werkzeug— und nicht umgekehrt." Dagegen hat Hindenburg verstoßen. Ein Feldherr, der die Elemente seiner Kunst nicht beachtet, soll schweigen. Der furchtbare Erfolg unseres Krieges, die Barbarei an der Ruhr, hat bisher nicht vermocht, den Wahnsinn des Militarismus offenkundig zu machen. Welche Katastrophe muß die Menschheit noch treffen, damit Licht in dieses mittelalterliche Dunkel fällt? Ein Theater der 0berle«»rer? Das Provinzial-Schul- kollegium in Lichterfelde plant ein Bühnenunternehmen, das in verschiedenen Theatern Berlins den höheren Schülern gute Kunst bieten soll. Bei dieser Nachricht weiß man nicht, ob man den Idealismus bewundern soll, der zu einer solchen Neugründung heute gehört, oder die Krastverschwendung bedauern, die hier droht. Oder ist es etwa nicht Idealismus, ein neues Theater lediglich(wie es in einer Zuschrift jener Behörde heißt) zur Ergänzung des Deutschunterrichts zu schaffen? Nur diese Rücksicht, wird gesagt, oeranlasse die Schule, sich mit dem Theater abzugeben.„Die dra. mattsche Kunst im Dienst des Deuffchunterrichts der höheren Schule" — Preisfrage des Provinziaffchulkollegiums. Nur für Oberlehrer! Erster Preis: ein Freiplatz im Vorparkett. Man darf bezweifeln,' daß genannte Behörde über di« unbedingt erforderlichen praktischen Erfahrungen verfügt, die eine solche Gründung voraussetzt. Man wird sich fragen, warum in aller Well ist. Wenn die Regierung nicht lernt, mit aller Strenge gegen die Privatinteressen der Markzerstörer vorzugehen, wenn sie dem Urteil interessierter„Sachverständigen" mehr Glauben- schenkt als den Mahnungen der Sozialdemokratie, wenn sie vor allem aus ihrer eigenen Auffassung, daß die Devisen- Hamsterei und Spekulatton bekämpft werden muß, nicht die notwendigen Schlüsse zieht, so ist das nur zu bedauern. Die� Deoisenoerordnung ist schließlich nur ein kleiner Teil der Maßnahmen zur Markstützung. Wichttgere Schritte, wie vor allem die rücksichtslose Einschränkung der Reichs- bankkredite sind bis heute noch nicht erfolgt. Wird es erst eines neuen Marksturzes bedürfen, um die Regierung auch in diesen Punkten zur Einsicht zu bringen? Das kann keiner wünschen. Der staatsgefährljche Gberbürgermekfter. Diszipliuarverfahreu gegen Luppe. München. 9. Mai.(WTB.) Im Staatshaushaltscmsschuß des Landtages kam es bei der Beratung des l�ats des Ministeriums des Innern bei dem Kapitel Polizei in Nürnberg zu einer lebhaften Aussprache über das Verhaften des Nürnberger Oberbürgermeisters Dr. Luppe am 1. Mai. Staotsminister Dr. Sch weyer erklärte, daß Dr. Luppe sich ohne tristigen Grund direkt an die Reichskanzlei gewandt habe. Ob es sich dabei um eine sofortige Inanspruchnahme militärischer Hilf« gehandelt habe, sei zur Beurteilung des Falles gleichgültig. Es werde nunmehr gesagt. Staatssekretär Hamm sei auch Reichstagsabgeordneter, und Luppe habe dos Recht, sich an einen Abgeordneten zu wenden. Es fei festgestellt, daß Staatssekretär Hamm selbst in der Reichskonzlei nicht anwesend war, daß Dr. Luppe ober der Reichskanzlei gegenüber die Sache vor- gettagen hat. Davon, daß im Falle eines etwaigen Sturzes der Regierung Nürnberg als vorübergehender Sitz der Regierung in Ausficht genommen sei, sei ihm nichts bekannt. In der Aussprache bedauerte der Demokrat Dirr, daß Dr. Luppe sich nicht auch sofort an die bayerische Regierung gewandt habe. Hierin müsse man einen Verstoß erblicken, aber von einer Absicht Dr. Luppes. gegen die bayerisch« Regierung vorzugehen. könne absolut keine Rede sein. Der Redner oerlas«ine länger« Darstellung der Nürnberger Vorgänge vom 1. Mai. Donach hat Dr. Luppe die Lage als kritisch angesehen. Der Zweck des Berliner Tslephongespräches sei gewesen, den Staatssekretär von der drohen- den Gefahr für München in Kenntnis zu setzen, damit nötigenfalls von den Reichsinstanzen sofort di« entsprechenden Maßnahmen ge- troffen werden konnten. Dr. Luppe stelle in Abrede, daß er angeregt habe, sofort Reichswehr nach München zu senden. Dieser Bericht des Wolfffchen Telegrcqzhenbureaus. der wie gewöhnlich u n v o l l st ä n d i g ist, wird im„Berliner Tageblatt" ergänzt. Danach hat der Nürnberger Oberbürger- meister mit dem Staatssekretär Hamm, als dieser noch bayerischer Mini st er war, schon früher über die mög- lichen Folgen eines Münchener Putsches gesprochen und sich am 1. Mai im Verfolg dieser früheren Besprechungen an ihn telephonisch nach Berlin gewandt. Es handelt sich dabei also nicht um eine Aktion hinter dem Rücken oder gegen die bayerische Regierung, sondern im Gegenteil um eine Aktion inihremInteresse. Für bayerische Verhältnisse bezeich- nend ist es, daß der bayerische Innenminister, der weder den Mut noch die Kraft hat, die bewaffneten Banden Hitlers auseinanderzutreiben, gegen den Nürnberger Oberbürger- meister, der Vorsichtsmaßregeln zum Schutze verfassungsmäßi- ger Zustände traf, das Disziplinarverfahren einge- leitet hat. Bekanntlich hat der Nürnberger Stadtrat mit über- großer Majorttät das Vorgehen Luppes gebilligt. Daß das Reich einen erfolgreichen Putsch der Hitler-Banden in München nicht unbeantwortet lassen könnte und würde, und daß alle verfassungstreuen Vevölkerungskreise in Bayern vom Reiche- mit Recht Hilfe erwarten könnten, das scheint man in den Kreisen der bayerischen Regierung bereits als staatsgefährlich anzusehen. Man kann gespannt sein, wie diese„Aktion" der auf einmal so energischen„Regierung" in München ausgehen wird. es denn nun immer bloß„höhere" Schüler fein müssen, über die sich der pädagogische Segensstrom befruchtend ergießt. Man wird schließlich feststellen, daß es längst Unternehmungen gibt, die das leisten können, was man in Lichterfelde beabsichi'.gi. Vor allem käme da die„I u g e n d v o lk s b ü hn e" in Betracht, die feit langem sich unter schweren Opfern bemüht, der Jugend aller Volts- treffe gute Kunst zu bieten, und mit der sich sicher ein Abkommen treffen ließe. Jedenfalls wäre hier die Form, in der di« gute Ab- ficht Lichrerfeldes Gestalt gewinnen könnt«: hier wären Erfahrungen. wäre Tradition, wären vor allem Menschen, die zu lehren und zu leiten verstünden. Einer Neugründung im angegebenen Sinne ober würden weite Kreise der Elternschaft und auch der Lehrer wenig Vertrauen entgegenbringen. Räffelhafie Reichweiten der drahtlosen Telegraphie. Jede Sendestationen der drahtlosen Telegraphie hat eine bestimmte Reich- weit«, innerhalb deren die Wellen von den Empfangsstationen aus- genommen werden können. Diese Reichweiten beziehen sich meist auf den Verkehr bei Tage, bei Nacht werden häufig Reichweiten er- zielt, die zwei- bis dreifach so groß sind. Nun gibt es aber außer diesen nächtlichen Schwankungen auch noch rätselhafte Aenderungen der Reichweiten, von denen Ludwig Thor in der Leipziger„Illu- strierten Zeitung" berichtet. So wurden z. B. ungewöhnlich große Reichweiten während des Krieges nicht selten beobachtet. Eine kleine Sendestation in Kreuznach, die normalerweise ein« Reichweite von 100 Kilometer hatte, bekam plötzlich ein« gute Verständigung mit Konstanttnopel, also ein« Entfernung von etwa 2000 Kilometer. Ebenso tonnte sich die Station Swinemünde, die ein« normale Reich- weit« von SOO Kilometer besitzt, gelegentlich mir einem Dampfer unterhalten, der an der Westküste Afrikas in der Nähe des Aequators festgestellt wurde. Diese übergroßen Reichweiten bestanden aber nur kurze Zeit, und man kann annehmen, daß solch« Zufalkerfolge auf atmo sphärischen Einfluß zurückzuführen sind. Neben besonders günstigen Fällen kommen auch solche vor, bei denen die Ausbreitung der elektrischen Wellen an destimmten Stellen der Erdoberfläche einen großen Widerstand findet. So stand während des Krieges die Marinelandstatton in Konstantinopel mit den im Schwarzen Meer kreuzenden Schiffen„Gäben" und„Breslau" in dauernder Verbindung, befand sich jedoch eins der Schiffe an einer bestimmten Stelle der kleinasiatischen Küste, so war der Verkehr nicht mehr möglich, obgleich die Entfernung innerhalb der normalen Reichweite lag. Aehnliches wird von der Danziger Sendestation berichtet. Hier ist eine drahtlose Verständigung mit Schiffen, die sich in der Nähe der Steilküste von Rixhöft befinden, trotz der ganz geringen Entfernung nur schwer möglich. Oesters konnten hier liegende Schiffe mireinonder nur durch Vermittlung der weit ent- fernt liegende Station Kiel oerkehren. Man nimmt an. daß bei diesen Erscheinungen geologische Einflüsse von großer Be» deutung find. In der Hochschule für Bolitit.«chmkelplas. spricht Genosse A. Stein Freitags 6— S Uhr über.Die Vollswirtschaft in Rußland-. Slevogt alS Illustrator. Im, B ü ch e r- K a b i n e t t', Mein«. s-nstraße 12, sind diesen Monat all- von Mar Slevogt illustrierteu Lots ausgestellt. Besichtigung 10—1, 3—6. Die Interpellation über den Markftmz. Steuerfragen und der wirtschaftliche Niedergang im Reichstag. Die gestrige Sitzung des Reichstags eröffnete Präsident Lobe mit folgender Ansprache: Ihnen allen sind die Schreckcnsurteile zur Kenntnis gekommen, die gestern abend in Werden und in Mainz gegen die Leiter des Kruppschen Betriebe- und den Betriebsrat und gegen die Gewerklchastsfützrer der Eisenbahner ergangen sind. Landfremde militärische Richter haben den Versuch gemacht, den Mord an den Essener Arbeitern zu»er hüllen dadurch, daß sie die Lrndsleute der Ermordeten zu Jahrzehnte langem Kerker veruri eilten.(Lebhafte Pfuirufe.) Sie gaben'sich wohl der kindischen Auffassung hin, daß sie die Augen der Welt damit blenden könnten. Sie glauben, daß sie hinter dem dunklen Vorhang dieser Schreckensjustiz das Blut von. sich ab- waschen können, das an ihren Händen klebt und das sie nicht mehr entfernen können.� Ich beneide diese Männer um ihr richter- liches Gewissen nicht.(Sehr richtig!) Sittlich wollen wir-mit ihnen. nicht rechten, sie haben ihr. Urteil selbst zu verantworte.!, aber ich beklage den Haß, der dadurch zwischen zwei Völkern gesät wird, und der immer tiefer wird und vielleicht, wie der Verteidiger im Prozeß ausgeführt hat, gegen den Willen eines groß e.n Teils des französischen Volkes ist, sicherlich aber mit bewußter Absicht der derzeitigen Machthaber Frankreichs. Und ich darf im Namen des Reichstags den Betroffenen allen, die im Kerker schmachten und ihre Heimat verloren haben und den Hinter- bliebenen der Gefallenen sogen: Was ihr schuldlos leidet, leidet ihr für euer Volk und es wird der Tag kommen, da die Qualen, die ihr in den Zeiten der Erniedrigung auf' euch genom- men habt, auf den Blättern der Geschichte hell und leuchtend zu eurem Ruhm erstrahlen werden, während die Grausamkeit eurer Peiniger verächtlich b ei s ei t e ge sch o b e n wird. (Lebhafter B eisall.) Wenn die Geschichte das Weltgericht' ist, dann könnt ihr mit Ruhe und Stolz dem Urteil dieses. Gerichts entgegen- sehen.(Lebhafter Beifall.) Die Mitglieder des Reichstags hatten sich' während der Rede des Präsidenten erhoben. Kommunisten waren nicht anwesend. Hierauf trat man in die Tagesordnung sin..< Auf der Tagesordnung' steht zunächst die dritte Lesung des Antrags der bürgerlichen Parteien betreffend Verlängerung des Notgesetzes bis zum 31. Oktober d. Is. Ohne Debatte wird der Antrag endgültig angenommen. Di« Beratung des Haushalts öes Reichsfinanzministers wird in der allgemeinen Debatte beim Gehalt des Ministers fort- gefetzt. Abg. Lange-Heg ermann(Z.):.Die Steuergesetzgebung ist.so oerwickelt, daß es kaum noch möglich ist, eine richtige Steuererklärung abzugeben. An sich ist es richtig, daß ,m Jahre 1922 von der Einkommensteuer 90 Proz. durch den Lohn- abzug gezahlt sind, aber man muß dabei bedenken, daß die Steuer durch Lohnabzug zu einer Zeil bezahlt ist, wo der Dollar� viel niedriger stand. Bei einer Steuerreform, die einmal kommen muß, wird man besondere Steuertarife jür den Lohnabzug und für die anderen Steuerzahler mächen müssen. Wir haben einen Antrag gestellt, wonach die Räten der Vorauszahlungen auf die Steuer. v.er zehn facht werden sollen, um einen Ausgleich zwischen den Lahniempfangerir und den veranlagten Steuerzahlern herzustellen. Wenn die Re- parotionsfroge erst gelöst sein wird, werden die bürgerlichen Pac- teien dafür gerade stehen, daß die Steuern gemacht werden, die die Einnahmen erbringen sollen, aber eher nicht, um nicht in ein Faß ohne Boden zu schöpfen. Abg. Lambach(Dnat.): Wir billigen die Stützungsattion, die Frage ist aber, ob sie nicht zu spät eingesetzt hat. Darüber wird ja wohl ein Untersuchungsausschuß urteilen, dessen Einsetzung ein Antrag oerlangt. Im Interesse der Einheitsfront an der Ruhr bedauere ich, die Resolution der Sozialdemokraten, die di« Lasten der Ruhraktion lediglich der kloinen Klasse der Besitzenden auf- erlegen will. Wir Arbeitnehmer sind stolz darauf., diese. Lasten mit- zutragen.(Beifall rechts.)