Nr.ZIH ♦ 40. Jahrgang Musgabe A Nr. 10$ Bezugspreis: für ien Monat Mai 5800 M. »oraus zahlbar. Unter fttenzbani Kit D-Atschland, Danziz, Saar- und Mrinelgcblet sowie Oesterreich und to�emburz 7800 M.. für das übrige Ausband 9800 M. Postbezugsoreis Kreibleibend. Postbestellungen achmen an Belgien, Dänemari, England, Estland. Finnland. Frank- deich, Holland, Lettland, Luxemburg. Desterrcich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der„Vorwärts' mit der Sonntag«. bcilag«„Voll und steif, der Unter» taltnngsbeilage„Heimwelf und der Beilage„Siedlung und Kleingarten' erscheint wocheniäglich zweimal, Eionnwg« und Montag, einmal. Telegramm-Adresse: »Sozialdemokrat Berlin' Morgenausgabe r�> Derlinev VolksblÄkt ( 200 Mark) Anzetlirnprets: Di« einspaltige Nonpareillezeile lostet 1200 M. Rcilamezeile 6000 Ii. „Kleine Anzeigen' das fettgedruckle Wort 875 M.(zuliissig zwei seli- gedruckte Worte), jedes weitere War: 200 M. 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Die Caar-Debalte im Unterhaus, über die wir bereits in unserer Freitog-Abendausgabe berichteten, hat ihre Vorgeschichte in mehreren Anfragen, die vor etwa 10 Tagen,, unmittelbar nach der Tagung des Völterbundrats in Genf, von liberaler unt» sozialistischer Seite an die Regierung gestellt worden waren. Die Regierung hatte das Wesentliche von dem, was die Anfrager bezüglich der ungeheuer» lichen Bestimmungen der Notverordnung der Regierung?- kommission zur Sprach« gebracht hatten, bestätigen müssen. Darauf forderte die tapfere Wochenschrift der JLP,. der„New L-ader", die liberalen Führer auf, selbst ins Saargebiet zu fahren und ihre Anklagereden gegen den Versailler Vertrag und den Völkerbund, die sie sonst im Unterhaus hielten, dort zu wieder- holen, um zu sehen, od die Regierungskommission sie, kraft, ihrer Lusnahmeverortmung, ins Gefängnis zu werfen wagen würde, B«- merkenswerterweife haben nun sowohl Sir John Simon wie auch A s q u i t h solche Andeutungen gemacht. Die Saar-Dcbatte hat sich dabei ganz natürlich zu einer Ruhr- Debatte ausgedehnt, wobei es den Anschein hat, als ob die Oppo- füion den Saar-Skandal nur zum Anlaß nahm, um einen energi- scheren Vorstoß gegen die gesamte französische Gewaltpolitik und gegen die Passivität der Regierung Bonor Law zu führen. Jeden- falls muß der Eindruck dieser Anklagen ein sehr starker gewesen sein, wenn einmal sogar der franzosengläubige Unterstaatssekretär Mac N e i l l von der Regierungsverordnung so entschieden ab- rückte, und ferner der zahme Lord Robert Cecil, der noch vor acht Wochen jede Einmischung des Völkerbundes in den Ruhr- Konflikt bekämpft«, jetzt, nach seiner Rückkehr aus Amerika, im Gegenteil selbst dieses Eingreifen verlangte. Aus dem weiteren inzwischen«ingegangen«! aussührlchen Sitzungsberichte sei folgendes entnommen: Dos Arbeitermitglied Morel erklärt«, daß augenblicklich Vor- bereitungen zum Kriege unter französtscher Leitung vor sich gingen. Er frage, ob dies mit Zustimmung Englands vor sich ginge kraft eines Uebereinkommens, von dem das chaus nichts wisie. Die Zeit fei gekommen, wo dem Lande die Wahrheit gesagt werden müsse. Senworihy(lib,) betont«, daß England besonders dafür v«. antwortlich fei, daß Deutschland Gerechtigkeit«halte, weil es entwaffnet worden fei, Der Unabhängige Mosley erklärte, die Regierung habe die Verantwortung übernommen, Deutschland zu veranlasi«», ein Angebot zu machen, das von vornherein dazu verurteilt war, abgelehnt zu werden. Was sei der nächste Schritt der Regierung? Mosl«y schlug vor, daß die Vereinigten S t a at e n ersucht werden sollten, sich England bei«m«r Intervention an- zuschließen. Hierauf machte Mac UM seine bereits gemeldeten Aus- führungen, MeRxill fuhr fort, wenn man im Parlament vder-durch die britischen Vertreter im Völkerbund immer davon spreche und darauf bestehe, daß man seinen Willen durchsetzen wolle, so werde man bald den Völkerbund zum Scheitern bringen. Er geb« zu, daß e- ein nicht sehr drastisches Verfahren sei. Der- rreter zu ernennen, die sich ins Saargebiet begeben und eine unabhängig e Untersuchung über die tatsächliche Lage der Verwaltung dieses B'zirk? anstellen und dem Völkerbund dar- über Bericht erstatten sollen, damit der Dölkerbundrat ein« voll« und unvarteiislbe Information über das erhalte, was vor- aeh«. Was die größere Frag« der Ruhr betreff«, so glaube er, daß, wenn die Antwort der Regierung auf die deutsche Note ver- öffenllicht werde, die Mitglieder dieses Hauses, die die Regierung kritisierten, finden würden, daß sie wirklich nicht so viel Grunv zur Unzufriedenheit hatten, wi« sie meinten, wie auch immer die Antwort lauten und wozu sie auch immer iühren werde. Grundsatz der Regierungspolitik bleibe, wie er von Curzon im Oberbause bezeichnet worden sei, die Aufrechterhaltung der Allianz mit Frankreich..... lieber die bereis kurz erwähnt« Rede Eecils liegt jetzt eine ausführlich« WTB.-Meldung vor, aus der zu entnehmen ist, daß er zu seiner neuen Auffassung über die Notwendigkeit einer Völkerbund- intervention in der Ruhrfrag« durch sein« Erfahrungen in a m e r i- konischen Versammlungen gekommen sei, wo er mit Fragen über die Gründe der bisherigen Passivität bestürmt worden fei. Unter diesen Umständen erscheine ihm ein« Aktion not- we n d i g oder mindestens wünschenswert. Die letzte Aktion der französischen Regierung Hab« eine so große Aenderung in der Lage hervorgerufen, daß wirklich die Zeit für eine Art internationaler Aktion gekommen zu sein scheine. Die britische Regierung habe auf jeden Fall noch Artikel 11 das Recht, eine Frage dieser Art in freundschaftlicher Weise zur Kenntnis des Vötkerbundrates oder der Völkerbundversammlung zu bringen. Er sehe nicht ein, wie irgendeine französische Regierung dies als unfreundlichen Akt ansehen könnte. Cecil legte der Regierung nahe, daß jetzt die Stunde gekommen sei. wo sie der fran- zöiifchen Regierung saq-n könne: Ihr habt eine eigene Linie eingenommen, wir müssen unsere Linie einnehmen. Ihr habt ein« neu« Lage geschaffen, wir sind gezwungen, iür uns selbst eine Lösung der Schwierigkeiten zu suchen. Wir schlagen da- her vor. daß eine sofortige Zuscrmmenkunst des VStkerbundrates einberufen wird und daß wi? unser Recht nach Artikel 1 geltend machen Wenn die französische Regierung dem zustimmt, so habe er keinen Zweifel, daß mit Hilfe des Völkerbundes die Ruhr frage rbenia wie die Saarfrog« geregelt werden könne. Er sehe vollkom- men ein, daß es in der M a ch t der Franzosen allein liege, oder der Franzusen und Belgier genieinsam, den Völkerbund zu hindern, irgend etwas zu tun. Sie können die britische Regierung oder irgendeine andere Regierung nicht hindern, die Frage zur Kenntnis des Völkerbundrates zu bringen und eine offene Erörterung zu verlangen, so daß jedes Land gezwungen wird, ein« end- gültige Stelluno vor der Welt einzunehmen und zu erklären, wie es steht. Man müsse gemäß der öffentlichen Meinung der Welt handeln. Könne man eine solche Lager weiter unbeschränkt fort- dauern lassen? Es müsse ein Augenblick kommen, da die übrigen Nationen einschreiten und erklären müßten, daß dieser Lage ein Ende bereitet werden müsse. Sei nicht dieser Augenblick gekommen? Das nationolliberale Parlamentsmitglied Fisher(der wiederholt in den Völkerbund delegiert war. Red. d. V.) erklärte, wenn man in England überhaupt an den Völkerbund glaub«, so'müsie die britische Regierung die Ruhrfrage vor dem Völkerbund zur Sprache bringen. Es sei nun Zeil, denen gegenüber, die die Last der Der- waltung des Saargebietes tragen, daran zu erinnern, daß zahlreich« der Veschwerdeu, die gegen die Deutschen vorgebracht würden, bei der Untersuchung sich als unbegründet erwiesen hätten. Er hoffe auch, daß die britische Regierung auf einen Wechsel in der Nationalität des Vorsitzende« der Verwallungskommifsion dringen werde, da die Tatsache, daß der augenblickliche Vorsitzende ein Franzose sei, ernstlich dazu beitrage, den Erfolgen der Verwaltung zu präjudizieren. Fisher fuhr fort, er sei soeben aus Deutschland zurückgekehrt, wo er zahl- reiche hervorragende Publizisten gesprochen habe, die zu verschiede- nen politischen Parteien gehörten, und sei zu dem Schluß gekommen, daß die Lage äußerst gefährlich sei und sich täglich ver- schlimmere. Es gebe eine Partei in Deutschland, die die Fortdauer des passiven Widerstandes fordere und erkläre, daß es in einigen Monaten keine Reparationsfrage mebr geben werde, da bis zu dieser Zeit Deutschland ruiniert sein und Frankreich und Bel- gien mit sich hinabziehen würde. Diese Stimmung sei ein anderer guter Grund, weshalb jede Anstrengung gemacht werden sollte, um die Reparationsfrage so bald wie möglich zu regeln. Obgleich das deutsche Angebot in seiner jetzigen Gestalt unannehmbar sei. müsie es als Grundlage zu Verhandlungen betrachtet werden. Er hoffe ernstlich, haß die britische Regierung das deutsche Angebot nicht unter den Tisch fallen lassen werde, sondern daß sie die deutsche Regierung ermutigen werde, weitere Bor» schlüge zu machen. Die vorsichtige und gewundene Antwort, die Mac Neill aus dies« dringenden Fragen erteilt«, ist zwar noch immer im- befriedigend, doch zeigt die ganze Debatte, daß der Druck der öffent- lichen Meinung Englands auf das gegenwärtige Kabinett immer stärker wird. Man hat in England endlich erkannt, daß der Völker- bund in der Saarfrag« vollständig zu einem Werkzeug Frankreichs herabgewürdigt wurde und daß die ganze Idee des Völkerbundes, die in England noch immer sehr populär ist, unrettbar Schiffbruch erleiden würde, falls diese Institution auch in der R u h r- frag« so wi« bisher gänzlich versagen würde. Inwieweit dieser Druck auch indirekt die französische Politik wird beeinflusien können, bleibt allerdings abzuwarten. Der Lustmilitarismus. London, 11. Mai.(WTB.) Lord Birkenhead fragte in der Oberhaussitzung die Regierung, welche Inforniationen sie über den Bau von Flugzeugen in Deutschland Hab«: 1. für militärische und Flottenzweck« und 2. für Handelszwecke, und welches die Politik der Regierung hinsichtlich des Luftstandards sei, den die Sicherheit Englands erfordere. Lord Salisbury erwiderte im Namen der Regierung, was die besondere Frage über Deutschland betreffe, so bestehe keinerlei Grund zu der Annahme, daß die deutsche Regierung dem Versailler Vertrag zuwider handele. Es würde verftüht sein, irgendeine Er. klärung über den erforderlichen Luft-Standard abzugeben. Lord Birkenhead habe die Eiärk« Englands mit der einer befreundeten Macht(gemeint ist hier Frankreich. Red.) verglichen. Es fei nicht ganz fair, die Franzosen wegen der Schaffung ihrer Luftstreitkräfte zu kritiflsren. Die Lage in Europa sei immer noch sehr gespannt, und es würde sehr falsch sein, in Anbetracht des sehr natürlichen Wunsches Frankreich-, jede Vorsicht auszuüben. Klagen darüber zu führen, daß Frankreich eine so bedeutende Luftstreitkrast geschaffen habe. Es fei zu hoffen, daß die Vernunft der europäischen Staats- männer«inen Weg finden werde, um jeden selbstmörderischen Rüstungswettbewerb, der rein« Verschwendung sei vom Standpunkte des Wohlstandez der Völker, und der schließlich nur zu einer Der- suchung zum Kriege führ«, zu vermeiden. Salisbury erklärte am Ende seiner Rede jedoch, die Regierung halte«ine„beträcht- liehe Vermehrung" der Luftstreitkräfte für er- forderlich. Englanüs Antwort nicht vor Sonntag. London, 11. Mai.(WTB.) wie Reuter ersährk, ist die britische Antwort aus die deutsche Rote nunmehr fertiggestellt. wird der französischen Regierung jedoch heute noch nicht mitgeteilt werden. Sie werde indessen wohl morgen nach Paris gesandt werden. 3n diesem Falle könne die Antwort Deokschland nicht vor Sonntag milgeteilt werden, da zwischen der Mit- tellung an die iranzösische Regierung und der lieber msstilulig an Deutschland ein Zeitraum von 24 Stunden liegen müsse. Lohnpolitik und Preispolitik. Profit und Volksintereffe. Dan Fritz Tornow. Als die Regierung im Februar die Markstutzungsakiicu unternahm, forderte sie von der Wirtschaft und von der Ar- beiterschaft unterstützende Hilfsmaßnahmen: jene sollten dir Preise abbauen, diese keine weiteren Lohnerhöhungen fordern. Daß die Stabilisierung des Lohnniveaus nur ertragbar fei, wenn tatsächlich ein merkbarer Abbau der Preise er- folgen würde, gab die Regierung zu, aber sie stellte dieses Ziel ihrer Markstützungsaktion mit aller Bestimmtheit in Ausficht, wenn es nicht von der Lohnseite her verhindert würde. Am 6. März erließ die Regierung die bekannte Kund- gebung, in der sie„mit allem Nachdruck" betonte, daß sie den beschrittenen Weg— Markstützung und Preisabbau—„entschlossen weiter verfolgen" werde. Es sollten aber auch„alle an der Regelung der Lohnverhältnisse Beteiligten daraus die richtig« Lehre ziehen". Dieser eindeutigen Aufforderung an die Arbeitgeber hätte es nun allerdings gar nicht bedurft, denn die mit der Ruhraktion sich schnell ausbreitende Wirt- schaftskrije gab dem Unternehmertum beim Lohnkamp? ohnedies alle Trümpfe in die Hand, und es brauchte nicht erst ermahnt zu tverden, davon skrupellosen Gebrauch zu machen. Immerhin gestattete die Parole der Regierung den Ar- beitgebervertretern, nunmehr für lauteren Patriotismus aus- zugeben, was alle Welt sonst als schnöde Gewinnsucht und sozialen Unverstand angesehen haben würde. Fortan erschienen sie bei allen Lohnverhandlungen in der Rolle des leidenschast- lichen Baterlandssreundes, dem die Gebote der Regierung oberstes und heiligstes Gesetz sind. Sie bestritten vielfach gar nicht die soziale Berechtigung der Arbeiterforderungen, gaben zu, daß in der voraufgegangenen Zeit der Preishausse die Löhne nicht mitgekommen seien, und daß immer noch, trotz der Markstützung, eine Aufwärtsbewegung der Lebenshaltung-- kosten zu beobachten sei. Aber— man darf der Regie- rung um keinen Preis in den Rücken fallen! Triumphierend konnte die Arbeitgeberzentrale verkünden, daß es mit tatkräftiger Unterstützung der Regierung, die auch nicht unterlassen habe, den nachgeordneten sozialen Behörden ent- sprechende Anweisungen zu geben, gelungen sei, das Lohn- Niveau des Februar im März und im April zu„stabilisieren". Wie aber sah es derweilen auf dem Gebiet der Preise aus? Daß die Preise, soweit sie überhaupt Miene dazu machten, auch nicht entfernt den erwarteten Rückgang zeigten, daß die Lebenshaltungskosten statt des versprochenen Rückganges viel- mehr im März eine Steigerung um fast 10 Proz. gegenüber dem Februar aufwiesen und Ende April gegenüber dem März- Niveau eine noch größere Steigerung, ist hinreichend bekannt. Wie aber stellten sich die maßgebenden Unternehmer- Vertretungen dazu? Haben sie sich der Preiswelle ebenso tapfer und patriottsch begeistert entgegengeroorfen, wie sie sich auf die Löhne stürzten? Man findet darüber in der Wirtschaft- lichen Fachpresse der Unternehmer interessante Aufklärungen. die den bei den Lohnverhandlungen so ostentativ zur Schau getragenen Patriotismus erst m die richtig« Beleuchtung rücken. Nachstehend einige Proben aus der H o l z w i r t s ch a f t, die ein ganz besonders geeignetes Objekt für den Preisabbau darstellt. Nach den von der gegenwärttgen Regiening heraus- gegebenen Richtlinien über die Preisbildung fall für Inlands- erzeugnisse ein Preis berechtigt fein, der der inneren Eni- wertung der Mark entspricht. Das Inlandsprodukt Holz, bei dessen Gewinnung auch unterm Mikroskop nicht eine Spur ausländischer Produktionskosten zu entdecken wäre, hat aber nicht nur die ä u ß e r e Geldentwertung aufgeholt, sondern der Holzpreis ist, in G o l d gerechnet, b i s a u f d a s Z w c i- und Dreifache der Vorkriegszeit gestiegen. Wenn also überhaupt von der Preisabbauparole eine Wirkung zu erwarten war, dann mußte sie sich beim Hotz zeigen, dessen Preis wett über die Hälfte hätte sinken müflen. Nun haben die Marktberichte tatsächlich einen Preisrück-- gang von etwa 2v bis 30 Proz. gemeldet. Das war aber keines- wegs eine von den Interessenten gewollte Wirkung der Regie- rungsaktion, sondern nur das zwangsläufige Ergebnis einer verheerenden Krise, die plötzlich über die holzver- arbeitende Industrie hereinbrach und die Holzverkäufe fast ganz zum Sttllstand brachte. Es handelte sich also bei den Marktberichten nur um verhältnismäßig wenig« R o t v e r- käufe, und ss wäre ganz verfehlt, daraus Schlüsse auf den gegenwärtigen Preisstand