Abendausgabe Nr. 240 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 119 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife sind in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Preis 100 Mark 25. Mai 1923 Vorwärts= Berliner Volksblatt Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmb. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Poincaré bleibt. Die plößlich ausgebrochene Krise in Paris findet ihre vor. Geschworenengericht stattfinden solle. Es fet vorauszu läufige Lösung damit, daß das Kabinett Poincaré auf fehen, daß in ganz furzer Frist der Senat auf dem Wege einer Verlangen des Präsidenten der Republit im Interpellation über die Politik des Kabinetts berufen sein werde, Amte bleibt. Trotzdem ist der gestrige Vorgang ein Poincaré gegenüber feine Haltung zum Ausdruck zu bringen. ernstes Ereignis, er ist ein Symptom innerpolitischer Schwierig. Diese könne niemand zweifelhaft erscheinen. feiten, die mit der augenblicklichen Beilegung der Krise ihren Abschluß noch nicht gefunden haben. Aus dem Gewirr der Pariser Agenturnachrichten und Beitungsmeldungen ergibt sich folgender Tatbestand: Der Senat hatte fich gestern als Staatsgerichtshof fonftituiert und die Anflage des Generalstaatsanwalts gegen Cachin, Höl. lein und die übrigen angeflagten Kommunisten angehört. Höllein wird vorgeworfen, durch eine Rede in Paris die innere und äußere Sicherheit des Staates(!) gefährdet zu haben. Gegen die übrigen Angeklagten, so erflärte der Staatsanwalt, sei insbesondere ihre Reise ins Ruhrgebiet geltend zu machen, wo sie zu ungefeßlichen Handlungen aufgefordert und fich bemüht hätten, mit Gewalt die soziale Ordnung zu zer stören. Die Berweisung des Prozesses an den Senat als Staatsgerichtshof war durch die Regierung erfolgt. Sie erregte bei der Linken heftige Mißstimmung, da man hier der Ansicht war, daß sich der Senat nicht zum Büttel der Regierungs. politit hergeben dürfe. Die ganze Angelegenheit wurde nicht für so erheblich gehalten, daß man sie durch ihre Verhandlung vor dem Senat zu einer Staatsaftion ersten Ranges machen dürfte. Charakteristisch für diese Auffassung ist der viel folportierte Ausspruch eines Senators, wenn es so weiter ginge, würden demnächst auch Hühnerdiebstähle dem Senat zur Aburteilung überwiesen werden. Aus solchen Motiven erklärt sich der Beschluß des Senats, fich für unzuständig zu erflären. Er wurde auf Antrag der Linken gefaßt, obwohl Poincaré zuvor hatte wissen lassen, daß er einen solchen Beschluß als einen Kriegsfall betrachten und seine Demission einreichen werde. Mit 148 gegen 104 Stimmen erklärte fich der Senat für infompetent. Nach dem„ Matin" soll Poincaré vor Millerand aus geführt haben, daß der Beschluß des Senats die Durchführung der Politik der Regierung gegenüber den Kommunisten, die das Land in seinem harten Kampf schwächten, unmöglich machte. Die Abstimmung des Senats gelte immer als Mißtrauensvotum. Der Beschluß des Senats sei ein poli tisches Manöver. Die Senatoren, die sich für die Unzuständigkeit ausgesprochen hatten, müßten die Folgen fennen, Er habe am Vorabend wissen lassen, daß er dazu entschloffen sei, zu demissionieren, wenn der Staatsgerichtshof sich weigere, den Prozeß gegen die Kommunisten zu führen. Der Senat schiebt also die Arbeit der Kommunisten verurteilung, die ihm zu schmutzig ist, an die ordentlichen Gerichte ab. Dafür soll er bei einer Vertrauensabstimmung über die Ruhrpolitit noch einmal über den Stock springen. Er wird es sicherlich tun, da man in Frankreich vor den außenpolitischen Folgen einer Regierungsfrise große Angst hat. Die Regierung Poincaré ist durch die Größe der Fehler, die sie begangen hat, vorläufig unabsehbar geworden. Bon der Linken her flagt„ Deuvre" über die Bermischung von Politik und Justiz, es meint, die Regierung habe sich außerordentlich lächerlich benommen.„ Ere Nouvelle" erklärt, daß noch nie die französische Regierung von einer Gerichtsverhandlung eine derartige Ohrfeige erhalten habe. Der Senat verstehe feinen Spaß, wenn es sich um seine Würde handle. Er wolle nicht, daß man ihm eine Angelegenheit überweise, die nur auf politischer Berleumdung beruhe. Das Ansehen Poincarés habe einen schweren Stoß erhalten. Dieser schwere Stoß wird freilich an der französischen Politit zunächst nichts ändern. Je größer ihr Unrecht ist, desto hartnäckiger flammert sie sich an es an. Eine Mehrheit, die den Mut hätte, den Weg des Vertrauens und der Ehrlichkeit u gehen, den ihr gestern Vincent Auriol in der Kammer, Léon Blum auf dem Hamburger Kongreß gewiesen haben, ist nicht vorhanden. Kommunistische Kundgebung in Paris. Die Pariser Preffe widmet dem geftrigen Ereignis spaltenlange aufgeregte Kommentare. Die nationalistischen Blätter erblicken in dem Verhalten des Senats etwas, was man hier zulande als einen Dolchstoß in den Rücken" zu bezeichnen liebt. Sie sind sehr glücklich, daß alles gut abgelaufen ist, und Paris, 25. Mai.( TU.) Während der Sigung des Senats fam Hervé meint in seiner Bictoire", das französische Volt es zu einer großen tommunistischen Rundgebung. Mehr als müffe nun lauter denn je rufen:" Es lebe Poincaré!" Sehr 1000 Personen versammelten sich vor dem Gebäude. Sie schickten boshaft äußert sich dagegen Tardieu in Echo National", fich an, in den Saal einzubringen. As eine Kompagnie von Soler meint, Clemenceau häte sich in einem solchen Falle nicht baten fie verdrängte, zog die Menge unter dem Absingen der Internationale und unter Rufen: Amnestie! Amnestie! ab. mit einer Geste des Rüdtritts begnügt. " Wels über die deutsche Reaktion.. 4. Berhandlungstag. Hamburg, 25. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Genoffe Wels- Deutschland eröffnet bie Sigung. Der Kampf gegen die internationale Reaktion steht zur Debatte. bedeutet die Borbereitung des Krieges gegen alle Staaten, die neu aus dem Weltkrieg hervorgegangen sind, den Krieg zur Wiederauf richtung der Herrschaft der Habsburger. Es wäre falsch, wenn wir sagen wollten, die Internationale hat für das niedergeschlagene Proletariat Ungarns nichts getan. Die Gewährung des Asyl rechtes für die Emigranten bleibt ein Ruhmesblatt der Internationale.( Bravo!) Wenn in Ungarn die Arbeiterklasse eine Nieder lage erhalten hat, so ist das mitverschuldet durch das schlechte Beifpiel der boische wift ifchen Methode, auf das sich der Imperialismus in Westeuropa ftützen fann.( Bravo!) Wels- Deutschland: er das entfehliche Berbrechen beging, ein diplomatisches Effen ein Diebsgelage zu nennen. Heute gibt es taum eine Stadt in Deutschland, die nicht den internationalen Kongreß mit Freude aufzunehmen bereit und in der Lage wäre. Heute wehen von diesem Hause die Fahnen der bürgerlichen und der sozialen Revolution schwarzrotgold und rot. Kunfi- Wien: Als der Vertreter der ungarischen Emigranten will ich einiges dem Bilde beifügen, das Bauer von Ungarn gezeichnet hat. Die bedauerliche Tatsache, daß keine Delegierten aus Ungarn Das ist schon ein äußerliches Zeichen des Wandels der Zeit. Deutschfelbft hier find, beweist, daß die ungarische Reaktion noch land war ein reaktionärer Obrigkeitsstaat, es ist jeßt ein de= Während sich diese Dinge ereigneten, befand sich Poin ungebrochen ist. Ungarische Funktionäre der Arbeiterbewegung, motratischer Staat. Man hat darüber gestritten, ob sich im caré in der Kammer, um sich gegen die Anlagen unseres Mitglieder der Nationalversammlung, waren als Delegierte bestimmt. November ein zusammenbruch oder eine Revolution vollzogen hat. Genossen Vincent Auriol wegen seiner Ruhrpolitik zu Sie sehen also, daß ungarische Abgeordnete troh ihrer Es war alles beides.( Sehr richtig.) Zusammengebrochen ist in verteidigen. Aus allen vorliegenden Berichten geht hervor, daß Immunität nicht freier find als Gefangene in Ruß. jenen Tagen das alte System unter den vernichtenden Schlägen des Auriol außerordentlich geschickt und wirkungsvoll gesprochen land. Der Terror in Horthy- Ungarn erweist sich noch nach Jahren Weltkrieges. Erhoben hat sich troh allem ein verjüngtes Staatswefen haben muß, er riß wiederholt die gesamte Linke zu stürmischem als viel brutaler als felbst der Faschismus in Italien nach sechs durch die Kräfte der organisierten Arbeiterklasse. Der Zusammenbruch Beifall fort. Poincaré antwortete auffällig schwach Bochen. Ich halte es für eine Pflicht des Kongresses, Protest des Alten war nicht denkbar ohne den Krieg. Die Entstehung des und unzulänglich, das Rededuell endete für ihn mit einer zu erheben gegen die Zustände in Ungarn. Jugendliche Arbeiter Neuen unmöglich ohne die jahrzehntelange Vorarbeit der Sozialvon 15, 16 Jahren werden in Ungarn interniert, weil sie ein Buch demokratie. Aber dieses verjüngte Staatswesen hat bis heute moralischen Schlappe. von Marg gelesen haben. Das Wesentlichste dieser Konterrevolution och teinen einzigen frohen Tag gehabt. Es hat ständig Nach dem Quai d'Orsay zurückgekehrt, vernahm Poincaré ist der Bürgerkrieg im Innern gegen die Arbeiterklasse, gegen die nach außen und