- r. Abg. Dauch(D. Lp.): Den. sozialdemokratischen Antrag, die Ruhrkasten bestimmten Bevölterung-schichten aufzuerlegen, muffen wir ablehnen. Die Sozialdemokraten überschätzen die Leistungs- fählgkeit unserer wirtschaftlichen Unternehmungen, wenn sie meinen, daß diese aus einem vollen Faß schöpfen könnten. Das Schlimmste ist dos Steigen der Kreditnot.. Bei einem Bankdiskont von 18 Proz. sind wir eigentlich nicht mehr konkurrenzfähig. wenn wir unser Betriebskapital so stark belasten müssen. Abg. Dr. Fischer-Köln(Dem.): Namens meiner Fraktion möchte ich betonen, daß man in dieser Zeit der Not des Landes und der deutschen Wirtschaft nicht den Eindruck in das Volk hineinbringen soll, daß jeder Devisenhandel strafbar sei. Man darf nicht sagen, daß die Wirffchaft- es an gutem Willen habe fehlen lasten, weil das Ergebnis der Devisenanleihe unbefriedigend ausgefallen ist. Die Anleihe wurde in einem Augenblick gemacht, wo die Wirtschaft Devisen besonders nötig hatte. Der sozialdemokratische Antrag, wonach die Kosten des Ruhreinbruch- lediglich durch die Belastung der hohen Einkommen und Vermögen gedeckt werden sollen, ist in seiner Einseitigkeit abzuweisen. Abg. Böhm-München(Bayr. Vp.): Ich möchte däoor warnen, die Widerstandskraft der deutschen Industrie allzu sehr zu über- schätzen. Di« Derhältniffe sind in Wirklichkeit sehr viel düsterer. Die Gründe hierfür sind die ungeheuren Amputationen an den Voraussetzungen ihrer Lebensmöglichkeit, die Erschwerung und Verteuerung des Kredits, der merkliche Einsatz des Ausland-, das unserem Export starke Konkurrenz macht, und zwar mit oder ohne Stabilisierung, die Folgen der Teuerungswelle, die sich ge- rade in der Industrie stark auswirken, die Gefahr, daß die In- dustrie später technisch nicht mehr auf der höhe der Zeit stehen wird. Bei de? Beurteilung der Derhältnisie in der Industrie möchte ich betonen, daß die Gewinnmöglichteiten des Handels sehr viel größer sind als bei der Industrie. Gönnen Sie der Industrie die noch mehr oder weniger starken Reserven: denn diese erhöhen die Widerstandskraft und bilden ein« Rückversicherung für den Ar- deitnehmer, der bei einem Zusammenbruch am meisten zu leiden hat. ReichsfinanMinister Dr. Hermes: Zur Beantwortung der Interpellation über den Marksturz habe. ich die. allgemeinen Ursachen der Devisenbewegung schon im Aus- schuß dargelegt. Die Rcichsregierung hat sofort Ermittlungen bei drn im Demsenhandel beteiligten Kreffen eingeleitet, das Ergebnis liegt aber nach nicht so vor, daß schon«in sicheres Urteil gewonnen werden könnte. Wenn die gestern im Reich-rat verabschiedeten Matznahmen gegen die. Valutaspekulation und die Verordnung über die Wechselstuben in Kraft find, kann die Reichsbank jeder- zeit, und bei jedermann sich Aufklärung über die Devisenbestände verschaffen und die unwirtschaftlichen Bestände an sich ziehen. Durch das Verbot von Markoerkäufen und die Ueber- wachung werden wir künftig ein klareres Bild über die Einflüsse an der Börse gewinnen und Mißstände beseitigen können. Auch die Reichsbank wird einer den Intsreffen dtr Gesamtheit zuwiderlaufenden Betätigung von Sonderinteressen mit allen Mitteln, auch unter Anwendung schärffter Restriktion er, begegnen. Wir müssen alle, daran setzen, daß endlich einmal ein Boden gewonnen wird, der eine dauernde europäische Lösung der Leparanonsfrage ermöglicht. Nach einigen Ausführungen des Abg. Frölich(Komm.) spricht Abg. Dr. Hertz(Soz.): Meine politischen Freunde erblicken auch.in dem Zentrum-- aiitrag betreffend Derzehiffachung der Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer keine wirklichen AbHilfsmittel gegen die ilnge- rechtigkeiten bei der Steuerzahlung, wenn wir ihm auch zustimmen. wenn der Antrag heute nicht erledigt wird, kann er für den 15. Mai nicht mehr wirksam werden, sondern erst am 15. August. Danach wäre der Antrag nicht» als eine schöne Geste nach außen hin. Herr Lange-Hegermann hat erklärt, nach Abschluß der Ruhrangelegenheit werd« auch seine Partei für die Ueber- nähme größerer Lasten ouf-üe Besitzenden sein, ich nehme von dieser Erklärung Kenntnis. Aber wir oericuigen in unserem An- � trag, daß bis zum S. I u n i die Regierung eine Vorlag« über die Belastung des Besitzes einbringt. Unser Antrag ist nickst unübersehbar. Bis dahin werden sich die Kosten übersehen loflen. Es handelt sich lediglich darum, ob er berechtig ist. die Ruhr- kosten auf die Schultern der Befitzenden zu legon. Die Maffe der Bevölkerung hat schwer zu leiden an Gut und Blut, während die Besitzenden ihr Eigentum erhalten können. Die Kapitalrentner wollen wir dabei schonen und befreien, cbenso die Angestellten und Angehörigen der freien Berufs. Es handelt sich heute lediglich um eine Entschließung, ob der Reichstag die Belastung der Besitzenden für gerechffertigt hält. Lehnen Sie unseren Antrag ab, so schaffen Sie eine schwere Atmosphäre in Deutschland, denn das Volk wird darunter vor- stehen, daß die Besitzenden sich ihrer Belastung entziehen wollen. Damit schließt die allgemeine Aussprache. In einer persönlichen Bemerkung gegenüber dem Abg. Lange. Hegermann hebr Abg. Dr. helfferich(Dnat.) hervor, daß er wieder- holt erklärt hat«, daß auch seine Freunde zu schweren Opfern bereit seiey. Erfreulicherweise bestehe aber heute Einigkeit dar- über, daß nicht wieder Unerfüllbares untoschrieben werden dürfe. Damit ist die Interpellation der bürgerlichen Arbeitsgemein- ichaft wegen des Marksturze- erledigt. Der Antrag der Sozial- demokraten aus Einsetzung eines Untersuchungsausschusses über die Ursachen des Marksiurzes wird angenommen. Die Abstimmung über die Anträge der Sozialdewosralen und der Kommunisten wegen Belastung der Besitzende« mit den Ruhrkosten wird auf eine spätere Sitzung verschoben. Eine Reih« Entschließungen des Hau-Haltsausschuffes wird an- genommen: sie beziehen sich u. a. auf Regelung von Beamienvcr- hästniflen. Vorlegung einer Denkschrift über dce Steusrleistungen der Aktiengesellschaften, Vereinfachung der Steuergesetzgebung und Dezentralisation der Steucroerwaltung. In der Einzelberatung betlagt Abz. Dorsch(Dnat.) die Kompli- ziertheit der Steuergesetzgebung, die es dem Landwirt kaum möglich machen, feine Steuererklärung richtig ab- zufassen. Auch die Finonzbeamten könnten der Schwierigkeiten nicht Herr werden. Der Rest des Haushalts des Finanzmmffteriums wird be- willigt. Nächste Sitzung: Freitag 2 Uhr.(Kleinere Haushalte: Mieterschutzgesetz.) Schluß 7 Uhr. Englische Verurteilung öes Krupp-Urteils. London, 9. Mai.(MTB.) In einem.Wessen Verbrechen?" Lberschriebensn Leitartikel befaßt sich.Daily News" außer mit der britischen Regierungserklärung auch mit dem Werdener Urteil. Dos Blatt schreibt: Selbst die wildeste Phantasie hätte nie die gestrige Folge der Niedermetzelung der 13 Krupp-Arbeiter durch französische Soldaten vorhersehen können. Es sei dargelegt worden, daß die Arbeiter keinen Angriff auf die Soldaten machten. Das photographisch« Beweismaterial zeige, daß di« Arbeiter in voller Flucht niedergeschossen wurden. Di« Arbeiter handelten nicht auf Veranlassung der Direktoren, sondern das Arbeiterrates in Uebereinstimmung mit einem Brauch, der von den Franzosen nicht verboten worden war. Die Strafen von 10 bis 20 Iahren Gefängnis und Hunderten von Millionen Mark Geldstraf« seien auferlegt worden nicht den Franzosen, die für das Schießen verantwortlich seien, sondern den Kruppschen Direktoren. Soweit von London aus beurteilt werden könne, seien die Urteil« zustande gekommen, nicht durch irgendwelches belastendes Beweismaterial, sondern trotz des genau entgegengesetzten Beweismaterials. Das Frankreich des zwanzigsten Jahrhunderts betrachte Widerstand gegen Invasion durch die ftanzösischen Truppen als Derbrechen und zerstöre, um seiner Ansicht Geltung zu verschaffen, seinen eigenen Ruf, als Land, dos Gerechtigkeit und iair plax übe. In dieser Beziehung habe Frankreich auch darauf bestanden, seine eigene separat« Antwort aus die letzte Rot« zu erteilen. Die gestrige durch die britische Regierung erfolgt« würdig« Zurück- weisung der übereilten französischen Aktion in der Frage der Rote lverde sicher nicht nur in England, sondern auch in Frankreich und Belgien selbst mit größter Zustimmung aufgenommen werden. Es bleibe noch abzuwarten, welchen Gebrauch die britische Regie- rung von der F r e i h« i t, die sie wiedererlangt habe, machen werde. Man könne hoffen, daß sie Nachdruck legen werde mehr auf die Elemente in den deutschen Vorschlägen, die di« Hoffnung auf eine schließlich« Vereinbarung geben als auf die Elemente, die den Weg versperrten. Zweifellos werde sie die Taffache begrüßen, daß endlich eine endgültige Summe genannt worden sei, zusammen mit einem Angebot, die Frage ihrer Zuläng- lichkeit einem unparteiischen Urteil zu unterbreiten und sich dem Ergebnis zu fügen. Die britische Regierung werde das Garantie- angebot zur Kenntnis nehmen und um weitere Einzelheiten darüber ersuchen, wie seine Anwendung geplant sei. Obgleich Groß- brüannicn die Invasion, ob sie legal sei oder nicht, nicht ausdrücklich gebilligt habe und daher in keiner Weis« verpflichtet sei, der deutschen Forderung nach ihrer Zurücknahm« zu widersprich e n, könne es immer noch für Aug erachtet werden, der deutschen Regje- rung anzuraten, nicht die Torheit zu begehen, die Aussichten auf eine Regelung durch ein« Weigevung, inzwischen zu verhandeln, zum Scheitern zu bringen. Aber sicher iverde keine Unterstützung der unmöglichen Gegenforderung gewährt werden, daß der passiv« Widerstand gegen di« Invasion aushören müsse und tatsächliches Zusammenarbeiten der Deut- schen mitten Eindringlinge)! erfolgen müsse, bevor alter- natio« Methoden einer Regelung erörtert werden können. Im Gegen- teil könne angenommen werden, daß volleingestanden werden wird, daß es schließlich für Deutschland unmöglich ist, entweder die Mittel für die Reparationen zu finden oder zu einer angemessenen und zulässigen Schätzung seiner Fähigkeit in dieser Richtung zu ge- langen, solange der Würgegriff gegen seine gesamten wirt- schaftlichen und industriell«!! Hilfsquellen beibehalten und bitterer Haß gegen den Eindringling durch Verbrechen wie das gestrige Werdencr Urteil gefördert werde. Die neue Drepfus-�ffäre. Kopenhagen, 9. Mai.(Eigener Drahtbericht.)„Socialdcmo- kraten" brandmarkt dos Werdener Urteil in längeren Ausführungen und sagt u. a.:„Die Empörung der ganzen Welt hat Frankreich gezwungen, den Dreyfus-Prozeß zu revidieren; die Empörung der Welt gegen den französischen Imperialismus und Militarismus wird auch die Rcoision des Werdener Schandurteils und die Befteiung seiner Opfer erzwingen. Die Urteile von Werden und Mainz werden die Meinung der Welt über das Frankreich von heute in einer Weife beeinflussen, daß alle Kanonen und Maschinengewehre Frankreich dagegen nicht helfen werden" »Sogar öas Kriegsrecht vergewaltigt.� Bern. 9. Mai.(EP.) Der„B u n d" schreibt zum Urteil im Prozeß gegen die Kruppdirektoren:„Das Urteil, das sogar über den Antrag des Staatsanwalts hinausgeht, vermißt jedes moralische Rechtsempfinden. Man denke sich, bei einer wegen Beschlagnahme erfolgten Zusammenhäufung in den Aruppwerten werden 14 Arbeiter von französischen Soldaten niedergeknallt. Die französische Militärjustiz reißt hierauf ein Strafverfahren vom Zaun, obwohl, wie der Genfer Verteidiger Moriaud vor Gericht ausführte, in ähnlichen Fällen niemals ein solches eingeleitet worden wäre, und fi£ belegt Personen, die keine Verantwortung treffen kann, mit g e- radezu wahnsinnigen Strafen. Verfahren und Urteil beweist wieder einmal, daß man sich im Kriege befindet, nur daß diesmal sogar das Kriegsrecht vergewaltigt war- den ist." Das englisch'italienifihe vorgehe«. London, 9. Mai.(WTB.) In den Blättern wird di« K r i tik der Pariser Presse an«der gestrigen Erklärung der britischen Regierung viel beachtet..Evening Standard" schreibt: Die gemein- same Aktion der Italiener und Engländer werde vielleicht die Fram zosen zwingen, weiter zu verhandeln..Manchester Guardian" schreibt: Die Verhandlungen müßten, koste es was es wolle, in Fluß gehalten werden. Die Regierung müßt« das, was nach ihrer Ansicht Deutschland tun könne und wollte, um sein Angebot zu v e r. bessern, in ihrer Antwort klar auseinandersetzen. Es werde dann Sache der deutschen Regierung sein, eine weitere Anstrengung zu machen. Rur in dieser Richtung liege eine sofortige Hilfe.„Pall Mall Gazette" schreibt: Alles, was Baldwin gestern über dos Vorgehen Frankreichs gesagt habe, werde in seiner Beweistrost ver- stärkt werden durch bas werdener Urteil. Die gesamte französische Vorstellung sei ein Gemisch von Tra- gödie und Farce gewesen. Die Reparationen seien wenig.mehr, als ein Vorwand für Annexionen..Star" bezeichnet die Werdener Urteile als tatsächlich ungeheuerlich. Di« franzö« fischen Regierungstreise seien immer noch beseeltl von dem Gedanken, den. deuffchen Nationalgefft zu zertrümmern, ober Poincare könne nicht das glücken, was Napoleon mißglückt sei. London, 9. Mai.