ziehen zu wollen. Und nun soll ge- zeigt werden, weiche krampfhaften Anstrengungen das Haupt- organ des Holzhandels, der in Berlin erscheinende„Holz- markt", machte, um eine wirkliche Senkung der überhohen Holzpreise zu verhindern. Am 8. März druckte der„H o l z m a r k t" die Regierungs- ; kundgebung ab, die den Preisabbau und die Ablehnung weite- } rer Lohnerhöhungen fordert. Schon am 14. März läßt er sich wie folgt vernehmen:' „Man glaubt begreiflicherweise nicht recht an einen ernstliche« Rückgang der Holzpreise, weil man es gerade für sich nicht gerne , glaubt. Man munkelt hin und her, ohne zu einem klaren Schluß ! zu kommen. Hier kann nur eiserne Ruhe und Kalt. bkütrskeit helfe», vieivcrls ubti virZ» lleber» ftürzuug. die nur geeignet wSreu� de» ganzen Markt gründlich zu verderben/ Mit banger Sorge sah der„Holzmartt", daß der Holzhandel unter dem Druck der Krise sich hier und da verleiten ließ, seine Preise herabzusetzen. Darum wiederholt er seine Mahnung am 16. März: „Der zur Zeit wirklich traurigen Situation gegenüber kann man doch mit Befriedigung feststellen, daß die Holzwirtschaft so gesund dasieht, wie wohl noch nie zuvor. Pflicht für alle, die nicht durch zwingende Berbindlichkeiten zu überstürzten Verkäufen genötigt sind, ist jetzt, dieRuhe zu bewahren, die Ware zu behalten, die wirklich tausendmal besser und begehrens- werter als die Papiermark i st l Unendlich viele sind in der Loge, nach diesem Rezept zu verfahren, ganz Glückliche können sogar die Zeit des Preisrückganges zum Zulauf von Ware benutzen, die von dringend G e l d b ed ü r ftig en verkauft werden muß, und sie entlasten durch ihre A u f n a h m e ber ei ts ch a f t zu- gleich. den beunruhigten Markt/ Man beachte das ausgezeichnete Rezept für die Stützung zwar nicht der Mark, aber der Preise: wo sich eine Preis- verbilligung zeigt, soll der Holzhandel selber die angebotenen Bestände auftaufen, damit um Himmelswillen nicht die K o n- f u m e n t e n in den Besitz billigeren Holzes kommen. Gott sei Dank ist die Holzwirtschaft gesund genug, um sich das leisten zu können! Das Rezept hat offenbar auch geholfen, denn am 20. März schreibt das Blatt mit einem tiefen Aufatmen: „Unfere Mahnung in Nr. 65 hat eine überraschend schnelle und sehr durchgreifende Beachtung gefunden. Am Freitag erschien unser Artikel, am Sonntag und Montag war das Bild in Angebot und Nachfrage schon wie umgewandelt/ Leider zeigen sich in der ehrsamen Standesgenossenschaft des Holzhandels immer noch einige räudige Schafe, denen das Gefühl dafür abgeht, was m dieser Zeit die Ehre des Standes verlangt. Ihnen redet der„Holzmarkt" am 21. März nochmals ins Gewissen: „Wen die bittere Not zum Verkauf«: zwingt, der oerkaufe in Gottes Namen. Zu Angstverkäufen jedoch liegt absolut keine Ver- anlassung vor! Wer nur aus Furcht, er könnte später etwa weniger für seine Ware bekommen, zum Verkaufe eilt, der versündigt sich am Ganzen, denn er reißt voreilig das wankende Preisge- bilde mit ein/ Am 27. März wiederholt er den eindringlichen Appell an die„Standesehre": „So wie die Dinge heute mm einmal liegen, bleibt nur eines übrig: mit äußerster Ruhe die Klärung der Loge abwarten, den Nacken steif halten und auf keinen Fall die Zahl jener Werke, die infolg« pekuniärer Sorgen verkaufen müssen, durch übereilte Angstangebote vermehren helfen! Noch einmal: Wer nur aus Angst, die Preise könnten noch mehr fallen, a nbietet, fällt dem eigenen Stand in den Rücken! Rur jetzt keine Uebereilung oder gar Ueber- st ü r z u n g!" Das ist die Begleitmusik zur Markstützungs- und Preisabbauaktion der Regierung! An der Ruhr wird um das Schicksal Deutschlands gekämpft. Auch der„Holzmarkt" gerät darüber in innere Bewegung und— rechnet, welches Geschäft dabei wohl für den Holzhandel heraus- kommen kann. Das Ergebnis dieses Nachdenkens ist keines- wegs unbefriedigend, wie er am 19. April verkündet: „Wenn auch das wirtschaftliche Leben im besetzten Gebiete aufs schwerste geschwächt worden ist, der Holzverbrauch dort vielleicht be° trächtlich geringer gewesen sein mag, eins steht fest: der Verbrauch ist von den dort vorhandenen Vorräten gegangen, diese konnten durch neue Zufuhren nicht ersetzt werden, und sowie einmal diese Ablchnürung des besetzten Gebiet«? aufhört, wird dieses wie ein Magnet olle verfügbaren Partien heranziehen. Tritt dieser Augenblick ein— und er muß kommen—, dann haben wir eine Nachfrage nach Holz zu gewärtigen, die vielleicht größer und Letzte Gäste. Konzertumschau von Kurt Singer. .im Rahmen eines Konzerts der„Internationalen Musitgefell- schaft" hatte Berlin die Freude, eine der renommiertesten Kapellen Deutschlands, das Dresdener Staatsopern-Orchester, begrüßen zu können. Wiener Philharmoniker, Berliner Philharmo- nikcr, Dresdener und Berliner Staatskapelle, Leipziger Gewandhaus- Orchester: das find die Säulen, auf denen unsere internationale Musikgeltung ruht. Soeben kehrte Furtwängler, unser Stolz, von einer Schweizer und süddeutschen Reise mit dem Gewandhaus- Orchester triumphierend zurück; Andrea« in Zürich rüstet sich, mit unseren Philharmonikern zu musizieren; Fritz Busch war bei uns, um zu zeigen, welch heilig-hehre Tradition im Orchester Schuchs und Kutschbachs verankert ist. Wir verstehen, worum es Meister Strauß so est nach Dresden zog, warum er von dort her zuerst sein sinfo- nisches und Opern werk in die Musiterwelt hinoustönen ließ. Das Instrument ist edel und homogen in allen Teilen, über seinem Bläserklang liegt eine weiche Dämmerung, die zu den Streichen einen idealen Uebergang schafft. Hier sind die tiefen Saiteninftru- mente von vornehmer Souveränität, die Geigen in ihrer dichten Besetzung füllig und doch zart, jeder Farbstufung fähig. Alles ist beste Zucht, und es ist wahrscheinlich, daß jeder Berufene, und nicht nur der einzige Dirigent, dem die Kapelle zu folgen hat(jetzt eben der junge Busch), ein Wert auf diesem Instrumentalkörper nach seinem Willen gestalten kann. V u f ch ist noch keiner von den ganz Großen, aber er müsizien so frisch, so pausbäckig, so resolut, daß Starkes stark zum Ausdruck kommt. Nerven wachsen ihm erst lang» sam zu. Die Mozart-Bariationen von Reger gelangen in ihren sanften Ausklängen besonders schön. I e r n a ch s Sinfonia brevis zeugt von großem Talent, von Sinn für Orchesterfarben, von auf- begehrender Jugend, die wägt und der Form noch nicht Herr ge- worden ist. Der Wille ist stärker als die Tat, das Hsrummobcln am Ausdruck interessanter, als Thematik und Entwicklung. Das Konzert, das mit Straußens Don Ouixote schloß, brachte der berühmten Ka- pelle jubelnden Beifall. Sie möge wiederkehren! Eine ganze Kapelle ist eher zur Zusammenarbeit, zum püukt- lichen Beieinander zu bringen, als ein einziger Tenor, wenn er Laubenthal heißt. Feste Zusage zu einer Oratorienaustührung, eigener Liederabend, plötzliche Absage an den Dirigenten: das sind jetzt bei ihm die üblichen Stationen geworden. S t e h m a n n glaubt nicht an die Krankheit und legt einen roterregten Zettel in das Programm seiner„Jahreszeiten". Dielleicht ist das nicht ganz gerecht, aber verständlich ist es schon. Huttmann sprang mit so ausgeglichener Stimme ein, daß man die Abkehr der Ora- torlenleiter vom Opernslarengagement nur herbeiwünschen kann. Hertha Stolzenberg blieb bei aller Glockenklarheit. des Or- ganes etwas herzkühl, Albert Fischer sang seine Arien mit Macht und Ausdruck Der Chor war beweglich und froh. Stehmann selbst oerließ sich sehr auf ein zusammengewürfeltes Orchester, holte aber chorisch die frei daliegenden Juwele mit stolzer Hand herauf. Auch«ine zweite Aufführung der lX. Mahle rschen Sin- fonie konnte nicht für das problematische, unvollendete, im Subjek- twen übersteigerte, holbklare Werk einnehmen, zumal hier Werner Wo�ff«ranok mehr Sicherheit als Inbrunst hergab. vor atltn Diu g�sv gefümd er ist als krg end titt t znv o r/ Nun mag der Ruhrkampf enden wie er will, die Holzwirt- fchaft ist gesund und sie wird durch diesen Kampf noch gesunder werden. Diese tröstliche Aussicht wird den Holzhändlern die seelischen Kräfte geben, um dem Ansturm gegen das„wankende Preisgebilde" nicht nur weiterhin mit Erfolg zu widerstehen, sondern— man wird nicht lange darauf zu warten brauchen— zur Gegenoffensive überzugehen. Die kommenüe Srotverteuerung. Der Ausschuß des Reichswirtschaftsrates beschäftigte sich mit der kommenden Brotbewirtschaftung. Als Regierungsver- treter erklärte Staatssekretär H e i n r i c i: Mit Inkrafttreten der neuen Maßnahmen ist die Notwendigkeit von Fürsorge- maßnahmen für Bedürftige gegeben. Dieser Kreis soll eng gezogen werden. Die werktätigen Lohn- und Gehalts- empfänger sollen nicht, wohl aber die Sozial- und Kleinrentner, Kriegsopfer, Erwerbslose und Armengeldempfänger, wenn möglich auch noch Kinderreiche zu dem Kreis der Unter- stützungsberechtigten gehören. Die Mittel für d�se Berbilli- rng sollen durch einmalige Zahlung eines wangsanleihebetrages am 1. Juli 1923 aufge- bracht werden. Das ist der einzige Punkt, der den Per- tretern der Landwirtschaft schmerzlich war. Selbst diese Bettelpfennige sind ihnen zu viel. Sie er- klärten, daß der Zeitpunkt„ungünstig" sei. Und auf ihren Antrag wurde deswegen eine Entschließung angenommen, nach der am 1. Juli nur zwei Drittel der Zwangsanleihe zu zahlen sind und der Rest bei der endgültigen Veranlagung. Ist schon das Programm der Regierung eine neue ungeheure Bs- lastung der breitesten Massen, die sich doch irgendwie mit dieser Browerteuerung auseinandersetzen müssen, so ist an die Durchführung der Unter st ützungsmaßnahmen in dem vorgesehenen Umfang überhaupt nicht zu denken, wenn ein Betrag in Höhe der Zwangsanleihe noch nicht einmal am 1. Juli gezahlt werden soll. Wir haben früher bereits nach- gewiesen, daß selbst das geringe Unterstützungsprogramm der Regierung beim heutigen Preisstande mindestens 750 Milliarden voraussetzt, während aus der Zwangsanleihe im aller- günstigsten Falle 250 Milliarden aufgebracht werden können. Die Bevölkerung wird also diese Segnungen der b ü r g e r- lichen Regierungsweisheit, die in Wirklichkeit nichts anderes als eine nur mühsam verkappte Interesienpoli- tik des Agrar-, Industrie» und Handelskapstals sind, mit schweren Enttäuschungen und neuen Entbeh- rungen bezahlen müssen._ Kommunistische Offenherzigkeit. Die Zentrale der KPD. gibt für ihre Funktionäre eine Materialzusammenstellung über die„Bil- dung der linkssozialdemokratischen Regierung in Sachsen" heraus, in der der Führer der sächsischen Kommunisten, der Landtagsabgeordnete Paul Böttcher, mit außervrdent- licher Offenherzigkeit über die Politik seiner Partei in Sachsen spricht. Zwar muß man bei der Bewertung seiner Ausführungen im Auge behalten, daß sie zum Teil der Verteidigung dieser Politik gegen die Angriffe der eigenen Opposition dienen sollen. Immerhin zeigt die ganze Darstellung, so ein- deutig wie nur möglich, was die Kommunfften unter Einheits- front und gemeinsamer Arbeit verstehen. Nach einer refe- rierenden Darstellung über die Vorgänge nach dem Sturz der Regierung Buck heißt es in der Flugschrist: „In Sachsen hat die Partei einen entscheidenden Erfolg er- rangen, auf dem Wege der Liquidierung der Sozial- demokrati« zugunsten des Kommunismus und der proletarischen Revolution... Von inneren Fraktionskämpfen zerrissen, ohne einheitliche und starke Führung, bot der„Koloß" VSPD. einen traurigen Anblick jämmerlicher Hilflosigkeit. Di« Zahlenpartei war nicht mehr Herr über sich selbst. Sie mußte sich den Willen der KPD. aufzwingen lassen." Die freundlichsten Erinnerungen dieser letzten großen Konzert- woche haften am Gesanglichen. Graveure hat wohl das schönste Organ, das man augenblicklich in Deutschland hören kann, eine Mischung von hellem Tenor und dunklem Bariton. Beide Elemente eint er mit vorbildlicher Technik, und er bindet mit dem Stimm- lichen auch das Gegensätzlich-Männliche, das Widerspiel zwischen Mann und Weib in ihm. Ein kleiner, auf Effekt bedachter Zu- schuß von Koketterie, ein Mangel an Herbheit auf Kosten gesteigerter Tonfinnlichkeit wird gelepentlich einem Schubertschen oder Schu- mannfchen Liebe gefährlich. Aber es hilft nichts: das Gold seiner Stimme verträgt auch diesen kleinen Ialeni-Fleck. Ganz besonders schön und im spannenddramatischen Wurf überzeugend klangen ungarische Lieder in der Bearbeitung Korbays. Hier war der Un- gar Arpäd Sändor ein besonders beredter Helfer am Flügel. Dann Elena Gerhardt, die Rikisch-Schülerin. Sie singt die ganz« Winterreise. Gefährliches und nicht ein- mal historisch berechtigtes Unternehmen. Die Texte stehen unverbunden nebeneinander, zur zyklischen Berbindung fehlt das innere Motiv. Im Zarten ist dieser Sopran immer noch von ungetrübter Schöne, eine weiche Seele weiß zu zittern und zu weinen im voll gebildeten Ton. Der dramatisch« Akzent deckt eine leichte Brüchigkeit und Schärfe auß die nur durch die besondere musikalische Kultur der Sängerin wettgemacht wird. Paula H e g n e r folgt auf den Tasten mit starker und selbstbe- wußter Hingabe._ Volksbühne und Große Volksoper. Auf den Artikel zur Frage der Kr oll ov er, den wir vorige Woche veröffentlichten, sind uns eine Menge Zuschriften aus den Kreisen der Arbeiterschaft zu- gegangen, die die unter den Genossen herrschende Stimmung so deutlich charakterisieren, daß wir es für unsere Pflicht halten, einiges daraus zu veröffentlichen. „Man muß es dem„Vorwärts" danken/ heißt es in der einen, „daß er endlich gegen die von der Großen Volksoper betriebene Propaganda auf Auslieferung des umgebauten Krolltheaters Stellung genommen hat� Die Große Volksoper liebt es so hinzu- stellen, als ob sie eine Schwestcrorganisation der Volksbühne wäre. Aber schon die ganze Agitation der Großen Volksoper zeigt, daß hier etwas anderes zugrunde liegt als bei der Volksbühne. Es sind ganz die üblichen Geschäftsmethoden, nach denen hier Reklame ge- macht wird. Damit steht auch in Einklang, daß in der letzten Generalversammlung der Großen Dolksoper ein Beschluß gefaßt wurde, der den Besitzenden noch viel größere Vorrechte gibt, als sie bisher hatten. Bis dahin galt Nämlich eine Bestimmung, daß kein Aktionär mehr als 5 Stimmen führen dürfe. Diese Bestimmung ist nun aufgehoben. Es kann also jetzt eine kleine Gruppe von A rpi- talisten die vielen kleinen Aktieninhaber glattweg überstimmen. Dos ist nicht die Art, wie ein Arbcitcrinstitut aufgebaut sein darf. Eine so enge Verbindung zwischen der Großen Vclksopec und der Volts- bühne, wie sie augenscheinlich die Große Volksoper will, indem sie von der Volksbühne das Haus am Königsplatz verlangt, würde in der Berliner Arbeiterschaft nicht verstanden werden." „Wenn die Volksbühne." schreibt ein anderer,„wirklich auf das Verlangen der Großen Volksoper eingehen und ihr das Krolltheater zuschanzen sollte, so wäre das geradezu ein Verrat an den Mit- Eingehend wird dann geschildert, daß der Erfolg Äcr Kom- munisten ein Erfolg der Arbeiter über die Führer sei, und es. wird versichert:„Die Spaltung der VSPD. wird in die- sen Kämpfen unvermeidlich." Diese Hoffnung begründet Paul Böttcher auf die Abmachungen, die bei der Bildung der Regierung Z e i g n e r getroffen wurden, und er bezeichnet sie als„Bedingungen, die über ihren Ausgangspunkt hinaustreiben und die Lösung der Krise auf einer höheren Stufe herbeiführen mußten". Die Hoffnung auf Spaltung der Sozialdemokratie wird mit dem Wesen der Opxo- sition begründet.„Diese Opposition vermochte eine ganze rechte Führergarnitur abzusägen. Die Partei muß der linken Führergarnitur Gelegenheit geben, den Glau- ben der sozialdemokratischen Arbeiter durch ihre eigenen Hand- lungen zu erschüttern." Und siegessicher glaubt Böttcher in: Gegensatz zu dem Pessimismus der Opposition in seiner Partei versichern zu können:„Das Versagen der letzten Führergarni- tur der VSPD. wird diesen breiten Massen aus der politischen Erfahrung heraus die historische Rolle der Kommu- nistischen Partei begreiflich machen. Diese Erkenntnis ist dann gleichbedeutend mit der Liquidierung der Sozialdemokratie." In Sachsen lMbe man eine Etappe erobert. Es fei jetzt Sache des Reiches, nachzukommen. Die„historische Rolle" der Kommunistischen Partei ist den sozialdemokratischen Arbeitern in der ganzen West so klar geworden, daß die Belehrung durch Paul Böttcher kaum noch nötig fein dürste. Sie besteht in der S p a l t u n g und Wehr- losmachung der Arbeiterbewegung, die überall da, wo sie, wie in Italien, größere Erfolge aufzuweisen hatten, gegen die Reaktion ohnmächtig geworden ist. Die Kommunisten werden sich in ihren Hoffnungen auf eine Spaltung der Sozialdemokratie bitter täuschen. Die Offenherzigkeit, mit der sie dieses ihr wahres Ziel aussprechen, wird nur dazu bei- tragen, die Abwebr gegen alle kommunisttschen Sprengungs- Manöver zu verschärfen, und ihre Anstrengungen, die sozial- demokratischen Arbeiter auf den Weg kommunistischer„Aktiv- nen" zu bringen, werden in Sachsen genau so wie überall im Reiche scheitern.