innen gegen schwere Gefahren zu kämpfen. Dabei den Beschluß des Senats. Er berief sofort die Minister zu sich Demokratie, der Krieg gegen die internationalen Berpflichtungen, dürfen Sie nicht glauben, daß in Deutschland die Sympathien im und schlug ihnen die Demission des Kabinetts vor. Dabei be- bie Ungarn übernommen hat. Wer zum Beispiel heute in Ungarn Bürgertum für die verfloffene Dynaftie zunehmen. Im Gegenteil. Breite Schichten des Bürgertums, die im Anfang ganz harrte er auch, als der Justizminister Colrat den Vorschlag gegen die Habsburger, für eine bürgerliche Demokratie verbuzt bastanden und glaubten, die Revolution wäre nichts anderes machte, er wolle als der durch den Senatsbeschluß eigentlich eintritt, wird ins Gefängnis geworfen. Die Konterrevolution als ein geglückter Handstreich einer Handvoll verwegener großer UmBetroffene allein zurücktreten. Nach dreiviertelstündiger Bestürzler, beginnen allmählich zu begreifen, wie das so gekommen ist ratung begab sich dann um ein Viertel nach zehn Uhr abends und so tommen mußte. Sie haben teine Sehnsucht nach der Boincaré zu Millerand, um diesem den Demissionsbeschluß des wiederkehr des Alten. Sie wollen nur das Eine: Keine neue Erschütterung, die den friedlichen Handel und Wandel stört. Kabinetts mitzuteilen. Der Präsident der Republik lehnte die Diese Schichten sind gewiß feine begeisterten Anhänger der Republik wie Demission ab. die Arbeiter, aber sie stehen den aktiven Kräften der monarchistischen Gegenrevolution mit größtem Unbehagen und Mißmut gegenüber. Die Gegenrevolution selbst refrutiert sich einmal aus Gle menten, die im Kriege ihren eigentlichen Beruf erkannt haben und für einen anderen nicht fähig sind. Aus geborenen Landsknechtsnaturen und ferner aus der untergehenden Mittelklasse, die aus Berzweiflung zu jedem Abenteuer bereit ist. Daher der Unfug des geGenoffe Blum hat gestern um Verständnis für die fran- heimen Bandenwesens, daher die faschistische Gefahr in Deutschland. öfifche Mentalität geworben. Ich kann ihm sagen: Wir haben diese mit zwei Argumenten machen die Faschisten immer wieder Eindruc feine Gedankengänge ftets propagiert gegenüber unseren deutschen auf weite Kreife. Auf der einen Seite erinnern sie an verganNationalisten, unserer Presse, unserem Parlament und wir wirten gene Kommunistenputfche mit ihrer finnlosen Zerstörung stets in feelischer llebereinstimmung mit den franzöfifchen Genossen und bieten sich als Schutz gegen ihre Wiederholung an. Sie finden für diese Gedankengänge, aber ich bitte auch die französischen Genossen: natürlich bei den Besitzenden, die um ihr Gut und ihr Leben zittern, Darauf foll Miller and geantwortet haben, man dürfe erbt weiter dafür, daß auch Verständnis für Anklang und offene Hände. Dabei spielen die deutschen Kommuben Senatsbeschluß nidyt als eine Zurückweisung der Ruhr Deutschland in der Welt auftommt.( Lebhafte Bu- nisten die dünfte und lächerlichste Rolle.( Sehr wahr.) Die politit selbst auffaffen, denn eine solche Auffassung würde Stimmung.) Ich will versuchen, in Ergänzung der Rede des Genossen führenden deutschen Kommunisten sind sich schon längst darüber klar, Deutschland ungeheuer ermutigen. Der Senat werde selbst die Bauer, der Deutschland als den gefährlichsten Brandherd für die daß fie Entwicklung der Reaktion bezeichnet hat, Ihnen ein zusammenfassendes durch Puffche die politische Weltrevolufion nicht weitertreiben Mißverständnisse zerstreuen und dem Kabinett sein Vertrauen Bild der Reaktion in Deutschland zu geben. Seit einem Jahrzehnt tönnen. Sie reißen deshalb, um Gefolgschaft zu täuschen, das Maul. cussprechen. Am Borabend einer deutschen Ant- und länger ist das deutsche Volt immer wieder in der wenig be- immer weiter auf und führen die irregeleiteten Massen zu Aktionen, wort, zwei Tage vor den bedeutsamen Beratungen neidenswerten Lage gewesen, im Mittelpunkt des europäischen In- wie wir sie jetzt in Belfentirchen erlebt haben, wo unter dem mit den belgischen Alliierten werde niemand ver- tereffes zu stehen und doch haben wir das Gefühl, daß wir Deutsche Schuße der französischen Bajonette der Boden für den neuen stehen, daß das Kabinett sich vor einem Spezialvotum von in der Welt recht oft misverstanden worden sind. Wir Faschismus weiter bereitet wird.( Lebhafte Zustimmung des ganz außergewöhnlichem Charakter zurückziehe. hatten bis vor wenigen Jahren eine der rückständigsten Verfassungen. ganzen Kongresses.) Auf der anderen Seite verschafft vor allem die Die eigentliche Regierung in Deutschland lag vor und während auswärtige Politit der reaktionären Werbearbeit in DeutschDie Schilderung mag im großen ganzen stimmen. 3war des Krieges in den Händen einer Raste streng abgeschloffener Bureau- land günstigen Boden.( Sehr wahr!) Wenn Sie bedenken, wie die haßt Miller and Poincaré, doch versteht sich von selbst, daß er fratie, die vollkommen von den Fürsten abhängig war. Die Mög- deutsche Republit feit ihrem Bestehen behandelt worden ist, dann eine Regierungsfrise, die eine ungeheure Ermutigung Deutsch lichkeit, an der Verwaltung teilzunehmen oder gar die auswärtige werden sie verstehen, daß für die Arbeiterklasse schon eine fräftige lands" bedeutet hätte, unter allen Ümständen vermeiden wollte. Politik zu beeinflussen, wie sie die französischen Genoffen troß ihrer politische Schulung notwendig ist, damit sie den nationalistischen " Havas" verbreitet über den Vorgang folgende Erklärung: geringeren Zahl hatten, war in Deutschland für die Arbeiterklasse Strömungen und Einflüsterungen mit Erfolg Widerstand leisten gleich Null. Der deutsche 3arismus, den das deutsche fann. Der Mann auf der Straße ist sehr leicht Argumenten zugängBenn Präsident Millerand die Demiffion, die ihm Minister Bürgertum in unglaublicher Berblendung vergötterte, war in feinen lich, die ihm sagen: Was hast du denn eigentlich von deiner Republik? präsident Poincaré anbot, abgelehnt hat, so geschah dies, weil die Wirkungen nicht weniger unheilvoll und reaktionär als der russische. Bo find ihre Freunde in der Welt?! Widerstandslos muß sich deine Ansicht besteht, daß die allgemeine Politit der Regierung feineswegs Run gibt es Leute, die behaupten, in Deutschland habe die Republit jeder feindlichen Macht beugen, fie fann nicht einmal thre tompromittiert ist. Der Senat hat sich in seiner Eigenschaft als Revolution garnichts geändert. Das ist ein kompletter Unfinn. Bir Grenzen schützen gegen das Eindringen fremder gefährlicher GewaltStaatsgerichtshof bei seinem Beschluß gestern nachmittag aus haben vor 16 Jahren zum ersten Male den Versuch gemacht, einen haber. Der Moskauer Kommunismus und der Pariser Militarismus, schließlich auf den Rechtsstandpunkt gestellt, und internationalen Kongreß auf deutschem Boden zu beherbergen. Es das sind die beiden Helfer der deutschen Reaktion.( Stürmische Zufeine Abstimmung fann und foll teinerlei politische Rüd. war in der demokratischen Ede in Stuttgart. Aber wir hatten da stimmung.) Aus den Spartakusputschen entwickelte sich der Kappmals das fann ich heute fagen heillose Angst, wie die Geschichte Butsch von 1920. Er wurde niedergeschlagen durch die Macht der wirtung haben. Es habe fog lediglich darum gehandelt, fest ausgehen würde und mir waren sehr froh, daß schließlich nur ein organisierten Arbeiterschaft. Damals erprobte die Arbeiterklasse zustellen, daß das Verfahren gegen die Kommunisten vor dem Delegierter, der englische Genosse Quelch, ausgewiesen wurde, weil zum ersten Male die Waffe, die sie heute an Rhein und Ruhr dem bis an die Zähne bewaffneten französischen Militarismus entgegen-| Ebert dazu berugte, um fein Rebebedürfnis zu befrie| Deutschland in Anarchie zu stürzen? In den legten Monaten habe stellt.( Lebhafter Beifall des Kongresses.) Erfolgreich war der bigen. Wie Hohn wirfte es zum Schluß, als an zwei Masten man von der französischen Regierung so viel erlebt, daß man nicht Kapp- Butsch nur in Bayern. Auch das war fein Zufall, war doch die Fahnen des Novemberstudies hochgezogen wurden, die sicher sein könne, daß diese nicht vorsäglich derartige Gefahren München die einzige deutsche Stadt, die das Theater einer foge- fchwarzrotgoldenen Farben des großdeutschen Kaiser- ristiere in der Hoffnung, dadurch einen Druck auf die deutsche Re nannten roten Herrschaft eine Zeitlang mit ansehen mußte. Es reichs, als Einnbild der nog fleineren als fleinde ut- gierung auszuüben. Wenn dies die Auffaffung Poincarés sei, so löste dort der weiße Schreden den knallroten Schrecken ab. Aber ichen Novemberrepublit. Aber Frankfurt mußte fei es zwedlos, ihn daran zu erinnern, daß er mit dem Feuer auch in Bayern fönnen die Bäume der Reaktion nicht in den Himmel feinen Fasching haben. Wie mag den Wüttern zumute gwefen fpiele. Es sei zu hoffen, daß die britische Regierung unverzüg wachsen. Die glänzende Maifeier in München hat be- ein, die den Tod ihrer Söhne infolge tes u. a. vor. Ebert an- lich zu dieser Frage Stellung nehmen wird, die England so tief wiesen, daß die Arbeiter wieder beginnen, sich als Macht zu fühlen. gezettelten Munitionsstreits beklagen?" Sie haben jetzt den Hitlergardisten gut geschulte Mannschaften aus den Reihen des Proletariats gegenübergestellt, die aber jenen moralisch unendlich überlegen sind. Deutschlands innerpolifisches Schicksal entscheidet sich am Rhein und an der Ruhr. Siegt dort der Militarismus, dann ist das die Tragödie der deutschen Republik. Berboten ist es also auf Grund der bayerischen Notverordnung, dem Kabinett Knilling und dem Eayerischen Landtag Unfähigkeit nachzusagen, verboten ist es, bagerische Staatsangehörige zu beleidigen, erlaubt bleibt es aber auch weiterhin, den Reichspräst benten, die Reichsregierung und das Reich in unerhörtefter Weise zu besudeln und zu verleumden. Wer will da noch behaupten, die bayerische Justiz nehme den Schutz der Republik nicht wahr! berührt. Die Pariser Ruhrdebatte. Auriols Anklage. Paris, 25. Mat.