(WTB.) Wie gemeldet wird, fand heute vor- mittag in Downingstreet 10 unter Vorsitz Curzons eine Kabinetts- sitzung statt,' auf der die britische Antwortnote an Deutschland, die bereits stüher vom Kabinett erörtert war, gebilligt worden sei. Die Rote, an deren Entwurf feit einiger Zeit von britischen Sachverständigen gearbeitet worden sei, werde in ihrer endgültigen Gestalt möglicherweise am Freitag abgesandt werden. Foch ist zustieden mit Polen; bei seiner Abreise bon Warschau nscki Posen sagte er, Polen« Heer sei nach Fachs Eindrücken so tüchtig, daß es auch ohne IHR selbst Krieg führen könne, wenn das nötig werde. i Ein französischer verhanölungsvorschlag. Prüfung durch de« Völkerbund. Pari»,?. Mai.(EP.) Der„Temps" macht heule einen ersten schüchternen versuch, die Lösung der Reparakionsfrage dem Völkerbund zu unterbreiten. Nachdem die Zeitung zuerst au, den gestrigen Erklärungen im englischen Parlament den Schluß ge- Zogen hat, daß die englische Regierung für eventuelle neue unannehmbare deutsche Vorschläge verantmortli ch sein werde, entwickelt sie eine„private Anrcguvg". Danach soll der Gedanke einer internationalen Reparationsanleihe ganz fallen gelassen werden. Statt dessen würde Deutschland gehalten sein, den A n l e ih ed ien st für alle bisherigen Rcparationsanleihcn in den alliierten Ländern zu übernehmen. Die Prüfung dieser Frage könnte dem Flnanzkomitee des Völkerbandes unterbreitet werden, notür- lich erst dann, wenn Deutschland kapituliert haben und die stanzösisch-betgisthen Bedingungen angenommen haben werde, die in der Antwort auf die deutschen Vorschläge ausgedrückt worden sind. Deutschlanüs Protest. Berlin, 9. Mai.(WTB.) Die deuffchen Missionen sind beauftragt worden, den nicht an der Ruhrbesetzüng beteiligten fremden Regie- rungen ein« Rote zü überreichen, in der es heißt: Der feste Ent» schluß der Ruhrbevölkerung, nicht unter milltärischem Drucke zu arbeilen. hat zu dem Brauch« geführt, den Arbeitern bei einer militärischen Besetzung ihrer Produttionsstätte durch Sirenensignale das Zeichen zur Arbeitsniederlegung zu geben. Dieser Brauch, den die stan- zöstschen Befehlshaber längst kannten und sonst niemals beanstandet hatten, ist jetzt benutzt worden, um daraus ein geheintcs Komplott der Wertleitung gegen di« Bejatzungstruppsn zu konstruieren. Der Zweck dieser sinnlosen Anklage lag von vornherein klar zutage. Sie sollte die Verantwortung für die Ermordung der vierzehn Ar- beiter von den Besatzungstruppen abwälzen und einer deutschen Stelle ausbürden: zugleich sollte em Keil zwischen die Arbeiterschaft und die Unternehmer getrieben werden. Die deuffche Regierung hat, um die Hand zu einer unparteiischen Fesfftellung de» Sachverhalts zu bieten, schon vor Wochen der stan- zöstschen Regierung den Vorschlag gemacht, eine Internationale llntersuchungskommisfion einzusetzen, die gemäß dem Haager Abkommen von 1907 das beider- feitig« Beweismaterial zu prüfen und auch alle sonstigen für den Zwischenfall in Betracht kommenden Taffragen aufzuklären hätte. Die französische Regierung hat auf diesen Vorschlag nicht geant- wartet. Sie hat es vorgezogen, die Frage, ob die Schuld an dem Zwischenfall bei den auf deuffcher Seite beteiligten Personen oder bei den französischen Besatzungstruppen liegt, von einem aus An- gehörigen dieser Truppen gebildeten Kriegsgericht enffcheiden zu lassen, hos zugleich Partei und Richter war. Die deuffche Regierung protestiert feierlich gegen diesen Gewalt- oft, den Frankreich in dem Augenblick begeht, wo Deuffchland seinerseits einen Schritt getan hat, um im allgemeinen Interesse die Beendigung des gegenwärtigen Konflikts herbeizuführen. Die Ermittelungen im Fall Roßbach. Der Untersuchungsrichter beim StaatSgerichtShof, LandjjerichtSrat Dr. Richter, ist in Berlin eingetroffen, um die notwendigen Ermittelungen in Sachen Roßbach anzustellen. Von Berlin ans begibt sich der Untersuchungsrichter direkt nach Bayern, wo seine Aufgabe die gleiche wie in Nord- deutschland sein wird, nämlich Zeugen zum Fall Roßbach zu ver- nehmen. Hillerei in Pole«. In Krakau, wo kürzlich ein Bombenan» schlag auf die Wohnung des Rektors der Universität Prof. R a t a n» s o n oerübt wurde, explodiert« ein« neue Bombe in den Geschäfts- räumen der Jüdischen Sozialistischen Partei(„Bund"). Die Zer- störungen sind groß, doch ist durch Zufall niemand verletzt worden. Der Verdacht richtet sich, ähnlich wie bei dem ersten Attentat, gegen Mitglieder natiowalistt�cher Kamps orgaiw-sationen. Gewerkschaftsbewegung Betriebsrätewahlen bei der Reichsbahn. Am 11. und 12. Mai finden im unbesetzten Gebiet die Betriebsrätemahlen bei der Reichsbahn statt. Der Deutsche Eifen bahnerverband, auf dessen Listen bei den vorjährigen Wahlen 73,25 Broz. aller abgegebenen Stimmen fielen, steht auch diesmal wieder gegen eine Reihe von Gegnern im Wahlkampf. Christen, Hirsch Dundersche und Kommunisten benutzen die Wahlbewegung, um Berwirrung und Zersplitterung in die Arbeiter fchaft der Reichsbahn zu tragen. auch mit meiner Berson und behauptet, ich hätte wiederholt öffent- braucht die Handwerkskammer hoffentlich feine Belehrung. Cile tut lich aufgefordert, bei der Durchführung der Dienstvorschriften feine not, denn der Sommer beginnt und Ferientage sind Sommertage. Schwierigkeiten zu machen". Es dürfte der„ Roten Fahne" schwer Die Handwerkskammer tut so, als ob sie täte. Die Gewerffallen, den Beweis für ihre Behauptung zu erbringen. Der übrigens fchaften werden es an dem nötigen Druck nicht fehlen laffen, um gefälschte Satz stammt aus einer von den Spikenorganisationen dem aus diesem Schein eines Erziehungsbeitrages eine Wirklichkeit zu Reichsverkehrsministerium gegenüber abgegebenen Erklärung und machen lautet richtig: Falls sich aus der Anwendung der Dienstdauervorschriften Härten oder Auswüchse ergeben, müssen diese in neuen Berhandlungen des Reichsverkehrsminifteriums mit den Eisenbahnerverbänden behoben werden." Differenz in der Reichsbahndirektion. Die Reichsbahndirektion Berlin veröffentlicht eine Erwiderung auf die von uns veröffentlichte Darstellung des Bezirksbetriebsrats. Diese Erwiderung bestätigt die vom Bezirksbetriebsrat veröffentlichte Darstellung. Dann heißt es aber:, Da die„ Rote Fahne" bekanntlich berufsmäßig die Wahrheit verschweigt oder zum mindeſten verdrehen muß, braucht sie auch nicht zu wissen, daß ich nicht nur im Plenum des Reichstags, sondern ,, Der Präfident sicherte die Rückziehung des polizeilichen Schutzes auch auf der vor drei Wochen stattgefundenen Reichskonferenz der zu, falls der Bezirksbetriebsrat erklärte, er fei zur Uebernahme Betriebs- und Beamtenräte des Deutschen Eisenbahner- Werbandes diefer Gewähr nur dann in der Lage, wenn nicht nur der poliausdrücklich festgestellt habe, daß die DDV. nicht unserer zeiliche Schuh zurüdgezogen, sondern auch die Anordnung des grundsätzlichen Auffassung vom Achtstundentag Lohnabzuges aufgehoben würde. Da die Lohnzahlung für nicht geleistete Arbeit nicht angeordnet werden fonnte, mußte der poliwaß die ,, Rote Fahne" an dem vom DEB. zur Betriebsrätewahl zeiliche Schulz zunächst beibehalten werden." herausgegebenen Referentenmaterial teine besondere Freude empfindet, kann man ihr durchaus nachfühlen, wenn man weiß, daß barin nach dem offiziellen Organ der roten Gewerkschaften" Trud" vom 5. Oftober 1921( Nr. 179) festgestellt wird, daß in Rußland fogar in den Staatsbetrieben der Achtstundentag der entforechen. Das ganze Jahr hindurch überlassen die christlichen Gewert schaften Deutscher Eisenbahner und der Hirsch- Dunder: sche Allgemeine Eisenbahnerverband dem DEB. die Initiative. Bei allen Bewegungen zur Berbesserung der Lage der Eisenbahner oder zur Abwendung von Anschlägen der Eisenbahnverwaltung, bei allen Verhandlungen mit den Behörden, die auf Grund des gemeinsamen Tarifverhältnisses gemeinschaftlich von den brei Berbänden gepflogen werden, überlassen sie willig die Führung dem Deutschen Eisenbahnerverband. Aber bei den Betriebs= rätemahlen wagen sie es, dem DEB. und seinen Betriebsräten allein die Verantwortung dafür zuzuschieben, daß nicht alle Forde Bergangenheit angehört. rungen der Eisenbahner erfüllt, nicht alle von der Berwaltung angestrebten Berschlechterungen abgewehrt werden konnten. Gie preisen gleichzeitig ein von ihnen ausgeflügeltes System von paris tätischen Betriebsvertretungen an, an denen Verwaltungsvertreter und Arbeitervertreter in gleichen Zahlen und mit gleichen Rechten beteiligt fein sollen. Achtung, Eisenbahner! Am 11. und 12. mai ffimmt bei der Betriebsratswahl jeder klassenbewußte Eisenbahner für die Lifte Deutscher Eisenbahner- Verband. Erziehungsbeihilfen" für Lehrlinge. Wir nehmen an, daß es sich hier um ein Versehen bei der Ausarbeitung der im übrigen belanglosen Erklärung handelt. Denn diese Säge heben einander auf und legen dem Reichsbahnpräsidenten Worte in den Mund, die er wahrscheinlich nicht gebraucht hat. Zum Schluß heißt es dann: „ Nachdem später der Bezirksbetriebsrat die Berantwortung da. für übernommen hat, daß ein Eindringen in die Geschäftsgebäude der Reichsbahndirektion sich nicht wiederholen werde, hat der Präfident die fofortige Zurückziehung des polizeilichen Schuhes veranlaßt." Damit wäre also der Zwischenfall erledigt. Nicht erledigt aber find die Ursachen, die zu den Vorfällen geführt haben: die Wirt. schafts- und Lohnpolitit der Reichsregierung, die für alle Arbeitnehmer ganz unerträgliche Zustände ge= schaffen haben. Lohnbewegung in der Berliner Metallindustrie. Durch die am 7. Mai erfolgte Urabstimmung ist die notwendige Mehrheit für den Streit nicht erreicht worden. Der am 2. Mai gefällte Schiedsspruch gilt daher als angenommen. Damit treten ab 30. April die erhöhten Lohnsäge in Kraft. Die Tarife find ab Freitag, den 11. Mai, ab 3 1hr in der Abt. Tirpis, Verbandshaus des Deutschen Metallarbeiter- Berbandes, in Empfang zu nehmen. Das Metalfartell. J. A.: Urich. Neue Bauarbeiterlöhne. Zeigt sich schon damit, daß fie die Harmonie der Interessen zur Geltung bringen, nicht aber Arbeiterinteressen ver treten wollen, so haben sowohl die Christen wie die Bertreter des Gewertschaftsringes, dem der AEB. angeschlossen ist, jüngst noch Deutlicher gezeigt, wie sie Arbeiterinteressen mit Füßen treten, als fie im im Reichswirtschaftsrat allen Berschlechterungsanträgen der Unternehmer zum Arbeitszeitgefeg Der Kampf, den die Gewerkschaften für eine menschenwürdige, zustimmten. Wie überall, so wurde auch hier das Recht der den Zeitverhältnissen angepaßte Entlohnung der Lehrlinge führen, Arbeiter nur durch die freien Gemertschaften vertreten. ist bekannt. Abgesehen von seiner durchaus notwendigen materiellen Derselbe AEV. und dieselbe chriftliche GDE., die fich auf ihre Seite, ist er ein Teil des großen Ringens um das neue Behrlings Sachlichkeit berufen, verbünden sich zum 3wede des recht, das wiederum aus dem neuen Arbeitsrecht loszulösen unmög Stimmenfanges bei den Wahlen mit der KPD, die lich ist. Gerade in Berlin war bei dem Widerstreben und sozialen gleichzeitig mit besonderen Listen als Gegnerin des DEB. bei den unverständnis der Innungen, die sich in ihren Erziehungsrechten Betriebsrätewahlen erscheint. Alle Argumente, die die Kommunisten geschmälert glaubten, der Kampf besonders zäh und erbittert. gegen den DEV. vortragen, werden von den Christen und Hirschen Dem immerwährenden Ansturm der Gewerkschaften und dem bei ihrer Wahlpropaganda unbesehen als bare Münze in den Resonanzboden, den unsere Argumente in der Deffentlichkeit fanden, Handel gebracht. Die Arbeiter, die noch die Anhängerschaft der scheint nunmehr selbst die Handwerkskammer nachzugeben. In einer RBD. bilden, sollen daran erkennen, welchen Zweden ihre Bartei in Bekanntmachung vom 14. April d. 3. an die ihr angeschlossenen Birklichkeit mit ihrer Propaganda gegen die Gewerkschaft dient. Jimmungen und Berufsvereinigungen schreibt sie folgendes: Schon im Februar, alfo lange vor Beginn der Wahlbewegung, Auf Grund des Beschluffes der Vollversammlung der Hand. hat die Zentrale der APD. an ihre Funktionäre im Lande die mertstammer vom 11. April 1923 wird zum Zwecke besserer AnBeifung ausgegeben, daß bei den Betriebsrätemahlen der Eisenpaffung an die Gebentwertung für die den Lehrlingen bzw. deren bahner eigene Listen der Opposition" überall dort auf. gefeßlichen Vertretern zu zahlenden Erziehungsbeihilfen zustellen feien, wo die Aussicht auf Erfolg einigermaßen günstig folgendes bestimmt: erscheint. Die Parole ging, wie alle übrigen, unter der Firma des unverfälschten Klaffentampfes, aber jegt in der Wahlbewegung be gegnen wir den Herrschaften von ganz links Arm in Arm mit den Reaktionären. An einigen Orten ist die Verbindung so eng, daß sich beide Richtungen fogar auf der gleichen Lifte zusammenfinden. Die Berbindung