Abendausgabe Nr. 224 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 111 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernfprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Udreffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 100 Mark Dienstag 15. Mai 1923 Verlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Neue Besetzungen. Waffenstillstand in der KPD. Moskaus salomonisches Urteil. Die Wortführer der Zentrale und der Opposition der KPD. sind von Moskau, wohin sie zur Beilegung ihres häus" 1 Limburg a. d. 2. Höchster Farbwerke. Badische Anilin- und Sodafabrik. Limburg a. d.£., 15. Mai.( TU.) Die Franzosen haben noch keine offizielle Mitteilung der Besatzungsbehörde zugegangen. lichen Streits geladen waren, zurückgekehrt und unterbreiten heute früh zwischen 3 und 4 Uhr den Bahnhof und die Stadt Cim. Die vorhergesehene Besetzung des Wertes macht die heutige Be- in der Roten Fahne" ihrer Mitgliedschaft Sinowjews und Radets falomonisches Urteil, das vom Zentralausschuß der burg a. d. C. bejekt; insgesamt sollen 2 oder 3 Kompagnien ein- haltsauszahlung unmöglich. KPD. zweifellos bei seiner in diesen Tagen stattfindenden gerückt sein. Die Sperrmaßnahmen der Franzosen sind sehr streng. Sigung bestätigt werden wird. Die Einstimmigkeit der AnGegenwärtig finden umfangreiche Haussuchungen statt. Die Reichsnahme, von der die„ Rote Fahne" spricht, ist, wie gewöhnlich bahnverwaltung hat einen Pendelverkehr zwischen Ethofen und in solchen Fällen, nur die Verschleierung eines weiter be Camberg und zwischen Ethofen und Weilburg an der Lahn ein stehenden und auch durch diese Verhandlungen nicht beseitigten Riffes, der vorübergehend zurücktreten wird, um sich bei der nächsten Gelegenheit um so intensiver bemerkbar zu machen. gerichtet. Ludwigshafen, 15. Mai.( WEB.) Heute früh um 5 Uhr ist die Badische Anilin- und Sodafabrit von den Fran30fen besetzt worden. Den Arbeitern wird der Zutritt zur Fabrit verwehrt. Die Angestellten der Nachtschicht durften das Wert verlaffen, in dem jetzt ein ganzes Regiment liegt. Auch das Straßenbahndepot ist befeht. Der Verkehr ist unbehindert. Auch die Höchster Farbwerke. Da von den gesamten Betrieben der Badischen Anilin- und Sodafabrik sowohl dem Ludwigshafener und dem alten Wert und dem Wert Oppau wegen der durch die französische Rheinzollgrenze hervorgerufenen Ausfuhrsperre im rechtsrheinischen Gebiet und dem Ausland seit vier Monaten faft nur auf Lager gearbeitet werden fonnte, sind die Borräte in Farbstoffen und Stickstoffen in den Silos der Betriebe sehr groß. Es handelt sich um Milliardenwerte. Belagerungszustand über Lennep. Elberfeld, 15. Mai.( Eigener Drahtbericht.) M Der Text solcher Abmachungen ist nicht dazu da, um der Lennep ist ab 15. Mai bis 15. Juni burch den französischen Oberst Mitgliedschaft klar zu sagen, wie die getroffene Entscheidung de Reals der Belagerungszustand verhängt. Eine in der zu verstehen ist. Zum Teil wird sich das erst in der Praris Nacht von Sonnabend zu Sonntag stattgefundene Schießerei der nächsten Entscheidungen zeigen, auf die sich Moskau offenam Bahnhof Lennep ist Ursache diefer Maßnahme. Sechzehn Schuß, bar durch die Delegation Radeks einen unmittelbaren Einfluß Höchst a. M., 15. Mai.( WTB.) Die Höchster Farbwerte find anscheinend aus einer Maschinenpistole gefeuert, fielen gegen das vorbehalten hat, um allzu große„ Dummheiten" bei den deutheufe Nacht von den Franzosen befeht worden. Bahnhofsgebäude. In der Schußweite liegt der Raum, in dem die schen Kommunisten zu vermeiden. Soweit der Tert der Verfranzösische Hauptwache und die franzöfifchen Wachoffiziere unter- einbarungen schließen läßt, sind der Opposition, die Heinrich gebracht find. Ohne irgendeine nähere Untersuchung von franzo Brandler noch nach dem Skandal in Essen„ hinauswerfen" bedeutende 3ugeständnisse gemacht Fischer Seite über den Grund der Schießerei verhängte der franzö- wollte, fische Oberst den Ausnahmezustand und droht, falls binnen vier worden. Die von den Berlinern immer wieder erhobene Tagen die Täter nicht ermitelt werden, den Bürgermeister Forderung nach einer besonderen Berliner Beilage von Lennep zu verhaften und der Stadt eine Geldbuße aufzu- der„ Roten Fahne" ist zwar abgelehnt, fehrt aber in der Beerlegen. Wie verhält sich nun aber die Sache? Am Sonnabend abend willigung einer zweimal monatlich erscheinenden Beilage, in durchzogen total betrunkene französische Soldaten die Straßen, und der aufs neue auftauchende Fragen für die ganze Partei" in den Abendstunden wurde es besonders schlimm. Die Bevölkerung behandelt werden sollen, wieder. Die Zentrale foll durch wurde von einer berechtigten Unruhe befallen, weil man große Aus- weitere vier Vertreter der Opposition auf der beschreitungen der franzöfifchen Soldateska befürchtete. Daß das Ber vorstehenden Zentralausschußsizung verstärkt werden. Da hältnis zwischen einzelnen Offizieren und Mannschaften, haupt man faum Ruth Fischer und Maslom wählen wird, so fächlich Reservisten, fein besonders gutes ist, ist nur zu gut bekannt. ist darin vielleicht der schon bei den letzten EinigungsverhandAn diesem Tage wurden auch etwa 40 franzöfifche Soldaten ab lungen zutage getretene Versuch zu erblicken, die Opposition gelöst und fuhren am Sonntag zurück in ihre Heimat. In der Nacht durch heranziehen zu verantwortlicher Arerfolgte die Schießerei auf das Quartier der Offiziere. beit" in eine radikale und eine gesunde" Opposition zu Spalten. Die Abhaltung eines Parteitages wird von der Exekutive ausdrücklich verboten und auch in Zukunft die Anberaumung eines Parteitages von der Genehmigung Mostaus abhängig gemacht, da Moskau von einem Parteitag nicht mit Unrecht eine Vertiefung der Parteidifferenzen befürchtet. Ludwigshafen, 15. Mai.( MTB.) Ueber die militärische Besetzung der Badischen Anilin und Sodafabrit wird noch folgendes gemeldet Heute früh gegen 4 Uhr wurde französische Kavallerie in der Nähe des am Rhein gelegenen Bezirksamtsgebäudes bereitgestellt, um 6 Uhr wurden der Oberbürgermeister sowie die Spigen der Stadtverwaltung und der Bezirksamtmann benachrichtigt, daß sie sich um 7 Uhr morgens bei den französischen Bezirfsdelegierten einzufinden hätten. Dort wurde ihnen von dem französischen Bezirksdelegierten Mitteilung über die Besehung und ihren Zwed gemacht. Die Arbeiter der Morgenschicht, die sich um 8 Uhr vormittags zur Arbeit begeben wollten, da sie von der Befejung teine Renntnis hatten, und die sich, als ihnen der Zutritt zur Fabrit verwehrt wurde, in Trupps in der Nähe der Fabril ansammelten, wurden von berittenen Spahis mit gezogenem Säbel auseinandergetrieben. Spahis und franzöfische Gendarmerie zerstreuten jede Menschenansammlung in den Seitenstraßen. Die Aufregung in der Bevölkerung und besonders in der Arbeiterschaft über die Belegung ist sehr groß. 3u 3wischen fällen ist es bisher noch nicht gekommen. Um Anfammlungen zu vermeiden, hatte die französische Besatzungsbehörde Maßnahmen getroffen. Der Land- und Straßenbahnverkehr im Stadtteil Nord in Ludwigshafen mußbe in der Zeit von 5 bis 8 Uhr eingestellt werden, ebenso war der gesamte Verkehr im Stadtteil von 5 bis 8 Uhr verboten. Die Direktion der Badischen Anilin- und Sodafabrik war von der Befehung vorher nicht benachrichtigt worden. Es ist ihr bisher Marksturz ist Stinnes- Trumpf. Wie nun aber einwandfrei durch die deutsche Behörde festgestellt ist, ist mit franzöfifcher Munition geschossen worden. Die am Tage darauf gefundenen Projektile find Geschoffe der franzöfischen Armee. Das am Boden des Geschosses angebrachte Fabrit. zeichen zeigt die französische Fabrikmarte. Aber alles das genügt dem fleinen französischen Oberst mit dem martialischen Schnurbart nicht. Er muß die deutsche Bevölkerung die Kralle der„ Grande Nation" fühlen laffen. Das ist Poincarésche Politik. Bolitisch wird der Zentrale zwar ihre„ revolutionäre proletarische Führung" bescheinigt, gleichzeitig aber eine Reihe von Abweichungen" nach Richtung des gefährlichen Protest gegen die Schweizer Mordtat. Opportunismus festgenagelt. Charakteristisch für die vollParis, 15. Mai.