( WTB.) In feiner bereits burz gemeldeten Rede sprach der Abgeordnete Auriol( Soz.) sodann über die ver schiedenen Phasen der Ruhrbejegung. Poincaré behauptete, die französische Regierung sei auf den deutschen Widerstand gefaßt ge= wesen und habe deshalb die erforderlichen Maßnahmen ergriffen. Auriol wurde wiederholt von verschiedenen Mitgliedern der Rechten unterbrochen, was energischen Protest der Sozialisten herporrief. Der Abgeordnete ging des Näheren auf die Besegungs tosten ein und suchte den Beweis zu erbringen, daß die Befehung nicht produffio ( Sehr wahr!) Die deutschen Arbeiter im Westen kämpfen für die deutsche Republit. Ich dante den Genossen in allen Ländern, die als Republikaner begriffen haben, um was es eigentlich geht. Die deutsche Republib ist nicht nur eine deutsche, sondern eine allgemein europäische, ja eine Weltangelegenheit.( Sehr Die Streillage im Ruhrgebiet. wahr, lebhafte Zustimmung.) Fällt die deutsche Republit, dann Gelsenkirchen, 25. Mai.( WEB.) Zu den Unruhen, fällt alles zufammen, worauf sich die Hoffnung und das Bertrauen die mit Teuerungstrawallen begannen und dann zur Uebernahme auf die Wiederherstellung eines wirklichen Friedens stützt. Darum des Schuges der Stadt durch die Arbeiterschaft führten, ist ergänzend rufe ich allen zu: Helft uns unsere Republik schüßen. Nicht nur uns noch folgendes zu bemerken: Bei den Unruhen, zu denen sich viel fei, sondern im Gegenteil drückend wirke. Außerdem habe sie sehr zuliebe, sondern auch Euch zuliebe. Die Republif ist der landfremdes Gesindel zusammengefunden haffe, behielten anfänglich ernste Nachwirtungen auf die wirtschaftliche Lage ausgeübt. Frankreich fei gezwungen worden, Rohle in England zu kaufen, was ein Frieben, bie Reaktion aber die Gewalt, das die Feuerwehr und der bürgerliche Ordnungsdienst die reich sei gezwungen worden, Kohle in England zu kaufen, was ein Chaos. Die Arbeitermaffen Deutschlands find zu jedem Opfer Oberhand. Plöhlich fielen Schüsse, wie man annahm, von Steigen des Sterling und ein Sinten des Frank hervorgerufen habe, Eure Unterstützung rechnen können, desto erfolgreicher wird unser darauf zurück, um mit den Franzosen nicht in Konflikt zu lommen. Störungen der Geschäftslage zur Folge gehabt habe. Poincaré Rampf fein. Darum haben wir diesen Kongreß auf deutschem Boden Die Unruhefifter glaubten jest ihr Spiel gewonnen. Sie riefen rief dazwischen:„ Es fragt sich nur, ob die Ruhrbefchung diefe hervor. mit so großen Hoffnungen begrüßt. Die Internationale der Real- von auswärts Verstärkung herbei und ihrer Ueber macht gelang gerufen hat!" Auriol fuhr fort, es fei überzeugend, daß dics der tion, das ist die Internationale des Todes und der Verfall. Ihr dann die Ueberwältigung des bisherigen Sicherheitsdienstes, der sehr Fall sei, und es führe zu nichts, wenn man dies ableugne. Wohin gegenüberstehen wir als die Internationale des Lebens und der schwere Verluste erlitt. Da zudem die Liste der Mitglieder werde man fommen, wenn man immer mehr ausgeben müſſe, um Biederaufrichtung. Es ist überall derfelbe Feind, ben wir bebes bürgerlichen Ordnungsdienstes bekannt geworden und die ein- die Ruhrbefehung durchzuführen. Man werde sicher dahin gelangen, kämpfen. Und eine Freiheit macht uns alle fret.( Stürmischer Beifall.) zelnen Teilnehmer von den Unruheftistern in ihren Wohnungen ge- Deutschland zu ruinieren, aber mit diesem Ruin würden alle Hofffucht wurden, löfte fich diese Organisation vollkommen auf. Die mungen auf Reparationen feitens Deutáhlands für Frankreich ver Stadt war dadurch völlig schuhlos und dem Gesindel preisgegeben. nichtet werden. Deutschland müsse bezahlen, aber wenn es ruiniert Unter diesen Umständen ergriffen die freien Gemert- fei, dann lönne man nicht die Hand auf die ausländischen Devisen fchaften die Jnitiative. Sie fehten sich mit den übrigen legen, denn sie feien schon lange nach neutralen Banten, vielleicht Die Notverordnung wird gehandhabt. Gewerkschaften in Berbindung und ersuchten den hlefigen Ober- fogar nach alliierten Banten abgewandert. Deshalb habe die SozialEl. meldet: Auf Grund der bayerischen Notverordnung ist bürgermeister um Berhandlungen zur Uebernahme des Schutzes der bemokratie in Genf verfucht, eine internationale Banttontrolle zu bas Organ ber Nationalsozialisten, der 2öltische Beobach- Stadt durch die Gewerkschaften, und zwar, wie die Kommuniffen faffen. Wenn die Allierten verlangten, unter Ausschluß des Bürgertums. Nach den zunächst ter", auf fünf Tage verboten worden unter Beschlag- ergebnislos geführten ersten Verhandlungen wurde gestern vormittag nahme der Ausgabe vom 24. Mai. In ihr war ein Artikel ent- bei ihrer Forffehung im Rathaus das bereits gemeldete Ergebnis halten über Leuerung und parlamentarische Unfähig erzielt. Bei den Berhandlungen erklärte der Oberbürgermeister, teit, worin der Landtag als unfähig bezeichnet wurbe, georb- bak der neue Sicherheitsdienst unter feinen Umständen das Recht nete Zustände durch Unterdrückung des Buchers zu schaffen und habe, irgendwie in die Preisgestaltung der Lebensmittel einzuam Schlusse die Drohung ausgesprochen war, die Abgeordneten greifen. Er habe vielmehr nur die Sicherheit der Stadt zu gewährleisten. follten sich nicht wundern, wenn sie eines Morgens hörten:„ Das eben Lofe. 3wel davon gehören dem bürgerlichen Ordnungszu gewährleisten. In den hiesigen Krankenhäusern befinden sich dienst an. Bon den zahlreichen Verlegten foweben fünf in Cebensgefahr. Ob sonst noch Perfonen getötet worden sind, fonnte nicht festgestellt werden. Bayerische Justiz. Bolt steht auf, der Sturm bricht los!" Ein weiteres Münchener Telegramm der 21. besagt: Der verantwortliche Rebatteur des Bayerischen Baterlands" Luberich, wurde zu 30 000 m. Geldstrafe verurteilt, weil er in einem Auffaz mit Bezug auf den Vorsitzenden der OrtsCondon, 25. Mai.( WIB.) Der Sonderberichterstatter des gruppe Würzburg des Zentralvereins deutscher Staatsbürger Daily Expreß" in Gelsenkirchen, Sir W. Beach Thomas, berichtet jüdischen Glaubens verächtlich wirkende Aus zu den dortigen kommunistischen Unruhen, daß die deutschen Be jüdischen Glaubens perächtlich wirkende Aus- hörden hilflos waren, ba teine Bolizei und feine Soldaten vordrücke gebraucht hat. Danach hat es fast den Anschein, als mache die bayerische Justiz endlich ernstlich Front gegen die völkischen Volksverheter. Ein Blid in den Böltischen Beobachter" Dom 23. Mai belehrt eines Befferen. Da finden wir über die Gedächtnisfeier in Frankfurt a. M., vor der sich der bayerische Ministerpräsident bekanntlich drüdte, ein Stimmungsbild", dem wir folgendes ent nehmen: 11 In Erkenntnis der hohen Bedeutung" hatten das Reich und die Länder Bertreter entfandt, an der Spike Herrn Ebert, der im Extrazug eintraf( denn einen Schnellzug zu beruhen ist für die Bertreter der Novemberrepublit nicht vornehm genug, und warum mie jüdische Schieber nur im Salonwagen fahren, wenn die willigen Steuerzahler einen Sonderzug bezahlen). Ueber die Ankunft berichtet die Frankfurter Zeitung":" Frisch und elastisch eniftieg ihm als erster Reichspräsident..." Kein Wunder, wo seiner der Vertreter der Frankfurter Judenschaft, Rabbiner Dr. Lazarus, harrte, um das vom internationalen Judentum gebulbete Staatsoberhaupt zu begrüßen. Alle Landesregierungen hatten Bertreter entsandt, außer der bayerischen, die so viel Taft beseffen hatte, einer folden byzantinischer Emp fangsfestlich feit fernzubleiben. Um 3 Uhr fand in der Paulskirche vor nur geladenen Gästen ein Festakt statt, den Herr bestehen. „ Der tote Tag" von Barlach. ( Neues Bolts Theater.) eine Polifit der Berständigung und des Entgegenkommens betreiben würden, dann merde man einen Teil dessen eintassieren fönnen, was Deutschland Franfreich schulde. Außer den Kosten, die die gegenwärtige Bolitis erfordere, begünstige sie in hohem Maße die deutsche nationalistische Bewegung und vergrößere den Haß. Man tönne wohl den passiven Widerstand brechen, aber niemals die Geifter beherrschen. Der Abg. Ta ponnier ertlärte, es sei standalos und schänd