__ �, Um die Heschästsorönung. Die Demonstration der Kommunisten am morgigen Sonntag. die gegen die angebliche Vergewaltigung der Kommunisten im preu- ßischen Landtag gerichtet ist, bekommt ihre besondere Beleuchtung durch folgenden Vorgang. Am Dienstag fand auf Veranlasiung von Betriebsräten aus Berliner Bettieben eine Besprechung statt, an der Vertteter unserer Landtagsstaktion und auch kommunistische Abgeordnete teilnahmen. Die Betriebsräte suchten nach irgendeinem Ausweg. Unsere Genossen erklärten sich bereit, bei den anderen Parteien für die Aufhebung der gegen die Kommunisten gerichteten geschSstsordnungsmäßigen Maßnahmen einzutreten, wenn die kom- munistische Fraktion durch ein Schreiben an den Präsidenten des Landtages zum Ausdruck bringen würde, daß sie s i ch an die Bestimmungen der Geschäftsordnung hallen will. Die Kommunisten lehnten das zunächst ab, erklärten fich aber auf Drängen der Bettiebsräte, die ihnen nahelegten, diesen Weg zu be- schreiten, bereit, zu diesem Dorschlag in ihrer Fraktion Stellung zu nehmen. Dort wurde dieser Dorschlag aber abgelehnt, well die radi- kaleren Elemente die Oberhand gewannen und weil man aus Prestigegründen, nachdem die Protestdemonstration einmal angesetzt war, nicht mehr abblasen zu können glaubte. Die Kommunisten wissen sehr gut, daß die Sozialdemokratie auf der Jnnehaltung der Geschäftsordnung, die allen Gruppen im Land- tag die weiteste Freiheit gibt, bestehen und unter allen Um. ständen und mit allen Mitteln den ruhigen Gang der Landtags- Verhandlungen sichern werden. Wenn die Kommunisten weiter glauben» aus„Programmgründen" auf jede„Geschäftsord- nung pfeifen" zu müssen, so ist es ihre Sache, die Notwendigkeit eines solchen Programmpunktes für eine Arbeiterpartei ihren An- hängern und Freunden klar zu machen. Jeder geschulte Arbeiter weiß, daß ohne innere Disziplin keine einzige kleine Bettiebs- Versammlung, geschweige denn ein Parlament arbeiten kann und wird deshalb den kommunistischen Radau richtig zu würdigen wissen. gliederinteressen. Ja hrelang haben die Mitglieder der Volksbühne ihre Bauzuschläge zu den Bei- trägen bezahlt, aber doch nicht, damit sie der Großen Voltsoper ein neues Haus bauten. Die Mit- glieder der Volksbühne haben einen Anspruch darauf, daß sie in dem ehemaligen Krollhaue, wie es ihnen immer versprochen ist. Vor- stellnngen der Staatstheater bekommen. Man muß sich wundern, daß die Leitung der Volksbühne gegen den Plan der Großen Volks- oper nicht viel cnergischer Stellung nimmt. Vielleicht sind Sie so freundlich, das ihrerseits nachzuholen! Bitte weisen Sie im„Vor- wärts" mit allen Mitteln darauf hin, daß die Mitglieder der Volksbühne nicht daran denken würden, sich mit einer Auslieferung des Hauses an die Große Volksoper abzufinden. Die Art und Weise, wie die Mit- glieder von der Großen Volksoper im Theater des Westens be» handelt wurden, hat schon genug Enttüstung erweckt/ „Einer Aktiengesellschaft," heißt es in einer dritten Zuschrift, „die Gesellschaftsabende im Hotel Esplanade veranstaltet und die es immer so darauf angelegt hat, durch ihre Propaaanda in der Oefientlichkeit die Volksbühne zu schädigen, hätte man schon längst erklären müssen: wir haben mit euch nichts zu tun! In unseren Ordncrversammlungen ist das ja auch schon oft genug zum Aus- druck gekommen. Ich will mir nicht anmaßen, über die künstlerischen Leistungen der Dolksoper ein Urteil zu fällen. Ich kann sie ins- besonder« nicht mit denen der Staotstheater vergleichen, da ich in der Staotsoper noch kaum Gelegenheit hatte, eine Aufführung zu sehen. Aber ich muß das unterstreichen, was schon in dem Artikel im„Vorwärts" gesagt war, daß wohl kein Mitglied der Volksbühne mit Vorstellungen der Großen Volksooer zufrieden sein würde. Der Verein hat die mit den Vorstellutzgen im Theater des Westens un- zufriedenen Mitglieder immer auf die Fertigstellung des Hauses am Königsplatz vertröstet. Jetzt ist es endlich so gut wie fertig. Jetzt müssen die Versprechungen aber auch wahrgemacht werden. Der Staat hat einfach die Pflicht, der Volksbühne die Vorstellungen zu liefern, nachdem ein« solche Abmachung getroffen ist. Im übrigen braucht man wohl nicht allzu traurig zu sein, wenn die Große Volks- oper einen eigenen Theaterbetrieb verliert. Jedenfalls hat die Ar- beiterschaft kein Interesse daran, daß die Große Dolksover ein eigenes Theater behält. Ein Unternehmen, das so kapitalistisch organisiert ist und das von jeher immer darauf hinaus war, die Volksbühne zu schädigen, erst, indem man den Eindruck zu erwecken suchte, als wäre der Bau am Känigsplatz eine Sachs der Volksoper, dann. indem man jetzt der Volksbühne dieses Haus wirklich abzujagen sucht, hat bei der Arbeiterschaft Berlins keine Sympathien." Die größte Vriefmarkcnausstellung der well. Die Londoner Internationale Bricfmarken-Ausstellung. die am 14. Mai in der Royal Horttcultural Hall eröffnet wird,«st die größte Briefmarkenschmi, die die Welt bisher gesehen hat; mehr als eine Million Briesmarkcn werden zu sehen sein, und man schätzt den Gesamtwert der hier vertretenen Kostbarkeiten aus 2 Millionen Pfund Sterling. Die Sammlungen stammen von etwa 600 der größten Philatelisten in Großbritannien sowie in den anderen Ländern Euro- pos, in Amerika und Japan. Die tost bar st e einzelne Marke auf der Ausstellung ist das einzig« bekannt« Exemplar der 1 Cenx Populaire" gegen die Die Austreibung der Eisenbahner. Köln, 11. Mai.( Mtb.) In Trier mußten heute wiederum rund 100 Eisenbahnerfamilien ihre Wohnungen verlassen, ohne das Geringfte mitzunehmen. Ganze Viertel werden durch Spahis abgesperrt. Die Familien werden sofort abtransportiert. Bon 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens wurde eine voll ständige Verkehrssperre verhängt. sich auch der Bruder des früheren Reichskanzlers, der badische Unter den ausgewiesenen Eisenbahnern in Offenburg befindet Heute morgen wurde der Mörder Conradi vom Untersuchungsrichter verhört. Er wiederholte, daß er seine in Rußland gemarterte Familie rächen wollte. Auf die Frage, welchen Organisatio= nen er angehöre, verweigerte er die Auskunft. Eine Spur der Polizei scheint nach Genf zu führen, von wo der Mörder gestern einen Geldbrief erhalten haben soll. Von der Presse wird auch ein gewisser Dr. Markus aus Berlin genannt, mit dem ber Mörder in Lausanne gesehen worden sein soll. Preußische Unterrichtsfragen. In der Landtagssigung am gestrigen Freitag erklärte Präsident& einert zu Beginn, daß er in seine am Mittwoch ausgesprochenen Worte der Teilnahme auch die Märtyrer des nationalen Gedankens einschließe, die neuerdings von den Fran 3ofen zu hohen Gefängnisstrafen, zu lebenslänglicher Zwangsarbeit jenen, die sich so oft vor aller Welt als die Kulturnation bezeichnet sich, wie furchtbar mit den Deutschen umgesprungen werde von und sogar zum Tode verurteilt worden sind. Auch hier zeige haben. Werdener Schande. Jahren Gefängnis und fünf Millionen Mark Geldstrafe verurteilt fratische Rechtsordnung schlikt. Er hat befchloffen, einen hohen worden. Wegen eines Formfehlers war von der französischen Beamten des Politischen Departements nach Lausanne zu entfenden, Paris, 11. mai.( Mtb.) der sozialistische Popu- Besatzungsbehörde das Verfahren erneut aufgenommen und bei um den Opfern des Attentats und ihren Angehörigen das Beileid faire" ift bisher das einzige Pariser Blatt, das den Mut der zweiten Verhandlung in Recklinghausen Bürgermeister Schäfer auszusprechen. findet, gegen das Urteil des Werdener Kriegsgerichtes zu pro- zu drei Jahren Gefängnis und sechs Millionen Mark Geldtestieren. Das Blatt schreibt:„ Dieses Urteil muß strafe verurteilt worden. Die hierauf von dem Angeklagten einjeden Franzosen mit Scham erfüllen, wenn er fich gelegte Revision führte heute zu seiner Verurteilung zu einem erflärt, wie man die nordfranzösischen und belgischen Industriellen, a hr Gefängnis und zehn Millionen Mark Geldstrafe. die dem Befehl der deutschen Offupationsbehörden Widerstand geleistet haben, als Nationalhelden gefeiert hat. Darüber hinaus sei zu befürchten, daß der Spruch des Kriegsgerichtes in Deutschland Köln, 11. Mai.( WTB.) Die„ Rölnische Zeitung" meldet aus eine höchst gefährliche Atmosphäre schaffe und alle Kreise Trier: Die Franzosen haben heute in Konz und Karthaus weitere der Bevölkerung erbittern müsse, so daß die Bemühungen derjenigen, furchtbare Maßnahmen ergriffen. Rund hundert Eisendie für eine Politik ehrlicher Erfüllung fämpfen, fünftig auf noch bahnerfamilien mußten in fürzester Frift ihre Wohnun rates, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Reichsausschusses Friedrich Edler von Braun. Präsident des Reichswirtschaftsgrößere Schwierigkeiten stoßen würden als bisher. Man müsse sich gen verlassen, ohne daß ihnen gestattet wurde, das geringste mit der deutschen Landwirtschaft und Reichstagsabg., ist an den Folgen in der Tat fragen, was die französische Regierung eigentlich be- zunehmen. Ganze Viertel waren durch Spahis abgesperrt. Die einer Operation gestorben. Sein Nachfolger im Reichstage wird zwecke. Wenn ihre Polifit wirklich auf eine Verständigung, auf Familien wurden auf den Bahnhof gebracht und sofort ab- Ingenieur Paul Tafel sein. Braun wurde auf grund einer eine endgültige Regelung der Reparationsfrage und des Problems transportiert. Um sich die Möbel der Eisenbahner zu sichern, gemeinsamen Liste der Deutschen Boltspartei und der Deutschder Sicherheit gerichtet sei, dann sei die Maßnahme von Werden, die haben die Franzosen in beiden Drten von 9 Uhr abends bis 5 Uhr nationalen gewählt. alles andere darstelle als ein Gerichtsurteil, unbegreiflich. morgens eine vollständige Verkehrssperre verhängt. Auch die Straße von Euren nach Igel wurde abgesperrt. Protest des Deutschen Eisenbahnerverbandes. Bom Deutschen Eisenbahnerverband wird uns geschrieben: Der Vorstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes nimmt mit Entrüstung Kenntnis von den unmenschlichen Urteilen des franzöfifchen Kriegsgerichts in Mainz, wodurch neben anderen auch zehn Funktionäre des Deutschen Eisenbahnerverbandes auf, Jahrzehnte hinter Kerfermauern verbannt werden, nachdem sie bereits bis zu drei Monaten in haft gehalten wurden. Die Berurteilten haben nichts getan, als was ihnen ihr Pflichtgefühl und ihre ehrliche Landtagsabgeordnete Genoffe Birth. Ueberzeugung gebot. Sie haben gehandelt, wie sie als gewerkschaft lich organisierte deutsche Eisenbahner und Funktionäre handeln mußten und wie es ihre Organisationsleitung als etwas Selbst. verständliches verlangte. Ihre Berurteilung ist ein roher Gewaltaft. Brutale Kriegsmacht hat an die Stelle des ordent lichen Rechts das System der Willfür und Schreckensherrschaft aufgerichtet, weniger um einzelne Personen zu treffen, als um die Drgarisation der Eisenbahner durch Furcht und Schrecken ihren Wünschen gefügig zu machen. Aber die Rechnung ist falsch: So wenig fich die deutschen Eisenbahner bisher durch Drohungen und BerIdungen, Mißhandlungen und sonstige schöne Tugenden der Gewalthaber von ihren Pflichten abdrängen ließen, so wenig wird es dura folche Inquifitionsurteile geschehen. Nach wie vor werden es die Eisenbahner ablehnen, unter Bajonetten und unter einer fremden Herrschaft dem Imperialismus zu dienen. Sie werden nach wie vor dem Lande die Treue halten, das sie geboren hat und das ihnen bisher Brot gab. Der Deutsche Eisenbahnerverband hat wiederholt an das Gewissen der Welt appelliert gegen die Mißhandlungen, Ausmeisungen und Tötungen seiner Mitglieder durch französisches und Die sogenannten„ Bereinigten Baterländischen Berbände belgisches Militär, er hat wiederholt der Welt gesagt, daß seine unter Deutschlands", die in Wirklichkeit nur eine Verkleidung der dem Druck lebenden Mitglieder nichts anderes getan haben, als was deutschvölkischen Organisationen sind, rufen zum Sonntag jeder ehrliche und ehrliebende Mensch seiner Heimat, seiner Familie zu einer Demonstration auf den Rudolf- Wilde- Platz vor dem neuen und seinem Baterlande schuldig ist. Der Deutsche Eisenbahnerver- Schöneberger Rathaus auf. Die Demonstration soll gegen die band appelliert erneut an das Weltgewissen gegen die bru Kriegsgeridytsurteile in Berben und Mainz gerichtet sein. Die tale Billtür des Militarismus, die ohne einen Schein von Recht Deutsch nationale Boltspartei hat es für richtig be ehrliche und friedliebende Deutsche in den Kerker wirft. Diese Tat funden, sich dieser Demonstration anzuschließen. Die Deutschvölti dient der Schürung des Bölferhasses, fie muß den Zorn und die Em- fchen, deren Organisationen burch sinnlose Sabotage afte pörung aller gerecht dentenden Menschen hervorrufen. im Ruhrgebiet den passiven Widerstand der Bevölkerung aufs schwerste gefährden, sind jedenfalls am wenigsten berufen, gegen Imperialismus und Militarismus zu demonstrieren. Von ihren Methoden will jedenfalls die Ruhrbevölkerung nichts wiffen. Der Vorstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes entbietet den verurteilten Kollegen als den Opfern blinder Rachejuftig seinen Gruß. Er erwartet, daß mit ihm die international fühlende Ar beiterschaft alles tun wird, um die Leiben der eingeferferten Kollegen abzufürzen und er hat das Bertrauen, daß der besonders von den Eisenbahnern geführte Ruhrlampf die Ruhrarbeiterschaft davor bewahrt, in die Sklaverei französisch- belgischer Rapitalisten zu geraten. Statt drei Jahre eins! Düffeldorf, 11. Mai.( BTB.) Heute fand in Düsseldorf vor dem Kriegsgericht nochmals eine Verhandlung gegen den Bürgermeister Schäfer von Effen statt. Bürgermeister Schäfer war Anfang März wegen Nichtbeachtung eines Requisitionsbefehls zu zwei Ruhrchronik. Effen, 11. Mai.( WTB.) Infolge Achsenbruches und Berfagens der Steuerung fuhr heute früh, 5% Uhr, ein Kruppsches Lastauto, das Arbeiter von Werder nach Essen zur Arbeit brachte, gegen eine Mauer. Bon den auf dem Auto befindlichen Arbeitern wurde der Arbeiter Stein getötet, 22 Ar. beiter wurden verlegt, darunter drei schwer. Neun der Berletzten mußten in den Krantenanstalten bleiben. Zusammenstoß mit Arbeitslosen. Gelsenkirchen, 11. Mai.( WIB.) In Gelsenkirchen fam es am 9. d. M. zu einem Zusammenstoß der Polizei mit Arbeitslosen, die einen Angriff auf eine Polizeiwache unternahmen. Drei Demonstranten und ein Polizeibeamter wurden verlegt. Die Ruhe ist wiederhergestellt. Deutschvölkische Kundgebung. Die Einsprüche der 18 ausgeschlossenen Kommunisten werden abgelehnt; nur die brei Unabhängigen Obuch, Rusch und Neumann stimmen für die Einsprüche. Der Gefeßentwurf zur Sicherung der Berwaltung des Siedlungsverbandes Ruhrfohlenbezirt wird angenommen. d Hierauf berät das Haus den Kultusetat beim Abschnitt Lehrerbildungswesen weiter. Abg. Hoff( Dem.) führt einen Fall an, wonach ein Lehrer nach dem Rathenau- Mord erklärt hatte, es sei ganz gut, daß der Sterl" tot sei, es müßten noch weitere folgen. Gegen diesen Lehrer geschah weiter nichts, als daß er lediglich auf das„ Ungehörige seines Benehmens hingewiesen" wurde. Das bedeute eine Prämie auf die Beschimpfung der Diener der Republik. Ein Vertreter des Kultusministeriums bestreitet, daß diese Aeußerungen gefallen feien. Deshalb sei nicht mit voller Schärfe gegen den Lehrer vorgegangen worden. Es fei gelungen, durch Zusammenfassung verschiedener Gesellschaften den Wolfsbüche= reien größere Zuwendungen zu machen. Zur Preisschlüsselzahl von 1500 seien 40 000 Bücher angekauft worden; selbstverständlich habe man dabei die verschiedenen Weltanschauungen berücksichtigt. er bei dem gesteigerten religiösen Bedürfnis vier Religionsstunden Abg. Frau v. Kulesza( D. Bp.) dankt dem Minister dafür, daß in der Grundschule festgesetzt hat. Beim Abschnitt d Provinzialschulfollegium, Prüfungsämter, höhere Lehranstalten und Turnwesen wendet sich Abg. Frau Jensen- Riel( Soz.) gegen die Erschmerung der Einführung der Aufbau- und Oberschulen durch das Kultus. minifterium. An Stelle des Zuviel an fremdsprachlichem Unterricht muß die Weckung des Verständnisses für die Seele der fremden Bölfer treten. Zu begrüßen ist, daß der Minister kein allzu großes Gewicht auf die Brüfungen legen will zu bedauern, daß er sich auf die neun jährige höhere Schule festgelegt hat. In Hamburg erklärte er, daß er mit der neunjährigen höheren Schule stehe und falle. Wir sind für die ach tjährige höhere Schule, Wenn der Minister, der beim Kapitel Sparsamteit beinahe wie der Finanzminister gesprochen hat, sparen will, dann follte er hier einmal die Gelegenheit beim Schopf packen und es mit acht Jahren probieren. Zu bedauern ist, daß das Haus so wenig Verständnis zeigt für die Bedeutung der gemeinsamen Erziehung Dor. Feinde der Republik Der englisch- russische Konflikt. Condon, 11. Mai.