( EE.) Aus London wird der hiesigen„ Chicago Die Geschäftsleitung der Sozialdemokratischen Partei der kommene Hilflosigkeit des Kommunismus gegenüber den Tribune" gemeldet: Gestern fand eine Sigung der Vertreter aller Schweiz veröffentlicht eine Rundgebung zur Ermordung Borowskis, theoretischen und praktischen Problemen der europäischen Arbeiterbewegung ist dabei der Eiertanz, der aufgeführt großen Weltschiffahrtslinien in London statt. Hugo Stinnes nahm in der es u. a. heißt: Nach den ersten Darstellungen erscheint das Attentat als indivi. wird, um sich um eine flare Stellungnahme zum Staat an ihr in etwas dramatischer Weise teil. Die Konferenz habe seine duelle Handlung eines einzelnen, der sich durch ein verbrecherisches herumzudrücken. Die Phrase vom„ Zerbrechen des StaatsTeilnahme nicht gewünscht, er habe aber erklärt, daß er zu sprechen Mittel für in Sowjetrußland angeblich erlittene Unbill rächen wollte. apparates" wird gegenüber einigen verdächtigen Formulie wünsche, weil er eine große Hamburg- Amerika- Gesellschaft vertrete. Die weiteren Feststellungen werden ergeben, ob diese Annahme zu- rungen der Zentrale zum sächsischen Problem erneut Unter den Delegierten herrschte einige Aufregung, und man wollte trifft, oder ob die russischen Vertreter nicht vielmehr das Opfer eines unterstrichen, aber in einer Form, daß sich dabei jeder Stinnes nicht zulaffen. Stinnes erklärte aber, falls man ihn aus gegen Sowjetrußland gerichteten terroristischen Unter- benken kann, was er will. Es heißt von der Arbeiterschließe, werde er bei dem gegenwärtigen Stand der deutschen nehmens geworden sind. Baluta fowie den niedrigen deutschen Arbetterlöhnen Wie dem auch sei, so steht das eine feft: daß es die schweize- regierung:. „ Sogar für den Fall, daß sie dieselben Formen benutzt wie der feine Schiffe zu niedrigeren Preisen fahren lassen fönnen als andere rischen Behörden am erforderlichen Schutz der ruffischen Delegation Gesellschaften. Eine erregte Erörterung folgte. Schließlich habe an der Lausanner Friedenskonferenz haben fehlen laffen. Während bürgerliche Staat- Polizei und Reichswehr, wird es nicht die man Stinnes die Teilnahme gestatten müssen. Stinnes habe die Bertreter anderer Staaten eines weitgehenden Schußes von jetzige Schupo und Reichswehr in der augenblidlichen Zusammendann lebhaften Anteil an den Erörterungen genommen. Am Schluß feiten der schweizerischen Behörden genießen, fümmerte man fich fehung und Führung sein können." um die Sicherheit des Lebens der russischen Delegation in feiner der Gizung schüttelte er allen franzöfifchen Delegierten die Hand Weise, trotzdem auf dem heißen Boden der Konferenzstadt schon das und sagte:„ Auf Widersehen; ich hoffe, Sie auf der nächsten Tagung drohende Gebaren der sogenannten Nationalen Liga, dieser in Hamburg zu sehen". faschistischen Nachaffung, zur äußersten Borsicht hätte mahnen müssen. Gegen ein solches Verfahren erheben wir lauten Brotest. Höher als politische Erwägungen steht uns der Schuß des Menschenlebens, und wo Gefahr vorhanden ist, ist dieser Schuß auch dann zu gewähren, wenn man mit den durch die gefährdeten Bersonen vertretenen politischen Anschauungen nicht einverstanden ist. Es läßt sich zur Stunde nicht übersehen, welche Folgen das wird. Sollten aber die bereits aufgetauchten Befürchtungen zutreffen, daß Repreffalien ergriffen oder die in Rußland ansässigen Schweizer ebenso fchußlos tüdischen Ueberfällen preisgegeben würden, wie das mit den Mitgliedern der russischen Delegation in der Schweiz geschah, so sei schon heute festgestellt, daß die volle Berantwortung dafür jenen Landesbehörden der Schweiz zufällt, haben. Zu solchen Formulierungen, die dehnbar sind wie Kautschuk, muß die Erefutive greifen, weil sie sich außerstande fühlt, für die eine oder andere Seite entscheidend Partei zu ergreifen. Scheinbare Herrin der deutschen Partei durch die Beherrschung der materiellen Unterstützung und als Trägerin des russischen Nimbus, weiß sie doch genau, daß eine neue Spaltung der deutschen Kommunisten ihrem in Westeuropa zusammengeschrumpfen Ansehen bei den Arbeitermassen den Todesstoß geben würde. So geht sie den Weg des Vertuschens und Verkleisterns, der auch für die Interessant ist an dem langen Dokument noch das offene Bekenntnis zur nationalistischen Hetze. Nachdem auseinandergefekt ist, daß die deutsche Bourgeoisie sich der Entente nur noch unterwerfen tönne, heißt es dann: " Deshalb müssen die von ihr entfesselten nationalen und Der englisch- russische Konflikt. Condon, 15. Mai.( WTB.) Die Presse befaßt sich eingehend mit der russischen Antwortnote. Der heutigen Debatte im Unterhaus über bie russische Frage wird mit größtem Interesse entgegengesehen. Daily Chronicle", der in der russischen Antwort Anzeichen eines verföhnlichen Geistes sieht, gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die ruchlose Attentat für die in Rußland lebenden Schweizer haben Kommunisten auf die Dauer zur Unmöglichkeit werden wird. britische Regierung die durch die russische Note gebotene Gelegenheit, aus dem Zustande des Ultimatums herauszukommen, benußen werde. Daily News" meint, die russische Antwortnote spre he die Sprache des Friedens und gebe dem Kabinett eine ausgezeichnete Gelegenheit, das Ultimatum ohne Berlust an Würde auszulöschen. Wenn Lord Curzon und die übrigen Extremisten im Rabinett nicht entja toffen feien, tofte einsehen, wie dieses Angebot abgelehnt werden könne. Das russische Angebot scheint eine ausgezeichnete Gelegenheit zu bieten, um die zu stellen.„ Daily News" bezweifelt, daß die britische Regierung englisch- russischen Beziehungen auf eine vollkommen neue Grundlage bereit ist, die Berantwortung für eine glatte Ablehnung zu über nehmen. Der diplomatische Berichterstatter des Blattes schreibt, die russische Note sei genügend geschicht entworfen, um den größten Teil der Verantwortung für den Bruch der Beziehungen auf die britische Regierung fallen zu laffen. England werde der Weg leicht gemacht, Der Rüdgang der Devisenkurse setzte sich heute im offiziellen eine Regelung zu vereinbaren, wenn es wirklich eine Regelung wünsche.„ Times" schreibt dagegen, es bestehe jeder Grund zu der Berkehr noch weiter fort. Die Reichsbant nahm einige Abgaben Annahme, daß die Beziehungen zwischen Großbritannien und Ruß- Dor, offenbar in der Abficht, um auf die Gestaltung der Warenland fich in jeder Hinsicht bessern würden, wenn der augenblickliche preise beruhigend zu wirken und damit die jetzt in allen Gewerben Streit mit der Sowjetregierung in einem Bruch ende. Der Han in Gang befindlichen Lohn verhandlur.gen zu beeinfluffen. Dollar bel würde dadurch am allerwenigsten leiden. Die russische Note fei noten wurden in der ersten Börsenstunde mit 42 100 bis 42 150 eine Erwiderung, die feine britische Regierung als befriedigend an- gehandelt. Etwas regeres Interesse zeigte sich für Bolen noten fehen könne. Ein Bruch werde eine Erleichterung sein.