wird herbeigeführt durch die Reichsgewerkschaft der Eisenbahnarbeiter und Handwerker ( RAH.), einer Organisation höchst unbestimmten Ursprungs und mit fehr bewegter Vergangenheit. Sie wird jetzt von den Kommu= nisten als Sammelbed en benußt für die Personen, die, angetrieben durch die kommunistischen Parolen, als Mitglieder des DEB. Disziplinlosigkeiten begangen haben, die den Ausschluß aus dem DEB. nach sich ziehen mußten. In Meiningen z. B. hat diese RAH. mit dem Hirsch Dunderfchen AGB zusammen eine gemeinsame Liste eingereicht, deren Kandidaten in berichtanwendung der Mindeſtfäße( in Ausnahmefällen) unter- 6 Uhr Mitgliederversammlung im Aferandriner". Wichtige Tagesordnung. Mehrzahl Anhänger der RPD. find. An anderen Plägen haben die Kommunisten Listen der Unorganisierten eingereicht, die schon durch diese Bezeichnung für den Austritt aus der Gemertschaft, für das Nichtorganisiertfein Propaganda madyen. Der DEB. hat es also mit einem schier unentwirrbaren Knäuel von Gegnern zu tun, die in folge ihrer BedeutungsIosigteit frei sind von jeder Berantwortung für das Schicksal der Eisenbahnarbeiterschaft und die fich infolgedessen auch in der demagogischen Hebe gegen den eigentlichen Träger der Interessen der Eisenbahner, den DEB., völlig frei fühlen. Dennod wird es den Eisenbahnern nicht schwer fallen, die Wahl zwischen diesen Bewerbern um die Betriebsräteposten zu treffen, denn an dem unbestimmten Charakter und den bemagogischen Manieren der Gegner des DEV. vermögen fie leicht zu erkennen, daß sie eine aufrichtige und ehrliche und infolgedeffen ihrer Aufrichtig feit und Ehrlichkeit erfolgreiche Interessenvertre fung nur vom Deutschen Eisenbahnerverband und von den aus seinen Reihen hervorgegangenen Bertiebsvertretungen erwarten tönnen. Alle ihre Stimmen werden daher am 11. und 12. Mai den Liften des DEV. gehören. Genoffe Breunig vom Hauptvorstand des DEB. schreibt uns: In dem Artikel„ Die Betriebsrätemahlen bei der Reichseifen bahn" in Nr. 102 Dom 8. Mai beschäftigt sich u. a. die„ Rote Fahne" " 1. Soweit nicht Rost und Wohnung von dem Lehrherrn ( der Lehrherrin) gewährt werden, sind im ersten Lehrjahre als wöchentliche Erziehungsbeihilfe( auch Kostgeld, Lehrlingsent fchädigung u. ä. benannt) mindestens soviel zu zahlen, wie ber in dem betreffenden Handwert übliche Gesellenstundenlohnausmacht, im zweiten Lehrjahre der doppelte, im dritten Lehrjahre der Freifache und im vierten Lehrjahre der vierfache Betrag 2. Die Feststellung des ortsüblichen Gesellenstundenlohnes obliegt der für den Bezirk zuständigen Innung oder Berufsvereinigung; in Zweifelsfällen entscheidet der Vorstand der Handwerkskammern. 3. Vereinbarungen der vertragschließenden Parteien über liegen der Genehmigung der Handwertstammer. 71 4. Erziehungsbeihilfen in den bestehenden Lehrverträgen, die die Höhe der Mindestsäße nicht erreichen und für die ein Ausnahmefall als vorliegend nicht bestätigt wird, sind als ungemeffen zu bezeichnen. Sämtliche Innungen und Berufsvereinigungen des Kammer bezirks werden hiermit angewiesen, diese Mindestsäße ihren Mitgliedern zur Pflicht zu machen und feine Lehrverträge anzu nehmen, die vorstehenden Bedingungen nicht entsprechen. Streitigkeiten über die Anwendung ber Mindestfäße auf die bestehenden Berträge werden von den Schiedsgerichten der Innungen der Handwerkskammer entschieden. Eine Erziehungsbeihilfe" in der Höhe eines Stundenlohnes im ersten, von vier Stundenlöhnen im vierten Lehrjahre ist ein Spottgelb, das nicht ernst zu nehmen ist. Hätte es etwa 1914 jemand gewagt, einen Stumdenlohn, alfo etwa 60 Pf., pro Woche als Kostgeld zu zahlen? Und an ihrem Realwert gemessen, find heute die Stundenlöhne erheblich niedriger als 1914. Eltern, wie auch vor allem die Betriebsräte haben die Pflicht, darauf zu achten, daß nunmehr die niedergelegten Säße, so ungenügend sie auch find, auch wirklich gezahlt werden. Die nächste Aufgabe der Handwerkskammer muß sein, die widerstrebenden Innungen anzuweisen, Ferien zu gewähren. Ueber die Notwendigkeit der Ferien für Lehrlinge und Jugendliche Das Lohnabkommen im Berliner Hoch-, Betons und TiefbauAm gleichen Tage gewerbe lief bekanntlich bis zum 9. Mai. wurde mit der Tariffchlichtungsfommission verhandelt. Die Par teien einigten fich vorbehaltlich der Zustimmung ihrer Mitglieder versammlung dahin, daß der Sohn der Facharbeiter für die Zeit bom 11. bis 80. Mai einschließlich 1900 m. betragen soll. Für die übrigen Gruppen nach Maßgabe der bisherigen Lohnabstände. Die Werkzeugenticädigung beträgt für die Facharbeiter 10 m. die Stunde. Die Abstimmung über dieses Abkommen findet am Sonntag in der Zeit von 10 bis 12 Uhr vormittags in den bekannten Abstimmungslotalen statt. Bir ersuchen unsere Mitglieder, sich rege daran zu beteiligen. BSPD. Eisenbahner! Laut Notiz des Borwärts" in der Sonntags. nummer wird euch bekannt sein, daß sämtliche Betriebsvertrauensleute wichtiges Material vom Begietssekretariat beim Genossen Holz, Lindenftraße 3, von 9-5 Uhr abzuholen haben. Wir ersuchen euch dringend, falls dies noch nicht geschehen ist, dem auf dem schnellsten Wege nach zukommen. Bei dieser Gelegenheit möchten wir gleich darauf hinweisen, in Zukunft beffer die Preffe zu beachten. Deutscher Wertmeisternetband, Berlin 17. Reber- Industrie. Freitag nachm. Bortrag des Landtagsabgeordneten Genossen Buchwiz. Erscheinen aller Mit. glieder ist Pflicht. Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Filiale Groß- Berlin. Branche 7, Bart und Friedhöfe. Freitag abend 6½ Uhr bei Boeker, Weberstraße 17, Delegiertenversammlung. Achtung, Zimmerer! Am Sonnabend oder Sonntag müssen in allen Be zirken Berjammlungen abgehalten werden, in denen zu den stattgefundenen Lohnverhandlungen und zu der am 7. Mai attgefundenen Verhandlung über den Oristarif unter dem Vorfih des Herrn Oberbürgermeisters Böß Stellung genommen werden soll. Als drittes steht zur Beratung der Antrag vom Bezirk 12 Unterstützung der ausgefteuerten Kameraden". Die Funktionäre und Betriebs. räte haben die Pflicht, auf allen Baufielen die größte Propaganda zu be. treiben. Berantwortlich für den redalt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin. Lindenstr. 3 Sierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage ,, Scimmelt". Ankauf Spez. große Objekte und ganze Nachlässe Juwelen. Brillanten. A. Grünberg, Perlen und Potsdamer Str. 53, Smaragde am Hochbahnhof Bülowstr Besonders günstige Angebote! 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Mai I42Z öesihwecöen Das unzufriedene Serlin Vorschläge vie»komische Seite" der Umsatzsteuer. Leder Einsichtige wird der Bestimmung, daß die Umsatzsteuer in vter Roten, jedesmal nach Ablauf eines Kalender- Vierteljahres, gezahlt werden soll, seine Zustimmung nicht versagen. Die Behörde versendet sehr vernünftigerweise an die Umsatzsteuerpfl'chtigen vier Zählkarten, auf denen jeder in einer„Voranmeldung"(wie es behördlich genannt wird) der..Ge- samtbetrag der im vergongenen Kalendervierteljahr vereinnahmten Entgelte anzuführen ist". Nach den Gesetzen der Logik, des gefunden Menschenverstandes und des Sprachgebrauches wird man sagen dürfen, daß das Wort„Voranmeldung" eine unglücklich« Bildung ist, denn wenn„vie Gesamtheit der betreffenden Entgelte" angegeben wird, kann en einer„Nachanmeldung" die dach durch das „Vor" in„Voranmeldung" bedingt wäre) nicht' die Rede sein. Doch halt— lesen wir die behördlichen„Bemerkungen" weiter. Da heißt es:„Die Steuererklärung wird durch die Voranmeldungen nilbt ersetzt." Also muß man ein« Umsatzsteuererklärung nach Jahresfrist abgeben. Di« kann doch nur die Summe der vier„Doranmeldungs"- Beträge fein, denn wenn ich viermal alles angegeben habe, kann ich doch zum fünften Male nichts anderes hinschreiben. Aber nochmals holt! Vrr obigem Satz steht in den„Bemerkungen" das Folgende: „Die Vorauszahlungen werden auf die zu veranlagend« Steuer ver- rechnet." Was heißt dos:„zu veranlagend« Steuer"? Was ist da zu veranlagen, wenn alles bereits offenbart ist? Ist das nicht Papier-, Druck-, Porto- und Arbeitsverschwendunq? Oder— und dieser Gedanke drängt sich unwillkürlich auf: Die Behörde hält jeden Steuerpflichtiger» für einen Menschen, der ihr gegenüber nicht die Wahrheit sagt: sie nimmt die fünfte Anmeldung(Summe der vier Voranmeldungen) entgegen und dekretiert ihre„Deran- lazung". Man wird eine solche Steuerort komisch finden dürfen, da sie Gerechte und Ungerechte über einer» Kamm schert. Mittel gegen Steuerscheue gibt es doch wohl genug, um von einer solchen„Der- anlagung" abzusehen, was zweifellos eine Erspant» an Material und Arbeit mit sich bringen würde. D. Schildbürgerstreiche. Segensreich wirkt im Berliner Mogistrai die erfreulich« Tendenz zur Zentralisation und„Vereinfachung" des personellen und technilchen Apparates. So gibt es z. B.«inen vorzüglich geleiteten städtischen Fuhrpark. Der ist so gut, daß er der Meinung ist, er muß alle Fuhrwerke, die irgendwie mit der Stadt zu tun haben, in seinen Bereich bringen. Ganz besonders hat er es auf die A u t o s der städtischen Werke abgesehen. Wozu brauchen auch solche kleinen Krämerläden wie unsere Gas- und Elektrizitätswerke eigene Autos? Dam t fahren die Direktoren doch nur zu Privat- zwecken spazieren. Deshalb beschäftigt« sich auch unser Hochwohl- weiser Magistrat in einer seiner Sitzungen unter Punkt gg mit der Tagesordnung dieser wichtigen Frage, und er tat wohl daran. Denn so ein zentraler Mag'strat muß natürlich jede Kleinigkeit er- ledigen. Die Werksdepvtation ist selbstverständlich für solche grund- legenden Fragen ablolut nicht sachverständig. Wie wir hören. Hot der Krieg zwischen Fuhrpark und Werksdirektionen um die Autos auch schon zu regelrechten Disziplinarverfahren gegen die wider- spenstigen Direktoren geführt, die die ganz unverständliche Me nung vertreten, sie könnten ihr Amt nicht ausführen, ohne in ihrem Ge- schästsbereich selbst über ein Auto zu verfügen. O heiliger Bureau- kratius, wann wirst du lernen, wirtschaftlich zu denken und zu handeln?_ R. Jugenöliche Vefrauöanten. In neuerer Zeit häufen sich die Fälle von Veruntreuungen von Geldbeträgen, die in die Millirmen gehen, und einen erheblichen Anteil hieran hoben die Lugendlichen. Abgesehen davon, daß es schon«ine Fahrlässigkeit und Versuchung seitens derfenigen bedeutet, die einem jungen Menschen so groß« Geldbeträge anvertrauen, würde es meines Erachtens auch viel zur Eindämmung solcher Versuche bei- tragen, wenn jedermann wüßte, daß er mit dem unrechtmäßig sich angeeigneten Geld nicht viel ansangen könnte. Der Traum oller jugendlichen Desraudanten ist doch der, den Lebemann zu f p i e l e n. H'er kommt also ein ziemlich eng begrenzter Geschäft»- kreis in Frage, bei dem dos gestohlen« Geld verjubelt wird, nämlich Schlemmer dielen, Bars, Weinlokale und Tanz- lokale erster Güte. Die Inhaber solcher Lokale merkin unbedingt, wenn sie einen Gast haben, bei dem Geld überhaupt keine Rolle spielt. Ist es dann obendrein noch ein junger, manchmal allzu junger Mensch, der in Frage kommt, so liegt doch der Verdacht, daß etwas nicht stimmt, klar auf der.ftcmd. Hier wäre es»nm Pflicht, einzuschreiten und sich den noblen Gast etwas näher an- zusehen. Oft genug geschieht das auch und man liest, daß jemand, der sich durch auffälliges Geldausgeben bemerkbar gemacht hat, fest- gesetzt wurde. Leider ober werden wohl in den meisten Fällen mehr als beide Augen zugedrückt, um den guten Gast nicht zu verscheuchen. Typisch ist das neuefts Beispiel des IVjährigen May. In etwa drei Monaten 40 Millionen verjubelt und nirgends aufgefallen? Das glaubt doch kein Mensch. Eigenartigerweise ist er aber in demselben Augenblick verdächtig geworden, da er nicht mehr bezahlen konnte, weil er sich nicht getraut«, eine lOOO-Dollar-Note z u wechseln. Ich verspreche mir sicherlich nicht alles Heil von der Polizei, aber in solchen Fällen wäre es doch unbedingt Pflicht des Gerichts, festzustellen, wo ein Millionendeftaudant sein Geld gelassen hat, und dann derartigen Lokalinhabern etwas näher auf die Finger zu sehen und sie auf Herz und Nieren zu prüfen. Wenn es nicht so furchtbar leicht wäre, das Geld loszuwerden, dann würden sich diese Fälle auch nicht so häufen. P. W. Technischen Anschauungsunterricht erteilt die„N o r d s ü d b a h n" sveundlicherweis« ohne jede Be- z a h l u n g dem daran interessierten Berliner Publikum am H a l l e- s ch e n Tor seit Monaten. Wenn jemand nicht wissen sollte, wie z. B. ein Bahnhofseingang gebaut wird, dann geh« er zum Halle- fchen Tor. Möglichst jeden Tag, namentlich wenn die Luft schön trocken ist und ein frischer Wind Riesenstaubwirbel über den Delle. Alliance-Platz tanzen läßt. Jeden Tag wird ein neuer Handgriff vorgefiihrt, ungefähr so, wie im Film verlangte Zeitaufnahmen höchst instruktiv jede Bewegung in ihre einzelnen Teile zerlegen. Ein Kandelaber z. B., umgeben von einer Stein- und Sandwüste, ragt nun schon seit Wochen gen Himmel und jeden Morgen und jeden Mittag zählen wir die Steine, wie sie hin- und hergerückt wurden. Skeptiker behaupten, das geschehe nur, damit die Arbeit nicht alle wird. Andere wieder meinen, das geschehe, damit das ver- wöhnt« Berliner Publikum auch Staub kennen lernt und ganz Gläubig« verfichern uns, daß wir davon einfach nichts verstehen. Das gehör« nun einmal zum Wesen der Arbeit an der Nordfüdbahn, daß sie Monat« und Jahre dauern muß. Lieb« Nordsüdbahn, du bist sehr populär, du würdest noch populärer sein, wenn du endlich deine schönen Sandhaufen beseitigen würdest. K. Ordnung mutz sein! Bon einem Leser wird uns geschrieben: Im Bolk« geht die Sage, daß es unsere Finanzverwaltung nicht so eilig habe mit. der Einziehung der Steuern, und daß manche Leute au» diesem Grunde oft ein gutes Geschäft machen. Ich war auch einmal dieser Ansicht, bin aber jetzt gründlich belehrt worden. Im Steuerjahr 1921 hatte ich für 22,50 Mk. zu wenig Steuennarken geklebt. Dafür bekam ich eine sicher nicht billig« Aufforderung— mit Re- fpektblatt— geschickt, den Rest an das Finanzamt einzusenden. Aus irgendeinem Grunde wurde die Zahlung vergessen, was keineswegs entschuldigt werden soll. Dieser Tage nun klopft es an die Weih- nungstür, meine Frau öffnet und darf zwei Beamt« des Finanz- amtes begrüßen, die chr— ohne daß ich vorher gemahnt wurde— «inen Pfändungsbefehl wegen der mit den Gebühren auf 47 M.