( WTB.) Der den Gewerkschaftstongreß, die nationale Arbeiterpartei und die Parlamentsarbeiterpartei verfretende National Joint Council frat heute im Unterhause zusammen, um die durch die Note der britischen Regierung an Rußland gefhaffene Cage zu erörtern. Nach Beendigung der Sihung wurde und des gemeinsamen Unterrichtes beider Geschlechter. Wir find eine Mitteilung veröffentlicht, worin stärkste mißbilligung für die gemeinsame Erziehung. Diese Frage hängt aufs engste mit des Wortlautes der Note ausgedrüdt und gefordert wird, daß eine der gesamten Schulreform zusammen. In der Hamburger Gemein Konferenz einberufen oder die Entscheidung eines Schiedsgerichts schaftsschule hat man mit dem gemeinsamen Unterricht nur gute oder infernationalen Gerichtshofes herbeigeführt werden soll. Erfahrungen gemacht. Wenn der Minister auf die jittlichen British Guyana- Marte von 1856. Sie wurde vor vielen Jahren von Condon, 11. Mai.( EE.) Der Unterstaatssekretär für auswärtände bei der Jugend hinwies, so darf er nicht vereinem Jungen in Demerara entdeckt, der sie einem anderen Jungen tige Angelegenheiten im Foreign Office, Mac Neill, teilte im geffen, daß die Jugend nur ein Spiegelbild des herrschenden Geistes für 6 Schilling ablaufte. Als man die Einzigartigkeit diefes Stüd Unterhaus mit, daß der englische Bertreter in Mostau beauftragt Erbschaft des tief unittlichen Krieges.-3ur Illuftrierung der ist. Bei all diesen Erscheinungen handelt es sich um die traurige chen Bapiers erkannt hatte, wurde sie von einem Bariser Sammler für 150 Pfund Sterling erworben und blieb fast ein halbes Jahrhundert worden sei, eine Untersuchung über die Beschlagnahme des eng- schwächlichen Haltung des Ministeriums gegenüber Schülern und im Befiz diefes Sammlers, bis sie nach seinem Tode an den jetzigen lischen Fischdampfers„ Lord Aftor" durch ein ruffifches Kononen Lehrern, die sich als Eigentümer für 7600 Pfund Sterling verkauft wurde. Schuljungen boot an der Murmantüste anzustellen. Falls ber englische Fischhaben überhaupt mit die wichtigsten Entdeckungen auf dem Gebiete des dampfer tatsächlich aufgebracht worden sein sollte, so folle deffen offenbaren, bringt Genoffin Jensen eine Reihe bezeichnender Fälke Briefmarkenjammelns gemacht. Aus dem Album eines folchen sofortige Freilaffung sowie die Heimschaffung der Mannschaft gejugendlichen Philatelisten stammt auch eine der foftbarsten Marten fordert werden. Mac Neill teilte ferner mit, daß das englische Einstellung der Schulbehörde typisch fei. Wenn rechtsradikale Sie weist auf den Fall von Nowawes hin, der für die der Sammlung des Königs von England, ein besonders gut erhal Kanonenboot Sharebell" an die Murmantüste abgegangen sei, um Brimaner den politischen Mord verherrlichten, dann redet der tenes gestempeltes Stück der 2 d- Orange- Marte von Mauritius. Sie die englischen Schiffe, die sich außerhalb der russischen Hoheits- Kultusminister von„ Ethos" und table den Lehrer, der fein Verwar ursprünglich im Befih eines Schuljungen gewesen, der sie in sein Album flebte und dann die ganze Sammlung vergaß. 21s er gewäffer befinden, zu schüßen und nötigenfalls Gewalt anzuwenden. ständnis für dieses Ethos besize. Wenn in den höheren Schulen tes wachsener Mann verkaufte er diese Sammlung und bekam für die Das Eretutiotomitee der Labour Party richtete Erfaisers Geburtstag mit Schwarz- Weiß- Rot gefeiert merde, wenn 2 d- Orange 1450 Pfund Sterling. an die Sowjetregierung ein Telegramm, worin fie unter Anführung in den höheren Schulen die Wandkalender mit antisemitischen Sommerfrische auf Schienen. Einem glüdlichen Einfall haben ber erwähnten Regierungserflärung bittet, die ruffische Regierung Rebensarten bedeckt seien und die antirepublikanischen Direktoren es die mit Glücksgütern nicht gesegneten Frauen von New York möge fich jeder Attion enthalten, die die Anwendung von Gewalt nichts dagegen einzuwenden hätten, so sei es Pflicht des Mizu danken, daß ihnen heute die Möglichkeit geboten ist, fich im ober fogar den Krieg herbeiführen müßte, solange neue Berhand- nifteriums, einzugreifen. Gefchehe das nicht, dann stehe eben die Haltung des Ministeriums in schreiendem Gegensatz zu den Worten Gommer im Freien erholen zu können. Angesichts der unerschwing- lungen über das Berhalten Großbritanniens nicht stattgefunden des Ministers über Staatsgefinnung, Bolfsgemeinschaft und Be lich hohen Preise, die in den Sommerfrischen gefordert werden, haben. Die Labour Party arbeite hier für den Frieden und für jahung des Staates, so wie er vor uns steht.( Beifall bei den Soz.) war es ihnen bisher kaum möglich, dem Glutofen New Yorts zu die vollständige Anerkennung der russischen Regierung. Die Mög Abg. Grebe( 3.) will von der Aufbauschule als Normalschule entrinnen. Ein Teil hatte es zwar versucht, sich als Borleserinnen, lichkeit eines Bruches beängstige fie, solange noch nicht alle Mittel, nichts wissen. Raffiererinnen oder Dienstmädchen während des Sommers auf dem einen Schiedsspruch und Verhandlungen herbeizuführen, versucht Zu dem Fall in Nowames erklärt ein Vertreter des nestattete. Aber hier handelte es sich doch immer nur um eine worden feien. Man werde am Dienstag eine Debatte über die Ministeriums, die von dem Lehrer geübte Kritit set infolge ihrer ironischen Bemerkungen pädagogisch anfechtbar ge Zufallsmöglichkeit. Jezt hat die Liga der arbeitenden englische Note herbeiführen. Frauen einen Ausweg gefunden. Man hat für billiges Geld Baldwin teilte im Unterhause auf eine Anfrage Macdonalds wefen. Schüler und Lehrer hätten das Recht, in den Auffäßen wie eine große Anzahl von ausrangierten Eisenbahnwagen mit, daß eine Gelegenheit für eine Debatte und Abstimmung über in der Stritit offen ihre Ansichten darzulegen. erworben, die, zu Landhäuschen umgewandelt, nach Belieben ihren die Frage der russischen Note gegeben werden würde. Die Erörte- Stellung zur neunjährigen höheren Schule, während Abg. GoffStandort wechseln können. So ist jest 2% Stunden von New York rung tönne am Dienstag stattfinden. Baldwin lehnte jedoch ab, zu half( Lem.) Herrn Boelik darauf aufmerksam macht, daß er entfernt eine Waggonstadt entstanden, die ihren Insassen gestattet, erklären, daß feinerlei Attion unternommen werde, bevor diese De- nicht lediglich ein Koalitions- und Kompromißminister sein dürfe, sich in Wald und Flur zu erholen. batte stattgefunden habe. sondern ein Erzieher zur nationalen Demokratie sein müsse. Lorb Curzon hat den britischen Bertreter in Mostau angewiesen, mit der ganzen englischen Mission nach England zurückzufehren, falls bie Gowjetregierung die britische Note nicht binnen 10 Tagen beantworte, oder wenn die Antwort offenbar unbefriediBom neuen Brodhaus ist jetzt der dritte( vorlegte) Band erschienen. Er umfaßt die Buchstaben& bis R und foftet in Halbleinen gebunden bis auf weiteres" 37 000 M. Die Borzüge, die die ersten beiden Bände auszeichneten, sind auch diesem eigen: absolute Zuverlässigkeit in allen tatsächlichen Angaben, Ausschaltung jeder politischen oder religiösen Tendenz, bei aller notwendigen gend sei. Knappheit der Form Deutlichkeit und Gemeinverständlichkeit und eine bis auf die allerjüngste Bergangenheit durchgeführte Aktualität, die über die neuesten Errungenschaften der Luftschiffahrt ebenso in formiert wie über die Maifeiern, die Relativitätstheorie und ben französischen Einbruch in das Ruhrgebiet. Schlagwortverzeichnisse zu den Tafeln und Uebersichten, sowie zu ben Karten bilden eine fehr willkommene Beigabe, indem sie die Benugung der bisher er fchienenen Bände wesentlich erleichtern. Ernst Friedrichs letter Vortragsabend ist am 18., 7%, im eifter. Jaal, Mölbener Str. 38. 8um Vortrag gelangen Riebesdichtungen aus der deutschen Barodzeit. Ferner Märchen für artige Eltern und deren er wachiene Kinder. Die Galerie J. Cafver, Surfürstendamm 283, eröffnet am 18. Dai, 12 Uhr, eine neue Ausstellung mit Stollektionen von D. Moll, S. Michaelfon; außerdem zeigen zwei taliener Ernesto Armant, Quciano Baldessari zum erstenmal in Berlin ihre Arbeiten. Zur Ermordung Worowskis. Weiterberatung heute, Sonnabend, 11 Uhr. Schluß 6 Uhr. Die jüngsten fommunistischen Rüpelenen im Preußischen Landtag bringen wahrscheinlich eine Verschärfung der Geschäftsordnung. Einem Abgeordneten, der nach Ausschluß aus der Sigung versucht, gewaltsam in den Sigungsfaal einzubringen oder die Ordnung des Hauses zu stören, wird das Betreten des Hauses verboten. Neben dieser Aenderung der Geschäftsordnung Bern, 11. Mai.( WIB.) Auf Ersuchen des Borstehers des find zwei verfaffungsändernde neue Bestimmungen im Diätengesetz Dorgesehen: Die Diäten und die Eisenbahnfreifarte Bolitischen Departements berief der Bundespräsident auf heute vor- follen in Fortfall tommen vom Tage des Ausschlusses des Abgeord mittag eine außerordentliche Sigung des Bund srats ein, um neten bis zu seiner Wiederzulassung. Bon einer ständigen Landzu der durch die Ermordung Boromstis entstandenen Lage Stellung tagspolizeimache aus Kriminalbeamten dürfte abgesehen werden. zu nehmen. Am Schlusse der Sigung wurde folgende Mitteilung bekanntgegeben: Der Bundesrat hat mit Entrüstung die Nachricht vernommen von dem Attentat, das gestern abend in Lausanne verübt worden ist. Er stellt fest, daß es sich um eine private Tat der Rache handelt, die um so bedauerlicher ist, als sie an einem Orte verübt wurde, wo gerade eine internationale Konferenz tagt. Er verurteilt fie öffentlich als Verlegung ber Moral und der Gesege, die die demoAufgehobene Immunität. Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und Demokraten hat am Freitag der Geschäftsordnungsausschuß des preußischen Landtags die Aufhebung der Immu nität des kommunistischen Abgeordneten Pied beschlossen. Gegen Biedt liegt ein Strafantrag des Staatsanwalts wegen Berteilung von Flugschriften in der Reichswehr vor. Betriebsrätegefeß die Anpassung der Bestimmungen des§ 87 an die Buhlmann bom Deutschen Verkehrsbund ergänzte die Aug. Gewerkschaftsbewegung Geldentwertung unbedingt erfolgen müsse. In demselben Sinne führungen der Lohnkommission und riet den Anwesenden, das VerDie Emanzipation der Eisenbahner. Die Eisenbahner, die es im faiserlichen Deutschland nicht magen durften, ihre Ueberzeugung offen zu befennen, sind beim Sturz der fie unterdrückenden alten Herrschaft dem Beispiel ihrer Klassen genoijen gefolgt und haben sich im Deutschen Eisenbahnerverband ( DEB.) zusammengeschlossen, um in Gemeinschaft mit der gesamten freien Arbeiterbewegung die Beseitigung der fapitalistischen Produktionsweise und deren Ersetzung durch die sozialistische Wirtschaftsordnung anzuftreben. Von den zahlreichen anderen noch bestehenden Eisenbahnerorganisationen ist der DEB. die einzige, die sich flar und offen zu den sozialistischen Grundsätzen bekennt. Der ge= waltigen werbenden Kraft dieses freien Befenntnisses ist es zu ver danken, wenn der DEV. die gegnerischen Eisenbahnerverbände nicht nur an Zahl, sondern an Bedeutung weit überragt. Es gibt heute im Gebiete der Reichseisenbahn feinen bedeutenden Ort mehr, der nicht vom Einfluß des DEV. berührt oder gar beherrscht wird. Noch steht ein respektabler Teil der Eisenbahner, insbesondere der Beamten, indifferent oder in den anderen Verbändden zersplittert abseits und hat den Weg zur Einheitsorganisation noch nicht gefunden. Ein weites Feld für die gewerkschaftliche AufPlärungsarbeit liegt noch vor der jungen Organisation, deren Mit glieder nicht, wie dies in den anderen Gewerkschaften der Fall ist, cine jahrzehntelange Schulung hinter sich haben. Nach dem Zusammenbruch strömten die Massen der Eisenbahner im DEB. zusammen. Alle von der großen Sehnsucht er= füllt, als gleichberechtigte Menschen und Staatsbürger zu gelten und auf dem Wege des demokratischen Mitbestimmungsrechts, insbesondere durch die Konzentration ihrer Kraft in der Organisation cinen möglichst großen Einfluß auf die günftige Gestaltung ihrer Lebensbedingungen geltend zu machen. Und dieses Verlangen war berechtigt und notmendig, denn zu wilhelminischen Zeiten wurden die Eisenbahner nicht nur schlecht behandelt, sondern auch trotz ihrer schweren und perantwortlichen Arbeit sehr schlecht entlohnt. Die gelben und schwarzen Berbände, die im monarchistischen Deutschland immer gern gesehen waren, haben diesen Zustand geduldet und auch seine Beseitigung nicht angestrebt. Die Gleichstellung der Eisenbahner mit dem Einkommen der Privatarbeiter ist hauptsächlich eine Errungenschaft des DEN. Die Jugend der Organisation und ihre Empfindlichkeit für die Einflüsse unserer wirtschaftlich und politisch so start beregten Beit bringt es mit sich, daß gerade im DEB. der Richtungsstreit so start in Erscheinung treten fonnte. Die gegenwärtige Krifis, in der sich die Ortsgruppe Berlin befindet, zeigt, daß der geistige Kristallisationsprozeß innerhalb des Berbandes nicht minder fchwierig ist, als die organisatorische Ueberwindung seiner zahlreichen außenstehenden Gegner. Nicht nur die gesamte organisierte Arbeiterklasse verfolgt den Ausgang dieses Prozesses mit dem aller größten Interesse, sondern auch die Eisenbahnverwaltung und ins fondere das fapitalistische Unternehmertum weiß, von welcher Bebeutung die Uneinigkeit der Eisenbahner für die weitere Entmidlung ist, denn sie haben viel mehr als die Eisenbahner selbst die Bedeutung des DEB. erkannt. Die Eisenbahner müffen sich flar werden, was der DEV. für fie ist, daß er hatten sich der Allgemeine freie Angestelltenbund und ebenso auch handlungsergebnis anzunehmen, jedoch alle Vorbereitungen z die übrigen Gewerkschaftsrichtungen an das Reichsarbeitsministe- treffen, um im nächsten Monat die Absichten der Arbeitgeber abrium gewandt. Außerdem war im Sozialpolitischen Ausschuß des wehren zu fönnen. Die Abstimmung zeitigte eine geringe Deutschen Reichstages die Angelegenheit aufgegriffen worden. Am Majorität. Damit ist die Lohnbewegung für Mai abgeschlossen; 16. April wurde dem Deutschen Reichstag ein von uns bereits ver- gedrudte Tarifabzüge find im Bureau, Zimmer 26 und 31 des GeAuch für die Gruppe Samendebattelos einstimmig zur Annahme gelangt ist. Im Reichs- Gesetz- bandel fonnte die Bewegung abgeschlossen werden. öffentlichter Initiativantrag sämtlicher Parteien unterbreitet, welcher werfichaftshauses, abzuholen. blatt, Teil I, Nr. 32 vom 4. Mai 1923, Seite 258, ist nunmehr der sind abzuholen. Gesezestert veröffentlicht. Die Tarife Mit diesem Gesetz ist der ursprüngliche Sinn des§ 87 des BeReichstarif der Graveure und Ziseleure. triebsrätegesetzes wiederhergestellt. Alle Entlassungsstreitigkeiten, die auf Grund der§§ 84 ff. des Betriebsrätegesetzes von Die Tariflöhne für Berlin betragen pro Stunde ab der Rohnden woche, in die der 7. Mai fällt, für: Graveure und Ziseleure: Ini Schlichtungsausschüssen entschieden werden müssen, fallen vom 1. Jahre nach der Lehre 1639 m., bis 22 Jabre 1716 M., über 6. Mai 1923 an unter die Bestimmungen des neuen Gesetzes. Die 22 bis 24 Jabre 1771 m., über 24 Jahre 1870 M. Für HilfsSchlichtungsausschüsse sind also verpflichtet, der Berechnung arbeiter über 18 bis 19 Jahre 1584 M., über 20 bis 21 Jabre der Entschädigungssumme einen Betrag zugrunde zu legen, welcher 1617 M., über 22 bis 24 Jahre 1661 m., über 24 Jahre 1738 M. sich aus dem Jahresarbeitsverdienst ergibt, der aus der Die Löhne der Hilfsarbeiter unter 