„ Daily zum Kurse von 87. Im Effektenfreiverkehr herrschte wesentlich Telegraph" schreibt, es müsse zugegeben werden, daß die Moskauer schwächere Tendenz, da die Spekulation mit Rücksicht auf die angebNote in der ausgesprochensten Weise von den meisten der von dieser Seite eingegangenen Mitteilungen abweiche. Es sei Mar, daß die lich zu erwartenden Krediteinschränkungen und die bevorstehende Aussicht auf eine Unterbrechung der offiziellen Beziehungen zwischen Pfingstpaufe die Engagements nach Möglichkeit abbaut. Lediglich ben beiden Regierungen in Moskau mit Bestürzung angesehen werde. für Montanwerte bestand nach wie vor rege Nachfrage. es was es wolle, die Beziehungen abzubrechen, fo fönne man nicht die fich so leichtfertig über die elementarsten Pflichten hinweggelegt nationalistischen Stimmungen fich letzten Endes gegen fie wenden." rung. Und deshalb ist es etwa nicht Aufgabe der Kommunisten, Die Nachteile des Zweikammersystems zeigen sich jetzt in geordnetenhaus, nicht aber der Senat eine Mehrheit für die Regie fichtslosigkeit verurteilt sind, nein, nach komunistischem Rezept Spanien. Dort hat nun nach den Neuwahlen zwar das Ab- on vornherein sich mit der gesamten Arbeiterschaft gegen diese nationalistischen Stimmungen zu wenden, die zur Ausmüssen umgekehrt die Kommunisten den kleinbürgerlichen usw. Massen" zeigen, daß nur die Arbeiter. flaffe, nachdem sie.gefiegt hat, imftande sein wird, den deutschen Boden, die Schäße der deutschen Kultur und die Zukunft der deutschen Nation zu verteidigen". Devisenrückgang. " In gutes und verständliches Deutsch übertragen, ist das ziemlich dasselbe, was die Hitler und Bulle- Leute auch sagen. Die Novemberverbrecher", die ja doch zu fch I app und zu fe ig e" sind, einen wirklichen Kampf für Deutschlands Erneuerung zu führen, sie müssen zunächst be= feitigt werden, und nach dem Siege über sie wird man die deutsche Nation, der eine faschistisch, der andere kom. munistisch herrlichen Zeiten entgegenführen". Die Rote Fahne" wird verstehen, wenn wir für diese angenehme Perspektive ergebenst danken. Wenn es noch eines Beweises für die vollständige Ad» I Stocken gsrcn.en. Jedes politische Leben ist durch die Willkür der hängigkeit der deutschen Kommunisten von den we6)Ielnden staatlichen Bureaukratie bedroht. Den Minderheitsvölkern Bsdürsnisscn der russischen Außenpolitik bedurft hätte, dann wird das Leben im Staate immer schwerer gemacht, ihre Schu- genügt es, auf den heute in der„Noten Fahne" ver- len werden gedrosselt, in einer sinnlosen Straßen- offentlichten Aufruf gegen einen angeblich in Aussicht stehen- den„neuen Weltkrieg" hinzuweisen. Jeder deutsche'Arbeiter begreift, daß Deutschland, um zu einer Lösung der Repara- tionsfrage zu kommen, den von England angesponnenen Fa- den aufnehmen und auf die englische Antwortnote in einem Sinne eingehen muß, der eine W e i t e r f ü h r u n g der Verhandlungen bis zur Begleichung der Differenzen ermöglicht. Insbesondere weiß doch jeder Arbeiter, daß das deutsche Kapital endlich zur Anerkennung seiner Zahlungspflicht gezwungen werden muß. Die russische Außenpolitik weiß es besser. Sie sieht in England den gefährlicheren Feind. Deswegen soll Deutschland und der deutsche Arbeiter Vorspanndienste leisten, er soll von der Auseinandersetzung mit dem französischen Militarismus, der die Ruhr besetzt hat, abgelenkt werden, weil das die Russen weniger interessiert als ihre imperialistischen Streitig- keiten, die sie in Asien mit England ausfcchten müssen. Nicht Verständigung, sondern Kampf, nicht fried- liche wirtschaftliche Entwicklung, sondern Unruhe und Ver- wirrung ist die Parole, mit der die Bolschewiki die deutschen Arbeiter an die Seite der deutschen Reaktiv- n ä r e führen. Jawohl,„die Stunde der Entscheidung naht", aber im anderen Sinne als der kommunistische Aufruf meint. Es naht die Stunde der Entscheidung darüber, ob es endlich gelingen wird, an Stelle des europäischen Wirrwarrs eine friedliche Verständigung, die allein den Ausstieg der Arbeiterklasse verbürgt, treten kann. Dafür und nicht für die Bedürfnisse der russischen imperialistischen Staats- Politik werden die deutschen Arbeiter sich einsetzen. tafelpolitik lost sich das Vestreben der tschechoslowakischen Gewalthaber aus, die Republik zu einem tschechischen Nationalstaat Memel und Litauen. Wirtschaftliche Schwierigkeiten. Aus Memel wird uns geschrieben: Am Montag, den 7. Mai, wurde durch den litauischen Minister- Präsidenten Galvanauskas die Autonomie des Memelgebietes zu machen. Einer solchen Politik müßte die tschechoslowakisches oerkündet. Ueberaus kompliziert sind die durch die neue politische Sozialdemokratie, wenn sie sich nur etwas an ihre Vergangenheit' Konstellation geschaffenen wirtschaftlichen Verhältnisse im Memel- Marschattsgereüe. Ffoch und Hindcnburg. F o ch� sagte am Montag in Prag: Als wir unsere Waffen in siegreichem«vturm gegen den Rhein trugen, geschah dies für die Unabhängigkeit aller unterdrückten Nationen. Wir haben für die Sache der Freiheit ge- kämpft. Sie haben uns gezeigt, in welchem Geiste vorgegangen werden mufr Wenn der Tag kommen wird, an welchem wir noch einmal für die Freiheit kämpfen werden, werden wir dies so wie in der Vergangenheit tun und rechnen auch mit Ihnen. Hindenburg ließ sich zugleich gegenüber amerikani- scheu Journalisten so vernehmen: Wir werden Vergeltung haben, und wenn es hundert Jahne dauert, denn d'« Geschichte wiederholt sich. Und was ich mehr als alles in der Welt wünsche, ist, daß ich selb st noch einmal die Waffen gegen Frankreich ergreisen dürfte. Herr Fach, der immerzu„für die Freiheit kämpft", ge- währt einen ebenso grotesken Anblick wie Herr 5iindenburg, der durchaus„noch einmal die Waffen ergreifen" will. Mögen sie, die während des Krieges in weichen Betten geschlafen haben, einmal persönlich gegeneinander mit Hand- granaten losgehen, vielleicht gewöhnen sie sich nachher die dummen Reden ab. � Prag unü Hamburg. Tie tschechische Koalitionspolitit. Der Artikel des Genossen I l l o o y„Prag und Ham- bürg" in unserer Abendausgabe vom 8. Mai findet in der deutschen Parteipresse der Tschechoslowakei lebhafte Eni- gegnungen. So schreibt der Reichenberger„Freigeist": In der Tschechoslowakei herrschen die reaktionären Parteien ohne hindernde Schranken. Sie setzen auf allen Gebieten des össent. lichen Lebens ihren Willen durch und gewinnen unter der Koali- tionsregierung, für deren Erhaltung die tschechischen Sozialdemo- kraien alles tun, was von ihnen oerlangt wird, täglich an Macht. Seit vielen Monaten ist die sozialpolitische Gesetzgebung infolge des Einspruches der bürgerlichen Machtgruppen völlig ins erinnern wollte/ ein Ende machen. Aber sie s ch w e i g t zu allen Klagen der Minderheitsoölker, deckt durch ihre Zu- geHörigkeit zur allnationalen Regierungskoalition die Ungerechtig- kellen der staatlichen Behörden und macht sich so mitschuldig an der nationalistischen Vergiftung der ganzen inneren Politik Von einer Aowahr der Vorstöße der tschechischen bürgerlichen Parteien durch die tschechoslowakische Sozialdemotralie innerhalb der Koalition ist weil und breit nichts zu spüren. Zum Schluß wird im Hinblick auf Hamburg die Hoff- nung ausgesprochen, daß die tschechische Sozialdemokratie unter dem Einfluß der Internationale„endlich den Weg zurückfinden wird zu den Grundsätzen des Sozialismus und der Demo- kratie, die sie als Angehörige der jetzigen Koalitionsregierung nahezu in allen Fragen des politischen und sozialen Lebens preisgegeben hat, um mit an der Regierung zu bleiben." Die Internationale ües Sürgerkrieges. Der Kappist Oberst Bauer hält sich schon seit längerer Zeit in Oesterreich auf und versucht von hier aus die deutschvölkischen