(in Worten: Eiebenundvierzig Mark) lautenden Schuldsumme unier die Nase hierten. Nun war guter Rat teuer. Eine unbenutzt«, volle Streich- holzschochtel besaß meine Frau leider nicht, die letzten billigen Zigaretten hott« ich gerode oerbraucht, so daß sie also wirklich nicht wußte, was sie verpfänden sollte. Also zahlte sie und erhielt dafür ein« säuberlich ausgefertigte Quittung. Anstatt bei der nächsten Steuerauftechnung diese Summe einzusetzen,»»erden nach vor- sichtigen Schätzungen 5000 M. ausgeworfen, um ganze 47 M. einzutreiben. Und da behaupten böfe Menschen, die Finanzverwaltung treibe nicht schnell genug die Steuern ein. Im Gegenteil, sie scheut kein« Kosten, um die letzten Pfennige einzutreiben, die wir Lobn- und Gehaltsempfänger schulden. Ist es da ein Wunder, wenn keine Zeit blestit, die Steuermogeleien der Großverdiener aufzudecken? E. himmelfahrts-Naturgenuß. Himmelfahrt ist von oltersher der Tag der sogenannten Herren- Partien. Der Wettergott mag Launen haben, wie er will, er mag Sonnenschein oder Regen anordnen, die Herrenpartien werden da- durch nicht beeinflußt. Des Morgens früh sieht man die Teilnehmer zum Bahnhof pilgern. Meist unterscheiden sie sich schon durch ihr» Kleidung und durch ihr Geboren von denen, die nicht an einer Herrenpartie teilnehmen. Die Grundstimmung einer jeden Herrenpartie soll der„Ulk" sein. Und so versucht nun jeder Teilnehmer mehr oder weniger gut. ulkig zu sein. Di« einen glauben dies durch die Eigentümlichkeit ihrer Kopfbedeckungen zu erreichen, die andern, indem sie sich falscha Nasen ins Gesicht kleben, wieder andere durch rote oder grüne Sonnen- oder Regenschirme. Di«.Hauptsach« ist aber, daß auch jeder Unbeteiligte erfährt, mit wem er die Ehre habe, wenn er einer solchen Gesellschaft begegnet. Eine Bereinstafel muß sein: an einem Stock eine Papptafel, d-ie vorn getragen wird, und auf der der Name und der„Zweck" de« Vereins steht. Als da ist: Gesang, Mu- sik, Rauchen, Kegeln, Skat, Lotterie und vieles andere mehr dient dazu, die Mitglieder zu einem Verein zusammenzuschließen. Am Himmelfahrtstag« kommen sie alle zum Vorschein. Während des übrigen Jahres tagen sie meist in den Hinterzimmern kleiner Gast- wirtschaften, die Welt außer ihnen ahnt nichts von ihrem Vorhanden- sein. Aber heute ist der Tag, an dem sie sich zeigen, heute veran- stalten sie ihre Herrenpartie. Ein unzertremrlicher Begleiter jeder Herrenpartie ist der Alkohol. Ein jeder Teilnehmer setzt sein« Ehre darein, eine möglichst umfangreich« Flasche, gefüllt mit diesem Feuer- geist, bei sich zu haben. Und auch in den Wirtshäusern, in die die Dereine einfallen, sobald sie draußen angelangt sind, geht eine gründliche Vertilgung alkoholischer Getränke vor sich. Wald und Feld hallt und schallt wider von der feucht- fröhlichen Stimmung, die die Herreu partieler ausatmen. Vielleicht geht es in diesem Jahre leiser zu, etwas weniger ulkig, denn die Preise haben eine schwindeihafte Höhe erreicht. Diel- leicht ist auch die Einsicht bei vielen, die sonst eine Herrenpartie mit.» machten, gekommen, daß es doch eigentlich schöner sei und einen viel höheren Genuß biete, wenn man mit klarem Geist, mit offenen Sinnen durch dos Land wandert. Und so mag e» denn kommen, daß die Herrenpartien nach und noch einschlafen, wie so manche an- dere Sitte oder Unsitte es schon längst getan hat. Schade wäre es nicht darum. Deutjchvölkifihe Nowöies. Sie wollten noch einige Juden verprügeln. Eine nah« an Landfriedensbruch grenzende Ausschreitung führt» ein« Reihe halbwüchsiger Hakenkreuzler vor die 2. Strafkammer des Landgerichts III unter der Anklage der gemeinschaftlichen schweren Körperverletzung und Beleidigung. Die Verhandlung entrollte ein Bild von der völlig demorali- sierten Geistesverfassung, die in den Kreisen der Haken- kreuzler um sich gegriffen hat. Angeklagt waren der Friseurlehrling Erich K o l l w e i t, der stellungslose Bankangestellt« Erwin Wolfs, der Aouftnannslehrling Wilhelm Meyer, der Kaufmannsongestellt« Alfted Leder, der Bankangestellte Erich Neubaum, der Bank- angestellte Max P a u t s ch und der kaufmännisch« Angestellte Ernst Overmann. Sämtlich« Angeklagt«, von denen ein Teil noch unter 18 Jahren ist, sind Mitglieder des Deutsch- völkischen Iugendbundes„Bismarck*, Wilmersdorfer Ortsgruppe Ruprecht o. Bayern. Am 21. Februar dieses Jahres hielt die Ortsgruppe einen Der- einsabend in den„Viktorio-Sälen" an der Wilhelmsau« ab, an der auch zahlreich« Damen teilnahmen und in der der Abschied eines Studenten bei Bier und Gesang gefeiert wurde. Am Schluß der Sitzung wurde angeregt, auf dem Heimweg« noch einigeIuden zu verprügeln. Der erste Vorsitzende Overmann und der zweite Lorsitzende P a u t s ch forderten die Mitglieder auf. sich auf der Straß« vor dem Lokal zu versammeln. Man zog in einem Trupp von 15 bis 20 Mann die Uhlandstraße entlang und ver- prügelte tatsächlich nacheinander mehrere Passanten in der gemeinsten Weise. Dabei schrien die Bengels:„Haut doch die alten I u d en lü mm el»*!„Iudenbengel, Du Iudensau. Du bist nicht wert, daß man Dich anspruckt, mit Dir werden wir Schlitten fahren." 2Z Heimweh. Ein« Geschichte der Sehnsucht von John w. Ayl an der. Einige Male hatte der Steuermann angefangen, über den Lärm zu schelten, schließlich aber getan, als höre er nichts. Und nun war die Fröhlichkeit allmählich verstummt. Die mei- sten lagen schon auf der Grotzluke oder dem Schaudeckel aus- gestreckt, schnarchten vielleicht schon behaglich. Sullivon aber sah immer noch mit seinem Banjo und sanft halblaut für sich hin, wie er es gern tat. Nur einzelne schwache, fast weiche und wohllautende Knipstöne begleiteten noch den Gesang: Lome bacil to Urin, Mavoumeen, Mavoumeenl Lome back aroon to the land of thy birth. Lome with the springtime and shamrocks, Mavoumeen, And its Killarny shall ring with our mirth! Er sang einen Vers nach dem anderen, beständig von �?:ein geliebten, zertretenen ffirin dort in der Ferne und be- ständig von Mavourneen, seines Herzens treuem Liebling. Die Stimme wurde immer wärmer, und das lärmende �linjo, das eben noch schnarrte und gleichsam hohnlachte zu den Ge- meinheiten der Gassenhauer, schien jetzt zu schluchzen. Sullivan, Patrick O'Sullivan, du Raufbold, Streit- Hammel, Trunkenbold, du unverbesserlicher Spötter, du, der sich weder vor Gott noch vor dem Teufel fürchtet, du, der Jahr für Lohr, so lange, daß du sie- nicht mehr zählen kannst, um die Welt herumgeworfen wurdest, immer mit struppigem Haar, zerlumpten Kleidern, schwarzen Händen und mit Armen. Beinen und Schultern, die beständig zu schlingern und zu schlenkern scheinen, in seltsamem Trotz gegen. alles, was keck und frei und stolz bei einem Mann« sein kann! Du, der nie- mols einen neuen Anzug auch nur eine Woche lang an Land haben kann, ohne ihn zu versetzen und wieder in deinen elenden Lumpen in den Häfen von Eallao oder Valparaiso, von Frisko, Hongkong, Melbourne oder New Dork, oder wo du sonst ge- strandet bist, umherzustrvlchen. Du bist ärmer als die Aerm- sten. Und doch trägst du im tiefften Herzensgrund diesen großen Reichtum, den größten von allen Schätzen der Erde, diese heilige Sehnsucht nach deiner fernen, grünen Insel und die Er- mnerung an deine Jugendgeliebte mit den treuen Augen. Welcher ist nun eigentlich der wirklich Patrick O'Sullivan? Der mit den schlagfertigen Fausten an den schlenkernden Armen und mit dem Kopfe voll von aller Niedrigkeit und Gemeinheit der Welt, oder er. der hier unter den ftemden Sternen sitzt und von seiner Heimat und Lieb«- singt, so daß selbst das elende Banjo zum Weinen gezwungen wird? Der Gesang war verstummt. In der tiefen Stille hört« ich, wie die Saiten noch ein paarmal berührt wurden, als Sullivan nach dem Nagel suchte. Dann war vorn alles ruhig. Das Wasser rieselte schläfrig an der Schiffswand herunter in See. Die Flaggenleine, die von der Gafselnock quer über den Mesan bis an die Nagelbank am Mäste ging, klapperte gegen das Segel. Kaum ein Knirschen vom Rigg oder ein Zittern der gefüllten Segel. Plötzlich ertönte luvwärts weithin ein seltsamer Klageruf, wie von einem Menschen in Not. „Der Seelöwe", sagte der Schiffer und leerte sein Glas. „Jawohl, der Seelöwe, Sir", antwortete der Steuermann und tat wieder einen seiner tiefen, langen Züge. Dann war alles still wie zuvor. Sullivans Gesang mußte wohl eine oder die ander« Saite im Herzen des Schiffers berührt haben.„Man spricht so viel von Heimat und Heimweh," begann er endlich, indem er sich ein neues Glas bereitete.»Ich weiß nicht, was man dazu sagen soll." „Nein, das ist wohl so", sagte der Steuermann und er- griff die Flasche.„Ich habe auch immer gedacht, daß man endlich einmal auflegen könnte," fuhr der Schiffer fori,„die ganze Fahrerei zum Teufel sein lassen und wie ein Mensch leben. Sie wissen, Nona Scotia und besonders Sabre Island ist ein herrliches, ist das besde Land, das ich kenne. Solche Wälder und Felder. Und das Wasser fischreich. Auch Jagd. Prächtige Häuser. Man könnte sich einen Hof mit allem, was dazu gehört, kaufen. Warm und behaglich an Winterabenden mit ein paar guten Freunden, einem Gläschen und irgendeiner Partie."—„Ja. den einen zieht es hierhin, den anderen dort- hin", versuchte der Steuermann.„In Oregon—" Aber der Schiffer ließ sich nicht stören. Immer offen- herziger wurde er.„Vielleicht könnte man sich dann auf seine alten Tage noch binden und das Junggesellenleben aufgeben. Eine vernünftige Witwe ober etwas Aehnlichcs, etwas Ge- setztes. Die Damen in Nova Scotia sind über alles Lob er- haben, einfach unvergleichlich. Häuslich und arbeitsam, und nie haben sie dumme Streiche im Kopfe." „Ich hob« zuweilen an einen Ort in Oregon gedacht", ver- suchte der Steuermann wieder. „Aber es ist schwer, sich loszureißen", fuhr der Schiffer stuft, ohne auf ihn zu hören.»Immer macht man noch ein« Reife und dann noch eine. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er zerbricht. Dann liegen die Scherben da." Ja, aber brichst du einmal, dachte ich, da ist es sicher von stärkeren Sachen als von Waffer bei einer solchen Trinkerei Abend für Abend! Ist es Gegenwind, so muß es ein Grog fein, um ihn zu drehen. Ist es guter Wind, ein Grog, damit er sich hält;«in Grog für Stiltje und einer bei Unwetter, und gibt es gar keinen Anlaß, da wird Königs Geburtstag oder sonst etwas Hcrgesucht. Zum dritten Male schon kam Long Lee mit kochendem Wasser herauf. Das brachte vielleicht den Schiffer auf den Gedanken an den Krug. Nun trinken sie so lange, bis es mit Zank endet. Ent- weder handelt es sich um den Rekord von Melbourne nach San Franziska oder um das länoite Kabel oder die größte Tiefe, oder auch um gar nichts: aber Zank gibt es immer, wenn nicht der Schiffer vorher einschläft. Dann kommt Bong Lee lautlos wie ein Schatten mit einer Decke, die er geschickt um den Schiffer legt, und im Vor- übergehen rettet er vielleicht noch eine oder die andere Flasche. Für den Steuermann wird es eine einsame Wach«: aber er schläft nicht. Er pflegt regungslos über der Reling zu hän- gen; doch bei dem leisesten Klappen eines Segels ist er sofort am Kompaß, und wenn es nötig ist, so müssen auch die Brassen gerührt werden. Oft geht er achteraus und bringt alles selbst in Ordnung, setzt ein Schott oder ein Tau ein. Im Grunde ist er gutmütig, zuweilen etwas laut; aber niemals flucht oder schreit er. Schon seit ich an Bord kam ist mir dieses Schlaffe, Langsame, zuweilen beinahe Freundliche aufgefallen, das in so starkem Gegensatz steht zu dem. das man sonst an Bord eines Amerikaners kennt. Dielleicht liegt es in der Luft hier, etwas von den reichen, sorglosen Inseln wird von den ewig lauen Winden über die ganze Südsee getrogen! „Aber zufrieden ist man doch nicht", fuhr der Schiffer nach eine? Weile fori.