18 Jahren werden in gleichent Multiplikation des Monatsgehalts der Berufsgruppe, welcher der Verhältnis um 10 Proz. erhöht. Gelernte Arbeiterinnen erhalteir gekündigte Arbeitnehmer entstammt, mit 12 bzw. der Multiplikation 70 Broz, ungelernte 60 Proz. der Löhne der Hilfsarbeiter der je des Wochenlohnes mit 52 entsteht. weiligen Jahrestiassen. Am 25. Mai finden neue Verhandlungen statt. Beispiel: Ein Arbeitnehmer wird am 7. Mai 1923 entlassen. Der Stundenlohn beträgt zu dieser Zeit 1500 mt. Der SchlichtungsNeue Lohnfestschung für das Malergewerbe. ausschuß entscheidet über den Streitfall am 23. Mai 1923, zu welcher Zeit der Stundenlohn 1800 Mt. beträgt. Der Schlichtungsausschuß Nach der Entscheidung des Haupttarifamtes vom 7. Mai behat zuerst den Stundenlohn von 1800 mt. mit der in der trägt der Lohn für Maler in Groß- Berlin vom 12. Mai ab 1800 Berufsgruppe üblichen Wochenarbeitsstundenzahl zu multiplizieren Mark pro Stunde. Das Lohnabkommen gilt bis einschließlich und diesen Betrag wiederum mit den 52 Jahreswochen zu multi- 1. Juni 1923. plizieren und hieraus die Entschädigung festzusetzen. Die Teuerungszulagen in den Kunstbetrieben betragen ab 3. Mai 1923: für Facharbeiter 200, für Ungelernte 175, für Frauen und Jugendliche 110 Mr. pro Stunde. erhöht. Eine Entscheidung auf Grund des§ 87 des Betriebsrätegesetzes erlangt mit ihrer Berkündung Rechtskraft. Wenn nunmehr der Arbeitgeber den fälligen Betrag nicht umgehend an den Arbeitnehmer bezahlt oder überhaupt ablehnt, die Entscheidung anzuNeue Löhne in der Chirurgiemechanif. Mit Wirkung vom erfennen, so daß die Bollstrecbarerklärung derselben vor dem 1. bis 14. Mai 1923 werden die Löhne und Akkordbasen und der Kaufmanns oder Gewerbe- oder Amtsgericht beantragt werden fefte Stundenzuschlag um 15 Prozent, die Löhne der Orthopädisten muß, gibt der neue Absatz 4 des§ 87 des BRG. außer den§§ 286 und Bandagisten werden auch um 15 Prozent, die der jugendlichen Abs. 1 und 288 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches ausdrücklich Arbeiter und Arbeiterinnen von 14 bis 18 Jahren um 10 Prozent die Möglichkeit, außer auf Vollstreckbarkeit der Entscheidung auch noch auf Erfaz des Verzugsschadens zu flagen. Wenn also nach dem vorangeführten Beispiel die Entscheidung am 23. Mai 1923 gefallen ist, infolge der Weigerung des Arbeit gebers die Entschädigung zu bezahlen, jedoch die Klage auf Vollftredbarerklärung notwendig wird und das Gericht am 5. Juli 1923 ein Urteil fällt, zu welcher Zeit beispielsweise der Stundenlohn 2400 m f. beträgt, ist die Differenz bei einem Stundenlohn von 1800 mt. am 23. i 1923 und von 2400 mt. am 5. Juli 1923 als Berzugsschaden einzuflagen. Es ist mithin neben der Entschädigungssumme ein Anspruch von 33% Prozent als Berzugsschaden entstanden. Die Unternehmer sind somit jetzt wiederum gezwungen, fich vor einer Entlaffung zu überlegen, ob diese berechtigt ist oder nicht, wenn sie fich im letzteren Falle nicht einer erheblichen, allerdings auch verdienten finanziellen Belastung ausfegen wollen. Dringend notmendig ist es außerdem, um nicht den durch das neue Gesetz für die Arbeitnehmer erreichten Borteil wieder auszuschalten, daß die gefeglichen Verfahrensbestimmungen beachtet werden, also, daß eine gesetzliche Betriebsvertretung besteht, daß der Gruppenrat ordnungsmäßig angerufen ist, daß der Gruppenrat den Einspruch für begründet erklärt und daß die Einspruchsfristen( Anrufung des Gruppenrats, Berständi gungsverhandlungen mit dem Unternehmer, Anrujung des Schlich tungsausschusses) gewahrt worden find. Dann ist bei dem Verfahren vor dem Schlichtungsausschuß zu beachten, daß nur der gefeßliche Schlichtungsausschuß in Frage tommt. ein ausschlaggebender Fattor in der fünftigen Entwicklung unserer sozialen Rämpfe werden fann, menn sie es verstehen, ihn im Sinne der Einheitsorganisation ausEs liegt also nunmehr an unseren Betriebsvertretungstollegen, zubauen und zu feftigen. Wie notwendig fein Einfluß im Existenz- daß sie die vorangeführten Bestimmungen und Hinweise restlos be. Pampf des Eisenbahnperfonals ist, zeigen die arbeiterfeindlichen achten. Geschieht dies aber, dann wird für die Folge das BetriebsAbsichten und Maßnahmen der Eisenbahnverwaltung immer deut- rätegefez wieder eine bessere Waffe der Arbeitnehmer im Kampfe licher Die fyftematische Verlängerung der Arbeitszeit namentlich für Arbeitnehmerrechte werden, als es in den legten Monaten in im Betriebe, durch die willkürliche Anwendung der vorläufigen folge der Geldentwertung gewesen ist. Dienstbauervorschriften, die geplanten umfangreichen Entlassungen, der Kampf der Verwaltung gegen die Betriebsräte, insbesondere aber die verständnislofe auch für die übrige Arbeiterklaffe schädliche Lohn und Gehaltspolitik der Regierung lassen die Linie der runftigen Entwicklung und die Größe der zu lösenden Aufgaben immer flarer erkennen. # Löhne der Ofenfetzer. Die Arbeitslosigkeit in der Tschechoslowakei hat abgenom= men. In der zweiten Aprilhälfte betrug die Zahl der staatlich unter. stügten Arbeitslofen 140 000, das sind 40 000 weniger als im Vor. monat. Immerhin, 140 000 Arbeitslose sind für die Tschechoslowakci noch reichlich zuviel. Baugewerkschaft, Fachgruppe Glaser. Montag Uhr im Gewerkschaftshaus Mitgliederversammlung. Bericht über den Tarifabschluß. Zahlreiches Erscheinen erwartet die Fachgruppenleitung. Buschneider abends 5% Uhr Röpenider Straße 127a. Zentralverband der Schuhmacher. Montag, den 14. Mai, Bersammlung der Bersammlung der Betriebsräte der Zederindustrie abends 7 Uhr im Gaal 5 des Gewerkschaftshauses, Betriebsrätebarte für 1923 dient als Legitimation. Engelufer 24-25. Dienstag, den 15. Mai, Bersammlung der Betriebsräte, Obleute, Bertrauens männer, Branchenleiter und Bezirtsführer, abends 5 Uhr im Englischen Hof, Alexanderstr. 27c. Achtung, Mitglieder des DEB.! Dienstag 6 Uhr in der Brauerei Rönigftadt, Schönhauser Allee 10, Mitgliederverfamlung der Ortsgruppe. Tagesord nung: 1. Stand unferer Lohn- und Gehaltsbewegung. 2. Aussprache. Den Mitgliedern foll Gelegenheit gegeben werden, in dieser Bersammlung zu dem Ergebnis der Berhandlungen, melche am Montag beginnen, Stellung zu nehmen, und falls dasselbe unbefriedigend ist, über weitere Magnahmen zu befchließen. Pflicht aller dienstfreien Mitglieder ist es, die Versammlung zu besuchen. Ordnungsmäßiges Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung: gez. Beefer. Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung, Kreisvorstände! Die Kassierer des 10., 17. und 20. Kreises haben das vierte Quartal 1922/23 noch immer nicht abgerechnet. Der Kassierer der 139. Ubteilung, Tegel, hat trop mehrWir ber Sammelliste Nr. 2208 für den Kampffonds angegeben. facher Aufforderung auch noch immer nicht die Adresse des Inhabers fuchen die Funktionäre, energisch auf prompte Erledigung der Raffengeschäfte zu dringen. J. A. Aler Pagels. 3. Kreis. Webbing. Sonnabend, den 12. Mai, abends 6 Uhr, Fraktionssigung im Lebigenheim, Sigungszimmer. Alle Stadt- und Bezirksverordneten milfsen erscheinen. 6. Kreis. Rreuzberg. Bildungsausschus. Sonntag, den 13. Mai, vormittags 10% Uhr, Sigung bei Reim, Urbanstraße. Rarten abrechnen. 7. Streis. Charlottenburg. Die bei ber Maifeier rätig gewiesenen Genoffen werden gebeten, am Sonntag vormittag 10 Uhr bei Ziegler, Spandauer Berg 28, zu erscheinen, um die Abrechnung entgegenzunehmen. Areis. Friedrichshain. Mittwoch, den 16. Mai, 7 Uhr, Kreismitgliederver. sammlung in den Comenius- Festfälen, Memeler Str. 67. Bortrag des Gen. Redakteur Schiff: Die Aufgaben des Borwärts"". Das Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Heate, Sonnabend, den 12. Mai: Um 20. Mai verhandelte die Organisationsleitung der Dfenfeger Berlins umd der Provinz Brandenburg mit den Unternehmern über die ma i löhne. Die Unternehmer lehnten jede Erhöhung rund ab. Der angerufene Schlichtungsausschuß Groß- Berlin fezte Es ist deshalb die Pflicht wie das wohlverstandene Intereffe den Stundenlohn für Berlin ab 10. Mai auf 2090 m. feft. Die 5. der Eisenbahner, geschlossen, Mann für Mann, alles daranzusetzen, Unternehmer lehnten den Schiedsspruch a b. Die damit heute bei der Betriebsratswahl der DEB. einen glan Arbeitnehmer haben sofort beim„ Demo" die Berbindlichkeitserklärung zenden Sieg daponträgt. Nur die Betriebsräte, die fich beantragt. Mit den Unternehmern der Provinz fam eine Ber. auf die große Organisation des DEB. ftüßen, fönnen die Intereffen einbarung zustande. Die Aprillöhne werden ab 12. Mai um der Eisenbahner wirksam vertreten. Sie allein verbürgen die 10 Broz. erhöht. Demgemäß betragen die Stundenlöhne in der 52. Abt. Charlottenburg. 8 Uhr Funktionärstzung bei Babe, Raiferin- AugustaEmanzipation der Eisenbahner. Jeber flaffenbewußte Gfenbahner Staffel 1: 1985,50 M., in Staffel II: 1922,80 mt., in Staffel III: timmt heute für die Liste 1776,50 M. Die Teuerungszulagen bei Affordarbeiten haben demgemäß die Höhe von 198 450, 192 180 und 177 550 Broz. erreicht. 28. Die Löhne der Hilfsarbeiter erhalten ebenfalls einen 10proz. 3u schlag. Da die Löhne für die Provinz durch diefe Bereinbarung die Berliner Löhne übersteigen, dürften auch die Berliner Unter nehmer nachträglich den Schiedsspruch anerkennen. Deutscher Eisenbahnerverband. Der Streik im Einzelhandel beendet. Gestern fanden vor dem Demobilmachungskommissar Berhand. lungen über die Forderungen der Angestellten im Einzelhandel statt. In später Abendstunde tam schließlich eine Einigung auf folgender Grundlage zustande. Für Monat April wird auf die Märzgehälter eine Nach zahlung von 15 Broz. gegeben. Für Mai erfolgt auf die Märzgehälter eine Erhöhung von 62% Prog. Spätestens innerhalb acht Tagen wird auf die Maigehälter ein Borschuß von 10 Pro 3. ausgezahlt. Maßregelungen wegen des Streifs erfolgen nicht. Die Wiederaufnahme der Arbeit erfolgt heute, Sonnabend, früh. Damit hat der Streit nach furzer Dauer ein erfolgreiches Ende gefunden. Lohnabschluß im Mineralöl- und Fettgroßhandel. Allee 52. Morgen, Sonntag, den 13. mai: Abt. Bormittags von 9-3 Uhr Elternbeiratswahlen ber 105. Gemeindefdule, Rolmarer Straße. Genossen, die als Wahlhelfer fungieren, treffen fich vormittags 8 Uhr bei Rosfad, Prenzlauer Allee 232. Wahlhilfe bring notwendig. Geschäftliche Mitteilungen. Die deutsche Süßftoffgefenschaft empfiehlt ihre Fabritate in Form von Tabletten zum Süßen von Speisen und Getränken, wie Rhabarber, Kaffee, Dem Arbeitgeberberband des Großhandels wurde bom Tee uim. Siehe das Inferat in der heutigen Ausgabe. eine Lohnforderung von 50 Broz. für den Monat Mai eingereicht. Berantwortlich file den rebatt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Deutschen Verkehrsbund auf Grund der verteuerten Lebenshaltung am 8. Mai fand die direkte Berhandlung statt. Die Arbeitgeber xh. Olode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. E. S., Berlin. Drud: gaben nach längerer Verhandlung die Zustimmung, daß auf die Borwärts- Buchdruderei u. Berlaasanstalt Baul Singer u. Co., Berlin. Linbenfr. 8 obnsäge des April für den Monat Mai 27,27 roz. 3ulage gewährt werden. In der Versammlung machte sich eine ftarle Opposition gegen die geringen Zulagen geltend und es wurde sofortige Arbeitsniederlegung verlangt. Besonders die Mitglieder aus den Großbetrieben wollen sich mit der Zulage nicht einverstanden erflären. Es wurde beschlossen, daß, wenn die Arbeitgeber bei der nächsten Verhandlung den Versuch wie angedeutet unternehmen sollten, die Angelernten und die Chauffeure schlechter zu entlohnen, wie bisher, dies als eine Kampfansage an alle Arbeitnehmer der Branche betrachtet würde. Anpassung an die Geldentwertung. Infolge der Geldentwertung war der Entlassungsschuß der Arbeitnehmer aus dem Betriebsrätegefez jogut wie hinfällig geworden, da die auf Grund des legten Jahresarbeitsverdienstes errechneten Entschädigungssummen für die Unternehmer eine Baga- Die Organisation wurde beauftragt, unter allen Umständen und Tür geöffnet waren. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschafts- wird. Die Kollegenschaft ist bereit, auch in der fommenden Zeit, bund hat infolgedeffen am 21. Februar an das Reichsarbeits- legten Endes durch Arbeitsniederlegung, Verschlechterungen abzuminifterium einen Antrag gerichtet, daß durch eine Novelle zum webren. Ankauf Spez. große Objekte und ganze Nachlässe Bierzu 1 Beilage. Juwelen. Brillanten, Perien und Smaragde telle bedeuteten und infolgedeſſen willkürlichen Entlaffungen for baran festzuhalten, daß teine Berfchlechterung eingeführt Unreines Bluf LUX SEIFENFLOCKEN A. Grünberg, Potsdamer Str. 53, am Hochbahnhof Bülowstr und dessen Folge- Erscheinungen wie Hartjucken, Farunkel, Gesichispickel werden beseitigt d. Anwendung einer Frühjahrskur mit Dr. Hoffbaners ges. gesch. Arsen- Licithin- Pillen. 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Dort, wo es nicht erzielt wurde, kam es eben zu bedenklichen„Schwankungen". Der so verregnete Tag sah aber noch andere Partien und Exkursionen in die Wälder, doch für Humor hatten diese Wald- meistersucher keinem Sinn. Durch das triefnasi« Unterholz des Waldes drangen Frauen und Kinder vor, um Waldmeister zu pflücken. Indessen die Freude an der Natur ließ sie wahrlich nicht an diesem regenschweren Tag die Wälder aufsuchen und die an sich schon schadhafte und brüchige Kleidung vollends aufs Spiel setzen. Der arbeitsfreie Tag oerleitet zu anderer Arbeit und zu anderem Verdienst. Denn Waldmeister ist heute sehr begehrt, und die Leute, die später Waldmeisterbowle schlemmen, kümmert es den Teufel, daß die duftenden Kräuter von armen Menschen gesucht sind, die Klei- dung und Gesundheit auf das Spiel setzen, nur, um eine Gelegen- beit, Geld zu verdienen, nicht zu verpassen. Der Mai ist wirklich der wahre Wonnemonat. Er ist die Zeit der Maibowle und der Spargel und der Krebse, und alle die Vielen, die sich diese Genüsie leisten können, läßt ech durchaus kalt, ob das Wetter warm und wonnig, oder ob der Regen strömt und die Fensterscheiben von der kühlen Lust beschlagen und wie mit graublauem Schleier überzogen sind. Wo sie fitzen, ist es warm und— wonnig. Im Mai duftet der Flieder aus allen Gärten und darein mischt sich der berauschende Duft der Maiglöckchen. Der arme Mensch aber kann sich heute an diesen lieblichen Kindern der Natur nur von fern erfteuen. Kaufen kann er von den Blumen und Vlüten nur wenig, um seine kahle und kärglich möbllerte Wohnung mit ihnen zu schmücken. Alles dieses ist nur für die, die da Maibowle trinken und Sporgel und Krebse essen.— Der Mai ist wirtlich der Wonnemonat! Die Berliner Werksreorgauisatiou. Endlich scheint es, als ob die Reorganisation der Berllner Werke nun doch langsam in irgendeiner Form geregell werden sollte. Der dazu von der Stadwerordnetenversammlung eingesetzte 2Sor-Aus- schuh hat gestern mit den Stimmen der bürgerlichen Parteien !; e g e n die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten be- chlosien, die Bewirtschaftung der Werke einer Aktiengesell- chaft zu übertragen. Zur Ausarbeitung eines Gefells chafterstatuts wurde ein Unterausschuß eingesetzt. Dieser Beschluß des Ausschusses, der dadurch zustande kam, daß sich der Zentrumsvertreter diesmal den anderen bürgerlichen Parteien anschloß, bedeutet eine Abänderung der Magistrarsvorlag« insofern, als jetzt nicht «in« G. m. b. h., sondern eine 2l..G. gebildet werden soll. Das Eigentum an den Werken soll nach wie vor der Stadt verbleiben, da die bürgerlichen Parteien sich inzwischen wohl überzeugt hatten, daß die Forderung der Besitzübertragung von ihnen nicht durchgesetzt werden würde. Auch die jetzt vorgesehene A.