Nr. 241 � 40.�ahrgang Ausgabe& Nr. 119 Bezugspreis: IkÜr den Monat Mai ZMfl M. »otaus Mhibar. Unter Rmiibanö Äac Deutschland. Danzig, Saar» und Momelsebiet sowie Oesterreich und Siixemdurg 7800 M.. für das übrige Ausland 0800 M. Vostbezugspreis Ireidleidend. Postdestellungen nehmen an Belgien. Dänemark, England, Estland. Finnland. Frant» »eich. Holland. Lettland. Luremburg, Oesterreich. Schweden. Schwei», Tschechoslowakei und Ungarn. Der..Vorwärts� mit der Sonntags» deilage„Volk und Feit", der Unter» haltungzbellage..Heimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Telegrennm-Adresse: »Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe c j p> f. ZZevlinev Volksbleltt AnzelgenpreiS: Die einspaltige Ronpareiüezeile kostet 1000 M. ReNamozeile 7000 M. „Kleine Anzeigen" das settgedruelle Wort 500 M.(zulässig zwei fett» gedruckte Wortel. ledes weitere Wori 200 M. Stellengesuche das erste Wort 200 M.. jedes weitere Wort 200 M. 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Dennoch sollte die heutige Schlußsitzung einen des Vorangegangenen durchaus würdigen Verlaus nehmen. Es wurden zunächst noch zwei Spezialreferate zu dem Punkt 2(Äamps gegen die Reaktion) entgegengenommen, über den Bauer und Abramowitsch am Dienstag referiert hatten. Zunächst sprach K u n f i als ungarischer Emigrant, der die weiße Schreckensherrschaft in Horthy-Ungarn geißelte und den deutschösterreichischen Genossen für die den geflüchteten ungari- schen Sozialisten gewährte Gastfreundschaft besonders dankte. Nach ihm hielt Wels eine kurze Rede, in der zunächst die Ausführungen Bauers dahin ergänzt wurden, daß in Deutschland die Reaktion nicht nur in den Demütigungen durch den französischen Militarismus, sondern auch in den kommunistischen Tchen und Worten die kräftigste Nah- rung findet. Ebenso wie Blum tags zuvor die Sorgen und Siimmungen der breiten Massen Frankreichs vorzüglich ge- schildert hatte, so gab nunmehr Wels ein erschütterndes Bild der durch äußere und innere Feinde ewig gehetzten jungen deutschen Republik, die keinen frohen Tag bisher er- leben konnte. Er schloß diese mit starker Leidenschaft vorge- Uaxenen Ausführungen mit dem im Namen der deutschen sozialistisäsen Arbeiterklasse abgelegten Gelöbnis, für die Er- baltung der Republik und gegen die Reaktion gemeinsam mit allen übrigen Parteien der Lnternationole weiterzukämpfen. Bei'diesen ausrüttelnden, lebhaft begrüßten Worten war die Müdigkeit des Kongresses gebannt. Er hörte mit lebhafter Sympathie den Bericht der Kommission zur Bekämpfung der Reaktion, den der mutige Herausgeber der Londoner I.L.P.» Zeitschrift„New Leader". Genosse Brailsford, erstattete; er fand wann empfundene Worte für die bedrohte deutsche Re- publik.. Die Abstimmung über die Resolution zu diesem Punkte ergab volle Einstimmigkeit über den ersten wichtigsten Teil, während bei dem zweiten, der sich speziell mit S o w j e t r u ß- ! a n d befaßt, eine Minderheit sich der Stimme enthielt unter Führung der gesamden englisckien Delegation, die sich wegen der augenblicklichen englisch-russischen Spannung eine beson» dere Zurückhaltung gegenüber den Bolschewisten au>- erlegen zu müssen glaubte. Ehe nun die Abstimmung über die von Huysmans eingebrachte Resolution zum ersten Punkt(die imperialist'.schen Friedensverträge) vorgenommen wurden, kam noch d�rteRte der vier vorgesehenen Referenten, Vandervelde,zu.ü.ort. Die Rede des belgischen Parteiführers zeichnete sich durch grohen rednerischen Schwung aus und war an witzigen Ein- fällen reich. Ueber Vergangenes, wovon er sprach, mag man verschiedener Meinug sein. Ueber die Gegenwart zeigte man sich einig, da einmal die Resolution, die u» o. von schärfsten Protest gegen Versailles wie gegen die Rnhrbssetzung und eine Solidaritätserklarung mit dem Widerstand leistenden Ruhrproletariat enthalt, unter lebhaftem Beifall einstimmig angenommen wurde. Dann sprach Genosse Wels an Stelle des leider erkrank- ten Henderson ein Schlußwort des Triumphes über die wiederhergestellte Einigkeit. Stehend brach die Versamm- hing in ein dreifaches Hoch auf die Internationale aus, deren Kamvftlänge macbtvoll erdröhnten. Und a"ch nach dem Schlußglockenzeichen erlebte man noch etwas Ergreifendes: Zunäcb't stimmte die vielköpfige dänische Delegation d'.e sozialistische Hymne ihres Landes an, dann � folgten die deutschösterreichischen und d e u t s ch b ö h m i s ch e n Genossen mit ihrem„Wed der Arbeit", und schließlich ertonte aus allen deuftcben Kehlen der Sozialistenmarsch. Die Sozialistenreihen waren auch international geschlossen. • Es bleibt noch übrig, auf die Donnerstagssitzung, die den unzweiselbasten Höhepunkt des Kongresses bildet, einen raschen Rückblick zu werfen. Die beiden Kommissionen hatt-n die Ausgabe, die R e s o- l u t i o n e n fertigzustellen zu den Punkten 1 mid 2 der Tages- ordnung des Kongresses, um sie dem Plenum vorzulegen, und feiste diele langwierige Aufgabe auch am Abend fort. Anderer- ieits faßte die Exekutive gleich in ihrer konstituierenden Sitzung wickif fle Entscheidungen bezüglich des Sitzes und der Z u- iammenfetzung der Internationale. Einstim- mig wurde London als Sitz der neuen Internationale be- stimmt und ebenso einstimmig wurden die beiden Sekretäre der zwei bisherigen sozialistischen Internationalen, Tom Shaw und FriedrichAdler.als gleichberechtigte Sekre- täre der neuen vereinigten Internationale gewählt. Als am Nachmittag bei Beginn der Plenarsitzung der Vorsitzende Vandervelde von diesen Beschlüssen Kenntnis gab, begrüßte der Kongreß mit stürmischem Beifall diese neue Besiegelung der internationalen sozialistischen Vereinigung. Unmittelbar anschließend an diese Mitteilung wurden drei der vier Referate zum ersten Punkt der Tagesordnung abgehalten, der die imperialistischen Friedensverträge und die Aufgaben der Arbeiterklasse betrifft. Als erster Redner sprach zu diesem Thema in Vertretung des ursprünglich vorgesehenen in England zurückgehaltenen Ramsay Macdonald, der Vorsitzende der Fabier-Geftllfchaft Genosse S y d n e y W e b b. In echt englischer Kürze und Nüchternheit beschränkte sich Webb auf einige wenige Aus- führungen allgemeiner Art, indem er den Imperialismus der großen und kleinen Siegermächte als Ursache der fortgesetzten Zerstörung der Weltwirtschaft und der Bedrohung des Frie- dens brandmarkte, sich gegen die Gewaltpolitik wandte und für die Revision der Friedensverträge aussprach. Nach ihm hielt Genosse H i l f e r d i n g ein großangelegtes Referat, in dem er die Ursachen der katastrophalen Wirtschaft- lichen Entwicklung in Europa und in der ganzen Welt einer meisterhaften Prüfung unterzog, die trotz ihres eminent wissen- schaftlichen Charakters bis zulegt mit der größten Spannung angehört und mit stärkstem Beifall aufgenommen wurde» da er an der Hand von Tatsachen und Ziffern die verbrecherische Unfähigkeit des Kapitalismus enthüllte, den Krieg zu liqui- dieren. und die Aufgaben der»euen sozialistischen Jnternatio- nale demgegenüber stellte. Es heißt aber keineswegs, die Verdienste Hilferdmgs und den Wert seines Referates verkleinern, wenn gesagt wird, daß die folgende Rede des Genossen L 6 o n Blüm das eigentliche Erlebnis in dem bisherigen Verlauf des Kongresses darstellt. In kaum zu überbietender Meisterhaftigkeit der Form und des Inhalts, geistvoll, klar und überzeugend, schil- derte Blum die psychologische und geschichtliche Entstehung der Fehler und Sünden der Friedensverträge von 1919. Mit be- merkenswerter Tcbpferkeit wandte er sich gegen die Gewalt- Politik der Regierung seines eigenen Landes, zugleich wußte er mit unvergleichlicher Ueberzeugungskraft und taktvollster Offenheit die Stimmungen und Sorgen der französischen Volksmassen gegenüber dem Reparationsproblem und der Sicherheitsfrage zu schildern. Dank der ausgezeichneten deut- schen Uebersetzung Grumbachs ging den deutschsprachigen Delegations- und Tribüncnzuhörern nur wenig von dieser erstklassigen rhetorischen Leistung und politischen Tat verloren. Immer neue Beifallsstürme brachen aus, die sich am Schluß zu einer wahrhaften Ovation gestalteten. In diesem Augenblick, gegen 8 Uhr abends, sollte diese kaum zu überbietende Begeisterung dennoch eine gewaltige Steigerung erfahren, als nämlich Genosse Crispien als Vorsitzender im Namen des Kongresses und insbesondere der Deutschen dem Genossen Blum zu diesem mutigen, vorbild- lichen internationalistischen Bekenntnis dankte. In einem glücklichen Einfall warf Crispien in diesem Zusammenhang den Namen IaurSs in den Saal und ließ die Erinnerun- gen an erbebende Stunden der Norkriegsinternationale wachrufen. Im ganzen Saale waren die Genossen aller Län- der aufgestanden, und fieberhafte Hände klatschten Beifalls- stürme. Jetzt nahm der andere Vorsitzende des Tages, Ge- nosss Vandervelde, den Namen des großen Toten auf, ließ auch den sozialistischen Ovfern der deutschen Reaktion eine Huldioung zuteil werden und schloß nach einem Hinweis auf das Erhebende der Stunde mit einem Hoch auf die Internationale, in das tausend Menschen im Saal, auf dem Podium und den Galerien begeistert einstimmten. In tiefer Erregung ging der Kongreß auseinander, wobei einer der besten französischen Sozialisten, der Genosse Paul Faure, dem..Vorwärts"-Berichterstatter gegenüber die Gefühle aller mit einem treffenden Wort kennzeichnete:„Die Internationale hat ihre Seele wiedergefunden." Nach der Rede Otto Wels' teilt Hamburg, 2S. Mai. Hrailsforö-Gnglanö als Berichterstatter der ersten Kommisston mit, daß diese zwei Resolutionen vorlegen wird, von denen die ein«, zur internationalen Reaktion, einstimmig, die andere über die russische Frage nicht angenommen wurde. Fortfahrend, er. klärte er: Seit dem Kriege hat die Reaktion manche neue Formen angenommen, die wir scharf beobachten müssen. Die Menschen hat:.: im Krieg« morden gelernt. Aus dieser Erfahrung ist eine Neigung zur Gcivall entstanden, die sich heute in ganz Europa zeigt. Di? heutige Reakü..' zeigt sich einmal innerhalb der nationalen Schranken, wie in Italien und in Ungarn, oder sie greift über die nationalen Grenzen hinaus. Wir sind einig darin, daß es unsere Pflicht ist, mit allen Mitteln unseren rtaüeirischen und ungarischen Genossen zu helfen. Es liegt nicht in unserer Macht, mit Gewalt die Reaktion in diesen Ländern zu bekämpfen, aber wir halten es für eine wirksamere Wusse, den vereinigten moralischen Druck durch Beeinflussung der ösfent- lichen Meinung auszuüben. Mussolini und die Reaktionäre in Un- garn wissen dies« Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Zlus- lande wirksam zu handhaben. Daraus müssen w i r lernen, uns derselben Machtmittel zu bedienen, um das Gewissen der Welt gegen die Reaktion zu mobilisieren. Was die andere Art der Reaktion betrifft, die mit diplomatischen, militärschen und anderen Mitteln über die Grenzen hinausgreist, führt uns auf das deutsche und russische Problem. Wir wissen, daß es die Diplomatie der Entente gewesen ist, die die sozialistischen Keime der deutschen Republik nicht zur Entwicklung hat kommen lassen. Wir sind also gewillt zusammen- zuwirken, um der Entwicklung der deutschen Republik möglichst freie Bahn zu schaffen.(Bravo!) Auch die internationale Ausnutzung der F i n a n z k r a f t ist ein starkes Mittel der Reaktion. Die finanziell abhängigen Staaten werden so zu Werkzeugen der großen finanzkräftigen Staaten. Hilferding hat mit großer Meisterschaft die wirischastlichen Zusammenhänge aufgezeigt. Es muß unsere Aufgäbe sein, immer weitere Kreise über diese Dinge zu informieren. Bei der ruffischen Gefahr haben wir es. wie die neuesten Ereignisse zeigen,. noch mit der allen Rivalität zwischen England und Rußland zu tun. Wir müssen hier vor allem fordern die cke jure-Anerkennung der Sowjetrepublik. Die Ausartung des Sowjetregimes ist die Wir- kung der Politik des kapitalistischen Regimes des Westens. (Bravo!) Wir appellieren in dem Kampfe gegen all« Arten der Reaktion an die Internationale. Der Reaktion kann nur entgegengetreten werden mit den Methoden der Arbeit und des Kampfes. (Lebhafter Beifall.) Es entspinnt sich dann eine Geschästsordnungsdebatte wegen der Art der Abstimmung über die von der ersten Kommission vorgelegten Resolutionen. Modigliani(Italien) beantragt Einzel- abstimniung. Der Kongreß beschließt, die Abstimmung en b!c>c vo> zunehmen. Darauf spricht zum Punkt 1 der Tagesordnung als letzter Referent Vanöervelüe-Selgien. Ich kann die Ausführungen von Hilferding und Webb unter- schreiben, möchte aber diese erste Gelegenheit, nach dem Kriege vor einem internationalen Kongreß zu sprechen, benutzen, um dar zulegen, worin die Besonderheiten der belgischen Parte? bestehen. Mir selbst wird vorgeworfen, daß meine Unterschrift unter dem Versailler Vertrag steht. Diese brutale Tatsache ist wahr. Wenn mich dabei etwas tröstet, so die Tatfache, daß ich nicht der einzige Sozialist bin, der ihn unterschrieben hat, sondern daß auch der Name Hermann Müller darunter steht.(Modigliani: Das ist etwas ganz anderes!) Im übrigen ist meine Unterschrift erfolgt im Einverständnis mit dcr gesamten belgischen Partei. Wir mußten diese Unterschrist leisten, denn sie bedeutete für uns die Befreiung unseres Landes von dcr fremden militärischen Besetzung und die Festlegung unseres An- spruches auf Reparationen. Außerdem haben wir verschiedene Reserven bei diesem Vertrag gemacht. Mit Freude habe ich gelesen, daß Eduard Bernstein in der„Glocke" schrieb, das deutsch: Volk habe es zu bedauern, daß im Januar 192Z keine Sozialistcn mehr in der belgffchen Regierung saßen. In der Tat haben wir belgischen Genossen von vornherein gegen die Ruhrbesetzung pro- testiert.(Bravo I) Wir taten das aus der Ueberzeugung. daß die Wells des Hasses zwischen den Nationen durch diese gewaltsame Besetzung nur immer größer werden könne. Das haben wir selbst in Hamburg während des Kongresses am eigenen Lcibe erlebt. Wir wurden aufgefordert, ein Lokal zu verlassen mit der Be- gründung:„So wenig dürfen hier Belgier und Franzosen ein Lokal betreten, wie man Hunde in einen Salon läßt!"(Lebh. Pfui- rufe). Wir haben dagegen keinerlei Geste gemacht; denn wir haben nicht vergessen, daß solche Fälle leider auch vorkamen in Lille und Brüssel, als unser Freund Hilserding zu uns kam, um für die Versöhnung der Völket zu reden. Wir haben empfunden, daß, wenn der Haß etwas Nationales ist, der Stumpfsinn inter- national ist.(Lebh. Zustimmung). In der Reparationsfrage fehlt es noch heute an jedem System. Die Regierungen setzen sich zusammen aus Bankenchefs.(Heiterkeit). Aber die einen, die glauben, mst Gewalt alles regeln zu können, erweisen sich ebenso ohnmächtig wie die anderen, die als geriebene Geschäftsleute empfohlen wurden. Wir Belgier wissen am besten, wie ein Volk unter fremder Besatzung zu leiden hat. Wir haben deshalb gesagt: Solches darf sich niemals wiederholen (Bravo!) und haben deshalb gegen die Ruhrbesetzung protestiert. Gestern haben wir, als Blum und nach ihm Crispien sprach, hier unvergeßliche Augenblicke erlebt: dieses Erlebnis bewies uns, daß ln uns allen eine gemeinsame kampfeflamme lodert. (Braool) Das vor Jahrzehnten geknüpfte Band zwischen den inter- nationalen Proletariern ist jetzt durch nichts mehr zu zerreißen. Der imperialistische Friebe ist nichts als ein in sich erstarrter Kriegs- Imächten die zu Reparationen notwendigen Summen zur Verfügung verständlich, daß die Arbeiterschaft in ihrer übergroßen zustand. Ihm stellen mir unsere Macht gegenüber. Vor der ftelli, Mehrheit das Treiben der Unruhestifter auf das entschiedenste Geschichte wird der Kapitalismus ewig verdammt sein, weil er in 3. den Abschluß von Uebereinkommen zwischen den alliierten Re- mißbilligt. An verschiedenen Stellen sind auch bereits Maßgewiffen Zeiträumen die Völker in den Krieg führt. Der Sozialis gierungen, die es ermöglichen, für die eigentlichen Reparationen nahmen getroffen worden, um derartigen Ereignissen vorzubeugen mus wird vor der Geschichte eines Tages als die einzige Macht da- die Gesamtsumme der erwähnten Zahlungen zu verwenden. Das und entgegenzuwirken. Trog solcher Versuche zur Wiederherstelstehen, die imstande war, aus dem Frieden Wirklichkeit und Wahr- feht aber bei den alliierten Mächten und den Vereinigten Staaten lung ordnungsmäßiger Zustände ist die Lage nach wie vor ernst. heit zu machen. Ich schließe ich den Worten eines großen Fran- von Amerika voraus, Berzicht auf ihre Forderungen an Deutsch- Mit der Beunruhigung der Bevölkerung wächst auch die Ervitterung 3osen an: Das Proletariat wird der Welt den Frieden dit land, soweit sie die militärpenfionen betreffen, sowie all- gegen die französischen Besagungstruppen. Es wird fieren.( Lebhafter Beifall). gemeine Annullierung ihrer gegenseitigen Forderungen und Schul- feinswegs erwartet, daß diefe Truppen fich an der Wiederherstellung Auf Vorschlag des Bureaus wird der vorher gefaßte Beschluß, den. Die jüngsten Vorschläge der deutschen Regierung und die Ant- der Ruhe und Ordnung beteiligen. Die Bevölkerung ist davon über die Refolutionen en bloc abzustimmen, aufgehoben. Es worten Frankreichs, Belgiens, Englands und Italiens müffen An- überzeugt, daß die Hauptschuld an den jebigen Zuständen die Be wird getrennt abgestimmt, und zwar nach Nationen. Die Resolution, laß zur Eröffnung von Verhandlungen bieten, die zu einem fagungstruppen trifft, die die staatlichen und kommunalen die sich gegen die internationale Reaktion wendet, wird einstim Uebereinkommen führen. Polizeiorganisationen zerschlagen haben und die mig angenommen. Die Resolution über die russischen Verhält nach wie vor fommunistische Fanatiker und Großstadtgesindel durch nisse nach einer von der Subkommission vorgeschlagenen Aenderung ihr Verhalten begünstigen. mit 196 gegen 2 Stimmen bei 39 Stimmenthaltungen der englischen Delegation.( Wir werden die Resolutionen später veröffentlichen.) Die Resolution zu Punkt 1 wird einstimmig angenommen. Adler- Wien teilt mit, daß in die Geschäftskommission ( Deutschland), Modigliani( Italien) und Henderson( England). geladen werden. Das Bureau soll in bringenden Fällen zusammentreten. Um auch kleineren Nationen Gelegenheit zu geben, ihre besonderen Aufgaben zu erfüllen, soll es der Geschäftskommission bzw. dem Bureau freistehen, andere Ländervertreter mit beratender Stimme hinzuzuziehen. Es sollen jedesmal zwei Vertreter anderer Länder, je nach den Gegenständen der Tagesordnung, mit beratender Stimme einDan wählte der Kongreß noch eine Kommission zur Prüfung des Konflikts zwischen den sozialdemokratischen Parteien in der Tschechoslowakei. Die Konstituierung dieser Kommission war- wie Adler erklärte der erste Fall, wo sich diese Bartzien einigen konnten.