„Dann denkt man an die früheren Zeiten, als man noch jung war und tausend Streiche im Kopfe hatte und den zuvorkommenden Kavalier spielte. Man schrieb Briefe, saß in der Freiwache auf und putzte Hoifischkiefern rein, oder man brachte kunswoll ein Schiff in eine Flasche, um es daheim dem einen oder anderen mitzubringen." „Diese hier wäre gerade die rechte Sorte dafür," sagte der Steuermann und l)ob eine der Flaschen auf,„weiter Hals und nicht zu hoch." Er goß etwas in sein Glas, da er die Flasche nun einmal in der Hand hatte, und rührte bedädMg um. .~5..(Fortsetzung folgt.) Landtagsprotest gegen das Urteil von Werden. wurde gerufen: Schlagt ihm Das geschah dann auch. Sprache an das Haus, die von den Abgeordneten und auch von den Ansprüchen weiter entgegen, als die erfassung ihn verpflichtet. Am Untergrundbahnhof Hohenzollerndamm stieß der Trupp auf den Kaufmann Leese und dessen Ehefrau. Sie wurden mit dem Ruf empfangen:„ Da ist wieder so ein richtiger vollgefressener Jude. Schlagt ihn tot," Wolff schlug ihm mit der Fahnenstange auf den Kopf und als Leese fich mit dem Spazierstock zur Wehr fezte, die Gläser in die Augen, damit er nicht sehen fann." Rallweit zog einen Dolch und wollte mit demselben auf Leese losgehen. Als die Ehefrau dazwischen sprang, erhielt sie einen Schlag mit dem Dolch über den Rücken. Mit Stöden, Fäusten und Gummifnüppeln wurde das Ehepaar bearbeitet. Es foll da. bei auch gerufen worden sein: Schießt ihm eine blaue Bohne in den H...... Das Ehepaar Leefe hat ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen, und Frau Leese hat mehrere Tage an einem Nervenfchod zu Bett liegen müssen. Erst jetzt fonnten die Raufbolde festgestellt werden. Wolff wurde als Rädelsführer in Haft genommen. Die Untersuchung ging zunächst auf Landfriedens bruch. Auf dem Gerichtstisch lagen die Fahnenstange, ein Gummi fnüppel und mehrere Dolche. Die Angeklagten bestritten, daß eine Verabredung erfolgt sei, fie wollten nur vereinbart haben, fich gegen Angriffe von Juden und Kommunisten" benen fie manchmal wegen ihres Hafenkreuzes ausgesetzt gewefen feien, und gegen eine Wilmersdorfer Maikolonne" zur Wehr sehen. Staatsanwaltschaftsrat Rombrecht bezeichnete das Bor gehen der Angeklagten als roh und gemein. Das Urteil lautete gegen Wolff auf neun Monate Gefängnis, gegen Raft weit auf fünf Monate, gegen Meyer auf vier Monate, gegen Leder auf zwei Monate Gefängnis, Pautsch und Overmann wurden freigesprochen. Mit Rücksicht auf ihre Jugend gewährte das Gericht den Angeklagten jedoch eine dreijährige Bewährungsfrist gegen Zahlung einer Buße, die bei Kallmeit, Wolff und Meyer auf 100 000 m., bei Leder auf 50 000 Mart bewertet wurde. Den Eltern wurde die Mahnung vom Gericht erteilt, ihre Jungen in beffere Zucht zu nehmen. Früher pflegte man in den staatserhaltenden Kreisen" irgendwelche Ausfchreitungen Jugendlicher als die Folge des verderblichen Einflusses der Sozialdemokratie" zu bezeichnen, ohne Rücksicht darauf, ob die Betreffenden etwas mit der Sozialdemokratie zu tun hatten oder nicht. Man wird nicht sagen fönnen, daß das Urteil besonders hart war und da den jugendlichen Rowbies eine Bewährungsfrist zu gebilligt wurde, ist es vielleicht doch noch möglich, daß sie sich bessern. Allerdings scheint nach den zahlreichen Proben deutschoölkischer Tapferfeit" dazu recht wenig Aussicht zu sein. Prozeß Wojak. Das Bersted im Keller. Das Gericht beschloß im weiteren Verlauf der Verhandlung ben Sachverständigen einen auf Grund des Einwandes der Ber. teidigung nur als Zeugen zu vernehmen, und dieser befundete fodann, daß in einem Kellerlager bei Wojat 49 Riften mit Feilen verstedt waren, die sämtlich in Originalverpackung lagen. Dort fand man auch noch 123 Gattel, die nach Angabe Maligtes dort auch verstedt worden feien. Die Feilen, die der Sachverständige Brenne de gesehen hat, feien dieselben, die er von dem Lager Wojaks nach den Deutschen Werken zurückgeführt habe. Es waren darunter nur einige wenig aufgehauene Feilen. Die anderen waren alle gut. Bei dem Abtransport von der Geschüßgießerei in Spandau sind erst drei Waggons mit neuen Feilen her ausgeholt worden. Diese Feiten sind dem Zeugen seinerzeit als unverkäuflich bezeichnet worden. Nachher ist Wojat nochmals auf dem Lager erschienen und hat unter Borzeigung feines Kaufvertrages Anspruch auf Feilen erhoben. Zu dem Abtransport war er mit einem Baftkraftzug erschienen. Daß 14 bis 15 Lasttraft magen hin und her zum Südhafen fuhren, hätte Bennert auffällig vorkommen müssen. Das alles deute darauf hin, daß die Sache gemacht" war. Auf Befragen von Staatsanwaltschaftsrat Her mann erflärt der Zeuge es auch für unstatthaft, daß Bennert es zuließ, daß Bojat feine eigenen Arbeiter auf das Lager Tommen ließ. Gegen diese Behauptung des Zeugen menben fich die Rechtsanwälte Dr. Halpert und Dr. Fall durch zahlreiche Gegenfragen. Bewahrt das Feuer und das Licht. In der gestrigen Sitzung des preußischen Landtages richtete zu diefer Gegenfäge habe nun aber gerade die Sozialdemokratie die Beginn der Beratungen Präsident Ceinert eine feierliche An Einheitsschule gefordert. Der Minister tommt der Kirche und ihren Tribünenbesuchern stehend entgegengenommen wurde und die sich Nach der Verfassung soll die Gemeinschaftsschule und nicht die Konmit dem neuen Urteil des französischen Kriegsgerichts befaßt. Ge- feffionsschule die Norm bilden. Als Kultusminister des größten bei Eröffnung der Landes müßte eigentlich Herr Boeliz für die Gemeinschaftsschule statten Sie mir betonte der Präsident Sigung des Urteils zu gedenten, das gestern von dem französischen eintreten. Er hat aber lediglich den Wunsch, daß das Reichs= Kriegsgericht gefällt worden ist. Dort sind die Direktoren der Krupp- fchulgejek bald verabschiedet wird Es ist nicht richtig, schen Fabrit und ein Mitglied des Betriebsrates zu Gefängnis daß wir, wie Herr Lauscher vom Zentrum sagte, auf die Vermehftrafen von 20, 15, 10 Jahren und etwas weniger verurteilt worden, rung der weltlichen Schulen hinarbeiten. Wir wollen feine weltDer französische Militarismus hat dieses Urteil gefällt und der lichen Sonderschulen. Wir wünschen nur, daß. dort, wo bie welt3wed diefes Urteils ist lediglich der, das franzöfifche und belgische liche Schule eingerichtet wird, sie nicht als Stieftind betrachtet wird. Auch die weltlichen Schulen müssen das Recht haben, ReligionsMilitär von der Blutschuld an dem Effener Diterjonnabendmorgen unterricht einzuführen. au reinigen.( Sehr wahr.) Die Täter haben das Gericht gebildet. Das Urteil war vorgeschrieben, weil die Freisprechung Der Minister hat für die Grundschule vier Religionsstunden anDie. Verfassung spricht aber nichts davon; fie spricht weder der Mörder an deutschen Arbeitern vor aller Welt fargestellt wer gesetzt. den sollte. Dieses Urteil soll die Rechtfertigung der schändlichen Ver von der Stundenzahl, noch von dem Zeitpunkt, an welchem der gewaltigung der deutschen Bevölkerung sein, es ist aber im Gegen Religionsunterricht beginnt. Die Verfassung weiß auch nichts von teil ein Beweis für das furchtbare Unrecht, das die belgischen und einem Einfluß der Religionsgesellschaften auf die Lehrpläne, auf die französischen Einbrecher in Deutschland verüben. Beibehaltung der Schulandachten usw. In all diesen Dingen kommt Wir haben mit großer Empörung von dem Urteil Renntnis ge der Minister den tirchlichen Ansprüchen bereltwilligft entgegen. Die nommen. Es ist fein Ruhmesblatt für Frankreich und Belgien. Sie Rompromißverhandlungen zum Reichsschulgesetz zielen auf eine versuchen jetzt, durch derartige Schandurteile die Welt über die Bru- Beschränkung der pädagogischen Freiheit ber talität des Einbruches zu tauschen.( Bebhafte Zustimmung.) Wenn Lehrer. Es besteht die Gefahr, daß später ein Lehrer, der für wir heute feierlich Protest gegen die neue Bergewaltigung erheben, die weltliche Schule eintritt, an einer fonfessionellen Schule undann müssen wir auch erklären, daß das Maß der Leiden der Rhein möglich gemacht wird. Schon jetzt tommen Warnungen von oben und Ruhrbevölkerung bis zur Unerträglichkeit gefteigert ist.( Leb her, daß bei einem Austritt aus der Kirche für den Lehrer Schwierig hafte Bustimmung.) Um so mehr ist die Haltung der Bevölkerung feiten für fein Fortfommen entstehen. Der Minister Boelig findet und ihre Treue zu unserem Bolle anzuerkennen. Ich spreche dieser zwar schöne Worte über die Bedeutung der Lehrerpersönlichkeit, Bevölkerung namens des Landtages den herzlichsten Dank aus. aber von den Bedingungen für die freie Entfaltung dieser Persön ( Lebhafter Beifall.) Wir stehen zu ihr und verneigen uns vor den lichkeiten sehen wir nichts.( Beifall bei den Sozialdemofraten.) Abg. Gollwald( 3.): Die fertigen Pläne über die Lehrerbildung Leidenden, vor den Hinterbliebenen und vor den Berurteilten. Unsere Sympathien und die Sympathie des Landtages begleiten die Ber- tönnten nicht umgestoßen werben, weil die Sozialdemokratie über urteilten auch in das Gefängnis hinein. Ich stelle feft, daß der Nacht anderer Meinung geworden ist. Landtag im Gefühl der Empörung und mit lebhafter Anteilnahme an allen denjenigen, die unter dem Ruhreinbruch zu leiden haben, mit mir vollständig einig ist.( Lebhafter Beifall im ganzen Hause.) Bor dem Eintritt in die Tagesordnung gibt Genosse Limberh die Erklärung ab, daß die Behauptung des fommunistischen Abge ordneten Eberlein, die Prügelei, deren Objekt der Abgeordnete Raß geworden, sei von der sozialdemokratischen Fraktion be. schlossen worden, eine nieberträchtige Berleumdung ist. Hierauf fest bas Haus die Beratung des Haushalts des Kultusministeriums fort. Nach dem Abgeordneten Dr. Eismann( 3tr.), der für den Anfpruch der Kirche auf staatliche Zuschüsse eintritt, nimmt Präsident Ceinert abermals das Wort, um das soeben zu feiner Kenntnis gelangte Abg. Cufajowit( Dntl.): Meine Bartei verzichtet bezüglich der Stellenbelegung spezielle Parteiwünsche an das Ministerium zu richten.( Heiterfeit lints.) Abg. Schwarzhaupt( Bpt.): Das Borgehen des Herrn König gegen den Kultusminister bedeutet eine ſchwere Belaftung für die Roalition. Das möchte ich im Auftrage meiner Fraktion mit aller Deutlichkeit aussprechen. Abg. Simon- Neufalz( Soz.) weist auf die Zunahme der Er tranfungen der Schultinder hin und verlangt, daß der Austausch von notieidenden Kindern zwischen Stadt und Land reger betrieben werden müsse. Besonders schlimm fei die Lage der Kinder der pertriebenen Familien. Tausende von Menschen seien in ben Gammellagern zusammengepfercht. In hygienischer wie in fitt. Urteil im Mainzer Kriegsgerichtsprozeß licher Hinsicht hätten sich unhaltbare Zustände in diesen Lagern entdem Hause mitzuteilen:„ Etwa 15 Beamte des Deutschen Eisen. widelt. Die Schulausfefe muß fyftematisch nach psychologischen bahnerverbandes, Beamte der Eisenbahndirektion und weitere Ber. und pädagogischen Gefichtspuntten erfolgen. Das Prinzip der Artreter der Eisenbahnerverbände sind verurteilt worden zu Strafen von beitsschule müsse auch für die höheren Schulen zur Geltung Zur Personalpolitit des Ministers bringt Redner eine 20, 8 und 7 Jahren Gefängnis.( Die Mitglieder des Hauses haben kommen. sich von den Plätzen erhoben.) Insgesamt sind vom Montag zum Reihe von Fällen vor, die zeigen, daß die Nichtberücksichtigung soDienstag rund 179 Jahre Gefängnis und Millionen von Geldstrafen sozialistischer Lehrer bei der Stellenbelegung durchaus nicht immer verhängt worden.