fich, daß derartige Dinge auf der Tribüne der franzöſiſchen Kammer gefagt würden. Die Sozialisten protestierten, so daß der RammerEin Sozialist nannte den Abgeord präsident eingreifen mußte. neten Taponnier einen Idioten und forderte ihn durch eine Handbewegung auf, fich mit ihm in die Wandelgänge zu begeben. Abg. Taponnier wurde zweimal zur Ordnung gerufen und schwieg als Dann, so daß Auriol feine Rede fortfehen fonnte. Er fuhr fort: Als bie Sozialisten im Jahre 1919 bie Fehler des Friedens pertrages aufzeigten, feien fie in der gleichen Weise wie jetzt beleidigt worden, aber die Tatsachen hätten ihnen Recht gegeben. Nach dem Havas- Bericht bemühte Auriol sich alsdann, feinen Rollegen die lleberzeugung beizubringen, daß die Ruhr befehung zu feinem Ergebnis führen fönne. Boincaré rief dazwischen: hat es in Frankreich zwischen den Jahren 71 und 73 3wischenfälle gegeben?" Der Abg. Auriol ging alsdann auf die lehte denffche Note handen find. Die Franzosen verhalten sich vollkommen passiv. Der Gonberberichterstatter der„ Times", der sich eben falls persönlich nach Gelsenkirchen begeben hat und mit den deutschen Stommunisien und ihrem Führer zusammengekommen ist, meldet, zahlreiche Kommunisten fagen, daß die Franzosen ihre freunde feien. Einer erklärte, daß die Franzosen die besondere Bolizei"( fpecial constable) entwaffnet und am 23. Mai auf die Feuerwehr gefchoffen haben. Dies ist dem Berichterstatter später von verschiedenen Beugen aus dem Mittelstand bestätigt ein. Sie sei un annehmbar gewesen, aber er bedauere, daß worden, die, wie er schreibt, beschämt zugeben mußten, daß der bei die franzöfifche Regierung nicht flarer ihre Abfichten entwickelt habe, der Blünderung der Läden begriffene Mob den franzöfifchen Truppen als sie gezwungen gewesen sei, die deutschen Vorschläge zurückzuzujubelte, die in einem Lofttraftwagen vorbeifuhren, ohne dagegen meisen. Auriol tabelte es, daß die französische Regierung unsicher einzuschreiten. Dem Berichterstatter zufolge ist ein Geist der Blünde fei hinsichtlich der Höhe der deutschen Schuld, und daß fie fich nicht rung und Zerstörung losgelassen worden, der sich leicht über das in flarer Weise darüber ausspreche, wie sie fich die Regelung der Ruhrgebiet verbreiten fönne. Die ganze Unruhe hätte unterdrückt interalliierten Schulden vorstelle. Poincaré rief dazwischen: werden förmen durch menige Bolizisten oder Soldaten, aber die ersteren feien von den Franzosen ausgewiesen worden, die tatsäch Das haben wir getan!" Wir haben erklärt, daß die Sajagbonds Westminster Schulden annulliert würden." fich die Feuerwehr angegriffen zu haben scheinen. Westminster ber Serie C annulliert werden sollen, wenn die interalliierten Gazette" schreibt, der Auffiand im Ruhrgebiet werde den Leuten, die den Lauf der Ereignisse verfolgt haben, feinerlei Ueber. raschung bereiten, außer, wenn man die Worte einiger franzö fischer Publizisten ernstlich mißverstehen würde, die sogar noch schlimmere Manifestationen als die bereits erfolgten be Die französische Regierung müsse tlar den Willen Frankreichs zum grüßen würden. Sei es denn Frankreichs vorfählicher Wunsch, I Ausdruck bringen. Nach dem Londoner Zahlungsplan würden recht warum?) als eine Art zu ewigem Leben verurteilten, nach Romantaufe. Wie jedes Kind seinen Namen haben muß, fo dem Erlöschen des Bewußtseins lechzenden Ahasver erscheint, In natürlich auch das Kind der Muse, das Kunstwert. Bei Bildern fünf Atten spinnen die Gespräche sich aus. Die Mutter, um den spielt der Name eine geringere Rolle, obgleich manche berühmten GeSohn zu halten, schlachtet heimlich das gottgefandte Rößlein und vernichtet so die Liebe, mit der ihr Knabe an ihr hing. Was ihn jezt noch erwartet, ist nur ein toter Tag. Aus Verzweiflung stößt sich die Mutter ein Meffer in das Herz und der Sohn folgt ihr im Gelbstmord. Richard Alerander t. " dt, Auriol erwiderte: Gerade das mache ich Ihnen zum Vorwurf, daß Sie die Höhe der deutschen Schalb von Bedingungen abhängig machen, die nichts mit ihr zu tun haben." mälde gerade durch ihre auffallenden Titel ihr Glüd gemacht haben. Biele Maler, und unter ihnen gerade die besten, sehen nicht ein, warum ihr Wert einen Namen haben muß, und bei den Bildhauern ist das noch häufiger; sie begnügen sich dann mit ganz farblosen Benennungen wie„ Bandschaft"," Frauenaft" usw. Es wird erzählt, daß den bekanntesten Bildern Bödlins der Kunsthändler Gurlitt thre stimmungsvollen Titel, jo„ Das Spiel der Wellen"," Das Schweigen im Walde" usw. gegeben habe. Auch bei Dichtungen legte man früher auf den Titel nicht so großen Wert wie heute. Es gibt Enrifer, die ihren Bersen feinen besonderen Titel geben, sondern den Für den Romandichter aber würde eine solche Gleichgültigkeit gegen Anfangsvers als Bezeichnung des ganzen Gedichts darüber sehen. ben Titel sehr bedenklich sein. Man begnügte fich früher auch beim Roman mit Namen, die in nichts weiter als dem Namen des Helden bestanden, oder mit schlichten anderweitigen Bezeichnungen. Ein Titel wie„ Soll und haben" von Gustav Freytag wurde bereits als etwas Senfationelles empfunden. Heute fann man von einer Manie im Buchtitel sprechen, indem der eine den andern durch möglichst auffällige Wortverbindungen zu übertrumpfen sucht. Die Mode der schreienden" Büchertitel scheint von den Knabenbüchern ihren Aus. gang genommen zu haben. Dann hat das Kino mit seinen wilden, Wer den Dichter will verstehen, muß in Dichters Lande gehen. Nichts unfruchtbarer als die Aburteilung eines Wertes nach Wertmaßstäben, die auf ganz anderem, ihm fremdem Boden erwachsen find. Wie man das in der Frühzeit des jungen Naturalismus vor brei bis vier Jahrzehnten oft erlebte, als die Vertreter des Alten Die Schauspieler setzten sich unter Paul Günthers Regie ihre aus dem klassischen Drama geschöpften Borstellungen von dem, mit eifrigstem Bemühen für ihre Rollen ein. In caz verwas Aufgabe der Kunst ist, mit den Schauspielen der jungen Rich förperte er den ungestümen Jüngling, Wäscher den blinden tung fonfrontierten und an den Widersprüchen den dichterischen Bater, Fränze Roloff sprach die Stimme des Streißbart, Herb Unwert des Neuen demonstrieren wollten. Jeder Baum hat andere und strenge mit einer monumentalen Größe der Bewegungen Früchte, eine Kritif, die sich auf diese Eigenart nicht einstellt, zeigt repräsentierte Agnes Straub die Hauptfigur der Mutter. Ihr mur bie Schranken ihrer eigenen ästhetischen Empfänglichkeit. Daß vor allem dürfte der starte Applaus am Schluß gegolten haben. diese Ueberzeugung fich feither so verbreitet hat, daß man nach dem offenfundigen Fiasto der einseitigen Verfechter des Kaffizismus, in der Besorgnis, sich durch warnendes Prophetentum abermals Der Schauspieler Richard Alexander, zu blamieren, allem Neuen mit wohlwollendem Respekt gegen der noch in diesem Winter zu seinem 70. Geburtstage an der übertritt, ist sicherlich ein Fortschritt. Aber das Neue, das sich be- Etätte feiner langjährigen und glangreichen Wirksamkeit, im währen soll, muß dann die Probe an seinen eigenen Maßstäben Residenztheater, wieder aufgetreten war, ist in München im 71. Lebensjahre gestorben. Er war der geborene Charakter Barlachs" Toter Tag", der der Aufführung seines Armen fomiter, ein Humorist seines Faches, der in irgendeiner Bewegung, der grellften Sensation huldigenden Titeln auch die Literatur verseucht. Betters" im Schauspielhause unmittelbar folgte, ist wohl als fymbo. einem unbedeutenden Mienenzug die fomische Gewalt entfesselte, Ein englischer Romanschriftsteller, der die Geschmadlosigkeit der heu liftisches Märchenstück gedacht. Jedoch die Intentionen, die dem tie feine Zuschauer zum Lachen stimmte. Alexander war aus tigen Titel beflagt, andererfeits aber die Notwendigkeit packender Dichter die Anregung zu seinem Wert gegeben haben mögen, treten nahmsweise Berliner, während seine berühmten Bühnenkollegen Schlagworte anerkennt, behauptet, daß die Bibel die beste Quelle für Gefühl und Phantasie der Hörer, so sehr sie sich bemühen, ihm sonst ausnahmsweise woanders her sind. Schon sein bürgerlicher für Buchtitel sei. Er führt eine ganze Reihe schlagfräftiger Titel in Name Krähahn disponierte ihn zu einem Beruf, den er freilich der englischen Literatur an, die der Bibel entnommen sind. Der erste zu folgen, nicht in lebendiger Gestaltung hervor. Das Gestrüpp erst auf dem Umwege über die Kaufmannslehre entdeckte. In bekannte Romanschriftsteller, der die Bibel als Titelquelle ausnußte, seltsamer Willkür, bem es dabei an rechter Märchenstimmung fehlt, Berlin ist er zuerst aufgetreten, natürlich in einer flassischen Rolle; war Walter Besant mit seinen Büchern„ Kinder von Gideon" und drängt sich wuchernd dazwischen. Ein ins Mystische gesteigerter in München und Wien fand er den Weg zu seiner besonderen Be Die vierte Generation". Sehr häufig haben Mih Braddon, Marion Ronflitt naturhafter Mutterliebe, die den geliebten, zu großen gabung und war dann von 1883 an in Berlin der beliebteste Crawford und andere