( Bravo! Heiterkeit.) Die tschechischen und die deut schen Genossen der Tschechoslowakei sollen das Recht haben, je einen Genossen aus der Internationale in diese Kommission zu entsenden. Außerdem sollen als Genossen, die mit den Berhältnissen in Nationalitäten staaten besonders vertraut find, in die Kommission entsandt werden: Huysmans( Belgien), Grimm( Schweiz) und Burton( England). Weiter soll an den Internationalen Gemertschaftsbund die Einladung gerichtet werden, sich durch zwei oder schaftsbund die Einladung gerichtet werden, sich durch zwei oder drei Vertreter an dieser Kommission zu beteiligen. Rußland soll im Bureau der Internationale einstweilen durch Abramowitsch vertreten jein, bis es der Crefutive gelingt, eine einheitliche Delegation Die Lage im Ruhrgebiet. Wiederherstellung der Ruhe. Um die bayerischen Volksgerichte. Gelsenkirchen, 25. Mai.( WTB.) Die Polizeierefutive ist heube in Tätigkeit getreten. Sie erließ folgende Bekanntmachung: 1. Alle Die bedauerlichen Ausschreitungen im Ruhrgebiet haben Bevölkerungsfreise werden aufgefordert, fich unbedingt den An offenbar ihren Höhepuntt überschritten. Es zeigt sich, daß ordnungen zu fügen. 2. Der Ausschank von Alkohol wird verboten. trotz der ungeheuren Schwierigkeiten, die die soziale Not und 3. Bon 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens find die Straßen für den Berkehr gesperrt. 4. Der Lebensmittelverkauf wird tontingentiert. die besonderen Verhältnisse der Besagung dort geschaffen 5. Gegen Blünderer wird rücksichtslos mit den denkbar schärfsten gewählt sind: Thomas, Henderson, Macdonald, Gosling( als Raf die besonderen Verhältnisse der Besehung dort geschaffen Strafmaßnahmen vorgegangen werden. Die Regierungsfierer), und Allen, Ballhead, Webb. Außerdem hat die Erefutive der großen Massen der Arbeiterschaft in ver- ftellen haben sich an General Degoutte gewandt mit dem Erein Bureau aus neun Mitgliedern gewählt, und zwar: Brade, hältnismäßig furzer Zeit auch ohne staatliche Machtmittel die suchen, für Gelsenkirchen Schuhpolizei zuzulassen. Daraufhin ( Frankreich), Banderveide( Belgien), Troelstra( Holland), Branting Unruhen zum Stillstand gebracht hat. Damit werden hoffent- hat der Exekutivausschuß erklärt, er lehne jebe Berantwortung für ( Schweden), Bauer( Defterreich), Abramowitsch( Rußland), Wels lich aus der Berliner Sensationspresse, aus den deutsch- neues Blutvergießen ab, falls nach Gelsenkirchen Schupo gelegt nationalen Scherl- Blättern und auch aus anderen rechts- würde. stehenden Organen, die sonst Wert darauf legen, politisch ernst genommen zu werden, die unheimlichen, jeden braven Bürger mit Grufeln erfüllenden Ueberschriften über Kommu- München, 25. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der bayerische nisten auf stand"," rote Herrschaft" usw. ver- deutschynationale Justizminister Gürtner, wendet sich in folgender schwinden. Die beschwingte Phantasie der Kriegsberichterstatter amtlicher Mitteilung gegen den Beschluß des Amtsgerichts Ham und die Tendenzmeldungen gewisser Korrespondenzen erklären burg betreffend die bayerischen Volksgerichte: Das Amtsgericht Hamburg, das das das Ersuchen des bayerischen Volksgerichts fich offensichtlich gleichermaßen aus politischen wie aus Gen- um Rechtshilfe zum Anlaß nahm, um bei der Begründung fationsbedürfnissen. In Wirklichkeit handelt es sich nicht um der Ablehnung der Rechtshilfe den Nachweis der renteinen Kommunistenaufstand, sondern um eine Explosion, lichen Üngültigkeit der Boltsgerichte zu versuchen, die nur möglich war, weil eine ganze Reihe von Umständen wird weiter im Kampfe gegen die bayerischen Voltsgerichte ver zusammenkamen. Daß das Ruhrgebiet von Sicherheits- harren, obwohl schon darauf hingewiesen wurde, daß die Rechtspolizei entblößt ist, ist nicht Schuld der preußischen gültigkeit der Voltsgerichte außer 3weifel(!) steht und auch Regierung, und Angriffe an diese Adresse, sie habe die Staats- von der Reichsregierung anerkannt wurde. Die Begründung des autorität nicht genügend gewahrt, müssen an die Fran Beschluffes des Amtsgerichts Hamburg ist keineswegs durchschlagend Gegen den Beschluß ist übrigens Beschwerde eingelegt, zosen gerichtet werden, die diese Unruhen eingestandener beren Erfolg unzweifelhaft ist, zumal das Reichsgericht mehrfach maßen für ihre Zwecke gebrauchen. Unberechtigt ist auch in Strafsachen, die bei ihm anhängig geworden waren an das zustänihrem Kern eine Erklärung der preußischen Landtagsfraktion dige bayerische Boltsgericht abgegeben und gegebenenfalls die der Deutschen Volkspartei, die sich dagegen wendet, Rechtsgültigkeit der Volksgerichte anerkannt hat. daß die Wiederherstellung der Ordnung einseitig von den Der loyale Knilling. geführt werde. Auch die 3 e it", die diese Erklärung abdruckt, Melbung, über das Berhältnis der bayerischen Regierung bei Gewerkschaften unter Ansschaltung bürgerlicher Kreise durchMünchen, 25. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Zu der gestrigen zur muß wiffen, daß es sich um einen Ausnahmefall handelt, Reichsregierung erfahren wir heute von zuständiger Seite, daß bei bei dem zunächst jede Maßnahme begrüßt werden muß, die der Konferenz der Ministerpräsidenten in Berlin anläßlich des Borsitzender Wels( Deutschland): Damit find wir am Schluffe wenigstens einigermaßen wieder geordnete Zustände letzten deutschen Reparationsangebots der bayerische Mides Kongresses. Der Präsident des Kongresses, Genosse en garantiert. Weder die Sozialdemokratie noch die nisterpräsident allerdings eine Reihe von Einwendungen derson, ist leider ertranft, und das Organisationskomitee Gewerkschaften, noch auch der preußische Innenminister gegen die Note gemacht hat. Herr v. Knilling permißte in ihr hat mich beauftragt, an feiner Stelle die Schlußrede zu halten. haben je einen 3weifel daran gelassen, daß nach ihrer Auf- vor allem eine flare statistische Zusammenfassung, was Deutschland Genosse Henderson gehört zu denen, die unmittelbar nach dem fassung der Schutz der öffentlichen Ordnung Sache der staat bie Gieger bereits vollbracht hat, dann einen mutigen Proteſt auf Grund des Friedensvertrages an tatsächlichen Leistungen für und seitdem unausgefeht daran gearbeitet haben, das Wert zu erlichen Organe ist. Im unbesetzten Gebiet Preußens dürfte gegen den Einfall ins Ruhrgebiet und gegen die Art und Weise, richten, das wir in diesen Tagen zu einem gewissen Abschluß ge. auch kein Fall bekannt sein, wo von dieser Auffassung in der wie die Franzosen und Belgier fich dort aufführen und schließlich bracht haben. Wir alle sehen in Henderson den Führer des engli- Praris irgendwie abgewichen wurde. Die Schuld, die auch eine statistische Aufstellung über die Schäden, die das deutsche Volksschen Proletariats, der es zuwege brachte, daß die englische Arbeiter die Kommunisten durch ihre maßlose Agitation an dem Aus- vermögen durch den Ruhreinbruch erlitten habe, was weiterhin partei in Abkehr von dem dort durch jahrhundertelange Uebung bruch dieser Unruhen haben, verkennen wir feineswegs. Wir eine verminderte Reparatiosfähigkeit Deutschlands üblich gewordenen zweiparteiensystem zur selbständigen Bildung glauben aber, daß der bloße Verlauf dieser Bewegung auch zur notwendigen Folge habe. Diese Kritit des bayerischen Minister, er nüchternd gewirkt hat, genau so, wie seinerzeit die wiffem Sinne eine revolutionäre Lat in England vollbracht Erfahrungen mit der Märzaktion die Aktionslust be. gewefen. Denn als der Reichstanzler den versammelten Minister präsidenten den Wortlaut des Angebots bekannt gab, sei die Note hat.( Bravo!) Ich danke ihm und allen, die für die Internationale ftimmter Kreiſe wesentlich gedämpft haben. Der bauernde bereits in den Händen der verschiedenen deutschen Botschafter in gearbeitet haben. Dann schulden wir auch den Hamburger Genossen für die mühevolle, aufopfernde Arbeit in dieser Woche Hinweis auf die Kommunisten kann nicht davon ablenken, daß den alliierten Hauptstädten gewesen. Im übrigen lege die bayerische Dant.( Bravo!) Bandervelde erwähnte, daß es den belgischen und ganz andere, den deutschnationalen Blättern viel näher Regierung Wert auf die Feststellung, daß ihre Kritik an der Note franzöfifchen Genossen nicht erspart geblieben ist, von chauvinistischen stehende Elemente bei diesen Unruhen eine wesentliche der Reichsregierung feineswegs eine Oppofitions. Elementen angepöbelt zu werden. Er selbst hat die richtige Ant- Rolle gespielt haben und daß im übrigen die Hauptwurzel in ftellung gegenüber dem Kanzler felbft bedeute. Bis heute jedenwort gefunden: Böbel gibt es in allen Ländern.( Sehr wahr!) Es der schamlosen Auswucherung und in der ebenso falls habe sich nichts an der Tatsache geändert, dok die Regierung iſt die Aufgabe der Sozialisten und aller gesitteten Menschen, dafür unwirtschaftlichen wie unsozialen Lohnpolitik der Re- Knilling in der äußeren wie in der inneren Politik fest hinter der zu sorgen, daß der Geist eines wahren Weltbürgertums gierung und der Industrie zu suchen ist. Hoffentlich wirken allen Haß gegen Nationen und gegen Klassen aus der Welt verschwinden macht,( Bravo!) Wir haben in diesen Tagen eine Arbeit geleistet, die nicht allein in den Plenarsizungen ihren Ausdruck fand. In harter Tages- und Nachtarbeit sind die Rommiffionen tätig gewesen. Ich hebe als aus Rußland zu schaffen. Wels' Schlußrede. Kriege die Internationalen nach Bern wieder zusammenberiefen schönstes Symbol des Einigungswillens, Es lebe die Internationale, es lebe der vöfferbefreiende Sozialismus! die Vorgänge im Ruhrgebiet auf die beteiligten Stellen und auf die in diesen Tagen stattfindenden LohnverhandIungen so ein, daß wenigstens in etwas die ungeheure Berelendung der breiten Massen durch entspre= chende Lohnausgleichungen behoben wird. * Regierung Cuno ſtehe. Verurteilte Schimpfer. " 9 Monate Gefängnis und 100 000 m. Geldstrafe. Ceipzig, 25. Mai.( TU.) In dem Prozeß gegen den Schrift steller Arthur Hoffmann Rutschte aus Halle wurde vom Staatsgerichtshof nach mehr als einstündiger Beratung folgendes der alle Teilnehmer dieses Rongresses beseelt, hervor, daß fie ben Urteil verkündet: Der Angeklagte wird von der Anklage der VerOpfermut und den Opferwillen aufgebracht haben, um sich einzu- Ruhrrevier, 25. mai.( Eigener Drahtbericht.) breitung der Broschüre Deutschland den Deutschen" freigesprochen, gen in die große internationale Familie des Sozialismus und so Als Ergebnis der geftrigen Besprechungen des Oberbürger- dagegen wird hinsichtlich der Verbreitung der Broschüre„ Der manchen Herzenswunsch bei der Ausarbeitung der Refolutionen meisters von Gelsenkirchen mit den Gewerkschaften wird Dolch stoß des Judentums" der Angeklagte wegen Bergehens zurückzustellen. Schon eingangs des Kongresses habe ich gesagt, daß von diesen eine Polizei auf gewerkschaftlicher Grundlage gebildet. gegen§ 7 Absatz 2, in Lateinheit mit§ 8 Abjah 2 des Gesetzes zum noch Meinungsverschiedenheiten unter uns vorhanden sind. Aber sie sind dazu da, um überwunden zu werden. Ich habe die Ueber- Diefe Polizei feht sich aus je 100 Mitgliedern der Freien und Schutze der Republif zu 9 Monaten Gefängnis und 100 000 zeugung: Nach diesem Siege, den wir über uns selbst er- Chriftlichen Gewerkschaften, 50 Mitgliedern der Hirsch- Marf Geldstrafe verurteilt. Im Falle der Nichtbeibringung der rungen haben, wird der Gedante der internationalen Einigung Er- Dunderschen Gewerkschaft und 75 Mitgliedern der Union Geldstrafe treten an deren Stelle 100 Tage Gefängnis. In der Urteilsbegründung wird u. a. ausgeführt: Es fonnte nicht festgestellt schütterungen nicht mehr erleiben bei all denen, die in der Unter der Hand- und kopfarbeiter zusammen. Außerdem ent- merden, daß die Broschüre Deutschland den Deutschen" öffentlich ordnung eines Minderheitswillens unter den Willen der Mehrheit sandten die Gewerkschaften 8 Delegierte in das städtische Lebens- verbreitet worden ist. Auch fonnte nicht festgestellt werden, daß die Garantie für den Aufbau der Zukunft erbliden. Wir mittelprüfungsamt. Diese Bereinbarungen haben die Ge- der Angeklagte in der Dolchstoß- Broschüre die verfaffungsmäßige gehen von hier in den Kampf, um den internationalen Sieg zu erwerkschaften in einem Aufruf der Bevölkerung bekanntgegebn. Die Regierung selbst verunglimpft oder beschimpft hat. Festgestellt und ringen und das Gebäude des Sozialismus zu errichten, in dem Friede, Freiheit und Brot für alle sein werden. Im Sinne dieser Ruhe ist wiederhergestellt. Auch in Dortmund ist es ruhig. Geffern erwiesen ist aber, daß der Angeklagte in der Dolchitoß- Broschüre ben Lösung bitte ich mit mir einzustimmen in den Ruf: nachmittag fam es zu einem Zusammenstoß zwischen einer von verstorbenen Minister Rathenau und die Reichsfarben be. Werden kommenden gut bewaffneten Hundertschaft und der Polizei, schimpft hat. Es ist als erwiesen anzusehen, daß der Angeklagte die die Hundertschaft auseinandertrieb. Auf der Zeche Jdern" alle die Vorwürfe, die er dem Judentum im allgemeinen macht, geistert in das hoch ein und fingen gemeinsam die Internationale. werden. Auf der Zeche„ Erwin" gelang es der Polizei nur unter habe, um das deutsche Volt zu ruinieren und die Der Kongreß und die Zuhörer erheben sich und stimmen be- fonnten Ansammlungen Aufständischer von der Polizei zerstreut auch dem Minister Rathenau machte und diesem vorwirft, daß er Erneute Hochrufe auf den internationalen Sozialismus wurden Unwendung von Waffengewalt die Zechenanlagen zu fäubern. Jn Juben zur Herrschaft zu bringen. Strafmildernd kommt übertönt von den Kampfliedern einzelner Delegationen in ihrer Hörde sind gestern eine Reihe von Zechen von jugendlichen Ele- in Betracht, daß der Angeklagte von der Richtigkeit seiner Beschul Sprache. Die Deutschen schlossen die gewaltige Rundgebung ab menten stillgelegt worden. Zu größeren Unruhen ist es nicht ge- digung überzeugt war, strafverschärfend, daß eine solche Handlungs mit dem Gefang des Sozialistenmarsches und feinem verheißungs: tommen. Es streiten heute sieben Jedjen. In Bochum fanden weise schwere Folgen für den inneren Frieden des deutschen Volkes vollen Ruf:„ Mit uns das Bolt, mit uns der Sieg!"- Schluß gestern unter Teilnahme auswärtiger Elemente Demonstrations. haben muß. umzüge statt. Zu Ausschreitungen tam es nicht. Heute morgen find neu in den Streit getreten die Zechen„ Julius Philipp",„ Karl Friedrich" und" Prinz- Regent". In Wattenscheid- Stadt Der Reichsarbeitsminister wird umgehend mit den beteiligten erzwangen gestern noch in einer Reihe von Geschäften radauluſtige Elemente Preisherabsetzungen, vor allem in Lebensmitteln. Im Kreisen über die Auswirkungen der bevorstehenden Brot preiserhöhung beraten und insbesondere ihre Folgen für Amtsbezirk stehen einige Zechen im Streit. In Witten 30gen ben Haushalt der Arbeitnehmer feststellen. Das Ergebnis wird den gestern abend im Anschluß an eine Berjammlung fommunistische in Frage kommenden Organisationen und Behörden als Unterlage Truppen zum Wittener Gußstahlwerk und erzwangen hier die Still- für die kommenden Lohnverhandlungen mitgeteilt werden. Der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete bleibt eine der wefent- legung einzelner Teilbetriebe. Heute morgen wurde überall ge- Der Reichsarbeitsminister ist sich bewußt, daß eine so starke Bera lichften Bedingungen für die materielle und moralische Befriedung arbeitet außer an der Zeche" Franziska", deren Belegschaft aus teuerung des wichtigsten Volksnahrungsmittels nicht zu Lasten der Europas. Es ist unbestritten, daß die Caften des Wiederaufbaues Furcht vor Terror nicht eingefahren ist. Die Gewerkschaften ver- Arbeitnehmer gehen darf, daß die eintretende unmittelbare und folge der gefunkenen Kauffraft der Löhne ohnehin überall notwendig die wirtschaftlichen Möglichkeiten und fann andererseits nur zufammenjehenden Sicherheitswehr. In Herne wird nicht ge- merden, voll abgegolten werden muß. Der Reichsarbeitsminister hat Durchführung der Reparationen ist in erster Linie begrenzt durch handeln untereinander über die Bildung einer fich aus ihren Reihen mittelbare Belastung vielmehr bei den Lohnverhandlungen, die invorgenommen werden, wenn ein vollständiges, aufrichtiges 2 e ber- ftreift. 3n Buer tam es gestern abend 10 Uhr zu Demonftra- gleichzeitig mit dieser Beröffentlichung den Arbeitgeber- und Arbeit einfommen zwischen Deutschland und feinen Gläubigern erfolgt, fionszügen, die Ruhe wurde jedoch nicht geftört. In Effen ist es nehmerverbänden feine Stellungnahme bekannt gegeben und die und wenn zugleich der Verzicht auf die methoden der Ge- ruhig, es wird überall gearbeitet. In Remscheid sind auch die Schlichtungsbehörden ersucht, dieser Frage ihre besondere Aufmerkwalt und der Gebietsbelegungen die Wiederherstellung Arbeiter der Mannesmannwerte in den Streif getreten. 3m Laufe famfeit zuzuwenden. normaler vertrauensvoller Beziehungen unter allen Nationen er- des heutigen Tages finden Schlichtungsverhandlungen statt. Im möglicht, und der Welt die Gewißheit einer langen Periode des Landkreis Hamm ist die Belegschaft der Zeche„ Westen" heute Friedens bringt. Deshalb fordert der Kongreß schuldeten Summe auf einen Betrag, der in feinem Gegenwarts- Streifs ift zu rechnen; in Redlinghausen ist es bisher ruhig 1. die endgültige effehung der von Deutschland noch ge- morgen nicht angefahren. Mit einer weiteren Ausdehnung des wert den wirklichen Befrag der materiellen Reparationen darftellt, geblieben. Gelsenkirchen, 25. Mai.( WTB.) Anläßlich der Vorkommnisse 2. die Fefiftellung eines Zahlungsplanes, der mit Hilfe inter. nationaler kreditoperationen sobald wie möglich der letzten Tage hat sich in Ruhrgebiet eine steigende Er Deutschland von seiner Schuld befreit und alsbald den Gläubiger- regung unter der Bevölkerung bemerkbar gemacht. Es ist selbst. 3 Uhr. Bir behalten uns vor, die umfangreichen Entschließungen des Kongresses noch zu veröffentlichen; heute beschränken wir uns dar auf, die markanteste Stelle aus der Entschließung über die Wiedergutmachung abzudruden. Sie lautet: Brotpreis und Lohn. Amtlich wird mitgeteilt: Ebenso wird die Fürsorge für die Sozialrentner, Kleinrentner, durch die Brotpreiserhöhung eintretenden Berteuerung der Lebens Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Erwerbslosen der verhältnisse angepakt werden. Der Reichsarbeitsminister hat auch die hierfür erforderlichen Maßnahmen bereits eingeleitet. Gie mer durch die Brotpreiserhöhung eintretenden Berteuerung der Lebensden beschleunigt zum Abschluß gebracht werden, damit die Berechtig ten baldigst in den Bezug der erhöhten Unterstügungen gelangen. Der bargelegte Standpunkt des Reichsarbeitsminifters wird von der gesamten Reichsregierung geteilt, Die pariser Ruhröebatte. Paris. 2S. Mai�(WTB.) Die Kammer setzte heut« die B«- ratung der Kredite für die Ruhrbesetzung fort, nachdem gestern durch den energischen Widerspruch des Abg. Andre Tardieu auf den Versuch, die Debatte gestern zu beenden, verzichtet worden war. Zunächst ergriff der Abg. Herriot das Wort. Im selben Augen- blick betritt Abg. Cachin den Sitzungssaal. Die Kommunisten rufen Amnestie! und begrüßen ihren Führer. Die Royalisten rufen „Nieder mit dem Senat!" Abg. cherriot sagt: Deutsch- land sei während des Krieges nicht besetzt gewesen und die Wiierten hätten ihm einen großmütigen wafsenstillsland zuerkannt. Trotzdem habe es nichts unternommen, um sich von seiner Schuld zu befrein. Es habe die notwendigen Steuern nicht einge- nommen, es habe sogar die Steuerhinterziehung er- mutigt.