( Lebhafte Pfuirufe.) Das ist geschehen in einem mit der Frage der Konfeffionalität entschuldigt werden tönne. Es Gebiet, wo fein Strieg ist und gegenüber einem Lande, mit dem fein liegen Fälle vor, in denen an der religiösen Ueberzeugung des Kriegszustand besteht. Auch hier handelt es sich um den gewöhn. Lehres nicht der geringste Zweifel bestand und wo dennoch der be lich sten Terror. Auch den in Mainz Berurteilten sprechen wir treffende Lehrer übergangen wurde, lediglich Deshalb, weil unsere Anerkennung für ihr Verhalten und unsere Teilnahme aus. er Sozialdemokratist. Frankreich wird sich irren, wenn es meint, dadurch Angst und Schreden in die Bevölkerung zu bringen. Ich stelle fcft, bas biefe Schamlosigkeiten vom Preußischen Landtag mit der größten Empö rung aufgenommen worden sind. In der Fortführung der Kultusdebatte erklärte nach Ausführungen der Abgg. Soch- Dennhausen( Dnat.), Münchmeier( DB.), Aleinfpähn( Goz.), man stelle bie Forderung des tonfeffionellen Reti gionsunterrichts nicht mit Rücksicht auf die Religion, sondern mit Rücksicht auf die Kirche. Hierauf vertagt sich das Haus auf Freitag 12 Uhr. Tagesordnung: Einspruch der Kommunisten gegen den Ausschluß. Weiter beratung des Kultusetats. Schluß 16 Uhr. Der Weltestenrat des preußischen Landtages beriet am Mittwoch vor Beginn der Bollfigung über den Einspruch, der gegen die Aus schließung der kommunistischen Abgeordneten eingelegt worden ist. Es wurde beschlossen, den Einspruch abzulehnen. Am Freitag wird der Einspruch die Plenarsizung selbst noch beschäftigen. In einer persönlichen Bemerfung erflärt Abg. König( Soz.) gegenüber den Ausführungen des Bolfsparteilers Schwarzhaupt, daß er nicht für die Stellenbefeßung nach parteipolitischen Gesichtspunkten, sondern für die Belegung frei von allen politischen und fonfeffionellen Engherzigkeiten eingetreten sei. Wenn er ferner Aufklärung ber Schullinder über die Lage des preußischen Staates nach dem Bujammenbrud Don 1807 gefordert habe, jo bedeutet das nicht das Hineintragen der Parteipolitit in bie Schule. Aber ber Hinweis, daß damals auch die Monarchie gezwungen Bei dem Abschnitt Behrerbildungswesen wendet sich gewefen fei, Erfüllungspolitit zu treiben, trage zur Abg. Holk- Aschersleben( Soz.) gegen die Haltung des Ministers. Gicherung der Jugend vor rechtsradikalen Berhetzungen bei. Es In lehter Zeit häufen fich folche Brände, bei denen die Ent. Der Gemeinschaftsgebante tomme in der Schulpolitit des Ministers liege also im Intereffe des Staates. ftehungsurfache auf Berstöße gegen baupolizeiliche Baum zur Geltung. Der Minister bekenne sich zwar theoretisch zur Borschriften zurückzuführen ist. Insbesondere wird, wie die Einheitsschule, entschuldige fich dann aber mit der Berufung auf bas Deputation für die städtische Feuersozietät mitteilt, Elternrecht. Das laufe für die Braris darauf hinaus, daß die das Fehlen von Ofenblechen, von Dfenvorseßern in Räumen mit Schaffung der Einheitsschule auf den St. Nimmer. Parkett- und Stabfußböden sowie von Vorfazblechen vor den Aschen Leinstag verfchoben werde. Wenn man die Barreien höre, behältern ter Kochmaschinen festgestellt. Die freien Holzteile, 3. 23. so wollten eigentlich alle die Einheitsschule, auch das Zentrum wolle die Türbekleidungen der Küchen, liegen ungeschüßt zu nahe an Feuer- fie. Es wolle natürlich die ganze Welt fatholisch machen. Da bas stellen; auch werden in alten Wohnungen Ofenrohre durch Holz- nicht möglich, tomme für die Bragis nur eine Berichärfung wände, ohne burch vorschriftsmäßige Isolierung geschützt zu werden, der konfeffionellen Gegenfäße heraus. Zur Milderung geführt. Bernachlässigung von Reparaturarbeiten an Kochmaschinen, die nach der alten Baupolizeivorschrift direkt auf dem Holzfußboden aufgebaut find, führt ebenfalls häufig zu Bränden; tesgleichen die Aufstellung eiserner Defen ohne die vorgeschriebenen Steinunterlagen unmittelbar auf dem Holzfußboden. Die städtische Feuer- 7. Kreis. Charlottenburg.( Beitungsfommiffion.) In der Spedition Material fozietät wird fünftig solche Verstöße gegen die Feuerficherheit zur 2. Areis. Tiergarten. Morgen, Freitag, den 11. Mai, abends 7½ Uhr, Kreis. Bor Anzeige bringen und außerdem beim Eintreten eines Brand- mitgliederversammlung in den Arminiushallen, Bremer, Str. 18. schadens denjenigen, der ihn verursacht hat, wegen Schadenersatz in trag der Genoffin Toni Gender, M. b. R., über: Die Aufgaben der Partei". Alle im Kreis Tiergarten wohnenden Mitglieder find zum ErAnspruch nehmen müssen. Den Hauseigentümern wird fcheinen verpflichtet. daher empfohlen, ihre Grundstücke daraufhin einer Nachprüfung zu 5. Rreis. Friedrichshain. Rreisausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderunterziehen und für die baldige Beseitigung der Mängel Gorge zu fchustommiffion. Jeden Freitag Rurfus ,, Moderne Jugendpflege". 2. Abend Freitag, den 11. Mai, 7 Uhr pünktlich, im Wohlfahrtsamt, Rigaer Str. 102, tragen. Simmer 39. Genojjin Todenhagen: Bereinsarbeit und Jugendamt". Arbeiterjugend und Jungsozialisten sowie Mitglieder der Kriegerhinter bliebenen- und Kriegsbeschädigtenorganisationen haben Zutritt. Areis. Kreuzberg. Freitag, den 11. Mei, 7 Uhr, Gigung ber Obleute der Kommunalen Kommission, Obleute der Mieterräte fowie der Schiebsmänner Freitag, den 11. Mai, 8 Uhr, der Wohnungsämter bet Wolf, Gräfeftr. 26. Gigung der Zeitungskommiffion in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Die Parteispediteure sind zu dieser Gigung eingeladen. Alle Abteilungen müffen vertreten sein. " in 6. 15. Groß- Berliner Parteinachrichten. abholen. standsfigung im Bureau Nectarstraße. der scharfen sportlichen Rivalität zwifchen beiden Bereinen find harte Rümpfe gu erwarten. Eintrittskarten zum Preise von 700 m. find an der Abendtaffe zu haben. Morgen, Freitag, den 11. Mai: " Blankenburg. Jugendheim Triftstraße, Schule, Mitgliederversammlung. Brig. Jugendheim Chauffeeftr. 48, Vortrag: Bismard und seine Zeit". Charlottenburg. Jugendheim Rosinenstr. 4, Bortrag: Die Entstehung des Lichtenrabe. Jugendheim Schule Roonstraße, Vortrag: Die Menschen". Schönheiten der Mart". Moabit. Jugendheim Gemeindeschule Waldenser Neu Reinidendorf ftraße 21, Bortrag: Die Bodengestaltung der Mart Brandenburg". föln II. Jugendheim Rogatstr. 58, Bortrag: Karl Mare". Beft. Jugendheim Rinderhort, neben der Gegenstirche, Auguste- Bittoria- Allee, Süben. Jugendheim Badeanstalt BaerBortrag: Was ist Anarchismus?". waldstraße, Borttag: ,, Die weltliche Schule".Köpenider Biertel. Jugendheim Berbebegiet Often. Gemeindeschule Manteuffeljtr. 7, Bortrag: Wandern". Jugendheim Schule Petersburger Str. 4, 2efeabend:„ Bor Abam". Achtung, Abteilungsvorfigenbe! Die Brogramme für den Juni, eventuelle Anträge und die Delegierten zur Generalversammlung, fowie die restlichen Anmeldungen für Luckenwalde müssen unbedingt bis morgen, Freitag, ben 11. Mai, abends Uhr, im Jugendfetretariat abgegeben werden. Spätere Eingänge fönnen nicht mehr berücksichtigt werden. Die Maizeitungen, die bie Abteilungen für den Berkauf erhalten haben, Die Raffierer müffen ebenfalls bis Freitag abgerechnet werden. müffen bie Maimarten und Zeitungen für bie Mitglieber unbedingt abholen. Die Borarbeiten für die preußischen Gemeindewahlen eröffnet bie Gemeindepolitit mit ihrer foeben als onder nummer erschienenen Nummer 5. Sie enthält den vollständigen Wortlaut und Erläuterungen des Gefeges über die vor Iäufige Regelung der Gemeindewahlen Breußen und einen in das neue Gesetz einführenden Aufsatz von 14. Rreis. Reutöln. Freitag, ben 11. Mai, 7 Uhr abends, engere Kreisvor Baul Hirsc. Die Situation für die Gemeindewahlen in altund neubesezten Gebiete behandeln Peter Trimborn( Stadt perordneter in Köln) und Ernst Mehlich( Stadtverordneten vorsteher in Dortmund und Reichs- und Staatskommissar). Der Landtagsabgeordnete und Gemeindevorsteher G. Gromig schreibt über Gemeindewahlen und Landgemeinden und Leopold Polat, 3. bt. Rentään. Achtung, Bezirksführer! Die Maifeierbarten fofort ab. Bürgermeister in Aussig, über die Gemeindewahlen in der Tschecho- rechnen beim Boigt, 4, slowakei. Außerdem enthält die Nummer einen lleberblid über sunafosialisten Charlottenburg.15 Uhr im Jugendheim Nofimenite. 4. Bor. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Arei. Treptow. Wichtige Konferens aller Funktionärinnen( Agitation, Wohlfahrt, Kinderschuß und Bürgerdeputierten). Freitag, den 11. Mai, abends 7 Uhr, im Jugendheim, Niederschöneweide, Schule Berliner Straße. Jeber Ort muß vertreten sein. Heute, Donnerstag, den 10. mai: trag des Genossen Spengler: Die nationale Frage und Jungsozialismus". Morgen, Freitag, den 11. Mai: Jugendveranstaltungen. fommunalpolitische Organisationen, und zwar vornehmlich die bürgerlichen, da einschlägliches Material für unsere Partei infolge mangelnder Mitarbeit der Genoffen im Lande nicht zu beschaffen tvar. 23. Abt. 7 Uhr Sihung der Rommunalen Rommiffion bet Grunewald, Rame. Das Weltpanorama in der Lange Str. 76 zeigt auch in den fom runer Str. 19, Borinag bes Gen. Brolat über: Werftarife". menden 14 Tagen Naturaufnahmen von hervorragender Schönheit. De- 108. Abt. Röpenid. 7 Uhr in der Dorotheenfoule Funktionärtonferenz. Stel. Tungnahme zu den Borgängen am 1. Mai. sonderes Interesse beansprucht im Wochenplan vom 5. bis 11. Mai die intereffante Reife in das Bergische Land, das leider zum großen Teil ja auch durch die Nubrbelegung zum neubelebten Gebiet gehört. Daneben werden sehr unterrichtende Bilder von der Weltausstellung in Buffalo und Das Jugendheim Lindenstraße 3 bleibt heute geschlossen. die gewaltigen Wasserfälle des Niagara gezeigt. Ein anderes Stück deutscher Erde bietet sich auf der Fahrt durch den Spessart und das altertümliche Ortsausschuß für Jugendpflege Neutään. Am Gonnabend, den 12. Mai, Ujchaffenburg in der Woche vom 12. bis 18. Wiai. Un den Bosporus führt findet im Stadtbab Neuköln zum Besten der Jugendherbergswoche ein Bereins ein Rundgang durch Konstantinovel mit seinen Moscheen und stolzen Balaften. wetttampf zwischen„ Borwärts Berlin 1897" und Freie Schwimmer Neukölln" Die Preise sind auch nach der neuen Feftfebung außerordentlich mäßig: statt. Sur Borführung gelangen Stafetten, Reigen und Wafferballspiele. Dei Erwachsene zablen 50 W., Kinder nur 20 M. in Abonnement bon sechs Reisen loftet 250 M., ein Vereinsblod über 100 Reifen gar nur 2500 M. Bei Haffenweisem Besuch find 5 M. pro Person zu entrichten. Lebensmittelpreise des Tages. Berein der Freidenker für Feuerbestattung, e. V., 3. Bezirk. Am 11. 20a, abends 7 Uhr, Restaurant Bazenhofer, Chausseeste. 64, öffentliche Bersamm lung mit Filmvortrag, über Feuerbestattung. Reichshund bez Striegsbefchädigten und Kriegerhinterbliebenen. Ortsverein Steglig. Freitag, den 11. Mai, Bersammlung im Gymnasium Heesestraße. Bundessekretär Frans spricht über:„ Die neuen Renten". Gäste willkommen. Sport. Rennen zu Hoppegarten am Mittwoch, den 9. Mai. 1. Rennen. 1. Heldin( Breege), 2. Bibilift( M. Schmidt), 3. Alleg ( Grabsch). Toto: 46: 10, Blat: 13, 12, 26.10. Ferner liefen: Landess fürst, Brise, Sham Dich. Chrysolith. 2. Rennen. 1. Rinaldo( Teichmann), 2. Bigerl( Huguenin), 3. Frau Solle( Ludwig). Toto: 14: 10, Blat: 12, 12, 16: 10. Ferner lesen: Gibmete, Kleingeld, Czardas Gretel, Erdroje. 4. Rennen. 3. Mainberg( eng). Taffo, Fuchsmajor. 3. ennen. 1. Lagune( 8immermann), 2. Lomoral( Stubnie), Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft mäßig. Fische aus-+8. Baldung( D. Schmidt),+3. Sanguinifer( Konrad). Toto: 22:10, reichend, Geschäft flott. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. Plag: 16, 23: 10. Ferner lief: Lehnsgraf. 1. Manlius( Raftenberger), 2. Gierfuchen( H. Schmidt). Am Mittwoch galten in der Zentralmarkthalle folgende KleinToto: 19: 10, Blaz: 18, 15: 10. Ferner liefen: handelspreise: Rindfleisch 3600-4400 M., ohne Knochen 4400-5800 M. Schweine5. Rennen. 1. Drbensjäger( Dlejnih). 2. Bolfram III( Bimmer fleisch 5100-6500 M. Kalbfleisch 8000-5000 M. Hammelfleisch 3500 mann), 3. Beitalin( H. Schmidt). Zoto: 12: 10, Plat: 11, 17: 10. bis 5100 M. Schellfisch 750-1800 M. Seelachs 1000 M. Dorsch 550 Gerner lief: Beritles. bis 750 M. In Eis: Schleie 3000-8500 M. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, 13. Mai, nachmittags 3 Uhr, im Schiller- Theater, Charlottenburg,„ Die Journalisten Lustspiel in fünf Alten von Gustav Freytag. Einige Starten find noch im Bureau zu haben. Sonntag, den 10. Inni, nachm. 2, Uhr. im Deutschen Opernhaus,„ Die lustigen Weiber von Windsor", und Sonntag, den 17. Juni, nachm. 2, Uhr, Die Fledermaus". Karten à 2000 M. im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. of, 2 Treppen, Zimmer 8, und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen. 1. Ringribalis( Bachmeier), 2. Catania( Dreißig), Eine Erdölquelle von ungeahnter Größe ist in der Feldmart Plötzen 800-1200 M. Lebende Hechte 3900-4800 M. Naturbutter 7500 3. Crefcendo( D. Schmidt). Toto: 84: 10, Blat: 14, 14, 11: 10. Ferner 8800 M. Margarine 4000-5600 M. Schweineschmalz 6500-7000 M. liefen: Bolvotfen, Atalanta, Sonnenschein. Ellen wurde zurüdgezogen und Rosenthal bei Bleckede entdeckt worden. Eier 380-425 M. das Stück. Weizengrieß 1150-1850 M. Gerstengrütze Einjähe zurückgezahlt. 7. Renuen. 1. fchida( Torfe), 2. Ban Robert( Nash), 3. Japs etter bis Freitag mittag. Kühl, nur zeitweise beiter, über- 900-1000 NI. Kartoffelmehl 750-800 M. Weißkohl 450-700 M. WirsingBlumenkohl 2500-3700 M. der Kopf. Spinat 300( Breege). Toto: 43: 10, Play: 18, 21, 26: 10. Ferner liefen: Sagnot, wiegend bewölkt mit wiederholten Regenfällen bei mäßigen, vorherrschend kohl 650-900 M. nördlichen Binden. bis 500 M. Kochäpfel 300-400 M. Kartoffeln 500-550 M. 10 Pfund. Gerorot, Abbazia, Centrifugal, Alfterroje. Hechte 2000-2800 M. 6. Rennent. Wirtschaft Die Großeinkaufsgesellschaft im Jahre 1922. 