bei der Bibel Titelanleihen gemacht. Hall Taten in der Welt bestimmten Sohn für sich zurückbehalten will, Schauspieler, als welchen ihn die vergangene Generation genannt Coine entnahm der Bibel die Titel:" Das Weib, das Du mir gabst", und dessen Sehnsucht in die Weite schwebt dem Berfasser vor. Der hat. Daß die deutschen und vor allem die Bariser Schwänte ihm" Der verlorene Sohn"," Der Sündenbod". Einer der bekanntesten Mannessinn, der im Jünglinge erwacht, soll im Gegensatz zur Enge feine besseren Vorlagen boten, war nicht seine Schuld. Er hätte englischen Romane heißt„ Die Rache ist mein", und so gibt es viele jenes mütterlichen Triebes göttlichen Geblütes sein. Nicht der auch in in einer hochwertigen Komödie Triumphe gefeiert. Denn Titel, denen man auf den ersten Blick ihren biblischen Ursprung Gatte des Meibes, ber erblindet nach langer Irrfahrt zu ihr zurüd es war ein feiner Künstler und wußte auch den bürgerlichen däm garnicht ansieht. fehrt, die Umarmung eines Gottes hat den Knaben erzeugt. Und lichen müſementsstücken fein Besonderes, den Reiz seiner witzigen im Traum ist ihr verfündet worden, daß ein Rößlein Herzhorn" fommen werde, ihn auf den Schauplah seiner fünftigen Taten zu Cine Umgestaltung der chinesischen Schrift. An Stelle der alten, tragen. Die Mannheit als die Kraft der Initiative und des Geistigen Klaffischen, dem Volfe unverständlichen Büchersprache hat ein junger wird in dunklen Drakelsprüchen als Ausgeburt des Göttlichen ge- Gelehrter, Dr. Fu, das Mandarin, die hochchinesische Umgangsfeiert. Dieser dunkle mystisch- metaphysische Hintergrund, der hier sprache, in das Schrifttum eingeführt. Troß anfänglicher starter und da hervorschaut, verschlingt sich mit allerhand spulhaften Cle. Biderstände gibt es jekt nach 5% Jahren bereits mehr als menten, bie in teinerlei gedanklicher oder Stimmungsbeziehung au 150 Zeitungen und Zeitschriften in der gesprochenen Sprache, die alle Aussicht hat, Unterrichtssprache in den Staatsschulen zu werden. ihm stehen. Da gibt es bei der Mutter einen unsichtbaren bösen Außerdem will man die altchinesische Wortschrift, die aus der Bilder Hausgeist, Steißbart, der mit höhnischem Geficher und langen Reden schrift stammt und neben 35 000 veralteten Beichen 4000 bis 5000 die Borgänge begleitet und mit der phantastischen Figur des Befen gebräuchliche umfaßt, durch eine nur 39 Zeichen zählende Lautschrift bein" sich in die Gesindedienste teilt. Ferner den Alb", ein entsprechend unserem Schriftfystem ersehen. Diese leicht erlernbare Symbol angstvoller Traumoisionen, das zugleich( man weiß nicht neue Schrift ist seit 1920 in den Staatsschulen eingeführt, Nuancen zu geben. Gine Ruhrgebietstarte bat ber belannte Kartenverlag von Flemming ut. Wistolt, Berlin, foeben herausgegeben. Die Starte im Magitabe von 1: 150000 gibt in dem Gebiet von Wesel bis Stöln und von Hamm bis Strefeld alle Einzelheiten mit der Unmenge von Siedlungen, Bechen, Industrie werfen, mit dem Durcheinander von Städten, Dörfern und Gemeinden, Strahen, und Eisenbahnen und sonstigen Berbindungen in flarer Uebersicht lichkeit. Auf einer Nebentarte wird das belegte Gebiet gegliedert nach dem Ruhreinbruch, nach dem Santtionsgebiet um Düsseldorf und nach dem lintsund rechtsrheinischen auf Grund des Berfailler Bertrages. Im bejezten Gebiet fann die Karte nicht vertrieben werben. Bühnenchronit. Das Neue Boltstheater bereitet eine Aufführung von Bater und Sohn vor. Die Junge Bühne bringt als nächste Veranstaltung Hermann Effigs Ueberteufel zur Uraufführung. Borträge. Dr. B. Daun hält am Sonntag, den 27. Mai, vormittags 9-10 11hr in der Nationalgalerie, und am Sonntag, den 3. Juni, im Aronprinzenpalais Vortrag über die modernen Gemälde. Frankreich 27 Milliarden Goldmark zufallen, also SS Milliarden Papierfranken. Das mache die Summ« für den Wiederaufbau aus. Frankreich habe hierfür schon 44 Milliarden vorgeschossen, und noch ebenso viel müsse verausgabt werden.«Wenn Sie, Herr Minister- Präsident, erklären, daß Frankreich von Deutschland nichts anderes verlange, als die gerechte Reparation für die verwüsteten Gebiet«, dann werden Sie die ganze Welt auf Ihrer Seite haben, dann wäre bewiesen, daß Frankreich Recht hat." Poincare erwiderte: »Wenn es genügen würde, Recht zu haben, um die ganze Welt auf seiner Seite zu"haben, dann würde sie schon lange mit uns sein." Auriol ging alsdann auf den Verteilungsschlüssel von Spa ein und besprach die Cnglandreise Loucheurs Er fragte Poincare, ob der vom„Daily Telegraph" seinerzeit veröffentlichte Plan die Ansicht des Ministerpräsidenten zum Ausdruck bringe, und ersucht« ihn schließlich, eine Politik der mternationalen Verständigung und der internationalen Versöhnung zu betreiben, also nicht länger die Politik der Isolierung zu verfolgen. Belgien wünsche, daß die Ant- wort auf die kommende deutsche Rot« von allen Alliierten erteilt werde, und eine offiziöse Verlautbarung besage, daß Poincare nicht geneigt sei, das anzunehmen. Poincare erwiderte:„Es ist kein« offiziöse Rot« veröffentlicht worden. Ich habe in keinem Augenblick von der Möglichkeit einer deutschen Note gesprochen. Ich crwarie sie nicht, aber wenn sie kommen wird, werde ich sie enk- gogennehmen." Nachdem der Abg. Auriol nochmals«ine Versöhnungspositik verlangt hat, ergriff Poincare das Wort zu der bereits gemeldeten Rede. Schluß der Rede Poinearss. Paris, 24. Mai.(WTV.) Poincare sagte in seiner Rede weiter, die Kohlenvers orgung Frankreichs fei gesichert. Unrichtig sei auch, dcß die Lage der Koksversorgung schlecht sei. im Gegenteil, diese verbeffere sich täglich und man habe genügend, um dem Be- darf gerecht zu werden. Wes in allem sei die Lag« in der Koks- und Kohlenvcrforgung noch für lang« Zeit günstig. Frankreich habe es also keineswegs eilig, die Ruhrbefetzung auf» zugeben und könne warten, bis die Deutschen„wieder zur Der- nunst kämen". Poincare machte der deutschen Regierung den Vor- wurf, sie schüchtere die deutschen Eis enbahner ein, um sie zu zwingen, die Arbeit nicht wieder aufzunehmen. Diese Unglück- Ilchen hätten ihre Posten verlassen müssen._ In_ Essen seien 4000 Deutsche, die allerdings keine Eisenbahner seien, in den Dienst der französM)-belgischen Regie getreten. Die Regie gestalte sich "brigens mehr und mehr produktiv. Es wurden augenblicklich Zugkilomete? gefahren. Die Ausgaben seien geringer als die 'ahmen, die im übrigen im Steigen begriffen seien. Frankreich könne die für veukschland nnvermeidüche Stunde des Rachgebens durch neue Zwangsmaßnahmen beschleunigen. Auf«wen Zwischenruf erklärte er. er wolle Deutschland dies« Maß- nahmen oerkündigen, wenn er entschlosien sei, sie zu ergreifen, aber nicht im voraus von ihnen sprechen. Der Ministerpräsident wider- sprach dem Argument, daß die Ruhrbesetzung den Lebensunterhalt verteuere und den Wechselkurs zum Steigen gebracht habe.„Wenn wir Deuilchland garantielos ein Moratorium bewilligt hätten, würde unser« Lag« sich nicht erschwert haben? Frankreichs moralischer Kredit ist nicht vermindert. Er ist namentlich in Amerika im Steigen begriffen und auch bei der Kleinen Entente. Wir sind in das Ruhr- gebiet einmarschiert und werden nur nach Mabgabe und im Der» hältnis der deutschen Zahlungen wieder herausgehen." Das fei nicht, wie der Abg. Auriol gesagt habe, eine dunkle Formel, denn es hänge von den Deutschen ab, die Räumung zn beschleunigen, indem sie zahlten, namentlich dadurch, daß sie Anleihen abschlössen und Ordnung in ihren chaushaltungsplan brächten. Das sei die von Frankreich 1871 loyal durchgeführte Methode. Poincare erinnert« alsdann an die letzten, auf die Forderung von Lord Curzon erfolgten deutschen Vorschläge und setzte aus- einander, warum Frankreich, ohne auf die englischen und italieni- sehen Alliierten zu warten, hierauf eine Antwort erteilt habe. Frank- reich sei enrlchlossen. die restlose Einziehung seiner Forderungen zu betreiben. Nur in dem Maß«, in dem die Alliierten Frankreich Cr- leichterung gewähren würden, werde es auf seine Forderung ver- zichten. Ein zweiter Grund, weshakh Frankreich kein« gemeinsame Antwort an Deutschland erteilt habe, habe darin bestanden, daß Deutschland die Gesetzlichkeit der Ruhraktion abgeleug- net habe. Frankreich habe in seiner Antwort auf die ungenügende deutsche Rot« seinen Standpunkt dahin präzisieren wollen, daß es mit Deertschlond nicht verhandöle, wenn Deutschland den Widerstand nicht aufgebe, der nicht passiv, sondern im Gegenteil aktiv sei und Sabotage und Verbrechen oraanisi-r«.(I) Ich will hoffen, fuhr Poincare fort, daß wir in diesem Punkt« verstanden werden, denn man kündigt einen deutschen Dorschlag an. Wenn Deutsch- land nicht nachgibt, werden wir nur von unserem Recht und von unserem Pfand die Ausführung des Vertrages erwarten. Wir wer- den das Ruhrgebiet nur in dem Maße räumen, in dem wir bezahlt werden. Diejenigen, die uns Erobenmgs- und Annexionsabsichten zuschreiben, werden entweder von Lügnern getäuscht oder sie sind sölbst Derlenmder. Wir werden niemals einen territorialen Vorteil gegen den Willen der Bevölker-mg verfangen. Wir sind einmarschiert wie die Deutschen 1870 bis 1873 in Frankreich einmarfchiarten, um bezaWt zu werden. , Nach dem Ministerpräsidenten sprach der sozialistisch« Abg. L e b v s. Darauf wurde die Debatte aus morgen vertagt. Der engliftb-ruPfthe Konflikt. London, 24. Tlld.