Umsturzplön« zu fördern. Ueber seine Tätigkeit lesen wir u. a. in der.Wiener Morgen zeitung": »Das Zusammenspiel der völkischen Kriegshetzer in Deutschland und in Oesterreich dauert trotz aller Ver- tuschungen und Ableugnungen ungeschwächt fort. Es scheint, daß die Völkischen mit ihrem durch die Ruhrkrise bereits erreichten Erfolg im Auftrage des französischen Imperialismus noch nicht zufrieden sind, vielmehr durch immer neu« Reizungen die Kosoli- d i e r u n g der inneren Verhältnisse in Deutschland und die Sanierung in Oesterreich unbedingt verhindern wollen. In Wien entfaltet der steckbrieflich verfolgte Oberst Bauer, der, wie schon berichtet, bei dem Professor Otte in der Sieveringer Haupt- straß« wohnt, ganz öffentlich leine Tätigkeit zur Organisierung des Bürgerkrieges. Er hat am vergangenen Montag abend eine Besprechung des Freikorps Oberland geleitet. In dieser Ver- sammlung wurde besSzlossen, Hitler als Oberhaupt aller Terrorverbände Oesterreichs anzuerkennen. Hitler will in der nächsten Zeit nach Oesterreich komnren und öffentliche Versammlungen in Wien und in den Hauptstädten der Bundesländer abhalten. Zu Pfingsten soll eine große Kundgebung des deutscharischen Wien bei Gelegenheit der Fahnenweihe der Frontkämpfer stattfinden." Der �republikanische" Hauptmann. Vor kurzer Zeit fand in Breslau ein Beleidigungs» Prozeß statt, in dem ein Hauptmann Fischer vom Reichs- wehrreginient Rr. 7 durch eidliche Zeugenaussagen der unglaub- lichsten Verhetzung seiner Mannschaften gegen die Republik überführt wurde. Er hat es fertig gebracht, vor seiner Kompagnie nicht nur die Rcichsfahne als Judenfahne zu beschimpfen, sondern auch schlankweg zu erklären, daß die Reichs- wehr zu gegebener Zeit der.Schweinebande von sozialdemokratischer Reichsregicrung"— worunter er die Regierung Wirth verstand— die„Gurgel durchschneiden" werde. Den Rathenaumord de- zeichnete er als ein« lächerlich« Lappali«: von diesem .Iudcnjungen" solle man nicht so viel Zlufhebens machen, da man genug von dieser üblen Sorte hätte. Ein Breslauer Blatt hatte dies« Tatsachen seinerzeit mitgeteilt. Das Offizierkorps trat darauf- hin als Kläger auf und der beklagte Redakteur wurde wezen Be- leidigung zu Geldstrafe verurteilt. Dann endlich erhielt der Reichs- wehrminister Kenntnis von der Hetze in dem Breslauer Truppenteil und suspendiert« den merkwürdigen Erzieher republikanischer Sol- baten vom Dienst. i_ Die erste Rangliste des deutschen Reichsheeres nach dem Kriege erscheint demnächst im Verlage der Buchhandlung E. S. Mittler u. Sehn. gebiet. Handel, Industrie und Schiffahrt stehen im Zeichen einer schweren Krise. Die industriellen Betriebe sind in letzter Zeit zu umfangreichen Arbeiterentlassungen gezwungen worden. Man zählt heute zirka 180 Erwerbslose, für die monatlich 47S Millionen , Unterstützung gezahlt werden müssen. Der Absatz im Handel stockt völlig. Die Aufnahmefähigkeit des litauischen Hinterlandes ist be- deutend geringer als man angenommen hat. Eine Folge der Herr- schenden Kreditnot und Geldkrise ist drückende Geschäftsstille und der Mangel an Unternehmungslust in den kaufmännischen Kreisen. Es wird oersichert, daß sich viele Betriebe bereits mit dem Gedanken be- fchäftigen, ihren Sitz von Mcmel zu verlegen oder aber in hohem Maße abzubauen. An dieser betrübenden Wirtschaftslage sind neben dem Marksturz und die Unsicherheit über die wirtschaftspolitische Lage die Zoll-, Verkehrs- und Geldkalamitäten schuld. Nach Ansicht der memellöndischen Kaufmannschaft ist der litauische Zoll- t a r i f sowohl in seinen Zollsätzen wie in seiner praktischen Hand» habung durchaus ungeeignet, nicht nur für das Memelgebiet, fon- dern auch für Litauen selbst. Durch die Zoll- und Akzisesätze wird insbesondere der Arbeiterschaft eine unerträgliche Belastung auf- erlegt, da sie zur Verteuerung der Lebenshaltung führen müssen. Gegenüber dem ersten Vierteljahr.1922 ist im ersten Vierteljahr 1923 die Zahl der Frachtbriefe um 40 Proz., der Eil- frachtbriefe um 51 Proz., der Wagenladungsverkehr um 6S Proz. und der Hafenverkehr im Eingang um 34 und im Ausgang um 31,4 Proz. zurückgegangen. In ganz Litauen wurden am 1. April 1923 nur 201 Betriebe mit 4241 Arbeitern and 7695 Pserdekräften gegenüber dreimal so viel Betrieben mit mehr als viermal so vielen Arbeitern und 16 827 Pferdekräfteo im Memelgebiet sesigeslellt. Es ist zu hoffen, daß an diesen wirtschaftlichen Tatsachen die litauische Regierung nicht vorübergeht und dem Memelgebiet die Freiheiten einräumt, die zum Gedeihen einer Industrie im Interesse des Memellandes und Litauens notwendig fft. In einer Besprechung, die am Tage der Verkündung der Autonomie stattfand, erkannte der litauische Mini st erpräsident die großen Schwie- rigkeiten an, bezeichnete sie aber als vorübergehend und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die neue politische Konstellation zur wirt- schaftlichen Entwicklung des Memellandes und Litauens beitragen wird, denn dos Becken des Memelstromes sei Litauens natürlich?? Ausgang zum Meere. Der beschlußunfähige Reichstag. Der Reichstag fetzt« heut« vormittag 11 Uhr die Beratung des Haushalts des Innern fort. Beim Kapitel Reichsgesundheitsami warf Genossin Kunerl dem Präsidenten des Reichsgesundheitsamts, Dr. Bumm, vor, nicht rechtzeitig die notwendigen hygienischen Schutzmaßregeln angeordnet zu hoben, um den furchtbaren Nieder- gang unserer Volksoesundheit zu verhindern. Notwendig sei die Errichtung eines besonderen Reichsgesundheitsministeriums. Für ein« Entschließung der Deutschnationalen, in der die Reichs- regierung aufgesorderl wird, zu prüfen, ob die Organssation der sächsischen Landespoiizei nicht gegen die Vorschriften der Reichs- Verfassung und der Reichsgesetze verstößt, werden im Hammelsprung 129 Stimmen der Bürgerlichen für die Entschließung, und 95 sozm- listische und Kommunistische Stimmen gegen dieselbe abgegeben. Der Präsident stellt die Beschlußunsähigkeit des Hauses fest und beruft auf 125L Uhr die nächste Sitzung ein. In der neuen Sitzung wird die Entschließung gegen die Stimmen der Linken angenommen und der Rest des Etats debattelos erledigt. Die estnischen Parlamentswahien infolge der Auflösung wegen der Frage des Religionsunterrichts haben, wie es scheint, einen nicht unwesentlichen Erfolg der linksgerichteten Parteien ergeben. Es sind bisher gewählt: Landwirte 23, Sozialdemo- traten 15. Unabhängige Sozialdemokraten 5, Kom. rnunisten 10, Arbeitspartei(sozialistische Demokraten) 12, Volkspartei 8, Christliche Volkspartei 8, Nationalfrcisinnige 4, An- siedler 4, Russen 4, Deutsche 3, Wirtschaftspartei 2. Mieter 1 und demobilisierte Krieger 1. vatertag. Von Paul G l�tmann. Di« Berliner Bevölkerung hat an ihrem Muttertag endlich der Mutter die verdiente Anerkennung gebracht..Di« Mutter denkt an dich alle Tage: denke diesen Tag an sie!", wurde dem Berliner auf zahllosen Plakaten zu Gemüte geführt. Em Reger aus Zentral ofrika, der dieser Tage in Berlin zu Besuch war, soll freilich entsetzt die Frage an seine Umgebung gerichtet haben:.Werden denn in Deutschland die Mütter so schrecklich behandelt? Bei uns wäre es nicht nötig, so viel Geld zu verschwenden, um die Kinder zur Lieb« für die Mütter aufzufordern.' Wie dem auch sein mag, es ist schön. daß man an diesem Tag den Müttern Vergißmeinnicht oder Flieder geschenkt hat, als Dank für den teuren Spinat, den sie für die Kinder kaufen mußten. Das sinnige Gemüt, das der heutigen Generation fehlt, wurde wenigstens an diesem einen Tag, wie durch den Zauberskab einer Fee hervorgelockt. Aber was dem einen recht ist, ist