-G., die lediglich die Bewirtschaftung der Werke übernehmen soll, ist als eine rein städtische Gesellschaft nach dem Muster der Güter-G. m. b. H. gedacht. Eine städtische Kartoffelrcserve. Der Magistrat hat beschloffen, für den nächsten Winter wiederum eine städtische Kartoffeireserve in Höhe oon etwa dreihundert. tausend Zentnern zu beschaffen. Eine Kartofselmenge in> dieser Höhr war auch im letzten Herbst durch das städtische Ernährungsoint eingelagert und im Verlauf des Winters ausgegeben worden. Die Erfahrungen im letzten Winter haben gelehrt, daß bei den gegen- wärngen wirtschaftlichen Verhältnissen ein« städtische Kartoffelreserve nicht zu entbehren ist, da während der Frostmonote die regelmäßigen Kartoffelzufuhren nach Berlin fast vollständig aufhören und auch der Kcrtcftelhandel in dieser Zell Ware nicht in genügender Menge her- anschaffen kann. Infolge der Entlastung des Kortoffelmarktes durch die Haushaltungen, die sich im Herbst für den Winter mit Kartofteln eingedeckt hatten, war es dem Ernährungsomt möglich, während der Frostzeit auch diejenigen Kreise der Bevölkerung, die sich nicht selbst eindecken tonnten, ausreichend mit Kartoffeln zu versorgen. Obgleich das Ernährungsamt aus seinen Beständen erhebliche Karwfselmengen an Minderbemittelte und Wohlfa Hillseinrichtungen zu wesentlich ver. billigten Preisen abgegeben hat, konnte auf ein« Inanspruchnahme städtischer Mittel verzichtet werden. Die Volksschulnot. Vor kurzem veranstaltete der Lehrerverband Berlin zu einer Protestkundgebung gegen den vom Magistrat beabsichtigten Stellen- obbau von Lehrkräften eingeladen, zu der Ellern und Lehrer aller Richtungen erschienen waren. In dem einleitenden Referat des Rektors Lnpke wurde darauf hingewiesen, welche ungeheuren Schäden für die geistige und körperliche Entwicklung unserer Jugend die wettere Einziehung von Schulklassen haben müßt«. Außerordent- lich erfreulich verlief die Deball«: zeigte sie doch deutlich, daß immer mehr Lehrer, insbesondere Junglehrerkreise, Anschluß an das Proletariat gewinnen. Genosse Adolf Koch wies darauf hin, daß noch vor Jahresfist die goße Menge der Berliner Lehrer- schaft einem Zusammengehen mit Eltern, Parteien und Gewerk- schaften ablehnend gegenüberstand. Die Not schafft Erkenntnis. Einheitsfront war versangt worden.— Genosse Koch verwies daraus, daß nur Presievertreter der Linksparteien anwesend waren, ein Beweis, der schlagend zeigte, wer an Volksschulnot Interesie hat und wo die Einheitsfront zwischen Eltern und Lehrern gesucht werden muß. Genosse Oberschulrat Nydahl zeigte zahlen- mäßig die Not der Schule, die erschreckend und dauernd zurückgehende Kinderzahl. Während das Land den Vorkriegsstand fast erreicht, oft überschreitet, betrögt der Geburtenrückgang in Berlin auch 1922 noch 40 Proz. gegenüber 1913/14! Dl« katastrophalen Folgen können nur mit Hilf« des Staates abgewendet werden, der die Pflicht hat. an den Kulturaufgaben des Volkes zu arbeiten. Die Schuldepu- tanon wird alles versuchen, was in ihren beschränkten Kräften'steht. Lehrer Tschentscher, der Vorsitzende des Lehrerverbandes, griff die leitenden Stellen in den Ministerien scharf an, die ihren Willen immer wieder nur vom„Finanzsäckei" diktieren lasten, der für die höheren Schulen noch immer erheblich bester sich öffnet. Keiner der anwesenden Vertreter des Kultus- Ministeriums gab eine Antwort: sie schwiegen trotz Wie wind das Sonntagswetter? %■<' Seit Anfang der Woche drangen verschiedene kleine Tief- drnokgebiete von Nordwesten und Südwesten her gegen Mittel- enropa vor, wo sie sich zum Teil miteinander vereinigten und an Ausdehnung und Tiefe mehr und mehr zunahmen. In Deutschland wehten daher zunächst sehr warme südliche Winde und führten im Verein mit der Sonnenstrahlung für die Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen herbei. Am Sonntag mittag stieg das Thermometer bis auf 82 Grad Celsius. Bald darauf traten in den meisten Gegenden Nordwest- und Mitteldeutschlands Gewitter und zum Teil sehr ergiebige Regenf&lle ein, die sich in den folgenden Tagen öfter wiederholten und weiter nach unten ausbreiteten. In Berlin sind von Sonntag nachmittag bis Freitag vormittag insgesamt 68 Millimeter Regen gefallen. Die Winde drehten sich dabei nach Nordost und die Temperaturen gingen von einem Tage zum andern tiefer herab. In Süddeutschland hingegen dauerte das trockene, warme Wetter bis zum Mittwoch fort. Dann fanden auch dort zahlreiche Gewitter, Regenfälle und eine bedeutende Abkühlung statt. Jetzt ist vom europäischen Nordmeer ein neues kräftiges Tief nach Schottland und der Nordsee gelangt, von wo es ziemlich rasch weiter südostwärts vordringen dürfte. Nach kurzer Aufheiterung und etwas Erwärmung haben wir daher fttr htonnabond und Sonntag wieder«he«wiegend trübe» Wetter und neue Itegenfülle, Tlellelclit auch einzelne Hagel- oder Ciranpelaehancr un erwarten. Dabei dürfte»Ich der Wind nach Nordwesten drehen und die Temperatur abermals sinken. wiederholter, dringender Aufforderung. Einer davon war der ehe- malige Lehrer Menzel, Vertrauensmann der Lehrerschaft! Es war ihnen scheinbar unangenehm zu hören, was von den sozial- demokratischen Elternoertretern gesagt wurde. Mit der Annahme einer entsprechenden Resolutton schloß die wirkungsvolle Versammlung, die übrigens sehr schulmeisterhaft(mit Zensur vom Vorstands- ttsch) geleitet wurde.____ Mes ist Geschäft. Ein»Ehrentag für deutsche Mütter". An die verschiedensten Stellen wird gegenwärttg ein Rund- schreiben versandt, in dem Propaganda für eine Ehrung beut- scher Mütter gemacht wird. Ein Aufruf, der dem Schreiben beige- fügt ist, erinnert in ergreifenden Worten an das still« Heldinnen- tum vieler deutscher Frauen, er gedenkt der zahllosen Witwen und des zähen Daseinskampfes, den sie in verschämter Verborgenheit führen, und alle deutschen Volksgenossen werden in ergreifenden Worten gemahnt, am zweiten Sonntag im Monat Mai dazu beizu- tragen, einen deuffchen Ehrentag für unsere Mütter zu feiern. Jeder, der diesen Ausimf unbefangen liest, wird sich gern und freudig bereiterklären, sein Scherflein zur Linderung der weiblichen Not beizutragen. Em etwas anderes Gesicht erhält die Sache jedoch, wenn man bei näherem Zusehen bemerkt, daß die Propaganda für den Ehrentag vom.Verband deutscher Blumenge- schäftsinhaber' ausgeht und daß als alleinige Ehrengabe für die deutschen Mütter der möglichst zahlreiche Eintauf von Blumen propagiert wird. Der Tatbestand ist also folgender: E.n« ausgesprochene Interestentenvereinigung wirbt unter dem Deck- mantel der sozialen Mildtätigkeit dafür, daß das Geschäft seiner Mitglieder möglichst stark floriert. Nicht die Taffache ist hierbei so unbedingt zu verwerfen, daß ein Interessentenverband überhaupt eine Wohlfahrtsangelegenheit in die Hand nimmt, sondern das Schamlose liegt vielmehr darin, daß dieser sdbe Verband unter dem Deckmantel der Wohltättgkeit raffgierigste Geschäftspolitit treibt. Wie helft Ihr am meisten den bedürftigen Kriegerwitwen? — Die Antwort lautet: Kauft Blumen! Wie unterstützt Ihr Rentnersfrauen, die der Daseinsnot fast erliegen?— Kauft Blumen! Wie dankt Ihr Euren Müttern, die ihr Bestes für Euch hingegeben und nun schwach und hinfällig geworden sind?— Kauft Blumen. Alle diejenigen, denen diese.Schrift zugebt, alle, die den Auf- ruf an den Anschlagsäulen oder in den Bahnen ausgehängt sehen, müssen Sorge dafür tragen, daß dieser sauberen Sippschaft ihr Ge- fchäft gründlich vereitelt wird. Die schwachen und alten und kranken Mütter, gegen die sich der Hohn des genannten Verbandes richtet, sind nicht imstande, sich zur Wehr zu setzen-, wohl aber vermag das Publikum den Dlumeninterestenten ein kräfttg Wörtlein zu sagen— und das nicht durch die Blume! Ein blamabler Prozeß. Die Affare de» Zahnarztes Freund in Neukölln. Die Beleidigungsklage des Landtagsabgeordneten, Zahnarztes Dr. Freund in Neukölln gegen den Dentisten B ö r w a l d und den jetzigen Steuersekreiär Kornfeld wurde gestern vor der Berufung? st rofkammer 5 des Landgerichts II nochmals verhandelt. Gegen Freund waren, nachdem er als Neuköllner Stadtrat und Dezernent für die Schulzahnklinik die Besetzung einer Asststenttnnenstelle nicht mit einer Denttstin, fondern mit einer Zahn- ärzttn empfohlen hatte, die Dentisten mit scharfen Angriffen vor. gegangen. Bärwald als Vorsitzender der Dennften Organisation Neuköllns richtete an den Magisttat Neuköllns eine Beschwerde, in der er Freund unter dem Vorwurf der Unwahrhaftigkett und der klagelosen Hinnahme von Beschuwigungen des Foffchspiels als un- geeignet bezeichnet«, über andere ein Urteil abzugeben. Kornfeld, der als Vorstandsmitglied der Mieterorganisation mit Freund als dem Mitdezernenten für das Wohnungswesen in Konflikt geraten war, griff ihn in öffentlicher Versammlung an und erwähnte unter anderem auch Freunds Verhalten als Militärzahnarzt im Kriege, wie es ihm mitgeteilt worden war. Das Schöffengericht sah die meisten Beschuldigungen als erwiesen an, sprach Kornfeld ganz frei und verurteilte Bärwald nur zu Sv M. Geldstrafe, weil er auf Freunds Bemerkung, er komme sich norjvte ein gehetztes Wild, geantwortet hatte:„Ich gehe nicht auf die S a u i a g d Gegen das Schöffengerichtsurteil legte Freund Berufung ein. Zu der Verhandlung vor dem Landgericht war eine so große Zeugenfchar aufgeboten worden, daß sie im Schwurgerichtssaal statt- finden mußt«. Auf einen Vergleichsvorschlog des Vorsitzenden. Land- gerichtsdirektvrs Schneider, erklärte Freund sich grundsätzlich zu einem Vergleich bereit. Als aber Bävwald daran'die Bedin- g u n g knüpft«, daß Freund von seinem polinschen Funknonärposten als Landtagsabgeordneter zurücktrete, lehnte Freund sehr enffchieden ab. Da mehrere seiner Zeugen nicht erschienen Heimweh. Eine Geschichke der Sehnfmht von Zahn TD. Ztylander. Der Schiffer schien ihn gar nicht zu hören..Das Alte zieht einen doch immer wieder an, wenn man auch weiß, wie ver- ändert alles ist. Tot oder fortgezogen. Ich fragte Harris von Jester, der aus meiner Heimat kam. als wir bei der vorigen Reife zusammen in Puna lagen. Nur neue Menschen, neue Namen. Aber es ist wohl das Land, das Ganze, auch vielleicht das Klima, an das man denkt. Will man es warm haben, so heizt man, wenn's einem paßt, bis man einen Fisch in der Wand braten könnte. Und will man's kühl haben, so öffnet man einfach die Fenster. Aber hier! Puh, puh!" blies er, trocknete sich den Schweiß von der Stirn und braute einen neuen Grog. Vermutlich waren es die vielen Gläser, die ihn so erhitzt hatten, denn die Luft war jetzt angenehm und milde, und er selbst behauptete, daß ein warmer Grog in der Wärme kühlend wirke. .Man kann es aber draußen wie ein König haben*, fuhr er fort, nachdem er sorgfältig probiert hatte..Alles, was man braucht. Haus und Familie und Obst und Früchte des Feldes in Hülle und Fülle. Ich bin niemals auf Nanawaj gewesen. ohne daß nicht gerade irgendeine Obstsorte reif gewesen wäre, und Schweine und Ziegen. Fische, so viel man nur mit der Angel heraufziehen kann, kurz, das Land, da Milch und Honig fließt. So zum Beispiel Stone auf Nanawaj. Er lebt wie ein König, hat eine tüchtige Frau und ein paar Jungen, richtige Prachtkerle. Sie ist von Marquesas, aber ungewöhnlich hell, und vollkommen wie eine Lady. Er ist hier draußen einmal hängengeblieben, ich glaube auf Tonga, so etwa vor einem Menschenalter. Er war Zimmermann auf irgendeinem Tief- wasserschiff. Dann hat er dem Vater sechs Platten Tabak für die Frau bezahlt, und damit hat er wahrhastig einen guten Staus�cnrotf) sagte der Steuermann..Nur sechs Platten." „Ja, es war, wie gesagt, vor einem Menschenalter. Jetzt ginge das ja nicht mehr", fuhr der Schiffer fort,„Vor zwanzig Iahren etwa, als Morris u. Bull mit dem Kobratrafik hier anfingen, da entdeckten sie ihn, und nun ist er ihre rechte Hand geworden hier draußen, baut Prahme, stillt Warenschuppen auf, sieht nach den VertSuungsbogen, Seezeichen und allem Sonstigen. Wie ein König lebt er. sage ich Ihnen. Geld hat er auch. Sein Gehalt bleibt Jahr für Jahr stehen und wächst an. Es ist ja wenig, was er braucht, eine Hose und ein Hemd, oder vielleicht zweie, und etwas Tabak. Ja. er hat's wie der König von Mesopotamien, ganz gewiß. Aber wollen Sie's glauben, daß selbst ihn die Heimwehgrillen gepackt haben. Als ich das letztemal hier war, kam er an Bord und faß und saß. Endlich rückte er damit heraus, daß ich einmal ausfindig machen solle, was er bei der Firma stehen hätte. Und nun fing er an mich auszufragen nach den Reisen, ob viele Schiffe von Callas oder Antofagasta auf der Heimreise wären. Wie es von Valparaiso aus wäre und wie mit der Küstenfahrt. Das Einfachste wäre ja, nach Honolulu zu gehen mit einem der Linienboote von Tahitt oder Marguefas. Eines von denen könnte man ja bei Tonga nehmen, oder auch ein Boot nach Frisko bei Poumoto. Jeden Monat fände sich ja irgendeine Gelegenheit. Und dann kam es so bei kleinem heraus, daß er nach Haufe wollte.* „Ja, ja, die Menschen sehen ihr Bestes gar nicht,* sagte der Steuermann und machte einen ernstlichen Versuch, seinen Kummer über die Menschheit in einem neuen Grog zu er- tränken. .Ja, und nun will er also nach Hause. Noch dazu nach Europa,* wiederholte der Schiffer. In diesem Augenblick kam Jackson, um mich am Ruder abzulösen. Ich gab ihm den Kurs und ging nach vorn. „Ja. von der Südsse nach Europa,* hörte ich noch den Schiffer sagen.„Das ist mir doch ganz unverständsich! Sind Sie jemals in Europa gewesen, Steuermann Turner?* „No, Sir! Niemals!* erwiderte der Steuermann mit einem Tonfall, als wäre allein schon dieser Gedanke eine Tor» hest für einen Mann wie Mr. John Turner von Oregon. „Bleiben Sie nur fort davon!" fiel der Schiffer ein.„Es ist nichts damit los. Europa ist gänzlich zurückgeblieben. Europa hätte weder etwas in noch auf dem Leibe, wenn wir anderen nicht für beides sorgten. Weizen und Reis, Wolle, Hanf und Petroleum, Tobak, Palmöl und tausend andere Dinge bekommen sie von uns. Salpeter und Guano muh man ihnen liefern, wenn sie überhaupt noch etwas aus ihrem aus- gemergelten Boden herausholen sollen. Kurz, alles was sie brauchen. Sogar Zucker und Num. Oder wissen Sie etwas?" Ich war schon unten auf Deck und konnte nicht mehr hören, ob der Steuermann etwas wußte oder nicht. • Auf der Großluke schnarchten die drei Kameraden, die Freiwache hatten, und unter dem Bootsgalgen lag Bong Lee in seiner blendend weißen Segeltuchlzängekoj«. Sein langer Zopf, den er tagsüber immer sorgsam unter seiner weißen Mütze aufgerollt trug, hatte sich gelöst und hing fast bis auf Deck herunter. Nein, Bong Lee hatte seinen Zopf nicht verloren, sondern war immer noch ein achtbarer Chinese. Ich konnte nicht unter- laffen, ein Endchen Kabelgarn, das ich in der Tasche hatte, um den Zopf zu binden, nur als Warnung, in der besten Absicht. Bei solcher Gelegenheit kann man ja auch einen Eimer Wasser hinstellen und dann eine Schnur von dem Zopf an den Eimer binden. Und was der Streiche mehr sind. Ich ging auf die Back, wo es lustig und frisch war. Sullwan hatte Ausguck. Ach, herrlich war's, sich längelang unter dem Stagfock ausstrecken dürfen und den frischen Luftzug vom Segel an seinem Gesichte fühlen, während man von dem leisen Rauschen des Bugwasiers in Schlaf gehüllt wird. Hier schadete es auch nicht, wenn ich einschlief. Rief der Steuer- mann, so versetzt« Sullivan mir schon einen Puff. Uebrtgens war ich nicht im geringsten schläfrig. Das Bewußtsein, daß wir wenige Seemeilen vom Bug entfernt Land hatten, führte meine Gedanken unwillkürlich nach einem anderen Lande in weiter Ferne, und wie immer sah ich da das Gesichtchen mit den rotgefrorenen Ohrläppchen, für die ich Perlen mitbringen wollte, vor mir. Ein König kann es nicht herrlicher haben, dachte ich, als ich mich hingelegt hatte. Einen so schönen Betthimmel als dieses sternenübersäte Himmelsgewölbe hatte er gewiß nicht. Der Zimmermann, der König auf der Insel, von dem der Schiffer gesprochen hatte, durste ständig hier in dem ewig lauen Sommer leben und brauchte kein Geld als nur für etwas Tabak und ein Jahr um das andere ein Hemd. Aber das Heimweh?— (Fortsetzung folgt.) waren, beantragte sein Beistand, Rechtsanwalt Diamant, die Bertagung. Der Borsigende widersprach und stellte feft, daß dem Kläger Freund durch Verlegung des Termins hinreichend Zeit zur Borbereitung von Beweisanträgen und zur Ladung aller seiner Beugen gegeben worden sei. In der Bernehmung betonte Bär. wald, daß er als Vorsitzender seiner Berufsorganisation gegen Freund vorgegangen sei. Kornfeld erklärte, er habe als damaliges Mitglied der 11SRD, in dem gleichfalls zur USPD. gehörenden Freund den politischen Streber befämpfen wollen. Später sei er, meil er bie Kliquenwirtschaft nicht mitmachen wollte", aus der Bartei ausgetreten und parteilos geworden, Freund erwiderte, Kornfeld sei früher überhaupt nicht politisch organisiert gewesen, habe dann kurze Zeit der USPD. angehört und sei ausgetreten wegen eines das Wohnungswesen betreffenden Konfliktes mit ihm und dem Stadtrat Brumby, in dem er, Kornfeld, unterlegen sei. Wegen Beleidigung Brumbys sei Kornfeld zu 50 M. Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht beschloß Ladung mehrerer der von Freund noch benannten Zeugen, lehnte aber Ladung der anderen ab, weil sie außerhalb Berlins wohnen und Freund hinreichend Zeit gehabt habe, ibre Labung vorher zu veranlassen, so daß die jetzt erst erfolgte Benennung als ein Berschleppungsperfuch angesehen werden müsse. Mieterschutz und Mietereinigungsämter. Bor Eintritt in die Tagesordnung des Reichstags widmet dieses Gefek wird das Wohnungselend noch größer werben: mit Präsident Lö be dem plöglich an den Folgen einer Grippe verstor der Gemeinwirtschaft im Wohnungswesen ist nichts zu benen Abg. Edler v. Braun( Dnat.) einen Nachruf, den die erreichen. Ein Teil meiner Fraktion wird allerdings dem Ge= setz zustimmen, aber nur, wenn unsere Verbesserungsanträge anMitglieder stehend anhören. genommen werden. Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite und dritte Lesung des Gesezentwurfes über eine achte Ergänzung des Be= foldungsgefeges. Der Gesezentwurf wird ohne Erörterung verabschiedet. Die zum Haushalt des Finanzministeriums vorliegen den Entschließungen der Sozialdemofraten betr. Abwälzung der Kosten des Ruhreinbruchs auf die hohen Einkommen und Vermögen und der Kommunisten betr. Maßnahmen gegen die Devifenspekulation werden auf Antrag von Dr. Fischer- Köln( Dem.) dem Steuerausschuß überwiesen. Zum Haushalt der allgemeinen Finanzverwaltung begründet Abg. Frau Burm( Soz.) einen Antrag Müller- Franken und Genoffen( Soz.), die Reichsregierung zu ersuchen, einen Gesezentwurf einzubringen, wonach auch Wurst und Fleifwaren unter das Gefez vom 4. August 1914 betr. vorübergehende Sollerleichte= rungen fallen sollen. Die Beweiserhebung, in die dann eingetreten murde, ergab in vielstündiger Berhandlung unter anderem, baß Freund tatsächlich in zwei Fällen des Falschspiels bezichtigt und danach ner= Bei der Abstimmung über diesen Antrag erheben sich dafür die prügelt morden ist, aber feine Klage erhoben hat, auch wurde Sozialdemokraten, die Kommunisten, die Demo befundet, daß er als militärzahnarzt mehrfach Soldaten, fraten und ein Heiner Teil des 3entrums, bagegen die beiden die feine Hilfe beanspruchten, bef chimpft hat. Am späten Abend Parteien der Rechten, die bayerische Boltspartei, der größte Teil regte der Borsigende nochmals einen Bergleich an. Freund solle des Zentrums. anerkennen, daß Bärmald und Kornfeld gegen ihn wichtiges Präsident Löbe erklärt, daß das Bureau über den Ausfall der Material hatten, ihm aber durch dessen Wiedergabe feinen Abstimmung nicht einig sei; die Abstimmung solle deshalb verschoben Direkten Borwurf machen wollten. Bärwald und Kornfeld sollten werden. aber nicht perlangen, daß Freund sein Landtagsmandat Abg. Herold( 3.) beantragt darauf, die Entschließung dem nieberlegt. Darüber zu entscheiden sei Sache der Partei. Boltsmirtschaftlichen Ausschuß zu überweisen. Die Abstimmung Auch Freund erklärte, er müsse die Entscheidung der Partei überlassen. über den Antrag Herold bleibt bei Probe und Gegenprobe zweifel. Die Bergleichsverhandlungen gestalteten sich sehr langwierig. Am haft, die Auszählung ergibt die Ablehnung des Antrags mit heftigsten wurde über die Kostenrechnung geftritten. Schließlich 128 gegen 112 Stimmen. Die sozialdemokratische Entschlie endete ble Sigung nach elfftündiger Dauer mit folgendem Ber- Bung wird darauf angenommen; dagegen stimmen die Rechts. gleich: parteien und ein Teil des Zentrums. Zum Haushalt des Berfehrsministeriums wird folgende Entschließung des Haushaltsausschuffes angenommen: Die Reichsregierung anzuregen, in ben nächſtjährigen Haus halt eine Summe einzufeßen zur Erledigung von Vorarbeiten für Entwürfe eines " Kanals im miffeldeutschen Braunkohlengebiet, zwischen Elbe und Oder, Der Privatfläger Dr. Freund erklärt: Ich habe mich banon überzeugt, daß den beiden Angeflagten in folgenden Puntien der ihnen obliegende Beweis gelungen ist: a) Daß den ungeklagten durch angesehene Bürger Neuköllns mitgeteilt ist, dah lettere den Privatkläger des Falschspiels bezichtigt und mishandelt hätten; b) daß den Angeklagten durch ein wan d= freie Zeugen Tatsachen mitgeteilt sind, die den Schluß rechtfertigen fonnten, der Privatfläger habe deutsche Sal= daten unter Ausnutzung feiner Borgefeßtenstellung beidh impftum im Notfalle nach Fertigstellung dieser Entwürfe auch im Often und schlecht behandelt; c) daß den Angeklagten Tatsachen mitgeteilt in großzügiger Weise produktive Arbeitslofenfürsorge leisten zu find, die sie zu dem Schluß veranlassen fonnten, der Privatkläger fönnen." habe für ihn arbeitende Technifer nicht' ordnungsmäßig Damit ist die zweite Beratung des Reichshaushaltsplans bezahlt; d) daß die Angeklagten auf Grund des Urteils des für 1923 be enbet. Amtsgerichts Breslau vom 25. Mai 1905 zu dem Ergebnis gelangen Das Haus beginnt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über mußten, daß der Privatkläger einen Vertrauensbruch be= Mieterschuh- und Mietereinigungsämter. gangen habe und daher zu der Beschuldigung famen, der Privatkläger habe einen Streifbruch begangen. Der Angeklagte Bärwald erklärt sein Bedauern darüber, daß er sich durch die Worte, er gehe nicht auf die Saujagd, zu einer perfönlichen Beleidigung des Privatflägers in der Erregung habe hin reißen lassen, Der Brinattläger nimmt darauf die Brinattlage zurüd und übernimmt die gesamten gesetzlichen gerichtlichen und außergerichtlichen Kosten beider Instanzen bis auf einen Betrag von 1000 m., den der Angeklagte Bärwald zu seinen gefeßlichen außergerichtlichen Roften beifteuert. Nach diesem Abschluß des Prozesses wird die Parteiorganisation ficher Beranlassung nehmen, von sich aus die Frage zu prüfen, ob Freund noch eine politische Bertrauensstellung innerhalb der Parte: befleiden fann. Millionen- Einbruchsdiebstahl im jüdischen Muſeum. Jin dritten Stod eines Quergebäudes neben der großen Synagoge lung von unschäzbarem Werte, untergebracht, das aber in der Deffentlichfeit wenig befannt ist. Um so beffer müssen Einbrecher das Museum getonat haben. Am legien Sonntag statteten fie der Sammlung einen unerwünschten Besuch ab und stahien die wertvollsten Sachen, goldene Medaillen, Humpen usw. Der Metallwert der Beute allein geht in und silberne Geräte für den Gottesdienst, Berlobungsringe, Münzen, mert ist unschäzbar und unerfeglich. Auf die Ergreifung der unbekannten Täter und die Wiederbeschaffung der Beute ist eine hohe Belohnung ausgelegt. Mitteilungen nimmt Kriminalkommissar rettin im Zimmer 103 des Polizeipräsidiums entgegen. die pielen millionen. Der Kunst und Altertums. P Abg. Obermeyer( Soz.): Der Ausschuß hat diese Borlage, die zum Schug der Mieter gemacht ist, arg verstümmelt. Die Wohnungsnot ist nicht durch die Zwangswirtschaft hervor: gerufen, sie bestand schon früher und ist durch den Krieg verschärft worden. Die kapitalistische Wirtschaft auf dem Wohnungsmarkt ist zusammengebrochen. Es bedarf einer gefeglichen Regelung des Mieterschußes, da mit den bisherigen Berordnungen nicht vorwärts zu tommen ist. Wir fönnen zu gefunden Wohnungsverhältnissen nur fommen, wenn 3 Grund und Boden gemeinwirtschaftlich Abg. Tremmel( 3.): Die Privatwirtschaft im Woh= Namentlich nungswesen nügt den Mietern nichts. finderreiche Familien wissen ein Lied zu singen, wie schwer sie früher eine Wohnung bekommen fonnten. Die nach dem 1. Juli 1918 gebauten Wohnungen unterliegen nicht der Zwangswirtschaft; man kann also nicht behaupten, daß diese den Wohnungsbau hinberten. Ohne Zwangswirtschaft das Bleigewicht hoher Mieten. Auch in valutastarken Ländern, namentlich Amerita, herrscht Wohnungsnot. Mit den Mieteinigungsämtern find auch die Arbeiter nicht zufrieden. Ob das Gesez befristet wird oder nicht, darauf lege ich feinen Wert. Wir hoffen, daß es mit diesem Gefeß gefingen wird, wieder Ordnung im Wohnungswesen zu schaffen, Abg. Kniest( Dem.): An diesem Gesez werden weder Mieter noch Bermieter rechte Freude haben, genau jo mie am Reichsmietengefeß. Der Reichstag hat das Beste für beide Teile gewollt. Wird Bas Gefes schlecht durchgeführt, so hat nicht der Reichstag die Schuld daran: sondern die Länder und Gemeinden. Bielleicht wäre es beffer gewesen, nach dem Kriege die freie Wirtschaft einzuführen, aber jetzt ist das nicht sofort möglich. Das Gesez wird hoffentlich dazu führen, daß sich Mieter und Bermieter mehr als bisher gütlich verständigen. Mit beiderseitigem quten Billen wird es möglich fein, aus dem Gesetz etwas Befriedigendes zu machen.( Beifall bei den Demokraten.) Abg. Kuhnt( Soz.): Die Wohnungsnotist internatio nal in allen Staaten und trotzdem will man unfere 3mangsmirtschaft dafür verantwortlich machen. In England muß ein Arbeiter für seine Wohnung, die aus zwei Stuben und Küche besteht, zehn Bfund Sterling wöchentlich bezahlen. Bei freier Wirtschaft würde es in Deutschland noch viel schlimmer werden. Daß der Vermieter den Mieter entschädigen muß, wenn er in feinem eigenen Interesse die Wohnung des Mieters anders ver venden will, ist eine bered) tigte Forderung. Ein Unrecht gegen die inländischen Arbeiter ift es, wenn die im Ausland beschäftigten Arbeiter ihre Wohnungen behalten dürfen. Wir bestehen darauf, daß dies fortbestehen soll. Demit schließt die Besprechung.§ 1 und 2 werden in der Faffung des Ausschusses angenommen, wonach eine Kündigung durch den Vermieter nur aus besonderen Gründen erfolgen fann, u. a. wegen erheblicher Beläftigung des Bermieters oder eines Hausbewohners oder Mißbrauchs der Wohnung. Die Ründigung fann nur im Wege der Räumungsflage durchgesetzt werden.§ 3 wird in der Fassung eines Antrages der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft angenommen; er behandelt die einzelnen Fälle, in denen wegen Nichtzahlung der Miete die Räumungsflage angestrengt werden kann.§ 4 wird des Inhalts angenommen, daß der Vermieter, der in seinem eigenen dringenden Interesse einen anderen Gebrauch von einer Wohnung machen mill, nach Ermessen des Gerichts den Mieter hinsichtlich der Umzugstosten schablos halten soll. Das Räumungsurteil darf aber nach§ 6 in solchen Fällen nur vollstreckt werden, wenn für den Mieter ein angemessener Erfahraum gesichert ist. §§ 7 und folgende handeln von dem Berfahren. Die Klege fann nur beim Amtsgericht eingereicht werben, das unter 3ziehung von Beisigern entscheidet, die je zur Hälfte Ber. mieter und Mieter sein müssen. Nach§ 17 find erfwohnungen bei Auflösung des Ar. verwaltet werden. Der Entwurf der Regierung ist im Ausschuß beitsverhältniffes nicht ohne weiteres zu räumen, fondern auch hierwesentlich verschlechtert worden. Während nach der Regie- für gelten die Bestimmungen dieses Gesetzes über die Räumung über rungsvorlage die Kündigung einer Wohnung durch den Vermieter die Dauer des Arbeitsverhältnisses hinaus.§ 17 wird angenommen. ausgeschlossen wurde, soll nach dem Ausschußbeschluß lediglich das Ein Antrag der Kommunisten, die Räumung in solchen Fällen nur Gericht darüber entfcheiden. So war es eigentlich schon bisher, nach Beschaffung eines Erfahraumes zuzufaffen, wird abgelehnt. Nach§ 18 gelten die Bestimmungen des Gefezes auch für die Unsere Anträge zum Schutz der Mieter sind im Ausschuß nicht an- Untermieter. ohnungsnot alle verfügbaren Räume für Wohn- tigten Arbeiter wird nach einem Antrag der bürgerlichen genommen worden. Es ist selbstverständlich, daß in dieser Zeit der Die Frage der Wohnungen der im Ausland beschäf= mede in Anspruch genommen werden müssen; deshalb bedürfen Arbeitsgemeinschaft zu§ 25a in der Form entschieden, daß die wir eines Wohnungsmangelgefeges. Eine bedeutende Verschlechte rung ist der Antrag der Arbeitsgemeinschaft, wonach die Ermis. Oberste Landesbehörde mit Zustimmung des Arbeitsministers für bestimmte Gemeinden, insbesondere Grenzgemeinden, ion von der Sicherung eines ausreichenden Ersahraumes nur das anordnen kann, daß das Gesetz in solchen Fällen feine Anwenschusses, wonach bie Borschriften über Erjaß von Umzugskosten und von abhängig gemacht werben darf, wenn dies zur Bermeidung dung findet. unbilliger Härten erforderlich erscheint. Den Beschluß des AusSicherung eines Erfagraumes für Ausländer nicht gelten follen, chnen wir ab. Der Ausschußbeschluß, das Gesez nur bis zum 1. Juli 1926 gelten zu lassen, bedeutet den Anfang der Zertrümmerung der Zwangswirtschaft. Unsere Wirtschaft hat schon viel ertragen, aber, menn der Boh Genoffe Bfarrer Bleier spricht Sonntag, den 13. Mai, vormittags nungswucher wieder eingeführt wird, dann geraten wir in den Ab10 Uhr, in ber Trinitatistiche, Charlottenburg, Karl- August- Blak, über: grund.( Beifall bei ben Sozialdemokraten.) Frühlingsgebanten. Sonntag, den 13. Mat, nachmittags 5 Uhr, fright Genoffe Blauer Bleier im Angeum I. Stealis, Rothenburgstraße ( Mähe Händelplab) über: Menschen untereinander, nach dem Buche des Genossen Bruno H. Bürgel. Ein Giverantsturfus für Anfänger beginnt in den nächsten Tagen in der 17. Straßenschule in Lichtenberg, Martistraße. Teilnehmergebühr 870 Mart. Arbeitersport. " Quer durch den Norden." führung der freien Wirtschaft der Wohnungsnot ein Abg. Gutknecht( Dnat.): Ich bin der Ansicht, daß nur die Gin Ende machen wird. Die Wohnungsbauabgabe wirb von einer großen Zahl von Leuten nur sehr schwer getragen. Wer bekommt heute die Wohnungen? Doch nur die Ausländer! Auf Einzelheiten ber Borlage gehe ich nicht ein. Wir lehnen den Gefeßentwurf ab, nachdem der Ausschuß alle unfere Verbesserungsanträge verworfen hat.( Beifall rechts.) einem fozialdemokratischen Antrag auf Streichung, bestehen; baren Der von dem Ausschuß neu eingefügte§ 256 bleibt, entgegen barf 2 usländern, die vor dem 1. Januar 1914 ihren Wohnfig nicht in Deutschland hatten, die Wohnung ohne r. jag der Umzugsfosten und ohne Sicherung eines Erfah= raumes gefündigt werden, wenn der Vermieter ein eigenes bring gendes Interesse an der Erlangung der Wohnung hat. Ein Antrag fast aller Parteien will dem Gesetz eine Bestim mung anfügen, wonach das Gesetz auch für Bachtverhält. zieht jedoch ben Antrag zurüd, nachdem die Regierung Widersprud niffe beigewerblichen Räumen gelten soll; Abg. Effer( 3.) bagegen erhoben hat. Der Schlußparagraph 42 bestimmt nach dem Ausschußbeschluß, daß das Gefeß am 1. Juli 1926 außer Kraft tritt. Abg. Kuhnt( Soz.) ift gegen jebe Frist bestimmung, fie würde nur den Häuserspetulanten dienen. Abg. Effer( 3.) macht darauf aufmerksam, daß zu diesem Zeitpuntt auch das Reichsmietengejeg ablaufe; dann tönne man beibe Fragen zusammen neu prüfen. Abg. Winnefeld( D. Bp.): Das Eigentum soll nach der Reichsverfassung geschüßt sein; nach diesem Gesetz bleibt aber von dem Recht des Eigentums nicht mehr viel übrig. Daß§ 42 wird mit der Friftbestimmung des 1. Juli 1926 gegen die man den Mieterschutz auch auf fämtliche gewerblichen Räume aus. Stimmen der Sozialdemofraten und Rommunisten angenommen. dehnt, dafür habe ich fein Verständnis. Viele Hauswirte fönnen Nächste Sizung: Sonnabend nachmittag 2 Uhr: jetzt nicht einmal die öffentlichen Lasten herauswirtschaften. Die Dritte Lesung des Reichshaushaltsplans für 1923 und zwar Wieteinigungsämter haben bisher ihre Pflicht nicht erfüllt und nicht Haushalt des Ministeriums des Innern in Berbindung mit erfüllen können, das Mietrecht als Teil des bürgerlichen Rechts zu der deutschnationalen Interpellation wegen der Auflösung der behandeln. Ich habe zu ben ordentlichen Gerichten mehr deutschvölkischen Freiheitspartei und sämtlicher Bertrauen als zu ben mieteinigungsämtern. Durch Selbstschußorganisationen. Schluß: 7 Uhr. Der Kreisfiraßeniauf der Arbeitersportler findet am Sonntag um 9 resp. 9,30 Uhr vom Spielplak Schönhauser Allee statt. ilm 9 Uhr treten die Geher die lange Reise über 8000 Meter an. Eine halbe Stunde fpäter Start der Hauptstafette. Ebenfalls 8000 Meter. 