(DJIB.) Heuler meldet: Ilaker Borsih B a l d w i n s wurde henke eine Besprechung der Minister des Sa- binekks Boncr Lmvs abschalten, auf der die russische Antwortnote erörtert wurde. Die russische Pole wird in offiziellen Kreisen für oerföhnllch angrfchen, doch ist man der Meinung, daß sie n l ch t Aulatz zu besonderer Geaugkuung gibt. Die Aktion der Arbeiterpartei. London. 25. Mai. Die Arbeiterpartei hat gestern abend eine Erklärung veröffenllichi. in der es heißt, ein dringender Ruf fei an alle angefchlofsensu Organisationen der Arbeilerparlei ergangen, Eakfchlietzunzen anzunehmen, in denen die Annahme der lehieu russischen Rote durch die Regierung und velle diplomatische Anerkennung der Sowsetregierung gefordert werden, als bestes Mittel zur Sicherung guter Bezichungen zwischen beiden Ländern. Aehnliche Schritte feto durch die uua b- hängige Arbeiterpartei getan worden. Die Arbeiter- bewegung sehe die lelzle russische Rote alz ein sehr verfähnllches Dokument an und unternehme eine energische Aktton. um ihre Annahme durch die britische Regierung sich« zustellen. Oer Allgemeine Rat des Gewerkfchoftskon- grefses trat gestern in London zusammen und nahm eins Entschließung zur Mitteilung au den Premierminister au. in der es heißt, der Allgemeine Rat des Gewerlschaslskongresies be- grüße den versöhnlichen Ton der russischen Antwort an die britische Regierung. Angesichts der anormalen Erwerbslosigkeit. die feit längerer Zeil vorherrsche, proksfilere der Rat, der die organisierte Arbeiterschaft vertrete, gegen die Annahme jeder Politik seitens der Regierung, die die Entwicklung de, handele Verkehrs zwischen Großbrilamiien und Rußland verzögere. Der Rat fordert die Regierung auf. in weiteren Verhandlungen so zu verfahren, daß eine Fortdauer der Erweiterung des Handelsabkommens erreicht wird, sowie die vollständige Anerkennung der rnsfljchea Regierung. Der Ruf nach öem Schwert. Berliner Studenten gege« den passive» Ruhrwiderstand. Ein großer Teil der Studentenschaft muß alle Kräfte auf- wenden, um das Studium durchhalten zu können, und muß jede freie Stund« benutzen, sich den notwendigen Nebenerwerb zu ver- schaffen. Dagegen sehen andere studentische Kreise einen Sport darin, ihr« offenbar recht reichliche freie Zeit dazu zu verwenden, Deutschland und dem deutschen Polk immer neu« Schwierig- Veiten zu bereiten. Am schwarzen Brett der Berliner Studentenschaft befindet sich ein Aufruf an die„a k a d e- mischen Kriegsteilne h'm er und Komilitonen in echt teutfcher Heldenhaftigkeit ohne persönliche verantwortliche Unter- schrift und nur mit dem Stempel des Ausschusses der Stu» dentenfchaft der Friedrichs-Wilhelms-Univerfi- tat Berlin behastet, in dem einige Stellen ernste Aufmerk- famkeit beanspruchen. Es heißt da u. a.: Passiver Widerstand in Ehren— aber Hand aufs Herz— wer von Euch, an die sich dieser Aufruf richtet, akademische Kriegs- teilnehmer und Kämpfer von Flandern, brächte angesichts der un- geheuerlichen gallischen Verbrechen noch länger die Geduld auf, diesem Wtarfrevel zuzuschauen.... Genug und aber genug der Erörterungen und Zklagen und resignierten Ratschläge! Wohl bleM es nach wie vor Pflicht eines jeden, die Regierung zu stützen und durch Propaganda im In- und Ausland die Ruhrfpende werktätig zu fördern.. Jedoch steht die Erkenntnis, daß der letzte entscheidende Kampf, wie auch immer das Ruhrabenteuer enden mag, mit dem Schwerte ausgefochten werden muß. An die akade- mische Jugend 1914 der Appell. Sie konsolidierte sich zu einer Gesamtheit der akademischen Kriegsteilnehmer und kämpfte 1918 erfolgreich gegen russischen Bolschewismus und polnisches Räuber- tum und zur Erhaltung der deutschen Süd- und Ostgrenzen. 192 3 ergeht abermals der Appell. Wir ahnen, daß er ein Generalappell fein wird und feine Pa- role ist eindeutig. Keiner der.akademischen Zkriegsteil- nehmer verlast« seinen Platz in dem unsichtbaren Streit, der sein« Reihen in der Stille ordnet. Die herausgehobenen Stellen find auch im Aufruf besonders ge- kennzeichnet. Eine besondere Illustrierung erhält aber der Aufruf durch eine Bekanntgabe am schwarzen Brett des Pazifistischen Stu- dentenbundes. Darin wird mitgeteilt, daß in der Sitzung der Studentenvertretung am 14. Mai der Pertreter der Sozialistischen Studenten im Auftrage seiner Fraktion und des Pazifistischen Studentenbundes den Antrag eingebracht habe, die Studentenver- tretung möge den Anschlag dieses Appells am Brett des Ausschusses der Studentenschaft mißbilligen. Bei der Verlesung der von uns oben wiedergegebenen Stelle, daß der passiv« Widerstand aufgegeben und der Kampf mit dem Schwert ausgefochten werden müsse, setzte auf der Rechten, die die große Mehrheit hat, minutenlanges Bei- fallsgettampel ein. Der Antrag wurde dann von der Rechten dreist umgeändert in:„Die Etudentenverttetung billigt den Anschlag des Appells der akademischen Kriegsteilnehmer" und so auch angenommen. Ob die jungen und älteren Semester wirklich nicht ahnen, welche ungeheure Provokation sie sich mit ihren frechen Redensarten ge- leistet haben? Durch Tür und Tor. Ein raffiniertes Eiabrechertrio. Am Stadtpark in Schöneberg hatte«in Großindustrieller unter dem Eindruck der allgemeinen Unsicherheit die Eingänge zu feiner Wohnung mit den modernsten technischen Einrich- t u n g e n so versehen, daß sie wie eine Festung gesichert erschien. Um so größer war die Ueberraschung, als die Familie am Sonn- tag, den 6. Mai, abends nach 11 Uhr von einer Ausfahrt heim- kehrte und die Wohnung ausgeraubt fand. Für löv Millio- nen Mark Tafelsilber, Pelze, Kleidungsstücke, Wäsche usw. waren verschwunden, ohne daß die Eingangstüren auch nur eine Spur einer Beschädigung aufwiesen. Die Kriminalpolizei erkannte alsbald, daß die beiden Hausangestellten Lotte und Else Berg, harmlose junge Mecklsnburgerinnen, geriebenen Einbrechern ins Garn gegangen und ihnen ohne ihr Wissen den Einbruch ermögllcht hatten. Lotte Berg halte 8 Tag« vorher auf dem Tanzboden einen angeblichen Chauffeur Haas« kennen gelernt, der ihr erzählte, daß er bei einem Freiherrn v. Bibra angestellt sei. An ihre Schwester Else hatte sich ein Mädchen herangemacht,' das sich für eine Kontoristin Elisabeth Böhm ausgab. Haas« holte nun Sonn. tags Lotte Berg zum Tanz ob und nahm, damit sie keine Handtasche zu tragen brauche, als Kavalier ich r« Schlüssel in Verwahrung, und Elisabeth Böhm ging mit Else Berg ins Opernhaus, weil ihr Freund, der Chauffeur Boden, ihr zwei Eintrittskarten geschenkt habe, da er selbst verhindert sei mitzugehen. Auf dem Tanzboden steckt« Haas« dem Boden heimlich die Schlüstel zu, und dieser räumte vi« Wohnung aus, während Lotte mit ihrem Kavalier fleißig tanzt«, und Else mit ihrer Freundin in der Oper faß. Die Einbrecher wurden nun entlarvt und hinter Schloß und Riegel gebracht. Der Chauffeur Haas« entpuppte sich als ein 27 Jahre alter Tischler Artur Graupne»» der Chauffeur Boden als ein 40jähriger Tischler Willi Koos, Fräulein Böhm als eine Tischlerfrau Erna Werner, deren Ehemann mit Kobs gemeinsam den Ein- bruch ausgeführt hat. Alle vier wohnten in Lichtenberg und wurden dort ermittelt und oerhastet._ Die Bismarckjugeud als Schrecke» des Südostens. Zu den unter'dies«? Ueberschrift gemachten Ausführungen in Rr. 225 ersucht uns der Altersvorsitzende des Iugendbundes der Bismarck-Gruppe 24 der Deutschnationalen Volkspartei, Herr Hilde- brandt, um Aufnahme einer Berichtigung. Unter Punkt 1 dieser Berichtigung bestreitet der Brieffchreiber entschieden, daß Mitglieder einer links gerichteten Iugerfdorgani satton bei einer harmlosen Propagandatätigkeit von Bismarck-Leuten überfallen und miß- handelt worden sind. Unter Punkt 2 wird weiter beftriten, daß die Bismarck-Leute mit Revolver und Drahtpesen am fraglichen Abend bewaffnet waren. Hierzu schreibt uns unser Gewährsmann. daß er diese Behauptuno nicht zurück nimmt: ferner auch nicht die Behauptung vom Absingen von„Versöhnungsliedern". Wenn Herr Hildebrandt am Echluste seiner Berichtigung betont, daß er seine Behauptungen mit Zeugenaussagen belegen werde, so können wir mitteilen, daß wir uns in. derselben angenehmen Lage befinden. verschwinden. Die Rolle der Schauspielerin hatte inzwischen Ilse Brennicke gespielt und den Türken ziemlich lange am Apparat aus- gehalten, so daß die andere reichlich Gelegenheit hatte, ihren Dieb. stahl auszuführen. Von einer Streichholzverkäuferin Wisniewski. einer Morphinistin, ließen sich die beiden Mädchen Legitimations- papiere geben und verkauften die Schmucksachen für billiges Geld in zwei Goldankauf stellen. Den Bemühungen der Polizei gelang es, die Wertsachen schon am nächsten Tage zu er- Mitteln, so daß der Türke wieder in den Besitz der Sachen kommen konnte. Vor Gericht waren die beiden Angeklagten geständig. Ilse Brennicke erbiett wegen Anstiftung zum Diebstahl, Hehlerei und Urkundenfälschung neun, Erika Gumzow wegen Diebstahls sechs Monats Gefängnis. Der letzteren, die sich jetzt übrwens in Für- sorgeerziehung befindet, wurde mit Rücksicht auf ihre Jugend und die Verführung durch ihre ältere Freundin ein« dreijährige Be- Währungsfrist zugebilligt�_ Keine Demonstrationen au Wocheutagen. Die gestrigen Ansammlungen von Arbeitslosen in Neukölln, die eine Nachtzeitung in aufgebauschter Weiss als„kommunistische Unruhen in Neukölln nach Gelsen kirchener Muster" bezeichnete, veranlassen den Polizeipräsidenten von Berlin zu dem erneuten Hinweis, daß nach der geltenden Bekanntmachung vom 20. November 1922 alle Straßenum- Züge und Straßenansammlungen in Groß-Berlin an d«n Wochentagen verboten sind. Die Schutzpolizei ist an» gewiesen, gegen Zuwiderhandelnde mit allen polizeilichen Mitteln eins zuschreiten. Der verliebte Türke. Kokain und Morphium waren die Triebfeder strafbarer Hand- lungen, die die jugendlichen Statistinnen Ilsie Brennicke und Erika Gumzow unter der Anklage des Diebstahls gestern vor den Straf- rechter brachten. Der türkische Dipl.