dem andern billig. Als deutscher Vater erhebe ich hiermit flammenden Protest gegen diese einseitige Bevorzugung der Mütter, deren Verdienste ich damit nicht schmälern will. Hat der Mensch nicht mindestens ebenso einen Vater, wie er eine Mutter hat? Im Namen Hunderttausender deusscher Väter protestiere ich gegen diese Ungerechtigkeit und ver- lange die schleunige Einführung eines allgemeinen deutschen Vater- tages. Unsere Eigenschaften verdienen ebenso«in« Anerkennung, wie die der Mütter, rnid es ist einfach unerhört, daß man in führen. den deusschen Blättern, wie z. B..Dies Blatt gehört der Hausfrau", uns stillschweigend übergeht, während die Mütter derart gelobt werden, daß kein Auge trocken bleibt. Wer wagt es, an unfern Verdiensten zu zweifeln? Schwingen wir nicht am Stammtisch, auf der Kegelbahn oder auf Herrenausflügen mit Heldenausdauer Reden, um die verlorengegangen« Moral der deutschen Jugend wie- dcrzuerlangen? Verzichten mir nicht schweren Herzens, noch ein weiteres Glas Bier zu trinken, um es in Milch für unsere Kinder umzusetzen? Bleiben wir nicht, soweit es uns möglich ist, unfern Frauen tteu, obwohl andere Frauen oftmals unser Wohlgefallen erregen? Wie soll der Vatertag beschaffen sein, werde ich gefragt. Man kann uns doch nicht etwa Veilchen oder Lavendel schenken, um sie im Knopfloch zu tragen. Das würde dem Ernst der Sache wider- streben. Eine von mir angestellte Enquete bei etwa einem Dutzend deutscher Väter hat soviel verschiedene Anregungen ergeben, daß es recht schwierig erscheint, eine Grundlage für den allgemeinen beut- schon Vatertog zu schaffen. Der eine stimmte für das sinnige Geschenk von Krawatten, durch deren Farbe und Muster sich sehr viel ausdrücken ließe, der andere teer für Hosenträger, wieder einer für eine warme Unterjacke mit dem Motto:„Wärme für den Vater", ein anderer wollt« sich mit einem halben Pfund Butter begnügen. Ich dagegen stimme für Zigarren. Di« Zigarre ist das sichrbarsts Symbol der Männlichkeit. Ihr Anblick verrät Einfachheit und Kraft, ihr Duft vereint die ge- heimnisvolle Schwüle der Tropen mit dem tiefen Hauch des deut- scheu Waldes. Jeder, der ein Herz für den deutschen Bater hat, schenke ihm an einem bestimmten Tage ein« oder mehrere Zigarren. Ich habe diese Idee einem Bekannten von mir, einem Zigarren- fabrikanten, mitgeteilt. Er war begeistert und sagte, wenn es mehr solcher Köpfe gäbe, so wäre es um die Zukunft des deusschen Volkes besser bestellt. Azetylen als Betäubungsmittel. In der„Klinsschen Wochen- schrift" wird als ein neuerdings aufgekommenes Betäubungsmittel das A z etylen genannt. Das zu Bcleuchtungszwecken dienende Azetylen hat bekanntlich einen besonderen durchdringenden Geruch, der von allerlei Verunreinigungen, z. B. dem hochgistigen Phosphor- wassevftoff, herrührt. Das zu klinsschen Zwecken benutzte Azetylen ist von ollen diesen Beimengungen besrett und daher zwar nicht völlig geruchlos, aber es Hot keinen unangenehmen Geruch. Seine Wirkung als Anäfthetitum beruht wahrscheinlich auf einer Störung der Sauerstosfaufnahme durch die Nervenzellen. Es wird ein Ge- misch von diesem c reinigten Azetylen und Sauerstoff durch eine fest abschließende Maske' eingeatmet. Das Bewußtsein schwindet schon nach 1 bis 3 Minuten, und in ebenso kurzer Zeit erfolgt das Wiedererwachen. Diese Schnelligkeit in der Wirkung ist sür Arzt und Kranke gleich angenehm. Lästig« Folgen, wie Uebelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und dergl., sind, wenn"überhaupt vor- Händen, von kurzer Dauer. Nachwirkungen gefährlicher Art sind in den bisher beobachteten 220 Fällen nicht eingetreten. Die Derwen- dung des Azetylens wird, wie man sieht, immer vielseinger. Gegen die kälkerückschlägc. Di« bekonnten drei Eis- heiligen sind bekanntlich nicht die einzigen Tage, an denen sich bei uns Kälterückschläge einstellen. Wir haben vor einigen Iahren noch im Juni sehr unangenehme Nachtfröste gehabt. Selbstverständ- lich sind diese Erscheinungen nicht auf Deutschland beschränkt, s« machen sich in allen Ländern der gemäßigten Zone bemerkbar. Bei uns leiden meist die Bohnen sehr, aber auch das Obst. In Kali- sornien, einem Lande, wo der Obstbau eine besonders hohe Blüte erreicht Hot, ist man zu einem geregelten Wetterdienst über- gegangen, um solchen Schäden vorzubeugen. Der Wert der Orangen- ernte Kaliforniens wurde im Jahre 1921 auf 100 Millionen Dollar geschätzt; im vergangenen Jahre aber wurde durch Nachtfröste die Hälfte der Frücht« vernichtet. Diese Erfahrung hat dazu geführt, daß die bereits bestelzenden Vorbeugungsmaßregeln besser ausgebaut wurden. In den Orangen- und Zitronsnoärlen sind Hunderttausende von Frostschutzöfen neu aufgestellt worden, Zentralstellen sind«in- gerichtet, die Petroleum und Benzin in großen Mengen vorrätig halten, und fliegend« Kolonnen stehen bereit, um auf telegraphische und telephonische Weisung sich on Ort und Stelle zu begeben, Feuerungsmaterial mitzubringer und die Oefen anzuzünden. Ein Wetterbureau mit 204 Beobachtungsstellen in Kalifornien gibt die Warnungen und Anweisungen: seine Leistungen haben sich bis jetzt aufs best« bewährt. Man hat die Ueberzeugung gewonnen, daß diese „Cooperation", d. h. Zusammenarbeit, sich gut bezahlt macht. Die Ruinen von Karthago. Die Ausgräber, die in den Ruinen vergangener Kulturen nach Schätzen suchen, sind nach der langen Pause des Krieges in vielen Teilen der Welt geschäftig. In Aegypten ist ein großckrtiger Pharaonenschatz ans Lichl gekommen: auf der Stätte des alten Ur spürt man den Bauten der Chaldäer nach, und eine eifrige Tätigkeit entfaltet sich ebenso in Jerusalem und in den Städten der alten Philister wie auf den Inseln des Stillen Ozeans oder im südlichen Mexiko. Besonders hat man sich in letzter Zeit auch mit den Ruinen von Karthago beschäftigt. Die Verhältnisse liegen hier sehr eigenartig. Di« Küste hat sich stark verändert seit den Tagen, da die Römer ihren gefährlichsten Nebenbuhler ver- nichteten. Dos Meer hat die Ruinen der Mauern überflutet, die die Karthager einst gegen die Angriffe der Wellen erbaut hatten. Einige von diesen altkarthagischen Mauersteinen kann man noch sehen, wenn man vom Boot in dos seichte Wasser blickt, das die Küste umsäumt. Genauere Beobachtungen aber hat das Flugzeug gemacht, das hier wohl zum erstenmal in den Dienst der Archäologie gestellt wurde. Indem man über der Wasserfläche an der Küsten entlana flog, tonnte der Verlauf der alttarthagischen Seemauer auf über 11 Kilometer hin festgestellt werden, und man hat vorzügliche photographische Auf- nahmen von dieser unter Wasser liegenden Mauer gemacht. Don den Ausgrabungen an der Stätte des alten Karthago sind kein« be- deutenden Funde zu erhoffen. Wohl kaum läßt sich in der Welt. geschicht« ein zweiter Fall nachweisen, bei dem eine Stadt so von Grund auf zerstört wurde, wie Karthago durch die Römer. Wenn auch nicht, wie die römischen Schriftsteller erzählen, der Pflug über da« mehr als 30 Quadratkilometer umfassend« karthagische Gebiet geführt wurde, so blieb doch von den Gebäuden nichts übrig. 