(Cachin ruft:.Wie bei uns!") Herriot fährt fort: In dem Augenblick, in dem die Ruhrbesetzung von der Regierung in Aussicht genommen worden sei, hätten mehrere bedeutende Persönlichkeiten die Ansicht geäußert, man solle am Rhein bleiben und gewljs« Maßnahmen ergreisen. Die Zollbarriere, die Briand 1921 errichtet, habe befriedigende Ergebnisie gezeitigt. Auf der Pariser Konferenz sei England einer Beschlagnahme von Pfändern keineswegs abge- neigt gewesen. Es handle sich nicht um die Frage, ob die Ruhr- besetzung Einnahmen ergebe, sondern darum, daß das Reparation?- Problem gelöst werden müsse. Wenn die Regierung dadurch einen Fehler begangen habe, daß sie das Ruhrgebiet besetzt habe, dann sei dieses Vorgehen in keiner Weif« mit den von Deutschland während des Krieges begangenen Verbrechen vergleichbar. Nach den Er- klärungen Poincares in der Finanzkommission habe die Regierung die Möglichkeit der Räumung nicht nach Maßgabe der Bezahlung der von Deutschland geforderten Annuitäten ins Auge gefaßt, was der setzigen Generation gestatten würde, die Räumung als möglich zu betrachten, sondern nach Maßgabe dessen, ob Deutschland sichtbore Zeichen eines guten Willens gebe und sich durch ein« international« Anleihe seiner Verpflichtungen zu entledigen trachte. Er nehme diese Erklärung als eine klare Andeutung mit Freuden aus. P o i n c a r e unterbricht: Sie geben meine Erklärung nicht genau wieder. Ich erinnere aber daran, daß die französisch« Regie- rung sich immer im Rahmen des Geistes und Luchstabens des Ver- träges gehalten hat. Wr sind in dos Ruhrgebiet auf Grund einer Entscheidung der Reparotionskommission einmarschiert und am die Reparationszahlungen sicherzustellen. Unsere Okkupation trägt also den Charakter einer Pfondnohme. Der nächste Redner ist der elsässische Abg. Obertirch, der erklärt, man müsie so lange im Ruhrgebiet bleiben, bi» der große Konflikt zwischen Frankreich und Deutschland gelöst fei. Wenn Frankreich das nicht wolle, werde es der Besiegte sein, und Deutschland werde den Sieg davontragen. Abg. Cassaignoc-Goyon glaubt nicht daran, daß es zwei verschiedene Deutschland gebe. Es gebe nur ein Deutschland, dem man kein Vertraneu schenken könne. (Abg. Marc Sangier ruft: Wenn man fortwährend hier- von spricht, verhindern Sie es tatsächlich, daß zwei v e r s ch i e- den« Deutschland sich herausbilden.) Cassaignac fährt fort: Es gibt vielleicht in Deutschland eine pazifistische Minderheit, die aber sehr schwach ist. Der Redner billigt die Maßnahmen der Regierung und erklärt, die Ruhrbesetzung sei das sicherst« Druckmittel. Der elsässische Abg. B r o g l i o erklärt, mit R o s e n b« r g im Mim- sterium des Aeußern würde man niemals zu einer friedlichen Lösung kommen, denn Rosenberg sei die Seele des schlechten Geistes, der im deutschen Kabinett Herrsche. Nach einer Rede des rechtsstehenden Abg. S a c o t t i, die den Widerspruch der Radikalen hervorruft, wird die Aussprache über die Ruhrkredite auf kommenden Dienstag vertagt. Enthaftnng und Ausweisung Hölleins? Pari», 2S. Mai.(WTB.) Iustizminister Colrat beriet heute vormittag mit Poincar« über die Folgen des gestrigen Leschlusie» des Senats. Inzwischen wird beschlossen werden, die noch in chaft befindlichen Kommunisten, also auch den deutschen Reichstagsabg. Höllrtu in Freiheit zn setzen. Nach chavas wird Höllein als deutscher Staatsangehöriger ein« be- sondere polizeiliche Behandlung erfahren. Einige AbendblAter glauben, daß er ausgewiesen werden wird. Schluß mit üen Naßregelungen! Noch immer sind die aus dem vorjährigen Streik der Eisenbahner resultierenden Maßregelungen nicht be- endet. Noch immer schweben Disziplinarverfahren gegen eine große Anzahl von führenden Vertretern der Reichsgewcrkschaft der Eisenbahner. Und wenn sich auch der Präsident des Reichsgerichts und des Reichsdisziplinarhofes, der frühere Reichsaußenminister Dr. Simons, sehr eindeutig für Ein- stellung sämtlicher Disziplinarverfahren angesichts der vorbild- lichen Haltung der Eisenbahner im Ruhrkampf ausgesprochen hat, so hat die Eisenbahnverwaltung doch ihre eigenen Grund- sötze. Wie sie die Dinge behandelt, schildert eine Zuschrift, die uns der zweite Vorsitzende der Reichsgewerkschaft, L. T h i e m e. sendet. Es heißt in ihr nach einem Hinweis auf den Ruhrkampf: Es ist nötig, einmal auf den Februarstreik der Eisenbahn- bcamten im Jahre 1922 hinzuweisen, ohne die Frag« zu diskutieren, ob er berechtigt war oder nicht. Aber ist es tragbar, daß selbst jetzt noch eine Anzahl derjenigen gemaßregelt sind, die damals i m g u t e n Glauben an ihre Berechtigung zum Streit in den Ausstand traten? So ist beispelswoise das Disziplinaroersahren des Lei- ters der Abwehrattion der Eisenbahnbeamten im Direk- tionsbezirt Essen heute noch nicht erledigt, das heißt er ist immer noch nicht wieder endgültig in seinen Dienst eingestellt. Die Ruhrbeamtenschaft sah sich im März oeranlaßt, durch eine Abordnung an die Reichsregierung heranzutreten und unter Hinweis auf die glänzend« Haltung der Eisenbahnbeamten im Industriegebiet eine Amnestie für ihre gemaßregelten Kalle- gen zu beantragen. An dieser Auesprache nahmen von der Reichs- regierung teil der Reichskanzler Cuno, Reichsjustizm, nister Heinz« und Reichsverkehrsminister Groener. Der Reichskanzler konnte sich nicht entschließen, dem Antrag auf Einleitung einer A m- n e st i e Folge zu geben. Er betonte ober ausdrücklich daß die Regierung der Meinung sei, daß sie auf dem von ihr vorgeschlagenen Wege dasselbe erreichen könnte, was die Eisenbahnbamten mit der Amnestie wollten und zwar noch bedeutend schneller. Dieser Standpunkt wurde auch vom Reichsverkehrsnunister geteilt. Ja, der Minister ging soweit, zu erklären, daß selbst der« i n e be- reits endgültig entlassene Beamte wieder eingestellt werden könnte, wenn er«in Gnadengesuch vorlegen würde. Die Ruhrbsamten gaben sich mit diesen Zusicherungen zufrieden in der festen Zuver- ficht, daß das von der Regierung gegebene Versprechen restlos erfüllt wird. Die Zuschriften, die in großer Füll« bei der Reichsgewerklchast eingelaufen sind und die meist Bezug nehmen auf die Kund- gebung des Reichspräsidenten an die deutschen Eisen- bahner im besetzten Gebiet und die Kundgebungen der Reichsregie- rung, lasten erkennen, daß die Eisenbahnbeamtenschast sich wieder getäuscht fühlt und daß sie allmählich jeden Glauben an die Versprechen unserer Regierung verliert. Unter dem 24. April wurde der Reichsgewerkschast vom Reichs- verkehrsminister Groener schriftlich mitgeteilt, daß die Regie- rung in der oben angeführten Besprechung mit der Kommission der Ruhrbeanrtcn nicht versprochen habe, daß mit Begnadigungen dasselbe erreicht werden sollt« wie durch ein« Amnestie. Ja. der eine Beamte hat zwar das Gnadengesuch eingereicht, aber einge- stellt wurde er trotz der Groenerschen Erklärung nicht! Sämtliche Mitglieder der Reichsgewerkschast, die Zeugen dieser Unterredung waren, sind dagegen bereit, ihre Behauptung eidlich zu erhärten. Der Maßregel ungsseldzug gegen die Eisenbahner soll also fortgesetzt werten. Die Bureaukratie der Reichseisenbahn- Verwaltung will augenscheinlich ihre Bergeltungspolitik weiter treiben. Ein an hervorragender Stelle im Abwehrkanrpf stehender Beamter schreibt seiner Gewerkschaft wörtlich: «Ich bin vorläufig wieder eingestellt worden. Mir wird auch zurzeit das größte Entgegenkommen erwiesen, aber man teilt m r gleichzeitig mit, daß ich eingestellt sei unbeschadet der Weiter- führung meines DIsziplinarversahrens. Soll ich jetzt i m Kämpfe ausgenutzt werden und dann, wenn die Sache erledigt ist, mit meiner Familie doch noch einen Tritt b e. kommen? Ich bitte, darüber die Reichsreaierung zu befragen und mir klar«, eindeutige Antwort zu geben. Die Reichsregierung hat nicht mit Worten geantwortet. Aber es scheint uns, daß es endlich Zeit wäre, dem Rate des Reichsgerichtspräsidenten zu folgen und klar und unzweideutig den ganzen Wust der Disziplinarverfahren zu streichen. Warum will Herr Groener das nicht? Der.Miesbacher Anzeiger" verboten. Außer dem Organ der Nationalsozialisten, dem„Völkischen Beobachter*, ist auch der„Mies- b acher Anzeiger" verboten worden, und zwar auf drei Tage wegen eines am Mittwoch erschienenen Artikels gegen den Obmeichsanwolt, der als.Leipziger Wüterich" hingestellt wurde. tzilferuf üer freien Gewerkschastem Dortmund, 25. Mai.(Mtb.) Die freien Gewerkschaften richteten nachstehendes Telegramm an die sozialistische Arbeiter- internationale in Hamburg:.Ruhrbesetzung verschärft wirtschaftliche Notlage und begünstigt Revolten. Blutige Kämpfe an mehreren Orten. Chaos unvermeidlich, wenn nicht alsbald Intervention." TemonstrationSstrrik i« Mannheim. Mannheim. 25. Mai.(Mtb.) Die gesamten Belegschaften der Mannheimer großindustriellen Werke wie Lanz, Benz u. C o„ Brown Bovery u. Co. usw. haben heute mittag 12 Uhr die Arbett niedergelegt und sich in Arbeitskleidung zum Marktplatz begeben, um dort zu demonstrieren. Man nimmt an, daß es sich bei der Demonstration darum hondett, angesichts der gegenwärtigen Tarifverhandlungen einen Druck dahin auszuüben, daß der Schlich- tungsausschuß möglichst rasch zusammentritt. die üeutschen Leistungen. Offiziös wird gemeldet: In ihrem letzten Halbjahrsbericht hat die Reparattonskommisston die deutschen Reparationsleistungen bis zum 31. Dezember 1922 mit rund 8 Milliarden Goldmark angegeben. In dieser Summe sind nur die Leistungen enthalten, die Deutschland auf Reparationskonto gutgeschrieben werden. Für diese Leistungen hat die Reparationskommission zum Teil Summen ein- gesetzt, die weit unter ihrem wirklichen Werte liegen, so vor allem für die abgelieferten deuffchen Handelsschiffe. Denn schon die auf Reparattonskonto anrechnungsfähigen deutschen Leistungen stellen einen viel höheren Wert als die von der Reparattonskommisston an- gegebenen 8 Milliarden dar. Daneben aber hat Deutschland auf Grund des Vertrages von Versailles zahlreiche weitere Leistungen bewirkt. So wird z. B. das der Liquidation unterliegende deutsch« Privateigentum im Ausland«, das allein einen Wert von 11749 Millionen Goldmark darstellt, in der Aufftestung der Reparattons- kommisston überhaupt nicht berücksichttgt. Soll die deutsche Gesamtleistung festgestellt werden, so müssen auch die Leistungen, die nicht auf Reparationskonto angerechnet werden, mit aufgeführt werden. Eine solche Zusammenstellung der deutschen Gesamtleistungen ist in der vor einigen Monaten veröffentlichten Schrift des Stattstischen 'Reichsamtes enthalten. In ihr sind die anrechnungsfähigen deuffchen Leistungen an die Gegenseite feit dem Waffenstillstand bis zum 31. De- zember 1922 mit rund 42,78 Milliarden, die Gesamtleistun- gen Deutschlands mit weit über 50 Milliarden Goldmark ohne Be- rückstchttgung des Reichs- und Staatseigentums in Cffaß-Lothringen und den deuffchen Kolonien sowie des rein militärischen Rücklasies in sämtlichen Räumungsgebieten angegeben. Werden auch dies« Zahlen in Anrechnung gestellt, so belaufen sich die Gesamtteistungen Deuffch- lande aus dem Vertrage von Dersailles auf weit über 100 Milliarden. Ungarisches Koalitionsrecht. Di«„königliche" Regierung des Völkerbundmitglieds Ungarn hat noch auf der jüngsten Togunq des Internationalen Arbeitsamt« er- klären lasten, Ungarn wolle allen Forderungen, die aus der Zuge- hörtgkeit zu diesem Amt erwachsen, gerecht werden. Ei« hat einen Gesetzentwurf mit 54 Paragraphen eingebracht, de? das bisher w Ungarn nicht gesetzlich begründete Koalition brecht festlegen mld das Vereinsrecht verbessern soll. Was dies« Regierung heute noch der Arbeiterklasse zu bieten wagt, mögen folgende Proben au» diesem Gesetzentwurf zeigen: Während bisher zur Genehmigung von Der- etnsstatuten die Unterschrift des Ministers des Innern genügte. sollen in Zukunft auch die Restortminister mitzusprechen haben. Die Gewerkschaften sollen sich nicht nu? mit Polittk, sondern auch mit der Stellenvermittlung nicht beschäftigen dürfen. Das Mit- gliederverzeichnis ist der hohen Obrigkeit vorzulegen. Mitglied kann nur werden, der das 18. Lebensjahr vollendet«, Stimmrecht(im Verein!) hat bloß, der das 24. Jahr erreichte und ungarischer Staatsongehöriger ist. Jedem Mitglied steht de? Rekursweg offen— zum Minister. Also nicht der Ausschuß, nicht die Geneealvsrsammlung ist. das zuständige Forum, sondern de? Minister. Wenn die Einnahmen des Vereins die Aus- gaben nicht decken, soll der Verein verpflichtet sein, gegen sich die Verhängung des Konkurses zu verlangen! Und ein solches Machwerk soll internattonalen Arbeiterschutz. Verpflichtungen entsprechen! Dem Warschauer Bombenattental auf die Universität erlegen ist Pros. Orzecki, der bei der Explosion schwer verletzt worden war. Die Regierung hat 20 Millionen Mark ausgesetzt für alle die- jenigen, die zur Ergreifung der Verbrecher Angaben machen können. Das neue englische Kabinett. Lord Cecil Geheimsiegelbewahrer. London, 25. Mai.(WTB.) Reuter. Premlerminffter Bold- win hat fein Kabinett vervollständigt, das mit dem Donar Laws fast identisch ist. Baldwin bleibt vorläufig Schatzkanzler. Lord Robert Cecil wird Geheimflegelbewahrer, Johnson hicks Finanzfekrelär des Schatzamts, und der frühere Sekretär Bonar Law», Davidson, Kanzler de» Herzogtums Lancasler. Reichsüienst geht vor! Toll Wiedfeldt zu Krupp zurück? Seit Tagen laufen Gerüchte, die Firma Krupp habe die Reichs- regierung ersucht, den deutschen Botschafter in Amerika, Dr. Wied- feldt, für die Leitung der Krupp-Werk« freizugeben. Wiedfeldt war stüher dort Direktor, und die Leiter der Werke sind von den Franzosen gefangengesetzt. Jetzt werden jene Gerüchte von dem schwerindustriell inspirierten TU.-Bureau in folgender Form be- stättgt: „Das Ansuchen der Firma Krupp, den gegenwärtigen deutschen Boffchafter in Washington, Dr. Wiedfeldt, für die Leitung der Krupp- Werke steizugeben, wird von der Regierung eingehend ge- prüft. Man ist innerhalb der Regierung der Auffassung, daß man sich der grundsätzlichen Begründung nicht entziehen kann, daß aber mit Rücksicht auf die allgemeine politische Lage und auf die Schwierigkeit, den gegenwärtigen Boffchafter in Washington zu ersetzen, vorerst dem Ansuchen keine Folge geleistet werden kann." Die Frage, ob Wiedfeldt der geeignete Mann für Washington ist, kann ganz beiseite gelassen werden. Jedenfalls wird er von der Regierung dafür gehalten. Ein Reichbeamter kann aber für Dienste der Privatwirffchaft, deren Wichtigkeit damit nicht unterschätzt wer- den soll, nicht abkömmlich sein. Reichsdienst geht unter allen Umständen vor. Es wäre bedauerlich, wenn diese vom staallichen Standpunkt aus ganz selbswerständliche Auffassung in dem Enffcheid der Reichsregimmg nicht zum Ausdruck kommen sollte. völkerbunöftaat oüer ßranzosenkolonie* Der Frankenzwangukas jenes französischen Gou- verneurs, dem immer noch einige ehrenhaft« Dertreter anderer Staaten das Opfer bringen, sich zum Hohn ihrer Machtlosigkeit als „Regierungskommission des Dölkerbundes" um ihn herumzustellen. ist nur ein besonders unverschämter Akt in dem Drama der Rechts- bräche, besten Ausgang eine Mehrheit für die Annexion durch Frank- reich bei der Volksabstimmung zeigen soll. Ein schon längst praktt- zierte» Mittel ist die Entfremdung der Kinder vom Deutschtum durch wirffchafttiche Erpressung an ihren Eltern, die Kinder in französische Schulen zu schicken. Dazu folgende Meldung: Saarbrücken, 25. Mai.(Mtb.) In der Hauptversammlung des katholischen Lehrerverbandes wies der Vorsitzende, Landesrars- Mitglied Rektor Martin, auf eine Aeußerung des französischen Abg. F e rr y hin, der nach einer Studienreise ins Saargpbiet mit. Genugtuung feststellte, daß es die Regierungskommission erreicht Hab«, daß äuch ander« Kinder als die des Grubenpersonals die französischen Schulen besuchen. Ferry habe seinen sranzösi. schen Zuhörern erklärt, sie müßten sich klar sein über den Ei n f l u ß, den ein wohldurchdachter französischer Unterricht auf die Jugend dos Saargebiets ausüben kann. In 12 Jahren, wenn die Abstimmung stattfindet, würden die Kinder, die jetzt 9 Jahre alt sind, das Alt«» haben, um an der Abstimmung teilzunehmen. In französischen Schulen ausgebildet, würden sie sich wahrscheinlich für den Anschluß an Frankreich aussprechen. Ferry sprach die Hoffnung aus, daß die nötigen Gelder in Zukunft vorhanden sein mögen, um die Schule reichlich zu versorgen, da sie ein ausgezeichnetes Mittel fei, dem französischen Einfluß die Weg« zu ebnen. Kein Opfer dürfe gescheut werden, um zum Ziele zu gelangen. Di« Schülerzahl dieser stanzösi- schen Schulen(4000—5000 Kinder) befriedigt den Abgeordneten natürlich nicht, und er beklagt sich darüber, daß die Grubenverwaltung nicht den ganzen Druck auf das Grubenpersonal auszuüben scheine, den man hätte ausüben können. Auch der schulentlassenen Jugend will der Abgeordnete größer« Auf- merksamkeit zugewandt sehen. Loucheurs Appell an deutschlanü. Pari», 25. Mai.(EE.) Im American Club von Paris hiell L o u ch« u r gestern eine Rede, in der er erklärt«, daß m i t einigem guten Willen der Reichsregierung«in Ein ver- n e s�m en in der Reparätionsfrag« zustande kommen könnte. Schwieriger wäre die Lösung des Sicherheitenproblems. Frankreichs Sicherheiten lägen am Rhein. Man wolle kein deutsches .Gebiet annektieren, um nicht denselben Fehler zu begehen, den Bis- marck 1871 machte. Frankreich wünsche Reparationen ui-> Sicherheiten. Wenn die Deutschen guten Willen und Energie Hütten, könnt« das Reparationsproblem in einem Monat gelöst werden. Aber die Methode in Deutschland müsse geändert werden. Man dürfe in Deutschland nicht immer wieder politische Gruppen antreffen, die«inander den Vorwurf machen, daß sie zu große Zugeständisse machten. Deutschland ruinier« sich, weil«s seine Schulden nicht bezahle. Es wäre das Gescheiteste, wenn Deutschland erklärte, Maßnahmen ergreifen zu wollen, um seinen Verbindlich- ketten nachzukommen. Loucheur schloß: Ich erwarte, daß sich in Deutschland endlich ein Mann erhebt, der einsieht, daß die beste Art, für sein Land zu arbesten, darin besteht, Deutschland in der Welt den moralischen Kredit zu verschaffen, auf den es sicherlich Anspruch hat. Der Streit um Kroll. Die Presjestelie des preußischen Kulludministerium« teilt mit: Am 24. Mai hat aus Veraittassung des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung eine Besprechung stattgehabt» die sich unter Teilnahm« von Vertretern der zuständigen M i- nisterien, d« Staatstheater, der Volksbühne und der Großen Volksoper A. G. mit den Wünschen beschäfttgte, die die Volksoper in einer Eingabe an den Kultusminister vor einigen Tagen ausgesprochen hat, und die die Ueberlassung des von der Volksbühne umgebauten Theaters am Königsplatz (Kroll) an sie zum Ziele haben. Di« Vertreter der Votksoper erklärten, daß für st« nur eine Verhandlung in Betracht käme, die eine Lösung des seit längerer Zeit zwischen der preußischen Staats- regierung und der Bolksbühne bestehenden Vertrages, der Dor- stellungen der Staatstheater bei Kroll vorsieht, und die Ueberlassung des Krolltheaters an die Volksoper zur Boraussetzung hätte. Die Bolksbühne hielt mit all« Entschiedenheit an dem ihr aus dem Ver- trage zustehenden Rechte fest und»klärte, daß sie diese Rechte bis zu den äußersten Konsequenzen verfolgen werde, um die Aufrecht- »Haltung und Erfüllung des Vertrages in allen Punkten durchzu- fetzen.