-Ing. Fresko hatte Ilse Brennicke, die an der Komischen Oper beschäftigt war, kennengelernt und aus dieser Bekanntschaft hatte sich ein Berkehr entwickelt, in dessen Derlauf Ilse auch ihre 17 jährige Freundin und Kollegin am Theater Erika Gumzow, die unter dem Namen„Bubi mit dem Lockentopf" der Liebling gewisser Frauenkreise ist, mit ihrem Freund bekannt machte. Da der Türke sehr wertvolle S'ch m u ck s a ch e n besaß, die er aber bei dem Zusammensein mit den beiden Mädchen sorgfältig beiseite tat, so faßten die Mädchen den Plan, ihm den Schmuck aus besondere Art abzuknöpfen. Eines Tages erschien Erika in der Wohnung des Türken und erzählte ihm, daß die jugendliche Liebhaberin an ihrem Theater, Rosa F., seine Bekannt- schaft machen wolle und auch nachher anrufen werde. Bald darauf klingelte auch das Telephon und als der Türke freudig er- regt ins Nebenzimmer an den Apparat eilte, benutzt« Erika di« günstig« Gelegenheit, die Schmucksachen an sich zu bringen und zu «Volk und Zeit", unsere illustriette Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Nach elnom Skreil überfallen und durch Messerstiche schwerverletzt wurde in der vergangenen Nacht der Kaufmann Z e ll e r aus der Manteuffelstroße 81. Zeller war in einer benach- karten Wirtschaft mit anderen Gästen in Zwist geraten. Zwei seiner Gegner gingen vor ihm weg, lauer ten ihm vor seiner Haustür auf, fielen über ihn her und verletzten ihn am Kopf und an der Brust dürft Messerstiche so schwer, daß er von herbei- gerufenen Beamten der Schutzpolizei nach dem Krankenhaus Am Urban gebracht werden mußte. Die Täter sind entflohen. aber bekannt. Das städtische Zeulralaml für Wohnungswesen verlegt feine Diensträume in der Zeit vom 28. Mai bis 2. Juni er. vom Hau!« Neue Friedrichs». 80 in da» Stadtbau». Jndenstr. 84—42, 3. Stock. Die AbfertigungSstelle für das Publikum befindet sich dort im Zimmer 378. Das Bureau de? Zentralamtes bleibt während des Umzuges für das Publikum geschloffen. Die Relchsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener hält am 26. und 27. Mai ihren 7. Bundestag im Berliner Rathaus ab. Am Sonnabend wird sich das Plenum, zu dem schon 80 Delegierte aus dem Reich angemeldet sind— davon allein 30 aus dem be- setzten Rhein- und Ruhrland—, mit der Vergangenheit befassen, zu der der erste Bundesoorsitzende Erwin Barsonti den Jahres- tätigkeitsbericht entfalten wird. Am Sonntag wird das Programm der Vereinigung sein« Behandlung finden, und wird es Aufgabe der Tagung sein, ein den wirtschaftlichen Derhältniffen entsprechendes Organisattonsprogramm zu finden. Themen wie die Zurückhaltung deutscher Zivilgefangsner in Frankreich, dieuftchrr Kriegsgefangener in Rußland, Gut Habenangelegenheiten, die Frag« des Wiederaus- baues in Nordsrankreich und der französische Ruhreinbruch werden eine bedeutende Roll« auf der Tagung spielen. Aus Anlaß des starken Besuchs wird zu Ehren der auswärttgen Delegierten am Sonnabend um? Uhr in den Kamme rsälen, Teltower Straße 1/4, von der Arbeitsgemeinschaft Groß-Berlin ein Be- grüßungsabend stattfinden, an dem neben den ehemaligen Kriegsgefangenen das Groß-Berliner Publikum sich zweifellos rege beteiligen wird. Zu dieser Veranstaltung haben die Berliner Sängervereinigung von 1875 und die Neuköllner Musikvereinigung ihre Mitwirkung zugesagt. Zuckersonderbelleserung. Die Zuckerkontrollstelle teilt mit, daß der Sonderabschnitt 1 der Zuckerkarte innerhalb der Zeit von jetzt bis 30. Juni d. I. einmal mit 1 Pfund Au cker beliefert werden kann. Fra« Frieda Kraft, Steinmetür. 60, bittet uns mitzuteilen, daß sie mit der in der Nr. 231 des„Borwärts" vom 19. Mai genannten Frau Frieda Kraft, Steinmetzstr. 5», dt« unter dem Verdacht des Gattenmord. Versuches verhastet wurde, nicht identisch ist. Arb.-Sam.'Kolonne. Reinickendorf. lM.d.Arb.-Sam.-Bd.) Sonntag nachmittags 1'/, Uhr, findet in Rewickendors-West, ani dem Gelände vor der Gnmmisabrlk Verl. Schillingstrahe und dem Spielplatz der Laubenkolonie „Erholung" eine öffentlich« Uebung statt. Interessenten sind hierzu ein- geladen. Abmarsch Punkt 12 Uhr vom Seebad Neinickendorf. Der Lord Mayor von London, Moore, wurde das Opfer eines Unfalles, als er sich zu Fuß von der Liverpool Station in das Mansion Houfe begeben wollte. Er wurde auf dem Börsen- platz von einem Autsomnibus erfaßt und zu Boden gerissen. Lebensgefahr besteht für ihn nicht. Wetter bis Sonnabend mittag. Zunächst zeitweise heiter, etwas wärmer, bei lebhaste». südlichen Dwden, nachher neue Trübung und leichte RegenfSll«. Groß-Serliner parteinachrichten. Bezirksvorstand. wichtige Sitzung am Sonnabend, abends 6 Uhr. im Zugend- Heim, Lindenstr. Z._ 112«bt. Rahvsdors. Sonnabend, den SS. Mai, abend» 8 Uhr, im Lokal Sebtftlt, Rahnsdorf-- Mühl«, Mitgliederversammlung. Devisenkurse. 1 holländischer Gulden... 1 argentinische Papier-Peso 1 belgischer Frank...... 1 norwegische Krone.... 1 dänische Krone....... 1 schwedische Krone..... 1 finnische Marl....... 1 japanischer gen...... 1 italienische Lire...... 1 Pfund Sterling...... 1 Dollar........... 1 französischer Frank.... 1 brasilianischer Milreis.. 1 Schweizer Frank...... 1 spanische Peseta..... 100 öfter r. Kronen(abgest.). 1 tschechische Krone..... 1 ungarische Krone..... 1 bulgarische Lewa..... 1 jugoslawischer Dinar... 25. Mai Liws-r» «Skid.) Ruf D-rkTus-r lBrief.) Surs 24. Mai Läufer «Scld-l Kur« Berkäuser (Brief.) Kur, 21196.87 19351.50 3082.27 8628.87 10074.75 14463.75 26433.75 2603.47 260621.87 54164.25 8571.05 6486.25 9760.58 8244.33 21303.13 19448.50 3097.73 2671.63 10125.25 14586.26 26566.25 2616.53 251878.13 54435.75 3588.95 5513.75 9809.47 8285.67 21446.25 19650.75 31412.12 .8728.12 10174.50 14663.25 26433.75 2643.37 253764.— 54912.37 8650.85 6686. 9885,22 8349.10 77.70 1641.88 10.34 461.84 677.56 21558.75 19749.25 3167.80 8771.88 10225.50 14786.75 26566.23 2856.63 255036.— 55187.63 3609.15 5614.— 0934.78 8380.90 78.10 1650.02 10.40 484.16 680.45 Gewerkschaftsbewegung Indexlöhne. Der Korrespondent" für Deutschlands Buchdruder er ortert in einem Artifel feiner Ausgabe vom 23. Mai die Notwendig feit und Möglichkeit eines Inderlohnes für das Buchdrudgewerbe. Darin wird als die größte wirtschaftliche Gefahr die infolge des Rüdgangs des Reallohns immer schwächer werdende Rauftraft der großen masse der Lohn- und Gehaltsempfänger bezeichnet. Die von Unternehmerseite in Landwirtschaft, Industrie, Gewerbe und Handel seit Jahr und Tag betriebene Lohn- und Gehaltspoitit, die unter dem Trugschluß möglichst niedriger Löhne und Gehälter innerhalb der deutschen Volkswirtschaft steht, hat nicht nur den Inlandsmartt eines 70- Millionen- Boltes in unerträgliche Fesseln geschlagen, sondern auch immer größere Schranken für die deutsche Gütererzeugung und verwertung auf dem Weltmarkte geschaffen. Aus dieser selbstmörderischen Wirtschaftspolitik sind sowohl die innerdeutschen als auch die außenpolitischen Hemmungen entstanden, die heute Millionen von deutschen Arbeitern und Angestellten zu immer größeren Entbehrungen, zu Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit verbammen. Durch eine grundsätzliche Abkehr von der heutigen Preis- und Bohnpolitit innerhalb Deutschlands müsse die Kauftraft der großen Maffe des Boltes gehoben und gestärkt werden. Der Maßstab einer zeitgemäßen Rauftraft für den Inlandsbedarf sei unter Berüdsichtigung aller wirtschaftspolitischen Momente für die gesamte deutsche Boltswirtschaft fei gegeben in ber reichsamtlichen Inderziffer für Ernährung, Heizung, Beleuchtung, Wohnung und Bekleidung, wie diefe allmonatlich durch das Reichsstatistische Amt ermittelt und ver öffentlicht wird. In dieser Reichsinderziffer finden die Preisveränderungen der