17 Tage lang wüteten die Römer mit Feuer, bis tassächlich kaum noch ein Stein auf dem anderen geblieben war. Später erbauten sie eine Stadt an derselben Stell«: nach ihnen siedelten sich die Vandalen an, dann die Griechen, danach die Araber und andere Völker. Alle diese haben Steine des alten Karthago zum Aufbau ihrer Häuser verwendet, und die Ausgräber, die die Stätte der punischen Hauptstadt wisscnscbaftlich durchforschen wollten, müßten die verschiedensten Schichten aufeinanderfolgender Kulturen aufdecken. Diese Arbeit aber dürfte, wenn sie auch keine hervorragenden künstlerischen Funde liefert, für die Weltgeschichte von hohem Wert sein, denn wir wissen noch wenig von diesem kühnen und zähen Volk der Punier, das zwar von dar Erdoberfläche durch einen grimmigen Gegner fortgefegt wurde, dos aber in der Entwicklung des Weltverkehrs die größte Rolle gespielt hat und geniale Söhne sein Eigen nannte. Im Teutscheu Theater beginnt die b-utig« Erstaussührung von Richard Beer-HoffmannS.Der Graf von Charolai»" um 7 Uhr. Barlachs.Toter Tag« wird am 21. im Neuen Volkstheater »ur ersten Auffiihiunq kommen. Auher Agnes Straub find in tra- «enden Rollen beschäftigt: Carl Ludwig A ch a, und«rlbert Wäscher. Regie: Paul Günther, Bühnenbild:(nach einer Zeichnung von Bar» lach) Leo Dahl. Eine kanadische Nordpolexpedition? Die kanadische Regierung kaufte da« Shacklctonfchiff Ouest an, das zu einer RordpoleMedttilnr au». gerüstet werden soll. „ Der Gemeindebetrieb ist schuld." Das Markenbrot wird teurer. Gewerkschaftsbewegung. Die Ernährungsdeputation war gestern genötigt, infolge der geDie städtische Ueberwachungsanstalt hat einen eingehenden Bestiegenen Gesellenlöhne( von 72 000 auf 86 000 pro Boche) den richt über ihre Kontrolltätigkeit der Presse zur Verfügung gestellt. Preis für das Martenbrot von 900 auf 950 Mart und für Papiermarklöhne. Der Leiter des Ueberwachungsamtes, Stadtrat Schüning, den die Martenschrippe von 30 auf 32 Mart zu erhöhen. Es die„ Deutsche Tageszeitung" als einen„ gewiß tüchtigen Verwal- muß aber mit Bestimmtheit damit gerechnet werden, daß auch diese Staate New York die Durchschnittslöhne 26,92 Dollar oder Wie der Foreigne Breß Service meldet, betrugen im März im tungsprattifer" bezeichnet, berichtet, daß insgesamt etwa vier Preise in nächster Zeit noch anziehen werden, ganz abgefehen davon, 71 Cents mehr als im Januar dieses Jahres. Aus der Meldung tausend Fälle von Diebstählen behandelt worden sind. daß dann der Politik der bürgerlichen Parteien vom 15. August ab Es werden eingehende Mitteilungen über Art und Umfang der die Getreideumlage und damit auch die Zwangsbewirtschaftung für geht nicht hervor, ob es sich um einen allgemeinen Durchschnittslohn Diebstähle gemacht. Es geht daraus hervor, daß die Diebstahl Brot wegfällt. Damit wird fast die ganze Bevölkerung bis auf die beiter, oder nur um einen Durchschnittslohn der männlichen Arsowohl der männlichen wie der weiblichen und jugendlichen ArUnterstützungsberechtigten gezwungen sein, freies Brot zu beziehen, beiter allein handelt. seuche bei allen Unternehmungen immer noch außerordentlich deffen Preis nicht mehr der Kontrolle der Kommune untersteht. Sowohl die angeführten Löhne wie das groß ist. Bei unvermuteten Kontrollen in städtischen Werken und Fehlen der Angabe. daß es sich nur um männliche Arbeiter handelt, auf den Gütern wurden 87 Personen festgestellt, die städtisches laffen uns vermuten, daß es sich um einen allgemeinen Durch Fabrikbrände. schnittslohn handelt. Eigentum bei sich führten. Die Arbeiterschaft hat alle Veranlassung, Die Zehlendorfer Feuerwehr wurde wegen eines gefähr Nach einem Durchschnittskurs von 22 000 gerechnet, ergibt dies mit allen Mitteln die Bestrebungen zum Schuße des städtischen lichen Brandes nach dem Wert der Optischen Anstalt einen Wochenlohn von rund 590000 Papiermart. Im öffentlichen Eigentums zu unterstützen. Die" Deutsche Tages- von C. D. Goerz A.-G. in Schönom am Teltow fanat März betrugen andererseits in Berlin die Durchschnittslöhne der zeitung", deren unfachlicher und gehäffiger Ton gegen alles, was alarmiert, wo auf dem ehemaligen Gutshof von Schönow Teerteffel männlichen Arbeiter nach den abgeschlossenen gewerkschaftlichen Berstädtisch heißt, taum übertroffen werden kann, fnüpft an diefe unter enormer Qualmentwicklung brannten. Da die Flammen mit trägen zwischen 1300 und 1500 m. die Stunde oder zwischent dankenswerte Berichterstattung die Bemerkung,„ daß alle öffentliche Waffer nicht gelöscht werden konnten, wurde Sand zur Löschung 62000 und 72000 Mark die Woche. Nach dem WechselArbeit unfruchtbar bleiben muß, und daß der von den Sozialisten benutzt und die gefährdeten Gebäudeteile mit Wasser wirksam ge- furs berechnet, betrug also im günstigsten Falle der Lohn eines geDie Berliner Feuerwehr hatte in der Luriner merkschaftlich organisierten Arbeiters in Berlin im Monat März aller Schattierungen als allein seeligmachend bezeichnete Gemeinde- schützt. betrieb einfach unmöglich ist". Mit Spigbuben lasse sich kein ehr. Straße 27 einen Brand zu löschen, der in einer Schleiferei den zehnten Teil des Lohnes eines Arbeiters im Staate New liches Gewerbe betreiben. Die„ Deutsche Tageszeitung", die das ausgekommen war und an Holzkisten, Buklappen, Immobilien usw. Port. Wenn also die Unternehmer die Stirn haben, wie es z. B. schnell reiche Nahrung gefunden hatte. Es gelang die Flammen foeben die der Musikinstrumentenindustrie in Berlin taten, zu beschreibt, weiß natürlich ganz genau oder follte es wenigftens einzudämmen. In der Stolzenfelsstr. 2 in Oberschönemeide mußte haupten, die hohen Löhne der Arbeiter machten sie dem Auslande wiffen, daß die Diebstähle, namentlich Metalldiebstähle, eine in ein gefährlicher Kellerbrand gelöscht werden, der durch gegenüber fofurrenzunfähig, dann kann man aus diefer Gegenüberder ganzen Industrie weit verbreitete Erscheinung sind. In der Be- Fahrlässigkeit entstanden war.. stellung ersehen, was von derartigen Behauptungen zu halten ist. urteilung dieser Erscheinung find fich alle anständigen Elemente Bergleichen wir aber einmal, wie es sich mit den Realeinig. Jeder meiß aber auch, daß sie eine Folge unserer Nachlöhnen verhält, bzw. in welchem Verhältnis sich die Löhne seit friegsverhältnisse sind und erst langsam überwunden 1914 in ihrer Kauffraft verändert haben. werden können. Wenn man überhaupt nur im entfernteften die Absicht hätte, einen solchen Bericht der städtischen Verwaltung fach lich zu prüfen, dann müßte man ihn in Barallele mit den Verhältnissen in der Privatindustrie stellen. Wenn die Redakteure der " Deutschen Tageszeitung" fich bei Brivatindustriellen einmal erfundigen wollen, dann werden sie erfahren, daß die Stadt fich verhältnismäßig gegenüber den Zuständen in Privatbetrieben noch sehen lassen fann, und daß bei Ueberführung aller städtischen Betriebe in Privathand feineswegs weniger entwendet werden wird, als das jetzt der Fall ist. Auf solche rein fachliche Untersuchung fommt es aber nicht an. Bei den Herren gilt nur das eine Wort: der Gemeindebetrieb muß befämpft werden. Demgegenüber halten wir es mit dem offiziellen Etatsredner der deutschnationalen Frattion, Dr. Steiniger, der mit betonter Deutlichkeit darauf hinwies, daß die städtischen Werte und Güter im Interesse der Bevölkerung erhalten bleiben müssen. Verworfene Berufungen. Die Prangerlifte der Wucherabteilung. Der Liste der Handelsverbote, die von der Bucherabteilung des Berliner Polizeipräsidiums im vergangenen Monat erlassen sind, entNach der zitierten Meldung waren in New York die Kleinnehmen wir folgende Mitteilungen: Die Handelserlaubnis wurde ent- handelspreise im März 1923 um 49 Pro3. höher als vor dem zogen dem Kantsmann Moses Horowitz, Berlin, Kleine Alexander- Kriege. In Goldmark umgerechnet, find 26 Dollar 92 Cents rund straße 14, wegen des Verkaufs verfälschter Schokolade 113 Mart. Ziehen wir davon eine Teuerung von 50 Proz. ab, und Betruges; ferner dem Kaufmann Moses Gilbiger, verbleiben 75,34 Mart. Nach der Reichsinderzffer betrug im März Berlin, ebenfalls Kleine Alexanderstraße 14, wegen des gleichen Ber: die Teuerung im Vergleich zum Juli 1914 das 2854fache. Da jedoch gehens. Dem Gastwirt Herrmann Kroll, Linienstr. 