- Die Vertreter der Regierung legten dar, daß die ge- planten Erweiterungen eine unbedingte Not- wendigkeit feien, um den Betrieb der Staatsoper überhaupt aufrechtzuerhalten. Sowohl künstlerische als auch finanzielle und soziale Gesichtspunkte feien für die Ent- schließungen der Regiening maßgebend gewesen. Da die Volts- oper jeden anderen Dorschlag, ihr in anderer Form bei der Durchführung ihres Unternehmens behilflich zu fein, ablehnte und bei de? ursprünglichen Forderung, ihr Kroll zu überlasten, be- s harrte,»»liefen die D«handlungen ohne Ergebnis. Gewerkschaftsbewegung Rheinschiffahrt und Abwehrkampf. Der Hauptborstand, der weber bon dem Berbot in Kenntnis gesezt wurde, noch irgendeinen Grund für das Verbot erfahren hat, ist zwar von vornherein davon überzeugt, daß sein Protest dagegen wenig nußen wird. Allein schon der Ordnung halber mußte er der Hohen interaliterten Kommission" zur Kenntnis Betriebsrätewahlen bei der Reichsbahn. Und dann die Erzählung von dem Blankenstoß gegen die Ruhrpolitit der Franzosen. In einem besonderen Artikel wurde, wie ja auch aus diesem Zitat ersichtlich, die Angelegenhet eingehend behan delt. Spricht nicht auch aus dem Zitat die Sorge, daß die Ruhr. Der Saarbergarbeiterstreik und die Kommunisten. politit der Franzosen mißlingen fönnte? Nach solchen Genosse Heinrich Löffler schreibt uns: Leistungen we'ß man nicht, ob die Kommunisten nur noch patho. bringen, wie er darüber denkt. Fünfzehn lange Wochen haben die Saarbergleute im Kampfe logisch zu bewerten sind oder als eine für die Arbeiter= geger den französischen Staatskapitalismus gestanden, der sich aller Classe gemeingefährliche Gesellschaft. Jedenfalls Machtmittel bediente, um die Revolte" niederzuschlagen. Umsonst! haben sie sich vor, während und nach dem Saarstreit so benommen, Bor einiger Zeit fanden bei der Reichsbahn die BetriebsräteDie französische Staatsgrubendirektion erflärte beim Streitausbruch, daß ein anderes Urteil nicht gestattet ist. wahlen statt. In 18 Reichsbahn- Direktiosbezirfen wurden die Bedaß die Arbeit nur zu den alten Bedingungen wieder aufgenommen zirksbetriebsräte neu gewählt, während in den anderen zumeist werden könnte, feine Verhandlungen mit den Gewerkschaften besetzten Direktionsbezirfen nur örtliche Wahlen von untergeordwürden geführt werden, einige tausend Arbeiter, die sich hervor- Die Reichsfettion Binnenschiffahr und Wasserbau des Zentral- neter Bedeutung stattfanden. Aus 17 Dreftionsbezirken Regensragend im Streit betätigt hatten, sollten entlasser: und damit aus verbandes der Maschinisten und Heizer Deutschlands schreibt uns: burg hat noch nicht berichtet liegen nunmehr die Ergebnisse der der Heimat und ihrem Besitztum denn 60 Proz. der Saarberg- Nach einer Regierungsverordnung vom 4. Mai sollen die Be- Bezirksbetriebsrätemahlen vor. Es erhielten der Deutsche arbeiter haben ein Häuschen mit Gärtchen im Eigentum verstimmungen des§ 2 Nr. 2 und 3 der Verordnung auf Grund des Eisenbahner- Berband 170 256, der Allgemeine Eisentrieben werden. Mehreren tausend Bergleuten war die Ent- Notgesetzes( Schutz der Finanzen und der Währung) vom 16. März bahner- Verband( Hirsch- Dunder) 19 762 und der chriftliche Verband laffungen bereits zugestellt. Der französische Militaris- 1923, und die des§ 1 der Berordnung vom 29. März 1923( Reichs- 15 946 Stimmen. Die sogenannte Opposition, bestehend aus mus schickte seine Truppen ins Saargebiet. Auf die Streifposten gesegblatt 1 G. 234) feine Anwendung finden auf die Lie Kommunisten, und der zumeist aus den aus dem DEV. ausgewurden von französischer Kavallerie Attader geritten, ein- ferung und Annahme von Waren auf Grund von Handelsgeschäften, schlossenen Kommunisten bestehenden Reichsgewerkschaft der Eisenzelne wurden ergriffen, wie wilde, mit dem Lasso eingefangene Tiere die vor dem 20. Februar 1923 zwischen in Deutschland ansässigen bahnhandwerker und Anwärter, erhielten insgesamt 32 864 an die Pferde gebunden oder von zwei Reitern festgehalten und im Firmen und Angehörigen von solchen Staaten abgeschlossen wurden, Stimmen. Gegenüber dem Vorjahr konnte der Deutsche Eisenrasenden Galopp dahingeschleift. Schließlich wurde das Streit die an der Ruhrbefezung nicht beteiligt sind. bahner- Verband seinen Besitzstand wahren, während die Hirsche und posten stehen verboten. 3mei Beamte der größten OrgaDiese Verfügung gibt dem Abwehrkampf in der Christen einen leichten Rückgang zu verzeichnen haben. Die Opponisation, die da im Kampfe stand, und denen man schon lange miß- Rheinschiffahrt ein völlig neues Geficht. 18 Wochen steht fition konnte nur in Berlin und Oppeln die Mehrheit er= traute, ohne daß mar. für ihre Schuftigteiten positive Beweise hatte, die gesamte deutsche Rheinschiffahrt im Streit gegen fremde Be- ringen und außerdem in Sachsen und Altona kleine Erfolge wurden gekauft und mitten im Streit zu Berrätern. Keines der drückung. Mit der Durchführung dieser Anordnung würde der buchen. angewebeten Mittel verfing. Der Streif führte trotz alledem zum Abwehrfampf gebrochen werden. Sieg. Eine Konferenz der Vertrauensleute der Rheinschiffahrt Bei den Betriebsrätewahlen am 10. und 11. Mai war im Be= Dieser Erfolg der verräterischen Amsterdamer" ist den Herren und westdeutschen Kanäle des Zentralverbandes der zirf der Reichsbahndirektion Dresden außer der Remmunisten sehr unangenehm. Die Darlegungen der kommunisti- maschin isten und Heizer am 19. Mai in Frankfurt freigewerkschaftlichen Liste des Deutschen Eisenbahnerverbandes fchen Zeitungen, vor allem de:" Roten Fahne", lassen dies flar( main) hat hierzu Stellung genommen. Die Konferenz hat die sowie denen der Christen und Hirsche von der KPD. eine beertennen. Sie erhofften im Agitationsinteresse eine Niederlage. Da ernstesten Besorgnisse geltend gemacht, die mit der Durchführung fondere Lifte unter der Firma„ Bereinigte Oppofition" jedoch ein großer Erfolg errurgen wurde, müssen diese Wichte der Verfügung hinsichtlich der Aufrechterhaltung der bisher ge- aufgestellt. Obwohl die Kandidaten dieser„ Vereinigten Opposition" fich aufs Schwindeln verlegen. In ihrer Ausgabe vom 19. Mai Schimpft die Rote Fahne" heftig und behauptet wohl zum hunderistenmal in den wenigen Tagen, die seit der Streifbeendigung vergangen sind, daß der Bergarbeiterstreit im Saargebiet mit einer Niederlage der Bergarbeiter geendet habe." Daß es so fommen sollte, war ihr sehnlichster Wunsch. Was sie aber von dem Streit im Gaargebiet behauptet, trifft auf den vergangenen Bergarbeiterstreit in Lothringen zu. In der Roten Fahne" vom 4. Mai 1923 steht wörtlich zu lesen: " Der Lothringische Kampf wurte geführt von einer Organifation, die nicht der Amsterdamer Internationale, sondern der RGI. angeschlossen ist. Jetzt ist der elfah- lothringische Streit zusammengebrochen, weil die Opfer zu groß waren und von den lothringischen Kameraben nicht allein getragen werden konnten." " Achtung, Gewerkschaftsmitglieder! Die Mieterorganisation für Groß- Berlin veranstaltet, um ihren Forderungen größeren Nachdruck zu verleihen, am Sonntag, den 27. Mai, vormittags 10 Uhr im Cuftgarten eine Demonstration. Wir fordern hiermit alle mifglieder der uns angefchloffenen Organisationen auf, fich reftlos an diefer Demonstration zu beteiligen. Der Ausschuß der Gewerkschaftstommiffion Berlins u. 2. mit Unterstützung von Berliner Vertretern der dortigen sogenannten Opposition einen Feldzug über ganz Sachsen gegen die Liste des Deutschen Eisenbahnerverbandes eröffnet hatten, in dem man sich in Wort und Schrift in den schmutzigsten Berleumdungen gegen die Organisation und deren Angestellten erging, gelang es nicht, das vorjährige Resultat der Wahlen zugunsten der Vereinigten Oppofition" zu verändern. Vielmehr behält der DEV. im Bezirksbetriebsrate der hiesigen Reichsbahndirektion seine innegehabten 10 Gige, die sogenannte Oppofition 5, während die Christen und Hirsche wieder leer ausgingen. Schiedsspruch für das Baugewerbe. Das legte Lohnabkommen im Berliner Hoch, Beton- und Tiefbaugewerbe lief bis 30. Mai. Der Vorstand der Bauarbeiterorganisation hatte sich vorbehalten, bei Einsetzen einer außergewöhn lichen Teuerung schon vor Ablauf der Frist erneut zu verhandeln. Im Hinblick auf die denn auch leider ansteigende neue Teuerungswelle beantragte er am 16. Mai neue Verhandlungen. Der Berband der Baugeschäfte erklärte, daß er mit Rücksicht auf die Verhandlungen vor dem Bezirkslohnamt damit einverstanden sei, menn der Antrag des Baugewerksbundes zwecks Nachrevision der Tariflöhne, ohne Verhandlung in der Tariffommission, gleich vor dem Zusammengebrochen ist der Streit, jawohl! Die„ Rote Fahne" zeigten geschlossenen Front eintreten müssen. Eine Kontrolle fagt hier ausnahmsweise einmal die Wahrheit. Die Organisation, die der Waren ist faktisch unmöglich und steht nur auf dem Bapier. diesen Streit führte, war aber der„ tampferprobten" und immer Diese Maßnahme würde zu nichts weiter führen, als unter dem „ fiegreichen" Mostauer Gewerkschaftsinternationale ange im Kampfe stehenden Versonal die denkbar größte Berwirrung anschlossen. Die Opfer tonnten aber von den lothringischen Kameraden zurichten. nicht allein getragen werden", heißt es in einem Anfall von biederDie Konferenz der Maschinisten und Heizer beschloß, an der meierlicher Ehrlichkeit in der" Roten Fahne". Mit anderen Worten: bisher eingehaltenen geschlossenen Front unbedingt Die Mostauer Rote Gewerkschaftsinternationale hat die streitenden festzuhalten und nicht früher ein Schiff in Betrieb zu sehen, Bezirkslohnamt mit zur Verhandlung komme. Das Bezirksamt Bergarbeiter elend im Stich gelaffen, so daß der Streif verkrachen bis durch den Kampf die vertretenen Forderungen, insbesondere fällte am 24. Mai nach mehrstündiger Berhandlung nachstehenden mußte. Für diese offen: Ehrlichkeit werden natürlich den Herren von die Forderung auf eine völlig freie Rheinschiffahrt Schiedsspruch: ter„ Roten Fahne" gelegentlich die Hosen von Moskau aus gehörig für alle uferstaaten erreicht, und damit die Sicherheit für stramm gezogen werden. Ehrlich sein dürfen sie nicht. Sie müssen Leben und Gesundheit der Bejagung, Freiheit der Fahrzeuge Auf den Antrag der Zimmerer wird der Lohn für Zimmerer lämpfen mit Lift, illegalen Mitteln und die Wahrheit verschweigen. garantiert ist. Die Berbandsleitung wird beauftragt, die Beschlüsse für die Zeit vom 10. bis 23. Mai auf 1900 m. die Stunde feſtgeſetzt. So wie der fotbringische Streit geendet hat, so follte der der Konferenz der Regierung zur Kenntnis zu bringen. Die Durch im Gaargebiet auch enden. Nun da es anders gekommen ist, führung der Verordnung vom 4. Mai ist nicht möglich, wenn der fällt den Herrer. Kommunisten das Umstellen sehr schwer. Aber bisher geführte Kampf mit gleicher Gefchloffenheit zu Ende geführt marum ist der Streif im Saarrevier fiegreich gewesen? In einem werden soll. Ansall von Ehrlichkeit er wird so schnell nicht wieder vorfommen schreibt die Rote Fahne" in dem schon erwähnten Artikel vom 4. Mai 1923: Zwölf ganze Wochen dauert schon der Kampf der Berg arbeiter im Saargebiet und die kampfreihen find genau so feft wie beim ersten Sturm. Nicht ein einziger Fahnenflüchtiger ist zu verzeichnen. So etwa einer wankend wurde und die Gefahr be stand, daß er die Front verläßt, da genügten ein paar Worte, um ihn wieder in Reih und Glied zu bringen." Lohnregelung für die Buchdrucker. Nach zweitägiger Verhandlung wurde folgendes Ergebnis erzielt: Der Spißenlohn beträgt 104 000 m., das ist ein Stundenfohn von 2167 M. oder 27 Broz, gültig ab 26. Mai bis 15. Juni. Für das befette Gebiet wurde die Zulage um 12 Broz. erhöht, die Anträge aus anderen Städten auf besondere Berüdfichtigung jedoch abgelehnt. Proletarier".Proteft. Hannover, den 12. Mai 1923. An die interaDiierte Kommission in Düffeldorf. Jawohl, so fochten die verräterischen Amfterdamer", und darum errangen sie einen großen Erfolg, während der Gegen das Verbot seines Verbandsorgans, des„ Broletariers", elfaẞ- lothringische Streit zusammengebrochen" ist, da er ge= führt wurde von einer Organisation, die nicht der Amsterdamer im besetzten Gebiet für die Zeit vom 30. April bis 81. Juli hat Internationale, sondern der RGI." angehört. Der gewerk der Hauptvorstand des Verbandes der Fabritarbeiter Deutschlands fchaftliche Erfolg im Gaarstreit ist den Kommunisten zu Brotest erhoben durch folgendes Schreiben: groß und ganz unerwartet gekommen. Sie hatten immer noch die ,, Betr. Verbot des Hoffnung, daß der französische Staatsfapitalismus diesen Proletariers" Streit niederschlagen könnte. An dergleichen Versuchen hat im bejezten Gebiet. es ja nicht gefehlt, aber sie zerschellten an der Geschlossenheit der Gewerkschaften und an dem Willen der Arbeiter zum Sieg. Nun behaupten die Kommunisten, an der Spitze die Rote Fahne", der Wie dem unterzeichneten Hauptborstand des Verbandes der Streit habe mit einer Niederlage" geentet. Sie würden Fabritarbeiter Deutschlands durch die deutsche Bostbehörde mit ihn nicht gewagt haben, wenr. fie zu bestimmen gehabt hätten, denn geteilt worden ist, hat die interalliierte Kommission den Postfie treiben nicht deutsche Arbeiter, sondern russische ämtern in den befesten Gebieten die Weiterleitung des Proles Staatspolitif. Dafür rollt und fliegt der russische Rubel. tariers innerhalb des von den französischen Truppen befeßten Was schrieb denn die mestdeutsche Kommunistenpresse, als ihr am Gebietes für die Dauer von drei Monaten verboten. Damit ist 5. Februar die Mitteilung vom Beginn des Gaarbergarbeiterstreits die Verbindung zwischen der Drganisationsleitung des Verbandes zuging? Wir zitieren die in Duisburg erfchemmende fommus der Fabritarbeiter Deutschlands und einem großen Teil der Mitnistische Westfälische Arbeiter Beitung" Nr. 30 vom glieder dieser Organisation zerrissen und ist außerdem die wirt 5. Februar 1923. Dort ist folgendes zu lesen: schaftliche Intereffenvertretung der Mitgliedschaft durch deren DrAlso froh Bewilligung der Forderung Streif! Diefe Mel- ganisation wesentlich gehindert. dung bestätigt unfere in leitenden Ausführungen zum Ausdruc Da der Einmarsch des franzöfifchen und des belgischen Militärs gebrachle Auffassung, daß der Saarfirelt als wirtschaftlicher in das sogenannte neubefeßte Gebiet widerrechtlich erfolgt ist, so Flankenfloß gegen die Ruhrpolitik der Franzosen gedacht und ge- ist logischerweise auch das Berbot des Proletariers" rechtlich nicht macht wird." begründet, beruht also nicht auf einem einwandfreien Rechtstitel, Kanr. die Lumperei noch höher gesteigert werden? Die fran- sondern lediglich auf Waffengewalt. Das Verbot des Verbands. zöfifche Staatsgrubentireftion bot in ben damaligen Berhandlungen organs Der Proletarier" schädigt die Interessen der deutschen eine Lohnsteigerung von 3 Frant für die bestbezahlten Arbeiterschaft und insbesondere die der Mitgliedschaft des genannten Arbeiter, für die Hauer, an. Gefordert waren 7 Frant je Schicht. Berbandes und dient den Interessen des Kapitalismus. Deshalb fezte der Streit ein, denn das Zugeständnis war durchaus Der Hauptvorstand des Verbandes der Fabritarbeiter Deutsch ungenügend. Die westdeutsche Kommunistenpreffe aber schrieb: lands protestiert gegen das Verbot und stellt vor aller Welt und Also froh Bewilligung der Forderung Streit!" Jekt, da eine vor der Geschichte fest: Das Verbot der Zeitschrift Der Proletarier"" 2ohraufbesserung von 5 Frant je Schicht zugestanden murde, schreibt dieselbe Kommunistenpreffe, an der Spitze die Rote fondern lediglich einen unberechtigten Eingriff in die moralischen Fahne":" Der Saarstreit hat mit einer Niederlage und von der deutschen Gesetzgebung garantierten Rechte der geendet." deutschen Arbeiterschaft." P I. II. Auf den Antrag der Arbeitnehmerorganisationen wird der Lohn der Maurer und Zimmerer für die Zeit vom 24. Mai bis 6. Junt einschließlich auf 2190 m. festgesetzt. Die Löhne der übrigen Arbeitnehmer werden um 25 Broz. erhöht, abgerundet auf 10 M. nach oben bzw. nach unten, falls der Grundlohn ist Bohn 5 M. übersteigt oder darunter bleibt. der Spikenlohn von 1750 m. Bezüglich der Werkzeugentschädigung bleibt es bei den bisherigen Bestimmungen. Beide Parteien haben sich diesem Schiedsspruch unterworfen. versammlung am Montag in den Residenz- Festfälen zur Ausgabe.) ( Die neuen Lohnvereinbarungen gelangen in her Baudelegierten, Nebenbeschäftigung der Beamten. Zu diesem Thema erhalten wir folgende Zuſchrift: " Die Hauptverwaltung der Staatsschulden( Reichsschuldenerwaltung) beschäftigt zirka 1200 Beamte, von denen minteftens 250 Beamte ständig nebenamtlich musi-. gieren. An das neuerdings wieder in Erinnerung gebrachte Spiriverbot tehrt sich fein Mensch, im Gegenteil, die Beamtenmufifer spielten an den Pfingsttagen in den Konzertgärten in Treptow mit dem Hohenfriedberger" das bißchen Blau vom Himmel herunter. Eine gleiche Zahl von Beamten arbeitet nach Dienstschluß in den Bureaus der Berliner Großbanten. So haben 500 Beamte bei einer einzigen Dienststelle eine Doppeleristenz und nehmen anderen Leuten das Brot. Bon den gefeßgebenden Körperschaften wird ein Abbau" der Reichs- und Staatsdienststellen verlangt. Dieser Abbau" trifft natürlich nur Angestellte, die nur einen Beruf haben und schwer um ihre Eristenz fämpfen, während der doppelt beschäftigte Beamte auf seinem Blak verbleibt. Sollten fich da bei den Etatsberatungen in den Barlamenten nicht Männer finden, die hier einen sozialen Ausgleich schafften?" Achtung, Maler, Ladierer, Anstreicher! Am Sonntag, den 27. Mai, 9 bis Uhr, findet die Urwahl der Delegierten zum Berbandstag in Jena ftatt. Es ist Pflicht aller Genoffen, sich restlos an biefer Bahl zu beteiligen. Rüttelt die Sauen auf! Bevantwortl. für den rebatt. Teil: Ernst Reuter, Bin.- Schöneberg: für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G.m.b.5., Berlin. Drud: Borwärts. Hierzu 1 Beilage. Buddruckerei und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstraße 3. burch die interalierte Stommiſſion ſtedt keinen rechtlichen Alt bar Unreines Blut und dessen Folge- Erscheinungen wie Hes tJucken, Furankel, Gesichispickel werden beseitigt d. Anwendung einer Frühjahrskur mit Dr. Hoffbauers ges. gesdi. Arsen- Licithin- Pillen. Leicht bekömmlich! Blutbildend!