notwendigsten Lebensbedürfnisse einen ziffern. mäßigen Ausdrud, der sozusagen die inländische durchschnitt. liche Kauffraft der Papiermark darstellt. Während der tägliche Dollarkurs den Wert der deutschen Papiermart gegenüber dem Weltmarkte mißt und anzeigt, ergeben die Schwankungen oder Veränderungen der Reichsinderziffer einen die Not des deutschen Volkes umfaffenden Maßstab für den Monatsdurchschnitt des Wertes der Papiermart auf dem Inlandsmarkte. Jedes Zurückbleiben der Einkommensverhältnisse unter diesem Reichsinder bedeutet eine fortlaufende und wachsende Schwächung der Kauftraft der Lohnund Gehaltsempfänger und damit auch eine entsprechende Stockung und Schwächung des inländischen Warenabsatzes und dessen Zufuhr aus der Warenerzeugung, also eine Verstopfung der Quelle aller volkswirtschaftlichen Werte. Je weiter das Einkommen oder die Rauftraft der Lohn- und Gehaltsempfänger hinter diesem durchschnitt lichen Maßstab des innerdeutschen Papiermartwertes zurüdbleibt, defto empfindlicher und unerträglicher werden aber auch alle weiteren Preiserhöhungen von einer Staffel der Reichsinderziffer zur andern. Desto nachteiliger werden außerdem die Rüdwirtungen auf den Inlandsmerkt, da die Zahl der Käufer und der zum Absah fommenden Waren in gleichem Berhältnis immer ge ringer und die daraus naturgemäß entstehenden politischen und psychologischen Spannungen immer größer werden müssen." Wir betrachten es daher nach allen bisherigen Erfahrungen mit der neuzeitlichen Lohn- und Preispolitik als ein Gebot der Klughelt und der Pflicht, die Lohnpolitik der nächsten Zeit im wohlverstandenen Interesse aller verantwortlichen Kreise in Wirtschaft und Politit in ein engeres Verhältnis zu der amtlichen Alt- MetallAnkauf zit höchst. Preifen Curow, Heukölln Jonasfte. 68 an der Bergstr. 2 Min. vom Bahnh. Neukölln Tel.: Neut. 4497 Korsette Verkauf Reparatur, Maß. anfertigung Fr. C. Bungartz, Henkölla, Boddinstr. 31. Spezial. Bebandl. nur für :: HOSEN:: weit unter Tagespreis! Sportbreeches.. 20 000 gute Verarbeitung Sommeranzug.. 48 000 Strapazierware Manchester Hosen Streifen Anzug Militär ArbeitsReste- Haus C. Pelz Kottbaser Str. 5 Anzugstoffe Kostümstoffe Mantelstoffe große Auswahl! Kleiderstoffe Seidenstoffe Munchen- Gladbacher Hosenzentrale Berlin Neukölln BerlinerStr.18-19 Küstriner Pl. 10 Ecke Reuterstr 1 Min.v.Schl.Bh. 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Und zwar denken| tagen am Drte erhöhen fich um ben gleichen Brozentfah wie die wir uns die Sache so, daß die jeweilige, offiziell bekanntgegebene Tariflöhne. Im übrigen wird der Tert des 14. Lohnabkommens lette Reichsinderziffer als Maßstab des Vielfachen der entsprechend für das 15. Lohnabkommen übernommen. Friedenslöhne mit annehmbaren Auf- und Abrundungen für Berlin, den 24. Mai 1923. die Zwischenzeit bis zum Bekanntwerden der nächsten Reichsinder3iffer zu gelten hätte.... werden. Für den Deutschen Holzarbeiterverband, Zahlstelle Berlin: R. Boefe. Bereinigte Verbände der Berliner Holzinduftrie. Th. Paeth. Der Cughavener Streit der Maschinisten und Heizer auf den Fischdampfern ist beendet. In den Buch- und Steindrudereien von Barmen und Elberfeld find heute früh die Buchdruder und Etikettenschneider wegen Der Friedenslohn müßte mit der Reichsinderziffer, die für April das 2954fache des Friedensstandes betrug, multipliziert werden. Da die Reichsinderziffer nur den Durchschnitt der Lebenshaltungsfosten anzeigt, der damit zu messende Lohn aber einen Spizenlohn darstellt, den tariflichen och ft lohn, werde dadurch die allgemeine ungünstige Wirtschaftslage gebührend berücksichtigt. Der Inderlohn fönne höchstens bis zum 15. des folgenden Monats gelten, um dann der inzwischen bekannten Inderziffer des Vormonats angepakt zu Für die Arbeiterschaft würde diese Lösung neben der dringend Lohnstreitigkeiten in den Streit getreten. Jn Düffeldorf traten gestern nachmittag die Arbeiter der notwendigen Erleichterung ihrer gegenwärtigen unhaltbaren Notlage die Gewißheit in sich bergen, daß die noch darüber hinaus- städtischen Gas- und Elektrizitätswerte in den Aus= gehenden Kosten der Lebenshaltung in der Gegenwart durch die stand. Infolgedessen mußte der Straßenbahnverkehr eingestellt nächste Reichsinderziffer ihren Ausgleich finden werden. Es ist zwar werden, abends war die Stadt ohne Beleuchtung. durch diese erst nachträgliche Ausgleichung immer noch ein Der Generalstreit in Belgien steht vor dem Ausbruch, da der sehr unliebsamer Nachteil in dieser Art Lohnregulierung enthalten; aber die dafür gegebenen Grundlagen lassen vorerst feinen anderen Eisenbahnminister Neujean sich geweigert hat, eine Deputation der Weg offen, als den, daß im Falle einer späteren Senfung der Eisenbahnergewerkschaften zu empfangen. Die entscheidenden BeLebenshaltungskosten diefe im gleichen Verhältnis auch erst später schlüsse werden heute gefaßt werden. wieder durch die Reichsinderziffer die Lohnregulierung beeinflußt. Der Verfasser hat zwar wenig Hoffnung, daß dieser Vorschlag zur Regelung der Buchdruckerlöhne bei den Brinzipalen auf guten Boden fällt. Dennoch appelliert er an die Arbeitgeber, bei den bevorstehenden Berhandlungen diesem Borschlage zu folgen. Nachdem Martstabilisierung und Preisabbau bis auf weiteres vertagt sind und die neue Teuerungswelle bei den Lohnverhandlungen nicht ganz unberücksichtigt bleiben kann, würden die Lohnverhandlungen auf der Grundlage der Inderziffer, von der ohnehin bei allen Berhandlungen ausgegangen wird, sich weit einfacher gestalten. Da eine allgemeine Lohnbewegung auf Grund der Reichsinderziffern nicht von heute auf morgen einzuführen ist, selbst wenn sie auf beiden Seiten prinzipiell anerkannt würden, wäre nur zu wünschen, daß in solchen Berufen damit der Anfang gemacht würde, wo die ersten Schwierigkeiten am leichtesten zu überwinden sind. Streit bei Semmler n. Bleyberg. Bei der Firma Semmler u. Bleyberg, A.-G., Dresdener Str., find die Transportarbeiter heute in den Streit getreten. Die Firma will ihre mit schweren Arbeiten beschäftigten Leute mit 66-72 000 M. für den Monat Mai entlohnen. Wir ersuchen alle Kutscher aus dem Eisenwarenhandel um ftrengste Solidarität. Deutscher Verkehrbund. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Das Lohnabkommen in der Berliner Holzindustrie. Das Lohnabkommen in der Berliner Holzindustrie hat folgenden Wortlaut: Am 24. Mai, abends, ift in der Holzindustrie folgende Berein. barung über ein neues Lohnabkommen für die Zeit vom 13. Mai bis 2. Juni getroffen worden. Die am 12. Mai bestehenden Tariflöhne erhöhen sich vom 13. bis 19. Mai um 15 Broz, vom 20. bis 26. Mai um 25 Proz. und vom 27. Mai bis 2. Juni um 35 Broz. Die Montagefäße für außer halb betragen für die garze Tarifdauer pro Tag 7500 M.; die MonBei Einkauf Fahrtvergütung! Fahrtvergütung! Wirtschaft Teure Warum fintt der Schweizer Franfen? Der Schweizer Franken, der lange Zeit zu den besten Valuten gehörte, ist im Sinten. Rostete vor dem Kriege ein Schweizer Franken 19,30 amerikanische Cents, so fant der Preis dafür im Januar auf 18,66 Cents, um in den letzten Tagen bis auf 18,04 Gents weiter herunterzugehen. Das ist nach unseren mitteleuropäischen Begriffen eine fleine, für ein Hochvalutaland jedoch sehr beträchtliche Entwertung Noble, ungünstige Handelsbilanz würden die Verschlechterung des Schweizer Franten allein noch nicht erklären. Die Schweiz verdankt ihre günstige Valuta dem Umstand, daß sie zum inter nationalen Geldmarkt wurde, auf welchem ausländische Rapitalisten ihre flüssigen Gelder anlegten. Besonders viele Kapitalien hat die Schweiz in den lezten Jahren von österreichischen Rapitalisten erhalten, die angesichts der Geldentwertung ihr Schäfchen ins trodene bringen wollten. Die als„ Kronenflucht" bekannte Er scheinung richtete sich überwiegend nach der Schweiz, und es dürften aus dem berarmten Desterreich enorme Summen nach der Schweiz gewandert sein. Inzwischen wurde aber die österreichische Währung stabilisiert, die österreichische Krone hat wieder einen beständigen Wert. Auch haben die Kapitalisten Desterreichs wieder das Heft in die Hand bekommen und brauchen sich vor der Wegsteuerung ihrer Vermögen nicht mehr zu fürchten. Daher zieben sie ihre Sapitalien aus der Schweiz langfam aurud, um diese in Desterreich anzulegen. Dort fönnen fie einen höheren Profit abwerfen, da die Zinsfäge in Defterreich heute noch enorm boch sind, biel böher als es den Geldverhältnissen entsprechen würde. Das Burüdströmen diefer Beträge drüdt aber auf den Schweizer Franken. Berantwortl. für den rebatt. Tell: Eraft Reuter, Bin.- Schöneberg; für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag: Borwärts- Berlag G.m.b.5., Berlin. Drud: Borwärts. Budbruderei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstraße 3. Ein guter Rat!! Kaufen Sie sofort! Wir bleiben billig! LY R Riesen- Auswahl in Herren- Anzügen Jünglings- Anzügen Sommer- Schlüpfern Gummi- Mänteln Hosen.. 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