20 Läufer jeder Mannschaft teilen sich die Strecke ein. Gleichfalls mit der Hauptftafette treten von den zahlreich gemeldeten Rindermannschaften, je 30 Läufer zur 30 X 100- Meter- Stafette an. Die Strecke führt durch die Schönhauser Allee, Rudolf- Moffe- Straße, Eberswalder Straße, Danziger Straße, Elbinger Straße bis zur werden jedoch noch erforderlich sein müssen. Die Rämpfe zeigten burchweg| tags Frankfurter Allee. Dienstag, den 15. Mai, abends 7 Uhr, bei Büttner, Belersburger Straße. Hier befindet sich der Wendepunkt. Der gutes technisches Rönnen und wurden mit aller energie burchgeführt. Steinte Gaywebter Straße 23-25, Faschismus und Arbetter- Sportbewegung. Ausweis: Weg führt die gleiche Strecke zurild mit dem Ziel: Sportplay( 145) und Gert( 175) fämpften unentschleben. Im Kampfe Buhlmann( 106) Mitgliedsbuch. Erscheinen aller it light! gegen Seering( ichte G. D.) 106 gelang es B. Infolge der gefidten Bertelbi Die Frete Turnerschaft Reulan- Bris versammelt am Sonntag, den 13. Mai, Schönhauser Allee, Für Zuschauer ist zu empfehlen, nicht das Biel gung Seerings ebenfalls nicht, ein Refultat au erzielen. Suple( Fichte 3) 115 ihre Rinderabteilungen auf bem Bereinsplay Röllnische Heide su einem SpielDas Brogramm bringt außer Ronzert der Turnerkapelle, zu umlagern, sondern sich) Danziger Straße( Hochbahn) und wurde na 6 Minuten über Saltomsty 111 Eleger, ba biefer nach zweimaliger und Sportfeft. Trescomstraße zu postieren. Hier dürften sich die Entscheidungen der Rampf noch einmal ausgetragen, um ein einwandfreies Resultat zu erzielen. ziftifche Läufe und Massenvyramiden und foll geugnis ablegen über die Berwarnung disqualifiziert werden mußte. Auf Berlengen von Lupte with affenfreiübungen, Sondervorführungen, Singfpiele, Stafettenläufe, Sumo abspielen. Weitere intereffante Beobachtung bietet sich pon der Das Zusammentreffen von Herzog 118 gegen Webelhorst( Sandow) 115 verlief Tätigkeit der 21 Rinderabteilungen der Freien Turnerschaft Reuiöln- Briz mit Greifswalder Straße bis zum Wendepunkt Straßmannstraße. trop beiderseitiger Bemühungen refultatios. Rohlme( Deutsche Eiche) 118 weit über 3000 Rindern. Der Blag liegt inmitten blühender Laubentolonien, Während des eigentlichen Straßenlaufes werden auf dem Sportplag bie mußte von Biegler 120 nach 6 Minuten burd) Stranguliergriff eine Niederlage Eingang Raifer- Friedrich- Straße oder Dammweg. Abmarsch um 1 Uhr vom hinnehmen. Die Leichtgewichtler Angermüller und Baner( Deutsche Eiche) Reuterplat. Beginn des Feftes nachmittags 2 Uhr. Bor- und Enbläufe der Sportlerinnen und Jugendstafetten ausgetragen, Sport fanden sich in einem( pannenden, mit Einfat aller Mittel burchgeführten Terinnen 10 mal Runde und Jugendliche 10 mal 1 Runde. Nach dem bis. herigen Meldeergebnis werben om Sonntag nach 9 Uhr vormittags 1500 Ar- Rampfe ebenfalls unentschieben gegenüber. Die Craeniffe des Sebens( Gdwin gen, einarmiges Reißen, beibarmiges Stoßen) find: 1. Rlaffe: 1. Beborometi heitersportler ben Lauf baftreiten. Schen um 8 Uhr morgens marschieren die( 150) 460 Bfb, 2. Rein( 150) 440 f. 2. Klasse: 1. Fellner( 132) 405 fb., Turnerspielleute mit Musit durch die Straßen. Ein Damenbodenspiel zwischen 2. Seifing( 120) 875 Bib. Fichte 3 und Marienborf, fomie Werbebodenspiele der Männermannschaften und Schwimmverein Borwärts", Gruppe Lichtenberg. Die Monatsversammlung ein Schlagballpiel vervollhändigen bas Programm, Ale nichieingeteilten am 12. Mai fällt bes Rlubgweilampfes wegen aus. Sonntag, den 13. Mai, Rampfrichter melben fi 8 Uhr Gingang Sportplag. Sportlerinnen und 3 Uhr, Unbaden im Rummelsburger Seebab. Teilnahme aller Mitglieder Jugend treffen sich 8 Uhr im Lokal non Man, Stubolf- Moffe,& de Ebers flight. malber Straße. Startnummern und weitere Informationen find im Lotal an Bogreba, Schönhauser lee 134b, entgegenzunehmen. Obleute der vier Chappen Schilder für bie Wechsel abholen 5 bis 8 Uhr Sonnabend abends. Bei Regenwetter erscheinen die Rampfrichter sum Lauf vollzählig. Schiedsgericht cutfcheidet über Stattfinden. 1990 " Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Sonnabend, pünktlich 7 Uhr, Stiebermall. traße 12, Reichenfaat, Bereins Bierteljahrsversammlung.( Berichte, Staatliche Unfallversicherung, Liederbuch, Begiris- Sportfest 1. Sul). Vor der Berfanm Tung Ausgabe der Fahrfcheine und Sportabzeichen. Arbeiterfußballderby Neulöln. Rüftig- Borwärts 13, 1. Mannschaft gegen Freie Turnerfchaft Neukölln- Bris, 1. Mannschaft, heute, Sonnabend, ben 12. Mai, nachmittags 5 Uhr, auf dem Fortuna Sportplag in Reutöln, RaiserFriedrich- Straße, am Herzbergplay, Freundschaftsspiel. Bercins- Schwimmen zweilamp in Reutbun, Am Sonnabend, hen 12. Mai, abends 8 Uhr, veranstalten die beiden Arbeiter- Schwimmvereine Vorwärts. Berlin und Freie Schwimmer Neuföln einen Bereins- 3meilampf im Stadtbad auföln, Ganghoferstraße. Des Programm mich außer einem Reigen und einem Bafferballspiel nur aus Stafetten bestehen. Cintrittstarten find an der Raffe bes Stadtbabes zu haben. Arbeitersporttarten. 18. Begiet. Außerordentliche Sigung heute, Sonn abend, den 12. Mai, abends 7½ Uhr, in dem Fichte Seim, Marlendorf. Tagesordnung: 1. Bericht vom Jugendamt. 2. Sartellspotifeft. 3. Berschie denes. Jeber Berein muß einen Bertreter entfenden. Sportfartell Charlottenburg. Am Montag, den 14. Mai, ordentliche Kartell Programms zum Raft. Arbeiter Radfahrer- Bund Salibarität, Touren file Sonntag, ben 18. mai: 1. Abt.: Teupis 6 Uhr, Blantenfelbe 1 Uhr. Start: Billowstr. 58. 2. Abt.: Aufgeschobenes Anfäwimmen. Der verregnete, fogenannte Simmelfahrtstag Roht- See 5 Uhr, Seefelb 1 Uhr. Start: Dieffenbachfte, 36, 3, bt.: utleigung bei Bohne, Schloßstraße, abends 48 Uhr. Endgültige Festlegung des feste auch den Freien Schwimmern Neukölln" böle au. Er machte nämlich ihr fee 6 Uhr. Start: Laufiger Blas. 4. Abt.: Wernsdorf. Start: 6 Uhr Weber Anfchwimmen im Sommerbad unmöglich. Um 1 Uhr hatten fich zwar vor dem wiefe. 5. Abt.: 6 Uhr Groß- Schönebed( Stolzenhagener Gee). 12 Uhr Shabibab in ber Ganghoferstraße eine beträchtliche Anzahl Sportbegeisterter Mühlenbeder Gee. Start: Ropenhagener Str. 28. 8. Abt.: 8 Uhr Arminius. eingefunden, bie fich au einem anfehnlichen 8ug hätten formieren tönnen. plak nach Rübersdorfer Ralfberge. 12 Uhr Sirschgarten. Start: Baldstr. 8. Aber, obwohl weber alt noch jung mißvergnügt war, Jo gab man doch den 10. Abt.: 6 und 12 Uhr Moorlaale. Start: Comeniusplag. Sugendabtei berechtigten Bebenten nach und nahm bei dem derartig ungünstigen Better Tung: Rund um ben Müggelfee, 7 Uhr. Schlesisches Tor. 8 Uhr Waldburg in Abstand vom Feft. bas auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Soffentlim ift Sirfchgarten. Ortsgruppe Neukölln. Bäger Borberfee. Start: 6 unh 8 Uhr ihm der Wettergott günftig gefonnen, denn dann wird allein schon der Fest. Sergbergples. Ortsgruppe Pankow. Hohenschepping 8 Uhr. Start: Mühlen zug zum wirffamen Propaganbamittel für die Freien Schwimmer merben. ftraße 12. Ortsgruppe Bichtenberg. Pichelswerder 1 Uhr. Start: Jungftr. 10. Der Jiu- Jitfu- Rampftag, den bie sportliche Bereinigung Nord- Oft" Testhin Ortsgruppe Oberfchöneweide. Salbe 7 Uhr, Rorbistrug 12 Uhr. Start: Sie in ihrer Sporthalle Chriftburger Straße 7 veranstaltete, fann in jeber Bezie menstraße. Achtung, Bundesmitglieder von Groß- Berlin! Sonnabend, den hung als gelungen gelten. Einige leine Verbesserungen im Rampfreglement 12. Mai, gitationsfahrt nach Kreus bei Schneidemüht. Start 4 The nachmitTHY m. S. B. Kreis- und Bezirksfunktionärsgung am Montag, den 14. Mai, im Sophien- 2yzeum, Weinmeisterstraße, um 7 Uhr. Es wird pinktlich angefangen. Bebrvortrag bes Bundesfußballmartes am Sonntag, den 13. Mat, vormittags 159 Uhr, im Sophien- Enzeum, Weinmeisterstraße. Genoffen, verfäumt nicht biefe Beranstaltung, es ist zu eurem Borteil. Bon jebem Verein muž der Leiter, der Schriftführer und der Raffierer vertreten fein. Es wird genaue Soden. Es spielen am 13. Mai anläglich des Areis Rontrolle ausgeübt. ftraßenlaufes Quer durch den Norden Schönhola gegen Charlottenburg, Roland gegen Fichte 12, Fidhte 1 gegen Sichtenberg 2, Fichte Oft gegen Wilmersdorf. Sämtliche Spiele beginnen um 10% Uhr. Um 10 Uhr müffen die Spielfelder fertig gebant fein. Funktionäre um 9% Uhr bei Beelis, Oberberger Str. 28. Wirtschaft Die anhaltende Teuerung. 5. februar. 25. Februar 5. März 15. März 24. März 5. April 15. April 25. April 5. Mai Einfuhrwaren 11 176 7170 7093 6 618 Gesamtinder Lebens mittel Industries Inlandsstoffe waren 5 967 4.902 7558 4.925 5227 3 938 7 732 4874 0. 5 120 3 662 7846 4725 4750 3 195 7657 4376 4827 3 299 7.684 4 447 4844 3 567 7215 4489 6 623 4.923 3 694 7221 4568 5 738 6 188 4.481 4.802 8 089 8779 5 141 5364 8723 10 809 6577 6 699 und vom Staat vernachläffigten Verbraucher, die Masse der arbet tenden Bevölkerung zu billigerem Fleisch kommen. Erhöhung der Stahlpreise. Der Richtpreisausschuß des Deutschen Stahlbundes hat die Richtpreise für Halbzeug und Walzeisen in Thomasgüte vom 10. Mai ab um 23,5 Pro zent erhöht. Der Mehrpreis für Lieferung in Siemens- MartinHandelsgüte wurde für Stabeisen von 175 000 auf 200 000 Mt. festgesetzt. Das Goldzollaufgeld wurde für die kommende Woche ent sprechend der Entwertung der Mark wiederum erhöht. Es beträgt für die Zeit vom 15. bis einschl. 22. Mai 740 900 Prozent gegen 614 900 Prozent in der laufenden Woche. Ein staatliches ruffisches Landwirtschaftssyndikat. Die SowjetDevisenfurje. Unserer gestrigen Kurstafel find nod folgende Rotierungen nachzutragen: 1 finnische Mark 1105,28 Geld, 1110,77 Amtliche und private Messungen der Durchschnittspreise wichtiger Waren bestätigen die Tatsache, daß die Teuerung, die so drückend auf den breiten Massen lastet, in verschärftem Tempo fortschreitet. Die Großhandelspreise, welche auf die Dauer auch für die Kleinhandelspreise und damit für die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung entscheidend sind ,. aber der allgemeinen Preisbewegung Die Gesamtheit der Waren, die vom 25. April bis zum vorauszucilen pflegen, zeigen an, daß die jetzt spürbare Teue- 5. Mai sich um 7,8 Proz. verteuerten, ist also jetzt bereits höher im rungswelle ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. Preise als Anfang Februar. Dabei haben die Einfuhrwaren, Schon der Monat April brachte eine ansteigende Preisbewegung. Die am meisten unter dem Einfluß der Währungsschwankungen regierung hat die Statuten eines staatlichen Landwirtschaftssyndikats Die feit Anfang April aufwärtsgerichtete Bewegung der Großhandelspreise erfuhr durch die in der zweiten Hälfte des Monats stehen, ihren damaligen Stand noch nicht erreicht. Industrieſtoffe bestätigt, welches die Bereinigung der Trusts der landwirthandelspreise erfuhr durch die in der zweiten Hälfte des Monats dagegen haben sich im Verhältnis zu den damaligen Breifen am fchaftlichen Großbetriebe sowie einzelner staatlicher Landeingetretene Steigerung der Devisenkurse einen neuen meisten verteuert, ebenso fonnten die niedrig gehaltenen Böhne nicht wirtschaftsbetriebe bezweckt, wodurch ihre Wirtschaftlichkeit erhöht Antrieb, der das Niveau der Großhandelspreise nach den Be- verhindern, daß die Preise der Inlandswaren jegt höher find als am werden soll. Das Grundkapital des neuen Syndikats soll fünf rechnungen des Statistischen Reichsamts von dem 4888fachen des 5. Februar. Die von dem Kommentar der amtlichen Statistit ent- Millionen Goldrubel betragen und setzt sich aus 5000 Attien zu je Friedensstandes im Durchschnitt März auf das 5212fache oder meder verschwiegene oder beschönigte Preisdiktatur der 1000 Goldrubel zusammen. um 6,6 Pro3. im Durchschnitt April emporführte. Der Dollar wurde im April mit 24 457 m. gegen 21 190 M, im März notiert. artelle tritt in diesen Feststellungen besonders zutage. Die Höherbewertung beträgt 15,4 Proz. Dieser Bewegung sind die Einfuhrwaren mit einer Steigerung von dem 6816fachen auf das 7466fache oder um 9,5 Proz. nur zögernd gefolgt. Die vor. wiegend im Inlande erzeugten Waren haben gleichzeitig von dem 4503fachen auf das 4761fache oder um 5,7 Proz. angezogen. Im einzelnen stiegen Getreide und Kartoffeln von dem 2803fachen auf das 3473fache, Fette, 3uder, Fleisch und Fische von dem 4375fachen auf das 4802fache, Rolonial. maren von dem 5208fachen auf das 5917fache, ensmittel zusammen von dem 3336fachen auf das 3952fache oder um 18,5 Proz.; Häute und Leder von dem 5674fachen auf das 6566fache, Tertilien von dem 8933fachen auf das 9693fache, Metalle und Petroleum von dem 5982fachen auf das nur tie Gruppe Rohlen und Eisen, in der die im Anschluß an die Devisensentung vorgenommenen Preisherabjegungen erst im April zur vollen Auswirkung gelangten, zeigt einen Rüdgang von dem 7988fachen auf das 7309fache oder um 8,5 Proz., fo daß sich für die Hauptgruppe der Industrieftoffe im Durchschnitt eine Senfung von dem 7790fachen auf das 7566fache oder um 2,9 Proz. ergibt. Dieser Preisrüdgang war aber nur ein ganz vorübergehender. Die nachfolgende Uebersicht der amtlichen Preismessungen an einzelnen Stichtagen zeigt, daß Industriestoffe den vorübergehenden 6346fache; " Aus der Partei. Zum Internationalen Kongres. Für den Internationalen Kongreß in Hamburg bestimmte Anfragen, Bestellungen und Mitteilungen Iotaler Art sind sämtlich zu richten an den Vorsitzenden des Lokalkomitees, Genossen Johs. Begier, Hamburg 36, Große Theaterstr. 44. Bestellungen auf Privat- wie auch Hotelunterkunft fönnen nur einwandfrei aus= geführt werden, wenn sie bis zum 15. Mai in Hamburg vorliegen und das genaue Datum der Ankunft sowie spezielle Wünsche erkennen laffen. Eine Bestätigung der Eingänge erfolgt nur auf befonderen Antrag. Die Vertrusfung der Fleischindustrie. Die Bertruftung der Brief; 100 österr. Kronen 56,55 Geld, 56,85 Brief; 1 tichechische Fleischindufirie der Welt hat seit dem Krieg große Fortschritte ge- Krone 1200,00 Geld, 1206,00 Brief; 1 ungarische Krone 7,58 Geld, macht. Während des Krieges bestand eine zentrale Bewirtschaftung 7,57 Brief; 1 bulgarische Lewa 322,19 Gelb, 323,81 Brief; 1 jugoder Gefrierfleisch und Fleischkonserven seitens des Staates im flawischer Dinar 418,45 Geld, 420,55 Brief. Eine Polenmart fostete Interesse des Heeres und der Verbraucher( damit im freien Verkehr etwa 82 Pf. fie besser durchhalten fonnten), heute besorgen die zentrale Bemirt. fchaftung die großen Privattrusts im Interesse ihrer Aktionäre. E. F. Wise teilt in der neuen Wiederaufbaunummer des Manchester Guardian" über Lebensmittelfragen u. a. mit, daß im Jahre 1919: 1 011 500 Tonnen Gefrierfleisch von überseeischen Gebieten eingeführt wurden, 1922 dagegen nur 948 600 Tonnen. Der Grund hierfür war nicht die Abnahme des Fleischporrats, da man das Bieh in Südamerika infolge des Mingels an Absatzgebieten umfommen ließ. In Neuseeland und Australien haben die Viehzüchter aus demselben Grunde große Verluste erlitten. Dies war die Folge der Bucherpolitik der großen Fleischtrusts, welche die von den Züchtern billig zusammengekauften Produkte oft zu umerschwinglichen Preisen in den Berkehr brachten. Einige Riesentrusts beherrschen heute den Weltmarkt. Ein amerikanischer( die Bereinigung der sogenannten„ Fünf Großen" und ein englischer find die Führenden). Die füdamerikanische( argentinische) Fleisch industrie, die den englischen Markt hauptsächlich mit Gefrierfleisch sonders den Handel mit Hammelfleisch in der Hand. Die Gesetzgebung der Vereinigten Staaten gegen diese Trusts ist vollkommen unwirksam. Die steigende Macht der Landwirte, die sich von den Trusts ausgegeben fehen, wird vielleicht die Kontrolle dieser Riesen einrichtungen zur Aushungerung der Bevölkerung durchsehen. In Neuseeland schreitet der Staat zur Sozialisierung der Gefrierbetriebe, um die Interessen der Farmer gegen die Trufts zu schützen. Bielleicht werden auf diese Weise auch die unorganisierten Breisrückschlag nur eine ganz kurze Weile mitgemacht haben, dann versorgt, ist vollkommen vertruſtet. Der englische Truft hat be aber fräftig gestiegen sind. Heute sind sie trotz der Ermäßigung der Kohlensteuer bereits über ihrem höchsten Stand vom 5. Februar, ja, sie hatten dieje Grenze am 25. April bereits überschritten, alse noch ehe durch Lohnerhöhungen der geringste Anlaß dazu gegeben war. Seit ihrem Höchststand vom 5. Februar zeigten die Großhandelspreise des statistischen Reichsamtes an den einzelnen Stich tagen folgende Entwicklung: Kein Laden, Riescaumsatz! R Говоневый tompott Ichmedt vorzüglich, wenn mit Süßftoff gefüßt. Der feine Eigengefdomad wird gehoben, bie überschüffige Säure gebunden Gasftoff if gut. billig und befömmlich Grbdiffich in Rolonialwaren., Drogen banblungen und 2potbelen Kein Laden, Riesenumsatz! Vorträge, Vereine und Versammlungen. Berliner Arbeiter- Schachklub. Sonnabend, den 12. 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