/ Ausführliche Literatur gratis Elefanten- Apotheke, Berlin W, Leipziger Str. 74( Donhoffplatz) Zentrum 7192 EMIL ZOLA Gesammelte Romane Geheftet und gebunden find in allen Partelbuchhandlungen, auch einzeln, erhältlich MÜNCHEN KURT WOLFF VERLAG KOMMUNISTEN PRIESTER AUFSTAND 1850 DAS GLÜCK DER FAMILIE ROUGON Der Roman einer Rotte po litischer Schieber, die auf dem Blut und den Opfern des mißglüdlen Aufstandes ihr Glück aufbauen. UND ZŎLIBAT DIE SÜNDE DES ABBE MOURET Die Tragödie des priesters, der durch die Bestimmungender Kirche gefesselt ist, der Kampf zweier junger in Liebe verbun bener Menschen um ihr Glüd DAS DER VERROTTETE POLITISCHE PARIS NANA Das Leben der Dirne, in deren Laffern der ganze bürgerliche Abschaum von Paris verfintt, mit deren Geuche ganz Paris vergiftet wird. BOURGEOIS UND SCHIEBER REVOLUTIONAR EXZELLENZ EUGEN ROUGON Das Lieb von der politischen Korruption Frankreichs zur Zeit des Kaiserreichs, der Roman von der Gewiffenlosigkeit bes Politifers. DER BAUCH VON PARIS Der Roman von der Empörung der Genügsamen und Satten gegen den 3beenmenschen und Revolutionär, ber Roman vom fatten Paris. DIE SERIE DER ROUGON- MACQUART Bolas Hauptwert, zeigt in der Geschichte der einzelnen Glie, der einer Familie die Ursachen und den Fortschritt der inneren Berrüttung Franfreidd unter der Herrschaft des zweiten Kaiferreichs bis zum Zusammen bruch 1870. Ein jeber Band behandelt das Schidsal eines einzelnen Familienmitgliedes und läßt in ihm einen Tell ber räfte lebendig werden, die feinerzeit in Frankreich, bie 1918 in unserer Bourgeoisie zufammen wirften, um das Bolt zur Revolution, zur Republifreifen zu laffen. Ilt. 241 ♦ 40. Jahrgang Seilage des vorwärts Gonnabenö, 20. Mai 142Z Sonntägliche WanüerZiele. klein-köris. Mt den Zügen der Görlitzer Bahn(von der Stadtbahn In Niederschöneweide umsteigen) fahren wir bis Teupitz—(Brost* Kö r i s. Sonntagsrückfahrkarte, die zur Hinfahrt schon oom Sonnabend mittag an berechtigt, 4. KlÄasse 360 Mark. Vom Bahnhof wenden wir uns auf der Chaussee östlich, nach etwa 10 Minuten links ab, am Schulzensee oorüber, nach G r o st- K ö r i s, das am Moddsrfee liegt. Hier führt die Wasserstraße von Berlin nach Ten-! pitz vorüber, die im Sommer von zahlreichen Ruderbooten belebt ist. Wir verlassen das Dorf in nördlicher Richtung und wandern zwischen dem Diecksee(links) und dem Kleinen Moddersee(rechts) hindurch nach Wilhelminenhof. An der Wegteilung, eine Viertelstunde weiter, bleiben wir aus dem rechts abzweigenden Wege. Durch schönen Wald kommen wir an die Chaussee nach Wendisch-Buchholz. Sie führt über das Verbindungsfließ des Hölzernen Sees im Norden mit dem Klein-Köriser See im Süden. Ein« schmale Landenge, die von dem Niest durchbrochen wird, trennt diese beiden langgestreckten Rinnenseen. Jenseits des Fließes liegt Forsthaus Ne u b r ü ck. Das (öelände ist ziemlich eben und von ausgedehnten Wäldern bedeckt. Das ganze Gebiet von Königswusterhausen bis Lübben in nordsüd- licher und von Storkow bis Baruth und Luckenwalde in ostwestlicher Llusdehnung trägt einen zusammenhängenden Wald, in den nur die verschiedenen Ortschaften keine Lücken bringen. Vor» »oiegsnd ist es Kiefernwald, dem sich Eichenbestände, wie in der Dubrow, beigesellen. Wir sind im Gebiet des Glogau- Baruther Urstromtals. Die riesigen Sandablagerungen eines solchen Tals geben einen minderwertigen Boden, der für den Ackerbau nicht recht geeignet ist. So werden denn diese Urstromtäler häufig von Wäldern bedeckt, wie auch z. B. das Berliner, in dem die ausge- dehnten Kiefernwäldern zwischen Fürstenwalde und Köpenick sich er- strecken. Vom Forsthaus Neubrück wandern wir rechts ab zum Ostuser des Klein-Köriser Sees. Die Straße führt meist unmittelbar am See hin, so daß uns mit jedem Schritt wechselnde Landschastsbilder umgeben. Der Klein-Körifer See ist ein echter märkischer Waldsee mit all dem Stimmungszauber, den«in solcher ausatmet. Der Weg bringt uns nach Klein-Köris. Dieses Dörfchen, das einst zur Herrschaft Teupitz gehörte, hatte unter den Nöten des llgjährigen Krieges arg zu leiden: es wurde zum größten Teil zer- stört. Von Klein-Köris wandern wir auf der Chausiee zum Aus- aangspunkt unserer Wanderung, dem Bahnhof Teupitz-Grost- K ö r i s, zurück. Weglänge etwa 15 Kilometer. �lt-Töplitz— Phöben. Vom Potsdamer Hauptbahnhof oder von der Stadtbahn(in Potsdam umsteigen) fahren wir bis Wildpark. In nördlicher Richtung wandern wir durch den Park von Sanssouci, am Neuen Valens vorüber. Am Nordende des Parks wenden wir uns links ab nach dem Dorf Eiche. Weiterhin führt die Straße links vom 72 Meter hohen, bewaldeten Ehrenpfortenberg vorüber nach Golm. Von dem dicht beim Dorf gelegenen Reiherberg bietet sich eine schöne Aussicht über die Havelnicderung. Als breites Silber band zieht sich der Muß durch das Land. Allenthalben ragen Bergkuppen auf, die sich mitunter zu langen Bergzügen vereinen. Wir sehen den Entenfängerberg im Wildpark, die Höhen bei Werder, Glindow und Phöben, die Berge aus dem Töplitzer Werder. Der Reiherbe rg erhebt sich 63 Meter über dem Meeresspiegel oder 40 Meter über die Havel. Westtich führt der Golm« Damm durch die Wiesenniederung zum Großen Zernsee. den die ssaoel durchfließt. Wir Dolgen nun dem Dmnm nach Nordwest bis zum Nordzipfel des Großen Zernsees: hier mündet die Wublitz, die aus dem Havelländischen Luch im Norden kommt, in ihn ein. Beim Fährhaus lasten wir uns zum jenseitigen Ufer übersetzen. Südlich um den 59 Met« hohen Schwarzen Berg, dessen Hang be- wäldet ist, wandern wir nach Alt-Töplitz, am Kleinen Zernsee gelegen, d« ebenfalls von d« Havel durchflössen wird. Am Hang des 57 Met« hohen Mühlen berges führt die Straß« durch die Alt-Töplitz« Wiesen zur Fährstelle. Hier losten wir uns übersetzen nach Phöben, einem freundlichen Haveldörfchen. Di« Häuser liegen aus d« schmalen Ufirzon«. In ihrem Rücken steigt d« Wachtel- bcrg und d« Haatb«g bis üb« 59 Met« üb« den Havelspiegel auf: ihre Höhe üb« dem Me«esschegel beträgt also gut 80 Meter. Die Berge sind von Wald bedeckt, sie geben ein äußerst wechselvolles Landschaftsbild. Aus d« F«ne winkt d« Götzer Berg bei Branden- bürg, von einem V«messungsg«üst gekrönt. Alle die Bergkuppen, deren uns die heutige Wanderung so viel» zeigt, liegen inselartig in der weiten Niederung, die sich von Rathenow und Brandenburg bis Potsdam hinzieht. Ursprünglich nahm die Havel nicht hier ihren Lauf, sondern floß, mit d« Spree vereint, durch das nördlich« gelegene Havelluch zur Elbe ab. In d« Havelnied«ung setzten die Schmelzwaster des letzten Inlandeises d« Eiszeit bis zu 10 Meter mächtige Tonlager ab, denen die vielen Ziegeleien dieser Gegend ihre Betriebsmöglichkeit v«donken. In den Schichten dies« Zwischeneiszett sind zahlreiche Reste von Tieren gefunden wor- den, die diese Gegend in jener Zeit bevölkerten, so vom Mammut, Rhinozeros, Pferd, Schwein, Bison, Reh und vor allem mehr«e fast vollständige Skelette vom Riesenhirsch, der, ebenso wie das Mammut, jetzt ausgestorben ist. Ein Abguß seines Schädels mit Geweih befindet sich im Geologischen Landesmuseum in B«lin, In- nalidenstr. 44. Dieses Ricsenhirschgeweih ist wohl das stärkste, das überhaupt vorhanden ist. Don Phöben wandern wir in d« Nähe d« Havel, teils durch Wald, teils an Aeck«n und Gärten vorbei, zum Bahnhof Werder. Weglänge etwa 20 Kilometer. I« der Treptow-Sternwarte finden folgende Veranstaltungen statt: Sonntag, 27. Mai, 4 Uhr:.Eine Fuchsjagd auf Schneeschuhen durchs Engadin'(Film). 6 Uhr:.Dom Monte Rosa zur afrikanischen Küste"(Filmi. 8 Uhr:.Eine Fuchsjagd auf Schneeschuhen durchs Engadin"(Film). Dienstag, 29. Mai. 7 Uhr:.Saturn und sein Ringsystem'(Vortrag mit Lichtbildern von Direktor Dr. Archenhold). Mittwoch, 30. Mai, 8 Uhr: .Das Berner Oberland"(Film). Donnerstag, 31. Mai, 8 Uhr:.Shackletons Südpolexvedition"(Film). Sonnabend, 2. Juni, 8 Uhr:.Eine Fuchsjagd auf Schneeschuhen durchs Engadin' lFilm). Beobachtung mit dem großen Fernrohr: Täglich von 2— 7 Uhr die Sonne, falls Flecken zu sehen find, sonst Fixsterne, und von 7— 11 Uhr der Mond, Saturn od« Jupiter. Führungen durch das astronomische Museum täglich von 10 Uhr vormtttagS bis 10 Uhr abends. Wetteraussichten fQr Sonntag. .�egenov Am Ankan� der Woche breitete sich ein Hoohdrackgebiet vom Biskayischen Meer bis zu den Karpathen aus, wurde jedoch bald durch ein auf dem europäischen Nordmeer gelegenes umfangreiches Tiefdruckgebiet etwas weiter nach Süden zurückgeschoben. In den meisten Gegenden Deutschlands klärte sich demgemäß der Himmel zunächst bisweilen auf und trat bei milden südlichen Winden am Pfingstsonntag eine merkliche Erwärmimg ein, die sich am zweiten Feiertage fortsetzte. In llcrlln, Brealnn und an verschiedenen anderen Orten wurden am Montag nachmittag SSO'Oolsln» erreicht, an einzelnen sogar etwas überschritten. In Westdeutschland aber fanden schon in der Nacht zu Montag ziemlich zahlreiche Regenfölle statt, die sich im Laufe des Tages weiter nach Osten fortpflanzten und in den folgenden Tagen öfter wiederholten. Dabei wurde es abermals überall kühler. Nach Entfernung des Tiefs drang am Donnerstag der östliche Teil eines atlantischen Hochdruckgebietes über Irland rasch ins Innere Deutschlands ein. Jedoch ist von Norden her bereits ein neues Tief nach der Nordsee gelangt, von wo es jetzt mit mäßiger Geschwindigkeit weiter südostwärte vorzurücken scheint, Wir haben daher tttr Sonnabend wieder ziemlich trübes, kühles, regnerisches Wetter mit frischen Ost- bis Südostwinden zu erwarten. Aach am Sonntag dürfte anfangn noch etwas Reffen fallen, dann aber die Bewüiknng mehr nnd mehr abnehmen und die Temperatur bis gegen Abend langsam steigen. Setrug an allen Enöen! Wenn man wochenlang Zwangsvegetarier gewesen ist, so mag es am Ende entschuldbar und zu verstehen sein, daß man zum Fest auch mal gerne einen richtigen reellen Braten in der Pfanne und aus dem Tisch haben wollte. Es wurde deshalb lange hin und herüber- legt, was und wie. Endlich, nachdem wir uns entschlossen hatten, eine ganze Woche lang von Graupen und Erbsen und sauren Kar- tofieln und Mohrrüben zu leben, auch die hochedle Kohlrübe nicht zu vergesien, kamen wir überein, zum Fest ein Stück Schweinefleisch in den Topf zu tun. Drei Pfund. Das waren über 2V 000 M. Verschwendung, was? Aber zwei arme Verwandte, denen es arg genug ging, sollten an dem herrlichen Schmaus teilnehmen. Und außerdem sollte und mußte noch etwas für den nächsten Tag übrig bleiben. Eines Tages lag das Stück Fleisch auf dem Tisch, dick, rosig, äußerst apetitkich und von ziemlichem Umfang. Natürlich, denn es war ja drei Pfund schwer und kostet« über 20 000 M. Da kann man doch was für verlangen, sollte man meinen! Das heißt, vom Standpunkt des Konsumenten. Dann kam das Fleisch in die Pfanne. Es war am Sonnabend vor dem Fest. An dem Tag aßen wir Kohlrüben, wir aßen sie in der Küche, und atmeten dazu den herrlichen würzigen Duft des Bratens ein. Als ich am Abend nach Haufe kam, war meine Frau tief niedergeschlagen.„Willst Du mal den Braten schmecken?" fragte sie leise.„Warum denn nicht," er- widerte ich ahnungslos, stürmte in die Speisekammer und schnüffelte umher.„Wo ist er denn?"—„Na, da vor Dir!"—„Wo denn? Ach das kleine Stückchen? Mach doch keine Witze!"—„Natürlich, das ist er!"—„Na, Frau, da hast Du Dir wohl ein hübsches Stückchen im voraus abgesäbelt, was?" Da fing mein« Frau an zu weinen: „Nicht ein Stückchen Hab ich genommen, nicht ein Fisielchen. Du weißt doch, wie schön groß das Stück war. Ich Hab' es ganz vorsichtig braten lassen. Nun ist es so zusammengeschrumpft." Und in der Tat, das Stück Fleisch, auf das wir uns so sehr gesreut hatten und das«in— nach vielen mageren Wochen— Festbraten für fünf hungrige darbende Menschen sein sollte, war zu einem winzigen elenden Häufchen Fleisch zusammengekrochen. Was blieb da fiir den einzelnen mehr übrig als ein Häppchen, eine Schnitte. Und so kam es auch. Es blieb nichts, gar nichts übrig und jeder war doch der Meinung, et hätte gut und gern, ohne Schaden zu nehmen, die doppelt« Portion verdrücken können. Großmutter, die auch an dem Essen teilnahm, kam der Wahrhett nahe als sie sagte:„Betrug an allen Enden!" Der Dollar steht auf 54 000 und wir haben weder Devisen noch einen ländsichen Verwandten. Morgen gibt es wieder Kartoffelsuppe und meine Frau tut Margarine'rein, von der man nicht weiß, woraus sie besteht. Auf dem Lande ißt man auch Kar- tofielsuppe, aber niemals ohne Speck, und da weiß man imm«, woran man ist. Auf dem Land kommt man deshalb auch niemals auf den traurigen Gedanken, daß man eigentlich die doppelte Portton hätte vertilgen können. Und das ist offenbar der wirklich grundsätzliche Unterschied zwischen Stadt und Land. Dachstuhlbranü im Coatinental-Hotel. Am Freitag mittag gegen 2 Uhr kam durch die Unoorsichttgkeit von Bauhandwerkern m dem an der Neustädtischen Kirchstraße Ecke der Dorotheen- und Georgenstraße gelegenen großen Continental- Hotel ein Lachstuhlfeuer aus. Dort wird jetzt die Vorderfront angestrichen, wozu die Firma L. Altmann, Charlottenburg, ein mäch- ttges Gerüst errichtet hatte, während die Firma Peschke u. Höfchen die Bauarbeiten ausführte. Um die Mittagszeit kam unmittelbar an der Ecke der Dorotheen- und Neustädtischen Kirchstraße im Dachstuhl, der zahlreiche kleine Kammern mit verschiedenem Hausrat usw. ent- hält, das Feu« zum Ausbruch. D« Feuerwehr gelang es. die Flammen, die bei Ankunft d« ersten Löschzüge schon eine beträcht- liche Ausdehnung erlangt hatten, auf den Dachstuhl an der Ecke uttd einen Seitenflügel zu beschränken. Der Wasserschaden ist leider nicht unerheblich, konnte aber wegen der großen Gefahr nicht vermieden werden. Wegen dieser wurde„Mittelfeuer" an alle Wachen ge- meldet, worauf mehr als 30 Fahrzeuge ausrückten, wovon indes nur 4 Motorspritzen, 4 mechanische Lest«n und einige andere in Tätigkeit kamen. Ätt zehn Schlauchleitungen ließ Branddirektor Becker vorgehen und wirksam von allen Seiten angreifen. Die Schupo hatte ein« Hundertschaft entsandt, die alle angrenzenden Straßen absperrte, damit die F«u«wehr nicht behind«t wurde. Im Hotel selber ging es während des Brandes sehr ruhig zu. Der Eine Angstsafari. Von Arthur Heye. Am Spätnachmittage des 15. Juli 1914 kletterte ich mit steifen Beinen auf der Station Voi aus einem Zuge der Ugandabahn. Ich kam vom Viktoria-Njassa. Vorher hatte ich mit Schiff und Eisenbahn eine kleine Rundreise durch Uganda und den östlichen Kongo gemacht. Hier von Voi aus wollte ich über Taveta nach Deutfch-Ostafrika marschieren. Es war meine erste richttge„Safari"(Wanderung mit Trägern) im tropischen Aftika und wurde das Stück Weg, auf dem ich in meinem wanderfrohen Leben die meiste Angst ge- habt habe. Es war ein dunkler, ungemütlicher Abend. Ein kühler Wind pfiff über die Steppe und um das einsame Stations- gebäude, am Himmel jagten schwarze, schwere, zerfetzte Wob ken, und fies im Westen glühte ein gelbroter Schein unheimlich nnd drohend über der Einöde. Ein schwarz« Junge schleppte meine Sachen in das Eisenbahn-Unterkunftshaus, ich selbst ging geradenwegs zum Stattonsvorsteh« und gab bei ihm die Emp- sehlung eines sehr freundlichen englischen Militärarztes ab, dessen Bekanntschaft ich in Mombasa gemacht hatte. Der alte Herr hörte kaum etwas von„Reise um die Welt", als auch schon sein englisches Sporth«z erwachte. „Selbstverständlich stehe ich Ihnen mit jeder Art Rat und Hilfe bei. Verfügen Sie ganz über mich!" sagte er und schüttelte mir die Hände, daß die Gelenke knackten. Ich sagte ihm, daß ich nach dem Kilimandjaro marschieren wollte und bat ihn, mir Träg« besorgen zu wollen. „Well, bekommen Sie. Es wird natürlich einige Tage dauern. Wie viel Mann brauchen Sie?" „Ich denke, drei oder vier," versetzte ich. „What?" fragte er erstaunt und legte die Hand ans Ohr, um besser hören zu können. „Vier höchstens." sagte ich gelassen,„ich habe ja fast nichts zu rrag en." „Ja, ab« das reicht nicht, durchaus nicht, mein Bester! Gestatten Sie eine Frag«: Diese ist wohl die erste Safari, die Sie machen?" „Yes:" „Na ja. da wissen Sie nicht, was nötig ist. Sie müssen wenigstens zwanzig Mann haben. Dvej tragen das Zelt, zwei Proviant, fünf Wass«, je ein« Ihr Bett. Ihre Küchen- und andere Geräte, dann einen Gewehrträger, einen Koch, einen--" „Stop!" sagte ich lächelnd,„lassen Sie. mich mal reden. GSrnr trägt mein Feldbett, einer die Futterkiste, einer meinen Rucksack und der vierte Wasser, basta. Zelt, Gewehr, Küchen- geräte, Koch und sonstige Annehmlichkeiten habe und brauche ich nicht. Wollen Sie mir bitte die vier Mann besorgen?" Er schüttelte den Kopf. „Unmöglich Abgesehen davoy, daß Sie mit Ihrer un- genügenden Ausrüstung überhaupt nicht vorwärts kommen, so gehen vier Mann einfach gar nicht mit. wenn Sie kein Gewehr haben. Diese Strecke ist die gefährlichste in ganz Britisch- Ostastika. Wildreservat; es gibt sehr viele Raubtiere da hin- über!" Ich stand auf. „Gut, dann muß ichs noch einmal beim Distriktskommissar versuchen. Gute Nacht." „Der gibt Ihnen auch keine vi« Mann, oerlassen Sie sich darauf! Ich rate Ihnen, geben Sie unter diesen Umständen den Plan auf, es ist unmöglich." rief er mir nach. „Wenn er es nicht tut, dann nehme ich meinne Rucksack auf den Buckel und gehe allein hinüber," antwortete ich stolz,. obgleich mir gar nicht mehr so sieghaft zumute war. Das echt englische Gesicht des Distriktskommissars blieb .unbeweglich, als ich ihm mein Vorhaben auseinandersetzte. Er dachte eine Minute lang nach und sagte dann: „Ich werde Ihnen sechs Leute und einen Vormann be- sorgen; einige Mann müssen frei sein, um Sie gegebenenfalls tragen zu können, wenn Ihnen etwas zustößt. Doch mache ich Sie darauf aufmerksam, daß die englische Regierung für Sie keine Verantwortung übernimmt. Uebermorgen können die Leute hier sein." Er rief zum Fenst« hinaus dem Askariposten etwas zu. D« schlug einen Wirbel auf d« Trommel, worauf gegen fünf- zehn schwarze Soldaten aus ihren Wohnstatten herausstürzten und in Reih und Glied antraten. Der Beamte wählte Mei Maim aus, gab ihnen ein Papi«! auf dem nichts als der große englische Wappenlöwe zu sehen war und sagte ihnen: „Lauft sehr schnell fort nach Mtaita und sagt dem Häupt- sing Udjawo Mwani: Der Distriktskommissar von Voi befiehlt dir, sofort sechs Träger und einen Führ«, Männer, die sich nicht fürchten, für eine Zehn-Tage-Safari hterh« zu schicken." Die beiden Askari salutierten schweigend, holten ihre Wasserflaschen aus d« Wachtstube, bekamen vom Unteroffizier eine Runde Patronen, salutierten nochmals vor uns und ränn- ten im Sausschritt in die Nacht hinaus. „So rennen die jetzt zwanzig Kilometer weit, ohne sich um- zusehen, bis nach Mtaita. Dort helfen sie dem Häuptling feine Negerlein, die nämlich gerade Ihrer Gegend sehr abgeneigt sind, zusammentreiben und aussuchen und kommen wahrschein- lich übermorgen mit ihnen hter an. Wir müssen Watattaleute von dort drüben nehmen, denn die hiesigen Schwarzen würde nicht einmal die Gewißhett der Fünfundzwanzig, die ich ihnen aufzählen ließe, davon abHallen, Ihnen schon in der ersten Nacht, in d« ein Löwe hörbar würde, davonzulaufen," sagte d« Kommissar lächelnd.