35, wurde die die Reichsinderziffer die Kulturausgaben, die Ausgaben für WäscheRonzession entzogen, weil er bei der Herstellung von Trinkbrannt- reinigung usw. nicht berücksichtigt, dürften wir eher hinter der Wirk wein Brennspiritus benugt hat. Er hat dieses Getränk donn ich beit zurückbleiben, wenn wir die Leuerung auf das 3000fache unter der Bezeichnung„ Dänischer Korn" in den Handel ge- Durchschnittslohn eines Berliner Arbeiters im März mit 67 000 m. gegenüber dem Friedensstande annehmen. Berechnen wir den bracht. wöchentlich, dann beträgt der Reallohn 22,33 m. wöchentlich gegenüber einem durchschnittlichen Reallohn von 75.34 m. im Staate New York. Der Reallohn beträgt hier alfo 3,37 mal mehr als der Reallohn eines tariflich entlohnten erwachsenen Arbeiters in Berlin. Berbefferungen bei der Straßenbahn. Die Fahrzeit soll auf allen Linien der Straßenbahn in nächster Zeit um durchschnittlich etwa 7 Prozent verkürzt werden. Ferner sollen alle Linien, welche an Fernbahnhöfen vorbeiführen, in Zukunft so früh verfehren, daß mindestens die ersten Wagen die Bahnhöfe um 6,45 erreichen. Auch der Tunnel in Treptow foll wieder benutzt werden. Anfang Juni will die Straßenbahn, nachdem die Linien einschränkungen jetzt abgeschlossen sind, auf Grund der neuen Ge schwindigkeitsregelung ein übersichtliches Fahrplanbuch her ausgeben. In Wirklichkeit ist der Unterschied noch viel größer. Denn der Papiermarklohn des Berliner Arbeiters verringert sich um den Wir haben außerdem nur die zehnprozentigen Steuerabzug. Tariflöhne für Berlin in Betracht gezogen, während es daneben noch viel niedrigere Löhne gibt, von den Frauenlöhnen nicht zu reden. Der aus dem Staate New York gemeldete Lohn ist ein allgemeiner Durchschnittslohn. Die Reallöhne tönnen also im Gegen Prügelhelden und Lebensmittelfälscher. Zuwiderhandlungen gegen die Wohnungsmangelverordnung Staate New York im Vergleich zu den Berliner Reallöhnen noch Dem Recht der Berufung in Strafsachen glaubten sich zwei werden nach dem Geldstrafengesetz vom 27. April 1923 mit Geldstrafe höher angenommen werden. Das Märchen von den hohen Löhnen Zeitgenossen, der Motorradfahrer Karl 3iefide und der Schant- on 1000 Mart bis zu 10 Millionen Mark bestraft. Beruht das Ber- ist also wirt Adolf Pauly bedienen zu müssen, weil sie sich über die gehen auf Gewinnsucht, so fann die Geldstrafe auf 100 Millionen Marf erhöht werden. Die Geldstrafe soll das Entgelt, das der ihnen zugemessenen, an sich recht milden Strafen beschwert fühlten Täter für die Tat empfangen, und den Gewinn, den er aus der und hofften, daß die Berufungsrichter noch milder sein würden als Tat gezogen hat, übersteigen. Reicht das gesetzliche Höchstmaß hierzu die Richter der ersten Instanz. Die Bergehen waren aber so ge- nicht aus, so darf es überschritten werden. meiner Natur, daß die Berufungen abgelehnt wurden. ein Märchen. " Lohnregelung in der Musikinstrumentenindustrie. instrumentenindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Eine start besuchte Mitgliederversammlung aller in der MusikMontagabend in der Brauerei Friedrichshain" nahm zunächst die Einen offenen Zeichenjaal hat das Bezirksjugendamt Treptow Berichte vom Gautag und der letzten Generalversammlung des Der Motorradfahrer Karl Ziese de hatte einem bedauerns im Januar d. I. in der 6. Gemeindeschule Treptow, Wildenbruch Deutschen Holzarbeiterverbandes, die von Feller bzw. Grothe merten, zu 50 Broz. erwerbsunfähigen Schwerfriegsbeschädigten ſtraße, eingerichtet. Unter Leitung eines Zeichenlehrers wird an erstattet wurden, ohne Diskussion entgegen. Alsdann berichtete übel mitgespielt. Biefide hatte durch unvorsichtiges Fahren den jedem Montag von 5 bis 7 Uhr abends Schülern und Schüle- erstattet wurden, ohne Diskussion entgegen. Alsdann berichtete Invaliden, der ihm auf seinem Rade entgegen fam, über rinnen im Alter von 10 Jahren und darüber, die Lust und Liebe Porn über das Ergebnis der Lohnverhandlungen. Mit den Arfahren und das Rad demoliert. Ais der Verlegte nach zum Beichnen haben, unentgeltlich Unterricht erteilt. Die beitgebern tonnte eine Verständigung nicht erreicht werden. Sie einigen Stunden die Wohnung Ziefectes aufsuchte, um mit ihm fich Einrichtung erfreut sich eines regen Zuspruchs der Kinder und hat lehnten die geforderte Erhöhung der Löhne ab, weil in der Industrie wegen des Schadenersages auszufprechen, traf er 3. vor der Tür sich sehr bewährt. Die Arbeitsfreude erfuhr eine wesentliche Unter- eine Krife herrsche und als Folge Kurzarbeit verrichtet werden und dieser nötigte ihn, in seine Wohnung zu kommen, da man fich fügung durch die Verausgabung von Zeichenpapier müsse. Mit höheren Löhnen sei ihnen die Konkurrenz im Erportdort in Ruhe unterhalten könne. Kaum hatten beide die Wohnung und-farben. An 11 Tagen wurde der Zeichensaal von zu geschäft nicht mehr möglich. Demgegenüber verwies der Redner betreten, als Ziefide seinen großen Hund auf den In fammen 420 Kindern( 92, die wiederkehrten) besucht. Der„ Offene auf eine Mitteilung im eigenen Fachblatt der Arbeitgeber, aus der validen hezte und diesen mit einem Rnüppel über- Beichensaal" bleibt bis zu den Pfingstferien bestehen, wird im hervorgehe, daß deutsche Klaviere gewöhnlicher Art nach Japan für fiel und verprügelte. Der brutale Mensch ließ von seinem Sommer geschlossen und nach Schluß der Oktoberferien wieder 300 Den geliefert werden( zurzeit etwa 3 Millionen Mark), während japanische 2000, amerikanische 1800 und englische 1500 Yen fosten. Opfer erst ab, als der Krüppel erklärte, er allein trage die Schuld an eröffnet. dem Unfall. Das Schöffengericht Charlottenburg hatte 3ieside Sperlingsgaffe ftatt Spreestraße. Die Spreestraße im Herzen Bon einer Ausschaltung der deutschen Konkurrenz auf dem WeltAm megen Erpressung und fahrlässiger Körperverlegung zu zwei Alt- Berlins, die Wilhelm Raabe seinerzeit in feinem befann markt durch höhere Löhne könne also nicht die Rede sein. Montag ist vor dem Demobilmachungskommissar verhandelt worden Monaten Gefängnis und nur zu 1000 m. Geldstrafe ver- ten Roman Die Chronit der Sperlingsgaffe" verherr- und dabei eine Einigung auf folgender Grundlage zustande geurteilt. Vor der Berufungsstraflammer des Landgerichts III be- licht hat, ist jetzt dem Dichter zu Ehren, der 1854 und 1855 in dem kommen: Die Arbeitgeber verpflichten sich, für die Zeit vom 4. bis bauerte Rechtsanwalt Theodor Liebknecht als Bertreter des Kriegs- alten Hause, Spreestraße 11, wohnte, in Sperlingsgaffe um 10. Mai eine Zulage von 10 Prozent, vom 11. bis 17 von 15 und verletzten, daß von dessen Seite nicht auch gegen das Strafmaß Be- benannt worden. Eine Auswechslung der Namensschilder an den nem fie die Berufung verwarf, ihr Bedauern darüber aus, da nach Friedrichsgracht verbindet, ist allerdings noch nicht vorgenommen machung 15 Brozent betragen, und die Werkzeugentschädigung soll rufung eingelegt worden sei. Die Straffammer sprach ebenfalls, in Eden der schmalen, kurzen Straße, die die Brüderstraße mit de: vom 18. bis 24. von 18 Prozent auf die tariflichen Löhne zu zahlen. Für Lehrlinge soll die Zulage während der Laufzeit dieser AbAnsicht des Gerichtes die gemeine Handlung des Angeklagten eine worden. An dem Hause Nr. 11 befindet sich eine Gedenktafel auf 30 Prozent bemessen werden. Der Lohn für Facharbeiter über weit höhere Strafe verdient hätte. Wegen Nahrungsmittel für Wilhelm Raabe mit der Inschrift: In diesem Hause vergehens hatte sich der Schenkwirt Adolf