38 175 732 589. auf 1 554 958 731 m. 3 738 721 Rilogramm( 2517 734 Rilogramm) im Werte von Feuer-, Einbruchsdiet stahl usw. Versicherungen 9 623 018 Mart 351 067 562.( 37 746 979 m.) her. Der Umfaß der 3ündhol( 1 960 534.) gezahlt. Die Bilanz schließt in Attiven und fabrit Lauenburg( Elbe) betrug 2869 250( 2 731 838) Bad Baffiven mit 7 709 639 820.( 633 773 908 m.). im Werte von 98 517 910.( 5 808 742 m.). Die Fertigstellung Der der zweiten Fabrik in Gröba wurde durch verspätete Fertig- Die neuen wertbeständigen preußischen Staatsanleihen. stellung der Anlagen in Chemnitz unliebsam verzögert. Die preußische Staat legt, wie schon angefündigt, in der Zeit vom Der Beginn der fapiden Entwertung der deutschen istenfabrit Gröba fertigte 464 608( 309 031) Risten im 11. bis 18. Mai zwei wertbeständige Anleihen auf. Es handelt sich Mart spiegelt fich in allen Einzelheiten des neuesten Geschäfts. Werte von 124 428 974 m.( 6 014 989 M.) an. Die Mostrichum zwei verschiedene Anleihen, eine Kaliwertanleihe und berichts der Wirtschaftszentrale der deutschen Konsumgenoffen fabrik Gröba produzierte 505 551 Kilogramm( 421 000 Silo- eine Roggenwertanleihe, deren Ausgabepreis, Berzinsung schaften. Der Warenumsag stieg Do 2 406 982 699 m. auf gramm) im Werte von 25 691 180 m.( 1 729 021 m.). Die Bür- und Tilgung nach dem vom Reichstalirat jeweils festgesetzten Kaliftenfabrit Schönheide war das ganze Jahr mit Aufpreise( 40prozentige Kalidüngesalze) bzw. nach dem an der Berliner Die Lagerbetriebe zeigten erheblich erhöhte Beschäfti- trägen überhäuft. Hergestellt wurden 1054 000( 716 000) Stüd im Börse jeweils amtlich notierten Durchschnittspreise für märkischen gung; der Mengenumfaß stieg um 38 Proz. Die Zahl der Ein Werbe von 100 574 165 m.( 3 336 527 m.). Roggen bestimmt wird. Die Anleihen bieten fomit sowohl bezüglich faufsvereinigungen stieg durch Errichtung einer Ein- Die Buderwaren und Schokoladenfabrit Alder Wertbeständigkeit wie hinsichtlich einer angemessenen Verzinsung faufsvereinigung für die Grenzmark in Schneidemüht auf 60, die tona steigerte ihre Erzegung von 310 085 Kilogramm auf 585 878 befondere Borteile. Bei der Kalimertanleihe fommt den Zeichnern Zahl der Einkaufstage von 606 auf 765. Der Warenbezug von Kilogramm im Berte von 142 395 714 D.( 7 956 731 D.). Die bie gegenwärtig vom Kalisyndikat für landwirtschaftliche Verbraucher genossenschaftlichen Organisationen erhöhte fich von 66 765 335 m. Holzindustrie Dortmund war, mit Ausnahme der ersten gewährte, für den Mai auf 15 Prozent festgesezte Sommervergütung brei Monate, sehr gut beschäftigt. Ihr Umjag stieg insgesamt von( Rabatt) zugute. Der Zeichnungspreis stellt sich, da die SommerDie Produktiobetriebe fonnten über weitere Steige- 6 266 869 m. auf 84 726 647 M. Die Fish industrie Altona vergütung für die folgenden Monate vermindert wird oder ganz rung der Mengenumfäße berichten. Die Bigarrenfabriken fertigte rund 900 000 Marinaden und eine Million Pfund Räucher fortfallen dürfte, daher besonders günstig. Bei der Roggenanleihe in Hamburg, Hockenheim, Franfenberg stellten 26 484( 20 956) Mille waren im Werte von 145 409 876 M. an. Die Weberei und Zigarren im Werte von 312 545 092 m.( 16 280 307 m.) her. Die Konfettion Oppach steigerte ihren Umfag von 6 698 644 m. der Zeichnungspreis auf 5 Prozent unter dem an der Berliner Börse während der Zeichnungsfrist amtlich notierten DurchschnittsRautabatfabrik Nordhausen erhöhte ihren Umjag von auf 66 053 223 m. in der Konfektion, 77 512 293 m. in der Weberei, preise für märkischen Roggen festgesetzt, wobei noch ein höchstpreis 6 991 493 m. auf 72 119 735 m. Die 3igarettenfabrit insgesamt also 146 565.516 m. Der Gesamtumsatz der Fas genannt ist. Weitere Einzelheiten bringt der im Inseratenteil entStuttgart stellte 35 582( 15 616) Mille im Werte von 137 993 483 brifen erhöhte sich von 234 784 773 m. auf 3 827 091 476 m. haltene Prospett. Mart( 3 894 318 m.) her. Die Rauchtabatfabriten Ham- Die Bantabteilung zeigt die Wirkung der Währungsburg und Burgsteinfurt( diese am 1. April übernommen) schwankungen; fie tonnte der Papiergeldflut und der aufgeblähten Devisenkurse. Unferer gestrigen Sturstabelle ist noch nachzutragen: erhöhten ihre Produktion von 288.066 Pfund auf 715 464 Pfund umfäße nur mit den allergrößten Anstrengungen Herr werden". 1 finnische Mark 1027,42 Geld 1082,58 Brief; 1 japanischer Yen im Werte von 171 078 170 m.( 7 605 326 m.). Insgesamt wurden Im Giroverkehr stieg der Umsatz von 6 841 300 000 m. auf 18453,75 Geld, 18546,25 Brief; 1 brasilianischer Milreis 3940,12 Geld, an Tabaffabrifaten usw. für 754 052 195 m. umgesetzt. 50 141 800 000 m. 8959,88 Brief; 1 spanische Beseta 5785,62 Geld, 5764,38 Brief; Die Zahl der beschäftigten Personen stieg von 3139 100 öfterr. Kronen( abgeft.) 52,96 Geld, 53,24 Brief; 1 tschechische auf 3333. An Löhnen und Gehältern wurden 517 272 451 M. Strone 1118,19 Gelb, 1128,81 Brief; 1 ungarische Krone 6,98 Geld, ( 40 218 973. M.), an Bersicherungsbeiträgen 9 672 393 M.( 1 346 143 7,02 Brief; 1 bulgarische Lewa 300,24 Geld, 301,76 Brief. 100 Mart), an Steuern 173 074 121 m., an Prämienausgaben für Bolennoten lofteten im freien Verfehr etwa 79 f. Die Erzeugung der Seifenfabriten Gröba und Düsseldorf stieg von 11 553 550 Kilogramm auf 12 626 432 Kilogramm im Werte von 1919 006 749 m.( 129 051 445 m.). Die Leigwarenfabrit Gröba stellte Waren in Höhe von Servus Terpentinware Servus, merke sich ein jeder. putzt die Schuh: erhält das Leder Chem.Werke Lubszynski& CA- G, Berlin- Lichtenberg. Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus Admirals Varieté Deutsch. Opernhaus 7% Uhr: Tosca Morgen& U.: D. Walküre Friedrich- Wilh. Th. Tägl. 8 Uhr: Die blonde Ratte Große Volksoper im Theat. d.Westens 8U.: Die verk. Braut 22 Uhr bei klein, Preisen Der Herr Senator Intimes Theater 8: Diplomat I.Dienst Blaue Pyjama etc. Lustspielhaus 8 U.: Bobby, sag' die Wahrheit 4 Uhr: Jugend A das fabelhafte 800 Mal- Programm Heute Sondertag im ULAP Ausschreibung Auf mehrfaches Ersuchen haben wir den Termin für die Ausschreibung ber Bauunterhaltungsarbeiten im Jahre 1923 für bas Maurer, 8immer, Dachbeder, Rlempner, Schloffer, Glaser, Anstreicher, Ofenfeger, Installateur- und elettrotechnische Gewerbe( siehe Sentralblatt ber Bauverwaltung Rr. 35/36 vom 2. Mai d. 3.) auf den 17. Mai verschoben. Berlin, ben 7. Mai 1923. Preußische Bau- und Finanzbirektion. Ortskrankenkasse der Mechaniker, Optiker und verwandten Gewerbe zu Berlin. Bekanntmachung. Gemäß§ 28 des Gesezes zur Erhaltung Leiftungsfähigerkrantentassen vom 27.März 1923 hat ber Borstand den Höchftbetrag bes täglichen Stillgelbes auf ben vierfachen Metropol- Theater dem Vergnügungspark der Berliner Betrag des indeftſtillgelbes feſtgefeßt. 73: Die Schönste der Frauen Ververkauf ununterbrochen. Neues Theat. am Zoo Täglich 7, Uhr: Der Leibkutscher d. Fridericus Rex NeuesVolkstheater U.: Michael Kramer Renaissance- Th. 72 Uhr Esther Gobseck 08 Schiller- Th.Charl. 3: Die 5 Frankfurter 8U: D. Journalieten Thalia- Theater Täglich 8 Uhr: Opernhaus Volksbühne Die rot. Katze 6 Uhr: 7 Uhr: Th. a. Nollendorfpl. 7% Uhr: Don Giovanni Weh' dem, der ligt Die schön.Rivalin Schauspielhaus Lessing- Th. Der sensationellste 72 Uhr: 7% Uhr: 74, Wallner- Th.7% Operettenerfolg! John Gabriel Borkman Wie es euch gefällt Des Königs Nachbarin Theater 1. d. 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Zeichnungspreis: für die Kaliwertanleihe m 23000 für 100 kg dem gegenwärtigen Kalipreise abzüglich der vom Kalisyndikat den landwirtschaftlichen Verbrauchern für den Monat Mai gewährten Sommerbergütung von 15% Für 5% Stüdzinsen bis Ende Juni d. Js. werden M 100,- für je 100 kg vergütet. Mithin Nettopreis M 22 900,-. für die Roggenwertanleihe 5% unter dem an der Berliner Börse während der Zeichnungsfrist amtlich notierten Durchschnittspreis für märkischen Roggen, jedoch höchstens M 57 250,-für 1 Zentner. Für 5% Stüdzinsen bis Ende Juni d. Js. werden M 250,- für je 1 Zentner vergütet. Mithin Nettopreis M. 57 000,-. Stüde- Einteilung: 1, 5, 10 und 50 Zentner. 100, 500, 1000, 10000 kg. Verzinsung und Tilgung in deutscher Reichswährung, bei der Kalimertanleihe zu dem vom Reichsfalirat jeweils festgesezten Kalipreise, bei der Roggen vertanleihe zuni jeweilig an der Berliner Börse amtlich notierten Roggenpreise. Zeichnungen werden von den unterzeichneten Banten und Bankfirmen, deren sämtlichen Niederlassungen und Depositentassen entgegengenommen und können auch bei allen übrigen deutschen Banken und Bantiers, sowie bei den Spartassen, Girozentralen und Kommunalbanken erfolgen. Die Zuteilung wird alsbald nach Zeichnungsschluß bewirkt und bleibt dem Ermessen einer jeden Zeichnungsstelle überlassen. Der Gegenwert tann sogleich bei Anmeldung der Zeichnung bezahlt werden. Die Bezahlung hat spätestens bis zum 28. Mai d. Js. zu erfolgen und zwar bei derjenigen Stelle, welche die Zeichnung entgegengenommen hat. Zeichnungen mit sofortiger Einzahlung werden bevorzugt. Die Zeichner erhalten zunächst Kassenquittungen, gegen deren Nückgabe die endgültigen Anleiheftücke baldigst ausgehändigt werden. Ein Schlußscheinstempel ist von dem ersten Erwerber nicht zu entrichten. Die Einführung beider Anleihen an den deutschen Börsen wird veranlaßt werden. Berlin, Frankfurt a./M., Hamburg, Köln, Königsberg i./Pr., Leipzig, Mannheim, München, Stuttgart, im Mai 1923. Preußische Staatsbant, ( Seehandlung) Commerz- und Privatbank, Aktiengesellschaft Delbrück Schickler& Co., Dresdner Bank, S. Bleichröder, Berliner Handels- Gesellschaft, Darmstädter und Nationalbant, Kommandit- Gesellschaft auf Aktien Deutsche Bant, J. Dreyfus& Co., Lazard Speyer- Eliffen, Direktion der Disconto- Gesellschaft, Hardy& Co., G. m. b. H., Mitteldeutsche Creditbank, Jacob S. H. Stern, Norddeutsche Bank in Hamburg, Bereinsbant in Hamburg, M. M. Warburg& Co., A. Schaaffhausen'scher Bankverein 2. G., Sal. Oppenheim jr.& Co., Oftbank für Handel und Gewerbe, Rheinische Creditbank, Bayerische Staatsbant, Bayerische Vereinsbant, F. W. Krause& Co., Bankgeschäft, Mendelssohn& Co., Preußische Zentral- Genossenschaftstasse, L. Behrens& Söhne, Allgemeine Deutsche Creditanstalt, Bayerische Hypotheken- und Wechselbant, Württembergische Vereinsbank. 136/19 Z Warnung vor sogenannten Gassparern! Die Steigerung der Gaspreise und der berechtigte Munich der Hausfrauen, darum so viel als möglich Gas zu sparen, gibt einer großen Zahl von Haufierern und Straßenhändlern Gelegenheit, wertloſe, zum Teil sogar gesundheitsschädliche fogenannte Gassparer zu unglaublich hohen Preisen zu verkaufen. Es ist herausgeworfenes Geld, fich solche Apparate anzufchaffen. Säufig nennen derartige Leute als Absenderstelle Namen, die unserer Firma ähnlich tlingen, oder treten derart auf, daß die Hausfrauen glauben, es mit Angestellten der Gasanstalt zu tun zu haben. Demgegenüber erklären wir, daß wir niemals Hausterer oder Straßenhändler mit dem Bertrieb von Gasapparaten beschäftigen. Auch die etwa vorgezeigten Unterfuchungsattefte find, falls fie überhaupt echt sind, meist wertlos, weil sie im besten Falle nur auf Laboratoriumsversuchen beruhen und die beim praktischen Gebrauch fich ergebenden Verhältnisse gar nicht berücksichtigen. Wenn folche Apparate tat fächlich in den ersten Tagen einen leinen Vorteil bringen sollten, so steht dieser in jedem Falle in feinem Berhältnis zu ihrem alles Maß überschreitenden Preise, und fpäterhin treten gänzliches Verfagen der Gasapparate, unvollkommene Berbren nung und dadurch hervorgerufene Belästigungen und Gesundheitsstörungen, ja fogar auch Gasvergiftungen ein. Wir warnen deshalb dringend vor der Anschaffung von Gassparern, die durch Saufierer oder im Straßenhandel angeboten werden, und machen insbesondere darauf autmertfamt, daß wir bei den von uns entliehenen Gasapparaten deren Wiederinstandiegung, Erfag von entfernten Teilen( Brennerdeckeln usw.) auf Roften des Wohnungsinhabers vornehmen laffen werden. Ber über gassparende Apparate und Kochmethoden unterrichtet sein will, wende sich an unsere Geschäftsstellen und Verkaufsräume oder direkt an unsere Bertriebsabteilung. Er ist dann ficher, fein Geld nicht unnüz hinauszuwerfen und eine wirklich sachver ständige Auskunft zu erhalten. Gasbetriebsgesellschaft Aktiengesellschaft Berlin S42, Gitschiner Straße 19 Zigaretten, igarren, Tabake Steuerlager. Verst. nach Wunsch. Zigarrenfabriklager Julius Kahn, Berlin N 58, Franseckystr. 43. Humb. 4838. Fahrverb.Danzig.Str.Schönh.u.Prz].Allee S teppdeden Garbaty Fr. Auswahl preiswert Bernhard Strohmandel, Galem, Juno, MosS, Wallstr. 72, IL: Spittelmarkt, lem u.a. von 40000 an. Sendelft.u.NikolsburgerPl.2. Kwiat& Knüpfer Allie Steppded werd.aufgearb Warschauer Str. 65 Bettwäsche! Leibwäsche! Deckbetten. Nur noch diese Woche vom 7.- 12. 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