„Nun kommen Sie mit herein zu einem Whisky mit Soda und erzählen Sie mir etwas von Ihren Fahrten." Immer und imm« wieder spähte ich in den nächsten zwei Tagen die hohen dunklen Hügel hinan, über die sich der Pfad nach Mtaita schlängelte; aber keine Träger, überhaupt kein lebendes Wesen ließ sich in d« Buschwildnis blicken. Als ich am Morgen des dritten Tages den Kommissar nach dem Grunde der Verzögerung fragte, sagte«, wenn die Leute heute nicht kämen, würden sie wohl überhaupt nicht kommen. „Warum?" fragte ich „Hm," brummte« und sah mich nachdenklich an,„dann ist den Boten etwas zugestoßen. Es ist ein Elend mit unseren Jagdgesetzen." Ich wußte, was er meinte. In Brififch-Ostafrika kostet ein Jagdschein schw«es Geld, deswegen ist und bleibt das Land ungeheu« wildreich. Die großen Viehzüchter im Lande hassen das Wild, weil es verschiedene Krankheiten, vor allem die furchtbare Tsetsefliege, auf ihre Herden überträgt und schützen deshalb Löwen, Leoparden und sonstiges Raubzeug, das unter dem Wild« aufräumt, nach Kräften. Einem Weißen, der ein Gewehr hat, geschieht ja durch die Raubtiere selten etwas, und aufgefressene Neger zählen hierzulande nicht. Dies, ferner die Unmöglichkeit, den Räubern in dem furchtbaren Gewirr fing«- langer Dornen der Buschsteppe überhaupt nachzuspüren und die Wertlosigkeit d« Häute, da die hiesigen Löwen mähnenlo? sind, ist der Gnrnd für das massenhafte Vorkommen dieser Raubtiere. _(Fortsetzung folgt.) Betrieb stockte nicht. Das Personal und die Fremden ließen sich nicht stören und die Feuerwehr behelligte niemand. Nur in den oberen Geschossen, wo das Wasser in mehreren Fremdenzimmern und auf den Korridoren stand, mußten di« Käst« räumen und da? Ge- pack entfernt werden. In den unteren Stockwerken kümmerte man sich gar nicht um den Brand. In der vierten Stunde war das Feuer gelöscht. Der Schaden ist erheblich, dos Gerüst ist jedoch vollständig imakt geblieben und der größte Teil des Lachstuhls konnte dank der hingebenden Arbeit der Feuerwehr geschützt werden, Ein Kampf um üie Wohnung. NU dem Beil gegen den Gerichtsvollzieher. Eine grob« Ausschreitung einer Mieterin bei einer Exmission, bei der bedauerlicherweise ein unschuldiges Kind dos Opfer ge- worden ist, beschäftigt« gestern die Berufungsstrafkammer des Land- gerichts III in einer Anklage gegen Frau Emma Müller aus Weißense« wegen Widerstandes und Sachbeschädigung. Di« Angeklagte war von ihrem Mann geschieden und lebt« mit dem Arbeiter Müller zusammen, den sie inzwischen geheiratet bat. Müller hatte seit 14 Monaten keine Miete gezahlt, und der Hauswirt hatte schließlich beim Amtsgericht ein Urteil auf Räumung der Wohnung erwirkt. Da Müller aber freiwillig nicht ausziehen wollte, sollte er durch den Gerichts- Vollzieher aus der Wohnung herausgeschafft werden. Als der Be- amte eines Tages mit seinen Leuten erschien und dabei war, di« Möbel herauszubringen, lief die Angeklagte, die allein in der Woh- nung war. zum Arbeitslosenrat und holte sich dort einen Trupp von 20 Mann, mit dem sie plötzlich angerückt kam. Mit einem Bell in der Hand trat die übererregte Frau dem Gerichtsvollzieher entgegen und wollte ihm einen Schlag vor den Kopf versetzen. Nur dadurch, daß der Beamte schnell den Ann der Frau packen konnte, wurde er vor üblen Folgen bewahrt. In ihrer grenzenlosen Wut zertrümmerte di« Angeklagte mit dem Beil das Treppengeländer und die Tür. Die Arbeitslosen nahmen«ine so drohende Haltung ein, daß der Beamte, da sich inzwischen auch vor dem Hauke ein Auflauf angesammelt hatte, von seiner Amtshandlung Abstand nehmen mußte. Di« Angeklagte hotte, nachdem sie Siegerin ge- blieben war, das Wohnungsamt angerufen, und dieses untersagte dann hie Räumung der Wohnung und hat der rabiaten Mieterin schließlich«ine neue Wohnung zugewiesen. Trotzdem war sie aber nicht freiwillig ausgezogen, so daß erneut gegen sie zwangsweise vorgegangen werden inußt«. Zu der neuen Räumungshondlung brachte der Gerichtsvollzieher vorsorglich sechs Polizei- beamt« und einen Schlosser mit. Sie fanden die Tür aber von innen stark verriegelt, und die Angeklagte öffnete nicht, so daß das Schloß aufgebrochen und die halbe Tür zerstört werden mußte. Das Schöffengericht Weißensee hatte die Angeklagte wegen Widerstandes und Sachbeschädigung zu einem Monat Gefängnis und 3tKI M. Geldstraf« verurteilt. Gegen dieses Urteil war Be- rufung eingelegt worden. Bor der Strafkammer erklärt« die An- geklagte, daß sie nicht habe auszieh«n wollen, weil ihr Kind, ein Säugling, im Sterben lag und tatsäch- lich nach acht Tagen gestorben sei, da sich durch das Aufreihen der Fenster bei der Räumung die Krankheit verschlimmert Hab«. Ihre Handlungsweise sei ein Akt der Verzweiflung gewesen. Der als Zeuge vernommene Gerichtsvollzieher Bläsing gab von der Angeklagten ein wenig schmeiclielhaftes Bild. Er kenn« die Frau schon seit 17 Jahren und habe sie wiederholt aus ihren Wohnungen heraussetzen müsien. Das Gericht kam zu einer Verwerfung der Berufung und betont«, daß angesichts der groben Ausschreitung die Strafe sehr gering gewesen sei. Die wilögeworSene Zunge. peinliche Wirkungen eines weiblichen Redeschwalls. Einen unerwarteten Ausgang nahm für die Angeklagte, eine Frau Spiegel aus Schöneberg, gestern die Verhandlung gegen sie wegen Beleidigung von Polizeibeamten vor dem Schöffengericht Schöneberg. Die Angeklagte hotte mehrere Beamte der Bestechung beschuldigt und war infolgedessen wegen Beleidigung angeklagt. Die Verhandlung konnte nur schwer durchgeführt wer- den, da die Angeklagtr mit einem unermüdlichen Rede- schwoll das. Wort führte und sich nicht unterbrechen ließ. Im Laufe der Verhandlung zeigte sie sich im höchsten Maß« ungebührlich, bedrohte di« Beamten und ließ sich durchaus nicht zur Ruhe bringen. Auch als dos Urteil verkündet werden sollte, redete sie un- erm üblich weiter, so daß der Vorsitzende nicht imstande war. oie Urteilsverkündung durchzuführen: er mußte sie unterbrechen und es blieb ihm schließlich nichts anderes übrig, als die Angeklagte zu einer sofort zu vollstreckenden Ordnungsstrafe von drei Tagen Hast zu verurteilen. Uebcr die Vorhängung der Strafe war die An- geklagte, die sich bisher so auflehnend gezeigt hott«, derartig verdutzt, daß sie nun kein Wort weiter sprechen nn t e und wie ein Lamm dem Gerichtsbeamten, der sie abführte, m di» Zelle folgte. Da- UrUil lautet- auf 100 000 M. Geldstrafe, wahrend der Amtsanwalt nur SO 000 M. beantragt hatte. Ein grausiger Zsfund. SI'is dem Waffer gelandet wurde vor einigen Tagen am Spree- weg ein nackler linker Arm. Di« Kriminalpolizei, die sich mir der Aus klarung beschäl tigt, hat den unheimlichen Fund dem Gerichtsarzt Hrofsisor Dr. Strauch übergeben, weil man mit der Möglichkeit rechnet, daß er mit einem noch nicht bekannt gewordenen Kapital- verbreck)«« in Zusammenhang steht. Die Untersuchung des Ge- nchteantfes erstreckt sich darauf, ob der Arm von einem Manne oder einer Frau herrührt, wie lang« er im Wasser gelegen hoben kann und ob er durch eine Dampferschraub« von der Leiche abgerissen oder mit einem andern Werkzeug, einem Messer, einem Beil oder emer sage von dem Körper abgetrennt worden ist. Die Unter- suchung der Finger und d«r Handfläche wird auch feststellen ob es sich um eine gepflegt« Hand oder die einer schwer arbeitenden Person handelt. Es ist möglich, daß der Arm von der Aufwarte- stau Berta Räckling aus der Brückenstr. 8 herrührt, deren Rumpf in Decken verpackt am 26. Februar d. I. an der Mühlendammschleui- in der Spree gefunden wurde. Dies« Frau wurde, wie wir seiner- zeit ausfuhrlich berichteten, von einem Deutsch-Russcn, Theodor Just, und dessen Geliebten, cinfr Frau Mathilde Stabe reck, in deren Behausutu? in der Brückenstr. 8 schändlich ermordet. Frau Stabe- reck, die ebenso wie Just hinter Schloß und Riegel sitzt, hat nach ihrem Geständnis die Teile der zerstückelten Leiche in fünf Paketen in ihrer Handtasche weggebracht und an verschiedenen Stellen in die Spree geworfen. Bisher wurde i.ur der Rumpf gefunden. Das Nachtquartier im Vorgarten. Zu der unter dieser Ueberschrift in Nr. 225 des„Vorwärts" veröffentlichten Notiz geht uns folgende Zuschrift zu: 1. die R ä u- mungsklage gegen die Untermieter der Wohnung Ringstr 16 ainZ nicht von Pastor Antonowitz aus, sondern von der Hauswirtin, di« dem ungeordneten Zustand— der Untermieter Herr K. war sogenannter„wilder" Mieter— ein Ende machen wollte 2. Unabhängig davon suchte Pastor Antonowitz, der seine Lichterfelder Gemeinde unter großen Erschwerungen von Friedenau au, versehen mußte, eine Wohnung in Lichterfelde auf dem Wege des Tausches mit seiner Friedenauer Wohnung und bekam vom Wohnungsamt die wiederum ganz unabhängig davon aus anderen Gründen beschlagnahmte Wohnung in der Ringstraß« zu- gewiesen. 3. Um beiden bisherigen Untermietern dieser Woh- nung eine Unterkunft zu schaffen, bot Pastor A. dem Wohnungsamt auf dem Wege eines weiteren Tausches statt feiner bisherigen Woh- nung 2 kleinere Wohnungen an. Das Anerbieten wurde vom Woh- nungsamt abgelehnt mit dem Bemerken, daß Herr K., der noch lange nicht Anspruch auf ein« selbständige Wohnung habe, in gar keinem Falle berücksichtigt werden könne. 4. Mit Rücksicht auf die Notlage des Herrn K. har Pastor A. dann noch 2 Wochen mit dem Ein- z u g gewartet, bis ihn schließlich die drohende Räumungsklage in seiner alten Wohnung und die ihm angedrohte Streichung von der Liste der Wohnungsuchenden, wenn er nicht innerhalb 48 Stun- den seinen Mietvertrag vorlege, zur Bewerkstelligung des Einzugs zwang. 5. Zur Aufbewahrung seiner Möbel hat Pastor A. dem Herrn K. mehrere Räume angeboten, di« dieser je- doch ablehnte. Auch von der Möglichkeit, bei allernächsten Ber- wandten in der gleichen Straße unterzukommen, hat Herr K. keinen Gebrauch gemacht.— Wir geben mit der Wiedergabe dieser Erklärung auch der an- deren Seite Raum und wollen die Erörterung der Frage, ob der Umzug des Herrn Antonowitz von Friedenau nach Lichterfelde wirk- lich so unumgänglich nötig war, auf sich beruhen lassen. Viele Hunderttausende Groh-Perliner Angestellte, Arbeiter und Beamten wären jedenfalls herzlich froh, wenn sie täglich keine größere Eni- fernung zwischen Wohn- und Arbeitsstätte zu durchmessen hätten, als die zwischen Friedenau und dem benachbarten Lichterfelde. Die außerordentlich bedauerliche Tatsache, daß Staatsbürger und Steuerzahler unter freiem Himmel schlafen mußten, läßt sich leider nickst aus der Welt schaffen. Die Jagö nach dem Dollar. Pistolenüberfall auf einen Amerikaner. Ein Raubüberfall, der in seinen Einzelheiten in der Kriminal- geschichte Berlins einzig dasteht, weil ermiit einer bisher kaum da- gewesenen Frechheit und Verwogenheit ausgeführt worden ist, wurde im Tiergarten verübt. Ein Kaufmann Nikolaus F. Fr« st war vor vier.Jahren nach Amerika ausgewandert und hatte dort einen Getreidehandel er- öffnet. Jetzt wollte er feine Heimat Kiew einmal wieder- sehen und erfuhr, als er in Bremen einttaf, daß er zur Einreise seinen Paß noch auf dem polnischen Konsulat in Berlin visieren lassen müsse. Zu diesem Zwecke ging er nach der Kurfürstenstraße. Ortsunkundig, fragte hier zwei Männer nach dem Konsulat. Diese standen schon in der Nähe des Gebäudes, zeigten es ihm, erklärten ihm aber, er könne das Visum nicht so ohne wei- teres bekommen, müsse vielmehr noch«ine Eingabe machen. Ihr Anerbieten, ihm hierbei helfen zu wollen, nahm der Amerikaner dankbar an. Die beiden Männer, von denen der ein« gut gekleidet war und gut Deutsch und gebrochen Englisch sprach, während der Segen die miernationale Reaktion! Für den internationalen Klassenkampf! In diesem Sinne sprechen Sonntag vorm. 10 Uhr in der Venen Welt, Hasenheide, und in der Böhow-vrauerei, Prenzlauer Allee, Sozialisten der verschiedensten Länder zum Berliner Proletariat. andere weniger gute Kleidung trug und jiddisch sprach, bestiegen mit ihm ein Auto unter dem Vorwande, dorthin fahren zu wollen, wo die Eingabe gemacht werden sollte. Nach einer Fahrt durch mehrere Straßen ließen sie in einem großem Park, der nach den Angaben des Amerikaners der Tiergarten sein muß, plötzlich ihre Masken als Helfer fallen, zogen Pistolen und forderten den Landsmann auf, seine Devisen herauszugeben, widrigenfalls sie ihn über den Haufen schießen würden. Sie ließen da-'Auto halten und zwangen den Amerikaner, der zu Tod« erschrocken sein Scheckbuch herauszog, mit vorgehaltenen Pistolen gleich im W a- gen selbst auch noch 10 Schecks über je 10 Dollar mit seinem Namen zu unterschreiben. Dann stiegen sie mit ihm aus, entlohnten den Chauffeur, führtckn den Beraubten noch mehrere Parkwege entlang und verschwanden dann mit den Schecks seitwärts in die Büsche. Der Amerikaner fragte sich mühsam nach der Bonkstelle der American Expreßcompany in der Ehar- lottenstraße durch und schilderte dort sein Mißgeschick. Bon hier aus begab man sich zur Kriminalpolizei, und der Leiter des Raubdezer- nats, Kriminalkommissar Werneburg, leitete alsbald die Nachfor- schungen ein. Er nimmt weitere Angaben zur Ermittlung der ruf- fischen Räuber, die beide mittelgroße Männer sind, entgegen. Die Schecks lauten, wie eingangs erwähnt, auf Nikolaus F. Frest. 5ür neue Volksparks. Ein Aufruf des Oberbürgermeisters von Berlin. Oberbürgermeister Böß erläßt folgenden Aufruf: Mitbürger! Berliner! Schwer lastet auf dem deutschen Volke lind auf unserer Stadt der Druck eines Friedens, der kein Frieden ist, die Folgen der Hungerjahre, Krankheiten, die Geist und Körper schwächen. Die Volkskraft muß verfallen, wenn nicht alle Mittel zu ihrer Wiederaufrichtung angewendet werden. Eine wichtig« Auf- gab« ist die Kräftigung unserer Jugend. Luft, Licht und Sonne und körperliche Ertüchtigung fordern sie mit Fug und Recht. Schafft Volkspar ksl Schafft Spiel- und Sportplätze! Bürger, helft Euch selbst! Viele haben bereits geopfert: Die neuen Parks in der Iungfernheidc an der Pank«, am Faulen See, die Sportplätze im Tiergarten, am Eichtamp, an der Scharnweberfttaße, in der Wuhlheide ujw. sind ihr Werk. Es ist ein Anfang! Vieles bleibt zu tun! Keiner bleibe jetzt zurück. Gebt alle, olle, alle. Die Turn- und Sportwoche gibt beste Gelegenheit. Es gilt unsere Jugend, unsere Zukunft! Böß. Oberbürgermeister. Spenden werden erbeten auf Konto L. Nr. 101 323„Oberbürger. meister von Berlin, Stiftung Park, Spiel und Sport" bei der Preußischen Staatsbank Seehandlung, Berlin W., Markgrafenstr. 38. * Die Tum- und Sporiwoche, die in dem Aufruf des Ober- bürgermeisters erwähnt ist und deren Programm der Berliner Be- völkerung durch Anschläge an den Plakatsäulen mitgeteilt worden ist, Hot gestern unter Mitwirkung der bürgerlichen Sport- und Turn- oereine begonnen, während die Arbeiter-Turn- und Sportvereine sich an den sportlichen Darbiewngen nicht beteiligen. Bekanntlich findet am Sonntag, den 3. Juni, in Berlin der große Reichs- Arbeiter. Sporttag statt. In dem Programm der oben- genannten Turn- und Sportwoche nehmen neben den sporlliehen Veranstaltungen auch Theatervorstellungen, Schmausereien, Tanz und Tanzvorführungen einen ziemlich großen Raum ein. Eine am Sonntag, den 27. d.M., nachmittags 2*4 Uhr, auf dem Königsplatz vorgesehene große Sportkundgebling muß, wie die Hauptsportleitung der Berliner Turn- und Sportwoche mitteilt, ausfallen. Das be- stehende Bannmeilengesetz hat dem R« ich s m i n isteri um des Innern die Erteilung der Erlaubnis für diese Veranstaltung nicht ermöglicht. Die programmäßig vorgesehenen neun Werbezüge müssen demnach ausfallen ebenso wie die Gesangsvorträge des Wiener Volksckiores. Die wichtigsten Dsranstalttmgen von allgemeinem Interesse am Sonntag sind die Eröffnungen dreier Sport- plätz«, und zwar des Spiel- und Sportplatzes in der Scharnweber- straße in Reinickendorf um 1�4 Uhr, des Sportplatzes im Tiergarten um 4 Uhr und des Polksparkez Iungfernheide um S Uhr. Wo steckt der Vater? Ein« KindeSauSsetzung besckäsiigt seit Januar 1S22 das Jugendamt Neulölln und in neuerer Zeit auch die Kriminalpolizei. Am 23. Januar 1922 kam ein Gast mit einem etwa vier Jabre allen Knaben in das Lokal von Karte. Hetmannstr. 203. Dem Wirt war der Gast unter dein Namen Wilhelm Loeser oder ähnlich vom An« sehen bekannt. Nachdem nun der Gast eine Zeche gemacht hatte. verschwand er und ließ dem Wirt seinen Knaben zurück. DaS sonst gesunde Kind konnte nur seinen Vornamen„Herbert" angeben. Es ist nun bisher den Behörden nicht gelungen, den vflichiver- gessenen Vater zu ermitteln. Vor Jahren soll er in der Invaliden- straße gewohnt haben, seine Ehefrau soll eine geborene Zieck ge- Wesen und vor Jahren verstorben sein. Alle Personen, die der Ermittlung fördernde Angaben über da? ausgesetzte Kind, den Vater oder sonstige Angehörige machen können, werden gebelsn, diese an die Kiiminalpolizei Neukölln, Kaiser-Friedrich-Str. 193,94, erster Bezirk gelangen zu lauen. Tie Wiener Sänger in Berlin. Der Volksgesangverein Wien und Umgebung kam gestern, Freitag, nachmittags in sehr stattlicher Stärke von Breslau auf dem Bahnhof Zoo an.' Eine zahlreich« Menge, unter ihnen die Quartier- geber, begrüßten die Wiener und Wienerinnen, die Bürgermeister Genosse Ritter in Berlin herzlich willkommen hieß. Weitere An- sprachen und Chorgesang, worauf die Gäste mit Dankesworten und ihrem Wahlspruch erwiderten, verschönten den Empfang. Slin Abend fand im Reichstagshaus di« offizielle Begrüßung statt. Ein Vortrag des Singakademiechors leitete den ein. Reichstagspräsident Genosse Lobe entbot den Gästen aus Wien ein herzliches Willkommen. Er wies darauf hin, wie in dieser Zeit der Not des deutschen Volkes das Lied als Ausdrucksmittel des Zusammengehörig- keitsgefühls zu einer früher nicht geahnten Bedeutung ge-. langt ist. Ein wie inniges Band es zwischen Ost und West zu schlingen vermag, das haben wir erst jetzt so recht erkannt. Nun sind Sie aus Wien zu uns gekommen und bringen uns das öfter- rerchische Volkslied. Möge durch Ihren Besuch das Band, das Oesterreich mit Deutschland verknüpft, noch enge? und immer enger werden. Seid willkommen, Wiener in Berlin! (Lebhafter Beifall, in den die Wiener ihre Heil-Ruf« mischten.) Für die Reichsregierung nahm der Reichsiustizminister H e I n z e das Wort zu einer Begrüßung. Können wir, fragt« er, uns die deutsch« Kultur ohne Oestsrreichs Anteil denken? Und was wäre die deutsche Musik ohne dos Große und Unvergänglich«, das Oesterreich uns gegeben hat? So lange Nationen bestehen, werden deutsche Kultur und deutsches Lied sich behaupten. (Lebhafter Beifall und Heil-Rufe.) Im Namen der Wiener dankte Regierungsrat Zeiner den Berliner Gastgebern. Möge, schloß er, Deutschland sich wieder aufrichten. Wir haben das Ge- fühl, daß es keine Grenzen zwischen Deutschland und Oesterreich gibt.