Pauly vor der Bewohnte 1854 und 1855 Wilhelm Raabe, der Dichter der„ Chronit 20 Jahre würde sich nach dieser Erhöhung in den drei Wochen auf 1790, 1872 und 1921 Mt. stellen. Von den Diskussionsrednern rufungsstraffammer des Landgerichts I zu verantworten. Pauly der Sperlingsgaffe", geboren 8. September 1831, gestorben 15. Nomar von seiner Köchin angezeigt worden, daß er verfaulte Dember 1910. Seinem Andenten die Stadt Berlin 1911." Fleischwaren und Schinken reste, die von Maden wimmeiten, mitsamt den Würmern und ebenso verschimmelte Käfereste durch den Wolf gedreht und zu Buletten verwendet habe, die er dann seinen Gästen vorfezte. Das Schöffengericht hatte Pauly zu 15 000 m. Geldstrafe verurteilt. Bauln hatte offenbar geglaubt, daß er für seine die Gesundheit seiner Mitmenschen schwer ge fährdenden Schmugereien noch zu schwer bestraft worden sei und hatte gleichfalls Berufung eingelegt. Die Straffanumer tam jedoch cuch hier zu einer Berwerfung der Berufung. Die lieben Nachbarn. Wetter für morgen. Berlin und limgegend. Bunächst aufflarend, am Tage etwas warmer bei mäßigen üblichen Binden, nachdem wieder zunehmende Bemöllung und leichte Regenfälle. Groß- Berliner Parteinachrichten. 19. Abt. Mittwoch, den 16. Mai, 7 Uhr: Beamten Mitgliederversammlung bei 121 Abt., Karlshorst. Mittwoch, den 16. Mai, püntlich 7 Uhr im Fürstenbad, Mitgliederversammlung. Thema:„ Das Reichsmietengefeg und die legten Berordnungen". Refer.: Stadtrat Hermann 2. Diskussion und Verschiedenes. Schuchardt, Christianiaftr. 1/6. Thema: Bean: tenfragen. Jugendveranstaltungen. Die durch die Wohnungsverhältnisse hervorgerufenen Unzuträglichkeiten und Streitigkeiten der Mieter sind eine alltägliche Erschei Achtung, Abteilungsfunktionäre! Die Funktionärkonferenz am Donnerstag, nung por dem Schöffengericht. Eine seltene Erscheinung ist aber der vorliegende Fall, der sogar zu einer Anflage wegen versuchen 17. Mat, findet nicht, wie angegeben, in der Steinstraße, fonberu in ber der Schule Gipsstr. 23a statt. Wir bitten die Abteilungsfunktionäre, ter Tötung geführt hat und die Hausbesigersfrau Marie Rich davon Kenntnis zu nehmen. ter aus Hermsdorf, eine 50 Jahre alte Frau, vor dos Schwurgericht des Landgerichts III brachte. .. Devisenkurse. Es handelt sich bei dieser Anklage um einen Mieterstreit. Die Barteien hatten einen gemeinsamen Flur und die Schwester der Angeflagten, eine Frau Müdstein, eine Frau, die nur ein Bein hat, hatte mit ihrer Tochter eine Stube in einer Wohnung, die im übrigen ein Ehepaar inte innehatte. Es ist öfter zu einem Streit gekommen, der die Hausbewohner in zwei Parteien teille. Im April vorigen Jahres fam es dann sogar zu einer Revolver- 1 holländischer Gulden schießerei. Die Folge davon war eine Anflage gegen Frau 1 argentinische Papier- Bejo Müdstein wegen unbefugten Waffenbesitzes und gegen ihre Schroefter 1 belgischer Frant Frau Richter wegen des Schießens mit dem Revolver. Das Schöffen- 1 norwegische Krone gericht hatte auch beide Angeklagte verurteilt. Auf die Berufung 1 dänische Krone. der Frau Richter fam die Sache nochmals vor die Straffammer und 1 schwedische Krone diese kam auf Grund der Beweisaufnahme zu der Ansicht, daß nicht 1 finnische Mark. gefährliche Körperlegung, sondern der dringende Berdacht 1 japanischer gen Serverfuchten Tötung vorliege, so daß die Straffammer un 1 italieniiche Lire zuständig sei und es wurde daher die Antiage an das Schwurgericht 1 Pfund Sterling Derwiesen. Die Verhandlung ergab heftige Widersprüche in den 1 Dollar. Zeugenausfagen. Rechtsanw. Schönberg hielt die Sache für 1 französischer Frank einen aufgebaufdien Nachbarenzant und in feiner Weise erwiesen, 1 brasilianischer Milreis daß die Angeklagte die Absicht einer Tötung gehabt habe. Frau 1 Schweizer Frant. Richter habe nur in Notwehr gehandelt. Die Geschworenen tamen 1 spanische Pejeta entsprechend dem Antrage des Staatsanwalts zu einer Bejahung der 100 österr. Stronen( abgeſt.) nefährlichen Rörperverlegung und das Gericht verurteilte Frau 1 tschechische Strone Richter zu drei Monaten Gefängnis, billigte ihr aber 1 ungarische Krone eine breijährige Bewährungsfrist gegen Zahlung einer 1 bulgarische Lewa Buße von 600 000 M. zu. 1 jugoslawischer Dinar 15. Mai 14. Mai Räufer Verkäufer Käufer Verkäufer ( Geld.)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Kurs Kurs wurde das Ergebnis als ein sehr minimales und gänzlich unzureichendes bezeichnet. Im Hinblick auf die derzeitige Situation stimmte die Bersammlung aber schließlich der Annahme gegen eine erhebliche Minderheit zu. Die Betriebsrätewahlen der Reichsbahn. Zur Stunde liegen erst Teilresultate von den Betriebsrätemahlen der Reichseisenbahn vor, die jedoch erkennen lassen, daß der Deutsche Eisenbahnerverband einen großen Erfolg zu verzeichnen hat. Im Reichsbahndirektionsbezirt Königsberg entfielen von den abgegebenen Stimmen auf den DEB. 11 350, auf den AEV.( Hirsch- Dunder) 1986, auf den GDE.( Christliche) 477. Im Reichsbahndirektionsbezirk Altona erhielten Stimmen: DEB. 9625, AEB. 551, GDE. 122 und die sogenannte Freie Liste der Oppofition 1230. Im Reichsbahndirektionsbezirk Magdeburg verteilten sich die Stimmen folgendermaßen: DEV. 9110, AER. 334, GDE. 83. Soweit außerdem Nachrichten aus dem unbesetzten Gebiet vor liegen, handelt es sich erst um örtliche Teilresultate, die jedoch das gleiche Bild zeigen wie die vorgenannten vollständigen Bezirksresultate. Aus dem Reichsbahndirektionsbezirk Berlin liegen erft örtliche Teilresultate vor, die noch keine abschließende Uebersicht gestatten. Proteft des Landesrats. In der gestrigen Sitzung des Landesrats gaben sämtliche Parteien eine gemeinsame Erklärung ab, in der gegen die sogenannte Notverordnung der Regierungskom 16458.75 16541.25 17955. 18045- mission und gegen die am 2. Mai erlassene Einschränkung des 15162.15238.- 16458.75 16541.25 Streifpoftenstehens in der entschiedensten Weise protestiert 2419.93 2432.07 2618.83 2631-57 mird. In der Erklärung wird die Regierungsfommission vor der 6882,75 6917.25 7650.82 7689.18 Welt angeflagt, daß sie ihre vornehmste, durch den Versailler Ver7905.18 7944.82 8608.42 8652.58 trag gestellte Aufgabe, für die Wohlfahrt der Saarbevölkerung zu 11196.93 11253.07 12069.75 12130.25 forgen, wiederum in einer unerhörten Weise verlegt habe. Sie 1211.96 1218.04 mache die Bevölkerung zum Gegenstand ihrer einseitigen politischen 20748.- 20852.- 21446.25 21553.75 Bestrebungen und das Saargebiet, das einzige der Obhut des 2059.88 2070.17 2254.85 2265.65 Völkerbundes anvertraute Land, zu einem Sklaven staat. Als 195260.62 196239.38 212467.50 213532.50 Proteft gegen die Verordnungen der Regierungstommiffion lehnt 42194.25 42405.75 45885.- 46115. es der Landesrat ab, heute eine Sigung abzuhalten. 2807.96 2822.04 3037.88 3152.62 4184.50 4210.50 4389.- 4411.7640.85 7679.15 8079.75 8120.25 6491,19 6683.25 6716.75 63.24 63.56 1827.68 1328.32 8,10 852.11 6458.81 465.83 8.16 Berschärfung der Streiflage in Belgien. Der Ausstand der belgischen Eisenbahner, Post- und Telegraphenbeamten dauert fort. Das Kabinett befürchtet, daß er sich auf die Dock- und Elektrizitätsarbeiter ausdehnen werde. 353.89 Berantwortlich für den redakt. Teil: Bictor Schiff, Berlin; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: 468.17 Borwärts- Buchdruderci u. Berlagsanstalt Boul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. a Aeußerst vorteilhafte Alle Vorteile: Pfingst- Angebote Drei Schlager!! beste Qualitäten- niedrigste Preise findet jede Dame in unserm Pfingstangebot! 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