(Jubelnder Beifall und Heil-Rufe.) Die Sängerschar gab dann «ine Probe ihrer Kunst in dem österreichischen Lied„Gedanken sind frei". Auf den stürmischen Beifall der Berliner antwortete sie mit Tücherschwenken. Der Empfangsabend endete mit einem geselligen Beisammensein._ Max Klante abgewiesen.. Die Besckwerde Max KlanteS wegen der Beschlagnahme der Bücher seine« neuen Wettbureau« ist vom AmtSgericbt al« unbe- gründet zurückgewiesen worden. Die Rechtsanwälte Dr. Alsberg und Dr. Welt haben gegen den Beschluß Beschwerde bei der Straf- kammer erhoben, so daß sick, demnäckst die Siegert-Kamm-r wieder mit Max Klante zu beschäftigen haben wird, diesmal allerdings nur in formaler Hinsicht. Da« neue Strafversahren gegen Max Klante nimmt seinen Fortgang. Von StaatZanwaltichaflSrar Dr. Horn sind bereits umfangreiche Ermittelungen eingeleitet worden._ Familie waldeck Manasse bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: „ES ist unS unmöglich, ollen lieber Freunden und Genossen einzeln zu danken. Wir bitten auf diesem Wege alle, die unserem geliebten Toten daS letzte Geleit gaben und ferner in ehrenvollen Nachrufen in Wort und Schrift gedachten, unseren wärmsten Donk anzunehmen." „Die Organisatton der wohlsahrtspsiege(einschließlich des Ge- sundheitswesens) in Wien" lautet das Thema, über das Genosse, Staatssekretär a. D. Stadtrot Professor Dr. med. Tandler- Wien, der oberste Leiter des Wiener Wohlfahrts- und Gesundheitswesens, aus der öffentlichen Tagung des Vereins sozialistischer Aerzte Deursch- lands am Sonnabend, den 26. Mai d. I., um 7 n Uhr abends, im Bürgersaal des Berliner Rathauses sprechen wird. Parteigenossen. die im kommunalen Leben und in der Wohlfahrtspflege stehen, sind zur Teilnahme besonders herzlich aufgefordert. Am Sonntag, den 27. Mai, ab 9 Uhr früh, sprechen im Saal S3 des Berliner Rathauses über das Thema„Aerzte und Krankenkassen", die Genassen Dr. E pst« i n-München, Professor G r otjahn, M. d. R.-Berlin, Dr. Karl Kautsky-Wien, Phystkus Dr. K n a ck- Hamburg, Dr. W e y l, M. d. L., Dr. L. Wolfs, Stadtverordnete Frau Dr. Wygodzinski- Berlin. Zu dieser Veranstaltung sind besonders die in der Krankenkassenverwaltung tätigen Parteigenossen als Gäste eingeladen. Ausstellung„Rheinlandnot" im Herrenhaus«. Gestern nach- mittag wurde im Herrenhmsse die Ausstellung„Rheinlandnot" eröff- net, veranstaltet von den landsmannschaftlichen Verbänden der Rheinländer, Saarländer und Eupen-Malmedyer, um in Bild und Schrift die Rot im Rheinland, Ruhrgebiet und Saargebiet vor Augen zu führen. In der Eröffnungsrede entwickelte Oberbürgermeister Jarres-Duisburg unter tiefer Ergriffenheit der zahlreichen Zuhörer ein Bild von den Leiden der Rhein-, Ruhr- und Saarländer. Rur wenn dies lebendige Mitempfinden aus dem ganzen deutschen Volke zu Hilfe käme, werde der passive Widerstand nicht oerflachen, werde der passive Widerstand zu einer Tat. Dr. Jarres gab dann ein« Statistik, aus der hervorgeht, daß allein die bis zum 15. Mai über Beamte'verhängten Gefängnisstrafen die Zahl von 480 Jahren ergeben. An Geldstrafen"sind bis zum 15. Mai etwa 2'A Milliarde eingetrieben worden. Die Zahl der Ausgewiesenen belief sich bis Mitte Mai auf 50 000. Zahlreiche Feststellungen von ZNetallsuchern. Durch mehrere be- rittene Schutzpolizeistreifen wurden gestern mittag aus dem Schieß- platz Tegel 129 Personen, meist Frauen, Sie dort noch Munition und Geschoßtcilen suchten, zur dortigen Polizeikaserne zwangsgestellt und nach Personalienseststellung wieder entlassen. Sämtliche mitgebrachten Handwerkszerige(Hacken und Spaten) wurden eingezogen und sichergestellt. Vedürsuisanslaltsabdecker bei der Arbeit. In der Nacht zum Freitag nahm man den Schlosser Paul Schraede aus der Stephan- straße fest, als er im Begriff war, das Zinkdach von der Bedürfnis- anstatt am Helgoländer Ufer abzudecken und in Sicherheit zu bringen. Der Dieb wurde der Kriminalpolizei Übergeben. Zuguiiften der JugendpNege de» b. Verwalwngsbezirtt veranNeUen heule, Sonnabend, abdS. 8 Uhr, der Berliner Schwimmverei»„Welle" und der Lichtcnbergcr Schwimmoerein. N ep t u n" 94 ein Schaulchloimoieii und-lprinaen im Stadtbad FriedrichSbain an der Schillings- brocke. Tie Veranstaltung, die sehr sehenswert zu werden verivricht. weilt u. a. ein Stafettcnlchwimmen. einen Damenkunsrrcigcn, ein Wafscrballsviel, Grupp enipringen und ewen Lampionreigen auf. Der Eintrittspreis beträgt Im Vorverkauf 600 OT.— an der Abendkasse 800 M. Der Republikanische Jugendbuod Schwarz-Rot, Gold, Ortsgruppe Berlin, veranstaltet am Sonntag, den 27. Mai. abends 8 Uhr, im Schwechten-Saal. Lützowstrahe 112. eine republilanischc Kundgebung. Alexander Moissi wird ausgewählte Sielleu aus der 48er Literatur rezilicren. Tie Kundgebung findet zur Erinnerung an das Jranlsuricr Vorparlament im Jahre 1848 stalt. Eintrittskarten find bei Wertheim, Bote u. Bock und der KeichäslSstelle deS Bundes. Berlis W. 10, Sendter- Itraße 12 lKurfürst 8869) sowie an der Abendkasse zu haben. Ermordung eines Landwirts. Am 22. Mai gegen 9 Uhr abends fuhr der LandwiN Heinrich Kikkelmann aus Schutt über die von den Franzosen gesperrte Ketiwig-Werdener Landstraße. Da er trotz Anrufs nicht gehalten haben soll, nahm ihn der Posten unter Feuer. Kikkelmann crbielt einen Schuß durch den Leib, da» Pferd Schüsse durch Kopf und Beine. Die Franzosen schafften ihn in das evangelische Krankenhaus in Kettwig, wo er am 23. Mai seinen Verletzungen erlegen ist. Festnahme eines Doppelmörders. Nach dem„Anhalter An. zeiger" gelang es der Polizei, im nahen Ziebigk den Doppelmörder, der am 2. Pfingstfeiertag ein Liebespaar ermordete und beraubt«, zu ermitteln und zu verhaften. Es handelt sich um den 33jährigen Maurer Friedrich Dropp aus Ziebigk. Er gestand den Raubmord ein. Eimguugskonferenz üer Jugenö- internationale. Hamburg, 24. Tial Schon der BeArübungsabend, den die Homburger Ar- kei'.eriugend im grogen Saale des Gewerkschaftshaufes veranftalrete, stand im Zeichen der Gemeinsamkeit alter und junger Kämpfer. Da sagen vorn als Gäste der Jugend die Delegierten der erwachsenen Arbeiterschaft und auf den Galerien und in den Gängen zu Taufen- den und Abertausenden Kopf an Kopf dicht gedrängt die Hambnr- g:r sozialistische Arbeiterjugend. E- war hinreißend schön, als die 180' Längerinnen und Sänger des Iugendchors die Arbeiter- rnarseilloise mit gewaltigem Rhythmus durch den Saal klingen ließen und alle zu tobendem Beifall hinrissen. Daß die sozialistische Arbeiterjugend sich der hohen Aufgabe wohl bewußt ist, die sie in d.'r Erziehung der arbeitenden Jugend zu leisten hat, klang aus den Begrüßungsreden der Genossen Paul(Tschechoslowakei), Düse- d a u(Hamburg), H o y a u x(Belgien). L i n d st r ö m(Schweden) und W est p hol(Berlin) deutlich hervor. Am Donnerstag nachmittag wurde der Kongreß von Max Westphal eröffnet. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß es diesem Kongreß gelingen möge, eine neue Einheit zu finden, um stärker und geschlossener der Reaktion gegenübertreten, zu können, die erst heute wieder da- Denkmal Hemrich Heines mit Teer beschmutzt habe. Das kannte sie nur tun, weil wir zu schwach waren und sie uns nicht mehr fürchteten. Ins Bureau wurden gewählt: Doogd(Holland), Taller (Drutschböhmen), Westphal(Berlin), Heinz(Wien), Albrecht und Lllenhouer(Berlin), Schröter(Leipzig) und Paul(Tschechoslowakei). Voogd(Holland) übernahm die Leitung des Kongresses; es falzten Ansprachen verschiedener Gäste, so Crispiens und Andersens für die neue geeinte Internationale. Der Vertreter des Internatio- nalen Gewerkschaftsbundes in Amsterdam, Genosse Brown, be- tonte in ausgezeichnetem Deutsch, haß der Internationale Gewert. schafisbund sich freuen würde, sein« Kräfte mit der sozialistischen Jugend in Arbeit und Kampf vereinen zu können, besonders auch in der Frag« der Kriegsbekömpfung. Er tonnt« noch mit Genugtuung daraus hinweisen, wie durch die Hilfe der internatio- nalen Gewerkschaften erst kürzlich deutsche Arbeiterjugend in Eng- l a n d zu Besuch war und selbst auf die konservativsten Kreise in England einen starken Eindruck gemacht habe. Zusammenarbeiten könnte man auch in der Bildungsarbeit an der Jugend. Schon in diesen, Jahr« veranstalte der International« Gewerkschaftsbund auf Schloß Brühl bei Köln einen internationalen Kursus für Erwachsen« und in T in z einen solchen für die Iugend.— Für die internationale Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Erziehungsorgani. sotionen sprach dann noch Genosse Max Winter(Wien). Dann vcrtagte sich der Kongreß auf Freitag vormittag 9 Uhr. WLrtfchast Eine Liebesgabe an Exporteure unü Industrie. Mit dem 2Z. Mai 1923 ist für ein« weitere Anzahl von Waren eine nicht unerhebliche Ermäßigung de, Ausfuhrab- gabentarifs in Kraft getreten. Eine solche Ermäßigung be- deutet in Zeiten der Dollarhausse zugleich eine Liebesgabe an Industrie und Exporthandel und in ihrer volkswirtschaftlichen Wir- lung eine Verschleuderung der deutschen Substanz. Die Veröffentlichung der neuen Ausfuhrfreiliste ist im gegenwärtigen Moment unverantwortlich. Durch sie werden infolge der Markver- schlechterung den Exporteuren steigende Gewinne zugeschanzt und dem Reiche infolge des Wegfalls der Auefuhrabgabe hunderte von Milliarden entzogen. Trotz der bereits herabgesetzten Ausfuhr- abgaben betrug der Eingang an Ausfuhrobgaben in den Monaten: Januar.... 21332221041,02 M. Februar.... 42 180 646 607,10 M. März..... 43 474 275 861,45 M. Wie hoch diese Summe im April sich belaufen wird, steht noch nicht fest. Jpcr Ertrag wird zweifellos sthr stark durch die Erweiterung der Freiliste beeinflußt werden und solche Geschäfte, die es nur irgendwie ermöglichten, daß sie hinausgeschoben werden konnten, dürften wohl erst jetzt nach Veröffentlichung der Freiliste ihre Er- l.digung finden. Alle Waren, die auf der neuen Freiliste stehen, werden automatisch auch ausfuhrabgabefrei. Ei« unterliegen keinerlei Preisprüfung mehr. Und dos ist des Pudels Kern. Zortsthritte, versuche, Exzesse. Ein Besuch bei der Bovembergruppe. Don John Schikowski. Vielleicht die einzige segensreiche Folge des Weltkriege, ist die selbständige Entwicklung und Erstarkung der deutschen Kunst. Sie wurde nicht durch dos erhöhte„völkische Selbstbewußtsein" während der großen Zeit bewirkt, sondern durch die Grenzsperre und Blockade, die fremde Einflüsse fernhielten und die deutschen Maler und Bildhauer zu dem heilsamen Versuch zwangen, nach eigener Fasson selig zu werden. Ein Besuch der Großen Berliner Kunstausstellung ift in dieser Hinsicht lehrreich. Zwar wird man in dem konserva- tiven Berein Berliner Künstler vergeblich nach Spuren der neuen Entwicklung suchen, aber in den Sälen der Rovcmbergrupp« (24 bis 29) regt und rührt sich allenthalben ein frische«, vorwärt»- drängendes Leben, das selbst da. wo.es überschäumt und sich allzu wild und radikal gebärdet, genießbarer ist als die abgeklärte Wasser- supp« der Alten. Und da die Jury diesmal offenbar strenger nxtltete als sonst, so ist ein qualitatives Durchschnittsniveau zu- stunde gekommen, das alle Achtung verdient. Werke wie die tief- beseelten Gemälde von Max Dungert(Saal 27 Nr. 1149 bl« 1152), und Behrens-Hangeler(Saal 2? Nr. 1081 bis 1053) — um zwei bisher weniger bekannte Namen zu nennen— o. Heisters brünstig« Farbenorgien(Saal 27 Nr. 1205 bis 1210), bei denen man nach deni versteckten„Gegenständlichen" besser nicht forscht, die feierlichen, trotz aller monumentalen Schlichtheit unend- lich fein nuancierten Sinfonien von Hans Braß(Saal 29 Nr. 1104 bis 1106) bedeuten Gipfelpunkt« einer Entwicklung, die, bei individuellen Abwandlungen im einzelnen, eine groß« gemeinsam« Linie aufweist: die Tendenz zur Derinnerlichung, zum Schürfen in seelischen Tiefen, zum Ausdruck dessen, was sich nicht sagen, sondern nur dunkel empfinden läßt. Diese Tendenz ist kennzeichnend für dos deutsch«, oder richtiger für das germanische(und slawische) Kunstschaffen, im Gegensatz zum romanischen, das nach Klarheit der Auffassung und sormenreiner Gestaltung strebt. Der Unterschied wird jedem deiitlich wenn man»einen Tizian oder Raftael mit Dürer und Rembrandt vergleicht, und er kommt der deutschen Kunst der Gegenwart ganz besonders zugute, weil die heute herrschende Gritndauffassung, die sogenannte expressionistisch«, wehr auf Ge- fühl sausdruck als auf strenge Formgebung gerichtet ist. Alle An- zeichen deuten schon heute darauf hin, daß der Expressionismus feine letzte Erfüllung in der germanischen und slawischen Kunst finden wird, während die romanische immer mehr zu klassizistischer Strenge erstarrt und zu akademischer Formspielerei verflacht. Der Sriep hatte die französischen und italienischen Einflüsse von der deutschen Kunst ferngehalten. Wo sie sich jetzt bemerkbar machen, ha entliehen sofort Brüche und Zwittergebilde. Da, zeigen die Arbeiten von Rudolf Möller(Saal 25 Nr. 1286 und 1287), der in der Farbengebung die kühle Klarheit der neuesten Franzosen anstrebt und damit platt dekorativ wirkt, und die Versuche des hoch- d-wdten Karl Völker(Saal 24 Nr. 1387 bis 1390) und Da- »ringhaustn(Saal 24 Nr. 1135), die im Fahrwasser der Zum großen Teil waren die Außenhandelsstellen auf die Preis- Prüfung gut eingespielt. Das mußte selbst ein prominentes Mitglied eines Außenhandelsausschusses zu seinen: Leidwesen erfahren. Nun fällt die Preisprüfung. Ein« Sicherung besteht nicht, daß, selbst wenn in Edelvaluta fakturiert wird. Erlöse erzielt werden, die eine Verschleuderung deutscher Waren ins Ausland vermeiden. Es ist er- wiesen, daß privatwirtfchaftlichcr Gewinn und volkswirtschaftlicher Substanzverlust in Zeiten der Geldentwertung, die wir durchleben, oft identisch sind. Was wird die Folge davon fein? Die von einem deutschen Dumping betroffenen Staaten errichten mit Hilf« von Zöllen Schutzwällc gegen die Einfuhr deutscher War«. Um nur ein Beispiel aus der letzten Zeit anzuführen. Holland ist wirtschaftlich wohl das liberalste der uns umgebenden Länder. Das Dumping der deutschen Schuhindustrie, welches geeignet war, die holländische Schuhindustrie zu ruiniern, hat Schutzmaßnahmen der holländischen Regierung ausgelöst. Die Außenhandelsstelle für Lederwirtschast aber, die das Dumping verhindern könnte, liegt in ihren letzten Zügen. Dom wirtschaftspolitischen und Außenhandelskontrollausschuß des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates wurde berits Ende März und Anfang April im Prinzip eine Erweiterung der Ausfuhrfreiliste be- schlössen. Damals lagen die deutschen Preise bei einem Dollar- stand von 20 000 teilweise über den Weltmarktpreisen. Di« Vor- aussetzung für diesen Beschluß war eben der Dollarftcmd von ca. /f Unfere werten Inferenten 1 D machen wir darauf aufmerkfam, daß die Jeweiligen J| 1 1 Anzeigenprelfe regelm86lg am Kopf des„Vorw5rts' 1 1 ff angezdgf find/ Befondere Benachrichtigung bei s| | s Prelsönderungen erfolgt n 1 ch t s| \\ VORWÄRTS-VERLAG G.m.b.H. 20 000, von welchem Wirtschaftsministerium und Reichsbank behaup- teten, daß sie in der Lage seien, ihn zu halten. Es wäre zum mindesten besser gewesen, man hätte mit dem bisherigen starren System der Ausfuhrabgaben gebrochen und an dessen Stelle ein ssch dem Dollar anpassendes gleitendes System zur Anwendung gebracht. Aber wie dem auch sei; nachdem der Kurs der Mark nicht zu halten war, waren jedenfalls die Voraussetzungen für eine Erweiterung Jter Freiliste gefallen. Demgemäß durfte die erweiterte Freiliste nicht veröffentlicht werden. Das Reichs w i r t s ch a f t s Ministerium aber zog ein« andere Konsequenz: es desorganisierte eine ganz« Anzahl Außenhandels st ellen. Die Reichsbevollmäch- ttgten wurden im unklaren darüber gelassen, ob die erweiterte Liste verössenllicht wird oder nicht. Das Reichswirtschaftsministerium konnte oder wollte eine Antwort nicht geben. Die Regierungsver- treter, welche zu den Sitzungen der Außenhandelsausschüsse delegiert wurden, wußten nichts. Auf telephonische Anftagen dieser Herren im Ministerium wurde ihnen die Mitteilung, daß die zuständigen Herren nicht zu erreichen sind. Die Reichsbevollmächtigten k ü n- d i g t e n inzwischen vorsichtshalber das Personal. In einzelnen Außenhandelsstellen wurden eingehende Anträge überhaupt nicht mehr bearbeitet. Man legte die Eingänge auf den großen Haufen, fragt bei den Antragstellern an, ob sie ihre Anträge erledigt haben wollen oder ob es nicht besser fei, zu warten, bis die große Aus- fuhrfreiliste kommt. Die Warenausfuhr, und damit der Erlös an Devisen mußte so in einer Zeit verringert werden, wo man zur Markstützung Devisen am nötigsten brauchte. Und wenn ein Antrag. steller denn doch wider Erwart:» die Antwort gab, seinen Antrag z» erledigen, dann ging ein Suchen los im großen Haufen. Ein Teil der Reichsbevollmächtigten oder deren Vertreter sind im Nebenamt noch Syndici der wirtschaftlichen Unternehmerverbände. So ist mir aus der letzten Zeit ein Fall bekannt, wo einer dieser Herren zu den bis jetzt innegehabten Vertretungen noch die Vertretung von 16 weiteren zusammengeschlossenen Unter nehmergrup- p e n übernahm. Em materieller Vorteil erwächst dem in Frage kommendm Herrn dadurch nicht: kenn was er auf der einen Seite mehr bekommt, wird auf der anderen an seinem Geholt abgezogen. Aber der Fall ist symptomatisch: Die Ratten verlassen das sinkend« Schiff. Auch die Regelung, den Eingang der Exportdeoisen bei der Reichsbcmk zu sichern, wird sich in der Praxis als u n- zulänglich erweisen, ganz abgesehen davon, daß die Möglich- keiten, den Exporterlös im Ausland anzulegen, sich ungeheuer er- italienischen Valori-Plastici-Richtting schwimmen und zu einer ge- künstelten unwahren Naivität versimpeln. Bei dem kraftvollen Schweizer Wilhelm Schmid(Saal 24 Nr. 1343 bis 1345, dem die italienische Ansteckungsgefahr ebenfalls droht, ist die eigene Persönlichkeit immerhin so stark, daß angeflogen« wesensfremde Keim« nicht recht zur Entwicklung kommen. Es muß die wichtigste Aufgabe einer gesunden Kunstpoiitik für die nächste Zukunft sein, darauf zu achten, daß die deutsche Eni- wicklung in ihren natürlichen Bahnen fortschreitet und nicht durch störend« äußere Einwirkungen behindert und verfälscht wird. Die Gefahr, solchen Einwirkungen zu unterliegen, droht der Plastik weniger als der Malerei. Aber auch da ist sie nicht ganz ausge- schlössen, wenn sie auch aus anderer Richtung naht. Unseren Jüngsten hat es die neueste Phase der russischen Bildhauerkunst angetan. Zwar wahren Künstler wie Oswald Herzog(Saal 24 Nr. 1212 und Saal 27 Nr. 1211) in den ergreifenden, vertränmten Rhythmen tief empfundener Formenmelodik und Rudolf B e l l i n g(Saal 26 Nr. 1088) mit seinem wuchtigen, aus schwerem Betongerüst und graziös sich drehenden Spiralen aufgetürmten Monumentalbrunnen unbeirrt die eigene, sichere und bewährte Note, aber ein« ziemlich große Schar junger Künstler tummelt sich auf Gebieten, die die Russen urbar zu machen versuchen, deren Ertragfähigkeit aber gegenwärtig noch sehr problematisch erscheint. Allerdings hat der Deutsch« Kurt Schwitters mit feiner„Mcrzkunst" schon seit Jahren ähnliches unternommen, aber außer den Dadaisten ist ihm kaum einer auf dem Wege gefolgt. Die neuesten Versuch«, wie sie etwa Erich Buch holz(Saal 25 Nr. 1118) mit setner aus 5ttötzen. Tafeln und Stäben konstruierten' Holzplastik macht, oder W o l t h« r Kamp mann(Saal 28 Nr. 1232 bis 1238) mit seinen Bildtafeln, die eine Synthele von Malebei und Materialkonsftuktion geben— diese versuche bleiben volöufig im Experiment, und zwar lm miß- glückten, stecken. Eine gegenseitige Befruchtung der russischen und deutschen Kunst erscheint an sich nicht gefährlich, weil beide einander wesensverwandt sind, aber gerade die letzten, extremsten Ausläufer der russischen Kunstentwicklung sind zu solcher Befruchtung unge- eignet, sintemalen Unreifes nicht zeugungsfähig ist. Immerhin handelt es sich hier um Experimente, bei denen«in ernstes Wollen nicht zu verkennen ist. Was soll man aber zu Künsteleien wie dem „Lichtrhytbmus"(Saal 28 Nr. 1110) von Nikolaus Braun sagen, dessen elektrisch beleuchtete Farbformen sich wie ein Paternoster Fahrstuhl in monotoner Bewegung auf und nieder schieben? Das ist kein ernsthafter künstlerischer Versuch, sondern eine alberne, geschmacklose Ausschreitung, die nicht einmal den Vorzug hat, originell oder geistreich zu sein. Denn derartiges haben uns die Dadaisten ulkweis« schon öfters vorgemacht. Wenn die Entwicklung diese Bahnen betreten sollte, dann kann man ibr nur ein sehr energisches Halt und Kehrt zurufen. Die Jury der Novembergruppe hätte bester getan, solchen Unfug fernzuhalten, denn cr schädigt nickst nur den Gesamteindruck ihrer sonst vortrefflichen Ausstellung, sondern er kann leicht der ganzen modernen Bewegung verhängnisvoll werden, die um Anerkennung bei der großen Masse de« deutschen Publikums gegenwärtig noch schwer genug zu kämpfen hat. Wie die Architektur und die sogenannte angewandte Kunst nch in den Rahmen dos neuen Stils einzugliedern sucht, soll demnächst erörtert werden. weiters haben. Die Außenhandelsstellen werden, fe nach dem ihr bisheriges Tätigkeitsfeld von den Freilisten erfaßt wird, von Schutz- und Konftollapparaten unserer Wirtschast zu bloßen mechanischen und bureaukrattfchen Instrumenten degradiert. Der Goldbestand der Reichsbant schmilzt nach den Ausweisen immer mehr zusammen, der Reichsfinanzminister grübelt darüber nach, wi« er fiir sein« Billionenausgaben Deckung finden und Ein- nahmen schaffen kann, der Reichswirtschaftsmini st er entzieht dem Reich mit einem Federstrich hunderte von Milliarden und schanzt dieselben im günstigsten Falle der deutschen Industrie und den deutschen Exporteuren zu. So ungefähr hat man sich die Tätigkeit eines fachmännischen Wirischoftzminiftcr- vorgestellt! Das ganze ist ein Veitrag dazu, wie man sich in gewissen Kreisen die Opfer der Besitzenden denkt. _ Hans Kohl, Nownwes. Auch die zweite preußische Kalianleihe überzeichnet. Nachdem die am 11. Mai eröffnete Zeichnung auf die erste Ausgabe der 5 proz. Preußischen Kaliwertanleihe bereits kurz nach Zeichnungsbeginn infolge der starken Ueberzeichnung geschlossen werden mußte, hat sich nunmehr auch auf die am 22. Mai zur Zeichnung aufgelegte zweite Ausgab« derselben Anleihe eine starte Ueberzeich- nung ergeben, sodah das Bankenkonsortium die Zeichnung auf diese zweite Ausgabe bereits am 24. Mcn geschlossen hat. Eine mehr als 40prozentige Verteuerung der Lebcnshalkung im Mai muß jestt selbst von der Unternehmerpresse zugegeben werden. In der abgelaufenen Woche ist«ine abermalige, recht b e- deutende Steigerung des allgemeinen Lebens- Haltungsaufwandes vollzogen: die für 94 Bedürfnisse des täglichen Lebens berechnete Teuerungsmeßziffer der„Industrie- ur.d Handels-Zeitung" stieg in der Berichtswoche(beginnend mit Sonn- abend, den 19., und endend mit Freitag, den 25. Mai) von 3750 auf das 4236fache der Vorkriegszeit, d. h. um 13 Proz.— Gegenüber de m Aprildurchschnitt liegt der Lebenshalttmgs- koftenindex der Berichtswoche um 41,5 Proz. höher, so daß sich im Maidurchschnitt, wenn die Schlußwoche noch weitere Berteue- rungen bringt, ein im Bergleich zum Vormonat wieder besonders starker Teuerungsgrad ergibt. Die Rohstoffteuerung. In der Verteuerung der Rohstoffe nimmt die Eisen- und Stahlindustrie eine führende Stellung«ir.. Die Preise für Walzeisen sind mit dum 25 Mai erneut um 31 Proz. erhöht worden, so daß das Kilo Stabeisen in Thomasqualitöt jetzt 1775 M. kostet. Seit dem 11. Mai beträgt die Preissteigerung für Walzeise» 75 Proz. Devisenkurse. Unserer gestrigen Kurstafel ist noch nachzutragen: 1 sinnische Mark 1501,23 Geld. 1508,77 Brief: 100 österreichische Kronen(abgestempelt) 76,45 Geld, 76,85 Brief: 1 tschechische Krone 1615,95 Geld, 1624,05 Brief: 1 ungarisch« Krone 10,27 Geld, 10,33 Brief: 1 bulgarische Lewa 463,83 Geld, 466,17 Brief: 1 jugostawischcr Dinar 568,57 Geld, 571,43 Brief; 1 polnische Mark kostete im freien Verkehr etwa 99 Pf.___ Sroß-Serliner partewachrichten. &attt abend« Ahr äußerst wichtige Z»»ktüi»Sr»erlam«l»»g in foigenden Abteilung«»! 24. Abl. bei Rösnee, Emanuelkirchstr. 2b.— 25. Abt. bei®ott, Nnivrobe-. Eck: Boi-eiebensirnke.— 20. Ab!, im Cetal..Zum inusilatischen 5ud)S*, fttoße.— 27. Abt. bei Tietsch, iLIeimstt. 56.— 28. Abt. bei Btittner. Tchwedter Straße 2S.— SO. Abt. bei Ätahnkopf, Earnien-Sylva-Str. 123.— 29. Abt. bei Burg, Prenzlauer Allee 489.— 31. Abt. bei Guldschmidt, SWIpischestr. 36. Er- scheine» aller Funltioniire dringend« Pflicht. .* 13t. Abt. Niederfchinhaufen. Heut«, Sannabend, 8 Uhr, Funktionärfißung bei Sliendt, Friedenipiaß. � » Treffpunkte für Sonnfag, den 27. Mai, zur Internakionalcn Kundgebung. 6. Abt. Barmittag« 9 Uhr bei Dobrahlaw, Swinemünter Str. 11. 8. Abt. S>,h Uhr auf dem Dennewißploß. Abmarsch 9 Uhr._ 14. Abt. 8H Uhr bei Dietrich, Su-inemllnder Str. 36. Semeinfamer Abmarsch nach der Bönaw-Brauerei. 1». Abt. 9 Uhr bei vbigio, Sjralsunber Str. II. l». Abt.» Uhr Ehiistiania-Promenab«. 46. Abt. Die gunktiouäre werden gebeten, die Mitglieder zur Internationalen Kundgebung einzuladen. 10t. Abt. Treptn». Treffpunkt zur Kundgebung in der„Neuen Wclt� 9 llbr an der Wiener Brücke, Ecke Lohmllhlenslroße. l«. Abt. Banwschulenlneg. SZi Uhr am Bahnhof. Treffpunkt zur Kund- gebung in der„Reuen Welt". 1«. Abt. Oberfchäneweide. Pormittag» 814 Uhr ob Bahnhof Riederschäne- weide. 166. Abt. Köpenick. Die Eenvssen der Köllnischen Borstadt treffen sich 9 llbr Bahnhof Epindlersfeld. Die Genossen der iibrigen Porstädte 6', 4 Uhr Bahn- Hof Köpenick. Zungsozialiften. Gruppe Süden. Eonutagfahrt nach Bernau-Biesenthal. Treff- punit vormittag 7 Uhr am Etettiner Vorortbahnhof. Der unzüchtige George Groß. Wie uns der Malik-Verlag mit- teilt, ist gestern die von ihm herausgegebene„E c c e- b c> n, o"- Mappe von George Groß beschlagnahmt und gegen den Künstler und die betr. Kunstanstalt ein E r m> t t l u n g s v e r- fahren wegen Vergehens gegen z 184 des Strafgesetzbuchs durch das Charlottenburger'Amtsgericht eingeleitet worden. Als Grund lfür das Berfahren wird angegeben, daß„ein wesentlicher Teil der Abbildungen das Scham- und Sittlichkeitsgefühl des Beschauers in geschlechtlicher Beziehung verletzt, das gesamte Werk somit einen unzüchtigen Charakter Hot und demgemäß der Einziehung„nterliegl". Wir können über die Ecce-liomo-Mappe selber kein Urteil abgeben, da das Werk uns bis heute nicht zu Gesicht gekommen ist. George Groß aber ist uns— und allen Kunstfreunden Deutschlands— als ein so ernster Künstler bekannt, daß cr über den Verdacht er- haben sein sollte, ein Produzent unzüchtigen Schmutzes zu fein. Auch sonst ist die Sittlichkeit wieder kräftig auf dem Marsche. Die Maler G o d a l und Ä o b b e. deren Werk« auf der vorjährigen Iuryfreien Ausstellung beschlagnahmt wurden, werden, nachdem die Ablehnung der am Beschlagiiahmebeschluß beteiligten Richter ge billigt worden ist, am 29. Mai vor der verändert zusammengesetzleu Strafkammer erscheinen. Di« Berteidiger haben wieder«in« Anzahl Sachverständig« laden lassen. Der R« i ch s k u n st w a r t Dr. Redslob hat abgesagt, weil bei den Etatverhandlungei, im Hauptauelchuß ausdrücklich gefordert worden wäre, daß er ssch in solchen Fällen nicht exponiere. Er wäre bereit, auf Ladung durch das Gericht zu erscheinen: dies«, aber hat die Ladung ab gelehnt, weil es sich selb st für hinreichend sachver- ständig ansieht. Noch charakteristisckier ist«in Brief, den der Leiter der Film» berprüf st eile, Oberregierungsrai Karl D u l ck e, dessen Ladung das Gencht ebenfalls abgelehnt hatte, an den Verteidiger gerichtet hat. Darin heißt es: „In der gleichen Lage habe ich mich bereits zweimal befunden. Ich Hab« in diesen beiden Fällen dennoch den Ladungen der Verteidigung stattgegeben. Ick) entsinne mich dieser beiden Verhandlungen mit Zorn und Beschämung, da das Gericht nicht im mindesten auf die Ausführungen der Sachverständigen«in- ging, die Gutachten von Persönlichkeiten wie Schleich und Rothe gänzlich außer Betracht ließ und in seinen Entscheidungen einen unbelehrbar tunstfeindlichen Standpunkt zum Ausdruck brachte. Ich möchte mich dieser Beschämung nicht zum drittenmal aus- setzen; schließlich habe ich auch als Beamter dafür Sorge zu tragen, daß meiner Person«in« solche Beschämung erspart bleibt, Persönlich darf ich versichern, daß ich«s sehr bedaure, Ihrer Ladung nicht Folge leisten zu können". Der ebenfalls auf den 29. Mai anberaumt gewesen« Termin gegen D i x Ist auf unbestimmt« Zeit vertagt. � Neues Volkstheater. Wöbrend der Aufführung von' Varl ach 4 »Der tote Tag' am Donnerstag erlitt Frau Agnes Straub durch einen Stur, einen Unfall, to daß es ihr nur mit graßer An- strenqung möglich war. die R-I- zu End« zu fvielen. Der Arzt bat ibr für längere B-tirribc verordnet. Die Reibe der Borftevungen de» «ariachschcn�Ztücke» mutz deshalb un t erbrochen werden. Zur Auf- tührung gelaugt niiumehr am.6, und 27.»Die Fahrt nach Oiplid", am 28..EmMa Äalotti'. Jugendveranstaltungen. 1 Werbebezirk Westen. Borstandssigung des Werbebezirks in Jugendheim Charlottenburg, Rosinenftr. 4, um 27 Uhr. Werbebezirk Rieberschöneweide. Sigung der Werbebezirksdelegierten im Jugendheim Niederschöneweide, Berliner Straße 31, um 7 Uhr. Rosenthaler Borstadt. Wanderung nach Strausberg. Treffpunkt Sonntag 7 Uhr Aleganderplag, Berolina. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Mieterbund Berlin- Steglig. Alle organisierten und nichtorganisierten Mieter von Steglig nehmen am Sonntag, den 27. b. M., an der öffentlichen Demonstration der Berliner Mietervereine im Berliner Luftgarten( 10 Uhr vormittags) feil. Gammelplatz der Stegliger Mieterschaft am 27. Mai um 8% Uhr vor mittags am Bahnhof Steglig, Rathausseite. Abfahrt mit dem Wannseebahnauge um 9,10 Uhr. Sammelplag der Mieter des Güdender Ortsteils um 8% Uhr vor dem Bahnhof Südende. Treffpunkt aller Stegliger und Gildender Mieter von 9% Uhr ab auf dem Dönhoffplay. Von hieraus um 9% Uhr Abmarsch des geschlossenen 8uges nach dem Lustgarten. Steglig. Proletarischer Sprechchor für das Waldfeft im Grunewald. Erste Uebungsstunde im Jugendheim Aniephof, Ede Jeverstraße, am Montag, den 28. Mai, abends 8 Uhr. Einstudiert wird: Der Tag des Proletariats" von E. Toller. Genossen und Genoffinnen, insbesondere Jugendliche, find herzlich eingeladen. 3mal Für dasselbe Geld kochen Sie dreimal soviel Quieta= Grün wie Getreidekaffee! 213 Theater, Lichtspiele usw. 6pernhaus 72 Uhr: Tiefland Volksbühne 7 Uhr: Und d. Licht scheinet in der Finsternis Urania Theater 8 Uhr: Aegypten und der NII Schauspielhans Lessing- Th. Uhr Kleines Theater 71 Uhr: Walhalla- Th. 7,45 Uhr: Die Liebe geht um Dora, Lautner, Zaraitz Casino- Theater 8 U. Die Schlager- Posse 8 U Heiraten mußte! Central- Theater Tägi. 8 Uhr: Pottasch u. Perimetter 8U: Residenz- Theater Sommerspielzeit! Die Entlassung Theater des Ostens ( Rose Theater) 7 Uhr: Eine tolle Sache Ausbau der Kinderfürsorge durch die Gemeinde von Dr. Selma SchöferAuweck Eine notwendige Schrift für Behörden und Ausschüsse, Lehrer und Erzieher, wie überhaupt für alle, die sich in der Wohlfahrtspflege betätigen. Preis- Grundzahl Mk. 0,15 Buchhandlung Vorwärts Heute bis Mont 7: Das stärkere Band Berlin Sw. Lindenstr.3 John Gabriel Borkman Wie es euch gefällt Toelle, Sandrock, Kaiser- Titz Theater Ld. Deut. Künstler- Th. Trianon- Th. Quittungs- Marken Königgrätz. Str. Allabendlich 7%, U. 8: Der wunderl. Geschieht. II. Teil Der Fürst von Pappenheim 8 Uhr: Internat. Kreisl. Eekfenster SCALA Berliner Th. 7.30 U.: Mädi Deutsch. Opernhaus Abends 7, Uhr: Der Troubadour Friedr.- Wilhelmst. Th. Tägl. 8 Uhr: Die blonde Ratte Große Volksoper im Theat. d.Westens 8U.: Die verk. Braut Stg. 2 bei klein, Preisen Der Herr Senator Intimes Theater 8: Diplomat im Dienst D. blaue Pyjama etc. Lustspielhaus 8 Uhr: Die blaue Hawau Metropol- Theater 7: Die Schönste der Frauen Vorverk ununterbr. Neues Th. am Zoo Täglich 8 Uhr: Der Leibkutscher des Fridericus Rex Neues Volkstheater 74, U. Der tote Tag Renaissance- Theat. 8 Uhr: Kampf der Geschlechter Schiller- Th. Charl. Varieté Sonnt. 380 z halb. Preis.d.voll.Prog WINTERTEN Varieté- Spielplan Rauchen gestattet Reichshallen Th Allabendl.71/ 2 Uhr, Sonntag nachm. 30, halbe Preise Stettin. Sänger DonhoffBrett'l Anf.7/ 20 Theater am Kottbus. Tor 8 Uhr: Komödie Seit 40 Jahren Spezialität Conrad Müller, Walzer Rutkay Schkeuditz- Leipzig. Rennen zu Grunewald Sonnabend, den 26. Mai, nachm. 3 Uhr Broletarisches Kultur- Kartell Berlin- Brandenburg. Beginn der Arbeits gemeinschaft über, historischen Materialismus" am Sonnabend, den 2. Juni, abends 8 Uhr, in der Schule Gipsstr. 23a. Diskussionsunterlage: Bucharin, Sistorischer Materialismus. Mieter- Berband, Gau Berlin. Bezirksgruppe Berlin- Mitte. Treffpunkt für die Demonstration am Sonntag vormittag 9 Uhr Promenade Lothringer Straße. Gemeinschaft proletarischer Freibenter. Die Mitgliederversammlung findet nicht am Freitag, den 1., fondern Freitag, den 8. Juni, bei Clement Rachf., Düppelstraße 7, statt. Arbeitersport. Arbeiter Radfahrer- Bund ,, Solidarität", Berlin. Touren für Sonntag den 27. Mai: 1. Abt. Blankenfee 5 Uhr, Rohlhasenbrüd Start 1 Uhr Bülowftraße 58. 2. Abt. Gröbenersee 5 Uhr, Marienfelde Start 1 Uhr Dieffenbach 3. Abt. Maiennacht am Tolnigfee- Rörbistrug. Start Sonnabend traße 36. abend 6 Uhr, Sonntag 5 Uhr nach ebenda, Start Laufizer Play Kirche. Freitags 4. Abt. Werisee 6 Uhr, Rahnsdorf Start Spielabend Treptower Wiese. 1 Uhr Weberwiefe. 5. Abt. Neue Mühle 5 Uhr, Eichwalde Start 1 Uhr Landsberger Play. 6. Abt. Freienwalde 5 Uhr, Gorinfee Start 12 Uhr 7., 9. und 11. Abt. Gamengrund- Tiefensee. Start Ropenhagener Straße 26. 5 Uhr Nettelbedplag. 8. Abt. Liepe- Plagefurm 5 Uhr Arminiusplay. 10. Abt. Goriensee 6 und 12 Uhr. Start ComeBernau 12 Uhr Waldstr. 8. niusplag. Ortsgruppe Neukölln. Lampiontour zur Maiennacht nach Rörbis. 1 trug. Start Sonnabend 7 Uhr Bergbergplak. Sonntag 6 Uhr nach ebenda. Ortsgruppe Weißenfee. Maiennacht in Rörbistrug. Start Sonnabend 5 Uhr. Ortsgruppe Sonntag nach ebenda 6 Uhr. Start Charlottenburger Str. 24. Lichtenberg. Alt- Mönchwinkel. Start 6 Uhr Jungstr. 10. Ortsgruppe Pan Ortsgruppe Oberschöneweide. fow. Brieselang 6 Uhr. Start Mühlenfte. 12. Ortsgruppe Charlottenburg. Neue Spigmühle. Start 6 Uhr Siemensstraße. Rangsdorfer Gee 7 Uhr, Gatow 1 Uhr. Start Galvaniſtr. 13. Achtung, Fahr warte, Spartausschuß. Dienstag, den 29., Start 7 Uhr Neue Friedrichstr. 1 Erscheinen der Obleute ist Pflicht betreffs Reichsarbeit Sporttag 3. Juni, Start dazu 122 Uhr an den bekannten Stellen. Arbeiter- Wassersportverband, Gruppe L. Montag, den 28. d. M., 7% Uht, im Lokal von Linsener, Mühlenstraße 58, Gigung sämtlicher Vereinsschwimmwarte der Vereine Borwärts, Welle, Freiheit, Union, Freie Schwimmer Norden, Südost. Einleitendes Referat hält Genosse Adolf Bud vom Bundesvorstand über: ,, Die Aufgaben der Gruppe I im 6. Bezirk. Da zu den Ausschreibungen der Wasserballserienspiele nur von zwei Vereinen Meldungen eingegangen find, ist das Erscheinen aller Schwimmwarte und Wasserballobleute Pflicht. Arbaiter- Athleten- Bund. 4. Bezirk. Borständekonferenz Gonntag, den 27. Mai, vormittags 9 Uhr, bei Borschel, Charlottenburg, Raiser- FriedrichStraße 82. Alle Bezirksvereine müssen erscheinen. Leichtathletische Bettkämpfe am 10. Juni auf dem Sportplah der Freien Turnerschaft Wilmersdorf, Württembergische Straße, Ede 8ähringerstraße, Nähe Fehrbelliner Plag. Meldeschluß verlängert bis 3. Juni. Genaue Ausschreibung in den beiden letzten Athleten- Zeitungen. Alle Kreisvereine vom 4. Kreis( Brandenburg) müffen melden. Meldungen und Startgeld an Walter Leube, Charlottenburg, RaiserFriedrich- Straße 77 L. Die deutsche Marke von Weltruf Man beachte Liköre Carl Mampe MAMPE AG BER ROD ARK M FANT ELE KEE Außerhalb jeden Konzerns XXX UFA NEUE SPIELZEITEN DER UFA THEATER Tauentzlenpalast Wochentags: 7 und 9 Uhr U. T. Kurfürstendamm 7 und 9 Uhr U. T. Nollendorfplatz. 7 und 9 Uhr Mozartsaal 7 und 9 Uhr U. T. Alexanderplatz. 7 und 9 Uhr U. T. Weinbergsweg. 7 und 9 Uhr U. T. Schöneberg 7 und 9 Uhr U. T. Hasenheide.. 7 und 9 Uhr .. B Ufapalast am Zoo 6 und 19 Uhr Kammerlichtsplele 6 und 19 Uhr U. T. Friedrichstraße 6 und go Uhr Sonn- u. Feiertags: 5, 7 und 9 Uhr 5, 7 und 9 Uhr 5, 7 und 9 Uhr 5, 7 und 9 Uhr 5, 7 und 9 Uhr 5, 7 und 9 Uhr 5, 7 and 9 Uhr 5,7 und 9 Uhr 34, 6 und 19 Uhr 4,6 und 19 Uhr 4, 6, 8 u. 9 Uhr Die 2 Gilbert= Operetten- Schlager Komische Oper Täglich 7 Uhr Neues Opereffentheater Gauklerkönig Katja, Verkäufe Krebit- Rath. Künstler- Gardinen, MaTäglich 7/2 Uhr bras, Stores, Bettbeden, Tisch- und Chaiselonguebeden, große Auswahl, Elite- aparie Duster, bequeme Teilzahlung. Sänger fäffer Straße 44, L, Oranienburger Tor. U. a. Ge= Belzhaus Warschauerstraße 7. Tegenheitstäufe. Riesenauswahl. Spottpreife. Möbel Batentmatragen, Auflegmatragen, Walter, Chaiselongues, Metallbetten. 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Einladung zur außerordentlichen Ausschußsitzung legten Lohnverhandlungen. 2. Branchen- am Sonnabend, den 2. Juni er., abends angelegenheiten. 149/10 72 Uhr, im Graphischen Vereinshaus", Alexandrinenstraße 44. Tagesordnung: 1. Berlesung des Protokolls. Die Betriebsräte- Zeitschrift Nr. 10 2. Gagungsänderungen 3. Berschiedenes. Das Erscheinen aller Rollegen ist Pflicht. ist sofort im Bureau, Zimmer 12, abzuholen. Der Borstand Die Ortsverwaltung. Max Rost, Bors. 12/20 Hugo Hertz, Schriftf. Bad Sachsa Mai. Bad Kur mit Blutreinigungspulver Saltarin, wirksamsteVerjüngung und Auffrischung des Blutes, gegen Blutverdickung, Hautjukken, unreine Haut etc., In Drogerien u Apoth, sonst bei Otto Reichel, Berlin 43 die Tänzerin D, Gisenbahnstr. 4 Musikinstrumente Pianos preiswert. Klaviermacher Lint. Brunnenstraße 35. Grammophone, elegante SchrankappaDate, billigfte Gelegenheiten. 8wigers, Charlottenstr. 74/75. Garten:: Laube:: Balkon Gartenschlauch, prima, Boll 4500.8oll 8000.- Zubehör billigst. 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